Aufrufe
vor 2 Monaten

inter|esse 02/2017

In der Ausgabe 2/2017 widmet sich inter|esse folgenden Schwerpunkten: •Europa: Vom Ende einer Selbstverständlichkeit •Perspektiven schaffen, Europa stärken •Die MiFID bahnt sich ihren Weg zu den Verbrauchern •Ostrenten nähern sich dem West-Niveau weiter an •Nichtfinanzielle Berichtspflichten

lem Nachteile für das

lem Nachteile für das Land befürchten, von 29 auf 14 % zurückgegangen; das ist der niedrigste Wert seit der ersten Erhebung des Bankenverbands im Jahr 1992. Die Gefährdungen der europäischen Integration durch nationalistische Strömungen und globale Instabilitäten, zuletzt auch in den europäisch-amerikanischen Beziehungen, haben die Bedeutung Europas für Freiheit, Frieden und Wohlstand offenkundig wieder stärker ins Bewusstsein der Bevölkerung gerückt. Sechs von zehn Befragten bedauern die Entscheidung Großbritanniens, die EU zu verlassen; nur jeder Zehnte begrüßt den Schritt. Und die Mehrheit erteilt Bestrebungen zur Renationalisierung eine Absage: Nur ein Viertel der Befragten (24%) möchte, dass die nach einem BREXIT in der EU verbleibenden Staaten eigenständiger werden; 53% treten aber für eine dann stärkere Zusammenarbeit ein, weitere 20% für die Beibehaltung des derzeitigen Kooperationsniveaus. Der europäischen Krisenstimmung zum Trotz, stehen die Deutschen demnach fest zu Europa! Drei Viertel (75%) der Befragten würden sich bei einem Referendum hierzulande für den Verbleib Deutschlands in der Europäischen Union aussprechen. Nur jeweils jeder Zehnte würde für einen Austritt votieren oder an der Abstimmung nicht teilnehmen. Die hohe Zustimmung zur EU- Mitgliedschaft ist bei Befragten aller Parteipräferenzen festzustellen, mit Ausnahme der Anhänger der AfD, von denen 42 % für einen EU-Austritt stimmen würden. Parallel zu den positiven Wahrnehmungen zur deutschen EU-Mitgliedschaft ist auch die Zuversicht gestiegen, dass sich der Euro als gemeinsame Währung für Deutschland bezahlt macht. Nach 34 % im Jahr 2014 sagen nun 38 %, dass der Euro dem Land vor allem Vorteile bringe. Demgegenüber gehen lediglich 19 % (2014: 18 %) von überwiegenden Nachteilen aus. Trotz leichter Rückgänge gegenüber 2014 steht zudem für weiterhin jeweils deutliche Mehrheiten der Bürger fest, dass sich der Euro bislang bewährt hat (63 %; 2014: 66 %) und auch langfristig erfolgreich sein wird (57 %; 2014: 66 %). „In der Europäischen Union…“ …ist alles in Ordnung …gibt es größere, aber lösbare Probleme …gibt es eine ernste Krise „Die Zusammenarbeit in der EU sollte künftig...“ …noch enger werden …wieder lockerer werden …so bleiben wie jetzt „Der Euro hat sich bislang bewährt/ wird langfristig erfolgreich sein.“ ja nein weiß nicht 73 69 53 63 57 51 45 19 24 24 20 32 31 4 5 2 5 12 9/2006 3/2014 2/2017 bislang bewährt langfristig erfolgreich Quelle: Bankenverband; jüngste Befragung Februar 2017; Angaben in Prozent. 2 inter|esse 2 ◆ 2017

ankenverband Und wie sieht es mit dem Interesse der Deutschen für das Thema Europa aus? Fast die Hälfte der Befragten (48%) gibt an, sich „stark“ (31%) oder „sehr stark“ (17%) für die Europapolitik zu interessieren. Das Interesse ist damit ähnlich groß wie unmittelbar vor den Wahlen zum Europäischen Parlament im Jahr 2014 und erheblich höher als in den Jahren davor. Das anhaltende Interesse an der europäischen Politik dürfte neben dem politischen Bedeutungszuwachs der EU in den vergangenen Jahren auch auf die akuten Probleme und europäischen Krisenthemen zurückzuführen sein. viel“ (17 %) von der EU. Eine besonders positive Einstellung zeichnet die jüngeren Befragten im Alter von 18 bis 29 Jahren (79 %) und 30 bis 39 Jahren (72 %) aus. Dass in Deutschland und anderen europäischen Ländern inzwischen in wachsendem Umfang gerade auch junge Menschen „für Europa“ (wieder) auf die Straße gehen, mag Ausdruck eines in dieser Generation neu erwachten Bewusstseins für den Wert und die Vorzüge des europäischen Projekts sein: in historischpolitischer, wirtschaftlicher wie kultureller Hinsicht. Die oft als „Elitenprojekt“ verschriene europäische Integration scheint in dem Maße, in dem sie in den vergangenen Jahren zu einem politischen Streitobjekt geworden ist, in breiteren Schichten stärker wahrgenommen zu werden und an Akzeptanz zu gewinnen. So hat sich auch das Ansehen der Europäischen Union bei den Bürgern selbst verbessert. Nach der Hälfte der Befragten 2009 und 57 % im Jahr 2014 halten aktuell 61 % der Deutschen „viel“ (44 %) oder „sehr „Für Europapolitik interessiere ich mich...“ 17 …sehr stark 20 …stark …etwas ...kaum/gar nicht 31 32 „Von der Europäischen Union halte ich…“ …sehr viel …viel …nicht so viel …gar nichts 39 40 44 „Die Mitgliedschaft in der EU bringt für Deutschland ...“ …eher Vorteile …Vor- und Nachteile …eher Nachteile ...weiß nicht „Bei einer Volksabstimmung über die Mitgliedschaft Deutschlands in der EU, würde ich … stimmen.“ für den Verbleib in der EU für den Austritt aus der EU 75 83 87 86 88 74 29 39 48 42 12 9 17 9 45 14 10 7 4 4 4 12 9/2006 2/2017 2 alle CDU/ CSU SPD B90/ FDP Grüne Die Linke AfD Quelle: Bankenverband; jüngste Befragung Februar 2017; Angaben in Prozent. inter|esse 2 ◆ 2017 3