Alte Kunst Old Masters 20. nOVember 2010 Köln lempertz AuKtiOn ...

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Alte Kunst Old Masters 20. nOVember 2010 Köln lempertz AuKtiOn ...

L E M P E RT Z

Alte Kunst

Old Masters

20. nOVember 2010

Köln

lempertz AuKtiOn 969


Lot 1059


Lot 1034


Lot 1248


Alte Kunst

Old Masters

20. November 2010

KöLN

Lempertz AuKtioN 969


Lot 1009


Vorbesichtigung Preview

Köln

Freitag 12. November 2010

10 – 13 Uhr 14 – 17.30 Uhr

Samstag 13. November

10 – 16 Uhr

Sonntag 14. November

11 – 15 Uhr

Montag 15. November – Mittwoch 17. November

10 – 13 Uhr 14 – 17.30 Uhr

Donnerstag 18. November

10 – 14 Uhr

München (in Auswahl)

St.-Anna-Platz 3

Vernissage Mittwoch 3. November, 18 Uhr

Mittwoch 3. November

10 - 17 Uhr

Donnerstag 4. November

10 - 15 Uhr

Versteigerung Sale

Köln

Samstag 20. November 2010

ab 11 Uhr Lot 1000-1175

Gemälde Alter Meister, Skulpturen

ab 14 Uhr Lot 1176-1237

Zeichnungen

ab 14.30 Uhr Lot 1238-1295

Gemälde Neuer Meister

Neumarkt 3

50667 Köln (Germany)

Tel. 0221/925729-0

Fax 0221/925729-6

info@lempertz.com

www.lempertz.com


Lot 1044

Gemälde Alter Meister


NIEDERLÄNDISCHER MEISTER

um 1480

1000 ANBETUNG DES KINDES

Öl auf Holz. 33,5 x 30,5 cm.

Provenienz

Westdeutsche Privatsammlung.

Literatur

Zu einer vergleichbaren Darstellung

Hans Memlings vgl. Max J. Friedländer:

Die altniederländische Malerei. Bd. 6.

Memling und Gerard David, Leiden 1934,

S. 121, Nr. 28, Taf. XXV.

€ 30 000 – 35 000

Vor einer hügeligen Landschaft mit einer Darstellung von Bethlehem

ist groß im Vordergrund der Geburtsstall Christi zu sehen, wobei die

prominent wiedergegebene Rundsäule auf den alttestamentarischen

Davidstempel und somit auf die Herkunft Jesu aus dem Stamme Davids

verweist. Die kniend anbetende Mutter gottes wird zu ihren Seiten von

den Stifterporträts eines Mönches und einer Nonne flankiert, die von

den Heiligen Franziskus und Klara als ihren Namenspatronen begleitet

werden. Da dem Stifterpaar nur ein Wappen zugeordnet ist, dürfte

es sich bei Mönch und Nonne um leibliche Geschwister handeln. Der

Typus der Maria und die Gestaltung des Christuskindes sind in Werken

Hans Memlings vorgebildet, so dass unser Gemälde in dessen Nachfolge

zu sehen ist.


STEIRISCHER MEISTER

um 1420

1001 KREUZIGUNG CHRISTI

Öl auf Nadelholz (parkettiert).

57 x 34 cm (ohne Rahmen).

Provenienz

Kunsthandlung Scheidwimmer, München.

– Westdeutsche Privatsammlung.

Literatur

Als Vergleich siehe z. B. Alfred Stange:

Deutsche Malerei der Gotik. Bd. 11.

Österreich und der ostdeutsche Siedlungsraum

von Danzig bis Siebenbürgen

in der Zeit von 1400 bis 1500, München/

Berlin 1961, S. 60, Abb. 128-129.

€ 30 000 – 40 000

Auf felsigem und von nur wenigen Blumen bewachsenem Boden ragt

das Kreuz Christi vor Goldgrund empor. Das dornengekrönte Haupt des

Gekreuzigten ist sterbend zur Seite gesunken, die Gottesmutter Maria

und der Lieblingsjünger Johannes sind in Mimik, Gestik und Körperhaltung

eindrucksvoll als Trauernde erfasst. Die Nimben sind in den Goldgrund

punziert, die Gestaltung der Tafel wird aber besonders durch das

lokale Kolorit des fahlen Leichnams Christi, des blassbraunen Erdbodens

sowie der dunkelblauen und blassroten Gewänder der Assistenzfiguren

bestimmt. Die Darstellung der Figuren und ihrer Physiognomien

weist in die Kunst der Steiermark, für die bis in die Jahre um 1430 der

Einfluss der böhmischen Malerei richtungsweisend ist.


SÜDDEUTSCHER MEISTER

Mitte 15. Jahrhundert

1002 DARBRINGUNG IM TEMPEL

Öl auf Holz (parkettiert). 110 x 103 cm.

Gutachten

Mikrochemische Analyse, Dr. Machmer,

Offenbach 1981.

€ 40 000 – 45 000

In einem perspektivisch angelegtem Innenraum mit spitzbogigen

Kirchenfenstern sowie einem gotischem Kreuzgratgewölbe und einer

Holzdecke im Anraum sind auf der rechten Seite die groß gesehene Gottesmutter

Maria und ihre Mutter Anna dargestellt; die sie begleitende

dritte Frau trägt zwei Tauben als Weihegaben in ihrem Körbchen. Maria

präsentiert das Jesuskind auf dem Altar, wobei der Tempelpriester das

nackte Kind nur mit Hilfe eines durchsichtigen Tuches berührt. Auch

in der Darstellung weiterer Details, wie zum Beispiel im Gewand des

Priesters oder in der Rahmung der Szene durch Pfeiler und eine steinerne

Brüstung mit alttestamentarischen Prophetenfiguren, zeigt sich die

feine Beobachtung und Gestaltung des Malers.

Das Holz der Tafel ist sehr dünnwandig, so dass seine ehemals sicherlich

ebenfalls bemalte Rückseite offenbar abgespalten worden ist. Bei

dem Gemälde handelt es sich wohl um die Innenseite eines großformatigen

Flügelaltars, auf dem in zwei Registern übereinander das Marienleben

dargestellt war. Seine Gestaltung weist in den süddeutschen,

vielleicht alpenländischen Raum, für eine genauere Lokalisierung wäre

jedoch die Kenntnis der weiteren Gemäldefragmente des Flügelaltars

hilfreich.


JEAN BOURDICHON, zugeschrieben

1457 (?) Tours – 1521

1003 ANBETENDE MADONNA

Öl auf Holz. 44 x 34,5 cm.

Gutachten

Max Friedländer, Berlin 1932, als „Französisches

Werk aus der Zeit um 1460,

das dem Jean Fouquet sehr nahe steht“

(Kopie).

Provenienz

Sammlung Michelson, Riga. – Sammlung

Bruno Behr, Köln. – Sammlung

Elisabeth Neuerburg, Köln. – Rheinische

Privatsammlung

Literatur

Fondation Eugène Piot, Monuments et

Mémoires, Bd. 35, Paris 1935/36, S. 24,

Abb. 4. – Jacques Dupont: Les Primitifs

Français, Paris 1937, S. 64. – Grete Ring:

A century of french painting 1400-1500,

London 1949, S. 241, Nr. 320. – Raymont

Limousin: Jean Bourdichon. Peintre et

Enlumineur, son Atelier et son École,

Paris 1954, S. 37, Abb. 20. – James H.

Marrow: Miniatures inédites de Jean

Fouquet. Les Heures de Simon Varie. In:

Revue de l´Art 67, 1985, S. 22, Abb. 41.

€ 100 000 – 120 000

Über die Zeit – um 1460 – und den Ort der Entstehung unseres Gemäldes,

welches Maria in strahlend blauem Umhang und mit zum Gebet

gefalteten Händen zeigt, gibt es unter den Kennern der französischen

Malerei des späten 15. Jahrhunderts keine Meinungsunterschiede. Für

Dupont und Limousin handelt es sich um ein Werk des Jean Bourdichon,

für Grete Ring nur um ein diesem Künstler zugeschriebenes Bild,

während J. H. Marrow die Hilfsbezeichnung „Master of Tours“ bevorzugt.

Aber Jean Bourdichon war ein Maler aus Tours, hier wurde er

geboren, hier hat er gelebt und gearbeitet. Seit Ludwig XI. war die Stadt

an der Loire königliche Nebenresidenz, was für die Kunst in dieser

Stadt von großer Bedeutung war. Jean Fouquet, ebenfalls ein Maler aus

Tours, hat königliche Aufträge erhalten, wie auch der etwas jüngere Jean

Bourdichon.

Unser Bild hat seine stilistischen Wurzeln im Werk Fouquets. Dies

zeigt sich in seiner Ähnlichkeit zu Fouquets „Madonna mit Kind“ im

Stundenbuch des Simon de Varie, heute in der Königlichen Bibliothek

zu Den Haag. Vergleichbar ist der in lapislazuli-blau gehaltene Umhang

Mariens, die Position der Figur im Bildausschnitt sowie die Typologie

der Gesichtszüge und Hände (siehe J. H. Marrow). Es ist überliefert, dass

Bourdichon neben Buchillustrationen auch größere Ölbilder gemalt hat.

Allerdings ist bis heute noch kein klar umrissenes Oeuvre seiner Tafelmalerei

zusammengestellt worden.

Among experts on French painting of the late 15th century, there is no

doubt that this image of the Virgin, wearing a blue cape and folding

her hands in adoration, was painted in Tours around 1460. The painter

of this work has been identified as Jean Bourdichon by Dupont and

Limousin, whereas Grete Ring only attributed it to the artist and

J. H. Marrow called the painter the Master of Tours. In fact, Bourdichon

was a painter from Tours, where he was born, lived and worked. Since

the time of Louis XI. the town on the Loire river was a secondary royal

residence and an important artistic centre. Jean Fouquet, another painter

from Tours, was one of the artists who received royal commissions

as did the somewhat younger Jean Bourdichon. This painting has its

stylistic roots in Fouquet´s work. This becomes evident when one compares

the similarities to Fouquet´s depiction of the Virgin with Child

in the Book of Hours of Simon de Varie, now in the Royal Library in

The Hague; for example the blue cape, the position of the figure in the

picture detail and the rendering of the features and the hands (cf. J. H.

Marrow). It is known that Bourdichon painted not only book illustrations

but also large oil paintings, but little is known about the oeuvre of

this painter.


ALPENLÄNDISCHER MEISTER

um 1480

1004 ENGEL AUS EINER

VERKÜNDIGUNG

Öl auf Nadelholz. 166 x 69 cm.

Provenienz

Österreichische Privatsammlung.

Der Verkündigungsengel ist auf der

Außenseite des rechten Flügels eines

Flügelaltars dargestellt. Dies ist daraus

zu schließen, dass sich auf der Rückseite

der Holztafel Reste eines Farbauftrags

erhalten haben, der in seiner Silhouette

erkennen lässt, dass dem Holz hier eine

wohl geschnitzte und reliefierte zweifigurige

Darstellung vorgelegt war. Der wie

schwebend dargestellte Engel ist in einer

Bewegung nach links wiedergegeben, in

seiner Hand hält er ein Schriftband mit

den Abkürzungsbuchstaben für seinen

Gruss „Ave Gratia Plena Domino Tuam“.

Der Innenraum bietet Ausblicke auf eine

Stadt und eine Landschaft, unten links

ist der Gewandzipfel Marias vom linken

Altarflügel zu sehen.

€ 27 000 – 30 000


WESTFÄLISCHER MEISTER

um 1480/1490

1005 AUFERSTEHUNG CHRISTI

Öl auf Holz. 62,5 x 49,5 cm.

Provenienz

Westfälischer Privatbesitz.

€ 8 000 – 9 000

FLÄMISCHER MEISTER

um 1500

1006 PIETÀ

Öl auf Holz. Durchmesser 23 cm.

Provenienz

Auktion Dorotheum, Wien, 4.-5.11.1992,

Lot 356. – Rheinische Privatsammlung.

€ 5 500 – 7 000


VENEZIANISCHER MEISTER

des späten 15. Jahrhunderts

*1007 CHRISTUS ALS

SCHMERZENSMANN

Öl auf Holz. 81 x 61 cm.

€ 8 000 – 10 000


GIOVANNI BELLINI, in der Art

1430/1435 Venedig – 1516 Venedig

1008 MADONNA MIT KIND,

JOHANNESKNABEN,

HL. JOSEPH UND HL. ROCHUS

Öl auf Holz. 60,5 x 79,5 cm.

€ 13 000 – 15 000


GIACOMO FRANCIA

vor 1486 Bologna – 1557 Bologna

*1009 MADONNA MIT KIND

Öl auf Holz. 62 x 50 cm.

Gutachten

Mina Gregori, Florenz (ohne Datum). –

H. Hans Baur, Augsburg (ohne Datum).

Beide Gutachten wohl 70er Jahre, beide

in Kopie vorhanden.

Provenienz

Galleria Luigi Bellini, Florenz. – Süddeutsche

Privatsammlung.

Ausstellungen

8ème Biennale Internationale des Antiquaires,

Palazzo Strozzi, Florenz 1973.

€ 20 000 – 30 000

Für Mina Gregori handelt es sich zweifellos um ein qualitätvolles

Werk des Giacomo Francia. Dabei stützt sie ihre Zuschreibung auf den

Vergleich mit den signierten Tafeln in Modena (Galleria Estense), der

Madonna mit vier Heiligen in der Berliner Gemäldegalerie und dem

Altarbild in der Kirche S. Giovanni zu Parma.

Über Giacomos Leben und Werk ist nicht sehr viel bekannt. Er ist einer

der Söhne von Francesco Francia, dem führenden Maler in Bologna am

Ende des 15. Jahrhunderts. Eine gewisse Zahl von Altarbildern Giacomos

ist bekannt, viele hat er mit seinem Bruder Giulio gemeinsam

ausgeführt. Die Brüder Giacomo und Giulio Francia folgten der Malerei

des Vaters. Sowohl Francescos als auch die Werke der Söhne zeugen

von einer Geistesverwandtschaft zu Perugino, dem sie in ihren künstlerischen

Absichten oft überraschend nahe kommen.

According to Mina Gregori, this painting is without doubt a work of

excellent quality by Giacomo Francia. She compares it to a panel signed

by the artist in the Galleria Estense in Modena, a Madonna with Saints

in the Gemäldegalerie in Berlin and an altar piece in the church of San

Giovanni in Parma.

Very little is known about Giacomo´s life and work. He was the son

of Franceso Francia, the leading painter in Bologna in the late 15th century.

A number of alter pieces are known of, many of which were created

jointly with his brother Giulio, whereby Giacomo as well as Giulio

followed their father´s style. The work of Francesco as well as of

Giulio and Giacomo are very closely related to the art of Perugino.


NIEDERRHEINISCH-

WESTFÄLISCHER MEISTER

um 1515/1520

1010 KREUZABNAHME

Öl auf Eichenholz (parkettiert).

57 x 45,5 cm.

Provenienz

Sammlung Dr. Richard Oertel, 191. Neumeister-Auktion,

München, 5.11.1979,

Lot 63. – Rheinische Privatsammlung.

€ 8 000 – 9 000

Vor goldenem Hintergrund sind vom oberen Bildrand abgeschnitten

Kreuzes balken und Leiter zu sehen. Die Mitte der Darstellung wird von

der groß gesehenen sitzenden Muttergottes eingenommen, die ihren

toten Sohn auf ihrem Schoß hält; aus diesem Zusammenhang hat sich

die „Pietá“ als eigenständiges Andachtsbild entwickelt. Christus wird

von Nikodemus gestützt, Maria wird von Johannes begleitet. Unter den

trauernden Frauen wird Maria Magdalena durch ihr Salbgefäß hervorgehoben.


NÜRNBERGER MEISTER (?)

um 1520

1011 MARIENTOD

Bezeichnet oben links: HS mit Schaufel.

Öl auf Holz. 104 x 82 cm.

Provenienz

Kunsthandlung Scheidwimmer, München.

– Westdeutsche Privatsammlung.

Literatur

Sonja Weih-Krüger: Hans Schäufelein.

Die Zeit vor seiner Niederlassung in

Nördlingen 1515, Nürnberg 1986,

S. 131-134. – Christof Metzger: Hans

Schäufelein als Maler, Berlin 2002,

S. 529-531, Kat. Nr. X-8, Abb. 407.

€ 20 000 – 25 000

Die Tafel stammt aus einem größeren Altarzusammenhang, wie der

rückseitige gravierte Goldgrund zeigt, der ein Relief hinterfing. Die

Komposition der Darstellung folgt in ihrer Gesamtheit wie in den

Details dem entsprechenden Holzschnitt Albrecht Dürers aus dem

„Marienleben“ (B 93) aus dem Jahr 1510. Bei Restaurierungsarbeiten

kurz vor 1986 wurde in der oberen linken Ecke ein Monogramm Hans

Schäufeleins freigelegt, und obwohl die strikte Befolgung einer druckgraphischen

Vorlage im Werk dieses Malers ein Unikum darstellen

würde, wurde unsere Tafel daraufhin von Sonja Weih-Krüger als Arbeit

aus der Werkstatt Schäufeleins beschrieben.

In der Folgezeit konnte sich Christof Metzger dieser Einschätzung in

seiner grundlegenden Schäufelein-Monographie nicht anschließen, da

er in Kolorit und Durchführung weder die Hand Schäufeleins noch seine

Werkstatt erkennt; auch das ehemals übermalte Monogramm wird

von ihm in seiner Anbringung und in seiner im Detail unsorgfältigen

Ausführung nicht als original akzeptiert. Stattdessen schlägt Metzger

den weiteren Umkreis der Dürerwerkstatt und wohl Nürnberg als Entstehungsort

unserer Tafel vor.


SÜDNIEDERLÄNDISCHER

MEISTER

um 1520

1012 DIE GEBURT CHRISTI IN EINEM

UMZÄUNTEN GARTEN

Öl auf Holz. 90,8 x 60,7 cm.

Provenienz

Kunsthandlung Scheidwimmer, München.

– Deutsche Privatsammlung.

Ausstellungen

Geburt der Zeit. Eine Geschichte der

Bilder und Begriffe. Museum Fridericianum,

Kassel 1999/2000, S. 160 mit Abb.

€ 60 000 – 70 000

Ganz ungewöhnlich bei dieser Tafel ist das Motiv der Geburt Christi in

einem umzäuntem Garten, der von tanzenden Hirten umgeben ist.

Im Zentrum steht das innige Ereignis der Geburt, die thronende

Madonna mit dem Kind, daneben Joseph und die in den apokryphen

Texten erwähnte Hebamme. Während in der traditionellen Bildikonographie

die Hirten meistens als scheue Zeugen und Anbeter zu sehen

sind, findet hier ein ausgelassenes Fest rund um das freudige Ereignis

statt. Die Bauern und Hirten tanzen um den geflochtenen Zaun, essen

und singen aus jubelnder Kehle zum Dudelsackspiel. Oben lesen wir

in lateinischer Sprache „Ein Kind ist uns geboren“, auf den weiteren

Bändern finden sich die Texte der Lieder. Sie sind in niederländischer

Sprache verfasst und konnten vollständig entziffert werden. Eine Übersetzung

der Liedertexte liegt vor. Auch die Landschaft im Hintergrund

und die Typologie der Figuren sprechen für eine Entstehung des Bildes

in den Niederlanden; der etwas unruhige, bewegte Stil für den spätgotischen

Manierismus in dieser Region.

The iconography of this painting with the depiction of the birth of

Christ in an enclosed garden surrounded by dancing shepherds is most

remarkable. The centre of the composition shows the intimate event

of the birth, the enthroned Virgin with the Child, Joseph and the

midwife mentioned in the apocryphal Gospels. Whereas the traditional

iconography depicts the shepherds as timid adoring witnesses, in this

painting a jolly celebration takes place. The peasants and shepherds

are dancing around the fence, eating and singing along merrily to the

bagpipes. On the top we can read in Latin: “A Child is born to us”, and

the other banners show songtexts. These are in Dutch and have been

deciphered. A translation is available. The language of the banners as

well as the style of the figures indicate the origin of the painting to be

in the Netherlands, its agitated style being typical for the late-gothic

mannerism of this region.


NORDFRANZÖSISCHER

MEISTER

um 1520

1013 PORTRÄT EINES HERREN

Öl auf Holz. 44,5 x 32 cm.

Provenienz

Westdeutsche Privatsammlung.

Brustporträt eines leicht nach rechts

gewandten Herren in pelzverbrämtem

Mantel und fein gefälteltem Hemd, den

Kopf von einem Hut mit hochgebunder

Krempe bedeckt. Vor den einheitlich

dunkelgrün gestalteten Hintergrund ist

sein Wappen gesetzt, das jedoch bisher

nicht identifiziert werden konnte.

Malweise und Stilisierung von Physiognomie

und Handhaltung weisen in den

nordfranzösischen Kunstraum.

€ 6 000 – 8 000

SÜDNIEDERLÄNDISCHER

MEISTER

um 1525

1014 CHRISTUS AM KREUZ

Öl auf Holz (parkettiert). 45 x 32,5 cm.

Provenienz

Rheinischer Privatbesitz.

€ 8 000 – 10 000


JOOS VAN CLEVE, nach

um 1485 – 1541 Antwerpen

1015 CHRISTUS ALS SALVATOR MUNDI

Öl auf Holz. 44 x 28,5 cm.

Literatur

Zu dem Vorbild von Joos van Cleve siehe

Max J. Friedländer: Early Netherlandish

Painting. Vol. IX, Part 1 (Joos van Cleve,

Jan Provost, Joachim Patenier), New York/

Washington 1972, S. 57, Nr. 34, Taf. 53.

€ 20 000 – 22 000

Das Gemälde zeigt den segnenden Christus in Halbfigur, der die

gläserne und mit einem Kreuz bekrönte Weltkugel mit seiner linken

Hand vor sich hält. Die Komposition folgt dem vorbildhaften Werk

des Antwerpener Malers Joos van Cleve aus den Jahren um 1515, das

in Paris im Louvre (Inv. Nr. 2030 und R. F. 187) aufbewahrt wird und

das zeigenössisch in mehreren Gemälden variierend kopiert wurde. In

unserem Gemälde wird das Vorbild ebenfalls zwar in der Gesamtanlage

wiederholt, doch in allen Details verändert. So erscheint die Figur des

Christus gelängt und wird mit einem Nimbus versehen, das Kreuz und

die Mantelschließe sowie die Gewandfalten erscheinen qualitätvoll aber

vereinfacht.


FRANCESCO MARIA RONDANI

1490 Parma – 1550 Parma

1016 DIE HEILIGE FAMILIE

Verso bezeichnet: Francesco Maria

Rondani.

Öl auf Holz. 54 x 43,5 cm.

Provenienz

Sammlung SB, Genf (verso Siegel mit

zwei Delphinen). – Privatsammlung

Lyon. – Christie´s New York, 26.5.2000,

Nr. 75. – Deutsche Sammlung.

€ 80 000 – 90 000

Francesco Maria Rondani gehörte zu den Malern, die in den 1520er Jahren

in Parma mit Correggio gearbeitet haben. Er war z. B. 1523 beteiligt

an dem Fries im Kirchenschiff von San Giovanni Evangelista, wahrscheinlich

war er auch der Künstler, der in dieser Kirche den „sottarco“

der Del-Bono-Kapelle ausführte. Belegt ist, dass Rondani die Fresken

der Centoni-Kapelle im Dom malte, deren Auftrag er 1527 erhielt und

1531 fertigstellte. Später arbeitete er mit Michelangelo Anselmi in San

Francesco del Prato, Parma (1532-1534). Aufgrund dieser gesicherten

Arbeiten und der signierten Madonna mit den Heiligen Augustinus und

Hieronymus (Parma, Pinacoteca Nazionale) lassen sich Rondanis Stil

verstehen und ihm weitere Werke zuordnen. Seine Figuren haben klarere

Konturen als die Correggios, obwohl sie ihnen typologisch verwandt

sind, aber es fehlt ihnen das charakteristische Sfumato. Insgesamt

haben Rondanis Bilder eine klarere Atmosphäre. Rondani hat sich vor

allem der Freskenmalerei gewidmet, obwohl auch eine Anzahl Altarbilder

überliefert sind. Kleinere Ölbilder, wie das vorliegende, sind selten.

Die Heilige Familie mit Johannes und Engeln ähnelt stilistisch den eben

genannten Werken. Der Gesichtsausdruck der Engel, das Christuskind

und der Heilige Johannes lassen sich gut mit den Figuren der signierten

Tafel der Galeria Nazionale des Museums in Parma vergleichen, ebenso

wie mit der Madonna mit Kind aus dem Museo di Capodimonte in

Neapel. Eine mögliche Datierung des Gemäldes sind die 1530er Jahre,

als sich in Rondanis Malerei der Einfluss Correggios abschwächte und

dagegen eine Beziehung zu der Malerei von Ferrara zu spüren ist, insbesondere

zu Benvenuto Tisi da Garofalo.

Francesco Maria Rondani belonged to the painters working with Correggio

in the 1520s. He took part in painting the nave frieze in San Giovanni

Evangelista, Parma (1523), on the designs of Correggio, whose commission

it was. He was probably the artist who completed the sottarco of

the Del Bono Chapel in the same church (1523-24, again on Correggio’s

designs). Rondani painted the grisaille frescoes of the Centoni Chapel in

the Duomo, which were commissioned to him in 1527. Later he worked

on the Oratorio della Concezione in San Francesco del Prato, Parma

(1532-34), with Michelangelo Anselmi. With these works and the signed

Madonna and Child in Glory with Saints Augustine and Jerome (Parma,

Pinacoteca Nazionale), it is possible to understand Rondani’s style

and attribute other paintings to him. He was dependent on the art of

Correggio, with whom he has sometimes been confused. However, his

figures have sharper features and eschew the sweetness of Correggio’s

facial expressions. He also often rejected the sfumato so characteristic of

Correggio’s paintings for a clearer, sharper atmosphere.

Our Holy Family with Saint John the Baptist and Angels is stylistically

similar to other works by Rondani. The features of the angels and the

Christ child and Saint John resemble those in the signed Madonna and

Child in Glory with Saints Augustine and Jerome. The Madonna and

Saint Joseph relate to figures in the same painting and to the Madonna

and Child and Saints in the Museo di Capodimonte, Naples.

Dating of the Holy Family is difficult without corresponding dates for

Rondani’s other devotional oil paintings. His debt to Correggio is obvious

in the composition and forms of the figures; however, the saturated

colors suggest that he was also looking at Ferrarese art, especially the

works of Garofalo. Because of this new influence, it is possible that

the Holy Family dates to a period after Rondani stopped working with

Correggio and his influence was waning. Because of this, a date c. 1530

or after appears appropriate (Diane de Grazia).


HANS KEMMER

um 1495 – nach 1554 Lübeck

1017 CHRISTUS UND

DIE EHEBRECHERIN

Öl auf Holz (mit weiterer Holzplatte

hinterlegt). 50,5 x 61,5 cm.

Provenienz

Im 18. Jahrhundert im Besitz der Fürsten

von Carolath-Beuthen. – Wohl ab dem

frühen 19. Jahrhundert im Besitz des

schlesischen Grafenhauses von Pückler. –

Privatsammlung London.

Literatur

Christoph Emmendörffer: Hans Kemmer.

Ein Lübecker Maler der Reformationszeit,

Leipzig 1997, S. 106-107,

Kat. Nr. 7 mit Abb.

€ 20 000 – 22 000

Auf der Rückseite ein übertragener Klebezettel mit der Beschriftung

„No 3“, darunter Siegel mit Wappen des schlesischen Fürstenhauses

Carolath-Beuthen.

Hinter einer Brüstung, auf die der Text des Evangeliums geschrieben

ist (Joh. 8, 4-11), steht Christus, zu seiner Linken die gläubig zu ihm aufschauende

verzweifelte Sünderin. Christus blickt zu der Frau und weist

mit seiner linken Hand auf diese Inschrift. Hinter der Ehebrecherin

sind die zwölf Jünger zu sehen, auf der anderen Seite hingegen werden

die Ankläger dargestellt, die sich durch die Hässlichkeit ihrer Gesichter

auszeichnen. Das Gemälde folgt in seiner spiegelverkehrten Komposition

dem Gemälde Hans Kemmers mit demselben Thema aus dem Jahr

1530. Für diese Tafel mit der Darstellung eines evangelischen Lehrbildes

ist eine Entstehung in Lübeck in der Zeit um 1535 anzunehmen.


FLÄMISCHER MEISTER

des 16. Jahrhunderts

1018 LANDSCHAFT MIT

HL. HIERONYMUS

Öl auf Holz. 31,5 x 45,5 cm.

€ 20 000 – 22 000

Der Hl. Hieronymus wurde Mitte des 4. Jahrhunderts geboren. Nach

umfangreichen theologischen Studien zog er sich als Einsiedler in die

Wüste zurück und gründete schließlich in Bethlehem ein Kloster, in

dem er ein Leben in strenger Abgeschiedenheit führte. Die bereits im

Mittelalter beliebte Darstellung des Hl. Hieronymus als Büßer, der sich

mit einem Stein auf die Brust schlägt, hat seinen Ursprung in einem

Brief des Heiligen, der in Jacopo da Voragines „Legenda aurea“ zitiert

wird: „Ich weinete oft Tag und Nacht und ließ nicht eher ab, die Brust

zu schlagen, bis mir von Gott Ruhe ward verliehen.“

Der Hl. Hieronymus sitzt vor einem Kruzifix in einer weiten Überblickslandschaft.

Dem flämischen Perspektivschema des frühen 16. Jahrhunderts

folgend werden Vorder- und Mittelgrund in nuancenreichen Grüntönen

wiedergegeben, während die Landschaft in der Ferne durch eine

mächtige Bergkette abgeschlossen wird, die sich in blauem, dunstigem

Licht verliert. Das markanteste Attribut des Heiligen, ein Löwe, fehlt auf

unserem Bild; auch auf die häufig wiedergegebenen Bücher und Folianten,

die einen Hinweis auf die Gelehrsamkeit des Hieronymus bilden,

hat der anonyme Künstler verzichtet. So bildet der an prominenter Stelle

im Vordergrund platzierte Kardinalshut den deutlichsten Hinweis auf

den Dargestellten. Aber auch die Figurengruppe im Mittelgrund dürfte

sich auf Hieronymus beziehen, und zwar auf eine Episode in der Vita

des Heiligen, von der wiederum Jacopo da Voragine berichtet: demnach

stahlen Kaufleute dem Kloster einen Esel; als die Diebe ein weiteres Mal

am Kloster vorbeizogen, stürzte sich der Löwe des Hl. Hieronymus auf

sie, schlug sie in die Flucht und holte den geraubten Esel zurück.


BENEDETTO CARPACCIO,

zugeschrieben

tätig ca. 1520-1560

1020 DREI GRAZIEN

Öl auf Holz. 38,5 x 27,5 cm.

Provenienz

Süddeutsche Privatsammlung.

Über den Maler Benedetto Carpaccio ist

nur wenig bekannt, auch ist sein Werk

noch nicht genügend erforscht. Auf wen

die Zuschreibung dieses Gemäldes an

Benedetto zurückgeht, ist nicht greifbar.

Er war der Sohn des großen Vittore

Carpaccio, urkundlich ist er in Venedig

erstmals 1530 genannt. Seine gesicherten

Werke sind in der Mehrzahl Altarbilder,

darunter eine „Madonna mit Kind“

in S. Giorgio dei Schiavoni in Venedig.

Reizvoll an dieser kleinen Tafel ist der

karge, nischenartige Raum und die

geradezu nordischen Körper der Grazien,

die möglicherweise von Dürers Stichen

beeinflusst sind.

€ 4 000 – 6 000

NIEDERLÄNDISCHER MEISTER

der Mitte des 16. Jahrhunderts

1021 RUHE AUF DER FLUCHT

NACH ÄGYPTEN

Öl auf Holz. 28,5 x 22 cm.

Provenienz

588. Lempertz-Auktion, Köln,

24.-26.5.1982, Lot 86. – Rheinische

Privatsammlung.

€ 4 000 – 5 000


NORDITALIENISCHER MEISTER

der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts

1022 BILDNIS EINES BAUMEISTERS

Öl auf Leinwand (doubliert).

113 x 85,5 cm.

€ 8 000 – 10 000


SÜDNIEDERLÄNDISCHER

MEISTER

um 1560

1023 MADONNA MIT KIND

Öl auf Holz (parkettiert). 95 x 71,5 cm.

Provenienz

Westfälischer Adelsbesitz.

Literatur

Zu den vergleichbaren Gemälden siehe

Max J. Friedländer: Die altniederländische

Malerei. Bd. 2. Rogier van der Weyden

und der Meister von Flémalle, Leiden

1934, S. 135-136, Nr. 121a-g, Taf. LXXIX.

€ 8 000 – 10 000

Vor undifferenziert braunem Hintergrund ist die Muttergottes als

sitzende Dreiviertelfigur nach links gewandt wiedergegeben. Mit ihren

Händen hält sie das auf ihrem Schoß stehende und nur mit einem

feinen durchsichtigen Schleier bekleidete Jesuskind umfasst, das sich

zärtlich an seine Mutter schmiegt. In dem Gemälde zeigen sich zum Beispiel

in der Wiedergabe des Kopftuches der Maria und des Schleiers des

Kindes fein beobachtete und gestaltete Partien, die zu den stilisierten

Darstellungen der Hände, Haare und Gewandfalten kontrastieren. Das

Gemälde zählt zu einer Gruppe von Werken des 16. Jahrhunderts, die

vermutlich auf ein Original von Rogier van der Weyden zurückgehen.


ANTHONIE VAN MONTFOORT

GEN. VAN BLOCKLANDT, Umkreis

1532 Montfoort – 1583 Utrecht

1024 DER TOD DES ADONIS

Öl auf Holz (parkettiert). 67 x 124 cm.

€ 15 000 – 18 000

Die zentrale Figurenkomposition dieses Bildes mit den weiblichen Figuren,

die um den getöteten Adonis trauern, lässt sich mit der eines Stichs

von Hendrik Goltzius nach einem Gemälde Anthonie van Blocklandts

vergleichen, das den Leichnam Christi mit den vier Evangelisten zeigt.


HENDRICK VAN CLEVE

um 1525 – 1589 Antwerpen

1025 DAS BRENNENDE TROJA

Öl auf Holz. 50 x 75 cm.

Gutachten

Willem van de Watering, Den Haag

7.10.2009.

Die Argumente W. van de Waterings bei

der Zuordnung dieses Gemäldes gründen

auf dem Vergleich mit gesicherten Werken

Hendrick III van Cleves. Es handelt

sich insbesondere um dessen Turmbau

zu Babel in der Münchener Staatsgemäldesammlung

sowie einem Werk in der

Fondation Custodia (ehemals Sammlung

F. Lugt) in Paris. Beide Bilder sind mit Figuren

von Louis de Caullery ausgestattet.

In diesem Fall erkennt van de Watering

in der Staffage die Hand des Antwerpener

Malers Hans Jor daens d. Ä., einem

Schüler des Bruders von Hendrick III

Marten van Cleve.

Charakteristisch für Hendrick III ist die

Vorliebe für präzise gezeichnete Architekturdetails,

wie sie hier auch bis in die

entferntesten Bauten zu erkennen ist. Es

ist eine kühle, lineare Genauigkeit, mit

der der Maler die antike Großstadt suggeriert.

Vor dieser Kulisse bewegen sich

die Flüchtenden, darunter rechts Aeneas,

der seinen alten Vater Anchises auf dem

Rücken trägt. Weiter hinten sieht man

das hölzerne Pferd und eine Fülle kleiner

kämpfender Soldaten. Das eigentlich

Dramatische im Bild aber sind die leuchtenden

Farben der Glut im Hintergrund.

€ 14 000 – 16 000


NIEDERLÄNDISCHER MEISTER

der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts

*1026 CERES UND DIE VIER ELEMENTE

Öl auf Holz. 37,5 x 52,5 cm.

€ 18 000 – 22 000

Ceres, die römische Göttin des Ackerbaus und der Fruchtbarkeit, lagert

auf einer blühenden Wiese, einen Ährenkranz auf dem Haupt sowie

eine Sichel und ein Füllhorn mit einer sprießenden Weizengarbe und

Feldblumen in ihren Händen. Neben ihr sind zudem ein Kürbis, Rettiche,

Möhren und weitere Früchte des Feldes zu sehen. Die Göttin wird

von vier Putten begleitet, die als Personifikationen der vier Elemente

Erde, Wasser, Feuer und Luft zu verstehen sind. So hält der mit Lorbeer

und Rosen geschmückte Putto in der Bildmitte einen Spaten in seiner

Hand; der zweite Putto gießt Wasser aus einem Krug. Der dritte Putto

mit blassrötlichem Inkarnat trägt ein Gefäß, aus dem Feuer aufsteigt;

die Haare des fliegenden vierten Puttos sind als Wolken gestaltet.


DARIO VAROTARI D. Ä.,

zugeschrieben

1539 Verona – 1596 Padua

*1027 CHRISTUS UND

DIE EHEBRECHERIN

Öl auf Leinwand. 154 x 208,5 cm.

Provenienz

Ehemals Prinz von Reuss (Klebeetikett

verso auf dem Keilrahmen).

€ 8 000 – 10 000


PAOLO CALIARI

GEN. VERONESE, nach

um 1528 Verona – 1588 Venedig

1028 VENUS UND DER

SCHLAFENDE ADONIS

Öl auf Leinwand (doubliert).

108 x 134 cm.

Provenienz

Johann Paul Imhof, Nürnberg 1626-1687.

– Rheinische Privatsammlung.

Das Gemälde ist eine Replik von Veroneses

Bild „Venus und Adonis“ aus dem

Prado in Madrid. Dieses wurde sehr

wahrscheinlich 1641 von Velazquez in

Venedig im Auftrag von König Philipp

IV. angekauft. Auf der Rückseite unseres

Gemäldes liest man eine Abschrift der

angeblichen auf der Originalleinwand

befindlichen Angaben: „Paulo Caliari

VER F“ und darunter „Diese Tafel hat

mir mein Bruder Joh. Paulus Imhof im

Beisein meiner Mutter verehrt am

25. Mai 1668.“ Wie das Bild nach Nürnberg

kam und seit wann es sich im Besitz

der Patrizierfamilie Imhof befand, ist

nicht bekannt. Stilistisch könnte das

Bild durchaus eine zeitgenössische Kopie

des Madrider Bildes sein. Während

es kompositorisch kaum von diesem

abweicht, sind die Maße unterschiedlich:

182 x 190 cm das Madrider Bild,

108 x 134 cm das vorliegende.

€ 30 000 – 35 000


PIETER BRUEGHEL D. Ä, Nachfolge

um 1525 – 1569 Brüssel

1029 DER ALCHEMIST

Öl auf Holz (parkettiert). 68,8 x 96 cm.

Provenienz

Sammlung Victor Lagye, Antwerpen. –

Max Rooses, Antwerpen (5. März 1879

erworben). – Im Erbgang an eine belgische

Privatsammlung.

Gutachten

Technologisches Gutachten des „Institut

Royal du Patrimoine Artistique“, Brüssel,

September 2010.

€ 150 000 – 200 000

Das Vorbild für unser Gemälde ist eine eigenhändige Zeichnung von

Pieter Brueghel d. Ä. im Berliner Kupferstichkabinett (Abb. 1). Diese 1558

datierte Komposition wurde in zahlreichen Druckgraphiken von Philippe

Galle für den Compte de l‘officine des quatre vents de Jerome Cock

reproduziert. Selten hingegen sind die gemalten Versionen, von denen

bis heute nur zwei Exemplare in kleinerem Format und von minderer

Qualität bekannt sind.

Das vorliegende, seit 150 Jahren im Besitz einer belgischen Familie

befindliche Bild ist in vielerlei Hinsicht bemerkenswert. Bereits auf den

ersten Blick zeichnet es sich durch sein außergewöhnlich großes Format

sowie durch die technische Ausführung und ästhetische Qualität aus.

Das Werk hat eine reiche und abwechslungsreiche Farbgebung, die eine

darunter liegende und detaillierte Zeichnung in schwarzer Kreide durchscheinen

lässt (Abb. 2). Ihr Duktus ist lebendig und schwungvoll, dabei

zeichnet der Maler die Konturen nach, unterstreicht die Volumina und

betont die verschiedenen Partien des Gesichts. Er wird wohl dem näheren

Kreis um Pieter Brueghel d. Ä. angehört haben, vielleicht arbeitete er auch

im Atelier von Pieter Brueghel d. J. Es ist darüber hinaus anzunehmen,

dass er Kenntnis von der Originalzeichnung gehabt hat, denn obwohl die

Komposition wie die Drucke seitenverkehrt dargestellt ist, richtet die Frau

ihren Blick dem Gatten und nicht dem Betrachter zu, wie dies im Druck

der Fall ist. Verschiedene Details, wie etwa die Darstellung eines Erdbodens

anstelle von Fliesen, zeugen von der Erfindungsgabe des Autors.

Die Szene – eine Botschaft mit Inhalt von zeitloser Geltung – illustriert

die Tollheit des Menschen, der der Chimäre der Umwandlung von

wertlosen Gegenständen in Gold so eifrig nachjagt, dass er seine Familie

ins Verderben führt. In Lumpen gekleidet, legt er eine Münze in eine

Schüssel, während ein Schelm an seiner Seite die Glut schürt. Dabei bleibt

er unberührt gegenüber seiner Frau, die einen leeren Geldbeutel hervorstreckt,

und seinen Kindern, die sich ob ihrer Verzweiflung in einen leeren

Schrank flüchten. Ein auf einer Bank sitzender Gelehrter legt seinen

Bericht darüber schriftlich in einem Manuskript nieder, dessen Ausgang

im Hintergrund als Bild im Bilde sichtbar wird, wo die Familie in ein

Armenhaus geführt wird.

Max Rooses (1839-1914) war Kunsthistoriker und Experte für flämische

Malerei sowie Konservator am Museum Plantin-Moretus.

The model for this painting is a drawing by the hand of Pieter Brueghel

the Elder in the Kupferstichkabinett, Berlin (ill. 1). Dated 1558, this

composition was reproduced in numerous etchings by Philippe Galle

for the Compte de l´officine des quatre vents de Jerome Cock. Rare

however are the painted versions of which only two smaller examples

of lesser quality are known to date.

The present painting, for 150 years the property of a Belgian family,

is remarkable in many ways. It makes an initial impression because

of its extraordinary large size, its execution and its artistic quality. The

painting presents a rich and varied colouring through which a detailed

drawing in black chalk appears from beneath (ill. 2). The drawing style is

lively and spirited, the painter traces the outlines, emphasises the bodies

and accents the different parts of the faces. He was probably close to the

circle around Pieter Brueghel the Elder and he might have worked in

the studio of Pieter Brueghel the Younger. Futhermore, one can assume


that the artist knew the original drawing, although the composition is

reversed, the wife directs her glance toward her husband and not to the

viewer as is the case in the print. Different details such as the earth on

the ground instead of tiles, shows the inventiveness of the painter.

The scene – a message of timeless value – illustrates man´s folly chasing

after the illusion of transforming worthless objects into gold with such

vigor that he ruins his family. Dressed in shreds, he places a coin into

a bowl while a scoundrel stirs the fire at his side. He remains unmoved

by his wife who opens her empty purse, his children in their desperation

hide in an empty wardrobe. A scholar sitting on a bench writes his

report in a manuscript whose outcome is seen in the background as a

painting within a painting where the family is being led to the poor

house.

The art historian Max Rooses (1839-1914) was an expert on Flemish

painting and conservator at the Museum Plantin-Moretus.

Abb. 1: Kupferstichkabinett, Staatliche Museen zu Berlin, KdZ 4399 (30,8 x 45,3 cm).

Photo Jörg P. Anders

Abb. 2: Infrarotaufnahme (Detail)


PIETER SCHOUBROECK

vor 1570 Heßheim – 1607 Frankenthal

1030 DIE ZERSTÖRUNG

SODOM UND GOMORRHAS

Öl auf Holz. 17,5 x 28 cm.

€ 7 000 – 9 000

Pieter Schoubroeck war Sohn eines calvinistischen Pfarrers, und so finden

wir immer biblische Themen in seinen Landschaften repräsentiert.

Stilistisch wurde er zunächst von Gillis van Coninxloo beeinflusst, in

späteren Arbeiten lässt sich eine Freiheit in der Malerei feststellen, die

eine Nähe zu Jan Brueghel d. Ä. offenbart.


DEUTSCHER MEISTER

Anfang 17. Jahrhundert

1031 CHRISTUS AM ÖLBERG

Öl auf Holz. 80,5 x 70 cm.

€ 10 000 – 12 000

In nächtlicher Szenerie ist in einer felsigen Landschaft im Mittelgrund

des Gemäldes der betende Christus zu sehen, dem von einem Engel der

Kelch präsentiert wird. Der Vordergrund wird hingegen von den groß

gesehenen drei schlafenden Jüngern eingenommen, wobei die farbige

Gestaltung ihrer Gewänder in Rot, Gelb, Blau und Rosa einen effektvollen

Kontrast zum dunkelbraunen Gesamtkolorit des Gemäldes bildet.

Im Hintergrund nahen sich Judas und die Häscher mit Lampe und

Fackel in ihren Händen.


NIEDERLÄNDISCHER MEISTER

Anfang 17. Jahrhundert

1032 ALTARFLÜGEL

MIT STIFTERPORTRÄTS

Öl auf Holz. Jeweils 136 x 59 cm.

Provenienz

Rheinischer Privatbesitz.

Der linke Altarflügel zeigt einen knienden

Stifter, begleitet von zwei Söhnen

und dem heiligen Petrus als seinem

Namenspatron, unter sein Wappen ist

die Inschrift „AETATIS 40 / ANNO 1602“

gesetzt. Auf dem rechten Altarflügel

sind seine erste verstorbene Ehefrau

mit ihrem Namenspatron Johannes (für

Johanna) und seine zweite Ehefrau mit

der heiligen Katharina sowie zwei Töchter

wiedergegeben. Hier lauten die Inschriften

unter den Wappen der Frauen

„ANNO 1592 / AETATIS 35“ und „ANNO

1602 / AETATIS 46“. Im geöffneten Zustand

des Altars sind auf den Innenseiten

auf dem linken Flügel die „Geißelung

Christi“ bzw. auf dem rechten Flügel die

„Dornenkrönung Christi“ zu sehen.

€ 8 000 – 10 000


GORTZIUS GELDORP

1553 Löwen – um 1616 Köln

1033 BILDNIS EINES HERREN

BILDNIS EINER DAME

Jeweils datiert: AN: 1604.

Öl auf Holz. Jeweils 100,5 x 74,5 cm.

€ 30 000 – 40 000

Diesem Bildnispaar liegt ein Bildkonzept zugrunde, das wir etwa von

Geldorps Bildnis des Everhard III. Jabach (Kölnisches Stadtmuseum,

Köln) oder dem Bildnis eines Mitglieds der Familie Lyskirchen (Szépmüvészeti

Múzeum, Budapest), beide 1600 datiert, kennen. Hier sind

die Elemente des repräsentativen Fürstenbildnisses, das im Laufe des

16. Jahrhunderts aus Italien importiert wurde, auf die Darstellung von

Patriziern übertragen.


JAN BRUEGHEL D. Ä.

1568 Brüssel – 1625 Antwerpen

1034 WEITE LANDSCHAFT

MIT PFERDEKARREN,

REITERN UND WANDERERN

Signiert und datiert unten rechts:

BRVEGHEL 1608.

Öl auf Kupfer. 17,8 x 27,2 cm.

Gutachten

Klaus Ertz, 1.9.2010.

Provenienz

Sammlung Goedeckemeyer, Frankfurt/

Main. – Hessische Privatsammlung seit

1963.

Literatur

Zu den zu vergleichenden Gemälden

Jan Brueghels d. Ä. siehe Klaus Ertz:

Jan Brueghel der Ältere (1568-1625).

Kritischer Katalog der Gemälde. Bd. I,

Lingen 2008, S. 106-107 u. 136-141,

Kat. Nr. 18, 38 u. 40 mit Farbabb.

€ 120 000 – 140 000

Das malerisch überaus qualitätvolle Gemälde zeigt im Vordergrund einen

von Reitern, Pferdekarren und Wanderen belebten Weg, zur Linken wird

die in einer Diagonale ansteigende Komposition von hoch aufragenden

Bäumen abgeschlossen. Im Mittelgrund ist eine von Wald umgebene

Stadt zu sehen, in der Ferne zudem eine Ebene mit schemenhaft zu erkennenden

Bauten im Sonnenlicht und unter blauem Himmel. Klaus Ertz

schreibt zu dieser sogenannten „Nah-Fern-Landschaft“ in seinem Gutachten:

„Im Gegensatz zu den im 16. Jahrhundert entstandenen „Welt- und

Überschaulandschaften“ ist diese belebte Landschaft realitätsbezogen. Die

Distanz zwischen Betrachter und Dargestelltem ist kaum noch zu spüren

– der Maler hält den Abstand nur noch in einem leicht angehobenem

Standpunkt aufrecht. Das ist aufregend neu bei allen Landschaften, die

ab 1605 entstehen. Diese weiten Landschaften gehören zu den fortschrittlichsten

und modernsten Kompositionen Jan Brueghels d. Ä.“

Es waren bereits zwei Kopien anderer Künstler nach unserem Gemälde

– deren Verbleib zuvor nicht festgestellt werden konnte – bekannt:

Christoffel van der Berghes (?) „Auf dem Weg zum Markt“ (Koblenz,

Mittelrhein-Museum, Inv. Nr. M 8) und Jan Brueghels d. J. „Der Weg zum

Markt“ (Musée d`Orléans, Inv. Nr. 1266). In unserem Gemälde ist dieses

Original laut Klaus Ertz jetzt gefunden. Auch durch den Vergleich mit

weiteren Nah-Fern-Landschaften von Jan Breughel d. Ä. aus den Jahren

1605-1610 lässt sich unser Gemälde ohne Zweifel in das Gesamtwerk

dieses Künstlers integrieren.

Klaus Ertz wird das Gemälde in sein 2010/2011 erscheinendes Addendum

zu den Gemälden Jan Brueghels d. Ä. als 1608 in Antwerpen entstandenes

Original des Künstlers aufnehmen.

This picturesque painting of outstanding quality depicts a road populated

with horsemen, horse carts and walkers in the foreground. The

composition leads diagonally upwards on the left to a group of tall

trees. In the middle ground a town surrounded by a forest is depicted.

In the distance, a sunlit plain with the outlines of buildings under a

blue sky can be seen. Klaus Ertz wrote about the so-called “near-distantlandscape”

(Nah-Fern-Landschaft): “In contrast to the 16th century

“world landscape” this lively painting is related to the realm of reality.

The distance between beholder and the depiction is dissolved. The artist

only keeps a minimal distance by means of a slightly elevated vantage

point. This is new in an exciting way in all paintings by Brueghel dated

around 1605. These wide landscapes belong to the most progressive and

modern compositions by Jan Brueghel the Elder.”

Two copies of this painting, of which the whereabouts was before

un known, do exist; one by Christoffel van der Berghe (Mittelrhein-

Museum, Koblenz, inv. no. M 8) and another by Jan Brueghel the

Younger (Musée d´Orleans, inv. no. 1266). According to Klaus Ertz, the

present painting can now be determined as the painting from which

these copies were made. Especially if one compares this painting with

other “Nah-Fern-Landschaften” by Jan Brueghel the Elder dated between

1605 and 1610, there is no doubt that it can be incorporated into the

oeuvre of the artist.

Klaus Ertz will include this work as an original painting to be dated

1608 in Antwerp in his addendum of the catalogue raisonné to be published

in 2010/2011.


JAN BRUEGHEL D. Ä.

1568 Brüssel – 1625 Antwerpen

1035 WALDLANDSCHAFT MIT JÄGER,

HUNDEN UND EINEM DURCH-

BLICK AUF EINE STADT AM

WASSER

Öl auf Kupfer. 11 x 15,8 cm.

Gutachten

Klaus Ertz, September 2010.

Provenienz

Belgische Privatsammlung.

Ausstellungen

Museum voor schone Kunsten, Kortrijk,

Belgien, 1976 (als Roeland Savery).

Literatur

Vgl. Klaus Ertz: Jan Brueghel der Ältere.

Kritischer Katalog der Gemälde.

Band I-IV, Lingen 2008/2010.

€ 90 000 – 100 000

Die mit feinem Pinsel gemalte kleine Landschaft befindet sich seit 33

Jahren in einer belgischen Sammlung, deren Gemälde 1976 im belgischen

Kortrijk ausgestellt wurden. Damals wurde sie Roeland Savery zugeschrieben,

dessen Waldlandschaften in sehr enger Beziehung zu denen Jan

Brueghels stehen. Erst kürzlich wurde unser Gemälde Dr. Klaus Ertz vorgelegt,

der hier eindeutig die Hand Jan Brueghels d. Ä. identifizieren konnte.

Die wichtigsten Argumente sind dabei, dass sich auf dieser Tafel bereits

deutlich die neuen Entwicklungen in der Malerei Brueghels abzeichnen,

die in den ersten Jahren des neuen Jahrhunderts angelegt werden

und die in dieser Form von Savery nicht übernommen wurden. Es sind

im Wesentlichen vier Aspekte: Es ist erstens der Blick in den rechten

Hintergrund, der an den Vordergrundbäumen vorbei begehbar zu sein

scheint. Dies ist neu und modern. Es ist zweitens die bestechend harmonische

Wechselwirkung von Licht und Schatten. Es ist drittens die Art

der einander angeglichenen, ineinander übergehenden Gründe, die in die

zukünftigen Waldlandschaften weisen, und es ist viertens die beginnende

Auflösung des Drei-Farben-Schemas, das einem einheitlichem Gesamtton

weicht. Dadurch wird eine räumliche Tiefe mit einhergehender Dreidimensionalität

suggeriert, die in ihrer Realität schon sehr fortschrittlich

wirkt. Diese Waldlandschaft lässt den Stimmungsgehalt der später entstandenen

reiferen Waldräume, die um 1610 entstanden, schon erahnen.

Das Markenzeichen von Jan Brueghel d. Ä. ist der feinteilige und detailgenaue

Pinselstrich – deutlich zu erkennen im Blattwerk der Bäume und

der Stadtlandschaft im rechten Hintergrund. Klaus Ertz vergleicht unser

Bild mit Gemälden Jan Brueghel d. Ä. in der Mailänder Ambrosiana

(Ertz Bd. II, Kat. Nr. 86, um 1595 entstanden), bei Phillips, London

7.7.1992 (Ertz Bd. II, Kat. Nr. 88, um 1600) und im Kunsthaus Zürich

(Ertz Bd. II, Kat. Nr. 93, um 1605). Der Autor des Werkverzeichnisses wird

das vorliegende Gemälde in seinem Addendum zu Band IV aufnehmen.

Ein weiteres vergleichbares Werk wird er hier ebenfalls aufnehmen: ein

kleines Kupferbild aus dem Museum Städel in Frankfurt, dass er ebenfalls

um 1600 datiert. Auch dieses ist auf Kupfer gemalt und hat etwa die

gleichen Maße.

This small landscape, painted with fine brushwork, has been in a

Belgian private collection for 33 years, the paintings of which were

exhibited in Kortrijk in 1976. At that time it was attributed to Roeland

Savery whose forest landscapes are closely related to those by Jan

Brueghel. Dr. Klaus Ertz, to whom this painting has recently been

presented, identified without doubt the hand of the latter.

The key argument for this attribution is that it clearly reveals the new

developments of Jan Brueghel´s landscapes in the first years of the

17th century that Saverey did not follow. Four elements of this new

landscape painting can be identified. Firstly, the view towards the

right background that seems to be accessible past the trees in the

foreground. Secondly, the harmonious play of light and shadow. Thirdly,

the merging of the different plains of the pictorial space that point to

his later forest landscapes. Finally, the dissolution of the strict sequence

of three colours (brown-green-blue) that gives way to a homogenous

tone. In this way, a new realism and a new kind of pictorial space is

developed, pointing towards later, more mature wooded landscapes

painted around 1610.


The trademark of Jan Brueghel the Elder´s art is the fine and accurate

brushwork, clearly recognizable in the foliage of the trees and the town

in the background. Klaus Ertz compares this painting to works by the

artist in the Ambrosiana in Milan (Ertz, vol. II, cat. 88, dated 1595),

the Kunsthaus Zürich (Ertz, vol. II, cat. 93, dated around 1605), and a

painting that was sold at Phillips, London on 7th June 1992 (Ertz, vol. II,

cat. 88, dated around 1600). Klaus Ertz will include this painting in the

addendum of the fourth volume of the catalogue raisonné. He will also

include a comparable small painting, belonging to the Städel Museum

in Frankfurt, also dated around 1600 and painted on copper of similar

measurements.


PIETER BRUEGHEL D. J., Umkreis

1564 Brüssel – 1637/1638 Antwerpen

1036 BAUERNFEST IN EINER STUBE

Öl auf Holz. 53 x 67 cm.

Provenienz

Holländische Sammlung.

€ 30 000 – 35 000

Die Figuren dieser Komposition gehen eindeutig zurück auf den Typus,

den Pieter Brueghel d. J. im frühen 17. Jahrhundert prägte. Auch einzelne

Motive der ausgelassenen Gesellschaft, wie die Frau mit der Pfanne

am offenen Kamin oder die tanzenden Paare, haben diesen Maler zum

Vorbild. Sie sind als populäre Metaphern für die Lebensfreude und

Sinnlichkeit der flämischen Bauernwelt zu interpretieren. Ein konkretes

Gemälde Pieter Brueghels d. J. liegt unserem Bild nicht zu Grunde. Es

ist vielmehr als eine eigenständige Komposition im Sinne und in der

Intention dieses Meisters zu verstehen.


SÜDDEUTSCHER MEISTER

des frühen 17. Jahrhunderts

1037 VERKÜNDIGUNG AN MARIA

Öl auf Kupfer. 43 x 35 cm.

€ 6 000 – 8 000

SÜDDEUTSCHER MEISTER

des 17. Jahrhunderts

1038 PARADIESLANDSCHAFT

MIT LIEBESPAAR

Monogrammiert unten rechts: W.

Öl auf Holz. 33 x 25,5 cm.

Provenienz

495. Lempertz-Auktion, Köln,

16.-18.11.1967, Lot 183. – Privatsammlung

Österreich.

Über die beiden Figuren hinaus vereint

die Tafel kleine, fein gemalte Stillleben,

wie die Blume links unten, den blühenden

Obstzweig nach dem die Frau greift,

die Hirsche und die Vögel im oberen

Bereich.

€ 6 000 – 7 000


KERSTIAEN DE KEUNINCK

um 1560 Kortrijk – 1635 Antwerpen

1039 WINTERLANDSCHAFT

Signiert unten links: K D Keuninck.

Öl auf Leinwand (doubliert). 88 x 70 cm.

Provenienz

Niederländische Sammlung.

Kerstiaen de Keuninck gehört zu den

Landschaftsmalern der Frühzeit der flämischen

Kunst. Sein überliefertes Werk

ist sehr klein, nur etwa zwanzig Gemälde

sind ihm mit Sicherheit zuzuordnen.

€ 30 000 – 35 000


JOSSE DE MOMPER, Umkreis

1564 Antwerpen – 1635 Antwerpen

1040 LANDSCHAFT MIT WANDERERN

Öl auf Holz. 45 x 36 cm.

€ 5 000 – 6 000


FLÄMISCHER MEISTER

des frühen 17. Jahrhunderts

*1041 WALDLANDSCHAFT MIT HIRSCH-

JAGD UND WASSERSCHLOSS

Öl auf Holz. 36,5 x 55,5 cm.

€ 6 000 – 8 000


GOTTFRIED VON WEDIG

1583 Köln – 1641 Köln

1042 STILLLEBEN MIT KREBSEN,

WESTERWÄLDER KRUG UND

RÖMER

Öl auf Holz. 28 x 38 cm.

Provenienz

Privatsammlung Monte Carlo.

Literatur

Vgl. Ekkehard Mai (Hg.): Gottfried von

Wedig 1583-1641, Köln 1998.

Das unsignierte Bild fasst in der für

Wedig üblichen Perspektive aus leichter

Obersicht die Gegenstände dieses

Mahlzeit-Bildes zusammen. Während das

Salzgefäß aus Zinn aus keinem anderen

Bild bekannt ist, gehören der mit Wein

gefüllte Römer, der Steinzeug-Krug, das

Brot und das Messer zum geläufigen

Bild inventar der Malerei Wedigs. Charakteristisch

ist auch eine gewisse Sprödigkeit

und Kargheit seiner Stillleben. Die

von Wedig präsentierten Tafelgegenstände

fallen deutlich bescheidener aus, als

die in vergleichbaren niederländischen

Bildern. Den Zinnteller mit den fünf

rot gesottenen Krebsen kennt man aus

einer großen Mahlzeit Wedigs im Kölner

Wallraf-Richartz-Museum (Mai 1988,

S. 40) oder aus einem Gemälde in Bremen

(S. 44).

In diese scheinbar ausschließlich profane

Darstellung eines leichten Imbisses

schreibt sich, wie Ingvar Bergström und

Ekkehard Mai bereits erläutert haben,

eine religiöse Symbolik ein, die den

Betrachtern der damaligen Zeit geläufig

war. So sind die meisten dieser Stillleben

auch als Allegorie auf Abendmahl,

Passion oder Auferstehung zu verstehen.

Brot und Wein sind ein Hinweis auf die

Eucharistie. Das Salz ist ein Symbol des

Ewigen Lebens und des Menschen als

Salz der Erde. Der Krebs war damals

auch im Binnenland eine preiswerte

Speise und galt als Fastenspeise.

€ 40 000 – 45 000


ABRAHAM JANSSENS

1575 Antwerpen – 1632 Antwerpen

1043 DIANA UND NYMPHEN

MIT JAGDBEUTE

Öl auf Papier, alt auf Eichenholz aufgezogen.

32,2 x 24,5 cm.

Provenienz

Deutsche Privatsammlung.

Literatur

Zu dem vorbildhaften Gemälde in

München siehe Justus Müller Hofstede:

Abraham Janssens. Zur Problematik des

flämischen Caravaggismus. In: Jahrbuch

der Berliner Museen, Bd. 13, 1971,

S. 208-303, hier S. 254-257, Abb. 24.

€ 40 000 – 50 000

Abraham Janssens hielt sich 1598 in Rom auf, zurückgekehrt nach Antwerpen

trug er die frühesten Einflüsse der Malerei Caravaggios in die flämische

Malerei. In die Jahre seiner produktivsten Arbeitsperiode von 1600

bis 1615 ist auch das vorliegende kleinfomatige Werk zu setzen. Es zeigt

als zentrale Figur die Jagdgöttin Diana in Halbfigur nach links gewandt,

die Jagdhunde vor ihr streichelnd hält sie den Bogen in ihrer rechten

Hand. Sie wird von drei Nymphen begleitet, die sie in einer dicht gedrängten

Komposition und von der Hauptfigur überschnitten umstehen. Der

Vordergrund wird von der Darstellung der Jagdbeute eingenommen, die

sich in ihrer überaus feinen malerischen Ausführung und in ihrem bunten

aber eher dunklen Kolorit harmonisch in die Gesamtgestaltung einfügt.

Dieses kleinformatige Gemälde von Abraham Janssens ist eine stark verkleinerte

exakte Wiederholung seines Gemäldes „Diana und Nymphen mit

Jagdbeute“, das sich heute in der Alten Pinakothek in München befindet

(Inv. Nr. 13111, Öl auf Holz, 122,5 x 93,7 cm) und das von Müller Hofstede

in die Jahre um 1609 datiert wird. Eine weitere eigenhändige jedoch auf

Kupfer gemalte kleinformatige Wiederholung wird in Kansas City im

Nelson-Atkins Museum of Art (Inv. Nr. F99-3 / 40, 31, 5) aufbewahrt. Diese

eigenhändigen Wiederholungen sind im Gesamtwerk Janssens nur sehr

selten anzutreffen; das Papier als Malgrund unseres Gemäldes stellt eine

Ausnahme dar. Joost Vander Auwera, der 2009 in Kenntnis des Originals

die Eigenhändigkeit mündlich bestätigt hat, wird unser Gemälde als Werk

Abraham Janssens in sein Werkverzeichnis aufnehmen.

Wir danken Professor Joost Vander Auwera (Brüssel) für die Unterstützung

bei der Katalogisierung dieses Gemäldes.

Abraham Janssens visited Rome in 1598, and with his return to Antwerp,

he brought the earliest influence of Caravaggio´s style into

Flemish painting. This small-scale painting dates from Janssens´ most

productive period between 1600 and 1615. The central figure represents

Diana, goddess of the hunt, depicted as half-figure, turning to the left,

stroking the hound before her and holding a bow in her right hand.

She is accompanied by three nymphs that surround her in a dense

composition and that are partially hidden by the central figure. The

game in the foreground, painted in a subtle manner, with its colourful

yet dark tones harmonises with the composition of the painting.

This small painting by Abraham Janssens is a reduced, but accurate

version of his painting „Diana and Nymphs with game“ in the Alte

Pinakothek in Munich (inv. no. 13111, oil on panel, 122,5 x 93,7 cm),

dated by Müller Hofstede around 1609. Another version by his own

hand, painted on copper, is in the Nelson-Atkins Museum in Kansas

City (inv. no. F99-3 / 40, 31, 5). This work is an exception in Janssens´s

oeuvre as copies from his own hand are rare and he seldom used paper

as support for his paintings. Joost Vander Auwera, who examined the

original painting, has confirmed the execution as by Janssens himself

and will include this painting as a work by Abraham Janssens in his

catalouge raisonné.

We thank Professor Joost Vander Auwera (Brussels) for his assistance in

cataloging this painting.


PETER PAUL RUBENS

1577 Siegen – 1640 Antwerpen

1044 HERODIAS (FRAGMENT MIT

ÜBERMALUNGEN)

Öl auf Leinwand (doubliert).

85,5 x 70,5 cm.

Provenienz

Erworben 1974 im Hamburger Kunsthandel

als Werk des 19. Jahrhunderts,

seitdem Privatsammlung Deutschland.

Literatur

Nils Büttner: „Von den gesamten Liebhabern

also gerühmet“. Peter Paul Rubens´

„Herodias“. In: Zeitschrift für Kunstgeschichte

73, 2010 (erscheint im Herbst

2010, Manuskript vorliegend). – Zu dem

zu vergleichenden Gemälde in der Castle

Howard Collection siehe Ausst. Kat.

„Peter Paul Rubens. Barocke Leidenschaften“,

hg. v. Nils Büttner u. Ulrich Heinen,

München 2004, S. 123-126, Kat. Nr. 3 mit

Farbabb. (Ausstellung in Braunschweig,

Herzog Anton Ulrich-Museum).

€ 100 000 – 120 000

Das Gemälde zeigt das Bildnis einer Dame, wobei die genauere Betrachtung

zwei unterschiedliche Hände von zwei verschiedenen Malern

erkennen lässt. Denn Gesicht, Haare und Brustpartie mit schmückender

Kette weisen eine überragende malerische Qualität auf, die in Teilen des

Gewandes mit seinem Spitzenkragen, der ungelenken Handhaltung sowie

im undifferenzierten Hintergrund mit ovaler Rahmung nicht erreicht

wird. Da das Gesicht der Dame unmittelbar mit der Darstellung der Herodias

in dem Gemälde „Herodias und Salome mit dem Haupt des Johannes“

aus der Werkstatt von Peter Paul Rubens in York in der Castle Howard

Collection (Kat. Braunschweig 2004, Kat. Nr. 3) zu vergleichen ist, wurden

Röntgenaufnahmen angefertigt, um die Frage von möglichen Übermalungen

zu untersuchen (Hubertus von Sonnenburg, München 1983-1984, und

ab 2007 im Institut für Technologie der Malerei der Staatlichen Akademie

der Bildenden Künste in Stuttgart).

Die Röntgenaufnahme des Gemäldes (Vergleichsabb. 1) zeigt in der Tat –

in einem offenbar fragmentarischen Ausschnitt - zur Linken die Darstellung

der Salome und zur Rechten das angeschnittene Gesicht des Henkers,

der mit ausgestreckter Hand das abgeschlagene Haupt des Johannes hält.

Um die Darstellung der Herodias für ihre Umarbeitung in ein Damenporträt

in die Vertikale zu bringen, wurde das Gemäldefragment vor der

Übermalung leicht nach rechts gedreht, erkennbar an der Webstruktur der

Leinwand und der Anstückung (aus einem Bestandteil der ursprünglichen

Leinwand) in der oberen rechten Ecke.

Ein von von den Zeitgenossen sehr gerühmtes Gemälde von Rubens – so

Joachim von Sandrart 1675 in seiner „Teutschen Academie“ – mit der

Darstellung „Herodias und Salome mit dem Haupt des Johannes“ ist in

seiner Gestaltung durch einen 1625/1628 entstandenen seitenverkehrten

Kupferstich von Schelte à Bolswert überliefert (Vergleichsabb. 2). Den

Ruhm des Gemäldes bezeugen zudem zahlreiche gemalte Kopien aus dem

17. Jahrhundert, unter denen die zuvor bereits genannte Version aus der

Rubens-Werkstatt in Castle Howard als die beste gilt. Der Verbleib der

Originals von Rubens war jedoch bis auf den heutigen Tag rätselhaft.

Doch in unserem wohl bereits Ende des 17. Jahrhunderts übermaltem Gemäldefragment

ist nach den Forschungen von Nils Büttner (op. cit.) dieses

Urbild von Rubens nunmehr gefunden: „Besonders suggestiv verdeutlicht

die im Anschluss an die Untersuchung hergestellte Fotomontage die Nähe

zu Rubens´ Komposition, bei der die Röntgenaufnahme über den seitenverkehrt

reproduzierten Bolswert-Kupferstich gelegt ist.“ (Vergleichsabb.

3) Des weiteren lässt die Röntgenaufnahme zum Beispiel in der Kopfhaltung

der Salome Pentimenti erkennen, die auf Änderungen während des

Malprozesses und nicht auf eine Kopie nach einem vorhandenen Vorbild

schließen lassen. Zur Eigenhändigkeit Rubens´ resümiert Büttner abschließend,

„dass dieses Herodias-Gemälde, als es die Rubens-Werkstatt verließ,

als eigenhändig klassifiziert worden wäre. Das inzwischen umgestaltete

und stark überarbeitete Bild war vordem fraglos unter den bekannten

Fassungen die qualitätvollste. Es liegt deshalb nahe, in diesem nurmehr

fragmentarisch erhaltenen Gemälde die allen anderen Fassungen zugrunde

liegende Version zu sehen. Vermutlich war die außergewöhnliche

malerische Qualität dieses Bildes auch der Grund dafür, wenigstens seine

zentrale Figur durch die Umarbeitung der Komposition zu bewahren.“


PETER PAUL RUBENS

1577 Siegen – 1640 Antwerpen

1044 HERODIAS (FRAGMENT WITH

OVERPAINTING)

Oil on canvas (relined). 85,5 x 70,5 cm.

Provenance

Acquired in Hamburg art market in 1974

as a work of the 19th century, private

German collection since then.

Literature

Nils Büttner: „Von den gesamten Liebhabern

also gerühmet“. Peter Paul Rubens‘

„Herodias“. In: Zeitschrift für Kunstgeschichte

73, 2010 (to be published in autumn

2010, manuscript available). – For

information about the painting in Castle

Howard cf. the exhibition catalogue

„Peter Paul Rubens. Barocke Leidenschaften“,

edited by Nils Büttner and Ulrich

Heinen, Munich 2004, pp. 123-126, cat.

no. 3 with colour illustration (exhibition

Herzog Anton Ulrich-Museum, Bruns-

wick).

€ 100 000 – 120 000

This portrait of a lady, on close examination reveals the hands of two

different painters. The face, the hair and the chest adorned with a necklace

show a superb painterly quality that clearly differs from the parts

of the gown with lace collar, the awkward posture and the monotonous

background framed in oval. Since the lady‘s features obviously correspond

to those of Herodias in the painting „Herodias and Salome with

the Head of St. John“ from Peter Paul Rubens‘ studio in the collection of

Castle Howard, York (cat. Brunswick 2004, cat. no. 3), x-rays were made

to examine possible overpaintings (Hubertus von Sonnenburg, Munich

1983-1984, and Institut für Technologie der Malerei der Staatlichen

Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart, since 2007).

The x-ray of this painting (ill. no. 1) indeed shows at the left hand side

a fragment of the head of Salome and on the right hand side a further

fragment of the face of the executioner holding the slain head of St.

John in his out-stretched hand. The fragment of Herodia´s head was

slightly turned to the right and was then overpainted so that it could be

re-used as a female portrait. This alteration is visible in the structure of

the canvas and the added areas (part of the original canvas) in the upper

right corner.

One original painting by Rubens, highly praised by contemporaries like

Joachim von Sandrart in his „Teutsche Akademie“ (1675), is entitled

„Herodias and Salome with the Head of St. John“ and is documented

by a side-reversed etching by Schelte à Bolswert from 1625/1628

(ill. no. 2). The impact of this painting is also demonstrated by numerous

copies from the 17th century, among which the previously

mentioned version from Rubens‘ workshop in Castle Howard is considered

to be the best. The whereabouts of Rubens‘ original, however,

remained a mystery until to date.

According to Nils Büttner (op. cit.), the present painting can be identified

as a fragment of this original painting, overpainted already at

the end of the 17th century: „The closeness to Rubens‘ composition is

clearly evident on the photomontage made after the examination when

the x-ray image was placed over the side-reversed etching by Bolswert

(ill. no. 3).“ Furthermore, the x-ray shows pentimenti in Salome‘s head

so that one can assume that alterations were made during the painting

process and that the painting is not a copy of another original. Büttner

concludes „that this Herodias painting would have been classified as

one by Rubens‘ own hand when leaving his workshop. This work,

although altered, was without question of the highest quality among all

known versions. It is therefore obvious that the painting of which only

this fragment has remained was the version on which all others were

based. The outstanding quality of the painting was probably the reason

to conserve the central figure by reworking the composition“.


Lot 1044 Abb. 1 Röntgenaufnahme

Abb. 2 Kupferstich nach Rubens von Schelte à Bolswert

Abb. 3 Fotomontage


JAN BRUEGHEL D. J.

1601 Antwerpen – 1678 Antwerpen

1045 SOMMERLANDSCHAFT

MIT KORNERNTE

Öl auf Kupfer. 13,5 x 18,3 (oval).

Gutachten

Klaus Ertz, September 2010.

Provenienz

Sammlung Ernest V. Horvath, New

York. – North Carolina Museum of Art. –

Sothe by´s New York 28.1.1999, Nr. 373. –

Belgische Privatsammlung.

Literatur

North Carolina Museum of Art, Bulletin,

Vol. VI, Nr. 4 and Vol. VII, Nr. 1, July

1963 – June 1965, S. 5, Abb. 3 . – The Art

Quarterly, Vol. XXX, Nr. 1, 1967, S. 65,

Abb. S. 70. – Vgl. Klaus Ertz: Jan Brueghel

d. J. Die Gemälde mit kritischen

Oeuvrekatalog, Lingen 1984. – Klaus

Ertz: Jan Brueghel d. Ä. Die Gemälde

mit kritischem Katalog, Bd. I-IV, Lingen

2008-2010.

€ 80 000 – 90 000

Am Ende einer langen Tradition von Landschaftskompositionen, zu

denen auch die Jahreszeiten-Allegorien gehören, die der Großvater des

Malers Pieter Brueghel d. Ä. begonnen hat und die dann meisterlich

vom Sohn Jan Brueghel d. Ä. weitergeführt wurden, steht diese im Oval

gemalte Kornernte von Jan Brueghel d. J., die auch als eine Allegorie des

Sommers zu verstehen ist. Als Ideenvorlage für unser Bild mag eine

1614 datierte, ebenso kleine (9,4 x 15 cm) Kornernte des Vaters gedient

haben, die sich heute in einer Privatsammlung befindet (Ertz Bd. III, Nr.

530). Die sichtbar an der Malweise des Vaters geschulte Pinselführung,

die in liebevoller Akribie jedem einzelnen Detail nachspürt, deutet bei

unserem Bild auf einen noch nicht so großen zeitlichen Abstand zu

dessen Werk hin. Anfang 1625 erfuhr Jan d. J. in Palermo vom Tode

seines Vaters und kehrte auf dem schnellsten Weg zurück nach Antwerpen,

um das väterliche Atelier zu übernehmen. In diese Jahre unmittelbar

nach der Rückkehr ordnet Klaus Ertz unser Bild stilistisch ein und

schlägt eine Datierung noch in die zwanziger Jahre vor. Um 1636 malte

Jan d. J. eine weitere, deutlich größere Kornernte (Ertz 1984, Nr. 25),

ansonsten taucht das Motiv in seinem Oeuvre nicht mehr auf.

1965 wurde unser Bild von Mr. Ernest V. Horvath, New York, dem North

Carolina Museum of Art als Werk von Jan Brueghel d. Ä. geschenkt

(siehe Bulletin des Museums). 1999 wurde es verkauft.

This oval composition of a “Grain Harvest” by Jan Brueghel the Younger

– that can also be interpreted as an allegory of summer – stands in a

long tradition of landscape painting (to which the theme of the season

cycle belongs) that starts with the works of the painter´s grandfather,

Pieter Brueghel the Elder, and that was masterly continued by his son

Jan Brueghel the Elder. The model for this painting might have been

a small-scale painting (9,4 x 15 cm) by the latter with the same theme,

that today belongs to a private collection (Ertz, vol. III, no. 530).

The manner of this painting in which every detail is lovingly rendered,

clearly points to the father´s training and indicates a date not too far

from the father´s work. In early 1625, Jan the Younger learned in

Palermo about his father´s decease and immediately returned to Antwerp

in order to take over his studio. Klaus Ertz dates this painting in

the 1620s, shortly after the return. Around 1636, Jan the Younger was

to paint another, larger “Grain Harvest” (Ertz 1984, no. 25) but the

theme did not reappear in his oeuvre.

In 1965 this painting was given to the North Carolina Museum of Art

by Ernest V. Horvath, New York, as a work by Jan Brueghel the Elder

(cf. Museum Bulletin) and was sold in 1999.


JAN BRUEGHEL D. J.

1601 Antwerpen – 1678 Antwerpen

1046 WEITE LANDSCHAFT MIT

REISENDEN UND RINDERHERDE

Öl auf Holz. 34 x 34 cm (links

beschnitten).

Gutachten

Klaus Ertz, Juni 2010.

Provenienz

Süddeutsche Privatsammlung.

Literatur

Vgl. Klaus Ertz: Jan Brueghel d. J. Die

Gemälde mit kritischem Oeuvrekatalog,

Lingen 1984. – Klaus Ertz: Jan Brueghel

d. Ä. Die Gemälde mit kritischem Katalog,

Bd. I-IV, Lingen 2008-2010.

€ 80 000 – 90 000

Diesem Gemälde von Jan Brueghel d. J. liegt – wie so häufig – eine Komposition

des Vaters zu Grunde. Es handelt sich dabei um ein 1609/10

entstandenes Bild mit dem Titel „Landstrasse mit Bauernwagen“, das

sich im Schlossmuseum von Gotha befindet und etwas größer ist als

unser Bild (Ertz 2008-2010, Bd. I, Nr. 57, 45 x 66 cm). Sehr ähnlich

ist das Motiv der belebten Landstrasse mit den Reisenden und den

Rindern. Der landschaft liche Teil hingegen weicht deutlich vom Vorbild

ab. Dadurch ist die Landstrasse, die der Sohn knapp über zwanzig Jahre

später malte, ein eigenständiges, weiter entwickeltes Kunstwerk mit eigenständigen

Ideen, die typisch sind für seine Werke der 30er Jahre. Im

Gegensatz zu den früheren Überschaulandschaften blickt der Betrachter

nicht mehr auf das weit unter ihm liegende, realistisch geschilderte Geschehen,

sondern von einem nur leicht erhobenen Augenpunkt. Dabei

kann er sich gut vorstellen, dass sich das Leben so im 17. Jahrhundert

auf einer Landstrasse abgespielt haben kann.

Die vorliegende Komposition vereint zwei Raumqualitäten: einmal erleben

wir die fast unbegrenzte Weite, zum anderen wird der Raum durch

abwechselnde Licht-Schatten-Zonen rhythmisch gegliedert. Beachtenswert

ist die Fähigkeit zur malerischen Dramatik, die der Kontrast zwischen

dem dunklen Vordergrund und dem hellen Hintergrund verstärkt

und so beim Vater nicht anzutreffen ist.

Klaus Ertz nimmt dieses Gemälde als „eigenhändige Arbeit Jan Brueghels

d. J., entstanden in den 30er Jahren des 17. Jahrhunderts“ in sein

Werkverzeichnis auf.

This painting by Jan Brueghel the Younger is – as is often the case –

based on a composition by his father, a work dated 1609/1610 and

entitled “Country Road with Farmers´ Wagon” in the Schlossmuseum,

Gotha, that is slightly larger (Ertz 2008-10, vol. I, no. 57; 45 x 66 cm).

The landscape with a lively, populated rural road with travelers and

cattle is very similar to this painting, whereas the depiction of the

countryside differs noticeably. Insofar, the landscape painted by the

son more than 20 years later can be considered a distinct work of art

with an individual concept, typical for his works of the 1630s. In this

painting, the beholder observes the scenery from a low vantage-point,

in contrast to the “world landscapes” of the past, where he looked down

on a scenery lying far below him. In this way, the beholder views an

authentic image of rural life of the 17th century.

This composition achieves two qualities in regard to the pictorial space.

One sees the infinite width of the landscape and the space is rhythmically

articulated by means of light and shadow. It is remarkable how

the artist uses the contrast between the dark foreground and the bright

background in order to create a dramatic atmosphere.

Klaus Ertz will include this painting in the catalogue raisonné as

“an authentic work by the hand of Jan Brueghel the Younger, painted

in the 1630s of the 17th century.“


JASPAR VAN DEN HOECKE,

Umkreis

vor 1585 – nach 1648

1047 SALOME UND DIE ENTHAUPTUNG

VON JOHANNES DEM TÄUFER

Öl auf Holz. 53,5 x 75,5 cm.

Gutachten

Ursula Härting, Hamm, 19.6.2007.

Verso die Punze des Tafelmachers Lambrecht

Steens (1608 bis 1636 nachweisbar).

€ 18 000 – 19 000

Die Geschichte von Johannes dem Täufer wird dem Betrachter simultan

in zwei Szenen vorgeführt: Während im Hintergrund links die

Enthauptung des Täufers gezeigt wird, befindet sich in der großen

Bankettszene im Vordergrund der abgeschlagene Kopf bereits in einer

Schüssel auf der Tafel des Herodes, der unter einem grünen Baldachin

auf seinem Thron sitzt. Den Tod des Johannes hatte Salome, die Nichte

und Stieftochter des Herodes Antipas gefordert, die in beiden Szenen in

einem blau-gelben Gewand zu sehen ist. Die bühnenartig komponierte

Bankettszene nutzt der Maler zur virtuosen Wiedergabe prunkvoller

Gewänder und einer opulent bestückten Tafel mit kostbaren Speisen

und Tafelgeschirr. Ursula Härting lokalisiert diesen Maler im Umkreis

des Jaspar van den Hoecke, der seinerseits eng mit Frans Francken II

zusammenarbeitete, dem Hauptvertreter der Antwerpener Kleinfigurenmalerei.


NIEDERLÄNDISCHER MEISTER

des 17. Jahrhunderts

1048 LANDSCHAFT MIT RUINEN

UND SCHAFHERDE

Bezeichnet unten links: P. Potter f 1630.

Öl auf Holz. 40 x 40,5 cm.

Provenienz

Auktion Eduard Hünerberg, Braunschweig,

3.12.1964, Lot 62. -

€ 5 000 – 7 000


JAN BRUEGHEL D. J.

1601 Antwerpen – 1678 Antwerpen

PIETER VAN AVONT

1600 Mecheln – 1652 Antwerpen

1049 CHRISTUS ALS SALVATOR

MUNDI MIT BLUMENFESTONS

Öl auf Kupfer. 68,8 x 86,6 cm.

Gutachten

Klaus Ertz, 1988.

Provenienz

Deutsche Privatsammlung.

Es war im Antwerpen des 17. Jahrhunderts

durchaus üblich, dass Künstler,

die auf unterschiedliche Gattungen

spezialisiert waren, gemeinsam ein Werk

ausführten. Auch Jan Brueghel d. J.

bediente sich häufig der Hilfe befreundeter

Staffagemaler wie Hendrik van

Balen, Frans Francken II oder Pieter van

Avont. Francken II wurde von ihm für

mythologische Themen bevorzugt, während

er sich an van Balen und van Avont

vorwiegend bei biblischen Themen

wandte.

In der Mitte des Gemäldes steht Avonts

unbekleideter Christusknabe auf einem

voluminösen Steinsockel. Der rechte

Arm stützt sich auf eine Weltkugel, seine

Hand ist segnend erhoben. Mit dem

rechten Fuß steht er auf der Schlange,

dem Sinnbild des Bösen, die sich den

Sockel hinabwindet. Prächtige Blumenfestons

und eine Vielzahl unterschiedlicher

Vögel umrahmen den Erlöser

und verleihen der Szene ihren festlich

heiteren Charakter. Sie stammen von

Jan Brueghel d. J. Ertz datiert das Bild

um 1650.

€ 50 000 – 60 000


CORNELIS SAFTLEVEN

1607 Gorinchem – 1681 Rotterdam

1050 BAUERNINTERIEUR

MIT FRAU AM BRUNNEN

Monogrammiert unten Mitte: CSf.

Öl auf Holz. 36 x 47,5 cm.

Gutachten

Wolfgang Schulz, Berlin, 28.3.2004.

Provenienz

Ehemals Slg. Graf Schulenburg. –

Auktion Sotheby’s, London, 25.6.1947,

Lot 109 (als Mieris). – Westfälische Privatsammlung.

– 676. Lempertz-Auktion,

Köln, 21.5.1992, Lot 168 (als Vlämischer

Meister). – Rheinische Privatsammlung.

Literatur

Wolfgang Schulz: Cornelis Saftleven

1607-1681. Leben und Werke, Berlin u.

New York 1978, S. 240.

€ 14 000 – 16 000

Cornelis Saftleven war der ältere Bruder von Herman Saftleven. In

starkem Maß von der Antwerpener Malerschule beeinflusst erweist sich

Cornelis Saftleven als äußerst vielseitiger Künstler. Zu seinen Themen

gehörten Allegorien, politische Satiren, Spuk- und Höllenszenen, Landschaften

und Genrestücke. Wolfgang Schulz datiert das vorliegende Gemälde

in die erste Hälfte der 30er Jahre des 17. Jahrhunderts während

eines Aufenthaltes des Künstlers in Antwerpen.


JAN BRUEGHEL D. Ä., Nachfolge

1568 Brüssel – 1625 Antwerpen

1051 DORFLANDSCHAFT

MIT REISENDEN UND BAUERN

Öl auf Holz. 33 x 44 cm.

Provenienz

Westdeutsche Privatsammlung.

€ 6 000 – 8 000


FLÄMISCHER MEISTER

des 17. Jahrhunderts

1052 BEWALDETE LANDSCHAFT

MIT REITER UND HUNDEN

Öl auf Holz (parkettiert). 23,5 x 30,5 cm.

€ 5 000 – 7 000


NIEDERLÄNDISCHER MEISTER

in der Art des Herman Saftleven

1053 BERGIGE LANDSCHAFT

Öl auf Holz (parkettiert). 52,5 x 71 cm.

Provenienz

442. Lempertz-Auktion, Köln, 4.-7.5.1955,

Lot 116. – Rheinische Privatsammlung.

Bezeichnet unten links: Brueghel.

€ 5 000 – 8 000


CLAES CLAESZ WOU

um 1592 – 1665 Amsterdam

1054 SEGELSCHIFFE AUF

STÜRMISCHER SEE

Signiert unten links: CC WOV.

Öl auf Holz. 43 x 58 cm.

€ 8 000 – 10 000

Claes Claesz Wou zählt zu den frühen holländischen Marinemalern,

die sich auf die Darstellung der stürmischen See spezialisierten. Seine

Seestücke zeigen zumeist Kriegsschiffe (fast ausschließlich Dreimaster)

und Fischerboote, die mit den Naturgewalten kämpfen. Charakteristisch

für seine Farbpalette sind die Grautöne im bewölkten Himmel und

die dunklen Grüntöne im Wasser, wobei mit schnellen weißen Pinselstrichen

die Gischt gemalt ist, die helle Lichtakzente setzt. Claes Wou

handelte neben seiner erfolgreichen Tätigkeit als Künstler auch mit

Malutensilien und wird in Dokumenten als „paneelmaker“ genannt.


EGBERT VAN DER POEL

1621 Delft – 1664 Rotterdam

1055 BAUERNHÜTTE MIT

ANGEBAUTEM STALL

VOR STILLEM GEWÄSSER

Öl auf Holz. 43 x 47 cm.

Gutachten

Walther Bernt, München 26.4.1957

(in Kopie).

Provenienz

Süddeutsche Privatsammlung.

Walther Bernt datiert das Gemälde um

1645.

€ 5 000 – 7 000


FLÄMISCHER MEISTER

des 17. Jahrhunderts

1056 ORPHEUS BEZAUBERT BÄUME

UND TIERE MIT SEINEM LEIER-

SPIEL

Öl auf Holz. 76 x 106,5 cm.

Orpheus, der Sohn des Apollon und

der Muse Kalliope, galt in der antiken

Mythologie als überragender Sänger (vgl.

Ovid, Met. X, 86-105; XI,1-2). Nicht nur

Menschen und die Götter der Unterwelt,

sondern ebenso Tiere und Bäume ließen

sich von seinem Gesang und dem Spiel

seiner Leier bezaubern; selbst Meeresstürme

vermochte er zu besänftigen. Die

Darstellung des musizierenden Orpheus

unter Tieren und Bäumen war bereits

in der Antike ein beliebtes Thema. In

der flämischen Malerei des 17. Jahrhunderts

erlebte dieses Motiv eine erneute

Blütezeit, bot es doch den Künstlern

die willkommene Gelegenheit, mit der

virtuosen Darstellung exotischer Tiere

zu brillieren. Das bekannteste Beispiel

hierfür ist die Version Jan Brueghels d. Ä.

im Madrider Prado.

Der anonyme Künstler des vorliegenden

Bildes hat neben realen Tieren, die ihm

teilweise nur durch Stichpublikationen

bekannt gewesen sein dürften, auch verschiedene

Phantasiewesen wiedergegeben.

So finden sich beispielsweise zwei

geflügelte Vierbeiner auf einer kleinen,

in den See hineinragenden Landzunge

oder am gegenüber liegenden Ufer zwei

Einhörner.

€ 30 000 – 33 000


ADRIAEN VAN UTRECHT, Umkreis

1599 Antwerpen – 1653 Antwerpen

*1057 STILLLEBEN MIT FRÜCHTEKORB

Öl auf Leinwand (doubliert). 43 x 52,5 cm.

€ 7 000 – 10 000


ALEXANDER ADRIAENSSEN

1587 Antwerpen – 1661 Antwerpen

1058 STILLLEBEN MIT KARPFEN,

FLUSSBARSCHEN, HECHT,

KABELJAU UND AUSTERN

Signiert Mitte links: Alex. Adriansen fe.

Öl auf Holz. 41 x 56 cm.

Verso Brandmarke der Antwerpener

St. Lukasgilde (zwei Hände und Burg).

€ 4 000 – 5 000

Der 1587 in Antwerpen geborene Alexander Adriaenssen war Schüler

von Artus van Laeck, 1610 wurde er als Meister in die Zunft seiner

Heimatstadt aufgenommen. 1623 finden wir ihn in der Nachbarschaft

von Peter Paul Rubens, der in seine umfangreiche Kunstsammlung auch

zwei Gemälde von Adriaenssen aufnahm. Adriaenssen war ein vielseitiger

Stilllebenmaler, der vornehmlich Küchentische und Mahlzeitenstillleben

in kleinerem Format wiedergab; vor allem aber war er für die

Darstellung von Fischen bekannt, wofür unser Gemälde ein charakteristisches

Beispiel bildet: An prominenter Stelle wird ganz vorne rechts

in einer Schüssel auf einer Tonne ein Karpfen präsentiert; auf dem

Tisch dahinter liegen rechts zwei Flussbarsche sowie ein (etwas zu lang

wiedergegebener) Hecht. Bei dem bereits zerteilten Fisch auf dem Teller

in der Mitte des Tischs dürfte es sich um Kabeljau oder Dorsch handeln.

Komplettiert wird die Zusammenstellung durch Austern auf der linken

Seite des Tisches und nicht zuletzt eine Katze, die im Hintergrund auf

Beute lauert.


CORNELIUS JANSSENS

VAN CEULEN

1593 London – 1661 Utrecht

1059 BILDNIS EINES HERREN

MIT HUND

Monogrammiert und datiert oben links:

CJ 1648.

Öl auf Leinwand (doubliert). 115 x 70 cm.

Literatur

Zu Cornelius Janssens van Ceulen siehe:

Karen Hearn: The English Career of

Cornelius Johnson. In: Juliete Roding u.a.

(Hg.): Dutch and Flemish Artists in Britain

1550-1800. Leiden 2003, S. 113-128

€ 25 000 – 30 000

Horace Walpole, der große Schriftsteller und Historiograph der englischen

Kunst, schrieb über die Bildnisse Cornelius Janssens van Ceulens,

sie seien „strongly marked with a fair character of nature, and remarkable

for a lively tranquility in the countenances.“ Und Bainbridge Buckeridge

sprach von „neat finishing, smooth painting“ und lobte „that freedom of

draught which the other was master of.“ „The other“, damit war Antonis

van Dyck gemeint, dessen Ankunft am Hof Karls I. 1632 die englische

Bildniskunst revolutionierte. Cornelius Janssens, in London geborener

Sohn niederländischer Einwanderer, geriet wie alle anderen Bildnismaler

unter den Einfluss van Dycks, dem von König und Hof hochgeschätzten

jungen flämischen Malerstar. Von van Dyck übernahm Janssens – wofür

unserer Gemälde ein gutes Beispiel ist – den leichten, weichen Pinselstrich,

mit dem er den Dargestellten Lebendigkeit und Eleganz verlieh.

Der im Profil dargestellte Hund, dessen Fell man förmlich zu fühlen

meint, ist ein (nobilitierendes) Motiv, das ebenfalls von van Dyck stammt.

Vermutlich lernte Janssens zunächst in Holland bei Jan van Ravesteyn

oder Jan Michiel van Miereveld, und entsprechend wirken seine frühen

Bildnisse etwas beflissen und steif im Vergleich zu den späteren Arbeiten.

1632 wurde Janssens zu einem der Hofbildnismaler Karls I. ernannt,

malte Miniaturen ebenso wie repräsentative ganzfigurige Bildnisse und

hatte Auftraggeber am Hof ebenso wie beim hohen und niederen Adel.

Die politischen Unruhen und der damit einhergehende Niedergang des

Kunstmäzenatentums in England dürften Janssens 1643 nach Holland –

zunächst nach Middelburgh und dann nach Utrecht – geführt haben. So

kann Cornelius Janssens als einer jener Künstler gelten, die den brillanten

Malstil des Flamen van Dyck nach Holland brachten – über den Umweg

in London. Dieses elegante Bildnis eines Herren mit Hund, 1648 während

der Zeit in Middelburgh entstanden, ist ein hervorragendes Beispiel jenes

„smooth painting“, das auch in der holländischen Bildnismalerei der zweiten

Hälfte des 17. Jahrhunderts Einzug halten sollte.

Horace Walpole, the great writer and historian of English art, characterised

the paintings of Cornelius Janssens van Ceulen as being „strongly

marked with a fair character of nature, and remarkable for a lively tranquility

in the countenances.“ And Bainbridge Buckeridge noted the „neat

finishing, smooth painting“, praising „that freedom of draught which the

other was master of.“ „The other“ referred to Anthony van Dyck whose

arrival at the court of Charles I in 1632 revolutionised English portraiture.

Cornelius Janssens, born in London of Dutch immigrants, like all other

painters in London was strongly influenced by van Dyck, the young Flemish

star painter highly esteemed by the King and the court. From van

Dyck, Janssens took the light and soft brushstroke thus applying liveliness

and elegance to the sitter. The dog shown in profile, its coat giving an

illusion of tangibility, is an ennobling motif also derived from van Dyck´s

art. Janssens probably studied with Jan van Ravesteyn or Jan Michiel van

Miereveld and his early paintings appear somewhat studious and stiff in

comparison to his later works. In 1632, Janssens became one of the court

painters to King Charles I, painting miniatures as well as representative

full-length portraits, and received commissions from the court as well as

from the higher and lower nobility. The political unrest in England and

the following decline of art patronage probably led Janssens to Holland

in 1643 – first to Middelburgh and then to Utrecht. As a result, Janssens

can be considered to be one of the artists that brought the brillant style of

the Fleming van Dyck to Holland by way of London. This elegant portrait

is an excellent example of the „smooth painting“ that was to characterise

Dutch portraiture in the second half of the 17th century.


FLÄMISCHER MEISTER

der Mitte des 17. Jahrhunderts

1060 LANDSCHAFT MIT TREPPEN-

ARTIGER BRÜCKE UND REICHER

STAFFAGE

Öl auf Holz. 35 x 32 cm.

Provenienz

Deutscher Adelsbesitz.

€ 15 000 – 25 000

Das Bild zeigt eine phantastische Landschaft am Wasser mit einer Art

Insel in der Mitte, zu der eine hohe Stufenbrücke führt. Einige Bauern

mit Erntekörben haben bereits das andere Ufer erreicht. Weitere Figurengruppen

mit unterschiedlichen Tätigkeiten erkennt man im Vordergrund:

eine Pferdekutsche mit fröhlichen Personen, spielende Kinder,

ein Reiter, zwei junge Herren mit Jagdhunden und Boote mit Männern,

die am Ufer ankommen oder abfahren.


GILLIS GILLISZ DE BERGH

1600 Delft – 1669 Delft

1061 STILLLEBEN MIT TRAUBEN,

MUSCHELN UND BIRNE

Öl auf Holz (parkettiert). 30 x 57,5 cm.

€ 4 000 – 6 000

NIEDERLÄNDISCHER MEISTER

des 17. Jahrhunderts

1062 LANDSCHAFT MIT RUINEN

UND WANDERERN

Öl auf Holz. 19,5 x 27,5 cm.

Provenienz

Kunstsalon Hermann Abels, Köln. –

Kunsthandlung Xaver Scheidwimmer,

München, 1980. – Westfälische Privatsammlung.

€ 4 000 – 5 000

Gillis de Bergh war vermutlich Schüler Cornelis Jacobsz Delffs, dessen

Motive er übernimmt, wobei er einen stärkeren Hell-Dunkel-Kontrast

verwendet. Der fliegende Schmetterling, die Weinranke oder die chinesische

Porzellanschale sind typische Elemente der Stillleben des

Delfter Künstlers (vgl. eine sehr ähnliche Komposition in Erika Gemar-

Koeltzsch: Holländische Stillebenmaler im 17. Jahr hundert, Lingen

1995, Bd. 2, S. 80f, Abb.23/5).


FRANS DE MOMPER

um 1605 – 1660 Antwerpen

1063 GROSSE LANDSCHAFT

MIT KIRMES

Öl auf Leinwand (doubliert).

105 x 140 cm.

Provenienz

Belgische Privatsammlung.

Der Maler Frans de Momper stammt

aus einer verzweigten Antwerpener

Künstlerfamilie, Vater Jan II und Bruder

Philips II waren ebenfalls Maler. Frans

wiederum, der unter diesen als der

Begabteste gilt, war ein Neffe des großen

Josse d. Jüngeren. Er malte Landschaften

mit Ansichten bekannter Städte, Strandlandschaften

und Szenen des niederländischen

Volkslebens. Später ließ er sich

in Holland nieder, er wohnte zeitweise in

Den Haag, 1647 in Haarlem und 1648/49

in Amsterdam. Danach kehrte er nach

Antwerpen zurück, wo er 1660 starb.

€ 70 000 – 80 000


CORNELIS VAN POELENBURGH

um 1586 Utrecht – 1667 Utrecht

*1064 LANDSCHAFT MIT

BADENDEN NYMPHEN

Öl auf Holz. 38 x 49 cm.

€ 7 000 – 9 000


REINIER NOOMS, GEN. ZEEMAN

1623 – um 1668 Amsterdam

1065 HOLLÄNDISCHE HAFENSZENE

Öl auf Holz. 30 x 38 cm.

Provenienz

Holländische Sammlung.

€ 18 000 – 20 000

Charakteristisch für die Seestücke des Amsterdamer Malers sind

die geschickt eingefügten Staffagefiguren, die seine Kompositionen

atmosphärisch beleben. Gerne greift Nooms dabei auch auf schmale

Vordergrundsbühnen zurück, auf denen die Menschen agieren: sie

kalfatern ihre Boote, treiben Handel, ordnen und reinigen ihre Netze

oder genießen, wie hier in der Mitte, den Feierabend. Nooms Bilder sind

Genre- und Marine bilder zugleich.


LAMBERT DE HONDT

vor 1620 – vor 1665 Mecheln

*1066 DORFLANDSCHAFT MIT REITERN

Signiert unten rechts: L.D. Hondt.

Öl auf Leinwand. 30 x 42 cm.

€ 7 000 – 9 000


PIETER VERELST

um 1618 Dordrecht – nach 1668 Hulst

1067 WIRTSHAUSSZENE

Öl auf Leinwand, auf Holz aufgezogen.

28,5 x 24,5 cm.

€ 25 000 – 28 000

An einem mit Krug, Glas und Tabakwaren gedeckten Wirtshaustisch

sitzen ein Mann, der eine zierliche Violine spielt, und eine Frau, die

vermutlich dazu singt und vielleicht ein Notenblatt in ihrer Hand hält.

Als dritte Figur erkennt man links im Hintergrund schemenhaft eine

alte Frau, die sich durch eine Maueröffnung beugt und nach etwas zu

greifen scheint, das sich außerhalb des Bildraums befindet.

Thema, Figurentypen und die braun-grau dominierte Farbigkeit, die von

dem Gelb-Rot-Blau-Akkord der Kleidung der Frau akzentuiert wird, sind

charakteristisch für die bäuerlichen Genreszenen von Pieter Verelst. Der

Dordrechter Künstler, der von Gerard Dou ausgebildet wurde und zeitweise

auch von Rembrandt beeinflusst war, malte neben Genreszenen

auch Bildnisse und Charakterfiguren.


BARTHOLOMEUS ASSTEYN

1607 Dordrecht – nach 1667 Dordrecht

1068 STILLLEBEN MIT PFIRSICHEN,

TRAUBEN UND EINER TULPE

Signiert und datiert unten rechts:

B. Assteijn / 1659.

Öl auf Leinwand (doubliert). 58,5 x 71 cm.

Provenienz

Slg. Jonkheer V. L. Vegelin van Claerbergen

(1774-1844), Joure. – Auktion Kutsch,

Leeuwarden, 6.-9.4.1846, Lot 3 (als Balthasar

van der Ast). – Slg. Jonkheer

Wolter Gockinga (1812-1883), Groningen.

– Auktion Van Pappelendam

Schouten, Amsterdam, 14.-15.8.1883. –

Seit Ende des 19. Jahrhunderts im Besitz

der Familie des heutigen Eigentümers,

möglicherweise von einem Mitglied der

Familie in der Auktion 1883 in Amsterdam

erworben.

€ 18 000 – 22 000

Literatur

Laurens J. Bol: Bartholomeus Assteijn. Dordts schilder van blomen en

fruyten. In: Oud Holland LXVIII, 1953, S. 136-148, hier S. 147, Nr. 17.

Der Früchte- und Blumenstilllebenmaler Bartholomeus Assteyn, der den

größten Teil seines Lebens in Dordrecht verbracht hat, orientierte sich

in seinen Werken am Vorbild des Middelburger bzw. Utrechter Künstlers

Ambrosius Bosschaert und dessen Sohns Johannes. Darüber hinaus

zeigt sein Oeuvre den Einfluss von Balthasar van der Ast, bei dem

Assteyn möglicherweise in die Lehre ging und dem das vorliegende Bild

im 19. Jahrhundert zugeschrieben wurde.

Charakteristisch für die Früchtestillleben des Künstlers sind die reich

mit Blättern versehenen Äste und Zweige, die die üppige Zusammenstellung

der Früchte, darunter häufig zahlreiche Weintrauben, gleichsam

rahmen. Belebt werden die Kompositionen durch die Darstellung

weniger Insekten, wie bei dem vorliegenden Gemälde durch einen

Schmetterling am linken Bildrand und eine Fliege, die prominent in das

hell erleuchtete Zentrum des Bildes platziert wurde.


FLÄMISCHER MEISTER

des 17. Jahrhunderts

1069 DORFLANDSCHAFT

MIT FLUSS UND BRÜCKE

Öl auf Holz. 16 x 21,5 cm.

Verso Reste eines schwarzen Sammlersiegels.

€ 10 000 – 12 000


JACOB VAN DER CROOS

um 1632-37 Den Haag – zwischen 1683 und 1699

vermutlich Amsterdam

ODER

ANTHONY VAN DER CROOS

1606/07 vielleicht Alkmaar - nach 1664 Den Haag

1070 NIEDERLÄNDISCHE LANDSCHAFT

MIT DER STADTSILHOUETTE

VON LEIDEN

Öl auf Holz. 47 x 65,5 cm.

Später bezeichnet mit Monogramm PC.

€ 8 000 – 12 000

Während H.-U. Beck in Jacob van der Croos den Vetter des Anthony

Jansz van der Croos vermutet, sieht R. E. O. Ekkart in ihm eher dessen

Sohn. Als sicher gilt hingegen, dass er seinerseits der Vater von Jan

Jacobsz van der Croos war.

Zu den eher ungesicherten Daten der Biographien von Jacob und Anthony

Jansz van der Croos korrespondiert ein Oeuvre, das sich aufgrund

der äußerst ähnlichen Handschrift zuweilen nur schwer voneinander

unterscheiden und einem der beiden Künstler sicher zuschreiben lässt.

Beide Künstler malten neben Ansichten einzelner Gebäude in bewaldeten

Landschaften oder am Waldrand vor allem Landschaften mit weiter

Fernsicht, die häufig den Blick auf eine Stadtsilhouette im Hintergrund

wiedergeben, wie bei unserem Gemälde auf diejenige von Leiden.

Für beide Künstler charakteristisch ist der wie Schraffuren wirkende,

regelmäßige Auftrag breiter, horizontaler Pinselstriche auf den Baumstämmen,

die vom Boden bis in das fächerförmige, mit hakenförmigen

Pinselstrichen gemalte Laubwerk gesetzt werden. Bezeichnend ist

ferner die meist geringe Anzahl von Staffagefiguren, unter denen sich

ein Sackträger besonderer Beliebtheit erfreut, der auch in unserem Bild

vorkommt.

Das später hinzu gefügte Monogramm PC mag sich irrtümlich auf den

als Pieter Cosin identifizierten Monogrammisten PC beziehen, dessen

Malweise der der van der Croos-Familie stark ähnelt.


GIOVANNI ANDREA SIRANI,

zugeschrieben

1610 Bologna – 1670 Bologna

1071 HEILIGE CÄCILIE

Öl auf Leinwand. 107 x 84,5 cm.

Provenienz

Rheinische Privatsammlung.

€ 18 000 – 25 000


ABRAHAM SUSENIER

um 1620 Leiden – nach 1667 Dordrecht

1072 HOLLÄNDISCHE KÜSTENLAND-

SCHAFT MIT SEGELSCHIFFEN

UND BOOTEN

Monogrammiert unten rechts: AB S

(auf dem Treibholz, AB ligiert).

Öl auf Holz. 15,5 x 17,5 cm.

€ 12 000 – 14 000


CLAES MOLENAER

um 1630 Haarlem – 1676 Haarlem

1073 LANDSCHAFT MIT WIRTSHAUS

UND RASTENDEN PERSONEN

Öl auf Holz (parkettiert). 48 x 63 cm.

Provenienz

Niederländische Sammlung.

€ 22 000 – 24 000

Im Laufe seiner künstlerischen Laufbahn hat Claes Molenaer einen

eigenständigen, unverwechselbaren Stil entwickelt und ein umfangreiches,

präg nantes Werk hinterlassen. Von seiner künstlerischen

Herkunft her gehört er zu dem weiteren Malerkreis um Jacob van

Ruisdael, was oft übersehen wird. Anders ist es bei unserem Bild. Hier

ist die bekannte Handschrift Molenaers ebenso erkennbar – etwa in

der Figurengruppe vor dem Wirtshaus, wo Personen unterschiedlichen

Standes einen gemeinsamen Auftritt haben – wie Elemente des Stiles

von Ruisdael. So ist z. B. das Verhältnis von Landschaft, Architektur

und Staffage eher ungewöhnlich. Meistens handelt es sich bei Mole-

naers Bildern um nahsichtige Dorflandschaften, während hier ein

relativ breiter Vordergrund mit stillem Gewässer, gefällten Baumstämmen

und einer größeren Fläche braunen Erdbodens zu sehen ist. Diese

unmittelbaren Spuren der Kunst seines Lehrmeisters verleihen dem

Bild einen besonderen Reiz.


CHRISTIAEN VAN COLENBERGH

vor 1635 – nach 1688

1074 BILDNIS EINER FAMILIE

MIT CASTEEL DURSTEEDE

IM HINTERGRUND

Signiert unten links: Colenberch f.

Öl auf Leinwand (doubliert).

125 x 178,5 cm.

Provenienz

Sammlung Comte de Renesse, Brüssel. –

Deren Versteigerung Sotheby´s London

27.5.1938, Nr. 5. – Sotheby´s Parke

Bernet, New York 22.-23.1.1976,

Nr. 159. – Kunsthandlung Ludwigs-

Galerie, München (Anzeige in Weltkunst

15.4.1977, S. 720). – Privatsammlung

Köln.

Dieses schöne Familienbild galt seit dem

es vor mehr als 40 Jahren in eine

deutsche Privatsammlung einging, als

Werk des Christiaen van Couwenberg

(siehe Weltkunst 1977). Dies ist durch

eine falsche Lesart der Signatur zu verstehen,

was auch im Versteigerungskatalog

von 1938 der Fall war. Dort wurde es

als Craenburch angeboten, ein Künstlername,

den es gar nicht gibt. Wir danken

Herrn Willem van de Watering für die

Identifizierung des Bildes als Werk des

in Utrecht tätigen Malers Christiaen van

Colenbergh, dessen Gemälde sehr selten

sind. Thieme/Becker etwa erwähnt von

ihm nur ein Porträt des Prof. Hendrik

Moreelse in der Utrechter Universität.

Das Gebäude im Hintergund unseres

Bildes ist das noch heute existierende

Kasteel Duurstede. Die Kostüme der

Personen, möglicherweise handelt es

sich um die damaligen Eigentümer des

Kasteels, lassen eine Entstehung des

Bildes um 1665 wahrscheinlich erscheinen.

Zu diesem Zeitpunkt befand sich

das Kasteel noch in gutem Zustand, kurz

danach, 1672, wurde es von französischen

Truppen nahezu zerstört.

€ 35 000 – 45 000


HIERONYMUS GALLE

1625 Antwerpen – um 1679

1075 BLUMENGIRLANDE UM EINE

ORNAMENTKARTUSCHE

Signiert unten links: Gieronimo Galle F.

Öl auf Leinwand. 103 x 85 cm.

€ 20 000 – 30 000

Über einem mit Voluten besetztem Steinsockel erhebt sich eine graubraune

Ornamentkartusche, in deren Zentrum sich eine en grisaille gemalte

Darstellung der Skulpturenbüste einer weiblichen Figur befindet. Drei

üppige Blumengebinde umrahmen die Kartusche, das untere in Form einer

Girlande, die beiden oberen als Sträuße zusammengebunden. Die Gebinde

bestehen überwiegend aus großen Blüten in leuchtendem Weiß, Rosé und

Rot, hinzu kommen gelbe, orangefarbene und blaue Farbakzente, die insgesamt

zu einer Farbenpracht führen, die sich effektvoll und plastisch vom

graubraunen Hintergrund der Ornamentkartusche abhebt.

Die Verbindung von Blumenkränzen oder -girlanden mit figürlichen Darstellungen

im Zentrum geht auf Jan Brueghel d. Ä. zurück, während Daniel

Seghers das Motiv der Ornamentkartusche in die Malerei einführte. Auf

die Bilder des in den Jesuitenorden eingetretenen Daniel Seghers, der zum

Vorbild zahlreicher Antwerpener Künstler wurde, rekurrieren auch die

Stillleben von Hieronymus Galle, der zunächst ebenfalls in Antwerpen, später

in Brüssel tätig war. Bereits Walther Bernt hat aber auf die Unterschiede

zwischen Seghers und Galle hingewiesen: „Im Verhältnis zu Seghers wirkt

er [Galle] moderner, seine Blumen sind dichter komponiert, nicht so kontrastreich

beleuchtet und malerischer in der Auffassung.“ Die Blumensträuße

von Galle gehören für Bernt „durch ihre geschmackvolle Komposition

und Farbigkeit zu dem Besten der niederländischen Blumenmalerei“.


ANTHONY JANSZ

VAN DER CROOS

1606/07 Alkmaar (?) – nach 1664 Den Haag

1076 WEITE FLUSSLANDSCHAFT

MIT STAFFAGEFIGUREN

Öl auf Holz. 9 x 20 cm.

€ 12 000 – 13 000

Anthony van der Croos, der in Den Haag, Scheveningen, Alkmaar und

schließlich wieder in Den Haag arbeitete, schuf Landschaftsgemälde, die

von dem Vorbild Jan van Goyens ausgehend einen durchaus eigenständigen

Stil entwickeln. Häufig verwendet er Motive aus Den Haag und

Umgebung als Vorlage für seine Bilder. Eine sehr ähnliche Landschaft

wurde versteigert bei Sotheby’s, London, 12.7.2001, Lot 195.


JAN VAN DER HEYDEN

1637 Gorinchem – 1712 Amsterdam

*1077 DIE JESUITENKIRCHE

ST. ANDREAS IN DÜSSELDORF

Öl auf Leinwand (doubliert). 51 x 64 cm.

Provenienz

Sammlung Baron de Brouwer, Belgien. –

Deren Versteigerung, Brüssel

6.-7.10.1947, Nr. 73, Abb. XIX. – Bis 1990

in Belgischer Privatsammlung. – Süddeutsche

Sammlung.

Ausstellungen

Paris, Jeu de Paume 1911/1912, Nr. 68.

Literatur

C. Hofstede de Groot: Verzeichnis der

Werke der hervorragendsten Holländischen

Maler, Bd. 8, 1923, S. 58. –

Vgl. Helga Wagner: Jan van der Heyden,

1971, S. 75, Nr. 37.

€ 90 000 – 100 000

Das Bild zeigt die Chorfassade der 1622-1629 errichteten Jesuitenkirche

und Teile der Düsseldorfer Altstadt. Es handelt sich um eine Replik

oder zweite (eigenhändige?) Fassung des signierten und 1667 datierten

Gemäldes im Mauritshuis in Den Haag (H. Wagner, S. 75, Nr. 37).

Eine als Kopie bei Wagner erwähnte Version befindet sich im Düsseldorfer

Stadtmuseum, diese wurde in den 50er Jahren auf einer Auktion

in Heidelberg erworben. Unser Bild ist mit jenem zu identifizieren, das

1911-1912 in Paris ausgestellt war (L. Vaillat, Nr. 68). Laut dem damaligen

Katalogeintrag stammte es aus der Londoner Sammlung Salting

und gelangte später in die Pariser Kunsthandlung Sedelmeyer. Zum

Zeitpunkt der erwähnten Pariser Ausstellung befand es sich in der

Sammlung Jules Porgés. Diese Provenienzangaben decken sich mit den

Angaben bei Hofstede de Groot, der es darüber hinaus bis ins Jahr 1802

zurückverfolgen konnte. Während Hofstede de Groot das Bild als Kopie

bezeichnet, wurde es in Paris und dem späteren Brüsseler Auktionskatalog

der Sammlung des Baron de Brouwer von 1947 als eigenhändiges

Werk van der Heydens ausgegeben. Der erzielte Preis von 138.000 war

der höchste Zuschlag dieser Gemäldesammlung (Ausrufpreis 30.000;

der damalige Auktionskatalog liegt vor, alle Preise sind handschriftlich

notiert). Auf der Rückseite des Bildes befindet sich ein Aufkleber, in

dem der langjährige Direktor des Mauritshuis Dr. Martin bestätigt, es

im Original gesehen zu haben und dass er es als eigenhändige Arbeit

van der Heydens erachte.

This painting depicts the choir façade of the Jesuit church St. Andreas

erected between 1622 and 1629 and a part of the old town of Düsseldorf.

It is a replica or a second version by the hand of the artist of a

painting in the Mauritshuis in The Hague (H. Wagner, p. 75, no. 37).

Another version, described by Wagner as a copy, is today in the Stadtmuseum

in Düsseldorf and was acquired at an auction in Heidelberg

in the 1950s. The present painting can be identified as the version that

was exhibited in Paris in 1911/1912 (L. Vaillat, no. 68). According to

the exhibition catalogue, it was in the London Salting collection and

subsequently with the art dealer Charles Sedelmeyer, Paris. At the time

of the exhibition in Paris, it belonged to the Jules Porgés collection.

The provenance of the painting concurs with the information given

by Hofstede de Groot who could trace the work back to 1802. While

Hofstede de Groot saw the painting as a copy, it was listed in Paris

and the later Brussels auction catalogue as a work by van der Heyden

himself. The auction result of 138,000 was the highest of any lots in this

collection (estimate 30,000; the price is handwritten in a copy of the

auction catalogue). On the reverse of the painting a label is attached on

which the director of the Mauritshuis, Dr. Martin, confirms that he saw

the painting and that the work was painted by van der Heyden himself.


ABRAHAM SUSENIER,

zugeschrieben

um 160 Leiden – nach 1667 Dordrecht

*1078 FISCHSTILLLEBEN

MIT SCHELLFISCHEN

Bezeichnet unten links: A.V.B.

Öl auf Holz. 62,3 x 45,5 cm.

Provenienz

Auktion Mak van Waay, Amsterdam,

17.12.1935, Lot 4 (als Abraham van

Beyeren).

Verso Reste eines Sammlersiegels (TP),

ein Etikett mit der Nummer „220“ sowie

der Eintrag aus einem Katalog des

Auktionshauses Mak van Waay mit dem

handschriftlichen Eintrag „Dec 1938“.

€ 6 000 – 8 000


PIETER WOUWERMAN

1623 Haarlem – 1682 Amsterdam

1079 DER AUFBRUCH

DER JAGDGESELLSCHAFT

Monogrammiert unten Mitte: PW

(ligiert).

Öl auf Leinwand (doubliert). 56 x 64 cm.

Provenienz

Auktion Christie’s, London. – Privatsammlung

Köln. – 757. Lempertz-Auktion,

Köln, 16.5.1998, Lot 1162. – Süddeutsche

Privatsammlung.

Wir danken Marijke de Kinkelder und

Willem van de Watering für die Bestätigung

der Eigenhändigkeit von Pieter

Wouwerman.

€ 16 000 – 20 000


JACOBUS STORCK, zugeschrieben

tätig in Amsterdam zwischen 1660 und 1686

1080 SCHLOSS NIJENRODE IN

BREUKELEN AN DER VECHT

Öl auf Leinwand (doubliert). 52 x 62,5 cm.

€ 8 000 – 10 000

Jacobus Storck, vermutlich Bruder des Marinemalers Abraham Storck,

spezia lisierte sich auf Stadtansichten mit topographisch genau wiedergegebenen

Bauten, die an Grachten gelegen sind – insofern ist diese

Darstellung von Schloss Nijenrode ein charakteristisches Werk Storcks.

Schloss Nijenrode wurde im späten 13. Jahrhundert in Beukelen in der

Nähe Utrechts an der für den Handel bedeutenden Vecht als Burg errichtet,

mehrmals zerstört und im frühen 17. Jahrhundert im barocken

Stil wiederaufgebaut. Jacobus Storck hat das Schloss mehrmals gemalt,

eine Version mit einer vergleichbaren Komposition befindet sich im

Rijksmuseum in Amsterdam (Inv.-Nr. SK-A-1289).


PIETER GALLIS

1633 Enkhuizen oder Hoorn – 1697 Hoorn oder

Le Havre

1081 STILLLEBEN MIT WEINTRAUBEN,

BIRNE, BROMBEEREN UND

NÜSSEN AUF EINER STEIN-

PLATTE

Öl auf Leinwand (doubliert). 58 x 47 cm.

€ 15 000 – 20 000

Pieter Gallis, der hauptberuflich als Verwalter von Leihhäusern tätig

war, malte neben Jagd- und Tierstücken sowie möglicherweise Landschaften

vor allem Stillleben mit Blumen und Früchten vor dunklem

Hintergrund. Dabei zeigen seine Bilder Ähnlichkeiten mit denen von

Jacob Rootius, der wie Gallis in Hoorn ansässig war. Weitere Einflüsse

mag Gallis durch Jan van de Velde und Willem Kalf empfangen haben.

In unserem Bild entfaltet sich das Früchte stillleben in den beiden

unteren Dritteln der Bildfläche, während das obere Drittel in tiefste

Dunkelheit gehüllt ist. Mit einer Birne und weißen Trauben rückt Gallis

helle Früchte in das Zentrum der Komposition; dahinter gruppieren

sich blaue Trauben, Nüsse und ein Kürbis, die bereits zunehmend in

dunkleres Licht getaucht werden. Schließlich ragen im Vordergrund in

auffälliger Symmetrie mittig eine Traubendolde sowie daneben Weinblätter

und ein von Gallis häufig wiedergegebener Brombeerzweig über

die Steinplatte und verstärken den Eindruck räumlicher Tiefe.

Wir danken Herrn Fred Meijer vom RKD (Den Haag) für die Zuschreibung

des Gemäldes.


ITALIENISCHER MEISTER

des späten 17. Jahrhunderts

*1082 DIE DREI MARIEN

Öl auf Leinwand (doubliert).

131,5 x 151,5 cm.

Provenienz

Belgische Sammlung.

€ 12 000 – 14 000

Der unbekannte Maler dieses Bildes gehört wohl der venezianischen

Schule des späten Seicento an. Das Kompositionsschema der monumentalen

Ganzfigur, eingefügt in einem fast quadratischem Format findet

sich dort bei Künstlern wie Karl Loth, Simone Brentona oder Sante

Prunato bis zum Übergangsmaler Antonio Bellucci.


ITALIENISCHER MEISTER

des 17. Jahrhunderts

*1083 CHRISTUS ALS SCHMERZENS-

MANN MIT DREI ENGELN

Öl auf Leinwand (doubliert).

101 x 133 cm.

Provenienz

Belgische Sammlung.

€ 10 000 – 12 000


RICHARD BRAEKENBURGH

1650 Haarlem – 1702 Haarlem

*1084 FRÖHLICHE GESELLSCHAFT

Öl auf Leinwand (doubliert).

31 x 39,5 cm.

€ 6 000 – 8 000


SPANISCHER MEISTER (?)

des 17. Jahrhunderts

1085 ANBETUNG DES KINDES

Öl auf Kupfer. 26 x 20,4 cm.

€ 3 000 – 4 000

SALOMON ROMBOUTS

um 1652 Haarlem – vor 1702 Florenz

1086 LANDSCHAFT MIT

RASTENDEN FIGUREN

Öl auf Holz. 32,5 x 32,5 cm.

Provenienz

Wohl Sammlung Ferdinands I. oder Ferdinands

II., König beider Sizilien (verso

Reste eines Sammlersiegels). – Kunsthandlung

Frye & Söhne, Münster (verso

Galerieetikett auf dem Rahmen). – Rheinische

Privatsammlung. – 864. Lem pertz-

Auktion, Köln, 20.11.2004, Lot 1144. –

Westdeutsche Privatsammlung.

€ 3 000 – 4 000


CORNELIS DE HEEM, Umkreis

1631 Leiden – 1695 Antwerpen

1087 STILLLEBEN MIT

HUMMER UND ZITRONE

Öl auf Leinwand (doubliert). 46 x 59 cm.

€ 5 000 – 7 000


LOUIS BOULLOGNE D. J., in der Art

1654 Paris – 1733 Paris

1088 VENUS, MARS UND AMOR

Bezeichnet unten rechts: Le Sueur.

Öl auf Leinwand (doubliert). 73 x 91,5 cm.

€ 20 000 – 25 000

In einer arkadischen Landschaft ist Venus auf eine Liege gebettet, während

sich Mars zu dem geflügelten Amor neigt, um ihm einen Pfeil zu

reichen; doch Amor wendet sich zögerlich ab. Zur Rechten spielen drei

Putten mit Schwert, Lanze und Schild des Kriegsgottes. Die Bezeichnung

des Gemäldes verweist auf Eustache Le Sueur (1616-1655), doch es

ist in seiner malerischen Qualität und Durchführung nicht mit diesem

Künstler zu verbinden. Es ist dagegen eher als französische Arbeit aus

den Jahren um 1700 zu beschreiben und mit Werken der Pariser Malerbrüder

Louis und Bon Boullogne zu vergleichen.

Wir danken Professor Alain Mérot (Paris) für die Unterstützung bei der

Katalogisierung dieses Gemäldes.


MARTINUS NELLIUS

tätig in Leiden von 1674 bis nach 1704

1089 FRÜCHTESTILLLEBEN

Signiert unten rechts: Nellius.

Öl auf Leinwand (doubliert).

66,5 x 51 cm.

Provenienz

Rheinische Privatsammlung.

€ 45 000 – 50 000

Charakteristisch für die Werke des holländischen Malers Martinus Nellius

ist eine großflächige, eigenartig kontrastreiche Beleuchtung, durch

die seine Früchtestillleben eine besonders plastische Wirkung erzielen.

Gerne fügt er zur Belebung Insekten hinzu, die chinesische Porzellanschale

und der Römer mit der halb geschälten Zitrone gehören ebenfalls

zum typischen Repertoire seiner Bilder.


FLÄMISCHER MEISTER

um 1700

1090 DORFLANDSCHAFT

MIT VIEHMARKT

Öl auf Holz. 19 x 28 cm.

Provenienz

Niederländische Sammlung.

€ 8 000 – 10 000


DIRCK MAAS

1659 Haarlem – 1717 Haarlem

1091 FLUSSLANDSCHAFT MIT

HÖFISCHEN STAFFAGEFIGUREN

Signiert und datiert unten Mitte:

D Maas 1703.

Öl auf Leinwand (doubliert).

104 x 120 cm.

€ 25 000 – 28 000

In einer abwechslungsreich gestalteten Landschaft, die neben bewaldeten

und hügeligen Abschnitten auch über hoch aufragende, kahle Berggipfel

im Hintergrund verfügt und von einem mäandrierenden Fluss

durchzogen wird, präsentiert der Haarlemer Pferde- und Landschaftsmaler

Dirck Maas eine ebenso abwechslungsreich zusammengesetzte

Figurenstaffage. Am unteren Bildrand wird die Komposition von einer

kleinen Gruppe dominiert, die aus zwei höfisch gekleideten Reitern und

zwei Knechten besteht, der eine auf einem Maulesel, der andere zu Fuß;

verabschiedet werden sie offenbar von einer Magd, die zwei Wasserkübel

balanciert. In einem Waldweg am rechten Bildrand disputieren zwei

weitere höfisch gekleidete Figuren miteinander, während hoch über

ihnen auf einem Felsvorsprung drei eher bäuerisch wirkende Figuren

zu erkennen sind. Auch in der linken Bildhälfte verteilen sich mehrere

Staffagefiguren: Von einem voll beladenen Pferdekarren mit Bauern auf

dem Kutschbock geht der Blick über drei Personen am Flussufer zu einem

kleinen Boot und von dort zu einer Brücke, auf der sich wiederum

mehrere, nunmehr sehr klein wiedergegebene Figuren befinden.


NIEDERLÄNDISCHER MEISTER

des frühen 18. Jahrhunderts

1092 HAFENANSICHT

VON AMSTERDAM

Öl auf Leinwand (doubliert). 42 x 61 cm.

Provenienz

Belgische Sammlung.

€ 10 000 – 12 000


JAN PEETER VAN BREDAEL D. J.

1683 Antwerpen – 1735 Wien

1093 KLEINE FLUSSLANDSCHAFT

MIT HOHEM FACHWERKHAUS

UND STAFFAGE

Öl auf Kupfer. 12,5 x 16,5 cm (oval).

Provenienz

Niederländische Sammlung.

€ 8 000 – 10 000


CONSTANTIJN NETSCHER

1668 Den Haag – 1723 Den Haag

1094 BILDNIS EINER FÜRSTIN

MIT HUND

Signiert und datiert Mitte links:

Const: Netscher 1721.

Öl auf Leinwand (doubliert). 52 x 44 cm

(oval).

€ 6 000 – 7 000


JOHANN PHILIPP

VON DER SCHLICHTEN

1681 Rotterdam – 1745 Mannheim (?)

*1095 INTERIEUR MIT MUSIZIERENDEN

Signiert und datiert unten links: Von der

Schlichten f. 1732.

Öl auf Leinwand (doubliert). 51 x 46 cm.

€ 10 000 – 12 000

Diese Darstellung einer eleganten musizierenden Gesellschaft von der

Hand Johann Philipp van der Schlichtens stellt die Kopie eines Gemäldes

von Caspar Netscher dar, das sich heute in der Alten Pinakothek

in München befindet und einst zum Bestand der Düsseldorfer Galerie

Kurfürst Johann Wilhelms von der Pfalz zählte. Van der Schlichten war

Hofmaler Karl Philipps von der Pfalz in Heidelberg sowie in Mannheim

und hat das 1665 datierte und signierte Werk des älteren holländischen

Genremalers sicherlich in dessen Sammlung gesehen. Van der

Schlichten, der neben Genre szenen auch repräsentative Bildnisse und

Stillleben malte, war Schüler des ebenfalls für den kurpfälzischen Hof

tätigen Adriaen van der Werff. Das Werk verdeutlicht die anhaltende

Wertschätzung der holländischen Genremalerei des 17. Jahrhunderts im

folgenden Jahrhundert.


CHARLES (KAREL) BESCHEY

geb. 1706 in Antwerpen

*1096 HÜGELIGE LANDSCHAFT MIT

DORFSTRASSE UND REISENDEN

WEITE LANDSCHAFT MIT

REISENDEN BEIM DURCH-

QUEREN EINER FURT

Signiert unten links auf einem der

Gemälde: C Beschey.

Öl auf Holz. Jeweils 28,5 x 38 cm.

€ 50 000 – 70 000

Charles (Karel) war der älteste von fünf Brüdern der Antwerpener

Malerfamilie Beschey, zu denen auch Balthasar Beschey zählte, der als

einflussreicher Kunsthändler und Maler die Karriere seiner Brüder

beförderte.

Die Landschaften von Charles Beschey lehnen sich eng an die Gemälde

von Jan Brueghel d. Ä. an. Dabei bevorzugte Beschey weite, dörflich

geprägte Landschaften, bei denen insbesondere die reiche Staffage mit

Bauern und Reisenden an das Vorbild des 17. Jahrhunderts erinnert.


GIUSEPPE ANTONIO PETRINI

1677 Carona bei Lugano – 1757 Carona bei Lugano

1097 KOPF EINES ALTEN MANNES

Öl auf Leinwand (doubliert).

36,8 x 29,8 cm.

Gutachten

Hermann Voss, 3.10.1931.

Provenienz

Rheinische Privatsammlung.

€ 7 000 – 10 000


HYACINTHE RIGAUD, Umkreis

1659 Perpignan – 1743 Paris

1098 BILDNIS DES ANTOINE COYZEVOX

Öl auf Papier, auf Leinwand aufgezogen.

32,5 x 22,5 cm.

Gutachten

Helmut Börsch-Supan, Berlin (ohne Jahr).

Provenienz

Deutsche Privatsammlung.

€ 5 000 – 7 000

Börsch-Supan hat dieses Bildnis des bedeutenden französischen Bildhauers

des Barock mit einem verlorenen Gemälde Hyacinthe Rigauds

und dessen seitenverkehrtem Stich von der Hand Jean Audrans in

Verbindung gebracht. „Der Zweck der vorliegenden Skizze“, so Börsch-

Supan, „war es offenbar, die Komposition des Stiches – ohne den Steinsockel

mit den Inschriften – vorzubereiten.“ Als Autor dieses Werks

sei ein Künstler aus der Werkstatt Rigauds, vielleicht Audran selbst, zu

vermuten.


JEAN GEORGE CHRISTIAN

COCLERS

1715 Lüttich – 1751 Lüttich

1099 BLUMENSTILLEBEN

Signiert und datiert unten rechts:

Christian Coclers 1740.

Öl auf Leinwand (doubliert).

77 x 113,5 cm.

Provenienz

Rheinische Privatsammlung.

€ 7 000 – 9 000


SüDDEUTSCHER MEISTER (?)

des 18. Jahrhunderts

*1100 HIMMELFAHRT MARIENS

Öl auf Leinwand, auf Holz aufgezogen.

57 x 39 cm.

Provenienz

Deutsche Privatsammlung.

Dieser Entwurf für ein Altarbild wurde

früher dem spanischen Maler F. Bayeu y

Subias zugeschrieben.

€ 6 500 – 8 500


DEUTSCHER MEISTER

der Mitte des 18, Jahrhunderts

1101 BILDNIS DES TRIERER

KURFÜRSTEN FRANZ GEORG

VON SCHÖNBORN

Schwer lesbar signiert unten links:

[...] mier.

Öl auf Leinwand. 64 x 52 cm.

Provenienz

Ehemals Wallraf-Richartz-Museum Köln.

€ 4 000 – 5 000

Verso auf der Leinwand beschriftet: „Museum W · R / 62 III“ sowie

Klebezettel in alter Schrift: „Churfürst / von Trier / aus dem gräflichen /

Hauß Schönborn“. Verso auf dem Keilrahmen beschriftet: „400.H“ sowie

Klebetikett: „Wallraf-Richartz-Museum / Gemälde-Inventar 1925 /

No [schwer lesbar, vier Ziffern, wohl: 128?]“ und Klebetikett in alter

Schrift: „RM / WRM / Inv. Nr. [Rest nicht lesbar].“

Franz Georg von Schönborn (1682-1756) wurde 1729 Erzbischof und

Kurfürst von Trier, drei Jahre später auch Fürstbischof von Worms und

Fürstpropst von Ellwangen. Mit seinem Tod endete die außergewöhnliche,

rund ein Jahrhundert währende Serie zahlreicher Mitglieder der

Schönborns auf verschiedenen Bischofs- und Erzbischofsstühlen des

Deutschen Reichs.


MARTIN VAN MEYTENS,

Werkstatt oder Umkreis

1695 Stockholm – 1770 Wien

1102 BILDNIS DES KAISERS FRANZ I.

STEPHAN VON LOTHRINGEN

Öl auf Leinwand (doubliert).

120,5 x 94,5 cm.

€ 5 000 – 6 000

Aufgrund des vergleichsweise jungen Aussehens des Kaisers dürfte es

sich bei unserem Gemälde um ein Bildnis von Franz Stephan (1708-

1765) handeln, das bereits kurz nach der 1745 erfolgten Kaiserwahl entstanden

ist. Neben der Krone des Heiligen Römischen Reichs und dem

Reichsapfel ruht auf dem Kissen der österreichische Erzherzogshut. Die

Regierungsgeschäfte in den habsburgischen Erblanden überließ Franz

Stephan jedoch im Wesentlichen seiner Gemahlin Maria Theresia.


ÖSTERREICHISCHER MEISTER

um 1760

1103 BILDNIS DES SPÄTEREN

KAISERS JOSEPH II.

Öl auf Leinwand (doubliert). 68,5 x 55 cm.

€ 7 000 – 9 000

Bei dem vorliegenden Bildnis handelt es sich um eine Darstellung des

jungen Erzherzogs Joseph (1741-1790), des ersten Sohns von Kaiser

Franz I. Stephan (siehe vorhergehendes Lot) und Maria Theresia. Das

Brustbildnis zeigt den Thronfolger vor neutralem Hintergrund mit

einer Zopf perücke und roter Uniform mit reicher Goldstickerei. Von

der rechten Schulter zur linken Hüfte verläuft ein rotes Band, auf der

linken Seite trägt er den Orden vom Goldenen Vlies, der ihm in seinem

Geburtsjahr verliehen wurde.

Joseph (II.) wurde nach dem Tod seines Vaters 1765 zum Kaiser gewählt.

Obwohl er zu diesem Zeitpunkt von Maria Theresia auch zum

Mitregenten ernannt wurde, konnte er sein ambitioniertes Reformprogramm

erst durchführen, als 1780 auch seine Mutter gestorben war.


FRANZ JOACHIM BEICH,

zugeschrieben

1665 Ravensburg – 1748 München

1104 JESUS UND DAS

KANAANÄISCHE WEIB

Öl auf Leinwand (doubliert). 64 x 80 cm.

Es handelt sich wohl um eine spätere

eigenhändige Replik Beichs nach seinem

signierten Gemälde im Ravensburger

Rathaus.

€ 3 000 – 4 000

MAGNUS BRASCH

1731 Nürnberg – 1787 Nürnberg

1105 JAGDSZENE MIT EBER

UND ZWEI HUNDEN

Signiert und datiert unten rechts:

M. Brasch 1767.

Öl auf Leinwand (doubliert). 37 x 50 cm.

Provenienz

Aus deutschem Adelsbesitz.

Magnus Brasch (oder Prasch) war hauptsächlich

Tiermaler. Besonders wandte er

sich Jagdthemen zu, für die unser Bild

ein charakteristisches Beispiel ist. Brasch

war in München Schüler des Hofmalers

Peter Horemans. Anschließend ließ er

sich wieder in seiner Heimatstadt Nürnberg

als freischaffender Maler nieder.

€ 4 000 – 5 000


JOHANN CHRISTIAN VOLLERDT

1708 Leipzig – 1769 Dresden

1106 LANDSCHAFT MIT HAUS

AM UFER EINES SEES

Öl auf Holz. 30 x 42 cm.

Eine sehr ähnliche, signierte und 1760

datierte Landschaft von Johann Christian

Vollerdt in der 957. Lempertz-Auktion,

Köln, 15.5.2010, Lot 1722.

€ 7 000 – 9 000


BERNHARD GOTTFRIED

MANSKIRCH

1736 Bonn – 1817 Köln

*1107 ZWEI SÜDLICHE LANDSCHAFTEN

MIT RUINEN UND HIRTEN

Öl auf Leinwand (doubliert).

Jeweils 35,6 x 48 cm.

Provenienz

Schweizer Sammlung.

€ 8 000 – 10 000

Bernhard Gottfried Manskirch war seit 1769 Hofmaler des Kurfürsten

Clemens Wenzeslaus von Trier. Seit 1788 gehörte er der Malerzunft

von Köln an, wo er sowohl für den Adel als auch für das Bürgertum der

Stadt arbeitete. Im Hause der Familie von Geyer in der Sternenstrasse

stattete er ein Zimmer mit Landschaften aus (heute Museum für Angewandte

Kunst, Köln).


JACOB PHILIPP HACKERT

1737 Prenzlau – 1807 San Piero di Careggio

1108 STUDIE ZU ZWEI KÜHEN

Bezeichnet und datiert unten rechts:

à Frascati 1781.

Öl auf Holz. 28 x 36 cm.

Gutachten

Claudia Nordhoff, Rom (ohne Jahr).

Provenienz

Deutsche Privatsammlung.

€ 14 000 – 15 000

Jacob Philipp Hackert hat diese Studie zu zwei stehenden Kühen mit

der Inschrift und Datierung „à Frascati 1781“ versehen – eine Besonderheit,

auf die Claudia Nordhoff hingewiesen hat. Dies ist insofern bemerkenswert,

als die wenigen vergleichbaren Tierstudien des Künstlers, die

nicht in eine Landschaft eingebettet sind und bei denen der Bildraum

allein durch wenige Schlagschatten definiert wird (zwei vergleichbare

Studien eines Hundes befinden sich im Kupferstichkabinett, Berlin),

eine solche Inschrift nicht tragen. Die Umstände der Entstehung dieses

Bildes müssen für den Künstler von Bedeutung gewesen sein, wie Nordhoff

vermutet, und es war tatsächlich so: Hackert arbeitete in jenem

Jahr in Frascati für einen der führenden Vertreter des römischen Adels,

Paolo Aldo brandini Borghese, und während seines Aufenthaltes in der

Villa Aldobrandini in Frascati entstand diese Studie. Die beiden Kühe

fanden dann Eingang in ein Gemälde, das Hackert im gleichen Jahr für

einen anderen bedeutenden aristokratischen Auftraggeber, für Marc

Antonio Borghese, malte: Sie finden sich – leicht verändert – in einem

Landschaftsgemälde mit einem kleinen Wasserfall und einer Viehherde,

das für die Villa Borghese in Rom bestimmt war (vgl. zu diesem Gemälde

Claudia Nordhoff: Jakob Philipp Hackerts Bilderzyklus für die Villa

Borghese in Rom. In: Zeitschrift für Kunstgeschichte, LXI, 1998, S. 520).


WILLEM VAN LEEN

1753 Dordrecht – 1825 Delfshaven

1109 STILLLEBEN MIT

BLUMEN UND FRÜCHTEN

Signiert und datiert unten rechts:

W. van Leen 1787.

Öl auf Leinwand (doubliert). 83 x 55 cm.

€ 15 000 – 18 000

Der 1753 in Dordrecht geborene Willem Van Leen verbindet in seinen

prunkvollen Blumen- und Obststillleben die Tradition der holländischen

Malerei mit der dekorativen Kunst des französischen 18. Jahrhunderts.

Er studierte in Paris und war dort mit Unterbrechungen bis 1789 tätig,

als ihn die Französische Revolution zur Rückkehr nach Holland zwang.

Dieses Gemälde ist 1787 und damit in Van Leens Pariser Zeit entstanden.


JOHANN CASPAR HUBER

1752 Glattfelden – 1827 Zürich

1110 LANDSCHAFT BEI LANGNAU

MIT ZEICHNENDEM MALER

Signiert unten links: C. Huber pxt.

Verso bezeichnet: Bey Langnau

Canton Zürich 1804.

Öl auf Holz. 37 x 50 cm.

Provenienz

Galerie Neupert, Zürich (rückwärtiger

Aufkleber). – Privatsammlung Monte

Carlo.

€ 4 000 – 5 000

Johann Casper Huber erlernte die Landschafsmalerei bei Heinrich Wüst

in Zürich. Später setzte er seine Ausbildung zum Maler an der Düsseldorfer

Akademie fort. Nach einem mehrjährigen Aufenthalt in Holland

ließ er sich wieder in Düsseldorf nieder, wo er Mitglied der Kunstakademie

wurde. 1789 kehrte er in die Schweiz zurück und wandte sich

der Landschaft seiner Heimat zu. In diesem letzten und langen Lebensabschnitt

entstand wohl unser Bild, auf deren Rückseite die Jahreszahl

1804 zu lesen ist.


FRANZÖSISCHER MEISTER

um 1800

1111 JUNGE FRAU ALS CERES

Unleserlich oben rechts signiert.

Öl auf Leinwand (doubliert). 62 x 49 cm.

Provenienz

Süddeutsche Privatsammlung.

€ 15 000 – 18 000

Leider ist die Signatur auf diesem Gemälde rechts oben nicht zu entziffern.

Die fühere Zuschreibung an Giuseppa Mazzola ist stilistisch

nicht überzeugend. Vielmehr spricht die feine Profillinie und das zarte

Inkarnat für einen französischen Künstler um 1800.


GEORGE ROMNEY

1734 Dalton-le-Furness – 1802 Kendal

*1112 STUDIE FÜR JOHN MILTON

Öl auf Leinwand. 63 x 47 cm.

Provenienz

Emanuel von Baeyer, London. – Deutsche

Privatsammlung.

Literatur

Alex Kidson: George Romney 1734-1802,

2002, S. 223, Abb. 67.

€ 40 000 – 45 000

1781 erschien in London John Johnsons Nachschlagewerk „Life of the

Poets“, in dem über John Milton ein recht negatives Charakterbild

verbreitet wurde. Kurz danach erhielt William Hayley den Auftrag,

eine Biographie über das Leben des Dichters zu verfassen, die dieses

Bild korrigieren sollte. So gibt denn auch sein Werk „The Life of John

Milton“ ein sehr viel positiveres Bild von ihm ab. Der Dichter des

„Verlorenen Paradieses“ wurde in England zu diesem Zeitpunkt also

durchaus kontrovers diskutiert. William Hayley wiederum hatte Kontakt

zu Romney. Beide verbrachten zusammen den Monat August 1792

in Eartham und hier entstanden die ersten Skizzen zu John Milton. Als

erste Idee erkennt Alex Kidson ein Blatt, Bleistift auf Papier, in Londoner

Privatbesitz. Milton sitzt fast frontal zum Betrachter, sehr lässig

und mit weit geöffneten Beinen auf einem Sessel. Unsere Ölskizze ist

als Weiterentwicklung dieses ersten, flüchtig skizzierten Gedankens

zu sehen. Miltons sitzt auf dem gleichen Sessel, aber sein linkes Bein

liegt jetzt angewinkelt auf der Sessellehne. Die Endfassung des Gemäldes

(Privatbesitz England) zeigt Milton deutlich gesitteter. Er sitzt dort

geradezu väterlich den Töchtern, nicht dem Betrachter zugewandt; sein

Titel: Milton diktiert seinen Töchtern das „Verlorene Paradies“. Um

1826 malte Eugéne Delacroix ein Bild mit diesem Titel.

Besonders reizvoll an unserer Ölskizze ist der Charakter des nonfinito,

des Unfertigen, den auch das wunderbare Selbstbildnis in der National

Portrait Gallery in London auszeichnet. Nach dem Tode Romneys

befand sich unsere Ölskizze im Besitz seiner Witwe.

In 1781, John Johnson´s “Life of the Poets” was published in London,

containing a rather negative image of John Milton. Shortly after,

William Hayley was asked to write a biography of the poet in order to

revise this image, and his book actually renders a much more positive

picture of the poet. This incidence shows that the poet of the epic poem

“Paradise Lost” was viewed controversially in England in those days.

It is known that Hayley was acquainted with George Romney and both

sojourned in Eartham in 1792 when the first sketches for a painting of

John Milton were made by the latter. Alex Kidson identified a drawing

in a London private collection (pencil on paper) as the very first sketch.

In this first sketch, Milton is sitting facing the viewer, very casual and

with widely spread legs. The present oil sketch constitutes a development

of this first hasty concept. Milton is sitting in the same chair,

but his left leg is draped over the arm of the chair. The final painting

(private collection, England) shows Milton much more mannered. He

faces his daughters in an almost fatherly way and does not look at the

beholder. The painting is entitled “John Milton dictating “Paradise Lost”

to his Daughters”. Eugène Delacroix also painted a picture of the same

theme.

Particularly charming is the character of non-finito of this oil sketch that

also makes the wonderful self-portrait in the National Portrait Gallery

in London so special. After Romney´s death his widow inherited this oil

sketch.


Lot 1139

Skulpturen


1113 THRONENDE MUTTERGOTTES.

Holz, annähernd vollrund geschnitzt,

rückseitig im Bereich der Thronbank

abgeflacht und bis hinauf in den Oberkörper

der Maria tief ausgehöhlt. Ältere

farbige Fassung, in weiten Teilen übergangen.

Flache halbrund gestaltete Plinthe

mit rückseitiger seitlich profilierter

Thronbank. Darauf die auf Vorder- und

leichte Unteransicht gestaltete thronende

Muttergottes, die das auf ihrem Oberschenkel

mit gekreuzten Beinen sitzende

Jesuskind mit ihrer linken Hand umfasst

hält. Krone und Kopftuch auf ihrem

Haupt, trägt Maria ein schlichtes Untergewand

und ein gegürtetes weißes Kleid,

das fein beobachtete geraffte Falten

zeigt. Ein ehemals wohl blauer und heute

grün überfasster Umhang ist über ihre

Schultern gelegt, über die Knie gezogen

weist er Schüssel- und Stegfalten auf.

Die rechte Hand der Maria wie auch die

rechte Hand des Kindes sind verloren.

Rechter Abschluss der Thronbank angefügt.

Geringfügig bestoßen. Zugehörig

die modern ergänzte rechte Hand der

Maria mit einem Zepter in barockisierenden

Formen. Höhe 66 cm.

Wohl MAASLAND,

Ende 13. Jahrhundert

Provenienz

Belgischer Privatbesitz.

€ 23 000 – 25 000


1114 THRONENDE MUTTERGOTTES.

Holz, dreiviertelrund geschnitzt, rückseitig

abgeflacht. Reste einer älteren farbigen

Fassung. Hoher und unterschnitzter

Thronstuhl mit seitlichen geschwungenen

Wangen mit Endvoluten. Darauf

die frontal gestaltete Muttergottes, die

das sitzende und ebenfalls den Betrachter

anblickende Jesuskind mit beiden

Händen auf ihren Knien hält. Maria trägt

ein schlichtes rotes Kleid, dass zwischen

ihren Beinen in symmetrisch gestalteten

Schüsselfalten auf ihre Füße hinabfällt.

Auch ihr über Schulter und Arme drapierte

Mantel zeigt eine gleichmäßige und

stilisiert wirkende parallele Faltengebung.

Hände des Kindes, eine Eckvolute und

rückseitige Beine des Stuhles verloren.

Ehemaliger Wurmbefall, Bestoßungen.

Höhe 73 cm.

Wohl RHEINLAND oder MAAS­

LAND, 2. Hälfte 13. Jahrhundert

Provenienz

Süddeutscher Privatbesitz.

€ 6 000 – 7 000

1115 MADONNA MIT KIND. Wohl Nussholz,

vollrund geschnitzt und rückseitig

nur geringfügig abgeflacht. Geringfügige

Reste einer ehemaligen farbigen Fassung.

Kreisrunde hohe Plinthe. Darauf

die stehende Figur der Muttergottes,

ihren linken Fuß vorsetzend und das

rechte Bein zurückgenommen zur Seite

gestellt. Den Oberkörper zurücknehmend,

hält Maria das bekleidete Jesuskind über

ihrer linken Hüfte; ihre erhobene rechte

Hand könnte ergänzt sein. Die Gestaltung

der Skulptur wird weitgehend von dem

vor dem Körper der Maria gerafften Umhang

bestimmt, der markante Stegfalten

aufweist, die von seitlichen Schüsselfalten

begleitet werden.

Linke Hand des Kindes und Krone der

Maria verloren. Die Köpfe vermutlich

überschnitzt. Feine Risse, Wurmlöcher.

Höhe 77 cm.

Wohl SÜDFRANKREICH

Anfang 14. Jahrhundert

€ 5 000 – 6 000


1116 THRONENDE MUTTERGOTTES.

Holz, vollrund geschnitzt. Reste einer

älteren farbigen Fassung, in weiten Teilen

übergangen. Auf Vorder- und leichte

Unteransicht gestaltete Figur der auf

einer einfachen Bank sitzenden Muttergottes

in einem schlichten goldenen

Kleid und mit einem um die Schultern

gelegten roten und grünen Umhang,

der über die Knie gezogen in Falten

bis auf den Boden hinabfällt. Mit ihrer

rechten Hand hält sie das auf ihrem

Knie sitzende Jesuskind, das ebenfalls

in ein goldenes Gewand gekleidet einen

Apfel in seiner Hand hält. Die Skulptur

zeichnet sich aus durch ihre starre, dem

Betrachter zugewandte Frontalität.

Plinthe später hinzugefügt. Jeweils die

linke Hand sowie die Krone der Maria

verloren. Geringfügige Bestoßungen.

Höhe 61 cm (mit Plinthe).

SPANIEN, Anfang 14. Jahrhundert

€ 12 000 – 13 000


1117 MADONNA MIT KIND. Holz, dreiviertelrund

geschnitzt, rückseitig abge -

flacht. Geringfügige Reste einer ehemaligen

farbigen Fassung. Stehende

Ganzfigur der Muttergottes mit vorgesetztem

linkem Fuß in kontrapostischer

Haltung, die sich durch einen sanften

und gleichmäßigen S-Schwung auszeichnet.

Maria trägt das in ein schlichtes

Gewand gekleidete Jesuskind auf ihrer

linken Hand seitlich über ihrer Hüfte,

das Kind hält ein aufgeschlagenes Buch

auf seinem Schoß und berührt mit seiner

rechten Hand das Kinn seiner Mutter.

Der Körperschwung der Maria wird

durch die vertikalen Falten ihres Kleides

unterstrichen, denen die Schüsselfalten

ihres Umhangs effektvoll entgegengesetzt

sind.

Rechte Hand der Maria und linke Hand

des Kindes verloren. Rechter Arm des

Kindes teilweise ergänzt. Feine vertikale

Risse, ehemaliger Wurmbefall mit Verlusten.

Höhe 105 cm.

RHEINLAND, 14. Jahrhundert

Provenienz

Westfälische Privatsammlung.

€ 8 000 – 10 000


1118 HL. MARIA MAGDALENA. Sandstein,

dreiviertelrund bearbeitet, auf der

Rückseite leicht abgeflacht. Geringfügige

Reste einer ehemaligen farbigen

Fassung. Flache und wohl als Erdboden

gestaltete Plinthe, deren gerader vorderer

Abschluß die Vorder- und Ansichtsseite

der Skulptur angibt. Die Figur der stehenden

Heiligen ist mit leicht gesenktem

Blick nach links gewandt. Sie trägt ein

schlichtes Kleid sowie einen über den

Kopf gezogenen langen und dünnen

Umhang, der vor ihrem Körper gerafft

bis auf den Boden hinabfällt und ein

feines Spiel aus geschwungenen Säumen

und gestauchten Falten zeigt. Mit ihrer

linken Hand hält Magdalena einen nicht

näher zu bennenden Gegenstand vor ihrem

Körper. Die Skulptur dürfte ehemals

wohl Bestandteil einer Figurengruppe

gewesen sein, wobei die Darstellung einer

Beweinung oder Grablegung Christi

denkbar sein könnte.

Rechter Arm verloren. Geringfügige

Bestoßungen. Höhe 74 cm.

Wohl NORDFRANKREICH

Mitte 14. Jahrhundert

€ 5 000 – 7 000

*1119 VORTRAGEKREUZ. Kupfer, Messing,

vergoldet, graviert, Email, Eisen. Flaches

Eisenkreuz mit passigen Balkenenden

und durch Kreisform betonter Mitte,

beidseitig belegt mit dünnen Kupferplatten.

Auf der Vorderseite ist in der

Mitte der segnende Christus zu sehen,

umgeben von blauem Email. Die Balken

zeigen graviertes geometrisches und

florales Dekor, zudem sind den Balkenenden

Messingrosetten aufgeheftet. Auf

der Rückseite gravierte Strahlen- und

Rautenmuster.

Bereibungen, Verluste an den Konturen.

Gewinde am unteren Abschluss. Höhe

33,5 cm.

Wohl WESTDEUTSCH,

15. Jahrhundert

€ 4 000


1120 LEBEN UND PASSION CHRISTI.

Elfenbein, geschnitzt. Durchbrochen

gearbeitete Reliefs in hochrechteckigen

Bildfeldern, wobei jede Einzelszene

von gotischem Maßwerk überfangen

wird. Die Reliefs müssen ehemals die

Außenseiten eines längsrechteckigen

Kästchens geschmückt haben, wie durch

die Anordnung und die zahlreichen

Beschlaglöcher erkennbar ist. In chronologischer

Reihenfolge werden Szenen

aus dem Leben und der Passion Christi

wiedergegeben: Darstellung im Tempel,

Flucht nach Ägypten, Jesus unter den

Schriftgelehrten – Taufe, Hochzeit zu

Kanaa, Einzug in Jerusalem, Fußwaschung,

Letztes Abendmahl – Christus

am Ölberg, Gefangennahme, Christus

vor den Hohepriestern, Verspottung,

Geißelung – Kreuztragung sowie die

Marien am Grabe, wobei zwischen

diesen beiden letzten Szenen das Lamm

Gottes im Medaillon dargestellt ist.

Geringfügige Beschädigungen. In einen

Rahmen unter Glas auf grünem Samt

montiert. 5,5 x 10,7 bzw. 5,5 x 17,2 cm.

FLÄMISCH oder NORDFRANK­

REICH, Anfang 15. Jahrhundert

Provenienz

609. Lempertz-Auktion, Köln, 23.11.1985,

Lot 2078, Taf. II. – Deutsche Privatsammlung.

€ 27 000 – 30 000


1121 RELIQUIENBÜSTE EINER HEILI­

GEN. Holz, vollrund geschnitzt. Ältere

farbige Fassung, in Teilen übergangen.

Die Heilige mit eng angelegten Armen

und nur leicht zur Seite gewandtem

Kopf trägt ein hochgeschlossenes goldenes

Gewand, ihre von einem Stirnband

bekrönten Haare fallen in einzelnen

Strähnen weit über Schultern und

Rücken hinab. Das kreisrunde Reliquiendepositorium

in ihrer Brust ist heute

mit einer Elfenbeinplakette wohl des

19. Jahrhunderts gefüllt, die ein Bild der

„Schmerzhaften Muttergottes“ zeigt. Die

Büste ist auf einen wohl ursprünglich

nicht zugehörigen hölzernen profilierten

Sockel gesetzt, dessen Vorderseite die

Aufschrift „IL MIL BIRJINES“ trägt.

Bestoßungen mit Verlusten am Sockel.

Höhe 52 cm.

Wohl RHEINLAND oder

MAASLAND, 15. Jahrhundert

Literatur

Hubert Lüttgens (Hg.): Haus Lüttgens.

Alt-Aachener Wohnkultur, Aachen o. J.,

S. 28, Taf. 16.

Provenienz

Sammlung Lüttgens, Aachen.

€ 6 000 – 7 000

1122 ARMRELIQUIAR. Holz, vollrund

geschnitzt, Reste einer älteren farbigen

Fassung, Messing, graviert. Reliquiar in

der Form eines emporgestreckten Armes

mit segnender Hand, die Vorderseite mit

einer Öffnung zur Aufnahme der Reliquie,

gerahmt von einem Beschlag mit

bekrönendem gotischem Masswerk. Weitere

Beschläge am Ärmelsaum und auf

dem Handrücken. Auf der Rückseite ein

Medaillon mit der gravierten Darstellung

des Adlers als Symbol des Evangelisten

Johannes. Auf einen sechsseitigen profilierten

und gravierten Messingsockel mit

passigen Füßen an den Ecken montiert.

Geringfügige Bestoßungen. Höhe 43 cm

(mit Sockel).

Wohl FLÄMISCH, 15. Jahrhundert

Provenienz

Belgische Privatsammlung.

€ 3 000 – 4 000


1123 PROPHET MIT BUCH. Marmor,

dreiviertelrund bearbeitet, Rückseite

nicht durchgestaltet. Stehender alter und

bärtiger Mann mit trauernd gesenktem

Kopf, ein großes aufgeschlagenes Buch

in seinen Händen haltend. Über seinem

schlichten Untergewand trägt er einen

voluminösen Umhang, dessen Faltengebung

im Kontrast zu den schwingenden

Säumen mit sicherer Hand gestaltet ist.

Es könnte sich bei der Skulptur vielleicht

um die Darstellung eines alttestamentarischen

Propheten handeln, eine ursprüngliche

Funktion als Trauerfigur aus einem

Sepulkralmonument ist wahrscheinlich.

Querlaufende Kerbe auf der Kopfoberseite.

Bestoßungen mit Verlusten. Auf

modernen Marmorsockel montiert. Höhe

36 cm (ohne Sockel).

BURGUND, Mitte 15. Jahrhundert

€ 7 500 – 8 000

1124 PIETÁ. Holz, dreiviertelrund geschnitzt,

rückseitig geringfügig abgeflacht. Reste

einer älteren farbigen Fassung. Profilierter

mehrseitiger Sockel. Darauf die

sitzende Muttergottes, die ihren toten

Sohn auf ihrem Schoß hält. Die Figur

wird von dem wie eine Nische gestalteten

und ausgehöhlt geschnitzten Holz

des Werkblocks hinter- und überfangen.

Sockel und oberer Abschluss mit vertikalen

Rissen, geringfügige Bestoßungen.

Höhe 34 cm.

Wohl WESTDEUTSCH,

wohl 15. Jahrhundert

€ 1 500 – 2 000


1125 GOTISCHES FENSTER. Kalkstein,

Reste einer ehemaligen farbigen Fassung.

Von durchbrochen gearbeitetem

Maßwerk überfangenes Fenster mit

bekrönendem Kielbogen, der mit großen

Krabben besetzt ist. Auf dem Rahmen

des Fensters ist in zwei Relieffiguren die

„Verkündigung an Maria“ dargestellt.

Beigegeben zwei Fialen, die ähnlich gestaltet

aber nicht unmittelbar zugehörig

sind.

Bestoßungen mit Verlusten. Fenster

91 x 68 x 17 cm. Fialen jeweils

40 x 15 x 18 cm.

SPANIEN, 15. Jahrhundert

Provenienz

Erworben in Palencia (Katalonien).

€ 4 000 – 6 000


1126 HAUPT JOHANNES DES TÄUFERS.

Eichenholz, vollrund geschnitzt. Alte

und wohl ursprüngliche farbige Fassung.

Kopf des enthaupteten Johannes mit

gebrochenem Blick unter fast geschlossenen

Augenlidern. Dem weißbräunlichen

Inkarnat sind die Augenbrauen sowie

die roten Blutstropfen am abgetrennten

Hals aufgemalt. Die symmetrisch angelegte

Barttracht und die in der Kopfmitte

gescheitelten und sich im Nacken

eindrehenden Haare sind sorgfältig auf

Allansichtigkeit geschnitzt. In der Stirn

eine kreisrunde und kugelig vertiefte

Öffnung, die ehemals mit einer Glasplatte

verschließbar war und als Reliquiendepositorium

diente. Das Haupt Johannes

des Täufers gehörte ursprünglich wohl

zu einer sogenannten „Johannesschüssel“.

Ausbruch auf der linken Wangenseite.

Darüber bis zu den Haaren hinauf zwei

senkrechte Risse, verbunden durch einen

querlaufenden Riss auf der Kopfoberseite.

Farbfassung bestoßen. Höhe 22,5 cm.

Wohl FRANKREICH, 15. Jahrhundert

€ 3 000

1127 CHRISTUS IN DER RAST. Holz, vollrund

geschnitzt. Geringfügige Reste

einer ehemaligen farbigen Fassung. Der

in ein langes Gewand gekleidete und mit

Dornen bekrönte Christus sitzt auf einer

Bank, seine Hände sind mit einer Kordel

gefesselt. Die Wangen der Bank sind

schlicht gestaltet, die Rückseite hingegen

weist vier quadratische Kassetten mit

vertikalen Vertiefungen auf.

Ergänzungen an der Unterkante der Vorderseite

und an den Ecken der Rückseite.

Auf einen neueren Holzsockel montiert.

Höhe 26 cm (ohne Sockel).

FLÄMISCH, 2. Hälfte 15. Jahrhundert

€ 6 000 – 7 000


1128 CHRISTUS AM KREUZ. Holz, voll -

rund geschnitzt. Ältere und wohl originale

farbige Fassung, nur in Teilen

ergänzt und übergangen. Roh belassene

Kreuzbalken mit kurzen angesetzten

Ästen; die INRI-Tafel ist verloren. Das

Astkreuz trägt einen Christuscorpus im

Dreinageltypus: die Arme Christi sind

weit auseinandergezogen und seine

Füße übereinandergelegt, das Haupt mit

Dornenkrone ist zur Seite gesunken.

Der nackte Körper wird nur von einem

Lendentuch verhüllt, das über der Hüfte

verknotet ist.

Nur geringfügige Bestoßungen. Kreuz:

Höhe 77 cm. Corpus: Höhe 41 cm, Armspanne

31 cm.

ÖSTERREICH, 15. Jahrhundert

Provenienz

Privatsammlung Österreich.

€ 8 000 – 9 000


1129 MADONNA MIT KIND. Sandstein,

auf der Rückseite leicht abgeflacht und

durchgestaltet. Farbige Fassung des

19. Jahrhunderts. Schlanke Standfigur

auf einer polygonalen Konsole mit

wappentragender Engelsfigur. Maria

in frontaler Haltung, den Kopf leicht

nach links geneigt, das Kind mit beiden

Händen haltend, wobei das Kind mit

seiner rechten Hand nach den Haaren

der Mutter greift. Der Mantel der Maria

ist um beide Arme gelegt und in straffen

Falten vor dem Unterleib gerafft, auf der

rechten Seite gleitet er in einer Kaskade

aus Tütenfalten herab. Auf der Rückseite

eine eingemeißelte Inschrift „R(..)VA

1614.“ Die Skulptur war ehemals von

einer Fassung in Ölfarbe überzogen, die

1982 restauratorisch entfernt worden ist.

Sie trägt heute eine neugotische Fassung

des 19. Jahrhunderts; darauf bezogen

vielleicht die Inschrift auf dem Wappen

„Ch. Hermes 1842.“

Linker Arm und Fuß des Kindes verloren.

Unteres Wappenstück wieder

angesetzt. Höhe 95 cm.

Wohl NORDDEUTSCHLAND,

2. Hälfte 15. Jahrhundert

Gutachten

Horst Appuhn, Cappenberg 24.7.1969.

Provenienz

782. Lempertz-Auktion, Köln, 4.12 1999,

Lot 1383, Taf. 9. – Westfälischer Privatbesitz.

€ 5 000 – 6 000


1130 PIETÁ. Holz geschnitzt, rückseitig abgeflacht

und ausgehöhlt. Geringfügigste

Reste einer ehemaligen Farbfassung. Die

auf einer Bank mit profilierten Wangen

sitzende Muttergottes hält leicht zur

Seite gewandt den Leichnam ihres toten

Sohnes auf ihrem Schoß. Maria trägt

einen gefälteltes Kleid und einen weit

fallenden sowie über den Kopf gezogenen

Mantel. Die gerade in den Physiognomien

sehr fein gearbeitete Skulptur

zeichnet sich besonders durch die

voluminöse Gestaltung der Mantelfalten

aus, wodurch die Nacktheit des Körpers

Christi unterstrichen wird.

Hände der Christusfigur verloren.

Ausbruch im Mantel Mariens hinter

dem Kopf Christi. Wurmgänge, Verluste

durch Wurmfraß. Höhe 52 cm.

Wohl FRANKEN,

2. Hälfte 15. Jahrhundert

Provenienz

Westdeutsche Privatsammlung.

€ 3 000 – 4 000

1131 PIETÁ. Holz geschnitzt, rückseitig abgeflacht

mit einer kleinen Aushöhlung.

Geringfügige Reste einer ehemaligen

farbigen Fassung. Die auf einem Felsen

sitzende Muttergottes ist zur Seite

gewandt und hält, ihren Oberkörper

vornüberbeugend, den auf ihrem Schoß

liegenden Leichnam ihres Sohnes mit

ihrem linkem Arm umfasst. Maria trägt

ein über den Kopf gezogenes Tuch,

Kleid und langen Umhang, deren Falten

differenziert gestaltet sind. Kompositorisch

wird die Skulptur von den sich

kreuzenden Diagonalen der zwei Figuren

bestimmt, unterstrichen durch die Anordnung

ihrer sich ebenfalls kreuzenden

Arme.

Linker Arm und linkes Bein Christi

verloren. Ehemaliger Wurmbefall mit

größeren Verlusten. Höhe 75 cm.

Wohl FLÄMISCH, 15. Jahrhundert

Provenienz

Westfälische Privatsammlung.

€ 3 000 – 4 000


1132 ALTARFLÜGEL MIT DEM RELIEF

EINES BISCHOFS. Holz geschnitzt,

Relief rückseitig abgeflacht. Ältere farbige

Fassung in Teilen übergangen. In den

originalen hochrechteckigen Rahmen

ist eine neue, blau gefaßte Holzplatte

mit erhaben gearbeitetem, goldenem

Nimbus eingefügt, zuoberst ist den

seitlichen Profilen das originale, freiplastisch

geschnitzte Gesprenge eingesetzt.

Das ebenfalls freiplastisch geschnitzte

Relief zeigt in Ganzfigur einen Bischof

mit Mitra und neu ergänztem Bischofsstab.

Der Heilige steht auf einem kleinen

Rasenstück, wobei die Spitze seines

vorgesetzten linken Fußes sichtbar ist.

Über einer langen weißen Albe trägt er

ein dunkelrotes, parallel gefälteltes Untergewand,

der vor der Brust geschlossene

Chormantel ist in Schüsselfalten vor

seinem Körper gerafft. Als Attribut hält

er ein pokalartiges Gefäß in seiner linken

Hand. Es handelt sich bei unserem Altarflügel

um die ehemalige Innenseite des

rechten Flügels eines Altars, wobei sich

auf sich auf seiner heute abgespaltenen

Außenseite sowie auf dem zugehörigen

anderen Altarflügel Darstellungen der

Bischöfe Arnulf von Metz, Virgilius von

Salzburg sowie Rupertus von Salzburg

befanden.

Nur gerinfügige Bestoßungen.

134 x 62 x 10 cm.

ÖSTERREICH (STEIERMARK?),

um 1470/1480

Provenienz

Neumeister, München, Auktion 162,

17.-19.9.1975, Lot 768 (mit Gegenstück

Lot 767). – Sammlung Walter Steinmetz.

Ausstellungen

Stadtmuseum Lindau 2007, Nr. 16.

€ 9 000 – 10 000


1133 HL. BARBARA UND HEILIGE MIT

BUCH. Wohl Lindenholz, dreiviertelrund

geschnitzt, jeweils rückseitig abgeflacht

und ausgehöhlt. Ältere und wohl

originale, nur in Teilen übergangene

gleichgestaltete farbige Fassungen. Zwei

als zusammengehöriges Paar gestaltete

Skulpturen. Die Heilige Barbara steht

in gleichmäßig schwingendem Kontrapost

mit vorgestelltem rechtem Bein,

den Oberkörper zurückgenommen ist

ihr Gesicht leicht zur Seite gewandt. Als

Attribut hält sie einen Kelch in ihren

Händen, zu ihren Füßen ist der Turm zu

sehen. Sie trägt ein hoch tailliertes Kleid

mit Blumenmuster und langen Ärmeln,

das gleichmäßige parallele Falten vor

dem Körper zeigt. Einen starken Kontrast

dazu bilden die kräftigen Schüsselund

Stegfalten ihres goldenen Mantels,

der über die Schultern gelegt und vor

den Körper gezogen ist. Die zweite ebenfalls

bekrönte Heilige zeigt als Attribut

ein geöffnetes Buch; das ehemals in ihrer

linken Hand gehaltene zweite Attribut

ist jedoch verloren. Sie ist in ihrer Haltung

als Pendant zur Barbara gestaltet,

wie auch ihr Kostüm und dessen Faltengebung

deutliche Parallelen zeigen.

Nur geringfügige Bestoßungen. Höhe

92 und 96 cm.

Wohl BAYERN, um 1460/1470

€ 22 000 – 25 000


1134 MADONNA MIT KIND. Wohl Lindenholz

geschnitzt, rückseitig abgeflacht und

tief ausgehöhlt. Ältere farbige Fassung,

in Teilen übergangen. Auf Vorder- und

leichte Unteransicht gestaltete Ganzfigur

der stehenden Muttergottes in gleichmäßig

schwingender kontrapostischer Haltung,

ihr rechtes Bein zurücksetzend, das

Knie des linken Beines unter Kleid und

Mantel für den Betrachter erkennbar.

Maria steht auf einer Mondsichel. Das

bekrönte Haupt leicht zur Seite neigend,

hält sie das nackte Jesuskind mit ihrer

rechten Hand seitlich über ihrer Hüfte;

das ehemals in ihrer vorgestreckten

linken Hand gehaltene Zepter ist heute

verloren. Das Kind sitzt mit gekreuzten

Beinen und hält einen Apfel in seiner

Hand. Das rote Kleid Marias weist

kräftige parallel geführte Falten auf, die

einen kompositorischen Gegensatz zu

den Schüssel- und Stegfalten des um

den Körper drapierten blauen Mantels

bilden. Die Skulptur ist zu den schwäbischen

Bildwerken aus der zweiten

Hälfte des 15. Jahrhunderts zu zählen,

die in der Nachfolge der Werke des ca.

1430-1450 in Ulm tätigen Bildschnitzers

Hans Multscher zu sehen sind. So sind

zum Beispiel Typus und Haltung des

Jesuskindes unserer Skulptur seitenverkehrt

vorgebildet in der „Madonna mit

Kind“ Hans Multschers aus den Jahren

um 1435/1440 in der Kirche St. Mariae

Himmelfahrt in Landsberg.

Füße des Kindes bestoßen, hintere

Kreuzblume der Krone Marias fragmentiert

und lose. Höhe 131 cm.

SCHWABEN, um 1470/1480

Literatur

Zu der vergleichbaren Skulptur Hans

Multschers siehe Michael Baxandall: Die

Kunst der Bildschnitzer. Tilman Riemenschneider,

Veit Stoß und ihre Zeitgenossen,

München 2. Aufl. 1985, S. 326, Taf. 1.

€ 20 000 – 25 000


1135 GNADENSTUHL. Eichenholz geschnitzt,

rückseitig abgeflacht und tief

ausgehöhlt. Geringfügigste Reste einer

ehemaligen farbige Fassung. Mit dem

kunsthistorischen Begriff „Gnadenstuhl“

wird eine besondere Form der Darstellung

der Heiligen Dreifaltigkeit beschrieben:

Der auf einem Thron sitzende

Gottvater hält das Kreuz mit dem Corpus

Christi zwischen seinen Knien, zwischen

beiden schwebt der Heilige Geist in der

Gestalt einer Taube. Unser Andachtsbild

entspricht diesem Typus, wobei das

Zapfloch am oberen Ende des Kreuzbalkens

zwar vorhanden, die Darstellung

der Taube aber nicht erhalten ist.

Hände Gottvaters und Kreuzbalken

Christi verloren. Ein klaffender Riss auf

der Rückseite. Bestoßungen mit geringen

Verlusten. Höhe 72 cm.

BRÜSSEL, um 1480

Provenienz

Belgische Privatsammlung.

€ 14 000 – 16 000


1136 HL. KATHARINA. Holz, dreiviertelrund

geschnitzt, rückseitig abgeflacht.

Ältere farbige Fassung, in Teilen übergangen.

Stehende auf Vorder- und leichte

Unteransicht gestaltete Ganzfigur der

Märtyrerin in gemäßigtem Kontrapost.

Als Tochter des Königs von Zypern trägt

sie eine Krone, unter der ihre langen

Haare auf die Schultern hinabfallen. Sie

trägt ein langes und hochgegürtetes weißes

Gewand mit maßvollem Faltenspiel,

unter dem ihr vorgestelltes rechtes Bein

sichtbar ist. Der um ihre Schultern gelegte

rote und grün unterfütterte Mantel ist

unter ihrem rechtem Arm tief unterschnitzt,

vor den Körper gerafft zeigt er

zudem gleichmäßig schwingende Säume

und seitliche Schüsselfalten. Als Attribut

hält sie ein geöffnetes Buch in ihrer linken

Hand; das sie zudem kennzeichnende

Attribut des Schwertes ihrer Enthauptung

in ihrer anderen Hand ist heute

verloren. Zu ihren Füßen sind weiterhin

die Büste des Kaisers Maxentius sowie

das Rad mit spitzen Messern zu sehen,

mit dem die heilige Katharina zunächst

umgebracht werden sollte, welches aber

dank göttlicher Hilfe durch Blitz und

Donnerschlag zerstört worden war.

Riss zwischen der Büste des Maxentius

und dem Bein der Katharina, feine vertikale

Risse auf der Rückseite. Geringfügige

Bestoßungen. Höhe 118 cm.

SÜDLICHE NIEDERLANDE,

2. Hälfte 15. Jahrhundert

€ 26 000 – 28 000


1137 CHRISTUS ALS AUFERSTANDE­

NER. Wohl Lindenholz geschnitzt, rückseitig

abgeflacht. Große Reste der wohl

originalen farbigen Fassung. Auf Vorderansicht

gestaltete Figur des stehenden

Christus, der dem Betrachter frontal

zugewandt seine rechte Hand segnend

erhoben hält. An seinen Händen und

Füßen sowie an der Seite sind die Wundmale

angegeben. Die Nacktheit seines

Körpers wird nur von einem über der

linken Schulter getragenen und um den

Körper drapierten goldenen und blauen

Umhang verhüllt, dessen Zipfel Christus

mit seiner linken Hand emporhebt. Der

Charakter der Skulptur wird besonders

durch ihren festen und silhouettenhaften

Umriss sowie durch die Gestaltung

dieses Umhangs bestimmt, der in seiner

reichen Faltengebung einen lebhaften

Kontrast zur Reglosigkeit des Körpers

bildet.

Linker Unterarm und zwei Finger alt angestückt.

Ausbruch zwischen den Füßen,

mit Leinwand hinterlegt. Höhe 89 cm.

Wohl OBERRHEIN,

Ende 15. Jahrhundert

Provenienz

Ehemals Sammlung Carlier-D´Ieteren.

€ 8 000 – 10 000


1138 HL. RUPERTUS. Holz geschnitzt,

rückseitig abgeflacht und ausgehöhlt.

Ältere farbige Fassung, in geringfügigen

Teilen übergangen. Auf frontale Ansicht

gestaltete Skulptur eines Heiligen mit

Mitra und einem bischöflichen (?) Ring

an seiner rechten Hand. Der Heilige

trägt über einem braunen Untergewand

eine bodenlange Albe in grün gelüstertem

Blattsilber. Der goldfarbene und

rot unterfütterte Chormantel ist vor der

Brust verschlossen sowie vor den Körper

gerafft, so dass dessen feine Konturlinien

der Säume in ihrem Spiel mit den

wulstigen Stauch- und Stegfalten die

Gestaltung der Skulptur bestimmen.

Als Attribut hält der Heilige ein Fass in

seinen Händen, das wohl am ehesten

als Salzfass zu verstehen ist: dies ließe

auf die Darstellung des heiligen Bischofs

Rupertus von Salzburg schließen, den

kirchlichen Patron des Salzbergbaus.

Plinthe bestoßen mit Verlusten an der

Vorderseite, vertikaler Riss in der linken

Schulter. Höhe 112 cm.

Wohl ÖSTERREICH, um 1490

Provenienz

Sammlung Walter Steinmetz.

Ausstellungen

Stadtmuseum Lindau 2007, Nr. 36.

€ 8 000 – 9 000


1139 MADONNA MIT KIND. Holz geschnitzt,

rückseitig abgeflacht und teilweise

ausgehöhlt. Ältere farbige Fassung,

in Teilen übergangen. Flache und als Erdboden

gestaltete Plinthe mit unregelmäßigem

Umriss, rückseitg abgeschlossen

durch die dünnwandig gestaltete Vorderseite

einer profilierten Sitzbank. Maria

sitzt mit zur Seite gewandten Knien auf

dieser Bank, ihr Gesicht mit ebenfalls zur

Seite gewandtem Blick ist in Dreiviertelansicht

wiedergegeben. Mit ihrer linken

Hand stützt sie das nackte Jesuskind auf

ihren Knien, in ihrer erhobenen anderen

Hand hält sie eine Weintraubendolde.

Das lebendig gestaltete nackte Kind zeigt

gekreuzte Beine, einen Apfel in seiner

linken Hand haltend, erhebt es seine

rechte Hand zu einem Segensgestus.

Maria trägt ein hoch tailliertes und bodenlanges

blaugrünes Kleid, die Gestaltung

der fein gearbeiteten Skulptur wird

aber besonders durch ihren von langen

Haaren überflossenen goldenen und rot

unterfütterten Umhang bestimmt, der

über die Knie gezogen konturierende

schwingende Gewandsäume und ein

reiches Spiel an Stauchfalten zeigt.

Weintraubendolde und linker Abschluss

der Thronbank ergänzt. Rechte Hälfte

der Plinthe mit einem keilförmigen und

beigeschnitzten Brett unterlegt (mit Aufschrift

aus dem Jahr 1845). Höhe 79 cm.

SCHWABEN, um 1490

Provenienz

Süddeutscher Privatbesitz.

€ 20 000 – 25 000


1140 HL. JOHANNES. Holz geschnitzt, ältere

farbige Fassung. Stehende Ganzfigur in

silhouettiertem Relief. Der jugendlich

und mit lockigen Haaren dargestellte

Apostel Johannes hat seinen Blick zur

Seite gewandt und umfasst als Attribut

einen Kelch mit seiner linken Hand,

während er die rechte Hand segnend

erhoben hält. Sein graues gegürtetes Untergewand

fällt auf seine nackten Füße

herab, die plastische Wirkung des Reliefs

wird aber weitgehend von dem über den

Schultern getragenen roten und blau

unterfütterten Umhang mit goldenen

Säumen und seinem Spiel aus wulstigen

und knittrigen Stauchfalten bestimmt.

Silhouette bestoßen mit Verlusten.

Rechte Schulterpartie angestückt. Auf

hölzerne und vergoldete Trägerplatte fest

montiert. Höhe 102,5 cm, Tiefe 4 cm.

FRANKEN, Ende 15. Jahrhundert

€ 8 000 – 9 000


1141 HL. JOHANNES EVANGELIST. Holz

geschnitzt, rückseitig abgeflacht und

ausgehöhlt. Großflächige Reste der wohl

originalen farbigen Fassung, im Bereich

des Inkarnats übergangen. Dreiseitiger

profilierter Sockel. Darauf die auf Vorderansicht

gestaltete und leicht zur Seite

gewandte stehende Ganzfigur des Heiligen

in einem gegürteten und geknöpften

dunklen Untergewand und vor dem

Körper gerafftem goldenem Mantel, der

bis auf seinen vorgestellten linken Fuß

hinabfällt. Als Attribut hält Johannes ein

Buch in seiner rechten Hand, seine linke

Hand ist zu einem Redegestus erhoben.

Die durch die Faltengebung des Mantels

bestimmte Skulptur zeichnet sich durch

seine detailliert geschnitzten Haarlocken

und die fein punzierten Mantelsäume

aus.

Kleine dünnwandige Partie im unteren

Bereich hinterlegt. Geringfügige Bestoßungen,

Wurmlöcher. Höhe 85 cm.

Wohl SCHWABEN,

Ende 15. Jahrhundert

€ 10 000 – 12 000


1142 HL. KOSMAS oder HL. DAMIAN.

Holz geschnitzt, rückseitig abgeflacht.

Ältere farbige Fassung, in Teilen übergangen.

Stehende Figur eines Heiligen

mit einem geöffneten Buch in seiner

rechten Hand; das ehemals in der linken

Hand gehaltene Attribut ist heute

verloren. Er trägt ein goldenes und blau

unterfüttertes bodenlanges Habit und

die runde schlichte Kopfbedeckung eines

Arztes, so dass in der Skulptur vermutlich

der frühchristliche Arzt Kosmas oder

sein Zwillingsbruder Damian dargestellt

ist. Das Gewand des Heiligen ist sehr

voluminös gestaltet und lässt in dem

Eigenleben seiner differenziert gestalteten

Faltengebung die Körperlichkeit der

Figur nicht in Erscheinung treten. Diese

Charakteristik wie auch die Gestaltung

der Physiognomie lassen die Skulptur

mit Werken des gegen Ende des 15.

Jahrhunderts in Brixen tätigen Tiroler

Bildschnitzers Hans Klocker und seiner

Werkstatt vergleichen, zum Beispiel mit

der „Anbetungsgruppe“ aus Passeier

in Wien, der „Büste eines Bischofs“ in

Lugano-Castagnola und dem Relief der

„Geburt Christi“ im Victoria and Albert

Museum in London.

Daumenspitze der linken Hand verloren.

Kleine Verluste an der Plinthe. Geringfügige

Bestoßungen. Höhe 73 cm.

HANS KLOCKER, Werkstatt,

SÜDTIROL (BRIXEN), um 1490/1500

Literatur

Zu den vergleichbaren Skulpturen siehe

Theodor Müller: Gotische Skulptur in

Tirol, Bozen/Wien 1976, S. 439, Nr. 142

u. 144 mit Abb. – Norbert Jopek: German

Sculpture 1430-1540. A Catalogue of

the Collection in the Victoria and Albert

Museum, London 2002, S. 135-137, Kat.

Nr. 64 mit Abb.

€ 11 000 – 13 000


1143 MADONNA MIT KIND. Holz, dreiviertelrund

geschnitzt, rückseitig geringfügig

abgeflacht. Farbige Fassung stark übergangen.

Stehende Ganzfigur der Muttergottes

in langem Kleid mit tailliertem

Wams und rotem bis auf den Boden

hinabfallendem Mantel. Ihren Oberkörper

zurückgenommen, hält sie das bekleidete

Jesuskind auf ihrer linken Hand.

Kronen und Zepter ergänzt. Geringfügige

Bestoßungen. Höhe 77 cm.

Wohl MITTELRHEIN

Ende 15. Jahrhundert

€ 4 000

1144 MISERIKORDIE. Eichenholz geschnitzt,

rückseitig abgeflacht. Geringfügige

Reste einer ehemaligen farbigen

Fassung. Eine Miserikordie ist ein Vor -

sprung am hochgestellten Klappsitz eines

Chorgestühls, der als Stütze während

des Stehens dient und der auf seiner

Vorderseite oftmals mit Schnitzereien

geschmückt ist. Unsere Miserikordie

zeigt einen Mann vor einer felsigen

Landschaft mit Türmen in kurzem

Gewand mit Pelerine und Pilgertasche

(?), der eine mit dem Kreuz bekrönte

Weltkugel vor sich her rollt; dabei könnte

es sich um die Illustration eines Sprichwortes

handeln.

Nur geringfügige Risse und Bestoßungen.

23 x 45 x 18 cm.

Wohl NORDDEUTSCHLAND,

Ende 15. Jahrhundert

€ 2 000 – 2 500


1145 MADONNA MIT KIND. Holz, vollrund

geschnitzt, rückseitig im Bereich der

Schultern nur geringfügig abgeflacht.

Ältere farbige Fassung, in Teilen übergangen.

Mehrseitiger profilierter Sockel.

Darauf die stehende Ganzfigur der

bekrönten Muttergottes, die ihre linke

Hand segnend erhoben hält. Auf ihrer

rechten Hand trägt sie das mit gekreuzten

Beinen sitzende Jesuskind mit einem

Apfel in seinen Händen. Maria trägt ein

hoch tailliertes und bodenlanges rotes

Kleid sowie einen um Schultern und

Körper drapierten goldenen Mantel, der

ein reiches Spiel an gestauchten Stegfalten

aufweist. Die Gestaltung der Skulptur

verweist in den schwäbischen Kunstkreis

aus der Zeit um 1500. So lässt sich

zum Beispiel der Typus des Jesuskindes

mit der „Madonna mit Kind“ (München,

Bayerisches Nationalmuseum) aus den

Jahren um 1480/1490 des in Ulm und

Augsburg tätigen Bildschnitzers Michel

Erhart vergleichen. Die Muttergottes

hingegen zeigt – ebenfalls beispielhaft –

Verwandtschaft mit der Skulptur einer

„Heiligen“ (London, Victoria and Albert

Museum) aus dem Beginn des 16. Jahrhunderts,

die zuletzt in den Umkreis von

Hans Herlin aus Memmingen gesetzt

worden ist.

Finger der linken Hand der Maria wieder

angefügt. Hintere Kreuzblume der Krone

verloren. Vertikaler Riss in der Rückseite.

Höhe 72 cm.

SCHWABEN, um 1500

Literatur

Zu den vergleichbaren Skulpturen siehe

Michael Baxandall: Die Kunst der Bildschnitzer.

Tilman Riemenschneider, Veit

Stoß und ihre Zeitgenossen, München

2. Aufl. 1985, S. 334, Taf. 17. – Norbert

Jopek: German Sculpture 1430-1540.

A Catalogue of the Collection in the Victoria

and Albert Museum, London 2002,

S. 95-96, Kat. Nr. 42 mit Abb.

€ 11 000 – 13 000


1146 GRABLEGUNG CHRISTI. Eichenholz

geschnitzt, rückseitig abgeflacht

und ausgehöhlt. Teilweise freiplastisch

geschnitzte und durch die Anordnung

der Einzelfiguren in die Tiefe gestaffelte

Skulptur mit silhouettiertem Umriss. Im

Zentrum der Darstellung ist der Leichnam

Christi zu sehen, der von Nikodemus

und Joseph von Arimathäa in den

– kompositorisch diagonal in die Tiefe

führenden – Sarkophag gelegt wird. Die

Dornenkrone ist zu Boden gefallen. Im

Vordergrund kniet Maria Magdalena; sie

hält die herabhängende Hand des Toten

umfasst. Hinter dem Sarkophag steht

die betende Muttergottes, die von dem

Lieblingsjünger Johannes sowie von zwei

weiteren trauernden Frauen begleitet

wird. Die Skulptur zeichnet sich zum

einen durch ihre geschlossene Komposition

aus, zum anderen ist sie in allen

Details – zum Beispiel in den Kostümen

und Physiognomien, auch in der Faltengebung

der Gewänder – schnitzerisch

überaus fein durchgestaltet.

Alte Risse in der Figur der Maria Magdalena.

Drei Ausbrüche in der dünnwandigen

Rückseite unter- und oberhalb der

Muttergottes. Ein weiterer Ausbruch

unterhalb des Sarkophags alt hinterlegt.

42 x 25 x 15 cm.

NIEDERLÄNDISCH, um 1500

Literatur

Hubert Lüttgens (Hg.): Haus Lüttgens.

Alt-Aachener Wohnkultur, Aachen o. J.,

S. 90, Taf. 78.

Provenienz

Sammlung Lüttgens, Aachen.

€ 12 000 – 14 000


1147 CHRISTUS AM KREUZ MIT

MARIA MAGDALENA. Eichenholz,

vollrund geschnitzt, auf der Rückseite

der Magdalena nicht vollständig durchgestaltet.

Geringfügigste Reste einer ehemaligen

farbigen Fassung (Teilfassung?).

Corpus Christi im Dreinageltypus am

hochaufragenden Kreuzbalken. Sein

äußerst differenziert gestalteter nackter

Körper wird nur von dem Lendentuch

mit abflatternden Gewandzipfeln

verhüllt, sein Haupt ist sterbend zur

Seite gesunken. Unter dem Kreuz kniet

Maria Magdalena, zu dem Gekreuzigten

aufblickend hält sie den Kreuzesbalken

umfasst. Im Profil wiedergegeben zeichnet

sich die Darstellung der Heiligen

ebenfalls durch die schnitzerisch qualitätvolle

und detaillierte Beobachtung

ihrer reichen modischen Kleidung aus.

Finger der linken Hand Christi bestoßen.

Kreuzesbalken oberhalb der Hände der

Magdalena erneuert. Auf neuere Holzplinthe

montiert. Höhe insgesamt 79 cm

(ohne Plinthe).

FLÄMISCH, um 1500

Provenienz

Süddeutsche Privatsammlung.

€ 5 000 – 7 000


1148 KREUZTRAGUNG CHRISTI. Sandstein,

rückseitig abgeflacht. Als Erdboden

gestaltete Plinthe mit hochaufragenden

Felsen als Hintergrund der in hohem

Relief gearbeiteten Szene. Der dornengekrönte

Christus trägt unter der Last

niedersinkend sein Kreuz, wobei ihm

von Simon von Cyrene geholfen wird.

Bedrängt von einem vor ihm stehenden

Schergen, wendet er sich der knienden

Veronika zu, die ihm das Schweißtuch

entgegenhält. Das Relief dürfte ehemals

Bestandteil eines Kreuzweges gewesen

sein. Stilistisch ist das Relief von Werken

des Nürnberger Steinbildhauers Adam

Kraft beeinflusst, dessen Tätigkeit sich

über die Jahre 1490-1508 erstreckt und

dessen 1506-1508 entstandenen Kreuz-

wegstationen heute im Germanischen

Nationalmuseum in Nürnberg aufbewahrt

werden.

Linke Hand und Schwert des Schergen

verloren. Verwitterunsspuren. 50 x 41 x

13 cm.

ADAM KRAFT, Umkreis, wohl

NÜRNBERG, Anfang 16. Jahrhundert

Literatur

Zu Adam Kraft siehe Michael Baxandall:

Die Kunst der Bildschnitzer. Tilman

Riemenschneider, Veit Stoß und ihre

Zeitgenossen, München 2. Aufl. 1985,

S. 354-355, Taf. 63.

Provenienz

Edouard Leonardi, Paris, bis 1938. –

Sammlung Wessbacher, USA (?).

€ 8 000 – 10 000


1149 HL. GEORG. Holz, vollrund und teilweise

freiplastisch geschnitzt. Geringfügige

Reste einer ehemaligen farbigen Fassung.

Querovale als Erdboden gestaltete

Plinthe. Darauf die auf Vorderansicht

gestaltete stehende Ganzfigur des Ritterheiligen,

sein linkes Bein zurückgenommen

und den rechten Fuß vorstellend.

In seiner hoch erhobenen rechten Hand

hält Georg eine (ergänzte) Lanze, deren

Spitze er in das aufgerissene Maul

des Drachen stößt, der auf dem Boden

zwischen seinen Beinen kauert. Der

Heilige trägt eine ritterliche Rüstung, die

auch auf der Rückseite der Skulptur fein

durchgestaltet ist. Seine Physiognomie

ist lebendig gestaltet und wird von fein

geschnitzten Locken gerahmt.

Der erhobene Arm ehemals wohl mehrfach

gebrochen und wohl mit Ergänzungen

wieder zusammengefügt. Höhe

92 cm (ohne Lanze).

Wohl FLÄMISCH,

Anfang 16. Jahrhundert

€ 10 000 – 11 000


1150 HL. SEBASTIAN. Lindenholz, vollrund

geschnitzt. Alte und wohl originale

farbige Fassung, nur im Bereich der

Plinthe und der erhobenen rechten Hand

teilweise übergangen und retuschierend

angeglichen. Auf Vorder- und leichte

Unteransicht gearbeitete sowie auf einer

kleinen und runden, als Erdhügel gestalteten

Plinthe stehende Skulptur. Aus der

Plinthe wächst unmittelbar ein roher

und kahler Baumstamm mit abgesägten

kurzen Ästen hervor, an den der Märtyrer

mit erhobenem rechtem Arm festgebunden

ist. Der nackte Sebastian mit

weißlichem Inkarnat ist nur mit einem

goldenen und blau unterfütterten Lendentuch

bekleidet, dessen bewegte und

knittrige Zipfel zu den Seiten abschwingen

bzw. einen Bogen beschreiben.

Sebastian steht auf seinem zurückgesetzten

linken Bein, während der rechte Fuß

vorgesetzt ist; der linke Arm ist hinter

den Körper geführt. Zehn kleine kreisrunde

Löcher zeugen von den Pfeilen,

von denen er durchbohrt wurde (Pfeile

heute verloren). Der Eindruck der leicht

überlängten Figur wird zum einen durch

die fein beobachtete und gestaltete nackte

Körperlichkeit bestimmt, zum anderen

durch die gerade im Gesichtsausdruck

zu beschreibende ruhige und gefaßte

Ausstrahlung des Heiligen während seines

Martyriums. In Gesamtauffassung,

Ausführung und Physiognomie ist die

Skulptur mit einer „Hl. Barbara“ aus dem

Umkreis des Lienhart Astl verwandt, die

ehemals im Bayerischen Nationalmuseum

München aufbewahrt wurde (Inv.

Nr. MA 1671).

Farbfassung geringfügig bestoßen. Plinthe

mit keilförmiger Einfügung vorne

rechts, darüber die Fassung retuschiert;

kleiner Ausbruch hinten links. Bogenförmiger

seitlicher Gewandzipfel abgebrochen

und wieder angesetzt. Höhe 95 cm.

Wohl LIENHART ASTL,

OBERÖSTERREICH, um 1515/1520

Literatur

Zu der vergleichbaren Skulptur der „Hl.

Barbara“ siehe Lempertz-Auktionskatalog

Alte Kunst“ 802, 19.5.2001, S. 44-45,

Lot 1164, Farbtaf. CLVI-CLVII (mit Lit.).

€ 13 000 – 15 000


1151 HL. SEBASTIAN. Holz, vollrund und

teilweise freiplastisch geschnitzt. Ältere

farbige Fassung nur im Bereich des

Lendentuchs erhalten, im Übrigen neu

gefasst. Vor einem hoch aufragenden

Baumstamm steht der nur mit einem

Lendentuch bekleidete Heilige mit

hochgestreckter und gefesselter rechter

Hand; auch seine linke Hand ist auf den

Rücken gezogen an den Baumstamm

gebunden. Sein nackter Körper wird von

zahlreichen neu ergänzten Pfeilen durchbohrt.

Nur geringfügige Bestoßungen. Höhe

117 cm.

Wohl OBERRHEIN oder

SCHWABEN, Anfang 16. Jahrhundert

€ 7 000 – 8 000

1152 BÜSTE EINES PROPHETEN. Holz

geschnitzt, rückseitig abgeflacht. Große

Reste einer älteren farbigen Fassung.

Halbfigur eines bärtigen alten Mannes in

Frontalansicht, seinen Kopf zur Seite gewandt.

Sein gegürtetes Gewand wie auch

der um den Körper drapierte goldene

Umhang entblößen seine linke Schulter.

Kopfbedeckung und Physiognomie

lassen auf die Darstellung eines alttestamentarischen

Propheten schließen, als

ehemaliger Aufstellungsort ist das untere

Register eines Schnitzaltars denkbar. Die

Skulptur ist dem Umkreis Jörg Lederers

zuzurechnen.

Hände verloren. Bestoßungen. Höhe

39 cm.

ALLGÄU, um 1520

Provenienz

Rheinische Privatsammlung.

€ 6 000 – 7 000


1153 HL. JAKOBUS. Wohl Eichenholz, vollrund

geschnitzt, rückseitig jedoch abgeflacht

und nur unvollständig durchgestaltet.

Ältere farbige Fassung, in

Teilen übergangen. Kleiner profilierter

Sockel. Darauf die stehende und zur

Seite gewandte Ganzfigur des Heiligen in

gegürtetem blauem Gewand und rotem

Umhang, mit Pilgertasche und Flasche

sowie mit einer durch die Muschel als

Pilgerhut erkennbaren Kopfbedeckung.

Seine Hände mit ehemals vorhandenen

weiteren Attributen sind heute verloren.

In der Gestaltung aller Details – wie zum

Beispiel den umgeschlagenen Säumen

des Umhangs – zeigt sich eine feine

Beobachtung des Schnitzers.

Zehen teilweise verloren. Geringfügige

Bestoßungen. Höhe 82 cm.

FLÄMISCH, um 1520

Provenienz

Ehemals Sammlung Bossi, Genua. –

479. Lempertz-Auktion, Köln, 12.11.1964,

Lot 500, Taf. 101. – Rheinische Privatsammlung.

€ 8 000 – 10 000


1154 MADONNA MIT KIND. Eichenholz

geschnitzt, rückseitig abgeflacht. Reste

einer älteren farbigen Fassung. Mehrseitiger

profilierter Sockel mit Wappenfeld

und ornamentaler Verzierung. Auf Vorder-

und leichte Unteransicht gestaltete

stehende Muttergottes in gelängten Proportionen.

Maria trägt ein bodenlanges

rotes Kleid sowie einen vor den Körper

gerafften blauen und goldenen Umhang,

dessen feines Faltenspiel den Charakter

der Skulptur prägt. Mit beiden Händen

hält die Muttergottes ihr stark bewegtes

und bekleidetes Kind, um dessen Schultern

ein Rosenkranz (?) gelegt ist. Auf

der Rückseite vier parallele Einkerbungen

als Marke der Stadt Mecheln.

Ein Fuß des Kindes, eine Hand und Teile

des Rosenkranzes verloren. Fassung mit

Verlusten. Figur dem Sockel lose aufgesteckt.

Höhe 40,5 cm (mit Sockel).

MECHELN, um 1520

Provenienz

Rheinischer Privatbesitz.

€ 7 000 – 8 000

1155 HL. KATHARINA. Wohl Nussbaum

geschnitzt, rückseitig abgeflacht. Ältere

und wohl originale farbige Fassung.

Stehende Ganzfigur der Heiligen in

hoch tailliertem elegantem und modischem

Kostüm, das in seinen Details

überaus differenziert wiedergegeben ist.

Auf ihrer linken Hand hält Katharina ein

aufgeschlagenes Buch; die rechte Hand

wohl mit einem weiteren Attribut ist verloren.

Zu ihren Füßen ist die Gestalt des

römischen Kaisers Maxentius zu sehen,

durch den Katharina ihr Martyrium zu

erleiden hatte.

Bestoßungen mit Verlusten an der farbigen

Fassung. Rückseitig auf eine mit

Samt bezogen Platte montiert. Höhe

30 cm.

MECHELN, um 1520

Provenienz

456. Lempertz-Auktion, Köln, 13.11.1959,

Lot 974, Taf. 51. – Rheinische Privatsammlung.

€ 7 000 – 8 000


1156 HL. ADRIANUS. Eichenholz geschnitzt,

rückseitig abgeflacht. Geringfügigste

Reste einer ehemaligen farbigen

Fassung. Stehende Ganzfigur eines

jugendlichen Heiligen mit Barett, in

Rüstung und mit weit herabfallendem

Mantel, zu dessen Füßen ein Löwe kauert.

Das Attribut auf seiner linken Hand

könnte als Amboss zu verstehen sein;

seine rechte Hand mit einem erhobenen

Schwert stellt eine neuere Ergänzung

dar. Die Kombination der Attribute

lassen am ehesten vermuten, dass es sich

bei der Skulptur wohl um eine Darstellung

des Heiligen Adrianus handelt.

Hutkrempe teilweise ergänzt, Fußspitze

verloren. Die Beine ehemals mit zwei in

den Werkblock eingefügten und gestalterisch

zugehörigen Brettern hinterlegt,

von denen eines verloren ist. Höhe

91 cm.

MAASLAND,

1. Hälfte 16. Jahrhundert

Provenienz

Sammlung Lüttgens, Aachen.

€ 7 000 – 8 000


1157 STEHENDE HEILIGE. Holz, vollrund

geschnitzt. Ältere und wohl originale

farbige Fassung, wohl nur geringfügig in

Teilen übergangen. Heilige mit langen

auf den Rücken herabfallenden Haaren

und in gebauschtem rotem Kleid mit parallelen

vertikalen Falten. Um ihre Schultern

ist ein vor der Brust geschlossener

goldener Umhang gelegt, den die Heilige

mit ihrer linken Hand vor ihrem Körper

rafft. Ein ehemals in ihrer rechten Hand

gehaltenes Attribut ist heute verloren.

Finger der rechten Hand verloren.

Ausbrüche an der Kopfbedeckung.

Höhe 24 cm.

FLÄMISCH, 1. Hälfte 16. Jahrhundert

€ 2 500 – 3 000

1158 ANNA SELBDRITT. Eichenholz,

dreiviertelrund geschnitzt, rückseitig abgeflacht.

Hoher und profilierter mehrseitiger

Sockel, aus einem Block gemeinsam

mit der Figur geschnitzt. Darauf die im

Kontrapost stehende Ganzfigur der Heiligen

Anna in langem Kleid und Umhang

sowie mit matronenhaftem Kopftuch.

Mit ihrer rechten Hand hält sie ihre

kleinfigurig dargestellte Tochter Maria,

die bekrönt und in langem Gewand

wiedergegeben ist. Maria wiederum hält

das nackte Jesuskind auf ihrem Schoß,

das in starker Bewegung nach den Trauben

greift, die Anna ihm in ihrer linken

Hand entgegenhält.

Vertikale Risse auf der Rückseite. Ausbrüche

im Gewand der Anna und auf der

Vorderseite des Sockels ergänzt. Höhe

74 cm.

BRABANT, um 1530/1540

€ 6 000 – 7 000


1159 PIETÁ. Wohl Eichenholz, vollrund geschnitzt,

auf der Rückseite des Felsens

abgeflacht. Ältere farbige Fassung. Maria

sitzt auf einem Felsen, auf dessen rechter

Seite ein Totenschädel zu sehen ist. Die

Muttergottes hat ihren rechten Fuß

vorgesetzt und hält ihren toten Sohn

auf ihrem Schoß, indem sie sein Haupt

umfasst hält; ihre linke Hand ist in

einem Trauergestus erhoben. Maria trägt

ein langes rotgelbes Kleid sowie einen

blauroten Mantel, von denen sich das

weißliche Inkarnat des nur mit einem

Lendentuch bekleideten Christus abhebt.

Rechter Arm und rechtes Bein Christi

mit alten Brüchen, Fußspitzen verloren.

Linke Hand der Maria wohl ergänzt. Geringfügige

Bestoßungen. Höhe 42 cm.

FLÄMISCH, Mitte 16. Jahrhundert

€ 6 000 – 7 000

1160 ÖLLAMPE IN FORM EINES

SATYRS. Eine fast identische Kleinbronze

in der Wiener Sammlung August

Lederer wurde von Leo Planiscig als

Werk von Andrea Riccio (1470-1532) beschrieben;

es unterscheidet sich von unserer

Öllampe nur durch eine Zunge im

Mund des Satyrs. Krauses Kopfhaar und

Gesichtsausdruck sind typisch für den

Meister aus Padua, es ist jedoch schwierig,

aus der großen Zahl an überlieferten

Werken die eigenhändigen zu identifizieren,

so dass die vorliegende Öllampe am

ehesten als qualitätvolle Werkstattwiederholung

zu beschreiben ist.

Dorn auf der Unterseite angelötet, auf

profilierten Holzsockel gesteckt. Höhe

7 cm, Breite 9,7 cm.

ANDREA RICCIO, Werkstatt,

PADUA, Anfang 16. Jahrhundert

Literatur

Zu der vergleichbaren Kleinbronze von

Andrea Riccio siehe Leo Planiscig: Piccoli

bronzi italiani del rinascimento, Mailand

1930, Nr. 130, Taf. 79.

€ 5 000 – 6 000


1161 SKULPTURENSOCKEL. Holz geschnitzt,

farbig gefasst und bemalt. Achteckiger

profilierter Sockel, wobei Vorderund

Rückseite länger als die übrigen

Seiten sind. Der Sockel hat ehemals die

Skulptur einer stehenden Figur – vermutlich

des Auferstandenen Christus

– getragen, erkennbar an den Fußabdrücken

auf der Oberseite. Die Vorderseite

zeigt ein heute leeres Schriftfeld, die

Rückseite die Taube des Heiligen Geistes.

Die übrigen sechs Seiten sind mit Darstellungen

der vier Kirchenväter Ambrosius,

Hieronymus, Augustinus und

Gregors des Großen geschmückt, ergänzt

um – die Vorderseite flankierend – den

Seelenwäger Michael und den Heiligen

Johannes.

Geringfügige Bestoßungen.

16 x 20,5 x 19,5 cm.

SÜDDEUTSCHLAND,

Ende 16. Jahrhundert

€ 4 000 – 5 000


1162 MADONNA MIT KIND. Wohl

Eichenholz geschnitzt, rückseitig abgeflacht

und ausgehöhlt. Ältere farbige

Fassung, in Teilen übergangen. Unregelmäßige

als Erdboden gestaltete Plinthe.

Stehende Ganzfigur der gekrönten

Muttergottes, die das bekleidete Jesuskind

auf ihrer linken Hand trägt; das

Zepter in ihrer vorgestreckten rechten

Hand ist verloren. Über einem langen

und gegürteten roten Kleid trägt sie

einen blauen Mantel, dessen Faltenspiel

die Skulptur prägt. Die Figur folgt in ihrer

Gestaltung spätgotischen Vorbildern.

Geringfügige Bestoßungen. Höhe

106 cm.

Wohl FLÄMISCH,

Ende 16. Jahrhundert

€ 13 000 – 14 000


1163 HL. ROCHUS. Holz, vollrund geschnitzt.

Große Reste einer älteren farbigen Fassung,

teilweise übergangen. Quer ovale

und als Erdboden gestaltete Plinthe.

Darauf die auf leichte Unteransicht

gestaltete stehende Ganzfigur des Heiligen

in Pilgertracht mit Hut, Pelerine,

Tasche und Stab. Ein kleiner Engel hebt

den Saum seines Rockes an, so dass die

Pestwunde auf seinem Oberschenkel

sichtbar wird. Zu den Füßen des Rochus

liegt zudem der traditionellen Ikonographie

folgend ein Hund mit einem Brot in

seinem Maul.

Feine vertikale Risse, Wurmlöcher, geringfügige

Bestoßungen. Höhe 112 cm.

FLÄMISCH, Ende 16. Jahrhundert

€ 8 000 – 9 000


1164 PIETÁ. Holz, dreiviertelrund geschnitzt,

rückseitig abgeflacht mit alten

Anstückungen der Gewandsäume Ma-

riens. Reste einer älteren farbigen Fassung,

in weiten Teilen übergangen.

Flache Plinthe mit geschwungenem

Umriss. Die groß gesehene sitzende

Muttergottes stützt den Leichnam ihres

toten Sohnes, indem sie seinen Kopf und

seine linke Hand umfasst hält. Christus

liegt mit zurückgesunkenem Haupt auf

ihren Knien, sein rechter Arm hängt

leblos hinab. Die Gestaltung der Pietá

wird durch den Kontur des Gewandes

Mariens bestimmt, der nur von Haupt

und Füßen Christi durchbrochen wird.

Finger der linken Hand Christi verloren.

Brüche in seinem rechten Bein

alt restauriert und teilweise ergänzt.

119 x 108 x 35 cm.

FRANKREICH,

Anfang 17. Jahrhundert

€ 6 000 – 7 000


1165 MADONNA MIT KIND. Holz geschnitzt,

rückseitig abgeflacht und

ausgehöhlt. Reste einer älteren farbigen

Fassung, in weiten Teilen übergangen.

Auf einer Bank sitzende und über Wolken

thronende bekrönte Muttergottes,

dem Betrachter frontal zugewandt. Mit

ihrer rechten Hand stützt sie das nackte

Jesuskind, das auf ihrem Oberschenkel

auf einem Kissen kniet; ihre vorgestreckte

und ehemals ein Zepter haltende linke

Hand ist wohl ergänzt. Der blockhafte

Charakter der Skulptur wird durch eine

vereinfachte Faltengebung der Gewänder

unterstrichen.

Rechter Arm des Kindes verloren. Rechte

Hand der Maria teilweise ergänzt. Bestoßungen.

Höhe 107 cm.

Wohl NIEDERLÄNDISCH,

17. Jahrhundert

€ 6 000 – 7 000

1166 HL. ROCHUS. Holz, vollrund und teilweise

freiplastisch geschnitzt. Farbige

Fassung wohl des 19. oder frühen

20. Jahrhunderts. Stehende Ganzfigur

des Heiligen in Pilgertracht mit Hut,

Stab, Flasche und Tasche, der seine

Pestwunde am Oberschenkel durch

den zurückgeschlagenen Rock sichtbar

macht. Der traditionellen Ikonographie

folgend wird Rochus von einem kleinen

Engel und einem Hund mit einem Brot

in seinem Maul begleitet.

Rechte Hand, Pilgerstab und Flasche

wohl ergänzt. Farbfassung mit geringen

Verlusten. Höhe 72 cm.

Wohl FLÄMISCH,

Ende 17. Jahrhundert

€ 3 500 – 4 500


1167 HEILIGER KÖNIG. Kalkstein, Rückseite

abgeflacht, teilweise freiplastisch

gearbeitet. Geringfügige Reste einer

ehemaligen farbigen Fassung. Runde

als Erdboden gestaltete Plinthe. Darauf

die stehende Ganzfigur eines bekrönten

Heiligen in kurzem Untergewand und

langem mit stilisierten Lilien geschmücktem

Mantel, der mit einem Hermelinkragen

versehen ist. An einem Schulterband

trägt er ein ovales Medaillon, dessen

Darstellung nicht mehr erkennbar ist.

Mit seiner linken Hand hält er die Dornenkrone

Christi mit drei Kreuzesnägeln

empor. Es könnte sich um eine Darstellung

des heiligen französischen Königs

Ludwigs IX. handeln, der den Bau der

Pariser Sainte Chapelle in den Jahren

1244-1248 für die Dornenkronenreliquie

veranlasste.

Rechter Arm verloren. Krone und

Dornenkrone mit Verlusten, Teile der

Dornenkrone lose. Bestoßungen. Höhe

102 cm.

FRANKREICH, 17. Jahrhundert

€ 10 000 – 12 000


1168 ZWEI ENGELKONSOLEN. Holz geschnitzt,

rückseitig abgeflacht. Ältere

farbige Fassung, in Teilen übergangen.

Auf Vorderansicht gestaltetes Paar

zweier auf der Oberseite abgeflachter

Konsolen mit geflügelten Engelsbüsten.

Der untere Abschluss wird jeweils aus

symmetrisch angelegten Akanthusblättern

gebildet, die aus eingedrehten

Voluten entspringen.

Gerinfügige Bestoßungen mit geringen

Verlusten an der farbigen Fassung. Höhe

jeweils 46 cm.

SÜDDEUTSCHLAND, 18. Jahrhundert

€ 2 500 – 3 000

1169 ZWEI ENGEL MIT LEIDENS­

WERKZEUGEN CHRISTI. Holz,

dreiviertelrund geschnitzt, rückseitig

abgeflacht. Ältere farbige Fassung. Die

zwei Engel halten ein Gewand, dem drei

Würfel hinzugefügt sind. Das Engelpaar

dürfte aus einer Gruppe von Engeln

stammen, die die Werkzeuge der Passion

Christi vorweisen.

Flügel und zwei Füße gebrochen und

wieder angefügt. Bestoßungen. Höhe

24 cm.

ÖSTERREICH, Mitte 18. Jahrhundert

Provenienz

456. Lempertz-Auktion, Köln, 13.11.1959,

Lot 1018. – Rheinische Privatsammlung.

€ 1 200 – 1 400


1170 MARIA IMMACULATA. Holz, vollrund

geschnitzt. Ältere und weitgehend

wohl originale farbige Fassung und Vergoldung.

Stehende Ganzfigur der Muttergottes

in bewegter kontrapostischer

Haltung, die durch die Faltengebung

ihres Kleides und den Schwung des um

ihren Körper drapierten Umhangs noch

unterstrichen wird. Mit aufwärts gerichtetem

Blick legt sie in einer ausholenden

Geste ihre linke Hand vor ihre Brust;

das Zepter in ihrer seitwärts geführten

rechten Hand ist heute verloren. Maria

setzt ihren linken Fuß auf das Haupt

der Schlange, die sich mit dem Paradiesapfel

in ihrem Maul um den halbkugelig

gestalteten Erdball windet. In seiner

Gestaltung zeigt das Werk Züge des

Würzburger Hofbildhauers J. W. van der

Auwera (1708-1756).

Wenige Risse auf der Rückseite. Bestoßungen

mit Verlusten an der Fassung.

Höhe 96 cm.

JOHANN WOLFGANG

VAN DER AUWERA, zugeschrieben,

MAINFRANKEN, 2. Viertel 18. Jh.

Provenienz

Fränkische Privatsammlung.

€ 10 000 – 12 000


*1171 STANDKREUZ. Holz, Perlmutt, Buchsbaum,

vollrund geschnitzt. Hoher gestufter

mehrseitiger Sockel mit hoch aufragenden

Kreuzbalken. Corpus Christi

aus Buchsbaum im Dreinageltypus, in

gelängten Proportionen und mit stark

hochgezogenen Armen.

INRI-Tafel nicht zugehörig. Geringfügige

Bestoßungen. Gesamthöhe 61,5 cm.

Wohl ANTWERPEN, 18. Jahrhundert

€ 1 000 – 1 200

*1172 STANDKREUZ. Holz, Perlmutt, Silber,

gegossen, getrieben, punziert. Hoher

profilierter Sockel mit hochragenden

Kreuzbalken, denen ein silberner Corpus

Christi, die INRI-Tafel sowie zwei

gekreuzte Knochen vorgelegt sind.

Die Enden der Kreuzbalken sind mit

aufgesteckten vegetabilen Ornamenten

geschmückt. Die silbernen Blumenvasen

der Sockelpostamente tragen eine Meistermarke,

die vermutlich auf den Goldschmied

Clément-François Vanizac (tätig

um 1775/1780 in Saint-Omer) verweist.

Nur geringfügige Bestoßungen. Gesamthöhe

81 cm.

NORDFRANKREICH, um 1780

Literatur

Zur Meistermarke siehe Jacques Helft:

Le Poinçon des provinces françaises,

Paris 1968, S. 173, Nr. 488d. – E. Beuque,

M. Frapsauce: Dictionnaire des poinçons

de maitres-orfèvres français, Paris 1988,

S. 33, Nr. 289.

€ 3 000


1173 MADONNA MIT KIND. Holz, vollrund

geschnitzt. Wohl originale farbige

Fassung. Quadratischer profilierter

Sockel mit vorgesetzter Wappenscheibe.

Darauf die auf Vorderansicht gestaltete

stehende Muttergottes, die das segnende

nackte Jesuskind mit ihrer linken Hand

seitlich über ihrer Hüfte hält. Das ehemals

in der vorgestreckten rechten Hand

gehaltene Zepter ist heute verloren.

Ein Finger der Maria lose angefügt, Bestoßungen.

Höhe 38,5 cm (mit Sockel).

SPANIEN, 18. Jahrhundert

€ 1 200

1174 CORPUS CHRISTI. Buchsbaum, vollrund

geschnitzt. Geringfügige Reste

einer ehemaligen farbigen Fassung.

Darstellung des Gekreuzigten im Viernageltypus

mit sterbend zur Seite gesunkenem

Haupt und mit nach oben gezogenen

Armen. Der nackte Körper und seine

Muskulatur sind genau beobachtet und

in der Oberfläche subtil bearbeitet, wie

auch Physiognomie, Haare und Lendentuch

fein geschnitzt sind. Nach Aussage

von Matthias Kammel (Nürnberg) könnte

das Kruzifix aus dem Umkreis der

Bamberger Bildschnitzers Franz Martin

Mutschele (1733-1804) stammen.

Geringe Beschädigungen an Händen,

Füßen, Lendentuch und Dornenkrone.

Zugehörig eine wohl jüngere INRI-Tafel.

Höhe 45 cm, Armspanne 31,5 cm.

OBERFRANKEN, um 1775/1780

Provenienz

Rheinischer Privatbesitz.

€ 2 000 – 2 500


1175 JOHANN PHILIPP BETHMANN­

HOLLWEG. Gips, innen hohl. Auf der

vom Betrachter aus linken Seite signiert

und datiert „Dannecker fecit: 1813.“

– Johann Philipp Bethmann-Hollweg

(1791-1812), der ältere Bruder des späteren

preußischen Staatsministers Moritz

August Bethmann-Hollweg (1795-1877),

starb Ende 1812 überraschend in Florenz

während einer Bildungsreise, die er mit

seinem Bruder unternahm. Im Jahr 1813

hielt sich seine Mutter gemeinsam mit

Moritz August in Stuttgart auf, wo sie

mit Johann Heinrich Dannecker

(1758-1841) zusammentraf. Hier muss

die Hermenbüste zum Gedenken an

den Verstorbenen entstanden sein, von

der sich zwei Exemplare in Bronze mit

der gleichen Signatur und Datierung

(52 x 29 x 23,5 cm) in der Familie Bethmann-Hollweg

bis heute erhalten haben

(Holst 1987, Kat. Nr. 136b). Das unmittelbare

Vorbild dieser Bronzen dürfte die

vorliegende Gipsbüste sein, die in Maßen

und Gestaltung auf das Engste mit den

Bronzen verwandt ist. Ob unsere Büste

mit der 1909 auf Schloß Rheineck in

Niederbreisig vorhandenen, aber heute

verschollenen Gipsbüste von Dannecker

(Holst 1987, Kat. Nr. 136a) identisch

ist, ist zwar wahrscheinlich aber nicht

nachweisbar.

Wir danken Professor Christian von

Holst für die Unterstützung bei der

Katalogisierung.

Nur geringfügige Bestoßungen.

53,5 x 30 x 24 cm.

JOHANN HEINRICH

DANN ECKER, Stuttgart 1813

Literatur

Christian von Holst: Johann Heinrich

Dannecker. Der Bildhauer. Bd. 1, Stuttgart

1987, S. 355-356, Kat. Nr. 136a-b

(mit Abb. der Bronzebüste).

Provenienz

Süddeutscher Privatbesitz.

€ 10 000 – 12 000


Zeichnungen Alter Meister

Lot 1176


DOMENICO BECCAFUMI

1486 bei Siena – 1551 Siena

1176 MÄNNLICHE BEINSTUDIE

Feder und Tusche in Braun. 22 x 14,5 cm.

Provenienz

Sammlung Hibbert (Angabe nach Katalog

Thos. Agnew). – Sammlung Coghlan

Briscoe (Lugt 347 c). – Wohl Sotheby´s,

London, 7.11.1951. – Sammlung Dr. W.

M. Crofton (Angabe nach Katalog Thos.

Agnew). – Thos. Agnew & Sons, London

1965. – Deutsche Privatsammlung.

Literatur

Rinaldo de Liphart Rathshoff: Un Libro

di Schizzi di Domenico Beccafumi.

In: Rivista d´Arte 1935, S. 33-70 und

S. 162-200. – Rinaldo de Liphart Rathshoff:

Due Ritratti di Michelangelo eseguiti

da Domenico Beccafumi. In: Bolletino

d´Arte XXVIII, S. 567. – Donato Sanminiatelli:

The Beginnings of Domenico

Beccafumi. In: Burlington Magazine,

Vol. XCIV, Dec. 1957, S. 401-410. –

Kata log Thos. Agnew & Son: Domenico

Beccafumi 1486-1551. Drawings from

a Sketch Book, Nov. 1965, Nr. 6.

€ 10 000 – 15 000

Verso: Bildnis eines Mannes mit Bart

und Hut. Kreide in Rot (Abbildung auf

der Seite zuvor).

Die Zeichnung stammt aus einem Skizzenbuch

Beccafumis, das einst Coghlan

Briscoe gehörte, der Mitte des vorigen

Jahrhunderts Direktor der National Gallery

of Dublin war. Rinaldo de Liphart

Rathshoff, der es 1935 veröffentlichte,

glaubte in dem männlichen Bildnis der

Rückseite ein Porträt Michelangelos zu

sehen. Dem ist die spätere Forschung

allerdings nicht gefolgt. Donato Sanminiatelli

datiert das Skizzenbuch vor 1512.

Beccafumi hat Motive dieser Sammlung

auch in späteren Werken verwendet.

Unsere Studie der männlichen Beine

steht in Verbindung mit einer Tafel für

die Kirche San Francesco in Siena (heute

Galerie von Siena). Eine ähnliche Studie

befindet sich im Britischen Museum.

Verso: Portrait of a bearded man with

hat. Red Chalk (ill. see previous page).

The drawing was once part of a sketchbook

by Beccafumi, belonging to

Coghlan Briscoe, director of the National

Gallery of Dublin in the mid-20th century.

Rinaldo de Liphart Rathshoff published

it in 1935. He believed the male

figure on the reverse to be a portrait of

Michelangelo. However, this identification

was later rejected. Donatello Sanminiatelli

dates the sketchbook to before

1512, as Beccafumi used motifs from the

sketchbook in later works. This study of

the male legs closely relates to a painting

for the church of San Francesco in Siena

(now in the Pinacoteca Nazionale, Siena).

A similar study exists in the British

Museum, London.


JOST AMMAN

1539 Zürich – 1591 Nürnberg

1177 DAS GLEICHNIS VOM

UNGETREUEN KNECHT

Feder und Pinsel in Braun. 7,5 x 10,8 cm.

Provenienz

Sammlung F. Springell, Edinburgh (Lugt

1049 a). – Sotheby´s London, 30.9.1986,

Nr. 55. – Deutsche Privatsammlung. –

786. Lempertz-Auktion, Köln 20.5.2000,

Lot 842.

Ausstellungen

Old Master Drawings from the Collection

of Mrs. and Mr. Francis Springell,

Edinburgh, Nr. 17 (als J. Amman).

Die Zuschreibung an Amman ist von

Dr. Christian Dittrich, Dresden Kupferstichkabinett,

brieflich 2000 bestätigt

worden.

€ 1 800 – 2 000

JOACHIM ANTONISZ WTEWAEL

1566 Utrecht – 1638 Utrecht

1178 DAS URTEIL SALOMOS

Pinsel in Braun. 29 x 40 cm.

Provenienz

Slg. John Talman (Lugt 2462, ursprüngliche

Marke auf dem Passepartout). –

Belgische Privatsammlung.

In der Mitte vertikale geglättete Falte.

Unten links Monogramm G. P., unten

rechts P. L.

€ 2 400 – 2 800

NIEDERLÄNDISCHER MEISTER

16.-17. Jahrhundert

1179 LANDSCHAFT MIT ARCHITEKTUR-

UND RUINENSTUDIEN

Feder in Braun. 20 x 28 cm.

Provenienz

Deutsche Privatsammlung.

Restauriert. Rechts oben Nr. 62, links

unten 58.

€ 700 – 900


SÜDDEUTSCHER MEISTER

um 1600

*1180 DAS JÜNGSTE GERICHT

Feder in Schwarz, weiß gehöht.

37 x 20 cm.

Provenienz

Slg. J. E. Wetteraue (nicht bei Lugt).

€ 1 300 – 1 500

FLÄMISCHER MEISTER

Anfang 17. Jahrhunderts

1181 CHRISTUS UND DER HAUPT-

MANN VON KAPHARNAUM

Feder in Schwarz, Pinsel in Grau auf

geripptem Papier. 15,5 x 19 cm.

€ 1 200 – 1 500


ABRAHAM STORCK

um 1635 – 1720 Amsterdam

1182 SEGELSCHIFFE UND

ZUBRINGERBOOTE

Signiert am großen Schiff: A Storck.

Feder in Braun, Tusche in Grau.

17 x 21,2 cm.

€ 1 200 – 1 500

PIETER VAN DEN VELDE,

zugeschrieben

1634 Antwerpen – nach 1687

1183 SEGELSCHIFF AUF

BEWEGTER SEE

Feder in Grau und Braun, grau laviert.

29,7 x 26,5 cm.

Provenienz

Belgische Privatsammlung.

Vertikale geglättete Falte, auf dünnem

Japanpapier montiert.

€ 1 500 – 2 000


FLÄMISCHER MEISTER

des 17. Jahrhunderts

1184 LOT UND SEINE TÖCHTER

ABRAHAMS OPFER

Eine Zeichnung 1649 6/11 datiert.

Feder in Braun, Tusche in Grau.

Jeweils 6,5 x 8 cm.

Unter Glas gerahmt.

Provenienz

Rheinische Privatsammlung.

€ 1 200 – 1 400

NIEDERLÄNDISCHER MEISTER

des 17. Jahrhunderts

1185 ALTES GEHÖFT MIT TURM

Feder und Pinsel in Braun.

12,8 x 17,3 cm.

Unter Glas gerahmt.

Provenienz

Deutsche Privatsammlung.

€ 800 – 1 000


ITALIENISCHER MEISTER

des 17. Jahrhunderts

1186 STUDIE FÜR EINE ROCAILLE

Feder in Braun. 31 x 17,5 cm.

€ 700 – 800

PIETER RYSBRAECK

1655 Antwerpen – 1729 Brüssel

1187 VERWUNDETE SOLDATEN

Feder und Pinsel in Braun, Rötel.

12,1 x 17 cm.

Unter Glas gerahmt.

Provenienz

Sammlung E. Fabricius, Berlin (Lugt

847 a / 919). – Tenner, Heidelberg,

Aukt. 94. – Sammlung H. Grunert,

Köln. – 802. Lempertz-Auktion, Köln,

19.5.2001, Lot 1339. – Rheinische Privatsammlung.

Ausstellungen

Clemens Sels Museum: Krieg und Frieden

in der Bildenden Kunst, Neuss 2002.

€ 1 200 – 1 400

SIMON VAN DER DOES

um 1653 Amsterdam – nach 1718 Antwerpen

1188 ARKADISCHE LANDSCHAFT

MIT HIRTENPAAR

Feder in Braun, Tusche in Grau.

13,7 x 16,8 cm.

Unter Glas gerahmt.

Provenienz

Sammlung Deicker, Braunfels. – Sammlung

B. Funck, München (beide nicht bei

Lugt). – Sammlung H. Grunert, Köln, –

795. Lempertz-Auktion, Köln, 25.11.2000,

Lot 1430. – Rheinische Privatsammlung.

€ 1 000 – 1 200


GERARD DE LAIRESSE,

zugeschrieben

1641 Lüttich – 1711 Amsterdam

1189 HERMES ERHÄLT

DEN SCHLANGENSTAB

DIE GROSSMUT DES SCIPIO

ATHENE BESIEGT AMOR

Pinsel in Braun. 8 x 9 bzw. 7,5 x 13 cm.

Unter Glas gerahmt.

Provenienz

Venator & Hanstein, Köln 1991. – Sammlung

H. Grunert, Köln. – 795. Lempertz-

Auktion, Köln, 25.11.2000, Lot 1492. –

Rheinische Privatsammlung.

€ 1 200 – 1 400

JOHANN PHILIPP LEMBKE,

zugeschrieben

1631 Nürnberg – 1711 Stockholm

1190 REITERGEFECHT

Pinsel in Grau. 9,3 x 18,9 cm.

Provenienz

Bassenge, Berlin 1971. – Sammlung

H. Grunert, Köln, – 802. Lempertz-Auktion,

Köln, 19.5.2001, Lot 1288. – Rheinische

Privatsammlung.

Ausstellungen

Clemens Sels Museum: Krieg und Frieden

in der Bildenden Kunst, Neuss 2002.

€ 600 – 700


SIGISMONDO CAULA,

zugeschrieben

1637 Modena – nach 1713

1191 DREI SOLDATEN IN RÜSTUNG

Kreide in Schwarz, Tusche in Dunkelrot,

weiß gehöht. 15 x 10 cm.

Provenienz

Deutsche Privatsammlung.

Verso Sitzender Mann mit zwei weiteren

Figuren.

Fleckig, Ecken beschnitten.

€ 1 000 – 1 200

PIER LEONE GHEZZI,

zugeschrieben

1674 Rom – 1755 Rom

*1192 JOHANN ERNST EMANUEL

GRAF HARRACH

Feder in Braun. 32 x 22 cm.

Verso bezeichnet: Graf Harrach.

Wahrscheinlich handelt es sich um den

Minister am päpstlichen Hof Johann

Ernst Emanuel Joseph Graf Harrach.

(1705-1739).

€ 3 000 – 3 400


SÜDDEUTSCHER MEISTER

des 18. Jahrhunderts

*1193 JESUS HEILT EINEN KRANKEN

Feder in Braun, weiß laviert auf Tonpapier.

28 x 16 cm.

€ 1 500 – 1 700

DEUTSCHER MEISTER

des frühen 18. Jahrhunderts

1194 JUNGES REH

Feder in Schwarz. 17 x 26,8 cm.

Provenienz

Sammlung Wilhelm Gottlieb Becker

(1753-1813), Dresden (Lugt 324). –

Sammlung Johann Gottfried Schumann

(1761-1810), Dresden (Lugt 2344). –

Deutsche Privatsammlung.

Wasserzeichen ICR. Verso Reste einer

alten Montierung. In der Mitte unten

kleiner senkrechter Riss.

€ 1 000 – 1 200


DEUTSCHER MEISTER

des 18. Jahrhunderts

1195 BILDNIS EINES ADLIGEN HERREN

Pastell auf Papier, auf Leinwand aufgezogen.

51,5 x 40 cm.

Unter Glas gerahmt.

Provenienz

Aus deutschem Adelsbesitz.

Möglicherweise handelt es sich bei

dem Dargestellten um ein Mitglied des

Hauses Sachsen-Meiningen. Die rückwärtige

Angabe, wonach es Bernhard II.

von Sachsen-Meiningen (1800-1882) sei,

kann aus stilistischen Gründen nicht

stimmen. Das Bildnis ist eindeutig aus

dem 18. Jahrhundert.

€ 3 000 – 3 500

DEUTSCHER MEISTER

des 18. Jahrhunderts

1196 DER HÜGEL VON ASSISI

Feder in Braun, grau laviert. 21 x 35 cm.

Unter Glas gerahmt.

Provenienz

Belgische Privatsammlung.

Leicht gebräunt.

€ 1 400 – 1 800


JAKOB RIEGER

gest. um 1815 in Mannheim

1197 ZWEI FLUSSLANDSCHAFTEN

MIT HIRTENSTAFFAGE

Jeweiils signiert und datiert unten Mitte:

J. Rieger 1797.

Aquarell auf Papier. Jeweils 34 x 49,5 cm.

Unter Glas gerahmt.

€ 2 000 – 3 000


NIEDERLÄNDISCHER MEISTER

des 18. Jahrhunderts

1198 FLUSSLANDSCHAFT

Pinsel in Grau. 20,3 x 33 cm.

€ 700 – 900

FRANCESCO NOVELLI,

zugeschrieben

1764 Venedig – 1836 Venedig

*1199 MÄNNLICHER RÜCKENAKT

Feder in Braun. 37,5 x 23,7 cm.

€ 1 200 – 1 400


JACOB WILHELM MECHAU

1745 Leipzig – 1808 Dresden

*1200 RASTENDE LANDSLEUTE

BEIM KOLOSSEUM IN ROM

Signiert unten Mitte: J. Mechau del.

Feder und Pinsel in Braun. 30,5 x 37,6 cm.

Unter Glas gerahmt.

Wasserzeichen: Bekröntes Wappen mit

Posthorn und angehängtem Bienenkorb.

Sammlungsstempel am unteren Rand,

Mitte.

€ 3 800 – 4 500

DEUTSCHER MEISTER

um 1790

1201 LANDSCHAFT MIT

REITER UND BETTLER

Bleistift und Pinsel in Grau. 21 x 31,5 cm.

Unter Glas gerahmt.

€ 1 000 – 1 200


VENEZIANISCHER MEISTER

des 18. Jahrhunderts

1202 MARIA – STUDIE ZU EINER

VERKÜNDIGUNG

Feder und Tusche in Grau. 29 x 16,5 cm.

Provenienz

Sammlung Alexandre-Humbert Chatelain,

Lyon (Lugt 135), Versteigerung

dieser Sammlung Lyon 30.1.-9.2.1872. –

Deutsche Privatsammlung.

€ 1 000 – 1 200

HEINRICH FRIEDRICH FÜGER

1751 Heilbronn – 1818 Wien

*1203 DIE MUSE ERATO MIT DER LYRA

Feder in Braun. 27 x 18 cm.

Literatur

Rober Keil: Heinrich Füger. Nur wenigen

ist vergönnt das Licht der Wahrheit zu

sehen, Wien 2009, WV 394, S. 324.

€ 2 400 – 2 800


Lot 1215

Zeichnungen Neuer Meister


UNBEKANNTER KÜNSTLER

wohl des 19. Jahrhunderts

1204 BILDNIS EINER DAME IM STILE

DES 17. JAHRHUNDERTS

Pastell auf Papier. 50 x 38 cm.

Unter Glas gerahmt.

Obwohl die Darstellung an niederländische

Porträts des 17. Jahrhunderts anknüpft

und auch die Kleidung der Dame

aus dieser Zeit stammt, handelt es sich

wohl um eine Arbeit aus dem

19. Jahrhundert. Das Blatt ist hervorragend

erhalten und durchaus gut gemalt.

€ 4 000 – 5 000

MONOGRAMMIST WDKC

1205 JUNGER JÄGER MIT HUND

Monogrammiert und datiert unten

rechts: WDKC f. 1800.

Bleistift. 16,5 x 20,8 cm.

€ 400 – 500


WILHELM TISCHBEIN, nach

1751 Haina – 1829 Eutin

1206 PORTRÄT DES DICHTERS

FRIEDRICH GOTTLIEB

KLOPSTOCK

Bezeichnet unten links: J. A. Tischbein.

Pinsel in Grau. 39 x 29 cm.

Unter Glas.

Provenienz

Rheinische Privatsammlung.

1802 malte Johann Heinrich Wilhelm

Tischbein ein Porträt des Dichters Friedrich

Gottlieb Klopstock, von dem diese

Zeichnung eine Kopie ist.

€ 1 500 – 2 000

MORITZ DANIEL OPPENHEIM,

zugeschrieben

1800 Hanau – 1882 Frankfurt/Main

1207 MARIA MIT DEM CHRISTUS-

KNABEN UND JOHANNES

SOWIE EINEM ENGEL

Feder in Braun. 21,9 x 23,2 cm.

Unter Glas gerahmt.

Provenienz

Sammlung Josef Knab. – Galerie C. G.

Boerner, Düsseldorf 1988 (Neue Lagerliste

90, Nr. 74). – Rheinische Privatsammlung.

Die nach Raffaels Vorbild komponierte

Skizze weist in Figurenstil und in der

Federtechnik auf Oppenheim hin. Zwischen

1821 und 1825 hielt sich Oppenheim

in Rom auf, wo er mit dem Kreis

der Nazarener in Berührung kam.

€ 1 200 – 1 400


FRIEDRICH OLIVIER

1791 Dessau – 1859 Dessau

1208 VERKÜNDIGUNG AN DIE HIRTEN

Verso bezeichnet: Verkündigung an die

Hirten Fr. v. Olivier fec.

Bleistift und Tusche in Braun. 14 x 11 cm.

Provenienz

Sammlung Boguslav Jolles, Dresden,

Wien 2. Hälfte 19. Jahrhundert

(Lugt 381 a).

€ 1 200 – 1 500

GUSTAV NAEKE

1786 Frauenstein – 1835 Dresden

1209 MARIA UND ELISABETH MIT

CHRISTUS UND JOHANNES

Verso von fremder Hand bezeichnet:

Naeke.

Bleistift. 16 x 13 cm.

€ 800 – 1 200


JOHANN CHRISTIAN

RIEPENHAUSEN

1788 Göttingen – 1860 Rom

1210 ITALIENISCHE BAUERNFAMILIE

Signiert unten rechts: Riepenhausen f.

Rocca Canterana.

Feder und Tusche. 36 x 42 cm.

Unter Glas gerahmt.

Provenienz

Französische Privatsammlung.

Leicht gebräunt. Stockflecken.

€ 2 000 – 3 000

DEUTSCHER KÜNSTLER

um 1820

1211 SÜDLICHE LANDSCHAFT

MIT KLOSTER

Feder und Pinsel in Braun. 23 x 30,5 cm.

Provenienz

Slg. Rainer Zimmermann.

€ 1 000 – 1 500


DEUTSCHER KÜNSTLER

des 19. Jahrhunderts

1212 ITALIENISCHE LANDSCHAFT

MIT RASTENDEN BAUERN,

BELADENEN ESELN UND OCHSEN

Öl auf Papier, auf Karton montiert.

16,5 x 26 cm.

Provenienz

Österreichische Privatsammlung.

€ 2 000 – 2 500

DEUTSCHER KÜNSTLER

des 19. Jahrhunderts

1213 BEWALDETE LANDSCHAFT

Feder in Grau. 25 x 27,3 cm.

€ 800 – 1 200


JOHANN HEINRICH RAMBERG

1760 Hannover – 1843 Hannover

1214 ZWEI DAMEN AUF EINER

VERANDA, EINE MIT EINEM

KIND AUF DEM SCHOSS

Signiert und datiert unten Mitte:

JH Ramberg 1810.

Bleistift. 11 x 7,1 cm.

Provenienz

Deutsche Privatsammlung.

€ 500 – 600

JOHANN GOTTLIEB HANTZSCH,

zugeschrieben

1794 Neudorf – 1848 Dresden

1215 MUTTER MIT KIND

MIT KNIENDER FIGUR

Verso von fremder Hand bezeichnet:

Joh. Hantzsch.

Bleistift. 42 x 27,5 cm.

Als Künstler ist bei diesem Blatt auch

Theodor Leopold Weller vorgeschlagen

worden.

€ 1 000 – 1 200


JOSEF VON FÜHRICH

1800 Kratzau – 1876 Wien

1216 DIE SINTFLUT

Feder in Braun, Tusche in Weiß, auf

braunem Papier. 41,5 x 46 cm.

Provenienz

Galerie H. G. Fein, Heidelberg. –

Deutsche Privatsammlung.

€ 7 000 – 9 000


ALFRED RETHEL, zugeschrieben

1816 Aachen – 1859 Düsseldorf

1217 JAKOB SEGNET JUDA

Bleistift. 33,5 x 47 cm.

In der Art Rethels sind nicht nur die

Figuren, sondern auch die Schrift links

und rechts oben. Der Text bezieht sich

auf das 1. Buch Mose 49,10: „Es wird das

Scepter von Juda nicht entwendet werden

noch ein Meister von seinen Füßen.

Bis dass der Held komme und demselben

werden die Völker anhangen.“

€ 800 – 1 000

BAREND CORNELIS KOEKKOEK

1803 Middelburg – 1862 Kleve

1218 BEWALDETE LANDSCHAFT

MIT RINDERN

Monogrammiert unten rechts: BCK.

Pinsel in Grau. 30 x 25,7 cm.

Provenienz

Deutsche Privatsammlung.

€ 1 800 – 2 400

JOHANN MARTIN VON ROHDEN

1778 Kassel – 1869 Rom

1219 SÜDLICHE KÜSTENLANDSCHAFT

Bleistift auf durchsichtigem Papier, auf

dünnem Papier montiert. 23 x 37,5 cm.

Provenienz

C. G. Boerner, Leipzig 1942 (?). –

Slg. Rainer Zimmermann.

Risse an den Rändern, Falten.

€ 500 – 700


LORENZO QUAGLIO, zugeschrieben

1793 München – 1869 München

1220 JÄGER BEI DER RAST

Bleistift auf Bütten. 29 x 43,5 cm.

€ 500 – 700

CARL FRIEDRICH LESSING

1808 Breslau – 1880 Karlsruhe

1221 DIE BEKEHRUNG DES RÄUBERS

Monogrammiert unten Mitte: C F L.

Bleistift, Kreide in Schwarz und Rot,

weiß gehöht. 30 x 33,5 cm.

Unter Glas gerahmt.

Provenienz

Sammlung Prof. Paul Arndt, München. –

Auktion C. G. Boerner, Leipzig 1934. –

Antiquariat Hans Marcus, Düsseldorf. –

Rheinische Privatsammlung.

Literatur

Vera Leuschner: Carl Friedrich Lessing,

1978, S. 745.

Es handelt sich bei diesem Blatt um eine

Vorstudie für das Gemälde „Die Buße des

Räubers“ (gelegentlich auch „Die Beichte

im Wald“ genannt) von 1837.

Der Zeichnung beigefügt ist die nach

dieser Darstellung entstandene Lithographie

von Mouilleron.

€ 2 000 – 2 400


GEORGE EDWARDS HERING

1805 London – 1879 London

1222 BURG BERSKA, WAAG THAL,

UNGARN

Bezeichnet unten rechts: Berska Castle

Waag Thal, Hungary.

Aquarell auf Bütten, auf dünner Pappe

montiert. 27,5 x 40,5 cm.

Provenienz

Slg. Rainer Zimmermann.

Das Aquarell diente als Vorlage für die

Lithographien-Serie „Sketches on the

Danube“ von 1835.

€ 1 000 – 1 500

PETRUS GERARDUS VERTIN

1819 Den Haag – 1893 Amsterdam

1223 HOLLÄNDISCHES STÄDTCHEN

Signiert und datiert unten rechts:

Vertin 68.

Aquarell auf Papier, auf Pappe montiert.

23,5 x 18,4 cm.

Unter Glas gerahmt.

Provenienz

Rheinische Privatsammlung.

€ 1 800 – 2 500

ERNEST HÉBERT

1817 Grenoble – 1908 Grenoble

1224 BADEFREUDEN

Signiert unten rechts: E Hébert.

Ölkreide auf Bütten. 37 x 50 cm.

Unter Glas gerahmt.

€ 1 800 – 2 000


CARL HUMMEL

1821 Weimar – 1907 Weimar

1225 VICO AUF KORSIKA

Signiert und datiert unten links:

Vico Corsica, Hummel 1876.

Aquarell. 26 x 36 cm.

Unter Glas gerahmt.

Provenienz

Süddeutsche Privatsammlung.

Literatur

Andrea Wandschneider (Hg.): Carl Hummel.

Landschaftsmaler aus Weimar, Katalog

Galerie in der Reithalle, Paderborn-

Schloss Neuhaus 2005, S. 50, Textabb. 6.

Für das 1876 in Weimar entstandene

Aquarell verwendete Hummel eine

Ölstudie des Vico-Tales am Guagno von

1869, auf der allerdings die Ortschaft

Vico nicht dargestellt ist (Wandschneider,

Nr. 35). Auf der rechten Seite ist der

schneebedeckte Monte Rotondo zu sehen.

€ 1 500 – 1 800

CARL HUMMEL

1821 Weimar – 1907 Weimar

1226 BEWALDETE LANDSCHAFT

MIT STAFFAGEFIGUREN

Signiert und datiert unten rechts:

C. Hummel 1876.

Aquarell auf Papier. 31 x 43,5 cm.

Unter Glas gerahmt.

€ 2 000 – 2 400

OSWALD ACHENBACH

1827 Düsseldorf – 1905 Düsseldorf

1227 LANDSCHAFT MIT

STILLEM GEWÄSSER

Signiert unten links: Osw. Achenbach.

Aquarell. 27,5 x 44 cm.

Provenienz

Privatsammlung Monte Carlo.

€ 2 000 – 2 400


GEORG HEINRICH CROLA

1804 Dresden – 1879 Ilsenburg

1228 BEWALDETE LANDSCHAFT

MIT HIRTEM

Signiert und datiert unten rechts:

Rabensberg 31. Juli 1887. Crola.

Bleistift und Tusche auf Tonpapier.

23 x 27,5 cm.

€ 500 – 600

JEAN BAPTISTE ARTHUR

CALAME, zugeschrieben

1843 Genf – 1915

1229 BAUMBESTANDENER

FELSABHANG

Kreide in Schwarz. 26 x 34 cm.

€ 500 – 700

EDMUND MAHLKNECHT

1820 Wien – 1903 Wien

1230 STUDIE ZU RASTENDEN KNABEN

Bleistift. 23 x 28,5 cm.

Provenienz

Deutsche Privatsammlung.

Verso bezeichnet Mahlknecht. Wohl

Studien für Staffagefiguren von Mahlknechts

Landschaftsbildern.

€ 800 – 1 000


ALBERT THEER

1815 Johannisberg – 1902 Wien

1231 DEKORATIONSENTWURF

Signiert und datiert unten rechts: Albert

Theer Wien 1882.

Aquarell. 43 x 30,5 cm.

€ 800 – 1 200

FRANZ SKARBINA

1849 Berlin – 1910 Berlin

1232 WACHSOLDAT IN RÜSTUNG

Signiert und datiert unten links:

F. Skarbina 1880.

Aquarell. 30,5 x 22 cm.

Unter Glas gerahmt.

Provenienz

Antiquariat Hans Marcus, Düsseldorf. –

Rheinische Privatsammlung.

€ 1 200 – 1 500


MAX CLARENBACH

1880 Neuss – 1952 Köln

1233 PARKLANDSCHAFT IM WINTER

Signiert unten links: M. Clarenbach.

Aquarell. 19 x 26 cm.

Unter Glas gerahmt.

€ 700 – 800

MAX CLARENBACH

1880 Neuss – 1952 Köln

1234 LANDSCHAFT AM NIEDERRHEIN

Signiert und datiert unten links:

M. Clarenbach 1914.

Kreide in Schwarz auf Tonpapier.

21 x 31 cm.

Unter Glas gerahmt.

€ 700 – 800

MAX CLARENBACH

1880 Neuss – 1952 Köln

1235 WINTERLANDSCHAFT

MIT PFERDESCHLITTEN

Signiert unten links: M. Clarenbach.

Aquarell auf Bütten. 29 x 38 cm.

Unter Glas gerahmt.

Provenienz

Aus der Familie des Künstlers.

€ 800 – 1 000


GABRIEL SCHACHINGER

1850 München – 1912 Eglfing

1236 ZWEI KINDERKÖPFE

Signiert und datiert unten rechts:

G. Schachinger 1906.

Farbige Kreide. 22 x 35,5 cm.

Unter Glas gerahmt.

Provenienz

Rheinische Privatsammlung.

€ 1 500 – 1 800

ALEXANDER KOESTER

1864 Bergneustadt – 1932 München

1237 ENTEN AUF DEM WASSER

Verso Nachlassstempel.

Bleistift auf Papier. 11,5 x 18 cm.

€ 900 – 1 000


Lot 1242

Gemälde Neuer Meister


ABRAHAM VAN STRY D. Ä.

1753 Dordrecht – 1826 Dordrecht

1238 INTERIEUR MIT KUNSTSAMMLER

UND SEINER FRAU

Signiert Mitte rechts: A. van Stry.

Öl auf Holz. 44 x 37,5 cm.

€ 8 000 – 10 000

Abraham van Stry malte vornehmlich Interieurs, die an Werke von

Künstlern des Goldenen Zeitalters wie Pieter de Hoch und Gabriel

Metsu anknüpften. Diese Interieurs haben dabei oftmals die Produktion

und Betrachtung von Kunst zum Thema wie im vorliegenden Gemälde

oder dem „Zeichenunterricht“ im Amsterdamer Rijksmuseum.


JOHANN ADAM KLEIN

1792 Nürnberg – 1875 München

1239 RASTENDER REITER MIT SEINEM

GESATTELTEM SCHIMMEL

Signiert und datiert oben rechts:

Klein fec 1812.

Öl auf Karton. Durchmesser 8 cm.

Verso: Zum Andenken vom Künstler

J. A. Klein gezeichnet 1812.

1811 zog der junge Johann Adam Klein

von Nürnberg nach Wien, um sich an der

dortigen Akademie weiter zu bilden. Das

kleine Rundbild entstand im folgenden

Jahr und war offensichtlich ein Geschenk

an einen Freund oder Gönner, die Klein

schon bald dort gefunden hatte. In diesem

frühen Werk ist noch der Einfluss

Wilhelm von Kobells zu spüren, dessen

Aquarelle Klein in Nürnberg studiert und

bewundert hatte. Es steht also am Anfang

der langen, erfolgreichen künstlerischen

Karriere Johann Adam Kleins, der u. a.

vom Fürsten Metternich, dem Marquis

de Caraman und König Maximilian von

Bayern unterstützt wurde.

€ 5 000 – 7 000

JOHANN NEPOMUK ENDER

1793 Wien – 1854 Wien

1240 BILDNIS EINES JUNGEN HERREN

(GRAF SZECHÉNY?)

Signiert am rechten Bildrand: Joh. Ender.

Öl auf Holz. 27 x 20 cm.

Provenienz

Hamburger Privatsammlung.

Bei diesem bisher unbekannten Bildnis

könnte es sich um ein frühes Porträt des

Grafen István Szechény handeln, den

Johann Nepomuk Ender in den Jahren

1818/19 auf einer Reise durch Italien,

Griechenland und den Orient begleitete.

Die Gesichtszüge des jungen Edelmannes

in ungarischem Kostüm ähneln sehr denen

Szechénys auf dem Porträt von Friedrich

von Amerling, das den Grafen etwas

älter und in ganzer Figur zeigt sowie dem

Bildnis Szechénys auf dem 5000 Forint-

Schein der Ungarischen Staatsbank.

€ 4 000 – 6 000


JOHANN THEODOR GOLDSTEIN

1798 Warschau – 1871 Dresden

1241 OPPENHEIM AM RHEIN

Signiert und datiert unten rechts:

J T Goldstein Dresden 29.

Öl auf Leinwand. 53,5 x 67 cm.

Provenienz

Hessische Privatsammlung.

€ 18 000 – 20 000

Johann Theodor Goldstein studierte wahrscheinlich in Berlin, wo ihn

Friedrich Schinkel tief beeindruckte und in dessen Nachfolge er zunächst

mit Vorliebe Architekturstücke mit gotischen oder griechischen

Bauten malte. 1821 zog Goldstein nach Dresden, wo er bis zu seinem

Tode blieb. Hier fand er in dem damaligen Kronprinzen Friedrich

August II. einen wichtigen Auftraggeber, sowie in J. G. von Quandt und

dem Baron Speck von Sternburg. In deren Sammlungen befanden sich

wichtige Werke von Goldstein.

Das vorliegende Gemälde zeigt die an einem Hang liegende Stadt

Oppenheim mit ihrem wunderbaren Fernblick auf die Rheinebene, die

gotische Katharinenkirche und die Ruine der im späten 17. Jahrhundert

zerstörten Burg Landskron. Goldsteins Wahl, gerade dieses Städchen zu

malen verwundert insofern nicht, als die Katharinenkirche der herausragendste

gotische Sakralbau am Rhein zwischen Köln und Straßburg

ist. Das Erbe Schinkels ist in diesem recht frühen Werk des Malers nicht

zu übersehen.


AUGUST RIEDEL

1799 Bayreuth – 1883 Rom

1242 PORTRÄT FRAU VON SCHENK (?)

Signiert und datiert unten links:

Riedel 1830.

Öl auf Leinwand (doubliert).

103 x 72,5 cm.

Provenienz

Deutsche Sammlung.

€ 9 000 – 12 000

Die Identität dieser ebenso elegant wie ungewöhnlich gekleideten Dame

ist nicht bekannt. Besonders auffallend ist das tiefschwarze Samtkleid

mit den durchsichtigen weißen Ärmeln und der imposante weiße Hut

mit den großen Straussfedern. Es ist wohl wahrscheinlich, dass es sich

bei dieser Dame um die Gattin des bayerischen Innenministers Eduard

von Schenk handelt (folgendes Lot). Dafür spricht zunächst, dass beide

Riedel-Porträts zusammen überliefert worden sind und ihre Rahmung

sehr ähnlich ist. Darüber hinaus lässt sich auch der schlichte Ehering

vergleichen, den beide Dargestellten an der rechten Hand tragen und

fast demonstrativ zeigen. Weil die Maße nicht übereinstimmen, dürfte

es sich jedoch um zwei unabhängige Porträts handeln, wobei das 1830

datierte Damenbildnis zuerst gemalt wurde.

August Riedel war in den Jahren 1820 bis 1828 Schüler der Münchner

Kunstakademie. Die beiden Bilder entstanden kurz nach Abschluss des

Studiums und können somit als Frühwerke bezeichnet werden. Sichtbar

ist jedoch schon hier Riedels Liebe zu monumentalen Figuren, die Zeit

seines Lebens typisch für seine Malerei blieb.


AUGUST RIEDEL

1799 Bayreuth – 1883 Rom

1243 PORTRÄT DES BAYERISCHEN

INNENMINISTERS EDUARD

VON SCHENK

Signiert und datiert am linken Bildrand:

A. Riedel 1831.

Öl auf Leinwand (doubliert).

106,5 x 84,5 cm.

Provenienz

Deutsche Sammlung.

€ 6 000 – 8 000

Eduard von Schenk wurde 1788 in Düsseldorf als Sohn eines in

kurbayerischen Diensten stehenden Beamten geboren. In den frühen

20er Jahren wurde er in München in den bayerischen Staatsdienst

aufgenommen. Schon 1825 war er Ministerialrat an der Spitze des

Obersten Kirchen- und Schulrats und ab 1828 Minister des Innern. Als

König Ludwig I. aber den Versuch machte, die Zensur der politischen

Berichterstattung auszudehnen und Schenk dem widersprach, endete

die Münchner Karriere. Am 22. Mai 1831 trat von Schenk zurück und

wurde danach Regierungspräsident in Regensburg. Die Frage, ob unser

Bild noch vor oder erst nach dem Rücktritt gemalt wurde, lässt sich

leider nicht beantworten. Wenn das 1830 entstandene Damenporträt

(vorhergehendes Lot) tatsächlich Frau von Schenk darstellt, dann dürfte

der Auftrag für das Bildnis des Gatten unmittelbar danach erfolgt sein,

ihn also noch als Innenminister darstellen.

Der Maler August Riedel zog bereits ein Jahr nach der Entstehung des Bildes

nach Rom, wo er die restlichen fast 50 Jahre bis zu seinem Tode lebte.


PETER VON HESS

1792 Düsseldorf – 1871 München

1244 OBSTERNTE IN DER CAMPAGNA

Signiert unten links: P. Hess.

Öl auf Karton. 18,5 x 23,5 cm.

Gutachten

Horst Ludwig, München 21.6.1988.

Literatur

Brigitte Reinhardt: Der Münchner

Schlachten- und Genremaler Peter von

Hess, München 1977, S. 397, Nr. 150.

€ 7 500 – 8 500

Der in eine Münchner Künstlerfamilie geborene Peter von Hess

ist vornehmlich als Schlachtenmaler bekannt, er malte jedoch

auch Genrebilder, die oftmals Eindrücke seiner Reisen nach Italien

aufnahmen, wo er unter anderem 1818 war. Horst Ludwig hat

darauf hingewiesen, dass die Figurenkomposition dieses Bildes

Eingang gefunden hat in die Gemälde „Anekdote aus dem Krimkrieg“

(Pfalzgalerei Kaiserslautern) sowie „Griechische Landleute

am Meeresstrand“ (Neue Pinakothek, München).


DEUTScHER (?) KüNSTLER

der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts

1245 FLUSSLANDSCHAFT

MIT KIRCHE UND ANGLER

Ungedeutete Signatur Mitte unten:

J. S...dens (?).

Öl auf Holz (parkettiert). 47 x 69 cm.

Der Künstler dieser qualitätvollen

Landschaftsansicht konnte bislang nicht

identifiziert werden.

€ 8 000 – 12 000


FERDINAND VON RAYSKI

1806 Pegau – 1890 Dresden

1246 BILDNIS EINES JUNGEN

HERREN MIT GELBER WESTE

Öl auf Leinwand, auf Hartfaser aufgezogen.

75,9 x 63,5 cm.

Provenienz

Auktion Villa Grisebach, Berlin,

30.11.1996, Lot 103. – Privatsammlung

Köln.

Literatur

Hella Reelfs: Unbekannte Werke des

Ferdinand von Rayski. In: Denkmalpflege

in Sachsen. Mitteilungen des

Landesamtes für Denkmalpflege Sachsen,

Jg. 1995, S. 79-92, S. 85f., Abb. 11.

€ 12 000 – 14 000

Hella Reelfs hat dieses um 1835/1840 zu datierende elegante Bildnis

eines jungen Mannes folgendermaßen charakterisiert: „Die Porträts in

Lebensgröße geben in besondere Weise zu erkennen, mit welcher Freiheit

– und Schnelligkeit (!) – Rayski gemalt hat. Seine oft geübte Technik

„à la prima“ hat er unter anderem in seiner Malanweisung betont.

Das hier vorzustellende Brustbild eines jungen Herrn mit gelber Weste

ist ein solches furios gemaltes Porträt, wobei die überlegte Komposition

des fast frontal gesehenen und in die Mitte gerückten interessanten

Kopfes zur Achsenverschiebung des Körpers auffällt“ (Reelfs, op. cit.,

S. 86).


cARL AUGUST HEINRIcH

VON KURTZ

1817 Stuttgart – 1887 Stuttgart

1247 BILDNIS EINES JUNGEN

MANNES MIT BUCH

Signiert unten rechts: C. Kurtz.

Öl auf Leinwand (doubliert). 84 x 68,5 cm.

Provenienz

Württembergische Privatsammlung.

€ 5 000 – 6 000

Carl August Heinrich von Kurtz, Sohn eines Stuttgarter Steindruckers,

lernte an der Stuttgarter Kunstschule und später an der Wiener Akademie

bei Joseph Dannhauser. Er spezialisierte sich auf Bildnisse und war

seit 1848 Professor für Freihandzeichnen am Polytechnikum (vgl. zum

Künstler: Ausst.-Kat. Schwaben sehen Schwaben. Bildnisse 1760-1940

aus dem Besitz der Staatsgalerie Stuttgart, Stuttgart 1977, S. 107).


JOHANN WILHELM ScHIRMER

1807 Jülich – 1863 Karlsruhe

1248 ITALIENISCHE LANDSCHAFT

Signiert unten rechts: J. W. Schirmer.

Öl auf Leinwand (doubliert). 93 x 131 cm.

Provenienz

Galerie Peiffer, Düsseldorf. – Rheinische

Privatsammlung seit ca. 1960.

Literatur

Zu Johann Wilhelm Schirmer allgemein

siehe zuletzt Marcell Perse, Bettina

Baumgärtel u. a. (Hg.): Johann Wilhelm

Schirmer. Vom Rheinland in die Welt.

Bd. 1. Katalog, Petersberg 2010 (Katalog

zu den Ausstellungen im Clemens-Sels-

Museum Neuss, Museum Kunst Palast

Düsseldorf und andernorts).

€ 25 000 – 30 000

Johann Wilhelm Schirmer trat 1825 in die Düsseldorfer Kunstakademie

ein, wo er Schüler von Wilhelm Schadow wurde. Bereits 1829 wurde

ihm die Leitung der Landschaftsklasse anvertraut, 1839 wurde er dann

offiziell zum Professor an der Düsseldorfer Akademie ernannt, deren

Ruhm als herausragende Ausbildungsstätte für Landschaftsmalerei er

begründete. Zu Studienzwecken weilte Schirmer ab 1828 mehrfach in

der Eifel, in Belgien, in der Schweiz und in der Normandie, ein Aufenthalt

in Italien 1839-1840 schloss sich an. 1854 wurde Schirmer zum

Direktor der neu gegründeten Kunstschule nach Karlsruhe berufen, wo

er bis zu seinem Tode weiterhin als einer der wichtigsten Vertreter der

Landschaftsmalerei seiner Zeit wirkte.

Das Erlebnis der italienischen Landschaft bedeutete für Schirmer eine

Erneuerung seiner Darstellungsmuster und einen Wendepunkt in

seiner künstlerischen Entwicklung. So treten ab 1840 Landschaftsdarstellungen

rein regionaler Ausprägung zugunsten von Kompositlandschaften

zurück, in die sein italienischer Motiv- und Formenschatz und

seine Beobachtungen der Lichtspiele des Südens einfliessen. So zeigt

auch unser Gemälde eine ausgewogen komponierte hügelige und mit

Bäumen bestandene Landschaft mit zwei Wanderen in italienischer

Tracht, die einen Blick auf eine Stadt am Fluss vor einer Gebirgskette im

untergehenden Sonnenlicht wiedergibt. Dabei erinnert die Darstellung

des Kirchturms an den romanischen Campanile des Doms von Tivoli.


EUGÈNE VERBOEcKHOVEN

1799 Warneton – 1881 Brüssel

1249 FLUSSLANDSCHAFT

MIT SCHAFHERDE

Signiert unten links: Eugène Verboeckhoven.

Öl auf Leinwand (doubliert).

46 x 62,5 cm.

Provenienz

Norddeutsche Privatsammlung.

€ 12 000 – 15 000


cARL BEGAS

1794 Heinsberg – 1854 Berlin

1250 DIE WINZERFAMILIE

Signiert und datiert unten rechts:

C. Begas F. / 1850.

Öl auf Leinwand (doubliert).

118 x 110 cm.

Provenienz

Westdeutsche Privatsammlung

Literatur

Friedrich von Boetticher: Malerwerke

des 19. Jahrhunderts, Bd. 1, Leipzig 1891,

S. 68, Nr. 80. – Marlies von Fabeck:

Joseph Carl Begas genannt der Ältere

(1794-1854). Königlich Preußischer

Hofmaler, unpublizierte Dissertation,

Innsbruck 1986, Nr. 209. – Rita Müllejans-Dickmann,

Dorothee Hafner, Udo

Felbinger: Carl Joseph Begas (1794-1854).

Blick in die Heimat. Ausst. Kat. Kreismuseum

Heinsberg 1994 (Museumsschriften

des Kreises Heinsberg 15),

S. 169, Nr. 207.

€ 12 000 – 15 000

Carl Begas, der seine Jugend in Köln und Bonn verbrachte, entschied

sich mit neunzehn Jahre gegen den Willen seines Vaters Maler zu

werden. Er ging zur Ausbildung bei Antoine-Jean Gros nach Paris, wo er

dem preußischen König Friedrich Wilhelm III. begegnete, dessen Protektion

der junge Künstler fortan genoss und der sich deswegen später

in Berlin ansiedelte.

Wenn auch die von Begas geschaffenen Bildnisse zahlenmäßig in seinem

Oeuvre überwiegen, so begann der Maler seine Karriere doch mit

religiösen Historien und schloss sich im Verlauf seiner Italienreise von

1822 bis 1824 in Rom den Nazarenern um Johann Friedrich Overbeck

an. In den 30er Jahren beschäftigte sich der Künstler zunehmend mit

historischen und literarischen Stoffen, um sich dann ab 1840 auch der

Genremalerei zuzuwenden. Innerhalb dieses Werkkomplexes bildet

unser 1850 datiertes Gemälde einen der Höhepunkte im Schaffen Begas’.

Es handelt sich um das bei Boetticher 1891 genannte Werk, dessen

Verbleib den beiden Werkverzeichnissen von 1986 und 1994 unbekannt

war. Kenntnis von dem Gemälde und der Komposition hatte man

bislang lediglich durch einen von Franz Grundmann geschaffenen Stich

für den Kölner Kunstverein.

Das großformatige Gemälde strahlt gleichermaßen Heiterkeit wie

Anmut aus. Nicht zufällig ist sicherlich die Assoziation an den traditionellen

Darstellungs typus der Heiligen Familie, dessen Kompositionsschema

jedoch aufgelockert und dadurch in eine Visualisierung der

bürgerlichen Vorstellung von Familien idylle überführt wird.


JOHANN cHRISTIAN

cLAUSEN DAHL

1788 Bergen – 1857 Dresden

1251 DER HIRSCHPARK „DYREHAVEN“

BEI KOPENHAGEN

Signiert und datiert unten links:

Dahl 1853.

Öl auf Leinwand. 91,5 x 72,5 cm.

Provenienz

1854 Grevinde Gersdorf-Hardenberg,

Reventlov, Dänemark. – Privatbesitz seit

ca. 1930.

Literatur

Marie Lodrup Bang: Johan Christian

Dahl 1788-1857. Life and Works, Oslo

1987, Bd. 2, S. 340, Nr. 1145, Bd. 3, Taf.

492 (Abbildung der Nachzeichnung).

€ 120 000 – 140 000

Der Norweger Johann Christian Clausen Dahl erhielt ab 1811 seine Ausbildung

wie zuvor auch Caspar David Friedrich an der damals berühmten

Kopenhagener Akademie und ging anschließend 1818 nach Dresden, wo

die Landschaftsmalerei unter Friedrich den ersten Platz zu erobern begann.

Hier gehörte er bald zu dessem engsten Freundeskreis und gilt neben

Friedrich als bedeutendster Vertreter der Dresdener Romantik. Der Stadt

Kopenhagen blieb er verbunden durch seine Mitgliedschaft an der dortigen

Akademie ab 1827. Seine künstlerische Kraft und sein Ruhm blieben Dahl

bis in die letzten Lebensjahre erhalten, und von Dresden aus konnte er bis

zuletzt zahlreiche Bilder auch in das europäische Ausland verkaufen.

Unser Gemälde zeigt eine Szene aus dem nördlich von Kopenhagen gelegenen

„Dyrehaven“ genannten Hirschpark, der bis heute das 1734-1736

von König Christian VI. erbaute königliche Jagdschloss Eremitage umgibt.

Nach dem Tagebuch Dahls wurde ein von ihm als „Landschaft mit einer

Buche aus dem Hirschpark bei Kopenhagen“ beschriebenes Gemälde 1853

für Gräfin von Gersdorf-Hardenberg gemalt, die in Reventlov auf der Insel

Laaland in Dänemark beheimatet war. Nachdem ihr das Gemälde – wohl

nach Florenz – zugesandt worden war, konnte Dahl im April 1854 die

Bezahlung vermerken.

Der Verbleib dieses Gemäldes war bisher nicht bekannt, doch seine Komposition

und Größe waren durch eine ebenfalls 1853 datierte Nachzeichnung

Dahls nach seinem Gemälde mit den Maßen 91,4 x 71,9 cm überliefert,

die eine mit unserem Gemälde übereinstimmende Größenangabe sowie

zusätzlich die Angabe „Gräfe Gersdorf in Florenz“ trägt (Bergen, Billedgalleri,

Inv. Nr. 922, LV 485). Aufgrund von Photographien des Gemäldes

und seiner Signatur hat Marie Lodrup Bang, die Verfasserin des Werkverzeichnisses

zu Dahl, mit Brief vom 14.9.2010 unser Gemälde als das bisher

vermisste Gemälde Dahls anerkannt und seine Authentizität bestätigt.

The Norwegian Johann Christian Clausen Dahl studied at the famous Royal

Academy in Copenhagen from 1811, as Caspar David Friedrich had done

before him. In 1818 he moved to Dresden where landscape painting – led

by C. D. Friedrich – had become a genre in its own right. He soon belonged

to Friedrich´s close circle and became one of the leading figures of romanticism

in Dresden. At the same time, Dahl remained close to the city of

Copenhagen where he was appointed a member of the Royal Academy in

1827. He remained a famous and prolific artist until the end of his career

and also sold numerous paintings to foreign countries in Europe.

This painting shows a view of “Dyrehaven”, a deer park north of Copenhagen

that until today surrounds the royal hunting lodge Eremitage built by

King Christian VI. between 1734 and 1736. According to an entry in his

diary, Dahl painted a “Landscape with Beech Tree from the Deer Park near

Copenhagen” for the Countess von Gersdorf-Hardenberg from Reventlov

on Laaland Island in Denmark. After the painting was forwarded to her –

probably to Florence – Dahl also noted the payment in April 1854.

The whereabouts of this painting remained unknown for a long time, but

its composition and size were known from a drawing by Dahl after the

painting, which is dated 1853. It states the measurements of the painting

as ca. 91,4 x 71,9 cm, corresponding to the size of the present painting,

and it bears the additional remark “Gräfe Gersdorf in Florenz” (Bergen,

Billedgalleri, inv. no. 922, LV 485). The author of the catalogue raisonné,

Marie Lodrup Bang, has on the basis of photographs recently identified

the present work as the missing painting by Dahl and has confirmed its

authenticity.


LUDWIG FRANZ KARL

BOHNSTEDT

1822 St. Petersburg – 1885 Gotha

1252 BAYERISCHE BERGLANDSCHAFT

Signiert und datiert unten links:

L. Bohnstedt 1850.

Öl auf Leinwand. 84,5 x 124 cm.

€ 8 000 – 10 000

Ludwig Bohnstedt war ein erfolgreicher Architekt, von dem zum

Beispiel die Bauten der lettischen Nationaloper und der finnischen

Nationalbank stammen, und der vor allem durch seinen preisgekrönten,

jedoch nicht ausgeführten Entwurf des Reichstagsgebäudes

Berühmtheit erlangte. Bohnstedt war auch ein hervorragender

Maler, wie diese bayerische Berglandschaft zeigt. Er malte neben

deutschen Landschaften auch Ansichten von Städten in Italien, wo

er sich 1862 aufhielt.


ANDREAS AcHENBAcH

1815 Kassel – 1910 Düsseldorf

1253 NORWEGISCHE LANDSCHAFT

MIT FUCHS AN EINEM

WILDBACH

Signiert und datiert unten rechts:

A. Achenbach / 1850.

Öl auf Leinwand. 52,5 x 65 cm.

Verso auf dem Keilrahmen Sammlersiegel

in rotem Lack sowie Klebeetikett:

„New York, Sanitary Fair. […] John R. Tait

[…] S. F in Düsseldorf“.

€ 10 000 – 12 000

Mit zwanzig Jahren unternahm Andreas Achenbach seine erste Skandinavien-Reise,

in deren Verlauf er u. a. die Wasserfälle von Trollhättan

besuchte; eine weitere Reise führte ihn 1839 nach Norwegen. Die Eindrücke,

die Achenbach auf diesen Reisen sammelte, verarbeitete er zeitlebens

in seinen Gemälden. So zeigt auch unser 1850 entstandenes Bild eine

norwegische Landschaft mit Wildbach, wiewohl der Künstler in diesem

Jahr eine ausgedehnte Italienreise unternahm. Sowohl die Wasserschnelle

als auch die nach einem Sturm abgebrochenen und in der Landschaft

verstreuten Baumäste verweisen auf die ungezügelte Kraft und Wildheit

der Natur. Verstärkt wird dieser Eindruck durch die Darstellung eines

Fuchses, der reglos auf einem Felsplateau am Bachufer verharrt.

Andreas Achenbach war ab den späten 40er Jahren nicht nur in

Europa ein gefeierter und hoch dekorierter Künstler, sondern ebenso

in Amerika, wo seine Gemälde regelmäßig ausgestellt wurden und in

den bedeutendsten Sammlungen vertreten waren. Das vorliegende

Bild trägt auf der Rückseite das Klebeetikett der New Yorker „Sanitary

Fair“, einer Benefizveranstaltung, die während des amerikanischen

Sezessionskriegs in verschiedenen Nordstaaten-Städten zugunsten der

Armee durchgeführt wurden. Die „Norwegische Landschaft“ dürfte sich

demnach einst ebenfalls in einer amerikanischen Sammlung befunden

haben, vermutlich der des auf dem Klebeetikett genannten John Robinson

Tait (1834-1909), der selber Maler und Dichter war und in den 60er

Jahren zu den zahlreichen Schülern Achenbachs in Düsseldorf gehörte.


AMERIKANIScHER (?)

KüNSTLER

des 19. Jahrhunderts

1254 WALDLANDSCHAFT

MIT FUCHSJAGD

Öl auf Leinwand. 84 x 116 cm.

Literatur

Vgl. Aust. Kat. „Neue Welt. Die Erfindung

der amerikanischen Malerei“,

Hamburg und Stuttgart 2007.

Verso auf der Leinwand in russischer

Schrift bezeichnet: Sherwood oder Scherwud.

€ 10 000 – 12 000


JOHAN HENDRIK LOUIS MEYER

1809 Amsterdam – 1866 Utrecht

1255 HOLLÄNDISCHER FISCHER-

HAFEN MIT BOOTEN UND

HOLZFLÖSSEN

Signiert unten links: L. Meyer.

Öl auf Holz. 46,5 x 62 cm.

Provenienz

Rheinische Privatsammlung.

€ 10 000 – 12 000


cARL SPITZWEG

1808 München – 1885 München

*1256 DIE SCHARWACHE

Monogrammiert unten links: S (im

Rhombus).

Karton, auf Sperrholz montiert.

41 x 13,4 cm.

Provenienz

E. Preetorius jr., Mainz. – 438. Lempertz-

Auktion, Köln, 2.-7.12.1953, Lot 1082. –

Galerie Keul & Sohn, Wiesbaden 1991. –

Deutsche Privatsammlung.

Ausstellungen

Mainz 1887.

Literatur

Max von Boehn: Carl Spitzweg, 1924,

Abb. S. 97. – Günther Roennefahrt:

Carl Spitzweg, 1960, S. 216, Nr. 770.

– Siegfried Wichmann: Carl Spitzweg.

Die Scharwache, ein nächtliches Thema.

Dokumentation 1990, S. 32 f. – Siegfried

Wichmann: Carl Spitzweg. Verzeichnis

der Werke, 2002, S. 573, Nr. 1589.

Um 1880 entstanden.

€ 130 000 – 150 000

Die Mitglieder der Scharwache, die in den Städten Bayerns entlang der

Isar und der Salzach nächtliche Wachdienste ausführten, waren oft

altgediente Soldaten, die an den napoleonischen Kriegen teilgenommen

hatten, teilweise hochdekoriert und zumeist an der Front verwundet

gewesen waren. Die Bayerische Krone half ihnen, indem sie sie auf

Festungen und städtischen Scharwachen einsetzte.

Spitzweg hat schon in seiner frühesten Zeit Scharwachen gemalt, verfolgte

das Thema jedoch bis in die Spätzeit hinein. Charakteristisch für

seine Bilder mit diesem Motiv sind die schmalen, schluchtartigen Stadtansichten,

in denen die nächtlichen Umzüge der kuriosen Gestalten mit

ihrem altertümlichen Gehabe und hellblauen Uniformen zu sehen sind.

Zahlreiche Skizzen und Studien belegen die intensive Beobachtung

dieser Protagonisten. Spitzwegs Scharwachen fanden offensichtlich

viele Freunde, denn nur so lässt sich die häufige Darstellungen des

Themas über einen langen Zeitraum erklären. In den späteren Fassungen,

zu denen auch unser Bild zählt, werden die Figuren – hier ein

Tambour und drei Grenadiere – nicht mehr sehr groß im Vordergrund

dargestellt. Sie beherrschen vielmehr den Mittelgrund, sind im Bilde

aber noch so platziert, dass sie deutlich beobachtet werden können.

Ebenso bedeutsam für Spitzwegs Scharwachen ist die Nachtsituation.

Das fahle, grün-gelbliche Licht der Gaslaternen verleiht diesen Bildern

einen unverwechselbaren Charakter, den der Maler mit immer wieder

unterschiedlichen punktuellen Lichtakzenten, wie Sterne, Mond oder

erleuchteten Fenstern variiert. Diese virtuose malerische Kulisse und die

Skurrilität der Helden machen den großen Reiz von Spitzwegs Scharwachen

aus.


ADOLF ScHMIDT

1827 Dresden – 1880 München

1257 DER FORTSCHRITT

AUF DEM LANDE

Signiert unten rechts: Ad. Schmidt

München.

Öl auf Holz. 30 x 41,8 cm.

Provenienz

Süddeutsche Privatsammlung.

Dargestellt auf unserem Bild ist die Lokomotive

„Isar“, angeblich war es die erste,

die in Bayern eingesetzt wurde.

€ 4 000 – 5 000

SIMEON MARKUS LARSSON

1825 Ostergotland – 1864 London

1258 SEGELSCHIFFE AUF

NÄCHTLICHER SEE

Signiert und datiert unten links:

MLarson 1857 (M und L ligiert).

Öl auf Leinwand. 42 x 58 cm.

€ 4 000 – 6 000


JULIUS VON LEYPOLD,

zugeschrieben

1806 Dresden – 1874 Niederlößnitz

1259 HAFENANSICHT

MIT LASTKÄHNEN

Datiert unten rechts (auf der Steinmauer):

1858. Reste einer Signatur

unten rechts (auf dem Stein).

Öl auf Leinwand, auf Holz aufgezogen.

57 x 85,5 cm.

€ 7 000 – 8 000


WILHELM BRücKE

1800 Stralsund – 1874 Berlin

1260 BLICK AUF DAS FORUM

ROMANUM VOM KOLOSSEUM

Signiert und datiert unten links:

W. Brücke 1850.

Öl auf Karton. 34 x 28 cm.

€ 17 000 – 18 000

Ein Bogen des Kolosseums umrahmt den Ausblick auf das Forum

Romanum, im Zentrum sieht man die Apsis des von Hadrian erbauten

Tempels der Venus und Roma, hinterfangen vom Campanile der Kirche

Santa Francesca Romana und flankiert vom Titusbogen sowie von den

Bögen des mittelalterlichen Portikus, der zu Santi Cosma e Damiano

führt. Bei diesem Gemälde handelt es sich um eine von drei Versionen,

die Wilhelm Brücke gemalt hat.


WILHELM BRücKE

1800 Stralsund – 1874 Berlin

1261 LANDSCHAFT MIT

LANDBEVÖLKERUNG AM

GOLF VON SALERNO

Signiert und datiert unten rechts:

W. Brücke 18(60).

Öl auf Leinwand. 78 x 112 cm.

Gutachten

Kunsthandlung Erich Beckmann,

Hannover, 5. Mai 1977 (in Kopie).

Provenienz

Kunsthandlung Erich Beckmann,

Hannover 1977 (verso Galerieetikett). –

Norddeutsche Privatsammlung.

Ausstellungen

Kunstausstellung Dresden, 1861.

Literatur

Friedrich von Boetticher: Malerwerke

des neunzehnten Jahrhunderts, 1891,

Bd. 1.1, S. 139, Nr. 24.

€ 15 000 – 17 000

(Johann) Wilhelm Brücke, Sohn eines Goldschmieds, wurde

wie seine zwei Brüder Künstler und studierte an der Kunstakademie in

Berlin. Er spezialisierte sich zunächst auf Architektur veduten und wurde

vor allem für seine Ansichten Berlins bekannt. Später wandte er sich

der Landschaft Italiens zu, wo er sich 1829-34 und 1839-1840 aufhielt.


WILHELM BRücKE

1800 Stralsund – 1874 Berlin

1262 DER GOLF VON SALERNO

Signiert und datiert unten links:

W. Brücke 1860.

Öl auf Leinwand. 66,5 x 101 cm.

Provenienz

Galerie Faust, München. – Norddeutsche

Privatsammlung.

€ 15 000 – 17 000


JOHANN GEORG MEYER

VON BREMEN

1813 Bremen – 1886 Berlin

1263 MÄDCHEN AM FENSTER

(ERWARTUNG)

Signiert unten rechts: Meyer von

Bremen Berlin.

Öl auf Holz. 46 x 31,5 cm.

€ 7 000 – 9 000

Johann Georg Meyer zählt aufgrund seiner Studienzeit zwar zur Düsseldorfer

Malerschule, seinen künstlerischen Durchbruch schaffte er

jedoch in Berlin, wohin er 1852 übersiedelte. Der äußerst produktive

Künstler bediente mit seinen Genredarstellungen vor allem den Markt

in Nordamerika, wo er zahlreiche Käufer unter den deutschstämmigen

Auswanderern fand. Die Berufung zum Professor an der Berliner Kunstakademie,

die Ernennung zum Ehrenmitglied der Bremer und Amsterdamer

Kunstakademien oder die zahlreichen Kunstpreise und Orden

zeugen vom hohen Ansehen, das Meyer von Bremen, wie er aufgrund

seines Geburtsorts genannt wurde, am Ende seiner langen künstlerischen

Karriere genoß.


cARL FRIEDRIcH LESSING

1808 Breslau – 1880 Karlsruhe

1264 WINTERLANDSCHAFT MIT JÄGER

Monogrammiert unten links: C F L.

Öl auf Leinwand. 67,5 x 59 cm.

Provenienz

Deutsche Privatsammlung.

€ 30 000 – 35 000

Karl Friedrich Lessing kam als Schüler von Wilhelm Schadow 1826

an die Düsseldorfer Akademie und blieb im Rheinland bis zu seiner

Berufung nach Karlsruhe im Jahre 1858. Er malte Historien- und Landschaftsbilder.

An der Schwelle zwischen Idealismus und Realismus hat

wohl kaum ein anderer deutscher Maler seiner Zeit die spezifischen

Landschaften von Harz, Spessart, Odenwald oder Eifel, die er auf ausgedehnten

Wanderungen studierte, so poetisch und gleichzeitig naturgetreu

dargestellt.

Mit dem Motiv der knorrigen, alten Eiche im Vordergrund ist dieses

Gemälde ein schönes Beispiel für die Malerei der deutschen Romantik

im allgemeinen und für die frühe, vom Geist dieser Zeit geprägten

Landschaftskunst der Düsseldorfer Schule. Symbolträchtig beherrschen

die verschlungenen und konturierten Umrisse der Stämme und kahlen

Äste diesen Bildraum. Es wird sich daher bei diesem Gemälde wohl um

ein relativ frühes Werk Lessings handeln. Später hat er sich mehr mit

den sichtbaren Naturphänomenen wie Licht und Schatten beschäftigt,

wie das auf dem Landschaftsbild von 1864 zu beobachten ist (folgendes

Lot).


cARL FRIEDRIcH LESSING

1808 Breslau – 1880 Karlsruhe

1265 BEWALDETE LANDSCHAFT

MIT WASSERTEICH

Monogrammiert und datiert unten links:

C F L 1864.

Öl auf Leinwand. 32 x 61 cm.

Provenienz

Deutsche Privatsammlung.

€ 6 000 – 10 000


HEINRIcH DREBER,

GEN. FRANZ-DREBER

1822 Dresden – 1875 Anticoli di Campagna

1266 CAMPAGNALANDSCHAFT

MIT STAFFAGE

Monogrammiert unten rechts:

HD (ligiert).

Öl auf Leinwand. 37 x 46,5 cm.

€ 5 000 – 7 000

Heinrich Dreber studierte an der Dresdener Akademie und in der

Werkstatt Ludwig Richters, der ihn nachhaltig beeinflusste. 1843 zog er

nach Italien, wo er, nicht immer sorgenfrei, bis zum Ende seines Lebens

blieb. Die ihm gebührende künstlerische Anerkennung erfolgte erst

nach seinem Tode. Dreber, der die Tradition der Ideallandschaft im Sinne

Kochs und des älteren Preller fortführte, wurde erst dann als einer

der besten deutschen Landschaftsmaler seiner Zeit gesehen. Bewundert

wurde die „lyrische Stimmung“ sowie „das mächtige Naturgefühl“ und

die „anmutigen Volksszenen“ seiner Landschaftsbilder (Thieme/Becker).

Sein Gesamtwerk ist nicht sehr umfangreich.


cORNELIS SPRINGER

1817 Amsterdam – 1891 Hilversum

1267 BESUCH VON GROOTENHUYS

IN DER GILDE DER BOGEN-

SCHÜTZEN

Signiert und datiert unten Mitte:

C. Springer 1864.

Öl auf Leinwand (doubliert). 70 x 124 cm.

Provenienz

Hermanus Koekkoek jr., London. –

Kunsthändler Hollender und Cremetti,

London. – C. F. Roos & Co., Amsterdam.

Kunsthandlung H. G. Tersteeg, Den

Haag. – Sammlung J. C. Hattum van

Ellenwoutsdijk, Den Haag. – Phillips,

London, 13.5.1995, Lot 15. – Perez, Fine

Art, ausgestellt während der 12. Internationalen

Kunst- und Antiquitätenmesse,

Brügge 1995. – Deutsche Privatsammlung.

Ausstellungen

Historische Galerij, Arti et Amicitiae,

Amsterdam, seit 1864. Katalog von

August 1881, Nr. 87. – Historische

Galerij afkomstig van de Maatschappij

„Arti et Amicitiae“ te Amsterdam, Pulchri

Studio, s´ Gravenhage 1895, Nr. 73.

Literatur

N. N. in Kunstkronijk, N. S., Jg. XI, 1870,

S. 8 – Willem Laanstra: Cornelis Springer,

Utrecht 1984, S. 144, Nr. 64-18.

€ 180 000 – 200 000

Die Angaben bei Laanstra zu diesem Gemälde sind lückenhaft und zum

Teil unrichtig. So konnte sein Hinweis auf eine Versteigerung bei Van

Marle & Bignell, Den Haag, nicht bestätigt werden. Ebenso konnte das

1864 datierte Bild nicht schon 1862 ausgestellt werden, wie bei Laanstra

zu lesen ist.

Zur Entstehungsgeschichte des Gemäldes lässt sich Folgendes sagen:

Als Ergebnis einer Initiative einiger Malermitglieder des Amsterdamer

Künstlervereins „Arti et Amicitiae“ entstand Anfang der 1860er Jahre

eine insgesamt 103 Gemälde umfassende Serie mit Darstellungen von

Ereignissen aus der niederländischen Geschichte. An dem Zustandekommen

beteiligten sich alle 77 Maler des Künstlervereins, darunter

auch Cornelis Springer als eines der führenden Mitglieder. Er lieferte

sein Gemälde 1864. Die Bilder unterschiedlicher Formate schmückten

die Ausstellungssäle des Vereinsgebäudes am Amsterdamer Rokin, die

1866 König Willem III. offiziell einweihte. Finanzielle Schwierigkeiten

des Vereins sowie andere Vorstellungen und Geschmack einer jüngeren

Künstlergeneration veranlassten ihn, die „Historische Galerij“ zusammen

mit weiteren Gemälden zu verkaufen, und zwar an den in

London ansässigen Maler und Kunsthändler Hermanus Koekkoek

jr. (1836-1909). Während der nächsten ca. 15 Jahre blieb die „Historische

Galerij“ ungeteilt zusammen: beim Kunsthändler Hollender und

Cremetti, London, bei C. F. Roos, Amsterdam, bei H. G. Tersteeg, Den

Haag, und schließlich bei dem Sammler J. C. Hattum van Ellewoutsdijk

in Den Haag. Dieser erwarb die „Galerij“ 1896 für insgesamt 100000

Gulden, für die er in seinem Haus am Scheveningseweg 98 einen eigenen

Saal anbauen ließ. Zuvor jedoch blieben die Werke fünf Jahre als

Leihgabe im alten Haager Rathaus ausgestellt. Als Hattum 1909 starb,

wurden die Bilder von seinen Erben einzeln verkauft.

Dr. Jan Grootenhuys (1573-1646), Kaufmann und Stadtrat, war von 1621

bis 1646 Hauptschulze (J. Elias: De vroedschap van Amsterdam 1578-

1795, Bd. I, Haarlem 1903, S. 275-276).

Wir danken Willem van de Watering für die Unterstützung bei der

Katalogisierung dieses Gemäldes.

The facts given by Laanstra on this pain ting are incomplete and mostly

incorrect. The information on an auction at Van Marle & Bignell, The

Hague could not be confirmed. At the same time, the painting dated

1864 could not have been exhibited in 1862, as claimed by Laanstra.

The history of the origin of this work may be explained as follows: As

a result of an initiative of several members of the Amsterdam art club

„Arti et Amicitae“, a series of a total of 103 paintings was created at the

beginning of the 1860s, encompassing the depiction of influences in

Netherlands’ history. All 77 members participated in this event, among

them Cornelis Springer, being one of the leading members. He delivered

his painting in 1864. The paintings of various sizes decorated the

exhibition halls of the union’s building on Amsterdam Rokin, officially

inaugurated by King Willem III in 1866. Financial difficulties as well as

differences in taste of the younger generation of artists led him to sell

the „Historische Galerij“ together with other paintings to the London


ased art dealer Hermanus Koekkoek Jr. (1836-1909). During the

following 15 years the „Historische Galerij“ remained completely intact:

in the art trade at Hollender and Cremetti, London, C. F. Roos, Amsterdam,

H. G. Tersteeg, The Hague, and finally the collector J. C. van

Hattum van Ellewoutsdijk in The Hague. He acquired the „Galerij“ in

1896 for a total of 100,000 guilders, and added an additonal hall for

this purpose to his own house at Scheveningseweg 98. Prior to this the

works were on loan for five years at the old Hague city hall. When

Hattum died in 1909, the paintings were individually sold by his heirs.

Dr. Jan Grootenhuys (1573-1646), merchant and town official, was

mayor from 1621 to 1646 (J. Elias: De vroedschap van Amsterdam 1578-

1795, vol. I, Haarlem 1903, pp. 275-276).

We thank Willem van de Watering for his assistance in the catalogue

research of this painting.


cORNELIS SPRINGER

1817 Amsterdam – 1891 Hilversum

1268 ANSICHT EINER MITTEL-

ALTERLICHEN STADT MIT

ROMANISCHER KIRCHE

Monogrammiert und datiert unten

rechts: CS (ligiert) 43.

Öl auf Holz. 30,5 x 23 cm.

Provenienz

Deutsche Privatsammlung.

Literatur

Vgl. W. Laanstra: Geschilderde Steden,

Amsterdam 1994, S. 28-30 mit Abb.

€ 28 000 – 35 000

Cornelis Springer hat sich bereits früh auf Veduten und Stadtansichten

spezialisiert und steht damit am Ende einer langen Tradition in der

niederländischen Kunst. Ein raffiniertes Farb- und Lichtspiel sowie

die detailreiche Schilderung der Ortschaften und der darin lebenden

Menschen geben seinen Bildern einen großen Reiz. So wurden sie

stets gerne gesammelt und gekauft. Unser verhältnismäßig kleines Bild

stammt aus seinem Frühwerk. Atmosphärisch ist es den Werken der

Seiten 28, 29 und 30 in Laanstras Buch verwandt. Die dargestellte Stadt

bzw. die Kirche mit dem romanischen Chor und das markante gotische

Tor konnten bisher nicht identifiziert werden. Gelegentlich hat Springer

allerdings auch Motive unterschiedlicher Orte in einem Bild zusammengebracht.

Wir danken Jan de Meere für seinen Rat bei der Katalogisierung dieses

Gemäldes.

Cornelis Springer specialised early in townscapes and can be considered

to be part of a long tradition of Netherlandish painting. The

refined play of colour and light as well as the accurate depiction of

places and people made them very popular and were much sought after.

This relatively small painting dates from his early period and with its

specific rendering of atmosphere can be related to works reproduced in

Laanstra´s book on pages 28, 29, and 30. Neither the town nor the

Romanesque church with its distinctive Gothic gate have been identified

to this day, but it is known that Springer used to combine motifs

from different places in one painting.

We thank Jan de Meere for his help in cataloging this painting.


JOHANN WILHELM PREYER

1803 Rheydt – 1889 Düsseldorf

1269 STILLLEBEN MIT PFLAUMEN,

TRAUBEN UND NÜSSEN

Signiert und datiert unten rechts:

JWPreyer 1865 (JWP ligiert).

Öl auf Leinwand. 25,5 x 33 cm.

Provenienz

Galerie Gisela Meyer, München. –

Deutsche Privatsammlung.

Johann Wilhelm Preyer, Spross einer

Rheydter Künstlerfamilie, zählt zu den

führenden Stilllebenmalern der Düsseldorfer

Malerschule. Obgleich er an der

Düsseldorfer Akademie unter anderem

bei Peter von Cornelius studierte und

diesem bei der Ausmalung der Glyptothek

in München assistierte, entschloss

er sich früh dazu, sich nicht auf die monumentale

Figurenmalerei, sondern eben

auf die Stilllebenmalerei zu spezialisieren.

Bereits die frühesten Stillleben zeigen

seine Meisterschaft in diesem Fach,

und sie zeigen auch bereits den Einfluss

der holländischen Malerei, die er auf

Reisen in die Niederlande kennenlernte

und deren präzise Darstellung der Textur

von Blumen, Früchten, Glasvasen und

Marmortischen er sich aneignete.

Preyers Karriere verlief zunächst nicht

geradlinig, er musste zunächst nach

München übersiedeln, um Anerkennung

zu finden. Nach seiner Rückkehr nach

Düsseldorf im Jahr 1848 gelang ihm der

künstlerische Durchbruch, und der Kreis

seiner Sammler (unter anderem in den

Vereinigten Staaten) wuchs stetig.

€ 50 000 – 60 000


ELISABETH JOHANNA KONING

1816 Haarlem – 1887 Rotterdam

1270 BLUMENSTILLLEBEN

MIT DISTEL UND MUSCHELN

Signiert unten rechts: Elisabeth Koning.

Öl auf Holz. 25 x 31 cm.

Provenienz

Kunsthandlung Abels, Köln. – Rheinische

Privatsammlung.

€ 6 000 – 10 000


THEODOR KOTSCH

1818 Hannover – 1884 München

1271 LANDSCHAFT MIT

BERGSEE UND KAPELLE

Signiert und datiert unten links:

Th. Kotsch 67.

Öl auf Leinwand. 33,5 x 47 cm.

Der in Hannover geborene Theodor

Kotsch kam 1839 zu Albert Zimmermann

nach München und galt hier als

der begabteste der „Zimmerleute“. Unser

1867 datiertes Bild entstand in der letzten

Schaffensphase des Malers. Soweit

bekannt ist, ging Kotsch 1870 von Karlsruhe,

wo er zum Schirmer­Kreis gehörte,

zurück nach München. Hier entstanden

zahlreiche Landschaften der bayerischen

Hochebene.

€ 4 000 – 5 000

CARL HILGERS

1818 Düsseldorf – 1890 Düsseldorf

1272 WINTERLANDSCHAFT

MIT JÄGERN

Signiert unten rechts: C. Hilgers.

Öl auf Leinwand. 33,5 x 41,5 cm.

€ 5 000 – 6 000


ADOLF ECHTLER

1843 Danzig – 1914 München

1273 BRUNNENSZENE IN VENEDIG

Signiert und datiert in der Mitte:

A. ECHTLER VENEDIG 1875.

Öl auf Leinwand. 77,5 x 56,5 cm.

Provenienz

Hessischer Privatbesitz.

Ausstellungen

Berlin 1876.

Literatur

Friedrich von Boetticher: Malerwerke

des neunzehnten Jahrhunderts, Bd. 1.1,

Dresden 1891, S. 252, Nr. 7.

€ 12 000 – 13 000

Aufgewachsen in Riga und St. Petersburg und zunächst Schüler seines

Vaters, lebte Adolf Echtler 1860­1861 aus gesundheitlichen Gründen in

Venedig und studierte dort an der Akademie. In der Folgezeit schloss

sich ein Studium in Wien und München als Schüler von Wilhelm von

Diez an. Nach einem Aufenthalt 1877­1886 in Paris ließ er sich wieder

in München nieder, von wo aus er häufig für längere Aufenthalte nach

Venedig fuhr. Seine koloristisch differenzierten Genrebilder, häufig mit

Motiven aus der Bretagne und Venedig, wurden zeitgenössisch auf allen

großen Ausstellungen in Paris, München, Berlin, Dresden und Düsseldorf

gezeigt. Unsere „Brunnenszene in Venedig“ zeigt – die Signatur

als „Inschrift“ am Brunnen eingefügt – den Platz vor der Kirche

SS. Giovanni e Paolo mit Blick auf des Reiterdenkmal des Feldherrn

Bartolomeo Colleoni von Andrea del Verrochio.


ANDREAS ACHENBACH

1815 Kassel – 1910 Düsseldorf

1274 FISCHERBOOTE AM UFER

MIT DER STADTSILHOUETTE

VON ANTWERPEN IM HINTER­

GRUND

Signiert und datiert unten rechts:

A. Achenbach / 76.

Öl auf Leinwand. 104,5 x 79 cm.

€ 10 000 – 12 000

Bei dem 1876 datierten Gemälde handelt es sich um eine dem Spätwerk

zuzurechnende Arbeit des 1815 geborenen Andreas Achenbach, der als

erfolgreichster Düsseldorfer Landschaftsmaler der zweiten Hälfte des

19. Jahrhunderts gilt. Das Bild zeigt exemplarisch die bereits seit den

60er Jahren zu beobachtende Reduktion der Farbigkeit der Palette sowie

die ab den 70er Jahren zunehmend lockere Handschrift des Künstlers.

Charakteristisch für Andreas Achenbach ist die Einbindung düsterer

Rauchschwaden, die in unserem Bild von den Schornsteinen der Häuser,

in anderen Bildern auch von Dampfschiffen herrühren, mit dramatisch

aufgetürmten, dunklen Wolkenmassen.


ERNST BOSCH

1834 Krefeld – 1917 Düsseldorf

1275 JÄGER AM KARTOFFELFEUER

(AM WALDRAND)

Signiert und datiert unten links:

E. Bosch Df 79.

Öl auf Leinwand (doubliert). 72 x 96 cm.

Provenienz

Senator A. Tesdorpf. – Hamburger

Kunsthalle, Hamburg (bis 1923). –

Rivatsammlung Toronto. – Galerie Gisela

Meier, München. – Schweizer Privatsammlung.

– Deutsche Privatsammlung.

Literatur

Paul Ernst Rattelmüller: Jagdromantik

in der Malerei des 19. Jahrhunderts,

München 1977, Nr. 16. – Weltkunst, LX

(1990), Nr. 3 (Abb.). – Siegfried Weiß:

Ernst Bosch (1834­1917). Leben und

Werk. Zur Düsseldorfer Malerei der

2. Hälfte des 19. Jahrhunderts. Diss.

München 1992, S. 212, Wv 85 (fälschlich

1872 datiert). – Kunstmuseum Düsseldorf

u.a. (Hg.): Lexikon der Düsseldorfer

Malerschule 1819­1918, München 1997,

Bd. 1, S. 174, Abb. 181.

€ 40 000 – 50 000

Die klassische Literatur und deutsche Märchen, aber auch Szenen aus

dem bürgerlichen und ländlichen Leben stellen den Fundus dar, aus

dem Ernst Bosch die Themen seiner Gemälde bezog – insofern ist dieses

ursprünglich schlicht „Am Waldrand“ betitelte Gemälde charakteristisch

für den Düsseldorfer Genremaler, dessen Schilderungen des Landlebens

von der Kritik für ihren Realismus gelobt wurden. Das Bild zeigt das

Aufeinandertreffen eines Jägers mit Kindern, die um ein Lagerfeuer

hocken, um Kartoffeln zu garen. In der Person des Jägers hat Bosch eine

Figur geschaffen, die ein idealisiertes Landleben repräsentiert, ebenso

wie der Kirchturm und die Bauern bei der Ernte, die im Hintergrund zu

sehen sind. Im Gegensatz zu ihm sind die Kinder in ihrer ganzen Kindlichkeit

wiedergegeben, Bosch stellt ihre unterschiedlichen Reaktionen

auf den Erwachsenen dar – schüchterne Ängstlichkeit, offene Neugier,

aber auch Desinteresse prägen ihre Gesichter. Der lockere Pinselstrich,

der sich vor allem in der Darstellung des Feuers und des Rauchs sowie

dem Wechselspiel von Licht und Schatten auf dem Boden zeigt, ist charakteristisch

für die Malweise Boschs in dieser Periode.


ALBERT EMIL KIRCHNER

1813 Leipzig – 1885 München

1276 HEGAULANDSCHAFT MIT

DER RUINE HOHENTWIEL UND

BLICK AUF DEN BODENSEE

Signiert und datiert unten rechts:

AKirchner München 1878 (AK ligiert).

Öl auf Leinwand (doubliert).

54,5 x 89,5 cm.

Provenienz

720. Lempertz­Auktion, Köln, 15.11.1995,

Lot 1805. – Rheinische Privatsammlung.

Ausstellungen

Akademische Kunstausstellung, Berlin

1880. – Kunstausstellung, Hannover,

1882.

Literatur

Friedrich von Boetticher: Malerwerke

des neunzehneten Jahrhunderts, Bd. 1.2,

Dresden 1891, S. 684, Nr. 36.

€ 10 000 – 12 000


LOUIS GURLITT

1812 Altona – 1897 Naundorf

1277 BLICK AUF DEN GARDASEE

Signiert und datiert unten rechts:

Gurlitt 1879.

Öl auf Leinwand. 44,5 x 66,5 cm.

€ 6 000 – 7 000


HENRI JOSEPH HARPIGNIES

1819 Valenciennes – 1916 St. Privé (Yonne)

1278 LANDSCHAFT BEI ST. PRIVÉ

Signiert und datiert unten links:

h i harpignies. 82.

Bezeichnet unten rechts: St. Privé.

Öl auf Leinwand. 28,5 x 44 cm.

€ 6 500


FRANçOIS-ÉTIENNE MUSIN

1820 Ostende – 1888 Brüssel

1279 SCHIFFE IN STÜRMISCHER SEE

Signiert unten rechts: F. Musin (zusätzlich

verso eine Inschrift des Künstlers).

Öl auf Leinwand (randdoubliert).

51,5 x 81,3 cm.

Provenienz

Belgische Privatsammlung.

Verso auf der Leinwand eine Inschrift

des Künstlers: „Je soussigné declare que

le tableau ci­contre est peint par moi.

F. Musin.“

€ 9 000 – 12 000

François­Etienne Musin war Schüler des Belgischen Romantikers

François Bossuet; anders als sein Lehrer, der vornehmlich Stadtansichten

malte, spezialisierte sich Musin auf Seestücke. Sie stellen zumeist

Schiffe und Boote in stürmischer See dar. Im vorliegenden Gemälde

ist ein Rettungsboot Zentrum der bewegten Komposition, zerborstene

Schiffsteile zwischen den hohen Wellen steigern die Dramatik der

Szenerie.


EMILIE PREYER

1849 Düsseldorf – 1930 Düsseldorf

1280 STILLLEBEN MIT PFIRSICHEN,

PFLAUMEN UND WEINTRAUBEN

Signiert unten rechts: Emilie Preyer.

Öl auf Leinwand. 19 x 26,5 cm.

€ 17 000 – 18 000


LUDWIG MUNTHE

1841 Sundal – 1896 Düsseldorf

1281 WINTERLANDSCHAFT MIT

SCHLITTSCHUHLAUFENDEN

KINDERN

Signiert unten rechts: L Munthe.

Öl auf Leinwand. 45 x 79 cm.

Provenienz

Ehemals Slg. de Weerth, Elberfeld (verso

auf dem Keilrahmen handschriftliches

Klebeetikett ). – 573. Lempertz­Auktion,

Köln, 22.­24.11.1979, Lot 505. – Rheinland­Pfälzische

Privatsammlung

€ 4 000 – 6 000

ANDREAS ACHENBACH

1815 Kassel – 1910 Düsseldorf

1282 KÜSTENLANDSCHAFT

Signiert unten links: A. Achenbach.

Öl auf Leinwand (doubliert).

27,5 x 37 cm.

€ 7 000 – 8 000


IWAN KONSTANTINOWITSCH

AIVAZOVSKY

1817 Feodosija – 1900 Feodosija

1283 SEGELSCHIFF AUF BEWEGTER SEE

Signiert und datiert unten rechts:

Aivazovsky 1886 (kyrillisch).

Öl auf Leinwand. 48 x 76 cm.

Verso auf dem Keilrahmen Inventarnummer

in roter Schrift: 616, sowie

Klebeetikett des Russischen Museums

von Alexander III. in St. Petersburg von

1905.

Gutachten

Ivan Samarine, London, 30.9.2010.

Provenienz

Nach freundlicher Auskunft des Vorbesitzers

ehemals Slg. Eduard Kirschten,

St. Petersburg, seitdem in Familienbesitz.

Eduard Kirschten war Ende des

19. Jahrhunderts Direktor des größten

russischen Gummiwerks, der Russian

American India­Rubber Company

„Treugolnik“ in St. Petersbrug

€ 60 000 – 80 000

Iwan Konstantinowitsch Aivazovsky malte u. a. Landschaften der ukrainischen

Steppen, Historienbilder, Genredarstellungen und Porträts – seinen

Rang als einer der herausragenden Maler des 19. Jahrhunderts verschafften

ihm allerdings seine Marinebilder mit der vollendeten Darstellung

von Meer und Licht.

Aivazovsky, der Sohn eines armenischen Kleinhändlers, erfuhr seine Ausbildung

von 1833 bis 1837 an der St. Petersburger Akademie. 1840 reiste

er zum ersten Mal nach Italien, wo William Turner auf ihn aufmerksam

wurde und ihm ein Gedicht in italienischer Sprache widmete („L’arte tua

ben’e potente / Perchè il genio t’inspiró!“). Aivazovsky entfaltete zeitlebens

eine rege Reisetätigkeit, die ihn nicht nur durch weite Teile Europas

sondern auch in den Nahen Osten und nach Amerika führte. Seinen

festen Wohnsitz und sein Atelier hatte Aivazovsky hingegen bereits seit

1845 in seinem Geburtsort Feodosija, wo er 1880 überdies eine Gemäldegalerie

gründete und zwanzig Jahre später auch starb.

Aivazovsky künstlerische Laufbahn nimmt ihren Ausgang in der Tradition

romantischer Landschaftsdarstellung, die der Künstler jedoch von

Anfang an mit seinem Interesse an dramatischen Lichteffekten verbindet.

Besondere Bedeutung kommt Aivazovsky für die Entwicklung der realistischen

Meereslandschaft zu, die die Erscheinungsformen und Bewegungen

von Licht, Luft und Wasser wiedergibt. Aivazovsky ist in diesem Bereich

einer der wegweisenden Künstler nicht nur der russischen, sondern

der gesamten europäischen Malerei.

Unser 1886 datiertes Bild stammt aus der reifen Schaffenszeit des

Künstlers und zeigt das unverkennbare Kolorit des Malers. Auf stürmisch

bewegter See kämpft ein russischer Dreimaster gegen sich hoch auftürmende

Wellen an. Während das Meer im unteren Drittel der Bildfläche

durch die meisterhafte Lichtregie stellenweise nahezu transparent wirkt,

zeigt der nuancenreich gemalte Himmel dramatische Wolkenformationen,

die zum Teil vom Sonnenlicht durchdrungen, zur Horizontlinie hin

jedoch zunehmend dunkler und bedrohlicher werden.

Ivan Samarine, London, der das Gemälde im Original gesehen hat,

bezeichnet es als „a genuine work by Aivazovsky, and a fine and typical

example of his late period“.

Verso on the stretcher the inventory number in red ink “616” and a

label of the Russian Museum of Alexander III. in St. Petersburg with

the date 1905.

Aivazovsky painted amongst others portraits, genre scenes, history paintings

and landscapes of the Ukrainian steppe. But it was his maritime

paintings capturing the sea and the light in a unique way that secured

him a place as one of the leading painters of the 19th century.

Aivazovsky, son of an Armenian shopkeeper, received his training at

St. Petersburg Academy between 1833 and 1837. In 1840, he travelled

to Italy where William Turner took notice of him dedicating an Italian

poem to the artist (“L´arte tua ben´e potente/Perchè il genio t’inspiró!”).

Aivazovsky was an ardent traveler all his life and he visited Europe, the

Near East and America. In 1845, he settled in his native town of Feodosija

where he established a studio, opened a gallery in 1880 and where

he finally died 20 years later. Aivazovsky´s early works are painted in a

traditional romantic way, but they already show his interest for drama­


tic light effects. Aivazovsky´s art was especially important for the development

of a realistic maritime painting that captures the movement of

changing light, air and water. In this field Aivazovsky can be considered

as one of the leading artists not only of Russian, but also of European

landscape painting.

This painting dated 1883 was created in the mature period of the artist

and exemplifies his unique sense of colour. A Russian three­masted

schooner is fighting against high towering waves in a stormy sea. The

sea in the lower part of the painting is rendered almost transparent by

the skillful use of light, while the sky shows dramatic cloud formations

partly diffused by light and becoming darker and threatening towards

the horizon.

Ivan Samarine, having seen the painting in original, describes it as a

“genuine work by Aivazovsky, and a fine and typical example of his late

period.”


FRANZ THEODOR AERNI

1853 Aarburg – 1918 Rom

1284 MARKTSTÄNDE IN ROM

Signiert und datiert unten links:

Fr. Aerni Rom 90.

Öl auf Leinwand. 73,5 x 47,3 cm.

Provenienz

Rheinische Sammlung.

€ 6 000 – 7 000


ADOLF SCHREYER

1828 Frankfurt/Main – 1899 Kronberg

1285 DREI ARABISCHE REITER

Signiert unten links: Ad. Schreyer.

Öl auf Leinwand (doubliert). 49 x 57 cm.

€ 13 000 – 14 000

ANTON BURGER

1824 Frankfurt/Main – 1905 Kronberg

1286 IN DER WASCHKÜCHE

Signiert und datiert unten links:

A. Burger 94.

Öl auf Leinwand. 42,5 x 52,5 cm.

Provenienz

Westdeutsche Privatsammlung.

€ 4 500 – 5 500


JACOB JAN COENRAAD

SPOHLER

1837 Amsterdam – 1923 Amsterdam

1287 HOLLÄNDISCHE

FLUSSLANDSCHAFT

Signiert unten rechts: JJC Spohler.

Öl auf Leinwand (doubliert). 66 x 93 cm.

Provenienz

Westdeutsche Privatsammlung.

€ 8 000 – 12 000

Jacob Jan Conraad Spohler knüpfte in seinen Darstellungen der holländischen

Landschaft an das Werk seines Vaters an, einem Hauptvertreter

der romantischen Malerei in den Niederlanden. Elemente wie das

warme Abendlicht und die friedvolle Atmosphäre, Motive wie die

Segelboote und die Windmühle waren im frühen 19. Jahrhundert von

Künstlern wie Andreas Schelfhout und Jan Jacob Spohler – wiederum

auf der langen Tradition der niederländischen Landschaftsmalerei

gründend – ausgebildet worden.


MAX CLARENBACH

1880 Neuss – 1952 Köln

1288 WINTER AN DER ERFT

Signiert unten rechts: M. Clarenbach

Öl auf Leinwand (doubliert).

80 x 100 cm.

Provenienz

Rheinische Privatsammlung.

€ 14 000 – 18 000

Max Clarenbach begann 1904, die Landschaft an der Erft im Winter zu

malen und griff dieses Motiv um 1917 wieder auf. Das vorliegende Bild

zählt zu einer Gruppe von Bildern, die um 1920 entstanden sind. Der

von Pappeln gesäumten Fluss, der sich in die Bildtiefe schlängelt; die

Pappeln, die sich ornamental im Wasser spiegeln, das Stückchen Ufer

im linken Bildvordergrund, das der Komposition Halt und Festigkeit

gibt – diese Bildelemente, die die stille Atmosphäre dieser winterlichen

Flusslandschaft einfangen, sind – wie Viola Hartwich konstatiert –

„eine Art Erkennungszeichen für die Kunst Clarenbachs“ geworden

(vgl. Viola Hartwich: Max Clarenbach. Ein rheinischer Landschaftsmaler

1880­1952, Münster und Hamburg 1992, S. 47 sowie für eine vergleichbare

Komposition Nr. G 328).


MAX CLARENBACH

1880 Neuss – 1952 Köln

1289 BLÜHENDE OBSTBÄUME

Signiert unten links: M. Clarenbach

Öl auf Leinwand. 61,5 x 81,5 cm.

€ 13 000 – 15 000


MAX CLARENBACH

1880 Neuss – 1952 Köln

1290 WINTERLANDSCHAFT BEI

ST. MORITZ MIT BLICK

AUF DEN PIZ LANGUARD

Signiert unten links: M. Clarenbach.

Öl auf Leinwand. 65 x 69,5 cm.

€ 12 000 – 13 000

Clarenbachs seltene Gemälde mit Hochgebirgsansichten entstanden anlässlich

seiner Reise in die Alpen um 1925. Der Standpunkt des vorliegenden

Gemäldes befindet sich am St. Moritzer See, der Blick geht auf

die mächtige Bergkette des Piz Languard, die sich unter einem strahlend

blauen Himmel ausbreitet. Vermittelt durch eine im Schatten liegende,

baumbestandene Anhöhe geht der Blick zur flachen, schneebedeckten

Ebene des Vordergrundes, die über die Hälfte der Bildfläche einnimmt.

Zu einem Gemälde mit annähernd gleichem Standpunkt siehe Viola

Hartwich: Max Clarenbach. Ein rheinischer Landschaftsmaler 1880­

1952, Münster und Hamburg 1992, Abb. 25.


MAX CLARENBACH

1880 Neuss – 1952 Köln

1291 WINTERLANDSCHAFT

AN DER ERFT

Signiert unten rechts: M. Clarenbach.

Öl auf Leinwand (doubliert). 80 x 100 cm.

€ 10 000 – 12 000


MAX CLARENBACH

1880 Neuss – 1952 Köln

1292 SONNIGE WINTERLANDSCHAFT

BEI DORDRECHT

Signiert unten rechts: M. Clarenbach.

Öl auf Leinwand. 45,5 x 61,5 cm.

€ 6 000 – 8 000

MAX CLARENBACH

1880 Neuss – 1952 Köln

1293 WINTERLANDSCHAFT

AM NIEDERRHEIN

Signiert unten links: M. Clarenbach.

Öl auf Leinwand. 50,5 x 66 cm.

Provenienz

Süddeutsche Privatsammlung.

€ 6 000 – 8 000


ATTILIO PRATELLA

1856 Lugo di Romagna – 1949 Neapel

1294 FISCHERBOOTE IN DER

BUCHT VON NEAPEL

Signiert unten rechts: Pratella, Napoli.

Öl auf Holz. 22 x 39,5 cm.

€ 8 000 – 10 000


OTTO PIPPEL

1878 Lodz – 1960 München

1295 DER MARKT VON VENEDIG

Signiert unten rechts: Otto Pippel.

Öl auf Leinwand. 55,5 x 81 cm.

Provenienz

Süddeutsche Privatsammlung.

€ 6 000 – 7 000


Künstlerverzeichnis

ACHENBACH, ANDREAS

1253, 1274, 1282

ACHENBACH, OSWALD 1227

ADRIAENSSEN, ALEXANDER 1058

AERNI, FRANZ THEODOR 1284

AIVAZOVSKY,

IWAN KONSTANTINOWITSCH 1283

ALPENLÄNDISCHER MEISTER 1004

AMERIKANISCHER (?) KÜNSTLER 1254

AMMAN, JOST 1177

ASSTEYN, BARTHOLOMEUS 1068

AUWERA, JOHANN WOLFGANG

VAN DER, zugeschrieben 1170

AVONT, PIETER VAN 1049

BECCAFUMI, DOMENICO 1176

BEGAS, CARL 1250

BEICH, FRANZ JOACHIM,

zugeschrieben 1104

BELLINI, GIOVANNI, in der Art 1008

BERGH, GILLIS GILLISZ DE 1061

BESCHEY, CHARLES (KAREL) 1096

BLOCKLANDT, ANTHONIE

VAN MONTFOORT, GEN. VAN,

Umkreis 1024

BOHNSTEDT, LUDWIG FRANZ KARL

1252

BOSCH, ERNST 1275

BOULLOGNE D. J., LOUIS, in der Art

1088

BOURDICHON, JEAN, zugeschrieben

1003

BRAEKENBURGH, RICHARD 1084

BRASCH, MAGNUS 1105

BREDAEL D. J., JAN PEETER VAN 1093

BRÜCKE, WILHELM 1260, 1261, 1262

BRUEGHEL D. Ä, PIETER, Nachfolge

1029

BRUEGHEL D. Ä., JAN 1034, 1035

BRUEGHEL D. Ä., JAN, Nachfolge 1051

BRUEGHEL D. J., JAN 1045, 1046, 1049

BRUEGHEL D. J., PIETER, Umkreis

1036

BURGER, ANTON 1286

CALAME, JEAN BAPTISTE ARTHUR,

zugeschrieben 1229

CARPACCIO, BENEDETTO,

zugeschrieben 1020

CAULA, SIGISMONDO, zugeschrieben

1191

CLARENBACH, MAX

1233, 1234, 1235, 1288,

1289, 1290, 1291, 1292, 1293

CLEVE, HENDRICK VAN 1025

CLEVE, JOOS VAN, nach 1015

COCLERS, JEAN GEORGE CHRISTIAN

1099

COLENBERGH, CHRISTIAEN VAN 1074

CROLA, GEORG HEINRICH 1228

CROOS, ANTHONY JANSZ VAN DER

1070, 1076

CROOS, JACOB VAN DER 1070

DAHL, JOHANN CHRISTIAN CLAUSEN

1251

DANNECKER, JOHANN HEINRICH

1175

DEUTSCHER KÜNSTLER

1211, 1212, 1213

DEUTSCHER (?) KÜNSTLER 1245

DEUTSCHER MEISTER

1031, 1101, 1194, 1195, 1196, 1201

DOES, SIMON VAN DER 1188

DREBER, GEN. FRANZ-DREBER,

HEINRICH 1266

ECHTLER, ADOLF 1273

ENDER, JOHANN NEPOMUK 1240

FLÄMISCHER MEISTER

1006, 1018, 1041, 1052, 1056,

1060, 1069, 1090, 1181, 1184

FRANCIA, GIACOMO 1009

FRANZÖSISCHER MEISTER 1111

FÜGER, HEINRICH FRIEDRICH 1203

FÜHRICH, JOSEF VON 1216

GALLE, HIERONYMUS 1075

GALLIS, PIETER 1081

GELDORP, GORTZIUS 1033

GHEZZI, PIER LEONE, zugeschrieben

1192

GOLDSTEIN, JOHANN THEODOR 1241

GURLITT, LOUIS 1277

HACKERT, JACOB PHILIPP 1108

HANTZSCH, JOHANN GOTTLIEB,

zugeschrieben 1215

HARPIGNIES, HENRI JOSEPH 1278

HÉBERT, ERNEST 1224

HEEM, CORNELIS DE, Umkreis 1087

HERING, GEORGE EDWARDS 1222

HESS, PETER VON 1244

HEYDEN, JAN VAN DER 1077

HILGERS, CARL 1272

HOECKE, JASPAR VAN DEN, Umkreis

1047

HONDT, LAMBERT DE 1066

HUBER, JOHANN CASPAR 1110

HUMMEL, CARL 1225, 1226

ITALIENISCHER MEISTER

1082, 1083, 1186

JANSSENS, ABRAHAM 1043


JANSSENS VAN CEULEN, CORNELIUS

1059

KEMMER, HANS 1017

KEUNINCK, KERSTIAEN DE 1039

KIRCHNER, ALBERT EMIL 1276

KLEIN, JOHANN ADAM 1239

KLOCKER, HANS, Werkstatt 1142

KOEKKOEK, BAREND CORNELIS 1218

KOESTER, ALEXANDER 1237

KONING, ELISABETH JOHANNA 1270

KOTSCH, THEODOR 1271

KRAFT, ADAM, Umkreis 1148

KURTZ, CARL AUGUST

HEINRICH VON 1247

LAIRESSE, GERARD DE,

zugeschrieben 1189

LARSSON, SIMEON MARKUS 1258

LEEN, WILLEM VAN 1109

LEMBKE, JOHANN PHILIPP,

zugeschrieben 1190

LESSING, CARL FRIEDRICH

1221, 1264, 1265

LEYPOLD, JULIUS VON,

zugeschrieben 1259

MAAS, DIRCK 1091

MAHLKNECHT, EDMUND 1230

MANSKIRCH, BERNHARD GOTTFRIED

1107

MECHAU, JACOB WILHELM 1200

MEYER, JOHAN HENDRIK LOUIS 1255

MEYER VON BREMEN,

JOHANN GEORG 1263

MEYTENS, MARTIN VAN,

Werkstatt oder Umkreis 1102

MOLENAER, CLAES 1073

MOMPER, FRANS DE 1063

MOMPER, JOSSE DE, Umkreis 1040

MONOGRAMMIST WDKC 1205

MUNTHE, LUDWIG 1281

MUSIN, FRANCOIS-ÉTIENNE 1279

NAEKE, GUSTAV 1209

NELLIUS, MARTINUS 1089

NETSCHER, CONSTANTIJN 1094

NIEDERLÄNDISCHER MEISTER

1000, 1021, 1026, 1032, 1048, 1053,

1062, 1092, 1179, 1185, 1198

NIEDERRHEINISCH-

WESTFÄLISCHER MEISTER 1010

NOOMS, GEN. ZEEMAN, REINIER 1065

NORDFRANZÖSISCHER MEISTER

1013

NORDITALIENISCHER MEISTER 1022

NOVELLI, FRANCESCO,

zugeschrieben 1199

NÜRNBERGER (?) MEISTER 1011

OLIVIER, FRIEDRICH 1208

OPPENHEIM, MORITZ DANIEL,

zugeschrieben 1207

ÖSTERREICHISCHER MEISTER 1103

PETRINI, GIUSEPPE ANTONIO 1097

PIPPEL, OTTO 1295

POEL, EGBERT VAN DER 1055

POELENBURGH, CORNELIS VAN 1064

PRATELLA, ATTILIO 1294

PREYER, EMILIE 1280

PREYER, JOHANN WILHELM 1269

QUAGLIO, LORENZO, zugeschrieben

1220

RAMBERG, JOHANN HEINRICH 1214

RAYSKI, FERDINAND VON 1246

RETHEL, ALFRED, zugeschrieben 1217

RICCIO, ANDREA, Werkstatt 1160

RIEDEL, AUGUST 1242, 1243

RIEGER, JAKOB 1197

RIEPENHAUSEN, JOHANN CHRISTIAN

1210

RIGAUD, HYACINTHE, Umkreis 1098

ROHDEN, JOHANN MARTIN VON 1219

ROMBOUTS, SALOMON 1086

ROMNEY, GEORGE 1112

RONDANI, FRANCESCO MARIA 1016

RUBENS, PETER PAUL 1044

RYSBRAECK, PIETER 1187

SAFTLEVEN, CORNELIS 1050

SAFTLEVEN, HERMAN, in der Art 1053

SCHACHINGER, GABRIEL 1236

SCHIRMER, JOHANN WILHELM 1248

SCHMIDT, ADOLF 1257

SCHOUBROECK, PIETER 1030

SCHREYER, ADOLF 1285

SIRANI, GIOVANNI ANDREA,

zugeschrieben 1071

SKARBINA, FRANZ 1232

SPANISCHER (?) MEISTER 1085

SPITZWEG, CARL 1256

SPOHLER, JACOB JAN COENRAAD

1287

SPRINGER, CORNELIS 1267, 1268

STEIRISCHER MEISTER 1001

STORCK, ABRAHAM 1182

STORCK, JACOBUS, zugeschrieben

1080


STRY D. Ä., ABRAHAM VAN 1238

SÜDDEUTSCHER MEISTER

1002, 1037, 1038, 1180, 1193

SÜDDEUTSCHER (?) MEISTER 1100

SÜDNIEDERLÄNDISCHER MEISTER

1012, 1014, 1023

SUSENIER, ABRAHAM 1072

SUSENIER, ABRAHAM,

zugeschrieben 1078

THEER, ALBERT 1231

TISCHBEIN, WILHELM, nach 1206

UNBEKANNTER KÜNSTLER 1204

UTRECHT, ADRIAEN VAN, Umkreis

1057

VAROTARI D. Ä., DARIO, zugeschrieben

1027

VELDE, PIETER VAN DEN,

zugeschrieben 1183

VENEZIANISCHER MEISTER

1007, 1202

VERBOECKHOVEN, EUGÈNE 1249

VERELST, PIETER 1067

VERONESE, PAOLO CALIARI, GEN.,

nach 1028

VERTIN, PETRUS GERARDUS 1223

VOLLERDT, JOHANN CHRISTIAN 1106

VON DER SCHLICHTEN,

JOHANN PHILIPP 1095

WEDIG, GOTTFRIED VON 1042

WESTFÄLISCHER MEISTER 1005

WOU, CLAES CLAESZ 1054

WOUWERMAN, PIETER 1079

WTEWAEL, JOACHIM ANTONISZ 1178


Besitzerverzeichnis

(1) 1027, 1077, 1119, 1171-1172; (2) 1024; (3) 1276; (4) 1080; (5) 1018, 1067; (6) 1003, 1070, 1074; (7) 1225, 1247; (8) 1012;

(9) 1256; (10) 1205, 1209, 1211, 1213-1217, 1219-1220, 1222, 1228, 1231; (11) 1090, 1093; (12) 1096; (13) 1180, 1192-1193,

1199-1200, 1203; (14) 1015, 1134, 1142, 1145, 1148, 1161; (15) 1137, 1178; (16) 1004, 1038; (17) 1005; (18) 1112; (19) 1115,

1144; (20) 1079; (21) 1086, 1177, 1184, 1187-1190; (22) 1008, 1048; (23) 1250; (24) 1058, 1061; (25) 1021; (26) 1170; (27) 1151;

(28) 1009, 1026, 1041, 1057; (29) 1035, 1045; (30) 1143; (31) 1044; (32) 1006; (33) 1047; (34) 1168; (35) 1125; (36) 1264-1265,

1271, 1287; (37) 1224, 1239, 1244, 1260, 1277-1278; (38) 1072, 1076; (39) 1121, 1146, 1156; (40) 1241; (41) 1141; (42) 1124;

(43) 1104; (44) 1210; (45) 1286; (46) 1100; (47) 1098, 1108; (48) 1051; (49) 1126; (50) 1284, 1294; (51) 1016, 1033, 1042, 1110,

1227, 1242-1243, 1253-1254, 1274; (52) 1150; (53) 1292; (54) 1237; (55) 1290; (56) 1054, 1157, 1183, 1186, 1196; (57) 1007,

1064, 1066, 1078, 1082-1084; (58) 1269, 1275; (59) 1182; (60) 1071; (61) 1280; (62) 1246; (63) 1049; (64) 1002; (65) 1068; (66)

1107; (67) 1123; (68) 1116, 1118, 1127, 1136, 1149, 1158-1159, 1162-1166; (69) 1235; (70) 1140; (71) 1056; (72) 1052, 1091,

1092, 1106; (73) 1267; (74) 1212; (75) 1173; (76) 1094, 1197, 1240; (77) 1089; (78) 1279; (79) 1059; (80) 1103, 1135; (81) 1252;

(82) 1109; (83) 1050; (84) 1273; (85) 1152; (86) 1249; (87) 1020; (88) 1147; (89) 1263; (90) 1132, 1138; (91) 1238; (92) 1022; (93)

1223; (94) 1111, 1257, 1266; (95) 1261-1262; (96) 1236; (97) 1130; (98) 1114; (99) 1034, 1085; (100) 1248; (101) 1291; (102)

1259; (103) 1154; (104) 1010, 1174; (105) 1065, 1073; (106) 1283; (107) 1139; (108) 1017; (109) 1032; (110) 1037; (111) 1206;

(112) 1133, 1289; (113) 1207, 1221, 1232; (114) 1282; (115) 1014; (116) 1060, 1105; (117) 1095; (118) 1039; (119) 1251; (120)

1129; (121) 1025, 1030; (122) 1023, 1195; (123) 1031; (124) 1099; (125) 1040, 1069; (126) 1000-1001, 1011, 1013; (127) 1055;

(128) 1295; (129) 1128; (130) 1272; (131) 1029; (132) 1113; (133) 1087; (134) 1101-1102; (135) 1226; (136) 1043; (137) 1053,

1081, 1153, 1155, 1169, 1201, 1245, 1255, 1270; (138) 1233-1234, 1293; (139) 1167; (140) 1062, 1117, 1131; (141) 1028, 1097;

(142) 1208; (143) 1288; (144) 1176, 1179, 1181, 1185, 1191, 1194, 1198, 1202, 1218, 1229-1230; (145) 1122; (146) 1063; (147)

1160, 1204; (148) 1046; (149) 1285; (150) 1036; (151) 1268; (152) 1088; (153) 1120; (154) 1258, 1281; (155) 1075; (156) 1175

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nicht durchgängig erwähnt, so dass fehlende Angaben ebenfalls keine

Beschaffenheitsvereinbarung begründen. Die Sachen sind gebraucht. Alle

Gegenstände werden in dem Erhaltungszustand veräußert, in dem sie sich

bei Erteilung des Zuschlages befinden.

4. Lempertz verpflichtet sich jedoch bei Abweichungen von den Katalogangaben,

welche den Wert oder die Tauglichkeit aufheben oder nicht

unerheblich mindern, und welche innerhalb eines Jahres nach Übergabe

in begründeter Weise vorgetragen werden, seine Rechte gegenüber dem

Einlieferer gerichtlich geltend zu machen. Maßgeblich ist der Katalogtext

in deutscher Sprache. Im Falle einer erfolgreichen Inanspruchnahme des

Einlieferers erstattet Lempertz dem Erwerber ausschließlich den gesamten

Kaufpreis. Darüber hinaus verpflichtet sich Lempertz für die Dauer von

zwei Jahren bei erwiesener Unechtheit zur Rückgabe der Kommission,

wenn der Gegenstand in unverändertem Zustand zurückgegeben wird. Im

übrigen ist eine Haftung wegen Mängeln ausgeschlossen.

5. Ansprüche auf Schadensersatz aufgrund eines Mangels, eines Verlustes

oder einer Beschädigung des versteigerten Objektes, gleich aus

welchem Rechtsgrund, oder wegen Abweichungen von Katalogangaben

oder anderweitig erteilten Auskünften sind ausgeschlossen, sofern Lempertz

nicht vorsätzlich oder grob fahrlässig gehandelt oder vertragswesentliche

Pflichten verletzt hat; im übrigen gilt Ziffer 4.

6. Abgabe von Geboten. Gebote in Anwesenheit: Der Saalbieter erhält

gegen Vorlage seines Lichtbildausweises eine Bieternummer. Lempertz

behält sich die Zulassung zur Auktion vor. Ist der Bieter Lempertz nicht

bekannt, hat die Anmeldung 24 Stunden vor Beginn der Auktion schriftlich

und unter Vorlage einer aktuellen Bankreferenz zu erfolgen. Gebote in

Abwesenheit: Gebote können auch schriftlich, telefonisch oder über das

Internet abgegeben werden. Aufträge für Gebote in Abwesenheit müssen

Lempertz zur ordnungsgemäßen Bearbeitung 24 Stunden vor der Auktion

vorliegen. Der Gegenstand ist in dem Auftrag mit seiner Losnummer und

der Objektbezeichnung zu benennen. Bei Unklarheiten gilt die angegebene

Losnummer. Der Auftrag ist vom Aufraggeber zu unterzeichnen. Die

Bestimmungen über Widerrufs- und Rückgaberecht bei Fernabsatzverträgen

(§ 312b – d BGB) finden keine Anwendung. Telefongebote: Für das

Zustandekommen und die Aufrechterhaltung der Verbindung kann nicht

eingestanden werden. Mit Abgabe des Auftrages erklärt sich der Bieter

damit einverstanden, dass der Bietvorgang aufgezeichnet werden kann.

Gebote über das Internet: Sie werden von Lempertz nur angenommen,

wenn der Bieter sich zuvor über das Internetportal registriert hat. Die Gebote

werden von Lempertz wie schriftlich abgegebene Gebote behandelt.

7. Durchführung der Auktion. Der Zuschlag wird erteilt, wenn nach

dreimaligem Aufruf eines Gebotes kein höheres Gebot abgegeben wird.

Der Versteigerer kann sich den Zuschlag vorbehalten oder verweigern,

wenn ein besonderer Grund vorliegt. Wenn mehrere Personen zugleich

dasselbe Gebot abgeben und nach dreimaligem Aufruf kein höheres Gebot

erfolgt, entscheidet das Los. Der Versteigerer kann den erteilten Zuschlag

zurücknehmen und die Sache erneut ausbieten, wenn irrtümlich ein

rechtzeitig abgegebenes höheres Gebot übersehen und dies vom

Bieter sofort beanstandet worden ist oder sonst Zweifel über den Zuschlag

bestehen (§ 2 Ziffer 4 VerstVO). Gebote werden von Lempertz nur

in dem Umfang ausgeschöpft, der erforderlich ist, um ein anderes

Gebot zu überbieten. Der Versteigerer kann für den Einlieferer bis zum vereinbarten

Limit bieten, ohne dies anzuzeigen und unabhängig davon, ob

andere Gebote abgegeben werden. Wenn trotz abgegebenen Gebots kein

Zuschlag erteilt worden ist, haftet der Versteigerer dem Bieter nur bei Vorsatz

oder grober Fahrlässigkeit.

8. Der Zuschlag verpflichtet zur Abnahme. Sofern ein Zuschlag unter Vorbehalt

erteilt wurde, ist der Bieter an sein Gebot bis vier Wochen nach

der Auktion gebunden, wenn er nicht unverzüglich nach Erteilung des

Zuschlages bzw. entsprechender Information unter den angegebenen

Kontaktdaten bei Schriftgeboten von dem Vorbehaltszuschlag zurücktritt.

Mit der Erteilung des Zuschlages gehen Besitz und Gefahr an der versteigerten

Sache unmittelbar auf den Ersteher über, das Eigentum erst bei

vollständigem Zahlungseingang.

9. Auf den Zuschlagpreis wird ein Aufgeld von 20 % zuzüglich 19 % Umsatzsteuer

erhoben, gerechnet nur auf das Aufgeld (Differenzbesteuerung).

Für die Katalogpositionen, die mit * gekennzeichnet sind, wird

ein Aufgeld von 20 % erhoben; auf diesen Nettorechnungspreis (Zuschlagpreis

+ Aufgeld) wird die gesetzliche Umsatzsteuer von 7 % für

Bilder, Originalgraphik, Plastik und Sammlungsstücke und von 19 % für

Kunstgewerbe und Photographie hinzugerechnet (Regelbesteuerung).

Von der Mehrwertsteuer befreit sind Ausfuhrlieferungen in Drittländer

(d.h. außerhalb der EU) und - bei Angabe der MwSt.-Identifikations-Nr.

- auch an Unternehmen in EU-Mitgliedstaaten. Nehmen Auktionsteilnehmer

ersteigerte Gegenstände selber in Drittländer mit, wird ihnen

die MwSt. erstattet, sobald Lempertz der Ausfuhr- und Abnehmernachweis

vorliegen. Für Originalkunstwerke und Photographien, die nach dem

1. Januar 1900 entstanden sind, wird zur Abgeltung des gemäß § 26 UrHG

anfallenden Folgerechts eine Umlage für das Folgerecht von 1,9 % erhoben.

Während oder unmittelbar nach der Auktion ausgestellte Rechnungen

bedürfen der Nachprüfung; Irrtum vorbehalten.

10. Persönlich an der Auktion teilnehmende Ersteigerer haben den Endpreis

(Zuschlagspreis zuzüglich Aufgeld + MwSt.) im unmittelbaren Anschluss

an die Auktion an Lempertz zu zahlen; Die Zahlung auswärtiger

Ersteher, die schriftlich geboten haben oder vertreten worden sind, gilt

unbeschadet sofortiger Fälligkeit bei Eingang binnen 10 Tagen nach Rechnungsdatum

noch nicht als verspätet. Der Antrag auf Umschreibung einer

Rechnung auf einen anderen Kunden als den Bieter muss unmittelbar im

Anschluss an die Auktion abgegeben werden. Lempertz behält sich die

Durchführung der Umschreibung vor.

11. Bei Zahlungsverzug werden Zinsen in Höhe von 1% auf den Bruttopreis

je angebrochenem Monat berechnet. Bei Zahlung in fremder

Währung gehen ein etwaiger Kursverlust und Einlösungsspesen zu Lasten

des Ersteigerers. Entsprechendes gilt für Schecks, die erst nach vorbehaltloser

Bankgutschrift als Erfüllung anerkannt werden können. Lempertz

kann bei Zahlungsverzug wahlweise Erfüllung des Kaufvertrages

oder nach Fristsetzung Schadenersatz wegen Nichterfüllung verlangen.

Der Schadenersatz kann in diesem Falle auch so berechnet werden, dass

die Sache nochmals versteigert wird und der säumige Käufer für einen

Mindererlös gegenüber der vorangegangenen Versteigerung und für die

Kosten der wiederholten Versteigerung einschließlich des Aufgeldes einzustehen

hat.

12. Die Ersteher sind verpflichtet, ihre Erwerbung sofort nach der Auktion

in Empfang zu nehmen. Lempertz haftet für verkaufte Gegenstände nur für

Vorsatz oder grobe Fahrlässigkeit. Ersteigerte Objekte werden erst nach

vollständigem Zahlungseingang ausgeliefert, bei Zahlung durch Scheck

erst nach vorbehaltloser Bankgutschrift. Eine Versendung erfolgt ausnahmslos

auf Kosten und Gefahr des Ersteigerers. Lempertz ist berechtigt,

nicht abgeholte Objekte vier Wochen nach der Auktion im Namen und auf

Rechnung des Ersteigerers bei einem Spediteur einlagern und versichern

zu lassen. Bei einer Selbsteinlagerung durch Lempertz werden 1 % des

Zuschlagspreises für Versicherungs- und Lagerkosten p.a. berechnet.

13. Erfüllungsort und Gerichtsstand, sofern er vereinbart werden kann,

ist Köln. Es gilt deutsches Recht; Das UN-Übereinkommen über Verträge

des internationalen Warenkaufs (CISG) findet keine Anwendung. Sollte

eine der Bestimmungen ganz oder teilweise unwirksam sein, so bleibt

die Gültigkeit der übrigen davon unberührt.

Henrik Hanstein, öffentlich bestellter und vereidigter Auktionator.

Takuro Ito, Kunstversteigerer.


cOnDitiOns Of sAle

1. The art auction house, Kunsthaus Lempertz (henceforth referred to

as Lempertz), conducts public auctions in terms of § 383 paragraph

3 sentence 1 of the Civil Code as commissioning agent on behalf of

the accounts of submitters, who remain anonymous. With regard to its

auctioneering terms and conditions drawn up in other languages, the

German version remains the official one.

2. The auctioneer reserves the right to divide or combine any catalogue lots

or, if it has special reason to do so, to offer any lot for sale in an order different

from that given in the catalogue or to withdraw any lot from the sale.

3. All lots put up for sale may be viewed and inspected prior to the auction.

The catalogue specifications and related specifications appearing on the

internet, which have both been compiled in good conscience, do not form

part of the contractually agreed to conditions. These specifications have

been derived from the status of the information available at the time of

compiling the catalogue. They do not serve as a guarantee in legal terms

and their purpose is purely in the information they provide. The same

applies to any reports on an item’s condition or any other information,

either in oral or written form. Certificates or certifications from artists,

their estates or experts relevant to each case only form a contractual part

of the agreement if they are specifically mentioned in the catalogue text.

The state of the item is generally not mentioned in the catalogue. Likewise

missing specifications do not constitute an agreement on quality. All items

are used goods.

4. In the event of variances from the catalogue descriptions, which result

in negation or substantial diminution of value or suitability, and which are

reported with due justification within one year after handover, Lempertz

nevertheless undertakes to pursue its rights against the seller through the

courts; in the event of a successful claim against the seller, Lempertz will

reimburse the buyer only the total purchase price paid. German is the official

language for the catalogue text. Over and above this, Lempertz undertakes

to reimburse its commission within a given period of two years after

the date of the sale if the object in question proves not to be authentic.

Liability of Lempertz for faults or defects is otherwise excluded.

5. Claims for compensation as the result of a fault or defect in the object

auctioned or damage to it or its loss, regardless of the legal grounds, or as

the result of variances from the catalogue description or statements made

elsewhere are excluded unless Lempertz acted with wilful intent or gross

negligence; in other regards, point 4 applies.

6. Submission of bids. Bids in attendance: The floor bidder receives a

bidding number on presentation of a photo ID. Lempertz reserves the

right to grant entry to the auction. If the bidder is not known to Lempertz,

registration must take place 24 hours before the auction is due to begin

in writing on presentation of a current bank reference. Bids in absentia:

Bids can also be submitted either in writing, telephonically or via the

internet. The placing of bids in absentia must reach Lempertz 24 hours

before the auction to ensure the proper processing thereof. The item must

be mentioned in the bid placed, together with ticket number and item

description. In the event of ambiguities, the listed ticket number becomes

applicable. The placement of a bid must be signed by the applicant.

The regulations regarding revocations and the right to return the goods in

the case of long distance agreements (§ 312b – d of the Civil Code) do not

apply. Telephonic bids: Establishing and maintaining a connection cannot

be vouched for. In submitting a bid placement, the bidder declares that

he agrees to the recording of the bidding process. Bids via the internet:

They will only be accepted by Lempertz if the bidder registered himself

on the internet website beforehand. Lempertz will treat such bids in the

same way as bids in writing.

7. Carrying out the auction. The hammer will come down when no

higher bids are submitted after three calls for a bid. In extenuating circumstances,

the auctioneer reserves the right to bring down the hammer or he

can refuse to accept a bid. If several individuals make the same bid at the

same time, and after the third call, no higher bid ensues, then the ticket

becomes the deciding factor. The auctioneer can retract his acceptance of

the bid and auction the item once more if a higher bid that was submitted

on time, was erroneously overlooked and immediately queried by the

bidder, or if any doubts regarding its acceptance arise (§ 2 point 4 Verst-

VO). Bids are only played to an absolute maximum by Lempertz if this is

deemed necessary to outbid another bid. The auctioneer can bid on behalf

of the submitter up to the agreed limit, without revealing this and irrespective

of whether other bids are submitted. Even if bids have been placed and

the hammer has not come down, the auctioneer is only liable to the bidder

in the event of premeditation or gross negligence.

8. Once a lot has been knocked down, the successful bidder is obliged

to buy it. If a bid is accepted conditionally, the bidder is bound by its bid

until four weeks after the auction unless it immediately withdraws from

the conditionally accepted bid. From the fall of the hammer, possession

and risk pass directly to the buyer, while ownership passes to the buyer

only after full payment has been received.

9. A premium of 20 % calculated on the hammer price plus 19 % value

added tax calculated on the surcharge only is levied (margin scheme).

On lots which are characterized by an *, the buyer shall pay a premium

of 20 % on the hammer price; onto this (hammer price and premium) the

statutory VAT of 7 % for paintings, original prints, sculptures and collection

pieces and 19 % for decorative art and photography will be added. (Regelbesteuerung

= regular scheme). Invoices may be issued for buyers who

are entitled to a Pre-Tax Deduction for art and decorative art for all lots

according to the existing »Regelbesteuerung« (normal regime). These

buyers must identify themselves when receiving their bidding paddle.

Exports to third (i.e. non-EU) countries will be exempt from VAT, and so

will be exports made by companies from other EU member states if

they state their VAT identification number. For original works of art and

photographies created after January 1, 1900, 1,9 % is rated for the droit

de suite charge.

10. Successful bidders attending the auction in person shall forthwith

upon the purchase pay to Lempertz the final price (hammer price plus

premium and VAT) in Euro. Payments by foreign buyers who have bid in

writing or by proxy shall also be due forthwith upon the purchase, but

will not be deemed to have been delayed if received within ten days of the

invoice date.

11. In the case of payment default, Lempertz will charge interest on the

outstanding amount at a rate of 1 % of the gross price per month or part

month. If payment is made in a foreign currency, any exchange rate losses

and bank charges will be borne by the buyer. The same applies to cheques,

which will be recognised as payment only after unconditional confirmation

of the credit has been received from the bank. If the buyer defaults

in payment, Lempertz may at its discretion insist on performance of the

purchase contract or, after allowing a period of grace, claim damages for

non-performance. In the latter case, Lempertz may determine the amount

of the damages by putting the lot or lots up for auction again, in which case

the defaulting buyer will bear the amount of any reduction in the proceeds

compared with the earlier auction, plus the cost of resale, including the

premium.

12. Buyers must take charge of their purchases immediately after the

auction. Once a lot has been sold, the auctioneer is liable only for wilful

intent or gross negligence. Lots will not, however, be surrendered to buyers

until full payment has been received or, in the case of payment by cheque,

unconditional confirmation of the credit is received from the bank. Without

exception, shipment will be at the expense and risk of the buyer. Purchases

which are not collected within four weeks after the auction may be

stored and insured by Lempertz on behalf of the buyer and at its expense in

the premises of a freight agent. If Lempertz stores such items itself, it will

charge 1 % of the hammer price for insurance and storage costs.

13. As far as this can be agreed, the place of performance and jurisdiction

is Cologne. German law applies; the provisions of the United Nations

Convention on Contracts for the International Sale of Goods, CISG are not

applicable. Should any provision herein be wholly or partially ineffective,

this will not affect the validity of the remaining provisions.

Henrik Hanstein, sworn public auctioneer.

Takuro Ito, auctioneer.


cOnDitiOns De vente AUx encheres

1. Kunsthaus Lempertz (appelée Lempertz dans la suite du texte) organise

des ventes aux enchères publiques d’après le paragraphe 383, alinéa

3, phrase 1 du code civil allemand en tant que commissionnaire pour le

compte de dépositaires, dont les noms ne seront pas cités. Les conditions

des ventes aux enchères ont été rédigées dans plusieurs langues, la version

allemande étant la version de référence.

2. Le commissaire-priseur se réserve le droit de réunir les numéros du

catalogue, de les séparer, et s‘il existe une raison particulière, de les offrir

ou de les retirer en-dehors de leur ordre.

3. Tous les objets mis à la vente aux enchères peuvent être examinés et

contrôlés avant celle-ci. Les indications présentes dans le catalogue ainsi

que dans la présentation Internet correspondante, établies en conscience

et sous réserve d’erreurs ou omissions de notre part, ne constituent pas

des éléments des conditions stipulées dans le contrat. Ces indications

dépendent des avancées de la science au moment de l’élaboration de ce

catalogue. Elles ne constituent en aucun cas des garanties juridiques et

sont fournies exclusivement à titre informatif. Il en va de même pour les

descriptions de l’état des objets et autres renseignements fournis de

façon orale ou par écrit. Les certificats ou déclarations des artistes, de

leur succession ou de tout expert compétent ne sont considérés comme

des objets du contrat que s’ils sont mentionnés expressément dans le

texte du catalogue. L’état de conservation d’un objet n’est pas mentionné

dans son ensemble dans le catalogue, de telle sorte que des indications

manquantes ne peuvent constituer une caractéristique en tant que telle.

Les objets sont d‘occasion. Tous les objets étant vendus dans l‘état où ils

se trouvent au moment de leur adjudication.

4. Dans le cas de dérogations par rapport aux descriptions contenues dans

les catalogues susceptibles d‘anéantir ou de réduire d‘une manière non

négligeable la valeur ou la validité d‘un objet et qui sont exposées d‘une

manière fondée en l‘espace d‘un an suivant la remise de l‘objet, Lempertz

s‘engage toutefois à faire valoir ses droits par voie judiciaire à l‘encontre du

déposant. Le texte du catalogue en langue allemande fait foi. Dans le cas

d‘une mise à contribution du déposant couronnée de succès, Lempertz ne

remboursera à l‘acquéreur que la totalité du prix d‘achat payé. En outre,

Lempertz s‘engage pendant une durée de deux ans au remboursement de

la provision en cas d‘inauthenticité établie. Pour le reste, la responsabilité

de Lempertz pour cause de vices est exclue.

5. Toutes prétentions à dommages-intérêts résultant d‘un vice, d‘une perte

ou d‘un endommagement de l‘objet vendu aux enchères, pour quelque

raison juridique que ce soit ou pour cause de dérogations par rapport aux

indications contenues dans le catalogue ou de renseignements fournis

d‘une autre manière sont exclues dans la mesure où Lempertz n‘ait ni agi

avec préméditation ou par négligence grossière ni enfreint à des obligations

essentielles du contrat. Pour le reste, l‘alinéa 4 est applicable.

6. Placement des enchères. Enchères en présence de l’enchérisseur :

l’enchérisseur en salle se voit attribuer un numéro d’enchérisseur sur présentation

de sa carte d’identé. Lempertz décide seul d’autoriser ou non

l’enchère. Si l’enchérisseur n’est pas encore connu de Lempertz, son inscription

doit se faire dans les 24 heures précédant la vente aux enchères,

par écrit et sur présentation de ses informations bancaires actuelles. Enchères

en l’absence de l’enchérisseur : des enchères peuvent également

être placées par écrit, par téléphone ou par le biais d’Internet. Ces procurations

doivent être présentées conformément à la réglementation 24 heures

avant la vente aux enchères. L’objet doit y être nommé, ainsi que son numéro

de lot et sa description. En cas d’ambiguïté, seul le numéro de lot indiqué

sera pris en compte. Le donneur d’ordre doit signer lui-même la procuration.

Les dispositions concernant le droit de rétraction et celui de retour de

l’objet dans le cadre de ventes par correspondance (§ 312b-d du code civil

allemand) ne s’appliquent pas ici. Enchères par téléphone: l’établissement

de la ligne téléphonique ainsi que son maintien ne peuvent être garantis.

Lors de la remise de son ordre, l’enchérisseur accepte que le déroulement

de l’enchère puisse être enregistré. Placement d’une enchère par le biais

d’Internet : ces enchères ne seront prises en compte par Lempertz que si

l’enchérisseur s’est au préalable inscrit sur le portail Internet. Ces enchères

seront traitées par Lempertz de la même façon que des enchères placées

par écrit.

7. Déroulement de la vente aux enchères. L’adjudication a lieu lorsque trois

appels sont restés sans réponse après la dernière offre. Le commissairepriseur

peut réserver l’adjudication ou la refuser s’il indique une raison

valable. Si plusieurs personnes placent simultanément une enchère

identique et que personne d’autre ne place d’enchère plus haute après

trois appels successifs, le hasard décidera de la personne qui remportera

l’enchère. Le commissaire-priseur peut reprendre l’objet adjugé et le remettre

en vente si une enchère supérieure placée à temps lui a échappé

par erreur et que l’enchérisseur a fait une réclamation immédiate ou que

des doutes existent au sujet de l’adjudication (§ 2, alinéa 4 du règlement

allemand sur les ventes aux enchères). Des enchères ne seront placées

par Lempertz que dans la mesure nécessaire pour dépasser une autre

enchère. Le commissaire-priseur ne peut enchérir pour le dépositaire que

dans la limite convenue, sans afficher cette limite et indépendamment du

placement ou non d’autres enchères. Si, malgré le placement d’enchères,

aucune adjudication n’a lieu, le commissaire-priseur ne pourra être tenu

responsable qu’en cas de faute intentionnelle ou de négligence grave.

8. L’adjudication engage l’enchérisseur. Dans la mesure où une adjudication

sous réserve a été prononcée, l’enchérisseur est lié à son enchère

jusqu’à quatre semaines après la fin de la vente aux enchères ou après

réception des informations dans le cas d’enchères par écrit, s’il ne se

désiste pas immédiatement après la fin de la vente.

9. Dans le cadre de la vente aux enchères un agio de 20 % s’ajout au

prix d’adjudication, ainsi qu’une TVA de 19 % calculée sur le agio (taxation

différentielle). Pour les position de catalogue caractérisée par *,

un agio de 20% est prélevé sur le prix d‘adjudication; ce prix facturé net

(prix d‘adjudication + agio) est majoré de la T.V.A. légale de 7% pour les

tableaux, graphiques originaux, sculptures et pièces de collection, et de

19 % pour les arts décoratifs appliqués (imposition régulière). Sont exemptées

de la T.V.A., les livraisons d‘exportation dans des pays tiers (en

dehors de l‘UE) et – en indiquant le numéro de T.V.A. intracommunautaire

– aussi à destination d‘entreprises dans d‘autres pays membres de l‘UE. Si

les participants à une vente aux enchères emmènent eux-mêmes les objets

achetés aux enchères dans des pays tiers, la T.V.A: leur est remboursée

dès que Lempertz se trouve en possession du certificat d‘exportation et

d‘acheteur. Pour les oeuvres d‘art originales réalisées après le 1er janvier

1900, il sera perçu une contribution de 1.9% en tant que rémunération au

titre du droit de suite. Les factures établies pendant ou directement après

la vente aux enchères d‘oeuvres d‘art doivent faire l‘objet d‘une vérification,

sous réserve d‘erreur.

10. Les adjudicataires participant personnellement à la vente aux enchères

sont tenus de payer le prix final (prix d‘adjudication plus agio +

T.V.A.) directement après l‘adjudication à Lempertz. Le paiement par des

adjudicateurs externes, qui ont enchéri par écrit ou ont été représentés,

est, nonobstant son exigibilité immédiate, considéré comme n‘étant pas

en retard à sa réception dans les 10 jours suivant la date de la facture. Tout

demande de réécriture d’une facture à un autre nom de client que celui

de l’enchérisseur doit se faire directement après la fin de la vente aux enchères.

Lempertz effectue la réalisation de cette nouvelle facture.

11. Pour tout retard de paiement, des intérêts à hauteur de 1 % du prix brut

seront calculés chaque moins nouvellement entamé. En cas de paiement

en devises étrangères, une éventuelle perte de change et d‘éventuels frais

d‘encaissement sont à la charge de l‘adjudicataire. Ceci s‘applique mutatis

mutandis aux chèques qui ne peuvent être reconnus comme exécution

qu‘après leur inscription au crédit définitive et sans réserve par la banque.

En cas de retard de paiement, Lempertz peut à son choix exiger l‘exécution

du contrat d‘achat ou, après fixation d‘un délai, exiger des dommagesintérêts

pour non exécution. Les dommages-intérêts pourront dans ce cas

aussi être calculés de la sorte que la chose soit vendue une nouvelle fois

aux enchères et que l‘acheteur défaillant réponde du revenu moindre par

rapport à la vente aux enchères précédentes et des frais pour une vente

aux enchères répétée, y compris l‘agio.

12. Les adjudicataires sont obligés de recevoir leur acquisition directement

après la vente aux enchères. Le commissaire-priseur n‘est responsable

des objets vendus qu‘en cas de préméditation ou de négligence grossière.

Les objets achetés aux enchères ne seront toutefois livrés qu‘après

réception du paiement intégral, en cas de paiement par chèque seulement

en cas d‘inscription définitive et sans réserve du chèque au crédit de notre

compte. L‘expédition a lieu exclusivement aux frais et aux risques de

l‘adjudicataire. Lempertz a le droit de mettre des objets non enlevés en

entrepôt et de les assurer au nom et pour le compte de l‘adjudicataire

chez un commissionnaire de transport quatre semaines après la vente

aux enchères. En cas de mise en entrepôt par Lempertz même, 1% du

prix d‘adjudication sera facturé par an pour les frais d‘assurance et

d‘entreposage.

13. Le lieu d‘exécution et le domicile de compétence - s‘il peut être convenu

- est Cologne. Le droit allemand est applicable. Les prescriptions du CISG

ne sont pas applicables. Au cas où l’une des clauses serait entièrement ou

partiellement inefficace, la validité des dispositions restantes en demeure

inaffectée.

Henrik Hanstein, commissaire-priseur désigné et assermenté.

Takuro Ito, commissaire-priseur.


cOnDiziOne per l’AstA

1. Il Kunsthaus Lempertz (qui di seguito Lempertz) vende all’asta pubblicamente

ai sensi di § 383 Abs. 3 Satz 1 BGB (art. 383 par. 3 capoverso

1 del Codice Civile) in qualità di commissionario dei suoi venditori, che non

vengono resi pubblici. La versione tedesca delle condizioni d’asta è quella

normativa in rapporto alla stesura in altre lingue

2. Il mediatore dell’asta si riserva il diritto di unificare i numeri del catalogo,

di separarli e se sussiste un particolare motivo offrirli o ritirarli dalla

sequenza.

3. Tutti gli oggetti messi all’asta possono essere presi in visione e controllati

prima dell’asta medesima. Le informazioni contenute nel catalogo e le

relative informazioni della presentazione internet, redatte con coscienza,

non sono parte integrante della condizione contrattuale concordata. Le

informazioni si basano sullo stato della scienza vigente al momento della

compilazione del catalogo. Queste non valgono quale garanzia dal punto

di vista legale ed hanno una mera funzione informativa. Lo stesso vale per

i resoconti sulla conservazione e per altre informazioni in forma orale o

scritta. I certificati o gli attestati dell‘artista, i suoi lasciti o di volta in volta

degli autorevoli esperti sono solamente oggetto del contratto, se espressamente

menzionato nel testo del catalogo. Lo stato di conservazione

generalmente non viene menzionato nel catalogo, cosicché le informazioni

mancanti altrettanto non sono parte integrante dello stato contrattuale.

Gli oggetti sono usati. Tutti gli oggetti saranno venduti nello stato di

conservazione in cui si trovano al momento dell’aggiudicazione.

4. Lempertz si impegna tuttavia, in caso di divergenze dalle descrizioni

del catalogo che annullano o non riducono in modo irrilevante il valore o

l’idoneità e reclamate motivandole entro un anno dall’aggiudicazione, a far

valere i propri diritti giuridicamente nei confronti del fornitore; in caso di

colpevolezza del fornitore, Lempertz rimborserà all’acquirente solo l’intero

prezzo d’acquisto. In caso di dimostrata falsità e per la durata di due anni,

Lempertz si impegna inoltre a rimborsare la sua commissione. Il testo del

catalogo è di norma in lingua tedesca. È esclusa una responsabilità di

Lempertz per eventuali vizi.

5. Sono escluse richieste di risarcimento per difetti, perdite o danneggiamenti

di un oggetto venduto all’asta, per qualsiasi motivo giuridico, o

per divergenze dalle informazioni riportate sul catalogo o ricevute in altro

modo, purché non sia dimostrato che Lempertz abbia agito intenzionalmente,

con negligenza o abbia violato gli accordi contrattuali; per il resto è

da considerarsi quanto riportato alla clausola 4.

6. Rilascio di offerte. Offerte in presenza: l’offerente in sala ottiene un

numero per offrire previa presentazione di un documento d’identità con

foto. Lempertz si riserva l’ammissione all’asta. Nel caso in cui l’offerente

non è noto a Lempertz, l‘iscrizione all’asta deve avvenire 24 ore prima

dell’inizio dell’asta stessa in forma scritta e con la presentazione di una

referenza bancaria attuale. Offerte in assenza: le offerte possono venire

rilasciate anche in forma scritta, telefonicamente oppure tramite internet.

Gli incarichi per le offerte in assenza devono trovarsi in possesso

di Lempertz 24 ore prima dell’inizio dell’asta per un regolare disbrigo. È

necessario nominare l’oggetto nell’incarico con il suo numero di uscita e

la denominazione dell’oggetto. In caso di mancanza di chiarezza, è valido il

numero di uscita indicato. L’incarico deve venire firmato dal committente.

Non hanno validità le disposizioni sul diritto di revoca e di restituzione

sul contratto di vendita a distanza (§ 312b – d BGB / art. 312b del Codice

Civile). Offerte telefoniche: non può venire garantita la riuscita ed il

mantenimento del collegamento telefonico. Con il rilascio dell’incarico,

l’offerente dichiara di essere consenziente nell’eventuale registrazione

della procedura di offerta. Offerte tramite internet: l’accettazione da parte

di Lempertz avviene solamente se l’offerente si è precedentemente registrato

sul portale internet. Le offerte verranno trattate da Lempertz così

come le offerte rilasciate scritte.

7. Svolgimento dell’asta. L’aggiudicazione verrà conferita nel caso in cui

dopo una tripla chiamata di un’offerta non verrà emanata un’offerta più

alta. Il banditore può riservarsi o rinunciare all’aggiudicazione se sussiste

un motivo particolare. Nel caso in cui più persone rilasciano contemporaneamente

la stessa offerta e se dopo la tripla chiamata non segue un’offerta

più alta, verrà tirato a sorte. Il banditore può revocare l’aggiudicazione

conferita e rimettere all’asta l’oggetto nel caso in cui è stata ignorata

erroneamente un’offerta più alta e subito contestata dall’offerente oppure

esistono dubbi sull’aggiudicazione (§ 2 Ziffer 4 VerstVO/ art. 2 cifra 4 del

regolamento di vendita all’asta). Le offerte prese da Lempertz, sono solamente

dell’entità necessaria per superare un’altra offerta. Il banditore può

offrire per il proprio cliente fino ad un limite prestabilito, senza mostrarlo

ed indipendentemente se vengono rilasciate altre offerte. Se nonostante

un’offerta rilasciata non viene conferita l’aggiudicazione, il banditore garantisce

per l’offerente solamente in caso di dolo o di grave negligenza.

8. L’aggiudicazione vincola all’acquisto. Nel caso in cui l’aggiudicazione è

stata concessa sotto riserva, l’offerente è vincolato alla sua offerta fino

a quattro settimane dopo l’asta, se non recede immediatamente dalla

riserva di aggiudicazione dopo la concessione della stessa, oppure in

caso di offerte scritte, con le relative informazioni contenute nelle generalità

rilasciate. Con la concessione del rilancio la proprietà ed il pericolo

dell’oggetto messo all’asta passano all’aggiudicatario, mentre la proprietà

solo al saldo dell’oggetto.

9. Al prezzo di aggiudicazione viene riscosso un sovrapprezzo di 20%, più

IVA del 19% calcolato solamente sul sovrapprezzo. Alle posizioni del catalogo

contrassegnate con un * viene applicato un sovrapprezzo di 20%

del prezzo di rilancio.; su questo prezzo al netto (prezzo di rilancio + supplemento)

viene applicata l’IVA prevista per legge peri al 7 % per quadri,

grafici originali, plastici e pezzi da collezione e del 19 % per arti applicate

(tassazione legale). Esenti dall’Iva sono le forniture all’esterno (ossia fuori

dai confini dell’UE) ed – indicando il numero di partita IVA – anche per le

aziende in altri paesi membri dell’UE. Se i partecipanti all’asta decidono

di portare con se gli oggetti acquistati all’asta, l’IVA sarà rimborsata non

appena a Lempertz sarà trasmesso un documento di esportazione ed acquisto.

Per le opere d‘arte originali realizzate dopo il 1. gennaio 1900 viene

applicato un contributo pari all‘ 1% per il diritto di sequela.

Le fatture emesse durante o immediatamente dopo l’asta sono soggette a

controlli supplementari; con riserva di eventuali errori.

10. I partecipanti aggiudicanti dell’asta hanno l’obbligo di corrispondere

il prezzo finale (prezzo di rilancio e supplemento + IVA) immediatamente

dopo l’aggiudicazione a Lempertz; il pagamento degli aggiudicatari non

presenti che abbiano presentato un’offerta scritta o che siano stati rappresentati,

hanno l’obbligo al pagamento entro 10 giorni dalla data della

fattura. La richiesta per volturare una fattura ad un altro cliente quale offerente

deve venire rilasciata immediatamente dopo la fine dell‘asta. Lempertz

si riserva l‘espletamento della pratica.

11. In caso di ritardo di pagamento vengono calcolati interessi pari a 1%

del prezzo lordo all’inizio di ogni mese. In caso di pagamento in valuta

estera eventuali perdite di valore e spese di riscossione sono a carico

dell’aggiudicatario. Lo stesso vale per gli assegni che saranno considerati

incassati solo in seguito ad avvenuto bonifico sul nostro conto. In caso di

ritardato pagamento Lempertz potrà richiedere il rispetto del contratto

di acquisto o il risarcimento danni in caso di fissazione di una determinata

scadenza per inosservanza. Il risarcimento danni in tal caso può essere

calcolato anche mettendo all’asta nuovamente l’oggetto ed in caso di

prezzo inferiore aggiudicato rispetto a quello precedentemente sarà

richiesto all’acquirente inottemperante di saldare la somma mancante e

di corrispondere le spese sostenuta per la nuova asta incluso il supplemento

previsto.

12. Gli aggiudicatari sono obbligati a prendere possesso l’oggetto immediatamente

dopo l’asta. Il mediatore dell’asta è da ritenersi responsabile degli

oggetti venduti solo in caso di dolo o negligenza. Gli oggetti messi all’asta

saranno tuttavia forniti solo dopo il ricevimento della somma prevista, in

caso di pagamento con assegni solo dopo l’avvenuto accredito. La spedizione

è a carico ed a pericolo dell’aggiudicatario. Lempertz è autorizzato a

custodire ed assicurare gli oggetti a carico e per conto dell’aggiudicatario

quattro settimane dopo l’asta. In caso di custodia da parte di Lempertz

sarà applicato 1% del prezzo di aggiudicazione come spese di assicurazione

e di custodia per oggetto.

13. Luogo d’adempimento e foro competente, se può essere concordato,

è Colonia. È da considerarsi valido il diritto tedesco; le regolamentazioni

CISG non vengono applicate. Nel caso in cui una delle clausole non dovesse

essere applicabile del tutto o in parte, resta invariata la validità delle

altre.

Henrik Hanstein, banditore incaricato da ente pubblico e giurato.


Der versAnD

wird nach Zahlungseingang einem Kölner Spediteur zur

sorgfältigen Erledigung übertragen. Besondere Wünsche,

insbesondere Aufträge zur Transportversicherung, bitten

wir uns mitzuteilen. Telefon +49/(0)221/92 57 29 -19

shipMent

If requested to dispatch any lot or lots on the buyer’s behalf,

Kunsthaus Lempertz will, upon receipt of full payment,

hand over such lot or lots to a Cologne forwarding agent for

careful execution of the shipment. Any special requests in

particular such as concern transport insurance, should be

notified to Kunsthaus Lempertz.

MehrWertsteUer (vAt nr.)

Umsatzsteuer-Identifikations-Nummer (VAT Nr.) von

Kunsthaus Lempertz: DE 122648058.

1 € ≈ 1,39 US $

expOrt

Von der Mehrwertsteuer befreit sind Ausfuhrlieferungen

in Drittländer (d.h. außerhalb der EU) und – bei Angabe

der MwSt.-ldentifikations-Nr. – auch an Unternehmen in

anderen EU-Mitgliedstaaten. Nehmen Auktionsteilnehmer

ersteigerte Gegenstände selber in Drittländer mit, wird

ihnen die MwSt. erstattet, sobald dem Versteigerer der Ausfuhr-

und Abnehmernachweis vorliegen.

Bei Ausfuhr aus der EU sind das Europäische Kulturgüterschutzabkommen

von 1993 und die Unesco Konvention von

1970 zu beachten. Bei Kunstwerken älter als 50 Jahre –

Gemälde ab einem Wert von 150000 Euro, Aquarelle, Gouachen

und Pastelle ab 30000 Euro, Skulpturen ab 50000

Euro – ist eine Genehmigung vom Kulturministerium erforderlich.

Exports to third (i.e. non-EU) countries will be exempt from

VAT, and so will be exports made by companies from other

EU member states if they state their VAT identification

number. Persons who have bought an item at auction and

export it as personal luggage to any third country will be

refunded the VAT as soon as the form certifying the exportation

and the exporter’s identity has been returned to the

auctioneer. Our staff will be glad to advise you on the export

formalities.

Export to lands outside the European Community are subject

to the restrictions of the European Agreement for the

Protection of Cultural Heritage from 1993 and the Unesco

conventions from 1970. Works of art older than 50 years –

paintings worth more than 150000 euros, watercolours,

gouaches and pastel drawings more than 30000 euros,

sculptures more than 50000 euros – require an export

license from the Ministry of Culture.

siGnAtUren SIGNATURES

bei Gemälden, Aquarellen und Zeichnungen sind gewissenhaft

angegeben. Sie sind eigenhändige Hinzufügungen des

Künstlers. Bilder ohne Signatur oder Monogramm können

nicht sicher zugeschrieben werden. – Provenienzangaben

beruhen meist auf Angaben der Einlieferer.

In the case of paintings, watercolours and drawings, signatures

are conscientiously noted. They are additions by the

artists in their own hand. Paintings without signature or

monogram can not be attributed definitely. – Informations

about provenance are often supplied by the consigner.

KAtAlOGBeArBeitUnG

Otmar Plassmann Tel +49221/92 57 29-22

Mariana Mollenhauer de Hanstein 92 57 29-93

Carsten Felgner 92 57 29-75

Takuro Ito 92 57 29-17

altekunst@lempertz.com

Beratung: Willem van de Watering, Kurt Löcher

flights

In addition to Lufthansa (www.lufthansa.com), the following

airlines service the Cologne-Bonn airport (www.koeln-bonnairport.de):

www.germanwings.com, www.airberlin.de

Distance from airport to Lempertz 15 minutes by taxi.

lageplan und Anfahrtsskizze

Zu Lempertz finden Sie unter www.lempertz.de,

gehen Sie auf Kontakt und dann auf Adresse;

wir empfehlen das Aral Parkhaus, Cäcilien Str. 42.

Anlieferung: Kronengasse 1

PHOTOGRAPHIE Saˇsa Fuis Photographie, Köln

DRUCK Grafische Werkstatt Druckerei Gebr. Kopp, Köln


Neumarkt 3

50667 Köln (Germany)

Tel. +49/221/9257290

Fax +49/221/9257296

www.lempertz.com

Aufträge für die Auktion 969 Alte Kunst 20. november 2010

Absentee Bid Form auction 969 Old Masters November 20, 2010

Katalog Nr. Lot Titel (Stichwort) Title Gebot bis zu € Bid price €

Die Gebote werden nur soweit in Anspruch genommen, als andere

überboten werden müssen. Die Aufträge sind bindend, es gelten die

eingetragenen Katalognummern. Das Aufgeld und die Mehrwertsteuer

sind nicht enthalten. Der Auftraggeber erkennt die Versteigerungsbedingungen

an. Schriftliche Gebote sollen einen Tag vor der Auktion

vorliegen. Telefongebote erst ab € 2.000,– möglich.

Name Name

Adresse Adress

Telefon Telephone Fax E-Mail

Evtl. Referenzen und Identifikation bei Neukunden References and identification may be required for new clients

Datum Date Unterschrift Signature

The above listed bids will be utilized to the extent necessary to over-

bid other bids. The bids are binding, the listed catalogue numbers are

valid. The commission and value added tax (VAT) are not included.

The bidder accepts the conditions of sale. Written bids should be

received by at latest the day before the auction. Telephone bidding is

only possible for lots worth more than € 2.000,–.


versAnDAnWeisUnG

Der Versand der ersteigerten Objekte wird auf Ihre Kosten

und Gefahr nach Zahlungseingang auf Ihre Anweisung vorgenommen.

Bei Rückfragen: Linda Kieven

Tel +49/(0)2 21/92 57 29-19

shipping@lempertz.com

Post o.a.

Luftpost

Luft/Seefracht

Spedition

Abholung persönlich

Versicherung (nur zum vollen Rechnungsbetrag)

Bilder unter Glas können nicht mit der Post versandt

werden.

Versand an:

Telefon

Rechnungsempfänger

(wenn abweichend von Versandadresse)

Datum und Unterschrift:

shippinG instrUctiOns

Kunsthaus Lempertz is prepared to instruct Packers and

Shippers on your behalf and at your risk and expense upon

receipt of payment and instructions.

For information: Linda Kieven

Phone +49/(0)2 21/92 57 29-19

shipping@lempertz.com

Surface Mail

Airmail

Air Freight

Sea Freight

Shippers/Carriers

I will arrange collection

Insurance

Pictures framed under glass cannot be sent by mail.

Lots to be packed and shipped to:

Telephone

Charges to be forwarded to:

Date and signature:


filiAlen

BRANCHES

Berlin

Karl-Sax Feddersen

Christine Görlipp M.A.

Irmgard Canty M.A.

Poststraße 22 (Ecke Mühlendamm)

D-10178 Berlin

Tel 030/27 87 60 80

Fax 030/27 87 60 86

berlin@lempertz.com

Brüssel

Nicolas Paszukiewicz

Dr. Hélène Mund

Sébastien Hauwaert

Lempertz AG

Wolstraat 1, rue aux Laines

B–1000 Bruxelles/Brussel

Tel 0032/2/5 14 05 86

Fax 0032/2/5 11 48 24

brussel@lempertz.com

München

Alice Hanstein Mag.

Helen Dalhuisen M.A.

Emmarentia Bahlmann

St.-Anna-Platz 3

D-80538 München

Tel 089/98 10 77 67

Fax 089/21 01 96 95

muenchen@lempertz.com

reprÄsentAnten

REPRESENTATIVES

frankfurt/Main

Dr. Petra von Trott zu Solz

Tel 069/15 05 48 01

Fax 069/15 05 48 03

trott@lempertz.com

new York

Drs. Dieuwke Eijer

Tel 001/917/4 46 75 20

eijer@lempertz.com

schweiz

Nicola Gräfin zu Stolberg

Tel 0041/44/4 22 19 11

Fax 0041/44/4 22 19 10

stolberg@lempertz.com

são paulo

Martin Wurzmann

Tel 0055/11/38 16 58 92

Fax 0055/11/38 14 49 86


17. – 21.

November

2010

Koelnmesse GmbH, Tel. 0180 501 8550*, cofaa@koelnmesse.de

* 0,14 €/Min. aus dem dt. Festnetz, max. 0,42 €/Min. aus dem Mobilfunknetz

www.cofaa.de

Alte Kunst

Moderne Kunst

Angewandte Kunst

Design


Giulio Cesare Procaccini, The Persian Sibyl, oil on canvas, cm 76,2x63,5

Old Master Paintings and Drawings

19th Century Paintings

23rd of November

Exhibition: 18 – 23 November

Auction: Milano, Palazzo Durini,

Via Santa Maria Valle, 2

Opening hours: 10,00am – 6,30pm; Sunday: 3,00pm – 6,30pm

Porro & C. S.p.A.

Piazza Sant’Ambrogio 10 - 20123 Milano; Tel. 02 72094708 Fax. 02 862440

email: info@porroartconsulting.it

www.porroartconsulting.it


Karl OttO Götz. Ohne Titel. 1954. Mischtechnik auf Leinwand, 120 x 150 cm. Schätzpreis: € 50.000 – 70.000,–

LEMPERTZ

abendauKtiOn MOderne und zeitGenössische Kunst

3. Dezember um 19 Uhr

Neumarkt 3 50667 Köln Tel. +49/221/92 57 29-32 Fax -6

contemporary@lempertz.com www. lempertz.com


ernst ludwiG Kirchner. Mädchen in Südwester. 1912. Öl auf Leinwand, 51 x 56 cm. WVZ 246

Ausstellungen: Kunstmuseum Sankt Gallen, 1950; Kunsthaus Zürich, 1952; Kunsthalle Düsseldorf, 1960. Schätzpreis: € 1.500.000 – 1.800.000,–

LEMPERTZ

abendauKtiOn MOderne und zeitGenössische Kunst

3. Dezember um 19 Uhr

Neumarkt 3 50667 Köln Tel. +49/221/92 57 29-27 Fax -6

modern@lempertz.com www. lempertz.com

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