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KuS 2017-1

Handwerk in der

Handwerk in der Denkmalpflege Fünf der sieben neuen Handwerker in der Denkmalpflege der Fachrichtung Naturstein. Von links nach rechts: Rolf Sprecher, Christopher Hernandez, Kaspar Zehnder, Jonas Brandenberg, Silvano Crameri. Nicht auf dem Bild: Giulian Caminada, Niklas Oelschläger. AUFRUF ZUM MUTIGSEIN AM 17. JANUAR 2017 FAND IM KULTURHAUS HELFEREI IN ZÜRICH ZUM ZWEITEN MAL DIE ABSCHLUSSFEIER DES LEHRGANGS HANDWERKER/IN IN DER DENKMALPFLEGE (HID) STATT. DIE FACHRICHTUNG NATURSTEIN WAR MIT SIEBEN ERFOLGREICHEN ABSOLVENTEN VERTRETEN. Franziska Mitterecker Die denkmalgeschützte Helferei des Grossmünsters in Zürich bot einen würdigen Rahmen für die Ehrung der 38 Berufsleute, die im November 2016 die eidgenössische Abschlussprüfung zum/zur Handwerker/Handwerkerin 1 in der Denkmalpflege bestanden haben. Zwei intensive Jahre haben sie auf den eidgenössischen Fachausweis hingearbeitet; dass sie als Handwerker in der Denkmalpflege nun nicht einfach Inhaber eines beliebigen Weiterbildungstitels sind, sondern fortan einen wichtigen Beitrag zum Erhalt unserer Kulturgüter leisten können – und sollen! –, brachten die Referenten in ihren Ansprachen sehr deutlich zum Ausdruck: 1 Für bessere Lesbarkeit wird im Folgenden nur noch die männliche Form verwendet. Zu Stolz und Mut rief Niklaus Ledergerber, Denkmalpfleger der Stadt St. Gallen und Vizepräsident des Vereins HiD, die Absolventen in seiner Grussbotschaft im Namen der Konferenz der Schweizer Denkmalpflegerinnen und Denkmalpfleger auf. «Seien Sie mutig, Verantwortung für unsere Kulturdenkmäler zu übernehmen!» Mit diesem Appell forderte er die Anwesenden dazu auf, sich nicht nur in der künftigen Zusammenarbeit mit Denkmalpflegern, Bauherren, Architekten und Handwerkerkollegen engagiert einzubringen, sondern auch das erworbene Wissen und Können an jüngere Handwerkerkollegen weiterzugeben. Auch der eingeladene Gastreferent Alfred R. Sulzer, Bauherr und Ehrenpräsident von Domus Antiqua Helvetica, betonte in seiner Rede die Bedeutung erfahrener und spezialisierter Handwerker auf historischen Baustellen. Alfred R. Sulzer weiss, 4 01/17

Alfred R. Sulzer, Bauherr und Ehrenpräsident von Domus Antiqua Helvetica. Handwerk in der Denkmalpflege Unten: Niklaus Ledergerber, Denkmalpfleger der Stadt St. Gallen und Vizepräsident des Vereins HiD. DIE HANDWERKER IN DER DENKMALPFLEGE DER FACHRICHTUNG NATURSTEIN 2016 Jonas Brandenberg, Steffisburg: Mausoleum Siméon. Interventionen zur Erhaltung. Giulian Caminada, Vrin: Grabmal Johann Jakob Hottinger, Friedhof Sihlfeld Zürich. Silvano Crameri, Frauenfeld: Klassizistische Sandsteintreppe an der alten Mühle «Zum kühlen Grund» in Guntershausen. Christopher Hernandez, Zürich: Flora Brunnen, Walchebrückenkopf Zürich; Umplatzierung und Renovation. Niklas Oelschläger, Basel: Dokumentation zur Restaurierung des Hauses zum Kirschgarten in Basel. Rolf Sprecher, Gais: Restaurierung Kirchturm Gais. Kaspar Zehnder, Rickenbach (ZH): Sandsteinrestaurierung am Kindergarten Reutenen in Frauenfeld. wovon er spricht: Er engagiert sich seit Jahren für den Erhalt sanierungsbedürftiger alter Gebäude, indem er sie erwirbt und in Zusammenarbeit mit der Denkmalpflege instand setzen lässt. Er rief die Absolventen auf, im oft von Spannungen geprägten Zusammenspiel von Bauherren und Architekten einerseits, Denkmalpflegern andererseits als Bindeglieder zu wirken, und durch sorgfältige eigene Analysen zur Entwicklung tragfähiger Lösungen beizutragen. ABSOLVENTEN DER FACHRICHTUNG NATURSTEIN Die Fachrichtung Naturstein konnte sieben neue Handwerker in der Denkmalpflege feiern. Doch damit nicht genug: Aus ihren Reihen kamen, wie schon zwei Jahre zuvor, auch zwei der besten Prüflinge. Für ihre hervorragende Abschlussarbeit und überzeugende Leistung an der Abschlussprüfung wurden im Anschluss an die Übergabe der Notenblätter individuell geehrt: Silvano Crameri, Steinbildhauer aus Frauenfeld, für die Abschlussarbeit «Klassizistische Sandsteintreppe an der alten Mühle ‹Zum kühlen Grund› in Guntershausen». Christopher Hernandez, Steinbildhauer aus Zürich, für die Abschlussarbeit «Flora Brunnen, Walchebrückenkopf Zürich: Umplatzierung und Renovation». Über die Wirkungsfelder ausgebildeter Handwerker in der Denkmalpflege, über die Chancen und Herausforderungen, die auf sie warten, sowie über Hintergründe des Lehrgangs HiD in der Fachrichtung Naturstein lesen Sie mehr in den folgenden Beiträgen. Die zweijährige berufsbegleitende Weiterbildung Handwerker/in in der Denkmalpflege vermittelt Berufsleuten aus acht verschiedenen Bauberufen die Kompetenz, historische Bauten und Objekte qualifiziert zu analysieren, stilgerechte Pläne für deren Sanierung und Instandhaltung zu erstellen sowie die erforderlichen Arbeiten professionell auszuführen. Der nächste Lehrgang beginnt im März 2017. In fachübergreifenden Basismodulen werden zunächst allgemeine Grundsätze der Denkmalpflege, Architektur und Kunstgeschichte vermittelt. Daran anschliessend erwerben die Teilnehmenden in ihrem jeweiligen Fachbereich das spezifische Wissen und Können, das sie in die Lage versetzt, wirksam zum Erhalt und dem Schutz von historisch wertvollen Bauten beizutragen. Die bestandene Abschlussprüfung führt zum eidgenössisch anerkannten Fachausweis Handwerker/in in der Denkmalpflege. www.handwerkid.ch / info@handwerkid.ch 01/17 5