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GAB Juni 2017

8 FRANKFURT Kolumne

8 FRANKFURT Kolumne INTERVIEW JULE der Junglesbentreff von LIBS GRAFIK: BLU ZWISCHEN DEN ZEILEN Steinreich ist der amerikanische Erfolgsautor Dan Brown mit seiner Romanreihe geworden, in der er einen ungelenken Symbol-Forscher, der in den Hollywood-Verfilmungen in Gestalt von Schauspieler Tom Hanks daherkommt, in einer rastlosen Jagd durch europäische Kulturmetropolen hasten lässt, um dort allerlei bisweilen ziemlich konstruierte Rätsel mit Hilfe seines tiefgründigen Geheimzeichen-Wissens zu lösen. Verglichen mit der Zeit des Mittelalters und der Renaissance können heute deutlich mehr Menschen lesen, so dass Informationen gar nicht mehr mit Bildzeichen ausgedrückt werden müssten. Und auch Geheimnisse stehen in diesen Tagen nicht mehr auf der Altarunterseite südenglischer Landkapellen – sondern bei Wikileaks. Aber trotzdem ist das Designobjekt der Zeit das App- Icon mit runden Ecken, und die Sprache ist Emoji. Offenbar sind uns also Symbole heute noch genauso wichtig wie vor 20.000 Jahren, als Menschen ihren Handabdruck mit Ocker an den Höhlenwänden hinterließen. Denn mit Zeichen und Symbolen können wir nicht nur Bedeutungen schnell und unabhängig von Sprachbarrieren transportieren, sie geben uns auch die Möglichkeit, Zusammenhänge zu vermitteln, für die wir geschrieben oder gesprochen lange brauchen würden oder für die wir vielleicht überhaupt keine Worte haben. Ein solches Symbol, das in sechs bunten Streifen ohne ein Wort die komplexen Vorstellungen von Vielfalt, Toleranz und Frieden (und noch einige mehr) ausdrücken und vereinbaren kann, ist die Regenbogenfahne der LGBT*-Bewegung... ... Weiterlesen auf www.gab-magazin.de Hinter einer etwas unscheinbaren, mit buntem Graffiti besprühten Tür im Hof der Alten Gasse 38 verbirgt sich der JuLe Treff von LIBS, der Lesben Informations- und Beratungsstelle Frankfurts. Ein langgestreckter, heller Raum mit hohen Wänden, ausgestattet mit gemütlichen Sitzecken, Tischen, Sofas, Sesseln, Internetplätzen, einer kleinen Küche dient mittwochs bis freitags zwischen 14 und 19 Uhr als Treff von „JuLe“, der Gruppe für lesbische und, bisexuelle Mädchen und junge Frauen sowie Trans*Jugendliche, die sich dem lesbischen Spektrum zugehörig fühlen. Seit März diesen Jahres ist Sandra Krauß die neue pädagogische Leiterin des „JuLe Treffs“. Zusammen mit der Projektleiterin des Arbeitsbereiches Mädchen und junge Frauen Elke Kreß hat das GAB Magazin den Mädchentreff besucht. Welches Angebot bietet der „JuLe Treff“? Sandra Krauß: Der Treff ist für Mädchen, junge Frauen und Transgender, die sich in Mädchen und junge Frauen verlieben, die zwischen 14 und 20 Jahre alt sind. Wir sind zum einen wie ein Jugendzentrum, wo TeilnehmerInnen zu den Öffnungszeiten einfach vorbeischauen und alles, was wir so im Angebot haben, nutzen können. Also einen Kaffee oder Tee trinken, Kicker spielen, im Internet surfen, Filme schauen oder einfach mit Freundinnen abhängen und chillen. Da das LIBS ja mitten in der Innenstadt liegt, kommen viele einfach auch mal auf einen Sprung vorbei. Donnerstag abends findet zusätzlich von 19 bis 21 Uhr das Gruppenangebot für junge Lesben zwischen 18 und 25 Jahren statt. Darüber hinaus bieten wir aber auch verschiedene Aktivitäten wie gemeinsames Backen, Filmabende oder ähnliches. Geplant haben wir darüber hinaus Ausflüge oder eine mehrtägige Freizeit. Elke Kreß: Das haben wir früher auch schon angeboten, Kanutouren, Ausflüge in den Offenbacher Kletterpark oder wir haben Junglesbengruppen in anderen Städten besucht. Beliebt sind auch unsere Upcycling- Workshops mit Beatrice Anlauff; da sind zum Beispiel auch Teile unserer Einrichtung in Eigenarbeit entstanden, die tolle Sitzecke zum Bespiel. Neue Workshops finden in Juni und Juli statt. Einfach im JuLe Treff anmelden und die Termine erfragen! Sandra Krauß: Mir ist eben auch wichtig, hier kein fertiges Programm anzubieten, sondern mit den Besucherinnen gemeinsam etwas zu Planen und Entwickeln, also nach dem Motto, wo habt ihr denn Lust drauf? Und was ich besonders toll finde, ist, dass wir hier auch eigene Veranstaltungen machen können, wie zum Beispiel Lesungen oder Filmabende. Elke Kreß: Das ist der große Unterschied zu früher: Die JuLe-Gruppe am Donnerstagabend gibt es ja schon seit der LIBS Gründung vor 25 Jahren, aber eben als feste Gruppe, die sich wie unsere anderen Gruppen auch zu festen Terminen in unserem Gruppenraum im zweiten Stock getroffen haben, der auch gleichzeitig unser Büro ist. Das war aber immer sehr beengt. Die anderen Gruppen nutzen unseren tollen neuen Raum jetzt auch für ihre Treffen. Darüber freuen wir uns total! Es gibt in Frankfurt für Lesben ja auch wenig Bars für Frauen ... Elke Kreß: Naja, es gibt nach wie vor das La Gata in Sachsenhausen, das Publikum ist generationsübergreifend und auch viele junge Frauen sind dabei. Wenn wir zum Beispiel unsere Sub-Tour durch die Frankfurter Szene machen, wollen zum Abschluss alle ins La Gata. Es gibt außerdem noch den Frauenabend im Central, oder auch das Café Schopenhauer wird viel von Frauen besucht. Ich habe immer das Gefühl, die Frauen mögen diese Kontinuität, die brauchen ihre alten Treffs (lacht). *Interview: Björn Berndt JuLe Treff im LIBS, Alte Gasse 38 (EG), Mittwoch bis Freitag, 14 bis 19 Uhr und Donnerstag von 19 bis 21 Uhr, Rainbow Girls Day am 8.6. ab 14 Uhr, mehr Infos über www.libs.w4w.net und http://juletreff.tumblr.com FOTO: BJÖ

FOTO: MP Nach über 14 Jahren hat José Rico seinen szenebekannten Friseursalon „José R.“ in der Schäfergasse, den er in all den Jahren stets allein geführt hatte, abgegeben. Um sich von seinen Freunden und Kunden zu verabschieden, lud er am 29. April einen Umtrunk zu dem auch viele bekannte Gesichter der Community vorbeischauten. „Ich habe mich entschieden zu meinem Mann und meinen Schwiegereltern nach Karlsruhe zu ziehen. Es hat nichts mit dem Geschäft oder mit dem Vermieter oder so zu tun, sondern ist eine Entscheidung, die einfach familiäre Gründe hat“, betont José. Auch Goodbye José R. Mach’s gut, Dr. Jürgen! ist es ihm wichtig, dass jeder weiß, dass er insgesamt 27 Jahre sehr glücklich in Frankfurt war und die Stadt immer in guter und liebgewonnener Erinnerung behalten wird. Abgesehen davon, wird er sich sicherlich das eine oder andere Mal sehr gerne wieder blicken lassen. Dies im Sinne, freuen wir uns auf ein Wiedersehen und lassen José zu guter Letzt noch einmal selbst zu Worte kommen: „All meinen Freunden und Kunden möchte ich für die schöne Zeit und ihre jahrelange Treue danke sagen! Ich wünsche euch alles Gute und freue mich auf ein Wiedersehen. Ciao, ihr Lieben! *mp Eine traurige Nachricht erreichte die Szene Ende April: Jürgen Grabosch, der vor langer Zeit einmal den liebgemeinten Zusatz „Dr.“ erhielt, und daher von vielen einfach „Dr. Jürgen“ genannt wurde, war mit 71 Jahren verstorben. Der langjährige Inhaber des „Comeback“ wurde am 2. Mai auf dem Frankfurter Hauptfriedhof in Anwesenheit vieler Wegbegleiter aus der Frankfurter Szene, enger Freunde und früherer Stammgäste in aller Stille beigesetzt. Auf dem Fußweg von der Kapelle bis zur Grabstelle, hinter dem Sarg hergehend, ließ sich für jeden, der Dr. Jürgen auf diesem letztem Weg begleitete, noch einmal Revue passieren, was für Begebenheiten und Erinnerungen einen mit ihm verbanden. Ein vertrautes Bild, das sich mir wieder einstellte, zeigte ihn, wie immer ein Sakko tragend, rechts außen an der Querseite seines roten Tresens sitzend, ein Gläschen Sekt trinkend und eine Zigarette rauchend, während er sich mit seiner unverkennbar knarzig-prägnanten Stimme und seiner manchmal impulsiven, aber freundlich gemeinten Art mit einigen seiner Gäste unterhielt oder mit ihnen Mau-Mau spielte. Es ist ein Bild, das ihn zufrieden zeigt und nichts von der Krankheit beinhaltet, die ihn schon lange Zeit mit einigen Aufs und Abs quälte. Er hat nicht oft darüber gesprochen, eigentlich nie, und übers Sterben schon gar nicht. Das lag ihm nicht. In aller Ruhe hatte er im Oktober 2015 das Comeback als Inhaber abgegeben, blieb seinem Platz am Tresen oder der Sitznische direkt daneben, aber weiterhin treu und ließ sich auch so immer mal wieder gerne kurz in der Bermuda Bar, wie das Comeback heute heißt, blicken, um ein paar Worte zu wechseln. Nun, schließlich, hat die Krankheit gesiegt und Dr. Jürgen aus dieser Welt genommen. Was sie aber nicht mitnehmen konnte, sind die bleibenden Erinnerungen an ihn. Mach’s gut, Dr. Jürgen. *mp C M Y CM MY CY CMY K XXX 9 28. Juni – 7. Juli OPERN PLATZ FEST 2017 Täglich 11 – 23 Uhr Rosa Montag 3. Juli, 18 – 22 Uhr LIVE ON STAGE FLO&CHRIS kleine Band & große Show! Frl. Wommy Wonder Kabarett & Travestie Helena M. Scholz Moderation & Gesang 39 O P E R N P LAT Z F E S T JAHRE Weitere Programminfos: www.opernplatzfest.com