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Bahnsport Ausgabe 6/2017

Hallo zusammen, ich begrüße Sie herzlich zu unserer Juni-Ausga- be. Man kann wohl sagen, dass ein turbulenter Sai- sonstart hinter uns liegt – wettertechnisch be- dingt! Anlaufschwierigkeiten sozusagen, denn der Regen brachte Rennabbrüche und Rennabsagen mit sich und so was kostet einen jeden Beteiligten immer Nerven, Zeit und Geld...

SPEEDWAY-WM Der

SPEEDWAY-WM Der zweitplatzierte Maciej Janowski vor Piotr Pawlicki Top-3 (v.l.): Maciej Janowski, Fredrik Lindgren und Jason Doyle Jason Doyle gegen Patryk Dudek • Foto: Daniel Sievers Bereits am Dienstag fand im Stadion ein Best- Pairs-Rennen mit Junioren über 15 Läufe statt. Die Verantwortlichen wollten absolut sicher sein, dass die Bahn hält und ein solches Desaster wie 2015 an gleicher Stelle sich nicht wiederholen kann. Mit Wildcardfahrer Przemyslaw Pawlicki waren gleich fünf Polen startberechtigt, was sich sehr vorteilhaft auf den Karten- Vorverkauf auswirkte. Przemyslaw blieb aber weit hinter seinen Möglichkeiten. Bruder Piotr kam erst im dritten Durchgang richtig in Schwung. Seine Halbfinalträume endeten jedoch in Lauf 16, als er am Start seine Maschine nicht kontrollieren konnte, seinen Bruder, der innen fuhr, touchierte und dann stürzte. Schiedsrichter Krister Gardell disqualifizierte Piotr und ließ nicht alle vier wieder ans Band. GP-Neuling Patryk Dudek startete imposant mit 8 Punkten aus drei Läufen. In Heat 13 lief es dann überhaupt nicht mehr. Am Ende des Feldes konnte er anfangs der letzten Runde sein Motorrad nicht mehr unter Kontrolle bekommen und stürzte in den Airfence. Nicht ganz so spritzig fuhr er in Lauf 20, aber seine insgesamt 9 Punkte reichten fürs Halbfinale. Bartosz Zmarzlik und Maciej Janowski erfuhren je 12 Punkte aus den Vorläufen. Janowski hatte sein Formtief definitiv abgelegt. Er fuhr an diesem Abend begeisternd. Nur in dem wichtigen Lauf 12 gegen Fredrik Lindgren, Tai Woffinden und den ebenso bis dahin ungeschlagenen Jason Doyle verpasste der Pole einen guten Start und fuhr dem Feld hinterher. Hinterher fuhren an diesem Abend auch Fahrer mit großen Namen. Nicki Pedersen startete zwar mit einem 2. Platz in Heat 1, aber letztendlich reichte es nur für insgesamt unbefriedigende 5 Punkte. Es fehlte wiederum an Speed. Auch Exweltmeister Chris Holder tat sich schwer. Für Greg Hancock endete dieser GP mit nur 4 Punkten in einem Desaster. Im Mittelpunkt dieser ungewohnten Performance stand sein Sturz in Heat 6: In der dritten Kurve berührte er das Hinterrad von Piotr Pawlicki und kam zu Fall. Referee Gardell disqualifizierte daraufhin den Ami. „Diese Entscheidung kann ich nicht nachvollziehen. Piotr ist mir vors Rad gefahren“, kommentierte der amtierende Weltmeister seinen Ausschluss. Schlechter erging es nur noch Matej Zagar, der nur einen einzigen Punkt schreiben durfte und das uns auch nicht mehr kommentieren wollte. Und auch GP-Wiedereinsteiger Emil Saifutdinow zeigte sich erneut nicht in WM-Form. Eine offizielle Verwarnung gab es für Jason Doyle im ersten Halbfinale. Er hatte am Start deutlich „gezuckt“. Im Re-run hatte der Australier in Weiß knapp den besseren Start vor Janowski auf der Innenbahn. Dudek hatte keine Chance, er saß im Sandwich zwischen Janowski und dem nach innen ziehenden Doyle fest. Iversen konnte an Janowski vorbeiziehen, fuhr aber Ende der ersten Runde irgendwie in eine Rille und verlor entscheidende Meter. Auch im zweiten Semifinale gab es einen Re-run. Zuvor war Martin Vaculik beim Start zu heftig von der Außenbahn nach innen gedrängt und behinderte dabei Zmarzlik deutlich. Beim zweiten Versuch hatte Lindgren (in Blau) den besten Start und konnte sich vor Vorjahresgewinner Woffinden platzieren. Derweil zog Vaculik außen fahrend an dem Briten vorbei und attackierte Lindgren. Ein Fahrfehler von Vaculik brachte dann Zmarzlik zurück ins Spiel. Aber Vaculik fuhr zu entschlossen und eroberte sich den wichtigen 2. Platz zurück. Der Endlauf wurde zu einem Triumph des 31-jährigen Schweden. Aber für den musste „Fast Freddie“ in der ersten Runde hart kämpfen. Doyle kam auf der Innenbahn am besten aus den Bändern. Freddie wollte außen am Aussie vorbeiziehen. Das 12 BAHNSPORT AKTUELL Juni '17

nutzte Janowski in der dritten Kurve und fuhr innen auf den 2. Platz vor. Dabei wurden der Pole und auch Doyle zu weit nach außen getragen. Das nutzte Lindgren eiskalt aus und zog innen an beiden vorbei. Er kam zwar noch in der dritten Runde durch Janowski unter starken Druck, aber Lindgren war einfach nicht zu stoppen. Nach fünf Jahren gewann Freddie (nach seinem Sieg im Göteborger Ullevi-Stadion) erstmals wieder einen Speedway-GP! Und nach acht Jahren führt er nun auch wieder das GP-Klassement an. Hatte man den Schweden je besser fahren sehen als heute? „Ich habe viel in den Wintermonaten trainiert und mich besser vorbereitet denn je“, so der strahlende Gewinner. Aber es war nicht nur seine körperliche und mentale Verfassung. Es waren auch seine Motoren, die Freddie förmlich Flügel verliehen. Als einziger Top-Pilot fährt er die GTR-Motoren des erfolgreichen Tuners Marcel Gerhard. Diese Aggregate sind nicht nur billiger, sondern auch langlebiger. Und zudem enorm schnell. Fast Freddie Lindgren war – nicht nur heute – der beste Beweis. Glückwunsch also auch an Marcel, der seinen ersten Grand-Prix-Sieg verbuchen konnte! • Texte: Dieter Thielking u. Andreas Fahldiek • Fotos: Jarek Pabijan, Daniel Sievers (1) SPEEDWAY-WM (nach 2 von 12 Grand Prix) Pl./Name Nat. GP1 GP2 Ges. 1. Fredrik Lindgren S 16 16 32 2. Jason Doyle AUS 12 15 27 3. Martin Vaculik CZ 16 10 26 4. Maciej Janowski PL 6 16 22 5. Patryk Dudek PL 13 9 22 6. Tai Woffinden GB 8 13 21 7. Bartosz Zmarzlik PL 6 12 18 8. Niels-Kristian Iversen DK 9 9 18 9. Emil Saifutdinow RUS 12 6 18 10. Greg Hancock USA 11 4 15 11. Piotr Pawlicki PL 7 7 14 12. Chris Holder AUS 6 6 12 13. Matej Zagar SLO 10 1 11 14. Antonio Lindbäck S 2 6 8 15. Nicki Pedersen DK 3 5 8 16. Przemyslaw Pawlicki* PL 3 3 17. Nick Skorja* SLO 1 1 GP1 - Krsko/SLO - SF1: Dudek, Doyle, Zagar, Saifutdinow; SF2: Lindgren, Vaculik, Hancock, Iversen; Finale: Vaculik, Lindgren, Dudek, Doyle. GP2 - Warschau/PL - SF1: Doyle, Janowski, Iversen, Dudek; SF2: Lindgren, Vaculik, Woffinden, Zmarzlik; Finale: Lindgren, Janowski, Doyle, Vaculik. *) Wildcard; **) Reserve AM RANDE Gleich fünf polnische Fahrer gingen an den Start. Nur die Läufe 7, 10 und 15 fanden ohne polnische Beteiligung statt. Rot-Weiß dominierte. Nicht nur bei den Fans. Die vier GP-Fahrer Bartosz Zmarzlik, Maciej Janowski, Patryk Dudek und Piotr Pawlicki wurden mit Kevlars in ihren Nationalfarben ausgestattet. Die sollen 3500 Euro gekostet haben, was von einigen kritisiert wurde. Viel Geld soll auch der Bahnbau verschlungen haben. Man hörte Summen um 900.000 Euro. Dass die Bahn nun viel früher gelegt wird, treibt die Kosten natürlich in die Höhe. Seit dem Desaster 2015 an gleicher Stelle haben die Verantwortlichen sehr viel gelernt. „Wir haben die Bahn in drei Tagen gebaut. Es waren bis zu 25 Personen mit dem Bau und der Planung beschäftigt. Knapp 4000 Tonnen Belag wurden von Derby in England hierher verfrachtet. Die Bedingungen, speziell die Luftfeuchtigkeit, waren hier im Stadion optimal. Das belegte auch ein Proberennen am Dienstag“, so Ole Olsen, der für den Bau einmal mehr verantwortlich zeichnete. Der 71-Jährige kann stolz sein. Die von ihm erbauten nicht-permanenten Bahnen sind heutzutage sogar schon besser als so manche permanente Bahn! Zumal das Oval kaum Schwächen hatte und die Startpositionen recht ausgeglichen waren. Es gab nur drei leichte Stürze. Das Programmheft war für viele ein Graus. Es war in Buchform gebunden. Die beiden Mittelseiten konnten deshalb ganz schlecht beschrieben werden. Emotionen am Rande: Immer wieder laute Tomasz-Gollob-Rufe (s. People & Facts, S. 4/5). Nicht vergessen können viele den 13. Mai. Vor genau fünf Jahren verunglückte der Brite Lee Richardson in Breslau tödlich. Sein Landsmann Tai Woffinden gab seit einer Woche Anlass zu Spekulationen. Tai stürzte beim Ekstraliga-Rennen Unia Leszno gegen Betard Wroclaw und verletzte sich an der linken Schulter. „Meine Verletzung handicapt mich in keiner Weise. Ich habe anfangs schmerzstillende Mittel genommen, aber fit wurde ich mit entsprechender Physiotherapie. Man soll die Frühform einiger Fahrer nicht so überschätzen. Für mich ist es das Wichtigste, wie eine GP-Serie endet. Nicht unbedingt der einzelne GP“, so der Vizeweltmeister. Maciej Janowski: „Das Halbfinale war sehr anstrengend und raubte mir sehr viel Energien, die mir wohl im Endlauf fehlten. Es ist wirklich so schade. Ich war so nah dran. Wie gern hätte ich hier die Nationalhymne für die Fans und für mich gehört!“ Ungewöhnlich zumindest für polnische Verhältnisse: Nach dem Schwedensieg gab es kaum einen Abbruch der enormen Stimmung. Fußgänger, die außen am Stadion vorbeigingen, fragten sich, was denn da drinnen abgeht. So lautstark schwappte die Stimmung nach außen. „Gänsehaut war noch untertrieben. Es lief einem schon manchmal eiskalt den Rücken runter“, so kommentierten einige Fahrer die unglaubliche Stimmung im PGE-Nationalstadion. Einem Stadion von Weltklasse! Dazu Bartosz Zmarzlik: „Man will vor einer so imposanten Heimkulisse immer ein wenig zu viel ...“. Freddie Lindgren: „Es war hart, hier zu fahren. Nicht nur gegen die anderen Fahrer, sondern besonders auch gegen die vielen Zuschauer. Aber nun bin ich happy. Meine Maschinen gingen unglaublich gut!“ Juni '17 BAHNSPORT AKTUELL 13

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