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Meyrink Abenteuer des Polen Sendivogius

glimpflich eingefügt,

glimpflich eingefügt, und es war auf diese Art die letzte Möglichkeit einer Hoffnung für Michael Sendivogius gegeben, noch einmal in den Besitz der ihm geraubten Phiole zu gelangen. Nach wenigen Wochen kam ihm zunächst die Kunde zu von der erfolgten Exekution an den räuberischen Hofalchimisten Müllenfels. Wieder einige Wochen danach erhielt er an seine Adresse in Straßburg ein herzogliches Schreiben. Als er dieses zerbrach, fiel sein erster Blick auf den Kopf des Briefbogens, in dessen Büttengrund eine fliegende Taube mit dem Ölzweig im Schnabel eingeprägt war. Mochte dies Zeichen nun ein Symbol sein, dessen sich Herzog Friedrich auch sonst bediente, oder mochte das Bild der Taube von ihm diesmal Seite 180 von 189

erwählt worden sein, um seine gnädige Gesinnung und Absicht gegen Sendivogius zum Ausdruck zu bringen, genug, der Brief erging sich in den schmeichelhaftesten Ausdrücken für den gewesenen Gast am Stuttgarter Hofe; der Herzog beklagte darinnen aufs tiefste das Ungemach und das grausame Unrecht, das ihm durch Schuld des verbrecherischen Müllenfels zugestoßen war, und berichtete das Ergebnis der raschen Justiz, das zu des Sendivogius’ Genugtuung an dem Übeltäter vollzogen worden sei. Der Herzog unterließ nicht, ferner mit sanftem Vorwurf anzumerken, dass der polnische Edelmann nicht völlig ohne eigene Schuld sich den erlittenen Widerwärtigkeiten ausgesetzt habe, denn kein Anlass habe bestanden, das Stuttgarter Schloss Seite 181 von 189

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