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Meyrink Abenteuer des Polen Sendivogius

Sendivogius auf manche Frage des Herzogs mehr aus Verlegenheit und Mangel besseren Wissens als aus Zurückhaltung und Geheimniskrämerei des Eingeweihten nur halbe und ausweichende Antworten gab, berührte der Herzog vertraulich die Schulter seines Gastfreundes und sagte zu ihm mit einem Lächeln, auf dessen Grunde Sendivogius den entsetzlichen Bannblick der Spinne zu sehen meinte, von der die Stimme des gestrigen Abends gesprochen hatte: „Mein lieber Freund! Vielleicht sollte ich besser sagen, verehrter Meister der königlichen Kunst! Ihr werdet nie wieder einen Schüler haben, der Euch so lebenslange anhangt wie ich. Ich strebe nach der Gunst der Erleuchtung mit hohem Ernst seit vielen Jahren, und ich möchte glauben, da Seite 62 von 189

Schicksal, das so treuem Fleiße und Bemühen Genugtuung schuldig ist, habe Euch dazu erlesen, mir die Erfüllung meines Strebens zu bringen. Ihr werdet mir also, Großmeister welchen Ordens ihr auch sein möget, die Gunst der Einweihung nicht verwehren, sosehr Ihr vielleicht noch Proben meiner Würdigkeit fordern zu müssen glaubet. Ich werde diese Proben, bei meiner fürstlichen Ehre, bestehen. Ihr werdet mich erproben und würdig finden, so wie Ihr, da ich Euch erproben durfte, Euch, als einen würdigen Meister der Kunst erwiesen habt. So lasst uns also beisammenbleiben.“ Ganz vergebens, so fühlte Sendivogius es selbst, waren solcher Gesinnung des Herzogs gegenüber die erneuten halben Einwendungen und Seite 63 von 189

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