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nutri2017

Ausgabe Nr. 10 – Mai 2017 . 4,95 Euro . ISSN 2196-1271 www.nutrition-press.com

nutrition-press

Fachzeitschrift für Mikronährstoffe

Prof. Dr. mult.

Kurt S. Zänker

Wir brauchen keine

Nahrungsergänzungsmittel

– oder doch?

Dr. med.

Klaus-Georg Wenzel

Sicherheit bestätigt

durch Amerikas

größte Datenbank

Liane Schmidt

Sacha Inchi – Uralte

Pflanze wieder neu entdeckt!

Keine andere Pflanze

liefert so viel Omega-3-

Fettsäuren und Vitamin E!

Manfred Scheffler

Spiegel schreibt:

„Ewiges Leben –

demnächst für alle!“

Mikronährstoffe

Vitalstoffe

Nahrungsergänzungsmittel

Hersteller und Vertriebe

Mit Nahrungsergänzungsmitteln

können Sie


NEM e.V.

Jetzt anno 2016 ist unser Verband bereits 10 Jahre für den

Wer die Macht über Lebensmittel

hat, hat die Macht über uns Bürger.

Wir tun was!

Mittelstand der Gesundheitsbranche erfolgreich aktiv.

Wir sprechen mit Politik & Wissenschaft - scheuen keinen

Rechtsweg und reden kompetent und deutlich für die Branche

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1. Fachjuristen, Sachverständige, Institute, Labore, Rechtschutz kosten deutlich weniger :

2. Teilnahme an NEM-Seminare fast 25% günstiger.

3. Verkehrsfähigkeitsprüfungen von Rezepturen .

4. Verkehrsfähigkeitsprüfungen von Rohstoffen .

5. Verkehrsfähigkeitsprüfungen von Kennzeichnungen / Etiketten.

6. Verkehrsfähigkeitsprüfungen von wettbewerbsrechtlichen Fragen, Prüfungen von

Werbebroschüren .

7. Erstellung von Gutachten hinsichtlich lebensmittelrechtlicher Fragen, Geschäftsvertragsprüfung

von Angeboten, Aufträgen, Rechnungen etc., Prüfung von Webseiten, Online-

Shops etc., Prüfung von AGBs, Vertragsgestaltung Herstellungsverträge und Vertriebsverträge.

8. Juristische Beratung bei Abmahnungen durch Wettbewerber, Verbraucherverbände,

Behörden etc.

9. Anmeldungsberatung von Health Claims.

10. Anmeldungsberatung von diätetischen Lebensmitteln.

11. Beratung bei gesetzlichen Verstößen, Bußgeldern, bei strafrechtlichen Fällen.



Freiheit für

gesunde Nahrung

Größter europäischer

Verband der Branche

WERDEN SIE MITGLIED!

Anmeldeformulare und Informationen über Mitgliedsbeiträge

finden Sie unter: www.nem-ev.de


Vertretung für

den Mittelstand

NEM Verband mittelständischer europäischer Hersteller und Distributoren

von Nahrungsergänzungsmitteln & Gesundheitsprodukten e. V.

Horst-Uhlig-Straße 3 · D-56291 Laudert · Telefon +49 (0)6746/80298-20

Telefax +49 (0)6746/80298-21 · E-Mail: info@nem-ev.de

www.nem-ev.de


Editorial

Spiegel schreibt:

"Ewiges Leben –

demnächst für alle!"

Sehr geehrte Leserinnen, sehr geehrte Leser,

Manfred Scheffler

Präsident NEM e.V.

selten lese ich den Spiegel – doch diesmal musste ich bei

der Ausgabe Nr. 16 zu dem Thema „Ewiges Leben“– zu

greifen. Gleich nach einigen Zeilen rieb ich mir die Augen

und konnte nicht aufhören weiter zu lesen.

In meinen zahlreichen Gesprächen und Diskussionen

habe ich versucht Wissenschaftler zu motivieren sich mit

dieser Thematik auseinanderzusetzen und eine Methusalemformel

zu entwickeln. Denn schließlich gibt es Bäume

die 1.000 bis 2.000 Jahre alt werden – und wir haben die

gleichen „Ursprungsgene" wie Bäume, Pflanzen und Tiere.

Der Spiegel hat das Thema hervorragend recherchiert

und aufgedeckt, was es alles für gewaltige Forschungsergebnisse

bereits gibt. Es werden Millionen, ja Milliarden

in die Forschung gesteckt - mit vielfach privaten Geldern.

Ob das Leben endlos werden kann ist und bleibt sicher ungeklärt.

Auf jeden Fall wird die Lebenserwartung gewaltig

nach oben gehen.

Klar ist, dass unsere Branche, die sich mit gesunder Ernährung

beschäftigt und sich Tag für Tag mit Gesundheitsfragen

insgesamt wie z. B. einer längeren Lebenserwartung

widmet, gefordert ist sich mit dem Machbaren auseinander

zu setzen – was wir bei allen Behinderungen vehement

auch tun. In dieser und der kommenden Ausgabe werden

wir uns mit dem Thema Gerontologie auseinandersetzen.

Die US-Arzneimittelbehörde FDA genehmigte eine Studie

an dieser Personen zwischen 65 und 79 Jahren teilnehmen

sollen, welche an Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen

oder Störungen der Kognition (z. B. Demenz) leiden

bzw. ein erhöhtes Risiko dafür haben. Es soll untersucht

werden, ob die Lebenserwartung der Probanden durch

ein Diabetesmittel verlängert werden kann und der Verlauf

bereits bestehender Erkrankungen positiv beeinflusst

wird. Die Entscheidung der FDA erregte besondere Aufmerksamkeit,

da sie zum ersten Mal eine Studie genehmigt,

deren Ziel nicht unmittelbar die Verhinderung, Behandlung

oder Heilung einer Erkrankung ist, sondern die

Verlangsamung des Alterungsprozesses.

Ich halte diesen Leitartikel für sehr interessant und empfehle

ihn unbedingt zu lesen.

Mit herzlichen Grüßen

Ihr

Manfred Scheffler

Präsident NEM e.V.

(Der Spiegel, Ausgabe Nr. 16, oder https://magazin.spiegel.de/SP/2017/16/150556801/index.html)

Nutrition-Press ist die offizielle Zeitschrift des

NEM e.V. Verband mittelständischer europäischer

Hersteller und Distributoren von Nahrungsergänzungsmitteln

& Gesundheitsprodukten e.V.

Nutrition-Press 03


Inhalt | Impressum

Ein Verband zeigt Gesicht 5

Wir brauchen keine Nahrungsergänzungsmittel – oder doch? Prof. Dr. Dr. med. Kurt Zänker 7

NADH (Coenzym-1) – der Kraftstoff unserer Lebensenergie Prof. Dr. med. Dr. chem. Jörg George Birkmayer 10

Yamswurzel – Mehr als nur Frauensache Dr. Lidija Cavlovic 12

Propolis – eine Stärke der Bienen 15

Nahrungsergänzungsmittel im Apotheken Versandhandel weiter auf dem Vormarsch Kerstin Büttel 18

Faszinierende Pilze Zunderschwamm Dr. Liudmilla Kalitukha 20

Ist Krebs eine genetische oder eine Stoffwechselkrankheit? Dr. med. habil Dr. rer. nat. Karl J. Probst 24

(Un-)Sinn und angebliche Gefahren von Vitaminen und Mineralien Dr. med. Klaus-Georg Wenzel 28

Arzneimittel als Mikronährstoff-Räuber Apotheker Uwe Gröber 31

Krankmachende Füllmaterialien? Mythos und Wahrheit über Magnesiumstearat Dr. Uwe Greulach 34

Chinesische Heilpilze – zwischen Trend und Tradition Daniela Lipgens 38

Candida albicans Sabrina Beerbalk 41

Sacha Inchi – Uralte Pflanze wieder neu entdeckt! Liane Schmidt 44

Nahrungsergänzungsmittel sind so sicher wie sonst kein anderes Lebensmittel! Liane Schmidt 49

Neue obergerichtliche Rechtsprechung im Lebensmittelrecht RA Dr. Thomas Büttner 54

Betriebliche Gesundheitsförderung: Durch geschickte Gestaltung Steuer- und

SV-Nachforderungen vermeiden Torsten Schink 57

Aufbewahrungsfristen 2016: Was darf in den Reißwolf? ARAG 61

Datenschutz im Verein ARAG 64

Newsticker 66

Impressum

Nutrition-Press

Fachzeitschrift für Mikronährstoffe,

Vitalstoffe, Nahrungsergänzungsmittel,

Hersteller und Vertriebe

Print-Ausgabe ISSN 21951271

Herausgeber: NEM Verband mittelständischer

europäischer Hersteller und Distributoren von

Nahrungsergänzungsmitteln & Gesundheitsprodukten e.V.

Horst-Uhlig-Str. 3, D - 56291 Laudert

Phone: +49 (0) 6746 8029820

Fax: +49 (0) 6746 8029821

Email: info@nem-ev.de, www.nem-ev.de

Chefredaktion: Manfred Scheffler (V.i.S.d.P.)

Leitender Redakteur: Manfred Scheffler

Redaktion: Liane Schmidt

Wissenschaftlicher Beirat:

Dr. Gottfried Lange und Prof. Dr. Kurt S. Zänker

Juristischer Beirat: Dr. jur. Thomas Büttner LL. M.

Gastautoren:

Sabrina Beerbalk

Prof. Dr. med. Dr. chem. Jörg George Birkmeyer

Kerstin Büttel

Dr. jur. Thomas Büttner LL. M.

Dr. Lidija Cavlovic

Dr. Uwe Greulach

Uwe Gröber

Dr. Liudmila Kalithuka

Daniela Lipgens

Dr. med. habil Dr. rer. nat. Karl J. Probst

Torsten Schink

Liane Schmidt

Univ-Prof. Dr. mult. Kurt. S. Zänker

Grafik/Layout: www.pp-grafikdesign.de

Anzeigenabteilung:

Liane Schmidt, Telefon: +49 (0) 6746 8029820

EMail: info@nutritionpress.com

Bildnachweis: © jakkritwong_Fotolia (Titel), Fotolia.com, privat

Erscheinungsweise: 2 mal pro Jahr: Frühjahr, Herbst

Einzelpreis: 4,95 Euro, zzgl. Versandkosten

Bestellung der PrintAusgabe: info@nem-ev.de

Online-Ausgabe: ISSN 21968505

Online-Magazin und Media-Daten:

kostenlos unter www.nutritionpress.com

Printed in Germany

Copyright-Hinweis:

Die gesamten Inhalte des Magazins sind

urheberrechtlich geschützt. Alle Rechte auf

Konzept und Gestaltung: NEM e.V.

Vervielfältigungen jeglicher Art nur mit

ausdrücklicher Genehmigung des NEM e.V.

Offizielles Magazin des NEM e.V.:

NEM Verband mittelständischer europäischer

Hersteller und Distributoren von Nahrungsergänzungsmitteln

& Gesundheitsprodukten e.V.

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Internet: www.nem-ev.de

04 Nutrition-Press

www.nutrition-press.com


www.nem-ev.de

Ein Verband zeigt Gesicht

Der

Vorstand

des NEM e.V.

stellt sich

vor:

Manfred Scheffler

Präsident

Kaufmann / Geschäftsführer

der Plantafood Medical GmbH

Carsten Wollbrink

2. Vorsitzender

Diplom-Kaufmann / Unternehmensberater

und Auftragsproduzent TV &

Online Marketing

Dr. rer. nat. Stefan Werner

Vorstand strategische Verbandsfragen

Chemiker / Geschäftsführer der

Dr. Werner Pharmafood GmbH

Dr. jur. Thomas Büttner, LL. M.

Vorstand Lebensmittelrecht und

Kosmetikrecht, Arzneimittelrrecht,

Lebensmittelrecht, Medizinproduktrecht,

Biotechnologierecht

Ute Schalper

Vorstand Finanzen

gepr. Gesundheitsmanagerin (DAM) /

Ernährungsberaterin / Geschäftsführerin

der PlantaVis GmbH

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Nahrungsergänzungsmitteln & Gesundheitsprodukten e. V.

Horst-Uhlig-Straße 3, D-56291 Laudert, Telefon: +49 (0) 67 46 / 8 02 98-20,

Telefax: +49 (0) 67 46 / 8 02 98-21, info@nem-ev.de, www.nem-ev.de

Nutrition-Press 05


www.nem-ev.de

Ein Verband zeigt Gesicht

Der Fachbeirat

des NEM e.V.

stellt sich vor:

Peter Abels

Therapeut, Vorsitzender des European Federation for

Naturopathy e.V. - EFN, Medizinischer Leiter des Steinbeis-

Transfer-Instituts Gesundheitsprävention, Therapie und

Komplementärmedizin der Steinbeis-Hochschule Berlin - SHB

Fachbereich: Ernährungswissenschaft

Dr. jur. Thomas Büttner

Rechtsanwalt, LL.M.

Fachbereiche:

Lebensmittelrecht,

Cosmeticrecht

Dr. BETTINA C. ELLES

Rechtsanwältin, LL.M.

Fachbereich:

Finanz - und Steuerrecht

Prof. Dr. med. Enno Freye

Arzt; Spezialgebiete Spezielle Schmerztherapie,

Nutrazeutika, Mikronährstoffe, Zivilisationskrankheiten,

Renaturierung

Fachbereich: Ernährungswissenschaft

Dr. Uwe Greulach

Chemiker

Fachbereiche:

Lebensmittelchemie,

Qualitäts-Management

Prof. Dr. Dr. Fred Harms, MD PhD

Leiter Institut für Gesundheitskommunikation und

Versorgungsforschung, Sigmund-Freud-Universität

Wien, Vize-Präsident Europäische Stiftung für Gesundheit,

Schweiz, Fachbereich: Gesundheitskommunikation

und Versorgungsmanagement (Schwerpunkt Diabetes,

Herz-Kreislauf, Depression)

Dr. Liudmila Kalitukha

Diplom-Biologin; Research, Development &

Quality Manager; Spezialgebiete: angewandte

Mykologie, Nahrungsergänzungsmittel,

Kosmetik, klinische Forschung

Fachbereich: Biologie (Physiologie der Pflanzen,

Biochemie, Biophysik, Molekularbiologie)

Dr. Gottfried Lange

Spezialgebiet Zellernährung

Fachbereich:

Ernährungswissenschaft

Prof. Dr. Dr. h.c. Jan I. Lelley

Spezialgebiet angewandte

Mykologie

Fachbereich:

Ernährungswissenschaft

Dr. Peter Mewes

Apotheker; Spezialgebiet

Nahrungsergänzungsmittel

Fachbereich:

Ernährungswissenschaft

Dr. med. habil Dr. rer. nat.

Karl J. Probst

Arzt für Naturheilkunde und Alternativmedizin,

Naturwissenschaftler, Begründer der Rohkostbewegung

in Deutschland, wissenschaftlicher Berater

Fachbereich: Ernährungswissenschaft

Prof. Dr. Dr. hc Otto Pulz

Spezialgebiet Mikroalgen

Fachbereich:

Ernährungswissenschaft

SVEN SCHEFFLER

Dipl.-Ing. Lebensmitteltechnik (FH)

Fachbereich:

Ernährungswissenschaft,

QM, Betriebsorganisation

Torsten Schink

Rechtsanwalt; Fachanwalt für

Arbeitsrecht; Diplom-Verwaltungswirt/FH

Fachbereich: Arbeitsrecht

Prof. Dr. med. Jörg Spitz

Spezialgebiet Präventionsmedizin

Fachbereich:

Ernährungswissenschaft

Hon. Prof. Dr. Helmut Weidlich

Physiker; Spezialgebiet Molekulare Biophysik

Geschäftsführer Institut Kurz GmbH

Fachbereich:

Lebensmittelchemie, Molekulare Biophysik

Prof. Dr. med. Wolfgang Wuttke

Spezialgebiet Endokrinologie

Fachbereich:

Ernährungswissenschaft

06 Nutrition-Press

NEM Verband mittelständischer europäischer Hersteller und Distributoren von

Nahrungsergänzungsmitteln & Gesundheitsprodukten e. V.

Horst-Uhlig-Straße 3, D-56291 Laudert, Telefon: +49 (0) 67 46 / 8 02 98-20,

Telefax: +49 (0) 67 46 / 8 02 98-21, info@nem-ev.de, www.nem-ev.de


Ernährung | Prävention

Wir brauchen keine

Nahrungsergänzungsmittel

– oder doch?

Auf diesem Planeten herrschen zum Überleben einige unverrückbare Paradigmen:

1. Im Tierreich fressen und gefressen werden.

2. Die Menschen essen um oder bis sie satt werden – homo consumens.

Zum Thema Ernährung ist viel Unsinn im Umlauf.

Nur wer ist daran schuld? Die Ernährungswissenschaft

die mit Studien belegt was in die Marketingkonzepte

der Nahrungsmittelindustrie passt

oder gar nationale und EU- Behörden, die so Vieles zu

reglementieren versuchen – natürlich immer zum Schutz

der Gesundheit und im besten Sinne für die (un-)mündige

Verbraucherin, oder für den unwissenden und ungebildeten

Verbraucher. Nun, man hat den Eindruck, dass sich das

Wissen um Ernährung immer mehr im Detail verliert und

das tradierte Wissen aus früheren Generationen, wenn

überhaupt, nur noch marginal in verstaubten Kochbüchern

aufscheint.: „Was Großmutter schon immer wusste ... !“

Kaum ein anderer Satz bringt die Bedeutung der Ernährung

für unsere Personalität besser und pointierter zum

Ausdruck als „dass der Mensch ist, was er isst“. Dieser

Satz stammt nicht von einem Drei Sterne Koch aus Frankreich

oder Italien, nein, von einem deutschen Philosophen,

Ludwig Feuerbach (1804-1872) als Vordenker einer Gastrosophie.

Der seinerzeit schockierende Spruch, „dass der

Mensch ist, was er isst“, hat heute kaum mehr Wert als

den einer Kuriosität.

„Der Mensch ist, was er isst“ Dieser Satz wird

Ferdinand Fellmann 1939, Chemnitz, häufig benutzt, ohne

deutscher Philosoph

genauere Kenntnis

sei nes philosophischen

Ursprungs (Ferdinand Fellmann 1939, Chemnitz,

deutscher Philosoph). Dass dieser Satz zu einer Kuriosität

herab gewürdigt wurde und immer noch wird liegt am

pseudoreligiösen Umgang mit Nahrungsmittel. Noch nie

haben sich die verschiedenen Protagonisten von Ernährungsrichtungen

so intensiv mit Ernährung auseinandergesetzt,

man könnte auch sagen bekämpft, wie heute. Ist

diese soziale, gastrosophische Entwicklung ein Weg zu

einem anderen Menschenbild,

nämlich zu dem, dass

unsere Existenz vor

den Denkprozessen

durch und im Essen

existiert?

Natürlich nicht,

denn Essen und

Trinken ist uns

so selbstverständlich,

gleichsam

von Natur aus

gegeben, dass wir darüber nicht mehr nachdenken müssen

– oder nachdenken sollten? Hier kann man die ketzerische

Frage stellen, wer kann denn daran Interesse haben,

dass der Mensch über seine personalisierte Ernährung

nicht mehr nachdenken soll – die niedergeschrieben Rezepte

„Was Großmutter noch wusste“ können es wohl

nicht sein, denn sie denken nicht, sondern bewahren nur,

was (noch) bewahrenswert sein könnte.

Ernährung ist, auch wenn von gesunder Ernährung gesprochen

wird, nicht mehr alleine der Medizin zuzuordnen.

Gesundheit und Ernährung sind ein multifaktorielles

Tandem das von einer Gemengelage aus Epigenetik,

Genetik, Bewegung, aber auch von Hunger, Lifestyle und

Weltanschauung geprägt wird. Was eine ausgewogene

und gesunde Ernährung sein kann haben Ärzte und

Ernährungswissenschaftler in den letzten Jahrhunderten

zur genüge beschrieben. Eine gesunde Ernährung

ist eben viel mehr als die Aufrechterhaltung der Körpermasse,

angepasst an die physiologische Arbeits -

leistung und die damit portionierte Aufnahme von Eiweiß,

Kohlenhydraten und Fetten. Der Körper braucht diese

Nutrition-Press 07


chemische Energie damit

die zellulären Vorgänge hin -

reichend sicher ablaufen

können. Der Körper braucht

auch zu verschiedenen Zeiten und

in der richtigen Dosierung Vitamine,

Mikronährstoffe, Spurenelemente,

sekundäre Pflanzenstoffe und Mineralstoffe.

Alles oder Nichts – gibt´s nicht

Spätestens hier setzt der Streit ein: Es gibt

nicht „one size fits all“. Trotz der Kenntnis

zu den biochemischen Abläufen und Fakten

zur zellulären Verwertung von Energieträgern

(Metabolismus) wie es die Eiweiße, Fette und

Kohlenhydrate sind, leiden heute Millionen von

Menschen an Krankheiten, die auf eine Nahrungsmittelunverträglichkeit

zurückzuführen sind. Es ist also

schlichtweg ein Märchen und hier ist das Wort „Märchen“

noch falsch gewählt, denn der Inhalt eines Märchens soll

uns ja mit einem guten Ausgang erfreuen – was man von

der Nahrung nie vor dem Essen wissen kann. Es ist also

schlichtweg ein Märchen, wir könnten alles Essen, was

uns in kondensierter Energieform angeboten wird. Das

klingt banal ist aber in der täglichen Praxis nicht trivial.

Einkommen, Lifestyle und viele soziale und beruflichen

Zwänge des Alltags bedingen die täglichen Ernährungsprofile,

wann man was isst und wie man isst, damit man

ist. Ernährung kennt kein schlecht und gut, kein richtig

und falsch – Essen ist eine zu erziehende und individuelle

freie Geisteshaltung die leider nur noch marginal geübt

und tradiert wird; Ernährung ist Teil der Bildung.

Die Ernährungswelt stellt sich wieder einmal auf den Kopf.

Waren früher in den sog. Bildungsschichten mehr übergewichtige

Menschen anzutreffen, so sind es heute die Menschen

aus sozial unterprivilegierten Schichten, die ihre Ernährung

mit energiekondensierten Lebensmittel – damit

oft (vermeintlich) billig – bestreiten müssen und deshalb

unter Fettleibigkeit und ihren Folgen leiden. Muss man

dann darüber erstaunt sein, dass hier Krankheitskosten in

einer Mehrheit der Bevölkerung durch Mangelernährung

entstehen und sich über Generation fortpflanzen, die von

keinem Gesundheitssystem mehr kompensiert werden

können – doch wohl nicht.

Nahrungsergänzungsmittel

Was haben diese Ausführungen mit Nahrungsergänzungsmittel

(NE) oder ergänzenden bilanzierten Diäten für besondere

medizinische Zwecke (EBD) zu tun? Nichts und

doch so viel! Die herrschende Nomenklatura aus Wissenschaft

und Politik, die immer das Mantra betet, unsere

Nahrung ist so reich an allen essentielle Stoffen, dass wir

uns „gesund“ ernähren können und auch deshalb keinen Ernährungsmangel

haben. Die Ernährungsnomenklatura und

die Lobbyisten der Politik haben Recht. Die Empirie lehrt,

dass sich jeder nach 1945 ohne Hunger zu leiden ernähren

konnte, ganz im Gegensatz zu 800 Millionen Kinder,

Frauen und Männer, die nicht genug zum Essen haben.

Keiner muss hungrig schlafen gehen ganz im Gegensatz

zu neun anderen Mitbewohnern auf diesem Planeten.

Wer sagt mir aber wie gesund – und ich möchte hier bewusst

unterscheiden zu „wie gut“ – sind die Lebensmittel

wirklich, die ich täglich konsumiere? Ich kann nicht jedes

Nahrungsmittel mit chemischen Untersuchungen kontrollieren,

ob noch genügend von jenen essentiellen Stoffen

enthalten sind, die Körperzellen in unterschiedlichen Mengen

und qualitativer Zusammensetzungen brauchen um

auch die zugeführte chemische Energie zellphysiologisch

verwerten zu können. Für viele der Lebensmittel, die ich

konsumiere war ich weder beim Anbau, bei der Ernte, bei

der Verarbeitung und dem Transport und der Lagerung

dabei – hier kann nur das Prinzip des Vertrauen herrschen,

dass alles Molekül schonend abgelaufen ist, bis

das Lebensmittel auf meinem Teller landet und dass die

notwendigen und hinreichenden gesetzlichen Vorschriften

auch eingehalten wurden – sind diese (Maß-)Regeln

auch immer hinreichend kontrollierbar?

So gesund wie es aussieht?

Ich habe zwar schon viele äußerlich verdorbene Lebensmittel

gesehen, aber ich habe noch nicht – alles in allem –

sensorisch erleben dürfen, wie „verdorben“. Man kann

auch sagen essentielle Inhaltstoffe/Moleküle sind denaturiert.

Sie können zwar noch stofflich messbar vorhanden

sein, aber ernährungsphysiologisch völlig ohne

Wert, weil eben funktionell zerstört. Es war mir noch nicht

vergönnt, bei einem noch so gut schmeckenden Essen

(siehe oben), ein Molekül nach meinem, also individuellen

Gesundheitswert zu fragen. Natürlich weiß auch ich um

die Bedeutung der Sensorik und der sie tragenden Moleküle

und deren Veränderungen in einem Lebensmittel,

z.B. beim ranzig werden.

08 Nutrition-Press


Ernährung | Prävention

Die Geschichte über Lebensmittel hat sich durch

Jahrhunderte hindurch nicht verändert. Die einen

verteufeln Lebensmittel, die nicht in ihr Kalkül

passen, die anderen überhöhen Nähr- und Genusswert,

weil es der industrielle Lifestyle in der

Werbung suggeriert. Schon Feuerbach erläuterte zu

den Folgen der typischen deutschen Kartoffelküche:

„Was soll man von einem Nahrungsmittel halten, in

dem Eiweiß und Fettbildner gerade im umgekehrten Verhältnisse

von den Eiweißkörpern und dem Fett des Blutes

vorhanden sind? Mit Fett kann es das Blut und die Gewebe

füllen; aber wie es das Blut nur ärmlich mit Eiweiß versorgt,

so kann es den Muskel keinen Faserstoff und keine

Kraft, dem Gehirn weder Eiweiß noch phosphorhaltiges

Fett zuführen. Der Universalgelehrte Leibniz (1646-1716)

vertrat die Auffassung, die Kartoffel verdumme den Menschen

und Goethe (1749-1832) mokierte sich in Wilhelm

Meisters Wanderjahren über den unseligen Kartoffelgenuss

(Harald Lemke. „Der Mensch ist, was er isst. Ludwig

Feuerbach als Vordenker der Gastrosophie“. Epikur,

Journal für Gastrosophie, 01/2011). Erkennen wir hier für

Lebensmittel nicht eine Parallele zur Beurteilung von

Lebensmittel in der Jetztzeit i) aus der Betrachtung des

Verbrauchers, ii) aus der Sicht der Industrie und iii) aus

der Vorsorgepflicht der gesetzlichen Regelwerke zum Umgang

mit Lebensmittel? Das Ergebnis mag nun im bewertenden

Auge des einzelnen Lesers liegen.

Der Mensch ist ein denkendes und essendes Wesen.

Beide Eigenschaften sollten wir nicht Dritten überlassen,

sondern sie individuell wahrnehmen dürfen. Von Geburt

an, in Gesundheit und Krankheit, hat der Mensch notwendigerweise

ein differentes „eating behavior“, dass weder

die Politik vorschreiben noch die Lebensmittelindustrie

monopolisieren und manipulieren darf. Wir müssen allen

Akteuren klar machen, dass es eine Freiheit im Essen gibt.

Deshalb muss es auch die Freiheit geben NEs oder EBDs

wann und wie immer zu wählen, weil die Verbraucherin,

der Verbraucher glauben, es ihnen ihr Bauchgefühl sagt,

der Körper verlangt danach. Nun hat der Glaube nichts in

den modernen Ernährungswissenschaften verloren, richtig,

aber der Nutzen von vielen retrospektiven Studiendaten

zur Lösung individueller Ernährungsprobleme wird im

Zeitalter der Epigenetik und Genetik fatalerweise irrelevant.

Gestehen wir doch der Verbraucherin, dem Verbraucher

auch ein gutes Bauchgefühl für die Lebensmittel –

und NEs und EBDs gehören zu Lebensmittel – zu, die sie/

er zur richtigen Zeit und in der richtigen Dosierung essen

wollen, weil sie glauben damit ihrer Gesundheit zu dienen.

Glaube und Vernunft sind zwei Begrifflichkeiten, die eine

Selbigkeit im Handeln von Menschen haben.

Etwa 30% unserer Handlungen und Erfolge hinsichtlich

Bewahrung von Gesundheit beruhen auf dem Placebo-

Effekt. Stellen Sie sich vor, wir würden 30% üblicher

Blockbluster- Medikamente nicht mehr kaufen und einnehmen,

weil sie sowieso nur einen Placebo- Effekt haben!

Selbst wenn man NEs und/EBDs nur einen Placebo- Effekt

unterstellen möchte – welch ein Budgetersparnis vom Lebensmittel

zum Medikament im Gesundheitssystem!

Lebensmittel sind nicht gesundheitsschädlich

Damit kein Zweifel aufkommt, Lebensmittel dürfen nicht

gesundheitsschädlich sein und müssen immer den wissenschaftlich

anerkannten Erkenntnissen der Ernährungs -

wissenschaft folgen – darüber wachen auch die Lebensmittelbehörden

mit den Steuergeldern der Konsumenten –

das ist auch gut so. NEs und EBDs werden in gleicher Weise

überwacht, eben wie die Schnittwurst hinter der Wurstecke

oder das Bier vom Zapfhahn. Sie erfüllen die gleichen Anforderungen,

sowohl lebensmittelhygienisch als auch lebensmitteltechnologisch,

wie jedes andere Lebensmittel auch –

zumindest in der EU. Der einzige Streit, der bleibt ist, wann

darf man etwas hinsichtlich einer gesundheitsbewahrenden

und gesundheitsfördernden Wirkung eines Lebensmittel

sagen. Das ist ein von vielfältigen Interessen geleiteter

Streit zwischen Lebensmittel- und Pharmaindustrie.

Beide wollen unserer Gesundheit dienen, die einen präventiv,

die anderen nachdem der Krankheitsfall eingetreten

ist. Diese Kluft in der Daseinsvorsorge wird nicht zu

überwinden sein, sie muss es vielleicht auch nicht, aber

es muss dem Menschen eine freie Wahl gegeben werden,

anstatt dem Medikament in der Krankheit nachzuträumen,

noch in der Gesundheit zu Lebensmittel greifen zu

dürfen, die mit mehr als einer geringen Wahrscheinlichkeit

Gesundheit bewahren und fördern können.

Also, wir brauchen sie doch, die ernährungswissenschaftlich

geprüften NEs und EBDs zur ernährungsphysiologischen

Notwendigkeit gesund essen zu dürfen – oder zu

können.

Epilog

Was ist also der Mensch? Wie Friedrich Nietzsche (1844-

1900) schon ahnte, dass der Mensch das noch nicht festgestellte

Tier ist, könnte der Mensch auch die gegessene

Natur sein. Aus Beidem lässt sich aber ableiten, der

Mensch darf nicht von seiner Ernährung aufgefressen

werden, sondern Gesundheit heißt von allem zur richtigen

Zeit alles zu haben – das setzt aber die Freiheit der Wahl

voraus und zu dulden, dass Glaube und Ratio in der Abwägung

des Individuums liegt und nirgends wo anders. «

Fotos: Unclesam – Fotolia (S.7), emuck – Fotolia (S.8)

Autor

Prof. Dr. Dr. med. Kurt Zänker

• Universitätsprofessor für Immonologie

und Experimentelle Onkologie an der

Universität Witten/ Herdecke

• Redner bei Medizinkongressen

• Autor vieler Fachbücher und Fachartikel

Nutrition-Press 09


NADH (Coenzym-1) –

der Kraftstoff

unserer Lebensenergie

NADH, die Abkürzung für Nikotinamid-Adenin-Dinukleotid-Hydrid, ist die

biologische Form von Wasserstoff, der mit dem Sauerstoff der Zelle ATP

produziert. Je mehr ATP eine Zelle zur Verfügung hat, desto besser funktioniert

sie und desto länger lebt sie. NADH kommt in allen lebenden Zellen

von Tieren und Pflanzen vor. Daher findet sich NADH auch in unserer

täglichen Nahrung, am meisten in Fleisch und Fisch. (30-50 mg pro Kilogramm)

Herz und Hirn benötigen die meiste Energie, verfügen daher über

den höchsten NADH – Gehalt aller unserer Organe.

NADH katalysiert mehr als tausend Stoffwechselreaktionen. Die wichtigsten

biologischen Funktionen von NADH sind: 1. Die Produktion von ATP, 2. Die

Reparatur von DNA und geschädigten Zellen, 3. Es wirkt als starkes biologisches

Antioxidans, 4. Es stimuliert die Produktion der Neurotransmitter,

Adrenalin und Dopamin und 5. Es steigert die Nitroxyd (NO) Synthese.

10 Nutrition-Press

1. NADH der Treibstoff der ATP Energie

Produktion in der Zelle

Die zentrale Frage ist: Kann man die NADH Konzentration

in einer Zelle erhöhen, indem man NADH von außen

zugibt? Die Antwort ist: Ja. Das bedeutet, man kann

das Energieniveau in Zellen, Geweben und Organen mittels

NADH anheben. Dadurch können sie mehr von den

lebensnotwendigen Komponenten herstellen und funktionieren

besser. Dies wurde an isolierten Herz-Zellen

nachgewiesen. Lässt man NADH auf Herzzellen einwirken,

findet man nach kurzer Zeit einen erhöhten ATP Gehalt

in diesen Zellen. Durch den erhöhten ATP Spiegel bleiben

diese Zellen länger vital als jene ohne NADH.(Pelzmann et

al. 2003).

NADH kann geschädigte DNA und Zellen

2. reparieren

DNA Schäden werden durch toxische Substanzen,

Umweltgifte, UV-Strahlen freie Radikale und Medikamente

insbesondere Chemotherapeutika verursacht. Sie schädigen

die DNA beträchtlich. Diese veränderte DNA kann

durch NADH repariert werden. Dies wurde in einer wissenschaftlichen

Studie nachgewiesen (Zhang et al. 1998). Auch

konnte gezeigt werden, dass Leberzellen, die mittels Röntgenstrahlen

stark geschädigt wurden, durch NADH wieder

vollkommen revitalisiert werden konnten (Fa-Quan 2003).

NADH wirkt als starkes biologisches Antioxidans

3.

NADH reduziert die Lipid-Peroxidation. Wenn die Lipidkomponenten

der Zellmembranen oxidiert werden,

gehen die Zellen und damit das Gewebe zugrunde.

Daher ist es lebensnotwendig, dem Organismus genügend

Antioxidantien zur Verfügung zu stellen, damit die Angriffe

der freien Radikale abgewehrt werden können. Dr. Richard

A. Passwater, Biochemiker und Experte für Antioxidantien

in den USA, schreibt in seinem Vorwort zu dem Buch

„NADH – The Energizing Coenzym“: „Es gibt keine einzige

Literatur

1. Pelzmann B, Hallström S, Schaffer P, Lang P, Nadlinger K, Birkmayer

GD, Vrecko C, Reibnegger G and Koidl B.(2003) “NADH-supplementation

decreased pinacidil-primed I K(ATP) in ventricular cardiomyocytes by

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Ernährung | Prävention

Substanz im menschlichen Organismus, die

man als das wichtigste Molekül oder das bedeutendste

Antioxidans bezeichnen könnte,

aber NADH kommt diesem Begriff so nahe,

wie es für eine einzelne Substanz nur möglich

ist. NADH ist das bedeutendste Co-Enzym. Es

treibt Reduktions- und Oxidationsvorgänge im

Zellstoffwechsel an und ist das allerwichtigste

Antioxidans“. NADH normalisiert den

Cholesterin-Spiegel und senkt den Blutdruck.

Diese Effekte wurden im Rahmen einer Studie

an der Georgetown Uni versität in Washington

nachgewiesen (Busheri et al. 1998).

NADH erhöht die Produktion

4.

von Dopamin

Dopamin ist ein Neurotransmitter der

folgende Reaktionen beeinflusst: Die Stimmung,

die Denkprozesse, die Aufmerksamkeit,

die Koordination, die Kraft. Dopamin hat auch

einen wesentlichen Einfluss auf alle Sexualfunktionen,

insbesondere auf den sexuellen

Appetit, die Libido.Dopamin reduziert zudem

die Prolaktin-Sekretion und den Appetit. Je

höher der Dopamin-Spiegel im Blut, desto

geringer ist der Appetit. Erwähnt werden sollte

noch der positive Einfluss von Dopamin auf die

Sekretion des Wachstumshormons. Es gilt als

Schlüsselfaktor für die Regeneration von Zellen

und Gewebe. Ein Dopamin steigernder Effekt

von NADH wurde in isolierten Nervenzellen

nachgewiesen. (Vrecko et al. 1997).

Fotos: Modella – Fotolia,

Ammit – Fotolia

5. NADH stimuliert die Nitroxyd (NO) Synthese

NO ist ein Neurotransmitter, der die Blutgefäße relaxiert. Die

Erweiterung der Blutgefäße durch NO verbessert die Durchblutung

aller Organe insbesondere von den wichtigsten beiden, dem

Herz und dem Hirn. Die Gefäßerweiternde Wirkung von NO ist auch

von therapeutischer Relevanz für Angina pectoris, Asthma, Migräne

und bei sexueller Dysfunktion. Professor Malinski von der Universität

in Ohio, USA, hat nachgewiesen, dass NADH die NO-Produktion wesentlich

stärker stimuliert als alle anderen Substanzen, die er bisher

getestet hat. Neuere Forschungen haben gezeigt, dass NO die Bildung

von Mitochondrien stimuliert (Clementi E. 2005) und das Metastasierungspotential

von Krebszellen herabsetzt. (Dai Fukumura et al. 2006).

Eine positive Wirkung von NADH wurde in einer Reihe von kon -

trollierten Studien bei folgenden Krankheiten nachgewiesen; Alzheimer

Demenz (Demarin, 2004), Depression (Birkmayer JGD, 1991)),

chronischer Müdigkeit (CFS) (Forsyth, 1999), Parkinson Krankheit

(Birkmayer, 1993) Menopause (Friedrich, 2006), Diabetes Typ-2 (Rahal,

2016), und Krebs. «

Fotos: © Unclesam – Fotolia (S.7), © emuck – Fotolia (S.8)

Autor

Univ. Prof. Dr. med. Dr. chem.

Jörg George Birkmayer

A 1090 Wien, Österreich

info@birkmayer-nadh.com

www.birkmayer-nadh.com

• Promotion zum Dr. der Biochemie an der Universität Wien, 1969

• Habilitation für Zellbiologie an der Universität München, 1973

• Promotion zum Dr. der Medizin an der Universität München, 1979

• Habilitation für Medizinische Chemie an der Universität Graz,1982

• Seit 1988 Professor für Medizinische Chemie an der Universität Graz

• Gast Professor an Universitäten in New York, San Francisco, Peking

• Guangzhou und Xi ’An (China). Präsident der Internationalen

• Akademie für Tumor Marker Oncology (IATMO) New York

• Mitglied der New Academy of Sciences, Fellow des American

College of Nutrition

• Entdecker der therapeutischen Wirkung von NADH (Coenzyme-1)

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Krebstherapeutikum; Praxis Magazin 11: 6 – 9.

Nutrition-Press 11


Yamswurzel

Mehr als nur

Frauensache

Die Yamswurzel ist ein verbreitet bekanntes Mittel

gegen die typischen Frauenbeschwerden während

der Wechseljahre, bei den Zyklusbeschwerden oder

bei Bildung von Myomen 1 . Die gesundheitsbewusste

Frau von heute greift immer öfter zu der gesunden

Wurzel als natürliche Alternative zu künstlichen Hormonen,

um deren umfangreichen Nebenwirkungen

zu vermeiden. Doch welche Wirkungen hat die heilende

Wurzel auf die männliche Bevölkerung, bringt

ihr Konsum auch andere Gesundheitsvorteile oder beschränkt

sich die Nützlichkeit nur auf die Frauenwelt?

Regulation des Hormonhaushalts

Die Veränderungen des Hormonhaushalts begleiten uns

alle beim Älterwerden. Insbesondere sind bei den Frauen

altersbedingte hormonale Folgeerscheinungen deutlich zu

sehen. Sie treten außerdem durch Umweltbedingungen

und beeinflussen erheblich die Gesundheit von Frauen

und Männern. Den besonderen Platz nehmen dabei die

östrogenartigen Chemikalien, die die Funktion des weiblichen

Hormons, Östrogen nachahmen. Darunter zählen

die Weichmacher die sich in dem Kunststoff wiederfinden,

viele Pestizide und andere Pseudohormone.

Die heilende Kraft der Yamswurzel bei Frauenbeschwerden

war bei den Völkern der Mayas, Azteken, Indianer

und Chinesen sehr geschätzt und dessen Wirksamkeit

ist schon seit einer langen Zeit auch wissenschaftlich

bestätigt. Die Wundersubstanz der Wurzel ist das progesteronartige

Diosgenin. Das Diosgenin aus den Yamswurzeln

wurde bereits in den 1950er Jahren für die Produktion

von ersten Antibabypillen und von Cortison eingesetzt 2, 3 .

Progesteron spielt zusammen mit Östrogen eine sehr

wichtige Rolle bei der Gesundheit der weiblichen Organe.

Der menstruale Zyklus wird durch die Balance dieser

beiden Hormone reguliert. Das Progesteron ist der Gegenspieler

des durch die Umweltgifte im Überschuss

vorhandenen Östrogens und kann von dem Körper ins

Östrogen umgewandelt werden. Deshalb ist bei der

Therapie von Frauenbeschwerden in den Wechseljahren

besonders wichtig, nicht den Östrogenmangel,

sondern die Östrogendominanz zu behandeln

und eher eine hormonausgleichende Therapie zu

wählen, die von einer Heilpflanze wie die Yamswurzel

geleistet werden kann. Durch die Yamswurzel

können zyklusabhängige Frauenleiden, wie ausbleibende

oder unregelmäßige, schmerzhafte

Regel, Zysten, Myome, sowie Wechseljah -

resbeschwerden und hormonell bedingte

Gewichtszunahme gelindert werden 4 . Die Umweltgifte,

die das weibliche Hormon Östrogen imitieren, wirken auf

Männer in Form einer sinkenden Fruchtbarkeit und Zunahme

von Tumoren und Missbildungen der Genitalien.

Eine gesunde Prostata hängt ebenfalls vom hormonellen

Gleichgewicht ab 5 . Auch bei Männern kann die Yamswurzel

helfen!

Heilende Wurzel kann viel mehr

Neben diesen hormonhaushalt regulierenden Vorteilen ergeben

sich durch den Konsum der Yamswurzel noch viele

andere geschlechtsunabhängige, gesundheitliche Vorteile.

Dies ist nicht nur aus der traditionellen orientalischen

Medizin bekannt, sondern auch durch die

Studien über pharmakologische

Wirkungen dieser Pflanze,

die zahlreiche Wissenschaftler

seit

12 Nutrition-Press


Ernährung | Prävention

über zwei Dezennien immer öfter beschäftigte. Durch ihre stimulierende und

proliferierende Wirkung auf die Makrophagen 6 und natürliche Killerzellen 7 ,

sowie durch ihre nachgewiesene entzündungshemmende Aktivität 8, 9 wirkt

die Yamswurzel fördernd auf das Immunsystem. Aufgrund dieser Eigenschaften

werden die heilenden und lindernden Effekte der Yamswurzel bei der

Behandlung unzähliger Krankheiten diskutiert und postuliert. So konnten

positive Einflüsse auf den Krankheitsverlauf bei Gelenksentzündungen und

rheumatischen Entzündungen beobachtet werden. Durch ihre proliferierende

und aktivierende Wirkung auf die Bildung von natürlichen Killerzellen

werden der Yamswurzel sogar präventive Effekte gegen die Entstehung

von bestimmten Krebsarten zugeschrieben. Demnach vermuten manche

Wissenschaftler, dass der Konsum dieser Wurzel eine effiziente Abtötung

abnormaler, carcinogener Zellen durch die natürlichen Killerzellen zu Folge

haben kann 9-11 .

Zahlreiche Wissenschaftler weltweit postulieren, dass die Yamswurzel einen

Effekt auf die Fettleibigkeit hat, was ein großes Gesundheitsproblem in der

modernen Welt ist. Sie steht im Zusammenhang mit einem erhöhten Risiko

von multiplen Erkrankungen, wie Herz-Kreislauferkrankungen, Typ 2 Diabetes

und bestimmten Arten von Krebs. Es konnte bereits nachgewiesen werden,

dass die Yamswurzel einen anti-diabetischen Effekt durch die Verbesserung

der Insulinresistenz 12 und durch Verringerung des Glukosespiegels

in der Plasma bewirken kann 13 . Weiterhin bewirkt Yamswurzel verringerte

Körpergewichtszunahme und intraabdominale Fetteinlagerungen (Fetteinlagerung

in der Bauchhülle) 14 . Sie beeinflusst positiv die Aktivitäten von

Kohlenhydratstoffwechsel- und Transportenzymen, die Darmmorphologie

und Fettwerte der Leber und Blut 15, 16 . Das übergewichtsbedingte Risiko für

Herzinfarkt und Herz-Kreislauferkrankungen kann somit durch diese Wunderwurzel

reduziert werden. Weiterhin soll die Yamswurzel die Blutgefäße

vor Ablagerungen schützen können, wodurch die Linderungen oder auch Verbesserungen

von altersbedingten, kardiovaskulären Erkrankungen oder auch

Arteriosklerose zu erzielen sind.

Die Yamswurzel erhöht die Expression von zwei wichtigen Knochenmatrixproteinen,

Kollagen Typ 1 und alkalischer Phosphatase, und fordert die

Aufnahme von Mineralien in Knochen 17 . Eine unterstützende Wirkung weist

diese Heilwurzel ebenfalls auf die Proliferation von knochenbildenden Zellen -

Osteoblasten 9, 18 . Aufgrund dieser Eigenschaften wirkt diese Wunderwurzel

präventiv bei Osteoporose und beeinflusst positiv den Krankheitsverlauf.

Wissenschaftlich nachgewiesen sind die Effekte der Yamswurzel wie: Milderung

von Stresseinflüssen auf den Körper und Geist, Verjüngung der Hautzellstruktur

und Zellerneuerung. Diese Effekte beruhen auf der unterstützenden

Eigenschaft der Yamswurzel und auf die Produktion von dem Prohormon

Dehydroepiandrosteron in Nebennierendrüsen, dass auch als „das

Hormon der Jugend“ bekannt ist 19 . Ab dem 30igstem Lebensjahr

nimmt die Dehydroepiandrosteron-Produktion kontinuierlich

ab. Das Dehydroepiandrosteron hat eine positive Wirkung auf

das zentrale Nervensystem, auf Stoffwechsel, Skelett, Haut

und Haare. Die Krankheiten, bei denen das Dehydroepiandrosteron-Defizit

auftritt, sind: Alzheimer Demenz,

Depression, Burnout, unterschiedliche Arten von

Krebs und unterschiedliche Arten von Lebensmittelintoleranz

die mit vorgeschrittenem Alter

auftreten können 20 . Somit könnte der Konsum

von Yamswurzel sowohl eine vorbeugende als

auch lindernde Maßnahme bei allen diesen Erkrankungen

darstellen, welche auch bei Dauereinnahmen im

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Gegensatz zu künstlichen Dehydroepiandrosteron-Präparaten

ein hohes Maß an Sicherheit

vor Nebenwirkungen bietet. Ein normales

Dehydroepiandrosteron-Spiegel verbessert

das allgemeine Wohlbefinden und steigert

die Libido 21 . Einige Studien weisen auf einen

Autorin

Zusammenhang zwischen der postmenstrualen

follikulären Alopezie (Haarausfall) und des

Dr. Lidija Cavlovic

Biochemikerin Dehydroepiandrosteron-Defizits bei Frau 22 .

Der Verjüngung der Hautzellstruktur und Zellerneuerung

durch die Erhöhung der Produktion

von dem Hormon der Jugend, Dehydroepiandrosteron

wird außerdem durch die nachgewiesenen Effekte von

Diosgenin auf die Expression und Aktivität der antioxydativen

Enzyme16 unterstützt, welche unsere Zellen und

ihre Bestandteile, wie Erbgut vor reaktiven Sauerstoffspezies

schützen. Die Anhäufung von oxydativen Schäden,

die im Laufe des Lebens durch reaktive Sauerstoffspezies

hervorgerufen werden, ist einer der Hauptgründe für

die Entstehung von vielen Krankheiten und Beschwerden,

drunter auch vorzeitiges Altern, Alzheimer Demenz, Parkinson

Demenz, Diabetes, Arteriosklerose und viele kardiovaskulären

und karzinogenen Erkrankungen 9 . Ebenfalls

wird spekuliert, dass die Yamswurzel präventiv vor Leber-

23 und Nierenschäden 24 schützen kann.

Fotos: arunsri – Fotolia, akepong – Fotolia (S. 12)

emuck – Fotolia (S.14)

Präventiv Handeln – warum nicht?

Ein langes Leben zu genießen, fit und gesund lebenslang

zu bleiben ist etwas was wir alle wollen. In modernen

Zeiten strapazieren wir unseres Körper und Geist durch

Umweltgifte, ungesunde Ernährung, Bewegungsmangel

und ein stressvollen Lebensstill. Oft müssen wir herbe

Schicksale erfahren um uns bewusst zu werden was das

Größte in unserem Leben ist. Gesundheit! Klar, wir altern,

unser Körper verändert sich, seine Leistungsfähigkeit

lässt nach. Doch können wir die Prozesse verlangsamen,

manche Krankheiten und Beschwerden sogar verhindern?

Ja! Fangen Sie damit an und nehmen Sie sich die hier

geschriebenen Zeilen zu Herzen. Präventiv können wir

so viel tun und der Konsum von Yamswurzel ist ein gutes

Beispiel dafür. Die meisten beschriebenen Beschwerden:

Diabetes Typ 2, Osteoporose, Arteriosklerose, Alzheimer

Demenz usw. betreffen die Population des mittleren und

hohen Alters. Denken wir an uns bevor es zu spät wird

und helfen unseren Zellen und unseren Körper gesund

zu bleiben. Die nachgewiesenen Wirkungen der Wunderwurzel,

wie entzündungshemmend, antioxidativ und hormonregulierend,

sind von fundamentaler Bedeutung für

die Gesundheit und sie spielen eine wichtige Rolle

bei enorm vielen, auch hier nicht erwähnten

Krankheiten. Die Yamswurzel ist etwas Gutes

für Frau und

für Mann! «

Literatur

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14 Nutrition-Press


Propolis –

eine Stärke

der Bienen

Propolis, auch Bienenharz, Bienenleim

oder Bienenkittharz genannt, ist eine

von Bienen hergestellte harzartige,

klebrige Substanz mit breitem

Wirkungsspektrum. Es stärkt die

körpereigenen Abwehrkräfte und

gilt als natürliches Immunstimulans.

Der Grundstoff für Propolis wird von den Bienen

aus den Knospen und harzenden Verletzungen

von Stämmen und Ästen einheimischer Bäume

wie Birke, Buche, Kastanie, Kirsche oder Pappel

gesammelt, weiterverarbeitet und mit Wachs, Pollen und

Speichel angereichert. Das Wort Propolis leitet sich von den

griechischen Wörtern „pro“ = vor und „polis“ = die Stadt

ab und bedeutet frei übersetzt „Verteidiger der Stadt“.

Propolis schützt den Bienenstock nicht nur mechanisch

sondern auch aufgrund seiner hochwirksamen Inhaltsstoffe

vor Bakterien, Viren und Pilzen und hält ihn nahezu

keimfrei. In einem Bienenstock leben die Bienen auf

engstem Raum bei etwa 35 °C und hoher Luftfeuchtigkeit

zusammen. Dies sind ideale Bedingungen für die

Ausbreitung von Krankheiten. Propolis dient den Bienen

zum Abdichten von kleinen Öffnungen, Spalten und Ritzen

sowie gleichzeitig dazu, in den Stock eingeschleppte

oder vorhandene Bakterien, Mikroorganismen oder Pilze

in ihrer Entwicklung zu hemmen oder sogar abzutöten.

Hierzu werden verschiedene Oberflächen, wie beispielsweise

der Eingangsbereich oder das Innere der Wabenzellen

mit einem hauchdünnen Film aus Propolis überzogen.

Propolis wird zunehmend auch in der modernen Medizin

effektiv angewendet.

Gewinnung

Propolis kann nicht künstlich hergestellt werden, weil die

komplexen und individuellen Zusammensetzungen keine

reproduzierbaren Erzeugnisse liefern. Die Propolisernte

Propolis

wird auch Bienenharz,

Bienenleim oder

Bienenkittharz genannt

findet insbesondere im Spätsommer

und Herbst statt. In dieser Zeit bereiten

sich die Bienenvölker auf den Winter vor

und dichten zu diesem Zweck instinktiv

alle zugigen Winkel des Bienenstocks

ab. Der genaue Zeitpunkt ist vom örtlichen

Harzangebot des Baumbestandes abhängig. Der Imker

kann an verschiedenen Stellen des Bienenkastens, an

denen Bienen Ritzen verkittet haben, Propolis abkratzen.

Gezielter kann Propolis durch das Auflegen eines speziellen

feinmaschigen Kunststoffgitters (sog. Propolisgitter)

gewonnen werden. Die Bienen verkitten die störenden

Zwischenräume. Das Gitter wird danach entnommen und

in den Gefrierschrank gelegt. Bei diesen tiefen Temperaturen

ist Propolis dann sehr spröde und springt

beim leichten Biegen des Kunststoffgitters

von diesem ab.

Nutrition-Press 15


Eine weitere Verarbeitung des so gewonnenen Rohstoffs

kann dann durch das Auflösen in hochprozentigem Alkohol

und anschließendes Herausfiltern von Verunreinigungen

erfolgen. Propolis wird in verschiedenen Darreichungsformen

wie etwa Kapseln, Lutschtabletten, Mundwässer,

Nasensprays, Salben oder Tinkturen angeboten.

Zusammensetzung

Bis heute wurden mehr als 200 verschiedene Substanzen

in Propolis entdeckt. Die chemische Zusammensetzung

von Propolis variiert stark in Abhängigkeit von der Region

(Herkunftspflanzen) und dem Erntezeitpunkt.

Propolis setzt sich allgemein zusammen aus:

• Harze und Balsam: ca. 55%

• pflanzliche Wachse: ca. 30%

• leicht flüchtige ätherische Öle: ca. 10%

• Pollenkörner: ca. 5%

Weitere wertvolle Inhaltsstoffe:

• Aminosäuren (u.a. Arginin, Prolin)

• Flavonoide (u.a. Apigenin, Chrysin, Galangin, Luteolin,

Pinocembrin, Prenylflavonoid, Isonymphaeol-B)

• Mineralstoffe und Spurenelemente (u.a. Calcium, Eisen,

Kalium, Kupfer, Magnesium, Mangan, Natrium, Selen

und Zink)

• Phenolsäuren (Zimtsäure, Cumarsäure, Kaffeesäure,

Ferulasäure, Isoferulasäure) und deren Ester

• Vitamine (Vitamin A, C, E, B-Vitamine, Biotin)

Eigenschaften

Propolis ist meist eine braungelbe harzartige Masse mit

aromatischem Geruch. Die Farbe schwankt in Abhängigkeit

von der Herkunft z.B. Erle gelb, Kastanie rötlich, Pappel

braun, Birke schwarz. Propolis löst sich nur teilweise

in Wasser oder in Ethanol. Als Naturprodukt hat Propolis

vielfältige Wirkungen. Da es bei Naturprodukten zu starken

Schwankungen der Zusammensetzung kommen kann,

ist eine Standardisierung schwer möglich. Es ergeben sich

somit Schwierigkeiten, Qualität und Wirksamkeit nach

streng wissenschaftlichen Kriterien zu untersuchen.

Die wichtigsten Wirkungen von Propolis lassen sich wie

folgt zusammenfassen:

• antibakteriell

• antimykotisch

• antioxidativ

• antiviral

• entzündungshemmend

• immunstimulierend

• schmerzlindernd

• wundheilend

Die Eigenschaften von Propolis sind im Wesentlichen auf

die in Propolis enthaltenen Flavonoide, Phenolsäuren und

deren Ester zurückzuführen.

Antioxidative Wirkung

Propolis soll oxidativem Stress entgegenwirken. Hierfür

werden die Flavonoide und Polyphenole verantwortlich

gemacht. Sie gehören zu den Antioxidantien. Gezeigt wurde,

dass sie Fänger der schädlichen freien Radikale sind

und die Kettenreaktion der Lipidperoxidation (u.a. bei der

Arterioskleroseentstehung beteiligt) unterbrechen können.

Vitamine und Mineralien der Propolis fördern ebenfalls

die antioxidative Wirkung.

Antibakterielle, antimykotische

und antivirale Wirkung

Diese Eigenschaft ist im Wesentlichen

auf die Flavonoide zurückzuführen sowie

auf die Phenolsäuren, insbesondere

aufgrund des Galangins und

des Pinocembrins, aber auch der

Kaffeesäure, Ferulasäure und Salicylsäure.

Propolis wirkt hauptsächlich

durch die Hemmung der

Zellteilung, die zu Wachstumsstopp

von Bakterien und Viren

führt und somit deren Vermehrung

verhindert. Die antibiotischen

Wirkungen von

Propolis sowie einzelner

Propolis-Inhaltsstoffe wurden

gegenüber gram-positiven

und gram-negativen

Bakterien nachgewiesen.

Propolis wird häufig als das

stärkste natürliche Antibiotikum

bezeichnet. Im Gegensatz

zu den Antibiotika ist jedoch keine

Resistenzbildung zu erwarten, weil

verschiedene in Propolis enthaltenen Substanzen

antibiotisch wirken.

Darüber hinaus wurde eine antivirale Wirkung gegenüber

Rhinoviren (= Erreger, die Schnupfen bzw. Erkältung erzeugen)

und Herpesviren festgestellt. Insbesondere der

Inhaltsstoff Kaffeesäure-Phenyl-Ester (CAPE) hat sich bei

Herpes-Viren, aber auch bei Adeno- und Influenza-Viren

bewährt. Propolis wirkt außerdem wachstumshemmend

auf Candida albicans und Hautpilze.

Entzündungshemmende und

schmerzlindernde Wirkung

Propolis hemmt dosisabhängig die Wirkung der Cyclooxygenasen

(COX). Dies sind Enzyme, die an der Synthese

von Prostaglandinen beteiligt sind. Prostaglandine sind an

Entzündungs- und Schmerz-prozessen im Körper beteiligt.

Propolis steigert die Aktivität von Makrophagen (sog.

Fresszellen) und Leukozyten, unterstützt somit die Immunabwehr.

Propolis hemmt die Blutplättchenaggregation.

Die entzündungshemmende Wirkung wird u.a. auf Inhaltsstoff

Kaffeesäure-Phenyl-Ester (CAPE) zurückgeführt.

16 Nutrition-Press


Ernährung | Prävention

Wundheilung fördernde Wirkung

Untersuchungen deuten darauf hin, dass die Wundheilung

beschleunigt wird. Propolis regt den Regenerationsprozess

des Gewebes und die Vernarbung an. Diese Eigenschaft

hängt zum Teil mit den vorhandenen Aminosäuren

wie Arginin und Prolin zusammen, deren Rolle im Regenerationsprozess

der Haut bekannt ist. Sie ermöglichen eine

gesteigerte Kollagensynthese und somit eine beschleunigte

Reparatur von geschädigter Epidermis. Aber auch die

Flavonoide Apigenin und Luteolin werden für die wundheilungsfördernde

Wirkung verantwortlich gemacht.

Verwendung

In der Naturheilkunde genießt Propolis seit Langem große

Anerkennung. Propolis wird seit mindestens 6000 Jahren

für medizinische Zwecke verwendet. Bereits in der

Jungsteinzeit wurde es als Desinfektions- und Wundheilmittel

bei Operationen eingesetzt. Auch die alten Ägypter

verwendeten Propolis bei der Einbalsamierung von Mumien

und zur Wunddesinfektion. Hippocrates (460 – 377 v. Chr.),

Begründer der modernen Medizin, soll mit Propolis Geschwüre

der Haut und des Magendarmtraktes behandelt

haben. Später wurde es im Buren-Krieg (1899 – 1902) als

Antibiotikum (Propolisin) erfolgreich eingesetzt - lange

vor der Entdeckung des Penicillins. Im Zweiten Weltkrieg

wurde Propolis von der Roten Armee zur Wundbehandlung

der Soldaten verwendet. Die Verwendung von Propolis

begründet sich insbesondere auf den Wirkungen gegen

Krankheitserreger wie Bakterien, Viren und Pilze. Die

Krankheitserreger werden nicht nur direkt bekämpft, wie

bei einem Antibiotikum, sondern auch indirekt. Propolis

regt das menschliche Immunsystem an, seine Aufgaben

noch besser zu bewältigen. Außerdem wirkt Propolis

entzündungshemmend, schmerzlindernd und hat zudem

eine wundheilungsfördernde Wirkung. Propolis

wird in einem breiten Spektrum von Anwendungsgebieten

genutzt, wozu verschiedene Darreichungsformen

wie Kapseln, Lutschtabletten, Mundwässer, Nasensprays,

Salben, Sprays oder Tinkturen zum Einsatz

kommen. Äußerlich wird Propolis vorbeugend und therapeutisch

bei Irritationen, Entzündungen und Verletzungen

der Haut (Ekzeme, Sonnenbrand, kleinere Schnitt- oder

Schürfwunden) und Schleimhaut (Aphthen, kleinere Verletzungen

im Mundraum) verwendet. Propolis-Pulver

kann dir ekt auf Wunden aufges tr eut wer den.

Sprays und Lutschtabletten werden zum

Schutz vor Infektionen und zur unterstützenden

Behandlung bei Schleimhautentzündungen

im Mund- und Rachenraum

angewendet. Lokal wird Propolis in Salben

beispielsweise zur Linderung rheumatischer

Beschwerden benutzt. Innerlich

wird Propolis traditionell zur Stärkung des

Immunsystems, präventiv und therapeutisch

bei Er kältungskr ankheiten angewendet.

Eine innerliche Anwendung von Propolis ist u.a.

möglich bei: Abwehrschwäche, Asthma, Blasenentzündung,

Bronchitis, Darminfektionen, Erkältung, Gallenblasenentzündungen,

Grippe, Halsschmerzen, Heu -

schnupfen, Magenschleimhautentzündung, Mandelentzündung,

Nebenhöhlenentzündung, Rheuma.

Kontraindikationen und Nebenwirkungen

Auch wenn es viele Vorteile gibt, können allergische Reaktionen

nicht ausgeschlossen werden. Bei der Verwendung

von Propolis sollten Sie besonders vorsichtig sein, wenn

Sie allergisch auf Bienenstiche oder von bzw. durch Bienen

hergestellte Produkte sind. «

Mit freundlicher Genehmigung der Redaktion

des www.vitalstoffjourmal.de

Fotos: cooperr – Fotolia, MARIMA – Fotolia, Thomas Söllner – Fotolia (S. 15)

guy – Fotolia (S.16), guy – Fotolia (S.16), Dionisvera – Fotolia (S.16)

Nutrition-Press 17


Nahrungsergänzungsmittel

im Apotheken

Versandhandel weiter

auf dem Vormarsch

Apothekenkunden haben in den vergangenen12 Monaten bis einschließlich

Dezember 2016 941,5 Millionen Euro für Nahrungsergänzungsmittel

(inkl. Ergänzende Bilanzierte Diäten) ausgegeben

(bewertet zu Endverbraucherpreisen). Damit wuchs der Markt weiterhin

dynamisch mit 8,1%. In der Vorjahresperiode (12-Monatswert

Dezember 2015) haben die Apothekenkunden 871,2 Millionen Euro

für Nahrungsergänzungen ausgegeben, 4,4% mehr als im 12-Monatswert

Dezember 2014.

Die Versandapotheken konnten ihren Umsatzanteil

bei den Nahrungsergänzungen auf rund 29% erhöhen

und haben damit ihren Umsatz innerhalb

von zwei Jahren um knapp 25% gesteigert. Sie erreichten

im 12-Monatswert Dezember 2016 einen Umsatz

von 271,5 Millionen Euro. Auch die stationären Apotheken

konnten ihren Umsatz im zweiten Jahr in Folge steigern:

Während vor zwei Jahren ein Zuwachs um 4,3% erzielt wurde,

wurde im aktuellen Jahr mit 670 Millionen Euro Umsatz

eine Steigerung von 4,2% generiert. (Chart 1)

Chart 1

Chart 2

Die Apothekenkunden haben im aktuellen 12-Monatswert

Dezember 2016 insgesamt 52,9 Millionen Nahrungsergänzungsmittel-Packungen

gekauft, das waren 6,0% mehr

als im Vorjahreszeitraum. Auch beim Packungsvolumen

konnten die Versandapotheken mit 13,5 Millionen Packungen

stärker zulegen (+ 17,9%) und erreichten damit einen

Anteil von knapp 26%. Die stationären Apotheken konnten

nach einem stärkeren Absatzwachstum von 5,1% im

Vorjahr weiter moderat wachsen und im aktuellen 12-Monatswert

Dezember 2016 2,4% mehr Packungen verkaufen

(46 Millionen Packungen).

18 Nutrition-Press


Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an:

Kerstin Büttel, OTC-Services, INSIGHT Health,

Tel.: +49 6126 955-430

E-Mail: KBuettel@insight-health.de

INSIGHT Health ist einer der führenden Informationsdienstleister im Gesundheitsmarkt

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Produkte

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Gebindegrößen

Knapp ¾ der Nahrungsergänzungen werden als feste Formen verkauft, d.h.

Kapseln, Tabletten, Dragees etc. Die festen Formen konnten um 5,0% nach

Absatz bzw. 6,3% nach Umsatz zulegen. Das restliche Viertel besteht aus

flüssigen Formen wie Trinkampullen, Tropfen, Einzelportionsbeuteln etc. Die

flüssigen Formen legten um 9,8% nach Packungen und 13,8% nach Umsatz

zu, erfreuen sich also zunehmender Beliebtheit. (Chart 2)

Vitamine und Mineralstoffe sind die größte Produktgruppe, sie machen etwa

60% des Absatzes und knapp 50% des Umsatzes mit Nahrungsergänzungen

in allen Apotheken aus. In den niedergelassenen Apotheken liegt der Anteil

eher bei 65% (53%), in den Versandapotheken allerdings bei unter 50% (40%).

6

Lieferanten

Entsprechend

vielfältiger

Etikettenbedarf?

Chart 3

Die führenden 10 Produktgruppen decken bereits mehr als 85% des Nahrungsergänzungsmarktes

nach Umsatz ab und sorgen damit für eine nachhaltige

Markt-Konzentration. Das gilt sowohl für die stationären Apotheken

als auch für die Versandapotheken. Zu den wichtigsten Produktgruppen gehören

neben Vitaminen und Mineralstoffen unter anderem Probiotika für die

Darmgesundheit, Muskel-/Skelett-Präparate, Präparate für schöne Haut/

Haare/Nägel sowie Antiarteriosklerose- und Cholesterinsenkende Produkte.

Mit den größten Umsatzzuwachs konnten hierbei die Probiotika für Darmgesundheit

verzeichnen: Kunden kauften 18,6% mehr Packungen und gaben

20,9% mehr aus als in der Vorperiode. Auch sehr gefragt waren Vitamine/

Mineralstoffe für Schwangere, von denen 13,0% mehr Packungen verkauft

wurden und für die sogar 42,0% mehr ausgegeben wurde. (Chart 3)

Die Anbieterkonzentration nach Umsatz ist weiterhin relativ hoch, sie ist

aber im letzten 12-Monatswert stabil. In der Offizin erreichen die führenden

10 Nahrungsergänzungsmittel-Anbieter 44,5% des Gesamtumsatzes und im

Versandhandel noch knapp 40%. «

Fotos: flucas – Fotolia, psdesign1 – Fotolia (S. 18)

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Faszinierende

Pilze

Zunderschwamm

Foto: costadelsol – Fotolia

Vielfalt der Pilze und deren Aktivstoffe

Pilze sind ganz besondere, faszinierende Organismen.

Aufgrund ihrer einzigartigen physiologischen und genetischen

Eigenschaften lassen sie sich weder als Tiere noch

als Pflanzen klassifizieren. Tatsächlich bilden Pilze ein eigenes

Reich der Lebewesen in der Natur. Das Reich der

Pilze weist eine beeindruckende Arten- und Formenvielfalt

auf. Nach neuesten wissenschaftlichen Studien auf Basis

molekular-genetischer Bodenanalysen wird die Zahl der

Pilzarten weltweit auf 1,5 bis 5 Millionen geschätzt. Bis

jetzt sind jedoch nur etwa 120 000 Arten identifiziert und

erforscht. Manche Pilze, beispielsweise Hefen, sind mikro-

skopisch klein und mit bloßem Auge nicht erkennbar. Andere

Pilze bilden ein feines Geflecht, das Myzel, das sich

unter der Erde oder bei Baumpilzen im Holz wurzelartig

ausbreitet. Auf der Suche nach verwertbaren Nährstoffen

breitet sich das Myzel immer weiter aus und kann sogar

Flächen von mehreren Quadratkilometern einnehmen. Ein

bekanntes Beispiel dafür ist das größte und älteste Lebewesen

der Welt: ein berühmter Hallimasch Pilz (Armillaria

ostoyae) im Osten des US-Bundesstaates Oregon. Sein

Myzel nimmt eine Fläche von 8,8 Quadratkilometern ein

und sein Gewicht wird auf 600 Tonnen geschätzt. Man

geht davon aus, dass er 2400 Jahre alt ist.

20 Nutrition-Press


Ernährung | Prävention

Normalerweise nehmen wir von Pilzen lediglich ihre

Fruchtkörper wahr. Sie dienen als Fortpflanzungsorgane

und sind so besonders wichtig für das Überleben des

Pilzes. Um sie vor Schädlingen und Umwelteinflüssen zu

schützen, haben Pilze verschiedene Schutzmechanismen

entwickelt. Ein Schutzmechanismus sind biologisch aktive

Inhaltsstoffe, die nach der Meinung der Wissenschaftler

in den allermeisten Pilzarten enthalten sind. Für den

Menschen können diese sowohl gesund und als auch

giftig sein. Manche Aktivstoffe von Großpilzen sind sogar

schon in geringsten Mengen giftig. Zu diesen Pilzgiften

zählen beispielsweise die Amatoxine und Phallotoxine

des Knollenblätterpilzes oder Ibotensäure und Muscimol

des Fliegenpilzes etc. Im Gegensatz dazu kennt man von

etwa 700 Pilzarten positive pharmakologische Wirkungen.

Zu den bioaktiven Pilzstoffen zählen Polysaccharide aus

verschiedenen Komponenten (Glucane, Hemicellulose,

proteingebundene Polysaccharide), Terpene (Triterpene,

Ganodermiksäure, Ganolucidsäure etc), Sterine (Ergosterin

als Vorstufe des Vitamin D), Eritadenin (eine ungesättigte

Aminosäure des Shiitake), Lektine etc.

Einige Fruchtkörper – so auch der des Zunderschwamms –

enthalten dunkle Melanin-ähnliche Pigmente. Durch die

Melanine sind manche Pilze in der Lage, nicht nur jahrelang

extrem erhöhte Radioaktivität zu überleben, sondern

sogar Gammastrahlung als Energiequelle für ihr eigenes

Wachstum zu nutzen. Diese Eigenschaften kommen auch

den Menschen zugute: Amerikanische Wissenschaftler

empfehlen Melanine als Strahlenschutzmittel.

Die Renaissance der Heilung mit Pilzen

Bioaktive Pilzwirkstoffe besitzen zahlreiche positive Eigenschaften

und sind aufgrund ihrer therapeutischen Wirkungen

bekannt. Sie können beispielsweise das Wachstum

verschiedener Tumore verhindern oder hemmen, das Immunsystem

stimulieren, die Zellerneuerung fördern, den

Körper bei der Entgiftung unterstützen etc. Nicht umsonst

gilt das Heilen mit Vitalpilzen (oder auch Heilpilzen;

beide Begriffe werden gemeinhin

als Synonyme verwendet) als

eines der frühesten Naturheilverfahren

bei Menschen und

Tieren.

Doch während in Asien

Pilze nach wie vor als

beliebtes Heilmittel eingesetzt

werden, ist in Europa

das Wissen um die

heilende Wirkung von Pilzen

durch das Aufkommen der modernen

Medizin in Vergessenheit

geraten. Seit Mitte der 1970er-Jahre

erlebt das Thema allerdings eine Renaissance,

nachdem sich auf Basis wissenschaftlich

fundierter Forschung die Heilwirkung von Pilzen immer

weiter bestätigt. 1974 berichtet der japanische Pilzforscher

und Arzt Dr. K. Mori erstmals über die positiven

Effekte des Shiitake (Lentinula edodes) bei Krebs. Der

Wirkstoff Lentinan, der aus den Zellwänden des Shiitake

stammt, ist ein gereinigtes Polysaccharid, das Glucose

Moleküle mit 1,3-Beta(ß)-D-Glucan Bindungen als Hauptkette

mit 1,6-ß-D-Glucan Verzweigungen enthält.

Und auch in Deutschland wächst das Interesse an Vitalund

Heilpilzen. Seit 1997 ist durch die Arbeiten des Professors

Dr. Dr. Jan I. Lelley (GAMU GmbH) der Begriff der

Mykotherapie gängig geworden. Mitte Juni 2016 eröffnet

in Krefeld das Kompetenzzentrum für Angewandte Mykologie

und Umweltstudien (KAMU), das die Forschung an

Pilzen weiter vertieft und versucht, generiertes Wissen

in die Praxis umzusetzen. „Der alte Gedanke, nach dem

Nahrungsmittel auch Heilmittel sein sollen, ist heute besonders

aktuell“, sagte Prof. Dr. Reinhard Hambitzer, der

das Kompetenzzentrum leitet. Er ist Professor für industrielle

Lebensmittelverarbeitung und Produktentwicklung

im Fachbereich Oecotrophologie an der Hochschule Niederrhein

und forscht bereits seit Jahren für die Lebensmittelindustrie,

um die gesundheitliche Wirkung von Pilzen

nutzbar zu machen. Das Zentrum bildet eine leistungsfähige

Netzwerkgruppe mit Experten aus Hochschulen, Universitäten,

Unternehmen und Verbänden.

Fachkompetente Wissenschaftler wie Prof. Dr. Dr. Jan I.

Lelley, Prof. Dr. Dr. Alexander Prange, Prof. Dr. Sabine

Ellinger und die Doktorandin M. Sari unterstützen das

KAMU, das auch die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen

und Forschung befruchten soll. „Für wissenschaftlich

orientierte Unternehmen ist eine solche Kooperation

besonders wertvoll. Es ermöglicht einen ständigen Austausch

an Fachwissen, gemeinsame Projekte, gegenseitige

kompetente Unterstützung und Förderung“, so Pascal

Lexut. Er ist Firmengründer und Geschäftsführer des

Unternehmens Good Feeling Products, das Nahrungsergänzungsmittel

aus dem Baumpilz Zunderschwamm

herstellt.

Das Wissen über die gesundheitliche

Anwendung und

die Vorteile von Heilpilzen

verbreitet sich auch bei

Fachleuten wie Therapeuten

und Heilpraktikern

rasant. Beispielsweise bie -

tet das Institut für Ernährungs-

und Pilzheilkunde

(MykoTroph AG) regelmäßige

mykotherapeutische Schu -

lungen an. Außerdem sind auf

dem Markt immer mehr Heilpilze

Bild-Quelle: Patel S, Goyal A. Recent developments in mushrooms as

anti-cancer therapeutics: a review. 3 Biotech. 2012, 2:1-15

Quelle: http://kreativerdafunterricht.blogspot.de/2015/08/10-grundedeutsch-zu-lernen.html).

Nutrition-Press 21


verfügbar. Exotische Vitalpilze wie Shiitake, Maitake

oder Igelstachelbart findet man mittlerweile auf normalen

Speiseplänen. Sie werden als Pilzgericht zube reitet

als auch in Form von Nahrungsergänzungen angeboten.

Andere Pilze wie Reishi, Judasohr, Zunder schwamm oder

Raupenpilz Cordyceps sind nur als Nahrungsergänzungen

erhältlich. Heutzutage werden Zubereitungen aus gut einem

Dutzend Heilpilzen zur Krankheitsvorbeugung und

zur Therapie von Gesundheitsstörungen eingesetzt.

Der Zunderschwamm in der

Vergangenheit und heute

Im Zuge des sich immer weiter ausbreitenden Interesses

an Vitalpilzen und ihren positiven Eigenschaften werden

heute auch bislang weniger bekannte Arten intensiver erforscht

und untersucht. Einer dieser Pilze ist der Baumpilz

Zunderschwamm (Fomes fomentarius), der einen großartigen

Beitrag zur Gesundheitserhaltung und Behandlung

bestimmter Krankheiten leisten kann. Seine hufförmigen

hellbraunen bis schwarzen Fruchtkörper kann man auch

hierzulande bei Waldspaziergängen an Baumstämmen

entdecken (Abb. 1).

In der Mitte seines Fruchtkörpers befindet sich eine lockere,

filzige Schicht, die aufgrund ihrer Fähigkeit lange zu

glimmen schon seit Urzeiten zum Feuermachen verwendet

wird. In Deutschland gab es bis ins 19. Jahrhundert

große Zunder-Manufakturen und der Berufsstand des Zundermachers

war weit verbreitet. Durch die Erfindung der

Streichhölzer verlor der Pilz dann allerdings an Bedeutung.

Auch der Volksmedizin ist der Zunderschwamm seit Jahrhunderten

bekannt und er wurde bei der Behandlung verschiedenster

Krankheiten erfolgreich eingesetzt. Es sind

diese Eigenschaften, die ihn heute für die Forschung interessant

machen.

Die traditionelle – und auch die moderne – chinesische

und koreanische Medizin setzten den Zunderschwamm gegen

Magen- und Leberprobleme, gegen Entzündungen und

als behandlungsergänzendes Mittel bei unterschiedlichen

Krebsarten ein. Die nordamerikanischen Ureinwohner

verwendeten den Pilz als Diuretikum, Abführmittel, Beruhigungsmittel

und sogar als Mittel gegen Rheumatismus,

indem sie ihn auf die betroffenen Körperstellen auflegten.

Auch in Europa ist der Zunderschwamm als Heilmittel

bekannt. Bis ins 19. Jahrhundert verkaufte man Zunderschwamm

Auflagen in Apotheken unter der Bezeichnung

Fungus chirurgorum (sogenannter Wundschwamm). Noch

heute findet man in der Neuausgabe von „Hagers Handbuch

der Pharmazeutischen Praxis“ Informationen über

den Wundschwamm als blutstillendes Mittel bei kleinen

Wunden und über den aus dem Pilz gewonnenen Extrakt,

der zur Schmerzlinderung bei Blasenleiden, Regelblutungen

und Hämorrhoiden angewandt wird.

Der Zunderschwamm als Vitalpilz

Seit den 1970er-Jahren verweisen zahlreiche wissenschaftliche

Untersuchungen und klinische Studien darauf,

dass die isolierten Pilzfasern und/oder Extrakte des Fomes

fomentarius die Immunabwehr und den Blutzuckerund

Cholesterinspiegel positiv beeinflussen können, antibakterielle,

antivirale, fungizide, entzündungshemmende

und schmerzlindernde Wirkung haben und Infektionen in

Magen und Darm absorbieren. Sie zeigen Anti-Krebs-Aktivität

und können Schwermetalle, Radionuklide und freie

Radikale binden und ausleiten.

Als Rohpilz ist der Zunderschwamm zwar nicht giftig, aber

er ist holzartig zäh und hat einen unangenehm bitteren Geschmack.

Es ist also eher davon abzuraten, ihn als Pilzpulver

(nur gemahlener Pilz) zu verzehren. Durch bestimmte

Extraktions- oder Reinigungsverfahren ist es mittlerweile

jedoch möglich, entweder einen Extrakt der löslichen Pilzstoffe

oder die unlöslichen faserigen Zellwände des Pilzes

zu gewinnen. Vor allem das zweite Produkt kommt selten

vor und lässt sich gut mit Hilfe der mikroskopischen Bilder

zu erklären. Ein Quadratmillimeter der aus dem Zunderschwamm

isolierten Fasern sieht unter dem Mikroskop

wie ein watteartiger winziger Knäuel aus (Abb. 2A). In der

weiteren Vergrößerung zeigt sich, dass die Fasern eine

hohle Struktur haben (Abb. 2B). Diese kleinen „Röhrchen“

sind etwa 20-mal dünner als menschliches Haar, haben

eine Wanddicke von 0,2-1 µm, einen Durchmesser von 3-5

µm und eine Länge von bis zu einem Millimeter (Abb. 2C).

Die Zellwände des Zunderschwamms bestehen hauptsächlich

aus 1,3/1,6-ß-D-Glucan, Chitin/Chitosan und

Melanin-ähnlichen Pigmenten. Diese Polymere sind dabei

so eng miteinander verflochten, dass sie eine sehr stabile

und elastische Struktur ergeben. Sie sind chemisch und

thermisch stabil und werden deswegen analytisch als

kalorienarme Ballaststoffe (Prebiotika) erfasst. Heutzutage

weiß man, dass Ballaststoffe nicht nur „überflüssiger

Ballast“ (daher auch der Name) sind, sondern einer der

wichtigsten Bestandteile unserer Ernährung.

Abb. 1. Fomes fomentarius – Systematik

Reich: Fungi (Pilze)

Abteilung: Basidiomycota (Ständerpilze)

Klasse: Agaricomycetes

Ordnung: Polyporales (Stielporlingsartige)

Familie: Polyporaceae (Stielporlingsverwandte)

Gattung: Fomes

Art: Fomes fomentarius (L.) Fr. (Zunderschwamm)

22 Nutrition-Press


Ernährung | Prävention

1 mm

A

0,1 mm

Abb. 2. Mikroskopische Aufnahmen der

aufgereinigten faserigen Zellwände aus

dem Fruchtkörper des Baumpilzes Zunderschwamm

(Good Feeling Power ® , vom

Unternehmen Good Feeling Products als

„GFP-Komplex“ bezeichnet) 1 .

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B

C

Die faserigen Zellwände enthalten neben diesen Hauptstrukturkomponenten

auch andere Stoffe wie Glucuronsäure, Fomentariol, Fomentarsäure, Ergosterin,

Hemizellulose, organische und phenolische Säure etc. Diese vielseitige Zusammensetzung

erklärt das breite Wirkungsspektrum des Zunderschwamms

bei unterschiedlichsten Krankheiten und Befindlichkeitsstörungen.

„Neben der klassischen Schulmedizin kommt die Mykoterapie mehr und

mehr zum Einsatz. Der Zunderschwamm bietet erstaunliche Therapiemöglichkeiten

und wirkt sich positiv auf die Lebensqualität aus“, so ist durch

mehrere Heilpraktiker bestätigt. Das Beispiel des Zunderschwamms zeigt,

dass uns das Reich der Pilze ein nahezu unermessliches Potential bietet,

das uns noch für lange Zeit wichtige wissenschaftliche und medizinische Erkenntnisse

erwarten lässt. Denn unser Wissen über den Zunderschwamm

und andere Vitalpilze ist noch lange nicht ausgeschöpft. Die nun bestehende

Aufgabe ist es, dieses Potential weiter zu erforschen, Informationen und Fallbeispiele

zu sammeln, die Schwerpunkte abzugrenzen und die Wirkmechanismen

weiter wissenschaftlich zu erklären und nutzbar zu machen. «

Autorin

1

Kalitukha L. Der Zunderschwamm und das Geheimnis des GFP-Komplexes:

3 X täglich gesund und glücklich. Verlag La luz de Mallorca. 2016, 84 S.

Dr. Liudmilla Kalitukha

Diplom-Biologin; Research, Development & Quality

Manager; Spezialgebiete: angewandte Mykologie, Nahrungsergänzungsmittel,

Kosmetik, klinische Forschung

Fachbeirat des NEM e. V.

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Nutrition-Press 23

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Krebs

Ist

eine genetische oder

eine Stoffwechselkrankheit?

Aus schulmedizinischer Sicht ist Krebs eine genetische

Erkrankung. Das heißt, dass aus irgendeinem

Grund die im Zellkern enthaltenen Gene

mutieren, also sich verändern bzw. verrückt werden

und aus diesem Grund die Zelle zur Krebszelle entartet

1 . Ungezählte Milliarden an Forschungsgeldern sind in

den letzten Jahrzehnten weltweit von den Regierungen an

Forschungsinstitutionen und Wissenschaftler in aller Welt

geflossen, um in diese Richtung zu forschen. Bei genauerem

Hinsehen hat sich hier eine dermaßen verzweigte

Industrie aus öffentlichen Forschungsgeldern entwickelt,

dass es geradezu tödlich für das Medizin-System wäre,

wenn irgendjemand tatsächlich eine Krebskur finden würde

und all diese schönen Arbeitsstellen der Krebsindustrie

mit einem Mal womöglich wegfallen müssten. Die hinter

der Auffassung, bei Krebs handle es sich um eine schicksalhafte,

also eine genetische Erkrankung, stehende Weltanschauung

entspricht dem heutigen Zeitgeist, der davon

ausgeht, dass nicht etwa jeder einzelne Mensch für seine

eigene Gesundheit verantwortlich ist, sondern dass irgendein

blindes Schicksal, oder womöglich gar ein strafender

Gott hinter unseren Krankheiten stünde. Sowohl der Therapeut,

wie auch der Patient brauchen sich damit nicht

mit dem Saat- und Erntegesetz auseinander zu setzen.

Dem gegenüber steht die schon seit jeher von naturheilkundlicher

Seite vertretene Auffassung, dass jeder

Mensch den Schlüssel zu seiner eigenen Gesundheit in

der Hand hält, und zwar nach dem von allen esoterischen

Lehren überlieferten Grundsatz von Saat und Ernte: Je

mehr wir uns von den Naturgesetzen entfernen, umso

größer werden die Widerstände auf allen Lebensgebieten

und insbesondere auch auf dem Gebiet der Gesundheit.

Das scheinbar äußere Erleben ist eine Projektion unseres

Innenlebens. Das gilt auch für alle Gesundheitsprobleme.

Theorie der genetischen Krebsentstehung

Das amerikanische nationale Krebsinstitut (National Cancer

Institute) gibt die internationale schulmedizinische

Auffassung zur Krebsentstehung vor und fasst es kurz und

24 Nutrition-Press


Ernährung | Prävention

knapp zusammen: „Krebs ist eine genetische Krankheit,

das heißt Krebs wird verursacht durch Genveränderungen,

welche bestimmen, wie unsere Zellen funktionieren,

speziell wie die Zellen wachsen und sich teilen 1 . Es gibt

auch unübersehbar viele Studien zu den angeblichen genetischen

Krebsursachen 2 . Dabei wird von verschiedenen

Wissenschaftlern davon ausgegangen, dass es zwischen

zwei bis acht Mutationen an Krebsgenen sind, welche

schließlich zu einem Tumor führen 3 . Tatsächlich lassen

sich auch in allen Tumorzellen genetische Veränderungen

nachweisen. Dazu gehören als Wichtigste:

• Unkontrolliertes Wachstum der entsprechenden Ge -

webe

• Die Apoptose, also das Selbstmordprogramm der

Zellen am Ende ihres Lebenszyklus wird gehemmt, so

dass die Zellen unsterblich werden

• Die Zellen reagieren nicht auf Wachstumshemmung

• Vermehrte Blutgefäßneubildung im Tumorgewebe

• Metastasierung

Diese heute als allgemeingültig angesehene Theorie der

Krebsentstehung hat natürlich hoch interessante Konsequenzen,

denn sie öffnet die Tür für echte High-Tech-Medizin

in Form der immer mehr um sich greifenden personalisierten

genetischen Therapien. Dabei wird das Genom

des einzelnen Krebspatienten analysiert, um die Gene zu

identifizieren, welche den Tumor ausgelöst haben („Driver

Genes“), um daraus eine möglichst individuell auf den Patienten

zugeschnittene Therapie zu entwickeln.

Auf jeden Fall ist diese Art der Medizin eine für die Laborindustrie

unglaubliche Chance, endlich mit der Chemotherapie-Industrie

gleich zu ziehen und richtiges Geld zu

verdienen. Das kann man daraus ersehen, dass landauf,

landab auf jeder Ausstellung oder Publikumsmesse mehr

und mehr spezialisierte Labore ihre Genom-Sequenzierungs-Dienste

anbieten.

Nutrition-Press 25


Nobelpreisträger Otto Warburg –

Krebs als Stoffwechselkrankheit

Gegenüber der oben dargestellten Auffassung ging be -

reits vor fast 100 Jahren der deutsche Arzt Otto Warburg

(1883-1970) davon aus, dass Krebs eine Stoffwechselkrankheit

sei. Warburg erhielt im Jahre 1931, also vor 85

Jahren, für „die Entdeckung der Natur und der Funktion

des Atmungsferments“ den Nobelpreis für Physiologie

oder Medizin. Warburg zeigte, dass die Krebszellen einen

Sauerstoffmangel erleiden, wenn aufgrund der Verschlackung

des Bindegewebes zu wenig Sauerstoff in die Gewebe

transportiert wird 4, 5 .

Alle die bekannten genetischen Veränderungen der Krebszellen

sind nach Ansicht von Warburg Folge dieses Sauerstoffmangels

und der daraus notwendigen Umstellung

der Energiegewinnung der Zelle von aerobem auf anaeroben

Stoffwechsel, wobei „aerob = unter Anwesenheit

von Sauerstoff“ und „anaerob = unter Abwesenheit von

Sauerstoff“ bedeutet. Jede Zelle braucht zum Überleben

Energie. Ist das Bindegewebe durch Toxine stark belastet,

dann kommt immer weniger Sauerstoff zu den Zellen,

so dass die Zelle sterben muss – es sei denn, die Zelle

schaltet ein Notprogramm ein und schaltet auf Gärungsstoffwechsel

oder anaeroben Stoffwechsel um, das heißt

Energiegewinnung ohne Sauerstoff.

Abb. 1 Aerobe und anaerobe Glykolyse der gesunden

und der Krebszelle. Erklärung im Text

Wie die Energiebilanz in Abb. 1 zeigt, kann die Zelle bei der

Verbrennung von 1 Mol Glucose unter Anwesenheit von

Sauerstoff, die sogenannte „oxidative Phosphorylierung“,

eine Energie von 36 Mol ATP (Adenosin-Tri-Phosphat) gewinnen,

wobei ATP der Energieträger im menschlichen

Organismus ist. Unter Abwesenheit von Sauerstoff, der

sogenannten Gärung, auch „anaerobe Glykolyse“ genannt,

lassen sich aus 1 Mol Glucose nur 2 Mol ATP gewinnen.

Das heißt, die Energieausbeute ist unter Abwesenheit von

Sauerstoff sehr viel geringer. Mit anderen Worten: Der

Wirkungsgrad der anaeroben Energiegewinnung ist äußert

schlecht, deshalb haben Krebspatienten auch so wenig

Energie und fühlen sich immer schlapp, aber die Zelle

stirbt wenigstens nicht. Sie hat sich durch die Umstellung

auf den „Gärungs-Stoffwechsel“ oder „Krebs-Stoffwechsel“

noch eine Gnadenzeit erkauft.

Im rechten Teil des Bildes ist der Tumorstoffwechsel dargestellt,

der nicht ausschließlich anaerob, sondern zum

geringen Teil auch aerob, also unter der energieträchtigen

Sauerstoff-Verbrennung, abläuft. Dadurch liegt die Energiebilanz

mit 4 Mol ATP Energie aus 1 Mol Glucose etwas

besser, als bei rein anaerober Verstoffwechselung.

Welche Theorie der Krebs entstehung

ist die richtige?

Auch wenn die Annahmen von Otto Warburg, dass es

sich bei Krebs um eine Sauerstoffmangelkrankheit handeln

muss, sehr sinnvoll sind, kann damit noch nicht die

letzte Entscheidung getroffen werden, ob nicht doch auch

genetische Einflüsse bei der Krebsentstehung eine Rolle

spielen. Allerdings sind in den letzten Jahren vielfach

experimentelle Nachweise veröffentlicht worden, die in

nachstehendem Bild 2 zusammengefasst sind und die

glasklar belegen, dass Krebs nicht genetisch ausgelöst

sein kann, sondern eine Stoffwechselerkrankung ist 6 .

Um die nachstehenden Bilder zu verstehen, muss zunächst

ein Grundbegriff der Genetik verstanden werden:

Der Begriff „genetischer Einfluss“ bedeutet definitionsgemäß,

dass die im Zellkern enthaltene genetische Information

einer Mutterzelle bei der Zellteilung auf die beiden

Tochterzellen übertragen werden muss. Wird irgendeine

Eigenschaft oder ein Merkmal der Mutterzelle nicht auf

die Tochterzellen übertragen, so ist dabei logischerweise

keine genetische Wirkung vorhanden.

In Abb. 2 wird diese Tatsache der genetischen Vererbung

in Teilbild 1 dargestellt: Die grün dargestellte gesunde Zelle

teilt sich in zwei ebenfalls grün dargestellte gesunde

Tochterzellen. In jeder Zelle findet sich der grün dargestellte

Zellkern, der das gesunde genetische Material enthält.

Ferner sind zwei grüne, gesunde Mitochondrien in

jeder Zelle eingezeichnet, obwohl tatsächlich in jeder einzelnen

Zelle Tausende solcher Mitochondrien enthalten

sind. In Teilbild 2 findet sich eine rot dargestellte Tumorzelle,

die bei der Zellteilung ihrerseits auch wieder rot dargestellte

Tumorzellen zur Folge hat. In diesen Zellen finden

sich rot dargestellte kranke Mitochondrien und rot dargestellte

kranke Zellkerne. Um die Entscheidung zu treffen,

ob Krebs genetisch vererbt wird oder nicht, wurde das in

Teilbild 3 dargestellte Experiment durchgeführt: Aus einer

gesunden Zelle mit grün dargestellten Mitochondrien wird

der Zellkern entfernt und stattdessen ein krebskranker

Zellkern, dargestellt mit roter Farbe, eingeschleust: Dadurch

müssten nach der genetischen Krebsentstehung

die Tochterzellen krebsig entarten, denn sie bekommen

ja jetzt vom Zellkern krankmachende Krebsinformationen.

26 Nutrition-Press


Abb. 2

Experimente, welche die

Entscheidung ermöglichen,

ob Krebs genetisch

ausgelöst wird oder nicht.

Erklärung im Text. Aus 6 .

Tatsächlich jedoch sind die Tochterzellen gesund, obwohl

der Zellkern der Tochterzelle nach wie vor krebsig ist und

deshalb in roter Farbe dargestellt ist. Die Mitochondrien

der Tochterzellen jedoch sind gesund und damit sind auch

die Tochterzellen gesund – trotz krebsigem Zellkern!

Auch der Gegenversuch beweist, dass die Genetik des

Zellkerns unerheblich ist: In Teilbild 4 wird nach Entfernen

des krebsigen Zellkerns ein gesunder, normaler Zellkern

in die Zellflüssigkeit einer Krebszelle, dargestellt mit grüner

Farbe, eingeschleust. Die Tochterzellen einer solchen

Zelle sind entweder nicht lebensfähig, oder es sind wieder

Krebszellen, daher dargestellt mit rotem Zellkern und roten,

kranken Mitochondrien, obwohl vom grün dargestellten

gesunden Zellkern der Mutterzelle nur gesunde Informationen

ausgesendet werden!

Zusammenfassung

Die wissenschaftliche Datenlage zur Krebsentstehung

dürfte aufgrund des oben Gesagten eindeutig sein: Krebs

wird durch einen Schaden der Mitochondrien im Zytoplasma

der Zelle ausgelöst und nicht durch einen Schaden des

Genoms im Zellkern. Der genetische Schaden in der Krebszelle

ist die Folge der gestörten Sauerstoffverwertung der

Zelle und nicht umgekehrt. Diese Tatsache erklärt auch,

Autor

Dr. med. habil Dr. rer. nat.

Karl J. Probst

Arzt für Naturheilkunde und Alternativmedizin,

Naturwissenschaftler,

Begründer der Rohkostbewegung in

Deutschland, wissenschaftlicher

Berater, Fachlicher Beirat des NEM e.V.

dass Krebs durch eine ketogene Diät erfolgreich bekämpft

werden kann, eine Entdeckung, für die Otto Warburg im

Jahre 1931 den Nobelpreis bekommen hat. Diese Entdeckung

der ketogenen Diät hatte auch der Verfasser dieser

Zeilen jahrelang in seiner kleinen privaten Krebsklinik in

Ottobeuren sehr erfolgreich bei der Behandlung von Krebs

umgesetzt und wird auch weiterhin in den USA in alternativen

Krebskliniken praktiziert. Dass dennoch die Schulmedizin

an der genetischen Verursachung des Krebses

festhält und trotz der eindeutigen Datenlage auch weiterhin

festhalten muss, hängt mit zwei gewichtigen Gründen

zusammen:

1) Lassen sich durch die genetische Theorie die Ursache-Wirkung-Zusammenhänge

verschleiern, das

heißt Krebs kann weiterhin als unkalkulierbares Risiko

etikettiert werden, das jeden treffen kann, denn man

kann sich nicht durch eine gesunde Lebensführung da

vor schützen.

2) Lässt sich durch die genetischen Untersuchungen und

individualisierten Genom-Therapien endlich nicht nur

für die Chemotherapie-Hersteller, sondern auch für die

Breite der Medizinerschaft richtiges Geld mit dieser

als unkalkulierbare Bedrohung wahrgenommenen

Krankheit verdienen.

Fazit

Man kann nur hoffen, dass das herrschende unmenschliche

System der technischen Medizin unter der unbezahlbar

werdenden finanziellen Last bald zusammenbricht und

dann endlich der gesunde Menschenverstand wieder zu

Ehren kommt, der unter anderem auch erkennt, dass Gesundheit

möglich, ja sogar unvermeidlich ist, sobald man

seine gesundheitsschädliche Lebens- und Ernährungsweise

aufgibt. «

Fotos: fotoliaxrender – Fotolia (S. 25)

Literatur

1 http://www.cancer.gov/cancertopics/what-is-cancer

2 Hanahan D. und Weinberg RA: Hallmarks of Cancer: The next Generation. Cell 2011;144: 646-674, doi:10.1016/j.ell.2011.02.013

3 Hou JP1, Ma J: DawnRank: discovering personalized driver genes in cancer. Genome Med. 2014 Jul 31;6(7):56.

doi: 10.1186/s13073-014-0056-8. eCollection 2014.

4 WARBURG O.: On the origin of cancer cells. Science. 1956 Feb 24;123(3191):309-14.

5 WARBURG O.: On respiratory impairment in cancer cells. Science. 1956 Aug 10;124(3215):269-70.

6 Seyfried TN: Cancer as a mitochondrial metabolic disease. Front Cell Dev Biol. 2015 Jul 7;3:43. doi: 10.3389/fcell.2015.00043. eCollection 2015

Nutrition-Press 27


(Un-)Sinn und

angebliche Gefahren

von Vitaminen

und Mineralien

Aus medizinischernährungswissenschaftlicher

Sicht

In der Laienpresse - soweit man nicht das Gefühl einer

direkten oder indirekten Reklame eines Vitamin-Hersteller/Verkäufer

hat - und auch aus der Sicht von Verbraucherschützern

hat die Einnahme von Vitaminen oft

einen schlechten Ruf: Das produziert nur teuren Urin und

bereichert den Verkäufer.

Wiederholt erscheinen auch Artikel, die über angebliche

Nebenwirkungen von Vitaminen oder Mineralien berichten

– meist aufgebauschte, einseitige oder auch bewusst

verzerrte Informationen, die aber der normale Leser nicht

nachkontrollieren kann. Ist die zusätzliche Einnahme von

Vitaminen und Mineralien also im besten Fall überflüssig –

oder sonst vielleicht sogar gefährlich? Da dürfte es interessant

sein zu erfahren (siehe unten die Übersetzung eines

entsprechenden amerikanischen Artikels), dass man

in den USA schon seit mehreren Jahrzehnten eine genaue

Statistik über Todesfälle durch Medikamente, Vitamine

und Mineralien führt: In den USA sterben pro Jahr etwa

100.000 Menschen an der Folge von Medikamentennebenwirkungen

– an Vitaminen und Nahrungsergänzungsmitteln

seit Beginn der Statistik kein Einziger.

Und das bei etwa geschätzten 60 Milliarden Dosen von

Vitaminen/Nahrungsergänzungsmitteln pro Jahr!

Die deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) hat 2x (zuletzt

2008) mit erheblichem Forschungsaufwand 1 Jahr

lang die Versorgung der deutschen Bevölkerung für verschiedene

Vitamine und Mineralien gemessen – als Nationale-Verzehr-Studie

NVZ I und aus 2008 NVZ II. Man

muss sich schon einige Mühe machen, auf den vielen

100 Seiten der Studien die entscheidenden Zahlen über

die Vitaminversorgung wirklich herauszufinden. Wenn wir

Gruppen mit erhöhtem Bedarf wie Kranke, Schwangere,

Alte, Heimbewohner … außen vor lassen und einfach nur

die sozusagen am besten versorgte Gruppe der 24-35-jährigen

(in der NVZ I war es die Gruppe der 19-35-jährigen)

betrachten und dann noch nach Männern und Frauen aufschlüsseln

ergibt sich folgende Tabelle:

28 Nutrition-Press


Ernährung | Prävention

Wieviel Prozent der deutschen Bevölkerung erreicht

die von der DGE empfohlene Vitaminzufuhr nicht (die

jeweils erste Zahl ist von der NVZ I und nach dem/kommt

die NVZ II):

Dabei rechnet die DGE etwa für Vitamin C mit einer empfohlenen

Tageszufuhr von 75 mg - während etwa die WHO

(Weltgesundheitsorganisation) 200 mg (+50 mg Raucherzuschlag

für Raucher) empfiehlt. Man sieht: Knappheit

ist keine seltene Ausnahme – sondern betrifft oft auch

mehrere Stoffe. Eigentlich erschreckend, dass etwa bei

Folsäure Frauen zu 99/81% die Zufuhrempfehlung nicht

erreichen und es etwa beim Vitamin D 82/91% sind. Dabei

hat es für das Krankheitsbild des offenen Rückens

(mit lebenslanger schwerer Behinderung dieser Kinder)

Jahrzehnte gedauert bis man endlich den Folsäuremangel

als zumindest wichtige Teilursache wissenschaftlich anerkannte.

Andere Länder haben daraufhin eine Folsäureanreicherung

von z.B. Mehl durchgeführt und damit eine

allgemein bessere Folsäure-Versorgung der Bevölkerung

erreicht – Deutschland ist in dieser Hinsicht aber weiter

untätig. Beim Vitamin D hatte die DGE in den letzten

Jahren dahingehend reagiert, dass sie die frühere Zufuhrempfehlung

von 400 I.E./Tag auf 800 I.E. immerhin verdoppelt

hat. Klingt gut? Ist aber immer noch sehr wenig -

denn wir wissen inzwischen, dass Vitamin D nicht nur für

die Knochen (mit Krankheitsbild Rachitis und Osteoporose)

sondern im Prinzip für praktisch jedes Körperor gan

wichtig ist. Wie dem beigefügten Text einer Konferenz von

Vitamin D-Experten in der berühmtesten deutschen Universität,

der Charité Berlin von 2011 belegt, wird dort eine

wesentlich höhere Tageszufuhr empfohlen und aus den

USA über eine problemlose Zufuhrmenge von 4000 I.E./

Tag berichtet.

Die DGE wird nicht müde, schon seit vielen Jahren

"5x am Tag Obst und Gemüse" zu predigen - und sieht in

den von ihr mit Aufwand festgestellten NVZ keinen Grund,

ihre Empfehlung zu überdenken. Dabei ist vieles an Lebensmitteln

nicht mehr so wie vor 100 oder auch noch vor

50 Jahren. Vieles ist über die Lebensmittelindustrie bearbeitet

und mit Zusatzstoffen und Konservierungsmitteln

belastet – ein eventueller Zusatz des einen oder anderen

Vitamins kann oft auch nicht annährend das erreichen,

was in einem „echten“ Lebensmittel enthalten wäre. Aber

auch ein Salat oder Bio-Apfel enthält schon nach kurzer

Lagerung nicht mehr den ursprünglichen Vitamingehalt.

Zum Teil dürfen z.B. mehrjährig gelagerte Apfelsinen noch

als frisches Obst verkauft werden. Vieles an Lebensmitteln

hat einfach nicht mehr die Qualität und Vitamin- und

Mineralstoffgehalte wie in früheren Jahren – etwas salopp

ausgedrückt "eine Treibhaustomate ist keine Vitaminbombe

sondern eher eine Chemikalienbelastung". Es wäre

deshalb durchaus an der Zeit, zumindest dem gesundheitsbewussten

Normalbürger neben qualitätsbewusster

Ernährung auch die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln

zu empfehlen.

Nährstof fmangel seltene Ausnahme ?

oft mehrere Knappheiten! NVZ II 2008

(19-35) 24-35 –jährige Männer Frauen

Vitamin A 50/13 46/12

Vitamin D (mit alter Norm) 68/81 82/91

Vitamin E 32/47 52/46

Vitamin B1 (Thiamin) 45/20 61/27

Vitamin B2 (Riboflavin) 59/20 71/22

Vitamin B6 53/75 76/81

Vitamin B12 31/7 66/28

Folsäure 97/75 99/81

Vitamin C 56/36 49/31

Sinnvoll wäre es durchaus auch, manche Vitamine wie etwa

das Vitamin D labormäßig zu kontrollieren, da es auch für

einen längerfristigen Mangel keine typischen Symptome

gibt – und etwa das Krankheitsbild der Osteoporose erst

nach vielen Jahren auftritt. Und es ist einfach unsinnig,

wenn man seitens der gesetzlichen Krankenkassen Ärzten

mit Regress droht, wenn sie Vitamin D scheinbar zu großzügig

untersuchen und empfehlen. Der Kassenarzt darf

im Prinzip auf Kosten der gesetzlichen Krankenkasse erst

dann auf Vitamin D untersuchen, wenn der erste Knochenbruch

durch Osteoporose eingetreten ist. Wenn eine Frau

ab den Wechseljahren mit im Prinzip erheblichen Kosten

alle 2 Jahre zur Mammographie als Krebsvorsorge gehen

soll, ist das kostenmäßig scheinbar überhaupt kein Problem

oder des Nachdenkens wert (obwohl inzwischen der

wirkliche Nutzen dieser Untersuchung nicht mehr als so

wesentlich erachtet wird und die erhebliche Anzahl fraglicher

und teilweise auch falsch positiver Befunde auch einiges

an Leid verursacht). Wenn man weiß, das eine nach

modernen Gesichtspunkten optimierte Vitamin D-Versorgung

die Häufigkeit fast aller häufigen Krebserkrankungen

(Brust-, Lungen-, Magen-, Darm und Unterleibskrebs) um

etwa 30-40 % reduziert, wäre die Kontrolle von Vitamin D

(im Labor etwa 20-25 €) und die gegebenenfalls Nahrungsergänzung

(mit Kosten von etwa 20-30 € pro Jahr)

selbst unter finanziellen Aspekten durchaus für die Krankenkasse

lohnend.

Wenn man alle diese Aspekte bedenkt, könnte man meinen

"unsere Behörden schützen uns eher vor Vitaminen

als vor Gammelfleisch". Nachdem man in den USA über

so viele Jahre auch statistisch gesehen hat, dass der Einsatz

von Medikamenten wesentlich gefährlicher ist als

Vitamine und Nahrungsergänzungsmittel, hat man etwa

in Holland viele Sicherheits-Reglementierungen für Nahrungsergänzungsmittel

abgeschafft - und auch die EU-

Gesetze stellen zum Glück und zurecht den mündigen

Nutrition-Press 29


Autor

Dr. med.

Klaus-Georg Wenzel

Facharzt für Neurologie

und Psychiatrie

Verbraucher in den Vordergrund. Auch bei Alkohol

und Nikotin und ob/welche Lebensmittelzusatzstoffe

(in immer mehr Fertigprodukten

der Lebensmittelindustrie) der Verbraucher

akzeptiert und zu sich nimmt, ist auch dem

Verbraucher überlassen. Die Alternative heißt

sicherlich nicht gesunde Ernährung oder Nahrungsergänzungsmittel

- man kann gar nicht

alle biologisch wertvollen Inhaltsstoffe einer

hochwertigen Ernährung durch Nahrungsergänzungsmittel

zu sich nehmen. Man bedenke

etwa den enormen Aufwand, den die NASA für

die Ernährung von Astronauten während Weltraumaufenthalten

machen muss. Der Verbraucher

kann eben leider nicht darauf vertrauen,

dass Lebensmittelindustrie und Behörden für

eine optimale Versorgung mit allen wichtigen

Inhaltsstoffen in den Lebensmitteln sorgen.

Wie so oft ist es sinnvoll, sich als Staatsbürger/Verbraucher

selber zu informieren und

nach eigener Einschätzung Sinnvolles für seine

Gesundheit zu tun.

Referenzen:

Mowry JB, Spyker DA, Brooks DE et al. 2015 Jahresbericht der

Amerikanischen Vereinigung der Giftkontrollzentren "Gift Daten System

(NPDS): 33. Jahresbericht. Klinische Toxikologie 2016, 54:10,

924-1109, http://dx.doi.org/10.1080/15563650.2016.1245421

Die Vitamin-Daten sind in Tabelle 22-B dargestellt.

Der komplette187-seitige Artikel steht zum kostenlosen Download

zur Verfügung von https://aapcc.s3.amazonaws.com/pdfs/annual_reports/2015_AAPCC_NPDS_Annual_Report_33rd_PDF.pdf

oder laden Sie diese und alle vorherigen AAPCC Geschäftsberichte

bei http://www.aapcc.org /Jahresberichte“

Übersetzung eines entsprechenden amerikanischen Artikels:

Orthomolekulare Medizin Nachrichtendienst, 3. Januar 2017

Keine Tote durch Vitamine. Keine!

Sicherheit bestätigt durch Amerikas größte Datenbank

Von Andrew W. Saul, Herausgeber (OMNS, 3. Januar 2017)

Es gab keine Todesfälle durch Vitamine im Jahr 2015. Der 33. Jahresbericht

von der Amerikanischen Vereinigung der Giftkontrollzentren

zeigt Null-Todesfälle durch mehrere Vitamine. Und es gab überhaupt

keine Todesfälle durch Vitamin A, Niacin, Pyridoxin (B-6) oder irgendeinem

anderen B-Vitamin. Es gab überhaupt keine Todesfälle durch

Vitamin C, Vitamin D, Vitamin E oder jedes andere Vitamin.

Null Tote durch Vitamine. Wetten, dass dies nie in den Abendnachrichten

kommen wird? Nun, haben Sie es dort gesehen? Und warum

nicht? Immerhin nimmt über die Hälfte der US-Bevölkerung täglich

Nahrungsergänzungsmittel. Wenn jede dieser Personen täglich nur

eine einzige Tablette einnimmt, ergibt das etwa 170.000.000 Einzeldosen

pro Tag für insgesamt gut 60 Milliarden Dosen pro Jahr. Da viele

Menschen weit mehr nehmen als nur eine einzige Vitamintablette,

ist der tatsächliche Verbrauch deutlich höher und die Sicherheit von

Vitaminpräparaten umso bemerkenswerter.

Es wurde nach AAPCC Interpretation der Informationen, die von dem

US-Nationalen Giftdaten-System gesammelt wurden behauptet, dass

eine Person an Vitaminpräparate im Jahr 2015 starb, Dieser einzige

angebliche "Tod" war angeblich auf "Andere B-Vitamine" zurückzuführen.

Dies wurde auch im Jahr 2012 behauptet. Tatsächlich zeigt der

AAPCC-Bericht spezifisch keine Todesfälle durch Niacin (B-3) oder

Pyridoxin (B-6) an. Daher bleiben Folsäure, Thiamin (B-1), Riboflavin

(B-2), Biotin, Pantothensäure und Cobalamin (B-12) als verbleibende

B-Vitamine übrig. Allerdings ist die Sicherheit dieser Vitamine außerordentlich

gut; Keine Todesfälle wurden jemals für eine von ihnen bestätigt.

Abram Hoffer, MD, PhD, sagte wiederholt: "Niemand stirbt an Vitaminen."

Er hatte Recht, als er es sagte und er ist noch heute noch im

Recht. Der Orthomolekulare Medizinische Nachrichtendienst fordert

die Vorlage spezifischer wissenschaftlicher Beweise, die den durch

ein Vitamin verursachten Tod, eindeutig beweisen.

Wo sind die Toten? Es gibt keine. «

30 Nutrition-Press Fotos: Yuliya – Fotolia (S. 28), prakasitlalao – Fotolia (S. 30)


Ernährung | Prävention

Arzneimittel

als Mikronährstoff-Räuber

Gehören auch Sie zu den vielen Menschen in

Deutschland, die regelmäßig Arzneimittel einnehmen?

Ob Antibabypille, Antibiotika, Blutdrucksenker,

Cholesterinsenker, Diabetesmittel,

harntreibende Medikamente, Krebsmedikamente, Magen-

Darm-Mittel oder Osteoporosemittel: Eine Vielzahl von

Arzneimitteln kann bei regelmäßiger Einnahme die Aufnahme

und Verwertung von Vitaminen und Mineralstoffen

in unserem Körper stören. Dadurch steigt das Risiko für

Nebenwirkungen mit der Folge, dass die individuelle Lebensqualität

abnimmt.

Dabei sind einige Arzneimittel wahre Mikronährstoff-Räuber,

die sogar einen handfesten Mangel an Mikronährstoffen

auslösen können. Bekannte Beispiele sind die Hemmung

der Vitamin-B12-Aufnahme aus der Nahrung durch

Säureblocker wie Omeprazol oder durch das Diabetesmittel

Metformin. Ein Mangel an Vitamin B12 kann sich durch

allgemeine Abgeschlagenheit, Depressionen, Schlafstörungen,

Nervenschmerzen oder Hirnleistungsstörungen

bis hin zur Demenz äußern. Das muss nicht sein! Wer über

derartige Wechselwirkungen informiert ist, kann solchen

Störungen und Mangelerscheinungen im Mikronährstoffhaushalt

vorbeugen und seine Arzneimitteltherapie optimieren.

Worauf Sie dabei achten müssen, lesen Sie hier.

Arzneimittel und Mikronährstoffe

Arzneimittel und Mikronährstoffe benutzen im Körper bei

der Aufnahme, Verstoffwechselung und Ausscheidung (z.

B. Urin) dieselben Stoffwechselwege. Zum Teil konkurrieren

sie dabei um dieselben Enzyme und Transportsysteme.

Dies ist auch einer der Gründe, warum bei regelmäßiger

Einnahme von Medikamenten (z. B. Cholesterinsenker,

Magen-Darm-Mittel) das Risiko für unerwünschte Arzneimittelwirkungen

steigt. Unabhängig von den vielfältigen

Wechselwirkungen der Arzneimittel untereinander, kann

sich die Medikation auch zulasten des Vitamin- und Mineralstoffhaushalts

auswirken. Der Mangel an Vitaminen

und anderen Mikronährstoffen ist nicht selten die Ursache

für arzneimittelbedingte Nebenwirkungen. Unter Nebenwirkungen

werden körperliche und psychische Zustände

verstanden, die von einem Arzneimittel ausgelöst werden,

aber nicht erwünscht sind.

Nutrition-Press 31


Nicht immer stehen diese Neben- und Wechselwirkungen

in den Beipackzetteln Ihrer Medikamente. Mit unserem

Ratgeber möchte ich Sie auf die Zusammenhänge zwischen

der Einnahme von Arzneimitteln und Mikronährstoffmängeln

aufmerksam machen, die Hintergründe

erklären und Ihnen Wege aufzeigen, wie Sie selbst den

daraus resultierenden Nebenwirkungen vorbeugen und

Ihre Lebensqualität verbessern können. Einige Beispiele

für Wechselwirkungen zwischen Arzneimitteln und Mikronährstoffen

seien im Folgenden anhand der kurz dargestellt

(siehe Abb.1).

Punkt 1: Hemmung der

Synthese von Mikronährstoffen

Cholesterinsenker vom Statin-Typ – in der Fachsprache

auch Statine genannt – wie Atorvastatin und Simvastatin

werden seit Jahren erfolgreich zur Senkung erhöhter

Cholesterinspiegel eingesetzt, um einer Gefäßverkalkung

vorzubeugen, die langfristig zu Herzinfarkt oder Schlaganfall

führen kann. Eine unerwünschte Begleitwirkung

der Cholesterinsenker vom Statin-Typ ist die Hemmung

der körpereigenen Coenzym-Q10-Synthese. Da Coenzym

32 Nutrition-Press


Q10 eine zentrale Rolle im Energiestoffwechsel der Zellen

spielt, kann hierdurch die Entwicklung von statinbedingten

Muskelschmerzen, Störungen im Glucose- und Hirnstoffwechsel

begünstigt werden.

Punkt 2: Steigerung der

Ausscheidung von Mikronährstoffen

Diuretika, im Volksmund auch als Wassertabletten oder

harntreibende Medikamente bezeichnet, werden zur vermehrten

Ausschwemmung von Wasser aus dem Körper

über die Nieren eingesetzt. Häufige Anwendungsgebiete

sind Bluthochdruck, Ödeme und Herzinsuffizienz. Diuretika

steigern den Magnesiumverlust über die Nieren, sodass

es bei regelmäßiger Einnahme ohne Ergänzung von

Magnesium zu einem Magnesiummangel kommen kann.

Eine Unterversorgung an Magnesium beeinträchtigt die

Blutdruckregulation und begünstigt weiterhin Störungen

im Zucker- und Fettstoffwechsel.

Punkt 3: Störungen des

Mikronährstoff-Stoffwechsels

Bei Patienten, die mit Medikamenten gegen epileptische

Anfälle behandelt werden, sogenannten Antiepileptika,

können schwere Störungen im Knochenstoffwechsel auftreten.

Antiepileptika wie Carbamazepin können Enzyme

in der Leber stimulieren, die Vitamin D im Körper abbauen.

In der Folge können schwere Störungen im Knochenstoffwechsel,

bis hin zur Osteoporose auftreten, da das

Sonnenvitamin für die Calciumverwertung und Knochenmineralisierung

wichtig ist.

Punkt 4: Störungen der Energieund

Mikronährstoffaufnahme

Chemo- und bestrahlungsbedingte Kau- und Schluckstörungen,

Schäden der Mundschleimhaut oder Durchfall

und Erbrechen, beeinträchtigen bei Krebspatienten erheblich

die Aufnahme von Energie- und Mikronährstoffen über

die Nahrung.

Punkt 5: Störungen der Aufnahme

und Verwertung von Mikronährstoffen

Säureblocker wie Omeprazol und Pantoprazol werden

vor allem bei Refluxösophagitis und in der Therapie von

Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren eingesetzt. Die

Wirkung der Säureblocker beruht darauf, dass sie ein

Enzym in den Zellen der Magenschleimhaut langfristig

Autoren

Apotheker Uwe Gröber Akademie für Mikronährstoffmedizin, Essen

Prof. Dr. med. Klaus Kisters Medizinische Klinik I, St. Anna Hospital, Herne

www.vitaminspur.de

blockieren, welches die Magensäure in den

Magen pumpt. Durch die pH-Wert-Veränderung

wird die pH-abhängige Aufnahme von

Vitamin B12 und Magnesium erheblich

gestört. Ein Mangel an Vitamin B12 kann

zu einem Anstieg der Homocysteinwerte

im Blut führen, mit vielfältigen gesundheitlichen

Folgen: Hirnatrophie,

Demenz, Osteoporose, Schlaganfall

und Gefäßalterung.

Medikamentergänzungsmittel:

Wie lässt sich der medikationsbedingt

erhöhte Mikronährstoffbedarf decken?

Normalerweise ist es für einen gesunden Menschen, der

nicht raucht und sich obst- und gemüsereich ernährt (3–5

Portionen frisches Obst und Gemüse täglich) ohne weiteres

möglich, seinen täglichen Mikronährstoffbedarf über

die Nahrung zu decken. Bei Personen, die regelmäßig Arzneimittel

einnehmen, ist es in der Regel schwierig, den

medikationsbedingten erhöhten Bedarf an Vitaminen und

Mineralstoffen allein über die Nahrung abzudecken. In

diesem Fall ist es sinnvoll, die Ernährung durch die gezielte,

medikationsorientierte Einnahme von Mikronährstoffpräparaten

bzw. Medikamentergänzungsmitteln zu verbessern.

Hat Ihnen Ihr Arzt ein Medikament mit einem in

diesem Buch beschriebenen Arzneimittel verordnet, dann

sprechen Sie ihn am besten darauf an, welche Vitamine

und/oder Mineralstoffe für Sie zusätzlich geeignet sind.

Auch Ihr Apotheker kann Sie hierbei kompetent beraten.

Am besten nehmen Sie dieses Buch bei Ihrem nächsten

Arzt- oder Apothekenbesuch als Hilfe mit. Es gibt mittlerweile

eine Reihe von Vitamin- und Mineralstoffpräparaten

in der Apotheke, die speziell auf den zusätzlichen

Mikronährstoffbedarf bei Einnahme von Arzneimitteln

zugeschnitten sind. Diese auf die individuelle Medikation

ausgerichteten Vitamin- und Mineralstoffpräparaten werden

als Medikamentergänzungsmittel oder auch Arzneistoffergänzungsmittel

bezeichnet. Besonders hochwertige

Präparate sind heute hypoallergen, d. h. weitestgehend

frei von möglicherweise Allergien auslösenden Inhaltsstoffen,

also:

• ohne Farb-, Konservierungs-,

Zusatz- oder Hilfsstoffe,

• ohne Gluten, Lactose und Fructose «

Fotos: Kenishirotie – Fotolia (S. 31), fotomek – Fotolia (S. 33)

Literatur:

Gröber U, Kisters K,

Arzneimittel als

Mikronährstoff-Räuber.

2., überarbeitete und

aktualisierte Auflage, 240 S.,

Wissenschaftliche

Verlagsgesellschaft,

Stuttgart, 2017.

Nutrition-Press 33


Krankmachende

Füllmaterialien?

Mythos und Wahrheit

über Magnesiumstearat

Sehr hochverehrte Leser, haben Sie schon über die krankmachenden Eigenschaften

von Magnesiumstearat gehört? Das Internet ist voll von Seiten 1,2,3,4 die unwiederlegbare

Beweise präsentieren, dass der als Füllstoff und Gleitmittel eingesetzte Stoff gesundheitlich

bedenklich ist. Ein Blick in die Gefahrstoffdatenbank GESTIS unterstützt den Laien

in dieser Ansicht 5 . Dort ist von einem Zusammenlagerverbot mit Lebensmitteln die Rede!

Sollten diese Verdachtsmomente tatsächlich wahr sein?

Es wird auf diesen und weiteren Seiten allenthalben

von unwiederlegbaren Beweisen gesprochen und

diese auch fleißig zitiert: Der Hauptgrund für den

Verdacht, dass Magnesiumstearat schlecht für die

Gesundheit ist, ist ein unwiederlegbarer Tierversuch:

Diese Publikation ist eine Tierstudie an Ratten 6 . In diesem

Versuch wurden ernste (?) Leberschäden entdeckt ! Dies

ist aber nur die halbe Wahrheit. Der NOAEL, der Wert bei

dem keine Schädigungen auftraten, lag bei 5 % MST der

zugeführten Nahrung also 2500 mg/kgBW/Tag ! Konservativ

gerechnet (Sicherheitsmarge = 100) sind beim Menschen

(60 kg Körpergewicht = BW) 1500 mg MST absolut

ungefährlich. Wir reden bei Nahrungsergänzungsmitteln

über Mengen von maximal 30 mg pro Kapsel.

Um einen weiteren Vergleich zu bemühen, die Gesamtenergieaufnahme

des Menschen beträgt 8400 kJ 7 . 10% davon

sind 840 kJ. Umgerechnet auf die organische Säure

Stearat (13kJ/g) sind dies 64 g Stearinsäure also 67 g/

Tag MST, bei dem die erwähnten Effekte auftraten, welche

sich auf eine Gewichtsverminderung der Leber beschränkten.

Die richtigen Effekte traten bei der 20% Gruppe auf !

Entscheiden Sie selbst, ob dies wirklich eine Gefahr

darstellt.

34 Nutrition-Press


Ernährung | Prävention

Die zweite Publikation bezieht sich auf den schädigenden

Effekt von MST auf das Immunsystem! Was hier aus nahe

liegenden Gründen unterschlagen wurde, ist die Tatsache,

dass der Versuch mit T-Zellen im Reagenzglas durchgeführt

wurde und keineswegs Magnesiumstearat sondern

Stearinsäure verwendet wurde. Eine Lösung im Reagenzglas

ist noch lange kein Sytem für den Menschen und

Stearinsäure ist kein Magnesiumstearat!

Stearinsäure ist eine normale ungesättigte Fettsäure, die

in Fetten in unterschiedlichen Mengen vorkommen kann.

Sie wird also immer mit der Nahrung aufgenommen! Um

da zu verstehen müssen wir uns anschauen wie die Verdauung

funktioniert: Bei der Nahrungsaufnahme wird der

Nahrungsbrei im Mund bereits mit Enzymen aus dem Speichel

versetzt. Diese schließen bereits die Nahrung etwas

auf. Die zweite Stufe ist der Magen: Dort wird die Nahrung

in ein Salzsäurebad gegeben, dass einen pH-Wert von 1,5

besitzt.

Essigsäure, die in einem Experiment, auch auf YOUTUBE

verwendet wird 8 hat einen pH= 2,9! Auch werden Fette

bereits im Magen zu Difettsäureglycerylestern abgebaut.

Die Abbaurate beträft dabei etwa 30% in zwei Stunden:

Das bedeutet, dass im Magen bereits die Fette zu einem

Drittel eine Fettsäure pro Molekül verlieren und diese

Fettsäuren im Nahrungsbrei vorhanden sind. Im Zwölffingerdarm

und dem vorderen Teil des Dünndarms werden

die Fettsäuren komplett abgetrennt und die Fettsäuren in

Micellen umgewndelt und durch Gallensäuren emulgiert.

Dadurch können die Fettsäuren die Darmwand durchdringen

und erst dem weiteren Abbau im Körper zugänglich

gemacht werden. Ein kleines Beispiel gefällig? Sie essen

25 g Schokolade, also eine Rippe das sind etwa 7g Kokosfett.

Von den Fettsäuren ist in Kokosöl etwa ein Drittel

Stearinsäure. Das heißt, dass Sie etwa 2 g Stearinsäure

zu sich nehmen. Aber Schokolade ist doch ein Naturprodukt!

Dem Körper ist es völlig egal ob die Stearinsäure aus einem

Naturprodukt stammt oder aus einer „künstlichen“

Verbindung wie Magnesiumstearat. Beide Stoffe, Schokolade

wie Magnesiumstearat werden aus Kakaobutter

gewonnen und selbst künstliche Stearisäure hätte exakt

die gleichen Eigenschaften wie Stearinsäure, die aus natürlichen

Quellen stammt. Das ist jenseits esoterischer

Fakten bewiesen (Wöhler 1828). Das Gegenteil nicht!

Nun was passiert mit Magnesiumstearat im Magen: Magnesiumstearat

ist wie Calciumstearat Bestandteil der

Kalkseifenrückstände in Gegenden mit hartem Wasser.

Calciumstearat (CaST) ist in diesem Zusammenhang sehr

viel besser untersucht: In Wasser besitzt CaST eine Löslichkeit

von 2,2 mg/l 9 . Das bedeudet im Magen (bei einem

pH =1,5) sind 1,14 * 10-4 mol/l CaST gelöst 10 . Also sind

69 mg Calciumstearat löslich in der Magensäure. Da Magnesiumsalze

besser löslich sind als Calciumsalze, werden

mehr als 100 mg/l im Magen gelöst. Das ist sehr viel mehr

als durch die Kapseln zugeführt wird.

Im Magen ist MST vollständig gelöst! Doch wie ist das

im Zwölffingerdarm? Bereits 1938 wurde die Löslichkeit

von Calciumstearat in Gallenlösung untersucht 11 . Es zeigte

sich dass 100% des Calciumstearats unlöslich in Gallenlösung

sind! Ein klares Indiz dafür dass MST im Magen

unlöslich ist und Ablagerungen im Dünndarm verursacht?

Mitnichten!

In einer weiteren Untersuchung wurde die Bildung von

Calciumsalzen der Speisefettsäuren im Körper untersucht

12 . Jedoch musste zum in vivo Vergleich, die Lösung

direkt ins Duodenum eingespritzt werden, da die Hydrolyse

und Teilmizellierung der Calciumseifen im Magen

das Ergebnis verfälscht! Die Autoren postulierten einen

Nutrition-Press 35


Zusammenhang zwischen der Formation von Kalkseifen

und der Minderaufnahme von Calcium. Obwohl wissend,

dass bereits 1948 von Nicolayson experimentell in Ratten

gefunden wurde, dass der Effekt der Minderaufnahme von

Calcium, von der Art der Fettsäure unabhägig ist 13 .

Eine weitere gute Nachricht! Das ach so verdammenswürdige

Magnesiunstearat ist kein Zusatzstoff mehr.

E 572 ist in der Liste der Zusatzstoffe für Nahrung gestrichen.

Er wurde ersetzt durch E 407: Magnesiumsalze

der Speisefettsäuren. Darin ist zwar auch Stearinsäure,

je nach Herkunft des Fettes, enthalten aber es stellt ein

Gemisch von verschiedenen Magnesiumsalzen der Fettsäuren

dar, die aus tierischen oder pflanzlichen Fetten

gewonnen wurden 14 . Da die Löslichkeiten der anderen

Magnesiumsalze der Fettsäuren größer sind als die der

Stearinsäure können wir in jedem Fall davon ausgehen,

dass im Magen Fettsäuren und Magnesiumionen vorliegen,

die jeder auf seine Weise verstoffwechselt werden

können, ohne Querstörungen zu verursachen.

Autor

Dr. Uwe Greulach

Diplomchemiker

Gutachter und

wissenschaftlicher

Beirat des NEM e.V.

Anlage 1:

Berechnung der Löslichkeit von CaST = Ca(FS)2 im Magen

Quellen:

1 http://www.aktiv-für-gesundheit.de/blog/magnesiumstearat/

2 http://www.viptamol.com/nahrungsergaenzung-warnung/

3 http://www.carookee.de/forum/mineralstoffe/1/25043026

4 https://www.sports-health.de/blog/magnesiumstearat

5 http://www.dguv.de/ifa%3B/gestis/gestis-stoffdatenbank/index.jsp

6 Sondergaard, D.; Meyer, O.; Wurtzen, G. (1980): Magnesium stearate given perorally to rats. A short term study. In: Toxicology 17 (1), S. 51–55.

7 VERORDNUNG (EU) Nr. 1169/2011 DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS UND DES RATES vom 25. Oktober 2011, betreffend die Information

der Verbraucher über Lebensmittel und zur Änderung der Verordnungen (EG) Nr. 1924/2006 und (EG) Nr. 1925/2006 des Europäischen

Parlaments und des Rates und zur Aufhebung der Richtlinie 87/250/EWG der Kommission, der Richtlinie 90/496/EWG des Rates, der

Richtlinie 1999/10/EG der Kommission, der Richtlinie 2000/13/EG des Europäischen Parlaments und des Rates, der Richtlinien

2002/67/EG und 2008/5/EG der Kommission und der Verordnung (EG) Nr. 608/2004 der Kommission

8 https://www.youtube.com/watch?v=nE2s8BHFlq4

9 Eintrag Calciumstearat in der GESTIS Datenbank

10 Anlage 1

36 Nutrition-Press


Ernährung | Prävention

Fazit:

Die Mär von der Gefährlichkeit der Magnesiumsalze der Stearinsäure ist auf

Grund der Biochemie dieser Verbindung unhaltbar. Die in Nahrungsergänzungsmitteln

eingesetzten Mengen sind so gering, dass in jedem Fall die

Magnesiumsalze als getrennte Fettsäuren und Magnesiumionen vorliegen,

die genauso ihren Stoffwechselweg gehen, wie Fette und Magnesium, die bei

einer Flasche Mineralwasser zum Essen ebenfalls nebeneinander vorliegen.

Da Magnesiumstearat in seiner Eigenschaft als technischer Zusatzstoff von

den Magnesiumsalzen der Speisefettsäure abgelöst wurde erübrigt sich diese

Diskussion ebenfalls.

Auch eine Minderaufnahme von Vitaminen und Nährstoffen gehört ins Reich

der postfaktischen Wahrnehmung. Tatsächlich wird in der Pharmazeutik bereits

Magnesiumstearat zur Verbesserung der Aufnahme von Wirkstoffen eingesetzt.

15 Bei so hoch gereinigten Stoffen, die Möglichkeit, dass sich Pestizide

oder gar Reste von genmanipulierten Pflanzen darin verirren, verschwindend

gering und eine Gefährdung durch diese ausgeschlossen. «

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Cosmetic

11 Wilson D. Langley, Myron G. Rosenbaum, and Maurice M. Rosenbaum (1932):

THE SOLUBILITY OF CALCIUM STEARATE IN SOLUTIONS CONTAINING BILE AND

IN WATER. In: J.Biol.Chem. 99 (1), S. 271–278. Online verfügbar unter

http://www.jbc.org/content/99/1.

12 Gacs, G.; Barltrop, D. (1977): Significance of Ca-soap formation for calcium

absorption in the rat. In: Gut 18 (1), S. 64–68.

13 NICOLAYSEN, RAGNAR (1943): The Utilization of Calcium Soaps in Rats.

In: Acta Physiologica Scandinavica 5 (2-3), S. 215–218. DOI: 10.1111/

j.1748-1716.1943.tb02049.x.

14 DGF Deutsche Gesellschaft für Fettwissenschaften e.V.: http://www.dgfett.de/

material/fszus.php

15 Ma, Yanni; He, Shaolong; Ma, Xueqin; Hong, Tongtong; Li, Zhifang; Park, Kinam;

Wang, Wenping (2016): Silymarin-Loaded Nanoparticles Based on Stearic

Acid-Modified Bletilla striata Polysaccharide for Hepatic Targeting. In: Molecules

(Basel, Switzerland) 21 (3), S. 265. DOI: 10.3390/molecules21030265.

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Nutrition-Press 37


Chinesische Heilpilze –

zwischen Trend und Tradition

In der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) nimmt die Prävention seit jeher eine

zentrale Stellung ein. Intensiver als im Westen wurde nach Wegen geforscht, den Körper

möglichst lange gesund zu erhalten. Die Chinesen machten sich praktischerweise die

Pflanzen zunutze, weil diese ihr größter Reichtum waren. So wurden Pflanzen bekannt,

die im Ruf standen, Krankheiten vorzubeugen und die Lebensspanne zu verlängern.

Dazu gehören chinesische Heilpilze mit ihren wertvollen Inhaltsstoffen und komplexen

Wirkungsmechanismen. Auch neuere

Forschungen haben die überlieferte

Wirkung vielfach bestätigt.

Ling Zhi

38 Nutrition-Press


Ernährung | Prävention

Ein Arzt im alten China

Ärzte unterlagen im traditionellen China einem äußerst

anspruchsvollen Berufsethos. Ihre Ausbildung fand schon

früh auf hohem Niveau statt. Es war nicht unüblich, dass

ein Hausarzt nur ein Honorar verlangen konnte, solange

sein Patient gesund war. Erkrankte der Patient, stellte er

seine Zahlungen oft bis zu seiner Gesundung ein. Verstarb

ein Patient, musste der Arzt für alle sichtbar einen Lampion

vor seine Tür hängen. Ein guter Arzt machte sich die

Wirkung von Heil- und Vitalpilzen zunutze, um bei seinen

Patienten Erkrankungen zu verhindern oder deren Fortschreiten

zu dämmen, Leiden zu lindern und das Gesunden

zu unterstützen.

Unterstützung für die Abwehr

Chinesische Heil- oder Vitalpilze regen die körpereigene

Abwehr auf unterschiedliche Weise an. Polysaccharide,

die bemerkenswerte immunmodulierende Eigenschaften

besitzen, sind die wichtigsten Inhaltsstoffe dieser Pilze.

Sie enthalten außerdem viele verschiedene Vitamine,

Mineralstoffe, Spurenelemente und Aminosäuren, aus denen

der Körper Eiweiß synthetisiert. Die Hauptwirkungen

der Inhaltsstoffe können als entzündungshemmend, antioxidativ,

antibakteriell, antiviral und antitumoral zusammengefasst

werden.

Ling Zhi – Pilz der Unsterblichkeit

Wohl der bedeutendste chinesische Heilpilz ist der Ling

Zhi, der Pilz der Unsterblichkeit. In Japan trägt er den Namen

Reishi (göttlicher Pilz). Seine deutsche Bezeichnung

ist eher seinem Aussehen geschuldet: Glänzender Lackporling.

Wild gesammelt kommt er extrem selten vor und

wurde lange Zeit gehütet wie ein Schatz. Erst vor einigen

Jahrzehnten gelang es, den Pilz kommerziell anzubauen

und zu züchten. Daher sind alle wissenschaftlichen

Untersuchungen zu seiner Wirkungsweise relativ

neu. Seine Inhaltsstoffe bieten eine große Vielfalt an

Wirkstoffen. Dazu gehören über 100 Triterpene, die

für den Schutz der Leber sorgen und Bluthochdruck

mindern. Ling Zhi enthält außerdem Beta-Glucane,

die im Darm präbiotisch wirken und beim Aufbau einer

intakten Darmflora helfen, welche die Grundlage

für Wohlbefinden und Gesundheit ist. Ling Zhi wirkt positiv

auf Herz und Kreislauf, fördert die körperliche Konstitution

und lindert Nervosität, Schlafstörungen, Stress

und Erschöpfung. Er enthält den Neurotransmitter Gamma-Aminobuttersäure

und gilt daher als wahrer Stresshemmer.

Weiterhin enthält er Antioxidantien, die freie

Radikale bekämpfen und somit dem Alterungsprozess der

Haut sowie zahlreichen degenerativen Erkrankungen von

Blutgefäßen, Herz, Nieren und Leber entgegenwirken. Er

ist deswegen auch zum Liebling der Anti-Aging Medizin

avanciert. Aufgrund seiner antientzündlichen Kräfte setzen

ihn Therapeuten bei Rheuma, Arthrose, Asthma und

Allergien ein. Am bedeutendsten aber sind wohl seine

tumorhemmenden Eigenschaften, die bei Krebserkrankungen

nützlich sein können. Ein Zusammenspiel von

krebshemmenden Proteinen, immunstimulierenden Polysacchariden

und von Triterpenen, die für Krebszellen giftig

sind, begünstigt diese Wirkung. In Amerika ist der Ling Zhi

deshalb längst als Begleitmedizin in der Krebstherapie anerkannt,

um die Leukozytenzahl zu steigern und Therapien

besser verträglich zu machen.

Maitake – tanzender Pilz

Auch der tanzende Pilz (in Japan: Maitake) wird in der TCM

eingesetzt. Traditionell gilt er als Blutdruck und Cholesterin

senkendes Mittel, dient zum Schutz der Leber und wird

bei Übergewicht sowie Diabetes eingesetzt. Dem Gemeinen

Klapperschwamm oder Laubporling, wie er hierzulande

heißt, attestieren medizinische Studien außerdem eine

starke zytostatische und virostatische Wirkung. Er enthält

einen hohen Anteil an Ergosterin, der Vorstufe von Vitamin

D2. Seine Polysaccharide aktivieren das Immunsystem.

Positive Effekte wurden bereits bei Brust-, Lungen, Leberund

Gebärmutterhalskrebs sowie bei Menschen mit HIV

beobachtet. Maitake schützt die Leber und führt zu Verbesserungen

bei Hepatitis.

Forscher bauen Brücken

Am Centre of Organismal Studies (COS) an der Universität

Heidelberg erforscht derzeit Prof. Dr. Thomas Rausch gemeinsam

mit dem chinesischen Gastprofessor, Professor

Dr. Zhigang An, die Regulation der Synthese ausgewählter

sekundärer Pflanzenstoffe, denen eine positive Wirkung

auf den menschlichen Organismus zugeschrieben wird.

Dabei ermöglicht Professor Zhigang An den Zugang zu

chinesischen Forschungsergebnissen auf diesem Gebiet

sowie Erkenntnisse zu Pflanzenstoffen, die in der Traditionellen

Chinesischen Medizin zum Einsatz kommen. „Ling

Zhi hat nachgewiesenermaßen positive Effekte auf das

zentrale Nervensystem, das Herz-Kreislauf-System, die

Atemwege, den Fettstoffwechsel und das Hormonsystem.

Seine Inhaltsstoffe verlangsamen Alterungsprozesse,

schützen die Leber, schützen gegen Krebs und vor Strahlung.

Besonders hervorzuheben ist hier eine aktuelle, im

Maitake

Nutrition-Press 39


Autorin

Daniela Lipgens,

Geschäftsführerin

hajoona GmbH

www.hajoona.com

renommierten Journal NATURE COMMUNICATIONS veröffentlichte

Studie, die eindeutig gezeigt hat, dass mit Ling

Zhi gefütterte Mäuse ihr Übergewicht verloren, ausgelöst

durch eine Wirkung auf die Darm Mikroflora (Chang et

al., 2015)“, bestätigt Professor Zhigang An. „Dieser Pilz

hat inzwischen in der Forschung einen so hohen Stellenwert

erreicht, dass auch sein gesamtes Erbgut (Genom)

kürzlich aufgeschlüsselt wurde (Chen et al., 2012). Damit

eröffnet sich die Möglichkeit, in der nahen Zukunft

die grundlegenden Wirkmechanismen dieses Pilzes noch

besser zu verstehen.“ Und auch zur Wirkung von Maitake

kann er aus seinen intensiven Nachforschungen in der

umfangreichen Literatur berichten: „Seit den 1980er Jahren

fanden in Japan und vielen anderen Ländern eine Vielzahl

von systematischen Untersuchungen über Maitake

statt und führten zu fast 200 Veröffentlichungen hierzu.

In den letzten Jahren bewiesen Forscher in Japan, Kanada,

Italien, in Großbritannien und in anderen Ländern durch

ihre Untersuchungen pharmakologische Effekte des Pilzes:

Demnach wirkt Maitake zur Vorbeugung von Krebs

und verstärkt das Immunsystem, senkt den Blutdruck, die

Blutzucker- und Blutfettwerte und hemmt verschiedene

Arten des Hepatitis Virus.“

Rechtliche

Situation

Vital- oder Heilpilze sind

heute als Pulver oder Extrakte überall

erhältlich. Wichtig ist, beim Einkauf

darauf zu achten, dass ein kontrollierter Anbau,

eine sorgfältige Rohstoffkontrolle sowie regelmäßige

Kontrollen auf Schwermetalle und andere

Belastungen gegeben sind, dass die Präparate gentechnikfrei

sind und durch feinste Vermahlung für höchste

Bioverfügbarkeit sorgen. Eine Zulassung der Präparate als

Arzneimittel besteht in Deutschland nicht. Als Nahrungsergänzungsmittel

angeboten, unterliegen sie den Regelungen

des Lebensmittel- und Futtergesetzbuchs (LFGB) und

der Health-Claims-Verordnung. Die Angabe medizinischer

Indikationen und therapeutischer Versprechen ist danach

unzulässig. Gesundheitsbezogene Aussagen wie auch

Präventionsversprechen bedürfen einer Zulassung. Das

ist bedauerlich, denn so werden die Wirkmechanismen

chinesischer Heilpilze auch weiterhin einem größeren

Konsumentenkreis nicht zur Verfügung stehen. Gleichwohl

ist ein Trend in Richtung einer verstärkten Integration

von Naturheilverfahren in die moderne Medizin zu

beobachten. Denn auf diese Weise können die Nebenwirkungen

herkömmlicher Therapien reduziert werden, was

insbesondere für Allergiker und chronisch Kranke wertvoll

ist. Und so stimmt hoffnungsvoll, dass – wie oben berichtet

- die chinesischen Heilpilze zunehmend Eingang in die

Spitzenforschung finden. «

Fotos: Fotolia

40 Nutrition-Press


Ernährung | Prävention

Candida albicans

Was ist Candida albicans?

Candida albicans ist ein Hefepilz, welcher auf den Schleimhäuten

von Mund und Rachen, im Genitalbereich sowie im

Verdauungstrakt vieler Menschen zu finden ist. Der Pilz

gehört zu den fakultativ pathogenen Erregern (nur unter

bestimmten Bedingungen eine Krankheit verursachend),

der im Gleichgewicht mit der menschlichen Immunabwehr

und anderen Mikroorganismen lebt. Laut der Deutschen

Gesellschaft für Ernährung kann der Pilz bei bis zu 75 Prozent

der Bevölkerung nachgewiesen werden.

Welche Symptome kann eine Infektion

mit Candida albicans verursachen?

Die Besiedelung durch Candida Albicans verursacht normalerweise

kaum Beschwerden. Bei älteren Menschen

oder Menschen deren Immunsystem durch bestimmte

Vorerkrankungen, wie zum Beispiel Diabetes mellitus,

Krebs oder AIDS geschwächt ist, kann die Besiedelung

durch den Pilz stark zunehmen und zu unangenehmen

Symptomen an unterschiedlichen Körperstellen führen.

Je nachdem an welcher Stelle des Körpers die Infektion

ausbricht, kann sich diese als brennender Scheidenpilz,

als unangenehmer Pilzbefall im Mund-Rachen-Raum oder

als gefährlicher Darmpilz äußern. Candida Infektionen treten

hauptsächlich an feuchten und warmen Körperstellen

auf und äußern sich durch Rötung und einen glänzend

weißen Belag an den betroffenen Stellen. Ist die Haut/

Mundschleimhaut betroffen spricht man von Soor, ansonsten

von einer Candidose. Wenn sich Candida im Darm

ausbreitet, bleibt eine Infektionen häufig unerkannt. Die

Symptome können unterschiedlich sein und von Blähungen

über Durchfall und Sodbrennen bis hin zu Müdigkeit,

Kopfschmerzen, Nierenschäden oder Nasennebenhöhlenentzündungen

reichen. Sie werden oft nicht mit einer Pilzerkrankung

in Verbindung gebracht und können unser gesamtes

Immunsystem dauerhaft schwächen. Da sich ein

Großteil unseres Immunsystems im Darm befindet, kann

dieser bei einer Candida Infektion natürlich nicht mehr

richtig arbeiten. Unsere Abwehr ist somit ständig damit

beschäftigt gegen die vorliegende Pilzinfektion anzukämpfen,

was mit einem hohen Energieaufwand verbunden ist.

Welche Ursachen kann eine Infektion

mit Candida albicans haben?

Pilze wie Candida gedeihen überall, wo das natürliche

Gleichgewicht verloren gegangen ist. Wenn unser Körper

aufgrund einer immunschädigenden Lebensweise (Nikotin-

und Alkoholabusus, Stress, Bewegungsmangel, etc.)

oder falscher Ernährung (zu viele Zucker-/kohlenhydrat-

Nutrition-Press 41


eiche Nahrungsmittel, etc.) zusätzlich übersäuert ist, ist

es für Candida noch einfacher sich auszubreiten. Auch die

Zusammensetzung der anderen Mikroorganismen im Körper

spielt eine wichtige Rolle, ob und wie sich Pilze auf

unseren Schleimhäuten ausbreiten können. Die positiven

Mikroorganismen unseres Körpers (z. B. Milchsäurebakterien)

sind natürliche Konkurrenten für Pilze oder schädliche

Bakterien. Sie bilden einen Schutzschild (Darmflora,

Scheidenflora), welcher eine übermäßige Ansiedlung von

Pilzen verhindert. Sind diese guten Mikroorganismen jedoch

nach der Einnahme von Antibiotika oder Cortison

geschädigt, ist für die Hefepilze der Weg frei. Eine Infektion

kann aber auch auftreten, wenn das Immunsystem

geschwächt ist. Dies kann entweder durch eine angeborene

Immunschwäche oder durch das Immunsystem betreffende

Erkrankungen wie zum Beispiel AIDS, Krebs oder

Diabetes mellitus der Fall sein.

Wie wird eine Candida Infektion diagnostiziert?

Bei einer Besiedlung mit Candida ist die Diagnose oft

schwierig. In ärztlicher Behandlung erfolgt die Diagnose

einer oberflächlichen Infektion anhand des klinischen Erscheinungsbildes

sowie durch einen Haut- oder Schleimhautabstrich

mit anschließendem mikroskopischen

Nachweis und einer Pilzkultur. Eine Infektion der inneren

Organe kann durch bildgebende Verfahren wie Magenspiegelung,

Ultraschall, Röntgen oder Computertomographie

und anschließender Blut-, Liquor- oder Urinkultur

nachgewiesen werden. Eine eindeutige Diagnose gestaltet

sich allerdings schwierig, da ein Nachweis nicht zwingend

bedeutet, dass auch eine Infektion vorliegt, da Candida

albicans als Bestandteil der normalen Flora auf der Haut

und den Schleimhäuten vorkommt.

Wie kann ich eine Infektion mit

Candida albicans bekämpfen?

Die Behandlung einer Candidose erfolgt klassischer Weise

mit Antimykotika (Antipilzmitteln), die in die Synthese der

Pilzzellwand oder der Zellmembran eingreifen. Meistens

werden bei systemischen Candida-Infektionen Fluconazol

oder Caspofungin eingesetzt. Je nach Symptomkomplex

stehen verschiedene Applikationsformen zur Verfügung:

Cremes, Salben, Gele, Suspensionen, Tabletten, etc. Eine

Kolonisation mit Candida alleine rechtfertigt allerdings

noch keine konsequente Behandlung mit Antimykotika, da

dieser Pilz ein Bestandteil der natürlichen Flora ist. Zur

natürlichen Bekämpfung einer Candida Infektion genügt

eine reine Ernährungsumstellung meist nicht aus. Hier

sollte man ganzheitlich vorgehen und neben einer basenüberschüssigen

Ernährung auch die Darm- und Scheidenflora

mit gesunden Probiotika wieder herstellen. Bei einer

„Anti-Pilz-Diät“ sollte man unbedingt Zucker und andere

isolierte Kohlenhydrate (Weißmehl, Stärke, weißer Reis)

in jeglicher Form meiden, da Hefepilze Zucker lieben und

damit umso besser gedeihen. Zusätzlich zu diesen grundlegenden

Schritten, kann man folgende Heilkräuter als

begleitende Maßnahmen einsetzen, um die Pilzinfektion

unter Kontrolle zu bringen.

Brunnenkresse & Meerrettich (Nasturtium

officinale & Armoracia rusticana)

Die wirksamkeitsbestimmenden Inhaltsstoffe von Brunnenkresse

und Meerrettich sind die Senfölglykoside.

Senfölglykoside sind schwefel- und stickstoffhaltige

chemische Verbindungen, die aus Aminosäuren gebildet

werden. Sie sind für den etwas bitteren Geschmack von

Gemüse wie Rettich, Meerrettich, Senf, Kresse und Kohl

verantwortlich. Zubereitungen aus senfölhaltigen Pflanzen

wirken auf Bakterien und bestimmte Pilze, wie zum Beispiel

Candida albicans, keimhemmend.

Galgant & Curcuma (Alpinia officinarum

& Curcuma longa)

Der Echte Galgant und Curcuma gehören zur Familie

der Ingwergewächse und werden vor allem im indischen

und asiatischen Raum als Gewürz- und Heilpflanzen verwendet.

In der Pflanzenheilkunde werden vor allem die

ätherischen Öle der Wurzeln mit Gingerolen bzw. Curcuminoiden

verwendet. Neben der Anregung der Verdauung

wirken die Inhaltsstoffe krampflösend, antibakteriell, antimykotisch

und entzündungshemmend.

Niemblätter & Olivenblätter (Azadirachta

indica & Olea europaea)

Niemblätter sind dafür bekannt, das Immunsystem zu

stimulieren und Infektionen sowie Pilzbefall bekämpfen

zu können. Äußerlich angewendet kann Niembaumöl direkt

auf die betroffenen Stellen einer Candida Infektion

aufgetragen werden. Bei innerlichem Candida Befall können

gemahlene Niemblätter in Kapselform eingenommen

werden. Das in den Olivenblättern enthaltene Oleuropein

kann ein übermäßiges Wachstum von Candida stoppen.

Kokosöl & Oregano Öl (Cocos nucifera

& Origanum vulgare)

Kokosöl besteht hauptsächlich aus Laurinsäure, einer gesättigten

Fettsäure. Laut einer Studie kann Kokosöl das

Wachstum von Candida albicans sehr gut begrenzen, so

42 Nutrition-Press


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Sabrina Beerbalk

Dipl. Biologin

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dass es zu keiner „Überbevölkerung“ der Pilze kommen kann. Als Teil der Ernährung

könnte Kokosöl eine Alternative zu den üblichen Pilzmedikamenten

sein oder zum Schutz vor einer Candida Infektion beitragen. Zu den Hauptkomponenten

von Oregano gehört Carvacrol, welches für seine besonders

effektive Wirkung gegen Candida Infektionen, aber auch gegen Darmparasiten

und Bakterien bekannt ist.

Knoblauch & Chili (Allium sativum

& Capsicum anuum)

Durch seine antimykotische Wirkung wurde Knoblauch bereits in der Antike

zur Bekämpfung von Magen-Darm-Problemen, gegen Würmer und Fußpilz genutzt.

Knoblauch regt außerdem das Wachstum der guten Bakterien im Darm

an und verbessert dadurch die körpereigene Immunaktivität. Ein weiterer

sekundärer Pflanzenstoff mit äußerst starker antibakterieller und antimykotischer

Wirkung ist das in Chilischoten enthalte Capsaicin. Wissenschaftler

des Agricultural Research Service im US-Landwirtschaftsministerium haben

des Weiteren herausgefunden, dass Chilis eine weitere antimykotische Substanz

enthalten. Diese gehört zur Familie der Saponine, heißt CAY-1 und kann

schädliche Hefepilze abtöten. In Tests konnte bereits gezeigt werden, dass

CAY-1 das Wachstum von Candida albicans um 93 Prozent eindämmen kann.

Grapefruitkernextrakt (Citrus paradisi)

Grapefruitkerne besitzen eine Vielzahl an hochwirksamen Schutzstoffen wie

Glykoside, Limonoide und Flavonoide. Limonoide verleihen den Zitrusfrüchten

den bitteren Geschmack und haben eine stark wachstumshemmende

Wirkung auf Pilze, Viren und Bakterien. «

Quellen:

Fotos: Tatiana Shepeleva – Fotolia (S. 41), Kateryna_Kon– Fotolia (S. 42)

https://www.zentrum-der-gesundheit.de/candida-infektion-ia.html

https://www.dr-gumpert.de/html/candidose.html

http://www.gesund-heilfasten.de/Darmpilz_Candida_Albicans.html

https://de.wikipedia.org/wiki/Candida_(Pilze)

http://www.pharmawiki.ch/wiki/index.php?wiki=Candidamykose

A. Conrad et al.: In-vitro-Untersuchungen zur antibakteriellen Wirksamkeit einer

Kombination aus Kapuzinerkressenkraut (Tropaeoli majoris herba) und Meerrettichwurzel

(Armoraciae rusticanae radix). In: Uwe Frank: Arzneimittel-Forschung. Band 56,

Nr. 12, S. 842–849

Subapriya R, Nagini S.: “Medicinal properties of neem leaves: a review.” Curr Med Chem

Anticancer Agents. 2005 Mar; 5(2):149-6

Markin D et al.: “In vitro antimicrobial activity of olive leaves.” Mycoses. 2003 Apr;

46(3-4):132-6

Gunsalus et al.: “Manipulation of Host Diet To Reduce Gastrointestinal Colonization

by the Opportunistic Pathogen Candida albicans”, mSphere 1(1):e00020-15

Rosato A et al.: "In vitro synergic efficacy of the combination of Nystatin with the

essential oils of Origanum vulgare and Pelargonium graveolens against some Candida

species." Phytomedicine. 2009 Oct;16(10):972-5

S. Renault et al.: CAY-1, a novel antifungal compound from cayenne pepper;

In: Medical Mycology 2003, 41, 75-82

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Sacha Inchi –

Uralte Pflanze

wieder neu

entdeckt!

Keine andere Pflanze

liefert so viel Omega-3-

Fettsäuren und Vitamin E!

In diesem Beitrag möchten wir Sacha Inchi vorstellen.

Es geht um eine interessante Pflanze als Alternative

Quelle für gesunde Omega-3-Fettsäuren und ihre Besonderheiten

unter gesundheitsfördernden, ernährungsphysiologischen

und kosmetischen Aspekten.

Die Sacha Inchi (Plukenetia volubilis) ist eine bis zu 2 Meter

große Rankpflanze mit leicht flaumigen, herzförmigen

Blättern. Sie stammt ursprünglich aus dem Amazonasgebiet

von Peru. Man kennt weltweit etwa 240 Gattungen

und 6.000 Arten und der Catalogue of life (www.catalogueoflife.org)

umfasst etwa 13 Plukenetia Arten, die in

Afrika, Südamerika, auf einigen Inseln der Antillen und

Ostasien verbreitet sind. Der Name Sacha Inchi stammt

aus dem Quechua, der Sprache der peruanischen Urein-

wohner und bedeutet "Hügel-Erdnuss“. Im englischsprachigen

Raum wird Sacha Inchi auch Sacha-Peanut, Mountain-Peanut

oder Inca-Peanut genannt. Sie gehört zur

Familie der Wolfsmilchgewächse. Auch wenn sie von einigen

Menschen Inka-Nuss oder Berg-Nuss genannt wird,

hat sie mit der Erdnuss nichts zu tun. Im Amazonasgebiet

ist die widerstandsfähige krautige Kletterpflanze seit Tausenden

von Jahren bekannt. Sie wird von der indigenen

Bevölkerung seit Jahrhunderten, traditionell als Nutz- und

Heilpflanze angebaut und verwendet. Nach der Eroberung

der Chanca-Zivilisation begannen die Inkas auf ihren Keramiken

diese Pflanze darzustellen, wobei sie ihr Wissen von

den Vorgängerstämmen überliefert bekamen. Später fand

man die Gefäße in Inkagräbern und in Gräbern noch älterer

Kulturen. In den Keramiken der Pre-Inka-Kulturen wurden

44 Nutrition-Press


Ernährung | Prävention

zudem viele Sacha Inchi Samen gefunden. So kann Sacha

Inchi als natürliches Erbe der früheren Kulturen Perus betrachtet

werden, die ihren Höhepunkt in den Inkas fanden.

Die Inkas bauten diese Pflanze ursprünglich im Bezirk

Pichanaqui, Region Junín an, da dieses Gebiet mit seinem

weichen Boden, reich an Mineralien und Nährstoffen war

und deshalb die optimalsten Bedingungen für den Anbau

zu bieten hatte. Leider gingen mit dem Untergang der Inkakultur

auch die Kenntnisse über Sacha Inchi für lange

Zeit verloren. Und erst Anfang dieses Jahrhunderts wurde

die Inka-Nuss ins Licht der Weltöffentlichkeit gerückt.

Die Samenkapseln, die nach dem Aufplatzen sternförmig

(ähnlich dem Sternanis) aussehen, enthalten die ölhaltigen

Inka-"Nüsse" (im botanischen Sinn keine Nüsse,

sondern Samen). Die Früchte der Sacha Inchi haben einen

Durchmesser von etwa 3-5 Zentimetern. Sie ist eine

Zwitterpflanze mit kleinen Blüten, die eine kleine Schote

produziert. Wenn die Frucht jung ist, ist sie zunächst

grün. Bevor man sie erntet lässt man sie meist erst

an der Pflanze trocknen. Dann sind sie reif und haben

sich dunkelbraun bis schwarz verfärbt. Üblicher

Weise hat sie vier bis sieben Lappen. Jeder

Lappen enthält einen Samen, der 15-20 mm breit

und 7-8 mm dick ist und ein durchschnittliches

Gewicht von ca. 1gr. hat. Eine Sacha Inchi kann

zwei Jahre nach der Pflanzung mehrere hundert

Früchte tragen, die bis zu 500 Mandel-große Samen

enthalten.

Die peruanische Regierung hat sie zur bedrohten Art erklärt

und unterstützt Agrarprogramme, die ihren nachhaltigen

Anbau zum Ziel haben, der zugleich den Kleinbauern

finanziell zugutekommt. Der heimische Anbau von Sacha

Inchi ist neben seinem gesundheitlichen Nutzen die wichtigste

Einkommensquelle vieler Familien dieser Gegend.

Die Frauen der verschiedenen indigen Stämme in den

peruanischen Anden verwenden heute noch das Öl traditionell

als Kosmetikum. Sie vermischen es mit Mehl und

setzen es bei Muskelkater und rheumatischen Beschwerden

ein. Auch werden peruanische Spezialitäten mit dem

Öl verfeinert, wie zum Beispiel Inchipachi-Suppe, Sacha

Inchi-Turrón, Sacha Inchi-Chilisoße oder Sacha Inchi Butter.

Natürlich wird die Inka Nuss auch gerne pur verzehrt.

Sogar in den westlichen Ländern könnte man bald Sacha

Inchi-Früchte häufiger zu Gesicht bekommen. Sie wird

mittlerweile für den Vertrieb in Süd-Ost-Asien, vor allem

in Thailand, angebaut.

Vor rund 30 Jahren wurden die Pflanze und seine sensationellen

Eigenschaften im Rahmen eines Forschungsprogramms

entdeckt. 1988 war ein nationales Programm zu

Erforschung genetischer und biotechnologischer Ressourcen

begonnen worden, in das auch Sacha Inchi einbezogen

wurde, das Programa Nacional de Investigación en

Resources Genéticos y Biotecnologin, de la Estación Experimental

El Porvenir (experimentelle Zukunftsforschung).

Verarbeitung

Nach der manuellen Ernte wird die Springfrucht der Pflanze

in der Sonne getrocknet. Die Frucht kann unverarbeitet

gegessen oder weiterverarbeitet werden. Aus den Nüssen

wird Mehl oder kaltgepresstes Öl gewonnen. Vor allem

das Öl aus den Samen macht Sacha Inchi so besonders

wertvoll. Dieses Öl wird aus den jungen Keimen der Sacha

Inchi Pflanze durch Kaltpressung hergestellt. Daher ist es

ein kaltgepresstes, natives, nicht raffinierte Öl. Bei der

ersten Kaltpressung erhält man das hochwertigste Öl. Alle

essentiellen Fettsäuren und Nährstoffe bleiben dabei erhalten.

Sacha Inchi Öl -Inhaltsstoffe

Aktuelle wissenschaftliche Studien zeigen, dass Sacha Inchi-Öl

wegen seiner Zusammensetzung und seiner hohen

ernährungsphysiologische Qualität das Beste seiner Art

ist. Das Inka Öl Sacha Inchi ist sehr reich an Omega 3 Fettsäuren

mit einer geeigneten Kombination von Omega 6

und Omega 9 (Tabelle 1). Erstmals im Jahre 1980 wurden

die Sacha Inchi Samen in wissenschaftlichen Berichten erwähnt.

Das Ernährungswissenschaftliche Institut der Cornell

University in USA hat die Inka-Nuss im Rahmen eines

Forschungsprogrammes über die Fett- und Eiweißgehalte

von Pflanzen untersucht. Anfang der 90er-Jahre wurde das

Öl erstmals genauer untersucht. Auffallend war besonders

der hohe Gehalt an α-Linolensäure (ca. 49%) und Linolsäure

(ca. 36%). Die Ergebnisse wurden in einer späteren

Studie bestätigt. 2003 untersuchte ein Forscherteam der

Universidad Agraria de La Molina und der Universidad del

País Vasco in Lima/Peru Sacha Inchi-Öl und verglich es

mit Leinöl. Beiden Ölen wurde ein hoher Gehalt an der

wertvollen α-Linolensäure (Omega 3) zugesprochen. Jedoch

wurde das Sacha Inchi-Öl als zusätzliche Quelle der

Linolsäure (Omega 6) gewürdigt. Das Sacha Inchi Öl setzt

sich aus Proteinen und den Omega-3, 6 und 9-Fettsäuren

(Tabelle 1) zusammen. Mit einem Anteil von 93 Prozent

ungesättigten und nur 6,19 Prozent gesättigten Fettsäuren

hat das Sacha Inchi Öl für alle für den Konsum hergestellten

Öle die besten Werte. Die einzigartige Zusammensetzung

übertrifft sogar Holundersamen- und Wildrosenöl.

Zudem ist es sehr gut verdaulich. Gerade die harmonische

Ausgewogenheit der Kombination macht es so wertvoll.

ZUSAMMENSETZUNG DER FETTSÄUREN in %

Palmitinsäure C 16:0 3.65

Stearin C 18:0 2.54

Omega-3 Alpha Linolensäure C 18:3 w3 48.61

Omega 6 Linolsäure 18:2 w6 36.80

Omega 9 Ölsäure 18:1 w9 8.40

Totalgesättigt 6.19

Total ungesättigt 93.81

ANTIOXIDANTIEN

Vitamin A

Vitamin E

681 ug

17 mg/100gr

Tabelle 1, Quelle: http://www.inkanatural.com/de/arti.asp?ref=das-sacha-inchi-ol

Nutrition-Press 45


Protein- und Ölgehalte der Früchte oder Samen einiger kommerzieller Ölpflanzen

sowie Fettsäurenmuster der Öle (jeweils in %);

Inhaltsstoff Olive Soja Mais Erdnuss Sonnenblume Ölpalme Sacha Inchi

Proteine 2 28 k. A. 23 24 k. A. 33

Öl 22 19 k. A. 45 48 k. A. 54

Palmitinsäure 13 11 11 12 7 45 4

Stearinsäure 3 3 2 2 5 4 3

Ölsäure 71 22 28 43 29 40 8

Linolsäure* 10 55 58 37 58 10 37

α-Linolensäure* 1 8 1 – – – 49

Tabelle 2: Quelle:https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/daz-az/2008/daz-35-2008/sacha-inchi-die-inka-nuss-auf-dem-weg-zum-weltmarkt

Inhaltsstoff Alpha-linolen Öl Linol Plamitin Gamma-Linolen Stearin Vitamin E

(g/100g Öl)

Hanföl 18 10 57 7 3 2 89

Holundersamenöl 35 12 42 7 2 40

Johannisbeersamenöl 13 13 44 7 14 1 130

Sacha-Inchi-Öl 49 8 37 4 3 176

Sojaöl 6 23 55 10 4 92

Walnusskernöl 11 17 60 7 3 37

Wildrosenöl 33 15 46 4 2 31

Tabelle 3: Vergleich von Fettsäurespektren einiger Öle in Prozent (nach sofa.bfl.de).

Quelle: VAK vital, Dr. Josef Pies sacha Inchi-das Omega-3-Öl aus der Inka-Nuss, S. 57

Diese Tabelle zeigt wie Sacha Inchi im Vergleich zu anderen "Superfoods" abschneidet:

Nährwerte pro 100g Sacha Inchi Chia-Samen Walnüsse

Omega-3 20,0g 18,0g 9,1g

Kohlenhydrate 14,5g 37,5g 3,7

Proteine 23,5g 17,0g 15,0g

Kalzium 800mg 500mg 87mg

Magnesium 230mg 290mg 130mg

Vitamin E 17,0mg 2,9mg 6,4mg

Quelle: www.sachainchi.info/

Die Omega-3-Fettsäure, Alpha-Linolensäure (Ausgangssubstanz

der lebenswichtigen Omega-3-Fettsäuren Eicosapentaensäure

(EPA oder EPS) und Docosahexaensäure

(DHA oder DHS)). genannt, ist gesund und für unseren

menschlichen Organismus essentiell lebensnotwendig.

Sie schützen das Herz, indem sie Herzrhythmusstörungen

vorbeugen. Weiter schützen sie die wichtigen Herzkranzgefäße,

indem sie Ablagerungen vorbeugen und die Gefäße

elastisch halten. Sie senken die Triglyceride und wirken

sich vielfach positiv auf die Gefäße, den Blutdruck und

verschiedene Entzündungsfaktoren aus. Allerdings kann

der Organismus es nicht selbst herstellen. Für unsere Nervenzellen,

die Netzhaut der Augen und für unsere Haut ist

diese Fettsäure unverzichtbar. Das Fettsäurenprofil des

Sacha-Inchi-Öls bietet im Vergleich zu anderen Ölen eine

interessante Überraschung. Das hierzulande noch weitgehend

unbekannte Sacha Inchi Öl ist trotz seines hohen

Anteils an mehrfach ungesättigten Fettsäuren oxidationsstabil.

Der Grund liegt in einem ebenso außergewöhnlich

hohen Vitamin E Gehalt, darunter primär als pflanzeneigener

Oxidationsschutz dienende δ- und γ-Tocopherole,

die dem Öl gut verschlossen, kühl und dunkel gelagert,

immerhin eine Haltbarkeit von einem Jahr gewährleisten.

Damit ist das Sacha Inchi Öl gegenüber anderen Ölen in

Bezug auf die Gesundheit weit überlegen. Das Öl der Inka-Nuss

ist also somit ein hervorragender und natürlicher

Quellen:

http://www.swissmedicalplus.ch/wissenschaftliche_studien.php

http://www.netzathleten.de/ernaehrung/ratgeber-ernaehrung/

item/3362-sacha-inchi-fruchtiger-omega-3-lieferant

https://www.superfoodsmoothies.de/superfood-a-z/superfood-sacha-inchi/

http://www.mmnews.de/index.php/i-news/15947-die-inka-nuss-dasfluessige-urwaldgold

http://www.sachainchi.info/

http://www.inkanatural.com/de/arti.asp?ref=das-sacha-inchi-ol

https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/daz-az/2008/daz-35-2008/

sacha-inchi-die-inka-nuss-auf-dem-weg-zum-weltmarkt

VAK Vital, Dr. Josef Pies sacha Inchi-das Omega-3-Öl aus der Inka-Nuss

46 Nutrition-Press


Ernährung | Prävention

Lieferant für essentielle Fettsäuren. Selbst der Eiweißanteil

der Samen ist relativ hoch. Es hat einen ungewöhnlich

hohen Gehalt an Tryptophan und einen vergleichsweise

niedrigen Gehalt an Phenylalanin. In vitro zeigte das Eiweiß

eine ausgezeichnete Verdaulichkeit. Neben essentielle

und nicht-essentielle Aminosäuren weist Sacha

Inchi-Öl ca. 25 mg/100 g Phytosterole auf, darunter vor

allem Stigmasterol, Campesterol und Δ5-Avenasterol.

Diese Sterine senken das Gesamt- und LDL-Cholesterin.

Sacha Inchi Pulver

Bei der Öl-Herstellung entsteht als hochwertiges Nebenprodukt

ein Pulver. Mittlerweile gibt es auf dem europäischen

Markt auch Pasta aus dem Pulver der Inka-Nüsse.

Sacha Inchi Anwendungen

Der hohe Gehalt an Omega 3, 6 und 9 Fettsäuren

sowie an vielen Phytowirkstoffen machen die

wertvolle peruanische

Superfrucht zu

einer effektiven Anwendung

für viele Zwecke

und kommt in unterschiedlichsten

Bereichen

zum Einsatz:

• In der Kosmetik

• In der Küche

• In der Heilkunde

Sacha Inchi -

Einsatz in der

Kosmetik:

Das Fettsäurespektrum

und die Inhaltsstoffe lassen

Einschätzungen bezüglich

seines sinnvollen kosmetischen

Einsatzes zu und

prädestinieren es für die Pflege entzündlicher

Haut sowie trockener, reifer Haut. Es wirkt

stark zellregenerierend und zellaktivierend. Es unterstützt

durch Linolsäure, fluidisierend auf α-Linolensäure Bilayer

und Zellmembrane und erhöht die Hautelastizität. Bei

Hautreizungen, Entzündungen, Allergien und Hautkrankheiten

wie Psoriasis und Neurodermitis verspricht das Öl

der Inka-Nuss eine Verbesserung des Hautbildes. Es begrenzt

die Dehydrierung, stärkt und stellt das natürliche

Gleichgewicht wieder her. Sacha Inchi Öl hilft selbst bei

beschädigtem und trockenem Haar. Auf das Haar aufgetragen,

verleiht es ihm einen weichen Glanz. Die ungesättigten

Fettsäuren des Öls ernähren Haut und Haare,

behandeln sie und beugen bei Problemen vor. Durch seinen

geringen Anteil an gesättigten Fettsäuren und der

Verhornungs-Störungen entgegen wirkenden Linolsäure,

stellt Sacha-Inchi-Öl auch ein wunderbar leichtes, niedrigviskoses

Öl zur Pflege fettender Haut dar.

Sacha Inchi in der Küche:

Das Öl eignet sich wunderbar zur Herstellung von Dressings,

Dips und kalten Saucen. Es kann auch zur Verfeinerung

als Tischgewürz verwendet werden. Allerdings sollte

das Öl nicht erwärmt oder erhitzt werden, da sonst die

Gefahr besteht, dass viele der wertvollen Inhaltsstoffe verloren

gehen können. Daher findet das Öl hauptsächlich in

der kalten Küche Anwendung.

Sacha Inchi Öl und seine Bedeutung für die Gesundheit

– Mittel gegen Zivilisationskrankheiten?

Wie für jede "Superfrucht" gibt es auch für Sacha Inchi

zahlreiche gesundheitliche Heilanwendungen und der

mögliche Anwendungsbereich der Samen bzw. des Öls

wird als sehr weitgehend diskutiert. Das Sacha Inchi Öl

kann zudem aufgrund seines hohen Omega-3-Fettsäurengehalts

bei rheumatischen Beschwerden helfen und gut

für die Gelenke beim Sport sein. Neben dem Gebrauch

als hochwertiges Lebensmittel sowie bei der Herstellung

von Kosmetika werden zahlreiche Möglichkeiten für eine

medizinische Anwendung genannt, z.B.:

• eine Cholesterolspiegel und Blutdruck senkende Wirkung

• eine Besserung bei Diabetes, Arthritis.

• Selbst bei Nervenerkrankungen und bei Krebs soll es

sich positiv auswirken.

Weiter findest es Anwendung bei:

• Wachstumsproblemen

• Operationen

• Asthma

• Diäten und Mangelernährung

• Hauterkrankungen

• Herz-Kreislauf Erkrankungen.

• Der Unterstützung der gesunden Entwicklung der

Zellmembranen und des Gehirns.

• Konzentrations- und Leistungsfähigkeit

• Der Stärkung des Nervensystems

• Stimmungsausgleich.

• Der Stärkung des Immunsystem

Es gibt sogar ernst zu nehmende Thesen, die besagen,

dass die menschliche Intelligenz sich aufgrund des früher

reichhaltigen Verzehrs von Omega-3-Fettsäuren (ALS aus

Leinöl, EPS und DHS aus Fischöl) so rasant entwickeln

konnte. «

Autorin

Liane Schmidt

NEM Verband

Abteilung Öffentlichkeitsarbeit

Fotos: boonchuay1970 – Fotolia (S. 44), bigy9950 – Fotolia (S. 46)

Nutrition-Press 47


48 Nutrition-Press

echt


Recht

Nahrungsergänzungsmittel

sind so sicher wie sonst kein

anderes Lebensmittel!

… Nahrungsergänzungsmittel sind schlichtweg

Lebensmittelkonzentrate! – Kein Apfel, kein Kohl,

keine Nudel wird derartig überprüft und überwacht

wie Nahrungsergänzungsmittel!

Immer wieder wird in den Medien das Thema „Nahrungsergänzungsmittel“

angesprochen, was auch oft

zu öffentlichen Diskussionen führt. Neben der Auffassung,

ob die Einnahme dieser Lebensmittelkonzentrate

im Einzelfall sinnvoll ist oder nicht, gab es auch zu Unrecht

einseitig beleuchtete und negativ beurteilte Aussagen

über deren Qualität. So entsteht der Eindruck, als ob

alle Hersteller und Anbieter von Nahrungsergänzungsmittel

keinen Wert auf Qualität, Sicherheit und Reinheit legen

würden.

In unseren Ausführungen bezieht sich Qualitätsmanagement

nur auf die Wichtigkeit und die Kriterien, die bei der Herstellung

und des Vertriebs dieser Lebensmittelkonzentrate

von Bedeutung sind. Wir sprechen von Qualität, von Qualitätsmanagement

und den Systemen der Qualitätssicherung.

Was versteht man unter Qualität? Was bedeutet Qualität

für die Herstellung von Nahrungsergänzungsmitteln?

Was verstehen wir unter Qualität und der Bedeutung

zur Sicherstellung unserer Gesundheitsaspekte

in Bezug auf unsere Lebensmittel?

„Als Qualität bezeichnet man den Grad, in dem ein Satz von

Qualitätsmerkmalen bestimmte Anforderungen erfüllt. Qualität

ist damit der "Erfüllungsgrad" von Eigenschaften und Merkmalen

eines Produktes oder einer Dienstleistung, also das

Ausmaß, in dem vorgegebene Erfordernisse erfüllt werden.“

Man kann auch sagen, Qualität gibt an, in welchem Maß

ein Produkt den bestehenden Anforderungen entspricht.

Es ist entscheidend, dass die an das Produkt gestellten

Anforderungen erfüllt werden.

Früher waren die Menschen das ganze Jahr über auf

die Landwirtschaft und Selbstversorgung angewiesen.

Sie ernährten sich im Frühjahr, Sommer und Herbst

Nutrition-Press 49


vorwiegend von den Pflanzen und Früchten, die auf dem

Feld, im Garten und auf der Obstwiese geerntet werden

konnten. So musste im Winter vor allem auf die Vorratshaltung

zurückgegriffen werden. Seit dem Moment, in

dem Erzeugung und Herstellung von Nahrung nicht mehr

in einer Hand lagen, wurden mehr oder weniger strenge

Vorschriften für die Herstellung und den Verkauf von Lebensmitteln

geschaffen. Zum einen sollten deren Qualität

sichergestellt, zum anderen wirtschaftliche Nachteile

verhindert werden. Die Einhaltung von hygienischen Vorgaben

wurde damals auf Märkten überwacht. Nur gab es

noch keine schriftlich fixierten Spezifikationen und sie

hatten bei Weitem nicht das Wissen von heute. Doch mit

Einsetzen der industriellen Herstellung von Lebensmitteln

wurde es notwendig Merkmale der Produkte möglichst

genau zu beschreiben. Heute ist moderne Lebensmittelherstellung

untrennbar verbunden mit genau festgelegten

Rohstoffqualitäten, beherrschten Prozessabläufen und

standardisierten Produktqualitäten. In der Land- und Ernährungswirtschaft

ist die Gewährleistung hoher Lebensmittelqualität

und -sicherheit durch Maßnahmen der Qualitätssicherung

und des Qualitätsmanagements erforderlich.

Aber was ist Qualitätsmanagement genau?

Das Qualitätsmanagement (QM) bezeichnet alle organisatorischen

Maßnahmen, die der Verbesserung der Prozessqualität,

der Leistungen und damit den Produkten

jeglicher Art dienen. Ein wirkungsvolles und nachweisbares

Qualitätsmanagement wird von den Standards zur Lebensmittelsicherheit

gefordert. Qualität bezieht sich dabei

sowohl auf die vermarkteten Produkte und Dienstleistungen,

als auch auf die internen Prozesse eines Unternehmens.

Lebensmittelqualität teilt sich in verschiedene

Qualitätskriterien auf. Diese sind aufgrund des vielfältigen

Angebots von Lebensmitteln sehr unterschiedlich. Die

Merkmale sind produktbezogen, aber auch eine Frage

des Geschmacks und des Anspruchs. Die Qualität eines

Lebensmittels wird durch die Gesamtheit seiner wertbestimmenden

Eigenschaften definiert. Hierzu sind folgende

Fakten zu beleuchten:

• Gesetzlich vorgeschriebene Qualität

Die gesetzlich vorgeschriebene Qualität leitet sich aus den

geltenden Rechtsvorschriften ab, d. h. insbesondere aus

den lebensmittelrechtlichen Vorschriften, u. a. dem Lebensmittel-

und Futtermittelgesetzbuch – LFGB, aus nationalen

und EG-Verordnungen und aus dem Handelsbrauch.

• Gesundheitliche ernährungsphysiologische Qualität

Der gesundheitliche Wert und die ernährungsphysiologische

Qualität werden bestimmt durch den Energiegehalt,

den Nährstoffgehalt und darüber hinaus durch physiologisch

wirksame Inhaltsstoffe wie sekundäre Pflanzenstoffe

oder Ballaststoffe, aber auch durch das Vorkommen

oder die Abwesenheit unerwünschter Stoffe.

• Genusswert/sensorische Qualität

Der Genusswert und die sensorische Qualität ergeben

sich aus Aussehen (Farbe, Form), Geruch, Geschmack

und Konsistenz der Produkte.

• Eignungswert/Gebrauchswert

Der Eignungswert bestimmt die technisch-physikalische

Qualität des Produktes und umfasst die Verarbeitungseignung

von Rohstoffen und Lebensmitteln für Privatund

Großhaushalt und Industrie.

• Vitalaktivität

Die Art der Landbewirtschaftung und die Verarbeitung

landwirtschaftlicher Erzeugnisse wirken verändernd auf

die Zusammensetzung von Lebensmitteln und beeinflussen

damit deren Qualität.

• Herkunft/Anbau

• Qualität

• Verarbeitung

• Vertrieb

• Verantwortung

• Lagerung

• Verbrauchererwartung

• Analytische Untersuchungen

Zudem werden folgende Kategorien unterschieden:

Produktqualität

Die Produktqualität wird hauptsächlich durch den Nähr-,

Gesundheits-, Gebrauchs- und den Genusswert bestimmt.

Die Produktqualität umfasst vor allem die folgenden Qualitätskriterien:

Prozessqualität

Die Prozessqualität wird hauptsächlich durch die Art und

Auswirkungen des Anbaus einschließlich spezieller Produktions-

und Verarbeitungsverfahren und der Tierhaltung,

die Beachtung des Tierschutzes, des Umweltschutzes und

50 Nutrition-Press


der Nachhaltigkeit gesichert. Sie wird hauptsächlich bestimmt

durch die Art und die Auswirkungen der Produktions-

und Verarbeitungsverfahren. Solche Eigenschaften

sind nicht unmittelbar am Produkt nachweisbar. Sie werden

aber produktionsabhängig dokumentiert und kontrolliert.

Im Bereich der Verarbeitung werden im Hinblick

auf die Prozessqualität auch Aspekte der Nachhaltigkeit

betrachtet, beispielsweise der Verbrauch an Ressourcen

wie Wasser und Energie oder Emissionen in die Umwelt.

Verbraucher orientierte Qualität

Qualität ist aber auch das Maß, in dem ein Angebot Kundenanforderungen

erfüllt. Die Wahrnehmung von Qualität

ist subjektiv geprägt, ob durch die Ausprägung und Schulung

der eigenen Sinnesorgane oder die Prägung von Einstellungen

und soziologischen Bedingungen.

Was bedeutet Qualität in der Herstellung von

Nahrungsergänzungsmitteln?

Die Qualität und Sicherheit (Artikel 14 Verordnung (EG)

Nr. 178/2002) von Nahrungsergänzungsmittel ist von entscheidender

Bedeutung. Das liegt daran, dass Nährstoffe in

verschiedenen Formen vorkommen und sich dementsprechend

unterschiedlich im Körper des Menschen verhalten.

Da Nahrungsergänzungsmittel Lebensmittel sind, gelten

für sie die Regelungen des europäischen und nationalen

Lebensmittelrechts und die Bestimmungen des Lebensund

Futtermittelgesetzbuches (LFGB). Demnach sind Nahrungsergänzungsmittel

sichere Lebensmittel. Verbraucher

dürfen durch die Angaben auf der Verpackung nicht getäuscht

werden und krankheitsbezogene Werbung ist untersagt.

Anders als Arzneimittel bedürfen Nahrungsergänzungsmittel

zwar keiner Zulassung aber dürfen gemäß der

Verordnung für Nahrungsergänzungsmittel (NemV) nur

auf den Markt gebracht werden, wenn sie zuvor beim Bundesamt

für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit

(BVL) registriert werden. Die NemV enthält spezielle

Vorgaben zu Zusammensetzung und Kennzeichnung

und schreibt die Anzeigepflicht für Nahrungsergänzungsmittel

vor. Die Überwachung der im

Handel angebotenen Nahrungsergänzungsmittel

und der Herstellerbetriebe ist Aufgabe der

Lebensmittelüberwachungsbehörden der

Länder und deren Kreise. Sie kontrollieren

als unabhängige staatliche Institution die

Produkte, die am Markt angeboten werden,

stichprobenartig auf ihre Übereinstimmung

mit den gesetzlichen Vorgaben und ob die

Herstellung und das Nahrungsergänzungsmittel

die Anforderungen des Lebensmittelrechts

erfüllen. Die Hauptverantwortung

für die Sicherheit bei der Herstellung und

Behandlung von Nahrungsergänzungsmitteln

tragen die Hersteller (Artikel 17 Verordnung

(EG) Nr. 178/2002), der Importeur, der Anbieter

bzw. der Vertreiber. Sie achten daher auf die

Einhaltung der rechtlichen Vorschriften und produzieren

nach allgemein anerkannten Standards und

prüfen im Rahmen von umfangreichen Eigenkontrollen

die Sicherheit und Verkehrsfähigkeit von Nahrungsergänzungsmitteln.

In einem guten Qualitätsmanagement beginnt die Herstellung

eines Nahrungsergänzungsmittels bereits beim

Rohstofflieferanten. Die Hersteller überzeugen sich vorab

ob ein Lieferant fähig ist, geeignete Rohstoffe zu liefern.

Im Rahmen von eindeutigen Liefervereinbarungen werden

nur geprüfte Lieferanten beauftragt. Für die Qualität der

einzelnen Rohstoffe werden Spezifikationen (z. B. Anforderungen

an die Reinheit) festgelegt. Die Rohstofflieferung

wird von einem Analysezertifikat begleitet, das die Einhaltung

wesentlicher Parameter der Rohstoffspezifikation bestätigt.

Dann werden die Rohstoffe im Wareneingang auf

Nutrition-Press 51


Identität und Qualität geprüft.

Nach einem risikoorientierten

Stichprobenplan werden die

Rohstoffe analysiert, um z. B.

die Zusammensetzung oder

Reinheit zu testen, aber auch

um Rückstände und Verunreinigungen

festzustellen. Dabei wird

vor allem darauf geachtet, dass

schädliche Substanzen wie z. B.

Bakterien, Pilze, Pestizide, Blei,

Quecksilber oder andere Schadstoffe

nicht enthalten sind. Danach

werden geeignete Rohwaren

freigegeben. Bei der Einlagerung

werden die Rohwaren gekennzeichnet

und sind somit jederzeit

eindeutig zu identifizieren und zurückzuverfolgen

Unter gesicherten

Bedingungen und möglichst kurzer

Lagerdauer warten die Rohstoffe

auf ihre Verarbeitung. Gemäß Herstellungsvorschrift

und Rezeptur

werden die Nahrungsergänzungsmittel

dann produziert. Zudem muss die

Rezeptur des Endproduktes im Hinblick

auf die Einhaltung vorhandener Standards

geprüft werden. Die Rezeptur eines Nahrungsergänzungsmittels

darf keine arzneilich wirksamen

Mengen von Naturstoffen enthalten. Auch muss der Hersteller

auf die geltenden Höchstmengen achten, gemäß

der Nahrungsergänzungsmittel-Richtlinie (Richtlinie für Zugelassene

Stoffe 2002/46/EG und für empfohlene Tagesdosis

LMIV1169/2011). Die Einhaltung der Rezeptur und

der Herstellungsvorschriften wird während der Produktion

durch Inprozesskontrollen, z. B. Messungen des Wassergehalts,

des Tabletten- und Kapseleinzelgewichts und der

sensorischen Eigenschaften, ständig geprüft.

Des Weiteren gelten bei der Herstellung strenge Hygieneregeln,

um Verunreinigungen durch Fremdkörper, Fremdstoffe

oder Mikroorganismen zu vermeiden. Hygienebeauftragte

kontrollieren durch Betriebsbegehungen, dass die

Hygieneregeln eingehalten werden. Denn Hygiene muss

von der Erzeugung der Rohstoffe für Lebensmittel bis zur

Abgabe an den Endverbraucher herrschen! Die Betriebe

sind verpflichtet, eine anemessene, geeignete "Gute Hygienepraxis"

einzuhalten. Im Rahmen des HACCP-Konzepts

werden kritische Lenkungspunkte gesteuert, um sicherzustellen,

dass bei jeder Charge sicherheitsrelevante

Prozessschritte ordnungsgemäß durchgeführt werden.

In festgelegten Zeitabständen wird überprüft, ob die Mitarbeiter

vor Ort die Prüfvorschriften korrekt eingehalten

haben. Des Weiteren müssen alle Maschinen vor jedem

Produktionsdurchlauf sorgfältig gereinigt werden und regelmäßige

Qualitäts- und Gewichtskontrollen während der

Produktion durchgeführt und genau protokolliert werden.

Die Füllmengen werden beim Abpacken laufend

überwacht, damit die gekennzeichnete

Menge auch tatsächlich in der Packung enthalten

ist. Darüber hinaus wird die Füllmenge

durch Stichprobenkontrollen zusätzlich auf

Exaktheit geprüft. Das eingesetzte Verpackungsmaterial

muss ebenfalls die Anforderungen

der Spezifikation erfüllen, die vom

Hersteller mit den Lieferanten vereinbart

wird. Verpackung und Kennzeichnung werden

laufend während des Abfüllprozesses

kontrolliert, z. B. auf Dichtigkeit der Verpackung,

Unversehrtheit des Siegels (Anbruchschutz),

korrektes Mindesthaltbarkeitsdatum

und Lesbarkeit. Die Angaben

auf der Verpackung werden bereits im

Rahmen der Produktentwicklung festgelegt.

Jedes Etikett, jeder Foliendruck

und jede Faltschachtel wird sorgfältig

gestaltet, damit alle Kennzeichnungselemente

wie Zutatenverzeichnis, Füllmenge,

Verwendungs- und Warnhinweise,

Mindesthaltbarkeitsdatum und Name

des Herstellers vorhanden, vollständig

und korrekt sind. Insbesondere wird dabei

auch auf die Kennzeichnung evtl. in der

Rezeptur vorhandener Allergene geachtet. Für

Nahrungsergänzungsmittel gelten zudem wie für

alle Lebensmittel die Vorschriften der Lebensmittel-Kennzeichnungsverordnung

(LMKV). Stoffe, die das Produkt

charakterisieren müssen ebenfalls genannt werden. Zusätzlich

muss die Menge pro empfohlener täglicher Tagesdosis

in absoluter Menge (z. B. x mg Eisen) angegeben

werden. Für Vitamine oder Mineralstoffe ist der Gehalt als

Prozentangabe bezogen auf die empfohlene Tageszufuhr

für den jeweiligen Nährstoff aufzuführen.

Erst wenn die Nahrungsergänzungsmittel alle Anforderungen

der Spezifikation erfüllen, dürfen sie ausgeliefert

werden. Die Freigabe der Produkte erfolgt entsprechend

einem festgelegten risikoorientierten Stichprobenplan.

Prüfpunkte sind z. B. der Gehalt an Vitaminen, die mikrobiologische

Reinheit, die Anwendungseigenschaften wie

Zerfallszeit der Tabletten und Kapseln und die korrekte

und intakte Verpackung.

Als weiterer Schritt wird über exemplarische Stabilitätsuntersuchungen

sichergestellt, dass bis zum Ende der Lagerdauer

die besonderen Eigenschaften des Nahrungsergänzungsmittels

erhalten bleiben. Die Produktentwicklung ist

verantwortlich, dass anhand geeigneter Lagerungstests

und analytischer sowie sensorischer Untersuchungen die

Mindesthaltbarkeitsparameter geprüft und spezifiziert

werden. Mindesthaltbarkeitstests sind nicht nur während

der Produktentwicklung durchzuführen, sondern eine regelmäßige

Überwachung. Die mikrobiologische, chemische

und physikalische Beschaffenheit des Produktes hat

52 Nutrition-Press


einen erheblichen Einfluss auf die Haltbarkeit. Deshalb ist

Produktstabilität während des festgelegten Zeitraumes

über die gesamte Vermarktung hinweg unerlässlich!

Alle Produktions-, Verarbeitungs- und Vertriebsstufen

müssen rückverfolgbar sein. Dies wird dadurch gewährleistet,

dass auf jeder Stufe der Lebensmittelkette zumindest

der unmittelbare Vorlieferant und der unmittelbare

Abnehmer bekannt und erfasst sind. Jeder Ausgangsstoff

(Inhaltsstoffe und Verpackungsmaterialien), der bei der

Herstellung eines Nahrungsergänzungsmittels eingesetzt

wird, kann ebenfalls rückverfolgt werden. Das heißt, der

Hersteller kann genau nachvollziehen, welche Ausgangsstoffe

von welchem Lieferanten bei der jeweiligen Produktionscharge

eingesetzt wurden. Und er weiß genau, welche

Produktionscharge an welchen Kunden (Händler) ausgeliefert

wurde. Im Falle einer Beanstandung oder Reklamation

kann der Hersteller anhand von Rückstellmustern

jeder Charge eine Beurteilung vornehmen. Lebensmittelunternehmen

sind demnach auch verpflichtet, Behörden

auf Nachfrage über ihre Lieferanten und gewerblichen

Abnehmer zu informieren. Deshalb ist auch die Angabe

der Loskennzeichnung auf der Verpackung rechtlich verpflichtend,

um Nahrungsergänzungsmittel auf dem Markt

identifizieren zu können. Für den Fall, dass ein Warenrückruf

oder eine öffentliche Warnung notwendig wird, können

die Lebensmittelunternehmer gezielt reagieren. Auch der

Verbraucher kann so anhand der Los-Angabe feststellen,

ob die Warnung auch für seine Vorräte gilt.

Die Hersteller sind verpflichtet qualifizierte Mitarbeiter

einzusetzen, die regelmäßig geschult werden. Dafür

werden Schulungsprogramme erarbeitet und in einem

Schulungsplan festgehalten. Des Weiteren werden über

alle Maßnahmen, z. B. Rohwarenkontrollen, Dosierung,

kritische Lenkungspunkte, Schulungen, Analysen und

Prüfmittelüberwachung, genaue Aufzeichnungen geführt.

Zu jeder Charge liegen Nachweise vor, die belegen, dass

Literatur:

Verordnung/Richtlinien: Verordnung über Nahrungsergänzungsmittel

und zur Änderung der Verordnung über vitaminisierte

Lebensmittel vom 24. Mai 2004 (NemV) (BGBl. I S. 1011).

Richtlinie 2002/46/EG des Europäischen Parlaments und des

Rates vom 10. Juni 2002 zur Angleichung der Rechtsvorschriften

der Mitgliedstaaten über Nahrungsergänzungsmittel (ABl. EG Nr.

L 183 S. 51). Verordnung (EG) NR. 1925/2006 des Europäischen

Parlaments und des Rates vom 20. Dezember 2006 über

den Zusatz von Vitaminen und Mineralstoffen sowie bestimmten

anderen Stoffen zu Lebensmitteln

(ABL. EG Nr. L 404 S. 26). Lebensmittel Heute – Qualität &

Recht. A. H. Meyer (Hrsg.)(s.121)

Quellen:

http://www.vdl.de/VDL_Journal_online/schwerpunkte/2013/

01/S.8_Lebensmittelqualitaet.php

http://www.wikipedia

http://www.bvl

http://www.bll.de

http://www.foodsupplementseurope.org

Autorin

Liane Schmidt

Qualitätsauditor

NEM Verband

Abteilung Öffentlichkeitsarbeit

alle Qualitätssicherungsmaßnahmen ordnungsgemäß

durchgeführt werden und die Hersteller ihre Sorgfaltspflicht

erfüllen. Nur eine vollständige und umfangreiche

Produktdokumentation für ein Nahrungsergänzungsmittel

kann Haftungsrisiken für Unternehmer reduzieren. Die

Produktdokumentation ist oft entscheidend, um Schaden

von Produkt und Marke abzuwenden.

Viele Nahrungsergänzungsmittelhersteller lassen ihr Qualitätsmanagementsystem

durch unabhängige Prüfinstitute

zertifizieren. Sie tun das freiwillig, um sich selbst zu

überprüfen und um sicher zu sein, die notwendigen Maßnahmen

für die Sicherheit und Qualität ihrer Erzeugnisse

durchzuführen. Es gibt eine Reihe von Qualitätsmanagementnormen,

die die Qualität und Sicherheit der Produkte

regeln und als Rahmen oder auch als verpflichtende

Vorgabe für die Implementierung eines Qualitätsmanagementsystems

herangezogen werden. Sowohl auf Ebene

der Zutaten als auch für das Produkt selber sind Qualitätsanforderungen

einzuhalten.

Wichtige Normen und Richtlinien im Überblick:

• GMP (Good Manufacturing Practices)

• GSP (Good Storage Practices)

• HACCP und GLP (Good Laboratory Practices)

• Zertifikat DIN EN ISO 9001

Wichtige rechtliche Vorschriften für die Hersteller von

Nahrungsergänzungsmitteln sind u. a.:

• Nahrungsergänzungsmittel-Verordnung

• Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuch

• Lebensmittelinformations-Verordnung

• Europäische Zusatzstoff-Verordnung

• Lebensmittelhygiene-Verordnung

• Los-Kennzeichnungs-Verordnung

• Health-Claim Verordnung (Positivliste für die Verwendung

von Mikronährstoffen (Vitamine, Mineralstoffe))

• Mess- und Eichgesetz

FAZIT:

„Qualität heißt Verantwortung!“

Und wenn man die Herstellungskette eines Nahrungsergänzungsmittels

verfolgt, stellt man fest, dass die Herstellung

bis zum Endprodukt sich in einem engen gesetzlichen

Rahmen bewegt und strengen Qualitätsrichtlinien unterliegt.

Somit sind Nahrungsergänzungsmittel in Deutschland

sicher! Sicherer geht es nicht! «

Fotos: sk_design – Fotolia, womue – Fotolia (S. 48), Torbz – Fotolia

(S. 49), Björn Wylezich – Fotolia (S.51), freshidea – Fotolia (S. 52)

Nutrition-Press 53


Neue obergerichtliche

Rechtsprechung

im Lebensmittelrecht

Neueste Rechtsprechung des EuGH stärkt Lebensmittelindustrie:

EuGH-Urteile vom 23.11.2016 (C-177/15)

und vom 19.01.2017 (C-228/15)

Das Lebensmittelrecht ist nicht nur Gegenstand

regelmäßiger neuer Gesetzgebungsmaßnahmen

auf nationaler und neuerdings vor allem auf europäischer

Ebene, es ist auch stark geprägt durch

die einschlägige Rechtsprechung. Da sich die Gesetzgebungsinitiativen

mehr und mehr vom nationalen Recht auf

die europäische Ebene verschoben haben, kommt hier

deshalb mehr und mehr auf die Rechtsprechung des Europäischen

Gerichtshofs eine besondere Bedeutung zu.

Nun liegen zwei aktuelle Urteile des EuGH vor, die für die

Lebensmittelpraxis von erheblicher Bedeutung sind.

1. Urteil vom 19.01.2017

Mit dem Urteil vom 19.01.2017, C-282/15 hat der EuGH

bestätigt, dass das deutsche Zusatzstoffrecht gemäß § 2

Abs. 3 LFGB, das ernährungsphysiologische Zutaten fiktiv

den technologischen Zusatzstoffen gleichstellt und damit

eine Zulassungspflicht gefordert hat, europarechtswidrig

sein dürfte. Das Verwaltungsgericht Braunschweig hatte

diesbezüglich eine entsprechende Vorlagefrage an den

EuGH gestellt.

Das VG Braunschweig fragte den EuGH, ob die Art. 14,

6, 7, 53 und 55 der VO 178/2002 und Art. 8 der VO

1925/2006 sowie die Art. 34 bis 36 AEUV so auszulegen

seien, dass sie einer nationalen Regelung entgegenstehen,

die das Herstellen oder Behandeln und das Inverkehrbringen

eines Nahrungsergänzungsmittels mit Aminosäuren

verbietet, soweit nicht die für eine im Ermessen der

nationalen Behörde liegende befristete Ausnahmegenehmigung

erteilt wird.

In Deutschland gab es immer die Versuche der Überwachungsbehörden,

die Verkehrsfähigkeit von Nahrungsergänzungsmitteln

mit Aminosäuren im Hinblick auf § 2 Abs.

3 LFGB zu hinterfragen, da darin vorgesehen ist, dass für

Aminosäuren, aber z.B. auch für Vitamin A und D vor dem

Inverkehrbringen einer Genehmigung bedürfen. In anderen

europäischen Mitgliedsstaaten gab es eine solche

Notwendigkeit nicht, dort waren die Produkte vielmehr

frei verkehrsfähig. Der EuGH führt hierzu aus, dass beim

gegenwärtigen Stand des Unionsrechts Aminosäuren

nicht Gegenstand eines spezifischen Verbotes oder einer

54 Nutrition-Press


Recht

Daten und der neuesten Ergebnisse

der internationalen Forschung. Erweist

es sich als unmöglich, das Bestehen oder

den Umfang des behaupteten Risikos mit

Sicherheit festzustellen, weil die Ergebnisse

der durchgeführten Studien unzureichend,

nicht schlüssig oder ungenau sind, besteht jedoch

die Wahrscheinlichkeit eines tatsächlichen

Schadens für die Gesundheit

der Bevölkerung fort, falls das

Risiko eintritt, rechtfertigt daher

das Vorsorgeprinzip den Erlass beschränkender

Maßnahmen, sofern

sie objektiv und nicht diskriminierend

sind.

spezifischen Beschränkung sind. Damit seien die nationalen

Mitgliedsstaaten grundsätzlich frei, hierüber eigene

nationale Regelungen zu etablieren.

Mangels Harmonisierung und soweit beim gegenwärtigen

Stand der wissenschaftlichen Forschung noch Unsicherheiten

bestehen, sei es Sache der nationalen Mitgliedsstaaten,

zu bestimmen, in welchem Umfang sie den

Schutz der Gesundheit und des Lebens von Menschen

gewährleisten wollen. Die Vereinbarkeit einer die Lebensmittelsicherheit

betreffende nationale Regelung hänge

jedoch davon ab, ob die allgemeinen Grundsätze des Lebensmittelrechts

eingehalten werden, u.a. der Grundsatz

der Risikoanalyse und des Vorsorgeprinzip.

Das Vorsorgeprinzip des Art. 7 Abs. 1 der VO 178/2002/

EG bestimme, dass in Fällen, in denen nach einer Auswertung

der verfügbaren Informationen die Möglichkeit

gesundheitsschädlicher Auswirkungen festgestellt wird,

wissenschaftlich aber noch Unsicherheit besteht, vorläufige

Risikomanagementmaßnahmen zur Sicherstellung des

in der Union gewählten hohen Gesundheitsschutzniveaus

getroffen werden können, bis weitere wissenschaftliche

Informationen für eine umfassende Risikobewertung vorliegen.

Insoweit erfordere eine korrekte Anwendung des Vorsorgeprinzips

erstens die Bestimmung der möglicherweise

negativen Auswirkungen der betreffenden Stoffe oder Lebensmittel

auf die Gesundheit und zweitens eine umfassende

Bewertung des Gesundheitsrisikos auf der Grundlage

der zuverlässigsten verfügbaren wissenschaftlichen

Ein Mitgliedstaat ist deshalb grundsätzlich

berechtigt, eine Regelung wie in Deutschland

zu erlassen, nach der, sofern keine

Ausnahmegenehmigung erteilt wird, die Verwendung

von Aminosäuren in Lebensmitteln

generell verboten ist, wenn diese Regelung, bei

der es sich im Kern um ein Verbot mit Erlaubnisvorbehalt

handelt, insbesondere auf den Grundsatz der

Risikoanalyse und auf das Vorsorgeprinzip gestützt ist.

Allerdings müssen diese Maßnahmen verhältnismäßig

sein und dürfen den Handel in der Gemeinschaft nicht

stärker beeinträchtigen, als dies zum Schutz des Gesundheitsniveaus

zwingend notwendig ist. Diese Maßnahmen

müssen zudem innerhalb einer angemessenen Frist überprüft

werden.

Es sei dem Mitgliedstaat zuzugestehen, dass er nach dem

Vorsorgeprinzip Schutzmaßnahmen trifft, ohne abwarten

zu müssen, dass das Vorliegen und die Größe dieser Gefahren

klar dargetan sind. Die Risikobewertung darf aber

nicht auf rein hypothetische Erwägungen gestützt werden.

In dem vorliegenden Fall habe das vorlegende Gericht

keine hinreichenden Informationen vorgelegt, ob das

aminosäurehaltige Lebensmittel betreffendes Verbot auf

einer solchen ausreichenden Risikoanalyse basiert. Das

nationale Gericht müsse prüfen, ob die Bewertung der

mit der Verwendung von Aminosäuren in Nahrungsergänzungsmitteln

verbundenen Risiken so durchgeführt wurde,

dass die oben genannten Voraussetzungen erfüllt sind

und nicht auf rein hypothetische Erwägungen gestützt

sind. Kritisch sei jedoch, dass die Regelung im deutschen

LFGB unterschiedslos alle Aminosäuren und deren Derivate

betrifft, ohne nach etwaigen Stoffgruppen oder Art

zu unterscheiden.

Auch wenn eine solche allgemeine Verbotsregelung nicht

allein aus diesem Grund unzulässig ist, so müsse doch

aus der von den zuständigen nationalen Behörden durchzuführenden

Risikoanalyse klar hervorgehen, für welchen

den betroffenen Stoffen gemeinsamen Merkmalen oder

Nutrition-Press 55


Eigenschaften eine tatsächliche Gefahr für die menschliche

Gesundheit nicht ausgeschlossen werden könne.

Der Gerichtshof führt vor diesem Hintergrund aus, dass

im vorliegenden Fall in Anbetracht der von der deutschen

Regierung gemachten Angaben und vorbehaltlich der

von dem nationalen Gericht vorzunehmende notwendige

Prüfung und Risikoanalyse und die Anwendung des sich

daraus ergebenden Vorsorgeprinzips nur bestimmte Aminosäuren

betreffen dürften. Dies wäre somit zur Rechtfertigung

eines unterschiedslos für alle Aminosäuren geltenden

Verbots mit Erlaubnisvorbehalt, wie es das deutsche

LFGB vorsieht, unzureichend und damit rechtswidrig.

Der EuGH räumt ein, dass dies mit praktischen Schwierigkeiten

verbunden sein kann, eine umfassende Wertung

der von Aminosäure-haltigen Lebensmitteln ausgehenden

Gesundheitsgefahren vorzunehmen. Dies könne es jedoch

nicht rechtfertigen, dass vor dem Erlass eines systematischen

und nicht zielgerichteten Verbots mit Erlaubnisvorbehalt

eine solche umfassende Bewertung nicht vorgenommen

wurde.

Darüber hinaus stellt der EuGH klar, dass die in § 68 Abs.

5 des deutschen LFGB vorgesehene Befristung einer Ausnahmegenehmigung

auf längstens drei Jahre mit der nur

dreimaligen Möglichkeit der Verlängerung um jeweils drei

Jahre ebenfalls europarechtswidrig sei, da dies jedenfalls

eine unverhältnismäßige Beschränkung sei, da sie selbst

dann gelte, wenn ein Stoff nachgewiesenermaßen unbedenklich

ist.

Im Ergebnis ist festzustellen, dass der EuGH somit dazu

tendiert, das deutsche Zusatzstoffrecht als europarechtswidrig

zu qualifizieren, allerdings eine intensivere Prüfung

dem nationalen Gericht vorgibt. Auf dieser Grundlage

bleibt es dabei, dass aktuell Nahrungsergänzungsmittel

auch mit Aminosäuren in Verkehr gebracht werden dürfen,

ohne dass es einer vorherigen Genehmigung bedarf.

2.

Der Bundesgerichtshof hat mit seinem Urteil „Rescue“

vom 12.03.2015 dem EuGH bestimmte Vorlagefragen vorgelegt:

1. Sind in Pipettenfläschchen mit einem Inhalt von 10

oder 20 ml und als Spray über Apotheken vertriebene,

als Spirituosen bezeichnete Flüssigkeiten mit einem Alkoholgehalt

von 27 Vol% Getränke mit einem Alkoholgehalt

von mehr als 1,2 Vol% im Sinne von Art. 4 Abs. 3

der Verordnung EG Nr. 1924/2006, wenn nach den auf

ihren Verpackungen gegebenen Dosierungshinweisen

a) 4 Tropfen der Flüssigkeit in ein Wasserglas zu

geben und über den Tag verteilt zu trinken oder

bei Bedarf 4 Tropfen unverdünnt zu sich zu

nehmen sind,

b) 2 Sprühstöße der als Spray vertriebenen Flüssigkeit

auf die Zunge zu geben sind?

Falls die Fragen zu 1. a) und b) zu verneinen sind: müssen

auch bei Verweisen auf allgemeine, nicht spezifische Vorteile

im Sinne des Art. 10 Abs. 3 der Verordnung EG-Nr.

1924/2006 wissenschaftliche Nachweise im Sinne von

Art. 5 Abs. 1 a) und Art. 6 Abs. 1 der Verordnung vorliegen?

3.

Gilt die Bestimmung des Art. 28 Abs. 2 Hs. 1 der Verordnung

EG Nr. 1924/2006, wenn das betreffende Produkt

unter seinem Markennamen vor dem 01.01.2005 nicht als

Lebensmittel, sondern als Arzneimittel vermarktet wurde?

Der EuGH hat die beiden ersten Fragen nicht beantwortet.

Dies sei für die Entscheidung des Falles nicht notwendig.

Im Hinblick auf die dritte Frage hat der EuGH ausgeführt,

dass Art. 28 Abs. 2 der VO 1924/2006/EG so auszulegen

sei, dass diese Bestimmung auf ein mit einer Handelsmarke

oder einem Markennamen versehenes Lebensmittel

anwendbar ist, das vor dem 01.01.2005 als Arzneimittel

und danach – mit den gleichen materiellen Eigenschaften

und unter derselben Handelsmarke oder demselben Markennamen

– als Lebensmittel vermarktet wurde.

Der EuGH hat somit die für die Praxis wichtige Frage nicht geklärt,

was unter spezifischen oder unspezifischen gesund -

heitsbezogenen Angaben zu verstehen ist. Insbesondere

hat er auch nicht die streitige Frage geklärt, ob das Verbot

des Art. 10 Abs. 3 der VO 1924/2006/EG bereits Anwendung

findet. Danach dürfen unspezifische gesundheitsbezo -

gene Angaben nur verwendet werden, wenn eine spezifisch

zugelassene gesundheitsbezogene Angabe beigefügt ist.

Der BGH hat die Auffassung vertreten, dass dieses Verbot

nicht anwendbar ist, da die Listen mit den spezifisch

zugelassenen gesundheitsbezogenen Angaben noch nicht

fertig gestellt sind. Eine Reihe von deutschen Oberlandesgerichten,

wie das OLG Hamm und das KG Berlin widersetzen

sich dieser Rechtsprechung des EuGH und sind der

Auffassung, dass Art. 10 Abs. 3 der VO 1924/2006/EG

schon anwendbar ist. Der BGH hatte dies dem EuGH zur

Klärung vorgelegt, der EuGH dies aber leider nicht beantwortet.

Vor diesem Hintergrund kann aktuell in der Praxis nach

wie vor auf die Rechtsprechung des BGH verwiesen werden,

dass unspezifische gesundheitsbezogene Angaben

nach wie vor verwendet werden können, ohne dass eine

spezifisch zugelassene gesundheitsbezogene Angabe beigefügt

sein muss. «

Autor

Dr. Thomas Büttner

Rechtsanwalt

Foto: Pixelot – Fotolia (S. 55)

56 Nutrition-Press


Recht

Betriebliche

Gesundheitsförderung:

Durch geschickte

Gestaltung Steuer- und

SV-Nachforderungen

vermeiden

o alle arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchungen

nach § 2 Verordnung zur arbeitsmedizinischen

Vorsorge sowie

o Auflagen und Kurse, die von den Berufsgenossenschaften

vorgeschrieben werden.

Betriebliches Gesundheitsmanagement und betriebliche

Gesundheitsförderung gehören zu den wesentlichen

Aufgaben moderner Personalarbeit. Der

Arbeitgeber kann damit den Gesundheitszustand

der Arbeitnehmer verbessern, aber auch gut ausgebildete

Arbeitnehmer ans Unternehmen binden. Optimal ist es,

wenn die entsprechenden Ausgaben beim Arbeitnehmer

nicht zu steuerpflichtigem Arbeitslohn führen. Wegen der

Komplexität ist eine juristische Beratung zu empfehlen.

Eigenbetriebliches Interesse des Arbeitgebers

Wenn der Arbeitgeber Gesundheitsmanagement im überwiegend

eigenbetrieblichen Interesse betreibt, so stellen

diese Leistungen keinen Arbeitslohn dar. Somit steht der

Entlohnungscharakter nicht im Vordergrund und Leistungen

sind steuer- und sozialversicherungsfrei. Doch was

heißt eigenbetriebliches Interesse? Dies liegt vor, wenn

sich betriebliche Leistung überwiegend als notwendige

betriebsfunktionaler Zielsetzung erweist und wenn die

Gesundheit als hohes persönliches Gut mit einem erheblichen

Eigeninteresse des Arbeitnehmers verbunden ist.

Nur dann nimmt die Rechtsprechung dies nur in folgenden

Fällen an:

1. Der Arbeitgeber erfüllt eigene gesetzliche Pflichten,

zum Beispiel beim Arbeitsschutz. Dazu zählen

o die augenärztlich verordnete Bildschirmarbeitsbrille,

die der Arbeitgeber nach § 6 Bildschirm-Arbeitsverordnung

erstatten muss,

2. Der Arbeitgeber ergreift Maßnahmen zur Vermeidung

berufsbedingter Krankheiten (BFH, Urteil vom

11.3.2010, Az. VI R 7/08). Hierunter fällt alles, was

körperliche oder psychische Belastungen am Arbeitsplatz

vermindert oder verringert. Auch die altersgerechte

Ausstattung des Arbeitsplatzes, um älteren

Arbeitnehmern den weiteren beruflichen Einsatz zu

ermöglichen, gehört dazu. Strittig ist die Übernahme

von Schutzimpfungen, wenn der Arbeitnehmer aus beruflichen

Gründen in Gegenden reist, für die die Impfung

empfohlen ist (FG München, Urteil vom

15.4.2005, Az. 15 K 4973/04)

3. Der Arbeitgeber zahlt die Vorsorgeuntersuchung von

leitenden Angestellten (BFH, Urteil vom 17.9.1982, Az.

VI R 75/79, BStBl II 1983, 39)

HINWEIS: Weit verbreitet sind Massagen am Arbeitsplatz,

mit denen Rückenbeschwerden der Büromitarbeiter

verringert werden sollen. Der BFH hat Massagen für Arbeitnehmer

mit Bildschirmarbeitsplatz dem eigenbetrieblichen

Interesse des Arbeitgebers zugeschlagen, wenn

dadurch die beruflich veranlassten, krankheitsbedingten

Ausfallzeiten verringert werden. Voraussetzung ist ein

ärztlicher Nachweis über die vorbeugende Wirkung der

Massagen (BFH, Urteil vom 30.5.2001, Az. VI R 177/99).

Die Lohnsteuerprüfer erkennen die Massagen an, sofern

sie von medizinisch ausgebildeten Fachkräften durchgeführt

werden – und das, obwohl der arbeitsmedizinische

Dienst der Krankenkassen die vorbeugende Wirkung immer

wieder bezweifelt.

Nutrition-Press 57


Verbesserung des allgemeinen Gesundheitszustandes

Kurse und Maßnahmen zur Änderung von

Bewegungsgewohnheiten, zum Beispiel Reduzierung

Bewegungsmangel, verhaltens- und gesundheitsorientierte

Bewegungsprogramme

Der gesamte Bereich der Ernährungsberatung (Vermeidung

und Abbau von Übergewicht, Vermeidung von

Mangel- und Fehlernährung)

Stressbewältigung und Entspannung

Suchtmittelkonsum, zum Beispiel Raucher- und

Alkoholentwöhnungskurse

Betriebliche Gesundheitsförderung

Kurse und Maßnahmen zum Abbau arbeitsbedingter körperlicher

Belastungen (Vorbeugung und Reduzierung arbeitsbedingter

Belastungen des Bewegungsapparats)

Gesundheitsgerechte betriebliche Gemeinschaftsverpflegung

(zum Beispiel Essensumstellung in Kantinen, Schulung des Küchenpersonals,

Informations- und Motivierungskampagnen)

Förderung individueller Kompetenzen der Stressbewältigung

am Arbeitsplatz, gesundheitsgerechte Mitarbeiterführung

Maßnahmen wie „rauchfrei im Betrieb“, „Nüchtern am

Arbeitsplatz“

Freibetrag eröffnet Arbeitgebern zusätzliche

Möglichkeiten

Liegt kein überwiegend eigenbetriebliches Interesse des

Arbeitgebers vor (oder ist man sich nicht sicher), kann

der Arbeitgeber auf den Steuerfreibetrag nach § 3 Nr. 34

EStG zurückgreifen. Danach sind Leistungen des Arbeitgebers

zur Verbesserung des allgemeinen Gesundheitszustands

und der betrieblichen Gesundheitsförderung

bis zu einem Freibetrag von 500 Euro pro Arbeitnehmer

und Jahr steuer- und abgabenfrei (§ 1 Abs. 1 Nr.

1 SvEV). Der Arbeitgeber muss die Gesundheitsmaßnahmen

zusätzlich zum „normalen“ Arbeitslohn erbringen.

Nicht zulässig ist damit eine Barlohnumwandlung.

Was zählt zu Gesundheitsmaßnahmen – Präventionsleitfaden

maßgebend

Der Freibetrag nach § 3 Nr. 34 EStG enthält eine für die

Praxis wesentliche Einschränkung: Die Leistungen des

Arbeitgebers müssen bezüglich Qualität, Zweckbindung

und Zielgerichtetheit den Anforderungen der §§ 20, 20a

SGB V genügen. Das Steuergesetz verweist damit auf sozialversicherungsrechtliche

Vorschriften und im Ergebnis

auf die Leistungen, die im Präventionsleitfaden der Spitzenverbände

der Krankenkassen genannt sind. Nach dem

SGB V gehört zu den Pflichten der gesetzlichen Krankenkassen

nicht nur die Übernahme von Behandlungskosten,

sondern auch die Primärprävention im allgemeinen

Gesundheitsbereich (§ 20 SGB V) und die Prävention

arbeitsbedingter Gesundheitsgefahren (§ 20a SGB V).

Entscheidend ist nur, dass die Maßnahmen nach § 20,

20a SGB von den gesetzlichen Krankenkassen gefördert

werden könnten. Es spielt demnach keine Rolle, ob der

Arbeitgeber den „privaten“ oder den beruflichen Gesundheitsbereich

fördert.

Welche konkreten Gesundheitsmaßnahmen das sind,

steht im Präventionsleitfaden. Danach sind solche Maßnahmen

begünstigt, die eine dauerhafte Änderung von

Lebens- und Ernährungsgewohnheiten hin zu einem gesundheitsbewussten

Verhalten bewirken. Die Maßnahmen

müssen nachhaltig sein und einseitige Belastungen

vermeiden. Daher sind zum Beispiel das Erlernen einer

Sportart, einzelne kurzzeitige Aktionen oder rein gerätegestütztes

Training nicht begünstigt. Die Maßnahmen

müssen von fachkundigen ausgebildeten Trainern begleitet

werden. Deshalb ist auch die Übernahme von Eintrittsgebühren

ins Fitnessstudio oder Beiträge für Sportvereine

nicht begünstigt.

HINWEIS: Der Arbeitgeber kann die Eintrittsgebühren

oder Beiträge dennoch steuer- und abgabenfrei erstatten.

Er kann nämlich einen Sachbezug erbringen, der innerhalb

der Freigrenze von 44 Euro steuer- und abgabenfrei bleibt.

Das nachteilige BFH-Urteil zum Fitnessstudiobeitrag aus

2004 gilt nicht mehr (BFH, Urteil vom 11.11.2010, Az. VI R

27/09. Ob eine Maßnahme den Vorgaben des § 20, 20a

SGB V entspricht, ist in der Praxis schwer zu beurteilen.

Sobald eine gesetzliche Krankenkasse eine Maßnahme

veranstaltet, betreut oder über einen Zuschuss unterstützt,

bedeutet dies zwingend, dass diese dem Präventionsleitfaden

entspricht – und dass die Arbeitgeberleistung

nach § 3 Nr. 34 EStG steuerfrei ist.

Fotos: nmann77 – Fotolia (S. 57)

Robert Kneschke – Fotolia (S. 58)

58 Nutrition-Press


Recht

Beispiele für nach § 3 Nr. 34 EStG steuerfreie Gesundheitsmaßnahmen:

• Ein Arbeitgeber bezuschusst die Kurse „Rückenwellness“ und „Stretch und

Relax“ in einer Physiotherapiepraxis. Der Arbeitnehmer muss die regelmäßige

Teilnahme sowie die Zahlung der Monatsgebühr nachweisen. Die Praxis

bestätigt, dass vier gesetzliche Krankenkassen die Kurse bezuschussen.

• Der Arbeitgeber will in eigenen Räumen einen Pilates-Kurs anbieten. Er lässt

sich von einer gesetzlichen Krankenkasse eine Liste qualifizierter Trainer/

Trainerinnen geben und bestätigen, dass derartige Kurse dem Präventionsleitfaden

entsprechen. Der Arbeitgeber beauftragt nach dieser Zusage eine der

qualifizierten Trainerinnen, an zwei Terminen in der Woche jeweils zweistündige

Kurse anzubieten. Die Teilnahme ist für die Arbeitnehmer kostenlos.

/ Anzeige /

Umfassende Förderung möglich

Der Arbeitgeber hat vielseitige Möglichkeiten zur Verbesserung des allgemeinen

Gesundheitszustandes bzw. zur betrieblichen Gesundheitsförderung

nach § 3 Nr. 34 EStG. Der Präventionsleitfaden sieht folgende begünstigte

Handlungsfelder vor (s. oben).

Förderung in Form einer Sach- oder Barleistung möglich

Der Arbeitgeber kann Sach- und Barleistungen erbringen. Denn im Gegensatz

zu anderen steuerlichen Regelungen kommt es nicht darauf an, ob der

Arbeitgeber Sach- oder Barleistungen gewährt. Unter Sachleistungen fallen

Kurse, Seminare, Gesundheitstage, die der Arbeitgeber veranstaltet oder

bezahlt. Auch Barzuschüsse für Kurse, die der Arbeitnehmer selbst – gegebenenfalls

in seiner Freizeit – gebucht hat, bleiben steuerfrei. Die Rechnungen

für diese Kurse müssen nicht auf den Arbeitgeber lauten.

HINWEIS: Beim Barzuschuss müssen Arbeitgeber auf zwei Dinge achten:

Sie müssen klären, ob der Arbeitnehmer schon einen Zuschuss der Krankenkasse

erhalten hat. Denn sie können nur für den Restbetrag eine steuerfreie

Unterstützung nach § 3 Nr. 34 EStG leisten. Ferner müssen sie darauf

achten, dass die Mittel zweckgebunden ausgegeben werden. Dazu ist ein

Verwendungsnachweis erforderlich, zum Beispiel eine Bestätigung über eingezahlte

Kursgebühren, der als Nachweis zum Lohnkonto genommen wird.

Jahresfreibetrag pro Arbeitnehmer

Bei den 500 Euro handelt es sich um einen Freibetrag, der sich aufs Jahr

und den jeweiligen Arbeitnehmer bezieht. Nur der 500 Euro übersteigende

Betrag muss versteuert und verbeitragt werden. Bei Gemeinschaftsveranstaltungen

müssen die Kosten – einschließlich Umsatzsteuer –

auf die Anzahl der Teilnehmer verteilt werden.

Wichtig: Liegt der Wert der Gesundheitsmaßnahme

deutlich unter dem Freibetrag von 500 Euro und werden

im Laufe des Jahres keine weiteren Zuwendungen nach

§ 3 Nr. 34 EStG gewährt, reichen einfachste Aufzeichnungen

aus, zum Beispiel ein Vermerk über die Anzahl

der Teilnehmer. Grundsätzlich muss nach § 4 Abs. 2 Nr.

4 LStDV zwar ein Antrag auf Aufzeichnungserleichterung

beim zuständigen

Betriebsstättenfinanzamt gestellt werden.

Darauf kann in der Praxis verzichtet

werden, wenn sichergestellt ist, dass der

Freibetrag von 500 Euro in keinem Fall

überschritten wird.

Autor

Torsten Schink

Rechtsanwalt

Fachanwalt für Arbeitsrecht

Diplom-Verwaltungswirt/FH

Nachfolgend erhalten Sie eine alphabetische Übersicht über die steuerbegünstigten

Gesundheitsmaßnahmen.

Nutrition-Press 59


Stichwort

Alkohol-Missbrauch,

Umgang mit Alkohol

Altersgerechter Umbau

von Arbeitsplätzen

Analyse zum Arbeitsunfähigkeits-Geschehen,

Gefährdungsbeurteilung

Arbeitsbedingte körperliche

Belastungen

Ausstattung einer firmeninternen

Sportgruppe

Bildschirm-Arbeitsbrille

• ärztliche Verordnung

vor Anschaffung

Bildschirm-Arbeitsbrille

• ohne Verordnung

Diäten

Einrichtung eines Fitnessraums

im Betrieb

Fitnessstudio

FPZ-Rückenkonzept

Fußballgruppe

Gesundheitstage, Aktivwochen

für Arbeitnehmer

Gesundheitswochen in der

Kantine

IGeL (Individuelle Gesundheitsleistungen

= ärztliche

Leistungen, die nicht von den

gesetzlichen Krankenkassen

übernommen werden)

Kieser-Training

Kreativ-Workshop

Massage am Arbeitsplatz

Mitgliedsbeiträge

Nichtraucherkurs

Nordic-Walking-Kurse

Pilates-Kurs

Rückenschule

Schutzimpfungen

Schwangerschaftsberatung

Snowboard-Kurs

Stressmanagement-Kurse

Weight-watchers, Gebühren

Yoga-Kurse

Vorsorgeuntersuchung

Steuerfreie Gesundheitsmaßnahme?

Alle qualifizierten Maßnahmen zur Beseitigung von Alkoholmissbrauch, zum maßvollen Umgang mit Alkohol sind nach § 3 Nr.

34 EStG begünstigt. Die Maßnahmen können vom Arbeitgeber selbst, von externen Anbietern oder auf private Veranlassung

des Arbeitnehmers (Besuch eines Kurses) durchgeführt werden. Dazu gehören auch Mitgliedsbeiträge zu den Anonymen

Alkoholikern, allerdings ist strenger Verwendungsnachweis und auch der Nachweis regelmäßiger Sitzungen erforderlich.

Der Aufwand ist in aller Regel im eigenbetrieblichen Interesse, da eindeutig die Verringerung von Ausfallzeiten und das Einbinden

älterer Arbeitnehmer im Vordergrund steht. Im Übrigen begünstigt nach § 3 Nr. 34 EStG (siehe Seite 65 Präventionsleitfaden).

Vorrangig eigenbetriebliches Interesse, da gesetzliche Aufgabe der Krankenkasse. In jedem Fall auch steuerfrei nach § 3 Nr.

34 EStG (siehe Seite 9 Präventionsleitfaden).

Nach § 3 Nr. 34 EStG steuerfrei sind arbeitsplatzbezogene, verhaltensorientierte Gruppenverfahren, die Verhaltens- und

Handlungskompetenzen zum Umgang mit Rückenschmerzen vermitteln (siehe Seite 66 Präventionsleitfaden).

Nach § 3 Nr. 34 EStG steuerfrei, wenn keine einzelne Sportart (zum Beispiel Fußball) oder kein Ereignis (Firmenlauf),

sondern der Aufbau von Bindung an regelmäßige gesundheitssportliche Aktivität im Vordergrund steht, zum Beispiel

wöchentliche Rückenschule, betreuter Lauftreff (siehe Seiten 41, 42 Präventionsleitfaden).

Steuerfrei, aber keine Gesundheitsmaßnahme nach § 3 Nr. 34 EStG, wenn aufgrund einer ärztlichen Verordnung eine

spezielle, rein auf die Bildschirmarbeit angepasste Brille erstattet wird: Erstattungspflicht des Arbeitgebers nach § 6 der

Bildschirm-Arbeitsverordnung, Erstattung steuer- und beitragsfrei nach R 19.3 Abs. 2 Nr. 2 LStR.

Erfüllt die Voraussetzung der Gesundheitsmaßnahme nach § 3 Nr. 34 EStG. D

Das Durchführen von Diätkursen bzw. der Zuschuss für den Besuch derartiger Kurse ist nach § 3 Nr. 34 EStG begünstigt,

wenn damit eine dauerhafte Umstellung im Sinne einer gesunden, ausgewogenen Ernährung steht. Mode-Diäten zur

kurzfristigen Gewichtsreduktion sind nicht begünstigt.

Begünstigt, wenn der Arbeitgeber auch eine qualifizierte Anleitung ermöglicht oder einen Arbeitnehmer dafür ausbilden

lässt. Die Nutzung des Fitnessraums muss betreut werden, Ziel müssen längerfristige sportliche Aktivitäten (Muskelaufbau,

Ausdauertraining) der Arbeitnehmer sein.

Ohne konkrete Einbindung in Kurse zur Prävention (zum Beispiel Rückenschule) nicht nach § 3 Nr. 34 EStG begünstigt.

Strittig, ob eigenbetriebliches Interesse bei Arbeitnehmern mit Bildschirmarbeit. Jedenfalls erfüllt ist die Voraussetzung

der Gesundheitsmaßnahme nach § 3 Nr. 34 EStG.

Nicht nach § 3 Nr. 34 EStG begünstigt, weil eine Sportart im Vordergrund steht.

Nur nach § 3 Nr. 34 EStG begünstigt, wenn nicht das Erlernen einer Sportart im Vordergrund steht, sondern allgemein das

Bewusstsein für Gesundheit, Änderung von Bewegungs- und Ernährungsgewohnheiten geweckt werden soll. Sinnvoll ist die

Einbindung einer gesetzlichen Krankenkasse, von der die Gesundheitstage betreut werden.

Begünstigt ist die Umstellung von Ernährungsgewohnheiten, zum Beispiel zugunsten von Gemüse, fett- und fleischarmer

Kost. Begünstigt sind nicht die Mahlzeiten an sich, sondern der Aufwand für die Umstellung, zum Beispiel Bio-Kochkurs in

der Kantine oder eine Aktion „zum Nachtisch Obst statt Schokolade“.

Nach § 3 Nr. 34 EStG begünstigt sind Maßnahmen zur Primärprävention (Schutzimpfungen, Fluorid- und Vitamin-D-Prophylaxe)

sowie zur Sekundärprävention. Hierunter fallen auch alle Maßnahmen zur Früherkennung (zum Beispiel Krebsvorsorge,

Augeninnenerkrankung, Diabetes, siehe Präventionsleitfaden, Glossar Stichwort Prävention, Seite 84 ff). HINWEIS: Aus

Sicht des Arbeitgebers sollten nur Maßnahmen gefördert werden, die nach den Regeln der ärztlichen Kunst erforderlich und

zweckmäßig sind. Sinnvoll ist eine Begrenzung der Förderung entsprechend dem IGeL-Monitor (www.igel-monitor.de)

Rein geräteunterstütztes Training ist nicht nach § 3 Nr. 34 EStG begünstigt. Da aber ein Gesamtkonzept zum Aufbau des

Muskel-Skelett-Systems besteht und gesetzliche Krankenkassen einen Zuschuss gewähren, begünstigt nach § 3 Nr. 34 EStG.

Unseres Erachtens in der Regel nicht begünstigt, auch nicht, wenn sie Entspannung dienen.

Der BFH geht von eigenbetrieblichen Interesse aus, wenn durch die Massage arbeitsbedingte Ausfallzeiten aufgrund

beruflicher Tätigkeiten verringert werden (BFH, Urteil vom 30.5.2001, Az. VI R 177/99). Ein Gutachten zum Beispiel des

medizinischen Dienstes sollte in der Regel vorgelegt werden. Grundsätzlich gibt es jedoch medizinische Zweifel daran, dass

Massagen zur Beseitigung berufsbezogener Beschwerden geeignet sind. Demzufolge sind Massagen auch nur dann nach

§ 3 Nr. 34 EStG begünstigt, wenn sie der Vorbeugung von typischen Erkrankungen des Muskel-Skelett-Aufbaus dienen.

Nicht begünstigt, weder zum Sportverein noch für die Mitgliedschaft im Fitnessstudio. Es muss eine differenzierte Förderung

erfolgen, einzelne Sportarten sind nicht begünstigt.

Erfüllt die Voraussetzung für steuerfreie Gesundheitsmaßnahme nach § 3 Nr. 34 EStG, wenn von fachkundiger Person durchgeführt.

Auch Raucherentwöhnung durch Hypnose ist begünstigt, wenn mindestens eine gesetzliche Krankenkasse

den Kurs bezuschusst.

Nach § 3 Nr. 34 EStG begünstigt, wenn von ausgebildetem Trainer/Trainerin geleitet (siehe Seite 41 Präventionsleitfaden).

Systematisches Ganzkörpertraining zur Kräftigung der Muskulatur, primär der Beckenboden-, Bauch- und Rückenmuskulatur.

Nach anfänglicher Skepsis der Sozialversicherung inzwischen als Präventivmaßnahme anerkannt und damit nach § 3 Nr. 34

EStG begünstigt.

Sofern sich die Rückenschule ausschließlich auf die Verhinderung arbeitsbedingter Erkrankungen bezieht („richtiges Heben

und Senken von Lasten“ für Lagerarbeiter), liegt eigenbetriebliches Interesse vor. Ansonsten begünstigt nach § 3 Nr. 34

EStG, wenn damit eine dauerhafte Stärkung des Muskel-Skelett-Systems angestrebt wird.

Begünstigt nach § 3 Nr. 34 EStG, weil reine Präventionsmaßnahme. Bei Schutzimpfungen im Hinblick auf berufliche Einsätze

wohl kein überwiegend eigenbetriebliches Interesse.

Begünstigt nach § 3 Nr. 34 EStG (siehe Präventionsleitfaden Seite 16).

Nicht nach § 3 Nr. 34 EStG begünstigt, weil das Erlernen einer Sportart nach dem Präventionsleitfaden nicht begünstigt ist

(siehe Präventionsleitfaden Seite 42)

In der Regel eigenbetriebliches Interesse. Steht dabei die allgemeine Persönlichkeitsbildung im Vordergrund, bezweifelt die

Finanzverwaltung das eigenbetriebliche Interesse. Dann nach § 3 Nr. 34 EStG begünstigt (siehe Präventionsleitfaden Seite

22, 52). Begünstigt ist instrumentelles, kognitives, palliativ-regeneratives sowie multimodales Stressmanagement.

Das Modell dient der Reduzierung des Körpergewichts und einem bewussten Umgang mit Ernährung bzw. einer Ernährungsumstellung.

Kurse oder Zuschüsse durch den Arbeitgeber sind nach § 3 Nr. 34 EStG begünstigt.

Begünstigt nach § 3 Nr. 34 EStG, wenn eine Stärkung psychosozialer Gesundheitsressourcen bzw. des Herz-Kreislauf-

Systems erreicht wird. Voraussetzung: qualifizierter Trainer

Übernimmt der Arbeitgeber die Vorsorgeuntersuchung von leitenden Angestellten, liegt eigenbetriebliches Interesse vor

60 Nutrition-Press


Recht

Aufbewahrungsfristen

2016: Was darf

in den Reißwolf?

Die Papierberge wachsen

immer höher? Mit dem

Aktenvernichter sorgen

Sie für neue Übersicht. Lesen

Sie, welche Dokumente

Sie als Selbstständiger und

Privatperson aufbewahren

müssen – und wie lange.

Es empfiehlt sich, alte Rechnungen

und Kontoauszüge regelmäßig auszusortieren.

Doch Vorsicht: Es gelten

unterschiedliche Aufbewahrungsfristen!

Und zwar sowohl für geschäftliche als auch für

private Unterlagen. Deshalb sollten Sie genau prüfen, was

wirklich in den Schredder kann.

Nutrition-Press 61


Es empfiehlt sich, alte Rechnungen und Kontoauszüge

regelmäßig auszusortieren. Doch Vorsicht:

Es gelten unterschiedliche Aufbewahrungsfristen!

Und zwar sowohl für geschäftliche als auch für private

Unterlagen. Deshalb sollten Sie genau prüfen, was

wirklich in den Schredder kann.

Sie türmen sich auf dem Schreibtisch. Ballen sich in

Schubladen, Schachteln und Regalen. Und quellen aus Ihren

Ordnern. Papiere! Kein Zweifel: Das papierlose Büro

ist noch längst nicht Wirklichkeit geworden. Ganz im Gegenteil.

Es wird mehr gedruckt und aufgehoben als je zuvor.

Dabei spricht vieles dafür, die zunehmende Flut an Papieren

einzudämmen. So gewinnt man Platz und Transparenz.

Man kann sich wieder besser auf das Wesentliche konzentrieren.

Doch bevor Sie jetzt den Reißwolf einschalten,

sollten Sie diesen Artikel aufmerksam lesen. Denn wir

haben für Sie die gesetzlichen Aufbewahrungsfristen zusammengestellt.

Gesetzliche Aufbewahrungsfristen

nach HGB und AO

Für Gewerbetreibende gilt die Aufbewahrungspflicht. Das

bedeutet, dass Sie Ihre Geschäftsunterlagen verfügbar

halten müssen. Jedenfalls für die festgesetzte Zeit.

Steuerrechtliche Aufbewahrungsfristen sind in der Abgabenordnung

(AO) geregelt. Diese schreibt zudem ab einem

Umsatz von 500.000 Euro bzw. ab einem Gewinn von

50.0000 Euro pro Jahr eine Buchhaltung und das Führen

von Aufzeichnungen vor.

Im Bereich „Handelsrecht“ gelten die Vorschriften des

Handelsgesetzbuches (HGB). Darüber hinaus existieren

noch Gesetze und Verordnungen für spezielle Berufe und

Tätigkeiten, die zur Buchhaltung verpflichten. Grundsätzlich

gilt: Abhängig vom jeweiligen Dokument kann die Aufbewahrungsfrist

sechs oder zehn Jahre betragen.

Zehnjährige Aufbewahrungsfrist:

• Buchungsbelege (je nach Geschäftsvorfall betrifft das

beispielsweise folgende Bereiche: Rechnungen, Kontoauszüge,

Bewertungsunterlagen, Quittungen,

Schecks, Wechsel, Eigenbelege, Saldenlisten, Lohn- und

Gehaltsabrechnungen, Kassenberichte, Steuerbescheide,

Lieferscheine, Auftragszettel, Vertragsurkunden,

Reisekostenabrechnungen und Warenbestands

aufnahmen)

• Eröffnungsbilanzen und (für deren Verständnis erforderliche)

Organisationsunterlagen

• Jahresabschlüsse

• Handelsbücher und Aufzeichnungen

• Inventare

• Lageberichte

Sechsjährige Aufbewahrungsfrist:

• Handelsbriefe und Geschäftskorrespondenz (sowohl

die empfangenen als auch die von Ihrem Unternehmen

versandten)

• Alle weiteren steuerrelevanten Unterlagen

Platz sparen mit gesetzlicher Erlaubnis

Ihre räumlichen Kapazitäten stoßen angesichts der

Fülle an Dokumenten an Grenzen? Keine Sorge: Nur die

62 Nutrition-Press


Recht

Eröffnungsbilanz und Jahresabschlüsse müssen in physischer

Form aufbewahrt werden. Alle anderen aufbewahrungspflichtigen

Unterlagen können Sie einfach auf Datenträgern

speichern. Sie haben jedoch zu gewährleisten,

dass die Daten zehn Jahre lang lesbar sind. (Für spezielle

Zolldokumente gibt es Sonderregelungen.)

Aufbewahrungsfristen für Dokumente

von Privatpersonen

Auch im privaten Bereich ist es oftmals vorgeschrieben

oder zumindest empfehlenswert, wichtige Unterlagen aufzubewahren:

Ein Leben lang

• Standesamtliche Urkunden (z. B. Geburts- oder

Heiratsurkunden, Sterbeurkunden von Angehörigen)

• Schul- und Hochschulzeugnisse, Berufsabschlüsse

• Ärztliche Gutachten

• Belege über Wohneigentum

Mindestens bis zur Rente

• Unterlagen, die den beruflichen Werdegang dokumentieren

(z. B. Arbeitsverträge, Kündigungen, Gehaltsabrechnungen,

Sozialversicherungsnachweise)

Für die gesamte Laufzeit

• Versicherungsunterlagen für jegliche Policen

• Unterlagen zu Finanz- und Vorsorgeprodukten

(z. B. Tagesgeld, Lebensversicherung oder Sparplan)

und andere beweiskräftige Unterlagen zwei Jahre lang

aufzubewahren (UStG § 14b Abs. 1 Satz 5). Dazu zählen

nicht nur Nachweise über sämtliche Bauleistungen einschließlich

Bauplanung und Bauüberwachung, sondern

beispielsweise auch Gerüstbau und das Anlegen von Bepflanzungen.

«

Tipp:

Fertigen Sie von jedem wichtigen Dokument eine Kopie

an und bewahren Sie diese getrennt vom Original

auf – am besten in einem Safe oder Bankschließfach.

Sie können die Unterlagen auch einfach scannen

und digital ablegen. Idealerweise nicht zuhause. So

stellen Sie sicher, dass Sie auch nach einem Einbruch

oder Feuer darauf zugreifen können

Fotos: rdnzl – Fotolia (S. 61), kelifamily – Fotolia (S. 62)

belamy – Fotolia (S. 63)

www.arag.de

Für die gesamte Gebrauchsdauer

• Nachweise für die Hausratversicherung

(z. B. Belege über Möbel, Elektronik oder Schmuck)

30 Jahre

• Gerichtsurteile, Mahnbescheide, Kreditunterlagen

5 Jahre

• Steuerbescheide und eingereichte Steuerunterlagen

4 Jahre

• Kontoauszüge oder Überweisungen (Bankunterlagen)

3 Jahre

• Alte Mietverträge, Übergabeprotokolle,

Kautionsquittungen

2 Jahre

• Kassenbelege (Gewährleistungszeit in der Regel

zwei Jahre)

• Handwerkerrechnungen (ausnahmsweise fünf Jahre

bei der Errichtung von Bauwerken)

Aufbewahrungspflicht für

Handwerkerrechnungen

Ganz gleich, ob Sie Eigentümer oder Mieter einer Immobilie

sind: Als Auftraggeber von Handwerksleistungen sind

Sie seit 2004 verpflichtet, Rechnungen, Zahlungsbelege

Nutrition-Press 63


Datenschutz

im Verein

Sobald Sie den Namen

Ihres Vereinsmitglieds oder

auch nur die IP-Adresse eines

Anderen digital registrieren,

wird es notwendig, diese

personenbezogenen Daten

zu schützen. Darauf sollten

Sie achten:

In einem Verein haben Sie es mit Bankverbindungen,

Anschriften und E-Mail-Adressen zu tun. Diese Daten

unterstehen dem Persönlichkeitsrecht, welches vom

Bundesdatenschutzgesetz gewahrt wird. Spätestens

seit Whistle-blower Snowden hat sich jeder schon einmal

Gedanken um seine persönlichen Daten im Netz gemacht.

In Deutschland leitet das Bundesdatenschutzgesetz

(BDSG) zu verantwortungsvollem Umgang mit personenbezogenen

Daten an. Es soll das Persönlichkeitsrecht jedes

Einzelnen wahren.

Führen Sie einen Verein, haben Sie es, angefangen beim

Namen der Mitglieder, mit vielen sensiblen Daten zu tun.

Sie dürfen Sie erheben, speichern, ändern, übermitteln

und nutzen, sofern dies dazu beiträgt, den Vereinszweck

zu erfüllen. Die Vereinsmitglieder vertrauen Ihnen ihre Daten

an, und egal, ob Ihr Verein eingetragen ist oder nicht,

er muss das Persönlichkeitsrecht seiner Mitglieder berücksichtigen.

Daran kann auch die Vereinssatzung nicht

rütteln.

Welche Vereinsdaten müssen

geschützt werden?

Personenbezogene Daten, die im gewöhnlichen Verein mindestens

abgefragt und geschützt werden müssen, sind:

• Name und Anschrift

• Geburtsdatum

• Eintrittsdatum

• Bankverbindung

Oft werden weitere Daten erhoben, wie die Telefonnummer,

der Beruf, die E-Mail-Adresse. Auch diese gehören zu

den Informationen über persönliche oder sachliche Ver-

hältnisse eines bestimmten Menschen, die Sie schützen

müssen. Erst wenn die Person verstorben ist, endet das

Persönlichkeitsrecht. Das bedeutet, Sie dürfen die persönlichen

Daten – zum Beispiel den Namen und das Geburtsdatum

– verwenden, um einen Nachruf zu verfassen

Umgang mit Daten zu Vereinszwecken

Per Gesetz werden Sie dazu aufgefordert, den Vereinszweck

festzulegen, für den Sie Daten über ihre Mitglieder

sammeln, analysieren und weitergeben. Das kann

neben der Bankverbindung, die Sie für den Einzug der Beiträge

benötigen, auch die Sprungweite des letzten Wettbewerbs

eines Mitglieds sein, die Sie in der Zeitung, am

schwarzen Brett, auf der Homepage oder in der Zeitung

veröffentlichen wollen – als Öffentlichkeitsarbeit. Ansonsten

dürfen Sie personenbezogene Daten verarbeiten,

wenn es sich um allgemein zugängliche Daten handelt und

Sie davon ausgehen können, dass der Betroffene nichts

dagegen einzuwenden hat. Aber Sie müssen die Mitglieder

in jedem Fall darüber informieren, welche Stelle die Daten

verarbeitet, warum und an wen sie noch gelangen, sofern

damit nicht zu rechnen ist. Klären Sie diese Frage mit den

Vorstandsmitgliedern und der Mitgliederversammlung.

Fassen Sie einen Beschluss und verpflichten Sie diejenigen,

die Sie mit der sensiblen Datenverarbeitung betrauen,

schriftlich dazu, das Datengeheimnis zu wahren.

Und wenn Sie die Vereinsmitglieder benachrichtigen,

dann geben Sie Ihnen den Hinweis, dass Sie ein Recht auf

Auskunft über ihre Daten haben, dass sie sie korrigieren,

sperren oder löschen lassen können. Werden Sie dazu aufgefordert,

sie zu löschen, oder Sie benötigen Daten nicht

mehr, dann entsorgen Sie sie so, dass auch dann niemand

64 Nutrition-Press


Recht

Foto: kras99 – Fotolia

Einblick nehmen kann. Mitglieder- oder Spendenlisten beispielsweise

dürfen nicht an einem Stück in den Mülleimer

geworfen werden. Sie brauchen einen Zerkleinerer, einen

sicheren Aufbewahrungsort und Umgang. Auch digital

müssen Sie für Sicherheit sorgen, um zu verhindern, dass

Daten an Unbefugte gelangen, missbräuchlich verwendet

werden oder verloren gehen.

Mitgliederlisten oder -verzeichnisse an Vereinsmitglieder

herausgeben?

Persönliche Daten wie die Mitgliederliste dürfen Sie intern

bekannt machen, wenn es Zweck Ihres Vereins ist,

die Geselligkeit zu fördern. Ist das nicht der Fall, aber

die Mitglieder haben Interesse daran, müssen Sie es mit

eventuell gegensätzlichen Interessen des Vereins und der

Mitglieder abwägen. Damit sich aber Mitglieder mit anderen

zusammenfinden können, um zum Beispiel einen Minderheitsantrag

zu stellen, müssen Sie Ihnen Einsicht in die

Mitgliederliste gewähren.

Datenverarbeitung für fremde Zwecke

und Weitergabe an Dritte

Sollte eines Ihrer Vereinsmitglieder jemanden Schaden

zugefügt haben und die Polizei verlangt persönliche Informationen

von Ihnen, dann dürfen Sie sie herausgeben. Es

gilt für vereinsfremde Zwecke: Ein Verein darf dann personenbezogene

Daten übermitteln oder nutzen, wenn damit

berechtigte Interessen eines Dritten gewahrt werden, dadurch

Gefahren für die staatliche oder öffentliche Sicherheit

abgewehrt werden können oder eben, um Straftaten

zu verfolgen. Ansonsten nur mit Einwilligung des Betroffenen.

Mit folgenden Interessen haben Sie es in Vereinen häufig

zu tun: Daten wie die Zugehörigkeit zu einer Personengruppe,

Name, Anschrift und Geburtsjahr werden für die

Markt- und Meinungsforschung angefragt. Wirtschaftsunternehmen

und Sponsoren verlangen manchmal die

Mitgliederdaten für eine Leistung, um sie zu Werbezwecken

einzusetzen. Dazu benötigen Sie die Einwilligung der

betroffenen Mitglieder. Besonders dann, wenn es sich um

besonders schutzbedürftige Daten beispielsweise über

die Gesundheit, politische oder religiöse Einstellungen

von Personen handelt. Nur dann, wenn Interessen von

Vereinsmitgliedern offensichtlich nicht entgegenstehen,

können Mitgliederdaten ohne Einwilligung an weitergegeben

werden. Diskutieren Sie das am besten auf einer

Mitgliederversammlung und fassen Sie einen Beschluss.

Fußball- und Leichtathletikvereine sind oft verpflichtet,

die Daten seiner Mitglieder regelmäßig einer Dachorganisation

wie einem Bundes- oder Landesverband zu

übermitteln. Nehmen Sie diese Information gleich in Ihre

Vereinssatzung auf, sodass der Datenübertragung nichts

im Weg steht.

Vereine dürfen grundsätzlich keine Angaben über Mitglieder

an die Presse oder an andere Medien übermitteln.

Eine Ausnahme könnte aber sein, dass der Verein ins Gerede

kommt, weil er ein Mitglied ausgeschlossen hat und

eine Information darüber im Interesse des Vereins liegt.

Will der Verein Informationen über seine Mitglieder wie

etwa Spielergebnisse auf der Vereins-Website veröffentlichen,

müssen die Betroffenen vorher schriftlich belehrt

werden. Informieren Sie Ihre Mitglieder, welche Daten sie

ins Internet stellen wollen und warum, damit sie gegebenenfalls

widersprechen können. Wählen Sie sorgfältig aus,

was wirklich nötig ist, um sich online zu präsentieren. Weisen

Sie die Betroffenen darauf hin, wie weit die Daten unkontrolliert

verknüpft und verändert werden können, damit

sie sich der Tragweite der Weitergabe bewusst werden

Datenschutzbeauftragter im Verein

Sind in Ihrem Verein mindestens zehn Personen hauptamtlich

mit der automatisierten Erhebung, Verarbeitung oder

Nutzung personenbezogener Daten beschäftigt, dann haben

Sie nach dem BDSG einen Datenschutzbeauftragten

zu bestellen. Tun Sie es nicht, begehen Sie eine Ordnungswidrigkeit,

die mit Bußen bis zu 50.000 Euro geahndet

werden.

Ihr Datenschutzbeauftragter darf kein Vorstandsmitglied

und nicht für die Datenverarbeitung verantwortlich sein.

Und er muss kein Mitglied des Vereins sein. Üblicherweise

wird er vom Vorstand bestellt, ihm unmittelbar unterstellt

und vom Vorstand unterstützt. Der Datenschützer sollte

nicht nur den Verein gut kennen, sondern auch das Datenschutzrecht.

Muss der Verein keinen Datenschutzbeauftragten

bestellen, hat der Vorsitzende sicherzustellen,

dass der Verein die Regeln des Datenschutzes einhält. «

www.arag.de

Nutrition-Press 65


news

Der Spiegel, vom 03.05.2017

Alchemie des ewigen Lebens

Mit Blutextrakten, Wunderpillen und Tinkturen versuchen Forscher,

das Alter zu überlisten. Zugrunde liegt ein Traum, der so

alt ist wie die Menschheit…

welt.de vom 03.05.2017

Darauf sollten Sie achten, wenn Sie 100 Jahre

werden wollen

100 Jahre oder älter sind in Deutschland etwa 16.500 Menschen.

Was sie gemeinsam haben, das stellen Forscher jetzt vor. Gene

haben einen Einfluss auf die Lebenserwartung, andere Faktoren

spielen eine größere Rolle.

zentrum-der-Gesundheit.de vom 28.04.2017

Vitamine gegen antibiotikaresistente Bakterien

Bei manchen schweren chronischen Erkrankungen, wie z. B. der

Mukoviszidose kommt es immer wieder zu schwerwiegenden Infekten

(meist Lungenentzündungen), die mit Antibiotika behandelt

werden müssen. Leider sind manche Bakterien längst resistent

gegen Antibiotika, und die Antibiotika bleiben wirkungslos.

Neue Untersuchungen zeigten, dass bestimmte Vitamine hier

eine Lösung bieten könnten. Nimmt man sie gemeinsam mit den

Antibiotika, dann kann die Resistenz mancher Bakterien umgangen

werden – und die Medikamente wirken wieder.

welt.de vom 26.04.2017

Dieses Hungerhormon ist ein Jungbrunnen für

das Gehirn

Ein Hormon, das den Appetit reguliert, fördert nach neuen Erkenntnissen

auch das Wachstum neuer Hirnzellen. Darüber hinaus

soll das sogenannte Ghrelin die Zellen vor zerstörerischen

Umwelteinflüssen schützen und so deren Alterung verlangsamen.

Die Arbeitsgruppe um Dr. Jeffrey Davies hat ihre Ergebnisse

vor wenigen Tagen auf einem britischen Neurowissenschaftlerkongress

in Birmingham vorgestellt.

zentrum-der-gesundheit.de vom 19.04.2017

Vitamin-D-Mangel – Die Symptome

Vitamin D kann vom Körper selbst gebildet werden. Allerdings

ist dazu genügend Sonnenlicht erforderlich. In Mittel- und Nordeuropa

reicht die Sonnenstrahlung jedoch meist nicht aus – und

der Körper kann die so dringend benötigten Vitamin-D-Mengen

nicht herstellen. Vitamin-D-Mangel ist daher vorprogrammiert.

Leider zeigt sich ein Vitamin-D-Mangel nur selten in eindeutigen

Symptomen. Stattdessen können sich im Laufe vieler Jahre chronische

Krankheiten entwickeln. Würde man den Vitamin-D-Mangel

jetzt beheben, könnten auch die entsprechenden Krankheiten

gebessert werden.

docCheck.de vom 03.04.2017

B-Vitamine: Pille gegen Feinstaub

Mit B-Vitaminen gelang es in einer experimentellen Studie, den

schädlichen Effekt kleiner Teilchen auf die DNA-Methylierung zu

verringern. Über Nebenwirkungen machen sich die Forscher wenig

Gedanken. Die Studie weist weitere Mängel auf.

orthoknowledge.de vom 03.04.2017

Vitamin D: Bedarf größer als gedacht

Die Bedeutung von Vitamin D ist wesentlich größer als bisher

angenommen. Es wird sogar von einer Vitamin-D-Mangel-Pandemie

gesprochen.1 Nach neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen

ist Vitamin D für die Regulierung der Expression von hunderten

Genen (Schätzungen reichen von 200 bis 1.000) verantwortlich.

Darüber hinaus wurden Vitamin-D-Rezeptoren (VDR) in vielen

verschiedenen Gewebe- und Zellarten im menschlichen Organismus,

z.B. im Herzmuskel, Gehirn, endokrinen Drüsen und B- und

T-Lymphozyten, identifiziert.

umweltinstitut.org vom 30.03.2017

Neue Untersuchung belegt Manipulationen bei

der Bewertung von Glyphosat

Die von der WHO-Krebsforschungsagentur (IARC) im März 2015

vorgenommene Klassifizierung von Glyphosat als „wahrscheinlich

krebserregend für den Menschen“ brachte die Konzerne

unter Handlungsdruck. Um zu verhindern, dass Glyphosat die

Zulassung in der EU verliert, finanzierten die Hersteller eine Reihe

von Studien zur Gefährlichkeit von Glyphosat, die in Wissenschaftsjournalen

veröffentlicht wurden. Für die krebserregende

und erbgutschädigende Wirkung von Glyphosat gibt es deutliche

Belege. Das wollten die Hersteller mit den von ihnen finanzierten

Studien vertuschen. So wurden unter anderem wichtige Informationen

weggelassen und stattdessen irrelevante Daten präsentiert.

Dadurch wurden Sachverhalte verzerrt, LeserInnen in die

Irre geführt und wissenschaftliche Beweise geleugnet.

orthoknowledge.eu vom 30.03.2017

Sicherheit von Nahrungsergänzungsmitteln

unterschätzt?

Wie gefährlich ist eigentlich die (tägliche) Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln?

Viele Verbraucher nehmen ohne Murren

die verschiedensten Arzneimittel ein, sorgen sich aber übermäßig,

wenn es um Nahrungsergänzungsmittel geht. Sie sind

sich nicht oder kaum des Umstandes bewusst, dass Nahrungsergänzungsmittel

um Vieles sicherer sind als Arzneimittel.

welt.de vom 28.03.2017

Gegen diesen gefährlichen Pilz gibt es noch kein Mittel

In New York breitet sich eine Pilzinfektion aus, die den Ärzten

Sorgen bereitet. Candida auris kann zum Multiorganversagen

führen – die Pharmaindustrie sucht nach einem wirksamen Medikament.

66 Nutrition-Press


Spannende News aus

den Medien im Ticker

NDR-Ratgber.de vom 22.03.2017

Legionellen: Gefährliche Keime im Trinkwasser

Legionellen im Trinkwasser können zu schweren Lungenentzündungen

führen. Experten schätzen, dass sich in Deutschland

jedes Jahr 30.000 Menschen mit den Bakterien infizieren. Immer

wieder gibt es Todesfälle. Die Erreger gedeihen im warmen

Süßwasser und werden über Wasserleitungen übertragen. Im

Wasserdampf, zum Beispiel unter der Dusche können sich Legionellen

zu Hunderten tummeln und beim Einatmen gefährlich

werden.

europa.eu vom 22.03.2017

Zahl der betrogenen Verbraucher in den Social

Media wächst: Facebook, Twitter und Google+

arbeiten an Lösungen

Immer mehr Verbraucher beschweren sich bei den Verbraucherschutzbehörden

über Betrug bei der Nutzung von sozialen Medien

sowie über Nutzungsbedingungen, die gegen das EU-Verbraucherrecht

verstoßen. Facebook, Twitter und Google+ werden

nun in spätestens vier Wochen Maßnahmen vorlegen, wie sie dagegen

in ihren sozialen Netzwerken vorgehen werden. Das ist das

Ergebnis eines Treffens der EU-Kommission mit den betroffenen

Unternehmen gestern (Donnerstag).

scinexx.de vom 21.03.2017

Mit Ligusterduft gegen Darmkrebs?

Duftstoff hemmt Krebs: Nicht nur unsere Nase, sondern auch

Darmkrebszellen tragen Riechsensoren

Wie Forscher jetzt entdeckt haben. Diese Andockstellen reagieren

auf Troenan, den Duftstoff von Ligusterblüten. Das Spannende

daran: Dockt der Duftstoff an den Krebszellen an, hemmt dies

ihr Wachstum und viele Tumorzellen sterben sogar, wie die Wissenschaftler

im Fachmagazin „PloS ONE“ berichten. Dies könnte

eine neue Therapiemöglichkeit gegen Darmkrebs eröffnen.

Rp-online.de vom 20.03.2017

Das ist der gesündeste Lebensstil der Welt

Die Tsimane am Amazonas sind viele in Bewegung und ernähren

sich ballaststoffreich. Das macht sie im Bereich Herz-Kreislaufsystem

zu den gesündesten Menschen der Welt. Was man

von ihnen lernen kann.

welt.de vom 19.03.2017

Dieses Amazonas-Volk hat die gesündesten Herzen

der Welt

Forscher haben Blutgefäße von Ureinwohnern untersucht und

dabei Erstaunliches entdeckt. Keine andere Gruppe weltweit

hat so gesunde Arterien. Die Wissenschaftler haben dafür gleich

mehrere Erklärungen parat.

scinnex vom 17.03.2017

Moderne Krankheiten: Zivilisationskrankheiten

und ihre Ursachen – Gesundheitliche Risikofaktoren

Die Moderne Welt hält viele Annehmlichkeiten bereit, kann aber

auch Ursache für Krankheiten sein.

Neue Zürcher Zeitung vom 01.03.2017

Mündigkeit und Datenschutz

Es herrscht ein zunehmender Druck, sich den Möglichkeiten des

Digitalen zu öffnen und keinesfalls zu verweigern, wenn man

denn den Anschluss nicht verlieren will. Wer aber hat Interesse

an dieser teuflischen Eile?

welt.de vom 28.02.2017

Das sind die gefährlichsten Bakterien der Welt

Bei Patienten in Krankenhäusern oder Pflegeheimen kommt es

häufiger vor, dass Antibiotika nicht mehr wirken. Bakterien sind

resistent geworden. Die Weltgesundheitsorganisation will nun

handeln.

Rp-online.de vom 23.02.2017

In Zukunft werden wir drei Jahre älter –

mindestens

In manchen Ländern könnte es 2030 eine Lebenserwartung von

90 Jahren geben. Viele Menschen leben deutlich gesünder

efsa.de vom 22.02.2017

Antibiotikaresistenz weiterhin hoch laut EU-

Bericht

Bakterien bei Menschen, Tieren und in Lebensmitteln zeigen

weiterhin Resistenzen gegen häufig eingesetzte antimikrobielle

Substanzen, so der jüngste Bericht über Antibiotikaresistenzen

bei Bakterien, den die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit

(EFSA) und das Europäische Zentrum für die Prävention

und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) gemeinsam vorgelegt

haben. Die Ergebnisse unterstreichen, dass Antibiotikaresistenzen

eine ernstzunehmende Bedrohung für die Gesundheit von

Mensch und Tier darstellen. Infektionen durch antibiotikaresistente

Bakterien führen in der EU jedes Jahr zu etwa 25.000 Todesfällen.

zusammengestellt: Liane Schmidt. NEM e.V.


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