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Ausstellungen

Ausstellungen «Erwachender» Osiris, 26. Dynastie (664-525 v. Chr.), Ägypten. Der Gott Osiris, flach auf dem Bauch liegend und eingehüllt in ein Futteral, hebt im Erwachen den Kopf. Die 55,5 cm lange Statue aus Gneis (früher bemalt) trägt eine Krone aus Gold, Elektrum und Bronze, welche die Sonnenstrahlen symbolisiert. Ägyptisches Museum, Kairo (CGC 38424). (Fotos: Christoph Gerigk © Franck Goddio / Hilti Foundation) OSIRIS – DAS VERSUNKENE GEHEIMNIS ÄGYPTENS NACH PARIS UND LONDON IST ZÜRICH DIE ERSTE STATION IM DEUTSCHSPRACHIGEN RAUM: VOM 10. FEBRUAR BIS ZUM 16. JULI 2017 ZEIGT DAS MUSEUM RIETBERG IN EINER AUSSERGEWÖHNLICHEN AUSSTELLUNG FUNDE AUS NEUESTEN UNTERWASSER-ARCHÄOLOGISCHEN GRABUNGEN. 22 02/17

Ausstellungen Franziska Mitterecker Gewaltige Türsteher haben Besucherinnen und Besucher des Museums Rietberg in Zürich gegenwärtig zu passieren: Drei rund fünf Meter hohe Kolossalstatuen aus rosa Granit bewachen die Pforten zur Ausstellung «Osiris – Das versunkene Geheimnis Ägyptens», welche bis zum 16. Juli 2017 mit rund 300 einzigartigen Exponaten im Rietberg zu Gast ist. Dem hellenistischen Herrscherpaar, das den Eingang flankiert, steht majestätisch die Statue des Gottes Hapi gegenüber, mit ihren 5,4 Metern Höhe die grösste bis anhin in Ägypten gefundene freistehende Götterstatue. SCHÄTZE AUS VERSUNKENEN STÄDTEN Die drei steinernen Giganten wurden in der wenige Kilometer nordöstlich von Alexandria gelegenen Bucht von Abukir, rund sieben Kilometer vor der ägyptischen Küste, aus einer Tiefe von 8 Metern vom Meeresboden geborgen. Sie standen einst vor dem Tempel des Gottes Amun-Gereb in der antiken Stadt Thonis, welche aus griechischen Texten als Herakleion bekannt ist – der Legende nach hatte der Gott Herakles an dieser Stelle seinen Fuss auf ägyptischen Boden gesetzt. Thonis-Herakleion, seit dem 8. Jahrhundert v. Chr. wichtiger Zoll- und Handelshafen im Nildelta, und der benachbarte Ort Kanopus verschwanden im 8. Jahrhundert n. Chr. von der Erdoberfläche: Erdbeben, Überschwemmungen und Absenkungen des Meeresbodens im östlichen Mittelmeerraum führten dazu, dass die beiden Städte im Meer versanken. Seit Ende der 1990er Jahre werden sie wiederentdeckt: Das Institut Européen d’Archéologie Sous-Marine (IEASM), 1985 mit dem expliziten Ziel gegründet, versunkene archäologische Stätten aufzuspüren und ihre Geheimnisse zu ergründen, befasst sich unter der Leitung des französischen Forschers Franck Goddio in der Bucht von Abukir mit der eingehenden wissenschaftlichen Untersuchung des Meeresbodens und der darin verborgenen Schätze. Letztere übertrafen in ihrer ausserordentlichen Fülle alle Erwartungen. Aus den Trümmern der zerfallenen Gebäude wurden Skulpturen aus Stein, Bronze und Holz, Schmuck, Amulette, Kronen, wertvolle Pokale und unzählige weitere Artefakte geborgen. GEFAHR DURCH SAUERSTOFF Mehr als 1200 Jahre lagen sie unter Wasser, geschützt vor Zerstörung durch Menschenhand, und unter Schichten von Ablagerungen und Bewuchs durch Seepocken, Korallen und andere Meeresorganismen grösstenteils gut erhalten. Bei der Reinigung ist jedoch Vorsicht geboten: Sobald die Objekte mit Sauerstoff in Kontakt kommen, setzen chemische Reaktionen ein, die sehr schnell zu irreversiblen Schäden führen können. Bei steinernen Artefakten droht vor allem die Bildung von Rissen; Hauptverursacher ist das Salz des Meerwassers, das über die Jahrhunderte in den Stein eingedrun- Stele von Thonis-Herakleion, 380 v. Chr., Bucht von Abukir, Ägypten. Die 1,99m hohe Stele aus schwarzem Granodiorit lag während Jahrhunderten mit der Schriftseite nach unten auf dem Meeresboden. Dergestalt geschützt vor Erosion durch die Meeresströmung, blieben die eingemeisselten Figuren und Hieroglyphen perfekt erhalten. Die Stele zählt zu den Meisterwerken ägyptischer Kunst. Nationalmuseum, Alexandria (SCA 277). 02/17 23

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