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Jahresbericht 2013

Dies ist der Jahresbericht des Jahres 2013

12 Das Jahr

12 Das Jahr 2013 A Gewalt gegen Frauen Frauen mit Behinderungen Schutz vor Gewalt ist ein Menschenrecht Wenn es um körperliche oder sexuelle Übergriffe geht, sind Frauen mit Behinderung besonders gefährdet: Mehr als die Hälfte von ihnen erleidet im Laufe ihres Lebens körperliche, jede Dritte erfährt sexualisierte Gewalt. Gemeinsam mit dem Weibernetz e.V. setzt sich der Deutsche Frauenrat für einen besseren Schutz der Betroffenen und für mehr Frauenbeauftragte in den Einrichtungen der Behindertenhilfe ein. Women with disabilities Protection against violence is a human right A study by scientists at Bielefeld University has shown that more than half of women with disabilities suffer physical violence in their lifetimes, and one in three experience sexualized violence. This means that women with disabilities are about twice as likely to face violence as women in general. Together with Weibernetz e.V., a lobbying group for women with disabilities, the Deutscher Frauenrat is working to achieve better protection for those affected. Thus far female employees with learning difficulties at 16 facilities have been trained to serve as spokespersons for women’s concerns, with plans underway to qualify more. The Bielefeld study also points to structural violence in residences and workplaces for people with disabilities. Some 40 percent of women with so-called mental disabilities live in facilities without lockable bathrooms or toilets. Single rooms are still not standard, and often the women may not even participate in room-sharing decisions. Weibernetz is therefore calling for binding measures to prevent violence at all facilities for people with disabilities. It has drawn up a comprehensive checklist to provide residences and workplaces with a guide on how to approach (sexualized) violence. This includes preventive measures such as developing a code of conduct for all employees and volunteers, as well as recommendations on what to consider if violence is suspected. With a view to women with disabilities who have experienced violence, the DF is calling for suitable strategies to be developed in the healthcare sector – after all, protection against violence is a human right. Als politische Interessenvertretung behinderter Frauen macht sich Weibernetz bereits seit einiger Zeit dafür stark, Frauen mit Lernschwierigkeiten so zu schulen, dass sie in Werkstätten und Wohnheimen die Aufgabe von Frauenbeauftragten wahrnehmen können. Mit Erfolg: Bisher konnten Mitarbeiterinnen aus 16 Einrichtungen ausgebildet werden; nun sollen in zehn Bundesländern weitere Multiplikatorinnen qualifiziert werden. »Frauenbeauftragte in Einrichtungen sind nicht nur ein Beitrag zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention, sondern sie können auch ein neues und wirksames Instrument zur Gleichstellung und zur Prävention und Intervention von Gewalt gegen Frauen mit Behinderung sein«, so das Weibernetz. Tatsächlich sind behinderte Frauen etwa doppelt so häufig körperlichen und sexuellen Übergriffen ausgesetzt wie Frauen im Bevölkerungsdurchschnitt. Das belegen Ergebnisse einer repräsentativen Studie, die WissenschaftlerInnen der Universität Bielefeld 2011 im Auftrag des Bundesfrauenministeriums durchgeführt haben. Die Studie zeigt zudem strukturelle Gewalt in Wohnheimen und Werkstätten für Menschen mit Behinderung auf: So können vierzig Prozent der Frauen, die wegen einer sogenannten geistigen Behinderung in einer Einrichtung leben, ihre Wasch- und Toilettenräume nicht abschließen. Einzelzimmer sind noch immer kein Standard, häufig können die Frauen nicht einmal mitbestimmen, mit wem sie zusammenwohnen. Weibernetz mahnt deshalb verbindliche Maßnahmen zum Schutz vor Gewalt in allen Einrichtungen der Behindertenhilfe an. »Angesichts der hohen Gewaltbetroffenheit von Frauen mit Behinderung müssen sämtliche Einrichtungen verpflichtet werden, Präventions- und Interventionsmaßnahmen vorzuhalten«, fordert Martina Puschke, Projektleiterin im Weibernetz. »Das fängt beim Beschwerdemanagement an bis hin zum Reflektieren von Machtstrukturen, dem Vorhalten von Frauen als Pflegekräften, wenn der Wunsch besteht, und einer festgelegten Vorgehensweise bei Verdachtsfällen von Gewalt.« Als Arbeitshilfe legt die Interessenvertretung eine umfangreiche Checkliste vor, mit deren Hilfe die Einrichtungen einen Leitfaden zum Umgang mit (sexualisierter) Gewalt erarbeiten können. Sie umfasst präventive Maßnahmen wie die Erarbeitung eines Verhaltenskodexes für alle MitarbeiterInnen ebenso wie Hilfestellungen, was bei der Klärung entsprechender Verdachtsfälle zu beachten ist. Der Deutsche Frauenrat fordert mit Blick auf von Gewalt betroffene Frauen mit Behinderung die Entwicklung von angemessenen Konzepten im Bereich Gesundheitsversorgung – der Schutz vor Gewalt ist schließlich ein Menschenrecht. »Vonseiten der Kostenträger war es nie ein Problem, Mindeststandards beim Bau von Einrichtungen einzuführen. Aber Einrichtungen zu verpflichten, alles zu tun, um das Menschenrecht zum Schutz vor Gewalt zu garantieren, ist noch kein Standard«, kritisiert Puschke. »Dabei kann inzwischen niemand mehr sagen, nichts von Gewalt gegen Menschen mit Behinderung zu wissen.« Die Checkliste zur Erstellung eines Leitfadens zum Umgang mit (sexualisierter) Gewalt finden Sie unter bit.ly/1g2O1JE.

Das Jahr 2013 A Gewalt gegen Frauen 13 »Vielfalt ist schön«: Vertreterinnen von DF-Mitgliedsverbänden auf einer Anti-Sexismus-Demo am 1. September 2013 in Berlin “Diversity is beautiful”: Representatives of DF member organizations at an anti-sexism demonstration on 1 September 2013 in Berlin Sexismus in der Werbung Wer entscheidet, was Diskriminierung ist? Was ist frauenfeindlich? Wenn es um kommerzielle Werbung geht, entscheidet darüber der Deutsche Werberat: Fast die Hälfte der Beschwerden betrifft dieses Thema. Bei einer Fachtagung am 16. Oktober mahnte der Deutsche Frauenrat erneut die Mitverantwortung der Werbe wirtschaft, mehr Sachkompetenz und eine paritätische Besetzung des Werberates an. Bereits am 1. September hatte der DF an einer großen Anti-Sexismus-Demonstration vor dem Brandenburger Tor teilgenommen, zu der die feministische Initiative Pinkstinks aufgerufen hatte. Deren Geschäftsführerin Stevie Schmiedel schlug in ihrer Ansprache einen Bogen von sexistischer Werbung zu sexualisierter Gewalt: »Wir werden zu Gegenständen gemacht. Das ist der Ursprung für Gewalt. Sie beginnt in den Köpfen.« Statt entsprechende Bilder abzumahnen, werden diese vom Werberat jedoch oft mit der Begründung verteidigt, sie wären ironisch gemeint oder arbeiteten »mit einem Augenzwinkern«. Dagegen unterzeichneten im Sommer 16.000 UnterstützerInnen, darunter der DF, eine Petition. Ihr Ziel: Nicht das Konstrukt eines »verständigen Durchschnittsverbrauchers«, sondern die Perspektive von Kindern soll künftig ausschlaggebend für eine Abmahnung werden. An der Fachtagung des Deutschen Werberates am 16. Oktober nahmen die stellvertretende DF-Vorsitzende Mona Küppers sowie Sylvia Dieckhoff vom Berufsverband der Haushaltsführenden, Irmingard Schewe-Gerigk, Vorsitzende von Terre des Femmes, und Stevie Schmiedel von Pinkstinks teil. Dabei ging es um eine Verständigung mit dem Selbstkontrollgremium darüber, was sexistische Werbung ist und wie man sie bekämpft. »Wer entscheidet eigentlich hier, was Diskriminierung ist?«, fragte Küppers, »worin besteht Ihre Expertise?« Derzeit treffen zehn Männer und drei Frauen die Entscheidung für oder gegen eine Abmahnung. Mit ihrer Forderung nach einer geschlechterparitätischen Besetzung des Gremiums stieß Küppers auf ein positives Echo. In der folgenden Diskussion ging es um die Frage, ob ein gesetzliches Verbot von Werbung gegen die Meinungsfreiheit verstieße. Einig waren sich alle Anwesenden darin, dass auch in der Werbung Wertschätzung für Frauen transportiert werden müsse. Irmingard Schewe-Gerigk betonte, dass dort, wo Frauen Wertschätzung erführen, Gewalt zurückgehe. Sexist advertisements Who decides what discrimination is? The German Advertising Standards Council (Deutscher Werberat) decides whether business ads in Germany are sexist. This selfregulating body in the advertising sector can admonish companies that use discriminatory ads. Nearly half of the complaints the Werberat receives refer to misogyny. Instead of admonishing companies, however, its board often defends sexist images and texts by claiming that they are meant ironically or “tongue in cheek”. A petition was launched against this, with 16,000 signatures of support including that of the DF. It aims to change the reference point for issuing admonishments from that of a supposed “average consumer” to that of a child. The DF and the Werberat held a joint conference on October 16, also attended by representatives of other NGOs that work for women’s rights. The point was to reach an understanding with the Werberat about what sexist ads are and how to combat them. Currently ten men and three women sit on the board that decides whether ads are sexist or discriminatory. DF Vice President Mona Küppers’ call for gender parity among the Werberat’s members was received positively. Subsequent discussion centered around whether legal prohibitions on ads would constitute censorship and thus violate freedom of expression. All those present were in agreement that advertising is not exempt from the need to convey respect for women.

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