s'Magazin usm Ländle, 7. Mai 2017

vorarlbergkrone

WÜRZIG

Daniela Lais

und ihre veganen

Rezepte:alles

andere als fad!

WITZIG

Michael Löbl

führt die Bühne

AmBach mit

Wiener Schmäh


SONNTAG,

7. MAI 2017

HEINZ MATHIS

IM GRÜNEN

BEREICH

DerMann, der ganzeWälder

pflanzen will

Foto: Lisa Mathis (2), Mathis Fotografie


7. MAI 2017 | INHALT

10

Das Naturwunder:

Die seltenen Bewohner des Rieds

Fotos: Harald Kueng,Kristian Bissuti, Lisa Mathis, Werner Huber

12

Dynamische Menschen unter sich:

Carola Purtschers Begegnung mit

Kulturproduzent Jürgen Weishäupl

4

Kein Gepolter mehr:

Das Ende der Stammtische

18

Werner Huber war schon Politiker. ..

...als sich die Menschen noch wie

Papageien kleideten

4 AKTUELL

Im Ländle sterbendie Gasthäuser

–und die Ortszentren gleich mit

6 INTERVIEW

Geistesmensch mit Schmäh: Der

Kulturmanager Michael Löbl

9 SCHNEIDERS BRILLE

Für die eigene Mutter ist nichts zu

teuer? NichtimHause Schneider!

10 NATURJUWEL

Das Ried und seine

seltenen Bewohner

12 GSIBERGER Z’WIAN

Carola Purtscher trifft

Jürgen Weishäupl

13 ORIGINAL

Heinz Mathis, der „Baummeister“

14 HISTORISCHES BILD

Die Schoppernauer

Gräsalpanno 1945

15 MUNDART

Wenn „Sprudler spudern“ sollte

man am besten auf Distanzgehen

16 EVENTS

Was Sie kommende Woche auf

keinen Fall versäumen sollten!

17 FOODBLOG

Ein Stroganoff mit

Jackfruit statt Boeuf

18 WASWURDE AUS...

...Werner Huber?

s’Magazin 3


AKTUELL

Fotos: lisamathis.at

Keine Stammtischgespräche mehr: Bürokratie, Rauchverbote und

Registrierkassenpflicht machen den Wirtshäusern das Überleben schwer.

Auf die Anfrage von Touristen,

wo esdenn „ein

typisches Vorarlberger

Wirtshaus“ gäbe, fällt

Einheimischen eine

Antwort immer schwerer. Japaner,

Italiener, Imbissstand oder auch

Spitzengastronomie? Kein Problem:

zwei Straßen hier, zwei Straßen da.

Aber ein richtiges uriges Gasthaus?

Fällt einem jetzt leiderkeines ein. ..

Stammtisch ade!

„Früher konntenwir zwischenvier,

fünf Gasthäusern wählen. In einem

war unser Stammtisch, im anderen

feierte man nach dem Kirchgang einen

zünftigen Frühschoppen und bei

Feierlichkeiten fand man in einem

der


anderen Häuser einen Platz für

das Festtags-Schnitzel!“ Gerhard,

Fast40Prozent der

traditionellen

Gasthäusersind in den

letzten drei Jahrzehnten

einfach verschwunden!

Andrew Nussbaumer

Künftige Generationen werden das gute alte Gasthaus nur

noch aus Heimatfilmen kennen. Denn zwischen Döner-Bude,

Smartphone-Lieferservice und Bürokratenwahn eingekeilt,

sterben in Vorarlberg traditionelleWirtshäuser –und mit

ihnen das Dorfleben –einen langsamen Tod.

Im Gasthaus „Zum

seit Jahrzehnten oft und gerne gesehener

Gast inden Wirtshäusern des

Vorklosters,kämpft mit den Tränen.

Nachdem „seine“ Wirtshäuser im

Lauf der Jahre zu Pizzerias und chinesischen

oder türkischen Lokalen

umfunktioniert wurden –sosie nicht

einfach zusperrten –wird Ende des

Jahres auch der „Gasthof

Schendlingen“ schließen.

„Kein einziges richtiges

Gasthaus für rund 15.000

Einwohner? Das kann doch

nicht möglich sein“, versteht

Gerhard die Stammtisch-Welt

nicht mehr. Ist es aber –

und beileibe kein Einzelfall,

denn inländlichen

Gebieten schreitet

das Gasthaus-Sterben mit noch

schnelleren Schritten voran.

Dörfer sterben

„Mittlerweile gibt es schon Gemeinden

ohne ein einziges Gasthaus“,

klagt auch Andrew Nussbaumer,der

als Fachgruppenobmann der

Gastronomie inder Wirtschaftskammer

dieser Entwicklung wehrlos gegenüber

steht. „Während Cafés und

Restaurants mit fremdem ethnischen

Hintergrund dreistellige Zuwachsraten

haben, sind fast 40 Prozent der

traditionellen Gasthäuserinden letzten

drei Jahrzehnten einfach verschwunden

–ein Trend, der auch in

den nächsten Jahren anhalten wird.“

Während Nussbaumer vor allem bü-

4

s’Magazin


AKTUELL

Ende des Jahres wirdauch

das traditionsreiche

„Gasthaus Schendlingen“

in Bregenz zusperren.

rokratische Hindernisse als Gründe

sieht –etwa Rauchverbot, Registrierkassenpflicht

und immer strengere

behördliche Auflagen –orten die eigentlichen

Betroffenen, die Stammgäste,

das Problem ganz woanders.

„Früher traf man sich regelmäßig im

Gasthaus, etwa nach der Messe oder

bei Vereinsaktivitäten. Die Jüngeren

gehen aber weder indie Kirche noch

sind sie bei Vereinen. Unser Stammtisch

stirbt im wahrsten Sinne des

Wortes weg“, klagt Karl, selbst noch

keine sechzig Jahre alt, über den

Wandel inder Gesellschaft.

Sein früheres Stammlokal, der

„Schwanen“ in Hörbranz, ist längst

Geschichte. Um die Nachbargemeinde

Hohenweiler steht es diesbezügsterbenden

Stammtisch“

lich noch schlechter: Von einstmals

stolzen fünf schloss letztes Jahr mit

der „Krone“ das letzte Gasthaus.

Bürgermeister Langes will gegensteuern:

„Unsere Bürger wollen und

brauchen ein Dorfgasthaus“, setzt er

sich für die Infrastruktur seiner Gemeinde

ein. Allein, bislang will sich

das noch niemand antun –die Dorfgemeinschaft

stirbt.

Legenden wegrationalisiert

„In spätestens 10 bis 15 Jahren

werden die Gemeinden Geld dafür

bezahlen, dass es Wirtshäuser gibt.

Denn ohne Treffpunkt und Einkehrmöglichkeit

stirbt die Gemeinde von

Innen heraus“, ist sich auch Fachgruppenobmann

Nussbaumer der

prekären Situation bewusst. Doch da

auch die Kommunen knapp bei Kasse

sind, bleibenöffentliche Förderungen

vorerstwohl Wunschdenken.

Dabei steht die Uhr selbst für vermeintlich

unersetzbare Gasthäuser

auf fünf vor zwölf. Legenden wie der

„Adler“ in Schwarzenberg, das

„Torggel“ in Röthis oder das „Messmer“

in Lochau sperren zu oder verlieren

die derzeitigen Pächter –Zukunft

äußerst ungewiss. Zu groß dimensioniert,

zu veraltet und nur mit

großem Aufwand zu renovieren:

Trendlokale und Schnellimbisse haben

das Gasthaus, Whats-App und

Facebook den Stammtisch ersetzt.

Nur: Wo trifft sich die schöne, neue

Welt?

Raimund Jäger

s’Magazin 5


KUNST XXXXXXXX UND KULTUR

Erzählen Sie uns

einen Witz, Herr Löbl?

INTER

VIEW

Michael Löbl war Geschäftsführer des SymphonieorchestersVorarlberg, bevor er 2013 die

Kulturbühne AmBach übernahm. Die Kultur wurde ihm in die Wiege gelegt, war sein Vater

doch der legendäre Kultur-Kritiker Karl Löbl. Im Interview mit Angelika Drnek erzählt er,

welche Musik er nicht leiden kann und warum sein Vater wollte, dass Peymann geht.

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Bevor MichaelLöbl auf irgendwelche

Fragen antwortet,

wird erst eine

Anekdote über Krone-

MitbegründerKurtFalk

erzählt: „Wenn Falk indie Redaktion

kam und ein Journalist an einem

Bleistift gekaut hat, sagte Falk in

schneidendem Ton: ,Sie zerstören

mein Eigentum!‘“

Sie zählen zu den seltenen Persönlichkeiten,

die gut Witze erzählen können.

Erzählen Sie uns einen Witz?

Kommt ein Mann in ein Lokal, das

sehr gut besucht ist und sagt: „Ruhe

bitte! Die nächste Runde geht auf

mir!“Kommt ein anderer, tippt ihm

auf die Schulterund sagt:„Nein, auf

mich!“ Sagt der erste darauf: „Okay,

auch gut.“

Sie stammen ausWien, gibtes Dinge in

Vorarlberg, die Sie eigenartig oder zumindest

eigen finden?

Gestern war ich im Zelt von Willi

Pramstaller in Lustenau. DerSchauspielerFritz

Karl hat dortGeschichten

aus Wien gelesen. Polgar, Torbergund

soweiter. Dasist schon eine

Art von Humor, auch eine Art zu

denken,die es nur inWien gibt.

Sie haben Oboe studiert. Wollten Sie

zu den Wiener Philharmonikern?

Daswäre gar nicht gegangen, weil ich

für Wien die falsche Oboe studiert

habe. Die Oboe hat sich seit der Barockzeit

weiterentwickelt und sich

in zwei Linien gespalten. Die Wiener

Oboe und die Französische

Oboe. 99 Prozent aller Oboisten

spielen die Französische. Und die

Wiener Oboe spielen nur die Wiener.

Die Wiener Oboe hat damals

aber oft schrecklich geklungen.

Und deswegen bin ich nach

Deutschland, um dort Französische

Oboe zu studieren. Da hätte

ich also mit der falschen Oboe gar

nicht bei den Philharmonikern antreten

können.

Wieso überhaupt Oboe?

Ich habe eigentlich Klarinette gespielt,war

dann einen Sommer lang

imKurorchesterBadIschl. DieKlarinette

hatte unheimlich schwere

Dinge zu spielen, eine einzige

schwarze Sauce auf dem Notenblatt,

wirklich anstrengend. Während

die Oboe immer Pause hatte

unddanneineschönelyrischeStelle

spielte (singt eine Melodie) –und

die Leute waren begeistert. Da bin

ich umgestiegen.

Wie ging es dann weiter?

Es begann dann die Zeit,daman für

Orchester vorspielte und ich habe

gemerkt, dass ich ein absolutes

Spitzenorchester wahrscheinlich

nicht schaffen würde. Auch nervlich

nicht.Das ist echter Stress. Vor

dir steht LorinMaazeloderMariss

Jansons und du musst jeden Tag

Topleistungenliefern. Ich habemich

dann dem Musikmanagement gewidmet

und bin in Vorarlberg gelandet.

Wie kam das?

Ein Freund hat mir von der freien

Stelle beim Symphonieorchester

Vorarlberg erzählt. Er meinte, dass

das SOV ein wenig chaotisch wäre

undwenn ichmorgen um 11 Uhr mit

Anzug und Krawatte inVorarlberg

erscheinen und mich nicht völlig

idiotisch anstellen würde, bekäme

ich den Job garantiert. Undsowar es

auch. Damals gab es noch keine

Abos, kein Handy, keinen Computer.WirwarenalsGastineinemBüro

der Landesregierung untergebracht

und hatten keinen eigenen Telefonanschluss.

Eigentlich ein Alptraum.

Trotzdem sind Sie 21 Jahregeblieben.

Nun, Orchestermanagementist eine

wahnsinnig interessante Aufgabe.

Vorallem, wennman so viele Gestaltungsmöglichkeiten

hat wie ich damals.

Irgendwie haben Sie den Mahler-Zyklus

mit Kirill Petrenkoeingefädelt.

Das ist eine urban legend. Ich habe

das nicht eingefädelt, sondern Kirill

hat mich eines Tages angerufen. Er

hatte ein Jahr davor einKonzert mit

dem SOV dirigiert und sich

dann die Aufnahme davon an-


6

s’Magazin


KUNST XXXXXXXX UND KULTUR

s’Magazin 7


KUNST XXXXXXXX UND KULTUR

FORTSETZUNG

gehört. Ich war nur zufällig im Büro,

als eranrief. Er suchte ein Orchester

füreinenMahler-Zyklus. Ob wirInteressedaran

hätten. Daswar wie Weihnachten

und Ostern zusammen. Ich

frage mich bis heute, ob das auch zustande

gekommen wäre,wenn ichdamalsnichtansTelefongegangenwäre.

Ob das nur eine spontane Ideevon Kirill

war.

Ihr Vater war ein legendärer Kritiker.

Wie ist es als Jugendlicher, wenn einen

der eigene Vater ständig aus dem Fernsehgerät

ansieht?

Daswar eigentlichnichts Besonderes

für uns, weil er ja vorher schon eine

Radiosendung gemacht hat, 35 Jahre

lang. Ob er nun ausdem Radio kommt

oder aus dem Fernseher, war für uns

fast egal.

Sind Sie oft mit Ihrem Vater mitgegangen?

Ja, allerdings nicht so oft, als er die

Fernseh-Kritiken gemacht hat. Das

war aber auch nicht spektakulär. Die

Vorstellung war aus, die Leute sind

raus, die Kamerakam rein, und Vater

hat aus dem Stegreif seine Kritik formuliert.

Alle Häuser haben sich darum

gerissen. Sobald das in der ZIB2

war, sind die Kartenverkäufe indie

Höhe geschnellt. Ob gut oder

schlecht, egal. An einen legendären

Satz vonihm kann ich mich noch erinnern,

ichglaube,eswar eine Premiere

im Akademietheater: „Wenn es

stimmt, dass die größte Sünde im

Theater die Langeweile ist, dann war

der heutigeAbendeine Todsünde.“Er

war ja ein Peymann-Fan, und Peymann

wurde damals unglaublich angefeindet.

Eines Tages stand im Kurier

ein Artikel mit der Schlagzeile:

„Peymannsoll gehen“ –als Zitat meines

Vaters. Was war da los? Nun war

es so, dass Peymann umdie österreichische

Staatsbürgerschaft angesucht,

sie aber nicht bekommen hat.

Gleichzeitig hat auch ein russischer

Sportler, ein Geher, angesucht –und

STECK

BRIEF

·········································································································································

Aber wurde das nicht auch über die

Zwölfton-Musik gesagt?

Da hat es begonnen. Von Schönberg

werden genaudrei Stücke regelmäßig

gespielt – aus seiner spätromantider

hat sie bekommen. Und dasagte

mein Vater eben, wenn Peymann „gehen“würde,

dann würdeersie auch bekommen.

Inzwischen sind Sie selbst Vater geworden.

Stimmt es, dass späte Eltern zur

Übervorsicht neigen?

Nein, bei uns ist das ganz entspannt.

Was mir eher auffällt, ist, dass junge

Eltern oft glauben, sie versäumen etwas.

Dieses Gefühl hat man in meinem

Alter nichtmehr. Und so oft, wie

mich der Kleinezum Lachen bringt–

unersetzbar.

Washat Ihnen Ihr Vater mitgegeben?

Er war ein Workaholic, sehr gründlich,

perfekt vorbereitet, alles auf den

Punkt. Das speichert man für sich ab.

Und die Liebe zur Kultur und vor allem

das Bewusstsein für die Notwendigkeit

von Kultur.

Wie steht es um dieses Bewusstsein

heute in der Gesellschaft?

Die Kulturveranstaltungen werden

immer mehr. Auch hier, in einem

Land mit 300.000 Einwohnern. Es

gibt Wiener Bezirke mit mehr Einwohnern,

und dort ist bei weitem nicht

so viel los. Andererseits kostet Kultur

eben Geld–und diese Kostensind oft

Thema. Mit Kultur lässt sich nicht

Geboren 1956 in Wien, studierte Musik

in Wien und München, 21 JahreGeschäftsführer

des SOV, seit 2013 Geschäftsführer

der Kulturbühne AmBach,

verheiratet,ein Kind, lebt in Hohenems.

wirklich Geldverdienen,mit den Kastelruther

Spatzen schon. Da muss die

öffentliche Hand mithelfen, sonst

sind viele Veranstaltungen einfach

nichtfinanzierbar. DieserKampf wird

überall und immer gekämpft.

Was war das beste Konzert, das Sie jemals

gehört haben?

Ichhabe eine Zeit lang in Berlin gelebt

und hatteinmeiner Jugend einbesonderes

Talent: Ichkonnte mich in jedes

ausverkaufte Konzert schmuggeln –

ohne Karte. Und sohabe ich Karajan

und die Berliner Philharmoniker erlebt.

Die Achte Bruckner. Das werde

ichnie vergessen.

Mit welcher Musikrichtung können Sie

gar nichts anfangen?

Diezeitgenössische klassische Musik

seit 1960, das ist meiner Meinung

nach einIrrweg. Daswill kein Mensch

wirklich hören. VonhundertWerken

wird vielleicht eines überleben. Ich

denke, die Missachtung der natürlichen

Obertonreihe ist dem menschlichenOhr

zuwider.

8

s’Magazin


KUNST XXXXXXXX UND KULTUR


Michael Löbl wünscht sich –wie

alle Kulturveranstalter –mehr

Geld für die Kultur.Und weiß,

dass das ein endloser Kampf ist.

·························································································

schenPhase.

Und durchaus erfolgreiche Komponisten

wie etwa GeorgFriedrich Haas?

Vielleicht irre ich mich… aber ich

kenne niemanden, der Nachhause

kommt und zwei Stunden eine Haas-

CD genießt. Aber möglicherweise bin

ichdaauf dem Holzweg.

Zur Kulturpolitik: Sie waren Teil einer

Denkwerkstatt zumThema Kulturhauptstadt.IhreErfahrungen?

Es war,wie ich es mir vorgestellt habe:

unkonkret. Das Thema Kulturhauptstadt

ist wie ein Gelee, das manchmal

wackelt. Soll das mit heimischen

Künstlern gemacht werden oder soll

man Leute ins Land holen? Vielleicht

eine Kombination:Der Spielkreis Götzis

gemeinsam mit dem Burgtheater!

Daswäre doch was! Aber gut,natürlich

kann man auch aus einer Region eine

Kulturhauptstadt machen, da sollte

man mal genauer schauen, wie das in

ähnlichen Regionen gelaufen ist. War

es erfolgreich,finanziell vertretbar, was

kam danach? Im Ruhrgebiet etwa.

Wenn sich eine zündende Idee entwickelt,

etwas, das es nur in Vorarlberg

gibt,wäre es toll. Derzeitist es so:Das

Auto stehtda, aber es hatnoch niemand

den Startknopfgedrückt.

Fotos: lisamathis.at

Muttertag

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Am Muttertag gab’s für uns Kinder immer eine

Torte. Es war eine Kalorienschlacht sondergleichen.

Fett war sie, mit Marzipanrosen überhäuft und vier

Wochen haltbar.Das garantierte der Bäcker,bei

dem mein Vater täglich Körbe voller Brot einkaufte,

um es dann mit seinem VW-Transporter an die Bauern

in meinem Dorf weiterzuverkaufen. Die Torte

bekam er umsonst –eben am Muttertag,weil er ein

so guter Kunde war.Wir haben es nie überprüft,ob

die Torte wirklich vier Wochen lang haltbar geblieben

wäre, ohne ranzig zu werden, denn bereits am

Abend war sie vonuns vier Kindern verputzt.Ich

weiß nicht mehr,obdie Mama überhaupt ein Stück

davon abbekommen hat.

Blumen? Ja selbstverständlich gab es Blumen für

die Mama. Aber nicht etwa Schnittblumen vomFloristen.

Damals gab es die Bezeichnung übrigens

noch nicht.Blumenläden, die gab es, freilich, doch

Vater war der Meinung,die Blumen seien zu teuer.

Also schickte er uns Kinder am frühen Morgen hinaus

an die frische Luft,umWiesenblumen zu pflücken.

Meistens regnete es am Muttertag. Ich entsinne

mich, dass ich ein paar kümmerliche Vergissmeinnicht

ausrupfte, gleich hinterm Haus, weil es

saukalt war und und ich schauen musste, dass mein

Bruder nicht etwa das erste Stück der Torte abbekam.

Ob sich Mama über die Blumen gefreut hat?

Denkeschon. Sie ist für dieses edle Fest eigens zum

Frisör gelaufen. Der Duft vonreichlich Haarspray

hängt mir in der Nase, als sei es gestern gewesen.

Nach dem Frisörbesuch sah Mama immer merkwürdig

fremd aus mit ihrer Betonfrisur.Wir Kinder

machten uns darüber lustig. Ausgeführt haben wir

sie nicht,die Mama, z. B. in ein nettes Gasthaus. Das

war damals nicht üblich, dass man am helllichten

Sonntag ins Gasthaus marschierte. Das taten die

Hochstapler,pflegte mein Vater zu sagen. Ausflüge

haben wir selten gemacht,weil es ja regelmäßig an

diesem schönen Fest Kröten regnete. Mama hat die

Muttertagegewiss genossen. Sie hatte ja uns, die

lieben Kinder und ihren tüchtigen, sparsamen Mann.

s’Magazin 9


NATURJUWEL

Kiebitz

Der Kiebitz kehrt bereits im Februar

aus seinen Winterquartierenin

Südwesteuropa nach Vorarlberg

zurück. Der Watvogel zählt seit

2015 zu den potenziell gefährdeten

Arten und wurde auf die Rote Liste

aufgenommen. Im Ried ist der

Kiebitz noch heimisch.

Lebens(t)raum Ried

Das Lauteracher Ried im Herzen des Rheintals ist eines der

großen Naturjuwele im Ländle. Die landschaftliche Schönheit

dieses rund 800 Hektar großen Lebensraums ist einmalig in

Mitteleuropa –und deshalb umso schützenswerter.

Zahlreiche gefährdete Arten –Pflanzen und Tiere

gleichermaßen –sind in diesem sensiblen und zerbrechlichen

Ökosystem zuhause. Wir stellen hier einige Vertreter vor.

Sumpfgladiole

Die Sumpfgladiole–auch

Sumpf-Siegwurz genannt –gilt als

stark gefährdet.Trotz verstärkter

Schutzbestimmungen geht ihr

Bestand immer weiter zurück. Das

Sammeln, Pflücken, Abschneiden,

Ausgraben oder Vernichtendieser

Pflanzeist gesetzlich verboten.

Wachtelkönig

In West-und Mitteleuropa ist der

Wachtelkönig nicht sehr weit

verbreitet.Aufgrund seines

Vorkommens im Lauteracher Ried

wurde der Lebensraum als

Natura-2000-Gebietausgewiesen.

Der Wachtelkönig brütet hier im

dichten Gras vonMai bis Juli.

10

s’Magazin


Schwarzer Milan

Während die Bestände im Osten

Österreichs aufgrund von

Biotop-Zerstörung,Vergiftung und

Bejagung sinken, ist dieser Räuber

im Ländle –noch –sicher.Neben

dem Wachtelkönig war es der

Schwarzmilan, der dem Ried das

Natura2000-Siegel einbrachte.

NATURJUWEL

Sumpfstendelwurz

Die Streuwiesen in der südlichen

Kernzone des Rieds sind aufgrund

ihrer Artenvielfalt streng

geschützt.Unter den hier

heimischen 230 Pflanzenarten

befinden sich auch höchstseltene

Orchideenarten wie die hier

gezeigte Sumpfstendelwurz.

Bekassine

Dieser langschnabelige

Schnepfenvogel fühlt sich in

sumpfigen Gegenden wohl. War

die Bekassine voreinigen Jahren

noch ein häufig gesehener

Bewohner des Rieds, brüten die

Vögel heute leider immer seltener

in dieser Naturlandschaft.

Fotos: Harald Küng

s’Magazin 11


GESELLSCHAFT

XXXXXXXX



Jürgen Weishäupl

Kunst-und Kulturproduzent

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Begonnen hat eigentlich alles mit den Bregenzer

Festspielen: Jürgen Weishäupl (47) jobbte schon zu

Schulzeiten als Regieassistent und Inspizient auf der

Seebühne.Nach der Maturaander Handelsakademie

Bregenz,dem Militärdienst in Salzburg, vielen

Reisen und zahlreichen Auslandserfahrungen führt

der Wegdes Sprachentalents nach Palermo –die sizilianische

Metropole sollte dann für mehr als 10

Jahreseine Heimat werden! Und Stätte seines Wirkens

als Leiter des umtriebigen Kulturvereins. Jürgen

organisiert Kunst-, Theater-und Musikevents

und verkauft Kunst aus Sizilien in Bregenz.Inder

Stadt traf er „auf Menschen, mit denen man lieber

nichts zu tun hätte“, aber auch auf seine Frau. Mit

ihr zieht der studierte Theaterwissenschafter dann

vor12Jahren nach Wien. Sein berufliches Repertoirereicht

vomkünstlerischen Leiter der Fußball-

EM 2008 bis zur Organisation vonGroßevents, er

moderierte TV-Shows, berät die Stadt Wien bei europäischen

Kulturprojekten und entwickelt nebenbei

utopische Kreativprojekte wie fliegende Bühnen.

Derzeit arbeitet er zudem am Start-up Beame

Space, wo qualitätsvoller

Content für die virtuelle

Realität generiert werden

soll. Der Dynamiker bezeichnet

sich als „leidenschaftlicher

Flaneur“.Als

solcher besucht er fünfmal

proJahr das Ländle –die

Festspiele und der See begeistern

noch immer.

Die Vorarlberger Kommunikationsberaterin

Carola Purtscher (PR-

Agentur Purtscher Relations) lebt

seit über 30 Jahren in Wien. Als

Netzwerkerin lädt sie regelmäßig

zu ihrer exklusiven „Tafelrunde“.

twitter.com/

CarolaPurtscher

Sein Selfie: Der Kunstund

Kulturproduzent

Jürgen Weishäupl am

Heldenplatz in Wien.

Die Farbe

Grün

Als Fachhändler und Kunstvermittler

seit jeher mit Farben vertraut, setzt

Heinz Mathis alias Conrad Amber als

Fotograf und Autor mittlerweile vor

allem auf eine Farbe: Grün. Bäume und

Wälder sind Themen seiner Bücher, die

Städte zu begrünen seine Vision. Die er

auch noch erleben will, ist er doch

überzeugt, 109 Jahre alt zu werden.

Zwei Namen sind beileibe

nicht zu viel für jemanden,

der sich so unterschiedlichen

(Lebens-)Themen

widmet.

Heinz Mathis leitete den ersten

Künstlerbedarf des Landes und sorgte

mit dem KunstRaum Dornbirn dafür,

dass Vorarlbergs größte Stadt punkto

Bildender Kunst aus dem Dornröschenschlaf

erwachte. Conrad Amber

ist Naturfotograf und Baumfreund,

lichtet uralte Holzriesen in Mitteleuropa

ab und will mit grünen Lungen in

unseren Städten ein besseres Lebensgefühl

vermitteln und etablieren. „Ich

bin keineswegs schizophren“, scherzt

der 61-Jährige, „mein Pseudonym ist

vielmehr eine innere Zäsur. Als Heinz

Mathis wollte ich hochwertige Kunst-

Materialien anbieten, Plattformen für

Künstler schaffen und Kreative über

die Region hinaus vermarkten. Conrad

Amber ist Fotograf und Visionär, für

den die Natur und der bewusste Umgang

mit ihr im Vordergrund steht.“

Mit beidem war und ist er sehr erfolgreich.

Heinz lockte mit seiner

„Farbenlaube“ nicht nur Zeichner und

Maler aus nah und fern nach Dornbirn

–auch die Seminare, die er zu Farben-

12

s’Magazin


XXXXXXXX

ORIGINALE

und Materialkunde hielt, machten ihn

zu einem führenden Fachmann. Mit

seinem „KunstKontakt“ nutzte er dieses

Wissen kommerziell und stattete

als Kunstberater die Zimmer führender

Hotelketten aus. „Früher hing eine

Repro von Monet oder Hundertwasser

im Hilton, mittlerweile zieren Bilder

von Vorarlberger Künstlern die Räume

zahlreicher Nobel-Herbergen“, so der

Vater von drei Töchtern. Als Mitbegründer

des „KunstRaum Dornbirn“

sorgte er zudem federführend für die

erfolgreichste Ausstellungsplattform

der Messestadt. Aber er hatte noch

ganz andere Visionen ...

Bäume sind Leben

„Ich fotografiere seit meiner Jugend“,

so das Multitalent, „aber Bäume

haben mir es schon immer besonders

angetan. Sie sind die einzigen intakten

Lebewesen unserer Vergangenheit

und zudem – sei es Sauerstoff,

Holz oder Früchte – absolut überlebensnotwendig.

Kurz gesagt: ein Wunder

der Natur“, schwärmt er über die

uralten Riesen. „Baumwelten“ nennt

sich der drei Kilo schwere Bildband,

für den Conrad Amber 640 Fotos aus

26.000 ausgesucht hat. „Die wahren

Abenteuer sind nicht Wildschweinattacken,

die ich erlebt habe, sondern

Selbsterfahrungen fernab jeder Zivilisation“,

schildert er seine Erlebnisse

in den Urwäldern Mitteleuropas.

Mittlerweile ist aber gerade die Zivilisation

elementarer Bestandteil seiner

Mission: „Bäume auf die Dächer!

Wälder in die Stadt!“ ist der Titel seines

neuen Buches, das am Mittwoch,

dem 24. Mai, im Kuppelsaal der Landesbibliothek

Bregenz präsentiert

wird. Bäume im Kreisverkehr, Gärten

auf dem Dach, Biotope in den eigenen

vier Wänden, Parks in Zentren –Amber

kreiert in seinem Buch eine grüne

Zukunft. „Und ich werde das noch erleben,

denn ich werden 109 Jahre alt“,

ist der Vegetarier ernsthaft überzeugt.

Viel Glück dabei! Raimund Jäger

Foto: Lisa Mathis

s’Magazin 13


Gräsalp in Schoppernau, 1945

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Dieses Bild zeigt die Älpler

Michael Muxel und Kaspar

Berbig mit einem unbekannten

Knaben anno 1945 auf

der Gräsalpe in Schoppernau.

Ein Ort mit einer tragischen

Geschichte: Nach dem offiziellen

Kriegsende am 8. Mai

1945 zog sich ein Trupp von

Wehrmachts- und SS-Soldaten

mit Waffen- und Lebensmittelvorräten

auf diese Alpe

zurück. Sie wollten die Kapitulation

nicht wahrhaben und

sich den französischen Truppen

nicht widerstandslos ergeben.

Am 15. Mai kam es zur

Konfrontation: Vier deutsche

Soldaten wurden dabei gefangen

genommen –zwei auf

der Gräsalpe,weitere zwei im

Vorsäß Boden. Die Deutschen

wurden noch am selben Tag

beim Hotel Krone in Au exekutiert.

Während des Gefechts

auf der Gräsalp wurde

ein dem französischen Kommando

unterstehender marokkanischer

Unteroffizier

tödlich verwundet. Als Vergeltung

dafür wurden die

Gräsalpe, die Tobelhütte und

14

s’Magazin


MUNDART















sämtliche Gebäude am VorsäßBoden

niedergebrannt.

Haben Sie auch historische Fotoschätze

zuhause, dann schicken

Sie sie uns per E-Mail an vorarlberg@kronenzeitung.at.

Die besten

Bilder werden veröffentlicht.

Foto: Vorarlberger Landesbibliothek/Benvenuti


spudera,Spudere

Zeit-und Hauptwort

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Das alemannischeVerb spudera bedeutet spucken,

muss aber klar vomsogenannten spöüza unterschieden

werden. Dieses meint in hochdeutscher Übersetzung

ebenfalls spucken,geschieht in Gegensatz zu Ersterem

aber mit voller Absicht.Wer hingegen spudert,macht sich

vielmehr unbewusst einer feuchten Aussprache schuldig,

als dass er geflissentlich Speichel absondert.Unappetitlichwirkt

beides

in gleichem Maße für jedes Gegenüber,auch

wenn der Spöüzer

naturgemäß unsympathischer

auftritt als der Spudere,daer

bewusst keine Rücksicht auf

sein Umfeld nimmt,während

spudernde Zeitgenossen meist nur

das Opfer einer unbefriedigenden

Zahnstellung sind. Eine weitereund weit

„Woascht,was

bischt?AnKudere

und Spudere!“

degoutantereSteigerung zum spudera oder spöüza bildet

das sogenannte Kudera. Bei diesem wirddie auszustoßende

Körperflüssigkeit erst noch mittels heftiger Hustenkontraktionen

aus dem Schlund in den Mundbereich

befördert wird, ehe sie ballistisch in die Umgebung abgesondert

wird. Auf die farblichen Unterschiede zwischen

kudera einerseits und spudera und spöüza andererseits

wirdandieser Stelle aus Rücksicht auf den Leser verzichtet,wiewohl

sie klar vorhanden sind. Eng verwandt mit

dem Spudera ist das gleichfalls unbewusste Läfera –wobei

die Spuckehier nicht in Form vonkleinen Tröpfchen

zwischen schiefen Zähnen aus dem Mund katapultiert

wird, sondern eher unkontrolliert in Gestalt eines Bächleins

aus den Mundwinkeln über das Kinn herunterrinnt.

s’Magazin 15


Foto: JörgBaumann

Söhne Mannheims

mit Thorsteinn

Einarsson auf der

Werkstattbühne

Das Konzert

der „Söhne

Mannheims“

verstärkt am

Dienstag, dem

9. Mai, der isländische

Mu-

EVENTS

siker Thorsteinn

Einarsson

als Special

Guest. Zu

erleben sind

die Musiker auf

der Werkstattbühne im Fesspielhaus

Bregenz. Die „Söhne

Mannheims“ werden in Originalformation,

u. a. mit Rolf

Stahlhofen und Xavier Naidoo

auftreten. Tickets: oeticket.com,

showfactory.at

Arbeiten von„Adrián Villar Rojas“

im Kunsthaus Bregenz

Die Eröffnung der Ausstellung „The Theater of Disapperance“

von Adrián Villar Rojas steht am Freitag, dem

12. Mai, um 19 Uhr, imKunsthaus Bregenz auf dem Terminkalender

aller Kunstliebhaber. Die Ausstellung läuft

bis 28. August. Infos: www.kunsthaus-bregenz.at

Foto: Show Factory

Abschlusskonzert

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Mit den Konzerten am 13. Mai im

Montforthaus Feldkirch und am 14.

Mai im Festspielhaus Bregenz geht

die Abo-Saison 2016/17 des SymphonieorchestersVorarlberg

zuEnde.

Chefdirigent Gérard Korsten

übernimmt für diese Abende abermals

das Dirigat. Als Solist ist der

renommierte Harfenist Xavier de

Maistrezuerleben. Mit dem letzten

Abo-Konzert zeigt das Symphonieorchester

sein musikalisches Repertoire

ingesamter Breite. Tickets:

Bregenz Tourismus,v-ticket.at.

„Radikal“: ein Theaterprojekt

in der Fabrik Klarenbrunn

Das Theaterprojekt

Radikal

von walktanztheater.com

ist

ein Projekt mit

Jugendlichen zu

Extremismus und

Radikalisierung,

Verführung und

Engagement und

geht von Mittwoch,

10. Mai,

bis Sonntag, 14. Mai, jeweils um 19.30 Uhr in der Fabrik

Klarenbrunn in Bludenz über die Bühne. Tickets: www.laendleticket.com,

Raiffeisenbanken und Sparkassen.

Foto: Thomas Schrott

Foto: walktanztheater

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Impressum

Medieninhaber: KRONE-Verlag GmbH &Co. KG .Herausgeber und Chefredakteur: Dr.Christoph Dichand

Verleger: Mediaprint Zeitungs- und Zeitschriftenverlag GmbH &CoKG, Alle: 1190 Wien, Muthgasse 2

Redaktionsleitung: EmanuelWalser, Redaktion: Harald Küng, Sandra Nemetschke, Angelika Drnek, Sekretariat: Nicole Kinzel, Quellenstr.16, 6900 Bregenz, Tel. 057060-59300

vorarlberg@kronenzeitung.at, emanuel.walser@kronenzeitung.at, harald.kueng@kronenzeitung.at, sandra.nemetschke@kronenzeitung.at, angelika.drnek@kronenzeitung.at

Herstellung:Druckzentrum Salzburg Betriebsges. m. b. H. ,5020 Salzburg; Offenlegung gem. §25 MedienG online unter www.krone.at/krone-offenlegung

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KULINARIK

Jackfruit Stroganoff

Zubereitung:

1 Jackfruit in einem Sieb abtropfen und

durchspülen, sehrgut abtupfen und trocknen.

Etwas grob zerreißen.

2 In einer beschichteten, großen Pfanne Olivenöl

erhitzen. Die Jackfruit,zusammen mit

Zwiebel, roter Paprika, Salz,Pfeffer und Paprikapulverauf

höchster Stufescharf anbraten,

Temperatur reduzieren undbraten, bis alles

schön braun ist.

3 Champignons dazu geben,eineWeile mitbraten,

dann Knoblauchzehen kurz mitschwitzen,

mit Brühe ablöschen und füretwa15–20

Minuten einköcheln lassen.

4 Sauerrahm und Senf dazu geben,ein paar

Minuten einköcheln lassen und nochmals abschmecken.

5 Dazu serviert man am besten Reis.

Zutaten (für 2–4Personen):

2Dosen Jackfruit (Abtropfgewicht Gesamt

450 g)

2 rote Zwiebeln, in feine Ringe geschnitten

1 rote Paprika, in feine Ringe geschnitten

2 Knoblauchzehen, gepresst

150 g braune Champignons,geviertelt

1TlSalz

½TlPfeffer, schwarz

1½ El Paprikapulver, geräuchert

½ElPaprikapulver, edelsüß

2ElSenf, mittelscharf

200 g Sauerrahm, vegan

750mlGemüsebrühe

1kleiner Bund Petersilie,krause

Olivenöl zum Anbraten

Fotos: Mathis Fotografie, Daniela Lais, JackfruitCompany


Durchihre

Geschmacksneutralität und die

fleischige Struktur ist die Jackfruit der

ideale Fleischersatz.


Noch mehr

Rezepte findet

man in Danielas

Kochbücher

„Einfach Vegan

Backen“und

„Vegane

Lunchbox“

Die Jackfruit ist eine vielseitig einsetzbare Frucht, die

vorwiegend in Südasien angebaut wird. Hierzulande

findet man sie nur inAsia- oder Bio-Läden –meist unreif,

inWasser eingelegt und ohne Süße. Das hat aber

auch Vorteile: Durch ihre Geschmacksneutralität und

Struktur ist sie der ideale Fleischersatz. Je nach Gewürzgebung kann

die Jackfruit für eine Vielzahl an Gerichten verwendet werden –etwa

alscremigesJackfruit-Stroganoff. www.facebook.com/laisdaniela

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WAS WURDE EIGENTLICH AUS ...

...Werner Huber?

24 Jahre lang hat sich der Götzner als Bürgermeister seiner

Gemeinde und der Anliegen der Bürger verschrieben.Auch wenn

der 69-Jährige immer noch stark mit Götzis verbunden ist, engagiert

er sich heute für die Raumplanung und Senioren im Landtag. Und

allmählich lässt er etwas mehr Ruhe in seinem Leben einkehren.

1990: 24 Jahrelang war Werner Huber

als Bürgermeister für die Götzner

Bevölkerung da und auch für Späße zu

haben: Auf der Theaterbühne, im

Fasching oder hier mit Sepp Längle.

Natürlich war ich gerne

Bürgermeister. Ich bin

nach wie vor viel bei

den Leuten“, blickt

Werner Huber auf 24

Jahre als Bürgermeister von Götzis

zurück. Als Gemeindebediensteter

pflegte erschon davor einen engen

Kontakt mit der Bevölkerung. Wie

heute noch. Erwürde sich aber nie in

die Geschicke seines Nachfolgers einmischen.

„Sicherlich lebt man mit,

aber jeder hat seine eigenen Note.

Götzis ist gut unterwegs –das ist die

Hauptsache.“ Außerdem hat der umtriebige

Alt-Bürgermeister, der im

August seinen 70er feiert, ohnehin

genug zutun. Seit 2007 ist er Landtagsabgeordneter,

engagiert sich im

Bereich Raumplanung („ein heißes

Thema“) und setzt sich für die Anliegen

der Senioren ein. Und als Obmann

des Seniorenbunds wird ihm

auchnicht so schnell langweilig.„Arbeit

gibt es jede Menge und es ist

wichtig, dass man etwas tut!“ Und

das hat Werner Huber immer, auch

wenn die Politik einige Opferfordert.

„Man gibt viel Privates auf, ist ständig

unterwegs und steht oft in der

Kritik. Aber ich denke, dass ein guter

Politiker notwendig ist, um ein gesellschaftliches

Leben zu sichern –

damit etwas vorwärtsgeht und die

Demokratie lebt.“

Frühsportund Enkelkinder

Sein Herz schlägt nach wie vor für

die Politik, er hat aber auch gelernt,

mehr auf sein Privatleben zuachten.

Er nimmt sich heute Zeit für Reisen

mit Gattin Roswitha und seine Hobbys

wie Gärtnern oder „Schlaraffia“.

Außerdem freuen sich die sechs Enkelkinder,

wenn sie ihren Opa sehen.

Der Start in den Tag gehört aber nur

ihm: „Den Morgen nehm ichmir und

gehe eine Runde Laufen –das ist Lebensqualität.“

Sandra Nemetschke

2017: Werner Huber engagiert sich

immer noch aktiv in Gesellschaft

und Politik –imLandtag für Raumplanung

und Seniorenanliegen.

Fotos: FOTO-SERRA ALEXANDRA SERRA,BREGE

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Foto: nova music

Robbie Williams

26. 8. – Ernst-Happel-Stadion Wien

29. 8. – Wörthersee-Stadion Klagenfurt

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