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NordstadtMagazin-2-17

Das Nordstadt Magazin Dortmund Nummer2

Nordstadt- Geschichte(n)

Nordstadt- Geschichte(n) Die Concordia-Elektrizitäts-AG (CEAG) wurde 1906 gegründet, um Berg- und Hüttenwerke mit elektrischem Gerät auszustatten. Dazu wurden Büros in verschiedenen Städten eingerichtet. In Dortmund arbeitete der Ingenieur Fritz Färber an der Entwicklung einer elektrischen Grubenlampe. Seine Mühen wurden bei einem Wettbewerb in London belohnt, wo er mit einer spektakulären Demonstration seiner Lampe den 1. Preis gewann. 100 Jahre CEAG-Haus Die Concordia-Elektrizitäts-AG in Dortmund In Folge des gewonnenen Wettbewerbs entstand eine große Nachfrage nach Grubenlampen der CEAG. 1913 rüstete die erste Zeche ihre ganze Belegschaft mit CEAG-Lampen aus. Nachfrage kam auch aus dem Ausland, wo die CEAG Niederlassungen gründete. 6

In Dortmund war das Büro von der Langestraße zunächst zur Kreuzstraße verlegt worden. Mitten im I. Weltkrieg wurde unter der Adresse Münsterstraße 231 dann ein großzügiges Fabrik- und Verwaltungsgebäude errichtet und 1917 in Betrieb genommen. Der repräsentative Neubau konnte nicht darüber hinwegtäuschen, dass kriegsbedingt der Auslandsbesitz der CEAG verloren ging. Nach dem Krieg profitierte die CEAG von einem Gesetz, das im Bergbau nur noch elektrische Lampen erlaubte. Ein Vorteil war ebenfalls, dass die CEAG ihre Produkte nicht Alte Rechnung aus den 1930er Jahren nur verkaufte, sondern auch (Sammlung Klaus Winter) vermietete. In dem Fall richtete sie auf der Zeche ganze Lampenstuben ein und stellte das Personal dafür. So sparte sich das Bergwerk die hohen Anschaffungskosten und die CEAG band langfristig Kunden an sich. Ein Brand im eigenen Haus war der Anlass für die CEAG ihre Produktpalette um Feuerlöschgeräte auszuweiten. Feuerlöscher wurden zum zweiten Standbein der CEAG. Doch in der Weltwirtschaftskrise brach vieles in sich zusammen. Das 25jährige Bestehen der CEAG wurde in aller Stille begangen. Das Gebäude in der Münsterstraße 231 des kriegswichtigen Betriebs sowie die Baracken für 70 Ostarbeiterinnen auf dem Firmengelände wurden 1943 durch Bomben zerstört. Die Produktion musste nach Thüringen verlagert werden. Der Wiederaufbau begann zügig nach dem Ende des II. Weltkriegs. Außer auf Beleuchtungs- und Feuerlöschgeräte setzte man nun zusätzlich auf Luftreinigungsanlagen, wobei man von dem Wissensvorsprung US-amerikanischer Partner profitierte. 1970 schlossen sich die Concordia Elektrizitäts-AG Dortmund und die DOMINIT-Werke GmbH Brilon zusammen. Beide Unternehmen gehörten zur VAR- TA-Gruppe und waren auf gleichen Produktionsgebieten tätig. Durch die Fusion wollte man die Kräfte bündeln. Die 1.700 Arbeitsplätze in Dortmund und 2.500 in Brilon sollten nicht gefährdet sein. Detail aus den Fensterbildern im Tatsächlich geriet das neue Eingangsbereich des Gebäudes Unternehmen innerhalb weniger Jahre in Schieflage. 1974 wurde die Licht- und Stromversorgungstechnik verkauft. Die Luftreinigung blieb das letzte Geschäftsfeld des Unternehmens. Die einseitige Ausrichtung führte zum Niedergang, als es im deutschen Kraftwerksbereich quasi zu einem Baustopp kam und wichtige Abnehmer für Luftfilter ausfielen. 1979 wurde die Schließung des In dem Gebäude sind heute 30 Sozialwohnungen Werks in Dortmund angekündigt. Nach Aussagen des Betriebsrates verloren 335 Angestellte und 289 Arbeiter ihren Arbeitsplatz, unter ihnen 54 Schwerbehinderte und 56 Auszubildende. Ende Juni 1980, im 74. Geschäftsjahr wurde der Betrieb des CEAG-Werkes in Dortmund eingestellt. Es blieb nur noch ein Büro mit 30 Mitarbeitern an der Alten Straße. Mehr Infos zum CEAG-Gebäude: www.nordstadtblogger.de/ceag Text: Klaus Winter Fotos: Alex Völkel # 02 | Juni 2017 7