Aufrufe
vor 1 Jahr

blu Juni 2017

10 BÜHNE INTERVIEW

10 BÜHNE INTERVIEW LUDWIG OBST „will nach dem Sex einfach schlafen“ FOTO: ANDREA GÅLAD / WWW.ANDREAGALAD.TUMBLR.COM Der gebürtige Münchner und Wahlberliner Ludwig (25) ist nicht nur knackig wie sein Nachname, sondern war auch schon der Spaßvogel Papageno in Mozarts Zauberflöte, singt lieber am Bahngleis als unter der Dusche und will nach dem Sex einfach schlafen. Deine Karriere begann im Tölzer Knabenchor. Welche Erinnerungen hast du noch daran? Am meisten erinnere ich mich an die Konzertreisen und Auftritte. Die musikalische Grundausbildung, das Stilgefühl und die Bühnenerfahrung sind natürlich positive Nebeneffekte gewesen. Nach dem Stimmbruch und eigentlich erst mit Beginn meines Gesangsstudiums habe ich angefangen, diese Dinge zu reflektieren. Die Stimme und der Körper entwickeln sich ständig weiter. Man lernt eigentlich, ein zweites Mal zu singen, und das kann mühsam sein. Da hilft nur Geduld. Heute hast du den Stimmbruch längst gemeistert und singst als Bariton. Auch unter der Dusche? Auch nach dem Sex? Unter der Dusche singe ich lustigerweise nie. Das liegt aber vielleicht daran, dass ich morgens meistens spät dran bin. Dafür ertappe ich mich oft dabei, dass ich zum Beispiel beim Auf-die-Bahn-Warten vor mich hin singe, was sogar in Berlin manchmal für irritierte Blicke sorgt. Die Laute beim Sex würde ich eher nicht als klassischen Gesang definieren, und danach will ich meistens nur schlafen. Du warst zuletzt in London. Was hast du dort getrieben? Ich habe ein Jahr in London studiert, bin auf eine renommierte Schule gewechselt, musste aber schnell einsehen, dass ich mich dort nicht wirklich wohlfühle. Es ist sehr teuer und eng. Das Geld ist der dominierende Faktor jedes Handelns dort und bestimmt auch die Kunstszene. Kunst wird – sehr viel mehr als in Berlin – nach ihrem Geldwert beurteilt. Es geht mehr um Vermarktung als um künstlerische Eigenständigkeit und Hinterfragen. Ich habe Berlin sehr vermisst, vor allem meine Freunde, meine Wohnung im Nordkiez, das Nachtleben, die Entspanntheit, die ganz verschiedenen Lebens- und Denkweisen, die Offenheit und der Experimentierwille, auch in der Kunst-, Musik- und Theaterszene. Ich fühlte mich ziemlich eingeengt und bin deswegen nach einem Jahr wieder zurückgekehrt. Auf welcher Bühne kann man dich als nächstes sehen und hören? Diesen Sommer trete ich mit dem befreundeten Ensemble „Kamerata Obskura“ bei zwei Techno-Festivals auf, die ihr Angebot erweitern und den Besuchern ein klassisches Konzert bieten wollen. Mit demselben Ensemble trete ich auch regelmäßig in Klubs wie dem Kater Blau auf. Es ist mir ein großes Anliegen, klassische Musik jungen Hörern nahezubringen und sie an unüblichen Orten aufzuführen. – Danach steht mit dem Ensemble „I Confidenti“ in Berlin und Umgebung ein szenisches Projekt mit Musiken von Monteverdi und Schütz an. Und in der Zwischenzeit bereite ich mich auf Vorsingen vor. Das, was man als junger Sänger halt so macht … *Interview: Dennis Stephan www.ludwigobst.de SAVIGNYPLATZ 7-8 10623 BERLIN 030-318.64.711 www.habitare.de Mo. bis Fr. 10 -20 Uhr I Sa. 10 - 18 Uhr Kommode Ambio 3.181,-* Ausgefallenes Sideboard aus Massivholz In verschiedenen Größen und vielen Hölzern bestellbar. z.B. Assnussbaum B 200 H 80 t 46cm

STADTGESPRÄCH 11 FOTO: HOLGER DIEDRICH TANZ Performing Arts Festival Berlin Das Unterbewusstsein transsexueller Menschen ist Thema einer Choreographie von Clébio Oliveira. An sechs Tagen zeigt sich die ganze Fülle an Kreativität und Kunst der schönen Hauptstadt. Von Schauspiel über Tanz und Performance bis hin zu Musik-, Puppen- und Figurentheater ist alles dabei, was dich zu einem besseren Menschen macht (im Idealfall). 120 Künstler und Künstlerinnen sowie Gruppen aus den unterschiedlichen Bereichen der darstellenden Kunst wirken mit ihren Arbeiten an fast sechzig Spielstätten und Orten in ganz Berlin. Mit dabei sind unter anderem die Neuköllner Oper und das Ensemble Adapter, Nico and the Navigators, Dirty Granny Tales, post theater, das Ballhaus Ost, das HAU Hebbel am Ufer, die Sophiensæle, und eben Clébio Oliveira. *rä 13. – 18.6., Performing Arts Festival Berlin, www.performingartsfestival.de, Termine Clébio Oliveira: Premiere 15.6. um 19 Uhr im DOCK11, weitere Aufführungen: 16.,17. und 18.6., ebenfalls 19 Uhr KONZERT Pilocka Krach: live und entfesselt Das klingt so richtig nach einem Sommer in Kreuzkölln: multikulti, groovend, entspannt und trotzdem partytauglich. Am 10.6. live im Lido. Ganz nah an der queeren Szene-Kultbar Barbie Deinhoff’s wird am 10. Juni Pilocka Krach ihr Album „Sugar Cane & The Lost Amigos“ präsentieren – und sicherlich auch feiern. Als „Berliner Post Rave Elektro. Druckvoll, funky, provokant, dreckig, lustig“ wird ihre Musikkunst beschrieben, und ja, dem können wir uns nur anschließen. Eine Chance für das Lido, einmal mehr so richtig queer durch die Decke zu gehen! Unsere Anspieltipps auf dem Album sind „Clarita’s Song“, „One Day Left (I Would Not Dress)“ und „Dogs Are In The House“ – den Rest lass du dann mal gerne live auf dich wirken. *rä www.pilockakrach.com www.greatest-hits-international.com www.facebook.com/pilockakrach www.soundcloud.com/pilocka KLUBMUSIK #berlinermucke Drei Wahl-Berliner erfreuen die Musikfans und Fachpresse gleichermaßen. Das kommt selten vor. Jetzt legt das ungewöhnliche „House“-Trio sein zweites Album vor. Auf „Ohana“ – das ist hawaiianisch und steht für Familie/ Freundschaft – liefern Lysann, Lars und Gunnar wieder feinstes handgemachtes House abseits aller momentan aktueller Strömungen. Und gerade deswegen knallt jeder Track so angenehm rein. Unsere Anspieltipps sind „If I Were a Bird“, „Perfect Plot (Make You Mine)“ und „Sun Alley“. *rä *Abholpreise ohne Dekoration Tisch Ambio 1.370,-* Runder Massivholztisch mit konisch zulaufenden Beinen in verschiedenen Größen und in vielen Hölzern bestellbar. z.B. weiß geölte Eiche, ø 90cm wohnen & wohnen gmbh