Beispiele beruflicher Integration schwerbehinderter Menschen

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Beispiele beruflicher Integration schwerbehinderter Menschen

Dokumentation zur Kampagne

Beispiele beruflicher Integration

schwerbehinderter Menschen

Eine Kampagne des

Behindertenbeauftragten

des Landes Niedersachsen

Gefördert vom

Niedersächsischen Landesamt

für Zentrale Soziale Aufgaben

Integrationsamt


Kampagne

Beispiele beruflicher Integration

schwerbehinderter Menschen

Fallbeispiel I

Der Arbeitnehmer

Dawid Adrian, 21 Jahre alt, ist von Geburt an wie seine Eltern und Geschwister

gehörlos. Er ist in Polen aufgewachsen und 1997 mit seiner Familie nach Deutschland

übergesiedelt.

In Polen hat Dawid Adrian die Hauptschule für Gehörlose besucht. Sein ursprünglicher

Berufswunsch war Tischler, ein unter Gehörlosen in Polen sehr beliebter

Beruf. Nach Deutschland übergesiedelt entschied er sich jedoch für die Ausbildung

zum Maler und Lackierer. Diese schloss er als Jahrgangsbester am Landesbildungszentrum

für Hörgeschädigte in Hildesheim im Sommer 2001 ab.

Der Arbeitsplatz

Seit Januar 2002 ist Dawid Adrian als Maler- und Lackierergeselle bei der Firma

Baukmeier Holzbau, Fertigbau GmbH und Co. KG in Hameln angestellt. Er hat sich

schnell in die Arbeitsabläufe eingegliedert und mit seinen Kollegen unterschiedliche

Kommunikationswege gefunden. In der Regel verständigt man sich schriftlich, einzelne

Kollegen haben sich jedoch auch einfache Gebärden angeeignet.

Die ihm aufgetragenen Arbeiten führt Herr Adrian sehr akkurat aus. Den genauen

Arbeitsablauf findet er wie seine Kollegen in den Bau- und Konstruktionszeichnungen.

Er erledigt neben den Malerarbeiten oft auch Tischlerarbeiten. Lackierarbeiten

führt er bei Bedarf in einem entsprechend ausgestatteten Bereich in der Fertigung

aus.

Gibt es vereinzelt doch vertieften Klärungsbedarf, dann verständigt sich Dawid

Adrian mit seiner Gebärdendolmetscherin. Frau Hottenroth ist vom Landesbildungszentrum

für Hörgeschädigte in Hildesheim und begleitet häufig Gehörlose bis in die

Berufszeit. Sie hilft Herrn Adrian z. B. beim Verstehen eines Briefes über Tarifänderungen

oder "übersetzt" quasi online während der Arbeitszeit per SMS die Bedeutung

einzelner Wörter.

Manchmal hat Dawid Adrian Angst, Anweisungen falsch oder nicht ganz korrekt

auszuführen. Ursache ist die Unsicherheit darüber, alles was ihm gesagt wurde,

richtig verstanden zu haben. Trotzdem zieht er die Abwechslung der Routinearbeit

vor. Auch wenn dies schwieriger ist, weiß er aus bisheriger Erfahrung, dass er es

letztlich doch schafft.

Anfänglich hatten einige der neuen Azubis Schwierigkeiten, mit seiner Behinderung

umzugehen. Doch inzwischen sind alle lockerer geworden und sie haben oft in den

Frühstückspausen ihren Spaß miteinander. Außerhalb der Arbeitszeit spielt Dawid

Adrian in der Betriebsfußballmannschaft mit. Dazu haben ihn seine Kollegen motiviert.

Auf die Frage, wie er sich seine Zukunft vorstelle, übersetzt die Gebärdensprachdolmetscherin:

Er fühle sich an seinem Arbeitsplatz sehr wohl und würde gerne hier

bleiben.

Der Arbeitgeber

Die Firma Baukmeier Holzbau, Fertigbau GmbH und Co. KG in Hameln hat derzeit

60 Mitarbeiter. Das in der dritten Generation familiengeführte Unternehmen erstellt

Fertighäuser sowie zweckbaubezogene Zimmereiarbeiten. Sowohl im Handwerk als

auch in kaufmännischen Berufen werden 11 Auszubildende beschäftigt.


Eine Kampagne des

Behindertenbeauftragten

des Landes Niedersachsen

Gefördert vom

Niedersächsischen Landesamt

für Zentrale Soziale Aufgaben

Integrationsamt

Im Gespräch: Der Prokurist und Personalchef Günther Madretzki

Woher kommt Ihre Bereitschaft, Menschen mit Behinderung einzustellen?

Seinerzeit haben wir qualifizierte Arbeitskräfte gesucht, was bekanntermaßen

schwierig ist. Da hat das Arbeitsamt Hameln bei uns angefragt, ob wir in diesem

Falle auch eine Fachkraft mit Behinderung einzustellen bereit wären. Wir haben ein

übliches Vorstellungsgespräch mit Herrn Adrian geführt und uns dann auch für ihn

entschieden.

Welche Erfahrungen haben Sie bisher mit der Integration von behinderten

Arbeitnehmern gemacht?

Wir haben im Falle von Herrn Adrian sehr gute Erfahrungen gemacht. Wir sind mit

den Leistungen und der Integration in das Unternehmen sehr zufrieden. Wir sehen

es als Vorteil, dass das Arbeitsamt unseren Betrieb gut kannte. Auch jetzt ist es stets

beratend tätig. Bei Fragen steht uns aber auch das Integrationsamt auf kurzem

Wege zur Verfügung. Und mit einer dreimonatigen Probezeit konnte wie bei jedem

anderen Arbeitnehmer die Eignung ausreichend getestet werden.

Welchen Tipp/Hinweis geben Sie anderen interessierten Arbeitgebern?

Die durch das Arbeitsamt gewährte Eingliederungsbeihilfe ist durchaus von

interessanter Größenordnung. Andere Betriebe sollten bei ihrer Entscheidung für

einen behinderten Arbeitnehmer auch bedenken, dass es darüber hinaus die

Förderung von Arbeitsplätzen durch das Integrationsamt gibt. Beispiel: Umbau von

Baggern für die Benutzung durch einen Schwerbehinderten oder auch die Einrichtung

eines speziellen EDV-Arbeitsplatzes. Und entgegen weitverbreiteter Ängste

steht das Integrationsamt, wie ein anderer Fall gezeigt hat, sogar dann mit konstruktivem

Rat und Tat zur Verfügung, wenn es Schwierigkeiten mit betroffenen Arbeitnehmern

gibt.

Informationen für Arbeitgeber

Schaffung eines neuen Arbeitsplatzes für Arbeitslose mit Schwerbehinderung

Ansprechpartner: Ihre örtliche Agentur für Arbeit, Rehateam

Leistungen:

> Beratung und Bereitstellung finanzieller Fördermittel

Behindertengerechte Gestaltung/Ausstattung von Arbeitsplätzen

Niedersächsisches Landesamt für Zentrale Soziale Aufgaben - Integrationsamt

Domhof 1, 31134 Hildesheim

Tel.: 0 51 21 / 3 04-0, Fax: 0 51 21 / 3 04-611

Leistungen:

> Beratung zur Arbeitsplatzausstattung, Hilfe bei Einrichtung und Einarbeitung

> Bereitstellung von Fördermitteln (Unterstützung bei Antragstellung)

Informationsbroschüren

ZB Spezial: Behinderte Menschen im Arbeitsleben. Info für Arbeitgeber

erhältlich bei:

Bundesarbeitsgemeinschaft der Integrationsämter und Hauptfürsorgestellen

Postfach 4109, 76026 Karlsruhe

Tel.: 07 21 / 81 07-219, Fax: 07 21 / 81 07-288

E-Mail: bih@lwv-baden.de

Internet

www.integrationsaemter.de

www.soziales.niedersachsen.de

Ansprechpartner zur Kampagne „Beispiele beruflicher Integration

schwerbehinderter Menschen

Büro des Behindertenbeauftragten des Landes Niedersachsen

Herr Detlev Jähnert

Postfach 141, 30001 Hannover

Tel: 05 11 / 120 40 09, Fax: 05 11 / 120 42 90

Email: Detlev.Jaehnert@ms.niedersachsen.de


Kampagne

Beispiele beruflicher Integration

schwerbehinderter Menschen

Fallbeispiel II

Der Arbeitnehmer

Kujtim Gjeloviq, 28 Jahre alt, ist von Geburt an zu 50% auf beiden Ohren schwerhörig.

Er ist Albaner, im Kosovo aufgewachsen und seit 1989 in Deutschland.

Kujtim Gjeloviq hat seinen Realschulabschluss am Landesbildungszentrum für Hörgeschädigte

in Hildesheim gemacht. Die Ausbildung zum Maler und Lackierer absolvierte

er in einem Betrieb in Hameln, wobei er die Berufschule am Landesbildungszentrum

für Hörgeschädigte in Hildesheim besuchte.

Nach seinem Abschluss 1997 wurde er vom gleichen Betrieb bis 1998 übernommen.

In einer Phase der erneuten Arbeitssuche nahm er an weiteren Qualifizierungsmaßnahmen

des Arbeitsamtes Hameln teil und erwarb Staplerführerschein

sowie Gefahrengutschein.

Der Arbeitsplatz

Seit Januar 2000 ist Kujtim Gjeloviq bei der Firma Baukmeier Holzbau, Fertigbau

GmbH und Co. KG in Hameln als Maler angestellt. Anfänglich arbeitete er fast ausschließlich

auf dem Hof, z. B. als Staplerfahrer. Inzwischen ist er froh, dass man

seine Fähigkeiten als Maler und Lackierer erkannt hat und ihn nun vor allen Dingen

zum Streichen von Deckenplatten, Spachteln und Spritzen einsetzt. Auch führt er

Wärmedämmarbeiten aus. Dazu ist Kujtim Gjeloviq nach Bedarf mal in der Produktionshalle,

mal auf einer Baustelle direkt eingesetzt. Aktuell arbeite er, so berichtet

er, an den Fertigteilen für ein Therapiezentrum der Diakonie Freistatt bei Sulingen.

Die Integration in den Arbeitsbereich verlief unproblematisch, wie Kujtim Gjeloviq

und der Personalchef Günther Madretzki einhellig bestätigen. Bei der Verständigung

achten alle Kollegen darauf, etwas langsamer und vor allen Dingen deutlich

zu sprechen. In den Hallen schaltet Kujtim Gjeloviq die Hörgeräte wegen der Hintergrundgeräusche

aus. Allerdings hat er dann manchmal auch Bedenken, doch ein

Stück weit ausgegrenzt zu werden, d. h. er hat Angst, etwas zu versäumen.

Kujtim Gjeloviq trägt seit seiner Ausbildung im Kopf, den Malertechniker und

Malermeister zu machen. Man merkt ihm im Gespräch an, dass er Ambitionen hat,

weiter zu kommen: „Alle in meiner Familie haben es zu etwas gebracht. Soll ich nur

wegen meiner Schwerhörigkeit weniger Chancen haben?“ Sein Ziel: „Und dann

mache ich mich irgendwann selbständig mit einem Maler- und Lackiererbetrieb“.

Der Arbeitgeber

Die Firma Baukmeier Holzbau, Fertigbau GmbH und Co. KG in Hameln hat derzeit

60 Mitarbeiter. Das in der dritten Generation familiengeführte Unternehmen erstellt

Fertighäuser sowie zweckbaubezogene Zimmereiarbeiten. Sowohl im Handwerk als

auch in kaufmännischen Berufen werden 11 Auszubildende beschäftigt.

Im Gespräch: Der Prokurist und Personalchef Günther Madretzki

Woher kommt Ihre Bereitschaft, Menschen mit Behinderung einzustellen?

Seinerzeit haben wir qualifizierte Arbeitskräfte gesucht, was bekanntermaßen

schwierig ist. Da hat das Arbeitsamt Hameln bei uns angefragt, ob wir in diesem

Falle auch eine Fachkraft mit Behinderung einzustellen bereit wären. Wir haben ein

übliches Vorstellungsgespräch mit Herrn Gjeloviq geführt und uns dann auch für

ihn entschieden.


Eine Kampagne des

Behindertenbeauftragten

des Landes Niedersachsen

Gefördert vom

Niedersächsischen Landesamt

für Zentrale Soziale Aufgaben

Integrationsamt

Welche Erfahrungen haben Sie bisher mit der Integration von behinderten

Arbeitnehmern gemacht?

Wir haben im Falle von Herrn Gjeloviq sehr gute Erfahrungen gemacht. Wir sind mit

den Leistungen und der Integration in das Unternehmen sehr zufrieden. Wir sehen

es als Vorteil, dass das Arbeitsamt unseren Betrieb gut kannte. Auch jetzt ist es stets

beratend tätig. Bei Fragen steht uns aber auch das Integrationsamt auf kurzem

Wege zur Verfügung. Und mit einer dreimonatigen Probezeit konnte wie bei jedem

anderen Arbeitnehmer die Eignung ausreichend getestet werden.

Welchen Tipp/Hinweis geben Sie anderen interessierten Arbeitgebern?

Die durch das Arbeitsamt gewährte Eingliederungsbeihilfe ist durchaus von

interessanter Größenordnung. Andere Betriebe sollten bei ihrer Entscheidung für

einen behinderten Arbeitnehmer auch bedenken, dass es darüber hinaus die

Förderung von Arbeitsplätzen durch das Integrationsamt gibt. Beispiel: Umbau von

Baggern für die Benutzung durch einen Schwerbehinderten oder auch die

Einrichtung eines speziellen EDV-Arbeitsplatzes. Und entgegen weitverbreiteter

Ängste steht das Integrationsamt, wie ein anderer Fall gezeigt hat, sogar dann mit

konstruktivem Rat und Tat zur Verfügung, wenn es Schwierigkeiten mit betroffenen

Arbeitnehmern gibt.

Informationen für Arbeitgeber

Schaffung eines neuen Arbeitsplatzes für Arbeitslose mit Schwerbehinderung

Ansprechpartner: Ihre örtliche Agentur für Arbeit, Rehateam

Leistungen:

> Beratung und Bereitstellung finanzieller Fördermittel

Behindertengerechte Gestaltung/Ausstattung von Arbeitsplätzen

Niedersächsisches Landesamt für Zentrale Soziale Aufgaben - Integrationsamt

Domhof 1, 31134 Hildesheim

Tel.: 0 51 21 / 3 04-0, Fax: 0 51 21 / 3 04-611

Leistungen:

> Beratung zur Arbeitsplatzausstattung, Hilfe bei Einrichtung und Einarbeitung

> Bereitstellung von Fördermitteln (Unterstützung bei Antragstellung)

Informationsbroschüren

ZB Spezial: Behinderte Menschen im Arbeitsleben. Info für Arbeitgeber

erhältlich bei:

Bundesarbeitsgemeinschaft der Integrationsämter und Hauptfürsorgestellen

Postfach 4109, 76026 Karlsruhe

Tel.: 07 21 / 81 07-219, Fax: 07 21 / 81 07-288

E-Mail: bih@lwv-baden.de

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Ansprechpartner zur Kampagne „Beispiele beruflicher Integration

schwerbehinderter Menschen

Büro des Behindertenbeauftragten des Landes Niedersachsen

Herr Detlev Jähnert

Postfach 141, 30001 Hannover

Tel: 05 11 / 120 40 09, Fax: 05 11 / 120 42 90

Email: Detlev.Jaehnert@ms.niedersachsen.de


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schwerbehinderter Menschen

Fotodokumentation

Fallbeispiel I+II

Die Arbeitnehmer

Dawid Adrian

Der Arbeitgeber

> Baukmeier Holzbau, Fertigbau GmbH und Co. KG

21 Jahre alt, gehörlos

Maler-/Lackierergeselle

Kujtim Gjeloviq

28 Jahre alt, schwerhörig

Malergeselle

(Hameln)

> 60 Mitarbeiter

> Erstellung von Fertighäusern sowie zweckbaubezogene

Zimmereiarbeiten

"Wir sehen es als Vorteil, dass das Arbeitsamt unseren Betrieb gut kannte. Auch jetzt ist es stets beratend

tätig. Bei Fragen steht uns aber auch das Integrationsamt auf kurzem Wege zur Verfügung.”

Günther Madretzki, Prokurist und Personalchef

Dawid Adrian zusammen mit seiner Gebärdensprachdolmetscherin,

die ihm bei Bedarf zur Verfügung steht.

Der Arbeitsplatz:

Dawid Adrian lackiert Fensterrahmen.

Kujtim Gjeloviq im Pausenraum.

Kujtim Gjeloviq mit Kollegen bei der Arbeit.


Eine Fertigungshalle der Firma Baukmeier GmbH. Blick in einen weiteren Arbeitsbereich.

Veranstaltung am 05.11.2002 in Hameln:

Der Personalchef Günther Madretzki (links) begrüßt die Gäste.

Von links:

Dieter Krebs, Arbeitgeberverbände Niedersachsen, Manfred

Gelhausen, Direktor des NLZSA, Behindertenbeauftragter Karl

Finke und Geschäftsführer H. Baukmeier.

Der Geschäftsführer Herr Baukmeier bedankt sich bei den

Gästen für das Interesse an der Kampagne und an seinem

Unternehmen.

Eine Kampagne des Gefördert vom Niedersächsischen Landesamt

Behindertenbeauftragten für Zentrale Soziale Aufgaben

des Landes Niedersachsen Integrationsamt


Kampagne

Beispiele beruflicher Integration

schwerbehinderter Menschen

Fallbeispiel III

Die Arbeitnehmerin

Yasmina Rosenboom ist 19 Jahre alt und hat eine Behinderung Namens

Arthrogryposis multiplex congenita (AMC). Es handelt sich dabei um eine angeborene

Erkrankung der Muskeln, Sehnen und vor allem der Gelenkkapseln, deren

Folge eine gestörte Muskelentwicklung und nicht funktionsgerechte Ausformung

der Gelenke ist.

Yasmina Rosenboom hat die immer wieder von Operationen unterbrochene Schulzeit

im Jahr 2000 mit dem Hauptschulabschluss beendet. Die anschließende Suche

nach einem Ausbildungsplatz gestaltete sich schwierig. Zum einen war Yasmina

Rosenboom nach einer Operation über ein halbes Jahr krank geschrieben. Zum

anderen ließ sich der Berufswunsch im Bereich der Heilerziehungspflege ohne ein

(für sie unerreichbares) Gesundheitszeugnis nicht realisieren.

Anfang 2001 bot die Firma Coats, vermittelt durch ihre dort auch arbeitende

Mutter, Yasmina Rosenboom einen halbjährigen Praktikumsplatz im Bürobereich an.

Zufrieden mit den erbrachten Leistungen bot Coats Frau Rosenboom anschließend

einen Ausbildungsplatz als Bürokauffrau an.

Der Arbeitsplatz

Seit August 2001 ist Yasmina Rosenboom Auszubildende bei der Firma Coats

GmbH in Rhauderfehn. Die Skepsis, ob ihr der Beruf der Bürokauffrau wirklich

zusagen würde, war anfänglich groß. Konnte sie es sich doch nicht vorstellen, den

ganzen Tag im Büro zu sitzen. Schnell zeigte sich jedoch, dass ihre Tätigkeiten

durchaus interessant und vielseitig sind.

Wie die anderen kaufmännischen Auszubildenden durchläuft Yasmina Rosenboom

alle Abteilungen. Lediglich die Fertigung wird sie aussparen, da ihr das dort erforderliche

lange Stehen an den Maschinen nicht möglich ist. Einen speziell auf ihre

Behinderung hin eingerichteten Arbeitsplatz benötigt Yasmina Rosenboom nicht.

Schlechte Erfahrungen aufgrund ihrer Behinderung hat Yasmina Rosenboom bei

Coats bisher nicht gemacht. Schließlich sei die Integration von Behinderten ja dort

auch nichts Neues. Auch ihre jungen Kollegen in der Ausbildung verhielten sich alle

von Anfang an "ganz normal".

Yasmina Rosenboom überlegt ab und an, nach der Ausbildung eine Zusatzqualifikation

im Bereich Rechnungswesen zu erwerben. Vielleicht könne sie damit ihre

Chancen auf einen sicheren Arbeitsplatz im Unternehmen erhöhen. Denn sie fühle

sich sehr wohl und würde am liebsten von Coats dauerhaft übernommen werden.

Der Arbeitgeber

Die Firma Coats GmbH in Rhauderfehn hat derzeit 451 Mitarbeiter (100 Angestellte

und 351 Mitarbeiter in gewerblichen Berufen), davon allein 38 Mitarbeiter mit

Behinderungen. In der Ausbildung befinden sich derzeit 32 Mitarbeiter.

Das Unternehmen, seit 41 Jahren am Standort, stellt Reißverschlüsse her und vertreibt

Nähfäden.

Im Gespräch: Der Personalleiter Dieter Alferink

Woher kommt Ihre Bereitschaft, Menschen mit Behinderung einzustellen?

Wir suchen stets qualifizierte Arbeitskräfte. Und da hat es sich immer wieder gezeigt,

dass Behinderte den ihnen angebotenen Arbeitsplatz als ihr Chance nutzen,

sich zu beweisen. Und alle Behinderten, die wir bisher eingestellt haben, haben

durchweg gute Leistungen abgeliefert. Im Gegenzug haben wir zum Beispiel dafür

gesorgt, dass unsere Infrastruktur es jedem erlaubt, überall hinzukommen.


Eine Kampagne des

Behindertenbeauftragten

des Landes Niedersachsen

Gefördert vom

Niedersächsischen Landesamt

für Zentrale Soziale Aufgaben

Integrationsamt

Welche Erfahrungen haben Sie bisher mit der Integration von behinderten

Arbeitnehmern gemacht?

Wir machen sehr gute Erfahrungen damit. Sonst wäre unsere Schwerbehindertenquote

in den letzen 8-10 Jahren auch nicht kontinuierlich auf jetzt fast 10% angestiegen.

Dementsprechend war und ist die Integration behinderter Mitarbeiter für

die nichtbehinderten Mitarbeiter selbstverständlich. Nicht zuletzt haben wir ja auch

Fälle, wo Mitarbeiter erst im Laufe Ihrer Tätigkeit bei Coats, z. B. durch eine

Nierentransplantation, als schwerbehindert eingestuft werden mussten.

Welchen Tipp/Hinweis geben Sie anderen interessierten Arbeitgebern?

Bei der Entscheidung für einen behinderten Arbeitnehmer sollten die finanziellen

Anreize nicht im Vordergrund stehen. Was bringt es, jemanden 3-4 Jahre mit

Fördermitteln unterstützt zu beschäftigen, aber nicht von der Qualifikation überzeugt

zu sein?

Bei der Suche nach Arbeitnehmern unterstützt uns u. a. das Bildungswerk der Niedersächsischen

Wirtschaft. Häufig bekommen wir von dort Anfragen, die speziell

die Wiedereingliederung von Menschen mit Behinderung betreffen. In der Regel

absolvieren die Betroffenen dann ein Praktikum bei uns. Damit haben wir eine gute

Grundlage zu entscheiden, ob wir den- oder diejenige dauerhaft einstellen.

Informationen für Arbeitgeber

Schaffung eines neuen Arbeitsplatzes für Arbeitslose mit Schwerbehinderung

Ansprechpartner: Ihre örtliche Agentur für Arbeit, Rehateam

Leistungen:

> Beratung und Bereitstellung finanzieller Fördermittel

Behindertengerechte Gestaltung/Ausstattung von Arbeitsplätzen

Niedersächsisches Landesamt für Zentrale Soziale Aufgaben - Integrationsamt

Domhof 1, 31134 Hildesheim

Tel.: 0 51 21 / 3 04-0, Fax: 0 51 21 / 3 04-611

Leistungen:

> Beratung zur Arbeitsplatzausstattung, Hilfe bei Einrichtung und Einarbeitung

> Bereitstellung von Fördermitteln (Unterstützung bei Antragstellung)

Informationsbroschüren

ZB Spezial: Behinderte Menschen im Arbeitsleben. Info für Arbeitgeber

erhältlich bei:

Bundesarbeitsgemeinschaft der Integrationsämter und Hauptfürsorgestellen

Postfach 4109, 76026 Karlsruhe

Tel.: 07 21 / 81 07-219, Fax: 07 21 / 81 07-288

E-Mail: bih@lwv-baden.de

Internet

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schwerbehinderter Menschen

Büro des Behindertenbeauftragten des Landes Niedersachsen

Herr Detlev Jähnert

Postfach 141, 30001 Hannover

Tel: 05 11 / 120 40 09, Fax: 05 11 / 120 42 90

Email: Detlev.Jaehnert@ms.niedersachsen.de


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schwerbehinderter Menschen

Fotodokumentation

Fallbeispiel III

Die Arbeitnehmerin

Yasmina Rosenboom

19 Jahre alt, Arthrogryposis multiplex

Auszubildende zur Bürokauffrau

Der Arbeitgeber

> Coats Opti GmbH (Rhauderfehn)

> 451 Mitarbeiter, davon 38 mit Behinderungen

> Herstellung von Reißverschlüssen, Vertrieb von

Nähfäden

"Wir suchen stets qualifizierte Arbeitskräfte. Und da hat es sich immer wieder gezeigt, dass Behinderte den

ihnen angebotenen Arbeitsplatz nutzen, sich zu beweisen ... Im Gegenzug haben wir ... dafür gesorgt, dass

unsere Infrastruktur es jedem erlaubt, überall hinzukommen.”

Dieter Alferink, Personalleiter

Yasmina Rosenboom an ihrem Arbeitsplatz in der Versandabteilung.

Yasmina Rosenboom benötigt keinen besonders eingerichteten

Arbeitsplatz, sondern kann überall eingesetzt werden.

Das Firmengebäude der Firma Coats Opti GmbH in Rhauderfehn.

Veranstaltung am 12.03.2003 in Rhauderfehn: Herr Kirsch,

Geschäftsführer Coats Opti GmbH und der Behindertenbeauftragte

Karl Finke stellen die Kampagne, Yasmina Rosenboom

und das Unternehmen vor.


An der Veranstaltung nahmen u. a. Vertreter von Arbeitergeber­ Werksbesichtigung: Ein für einen behinderten Mitarbeiter spe­

seite, Gewerkschaft und Integrationsfachdienst teil.

ziell eingerichteter Arbeitsplatz wird begutachtet.

Herr Kirsch erläutert einen Fertigungsabschnitt.

Positive Bilanz: Alle Beteiligten waren von der Veranstaltung und

der Präsentation des Unternehmens angetan.

Die Details der Fertigung faszinierten die Teilnehmer der Veranstaltung

sichtlich.

Eine Kampagne des Gefördert vom Niedersächsischen Landesamt

Behindertenbeauftragten für Zentrale Soziale Aufgaben

des Landes Niedersachsen Integrationsamt


Kampagne

Beispiele beruflicher Integration

schwerbehinderter Menschen

Fallbeispiel IV

Der Arbeitnehmer

Lars Pries ist 23 Jahre alt. Mit 12 Jahren wurde ihm der rechte Arm aufgrund eines

Tumors amputiert.

Lars Pries ist gelernter Landwirt. Die Ausbildung schloss er im Jahr 2000 ab. Schon

während der Ausbildung zeigte sich, dass die weitere Arbeit als Landwirt aufgrund

seiner Behinderung nicht in Frage kommen würde. Die anschließende Suche nach

einem Arbeitsplatz, der zumindest einen Bezug zur Landwirtschaft haben würde, zog

sich über ein Jahr. Anfang 2001 bot sich ihm schließlich die Gelegenheit, ein über das

Arbeitsamt und den örtlichen Integrationsfachdienst vermitteltes Praktikum in der

Elbmarsch Ölmühle GmbH in Echem zu absolvieren. Nach erfolgreichem Abschluss

dieses vierwöchigen Praktikums wurde Lars Pries von der Elbmarsch Ölmühle GmbH in

ein unbefristetes Arbeitsverhältnis übernommen.

Der Arbeitsplatz

Seit 2001 ist Herr Pries Produktionsleiter bei der Elbmarsch Ölmühle GmbH in Echem.

Seine Aufgaben reichen von der Überwachung, Reinigung und Befüllung der Ölpressen

bis hin zum Betanken von LKWs mit Rapsöl oder der Ausgabe von Rapskuchen an

Landwirte. Zurückgreifen kann er dazu auf einen mit Fördergeldern des Arbeitsamtes

umgebauten Gabelstapler, der nun von ihm mit der linken Hand zu bedienen ist,

sowie eine eigens auf seine Bedarfe angepasste Abfüllanlage.

In alle ihm übertragenen Aufgaben hat sich Herr Pries schnell eingearbeitet. Er erfüllt

sie zuverlässig und mit viel Engagement. Schlechte Erfahrungen aufgrund seiner

Behinderung hat Herr Pries bei der Ölmühle in Echem bisher nicht gemacht. Vielmehr

ist er so zufrieden, dass er gerne langfristig hier bleiben möchte.

Die beiden Geschäftsführer der Elbmarsch Ölmühle, Martin-Peter Lähn und Karsten

Reinstorf, schätzen an Herrn Pries besonders, dass er sich nicht nur selbständig mit

neuen Aufgaben auseinandersetzt, sondern auch Anregungen zu Verbesserung von

Arbeitsabläufen gibt.

Für Herrn Lähn und Herrn Reinstorf gibt es neben aller Zufriedenheit mit der Person

und dem Engagement von Herrn Pries auch kritische Punkte: So sei beispielsweise bei

einem mehr oder weniger spontan gewünschten Aufbau eines Regals immer eine

zweite Arbeitskraft zur Unterstützung von Herrn Pries erforderlich. Eine Notwendigkeit,

so Herr Lähn, der man gerne nachkomme, die aber in einem jungen Unternehmen

mit nur zwei Mitarbeitern dann auch alle Arbeitskraft binde und notwendige

Flexibilität nicht zulasse.

Der Arbeitgeber

Die Elbmarsch Ölmühle GmbH in Echem hat derzeit 2 Mitarbeiter, beide schwerbehindert.

Das Unternehmen besteht seit 2 Jahren, betreibt mehrere Ölpressen für Raps,

Lein und Sonnenblumen sowie eine öffentliche Pflanzenöltankstelle für die Direktbetankung

umgerüsteter Dieselfahrzeuge. Zusätzlich werden Lebensmittel wie Rapsöl,

Leinöl und Leinkuchen produziert (eigener Hofverkauf).

Im Gespräch: Der Geschäftsführer Martin-Peter Lähn

Woher kommt Ihre Bereitschaft, Menschen mit Behinderung einzustellen?

Für ein so junges und innovatives Unternehmen wie eine Ölmühle sind qualifizierte

und engagierte Arbeitskräfte zwingend erforderlich. Diesen Eindruck hat Herr Pries

in seinem Praktikum schnell vermittelt. Auch ließen sich die Tätigkeiten am Arbeitsplatz

mit der Behinderung von Herrn Pries gut vereinbaren. Damit war seine

Behinderung letztlich nur noch zweitrangig.


Eine Kampagne des

Behindertenbeauftragten

des Landes Niedersachsen

Gefördert vom

Niedersächsischen Landesamt

für Zentrale Soziale Aufgaben

Integrationsamt

Welche Erfahrungen haben Sie bisher mit der Integration von behinderten

Arbeitnehmern gemacht?

Wir machen gute Erfahrungen damit. Sonst hätten wir nicht unsere Quote von

100 % so gehalten. Allerdings gibt es auch Arbeitsabläufe, bei denen Herr Pries an

seine Grenzen stößt und unser zweiter Mitarbeiter zur Unterstützung erforderlich

ist - eine für ein so kleines Unternehmen nicht unproblematische Tatsache.

Welchen Tipp/Hinweis geben Sie anderen interessierten Arbeitgebern?

Arbeitgeber sollten sich unvoreingenommen mit dem Thema Integration Behinderter

auseinandersetzen und nicht zu sehr auf die finanziellen Förderungsmöglichkeiten

schauen. Schließlich hat jede Förderung irgendwann ein Ende, der Arbeitsplatz

aber muss qualifiziert besetzt sein und auch bleiben.

Aus unserer Erfahrung heraus sollte man bei der Ausstattung oder Anpassung des

Arbeitsplatzes an die spezifischen Belange des behinderten Arbeitnehmers möglichst

langfristig denken. Sind über die Erstausstattung hinaus in der Folge Anpassungen

notwendig, sollte man auf alle Fälle Kontakt zu den technischen Beratern des Integrationsamtes

Kontakt aufnehmen. Denn die prüfen dann, ob eine weitere Förderung

möglich ist.

Informationen für Arbeitgeber

Schaffung eines neuen Arbeitsplatzes für Arbeitslose mit Schwerbehinderung

Ansprechpartner: Ihre örtliche Agentur für Arbeit, Rehateam

Leistungen:

> Beratung und Bereitstellung finanzieller Fördermittel

Behindertengerechte Gestaltung/Ausstattung von Arbeitsplätzen

Niedersächsisches Landesamt für Zentrale Soziale Aufgaben - Integrationsamt

Domhof 1, 31134 Hildesheim

Tel.: 0 51 21 / 3 04-0, Fax: 0 51 21 / 3 04-611

Leistungen:

> Beratung zur Arbeitsplatzausstattung, Hilfe bei Einrichtung und Einarbeitung

> Bereitstellung von Fördermitteln (Unterstützung bei Antragstellung)

Informationsbroschüren

ZB Spezial: Behinderte Menschen im Arbeitsleben. Info für Arbeitgeber

erhältlich bei:

Bundesarbeitsgemeinschaft der Integrationsämter und Hauptfürsorgestellen

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Tel.: 07 21 / 81 07-219, Fax: 07 21 / 81 07-288

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Fotodokumentation

Fallbeispiel IV

Der Arbeitnehmer

Lars Pries

23 Jahre alt, rechter Arm amputiert

Produktionsleiter

Der Arbeitgeber

> Elbmarsch Ölmühle GmbH (Echem)

> 2 Mitarbeiter, beide schwerbehindert

> Herstellung von Raps-, Lein- und Sonnenblumenöl;

Betrieb einer Pflanzenöltankstelle

"Man sollte bei der Ausstattung des Arbeitsplatzes an die spezifischen Belange des behinderten Arbeitnehmers

möglichst langfristig denken. Sind in der Folge Anpassungen notwendig, sollte man Kontakt zu den

technischen Beratern des Integrationsamtes aufnehmen.”

Martin-Peter Lähn, Geschäftsführer

Lars Pries an der Zapfsäule für Raps-Diesel bei der Elbmarsch-

Ölmühle GmbH.

Lars Pries an der Rapsölpresse.

Die Produktionshalle der Elbmarsch-Ölmühle, eine ehemalige

Viehzuchtanlage.

Veranstaltung am 26.06.2003 in Echem:

Karl Finke und Michael Kirschenbauer vom Integrationsamt

erläutern die speziellen Fördermöglichkeiten für Kleinbetriebe

mit schwerbehinderten Beschäftigten.


An der Veranstaltung nahmen u. a. Vertreter von Arbeitsamt,

Integrationsfachdienst, Unternehmensverbände Niedersachsen

e.V., Landvolk, Landwirtschaftskammer und Wirtschaftsförderung

teil.

Lars Pries und Geschäftsführer Martin-Peter Lähn im Gespräch

mit den Gästen.

Der Geschäftsführer Martin-Peter Lähn erläutert Helga

Neumann (Behindertenbeirat Stadt und Landkreis Lüneburg)

und Detlev Jähnert vom Büro des Behindertenbeauftragten die

Entstehungsgeschichte seines Betriebs.

Betriebsrundgang:

Lars Pries führt den Anwesenden den mit Mitteln des Arbeits­

amtes umgebauten Gabelstabler vor.

Geschäftsführer Karsten Reinstorf erläutert die Arbeitsabläufe

an den Ölpressen.

Eine Kampagne des Gefördert vom Niedersächsischen Landesamt

Behindertenbeauftragten für Zentrale Soziale Aufgaben

des Landes Niedersachsen Integrationsamt


Kampagne

Beispiele beruflicher Integration

schwerbehinderter Menschen

Fallbeispiel V

Der Arbeitnehmer

Drago Radonic ist 22 Jahre alt und benutzt zur Fortbewegung seit seiner Geburt

aufgrund einer Cerebralparalyse einen Rollstuhl. Er hat eine Grund- und Realschule

besucht und einen erweiterten Realschulabschluss gemacht. Den Besuch dieser

Schulen durchzusetzen, erforderte nach seinen Worten nicht nur massive Unterstützung

durch die Eltern, sondern auch einen eigenen starken Willen. So habe man

ihm beispielsweise nach der Grundschule den Besuch einer Schule für Lernbehinderte

nahegelegt und bis zuletzt einen Realschulabschluss nicht zugetraut.

Drago Radonic ist gelernter Bürokauffmann. Diese Ausbildung absolvierte er bei der

Berufsbildungsstätte Wolfsburg und schloss sie im Jahr 2001 ab. Die anschließende

Suche nach einem Arbeitsplatz zog sich über elf Monate hin. Schließlich gelangte

Drago Radonic über eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme zur VolkswagenCoaching

GmbH. Hier arbeitete er für ein halbes Jahr in der Abteilung Personaldiagnostik bis

ihm eine Stelle bei der Wolfsburg AG beim neuentstandenen Projekt "Profis der

Nation" angeboten wurde.

Der Arbeitsplatz

Seit Januar 2003 ist Drago Radonic als Projektmitarbeiter bei der Wolfsburg AG

beschäftigt. Im Rahmen des Projektes "Profis der Nation" erledigt er alle im zuständigen

Projektbüro anfallenden operativen und administrativen Arbeiten: Er sammelt

relevante Informationen über die einzelnen Arbeitskreise, erstellt Protokolle, organisiert

Veranstaltungen oder gibt telefonisch und per Mail Auskunft.

Drago Radonic zeichnet sich durch sein Engagement und seine Ausdauer aus. Darüber

hinaus verfügt er über die an einer solchen Koordinationsstelle notwendige geistige

Beweglichkeit. Er wird von Kollegen und Externen sehr geschätzt.

Für die tägliche An- und Abfahrt zum Arbeitsplatz nimmt Drago Radonic einen Fahrdienst

in Anspruch. Die Kosten werden fast vollständig vom Arbeitsamt getragen. Der

Arbeitsplatz selbst befindet sich in einem Neubau des Wolfsburger Rathauses. Alle

Örtlichkeiten sind barrierefrei, es waren keine speziellen Anpassungen notwendig.

Der Arbeitgeber

Das Projekt "Profis der Nation" wurde im Januar 2003 anlässlich des Abschlussberichts

der Hartz-Kommission gemeinsam von Stadt Wolfsburg, Volkswagen AG,

VolkswagenCoaching GmbH und Wolfsburg AG ins Leben gerufen. Ziel ist die Reduzierung

der Arbeitslosigkeit vor Ort, vor allen Dingen der Jugendarbeitslosigkeit. In 60

Projektgruppen arbeiten ca. 300 Wolfsburger Bürger/innen an Vorschlägen zur

Schaffung von Arbeitsplätzen und der nachfolgenden Umsetzung.

Im Projektbüro selbst arbeiten derzeit 3 Mitarbeiter.

Im Gespräch: Hans Werner Simon, Projektleiter bei der Wolfsburg AG, Teammitglied

bei "Profis der Nation" und fachlicher Vorgesetzter von Drago Radonic

Woher kommt Ihre Bereitschaft, Menschen mit Behinderung einzustellen?

Für mich persönlich ist die Integration von Behinderten in die Arbeitswelt aufgrund

von Erfahrungen und Kenntnissen aus dem eigenen familiären Umfeld eine Selbstverständlichkeit.

Und in einem Projekt, in dem es um die Reduzierung von Jugendarbeitslosigkeit

vor Ort geht, sind wir alle hier offen und bereit, einem behinderten

jungen Menschen eine Chance zu geben.


Eine Kampagne des

Behindertenbeauftragten

des Landes Niedersachsen

Gefördert vom

Niedersächsischen Landesamt

für Zentrale Soziale Aufgaben

Integrationsamt

Welche Erfahrungen haben Sie bisher mit der Integration von behinderten Arbeitnehmern

gemacht?

Die Wolfsburg AG ist ein noch sehr junges Unternehmen. Soweit mir bekannt ist, ist

Drago Radonic der erste Mitarbeiter mit Behinderung, der eingestellt wurde.

Da Drago Radonic sich schon bei der VolkswagenCoaching GmbH beweisen und

aktiv einbringen konnte, hat es sich angeboten, ihn in das Projekt zu übernehmen.

Welchen Tipp/Hinweis geben Sie anderen interessierten Arbeitgebern?

Bei der Besetzung eines Arbeitsplatzes muss an aller erster Stelle die Auseinandersetzung

mit dem Menschen und seinen Fähigkeiten, Qualifikationen stehen. Mit der

Behinderung eines Arbeitnehmers sollte man sich natürlich kritisch, aber unvoreingenommen

auseinandersetzen. Schließlich bieten Beratungsstellen, Fördermöglichkeiten

und gesetzliche Regelungen den Arbeitgebern genügend Unterstützung und

Handlungsspielraum, um behinderten Menschen ein faires Arbeitsverhältnis anbieten

zu können.

Informationen für Arbeitgeber

Schaffung eines neuen Arbeitsplatzes für Arbeitslose mit Schwerbehinderung

Ansprechpartner: Ihre örtliche Agentur für Arbeit, Rehateam

Leistungen:

> Beratung und Bereitstellung finanzieller Fördermittel

Behindertengerechte Gestaltung/Ausstattung von Arbeitsplätzen

Niedersächsisches Landesamt für Zentrale Soziale Aufgaben - Integrationsamt

Domhof 1

31134 Hildesheim

Tel.: 0 51 21 / 3 04-0

Fax: 0 51 21 / 3 04-611

Leistungen:

> Beratung zur Arbeitsplatzausstattung, Hilfe bei Einrichtung und Einarbeitung

> Bereitstellung von Fördermitteln (Unterstützung bei Antragstellung)

Informationsbroschüren

ZB Spezial: Behinderte Menschen im Arbeitsleben. Informationen für

Arbeitgeber

erhältlich bei:

Bundesarbeitsgemeinschaft der Integrationsämter und Hauptfürsorgestellen

Postfach 4109

76026 Karlsruhe

Tel.: 07 21 / 81 07-219

Fax: 07 21 / 81 07-288

E-Mail: bih@lwv-baden.de

Internet

www.integrationsaemter.de

www.soziales.niedersachsen.de

Ansprechpartner zur Kampagne „Beispiele beruflicher Integration

schwerbehinderter Menschen

Büro des Behindertenbeauftragten des Landes Niedersachsen

Herr Detlev Jähnert

Postfach 141, 30001 Hannover

Tel: 05 11 / 120 40 09, Fax: 05 11 / 120 42 90

Email: Detlev.Jaehnert@ms.niedersachsen.de


Kampagne

Beispiele beruflicher Integration

schwerbehinderter Menschen

Fotodokumentation

Fallbeispiel V

Der Arbeitnehmer

Drago Radonic

22 Jahre alt, Rollstuhlfahrer

Projektmitarbeiter

Der Arbeitgeber

> Wolfsburg AG, Projekt “Profis der Nation” (Wolfsburg)

> 3 Mitarbeiter

> In 60 Projektgruppen arbeiten ca. 300 Wolfsburger Bür-

ger/-innen an Vorschlägen zu Schaffung von Arbeitsplätzen

und der nachstehenden Umsetzung.

"In einem Projekt, in dem es um die Reduzierung von Jugendarbeitslosigkeit vor Ort geht, sind wir alle hier

offen und bereit, einem behinderten jungen Menschen eine Chance zu geben."

Hans Werner Simon, Projektleiter Wolfsburg AG/Teammitglied "Profis der Nation”

Drago Radonic arbeitet im Projektbüro der “Profis der Nation”

im Wolfsburger Rathaus.

Der Arbeitsplatz von Drago Radonic verfügt über eine herkömmliche

Ausstattung.

Der Gebäudeteil des Wolfsburger Rathauses, in dem das Projektbüro

untergebracht ist.

Drago Radonic mit (v.re.) Karl Finke, Cornelie Schlegel (Direktorin

Arbeitsamt Helmstedt), Klaus Mohrs (Erster Stadtrat Wolfsburg),

Dr. Lutz Schröter (Geschäftsleiter Autovision GmbH), Angelika

Jahns (MDL), Hans-Werner Simon (Projekt "Profis der Nation").


Veranstaltung am 04.12.2003 in Wolfsburg:

Karl Finke begrüßt die Anwesenden.

Die Vertreterinnen von Arbeitsamt Helmstedt und des örtlichen Auch Vertreter der Stadt Wolfsburg sowie zahlreiche Ämter

Integrationsamtes im Gespräch.

nahmen an der Veranstaltung teil.

Eine neue Stellwand zur Darstellung der Kampagne sowie speziellen

Informationen für Arbeitgeber/-nehmer fanden gute

Resonanz.

Dr. Lutz Schröter lobt in seiner Begrüßungsrede das Engagement

des Mitarbeiters Drago Radonic.

Dr. Kirschenbauer vom Integrationsamt sowie Vertreterinnen

vom örtlichen Arbeitsamt standen für Gespräche mit Interessierten

bereit und verteilten Infomaterialien rund um die Integration

von Menschen mit Behinderungen.

Eine Kampagne des Gefördert vom Niedersächsischen Landesamt

Behindertenbeauftragten für Zentrale Soziale Aufgaben

des Landes Niedersachsen Integrationsamt


Kampagne

Beispiele beruflicher Integration

schwerbehinderter Menschen

Fallbeispiel VI

Der Arbeitnehmer

Dirk Busse ist 32 Jahre alt und von Geburt an blind. Die Schule hat er mit einem

erweiterten Realschulabschluss abgeschlossen. Im Anschluss folgte eine Ausbildung

zum Bürokaufmann am Landesbildungszentrum für Blinde in Hannover, die er 1991

erfolgreich beendete. Im Rahmen der Ausbildung absolvierte Dirk Busse auch die

Prüfungen zum Phonotypisten und Telefonisten.

Auf die Ausbildung folgten zwei Jahre Arbeitslosigkeit. Von 1993 bis Ende 1999

arbeitete Dirk Busse dann als Verwaltungsangestellter beim Finanzamt in Braunschweig.

Es folgte ab Februar 2000 eine halbjährige Umschulung zum Call Center

Agent beim Berufsförderungswerk für Blinde und Sehbehinderte in Veitshöchheim.

Im Rahmen dieser Umschulung absolvierte Dirk Busse im Juli/August 2000 ein vier

wöchiges Praktikum im Call Center der FRIENDS GmbH & Co. KG in Braunschweig. Da

Dirk Busse sich hier bewährte, folgte die Übernahme in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis.

Der Arbeitsplatz

Seit Januar 2001 ist Dirk Busse als Call Center Agent bei der FRIENDS GmbH & Co. KG

‘partner für kundenfindung und kundenbindung’ in Braunschweig beschäftigt. Im

Bereich Telefonmarketing verkauft er Fachliteratur für unternehmerisch verantwortlich

Tätige. Die Verkaufsstatistik der Geschäftsführung belegt, dass Dirk Busse zwar in

der Abarbeitung der Kundenkontakte langsamer als seine Kollegen ist, dafür aber oft

höhere Verkaufserfolge vorweisen kann. Nach Ansicht seiner Chefin Frau Ehlers spüre

man eine größere Sensibilität in der sprachlichen Kommunikation. Dies führt sie auch

auf seine Blindheit zurück. So spreche Dirk Busse oft sehr anschaulich und bildhaft.

Außerdem könne er sehr gut zuhören, was beides bei den Kunden offenbar ankomme.

Der Computer-Arbeitsplatz von Dirk Busse ist mit einer Braille-Tastatur und einer elektronischen

Sprachausgabe nach seinen Vorstellungen ausgestattet worden. Das Arbeitsamt

hat die entsprechenden Kosten übernommen.

Der Arbeitgeber

Die FRIENDS GmbH & Co. KG hat an zwei Standorten (Braunschweig und Bielefeld)

insgesamt 450 Mitarbeiter. Das Unternehmen betreibt klassisches Outbound Telemarketing.

Im Gespräch: Die Geschäftsführerin Heike Ehlers

Woher kommt Ihre Bereitschaft, Menschen mit Behinderung einzustellen?

Dirk Busse kam zu einem Zeitpunkt zu uns, als wir gerade auf der Suche nach

weiterem Personal waren. Er bewährte sich bei seinem Praktikum, sodass es für uns

nur noch zu klären galt, wie wir die speziellen Anforderungen an die Arbeitsplatzausstattung

lösen können. Aber auch die Höhe des Lohnkostenzuschusses war aus ökonomischer

Sicht ein wichtiger Faktor bei der Entscheidung für Herrn Busse. Denn wir

müssen ganz nüchtern sehen, dass der Arbeitsplatz von Dirk Busse aufgrund seiner

Spezialausstattung nur eine Schicht pro Tag und nicht über zwei Schichten, also auch

von Kollegen, genutzt werden kann.


Eine Kampagne des

Behindertenbeauftragten

des Landes Niedersachsen

Gefördert vom

Niedersächsischen Landesamt

für Zentrale Soziale Aufgaben

Integrationsamt

Welche Erfahrungen haben Sie bisher mit der Integration von behinderten Arbeitnehmern

gemacht?

Dass es aus unserer Erfahrung viel zu lange dauerte, bis die zuständigen Stellen

reagierten und agierten. Unser Eindruck: Hätten wir nicht gemeinsam immer

wieder nachgehakt, hätten die drei Monate zwischen Praktikum und Festeinstellung

nie gereicht, um die externe Unterstützung und Förderung in Gang zu bekommen.

Welchen Tipp/Hinweis geben Sie anderen interessierten Arbeitgebern?

Man sollte als Arbeitgeber bei der Suche nach geeignetem Personal auch behinderten

Menschen Wege in den Betrieb ebnen. In diesem Sinne war es für uns sehr

wichtig, im Rahmen eines Praktikums die fachlichen und sozialen Fähigkeiten von

Herrn Busse testen zu können. Solche Probe-Praktika sind deshalb ausdrücklich zu

empfehlen.

Informationen für Arbeitgeber

Schaffung eines neuen Arbeitsplatzes für Arbeitslose mit Schwerbehinderung

Ansprechpartner: Ihre örtliche Agentur für Arbeit, Rehateam

Leistungen:

> Beratung und Bereitstellung finanzieller Fördermittel

Behindertengerechte Gestaltung/Ausstattung von Arbeitsplätzen

Niedersächsisches Landesamt für Zentrale Soziale Aufgaben - Integrationsamt

Domhof 1, 31134 Hildesheim

Tel.: 0 51 21 / 3 04-0, Fax: 0 51 21 / 3 04-611

Leistungen:

> Beratung zur Arbeitsplatzausstattung, Hilfe bei Einrichtung und Einarbeitung

> Bereitstellung von Fördermitteln (Unterstützung bei Antragstellung)

Informationsbroschüren

ZB Spezial: Behinderte Menschen im Arbeitsleben. Info für Arbeitgeber

erhältlich bei:

Bundesarbeitsgemeinschaft der Integrationsämter und Hauptfürsorgestellen

Postfach 4109, 76026 Karlsruhe

Tel.: 07 21 / 81 07-219, Fax: 07 21 / 81 07-288

E-Mail: bih@lwv-baden.de

Internet

www.integrationsaemter.de

www.soziales.niedersachsen.de

Ansprechpartner zur Kampagne „Beispiele beruflicher Integration

schwerbehinderter Menschen

Büro des Behindertenbeauftragten des Landes Niedersachsen

Herr Detlev Jähnert

Postfach 141, 30001 Hannover

Tel: 05 11 / 120 40 09, Fax: 05 11 / 120 42 90

Email: Detlev.Jaehnert@ms.niedersachsen.de


Kampagne

Beispiele beruflicher Integration

schwerbehinderter Menschen

Fallbeispiel VII

Der Arbeitnehmer

Stefan Eichenberg ist 25 Jahre alt. Er gehört zum Personenkreis der Menschen mit

Lernschwierigkeiten und ist seit 1994 an einer starken Diabetes Mellitus erkrankt. Die

Schule hat er ohne Abschluss verlassen. Es folgte eine Ausbildung zum Gartenbauhelfer

beim Niedersächsischen Pflanzenschutzamt in Hannover-Ahlem. Hier wurde

Stefan Eichenberg 1999 übernommen. Anfang 2003 übernahm die Gärtnerei Behre

in Ronnenberg/Benthe einen Aufgabenbereich des Pflanzenschutzamtes, sodass der

Arbeitsplatz von Stefan Eichenberg überflüssig wurde. Man bot ihm jedoch an, in die

Gärtnerei Behre zu wechseln. Es folgte ein zweiwöchiges Probe-Praktikum mit anschließender

Übernahme in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis.

Der Arbeitsplatz

Seit Januar 2003 ist Stefan Eichenberg als Gartenbauhelfer bei der Gärtnerei Behre in

Ronnenberg/Benthe beschäftigt. Er ist zuständig für vorbereitende Tätigkeiten verschiedenster

Art: Er füllt Töpfe für Beet- und Balkonpflanzen mit Erde, packt Stiefmütterchen

auf Container, stellt Paletten bereit usw.

Mit seiner freundlichen Art wurde Stefan Eichenberg schnell von seinen Kollegen

akzeptiert. Er selbst mag die abwechslungsreiche Arbeit und fühlt sich sehr wohl.

Manfred Behre, der Inhaber der Gärtnerei, schätzt den Arbeitswillen und die Hilfsbereitschaft

von Stefan Eichenberg. Er sei eine durchaus gute Arbeitskraft, jedoch unter

der Voraussetzung, dass er ständig unterstützt und begleitet werde. Die ihm gestellten

Aufgaben dürften nicht zu komplex sein. Aufgrund seiner Zuckerkrankheit

kämen außerdem extra Pausen zum Spritzen von Insulin hinzu.

Auf eine Unterstützung vom Arbeitsamt hat Manfred Behre seinerzeit verzichtet. Für

ein Unternehmen seiner Größe und in der derzeitigen wirtschaftlichen Situation sei es

nicht realistisch, sich auf eine Mindestvertragslaufzeit festzulegen und zudem ein

Gehalt auf Tariflohnniveau zahlen zu müssen, um einen Lohnkostenzuschuss zu

bekommen. Das Gehalt von Stefan Eichenberg ist frei ausgehandelt.

Der Arbeitgeber

Die Gärtnerei Behre hat 5 Mitarbeiter. Es ist ein seit über 100 Jahren familiengeführtes

Unternehmen, dem derzeit Vater Manfred Behre und Tochter Julia Behre voranstehen.

Sie betreiben sogenannten Produktionsgartenbau und verkaufen ihre Produkte auf

dem Blumengroßmarkt in Hannover, liefern aber auch direkt an Gärtnereien und

Blumenläden.

Im Gespräch: Inhaber Manfred Behre

Woher kommt Ihre Bereitschaft, Menschen mit Behinderung einzustellen?

Im Falle von Stefan Eichenberg war es Zufall. Aber es musste natürlich eine

grundsätzliche Bereitschaft auf unserer Seite da sein, anderen Menschen eine Chance

zu geben. Wobei ich darauf hinweise, dass bei aller sozialer Hilfsbereitschaft auch für

uns eine solche Entscheidung immer wirtschaftlich tragbar bleiben muss.


Eine Kampagne des

Behindertenbeauftragten

des Landes Niedersachsen

Gefördert vom

Niedersächsischen Landesamt

für Zentrale Soziale Aufgaben

Integrationsamt

Welche Erfahrungen haben Sie bisher mit der Integration von behinderten

Arbeitnehmern gemacht?

Wir haben mit Stefan Eichenberg das erste Mal einen behinderten Arbeitnehmer

fest eingestellt. Allerdings haben wir in den letzten Jahren immer wieder Auszubildende

mit Lernschwierigkeiten hier bei uns gehabt. Und die Erfahrungen sind

nicht andere als im Generellen mit Auszubildenden.

Welchen Tipp/Hinweis geben Sie anderen interessierten Arbeitgebern?

Wenn der Arbeitnehmer die notwendigen fachlichen Fähigkeiten mitbringt, wenn

die Akzeptanz in der Gruppe der Kollegen möglich ist und wenn entsprechende

Arbeit da ist, dann sollte man auf jeden Fall einen behinderten Arbeitnehmer einstellen.

Es muss wie bei jedem Arbeitnehmer einfach "passen".

Informationen für Arbeitgeber

Schaffung eines neuen Arbeitsplatzes für Arbeitslose mit Schwerbehinderung

Ansprechpartner: Ihre örtliche Agentur für Arbeit, Rehateam

Leistungen:

> Beratung und Bereitstellung finanzieller Fördermittel

Behindertengerechte Gestaltung/Ausstattung von Arbeitsplätzen

Niedersächsisches Landesamt für Zentrale Soziale Aufgaben - Integrationsamt

Domhof 1, 31134 Hildesheim

Tel.: 0 51 21 / 3 04-0, Fax: 0 51 21 / 3 04-611

Leistungen:

> Beratung zur Arbeitsplatzausstattung, Hilfe bei Einrichtung und Einarbeitung

> Bereitstellung von Fördermitteln (Unterstützung bei Antragstellung)

Informationsbroschüren

ZB Spezial: Behinderte Menschen im Arbeitsleben. Info für Arbeitgeber

erhältlich bei:

Bundesarbeitsgemeinschaft der Integrationsämter und Hauptfürsorgestellen

Postfach 4109, 76026 Karlsruhe

Tel.: 07 21 / 81 07-219, Fax: 07 21 / 81 07-288

E-Mail: bih@lwv-baden.de

Internet

www.integrationsaemter.de

www.soziales.niedersachsen.de

Ansprechpartner zur Kampagne „Beispiele beruflicher Integration

schwerbehinderter Menschen

Büro des Behindertenbeauftragten des Landes Niedersachsen

Herr Detlev Jähnert

Postfach 141, 30001 Hannover

Tel: 05 11 / 120 40 09, Fax: 05 11 / 120 42 90

Email: Detlev.Jaehnert@ms.niedersachsen.de


Kampagne

Beispiele beruflicher Integration

schwerbehinderter Menschen

Fotodokumentation

Fallbeispiel VII

Der Arbeitnehmer

Stefan Eichenberg

25 Jahre alt, lernbehindert und Diabetiker

Gartenbauhelfer

Der Arbeitgeber

> Gärtnerei Manfred Behre (Ronnenberg/Benthe)

> 5 Mitarbeiter

> Produktionsgartenbau für Großmarkt, Gärtnereien und

Blumenläden

“Es musste natürlich eine grundsätzliche Bereitschaft auf unserer Seite da sein, anderen Menschen eine

Chance zu geben. Wobei ich darauf hinweise, dass bei aller sozialer Hilfsbereitschaft auch für uns eine solche

Entscheidung immer wirtschaftlich tragbar bleiben muss.”

Manfred Behre, Inhaber

Der Arbeitnehmer Stefan Eichenberg.

Der Arbeitsplatz von Stefan Eichenberg: Die Gewächshäuser

mit Frühblühern.

Das Gelände der Gärtnerei Behre am Ortsrand von Ronnenberg/Benthe.

Veranstaltung am 22.04.2004 in Ronnenberg:

Inhaber Manfred Behre begrüßt die Anwesenden.


Stefan Eichenberg zusammen mit Herrn Ebensen, Justus-von-

Liebig-Schule (Hannover) und Frau Lüssenhop, Agentur für

Arbeit (Hannover).

Die Mitarbeiter der örtlichen Integrationsfachdienste (v.l.):

Michael Galle, Salo & Partner, Michel Winckler und Stephanie

Rother, Berufsförderungswerk Goslar.

Auf dem abschließenden Betriebsrundgang bekamen alle Gäste

einen ausführlichen Einblick in die Arbeiten einer Gärtnerei und

den Arbeitsplatz von Stefan Eichenberg.

V.l.: Manfred Behre, Ortsbürgermeister Manfred Bohr, Bürgermeister

Stadt Ronnenberg Wolfgang Walther.

Karl Finke und Stefan Eichenberg im Gespräch über den

Arbeitsplatz in der Gärtnerei.

Karl Finke, Stefan Eichenberg und Inhaber Manfred Behre.

Eine Kampagne des Gefördert vom Niedersächsischen Landesamt

Behindertenbeauftragten für Zentrale Soziale Aufgaben

des Landes Niedersachsen Integrationsamt


Kampagne

Beispiele beruflicher Integration

schwerbehinderter Menschen

Fallbeispiel VIII

Der Arbeitnehmer

Karl-Heinz Pütz ist 66 Jahre alt. Mit 15 Jahren wurde ihm aufgrund einer Hüftgelenks-Osteomylitis

eine Hüfte steif gelegt, sodass er ein Bein sichtbar nachzieht. Er

ist gelernter Tischler, allerdings seit 40 Jahren als Filmvorführer in verschiedenen

Kinos in Göttingen beschäftigt.

Im Herbst 2003 ist Karl-Heinz Pütz in Rente gegangen, arbeitet jedoch als Teilzeitkraft

weiter bei seinem bisherigen Arbeitgeber, der CinemaxX Cinema GmbH & Co

KG in Göttingen.

Der Arbeitsplatz

Seit 18 Jahren arbeitet Karl-Heinz Pütz als Filmvorführer in den Flebbe-Kinobetrieben

in Göttingen und seit Dezember 1996 im CinemaxX. Er ist für das Vorführen

der Filme, aber auch für die entsprechenden vorbereitenden Arbeiten zuständig.

So werden Filme, die neu ins Programm aufgenommen werden, vor der

ersten Vorführung von ihm auf sogenannten Tellern aufgebracht und zusammengesetzt.

Viele Jahre war Karl-Heinz Pütz Mitglied im Betriebsrat und auch Betriebsratvorsitzender.

Seinen Posten hat er vor einigen Jahren abgetreten, um - wie er sagt -

jetzt die Jüngeren ranzulassen.

Karl-Heinz Pütz schätzt seine Arbeitsbedingungen. Es sei eine angenehme und

sichere Arbeit. Das Arbeitsklima sei freundlich, mit den Kollegen, meist Studenten,

verstehe er sich prima. Die Einsatzzeiten sind flexibel und man stimmt sich mit den

Kollegen untereinander ab. Deshalb hat er sich entschieden, trotz Rente weiterzuarbeiten.

Auf die Frage, welche Rolle seine Behinderung im Laufe des Arbeitslebens gespielt

habe, antwortet er, dass sich dafür bei seiner Einstellung und auch in der Folge nie

jemand ernsthaft interessiert habe.

Der Arbeitgeber

Die Flebbe-Kinobetriebe in Göttingen hat derzeit ca. 70 Mitarbeiter, verteilt auf drei

Kinos in der Stadt. Drei Mitarbeiter sind schwerbehindert.

Im Gespräch: Der Theaterleiter Rainer Weber

Woher kommt Ihre Bereitschaft, Menschen mit Behinderung einzustellen?

Im Falle von Herrn Pütz hat die Behinderung seinerzeit bei der Einstellung offenbar

keine Rolle gespielt. Dies passt zur Philosophie unseres Hauses. Denn auch heute ist

es für uns viel entscheidender, ob ein Mitarbeiter mit den ungewöhnlichen Arbeitszeiten

in einem Kino klar kommt und die angebotene Tätigkeit kompetent und effizient

ausführen will und kann.


Eine Kampagne des

Behindertenbeauftragten

des Landes Niedersachsen

Gefördert vom

Niedersächsischen Landesamt

für Zentrale Soziale Aufgaben

Integrationsamt

Welche Erfahrungen haben Sie bisher mit der Integration von behinderten Arbeitnehmern

gemacht?

Durchweg positive Erfahrungen. Alle drei behinderten Mitarbeiter zeigen eine hohe

Identifikation mit dem Betrieb. Es sind alle drei inzwischen langjährige Mitarbeiter,

die unter den Kollegen voll akzeptiert sind.

Welchen Tipp/Hinweis geben Sie anderen interessierten Arbeitgebern?

Wenn es um eine Neueinstellung geht, sollte zuallererst das Profil der Bewerber abgeglichen

werden. Käme dann ein Bewerber mit Behinderung aufgrund seiner

Qualifikationen in Frage, würde ich ihm eine Chance geben. Denn die Erfahrung

zeigt, dass man in einem solchen Fall als Arbeitgeber oft einen Vertrauensvorschuss

stärker zurück bekommt. Die Wertschätzung des Arbeitsplatzes ist ungleich höher

als bei Arbeitnehmern ohne Behinderung.

Informationen für Arbeitgeber

Schaffung eines neuen Arbeitsplatzes für Arbeitslose mit Schwerbehinderung

Ansprechpartner: Ihre örtliche Agentur für Arbeit, Rehateam

Leistungen:

> Beratung und Bereitstellung finanzieller Fördermittel

Behindertengerechte Gestaltung/Ausstattung von Arbeitsplätzen

Niedersächsisches Landesamt für Zentrale Soziale Aufgaben - Integrationsamt

Domhof 1, 31134 Hildesheim

Tel.: 0 51 21 / 3 04-0, Fax: 0 51 21 / 3 04-611

Leistungen:

> Beratung zur Arbeitsplatzausstattung, Hilfe bei Einrichtung und Einarbeitung

> Bereitstellung von Fördermitteln (Unterstützung bei Antragstellung)

Informationsbroschüren

ZB Spezial: Behinderte Menschen im Arbeitsleben. Info für Arbeitgeber

erhältlich bei:

Bundesarbeitsgemeinschaft der Integrationsämter und Hauptfürsorgestellen

Postfach 4109, 76026 Karlsruhe

Tel.: 07 21 / 81 07-219, Fax: 07 21 / 81 07-288

E-Mail: bih@lwv-baden.de

Internet

www.integrationsaemter.de

www.soziales.niedersachsen.de

Ansprechpartner zur Kampagne „Beispiele beruflicher Integration

schwerbehinderter Menschen

Büro des Behindertenbeauftragten des Landes Niedersachsen

Herr Detlev Jähnert

Postfach 141, 30001 Hannover

Tel: 05 11 / 120 40 09, Fax: 05 11 / 120 42 90

Email: Detlev.Jaehnert@ms.niedersachsen.de


Kampagne

Beispiele beruflicher Integration

schwerbehinderter Menschen

Fotodokumentation

Fallbeispiel VIII

Der Arbeitnehmer

Karl-Heinz Pütz

66 Jahre alt, Hüftgelenks-Osteomylitis

Filmvorführer

Der Arbeitgeber

> CinemaxX Cinema GmbH & Co. KG (Göttingen)

> 70 Mitarbeiter verteilt auf drei Kinos

“Im Falle von Herrn Pütz hat die Behinderung seinerzeit bei der Einstellung offenbar keine Rolle gespielt.

Denn auch heute ist es für uns viel entscheidender, ob ein Mitarbeiter mit den ungewöhnlichen Arbeitszeiten

in einem Kino klar kommt und die angebotene Tätigkeit kompetent und effizient ausführen will und kann.“

Rainer Weber, Theaterleiter

Der Arbeitnehmer Karl-Heinz Pütz.

Der Arbeitsplatz von Herrn Pütz hinter den Kulissen.

Blick auf das CinemaxX-Kino in Göttingen.

Der Eingangsbereich der CinemaxX Cinema GmbH & Co. KG.


Veranstaltung am 18.03.2004 in Göttingen:

An der Veranstaltung nahmen das Arbeitsamt, der Integra­

Karl Finke begrüßt die Anwesenden. tionsfachdienst, die örtlichen Behindertenverbände etc. teil.

Der Theaterleiter Herr Weber mit Mitarbeiter Karl-Heinz Pütz im

Gespräch.

Das Produktionsteam des Werbespots "Quietschvergnügt (v.l.):

Christophe Lophital, Aline Wagener, Michael Lier und Andreas

Köhler.

Eine Gruppe von Mitarbeitern und Angestellten der Göttinger

Werkstätten für Behinderte.

Eine Kampagne des Gefördert vom Niedersächsischen Landesamt

Behindertenbeauftragten für Zentrale Soziale Aufgaben

des Landes Niedersachsen Integrationsamt


Kampagne

Beispiele beruflicher Integration

schwerbehinderter Menschen

Fallbeispiel IX

Die Arbeitnehmerin

Verena-Johanna Kegeler ist 40 Jahre alt. Aufgrund einer Hüftluxation, Klumpfüßen

und einer Lendenwirbelverdrehung nutzt sie einen Rollstuhl zur Fortbewegung.

Verena-Johanna Kegeler hat die Schule mit einem erweiterten Realschulabschluss

verlassen. Daran schloss sich nach einem zweijährigen Praktikum eine Ausbildung

zur staatlich anerkannten Modedesignerin an. Aufgrund der für sie zu hohen körperlichen

Anforderungen arbeitete Verena-Johanna Kegeler jedoch nie in ihrem erlernten

Beruf. Stattdessen baute sie in den folgenden Jahren für die Blindenschule

in Hannover eine Mediathek auf, bildete sich in elektronischer Mediengestaltung

fort und arbeitete dann acht Jahre als Druckvorlagenherstellerin in einem Verlag.

Auf der Suche nach einer neuen Beschäftigung traf Verena-Johanna Kegeler Anfang

2002 in der Agentur für Arbeit zufällig auf ihre zukünftige Vorgesetzte

Dagmar Otto, Abteilungsleiterin Infrastrukturelles Gebäudemanagement von der

Medizinischen Hochschule in Hannover. Frau Otto suchte gerade beim zuständigen

Reha-Berater eine neue Veranstaltungsmanagerin.

Der Arbeitsplatz

Seit April 2002 ist Verena-Johanna Kegeler als Veranstaltungsmanagerin bei der

Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) beschäftigt. Nach einem dreimonatigen

Probe-Praktikum wurde sie in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis übernommen.

Sie plant und verteilt die hauseigenen Hörsäle und Seminarräume, nennt Ansprechpartner

und organisiert Equipment. Ihre Kunden sind Professoren des Hauses,

aber auch externe Eventveranstalter oder Firmen.

Ihre Vorgesetze Frau Otto schätzte an Verena-Johanna Kegeler von Anbeginn deren

Offenheit, Vielseitigkeit und die Fähigkeit, an neue Aufgaben sehr kreativ heranzugehen.

Verena-Johanna Kegeler selbst hat sehr viel Freude an ihrer Arbeit und ist

mit viel Engagement dabei. So hat sie beispielsweise auf eigene Faust und ohne Unterstützung

weitere für Veranstaltungen der MHH möglicherweise geeignete Veranstaltungsörtlichkeiten

in Hotels etc. persönlich aufgesucht.

Der Arbeitgeber

Medizinische Hochschule Hannover, Abteilung Infrastrukturelles Gebäudemanagement.

Dort arbeiten 220 Mitarbeiter, davon 23 Schwerbehinderte.

Im Gespräch: Dagmar Otto, Abteilungsleiterin Infrastrukturelles Gebäudemanagement

Woher kommt Ihre Bereitschaft, Menschen mit Behinderung einzustellen?

Wir sind seit Jahren hier an der Hochschule vertraut mit dieser Thematik. Und was

spricht denn auch dagegen? Wenn jemand für eine Tätigkeit geeignet ist, dann

spielt eine Behinderung keine Rolle. Und was wäre umgekehrt gedacht die Alternative

für diese Menschen? Arbeitslosigkeit oder ein Job in einer Werkstatt für Menschen

mit Behinderungen?


Eine Kampagne des

Behindertenbeauftragten

des Landes Niedersachsen

Gefördert vom

Niedersächsischen Landesamt

für Zentrale Soziale Aufgaben

Integrationsamt

Welche Erfahrungen haben Sie bisher mit der Integration von behinderten Arbeitnehmern

gemacht?

Oft ist die Rede davon, behinderte Arbeitnehmer könne man nicht so fordern. Das

stimmt so nicht, vielmehr sind diese oft sogar stärker belastbar. Und die Integration

funktioniert problemlos, wenn der Arbeitsbereich entsprechend auf den Arbeitnehmer

und seine Behinderung zugeschnitten ist.

Welchen Tipp/Hinweis geben Sie anderen interessierten Arbeitgebern?

Interessierte Arbeitgeber sollten die Unterstützung und Beratung der Agentur für Arbeit

und des Integrationsamt unbedingt nutzen und ausschöpfen. Wir haben hier

durchweg sehr gute Erfahrungen gemacht. Wenn es einen betriebseigenen Schwerbehindertenvertreter

gibt, dann sollte man auch hier die Zusammenarbeit und den

Erfahrungsaustausch suchen und fördern.

Informationen für Arbeitgeber

Schaffung eines neuen Arbeitsplatzes für Arbeitslose mit Schwerbehinderung

Ansprechpartner: Ihre örtliche Agentur für Arbeit, Rehateam

Leistungen:

> Beratung und Bereitstellung finanzieller Fördermittel

Behindertengerechte Gestaltung/Ausstattung von Arbeitsplätzen

Niedersächsisches Landesamt für Zentrale Soziale Aufgaben - Integrationsamt

Domhof 1, 31134 Hildesheim

Tel.: 0 51 21 / 3 04-0, Fax: 0 51 21 / 3 04-611

Leistungen:

> Beratung zur Arbeitsplatzausstattung, Hilfe bei Einrichtung und Einarbeitung

> Bereitstellung von Fördermitteln (Unterstützung bei Antragstellung)

Informationsbroschüren

ZB Spezial: Behinderte Menschen im Arbeitsleben. Info für Arbeitgeber

erhältlich bei:

Bundesarbeitsgemeinschaft der Integrationsämter und Hauptfürsorgestellen

Postfach 4109, 76026 Karlsruhe

Tel.: 07 21 / 81 07-219, Fax: 07 21 / 81 07-288

E-Mail: bih@lwv-baden.de

Internet

www.integrationsaemter.de

www.soziales.niedersachsen.de

Ansprechpartner zur Kampagne „Beispiele beruflicher Integration

schwerbehinderter Menschen

Büro des Behindertenbeauftragten des Landes Niedersachsen

Herr Detlev Jähnert

Postfach 141, 30001 Hannover

Tel: 05 11 / 120 40 09, Fax: 05 11 / 120 42 90

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Kampagne

Beispiele beruflicher Integration

schwerbehinderter Menschen

Fallbeispiel X

Die Arbeitnehmerin

Sibylle Kainer ist 24 Jahre alt und hat eine Fehlbildungsskoliose, d.h. eine dauerhafte

seitliche Verbiegung der Wirbelsäule mit einer Drehung der einzelnen Wirbelkörper.

Sibylle Kainer absolvierte nach Erlangung des Hauptschulabschlusses eine

überbetriebliche Ausbildung zur Bürokraft in Rummelsberg bei Nürnberg. Es folgten

1 1/2 Jahre Arbeitslosigkeit bis Sibylle Kainer sich aus privaten Gründen entschloss,

nach Wilhelmshaven zu ziehen. Die Agentur für Arbeit wies Frau Kainer dem für sie

tätigen Integrationsfachdienst (Fachdienst für die berufliche Eingliederung von

Menschen mit Schwerbehinderungen und Rehabilitanden) zu.

Der Integrationsfachdienst vermittelte Frau Kainer in ein Probebeschäftigungsverhältnis

in einem Callcenter, wo jedoch aus betriebsbedingten Gründen keine

Übernahme in ein unbefristetes Beschäftigungsverhältnis möglich war.

Auf den folgenden Vorschlag des Integrationsfachdienstes, es in einer ganz anderen

Sparte, d.h. mit einem Praktikum bei McDonalds zu versuchen, ging Frau Kainer

bereitwillig ein. An vier Wochen Praktikum schlossen sich drei Monate Probebeschäftigung

an. Es stellte sich heraus, dass Frau Kainer mit ihren Kenntnissen und

Fähigkeiten den Anforderungen des Arbeitgebers entsprach, so dass eine unbefristete

Übernahme in ein Beschäftigungsverhältnis erfolgte.

Der Arbeitsplatz

Seit Oktober 2003 ist Sibylle Kainer als Kassiererin bei Mc Donalds/Mc Drive in Wilhelmshaven

beschäftigt. Sie ist zuständig für die Annahme der Bestellungen und

das Kassieren am Autoschalter.

Der Arbeitsplatz von Frau Kainer wurde nach einer Beratung durch den Technischen

Beratungsdienst der Agentur für Arbeit behindertengerecht ausgestattet. Der Tresen

wurde umgebaut und ein spezieller Stuhl bereit gestellt. Die Finanzierung erfolgte

über die Agentur für Arbeit.

Nicht nur Sibylle Kainer ist nun mit ihrem Arbeitsplatz hoch zufrieden, sondern auch

die Vorgesetzte Frau Kluge weiß ihre Mitarbeiterin als pünktliche, sehr teamfähige

und engagierte Arbeitskraft zu schätzen.

Der Arbeitgeber

Mc Donalds/Mc Drive in Wilhelmshaven Dort arbeiten 55 Mitarbeiter, davon 7

Menschen mit Behinderungen.

Im Gespräch: Gretlies Kluge, Restaurantleiterin

Woher kommt Ihre Bereitschaft, Menschen mit Behinderung einzustellen?

Den Anstoß gab ein Gespräch mit Frau Göttertz vom örtlichen Integrationsfachdienst,

nachdem wir als Unternehmen für die aus unserer Sicht zu hohe Ausgleichsabgabe

bei der Agentur für Arbeit nach einer Alternative suchten. Frau Göttertz

schaute sich unseren Betrieb an und schlug eine erste Probebeschäftigung vor.

Inzwischen arbeiten wir seit zwei Jahren eng zusammen und können sieben gelungene

Vermittlungen vorweisen, die in unbefristete Arbeitsverhältnisse mündeten.


Eine Kampagne des

Behindertenbeauftragten

des Landes Niedersachsen

Gefördert vom

Niedersächsischen Landesamt

für Zentrale Soziale Aufgaben

Integrationsamt

Welche Erfahrungen haben Sie bisher mit der Integration von behinderten Arbeitnehmern

gemacht?

Unsere Erfahrungen kann man durchaus sehr gut nennen. Natürlich gab es in den

letzten zwei Jahren auch Misserfolge, aber die kann es mit jedem neuen Arbeitnehmer

geben. Unser Erfolgsrezept ist, dass wir uns bei Arbeitsplatz, -zeit und Tätigkeiten

in Zusammenarbeit mit dem Integrationsfachdienst auf die Fähigkeiten des

Behinderten einstellen und sehr flexible Anpassungen vornehmen können – wir haben

glücklicherweise diese Möglichkeiten. So haben wir beispielsweise schon einen

behinderten Mitarbeiter von der Kasse in die Küche versetzt und damit nun eine

verlässliche Küchenkraft hinzugewonnen. Allerdings bleibt es auch nicht aus, dass

wir im Team immer wieder mal Überzeugungsarbeit für ein gutes Zusammenspiel

leisten müssen.

Welchen Tipp/Hinweis geben Sie anderen interessierten Arbeitgebern?

Interessierte Arbeitgeber sollten den örtlichen Integrationsfachdienst ansprechen,

weil der seine Klienten wirklich kennt und auch die Eignung der Betriebe vor Ort überprüft.

Der Integrationsfachdienst bleibt dann auch in den ersten sechs Monaten der

Beschäftigung der Ansprechpartner und aktive Unterstützer vor Ort im Betrieb – für

Arbeitnehmer und Arbeitgeber. In der Folge gibt es den sogenannten berufsbegleitenden

Dienst, der immer wieder bei Fragen und Schwierigkeiten zur Verfügung

steht.

Informationen für Arbeitgeber

Schaffung eines neuen Arbeitsplatzes für Arbeitslose mit Schwerbehinderung

Ansprechpartner: Ihre örtliche Agentur für Arbeit, Rehateam

Leistungen:

> Beratung und Bereitstellung finanzieller Fördermittel

Behindertengerechte Gestaltung/Ausstattung von Arbeitsplätzen

Niedersächsisches Landesamt für Zentrale Soziale Aufgaben - Integrationsamt

Domhof 1, 31134 Hildesheim

Tel.: 0 51 21 / 3 04-0, Fax: 0 51 21 / 3 04-611

Leistungen:

> Beratung zur Arbeitsplatzausstattung, Hilfe bei Einrichtung und Einarbeitung

> Bereitstellung von Fördermitteln (Unterstützung bei Antragstellung)

Informationsbroschüren

ZB Spezial: Behinderte Menschen im Arbeitsleben. Info für Arbeitgeber

erhältlich bei:

Bundesarbeitsgemeinschaft der Integrationsämter und Hauptfürsorgestellen

Postfach 4109, 76026 Karlsruhe

Tel.: 07 21 / 81 07-219, Fax: 07 21 / 81 07-288

E-Mail: bih@lwv-baden.de

Internet

www.integrationsaemter.de

www.soziales.niedersachsen.de

Ansprechpartner zur Kampagne „Beispiele beruflicher Integration

schwerbehinderter Menschen

Büro des Behindertenbeauftragten des Landes Niedersachsen

Herr Detlev Jähnert

Postfach 141, 30001 Hannover

Tel: 05 11 / 120 40 09, Fax: 05 11 / 120 42 90

Email: Detlev.Jaehnert@ms.niedersachsen.de


Kampagne

Beispiele beruflicher Integration

schwerbehinderter Menschen

Fotodokumentation

Fallbeispiel X

Die Arbeitnehmerin

Sibylle Kainer

24 Jahre alt, Fehlbildungsskoliose

Kassiererin

Der Arbeitgeber

> McDonald’s in Wilhelmshaven

> 55 Mitarbeiter, davon 7 Schwerbehinderte

“Interessierte Arbeitgeber sollten den örtlichen Integrationsfachdienst ansprechen, weil der seine Klienten

wirklich kennt und auch die Eignung der Betriebe vor Ort überprüft. Der Integrationsfachdienst bleibt dann

auch in den ersten sechs Monaten der Beschäftigung der Ansprechpartner und aktive Unterstützer“.

Gretlies Kluge, Restaurantleiterin

Sibylle Kainer am Autoschalter.

Karl Finke hebt die Zusammenarbeit von örtlichem Integrationsfachdienst

und Restaurantleitung hervor.

Außenansicht des McDonald’s-Gebäudes.

Petra Göttertz (IFD), Gretlies Kluge (Restaurantleiterin), Herr

Mansfeld und Frau Krause (beide Agentur für Arbeit).


Die Vertreter der örtlichen Wirtschaft und Politik sowie der

McDonald’s Deutschland GmbH.

Auf dem abschließenden Betriebsrundgang bekamen alle Gäste

einen ausführlichen Einblick in die Abläufe in einem Schnellrestaurant.

Sibylle Kainer zusammen mit ihrer Vorgesetzten Frau Kluge

(hinten Mitte).

Ein Blick in die Wäschekammer. Hier arbeitet eine der anderen

Mitarbeiterinnen mit Behinderungen.

Eine Kampagne des Gefördert vom Niedersächsischen Landesamt

Behindertenbeauftragten für Zentrale Soziale Aufgaben

des Landes Niedersachsen Integrationsamt


Kampagne

Beispiele beruflicher Integration

schwerbehinderter Menschen

Fallbeispiel XI

Der Arbeitnehmer

Manfred R. ist 57 Jahre alt. Er ist seit 30 Jahren in Folge eines Verkehrsunfalls

querschnittgelähmt und sitzt im Rollstuhl. Durch seinen eigenen PKW ist er äußerst

mobil, auch bei Kunden vor Ort.

Manfred R. ist studierter Graphik-Designer. Viele Jahre leitete er die Graphik-

Abteilung einer Druckerei in Bremervörde, die jedoch 2003 aufgrund der Insolvenz

des Unternehmens aufgelöst wurde. Nach einen halben Jahr Arbeitslosigkeit bot

man ihm einen Praktikumsplatz in der Qualifizierungsgesellschaft des Nachfolge-

Unternehmens an. Allerdings nicht mehr als Graphiker, sondern als Kundenakquisiteur.

Manfred R. war dieser neuen Chance gegenüber sehr aufgeschlossen.

Arbeitgeber und Arbeitnehmer nutzten die zwei Monate Praktikum, um das genaue

Aufgabenspektrum und -profil der neuen Tätigkeit abzustimmen und festzulegen.

Im Anschluss wurde Manfred R. unbefristet übernommen.

Der Arbeitsplatz

Seit Oktober 2003 ist Manfred R. als Vertriebs-Repräsentant bei der Firma

Ostedruck GmbH & Co. KG in Bremervörde beschäftigt. Seine Aufgabe besteht darin,

per Telefon Neukunden zu akquirieren und Termine für die Außendienstmitarbeiter

zu vereinbaren. Diese Tätigkeit kommt ihm sehr entgegen, da er neben seiner

großen fachlichen Kompetenz auch über starke rhetorische Fähigkeiten verfügt.

Der Betriebsleiter Holger Fischer schätzt an Herrn R. die Leistungsbereitschaft

und Flexibilität, sich auf ein völlig neues Arbeitsgebiet in der Form einstellen zu

können. Auch für das Unternehmen war diese Art des Telefonmarketings neu und

hat sich bisher sehr ausgezahlt. Holger Fischer führt dies nicht zuletzt auf die gute

Akzeptanz von Manfred R. beim Außendienst und seine gute und enge Zusammenarbeit

mit dem innerbetrieblichen Verkauf zurück.

Die Arbeitszeit von Manfred R. wurde seinen persönlichen Bedürfnissen entsprechend

angepasst. So ist seine Mittagspause nicht auf eine halbe Stunde beschränkt,

sondern dauert in der Regel mindestens eine Stunde. Manfred R.

fährt dann nach Hause und legt sich hin, da er nicht so lange am Stück in seinem

Rollstuhl sitzen kann. In geringem Umfang arbeitet er mit Hilfe eines Laptops auch

nach Dienstschluss von zu Hause.

Der Arbeitgeber

Die Firma Ostedruck GmbH & Co. KG in Bremervörde hat derzeit 95 Mitarbeiter,

davon 1 Schwerbehinderter. Das Unternehmen ist spezialisiert auf den Druck von

Endlosformularen und Farbdrucksachen im Bogen- und Rollenrotationsdruck. Angeschlossen

ist eine leistungsfähige, digitale Druckvorstufe, eine Buchbinderei und

eine Lederwarenfabrikation für Familien-Stammbücher.

Im Gespräch: Holger Fischer, Betriebsleiter

Woher kommt Ihre Bereitschaft, Menschen mit Behinderung einzustellen?

Wir haben es bei Manfred Rathjen mit einem sehr motivierten und zuverlässigen

Mitarbeiter zu tun, deshalb haben wir ihn eingestellt. Das heißt: Losgelöst von einer

Behinderung muss beim Arbeitnehmer angemessene Leistungsbereitschaft und die

entsprechenden Fähigkeiten vorhanden sein.


Eine Kampagne des

Behindertenbeauftragten

des Landes Niedersachsen

Gefördert vom

Niedersächsischen Landesamt

für Zentrale Soziale Aufgaben

Integrationsamt

Welche Erfahrungen haben Sie bisher mit der Integration von behinderten Arbeitnehmern

gemacht?

Auch in der Vergangenheit gestaltete sich die Integration von behinderten Arbeitnehmern

problemlos, da wir beim Tätigkeitsfeld Rücksicht auf das jeweilige Handicap

genommen haben. Dies ist bei der Vielseitigkeit der bei uns anfallenden Aufgaben

kein Problem.

Welchen Tipp/Hinweis geben Sie anderen interessierten Arbeitgebern?

Bei der Integration eines Rollstuhlfahrers sollte man sich auf alle Fälle bei der Agentur

für Arbeit oder beim Integrationsamt über die Anforderungen an Arbeitsplatzgestaltung

und Sanitärräume und natürlich über Förderungsmöglichkeiten beraten lassen.

Und ein Praktikum vorab ist immer zu empfehlen.

Informationen für Arbeitgeber

Schaffung eines neuen Arbeitsplatzes für Arbeitslose mit Schwerbehinderung

Ansprechpartner: Ihre örtliche Agentur für Arbeit, Rehateam

Leistungen:

> Beratung und Bereitstellung finanzieller Fördermittel

Behindertengerechte Gestaltung/Ausstattung von Arbeitsplätzen

Niedersächsisches Landesamt für Zentrale Soziale Aufgaben - Integrationsamt

Domhof 1, 31134 Hildesheim

Tel.: 0 51 21 / 3 04-0, Fax: 0 51 21 / 3 04-611

Leistungen:

> Beratung zur Arbeitsplatzausstattung, Hilfe bei Einrichtung und Einarbeitung

> Bereitstellung von Fördermitteln (Unterstützung bei Antragstellung)

Informationsbroschüren

ZB Spezial: Behinderte Menschen im Arbeitsleben. Info für Arbeitgeber

erhältlich bei:

Bundesarbeitsgemeinschaft der Integrationsämter und Hauptfürsorgestellen

Postfach 4109, 76026 Karlsruhe

Tel.: 07 21 / 81 07-219, Fax: 07 21 / 81 07-288

E-Mail: bih@lwv-baden.de

Internet

www.integrationsaemter.de

www.soziales.niedersachsen.de

Ansprechpartner zur Kampagne „Beispiele beruflicher Integration

schwerbehinderter Menschen

Büro des Behindertenbeauftragten des Landes Niedersachsen

Herr Detlev Jähnert

Postfach 141, 30001 Hannover

Tel: 05 11 / 120 40 09, Fax: 05 11 / 120 42 90

Email: Detlev.Jaehnert@ms.niedersachsen.de


Kampagne

Beispiele beruflicher Integration

schwerbehinderter Menschen

Fallbeispiel XII

Der Arbeitnehmer

Maik Kruse ist 32 Jahre alt und lernbehindert. Er absolvierte die Hauptschule ohne

Abschluss. Es folgte die Teilnahme an einer Berufsbildungsmaßnahme im Andreaswerk

e.V. Vechta über die Dauer von zwei Jahren. Nach dem anschließenden Wehrdienst

arbeitete Maik Kruse einige Jahre in der Tischlerei des Andreaswerkes. Ab

Januar 2001 nahm er an einer Eingliederungsmaßnahme des Qualifizierungs- und

Vermittlungsdienstes (Qvd) des Andreaswerkes teil. Diese vom Land Niedersachsen

und dem Europäischen Sozialfond geförderte Maßnahme soll Beschäftigte aus

Werkstätten für behinderte Menschen für den ersten Arbeitsmarkt qualifizieren. In

diesem Rahmen absolvierte Maik Kruse Anfang 2003 ein achtwöchiges Praktikum

bei der Firma Pro-Pac Ostendorf Plastic GmbH & Co KG in Vechta. Nach anschließender

mehrmonatiger Einführungsphase wurde er dann Mitte 2003 von der Firma

Pro-Pac in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis übernommen.

Der Arbeitsplatz

Seit Juli 2003 ist Maik Kruse als Produktionshelfer bei der Firma Pro-Pac Ostendorf

Plastic GmbH & Co KG in Vechta beschäftigt. Dort steht er an einer Verpackungsmaschine,

an der Trinkbecher, Teller u.ä. aus Kunststofffolien tiefgezogen werden. Im

Schichtbetrieb entnimmt Maik Kruse diese Verkaufsprodukte aus der Maschine und

verpackt sie in Kartons. Er hat sich gut integriert und erfüllt seine Arbeit zur Zufriedenheit

seines Arbeitgebers. Unter den Kollegen erweist Maik Kruse sich als sehr

zurückhaltender Typ. So übernimmt es der Betriebsleiter Herr Staubach dann auch,

ihn direkt aufzufordern und zu ermuntern, beispielsweise an einer Betriebsfeier teilzunehmen.

Nach wie vor hat Maik Kruse einen Betreuer von Seiten des Andreaswerkes, Herrn

Volkhard Scharrelmann, der ihn regelmäßig am Arbeitsplatz aufsucht. Beide klären

dann berufliche, aber auch private Probleme. Diese stetige Betreuung durch eine Vertrauensperson

ist für Maik Kruse sehr wichtig. Sie hilft ihm, bei Motivationsschwankungen

doch immer wieder beruflich am Ball zu bleiben und seine Arbeit ordentlich zu

erledigen.

Der Arbeitgeber

Die Firma Pro-Pac Ostendorf Plastic GmbH & Co KG in Vechta hat derzeit 80 Mitarbeiter,

davon 3 Schwerbehinderte. Alle wurden durch das Andreaswerk vermittelt.

Weitere Vermittlungen sind in Vorbereitung.

Im Gespräch: Herr Bünker, Geschäftsführer

Woher kommt Ihre Bereitschaft, Menschen mit Behinderung einzustellen?

Für uns sind es ganz klar wirtschaftliche Gründe, diese Mitarbeiter bei uns einzuarbeiten

und zu integrieren. Auf diese Weise können wir einfache Tätigkeiten im Haus

behalten und müssen diese nicht auslagern. Der Kontakt zum Andreaswerk ergab

sich dadurch, dass unsere Grünanlagen von Mitarbeitern des Andreaswerks gepflegt

wurden und es die Anfrage gab, ob wir nicht noch weitere Arbeiten ans Andreaswerk

abgeben, bzw. auslagern könnten. Wir sind dann in Zusammenarbeit

mit Herrn Scharrelmann den umgekehrten Weg gegangen.


Eine Kampagne des

Behindertenbeauftragten

des Landes Niedersachsen

Gefördert vom

Niedersächsischen Landesamt

für Zentrale Soziale Aufgaben

Integrationsamt

Welche Erfahrungen haben Sie bisher mit der Integration von behinderten Arbeitnehmern

gemacht?

Wir schätzen die hohe Motivation der behinderten Mitarbeiter. Und man kann sich

auf sie verlassen: Sie erscheinen regelmäßig zur Arbeit, sind pünktlich und erledigen

ihre Arbeit ordentlich.

Welchen Tipp/Hinweis geben Sie anderen interessierten Arbeitgebern?

Sollte es einfache, gleichmäßig zu erledigende Arbeiten in einem Betrieb geben, dann

lohnt es auf alle Fälle mit der örtlichen Werkstatt für behinderte Menschen in Kontakt

zu treten. Diese haben nicht nur verlässliche und motivierte Arbeitskräfte anzubieten,

sondern auch eine ausgezeichnete Betreuung der Betroffenen.

Informationen für Arbeitgeber

Schaffung eines neuen Arbeitsplatzes für Arbeitslose mit Schwerbehinderung

Ansprechpartner: Ihre örtliche Agentur für Arbeit, Rehateam

Leistungen:

> Beratung und Bereitstellung finanzieller Fördermittel

Behindertengerechte Gestaltung/Ausstattung von Arbeitsplätzen

Niedersächsisches Landesamt für Zentrale Soziale Aufgaben - Integrationsamt

Domhof 1, 31134 Hildesheim

Tel.: 0 51 21 / 3 04-0, Fax: 0 51 21 / 3 04-611

Leistungen:

> Beratung zur Arbeitsplatzausstattung, Hilfe bei Einrichtung und Einarbeitung

> Bereitstellung von Fördermitteln (Unterstützung bei Antragstellung)

Informationsbroschüren

ZB Spezial: Behinderte Menschen im Arbeitsleben. Info für Arbeitgeber

erhältlich bei:

Bundesarbeitsgemeinschaft der Integrationsämter und Hauptfürsorgestellen

Postfach 4109, 76026 Karlsruhe

Tel.: 07 21 / 81 07-219, Fax: 07 21 / 81 07-288

E-Mail: bih@lwv-baden.de

Internet

www.integrationsaemter.de

www.soziales.niedersachsen.de

Ansprechpartner zur Kampagne „Beispiele beruflicher Integration

schwerbehinderter Menschen

Büro des Behindertenbeauftragten des Landes Niedersachsen

Herr Detlev Jähnert

Postfach 141, 30001 Hannover

Tel: 05 11 / 120 40 09, Fax: 05 11 / 120 42 90

Email: Detlev.Jaehnert@ms.niedersachsen.de


Kampagne

Beispiele beruflicher Integration

schwerbehinderter Menschen

Fotodokumentation

Fallbeispiel XII

Der Arbeitnehmer

Maik Kruse

32 Jahre alt, lernbehindert

Produktionshelfer

Der Arbeitgeber

> ProPac Ostendorf Plastic GmbH & Co. KG (Vechta)

> 80 Mitarbeiter, davon 3 Schwerbehinderte

> Herstellung von Kunststoffgeschirr

“Sollte es einfache, gleichmäßig zu erledigende Arbeiten in einem Betrieb geben, dann lohnt es sich auf alle

Fälle mit der örtlichen Werkstatt für Behinderte in Kontakt zu treten. Diese haben nicht nur verläßliche und

motivierte Arbeitskräfte anzubieten, sondern auch eine ausgezeichnete Betreuung der Betroffenen.“

Herr Bünker, Geschäftsführer

Maik Kruse vor der ihm zugeteilten Verpackungsmaschine.

Veranstaltung am 28.10.2004 in Vechta:

Der Geschäftsführer Herr Bünker (Mitte) erläutert das

Geschäftsfeld der Firma ProPac.

Ein Blick auf eine Verpackungsmaschine der Firma ProPac.

Ein Vertreter der örtlichen Presse befragt die Vertreter des

Andreaswerks, des Integrationsamtes und den Geschäftsführer

von ProPac.


Am Betriebsrundgang nahmen die Lokalpresse und auch der

NDR teil.

Herr Schnurbus vom Integrationsamt (2.v.l.) im Gespräch mit

Herrn Scharrelmann vom Andreaswerk.

Herr Bünker erläutert Herrn Jähnert (Büro des Behindertenbeauftragten)

die Besonderheiten der Becher-Fertigung.

Maik Kruse im Kreis seiner Vorgesetzten.

Eine Kampagne des Gefördert vom Niedersächsischen Landesamt

Behindertenbeauftragten für Zentrale Soziale Aufgaben

des Landes Niedersachsen Integrationsamt


Herausgegeben vom

Behindertenbeauftragten

des Landes Niedersachsen

Postfach 141, 30001 Hannover

Dezember 2004

Schriftenreihe Band 37

Die Broschüre erscheint auch im Internet:

www.behindertenbeauftragter-niedersachsen.de

Gedruckt auf chlorfrei gebleichtem Papier

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