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Meyrink Abenteuer des Polen Sendivogius

sah er den bleichen

sah er den bleichen Schimmer seines Gesichtes. Jedoch war die Dunkelheit zu weit vorgeschritten, als dass es noch möglich gewesen wäre, den Mann zu erkennen. Jetzt aber fasste ein Windstoß den Mantel des Reiters, der sich aufbauschte und einen Augenblick wie ein dunkler Flügel über dem Rücken des Pferdes erschien. Ein blasser Mondstrahl beleuchtete kurz das Tuch. Es war nicht mehr schwarz, wie zuvor, sondern von dunkelgrüner Farbe und am Rande mit silbernen Stickereien verziert; das Geschenk des Herzogs von Braunschweig. Das war also kein anderer als der württembergische Hofalchimist, der Edle von Müllenfels, wie Sendivogius ihn gesehen hatte, als dieser ihm das unheilvolle Denkzeichen Seite 132 von 189

auf dem Goldberge wies. Der Verräter musste somit wohl zu den herzoglichen Reitern gestoßen und mit diesen umgekehrt sein! Ein halb unterdrückter Ruf des Zornes entschlüpfte den Lippen des Lauschers, und er fluchte hinunter: „Erbärmlicher Hund! Könnte ich dich mit diesem Mauerstein zermalmen. Aber deine Stunde wird kommen, du räuberischer Wicht, dann rechnen wir ab!“ Nun näherte sich Sendivogius der entgegengesetzten Seite der Plattform und blickte spähend hinab. Wo der Turm sich mit der Mauer verband, zeigte sich die günstigste Gelegenheit zur Flucht, weil die vorspringende Ecke der Ruine ihn vor den Augen derjenigen schützen musste, die sich am Eingang noch immer vergeblich abmühten. Hinter Seite 133 von 189

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