Aufrufe
vor 1 Jahr

12 Physiotherapeutische Intervention auf der Intensivstation

12 Physiotherapeutische Intervention auf der

Physiotherapie MedKlinIntensivmedNotfmed2017 ·112:356–370 DOI 10.1007/s00063-016-0259-4 Eingegangen: 18. März 2016 Überarbeitet: 28. August 2016 Angenommen: 4. Oktober 2016 Online publiziert: 23. Januar 2017 © Springer Medizin Verlag Berlin 2017 Redaktion M.T. Geier, München K. Stöver, Leipzig E. Zeiser Berufsförderungswerk Mainz, DIPLOMA Hochschule – Private Fachhochschule Nordhessen, Mainz, Deutschland Physiotherapeutische Intervention auf der Intensivstation Outcomerelevante Messparameter Ressource Physiotherapie in Relation zur Bettenanzahl Hintergrund Zum Jahr 2013 hielten von 1996 Krankenhäusern in Deutschland 1198 Einrichtungen Betten zur intensivmedizinischen Versorgung vor (60 %). Eine Fachabteilung „Intensivmedizin“ findet sich in 418 Krankenhäusern (20,9 %). Im Vergleich zum Jahr 2007 nahm die Anzahl der Betten für die stationäre Versorgung von 506.954 Betten auf 500.671 Betten um 1,2 % ab. Insgesamt sind 26.579 Betten für eine intensivmedizinische Versorgung im Jahr 2013 designiert (5,3 % aller Krankenhausbetten). Im Jahr 2007, 5 Jahr zuvor, belief sich die Anzahl der Intensivbetten bei 23.357. Ein Anstieg der Beteiligung der Bettenanzahl in der Intensivmedizin um 11 % ist zu verzeichnen. Die 2.397.199 intensivmedizinischen Behandlungsfälle entsprechen bezogen auf 18.787.168 jährliche stationäre Behandlungsfälle einem Anteil von 13 %, was einen Anstieg um weitere 2 % gegenüber dem Jahr 2007 bedeutet [1]. Des Weiteren wird die Prävalenz chronischer Erkrankungen in der Intensivmedizin durch Behandlung Hochbetagter in der Kohortenstudie von Baghshaw et al. dargestellt, in der hochbetagte Patienten 13,6 % aller Intensivpatienten ausmachen [2]. Ein zahlenmäßiger Anstieg (geschätzt um 150 %) der hochbetagten Bevölkerung in der intensivmedizinischen Versorgung ist Rechnung zu tragen. Laut Statistisches Bundesamt ist durch Hochrechnung mit einem Anstieg auf 10 Mio. Hochbetagten in Deutschland zum Jahr 2050 zu rechnen [3]. Eindeutig ersichtlich ist die Zunahme der Bedeutung der Intensivmedizin im Kontext des demographischen Wandels. Bedenkt man die Bedeutung der Remobilisierung beim betagten Patienten, offenbart sich für die Physiotherapie eine besondere Herausforderung [4]. Physiotherapeuten machen mit etwa 19.000 Angestellten nur 2,3 % aller Gesundheitsdienstberufe (829.000) in der stationären Versorgung der Patienten aus [5]. Ein Verteilerschlüssel der Therapeutenberufe auf Intensivstationen ist nicht bekannt. Umso wichtiger wird es, die zur Verfügung stehende Ressource „Physiotherapie“ sinnvoll zu nutzen. In Folge dessen beabsichtigen viele Häuser intern, die Vorgehensweisen der Physiotherapie zu optimieren und entsprechend zu klassifizieren, inwieweit Physiotherapie auf der Intensivstation Anwendung findet. » In der intensivmedizinischen Versorgung steigt die Zahl der Hochbetagten Physiotherapie in der Intensivmedizin variiert in ihrer praktischen Anwendung mit der Größe der klinischen Einrichtung. Auch innerhalb einer Universitätsmedizin werden zwischen den Intensivstationen verschiedene Einsatzund Behandlungsstrategien verfolgt. Die vordergründigen Zielsetzungen richten sich vor allem auf die Prävention von „post intensive care syndrome“ (PICS). „Ziele der physikalischen Medizin und Rehabilitation sind das Entgegenwirken der Dekonditionierung, die Vermeidung von Sekundärveränderungen und die Vorbeugung von Komplikationen“ [6]. Eine Vorgehensweise ist in einschlägiger Literatur diesbezüglich nicht beschrieben. Auch im Rahmen der Ausbildung zum Physiotherapeuten gemäß Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) I.I S. 3786 aus dem Jahr 1994 wird keine Grundlage mit konkreten Lehrinhalten für die Intensivmedizin vermittelt. Orientierungshilfe bietet in der Regel nur Expertise erfahrener Therapeuten. Folgende Leitlinien sind für die Intensivmedizin im Kontext zur Physiotherapie vorhanden. Leitlinien für die Physiotherapie DieS2-Leitlinie„acuterespiratorydistresssyndrome“(ARDS)ausdemJahr 1997 sieht eine Indikation zur Physio- Infobox Konzeptionierung: Welcher Ansatz ist der Richtige? Ansatz 1 Erhöhung der Druckunterstützung zur maximalen Entlastung der Atmungsorgane und maximalen Belastung des Patienten durch den Therapeuten Ansatz 2 Reduktion maschineller Unterstützung der ventilatorgestützten Beatmung und Adaptation auf eine submaximale Beanspruchung des Patienten durch den Therapeuten 356 Medizinische Klinik - Intensivmedizin und Notfallmedizin 4 · 2017

Intensivmedizin und Notfallmedizin - Städtisches Klinikum Solingen
physiotherapeutische unterstützung auf dem weg zum erfolg - Salk