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ABASAGLAR – DAMIT KOMM

ABASAGLAR – DAMIT KOMM ICH KLAR Erleichtern Sie Ihren Patienten den Einstieg in die Basalinsulintherapie. Übersichtlich, einfach und praktisch. Unsere Starthilfe für die Schulung in der Praxis und als Unterstützung für Ihre Patienten zu Hause. Damit der Insulinstart gut gelingt. www.abasaglar.de Jetzt starten mit Bezeichnung der Arzneimittel: Abasaglar® 100 Einheiten/ml Injektionslösung in einer Patrone, Abasaglar® 100 Einheiten/ml Injektionslösung in einem Fertigpen. Zusammensetzung: arzneilich wirksamer Bestandteil: 1 ml Lösung enthält 100 Einheiten Insulin glargin (entsprechend 3,64 mg); Hilfsstoffe: Zinkoxid, Metacresol, Glycerol, Natriumhydroxid, Salzsäure, Wasser für Injektionszwecke. Anwendungsgebiete: Abasaglar® wird zur Behandlung von Diabetes mellitus bei Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern im Alter von 2 Jahren und älter eingesetzt. Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen Insulin glargin oder einen der sonstigen Bestandteile. Nebenwirkungen: Sehr häufig: Hypoglykämie. Häufig: Hautveränderungen an der Injektionsstelle (Lipoatrophie oder Lipohypertrophie); Nebenwirkungen an der Haut und allergische Reaktionen (Reaktionen an der Einstichstelle, z. B. Rötung, ungewohnt starker Schmerz beim Spritzen, Juckreiz, Quaddelbildung, Schwellung oder Entzündung). Selten: Schwere allergische Reaktionen auf Insulin: Großflächige Hautreaktionen (Hautausschlag, Juckreiz am ganzen Körper), starke Haut- und Schleimhautschwellungen (Angioödem), Atemnot, Blutdruckabfall mit schnellem Puls und Schwitzen; dies können Anzeichen einer schweren allergischen Reaktion auf Insulin sein und lebensbedrohlich werden. Sehstörungen: Ausgeprägte Veränderungen der Blutzuckereinstellung können das Sehvermögen vorübergehend beeinträchtigen, bei proliferativer Retinopathie können schwere Unterzuckerungen zu vorübergehendem Verlust der Sehschärfe führen. Vorübergehende Wassereinlagerungen im Körper, die sich als Schwellungen im Bereich der Unterschenkel und Knöchel äußern können. Sehr selten: Störung des Geschmacksempfindens (Dysgeusie), Muskelschmerzen (Myalgie). Nebenwirkungen mit nicht bekannter Häufigkeit: Bildung von Antikörpern gegen körperfremdes Insulin, in seltenen Fällen kann dies Anpassung der Insulindosierung erfordern. Im Allgemeinen sind Nebenwirkungen bei Kindern und Jugendlichen bis zu 18 Jahren ähnlich denen bei Erwachsenen. Über Reaktionen im Einstichbereich (Schmerz an der Einstichstelle, Reaktionen an der Einstichstelle) und Hautreaktionen (Ausschlag, Nesselsucht) wurde bei Kindern und Jugendlichen bis zu 18 Jahren relativ häufiger berichtet als bei Erwachsenen. Daten zur Sicherheit aus klinischen Prüfungen liegen für Kinder unter 2 Jahren nicht vor. Zulassungsinhaber: Eli Lilly Regional Operations GmbH, Kölblgasse 8–10, 1030 Wien, Österreich; Ansprechpartner in Deutschland: Lilly Deutschland GmbH, Werner-Reimers-Str. 2–4, D-61352 Bad Homburg. Verschreibungspflichtig. Stand: Mai 2015 DE/BIV/00227

diabeteszeitung · 2. Jahrgang · Nr. 5 · 23. Mai 2017 Forum Literatur 31 Angriff auf die vegetativen Nerven Wenn die inneren Organe von Neuropathien betroffen sind ANN ARBOR. Die autonome diabetische Neuropathie (ADN) findet mitunter zu wenig Beachtung. In einem aktuellen Positionspapier gibt die American Diabetes Association (ADA) nun einen umfassenden Überblick. Kardiale autonome diabetische Neuropathie Am besten untersucht und von großer klinischer Bedeutung ist die kardiale autonome diabetische Neuropathie (KADN). Deren Prävalenz steigt mit der Krankheitsdauer. So findet sie sich nach 15 Jahren bei bis zu 60 % der Typ-2-Diabetes-Patienten. Die Beteiligung des Herzens stellt einen unabhängigen Risikofaktor für kardiovaskuläre Mortalität, Arrhythmien, stumme Ischämien und schwerwiegende kardiovaskuläre Ereignisse dar. Daher hat die frühe Entdeckung große Bedeutung. Hinsichtlich Screening und Diagnostik rät die ADA Folgendes: • Bei mikrovaskulären und neuropathischen Komplikationen sowie Wahrnehmungsstörungen bei einer Hypoglykämie nach Zeichen und Symptomen einer autonomen Neuropathie suchen. • Bei Hinweisen auf eine KADN Begleiterkrankungen oder Nebenwirkungen bzw. Interaktionen von Medikamenten ausschließen, die die Erkrankung nachahmen könnten. Die häufigsten Symptome treten im Stehen auf – Benommenheit, Atypische diabetische Neuropathien Als atypische Formen diabetischer Nervenschäden nennt die ADA: • Mononeuropathien: Sie treffen vornehmlich die Medianus-, Ulnaris-, Radial- oder Peroneusnerven, selten auch die Hirnnerven III, IV, VI und VII. Kompressionssyndrome können eine chirurgische Intervention erforderlich machen. • Diabetische Radikuloplexus- Neuropathie: typischerweise am lumbosakralen Plexus. Die Patienten klagen über extremen einseitigen Oberschenkelschmerz und Gewichtsverlust, gefolgt von motorischer Schwäche. Die Erkrankung verläuft in der Regel selbstlimitierend. • Behandlungsinduzierte Neuropathie: auch als „Insulinneuritis“ bekannt. Diese Small-Fiber-Störung wird durch eine abrupte Besserung der glykämischen Kontrolle ausgelöst, vor allem, wenn sie vorher sehr schlecht war. Schwäche, Palpitationen, Ohnmachtsgefühl und Synkopen. Der Patient sollte nach diesen Beschwerden gefragt werden, die allerdings oft recht spät im Krankheitsverlauf auftreten. Im Frühstadium kann die KADN asymptomatisch sein und nur durch den Nachweis einer reduzierten Herzfrequenzvariabilität bei tiefer Atmung identifiziert werden. Eine weiter fortgeschrittene kardiale Neuropathie führt dann oft zu »Gezielt nach Völlegefühl und Übelkeit fragen« Die ADN wirkt sich auf unterschiedliche Organe aus. Foto: Science Photo Library/Pixologicstudio Ruhe tachykardie (> 100/min), Belastungsintoleranz oder orthostatischer Hypotonie. Die Behandlung konzentriert sich auf die Symptomlinderung und richtet sich nach der jeweiligen klinischen Manifestation: z.B. Gabe von Flüssigkeit und Salz oder niedrig dosiertem Fludrocortison bei orthostatischer Hypotonie. Hilft das nicht, kommt das Alpha-Sympathomimetikum Midodrin infrage. Gastrointestinale autonome Neuropathie Diabetische Nervenschäden manifestieren sich auch häufig am Magen-Darm-Trakt – und zwar in jedem Abschnitt. Zu den möglichen Folgen der gastrointestinalen autonomen Neuropathie gehören z.B. ösophageale Motilitätsstörung, Gastroparese, Obstipation, Durchfall oder Stuhlinkontinenz. Die Gastroparese kann sich direkt auf das Glykämie-Management auswirken (Dosierung von Insulin oder anderen Antidiabetika) und die Ursache für Glukosevariabilität und unerklärliche Hypoglyk ämien sein. Betroffene berichten über Beschwerden wie frühes Sättigungs- bzw. Völlegefühl, Blähungen, Übelkeit, Erbrechen und Bauchschmerzen. Die ADA rät, sich gezielt danach zu erkundigen – insbesondere bei gleichzeitiger diabetischer Neuropathie, Retinopathie oder Nephropathie. Die diabetische Nervenschädigung kann alle Abschnitte des Magen- Darm-Traktes betreffen und – wie hier gezeigt – zur Obstipation führen. Foto: thinkstock Sexualfunktion Neben Herz und Magen/ Darm beeinträchtigt der gestörte Stoffwechsel nicht selten die Urogenitalregion. Bei Männern manifestiert sich das z.B. als erektile Dysfunktion (ED) oder retrograde Ejakulation. Eine ED tritt bei Zuckerkranken dreimal häufiger auf als bei Nichtdiabetikern – allerdings nicht zwangsläufig als Folge einer autonomen Neuropathie, denn ihre Ätiologie ist multifaktoriell. Daher sollten Sie auch auf andere Risikofaktoren wie Hypertonie, Hyperlipidämie, Adipositas, Rauchen, kardiovaskuläre Erkrankungen sowie auf psychische Einflüsse achten. Bei Typ-1-Diabetikern ergaben Studien eine Assoziation zwischen guter Blutzuckerkontrolle und geringerer ED-Inzidenz, bei Typ-2-Diabetes ist die Evidenz weniger stark. Sexuelle Funktionsstörungen wie reduzierte Libido und Schmerzen beim Geschlechtsverkehr sind auch bei weiblichen Zuckerkranken keine Seltenheit. Blasenfunktion Die autonome diabetische Neuropathie am Urogenitaltrakt kann darüber hinaus zu Blasendysfunktion und Harninkontinenz führen. Bei allen Patienten, die an rezidivierenden Harnwegsinfektionen, Pyelonephritis oder Inkontinenz leiden, sollte man daher die Blasenfunktion untersuchen. Sudomotorik Sudomotorische Dysfunktionen zählen ebenfalls zu den möglichen Folgen der autonomen Neuropathie. Sie präsentieren sich u.a. durch trockene Haut, Anhidrose, Hitzeintoleranz oder – selten – durch gustatorisches Schwitzen. AW/abr Pop-Busui R et al. Diabetes Care 2017; 40: 136–154

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