PRG_U5_Newsletter_September16

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Liebe Nachbarn, liebe Berlinerinnen und Berliner,
liebe Interessierte an dem Projekt „Lückenschluss U5“,
unsere U-Bahnhöfe entstehen weitgehend in Deckelbauweise; das bedeutet, dass über die Baugruben
eine Decke gebaut wird, um die Anrainer vor Lärm und Staub zu schützen. Gleichzeitig bedeutet diese
Bauweise aber auch, dass die Einblicke in den Baufortschritt auf diesen Newsletter, die Website oder
die „Schaufenster“ im Bauzaun beschränkt sind. Deshalb freuen wir uns umso mehr, dass wir Ihnen am
7. September die Möglichkeit geben konnten, sich mit eigenen Augen ein Bild vom Baufortschritt am
U-Bahnhof „Rotes Rathaus“ zu machen.
Stolpern Sie über den Namen? Es ist aber ganz richtig: Pünktlich zum Richtfest wurde nun auch
die Diskussion um den zukünftigen Namen des U-Bahnhofs direkt vor dem ziegelroten Berliner
Regierungssitz entschieden: Der U-Bahnhof soll zukünftig auch offiziell „Rotes Rathaus“ heißen. Ob
Berliner Rathaus oder Rotes Rathaus – wir danken unseren Bauleuten und allen Beteiligten herzlich
für den Einsatz und die Leistungen in den letzten Monaten und Jahren. Der Bau des Projekts „Lückenschluss
U5“ verlangt aber auch Ihnen als Verkehrsteilnehmer, als Passant, als Tourist und vor allem als
Anwohner tagtäglich viel Verständnis, Geduld und Pragmatismus ab. Dafür auch Ihnen vielen Dank!

LÜCKENSCHLUSS

September 2016

Liebe Nachbarn, liebe Berlinerinnen und Berliner,

liebe Interessierte an dem Projekt „Lückenschluss U5“,

unsere U-Bahnhöfe entstehen weitgehend in Deckelbauweise; das bedeutet, dass über die Baugruben

eine Decke gebaut wird, um die Anrainer vor Lärm und Staub zu schützen. Gleichzeitig bedeutet diese

Bauweise aber auch, dass die Einblicke in den Baufortschritt auf diesen Newsletter, die Website oder

die „Schaufenster“ im Bauzaun beschränkt sind. Deshalb freuen wir uns umso mehr, dass wir Ihnen am

7. September die Möglichkeit geben konnten, sich mit eigenen Augen ein Bild vom Baufortschritt am

U-Bahnhof „Rotes Rathaus“ zu machen.

Stolpern Sie über den Namen? Es ist aber ganz richtig: Pünktlich zum Richtfest wurde nun auch

die Diskussion um den zukünftigen Namen des U-Bahnhofs direkt vor dem ziegelroten Berliner

Regierungssitz entschieden: Der U-Bahnhof soll zukünftig auch offiziell „Rotes Rathaus“ heißen. Ob

Berliner Rathaus oder Rotes Rathaus – wir danken unseren Bauleuten und allen Beteiligten herzlich

für den Einsatz und die Leistungen in den letzten Monaten und Jahren. Der Bau des Projekts „Lückenschluss

U5“ verlangt aber auch Ihnen als Verkehrsteilnehmer, als Passant, als Tourist und vor allem als

Anwohner tagtäglich viel Verständnis, Geduld und Pragmatismus ab. Dafür auch Ihnen vielen Dank!

Die Geschäftsleitung der PRG U5:

Ute Bonde und Jörg Seegers.

Foto: Oliver Lang.

Ihre Ute Bonde

Geschäftsführerin Finanzen | PRG U5

Ihr Jörg Seegers

Geschäftsführer Technik | PRG U5

U-Bahnhof Rotes Rathaus, Betonage des Bahnsteigs.

„UNS WURDE PROFESSIONELLES

VERSTÄNDNIS UND TOLERANZ ENTGEGENGEBRACHT.“

Ein Interview mit Maik Kopsch, Leiter des Teilprojekts U-Bahnhof Rotes Rathaus (BRH), PRG U5

F: Herr Kopsch, Sie haben die Errichtung des

Bauhafens betreut und leiten seit 2013 das Teilprojekt

U-Bahnhof Rotes Rathaus von Rohbau

bis Ausbau sowie die Instandsetzung des ALX-

Tunnels. Was reizt Sie an Ihrer Tätigkeit?

Grundsätzlich ist es die Herausforderung, komplexe

Bauaufgaben erfolgreich von Anfang

bis zu einem guten Ende zu führen; das Ganze

dann noch an so exponierter Stelle und mit

vielen positiven Effekten, wenn das Gesamtprojekt

in Betrieb geht. Ich trage mit meiner

Arbeit dazu bei, dass der Verkehr in der

Hauptstadt entlastet wird. Und hoffentlich

wird es viele begeisterte Fahrgäste geben.

F: Sie sind von Haus aus Spezialtiefbauer. Gab

es beim Grundbau für den U-Bahnhof Rotes

Rathaus besondere Herausforderungen?

Davon abgesehen, dass der Spezialtiefbau

grundsätzlich eine Herausforderung ist, war

die geringe Entfernung zum Roten Rathaus

in Verbindung mit dessen mehrfach saniertem

Baukörper eine wesentliche Problematik.

Vorab berechnete Grenzwerte der Setzungsund

Verformungsprognosen des Gebäudes

durften nicht überschritten werden. Ein weiterer

wichtiger Aspekt ist die Erstellung einer

Teilprojektleiter BRH Maik Kopsch.

Foto: A. Reetz-Graudenz, 2016.

Foto: A. Reetz-Graudenz, 2016.


Ein Interview mit Maik Kopsch, Leiter des Teilprojekts U-Bahnhof Rotes Rathaus (BRH), PRG U5

dichten Baugrube als Basis für den termingerechten

Weiterbau. Eine undichte Baugrube

nachträglich abzudichten kann technisch,

zeitlich und finanziell extrem problematisch

werden. Mein beruflicher Hintergrund ist also

sicher kein Nachteil.

F: Hat die Nähe zum Berliner Regierungssitz die

Arbeiten beeinflusst?

Der Regierende Bürgermeister und die Angehörigen

der Senatskanzlei blicken von ihren

Schreibtischen ja genau auf die Baueinrichtungsfläche.

Zusätzlich zur Nähe aus baulicher

Sicht kommt natürlich der direkte Kontakt

zum Regierungssitz hinzu. Durch stetigen

Kontakt mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern

der Senatskanzlei und auch mit dem

Regierenden Bürgermeister wurde ein äußerst

angenehmes nachbarschaftliches Verhältnis

geschaffen, das unsere Bauarbeiten niemals

behinderte. Uns wurde und wird professionelles

Verständnis und Toleranz entgegengebracht.

Ein vergleichbar gutes Verhältnis

haben wir im Übrigen mit allen Anwohnern

und Betroffenen aufgebaut.

F: Was ist jetzt noch zu tun?

Was nun folgt, ist der Ausbau: Die Ausstattung des

Bauwerks mit Wandbekleidungen, die Installation

von Versorgungsleitungen und Beleuchtung;

die Montage aller BVG-spezifischen Anlagen

einschließlich der Realisierung des Gleisbaus.

Außerdem wird die Geländeoberfläche wiederhergestellt.

Dazu zählt auch die Erneuerung des

Kreuzungsbereichs Spandauer Straße/ Rathausstraße

nach aktuellsten Erfordernissen.

Herr Kopsch, vielen Dank und viel Erfolg auch bei

dieser Etappe!

VON A-Z AM U-BAHNHOF ROTES RATHAUS.

A – ARCHÄOLOGIE

Direkt vor dem jetzigen Berliner Rathaus stand

bis ins 19. Jahrhundert hinein das erste, mittelalterliche

Rathaus Berlins aus dem 13. Jahrhundert.

Von 2010 bis 2013 fanden hier bereits archäologische

Gra bungen statt. Die Archäologen des

Landesdenkmalamts förderten nicht nur Gewölbereste

zu Tage, sondern auch Alltagsgegenstände

aus dem Mittelalter wie Münzen, Würfel

oder Reste von Glasgefäßen. Spektakulär war

außerdem der Fund von 11 Skulpturen der klassischen

Moderne im Bombenschutt. Vom Nazi-

Regime als „entartete Kunst“ gebrandmarkt,

galten diese nach Ende des Dritten Reiches als

verschollen. Seit August 2016 sind die Archäologinnen

und Archäologen erneut bei der Arbeit,

um die Überreste des Ratskellers und die

Gerichtslaube vollständig freizulegen.

B – BAUHERR

Bauherr des gesamten Projekts Lückenschluss

U5 sind die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG).

Geleitet wird das Projekt seit 2014 von der Projektrealisierungs

GmbH U5 (PRG U5), einer hundertprozentigen

BVG-Tochter. Die PRG U5 wurde

eigens zu dem Zweck gegründet, das Projekt

erfolgreich und sicher durchzuführen.

C – COLLIGNON

Der Architekt des U-Bahnhofs Rotes Rathaus

ist Oliver Collignon. Er ließ sich für den

Entwurf der Bahnhofshalle vom Gewölbe

des mittelalterlichen Rathauses inspirieren.

Die Form der sieben zentralen Säulen mit

ihren Pilzköpfen erweckt den Eindruck

eines gotischen Gewölbes.

Die Archäologen bei der Arbeit. Foto: M. Stefke, 2011. Düsenstrahlverfahren vor dem Rathaus.

Foto: M. Kopsch, 2013.

D – DÜSENSTRAHLVERFAHREN

Dieses Verfahren wird bei allen Baugruben des

Gesamtprojekts eingesetzt, um die Baugruben

nach unten gegen das Grundwasser abzudichten.

Dabei wird der Boden mit bis zu 400 bar

Flüssigkeitsdruck kreisförmig aufgeschnitten

und mit Zementsuspension vermischt.

Es entstehen sich überlappende Düsenstrahlsäulen

aus einem Boden-

Zementgemisch. Diese bilden eine

nahezu wasserundurchlässige Fläche,

die Dichtsohle. Für die Dichtsohle des

U-Bahnhofs Rotes Rathaus wurden

insgesamt mehr als 1000 Düsenstrahlsäulen

hergestellt.

E – EXTRATIEFE DICHTSOHLEN

Um bei dem sehr hohen Grundwasserspiegel

geringe Ausführungsrisiken einzugehen, erstellten

wir die Baugruben mit so genannten

tiefliegenden Dichtsohlen. Diese Ausführungsvariante

führt ohne Zusatzmaßnahmen zu

einem stabilen statischen und sicheren

System, da nach dem Baugrubenaushub

die Auflast oberhalb der Dichtsohle größer

ist als die von unten wirkende Auftriebskraft.

Am U-Bahnhof Rotes Rathaus wurde eine

tief liegende Dichtsohle in ca. 30 Meter

Tiefe und ein Aussteifungsrost in etwa

18 Meter Tiefe realisiert.

Zweistöckiger Entwurf des U-Bahnhofs Rotes Rathaus.

Visualisierung: bünck+fehse.

2


F – FRISTGERECHT

Die Inbetriebnahme der U5 ist für 2020 vorgesehen.

Der Bau des U-Bahnhofs Rotes

Rathaus liegt dabei voll im Soll: Für Grundbau

und Rohbau benötigten wir 45 Monate.

Eine große Herausforderung, die auch Auswirkungen

auf den Fertigstellungstermin

haben könnte, stellt aber der technisch sehr

anspruchsvolle Rohbau des U-Bahnhofs

Museumsinsel im Schutze eines 100 Meter

langen Vereisungskörpers dar.

K – KEHRANLAGE

Die neue Aufstell- und Kehranlage in der

unteren Ebene des U-Bahnhofs Rotes Rathaus.

Foto: A. Reetz-Graudenz, 2016.

Besser gesagt, Aufstell- und Kehranlage: Diese Anlagen werden für den U-Bahnbetrieb benötigt, damit die

U-Bahnen die Fahrtrichtung ändernkönnen; zudem können hier neue U-Bahnen aufgestellt werden. Seit

den 1930ern nutzt die BVG den Tunnelabschnitt

zwischen U-Bahnhof Alexanderplatz und Rotes

Rathaus als Aufstell- und Kehranlage für die U5. Da

solch eine Anlage auch gebraucht wird, wenn die

U5 ab 2020 bis zum Hauptbahnhof durchfahren

wird, wurde in der unteren Ebene des U-Bahnhofs

Rotes Rathaus eine Aufstell- und Kehranlage

integriert, die Platz für vier Züge bietet.

G – GENERALUNTERNEHMER

Der Generalunternehmer für den Rohbau des

U-Bahnhofs Rotes Rathaus ist die Porr GmbH.

Sie beschäftigt im Schnitt seit Januar 2013 ca. 35

Arbeiter auf der Baustelle. Generalunternehmer

für die Herstellung des Tunnels und den Rohbau

der anderen beiden U-Bahnhöfe ist das schweizerische

Unternehmen Implenia. Die Vergabe für

den Ausbau ist bisher noch nicht erfolgt.

Die Büroräume auf der Baustelle.

H – HACKE

Foto: A. Reetz-Graudenz, 2016.

„Vor der Hacke ist es duster.“ ist ein alter Bergmannspruch.

Er weist darauf hin, dass auch die

umsichtigsten Planungen, eine Vielzahl von

Bodenproben, Baugrundaufschlüssen und Expertenmeinungen

nicht hundertprozentig vorhersagen

können, worauf man stößt, wenn man

– wie auch beim U-Bahnbau – tief in die Erde hineingraben

und -bohren muss.

L – LINIE U5

U

HAUPTBAHNHOF

U55

U

BUNDESTAG

U

BRANDENBURGER TOR

MOHRENSTR.

Die Linie U5 fährt aktuell U 2 von Hönow U 6im Osten

Berlins bis zum Alexanderplatz. Mit dem Projekt

Lückenschluss wird sie mit der Linie U55, die seit

2009 zwischen Brandenburger Tor und Hauptbahnhof

pendelt, zusammengeführt. Nach Inbetriebnahme

des gesamten Streckenabschnitts

wird die Linie U5 mit 26 U-Bahnstationen und

über 22 Kilometern eine der längsten U-Bahnstrecken

Berlins sein.

M – MODELL- UND SCHIFFSBAU

ORANIENBURGER TOR

Um die kompliziert geformten Pilzkopfstützen

perfekt herzustellen, griffen unsere Bauleute

auf Techniken aus dem Modell- und Schiffsbau

zurück. Die Schalungen wurden wegen der

hohen Genauigkeitsanforderungen im Werk

vorgefertigt, dann in Teilen auf die Baustelle

geliefert und zusammengesetzt. Anschließend

erfolgten Bewehrung und Betonage.

U

U

U 6

FRIEDRICHSTR.

U

UNTER DEN LINDEN

FRANZÖSISCHE STR.

U

U

STADTMITTE

HAUS-

U VOGTEIPLATZ

WEINMEISTERSTR.

U

U

MUSEUMSINSEL

U 8

ROTES

RATHAUS

MÄRKISCHES MUSEUM

N – NACHBARSCHAFT

ALEXANDERPLATZ

U

KLOSTERSTR. U 8

U

U

U 2

JANNOWITZBRÜCKE

SCHILLINGSTR.

STRAUSSBERGER PLATZ

U 2 SPITTELMARKT

Die Linienführung mit dem Lückenschluss.

HEINRICH-HEINE-STR. Grafik: PRG U5, 2016.

In der direkten Nachbarschaft der Baustelle

steht nicht nur der Regierungssitz Berlins,

sondern es finden sich auch zahlreiche Wohnungen,

Restaurants und Einkaufsmöglichkeiten.

Die Bewohner und Betreiber vor

Ort werden künftig von dem U-Bahnhof vor

ihrer Haustür profitieren – bis auf weiteres

müssen sie aber mit der Baustelle leben. Wir

bemühen uns stets, die Belastungen für die

Nachbarschaft so gering wie möglich zu

gestalten, z. B. indem wir unter dem Deckel

bauen, aber ganz ohne Beeinträchtigung

geht es leider nicht.

U

U

U

U 5

U

I – IG N U5

Kurz für „Ingenieurgemeinschaft Neubau U5“, ein

Zusammenschluss von drei Ingenieursbüros, die

mit der Bauoberleitung, Bauüberwachung und

Projektsteuerung beauftragt sind. Die Damen

und Herren, die für den U-Bahnbau „Rotes Rathaus“

zuständig sind, arbeiten direkt vor Ort auf

der Baustelle.

J – JÖRG

Jörg Seegers und Ute Bonde bilden zusammen

die Geschäftsführung der PRG U5. Herr Seegers

ist Geschäftsführer Technik, Frau Bonde Geschäftsführerin

Finanzen.

Die Holzschalung zur Herstellung

der Säulen der Pilzkopfstützen.

Foto: A. Reetz-Graudenz, 2016.

Der Blick vom Fernsehturm.

Foto: A. Reetz-Graudenz, 2016.

O – OBERFLÄCHENWIEDERHERSTELLUNG

Die Oberfläche vor dem Roten Rathaus wird

nach Abschluss des Ausbaus wiederhergestellt,

das heißt, dass Straßen, Gehwege und Grünanlagen

danach wieder so aussehen werden

wie vor Beginn der Bauarbeiten. Direkt vor dem

Rathaus beginnen wir mit der Oberflächenwiederherstellung,

nachdem die archäologischen

Grabungen abgeschlossen sind.

3


P – PILZKOPFSTÜTZEN

Markantes Merkmal des U-Bahnhofs Rotes

Rathaus sind die sieben mittig angeordneten

Pilzkopfstützen, die die Decke des U-Bahnhofs

tragen. Allein die Stützenköpfe wiegen über 40

Tonnen. Sie wurden noch vor der Betonage der

Decke hergestellt und in das Erdreich gesetzt. Da

wir erst 2015 / 2016 die Stützenfüße herstellten

und damit die 7 Meter langen Stützen vervollständigten,

wurden die Stützenköpfe von Überzügen

auf der Erdoberfläche gehalten.

Die markant geformten Stützenköpfe

werden von oben gehalten.

Q – QUALITÄT

Qualität und Sicherheit stehen bei dem gesamten

Projekt an erster Stelle. Wir bauen nicht für

die nächsten 10, sondern für die nächsten 100

Jahre. Entsprechend werden alle Arbeitsschritte

sorgfältig von internen wie von externen Kräften

überwacht, kontrolliert und abgenommen.

R – ROHBAU

Foto: M. Kopsch, 2014.

Der Rohbau umfasst bei den U-Bahnhöfen neben

den Spezialtiefbauarbeiten zur Herstellung

der Baugruben unter anderem die Realisierung

aller Sohlen, Wände und Decken sowie die

Treppen und Entrauchungseinrichtungen – im

Grunde genommen alles, was aus Beton hergestellt

wird. Mit der Verlegung von Leerrohren

wurde die später erfolgende Installation von

Licht, Strom, Signaltechnik und Wasser bereits

berücksichtigt. Während des Ausbaus erfolgen

unter anderem die Wandverkleidung, der Einbau

der sanitären Einrichtungen – und natürlich der

Gleisbau. Analog zur Feier des Richtfests nach

Fertigstellung des Dachstuhls beim Häuserbau

feiern wir im September 2016 die Fertigstellung

des Rohbaus.

T– TUNNEL

1,6 Kilometer der insgesamt 2,2 Kilometer langen

Strecke zwischen dem U-Bahnhof Alexanderplatz

und Brandenburger Tor wurden im

Schildvortrieb hergestellt. Der Tunnelabschnitt

am Marx-Engels-Forum wird gemeinsam mit

dem Rohbau der Gleiswechselanlage erstellt.

Zwischen den Bahnhöfen Rotes Rathaus und

Alexanderplatz befindet sich ein weiteres, in den

1920er Jahren errichtetes, Tunnelstück, das seit

1930 als Aufstell- und Kehranlage für die U-Bahnlinie

E bzw. U5 benutzt wurde. Seit dem Frühjahr

2016 wird dieser Tunnel von der PRG U5 für den

Durchfahrverkehr saniert und so umgebaut, dass

die U5 später Richtung Hauptbahnhof durchfahren

kann.

Die „alte“ Kehranlage noch voll im Betrieb.

U – ÜBERZÜGE

Foto: A. Reetz-Graudenz, 2016.

Überzüge nennt man die langen Spannbetonwände,

die oberirdisch das Bild der Baustelle

prägen. Sie hielten bis vor kurzem die Abschlussdecke

einschließlich der über 40 Tonnen schweren

Stützenköpfe. Da nun die Stützen vollständig

hergestellt sind und ihre Tragfunktion erfüllen,

werden die Überzüge zersägt, abtransportiert

und recycelt.

V – VEREISUNG

Nicht nur am U-Bahnhof Museumsinsel ist Vereisungstechnik

ein Thema. Auch am U-Bahnhof

Rotes Rathaus wurde der Anschluss des Bahnhofsneubaus

an den Bestandstunnel im Schutze

einer Solevereisung durchgeführt. Die Vereisung

stabilisierte dabei die in der Dicke geschwächten

Wand- und Sohlbereiche des Bestandstunnels

während des Abbruchs der Tunnelendwand.

W – WASSERHALTUNG

Während der Rohbauphase bildeten die pinkfarbenen

Rohre, die von der Baustelle bis zur Spree

führten, einen weiteren „Hingucker“ auf dem

Marx-Engels-Forum. Sie können nun abgebaut

werden, da die Wasserhaltung nicht mehr benötigt

wird. Die Rohrleitungen führten bisher das

Restwasser aus der Baugrube ab, damit wir unter

trockenen Verhältnissen bauen konnten.

X – X-LARGE

Die Maße des U-Bahnhofs sind beeindruckend:

Er ist über 120 Meter lang, 20 bis 40 Meter breit

und insgesamt 16 Meter tief (inklusive Aufstellund

Kehranlage). Der Bahnsteig befindet sich in

ca. 7 Meter Tiefe unter der Geländeoberkante.

Y – YVONNE

Nein, nicht Yvonne, sondern Bärlinde hieß die

Tunnelvortriebsmaschine, die zwischen 2013

und 2015 den Tunnel zwischen Marx-Engels-

Forum und Brandenburger Tor bohrte und ausbaute.

Z – ZUGÄNGE

Es führen drei Zugänge zum U-Bahnhof Rotes

Rathaus: Einer direkt vor dem Roten Rathaus, einer

zwischen Neptunbrunnen und dem Rathaus

und einer an der Spandauer Straße. Die Treppen

werden zum Abschluss des Rohbaus bereits fertig

gestellt; Rolltreppen und Fahrstühle werden

im Zuge des Ausbaus installiert. Nach Inbetriebnahme

ist die U5 die erste komplett barrierefreie

U-Bahnlinie Berlins.

S – SCHLITZWAND

Neben den Dichtsohlen sorgen Schlitzwände

dafür, dass die Baugrube vor dem Grundwasser

geschützt wird. 246 Schlitzwandlamellen mit einer

Länge von 31,50 Metern und einer Dicke von

1,20-1,50 Metern bilden die vertikale Umschließung

des Bahnhofs. Die dichte Baugrube legte

den Grundstein für das gute Vorankommen aller

später auszuführenden Arbeiten.

Der Schlitzwandgreifer im Einsatz

vor dem Info-Turm.

Foto: M. Stefke, 2013.

Fahrstuhl vor dem Roten Rathaus.

Visualisierung: bünck+fehse.

4


WER BAUT VOR DEM BERLINER RATHAUS?

Das Team BRH und ALX auf seiner Baustelle. A. Reetz-Graudenz, 2016.

Der Bau des U-Bahnhofs Rotes Rathaus und die

Ertüchtigung des Tunnels zwischen U-Bahnhof

Rotes Rathaus und Alexanderplatz werden intern

als „Teilprojekt BRH“ bzw. „Teilprojekt ALX“

bezeichnet. Sie sind zwei von insgesamt neun

Teilprojekten beim Bau des „Lückenschluss U5“:

Von Baustellen-übergreifenden Aufgaben wie

Leitungs-, Gleis- und Ausbau bis zu den Einzelbaustellen

wie „Brandenburger Tor“ (BRT), Unter den

Linden (UDL) oder Museumsinsel (MUI).

In den Büros vor Ort auf der Baustelle arbeiten

der Teilprojektleiter der PRG U5, die Bauoberleitung

und die Bauüberwachung der ig n u5

sowie die Projektleitung auf Seiten des Generalunternehmens

Porr GmbH – alles in allem ca. 20

Personen. Diese lokale Nähe stellt kurze Komunikationswege

sicher und erleichtert die reibungslose

Zusammenarbeit.

Da jegliche Arbeiten sorgfältig geplant und

geprüft werden müssen, spielen die Planungsbüros,

Prüfer und Gutachter eine wesentliche

Rolle. Auch finden regelmäßige Absprachen statt,

um die Zusammenarbeit mit der BVG – unter

anderem mit der Abteilung Infrastruktur (VBI) –

zu koordinieren. Diese verschiedenen Parteien

erfolgreich unter einen Hut zu bekommen, ist die

Hauptaufgabe der Projektleitung durch die PRG

U5. Denn die Bauabläufe sind sehr komplex und

müssen wie Zahnräder ineinander greifen, soll der

Bau fristgemäß, sicher und innerhalb des Budgets

vorangehen.

Auf der Baustelle sind seit September 2012

durchschnittlich ca. 35 Arbeiter beschäftigt,

darunter Spezialtiefbauer, Maurer, Zimmerleute

oder Kranfahrer – je nachdem, welche Aufgaben

momentan eben anstehen. Dabei steht die

Arbeitssicherheit jederzeit an erster Stelle.

Architektur-

Büros

Senat – bestellt

PRG U5

leitet

Planungs-

Büros

BRH

ALX

Ausbau

MUI

GWA

Leitungsbau

ig n u5 – steuert &

überwacht

General-

Unternehmen

Sonstige

UDL

BRT

Gleisbau

Grafik: PRG U5, 2016.

5


DER AKTUELLE BAUSTAND

An der Gleiswechselanlage geht der Rohbau voran.

Die Wände werden zur Betonage vorbereitet.

A. Reetz-Graudenz, 2016.

Am U-Bahnhof Museumsinsel wurden die ersten 35 der 100 Meter langen

Vereisungen erfolgreich durchgeführt.

A. Reetz-Graudenz, 2016.

Am U-Bahnhof Unter den Linden ist die Betonage

der Sohle auf Bahnsteigebene U5 fast gänzlich abgeschlossen.

A. Reetz-Graudenz, 2016.

Am Brandenburger Tor werden im Schutze einer stabilisierenden Vereisung

die Schneidräder von Bärlinde herausgebrannt.

J. Seegers, 2016.

DAS KLEINE U5-RÄTSEL

In der letzten Ausgabe hatten wir Sie gefragt,

was auf diesem Bild dargestellt wird. Es ist ein

Schneckenbohrer mit auswechselbaren Rundschaftmeißeln,

der Unter den Linden zum

Einsatz kam.

Was ist das? – heißt es auch in dieser Ausgabe.

A) Glasfaserbewehrungsgitter vor Betonage.

B) Fangnetz für die Kampfmittelsondierung in der Spree.

C) Leitungsbau Unter den Linden.

Foto: A. Reetz-Graudenz, 2012.

A. Reetz-Graudenz.

Herzlichen Glückwunsch an die Gewinnerinnen

und Gewinner!

Unter den Antworten verlosen wir

wieder kleine Gewinne.

Senden Sie uns Ihre Antwort bis zum 15.10.2016

per E-Mail: info@projekt-u5.de

oder postalisch an die

Projektrealisierungs GmbH U5

Kommunikation

Friedrichstraße 95

10117 Berlin

IMPRESSUM

Herausgeber:

Projektrealisierungs GmbH U5

Kommunikation

Friedrichstraße 95

10117 Berlin

info@projekt-u5.de

www.projekt-u5.de

Text: Dr. Stephanie Niehoff

Grafische Bearbeitung / Satz:

Bärlin Team Eventdesign GmbH

Fotos / Visualisierung:

Antonio Reetz-Graudenz, CollignonArchitektur,

Maik Kopsch, Oliver Lang, Jörg Seegers,

bünck+fehse, PRG U5

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