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FernUni-Jahrbuch 2016

Aufstieg durch Bildung:

Aufstieg durch Bildung: Von der Öffnung zur Durchlässigkeit Deutschland bemüht sich, den Bildungsaufstieg zu ermöglichen: Die Zahl der jungen Menschen ohne Schulabschluss sinkt, der Anteil der Studierenden steigt stetig, und die Bereitschaft zur Weiterbildung liegt auf sehr hohem Niveau. Denn Bildung sichert sozialen Aufstieg und Teilhabe am Leben für Einzelne sowie den wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Erfolg des Landes. Damit Bildung allen zugänglich ist, sollte das Bildungssystem durchlässig sein und gerade auch angesichts des demografischen Wandels individuelle Bildungschancen eröffnen. Eine stärkere Verzahnung von beruflicher und akademischer Bildung rückt in den Fokus. Über 100 Hochschulen beteiligt Um die Bildungsgerechtigkeit weiter zu verbessern, hat der Bund gemeinsam mit den Ländern einen Wettbewerb als Teil einer Qualifizierungsinitiative initiiert: „Aufstieg durch Bildung: offene Hochschulen“. Ziel ist es, Konzepte an Hochschulen zu fördern, die berufsbegleitendes Studieren und lebenslanges wissenschaftliches Lernen ermöglichen – vor allem etwa für Berufstätige, Personen mit Familienpflichten sowie Berufsrückkehrerinnen und Berufsrückkehrer. Das heißt: Akademisches Wissen soll stärker mit dem Wissen aus der Berufs- und Erfahrungswelt verschränkt werden. Wer neben einem Beruf studiert, braucht praxisnahe und handlungsorientierte Inhalte. Was bedeutet das für die Entwicklung und Gestaltung von Lehr- und Lernformaten? Wie können Lehrende ihre Expertise im Hinblick auf heterogene Zielgruppen ausbauen? Wie lassen sich berufsbegleitende Studiengänge und -module strukturell nachhaltig implementieren? Um die insgesamt 73 geförderten Projekte in solchen Fragen zu beraten und zu unterstützen, hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) die FernUniversität in Hagen gemeinsam mit der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, der Technischen Universität Dortmund und dem Gemeinnützigen Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) von März 2016 bis Juni 2019 mit der wissenschaftlichen Begleitung des Wettbewerbs beauftragt. Die Gesamtleitung haben Prof. Dr. Uwe Elsholz und Dr. Eva Cendon aus dem Lehrgebiet Lebenslanges Lernen an der Fern- Universität in Hagen sowie Rektorin Prof. Dr. Ada Pellert im ersten Jahr. Prof. Dr. Uwe Elsholz im Gespräch

„Die FernUniversität besitzt eine hohe Expertise im Umgang mit dieser Studierendengruppe ...“ Aufgaben und Ziele der wissenschaftlichen Begleitung Prof. Dr. Uwe Elsholz überprüfen, wie nah wir mit unseren wissenschaftlichen Fragestellungen an der Praxis sind“, beschreibt Cendon diese Wechselwirkung innerhalb des Wettbewerbs. Neben der wissenschaftlichen Beratung und Begleitung identifiziert das Team auch Herausforderungen und Barrieren auf der einen sowie Chancen und Potenziale auf der anderen Seite, die in den entwickelten Formaten an den beteiligten Hochschulen stecken. „Daraus ergeben sich Vorschläge, wie Lebenslanges Lernen an Hochschulen auf der hochschulpolitischen, der organisationalen und hochschuldidaktischen Ebene verankert werden kann“, fasst Elsholz zusammen. „Die Hochschulen sollen sich durch innovative Formate für neue Zielgruppen öffnen – insbesondere für beruflich Qualifizierte“, sagt Uwe Elsholz, der zu beruflicher Bildung forscht. „Die FernUniversität besitzt eine hohe Expertise im Umgang mit dieser Studierendengruppe, unsere Erfahrungen stützen sich auch auf entsprechende Forschungsprojekte.“ In dem Projekt sind die Bereiche akademische und berufliche Bildung als zentrale Bausteine miteinander verknüpft. Der Wissenschaftler bringt seine Expertise aus dem Berufsbildungssystem ein. Daran knüpft Dr. Eva Cendon als Hochschulforscherin an, die Expertin für wissenschaftliche Weiterbildung ist. Darüber hinaus beobachtet und erforscht das gesamte Team der wissenschaftlichen Begleitung aus unterschiedlichen Perspektiven die nationalen sowie internationalen Entwicklungen des Lebenslangen Lernens an Hochschulen. Die Analysen fließen wieder in die Konzepte und Projekte an den geförderten Hochschulen ein. „So können wir für unsere eigene Forschung Ergebnisse bündeln Die Ergebnisse und Erfahrungen, die im Rahmen der wissenschaftlichen Begleitung gesammelt werden, sollen neben einschlägigen wissenschaftlichen Beiträgen in Form von Handreichungen und Beispielen guter Praxis veröffentlicht werden. „Wir haben dabei sowohl Programmentwicklerinnen und -entwickler sowie Lehrende als auch Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Blick“, so Cendon. „Nutzbar ist es für alle, die an der Entwicklung und Durchführung von innovativen Studienprogrammen beteiligt sind.“ Über den Wettbewerb hinaus können die Ergebnisse und Erfahrungen auch einen wichtigen Beitrag zur Profilbildung von Hochschulen leisten, wenn sie Lebenslanges Lernen als Leitlinie aufnehmen – und so die Durchlässigkeit des universitären Bildungssystems erhöhen. 15 FORSCHUNG