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profi-6-2017

Fahrbericht Lindner

Fahrbericht Lindner Unitrac 112 LDrive: Stufenlos den Berg hinauf Schon vor mehr als 20 Jahren (profi 1/1997) haben wir über den Unitrac von Lindner erstmals berichtet. Seitdem hat sich bei den österreichischen Bergspezialisten viel getan. Neustes Projekt ist der Unitrac 112 LDrive mit 80 kW/109 PS und stufenlosem Getriebe. Hubert Wilmer Eigentlich war es nach der Vorstellung des Lintrac mit stufenlosem Getriebe (profi 12/2013) nur noch eine Frage der Zeit, bis auch der Unitrac mit dem Getriebe kommen würde. Nachdem der Unitrac 112 LDrive in 2016 Premiere feierte, startet jetzt die Serienproduktion des stufenlosen Transporters. Anders als die kleineren Unitrac-Modelle mit 76 bis 102 PS und Perkins-Vierzylinder mit 3,4 l Hubraum hat der Unitrac 112 ein Aggre gat von VM. Der italienische Motorenhersteller gehört zu FPT und liefert einen 3-l-Vierzylinder mit 80 kW/109 PS. Dank DPF-, DOC- und SCR-Katalysator erfüllt das Aggregat die Abgasstufe IV bzw. für den Kommunalbereich die Euro-6-Norm. Genau den gleichen Motor hat auch das bisherige Topmodell der Baureihe, der Unitrac 102 S. Doch statt eines Schaltgetriebes mit 16/16 Gängen (bzw. 20/20 plus Superkriechgang) sitzt unter der hydraulisch und werkzeuglos kippbaren Kabine jetzt das stufenlose Getriebe Terramatic TMT09, welches Lindner zusammen mit ZF-Steyr schon für den Lintrac entwickelt hat. Um die kurzen Fahrzeugüberhänge halten zu können, musste der Radstand des Unitrac allerdings von 2,60 auf 2,75 m verlängert werden, und auch das Leergewicht ist von knapp 3 t auf fast 3,5 t angestiegen. Nicht zuletzt dank eines neuen Bremssystems samt Federspeicher konnte allerdings auch das zulässige Gesamtgewicht von 8,5 auf 9,5 t erhöht werden. So steigt die Nutzlast Das stufenlose Getriebe ist im Vergleich zum Lintrac um 90° gedreht eingebaut. Die komplette Hydraulik samt Auspuffanlage sitzt an der Kabinenrückwand. Fotos: Wilmer, Werk beim Unitrac 112 LDrive auf gut 6 t. Und wem der Aufbauraum noch zu klein ist, der kann auch den neuen Unitrac mit einem um 50 cm verlängerten Radstand bekommen. Doch zurück zum Highlight des neuen Unitrac: dem Getriebe (das im Vergleich zum Lintrac übrigens um 90° seitlich gedreht eingebaut ist). Um den mechanischen Anteil des leistungsverzweigten Antriebes hochzuhalten, folgt der Summierungseinheit ein Doppelkupplungsgetriebe mit zwei Vorwärtsstufen (0 bis 20 und 20 bis 50 km/h) und einer Rückwärtsstufe (0 bis 20 km/h). Damit beschleunigt der Unitrac bis 43 km/h (bei 1 600 U/min) bzw. 53 km/h (bei 2 100 U/min). Mit dem großen Drehknopf „LDrive“ und drei Funktionstasten auf der verstellbaren Armlehne können Fahrstrategie, Auflösung des Fahrpedals und Tempomat aktiviert werden. Zur Wahl stehen vier Fahrmodi: Der „Drive Modus“ ist immer nach dem Motor- Der italienische VM-Vierzylinder leistet 80 kW/109 PS und erfüllt dank DOC-, DPF- und SCR-Kat die Abgasstufe IV bzw. Euro 6. Er sitzt sehr gut zugänglich unter der hydraulisch kippbaren Kabine. profi 6/2017 38 www.profi.de

online Video start aktiv. Man fährt per Fahrpedal, Motor und Getriebe stellen sich automatisch ein. Der „Eco Modus“ eignet sich besonders für den Transport, die Motordrückung steht auf kraftstoffsparenden 30 %. Im „Power Modus“ geht die Motordrehzahl unter Last nur um 20 % zurück — für volle Leistung! Der „Pro Modus“ bietet dagegen sowohl eine einstellbare Motordrückung als auch die Wahl der Drehzahlabsenkung bei Teillast. Die Tempomat-Geschwindigkeit kann man entweder im IBC-Terminal (leider ohne Touchscreen) oder durch längeres Drücken der Aktivierungstaste speichern — prima! Schade, dass es nur einen Speicherplatz gibt. Uns hat allerdings das Fehlen des „aktiven Stillstands“ mehr gestört. Wie der Lintrac fährt auch der Unitrac nach Vorwahl der Fahrtrichtung mit 0,4 km/h. Lindner will damit verhindern, dass man das Fahrzeug im aktiven Stillstand verlässt. Aufgrund des bereits angesprochenen Federspeichers im Mit 6 l/h brauchte der stufenlose Unitrac im Winterdienst in der Gemeinde Kundl rund 1 l/h weniger als der mit Schaltgetriebe — bei mehr Fahrkomfort! Die Kabine bietet einen bequemen Arbeitsplatz für Fahrer und Beifahrer. Die Bedienung ist identisch mit der vom Lintrac. Hydraulisch gefederte Einzelradaufhängung samt Allradlenkung machen den Unitrac zum Spezialisten auch am Hang. Unitrac ist hier zukünftig aber sicher noch eine elegantere Lösung möglich. Schon jetzt kann man zumindest durch leichtes „Antippen“ des Bremspedals die Stillstandsregelung aktivieren. Und auch die Verzögerung, wenn man den Fuß vom Fahrpedal nimmt, hat Lindner noch optimiert, um auch am Hang jederzeit sicher unterwegs zu sein. Stichwort Hang: Der Unitrac ist für die Landwirtschaft am Berg konzipiert. Das beweisen (innen belüftete) Scheibenbremsen oder die optionale Wirbelstrombremse Datenkompass Lindner Unitrac 112 LDrive ... lesen Sie diesen und viele weitere Motor Artikel 80 kW/109 PS, 4 Zylinder, 2 970 cm komplett in der aktuellen profi 3 Hubraum, Ausgabe. VM Motori mit CommonRail, DPF-, DOC- und SCR-Kat für Abgasstufe IV bzw. Euro 6, 100 l Diesel plus 20 l AdBlue Getriebe Bestellen Sie jetzt Ihr kostenloses Probeheft oder ein Abo von profi kostenloses Probeheft bestellen Abonnement bestellen 0 bis 43 bzw. 53 km/h, stufenlos leistungsverzweigt mit lastschaltbarer Wendeschaltung, TMT09 von ZF-Steyr mit zwei automatisch wechselnden Fahrbereichen, Zapfwelle hinten 540/1 000 min -1 , vorne 1000 Hydraulik Axialkolbenpumpe mit 88 l/min, 35 l entnehmbar, 2 x dw vorne, 2 x dw plus 1 x ew hinten, alle mit Zeit-/Mengensteuerung Abmessungen/Gewichte 5,07 bzw. 5,57 m lang, 2,08 m breit, 2,47 m hoch; Bereifung 4 x 285/70 R 19.5 (Serie); 3 475 kg leer, 9,5 t zul. Gesamtgewicht Preis 166 770 € plus MwSt. in Erstedition Herstellerangaben genauso, wie das hydraulisch-gefederte Fahrwerk mit Einzelradaufhängung. Und dank Vierrad-Lenkung bleibt trotz des längeren Radstands der Wendekreis laut Lindner unter 7 m. Und genau diese Wendigkeit macht den Unitrac auch so beliebt beim Universaleinsatz in Kommunen zum Kehren, Schnee räumen, Salz streuen usw. Hier knüpft auch das „Trac Link“-System von Lindner an. Damit erkennt der Unitrac per RFID-Chip vorher damit ausgestattete An-/ Aufbaugeräte und gibt dem Fahrer Hinweise z. B. zum Kuppeln der Ölschläuche. Gleichzeitig übernimmt „Trac Link“ dank Telemetrie die Dokumentation und führt ein „elektronisches Fahrtenbuch“, das übers Internet eingesehen werden kann. Genauso lässt sich vom Rechner aus die Einsatzplanung sowie die Flächen-/Kundenverwaltung machen. Damit wären wir beim letzten Punkt: den Preisen. Los geht es in Grundausstattung mit knapp 140 000 Euro (ohne MwSt.). In einer „Erstedition“ bietet Lindner den Unitrac L112 alternativ in ziemlich kompletter Ausstattung mit Allradlenkung, 88-l/min- Axialkolbenpumpe mit fünf Steuergeräten (samt Zeit-/Mengensteuerung) sowie dem „TracLink“-System mit drei Jahren Garantie für 166 770 Euro. profi 6/2017 39 www.profi.de