03 Zivis im Einsatz – ein Mehrwert

zivi.admin.ch

Zivis im Einsatz

Ein Mehrwert

Holen Sie sich die Unterstützung motivierter junger Menschen.

Werden Sie Einsatzbetrieb des Zivildienstes.

Vollzugsstelle für den Zivildienst ZIVI


Der Zivildienst schafft Mehrwert für alle. Zivis arbeiten im

öffentlichen Interesse: Sie betreuen Menschen und pflegen

die Natur; sie erhalten Kulturgüter und setzen sich in der

Entwicklungszusammenarbeit ein. Sie leisten ihren Dienst in

einem anerkannten Einsatzbetrieb. Auch Ihre Institution kann

unter gewissen Voraussetzungen zu einem solchen Einsatzbetrieb

werden. Ihr Betrieb und Ihre «Kundschaft» können

von den zupackenden Händen und dem frischen Wind der

jungen Männer profitieren.

Jährlich leisten Zivis rund 1,5 Millionen Diensttage. Auf den

folgenden Seiten erhalten Sie einen Überblick, wo Zivis

eingesetzt werden können. Sie erfahren, wie auch Ihre Institution

zu einem Einsatzbetrieb des Zivildienstes werden

kann. Melden Sie sich bei uns. Wir helfen Ihnen gerne weiter.

Christoph Hartmann

Leiter Zivildienst

Gefragter Service: Im Alters- und Pflegeheim

Adullam in Basel serviert Zivi Nicolas den

Damen das Frühstück.

ZIVIS IM EINSATZ EIN MEHRWERT

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«Vom Zivildienst

kommen immer die

besten Mitarbeiter.»

Matthias Müller, Institutionsleiter Eingliederungsstätte

Baselland ESB

Der Zivildienst

Mehr als ein Ersatz

Schweizer Männer sind militärdienstpflichtig. Können

sie den Dienst in der Armee nicht mit ihrem

Gewissen vereinbaren, steht ihnen seit 1996 der

Zivildienst offen. Mit einem bewussten Entscheid

nehmen die jungen Männer (höchst selten Frauen)

eine anderthalbmal so lange Dienstzeit in Kauf. Bis

zu ihrem 30. bzw. 34. Altersjahr leisten sie ihren

Beitrag zum Gemeinwohl in zivilen, gemeinnützigen

Institutionen der Schweiz. Ihre Dienstpflicht

erfüllen Zivis, wie Zivildienstleistende genannt werden,

in mehreren Stücken von mindestens 26

Tagen, wobei viele von ihnen auch zu einem langen

Einsatz von sechs Monaten in einem Schwerpunktprogramm

verpflichtet sind.

Beispiel EiB 11028

Eingliederungsstätte

Baselland ESB

Anerkannt seit 18.12.2003

Plätze: 10

www.esb-bl.ch

Leben, Lernen und Arbeiten: Die Eingliederungsstätte

Baselland ESB steht im Dienste aussergewöhnlicher

Menschen mit aussergewöhnlichen

Bedürfnissen. Jugendliche und Erwachsene mit den

verschiedensten Behinderungen bilden betreute

Wohngemeinschaften, erhalten Zugang zu Ausbildungen

und Berufslehren und wirken in dienstleistungsorientierten

Produktionsbetrieben. Die private

Stiftung von insieme Baselland hat einen öffentlichen

Auftrag. Einen Viertel ihrer Gelder erwirtschaftet

sie über ihre auf dem Markt angebotenen

Dienstleistungen.

Auf ihrem Weg zu einem selbstbestimmten Leben

erhalten die Menschen Hilfe von rund 200 engagierten

Fachleuten, aber auch von bis zu zehn Zivildienstleistenden:

Im Wohnbereich unterstützen die

Zivis bei Alltäglichem und gestalten die Freizeit mit,

in den Werkstätten leiten und begleiten sie die

behinderten Menschen im Arbeitsprozess.


Ein spürbarer

Mehrwert

Die Arbeit mit Behinderten braucht viel Geduld und Aufmerksamkeit. Wer

sich mit seinen in Werkstätten gefertigten Produkten oder Dienstleistungen

auf dem Markt behaupten will, erhält mit Zivis die passende Unterstützung,

weil sich diese auch bei grossem Termindruck noch um die

Betreuung der Mitarbeitenden kümmern können.

In der Eingliederungsstätte Baselland ist man stolz auf die Marktfähigkeit

der angebotenen Dienstleistungen. Man sieht sich daher auch weniger als

Werkstatt, denn als hochpräzisen Produktionsbetrieb. Am Standort Reinach

fertigt das Team, bestehend aus erfahrenen Berufsleuten und «Mitarbeitenden

mit Rente», wie die behinderten Arbeitskolleginnen und -kollegen

respektvoll genannt werden, hochpräzise mechanische Bauteile. Im Raum

nebenan verpacken und etikettieren andere Gruppen Kosmetika und Textilien.

Mittendrin steht der einundzwanzigjährige Zivildienstleistende Andreas

und erklärt einer geistig behinderten Frau, wie sie Etiketten auf Tuben

kleben soll. Andreas leistet bereits seinen vierten Dienst in der Eingliederungsstätte,

nach insgesamt 48 Wochen im Betrieb kennt er seine Arbeitskollegin

und weiss, worauf es ankommt, damit sie den Auftrag termingerecht

erledigen kann. Es wird einer von Andreas‘ letzten sein; in wenigen

Tagen wird er seine total 387 Diensttage geleistet haben, für die er sich

anstelle des Militärdienstes verpflichtet hat.

«Wir hatten noch nie einen Abgelöschten». Karl Gerber, Leiter Personal &

Administration der Eingliederungsstätte, hatte immer sehr motivierte Zivis

in seinem Betrieb. Die jungen Männer hätten einen guten Zugang zu Menschen

mit Behinderungen. Gelernt haben sie dies auch in dem für Einsätze

in seinem Betrieb vorgeschriebenen Ausbildungskurs. Trotzdem brauchen

sie eine relativ lange Einarbeitungszeit, weshalb Gerber für den Ersteinsatz

eine Mindestdauer von sechs Monaten verlangt. Probleme, genügend Zivis

zu finden, hat er deswegen nicht. Und oft kommen die Zivis auch für einen

weiteren Einsatz in seinen Betrieb zurück, dann engagiert er sie auch einmal

für die für Zivildiensteinsätze vorgeschriebene Minimaldauer von vier

Wochen.

Den frischen Wind, aber auch den Mehrwert, den Zivis in die Betriebe

bringen, spürt man auch im Produktionsbetrieb in Reinach. Die Gruppenleiter

stehen oft unter dem Termindruck des Marktes. Umso mehr werden

sie durch die geduldigen Zivis entlastet, die sich auch dann Zeit für die

Betreuung der «Mitarbeitenden mit Rente» nehmen können. So profitieren

alle: Die Gesellschaft von den Leistungen im Sozialwesen, der Zivi, der motiviert

einen Ersatzdienst leisten kann und Eindrücke fürs Leben sammelt und

der Betrieb, der qualitativ gute Unterstützung und Entlastung erhält. «Vom

Zivildienst kommen immer die besten Mitarbeiter», ergänzt lachend

Matthias Müller, der Leiter der Institution.

Nimmt sich Zeit: In einem Betrieb der

Eingliederungsstätte Baselland koordiniert

Zivi Andreas die Arbeiten der

«Mitarbeitenden mit Rente».

ZIVIS IM EINSATZ EIN MEHRWERT

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Ein Rucksack voller

Erfahrungen

Zivis sind keine ausgebildeten Fachkräfte. Individuelle Lebenserfahrung,

berufliche Fähigkeiten und die Ausbildungskurse des Zivildienstes

schaffen jedoch beste Voraussetzungen für den Einsatz in Ihrem Betrieb,

wie das Beispiel aus dem Bieler Landschaftswerk zeigt.

Beispiel EiB 21026

Ausnahmen bestätigen die Regel: Eigentlich bevorzuge sie Zivis mit abgeschlossener

Berufslehre, sagt Regina Stucki, Leiterin Personalwesen beim

Landschaftswerk Biel, doch Alain sei eine Ausnahme. Es ist Winter, eine

Gruppe Langzeitarbeitslose sägt und spaltet Stämme aus der Landschaftspflege

zu Brennholz. Der 22-jährige Zivi koordiniert die Arbeiten und beweist,

dass er auch als «Bürogummi» zupacken kann. Alain Küffer wollte einmal

Landschaftsgärtner werden, sein Weg führte ihn aber dann über die Handelsschule

zur Berufsmaturität. Umso mehr nutzt er jetzt die Chance,

draussen arbeiten zu können. Die anderen Vorgaben Stuckis erfüllte er problemlos:

Zivis im Landschaftswerk brauchen einen Führerschein und, standortbedingt,

gute Deutsch- und Französischkenntnisse.

Zu Küffers Aufgaben als stellvertretender Gruppenleiter gehört auch die

Führung. Seine Führungserfahrung hat er nicht etwa in seinem Berufspraktikum,

sondern als langjähriger Leiter in Jugend + Sport-Kursen gesammelt.

«Bei mir kommt es schon vor, dass etwas mehr gemault wird als beim

Chef.» Erfahrungen, die ihm auch in seinem zukünftigen Berufsleben

helfen werden. Vor dem Einsatz hat Alain zwei Ausbildungskurse des Zivildienstes

besucht. Der Kurs «Gewaltfreier Umgang mit Konflikten» hilft ihm

in seiner Rolle als Führungsperson einer Gruppe Sozialhilfeberechtigter.

Der Kurs «Umwelt- und Naturschutz» ergänzte in Grundzügen seinen Rucksack

mit Artenkenntnissen und Wissen über die Biodiversität und die Landschaftspflege.

Die praktischen Fertigkeiten aus der Maschinenkunde hat

er inzwischen im Landschaftswerk vertieft in internen Schulungen

müssen schliesslich auch die Klientinnen und Klienten an den Maschinen

ausgebildet werden.

Küffer wollte sechs Monate im Betrieb bleiben, die Dauer des obligatorischen

langen Einsatzes. Doch er hat seinen Einsatz bereits auf neun

Monate verlängert, um dann lückelnlos sein Wirtschaftsstudium in Luzern

beginnen zu können, «vertieft auf Immobilien». Damit hilft er auch bei

den im Sommer anstehenden Garten- und Seeuferarbeiten, auf die er sich

so freut. Und wenn möglich komme er, trotz frühem Arbeitsbeginn um

7.15 Uhr, für seine restlichen Diensttage auch gerne wieder ins Landschaftswerk

zurück. Regina Stucki wird ihn gerne wieder engagieren und

fügt lachend hinzu: «Wenn wir dann einmal viele Immobilien haben, dann

erst recht…»

Landschaftswerk

Biel-Seeland AG

Anerkannt seit 12.03.2008

Plätze: 4

www.landschaftswerk.ch

Das Landschaftswerk Biel-Seeland ist ein Sozialbetrieb

mit 40 Einsatzplätzen für Langzeitarbeitslose.

Über den Einsatz in der ökologischen Landschaftspflege

und mit sozialpädagogischer Begleitung

erhöht es die Wiedereingliederungschancen der Teilnehmenden

in den beruflichen Alltag. Aktionäre der

regional verankerten, gemeinnützigen, steuerbefreiten

Aktiengesellschaft sind Gemeinden der

Region Biel-Seeland sowie regionale Natur-, Landschafts-

und Heimatschutzorganisationen.

Der Betrieb setzt seine Zivis als stellvertretende

Gruppenleiter oder für koordinative Aufgaben in der

Landschaftspflege ein, als Unterstützung im hauseigenen

Veloverleih oder im Hauslieferdienst sowie,

bei entsprechender Vorbildung, in der sozialpädagogischen

Betreuung der Langzeitarbeitslosen.

Mitarbeiter und Motivator: Zusammen mit

Arbeitslosen produziert Alain Cheminéeholz

aus den in Landschaftsschutzprojekten

geschlagenen Bäumen.


«Mich hat es schon

immer interessiert,

draussen arbeiten zu

können.»

Alain Küffer, Zivi im Landschaftswerk Biel,

wollte ursprünglich Landschaftsgärtner

werden.

Der Zivi

Reich an Erfahrung

Zivis bringen einen Rucksack voller Wissen, Fähigkeiten

und Fertigkeiten mit. Dank unseren Ausbildungskursen

und mit Ihrer internen Einführung

erhalten Sie kompetente Unterstützung für Ihren

Betrieb.

Die motivierten Männer (ganz selten Frauen) im Alter

zwischen 18 und 34 Jahren stammen aus allen möglichen

Berufsgattungen und bringen auch aus privaten

Engagements nützliche Kenntnisse für Ihren

Betrieb mit. Sie haben die Möglichkeit, gewisse

erwartete Grundkenntnisse in ihrem Pflichtenheft

festzuhalten. Als Ergänzung zu ihrer betriebsinternen

Einführung besuchen Zivis vom Bund finanzierte einsatzspezifische

Ausbildungskurse, damit sie in ihrem

Einsatz möglichst rasch produktiv mitarbeiten

können.

Kommunizieren ist gerade bei der Betreuung von

Menschen eine Kunst: Im Kurs Kommunikation und

Betreuung setzen sich die Zivis mit grundlegenden

Themen dieses Bereichs auseinander. Wesentliche

Hygiene- und Pflegegrundsätze, aber auch Mobilisations-

und Lagerungsarten werden im Kurs Pflegehilfe

vermittelt. In vier spezifisch ausgerichteten Lehrgängen

bereiten wir Zivis auf ihre Betreuungsaufgaben

vor, sei es für Menschen mit einer Beeinträchtigung,

für betagte Menschen, für Kinder oder für Jugendliche.

All diese einsatzspezifischen Kurse bestehen

aus zwei Modulen. Zivis, die Einsätze von über einem

halben Jahr Dauer leisten, kommen in den Genuss

des zweiten Moduls.

Sichtbare Spuren hinterlässt auch der Kurs Umweltund

Naturschutz: Neben theoretischem Umweltunterricht

erwerben die Teilnehmenden Artenkenntnisse

im Feld und üben praxisnah die erworbenen

Fähigkeiten zur Landschaftspflege. Richtig laut geht

es im zweitägigen Kurs Umgang mit der Motorsäge

zu, der Zivis für einfache Arbeiten mit der Kettensäge

befähigt. Wer seinen Einsatz im Ausland leistet, wird

mit dem Kurs Sicherheit im Auslandeinsatz auf mögliche

Gefahrenquellen und Stressoren vorbereitet.

Die genauen Kursbeschreibungen und -ziele sind auf

der Webseite des Zivildienstes www.zivi.admin.ch

einsehbar.

ZIVIS IM EINSATZ EIN MEHRWERT

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Breite Anerkennung

Zivis leisten Arbeit im öffentlichen Interesse. Dies tun sie jedoch nicht nur beim Staat.

Auch private Institutionen werden als Einsatzbetriebe des Zivildienstes anerkannt, wenn

sie gemeinnützig tätig sind. Dabei gilt es ein paar Regeln zu beachten.

«Der Zivildienst kommt dort zum Einsatz, wo Ressourcen für die Erfüllung wichtiger Aufgaben

der Gemeinschaft fehlen oder nicht ausreichen.» Bundesrat und Parlament haben

in verschiedenen Bestimmungen festgehalten, wie dies zu verstehen ist. Nicht jede Schweizer

Institution kann Zivis einsetzen, die Vielfalt ist jedoch gross: Stiftungen, Vereine, öffentliche

Institutionen, Genossenschaften, Verwaltungen, ja sogar Aktiengesellschaften findet

man unter den Einsatzbetrieben.

Egal in welcher Rechtsform alle Betriebe sind gemeinnützig tätig. Privaten oder gemischtwirtschaftlichen

Institutionen wurde dies meist durch die kantonale Steuerverwaltung attestiert.

Gemeinnützige Arbeit wird an vielen Orten geleistet, und ebenso vielfältig sind die

Tätigkeitsbereiche, in denen die Einsatzbetriebe des Zivildienstes wirken: im Gesundheitswesen,

im Sozialwesen, in der Kulturgütererhaltung, im Umwelt- und Naturschutz oder in

der Landschaftspflege, im Forstwesen, in der Landwirtschaft, in der Entwicklungszusammenarbeit

oder in der humanitären Hilfe sowie bei der Bewältigung von Katastrophen und

Notlagen.

Eine Anerkennung als Einsatzbetrieb gibt Ihnen keinen Anspruch auf die Zuweisung von

Zivis. Rechnen Sie also den Zivi nicht fest in Ihrem Stellenplan ein, er ersetzt keine bestehende

Arbeitskraft. Bei der Anerkennung legen wir fest, wie viele Zivis gleichzeitig in Ihrem

Betrieb arbeiten dürfen: Die Anzahl Zivis ist beschränkt und abhängig von den im Betrieb

vorhandenen Vollzeitstellen. Um die Gesetzes- und Verordnungsbestimmungen für Sie überprüfen

zu können, benötigen wir mit Ihrem Gesuch um Anerkennung Dokumente wie Statuten,

Organigramme und Geschäftsberichte. Im persönlichen Gespräch mit dem für Sie

zuständigen Regionalzentrum (siehe Seite 19) klären wir gerne für Sie ab, ob und in welcher

Form Sie als Einsatzbetrieb infrage kommen. Das ganze Anerkennungsverfahren ist für

Sie kostenlos.


Checkliste

Voraussetzungen

Wer Zivildienst leistet, erbringt eine Arbeitsleistung, die im öffentlichen Interesse liegt. Wenn

Sie also auf Zivis zurückgreifen möchten, muss Ihr Betrieb im öffentlichen Interesse tätig sein.

Was das genau bedeutet, legt die Zivildienstverordnung fest. Für Sie haben wir eine vereinfachte

Checkliste zusammengestellt.

Diese Checkliste gilt nicht für landwirtschaftliche Betriebe. Diese werden gebeten, beim für Sie

zuständigen Regionalzentrum die Spezialbroschüre «Zivis in der Landwirtschaft»

anzufordern.

Haben Sie Ihren Sitz in der Schweiz?

Sind Sie eine Institution des öffentlichen Rechts oder sind

Sie als private bzw. gemischtwirtschaftliche Institution

gemeinnützig tätig?

Ihre Gemeinnützigkeit wurde in der Regel schon zwecks Steuerbefreiung

anerkannt. Trotzdem ein paar Punkte, die es zu beachten

gibt:

››

Ihre Hauptaktivität darf nicht gewinnorientiert sein. Ausnahmen

bilden gewinnorientierte Institutionen im Sozialoder

Gesundheitswesen, deren Kapital- und Stimmenmehrheit

in öffentlicher Hand liegen.

››

Von Ihrer Tätigkeit ziehen mindestens drei Personen einen

Nutzen.

››

Für die Aufnahme in den Begünstigtenkreis stellen Sie

keine besonderen, sachfremden Bedingungen.

››

Ihre Tätigkeit dient nicht dem Eigeninteresse oder jenem

Ihrer Familie.

JA

NEIN

Schwerpunktprogramme

Konzentrierte Wirkung

Die Vollzugsstelle bestimmt mit sogenannten

Schwerpunktprogrammen, wo die Wirkung von Zivildiensteinsätzen

konzentriert werden soll. Zivis, die

den gesetzlich vorgeschriebenen Langen Einsatz

leisten müssen, haben diesen in einem Schwerpunktprogramm

zu absolvieren. Zurzeit existieren

zwei Schwerpunktprogramme:

Pflege und Betreuung

Pflichtenhefte, in denen ein Zivi zu mindestens 30%

in direktem Kontakt mit zu betreuenden oder zu pflegenden

Menschen steht, können in das Schwerpunktprogramm

«Pflege und Betreuung» aufgenommen

werden egal ob es sich um Kinder, Jugendliche,

Betagte, Behinderte oder Asylbewerber handelt. Mit

diesem Programm wird Pflegepersonal entlastet und

die Betreuungsqualität für Bewohner/innen und

Patienten/-innen gesteigert. Darüber hinaus fördern

diese Einsätze die Solidarität zwischen Generationen

und Lebenskulturen.

Umwelt- und Naturschutz

Dreckige Hände sind die erste sichtbare Wirkung des

zweiten Schwerpunktprogrammes. Zivis arbeiten bei

diesen Pflichtenheften primär draussen im Feld. Sie

pflegen Biotope und Wälder, renaturieren Gewässer,

restaurieren Trockenmauern oder unterstützen Bau

und Betrieb von Natur- und Landschaftsparks. Sie

tragen damit zum Schutz der Biodiversität bei und

erhalten handfest die Schutz- und Erholungsfunktionen

von Wald und Landschaft.

Wirken Sie in einem der Tätigkeitsbereiche des Zivildienstes?

Die Tätigkeitsbereiche des Zivildienstes:

››

Gesundheitswesen

››

Sozialwesen

››

Kulturgütererhaltung

››

Umwelt- und Naturschutz, Landschaftspflege

››

Forstwesen

››

Landwirtschaft

››

Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe

››

Bewältigung von Katastrophen und Notlagen

Konnten Sie die drei Fragen bejahen? Dann steht Ihrer Anerkennung als Einsatzbetrieb kaum

noch etwas im Wege. Sind Sie unsicher oder haben Sie vielleicht sogar einmal «Nein» angekreuzt?

Werfen Sie nicht das Handtuch, sondern nehmen Sie Kontakt mit uns auf. Gerne prüfen

wir diese Fragen mit Ihnen genau.

ZIVIS IM EINSATZ EIN MEHRWERT

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Mögliche Tätigkeiten

Nehmen Sie Zivis

in die Pflicht

Zivildienstleistende können Sie an allen Ecken und

Enden unterstützen und entlasten. Die Einsatzmöglichkeiten

sind breit aber nicht beliebig.

In den sogenannten Pflichtenheften halten Sie

zusammen mit Ihrem Regionalzentrum verbindlich

fest, wann und wofür Sie Ihre Zivis einsetzen.

Sei es bei Arbeitsspitzen oder saisonalen Engpässen:

Setzen Sie Ihre Zivis gezielt ein. Sie ersetzen zwar

keine feste Stelle, steigern jedoch ihren Planungsspielraum.

Zudem gewinnt die Qualität Ihrer Leistungen.

Im Pflichtenheft definieren Sie zusammen mit

Ihrem Regionalzentrum den jeweiligen Aufgabenbereich

und quantifizieren die verschiedenen Tätigkeiten.

So ist es auch möglich, verschiedenste Tätigkeiten

in einem einzigen Pflichtenheft unterzubringen.

Denn ein Zivi darf immer nur für die darin festgelegten

Aufgaben eingesetzt werden.

Behandeln Sie Ihre Zivis wie normale Mitarbeitende.

Dennoch gilt Folgendes: Einsätze dauern mindestens

26 Tage, beginnen an einem Montag und enden an

einem Freitag. Dazwischen sind Sie flexibel: Wochenend-,

Schicht- oder Nachtarbeit ist möglich, Teilzeitarbeit

jedoch nicht. Eine längere Mindesteinsatzdauer

und die Wochenarbeitszeit definieren Sie im

Pflichtenheft. Ab 180 Einsatztagen hat ein Zivi

Anrecht auf acht Ferientage; für 30 zusätzliche Diensttage

gibt es noch einmal zwei Ferientage. Macht ein

Zivi einmal Überstunden, kann er diese während des

Einsatzes kompensieren; ein systematisches Ansammeln

für weitere Freitage ist jedoch nicht erlaubt. Im

Zweifelsfalle gelten Zivildienstgesetz und

-verordnung.

«Zivis bringen mit

ihrer natürlichen und

unvorbelasteten Art

eine Leichtigkeit und

Frische in den

Pflegealltag.»

Lucia Schenk, Pflegedienstleiterin Zentrum

Schlossmatt Region Burgdorf


Einsätze mit Spielraum

Auf vier komplett verschiedenen Pflichtenheften leisten Zivis im Zentrum

Schlossmatt Region Burgdorf ihren Dienst. Ob in der Pflege, bei der Betreuung,

in der Küche oder im technischen Dienst: Die Zivis sind bestens ins

Team integriert. Und das zahlt sich aus: Die Plätze sind beliebt.

Beispiel EiB 40

Zentrum Schlossmatt

Region Burgdorf

Anerkannt seit 29.04.1998

Plätze: 5

www.zsburgdorf.ch

Eingebettet in die Emmentaler Hügel, bietet das

Alterspflegeheim Region Burgdorf 155 pflegebedürftigen

und betagten Menschen einen Lebensraum

von hohem Standard. Getragen von der gleichnamigen,

als gemeinnützig anerkannten und daher

steuerbefreiten Stiftung, offerieren die rund 250

Mitarbeitenden vielfältige Leistungen sowohl für

Bewohnerinnen und Bewohner als auch für externe

Tagesgäste.

Zivildienstleistende unterstützen das Team in der

Küche, bei der Betreuung von Gruppen und Einzelpersonen,

in der Grundpflege oder bei Umgebungs-,

Wartungs- und Reparaturarbeiten im technischen

Dienst.

Natürlich sind nicht alle Pflichtenhefte im Zentrum Schlossmatt Region

Burgdorf gleich gut ausgelastet. Zivis zieht es, schon alleine wegen der

kürzeren Mindesteinsatzdauer, eher in die Küche oder in den technischen

Dienst. Doch manch einen, der sich auf eines dieser Pflichtenhefte

beworben hat, hat Christina Estermann, die Leiterin des Personalwesens,

für einen Einsatz in der Betreuung oder in der Pflege überzeugen können,

obwohl dort keine kurzen Einsätze möglich sind. Das Heim profitiert dabei

vom Umstand, dass jeder Zivi, der keine RS absolviert hat, einen langen

Einsatz von sechs Monaten leisten muss. Details wie die Mindesteinsatzdauer

oder mögliche Schicht- und Wochenendarbeit hat Estermann

zusammen mit dem für Burgdorf zuständigen Regionalzentrum Thun für

jedes Pflichtenheft einzeln festgelegt.

Im Pflichtenheft sind auch die Tätigkeiten umschrieben und quantifiziert,

die ein Zivi übernehmen muss. Seine 42-Stunden-Woche verbringt ein Zivi

im Pflichtenheft «Pflegehelfer» zu 75% in der Grundpflege. Die passende

Formulierung im Pflichtenheft lässt jedoch nebst der Unterstützung bei

der Toilette, bei der Nahrungsaufnahme oder bei der Mobilität auch Betreuungsaufgaben

zu. Estermann rät, die Beschriebe möglichst offen zu formulieren;

so können die Abteilungen den Zivi nach seinen Fähigkeiten flexibel

einsetzen. Zivis, die sich einen Einsatz in der Pflege nicht zutrauen,

bewerben sich auf das reine Betreuungs-Pflichtenheft. Diese besuchen

im Voraus anstelle des Pflege- den Betreuungskurs (siehe Seite 7). Für

Betriebe im Betagtenbereich stellt die Vollzugsstelle auch ein Standard-

Pflichtenheft mit einem breiten Tätigkeitsspektrum zu Verfügung.

Estermann koordiniert die Zivi-Einsätze nunmehr schon seit 15 Jahren. Ein

einziges Mal mussten sie einen Einsatz nach zwei Tagen abbrechen, weil

der Zivi mit den Pflegeaufgaben überfordert war. Ansonsten berichtet sie

nur Gutes: Zivis seien gut in die Teams integriert, die jungen Männer

würden auch von den Bewohnerinnen und Bewohnern gut aufgenommen.

Der Nutzen sei weit höher als die aufzuwendenden Kosten. Zivis steigern

die Betreuungsqualität und -intensität, in der Küche oder im technischen

Dienst erleichtern sie die Planung der unregelmässig anfallenden Arbeiten.

Und das bei einem vertretbaren Verwaltungsaufwand…

Hilft tatkräftig mit: Zivi Thomas repariert im

Zentrum Schlossmatt Region Burgdorf den

Rollator eines Bewohners.

ZIVIS IM EINSATZ EIN MEHRWERT 10

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Das Sahnehäubchen

darf was kosten

Den grossen Nutzen holt sich die Kreuzlinger Kinderkrippe Felsenburg

nicht etwa dank der Entlastung ihrer Mitarbeitenden. Den Vorteil von Zivis

sieht die Geschäftsleiterin Margarete Baur in der Bereicherung ihres Leistungsangebots:

Die Kinder erhalten männliche Bezugspersonen. Und das

darf ruhig etwas kosten.

«Den Zivi leisten wir

uns zusätzlich.»

Margarete Baur, Leiterin der Kinderkrippe

Felsenburg, schätzt die qualitative Bereicherung,

die sie mit Zivildienstleistenden

erhält.

«Wie ein Magnet», kommentiert Geschäftsleiterin Margarete Baur, die seit

über zehn Jahren in der Kinderkrippe Felsenburg arbeitet, das Phänomen.

Denn jedes Mal, wenn ein Zivi neu beginnt, erlebt sie das gleiche Spektakel:

«Da kommt so ein Zivi, der ist kaum eine Minute hier, und schon

wird er von den Kindern belagert.» Kleinkindererzieherinnen, Sozialpädagoginnen,

Lernende, die Köchin und die Haushälterin: Die Krippe beschäftigt

primär Frauen. Umso mehr schätzt Baur den Mehrwert, den Zivis als

männliche Bezugspersonen in den Betreuungsalltag bringen. Die vier

Gruppen, eine mit Kleinkindern, drei weitere mit Kindern ab 18 Monaten,

werden jeweils von drei Festangestellten betreut. Den Zivi rechnet sie im

Stellenplan nicht mit ein. «Der ist bei uns wirklich Luxus. Den leisten wir

uns noch zusätzlich!»

Zivildienstleistende gibt es nicht umsonst. Zum einen entrichtet der Verein

Kreuzlinger Kinderkrippe für jeden Zivi Fr. 10.50 pro Tag an den Bund. Dazu

kommt der tägliche Fünfliber Taschengeld: Er zeigt die vom Gesetzgeber

beabsichtigte Gleichbehandlung von Armee- und Zivildienstleistenden

auf. Diese Idee widerspiegelt sich auch in den Spesenentschädigungen.

Da die Krippe täglich von 06.30 Uhr bis 18.30 Uhr geöffnet ist und die

Zivis Frühstück, Mittag- und Nachtessen zusammen mit den Kindern einnehmen,

bezahlt Baur die Verpflegungskosten, immerhin 20 Franken, nur

an den Wochenenden. «Der muss ja an diesen Tagen auch leben», ergänzt

sie lachend ihre Ausführungen. Zusammen mit den Kosten für den

Arbeitsweg und den täglichen fünf Franken für die Benutzung der Privatunterkunft

bezahlt Baur dem Zivi monatlich etwas über 600 Franken, dazu

die Abgabe an den Bund von rund 300 Franken. Dies ist etwas mehr, als

sie für ihre Praktikantinnen bezahlt.

Trotz den Kosten hätte Baur am liebsten auf jeder der vier Kindergruppen

einen Zivi. Studenten, Automechaniker, Heizungsmonteure Männer, die

fest im Leben stehen und dem pädagogisch perfekt geschulten Team auch

einmal einen Blick über den Tellerrand hinaus ermöglichen. Eine andere

Möglichkeit, männliche Bezugspersonen zu gewinnen, sieht sie zurzeit

kaum. «Das ist so wie das Sahnehäubchen.» Ihr Blick wandert zur Tür,

hinter welcher die Kleinkindererzieherinnen mit den Kindern zu Mittag

essen: «Nicht nur für die Kinder auch für die Frauen!»

Ein Mann für alle Fälle: Während die Jüngsten

schlafen, klärt «Inspektor» Zivi Sven mit den

älteren Gästen der Kinderkrippe Felsenburg

einen kniffligen Fall.


Die Kosten

Den Zivi gibt’s nicht

umsonst

Für Sie als Einsatzbetrieb fallen drei verschiedene

Arten von Kosten an: eine Abgabe an den Bund, damit

der Wettbewerb nicht verzerrt wird; Kost, Logis und

weitere Spesen für den Zivi, wobei Sie einen Teil auch

in Naturalien entrichten können; und der tägliche

Fünfliber Taschengeld. Zu kompliziert? Ihr zuständiges

Regionalzentrum zeigt Ihnen gerne auf, was dies

für Ihren Betrieb konkret bedeutet.

Einsatzbetriebe entrichten dem Bund eine Abgabe.

Diese soll verhindern, dass Zivis den Wettbewerb verzerren.

Sie hilft, die Vollzugskosten zu decken, und

soll Sie als Einsatzbetrieb motivieren, Zivis möglichst

effizient einzusetzen. Diese Abgabe beträgt zwischen

CHF 8.40 pro Tag und maximal 25% des orts- und

berufsüblichen Bruttolohnes für eine vergleichbare

Arbeitskraft. Deshalb wird jedes Pflichtenheft einer

Abgabenkategorie zugeteilt. Weil aber auch ein Zivi

nicht von Beginn an die volle Leistung bringt, gibt es

die ersten 26 Tage zum halben Preis!

Beispiel EiB 544

Verein Kreuzlinger

Kinderkrippe

Anerkannt seit 27.11.1998

Plätze: 4

www.felsenburg.info

Am «Gaissberg», in einer herrschaftlichen Villa

leicht erhoben über der Stadt Kreuzlingen, betreuen

die 20 Mitarbeiterinnen der Kinderkrippe Felsenburg

primär Frauen Tag für Tag bis zu 45 Kinder.

Die Krippe für Mädchen und Knaben im Alter von bis

zu fünf Jahren gehört, zusammen mit vier Schülerhorten,

zum steuerbefreiten Verein Kreuzlinger

Kinderkrippe.

Die zwei bis drei Zivis erkennt man zwischen all den

weiblichen Betreuerinnen umgehend. Obwohl auch

für die Horte Pflichtenhefte existieren, unterstützen

sie primär das Team der Krippe. Dort steigern sie die

Qualität der Betreuung im Spiel, beim Essen oder in

der Hygiene und übernehmen hauswirtschaftliche

Arbeiten.

Auch Zivis müssen leben. Sie stellen dem Zivi Unterkunft

und Verpflegung zur Verfügung. Können Sie dies

nicht, bezahlen Sie ihm eine Entschädigung (insgesamt

maximal 25 Franken, dazu maximal CHF 7.20

Zuschlag auf die Abgabe an den Bund). Dieser Betrag

fällt für jeden anrechenbaren Diensttag an, also auch

fürs Wochenende. Braucht der Zivi in Ihrem Betrieb

spezielle Arbeitskleidung, geben Sie diese ab oder

entschädigen den Zivi. Sollten Ihrem Zivi für den täglichen

Arbeitsweg Kosten entstehen, kommen Sie

auch für diese auf. Die Vollzugsstelle übernimmt nur

die Reisekosten für die Hin- und Rückreise ins

Wochenende.

Was auch keine grossen Sprünge ermöglicht: Zuletzt

bezahlen Sie dem Zivi noch einen Fünfliber Taschengeld

pro Tag.

Zivis sind während des Einsatzes durch die Militärversicherung

gegen Krankheit und Unfall versichert.

Fügt ein Zivi während seines Einsatzes Dritten einen

Schaden zu, haftet der Einsatzbetrieb genau so, wie

er es auch für sein eigenes Personal tut. Handelt der

Zivi vorsätzlich oder grobfahrlässig, kann der Betrieb

auf den Bund zurückgreifen.

ZIVIS IM EINSATZ EIN MEHRWERT

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Meine Zivis müssen fit

und belastbar sein

In der Küche des Luzerner Kantonsspitals sind die Prozesse eingespielt.

Zivis, die dort ihren Dienst leisten, müssen sich reibungslos in die Abläufe

integrieren. Walter Hüberli, Leiter der Hauptküche, führt deshalb mit jedem

Bewerber ein persönliches Gespräch und zeigt ihm auf, was ihn im Einsatz

erwarten wird.

Nachmittags um vier herrscht reger Betrieb in der Hauptküche des Luzerner

Kantonsspitals. Die Zivis Nikoll Markaj und David Kunz verladen die individuell

bestückten Tabletts mit den Nachtessen für die Patientinnen und

Patienten in isolierte Transportwagons, die sie zu einem kleinen Zug

zusammenhängen. «Pro Mahlzeit verpflegen wir 600 bis 650 Patientinnen

und Patienten. Da muss schnell und routiniert gearbeitet werden. Deshalb

müssen die Zivis körperlich fit und belastbar sein.» Walter Hüberli, Leiter

der Hauptküche, prüft in einem Vorstellungsgespräch, ob die Bewerber

der Arbeit in seiner Küche gewachsen sind: «Bereits beim Erstkontakt

merkt man, ob ein Zivi für den Einsatz geeignet ist. Bei Unsicherheiten vereinbaren

wir einen Probeeinsatz.»

Attraktive Pflichtenhefte würden mit Anfragen überhäuft, erklärt HR-Sachbearbeiterin

Aline Deville, die zusätzlich zu E-ZIVI, dem Dienstleistungsportal

für den Zivildienst, ein eigenes Stellenportal für ihre 23 Pflichtenhefte

führt. Noch beliebter als Einsätze als Küchengehilfen sind jene im

internen Postdienst, in der Labor-Administration oder in der Gärtnerei.

Etwas weniger Wahlmöglichkeit haben die Verantwortlichen für die fachspezifischen

Pflichtenhefte wie Pflegefachmann oder Koch, die hohe Anforderungen

an den Zivi stellen. Damit jeder Einsatzbereich den geeigneten

Zivi findet, prüft Deville die eingehenden Bewerbungen darauf, ob der Zivi

dem im Pflichtenheft definierten Anforderungsprofil entspricht. Nur dann

leitet sie das Dossier an den zuständigen Bereich weiter.

So landen die Bewerbungen auch auf dem Tisch von Küchenchef Walter

Hüberli. Trauen er und der für die Betreuung des Zivis zuständige Teilbereichsleiter

nach dem Vorstellungsgespräch dem Bewerber die Arbeit zu,

füllen Sie mit der Unterstützung Devilles die Einsatzvereinbarung aus. Trifft

dann das Aufgebot aus dem zuständigen Regionalzentrum ein, steht dem

Einsatz nichts mehr im Wege. So geschehen auch bei Nikoll und David,

die inzwischen den kleinen Zug mit den Mahlzeiten auf seine Reise zu den

hungrigen Patientinnen und Patienten geschickt haben. Hüberli ist

zufrieden mit seiner Wahl: «Die Zivis sind motivierte junge Leute, welche

mir eine nützliche Unterstützung im Betrieb bieten können.»

Beispiel EiB 35

Luzerner Kantonsspital

Anerkannt seit 18.1.2000

Plätze: 48

www.luks.ch

Das grösste nichtuniversitäre Spital der Schweiz

sorgt mit rund 3500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern

für das Wohl und die Gesundheit von jährlich

über 100 000 stationären und ambulanten Patientinnen

und Patienten. Das leistungsstarke Zentrumsspital

im Herzen der Schweiz bietet rund um die Uhr

höchste medizinische Versorgung und betreibt mehrere

Notfallstationen.

Das Luzerner Kantonsspital setzt bis zu 48 Zivildienstleistende

auf 23 verschiedenen Pflichtenheften

ein. Die Kliniken und Institute profitieren

unter anderem von der Unterstützung in der Gärtnerei,

durch Küchengehilfen, bei Bettentransporten,

in der Labor-Administration oder im internen Postdienst.

Bei entsprechender Vorbildung greift der

Betrieb auch gerne auf die Erfahrung von Medizinstudenten,

Köchen oder Pflegefachmännern zurück.

Glieder einer Kette: Die Zivis Nikoll und David

verladen Essenstabletts für hungrige Patientinnen

und Patienten des Luzerner Kantonsspitals.


Das Bewerbungsverfahren

Sie haben die Wahl

Als Einsatzbetrieb des Zivildienstes suchen Sie sich

Ihre Helfer aus. Entscheiden Sie selbst, ob Sie einen

Zivi engagieren: Ihnen stehen sämtliche Möglichkeiten

eines Bewerbungsverfahrens offen.

Ihren Bedarf erfassen Sie in E-ZIVI, dem Dienstleistungsportal

für den Zivildienst. Interessierte Zivis nehmen

dann direkt mit Ihnen Kontakt auf. Nun liegt es

an Ihnen: Nutzen Sie die Chancen eines regulären

Bewerbungsverfahrens. Studieren Sie das Dossier,

führen Sie Gespräche und arrangieren Sie, falls

gewünscht, einen bis zu fünftägigen Probeeinsatz.

Ihr Regionalzentrum berät Sie gerne.

Haben Sie Ihren Zivi gefunden, unterzeichnen Sie

gemeinsam die Einsatzvereinbarung. Daraus erstellt

das für den Zivi zuständige Regionalzentrum das Aufgebot,

welches Grundlage für jeden Einsatz ist. Dieser

gesamte Prozess ist in E-ZIVI papierlos möglich,

falls Sie und der Zivi sich registriert haben. Ausgeschlossen

von einem Zivildiensteinsatz in Ihrem

Betrieb sind Ihre eigenen Mitarbeiter, Praktikanten

oder andere Personen, die in einem engen Verhältnis

zu Ihrer Institution stehen oder standen. Ein Zivildiensteinsatz

darf auch nicht zur privaten Aus- oder

Weiterbildung oder zu Gunsten Angehöriger des Zivis

geleistet werden. Bei Unsicherheiten hilft Ihnen Ihr

Regionalzentrum gerne weiter.

Sie haben die Wahl. Profitieren Sie von der Erfahrung

und dem Wissen der Zivildienstleistenden, die zu

Ihrem Betrieb passen.

«Bereits beim Erstkontakt

merkt man,

ob ein Zivi für den

Einsatz geeignet ist.»

Walter Hüberli, Leiter der Hauptküche

im Luzerner Kantonsspital, setzt auf das

persönliche Gespräch.

ZIVIS IM EINSATZ EIN MEHRWERT

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Beispiel EiB 388

Caritas Vaud

Anerkannt seit 23.9.1998

Plätze: 10

www.caritas-vaud.ch

Seit über 60 Jahren setzt sich die Caritas Vaud

gegen Armut und Ausgrenzung ein. 94 Mitarbeitende,

450 Freiwillige und bis zu 10 Zivildienstleistende

stehen gefährdeten und betroffenen Mitmenschen

zur Seite. Die Caritas schafft Rahmenbedingungen,

damit Menschen allen Alters in Würde

leben können, und unterstützt ihre Bemühungen

zur Rückkehr in die Selbständigkeit.

Die Caritas Vaud betreibt 11 Läden mit günstigen

Kleidern und Lebensmitteln für Armutsbetroffene,

führt Eingliederungsstätten, Notschlafstellen und

Sozialhilfezentren und berät oder begleitet Menschen

in Notsituationen. In beinahe allen Bereichen

und an Standorten im ganzen Kanton Waadt holt

sich der Verein die Unterstützung von Zivis.

«Wir hatten schon Zivis,

die haben ihre ganze

Dienstzeit bei der Caritas

Vaud absolviert.»

Gabriel Oguey, administrativer Leiter der Caritas

Vaud, profitiert auch von wiederkehrenden

Zivildienstleistenden.


Wiederholungstäter

Die Caritas Vaud ist ein beliebter Einsatzbetrieb. Das zeigt sich darin, dass

Zivis für Folgeeinsätze gerne auf ihren Einsatzplatz zurückkehren. Von der

bereits vorhandenen Erfahrung profitiert der Betrieb besonders.

Die Aufnahme hilfebedürftiger polnischer Flüchtlinge führte 1942 zur Gründung

des Waadtländer Ablegers des Hilfswerks Caritas. Freiwillige und

Priester kümmerten sich damals um deren Wohl, noch ohne die Hilfe von

Zivildienstleistenden. Heute leisten etwa 30 Zivis jährlich rund 2000 Diensttage

in den verschiedenen Institutionen der Caritas Vaud. «Unsere finanziellen

Mittel sind beschränkt», erklärt Gabriel Oguey, administrativer Leiter

des Hilfswerks. «Der Zivildienst ist für uns eine interessante Lösung, tatkräftige

Unterstützung zu erhalten.» So auch in Yverdon-les-Bains, wo die Caritas

im Auftrag der Stadt eine Velostation betreibt. Erwerbslose bewirtschaften

das städtische Veloverleihsystem, reparieren Fahrräder und überwachen

das Veloparking. Angeleitet und geführt werden diese auch von Zivis. «Viele

sind gut, einige ragen heraus, nur wenige machen bloss das Minimum»,

weiss François Zurcher, der die Velostation leitet. Er bevorzugt Zivis, die

einen möglichst langen Einsatz leisten. Die Minimaldauer hat er zusammen

mit dem Regionalzentrum auf zwei Monate festgelegt.

Nicht selten kehren Zivis an ihre Einsatzplätze zurück. «Einige kommen

regelmässig», erzählt Oguey. «Sie kennen die Arbeit und mögen diese.» Das

sei eine Win-Win-Situation, auch der Betrieb profitiere vom Wissen aus früheren

Einsätzen. Und zudem, fügt Oguey an, sei es auch für den Zivi einfacher,

nicht immer etwas Neues zu suchen, wenn es ihm an einem Ort gefällt.

«Zivis sind qualitativ gute Arbeitskräfte, meist sind sie hochmotiviert und

äusserst kompetent.» So erhält die Caritas Vaud zusätzliche Unterstützung,

die das bestehende professionelle Team verstärkt. Und neue Ideen: «Ihre

Aussensicht und ihre Vorschläge führen nicht selten zur Verbesserung

unserer Prozesse. Zivis sind eine wichtige Innovationskraft.»

Schüler und Lehrer: Zivis koordinieren in der

Velostation der Caritas Vaud in Yverdon-les-Bains

die Reparatur von Fahrrädern durch Arbeitslose.

Und können zwischendurch auch einmal etwas

lernen.

ZIVIS IM EINSATZ EIN MEHRWERT

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Die nächsten Schritte

So sind Sie dabei

Sie möchten nicht länger auf die Unterstützung

durch Zivildienstleistende verzichten? Melden Sie

sich beim für Sie zuständigen Regionalzentrum!

Haben wir Ihr Interesse geweckt? Melden Sie sich bei

uns. Aus der Karte rechts entnehmen Sie, welches

unserer sechs Regionalzentren für Sie zuständig ist.

Gerne beantworten wir Ihre Fragen und senden Ihnen

die Unterlagen zu, die Sie für das Gesuch um Anerkennung

als Einsatzbetrieb benötigen.

Dieses Verfahren ist kostenlos. Wir sind bemüht um

eine zügige Abwicklung. Allenfalls offene Fragen klären

wir gerne in einem persönlichen Gespräch. Wir

freuen uns, Sie als Partner des Zivildienstes begrüssen

zu dürfen.


Pflegt zu Hause: Zivi Yannick verbindet den

Zeh eines Klienten der Spitex Region Bern

Nord.

Impressum

Eidgenössisches Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung WBF

Vollzugsstelle für den Zivildienst ZIVI

www.zivi.admin.ch

Redaktion und Texte

Olivier Rüegsegger, Heinz Schenk

Konzept und Kreation

Werbelinie AG Agentur für Kommunikation

Fotografie

Gaëtan Bally (Seite 3), Olivier Rüegsegger (übrige)

Vertrieb: BBL, Verkauf Bundespublikationen, CH-3003 Bern, www.bundespublikationen.admin.ch

Art.-Nr. 735.104d 10.15 1000 860365018/1


Vollzugsstelle für den Zivildienst ZIVI

www.zivi.admin.ch

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