WERKSTÜCK 2017

gwitirol

Dritte Ausgabe der Firmenzeitung mit dem Namen "Werkstück 2017"

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» Das Magazin eines besonderen Unternehmens «

WERKSTUCK

Ausgabe 03 | zwonull17

Industrie 4.0

VERÄNDERUNG DURCH

DEN MEGATREND

Lineproduktion

EIN NEUER WEG

Pionierarbeit im Stall

GW TIROL ALS VERLÄSSLICHER PARTNER

GESCHÜTZTE WERKSTÄTTE

Integrative Betriebe Tirol GmbH

www.gwtirol.at


Editorial

Die Arbeit macht mir Spaß. Wir haben eine gute Mannschaft hier, die MitarbeiterInnen

sind alle in Ordnung. Jeder Mensch muss zufrieden sein, wenn er eine Arbeit hat, heutzutage

ist es schwierig eine zu finden. Ich bin froh, dass es eine solche Firma gibt.


Wenn der Wind der Veränderung weht,

bauen die einen Mauern und die anderen Windmühlen.

Terezia Cine, Werk Imst

Liebe Geschäftspartnerinnen und Geschäftspartner!

Liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter!

Liebe Leserinnen und Leser!

Dass jede stattfindende Veränderung sofort auf ihre Bedrohlichkeit überprüft wird,

Mir gefällt es hier gut, ich gehe gern arbeiten, es ist für mich mein „zweites Haus“.

hat eine überlebenssichernde Funktion und daher für uns Menschen absolute

Ich mache alles gerne. Die Männer hier sind sehr hilfsbereit, packen mit an, vor allem

Priorität. Erst wenn wir sicher sind, dass eine Veränderung nicht bedrohlich ist (und

Thomas Ötzbrugger. Die gute Zusammenarbeit ist sehr wichtig, wir sind EIN TEAM!

nur dann!), wenden wir unsere Aufmerksamkeit anderen Aspekten zu – z.B. ihren

Vorteilen und Chancen, ihrer Nutzbarkeit für unsere eigenen Interessen.

Agcik Celik, Werk Imst

Diese Reihenfolge hat sich in der Evolution bewährt: Lebewesen, die zuerst die

Vorteile und Chancen überprüft haben und erst dann die Bedrohlichkeit, sind offenbar

im Laufe der Entwicklungsgeschichte zu häufig auf der Strecke geblieben. Es geht vor

allem darum, gewohnte Verhaltensmuster aufzubrechen. Das bedeutet: Raus aus der

eigenen, engen Sichtweise und hinein in die Sicht, die mit anderen verbunden ist, in

das Erkennen eines großen Zusammenhanges.

Beim Gebärdensprachkurs habe ich viele Sachen gelernt, die den Umgang mit den

gehörlosen Kolleginnen und Kollegen wesentlich erleichtern. Wenn ich die Lohnzettel

oder Mitarbeiterinformationen im Betrieb verteile, brauche ich nicht mehr

Wir arbeiten in der Geschützten Werkstätte Integrative Betrieb Tirol GmbH sehr hart

daran, um uns auf die Veränderungen, welche in Zusammenhang mit Industrie 4.0

alles aufzuschreiben, sondern kann in Gebärdensprache kommunizieren. Es macht mir

auf uns zukommen, vorzubereiten und möchten Ihnen in der aktuellen Ausgabe des

riesengroßen Spaß und die Gehörlosen freuen sich sehr, dass ich mich jetzt mit ihnen

„Werkstück zwonull17“ einen Einblick darüber geben.

unterhalten kann – wir gehen nun viel offener aufeinander zu.

Chinesisches Sprichwort


Zum einen möchte ich mich firmenintern für die aktive Mitarbeit am Veränderungsprozess,

zum anderen darf ich mich im Namen unserer MitarbeiterInnen bei all

Melanie Leitner, Verwaltung

unseren Geschäftspartnerinnen und Geschäftspartnern für das wiederum entgegengebrachte

Vertrauen und die gute Zusammenarbeit bedanken und freue mich auf ein

gemeinsames und erfolgreiches Miteinander im Jahr 2017.

Aufgrund meiner Behinderung hatte ich am Arbeitsmarkt keine Chance einen Job zu

Ihr Klaus Mair und das Team der GW Tirol

bekommen. Durch eine sehr liebe Dame beim AMS habe ich die Stelle in der GW Tirol

bekommen, wo ich nun schon seit fast 10 Jahren arbeite. In der GW Tirol gefällt es mir

richtig gut, doch am besten finde ich, dass man hier so sein darf, wie man wirklich ist.

Priska Gürtler, Elektromontage

Ausgabe: Werkstück Nr. 1/2015 • Medieninhaber: Geschützte Werkstätte Integrative Betriebe Tirol GmbH | Fiecht Au 22, 6134 Vomp | Tel.: +43 5242 647 46 | Fax: +43 5242 647 46

– 730 | buero@gwtirol.at | www.gwtirol.at • GF GW Tirol / Für den Inhalt verantwortlich: Klaus Mair • Gesamtherstellung: Claudia Lengenfelder, dieLengenfelder – Netzwerk für

Kommunikation | Max-Angerer-Weg 1a, 6130 Schwaz | Tel: +43 664 1368266 | www.dielengenfelder.at • Projektleitung: Petra Wöll | Georg Hechenblaickner • Artdirektion: Michael

Lengenfelder • Grafische Umsetzung: Sabrina Treichl • Redaktion: Uwe Schwinghammer | Susanne Gurschler | Alexandra Huber | Verena Teschitel • Fotos: GW Tirol Archiv,

Michael Sumper, WoGi - Fotolia.com, Shutterstock.com, AK Tirol, Michael Knaus, WK Tirol, WoPic.at • Druck: RWF Frömelt-Hechenleitner Werbegesellschaft mbH | Alpenstraße 2,

6111 Volders | Tel: 05224/52785 | rwf.advertising@rwf.at | www.rwf-media.com

Als Abteilungsleiter der Schweißerei war ich immer ein Befürworter des Schweißroboters,

obwohl ich anfangs Bedenken wegen seiner Größe hatte.

Jetzt läuft der Roboter seit 2012 zur besten Zufriedenheit und wir sind stets bemüht,

Neuteile zu programmieren. Im Großen und Ganzen nimmt uns der Schweißroboter in

der Schweißerei viel Arbeit ab und ich bin froh dass wir ihn haben.

Bernhard Eiter, Bereichsleiter Schweißerei


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Inhalt

// Ausgabe 03

Fokus

Mensch & Leben

Aus der Werkstatt

WIR

04 // Industrie 4.0

06 // Standortleiter Imst

18 // Hildegund lässt die Mühlen

schneller mahlen

32 // Weindekanter

33 // Ulbrich Spiele

22 // Grillfeier

23 // Fußball

08 // Standortleiter Vomp

20 // Ein Mann mit vielen Talenten

34 // PEFC-Zertifizierung

26 // Gebärdensprachkurs

10 // Lineproduktion

24 // Eine Legende setzt sich zur Ruhe

36 // Wahlkabine, Wahlurne

28 // Kennzahlen

11 // Planung, Kanban

37 // Trinkflaschen-Aktion AUVA

30 // Lehrlingsoffensive

12 // Einkauf-Lager-Logistik

38 // Betriebsarzt – im Wandel der Zeit

31 // Lehrlings Open Air

14 // Paternosterregal

39 // Kommunalmesse Klagenfurt

35 // Jubiläum, Glückwünsche

15 // Sozial in jeder Hinsicht

40 // Zitate Mitarbeiter

16 // Hetwin


Haushalten finden neue Techniken Eingang: Vom Kühlschrank

der sich Butter und Milch selbst bestellt, bis hin zum Pflegeroboter

der mit starken Armen, alte Menschen aus dem Bett hievt

und Teddybären mit elektronischem Kern, welche mit Dementen

kuscheln, …

InDustrIe 4.0 – unIVersaler ProBleMlöser?

Wenn man sich das alles vor Augen führt, sind es die „Computersysteme“,

welche zukünftig für alle Probleme eine Lösung parat

haben! Klingt gut, irgendwie, aber wird unser Leben dadurch

wirklich besser? Brauchen wir das wirklich alles?

Ich bin absolut kein Modernisierungsgegner, ganz im Gegenteil,

aber die Vorstellung, dass Computersysteme selbstständige

Entscheidungen treffen können, um danach zu handeln und die

Vorstellung, dass Systeme soweit sind, selbst zu lernen und ihre

Aufgaben selbst zu finden, beunruhigt mich!

»Computer werden Menschen innerhalb

der nächsten hundert Jahre mit künstlicher

Intelligenz überholen. Wenn das

passiert, müssen wir sichergehen, dass die

Ziele der Computer mit unseren

übereinstimmen.«

(Stephen Hawking)

DIe zukunft

Meines Erachtens wird es so sein, dass natürlich eine Vielzahl an

produktiven Arbeitsschritten automatisiert werden, aber dennoch

die menschliche Arbeit weiterhin wichtiger Bestandteil

der Produktion bleiben wird.

Vielmehr stellt sich die Frage, welches Qualifikationsprofil und

welche Kompetenzen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

zukünftig gefragt sein werden? Ich bin aber davon überzeugt,

dass sich für Menschen mit Behinderung gerade durch die

Digitalisierung, 3-D-Animationen und sprechende Benutzeroberflächen

im Computer, neue Perspektiven in der Arbeitswelt

eröffnen werden.

Fakt ist, dass „Industrie 4.0“ nicht allein als technische, sondern

auch als soziale Innovation verstanden und gesehen werden

muss. Auch wenn „Industrie 4.0“ derzeit noch mehr Vision als

Realität ist, zeichnet sich schon heute ab, dass sie eingebettet

ist in eine Entwicklung, die nicht nur unsere Art des „Wirtschaftens“,

sondern auch unser gesellschaftliches Zusammenleben

enorm verändern wird.

Schlussendlich entscheiden immer noch unsere Gesellschaft

und unser Konsumverhalten, wieviel Automatisierung zugelassen

wird. Dort, wo Geräte entwickelt werden, die das Leben

schneller machen, als es gut für unsere Gesellschaft ist und dort

wo Roboter Aufgaben übernehmen, die wir gut und gerne auch

selbst übernehmen könnten, ist es nur eine Frage der Zeit, dass

wir uns selbst wegrationalisieren.

Rene Eckhart mit seiner Hightech-Prothese

Industrie 4.0 – Veränderungen

durch den Megatrend

Egal welche Zeitschrift man mittlerweile

aufschlägt und in welcher Form man kommuniziert,

der Begriff „Industrie 4.0“ ist

allgegenwärtig und damit verbunden die Frage:

„Wie verändert der Megatrend den Arbeitsmarkt, die

Fertigung und die Globalisierung?“

Die 4. Industrie-Revolution ist also eingeleitet und nach Dampfmaschine,

Fließband und Elektrotechnik sind diesmal die

Vernetzung der Geräte, die Analyse riesiger Datenmengen und

der Einsatz von smarten Robotern die wichtigsten Treiber.

So wie Elektrizität vor hundert Jahren in die Fabriken einzog,

sind es nun die Datennetze.

Text: GF Klaus Mair

scIence-fIctIon Versus realItät

Ich bin kein Fan von Science-Fiction-Serien, aber was mich bei

diesen Serien immer faszinierte, waren Geräte, die Dinge herstellen

und Roboter, welche selbstständig denken, ja sogar

Gefühle haben. Inzwischen sieht es danach aus, dass die Fiktion

Schritt für Schritt Realität wird.

3D-Drucker, selbst fahrende Autos, durch Gedanken gesteuerte

Prothesen, sowie Nanopartikel, welche Krankheiten in frühen

Stadien erkennen, erobern den Massenmarkt. Auch Roboter

halten zunehmend Einzug in Fabriken und das in vielseitiger

Form: Als Lieferroboter, der Transportaufgaben übernimmt,

als helfende Hand, die Produkte in Kartons verpackt oder als

Roboterarm, der Maschinen bestückt und langweilige, schmutzige

und gefährliche Jobs übernimmt. Aber auch in unseren

InDustrIe 4.0 – segen oDer fluch

Als Geschäftsführer der Geschützten Werkstätte Integrative

Betriebe Tirol GmbH stellte sich mir zu diesem Thema die primäre

Frage: „Industrie 4.0 versus Beschäftigung von Menschen

mit Behinderung?“

Menschen mit Behinderung profitieren zweifelsohne von

„Industrie 4.0“ wenn es darum geht, ihren Lebensalltag zu

meistern. Ich denke dabei an Personen mit Mobilitätseinschränkungen,

denen durch intelligente Prothesen, die anhand von

Sensoren erkennen, in welche Richtung die Bewegung gesteuert

werden soll, zu einem natürlichen Laufgefühl verholfen

werden kann; Blinde und sehbehinderte Menschen, denen

durch Formatierungsprogramme der Zugang zu Informationen

ermöglicht wird. All diese Erfindungen tragen zum Abbau von

Barrieren und zur Inklusion von Menschen mit Behinderung in

unserer Gesellschaft bei.

Wenn es darum geht, die Fragen zu beantworten: „Macht die

Digitalisierung Menschen in der produzierenden Wirtschaft

arbeitslos und sind Menschen mit Behinderung besonders

davon betroffen?“ so gibt es wohl derzeit keine eindeutige

Antwort.

4

Fokus

Fokus 5


Im team geht alles viel leichter

Markus Wehinger ist seit dem Jahr 2015

in der GW Tirol als Standortleiter in

Imst tätig. Er ist aus der Privatwirtschaft

gekommen und war dort im

Qualitätsmanagement tätig. Der gebürtige Vorarlberger

hat sich in Imst gut eingelebt und bewältigte

bereits einige Herausforderungen. Im Gespräch mit

WERKSTÜCK spürt man die Begeisterung, welche

Wehinger für seine Arbeit mitbringt.

Sie sind von der Privatwirtschaft zur GW

Tirol Standort Imst gewechselt – ein mutiger

Schritt. Was ist anders als in Ihrem vorigen

Job?

Zuerst einmal muss man wissen, was bei der Geschützten

Werkstätte dahinter steckt. Viele Menschen haben ein fixes

Bild von unserem Betrieb, das aber meist sehr verzerrt ist.

Die GW Tirol Standort Imst ist keine Einrichtung in der ein

paar Menschen mit Behinderung irgendetwas zusammenschrauben.

Wir sind hier ein hochtechnologischer,

metallverarbeitender Betrieb, der technisch bestens ausgerüstet

ist. Der Unterschied zu meinem vorigen Job besteht

darin, dass hier in der GW Tirol die Abläufe oftmals einfach

anders funktionieren und das ist natürlich – speziell zu

Beginn – ein Lernprozess.

Welche Produkte werden hier erzeugt

bzw. welche Arbeiten erledigen die

MitarbeiterInnen?

Wir sind ein Metallbetrieb und unsere Kernkompetenz liegt

in der Blechverarbeitung. In unserem Betrieb arbeiten wir

aber auch mit Laser, es gibt eine Abkantpresse sowie einen

Schweißroboter und eine Lackierbox. Weiters erledigen wir

Montagearbeiten und beliefern hauptsächlich die Industrie.

Unsere Struktur ist auf Lohnarbeit ausgerichtet und wir

haben in diesem Sinne kein eigenes Produkt.

Womit beschäftigt man sich in Ihrer Position

bzw. was sind Ihre Aufgaben im Betrieb?

Für mich geht es in erster Linie um die Prozessoptimierung,

die einen effizienten Arbeitsablauf ermöglichen soll. Da geht

es z.B. um solche Dinge wie Materialbeschaffung oder darum,

dass das Material zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort

ist. Ich bin für die Lagerbestände verantwortlich und habe

als Standortleiter natürlich auch die Kostenverantwortung,

die einen wesentlichen Teil meiner Arbeit darstellt. Der Kundenkontakt

ist ebenfalls eine der wichtigen Aufgaben. Als

Standortleiter muss ich Potenziale erkennen, um etwaige

Neukunden zu gewinnen. Ein ganz wichtiger Punkt ist die

Produktionsplanung, welche wir mittlerweile sehr gut automatisiert

haben. Ich kann mich hier voll und ganz auf mein

Team verlassen.

Wer unterstützt Sie in Ihren vielfältigen

Aufgaben? Sie können ja nicht alles allein

erledigen?

Natürlich habe ich Fachleute im Betrieb, die mich bestens

unterstützen. Mein Team bildet sich ständig weiter und das

erworbene Fachwissen hilft uns ungemein in der Planung.

Unser Betrieb ist technisch geprägt und daher braucht es

eine ständige Weiterbildung, um nicht den Anschluss zu verlieren.

Laufende Optimierung steht bei uns ganz oben auf der

Agenda und diese können wir nur mit den MitarbeiterInnen

zusammen realisieren.

Der Standort Imst hat eine relativ junge

Struktur. Bringt das Vorteile mit sich, wenn

es darum geht, Dinge zu verändern?

Ich denke schon, dass das Vorteile mit sich bringt, denn es

fällt leichter, die Menschen für Neues zu begeistern. Es ist

oftmals schwierig, eingefahrene Strukturen aufzubrechen,

denn irgendwann kommen zwangsweise die Scheuklappen

bzw. die Betriebsblindheit dazu. Bei der GW Tirol Standort

Imst habe ich das gute Gefühl, dass wir immer wieder was

Neues ausprobieren können und wollen.

Wie schafft man in einem Betrieb wie

der GW Tirol den Spagat zwischen dem

wirtschaftlichen und dem sozialen Aspekt?

Für uns ist es sehr wichtig, dass wir den Fokus Mensch niemals

aus den Augen verlieren, denn die MitarbeiterInnen sind

unser größtes Kapital. Natürlich müssen wir darauf schauen,

den Betrieb wirtschaftlich erfolgreich zu führen, aber wir tun

dies nicht um jeden Preis. Unsere Kundschaften wissen, mit

wem sie arbeiten und durch sogenannte Rahmenaufträge

helfen Sie uns, dem sozialen Aspekt sehr gut Rechnung zu

tragen.

Derzeit spricht alles über den Begriff

„Industrie 4.0“. Laut GF Klaus Mair beschäftigt

sich auch die GW Tirol Standort Imst intensiv

mit dieser Thematik. Wie ist Ihre Meinung

dazu?

Für mich geht es bei Industrie 4.0. vorwiegend um Flexibilität,

Effizienz und Organisation. Je unproblematischer der Arbeitsablauf

wird, desto besser geht es den Menschen in der Arbeit und

umso besser können wir auch auf Kundenwünsche eingehen

und Liefertermine einhalten. So etwas bringt sehr viel Ruhe in

die Produktion. Für mich ist Industrie 4.0. nicht etwas komplett

Neues. Es ist ein ständiger Prozess, die Arbeit, speziell für die

Menschen in unserem Betrieb, so gut wie möglich zu organisieren.

Es erklärt sich von selbst, dass wir in der GW Tirol mit

anderen Voraussetzungen arbeiten als andere Betriebe, aber

durch ein effizientes Management können auch wir schneller

reagieren und flexibler sein. Es geht hier nicht darum, den

Arbeitsprozess zu stören, sondern darum, ihn zu optimieren.

In Ihrer bisherigen Zeit in der GW Tirol

Standort Imst – was ist Ihnen da besonders in

Erinnerung geblieben?

Ich war ja selbst lange Zeit Fußballtrainer und habe auch lange

gespielt. Für mich war dieser Teamspirit in der GW Tirol sofort

ansteckend. Die Leute hier sind wirklich offen für Veränderung

im positiven Sinne und ich habe nie gespürt, dass man hier eine

resignierende Haltung hat. Das hat mir wirklich gut gefallen und

gefällt mir noch. Hier wird nicht alles schlecht geredet und es

werden nicht künstlich Probleme heraufbeschworen. Natürlich

ist es nicht immer leicht, die Leute für Neues zu begeistern, aber

grundsätzlich reagieren hier alle offen und interessiert. Neue

Ideen werden angenommen und man schaut, dass man was

weiterbringt. Den Fußball habe ich mittlerweile aufgegeben

und widme mich zu hundert Prozent meiner neuen Aufgabe

hier in der GW Tirol. Das Schöne daran ist, dass ich sehr viel von

meinen Leuten zurückbekomme.

Was bringt die Zukunft in der GW Tirol

Standort Imst? Worauf legen Sie besonderen

Wert?

Wir haben bisher mit unseren Optimierungsprozessen sehr viel

erreicht. Dieses Niveau wollen wir natürlich halten und weiter

ausbauen. Die Mitarbeiterführung ist ein großes Thema, dem

wir uns speziell widmen werden und auch die interne Kommunikation

soll verbessert werden. Die Stabilisierung unseres

Niveaus ist sehr wichtig, um auch eine gewisse Planungssicherheit

zu haben. Ich sehe es als Herausforderung, für die Zukunft

neue Märkte zu finden, Potenziale zu erkennen und zu sehen, ob

unser Unternehmen für dieses oder jenes Projekt geeignet ist.

6 Fokus

Fokus 7


Veränderungen geschehen

außerhalb der Komfortzone

Harald Unterberger kam als Qualitätsmanager

im Jahr 2014 zur GW Tirol. Kurz

darauf wurde ihm das Projektmanagement

anvertraut. Seit 2015 hat er die Agenden der

Standortleitung der GW Tirol im Werk Vomp übernommen.

Diese herausfordernde Doppelfunktion meistert

er durch seine strukturierte Vorgangsweise und durch

seine Art, das Verbindende vor das Trennende zu stellen.

WERKSTÜCK bat den Standortleiter zum Interview,

um zu erfahren, wie er seine Aufgabe meistert und was

für ihn die Herausforderungen der Zukunft sind.

Herr Unterberger, wie sind Sie zur GW Tirol

gekommen? Erzählen Sie uns ein wenig, wie

es dazu kam und was Ihre Funktion ist?

Im Prinzip bin ich da Mädchen für alles (lacht). Alles was nicht

gut oder optimal funktioniert, landet früher oder später bei mir.

Im Prinzip geht es darum, neue Bereiche wie, z.B. die Textil- oder

die Logistikabteilung neu auszubauen oder auch die bestehenden

Abteilungen zu optimieren. Ich habe von meinem früheren

Job her Erfahrung im Bereich von Schnittstellen zwischen Produktion,

Marketing oder auch Instandhaltung und dadurch

ist mir das Projektmanagement nicht fremd. Es gab mehrere

Beweggründe für mich, warum ich die Herausforderung in der

GW Tirol angenommen habe: GF Klaus Mair kam auf mich zu,

hat mir alles gezeigt und den Weg skizziert, den das Unternehmen

eingeschlagen hat. Mir hat die Dynamik in diesem

Unternehmen, gepaart mit der flachen Hierarchie und dem Mut

zur Veränderung sehr gut gefallen. Das Arbeiten mit Menschen

mit Behinderung war für mich ebenfalls ein sehr starkes Argument,

da es mich auch persönlich betrifft, denn ich habe einen

16-jährigen Sohn, der geistig behindert ist. In der GW Tirol habe

ich gelernt, wieviele Menschen dazu beitragen, dass das Leben

mit einer Behinderung funktioniert und das war für mich eine

sehr schöne Erfahrung.

In der GW Tirol hat sich in den letzten

Jahren enorm viel getan. Der Mensch liebt ja

bekanntlich die Veränderung nicht.

Wie gehen Sie als Standortleiter damit um?

Zuerst einmal muss man das System GW Tirol verstehen und

ich gebe zu, dass ich es noch immer nicht zu hundert Prozent

durchschaut habe. Man kann so einen Betrieb wie die GW Tirol

nicht wirklich mit einer privatwirtschaftlichen Unternehmung

vergleichen. Es bedarf eines ganz besonderen Fingerspitzengefühls,

auf die Bedürfnisse der MitarbeiterInnen einzugehen.

Nicht immer ist es einfach, die gewachsenen und bestehenden

Strukturen aufzubrechen und alle davon zu überzeugen, dass

vielleicht etwas Neues besser funktioniert. Dreht man an zu

vielen Rädchen gleichzeitig, besteht die Gefahr, dass Veränderungen

nicht angenommen werden. Eine punktuelle

Änderung verlangt aber oftmals, dass auch der vor/nachgelagerte

Prozess angepasst werden muss. Die Kunst ist es also,

die KollegInnen ins Boot zu holen, und sie vom gemeinsamen

Weg zu überzeugen.

Sie sind seit rund drei Jahre in der GW Tirol

Standort Vomp. Es wurden in dieser Zeit einige

neue Flächen geschaffen. Was tut sich dort?

Durch die diversen Erweiterungen in Vomp taten sich ganz neue

Möglichkeiten auf. Will man für die Zukunft gerüstet sein, muss

man den Mut haben, quer zu denken und Neues zu wagen.

Besonders spannend war für mich der Aufbau des Geschäftsfeldes

Textil. Hier konnten wir für Frauen neue Arbeitsplätze

schaffen, die deren Bedürfnisse im Alltag sehr gut decken. Ich

spreche hier zum Beispiel von Teilzeitstellen.

Als ich im Jänner 2015 mit drei Damen zur Grundausbildung

zu unserem Partner, der GW St. Pölten fuhr, wussten wir nicht

genau, was auf uns zu kommt. Nur einen Monat später fertigten

wir bereits die ersten Kundenaufträge. Im ersten „stürmischen“

Jahr lag der Fokus auf Optimierungsprojekten, um Liefertermintreue,

Qualität und Organisation zu festigen. Wenn ich heute in

die Textilabteilung gehe und sehe, wieviel Gutes hier passiert

ist, bin ich mehr als zufrieden. Dies ist vor allem der konsequenten

aber immer umsichtigen Führung der Bereichsleiterin

Sabine Fantin und ihrem Team zu verdanken.

Gibt es außer dem Textilbereich noch

etwas, an das Sie sich besonders gerne

zurückerinnern?

Die Einführung der Lineproduktion ist mir gut in Erinnerung

geblieben, weil ich nach der Ideenfindung selbst viele Stunden

an einem provisorischen Fertigungsband mitgearbeitet habe,

um zu verstehen, worauf es ankommt. Ich habe dabei viel von

den Kolleginnen und Kollegen gelernt und versucht, die besonderen

Anforderungen der MitarbeiterInnen, gemeinsam mit

dem Bereichsleiter Gerhard Rafelsberger, umzusetzen. Die hohe

Akzeptanz der ArbeitnehmerInnen nach Umsetzung der neuen

Fertigungsmethode und deren Wirtschaftlichkeit rechtfertigen

die hohen Investitionskosten. Wir haben in dieses Projekt wirklich

sehr viel Herzblut und Engagement gesteckt. Der Erfolg

freut mich natürlich ganz besonders.

Sie sprachen vorher von Optimierung,

Organisation, QM und anderen

Fachausdrücken der Industrie. Was haben

diese Begriffe in einer „Geschützten

Werkstätte“ zu suchen?

Nachdem wir in diesem Jahr die neuen Fertigungshallen beziehen

durften, lag der Fokus auf der Gestaltung der Arbeitsplätze.

Hier wurde versucht, die Gegebenheiten optimal auf die Bedürfnisse

unserer MitarbeiterInnen abzustimmen. Wir wollten vor

allem auch kurze Wege schaffen. Mit dem Neubau der Halle

haben sich da natürlich optimale Bedingungen ergeben, um

diverse Abläufe zu optimieren. Trotzdem haben wir bei den

Themen „Materialfluss/Verschwendung von Ressourcen“ noch

weiteres Optimierungspotenzial. Da gab und gibt es nach wie

vor große Herausforderungen, die wir zu bewältigen haben. Ich

habe hier ein sehr gutes Team und freue mich, mit ihm dieses

Ziel zu verfolgen. Aktuell befinden wir uns in einem Change-

Prozess, also in einem Veränderungsprozess, der Organisation

und Arbeitsabläufe effizienter gestalten soll, ohne dabei unseren

sozialen Kernauftrag zu vernachlässigen.

Geschäftsführer Klaus Mair sagt, Industrie 4.0

ist in der GW Tirol angekommen. Ist es das,

wovon Sie sprechen? Wie sehen Sie das?

Es ist eine Tatsache, dass diese Entwicklung auch uns erreicht

hat und man kann jetzt nicht sagen, dass man da nicht mitmachen

will, denn wir kommen nicht daran vorbei. Diese

Industrialisierung ist im Prinzip nichts Neues. Die Fragen, die

wir uns stellen sind: „Wo kann ich meine Synergien nutzen und

die Verschwendung eindämmen? Wie kann ich effizienter arbeiten?“

Genau darum geht es bei Industrie 4.0. Auch geht es hier

um Automatisierung und Teilautomatisierung und darum, den

Menschen die Arbeit zu erleichtern. Für mich bedeutet Industrie

4.0 sämtliche Arten von Unwirtschaftlichkeit zu eliminieren

und ein Maximum herauszuholen. Allerdings dürfen wir hier

den Menschen nicht aus dem Auge verlieren. Unsere Leute

stehen stets im Fokus aller Überlegungen und Neuerungen.

Was ist ihr nächster konkreter Schritt? Wohin

geht die Reise mit der GW Tirol?

Der Prozess der Weiterentwicklung hört für uns im Prinzip nie

auf. Qualität ist kein Ziel sondern ein ständiger Prozess. Wir

müssen das neu Geschaffene halten und verbessern. Wir müssen

die Struktur festigen und in weiterer Folge gibt es noch viele

Themen, bei denen wir noch nicht angekommen sind. Unser Ziel

ist es, dass erste Kennzahlen möglichst rasch zum Wohle unserer

MitarbeiterInnen eingesetzt werden können. Daran arbeiten wir

mit Volldampf und es macht Freude.

8 Fokus

Fokus 9


Produktionsplanung

und Steuerung

Die Hauptaufgabe für die GW Tirol, aber

natürlich für jedes Unternehmen, ist es, den

Anforderungen der Kunden und

Kundinnen nach einer großen Produktvielfalt

gerecht zu werden und gleichzeitig wirtschaftlich

zu produzieren.

Roland Kreidl in der Planung

Zudem ist Flexibilität in der Produktion ein Muss. Jedoch ist

diese oftmals mit hohen Kosten verbunden, wenn es nicht

gelingt, die Produktionsprozesse richtig zu takten.

Menschen MIt BehInDerung

Als integrativer Betrieb, der mehr als achtzig Prozent

Menschen mit Behinderung beschäftigt, kommt erschwerend

hinzu, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter behinderungsbedingt

erhöhte Krankenstände verzeichnen, welche

den Prozess der Produktionsplanung und Steuerung den

hierfür verantwortlichen Personen alles abverlangt, um die

Kundenanforderungen zu bewerkstelligen.

klare zIele

Im ablaufendem Jahr hat man sich sehr stark mit der

Produktionsplanung und der Steuerung mittels PPS–System

beschäftigt, mit dem Ziel, kürzere Durchlaufzeiten zu

erreichen, sowie die Verbesserung der Liefertermintreue und

optimale Lagerbestandshöhen der Roh-, Halb- und Fertigmaterialien

zu erreichen.

eInführung neuer sYsteMe

Parallel dazu wurden Teile der Produktionsbereiche in Line

Fertigung umgestellt und ein Kanban System eingeführt. Das

Ziel des Kanban Systems ist die Verfügbarkeit aller Produkte ab

Lager – bei mehr als 250 verschiedenen Produkten mit unterschiedlicher

Lagerdrehung eine absolute Herausforderung

für die verschiedenen Produktionsbereiche und die Logistik.

Kanban stellt die Möglichkeit dar, die teilweise aufwändige

Produktionssteuerung mit autonomen Regelkreisen nach dem

„Ampel-Prinzip“ zu bedienen. Dies sorgt für Flexibilität und

Reduzierung von Beständen.

„Wir sind zwar mit diesem Prozess noch nicht am Ende, sehen

aber bereits erste Erfolge“, so Klaus Mair, Geschäftsführer der

Geschützten Werkstätte Integrative Betriebe Tirol GmbH.


„Veränderungen sind am schönsten, wenn man mit anderen an einem Strang zieht.“

Mit dem Sparringpartner Markus Amann von der Firma Metawerkstatt wurde eine

Seilschaft gefunden, die neuen Raum für Kreativität und Erneuerung ermöglicht.

Die beiden Standortleiter Markus Wehinger und Harald Unterberger arbeiten in enger

Kooperation mit den Bereichsleitern an diesem Prozess.

Miteinander objektiv Sehen, zu-­‐Hören, neu Denken, offen und vertrauensvoll

Sprechen und gemeinsam Bewegen.

Die erarbeiteten Maßnahmen tragen bereits erste Früchte. Ziel ist es, auch in Zukunft

wettbewerbsfähig zu bleiben und den Spagat zwischen sozialem und wirtschaftlichem

Auftrag aufrecht zu erhalten.

10 Fokus

Fokus 11


Um die ca. 1000 Lagerplätze zu verwalten wurde das ERP-System

adaptiert. Die IT-Abteilung hat eine eigens auf diese Bedürfnisse

abgestimmte Scansoftware entwickelt. Sämtliche Lagerplätze

wurden elektronisch erfasst. Dies bringt Sicherheit, sowohl bei

interner als auch externer Warenbewegung, und vereinfacht

das Buchen via Scanner und Tablet. Um das bedarfsorientierte

Eintreffen der Rohware und die Versorgungssicherheit nachhaltig

zu gewährleisten, wird bis Jahresende das Bestellwesen

weiter optimiert.

Die Mitarbeiter des „Lagerteams“ agieren als Dienstleister für

das Unternehmen GW Tirol und sind bestrebt, die individuellen

und bereichsübergreifenden Anforderungen der verschiedenen

Abteilungen zu erfüllen.

Klemens Burgstaller beim Scannen

Lager – Logistik – Einkauf

das Herzstück eines unternehmens

logIstIk 4.0

Auch ist es für die Logistik eine Herausforderung, den steigenden

Marktanforderungen gerecht zu werden. Es wird

mit Hochdruck daran gearbeitet, die funktions- und unternehmensübergreifende

Koordinationsführung der Logistik,

die im Industriestandard 4.0 beschrieben sind, zu erfüllen.

Immer mehr Prozesse werden automatisiert abgewickelt. Die

Steuerung der einzelnen Bereiche wird stetig mehr von elektronischen

Verkettungen der einzelnen Bereiche ausgelöst. Die GW

Tirol arbeitet gemeinsam mit den Softwarelieferanten daran,

übergreifende Schnittstellen zu entwickeln, die einen durchgängigen

automatisierten Warenfluss ermöglichen.

Durch das rasante Wachstum der vergangenen

Jahre stieß das ursprüngliche Lager, sowohl von

der Lagerfläche als auch von der Methodik, dem

Chaoslagerkonzept, an seine Grenzen. Im Zuge

des Neubaus wurde ein großzügiger Lager­/Logistikbereich

mit einer Fläche von ca. 540 m 2 errichtet.

Mit Investitionen in ein fahrbares Hochregallager und ein

modernes Shuttle Kompaktlagersystem wurden ideale Rahmenbedingungen

geschaffen. Ziel war es, mehrere Bereiche die

ineinander greifen, in dieser Abteilung zu vereinen. So wurde

der Bereich Lager – Logistik – Einkauf konzipiert, der seit Februar

dieses Jahres von Johannes Engleitner geführt wird. Das

Aufgabengebiet ist vielfältig und reicht von der Organisation,

Steuerung und Abwicklung des Material- und Warenflusses,

über das Fuhrparkmanagement bis hin zum strategischen Einkauf

für beide Standorte.

Johannes Engleitner, Strategischer Einkauf, Lagerlogistik

Johannes Wöll, Einkauf

H-Save Ausgabeautomat.

Wege sparen durch

dezentrale Versorgung.

Der Ausgabeautomat H-Save von Haberkorn ist die einfache

und flexible Lösung für Ihre dezentrale Versorgung. Er ist ideal

für Arbeitsschutz, Werkzeuge, Ersatzteile sowie Betriebs- und

Hilfsmittel. Gerne beraten wir Sie, wie auch Sie mit H-Save in

Ihrem Betrieb Wege einsparen, eine 24h-Versorgung sicherstellen,

Zugriffe kontrollieren und automatisiert nachbestellen.

12 Fokus

Fokus 13


Sozial in jeder Hinsicht

Es freut mich, dass wir den Frauenanteil, vor allem durch die Erweiterung

des Geschäftsfeldes Textil, in den letzten zwei Jahren um 10,50 %

erhöhen konnten. Durch die Umbauarbeiten wurden auch Arbeitsplätze

evaluiert und umgestaltet. Unsere Mitarbeiterinnen profitieren von den

ergonomisch ausgestatten Arbeitsplätzen wie z.B. höhenverstellbaren

Arbeitstischen, Arbeitsstühlen und Hebewerkzeugen, da diese Vorrichtungen

ihre Arbeit wesentlich erleichtern und die Mitarbeiterinnen somit

an jedem Arbeitsplatz ohne schwere körperliche Anstrengung eingesetzt

werden können. Wir werden auch in Zukunft versuchen, auf alle Bedürfnisse

unserer Arbeiterinnen einzugehen.

Theresa Lochner, Gender-Beauftragte GW Tirol

C- und Kleinteile Lösung

Paternosterregal

Beschaffungsprobleme und Engpässe bei

Kleinteilen können sich nachhaltig auf den

Fertigungsprozess auswirken. Um diese Engpässe

im Unternehmen zu vermeiden, wurden

sämt liche Kleinteile mittels intelligenter Softwarelösung

in ein neues Paternosterregal eingelagert.

Intelligente Lösung

Das Regal ist ein in sich geschlossenes fahrbares Liftlagersystem

und zieht sich über zwei Stockwerke. Insgesamt stehen derzeit

neunzig Lagerflächen – in Form von Tablaren – zur Verfügung.

Diese Tablare werden mit Kleinteilen befüllt. Jeder Platz am Tablar

wird eindeutig dem eingelagerten Artikel zugewiesen. Somit

ist sichergestellt, dass alle eingelagerten Teile rasch ausgelagert

werden können. Dieses Lagersystem ist für den Einsatz in der

GW Tirol optimal konzipiert worden.

Mehr Effizienz

Dank der zwei Bearbeitungsöffnungen kann der Shuttle im Erdgeschoss

befüllt werden, gleichzeitig können im ersten Stock,

der Manufakturabteilung, Komponenten für die Fertigung

entnommen werden. Durch diese zwei Zugänge wurde die

Effizienz enorm gesteigert, da lange Wege der Teilezustellung

im Gebäude vermieden werden können.

Je nach Produktionsbereich wurde die optimalste Bewirtschaftungsvariante

gewählt. Von Behältersystemen bis hin zu

Fixlagerplätzen wurden die Möglichkeiten ideal ausgeschöpft

und implementiert.

Durch die Einbindung der Lagerplatzsoftware dieses Regals in

das bestehende Warenwirtschaftssystem, werden bereits viele

Prozesse automatisiert und effizient abgewickelt.

Als Betriebsrat werde ich viel mit laufenden Veränderungen konfrontiert.

Für den Betrieb sind Umstrukturierungen notwendig, jedoch können viele MitarbeiterInnen

nicht mit neuen Situationen umgehen. Jede Neuerung schaffen oft

Unbehagen und es dauert einige Zeit, bis alle davon überzeugt sind.

Betriebsräte müssen die Veränderungen prüfen. Wir stehen meistens auch dahinter,

aber für alle MitarbeiterInnen sind sie oft nicht 1:1 zu übernehmen. Je nach Behinderungsart

können da schon Probleme auftauchen. Es dauert oft lange, bis sich

alle mit einem Arbeitsplatzwechsel, einer Veränderung der gewohnten Tätigkeit

oder des Ortes auseinandersetzen und das auch so annehmen können. Bei einigen

kann das lange dauern, einige sind auch nicht überzeugt, fügen sich aber. Das ist die

schlechteste Variante, da ohne Überzeugung keine gute Arbeit herauskommt. Da

liegt es dann am Betriebsrat und am FBD, mit den Leuten viele Gespräche zu führen,

und das Positive an der Veränderung immer und immer wieder zu erklären.

Helga Wöll, Fachbegleitender Dienst, Betriebsratsvorsitzende GW Tirol

Digitalisierung macht Spaß, weil

• sie den Alltag und die Arbeit erleichtert

• sie Barrieren überwindet und weniger Fehler passieren

• Informationen von jedem, jederzeit schnell zugänglich sind

• Kosten eingespart werden

Menschen mit Handicap werden oftmals unterschätzt, da ihnen der

Umgang mit der „Welt“ der IT, meist nicht zugetraut wird. Computer,

Internet und Handy sind wichtige technische Errungenschaften unserer

Zeit. Für Menschen mit Behinderung sind diese Technologien nicht

nur praktisch, sondern sie ermöglichen auch erstmalig einen leichteren

Zugang zu Information, Kommunikation und damit zu neuen Berufen.

Wolfgang Mayer, Behindertenvertrauensperson

14 Fokus

Fokus 15


Pionierarbeit mit

verlässlichen Partnern

Josef Hetzenauer ist Landwirt, Geschäftsführer der

Firma HETWIN und arbeitet eng mit der GW Tirol

zusammen, um seine Produkte zu perfektionieren.

In mühevoller Pionierarbeit haben er und seine

MitarbeiterInnen an der Automatisierung der landwirtschaftlichen

Arbeit getüftelt. Heute ist HETWIN ein

äußerst erfolgreiches Unternehmen, welches Roboter für

die vielfältigen Arbeiten im Stall plant. Produziert wird in

der GW Tirol, wodurch hier Arbeitsplätze geschaffen werden.

Als Josef Hetzenauer vor knapp 15 Jahren begann, darüber

nachzudenken, wie er sich die Arbeit im Stall erleichtern könnte,

hätte er sich wohl nicht träumen lassen, was daraus entstehen

würde. „Ich habe mir irgendwann die Frage gestellt, wie ich

mir die Arbeit im Stall bei den Tieren erleichtern kann, um Zeit

zu sparen. Als wir begonnen haben, gab es weltweit nur drei

Hersteller für derartige Produkte “, erklärt Hetzenauer im

Gespräch mit WERKSTÜCK.

Verlässlicher Partner

Die Maschinen von Josef Hetzenauer werden teilweise in der

GW Tirol gefertigt. Hetzenauer freut sich über den verlässlichen

Partner: „Die Produkte, welche wir anbieten, können wir sehr

gut mit der GW Tirol umsetzen, da die Arbeitsabläufe für die

Produktion meist dieselben sind. Wir liefern genaue Pläne an

die GW Tirol und die Umsetzung vor Ort funktioniert perfekt“,

erzählt er. Die GW Tirol erledigt die Metallbearbeitung sowie

die Lackierung für die Produkte von HETWIN. Konstruiert und

endgefertigt werden die Roboter dann im HETWIN-Werk in

Langkampfen.

Regionalität gefragt

Geschäftsführer Hetzenauer ist dem Regionalitätsgedanken

verbunden und hat nicht zuletzt deshalb die GW Tirol ausgewählt,

um Teile für seine Produkte zu liefern: „Wir sind ein Tiroler

Unternehmen und wollen, dass die Wertschöpfung im Land

bleibt. Wir sind dankbar, wenn die Kundschaft das zu schätzen

weiß, denn es gibt Mitbewerber am Markt, die in Billiglohnländern

produzieren lassen und das wollten wir auf keinen Fall“,

gibt der passionierte Landwirt Einblicke in die Firmenphilosophie.

Der Hauptmarkt für HETWIN ist der deutschsprachige

Raum, aber man exportiert weltweit: z.B. in die USA, nach

Dietmar Stocker und Thomas Ötzbrugger

produzieren einen Kratzboden

Kanada, Neuseeland oder auch nach Israel. „Im Ausland arbeiten

wir mit Partnern vor Ort, die uns bei der Installation unserer

Produkte unterstützen und das funktioniert eigentlich sehr

gut“, so Hetzenauer.

Automatisierung bringt Arbeitsplätze

Das Thema „Industrie 4.0“ ist auch in der Landwirtschaft ein

Thema und da die Produkte von HETWIN auf Automatisierung

ausgelegt sind, geht auch hier der Trend in Richtung Optimierung

des Arbeitsprozesses und Zeitersparnis: „In der Landwirtschaft

ist es so, dass der Preisdruck enorm ist und Landwirte entweder

einen zweiten Job haben, oder sich vergrößern müssen, um ihre

Familien ernähren zu können. Unser Produkt ist unter anderem

auch deshalb entstanden, weil wir aus der Not eine Tugend

gemacht haben, um Zeit bei der Arbeit zu sparen. Egal welche

Größe ein Landwirt hat, er muss Zeit sparen und dabei können

unsere Produkte sehr gut helfen“, erläutert der innovative

Geschäftsführer von HETWIN.

In Sachen Automatisierung hat Josef Hetzenauer einen klaren

Standpunkt bzw. eine Philosophie, die er auf den Punkt bringt:

„Wenn jemand glaubt, dass er z.B. durch unsere Produkte oder

auch durch Industrie 4.0 gar nichts mehr tun muss, so ist das

ein Illusion. Eine Maschine ist immer nur so gut wie der Mensch,

der sie bedient und natürlich dürfen auch die Wartung bzw. der

Service nicht vernachlässigt werden. Durch unsere Produkte

können wir den Arbeitsablauf optimieren, aber wir können keine

Wunder wirken“, zeigt sich der Landwirt selbstkritisch.

Die Firma HETWIN ist ein perfektes Beispiel dafür, wie durch

Automatisierung ein gesunder Wirtschaftskreislauf entstehen

kann. Die GW Tirol kann durch HETWIN mit weiteren Aufträgen

rechnen und die Metallverarbeitung bzw. Montage und

Lackierung in der GW Tirol sind weiterhin bestens ausgelastet.

„Wir entwickeln unsere Produkte ständig weiter und in diesem

Prozess spielt auch die GW Tirol eine wesentliche Rolle. Wir sind

mit unserem Partner sehr zufrieden und es freut uns besonders,

dass hier auch Menschen mit Behinderung Arbeit bekommen

und der soziale Aspekt nie außer Acht gelassen wird“, erklärt

Josef Hetzenauer abschließend im Gespräch mit WERKSTÜCK.

16 Fokus

Fokus 17


zu haben und so hat sie anfangs immer viele Überstunden gemacht.

Als sie die neu gewonnene Freizeit plötzlich zu schätzen

wusste, entdeckte die handwerklich begabte Frau ihre Leidenschaft

fürs Stricken und Basteln.

Ein neuer Lebensabschnitt beginnt

Zurück in Tirol funkte es dann auch in Sachen Liebe wieder und

Hildegund lernte ihren heutigen Mann kennen, mit dem sie

nun bereits seit 12 Jahren zusammen ist. Kürzlich feierten die

beiden ihren sechsten Hochzeitstag. Sie besitzen zwei Häuser

in Kundl und Kufstein, die sie auch beide bewohnen. Hildegund

ist das Kofferpacken gewohnt, denn sie reist für ihr Leben gern.

Erst kürzlich ging es auf dem Kreuzfahrtschiff von Savona nach

Barcelona, Valencia, Mallorca und wieder retour. Anschließend

zog es Hildegund und ihren Mann in den Norden nach Schottland,

und auch ein Trip in die Bundeshauptstadt Wien, einer

nach Rottenburg ob der Tauber und in die Steiermark waren

dabei. „Wir waren heuer schon viel unterwegs, aber das war

noch nicht alles“, lacht Hildegund über ihre Reisefreudigkeit.

Hildegund bei ihrer Lieblingsbeschäftigung

Hildegund

Lässt die Mühlen schneller mahlen

Die zweifache Mutter Hildegund Wallner arbeitet

seit nunmehr 15 Jahren in der Mühlenmontage

der GW Tirol. Sie ist mit vier Geschwistern

aufgewachsen und hat einen Zwillingsbruder.

Die Powerfrau ist durch und durch Familienmensch.

In der elterlichen Gärtnerei hat Hildegund schnell gelernt anzupacken

und sich diese Fähigkeit bis heute erhalten. „Bei unserer

Arbeit in der Gärtnerei ist es oft recht lustig zugegangen, weil

wir viele Streiche und Späße gemacht haben, und das werde ich

mein Leben lang nie vergessen“, erklärt Hildegund Wallner im

Gespräch mit WERKSTÜCK.

Osttirol als Ausgangspunkt

Die gebürtige Osttirolerin hat ursprünglich eine Lehre als Kindermodenverkäuferin

absolviert und zog, als ihre beiden Töchter

ein und drei Jahre alt waren, nach Kufstein. „Anfangs habe ich

in Kufstein niemanden gekannt und dort auch verschiedene

Nebenjobs gemacht. Ich habe dann einen neuen Lebenspartner

kennengelernt und wir haben den Entschluss gefasst, uns in der

Gastronomie selbstständig zu machen. Mein Mann hat gekocht

und ich war im Service tätig“, erzählt Hildegund. Zusammen

mit ihrem Mann bewirtschaftete sie den Gasthof Kirchenwirt in

Münster und das war zu Beginn kein Honiglecken. „Ich musste

alles lernen, da ich keine Ahnung vom Gastgewerbe hatte. Wer

den Kirchenwirt in Münster kennt, weiß, dass das ein sehr großes

Haus ist“, erklärt die Mühlenexpertin. Irgendwann war dann

das Kapitel Kirchenwirt abgeschlossen und es zog Hildegund,

ihren Mann und die Kinder nach Deutschland. Im Endeffekt sollten

es 13 Jahre sein, welche die Familie dort verbrachte, wobei sie

7,5 Jahre in München und den Rest der Zeit in Flintsbach lebte,

und an beiden Orten selbstständig im Gastgewerbe arbeitete.

„Die Zeit in Deutschland war für mich wirklich unvergesslich

und ich habe auch heute noch Kontakt mit meinen ehemaligen

Gästen“, so Hildegund Wallner.

Rückkehr in die Heimat und Start in der GW Tirol

Nach der Zeit in Deutschland zog es sie aber wieder zurück nach

Tirol und sie hörte von einem Job in der GW Tirol. „Meine Betreuerin

vom AMS hat mir gesagt, dass das nichts für mich sei, aber

ich wollte mir das schon ansehen. Beim Vorstellungsgespräch

wurde ich durch den Betrieb geführt, und ich habe meinen künftigen

Arbeitsplatz besichtigt. Dabei habe ich mich gewundert,

wer all diese Getreidemühlen braucht. Nach kurzer Überlegung

begann ich schließlich am 1. Oktober 2001 bei der GW Vomp zu

arbeiten“, erzählt die sympathische Frau. Durch ihre Tätigkeit

im Gastgewerbe war Hildegund es gar nicht gewohnt, Freizeit

Hildegund – ein Familienmensch

Mit ihrem Zwillingsbruder Hilbert ist Hildegund in besonderer

Weise verbunden. Die Namen, welche der Vater der beiden

bestimmt hat, stammen nämlich aus dem Nibelungenlied.

„Unsere Mutter konnte sich die Namen kaum merken und

musste sich sozusagen einen Schwindelzettel schreiben,

wenn die Leute danach fragten“, erklärt Hildegund lachend.

Die 55-Jährige ist überhaupt ein Familienmensch, hat intensiven

Kontakt zu ihrer Familie in Osttirol und kümmert sich rührend

um ihre Mutter, mit der sie regelmäßig am Wochenende shoppen

geht. Hildegund ist mittlerweile auch schon Oma und

hat vier Enkelkinder im Alter von 1,5 bis 13 Jahren. „Ich sehe die

Kinder leider nicht so oft wie ich möchte, weil die Pflege meiner

Mutter sehr viel Zeit in Anspruch nimmt, aber wir treffen uns

schon regelmäßig“, erklärt Hildegund. Sie ist eigentlich ständig

beschäftigt und am ehesten kann sie beim Stricken abschalten,

denn das tut sie für ihr Leben gern. Auch das Lesen ist eine

Leidenschaft von Hildegund.

Die Allrounderin der GW Tirol

Bei ihrer Tätigkeit in der GW Tirol ist Hildegund vielseitig einsetzbar,

hauptsächlich ist sie aber in der Mühlenmontage tätig.

Dort ist sie für das Einmahlen der Getreidemühlen (getestet auf

Funktion mit Weizen oder Mais) und für deren Komplettierung

zuständig.

Seit August arbeitet Hildegund in Altersteilzeit, in ca. zwei

Jahren darf sie ihren wohlverdienten Ruhestand antreten. „Dann

kann ich mich ausgiebig um meine Enkelkinder kümmern und

darauf freue ich mich schon sehr“, wirft Hildegund Wallner

abschließend einen Blick in die Zukunft.

Hildegund mit ihrer Freundin auf der Rothenburg

Hildegund mit ihrer Tochter und den Enkerln

18 Mensch & Leben

Mensch & Leben 19


und man hat mich hier aufgrund meiner Erfahrung auf dem

Metallsektor eingestellt“, freut sich Walter Praxmarer. Er ist

außerdem auch gelernter landwirtschaftlicher Facharbeiter

und kann daher mit landwirtschaftlichen Gerätschaften bestens

umgehen.

Walter bei seinem Lieblingshobby

Walter Praxmarer – ein Multitalent

Wer glaubt, Walter kenne sich nur mit dem Schweißroboter aus,

der irrt sich gewaltig, denn dieser Mann hat viele Talente. Eines

davon ist der Anbau von Spargel. In diesem Zusammenhang hat

er sozusagen Pionierarbeit geleistet, denn Dank seines Engagements

wächst nun Spargel im Tiroler Oberland: „Ich habe mich

intensiv mit der Thematik beschäftigt, viel rund um das Thema

gelesen und mir das Wissen darüber sozusagen selbst angeeignet.

Man braucht Geduld und ein Verständnis für die Natur, um

als Spargelzüchter erfolgreich zu sein. Heute ist es so, dass mein

Spargel rundum begehrt ist, und es die Leute kaum erwarten

können, bis es soweit ist“, erklärt Walter Praxmarer im Gespräch

mit WERKSTÜCK. „Ich bin leidenschaftlicher Hobbylandwirt,

aber ich will mehr ‚schaffen‘ als ‚leiden‘“, erklärt der Hobbybauer

mit einem Augenzwinkern.

Walter

Ein Mann mit vielen Talenten

In der GW Tirol am Standort Imst gibt es einen

Mann, der sich nicht nur mit dem Schweißen auskennt,

sondern auch sonst Einiges zu bieten hat.

Walter Praxmarer ist Landwirt, Jäger, Hobbyphilosoph

und Grillmeister in Personalunion. Dieser Mann

weiß Interessantes zu erzählen, und das wissen auch

die Kolleginnen und Kollegen zu schätzen.

Seit dem Jahr 2011 ist Walter Praxmarer in der GW Tirol beschäftigt

und hat sich in dieser Zeit zum absoluten Experten in

Sachen Schweißerei bzw. Schweißroboter entwickelt. In seinem

früheren Berufsleben war Walter als Betriebsschlosser tätig

und auf die GW Tirol ist er über eine Zeitungsannonce aufmerksam

geworden. „Ich habe mir gedacht, dass das was für mich

wäre und hab mich hier klassisch mit schriftlicher Bewerbung

vorgestellt. Das Einstellungsgespräch ist sehr positiv verlaufen

Walter beim Zubereiten seiner Leckereien

Walters Spargelfeld im Tiroler Oberland

Walter Praxmarer mit Georg Hechenblaickner bei der

Grillfeier in Imst

Lord of the grill

Der Hobbylandwirt ist ebenso ein Freund der guten Küche und

hat vor allem eine Leidenschaft – das Grillen. Die jährliche und

mittlerweile schon legendäre Grillfeier im Imster Werk liegt in

den organisatorischen Händen von Walter Praxmarer. Wenn

er die Grillfeier organisiert, ist sie sozusagen ein Publikumsmagnet:

„Die Grillfeier ist schon ein jährliches Highlight und wir

freuen uns immer sehr darauf. Es braucht natürlich die richtigen

Voraussetzungen, um ein gute Grillfeier zu organisieren und da

gebe ich mir jedes Jahr besondere Mühe, um die Gäste zufriedenzustellen.

Natürlich stehe ich dann auch selbst am Griller,

damit alles glatt läuft“, plaudert Walter aus dem Nähkästchen.

Motor an, Kopf frei

Wenn Zeit ist, schwingt sich Walter mit Freude auf sein

Motorrad und genießt die Freiheit auf zwei Rädern. Längere

Motorradtouren sind für ihn kein Neuland, denn Walter ist es

gewohnt, lange im Sattel zu sitzen. „Ich habe bereits zahlreiche

Touren durch Mitteleuropa, Spanien, Kroatien und bis hinauf

an die Nordsee gemacht. Es ist für mich einfach das ultimative

Gefühl von Freiheit, wenn mir der Wind um die Nase weht, und

ich ab und zu mal ein bisschen mehr Gas geben kann“, lässt

Walter Praxmarer wissen. Gehetzt wird bei seinen Touren aber

nicht, denn Walter ist ein verantwortungsvoller Motorradfahrer:

„Ich fahre jenes Tempo, das für mich gut ist und lasse mich nicht

hetzen. Ich will die Zeit auf dem Motorrad ja genießen und bin

nicht auf der Flucht“, lacht der Easy Rider. Ob auf dem Bike oder

im Betrieb – Walter Praxmarer ist jedenfalls ein fixer Bestandteil

der GW Tirol Standort Imst und seine Kolleginnen und Kollegen

könnten es sich ohne ihn auf keinen Fall mehr vorstellen.

20 Mensch & Leben

Mensch & Leben 21


grillfeier 2016

Am 15. Juli war es wieder soweit. Die Belegschaft der GW TIrol

Standort Vomp machte sich auf zur Grillfeier ins Imster Werk.

Die Kolleginnen und Kollegen hatten sich wieder mächtig ins

Zeug gelegt und eine tolle Feier organisiert. Walter Praxmarer

sorgte mit seinen Köstlichkeiten vom Grill für das leibliche Wohl

und auch für Getränke sowie Kaffee und Kuchen war bestens

gesorgt. Auch die dichten Wolken und die niedrigen Temperaturen

konnten der guten Stimmung keinen Abbruch tun.

Natürlich gab es wieder eine ausgiebige Betriebsbesichtigung

für alle neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die den Standort

Imst noch nicht kannten. Es war wie immer ein toller Tag mit

bester Stimmung, der leider viel zu schnell endete.

Fussball verbindet

Die TIWAG, langjähriger Sponsorpartner des FC Wacker Innsbruck,

lud die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der GW Tirol am

5. August zum Tiroler Derby der Ersten Liga Wacker Innsbruck

– WSG Wattens ein. Zahlreiche Fans aus der GW Tirol sind dieser

Einladung gerne gefolgt. Nach einer interessanten Stadionführung

wurde zum gemütlichen Abendessen mit zahlreichen

Stars und Legenden der heimischen Fußballwelt wie z.B. Kurt

Jara und Roland Kirchler geladen. Anschließend ging es auf die

VIP-Tribüne, um das spannende Spiel zu verfolgen.

Gemeinsam mit den Vorstandsmitgliedern und Spielpaten Erich

Entstrasser und Johann Herdina, durften die fußballbegeisterten

Mitarbeiter der GW Tirol den Ehrenanstoß direkt vom Rasen

aus hautnah miterleben. Rene Eckhart, selbst begeisterter

Behindertensportler, durfte den Ehrenanstoß durchführen.

Ehrenanstoß v.l.n.re. TIWAG Vorstandsvorsitzender Erich Entstrasser,

Josef Wallner, Rene Ulrich, Rene Eckhart, TIWAG Vorstandsdirektor

Johann Herdina Wacker Präsident Josef Gunsch

Eine spannende Partie ließ das Fußballherz der rund 9.000 Besucher

höher schlagen. Bereits in der 6. Minute brachte Christian

Gebauer den WSG Wattens mit 1:0 in Führung. Sebastian Siller

vom FC Wacker konnte in der 26. Minute zwar den Ausgleich

erzielen, der Gastgeber musste sich am Ende jedoch durch den

Siegtreffer von Milan Jurdik in der 61. Minute mit einer 1:2 Niederlage

geschlagen geben.

v.l.n.re. Patrick Offenhuber, Kurt Jara, Christian Kapeller

Geschäftsführer Klaus Mair und die MitarbeiterInnen

der GW Tirol möchten sich bei Herrn Erich Entstrasser,

TIWAG Vorstandsvorsitzender, und bei Herrn Johann Herdina,

TIWAG Vorstandsdirektor, nochmals herzlich bedanken. Es war

ein fantastisches Erlebnis und ein unvergesslicher Abend.

v.l.n.re. Roland Kirchler und Josef Wallner

22 WIR

WIR 23


Hans und seine Lebensgefährtin haben zwei Töchter und vier

Enkelkinder, mit denen Hans sehr viel Zeit verbringt und die er

über alles liebt.

In seiner Freizeit macht er es sich am Liebsten in seiner Gartenlaube

gemütlich, wo er bei einem guten Glas Wein gerne die

Abende verbringt und den Tag Revue passieren lässt.

Seit Hans Rentner ist, trainiert er fünfmal wöchentlich im

Fitness-Studio. Es wurde ein eigens auf seine Bedürfnisse und

Möglichkeiten abgestimmtes Programm zusammengestellt.

„Es macht mir richtig Spaß, ins Fitness-Studio zu gehen und

Leuten zu begegnen, egal ob jung oder alt. Es ist sehr wichtig

für mich, Menschen um mich zu haben. Natürlich treffe ich

mich auch manchmal mit meinen ehemaligen Kolleginnen und

Kollegen der GW Tirol. Mit einigen von ihnen habe ich auch eine

WhatsApp-Gruppe, da geht es manchmal ziemlich lustig zu. So

wird mir nie langweilig“, meint Hans, der seinen wohlverdienten

Ruhestand sichtlich genießt.

Hans hat stets gute Laune

Eine Legende setzt sich zur Ruhe

Johann Osl, der dienstälteste Mitarbeiter der GW

Tirol und sozusagen Mann der ersten Stunde, tritt

seinen wohlverdienten Ruhestand an.


Lieber Hans, danke für die vielen tollen

Stunden mit dir! Alles Gute und viel Glück

wünschen dir deine Kolleginnen und

Kollegen der GW Tirol.„

Hans, wie ihn seine Kollegen liebevoll nennen, war seit 02.03.1980

beim ehemaligen Gründer der Geschützten Werkstätte Tirol,

dem Unternehmer Alfred Sauerwein, beschäftigt, bevor er

mit 01.11.1980 in die GW Tirol wechselte. In den Anfängen war

Hans für das Ausschneiden der Souvenirartikel und -figuren

zuständig, später hat er dann Lampen für ein renommiertes heimisches

Leuchtenwerk zusammengebaut und montiert. Diese

Arbeit hat Hans so viel Spaß gemacht, dass er bis zu seiner Pensionierung

am 31.3.2016 in dieser Abteilung geblieben ist. Viele

Jahre lang war er der „Großmeister“ der Kabelkonfektionierung.

Der Schicksalsschläge nicht genug, hatte Hans mit einunzwanzig

Jahren einen tragischen Unfall. Bei der Feldarbeit hat sich

sein Traktor überschlagen, und Hans hatte so schwere Verletzungen

davongetragen, dass er seit diesem Tag sein Leben im

Rollstuhl verbringen muss. Es begann ein langer und harter

Kampf zurück ins Leben. Nach unzähligen Wochen im Krankenhaus

ging es für einige Monate auf Reha nach Tobelbad bei Graz.

Seine Lebensgefährtin, die er zwei Jahre zuvor kennengelernt

hatte, unterstützte ihn und wich ihm in dieser schweren Zeit

nicht von der Seite.

Hans bei seiner Abschiedsfeier mit seinem Vorgesetzten

Michael Sumper

Johann Osl, auch bekannt als „Schotten Hansi“ wurde am

26. Februar 1950 geboren. Seine Eltern besaßen einen Bauernhof

am Angerberg.

Als Hans zehn Jahre alt war, ist sein Vater tödlich verunglückt.

Fortan war er der Mann im Haus und als er mit 18 Jahren auch

noch seine Mutter verlor, musste Hans als Ältester von drei

Geschwistern den Hof übernehmen.

Nach der Genesungszeit hat Hans den Bauernhof verpachtet

und für sich und seine Familie ein rollstuhlgerechtes Haus

gebaut. Durch die Arbeit in der GW Tirol hat Hans den Sinn des

Lebens wieder entdeckt. Seine Fröhlichkeit kam zurück und er

strotzte vor Kraft und Energie. Durch seine positive und gewinnende

Art fand er unter seinen Kolleginnen und Kollegen viele

Freunde fürs Leben.

24 Mensch & Leben

Mensch & Leben 25


Wie funktioniert der Alltag und was sind die

größten Herausforderungen?

Es gibt viele Barrieren – die größte von allen ist wohl die Kommunikationsbarriere.

Seien es Arztbesuche, Einkäufe oder

Zugfahrten – die Verständigung erweist sich oftmals als äußerst

schwierig. Für Behördengänge oder ähnliche Sachen gibt es zum

Glück GebärdensprachdolmetscherInnen. Ohne diese Personen

wäre ein Zugang zur Gesellschaft wohl kaum möglich.

Manchmal dolmetscht auch meine älteste Tochter für mich.

Meine drei Kinder haben keine Hörschädigung. Gehörlosigkeit

kann vererblich sein, muss es aber nicht.

Das Miteinander

macht den Erfolg

In Österreich leben etwa 10.000 Gehörlose, 450.000

sind von einer Hörbehinderung betroffen.

Gehörlose möchten als vollwertige Menschen

angenommen werden und wünschen sich mehr

Akzeptanz, jedoch ist der Alltag geprägt von Hindernissen

und Herausforderungen, die nicht immer leicht zu

meistern sind.

Während die Kommunikation unter gebärdenden Gehörlosen

kein Problem darstellt, ist die Unterhaltung mit Hörenden in

der Regel anstrengend und kann für beide Seiten verunsichernd

sein. Oftmals kapseln sich die Gehörlosen dadurch ab – ganz

unwillkürlich entsteht eine Gruppenbildung. Um diesen Problemen

entgegenzuwirken und eine Symbiose zwischen Hörenden

und Gehörlosen zu schaffen, hat man sich dazu entschlossen,

für interessierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – besonders

für jene, die eng mit Gehörlosen zusammenarbeiten – einen

Anfängerkurs für Gebärdensprache anzubieten.

Insgesamt sind in der Geschützten Werkstätte Tirol dreizehn

Gehörlose Menschen beschäftigt, davon fünf weibliche und

acht männliche, dies entspricht rund fünf Prozent des gesamten

Mitarbeiterstandes. Eine respektvolle und adäquate Kommunikation

zwischen hörenden und gehörlosen MitarbeiterInnen im

Arbeitsalltag erleichtert die Zusammenarbeit und fördert das

Arbeitsklima.

Bei der Gebärdensprache handelt es sich um ein ausgeklügeltes

System aus Zeichen und Gesichtsausdrücken. Mariya Menner,

selbst seit Geburt an taub und Mutter von drei hörenden

Kindern, unterrichtet seit 2011 Gebärdensprache an der Volkshochschule.

Mariyas Mann, Markus, arbeitet seit 2013 in der GW

Tirol Standort Vomp. Markus ist Tischler und sehr zufrieden mit

seinem Arbeitsplatz in der GW Tirol. Demzufolge war Mariya

von dem Angebot, einen Gebärdensprachkurs direkt vor Ort in

der Geschützten Werkstätte abzuhalten, sofort begeistert.

Dieser Kurs wurde von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern

so gut angenommen, dass für das Frühjahr 2017 ein weiterer

Block geplant ist. Zwei MitarbeiterInnen haben sich sogar für

den Fortgeschrittenenkurs angemeldet.

Mariya schenkt uns einen Einblick in ihre zwar stumme, trotzdem

aber bunte und lebensfrohe Welt.

Du bist Gebärdensprachlehrerin. Warum

sollte jeder einen solchen Kurs machen?

Das ist schnell erklärt: Um die Kommunikation zu vereinfachen.

Viele Menschen glauben, wir können von den Lippen ablesen,

aber leider funktioniert das nur zum Teil. Worte, wie z.B. Mutter

und Butter, kann man nicht unterscheiden, was leider häufig zu

Missverständnissen führt.

Ich hatte großes Glück, denn leider haben nur wenige Menschen

ohne Gehör Chancen, sich zu bilden oder gar zu studieren.

Aufgrund der sprachlichen Barriere gibt es kaum Ausbildungsmöglichkeiten.

Hier besteht wirklich Handlungsbedarf.

Was hat dich dazu bewogen, Kurse zu geben?

Da ich seit Geburt an gehörlos bin, ist die Österreichische Gebärdensprache

– ÖGS – meine Muttersprache. Diese möchte ich

gerne möglichst vielen Menschen weiter vermitteln. Das Unterrichten

an der Volkshochschule macht mir riesengroßen Spaß.

Es ist nicht ganz einfach, Gebärdensprache zu lernen. Um alles

exakt zu beherrschen, benötigt man etwa drei Jahre.

Was bedeutet Entwicklung und Modernisierung

für Gehörlose?

Soziale Netzwerke wie Internet, Facebook, WhatsApp usw. sind

für uns Gehörlose nicht mehr wegzudenken. Doch Entwicklung

und Innovation bringen nicht nur Dynamik, sondern auch Gefahren

mit sich. Nicht alle Neuerungen sind ideal für Gehörlose.

Ich denke da z.B. an Elektroautos – einerseits freut man sich über

geräuscharme und umweltschonende Fahrzeuge, andererseits

waren PKWs für Menschen mit geringen bis mittelgradigen

Hörschädigungen noch wahrzunehmen, doch Elektroautos

sind auch für diese Personen keinesfalls hörbar und somit eine

versteckte Gefahr.

Was wünschst du dir für die Zukunft?

Es hat sich in den letzten Jahren erstaunlich viel getan, doch

leider stellen Gehörlose immer noch eine Minderheit dar. Mein

Wunsch für die Zukunft ist Akzeptanz, Toleranz und Respekt,

denn nur das Miteinander macht den Erfolg.

v.l.n.re. Melanie Leitner, Mariya Menner

v.l.n.re. Christa Bischofer, Hildegund Wallner, Rosi Kupfner

Rene Ulrich

26 WIR

WIR 27


GW Tirol im Überblick

Entwicklung

Mitarbeiterstatistik

2012 bis heute

300

Aktueller Stand 2016

250

200

150

100

Näherei, 34

Tischlerei, 68

50

0

264

MitarbeiterInnen

Mühlenmontage, 14

Palettenfertigung, 22

Instandhaltungsschlosserei, 6

Reinigung, 5

Elektromontage, 21

Logistik-Lager-Fuhrpark, 8

Schulung, Einfachtätigkeiten, 17

Imst, 56

Verwaltung, 13

2012 2013 2014 2015 2016

MA-Anzahl gesamt 232 234 245 259 264

davon männlich 178 180 190 177 177

davon weiblich 54 54 55 82 87

davon mit Handicap 198 204 213 219 222

davon ohne Handicap 34 30 32 40 42

Entwicklung

Abteilungsstatistik

2012 bis heute

16%

ohne Handicap

33%

Abteilung 2012 2013 2014 2015 2016

Näherei / / / 28 34

Tischlerei 77 72 74 72 68

Mühlenmontage 28 28 35 39 14

Palettenfertigung 22 23 24 24 22

Instandhaltungsschlosserei 11 11 10 9 6

Reinigung 6 6 5 5 5

84%

mit Handicap

67%

Elektromontage / / / / 21

Logistik-Lager-Fuhrpark 4 4 4 5 8

Schulung, Einfachtätigkeiten 17 19 20 5 17

Imst 50 55 57 57 56

Verwaltung 17 16 16 15 13

ArbeitnehmerInnen Total 232 234 245 245 264

28 WIR

WIR 29


gW tirol startet

Lehrlingsoffensive

Die Geschützte Werkstätte Tirol schafft im

Rahmen der Integrativen Betriebe Beschäftigung

(IBB) marktgerechte Arbeitsplätze für

Menschen mit Handicap. Das Modul Beschäftigung

bietet so die Grundlage für eine sinnstiftende

und qualifizierte Arbeitsmöglichkeit.

Ich werde

Betriebslogistikkaufmann

Ich werde

Bürokaufmann

Ich werde

Tischler

Ich werde

Tischlerin

Ich werde

EDV-Techniker

Durch eine umfassende Umstrukturierung durch das Sozialministerium

wurde ein Lehrwerkstättenkonzept in die

bestehenden Geschäftsfelder integriert. Im Modul Integrative

Betriebe Lehrausbildung (IBL) werden Jugendliche mit Lern- und

Leistungsdefiziten nach dem Modell der integrativen und regulären

Berufsausbildung ausgebildet und erwerben dabei einen

Lehrabschluss.

Durch fachgerechte Schulungen, Sicherheitsunterweisungen

durch die AUVA und Erste-Hilfe-Kurse, sind die Lehrlinge der GW

Tirol bestens gerüstet für das sichere Arbeiten und Verhalten im

Betrieb. Sowohl die fachliche Ausbildung als auch die pädagogische

Unterstützung zur Bewältigung der Berufsschule sind

wichtige Bausteine für einen erfolgreichen Lehrabschluss. Ziel

ist es – neben entsprechend fachlicher Kompetenz – auch Leistungssteigerung,

Vertrauensbildung und soziale Kompetenz

mit auf den Weg in den ersten Arbeitsmarkt zu geben.

Folgende Lehrberufe werden in der GW Tirol angeboten:

• Betriebslogistik (Werk Vomp und Imst)

• Tischlerei/Tischlereitechnik (Werk Vomp)

• Bürokaufmann/frau (Werk Vomp)

• Informationstechnologie – Technik (Werk Vomp)

• Metallbearbeitung (Werk Imst)

• Lagerlogistik (Werk Vomp und Imst)

• Technischer Zeichner (Werk Imst)

Zielgruppe:

• AbsolventInnen der Pflichtschule (Hauptschule, Neue

Mittelschule, Polytechn. Schule, Sonderpädagog. Zentrum)

• UmsteigerInnen von berufsbildenden mittleren und höheren

Schulen

Das Ausbildungsprogramm ist ausschließlich für Jugendliche

mit Einschätzung über das Sozialministeriumservice (GdB von

mind. 30vH) möglich und für Mädchen und Burschen gleichermaßen

geeignet. Die Entscheidung ob eine reguläre oder eine

verlängerte Lehre erforderlich ist, obliegt der Geschützten Werkstätte

Integrative Betriebe Tirol GmbH.

v.l.n.re. Michael Mitterbacher, Betriebslogistikkaufmann,

Jeral Lampel, Bürokaufmann, Marcel Kogler, Tischler,

Marcel Figl, EDV-Techniker, im Vordergrund: Patricia Stöckl,

Tischlerin, Lehrling im 2. Lehrjahr, zeigt den Neuen wo es

langgeht.

Marc Haller hat in diesem Jahr die Lehre als Betriebslogistikkaufmann

erfolgreich abgeschlossen.

Die GW Tirol gratuliert zu diesem tollen Erfolg.

Ich werde

techn. Zeichner

Ich werde

Betriebslogistikkaufmann

v.l.n.re. Johannes Senn, technischer Zeichner und Lukas

Strigl, Betriebslogistikkaufmann

v.l.n.re. Stefan Diskus, Lehrling Tischlerei, Harald Steinbacher, Leiter GW

Tirol Akademie, Stephanie Mühlegger, Fachbegleitung Jugendliche

Karriere Open air

Die Geschützte Werkstätte Tirol nahm am

ersten Karriere Open Air am 25. Juni in Schwaz

teil. Insgesamt 57 Betriebe präsentierten ihr

Bildungsangebot und gaben den Interessierten

wertvolle Tipps.

Das Karriere Open Air, die tirolweit größte regionale Berufsmesse

unter freiem Himmel, bietet jungen Arbeitssuchenden sowie

Weiterbildungsinteressierten die Chance, sich über die vielfältigen

Möglichkeiten und Ausbildungsprogramme zu informieren.

Bei strahlend blauem Himmel durften sich die Besucher am

Stand der Geschützten Werkstätte Tirol handwerklich versuchen

und ihr eigenes Werkstück aus Holz oder Metall herstellen.

Ein buntes Rahmenprogramm rund um die Veranstaltung, wie z.B.

eine Schmankerlstraße mit köstlichen Spezialitäten der Schwazer

Altstadtbetriebe, sowie zahlreiche Unterhaltungsmöglichkeiten

für die Kleinen, lockten unzählige Gäste in die Innenstadt.

In einer interessanten Podiumsdiskussion hat Harald Steinbacher,

Leiter der GW Tirol Akademie, die verschiedenen Aspekte

aufgezeigt und einen Einblick in die Betriebsstrukturen und Ausbildungsmöglichkeiten

in der GW Tirol geschaffen.

Die GW Tirol bietet eine zukunftsorientierte Berufsausbildung

für Jugendliche mit Handicap zwischen 15 und 24 Jahren an. Um

auf besondere Bedürfnisse Rücksicht zu nehmen gibt es, zusätzlich

zur regulären Lehre, die Möglichkeit einer verlängerten Lehre.

Beim Holzartenrätsel konnte man tolle Preise gewinnen

Geschäftsführer Klaus Mair hat alles richtig erraten

Stefan Diskus steht bei der Produktion des

Werkstücks mit praktischen Tipps zur Seite

30 WIR

WIR 31


Weindekanter

Präzision trifft design

Seit mehr als fünfzehn Jahren fertigt die GW Tirol

hochwertige Holzspiele für die Firma Ulbrich

Spieledesign. Edle Hölzer und ein formvollendetes

Design stehen für die hochwertigen Produkte

der deutschen Firma mit Sitz in Weisendorf.

Gestell: anthrazit-grau / Pulverbeschichtung

klein EUR 690,–

groß EUR 790,–

inkl. 10% MwSt.

Weitere Informationen

erhalten Sie unter

petra.burgstaller@gwtirol.at

In 2 Grössen erhältlich:

Weindekanter klein für 1,5 l – 6 l Magnum flaschen

Maße: (BxHxT) 420 x 320 x 180 mm, Gewicht 9 kg

Weindekanter groß für 3,0 l – 18 l Magnum flaschen

Maße: (BxHxT) 550 x 440 x 250 mm, Gewicht 18 kg

Corinna und Gottfried Ulbrich waren auf der Suche nach einem

Partner für die aufwändigen Fertigungsprozesse, um sich

stärker der Planung und der Projektarbeit widmen zu können.

Da die Firma Ulbrich Spieledesign immer schon Menschen mit

Handicap beschäftigt hatte, und somit der soziale Gedanke

perfekt in die Unternehmensphilosophie passte, hat man sich

entschlossen, die Furnierschleifarbeiten an die GW Tirol zu

übergeben – eine Entscheidung, die zu einer langjährigen und

verlässlichen Partnerschaft führte.

IM eInklang MIt Der natur

Der natürliche Werkstoff Holz ist in seiner unendlichen Vielfalt

eine der schönsten Materialien und bietet einen unerschöpflichen

Reichtum an Farben, Strukturen und Bildern.

Backgammon

Schenken mit

sozialem Hintergrund

Das auge sPIelt MIt

In hoher Handwerkskunst werden Spieleklassiker wie

Schach, Backgammon, Mühle, Dame uvm. in aufwändiger

Intarsienarbeit hergestellt. Handverlesene Furniere werden

zusammengefügt und lassen einmalige Spieleplatten entstehen.

Durch die authentische Verarbeitung des Holzes bekommt

jedes Spiel seinen eigenen Charakter.

Maschinenraum

Ein Sprichwort sagt „Jedes Alter ist Spielealter.“

Diese Devise machte sich die Geschützte Werkstätte

Tirol zunutze und entwickelte 2005 den

Spieletisch – komplett auf die Bedürfnisse von

Senioren abgestimmt, mit dem Ziel, die Kommunikation

zu fördern.

zu hause unD unterWegs

Einzigartig sind die handgearbeiteten Spielesammlungen

für zu Hause und für die Reise. Durch die Kombination verschiedener

Spiele entstehen kleine Schmuckstücke mit vielen

Spielmöglichkeiten. Die Spielesammlungen und Reiseschachs

sind – exklusiv nur bei Ulbrich Spieledesign – magnetisch und

somit ideal für unterwegs.

Da der Sozial- und Pflegebereich nach wie vor von Sparmaßnahmen

geprägt ist, bietet die GW Tirol die besondere Möglichkeit,

den Tisch einem Senioren- oder Pflegeheim nach Wahl zu sponsern.

Mag. Rainer Köllensperger, Geschäftsführer der Firma

Köllensperger Stahlhandel GmbH & Co KG, zeigt sich von dieser

Idee begeistert und hat sich dazu entschlossen, einen Spieletisch

an das Haus für Senioren der Gemeinde Absam zu spenden.

Das Haus für Senioren mit Heimleitung Arnold Kreil sowie die

Geschützte Werkstätte Tirol bedanken sich herzlich bei Herrn

Mag. Köllensperger und seinem Team für die großzügige Spende.

„Die Zusammenarbeit mit der GW Tirol empfinden wir als

sehr angenehm. Die Unterstützung unserer Spieleproduktion

entlastet uns und wir können dadurch unseren Kunden

eine durchgehende Liefersicherheit gewähren. Das schafft

zufriedene Kunden auf der einen Seite und Raum für uns zur

Weiterentwicklung unserer hochwertigen Spiele.“

(Ulbrich Spieledesign)

Die Spiele können über die GW Tirol bestellt werden.

Infos erhalten Sie unter petra.burgstaller@gwtirol.at

Georg Stadler

Werkstatt 33


Happy Birthday

Wir gratulieren!

Gratulation zum 50er

Maria Brugger

Sabine Kirschner

Hochzeiten

Helmut Kazelor & Marina Drobnjak

Theresa Hummel & Mario Lochner

Gratulation zum 60er

Klaus Lanschützer

Bruno Lindner

Margot Jäger

Gerhard Entfellner

Wolfgang Hahn

Kurt Mitterwallner

Van Lanh Nguyen

Rosli Mohamed

Gerda Kirchmair

ab jetzt PEFC-zertifiziert

PEFC ist die weltweit führende Institution zur Förderung, Sicherstellung

und Vermarktung nachhaltiger Waldbewirtschaftung

durch ein unabhängiges Zertifizierungssystem. Holz und

Holzprodukte mit dem PEFC-Siegel stammen nachweislich aus

ökologisch, ökonomisch und sozial nachhaltiger Forstwirtschaft.

Die Erstzertifizierung am Standort Vomp durch die Quality

Austria erfolgte im Juli 2016. Dies ist neben der EN1090 (Norm

für tragende Bauwerke aus Stahl und Aluminium) am Standort

in Imst ein weiteres fachspezifisches Zertifikat, das die Position

der GW Tirol am Markt stärken soll.

Pefc – Programme for the endorsement of forest certification

• dient zur Erhaltung und Verbesserung

der Waldressourcen

• unterstützt eine naturnahe

Waldbewirtschaftung

• kontrolliert die Erhaltung der

Schutzfunktion der Wälder

gegen Naturkatastrophen

Herbert Gruber

Gratulation zum 55er

Christine Bischofer

Johann Ennemoser

Thomas Hairer

Martin Ehart

Karl Obermoser

Robert Plattner

Ingrid Kröll

Erich Oberladstätter

Reinhard Schweinberger

Thomas Ötzbrugger

Halil Koc

Leo Wirtenberger

Dietmar Stocker

Elisabeth Zangl

Monika Lechner

Gratulation zum 40er

Bernhard Eiter

Stefan Tipotsch

Christian Kapeller

Gerhard Rafelsberger

Geburten

Deniz Umut Kaya

Bearbeitungsservice

Böden

Furniere

Holzbau

Platten

H O L Z I S T U N S E R E W E L T

Schnittholz/Wertholz

Sperrholz

Terrassenholz

Türen

Hildegund Wallner

Johann Hochreiter

Barbara Rettig

Robert Gabler

Johann Tipotsch

Simon Werlberger

Franz Raggl

Durdane Borucu

Hanife Aksoy

Emrah Islak

Mihail Kasapoglu

Maria Jost

Jubiläum

Michaela Haas,

35-jähriges Jubiläum

Gabriele Auderer,

25-jähriges Jubiläum

J. u. A. Frischeis

Amerling 119, 6233 Kramsach

Theresia Koller

Michael Wysocki

T: +43 5337 637 33-0

34

www.frischeis.at

WIR

WIR 35


Wahlkabine Wahlurne Wahlkabine

Variante Holz

- Rahmenteile Kiefernholz

massiv

- Platten: Hartfaserplatte

- Vorhangstange abnehmbar

- inklusive Vorhang

- 2 Versteifungsventile sorgen für

Stabilität

- Filzgleiter vermeiden Kratzer

und Beschädiungen am Boden

- äußerst platzsparende

Auuewahrung

in 3 Größen erhältlich

- Material: Buche

- mit Naturöl geölt

- Einwurfschlitz 250x12 mm

- versperrbar, inklusive Schloss

und 2 Schlüssel

- integrierte Griffmulden

- höhenverstellbare Füße

Variante Metall

- Stahl pulverbeschichtet

Weißaluminium

- inklusive Vorhang

- eingeklappt zum Dreieck dient die

Wahlkabine als Magnetwand

- ca. 50 kg Eigengewicht

- stabile Ausführung

- Schreibfläche aus Edelstahl

- äußerst platzsparende

Auuewahrung

- einfacher und schneller Auuau

ohne Werkzeug

trink dich fit!

Wasser ist nicht nur unser wichtigstes

Grundnahrungsmittel, sondern auch

der gesündeste Durstlöscher überhaupt.

„Trink dich fit!“ – die Aktion für gesundes

Trinken der AUVA und der Geschützten Werkstätte

Integrative Betriebe Tirol GmbH.

Vor allem im stressigen Arbeitsalltag fällt es nicht immer leicht,

ausreichend und regelmäßig zu trinken. Dabei sollte Wasser

den gesüßten Durstlöschern wie Limonaden, Energydrinks usw.

vorgezogen werden. Wasser erhöht die Aufmerksamkeit und

sorgt für Gesundheit und Wohlbefinden. Außerdem unterstützt

es den Körper in vielerlei Hinsicht. Zu wenig Wasser wiederum

führt zu Müdigkeit und Leistungsabfall. Das Unfallrisiko wird

erhöht.

Gemeinsam mit dem Arbeitsinspektorat wurde eine geeignete

Trinkflasche gefunden, welche sicherstellt, dass die MitarbeiterInnen

nicht mit Schadstoffen wie z.B. Holz- oder Metallstaub

kontaminiert werden.

Tanja Hemgesberg freut sich über ihre neue Flasche.

Im Bild mit Georg Hechenblaickner (Leitung Marketing, SFK)

Mit Unterstützung der AUVA hat die gesamte Belegschaft

kostenlos Nalgene® Trinkflaschen erhalten. Auf diesem Weg

noch einmal herzlichen Dank für die Kostenbeteiligung.

Zudem wurden in allen Produktionsbereichen Wasserspender

installiert, um sicherzustellen, dass die Mitarbeiterinnen und

Mitarbeiter auf kurzem Wege zu gesundem Trinken animiert

werden.

Qualitätsprodukte mit sozialem Hintergrund

Werkstatt Werkstatt 37


gemeinsam sind wir stark

Vom 6. – 7. Oktober fand in Klagenfurt

die Kommunalmesse 2016, die

größte Fachmesse für Gemeinden,

statt. Erstmals präsentierten alle acht

Integrativen Betriebe gemeinsam das breite

Produkt­ und Dienstleistungsportfolio der Integrativen

Betriebe Österreich.

Im Wandel der Zeit

Doktor Wolfgang Reiter, praktischer Arzt in

Vomp, ist Betriebsarzt in der Geschützten

Werkstätte Tirol. Dr. Reiter nimmt seine

Aufgabe als Arbeitsmediziner sehr ernst und

begleitet die Strukturen der GW Tirol bereits seit 36

Jahren.

Dr. Reiter ist einmal wöchentlich im Unternehmen anzutreffen.

Einmal im Monat macht er sich auf den Weg nach Imst und

kümmert sich vor Ort um die Belange und Sorgen der Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter. Das Aufgabengebiet ist umfassend

– von Erstuntersuchungen und Einstandsgesprächen mit

neuen ArbeitnehmerInnen, bis hin zu Impfungen, wie z.B. gegen

Grippe, Zecken und Tetanus sowie Arbeitsplatzbesichtigungen.

DIe VeränDerungen aus sIcht Des arBeItsMeDIzIners

Es hat sich viel getan in den letzten Jahren. Das kontinuierliche

Wachstum der GW Tirol erfordert zeitgemäße Veränderungen

und Modernisierungen. Auf die Bedürfnisse und das Wohlergehen

der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wird dabei besonders

viel Wert gelegt.

In den neuen Hallen herrscht eine optimale natürliche Beleuchtung,

großzügig angeordnete Fenster sorgen für reichlich

Tageslicht. Auch die Arbeitsbereiche wurden im Laufe der Zeit

freundlich und komfortabel gestaltet, Klimaanlagen sorgen

für ein ideales Raumklima. Die zum Teil ergonomisch gestalteten

Arbeitsplätze und die höhenverstellbaren Tische beugen

Rückenschmerzen und Haltungsschäden vor.

„Die Abläufe und Strukturen haben sich im Wandel der Zeit

merklich verbessert. Gerade für Menschen mit Handicap ist es

wichtig, in einem Unternehmen zu arbeiten, das auf die behinderungsbedingten

Fähigkeiten jenes Einzelnen eingehen kann“,

so Dr. Wolfgang Reiter abschließend.

Seit über drei Jahrzehnten sind die Integrativen

Betriebe Österreich (IBÖ) kompetente Partner in den

unterschiedlichsten Branchen.

„Unter dem Motto ‚Gemeinsam sind wir stark‘ war es

uns ein Anliegen, die unglaublich große Vielfalt unserer

Unternehmungen darzustellen und dabei auch zu

vermitteln, dass es möglich ist, all dies mit unserem

sozialen Auftrag – der Beschäftigung von Menschen

mit Behinderung – zu vereinbaren“, zeigt sich Klaus

Mair, Geschäftsführer der Geschützten Werkstätte Tirol

von dem gemeinsamen Auftritt überzeugt.

Die umfassende Produkt- und Dienstleistungsvielfalt ist

nun auch gebündelt auf einer gemeinsamen Homepage

dargestellt. Rechtzeitig zum Start der Kommunalmesse

wurde die neue IBÖ-Homepage fertiggestellt. Wolfgang

Mayer, Leiter IT/EDV in der Geschützten Werkstätte

Tirol, hat die Website in Kooperation mit allen anderen

Integrativen Betrieben gestaltet.

Auf www.integrative-betriebe.at kann man sich

ausführlich über die Bandbreite der Erzeugnisse und

Leistungen der Integrativen Betriebe in ganz Österreich

informieren.

Ihr Partner für Industrie und Werkstattbedarf

Schweißtechnik & Autoersatzteile

Wolfgang Geiler www.eurotools.at - Tel. 05337 67075

Kemppi GmbH

www.kemppi.com

38 Werkstatt

Werkstatt 39


arbeiten in der gW tirol

Stimmen aus unserem team

Die Arbeit macht mir Spaß. Wir haben eine gute Mannschaft hier, die MitarbeiterInnen

sind alle in Ordnung. Jeder Mensch muss zufrieden sein, wenn er eine Arbeit hat, heutzutage

ist es schwierig eine zu finden. Ich bin froh, dass es eine solche Firma gibt.

Terezia Cine, Werk Imst

Ich arbeite erst seit Kurzem in der GW Tirol. Ich habe die elektrotechnische Schule

abgeschlossen. Die CNC-Technik interessiert mich sehr, daher habe ich diese Herausforderung

gerne angenommen. Es gefällt mir sehr gut in der GW Tirol. Meine Kolleginnen

und Kollegen sind sehr hilfsbereit und helfen mir, da ich mich in vielen Dingen noch

nicht so gut auskenne.

Mir gefällt es hier gut, ich gehe gern arbeiten, es ist für mich mein „zweites Haus“.

Ich mache alles gerne. Die Männer hier sind sehr hilfsbereit, packen mit an, vor allem

Thomas Ötzbrugger. Die gute Zusammenarbeit ist sehr wichtig, wir sind EIN TEAM!

Agcik Celik, Werk Imst

Alija Jasaroski, CNC

Ich bin nun schon seit achtzehn Jahren in der GW Tirol und daher ein absoluter Schleifprofi.

Diese Tätigkeit macht mir großen Spaß – vor allem kann ich die Arbeiten im Sitzen

verrichten. Mit dem Umbau habe ich einen hellen und sehr ansprechenden Arbeitsplatz

bekommen. Da geht alles gleich noch leichter von der Hand.

Maria Brugger, Bankraum Tischlerei

Beim Gebärdensprachkurs habe ich viele Sachen gelernt, die den Umgang mit den

gehörlosen Kolleginnen und Kollegen wesentlich erleichtern. Wenn ich die Lohnzettel

oder Mitarbeiterinformationen im Betrieb verteile, brauche ich nicht mehr

alles aufzuschreiben, sondern kann in Gebärdensprache kommunizieren. Es macht mir

riesengroßen Spaß und die Gehörlosen freuen sich sehr, dass ich mich jetzt mit ihnen

unterhalten kann – wir gehen nun viel offener aufeinander zu.

Melanie Leitner, Verwaltung

Ich war zwölf Jahre lang selbstständige Trafikantin: Ich habe das Geschäft von

meiner Mutter, die es wiederum von ihrer Mutter übernommen hat, geführt. Seit vier

Jahren bin ich jetzt schon in der GW Tirol. Ich arbeite gerne in der Elektromontage, die

Arbeit ist abwechslungsreich und macht mir Freude. Außerdem habe ich nun viel mehr

Freizeit, die mein Mann und ich sehr genießen. Wir machen sehr viele Ausflüge und

schauen uns viel von der Welt an.

Verena Linder, Elektromontage

Aufgrund meiner Behinderung hatte ich am Arbeitsmarkt keine Chance einen Job zu

bekommen. Durch eine sehr liebe Dame beim AMS habe ich die Stelle in der GW Tirol

bekommen, wo ich nun schon seit fast 10 Jahren arbeite. In der GW Tirol gefällt es mir

richtig gut, doch am besten finde ich, dass man hier so sein darf, wie man wirklich ist.

Priska Gürtler, Elektromontage

Das Arbeitsklima in der GW Tirol ist absolut toll. Ich verstehe mich mit meinen

Kolleginnen und Kollegen sehr gut, mit vielen bin ich auch privat befreundet. In unserer

Abteilung sind alle untereinander sehr hilfsbereit, und auch mein Vorgesetzter ist sehr

nett. Kurz gesagt: Die Arbeit macht Spaß, und ich hoffe, dass ich immer in der Geschützten

Werkstätte Tirol bleiben kann.

Markus Haselsberger, Mühlenmontage

Als Abteilungsleiter der Schweißerei war ich immer ein Befürworter des Schweißroboters,

obwohl ich anfangs Bedenken wegen seiner Größe hatte.

Jetzt läuft der Roboter seit 2012 zur besten Zufriedenheit und wir sind stets bemüht,

Neuteile zu programmieren. Im Großen und Ganzen nimmt uns der Schweißroboter in

der Schweißerei viel Arbeit ab und ich bin froh dass wir ihn haben.

Bernhard Eiter, Bereichsleiter Schweißerei

40

WIR


WERK VOMP

Fiecht Au 22 | 6134 Vomp

T: +43 5242 647 46 - 0 · F: +43 5242 647 46 - 730

E: buero@gwtirol.at · www.gwtirol.at

WERK IMST

Gewerbepark 20 | 6460 Imst

T: +43 5412 689 55 · F: +43 5242 647 46 - 740

E: buero@gwtirol.at · www.gwtirol.at

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GESCHÜTZTE WERKSTÄTTE

Integrative Betriebe Tirol GmbH

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