Reise-Special aus dem OhLàLà 2017 – Bornholm – Die wilde Schöne ganz oben im Norden

loessnitz

Nr. 23/2017 EUR 4,50/CHF 6,50

Freizeitmagazin

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Bodensee Erlebnisse

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Lust am

Wandern

Panoramawanderung und

Buiräbähnli-Safari Engelberg

REiSE-SPECiAL

Bornholm

die wilde Schöne in der Ostsee


Außergewöhnlich Übernachten

Tipp

Engelberger Tal

1000 Sterne über uns

Nach dem wir in Engelberg so viel erleben durften,

haben wir auch die letzte Nacht außergewöhnlich

verbracht, nämlich in einer Jurte.

Das Navi zeigt uns „Unter Ifängi“, dort wo die Jurte auf dem

Bauernhof von Thomas und Trudi Käslin stehen soll, nicht an.

Wir stehen unten in Grafenort und sehen zum Waldrand hinauf.

Dort, der kleine weiße Fleck könnte eine Jurte sein. Und tatsächlich

endet unsere abenteuerliche Fahrt hinauf zum Waldrand

auf dem Biohof der Familie Käslin. Begrüßt werden wir zunächst

von den Hofhunden, den Hühnern und Ziegen und dann von

Trudi Käslin, die die Jurte mit viel Herz und Leidenschaft zu

einem romantischen Refugium gemacht hat.

Der erste Eindruck ist „einladend“. Auf der kleinen Holzterrasse

der Jurte laden Bank, Tisch und Stühle ein, die wunderschöne

Aussicht zu genießen. Aber was uns dann im Inneren erwartet,

ist wirklich „außergewöhnlich“. Das große Bett unter dem Sternen-Guckloch

dominiert den Raum, flankiert von zwei großen

Kerzen und einer frischen Rose. Damit es keine kalten Füße

beim Aufstehen gibt, liegen kuschelige Felle vor dem Bett. Ein

Schwedenofen sorgt für wohlige Wärme und die Kaffeemaschine

auf der kleinen Bar für duftenden Kaffeegenuss. Pantoffeln,

Bademäntel und Handtücher für das Wellnesserlebnis „Hotpot“

liegen bereit und ein Regal für die eigenen Utensilien ist wohl

für die Ordnung in der Jurte gedacht.

Momente, die man nicht so schnell vergisst

Zur Begrüßung gibt es erst einmal ein Glas Sekt mit feinen

Knabbereien auf der kleinen Terrasse. Die nächste Überraschung

lässt nicht lange auf sich warten. Wir bekommen ein

nur für uns mit Produkten vom Biohof gekochtes Dreigang-

Candlelight-Dinner unter silbernen Hauben serviert. Ein feiner

Wein, brennende Kerzen und das Feuer im Schwedenofen

machen den romantischen Abend perfekt. Auch der Hotpot

neben der Jurte ist schon angeheizt und so steigen wir nach

dem Essen in das heiße Wasser und genießen tausende von

Sternen über uns. Was für ein Abend!

Die absolute Stille hier oben auf der Alm lässt uns herrlich

schlafen. Nur ab und zu hört man eine Kuh- oder Ziegenglocke

läuten. Der Morgen ist frisch und wir werfen noch ein paar

Holzscheite in den Ofen. Es knistert und knackt gemütlich und

schnell ist es in der Jurte wieder warm. Und dann wird das

Frühstück von Trudi in die Jurte gebracht. Ein Korb voller Lekkereien

vom Bauernhof steht vor uns auf der kleinen Bar und

lässt keine Wünsche offen. Schön war’s im Engelberger Tal.

informationen

Eine Romantik-Nacht in der Jurte: Übernachtung mit Apero,

Kaffee, Tee, Mineralwasser, 1 Flasche Wein, selbstgebrannten

Schnaps, ein 3-Gang Candlelight-Dinner, Frühstück mit hofeigenen

Produkten, Bademäntel, Handtücher, Pantoffeln, Feuerholz,

Bad im Hotpot 200, CHF pro Person. Nur Jurten-

Übernachtung mit Frühstück 90, CHF pro Person. Duschen

stehen auf dem Bauernhof zur Verfügung.

Mehr Infos unter www.jurtenberg.com

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REISE-SPECIAL

Bornholm Die wilde Schöne

ganz oben im Norden

Gudhjem

Diese Insel hoch oben in der Ostsee ist irgendwie

anders sie ist dänisch, liegt aber näher bei

Schweden, sie ist wild und herb, aber auch lieblich

und idyllisch, an manchen Stellen fast mediterran,

aber auch wald- und seenreich, sie hat kilometerlange

Sandstrände, aber auch kleine Badebuchten,

sie ist abwechslungsreich und ein einzigartiges

Erlebnis.

Landschaftliche Vielfalt einmalige Tierwelt

Malerische Fischerdörfer, kleine Häfen, beschauliche Städtchen,

endlose Wälder, verwunschene Seen, Wasserfälle, riesige Felder,

hohe Dünen, beeindruckende Granitfelsen, Heidelandschaften,

zerklüftete Steilküsten, Runensteine, Fischräuchereien,

Rundkirchen, eine Burgruine, herrliche Strände, Radund

Wanderwege, das alles ist Bornholm. Und dazu kommt

ein Küstenwanderweg, der um die ganze Insel führt und die

ist 48 km lang und 30 km breit und vor allen Dingen hügelig.

Auf Bornholm ticken die Uhren anders

Hektik gibt es nicht, auch keine „Raser“, denn das Tempolimit

liegt bei 80 km/h. So passen dann auch die Märchenabende

im kleinen „Lillie Maritime Café“, gelegen zwischen Hellligdommen

und Gudhjem, wunderbar zu dieser Insel. Irgendwie

liegt eine wundervolle Ruhe und Gelassenheit über allem, wenn

sich erst einmal die Urlauber von den riesigen Fähren verteilt

haben. Zusammen mit den vielen Sonnenstunden, die übrigens

bis in den Herbst hinein wärmen, und der tiefblauen Ostsee

gibt es wohl kaum ein schöneres Urlaubsziel für Naturliebhaber.

Keine Bettenburgen, nur Ferienhäuschen, oft in Kiefernwäldern

versteckt und gemütliche Hotels prägen neben den vielen Fischräuchereien

und den Rundkirchen das Inselbild.

Der spannende Norden

Am beeindruckendsten ist wohl der Norden mit seiner wilden

Steilküste, den großen Vogelfelsen und Nordeuropas größter

Burgruine Hammershus. Zwischen Vang und Sandvig gelegen,

bietet sie mit ihrer einzigartigen Lage auf einem Felsmassiv

eine atemberaubende Aussicht und die schönsten

Sonnenuntergänge auf der Insel. In einer interessanten Ausstellung,

die übrigens auch zeigt, wie die Burg auf dem Höhepunkt

ihrer Macht um 1575 aussah, erfährt man viel Wissenswertes.

Nördlich von Hammershus liegt der kleine

idyllische Hammerhafen, der vor Ostwinden geschützt, fast

etwas Meditatives hat.

Helligpeder

Küstenpfad Gudhjem - Melsted


Hammersø

Blick von Hammershus

Hammershus

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Die spektakulärste Wanderroute Dänemarks

führt rund um die Nordspitze

Für diese Wanderung um Hammeren sollte man 2 bis 3 Stunden

einplanen und die schönsten Ausblicke auf Sandvig hat

man, wenn man beim Campingplatz in Sandvig startet. Auf

dem Weg nach Hammerodde, dem nördlichsten Punkt Bornholms

mit dem kleinen Leuchtturm „Lille Fyr“, begegnen uns

neugierige Schafe und Ziegen, die hier als Landschaftspfleger

eingesetzt sind. Nach der Kirchenruine Salomons Kapel rückt

schon bald Hammershus ins Blickfeld ein imposanter Anblick.

Ein Pfad führt nun zum Hammerhafen hinunter und einer von

der Küste weg hinauf zum Hammerknuden, einem großen

Granitfelsen, der einen tollen Blick auf den Hammersø, Bornholms

größtem See, bietet und weiter zum 70 Meter hohen,

zu besteigenden Leuchtturm „Store Fyr“, von dem man bis

nach Schweden schauen kann.

Abenteuerlich die Westküste

Abenteuerlich ist auch die Westküste zwischen Hasle und

Vang. Nach den idyllischen Fischerdörfern Helligpeder und

Teglkås gelangt man über einen aussichtsreichen Pfad mit

22% Steigung zur sagenumwobenen Felsformation „Jons

Kapel“ (Jons Kapelle). Hier fängt die Steilküste an ihre Zähne

zu zeigen. Um hinunter zum Felsen zu kommen, wo einst

der irische Geistliche Jon der Sage nach lebte und von seiner

„Kanzel“ (Felsen) aus predigte, muss man ca. 200 steile

Holzstufen hinunter und natürlich wieder hinauf klettern. Die

40 Meter hohen Felsen mit hunderten von Vögeln und das

steile Felsmassiv „Hvidkleven“ nördlich von Jons Kapel sind

gewaltig und faszinierend, besonders bei starkem Wellengang.

Wenn man dem Küstenpfad weiter folgt, kommt man ins sehenswerte

Spaltental „Bläskinsdalen“ und in den kleinen Ort

Vang mit seinem Granitsteinbruch, der heute ein bedeutendes

Heide- und Naturschutzgebiet ist.

Helligdommen-Klippen

Wundervoll ist auch die Landschaft rund um Hasle

mit den Seen Safirsø, Smarag und Rubinsø, den kinderfreundlichen

Sandstränden und der Museumsräucherei, dem kleinen

Hafen, wo man morgens direkt ab Fischkutter frischen Fisch

kaufen kann und dem wunderschönen Küstenweg nach Helligpeder

und Jons Kapel. Nicht weit von Hasle liegt Rønne

die Festungsstadt mit Verteidigungsmuseum und der schon

von der Fähre aus sichtbaren Nikolaikirche. Sie ist eine beschauliche

Hauptstadt, obwohl die meisten Inselbewohner hier

leben. Gemütlich geht es in der Fußgängerzone zu, sehenswert

sind die alten Fischerhäuser und wundervoll ist der Küstenweg

südlich der Stadt. Auch hier sind die Fähren im Hafen höher

wie die Häuser. Die malerischsten Städtchen auf der Insel sind

aber Allinge mit engen Gassen, zahlreichen Fachwerkhäusern,

einem kleinen Hafen und gleich zwei Fischräuchereien und

Sandvig an der Nordküste. In Allinge sieht man schon von

weitem den Schlot der Allinger Røgeri mit ihren Tischen und

Stühlen im Sand, wie an einem Strand. Nur ein paar Schritte

sind es dann bis zur zweiten Røgeri mit rustikalen Bänken

und Tischne auf einem Granitfelsen ganz nah am Meer, wo es

das beste Fischbuffet auf der Insel gibt. Auch der kleine Küstenpfad

entlang der Klippen bis Tånje ist zu emfpehlen. (ca. 2

km). In allen Räuchereien der Insel kann man übrigens auch

frischen Fisch zum Mitnehmen kaufen.

Die pittoreske Ostküste bietet schöne Ausflugsziele

Vor allem Gudhjem ist etwas Besonderes. Im Sommer verwandelt

sich das kleine Fischerdorf mit den malerischen Häusern,

kleinen Geschäften, Restaurants, der Räucherei am

Hafen, dem empfehlenswerten Pfannkuchenhaus und der großen

Windmühle in eine quirlige Touristenmetropole. Der Ort

hat zwei kleine Häfen und war einmal berühmt für seine 25

Heringsräuchereien. Heute kann man sich an Heringen und

Fischspezialitäten in der Räucherei am Hafen satt essen. Am

günstigsten ist es, wenn man das Fischbuffet bucht, es ist

vielseitig und erschwinglich. Dazu gibt es einen wunderbaren

Blick auf den Hafen und die Felsküste. Von hier fährt auch das

Ausflugsschiff hinüber zur Festungsinsel Christiansø und die

MS Thor entlang der Felsküste bis zu den beeindruckenden

Felsformationen „Helligdomsklipperne“. Anschließend wandert

es sich herrlich auf dem Küstenpfad, mit einmaligen Ausblicken,

zurück nach Gudhjem (ca. 2 Std.). Dasselbe gilt auch für die


Strecke nach Melsted, die am südlichen Ende des Hafens von

Gudhjem beginnt. Der Weg windet sich durch Felsen und führt

der Steilküste entlang mit beeindruckenden Tiefblicken, vorbei

an schönen Fachwerkhäusern bis zum Landwirtschaftsmuseum

Melstedgård, wo man auch einen Kaffee trinken kann und in

die gut alte Zeit zurückversetzt wird. Das Museum zeigt alte

Stuben, Ställe, Tierrassen, Gärten u.v.m. Mit den guten Busverbindungen

auf der Insel kommt man immer wieder zum

Ausgangspunkt zurück.

Svaneke gewählt zur schönsten Stadt Dänemarks

ist voller Gemütlichkeit, Charme und Geschichte. Mit den schön

restaurierten Häusern und den historischen Kaufmannshöfen

hat Svaneke etwas von einem Freilichtmuseum, aber mit viel

buntem Leben. Nicht weit vom Hafen findet man die traditionsreichste

Herings-Räucherei der Insel, hier werden täglich

die berühmten „Bornholmer“ geräuchert, eine besondere Insel-Delikatesse.

Hier fallen die Straßen steil zum Meer hin ab,

wie auch schon in Gudhjem, wo übrigens Fahrradfahren verboten

ist, und hier ist der Marktplatz der schönste Treffpunkt.

Restaurants, Eisdielen, eine Schokoladenmanufaktur und Svanekes

„Bolcher“, ein Geschäft, wo Bonbons nach alter Tradition

hergestellt werden, findet man hier ebenso wie die Brauerei

und eine Menge Kunsthandwerk. Auch die „Bech Mølle“, Dänemarks

älteste Windmühle von 1629 und eine Glasbläserei

sind Highlights in Svaneke. Årsdale, mit seinen kleinen Fischerhäusern,

exzellenten Fischrestaurants, dem Fischerhafen

und dem Wahrzeichen des Ortes, der großen weißen Windmühle,

ist auch ein schönes Ausflugsziel. Der Fisch kommt hier

fangfrisch in die 3 noch arbeitenden Räuchereien und Besucher

können beim Räuchern zusehen. In der Mühle kann man beim

Mehl mahlen zuschauen und einen Blick in die Stein-Schleiferei

werfen, wo außergewöhnliche Schmuckstücke entstehen.

Die schönsten Badebuchten und Sandstrände

findet man im Süden der Insel. Von Sømarken über Duodde

zieht sich ein endloser Sandstrand um die Südostspitze Bornholms,

eingerahmt von großen Dünen und kleinen Kiefernwäldern,

während man im Norden verträumte Badebuchten

findet. Schön sind die Strände von Tejn und Melsted. Aber

keine andere Badebucht auf Bornholm hat so viel mediterranen

Charme, wie die in Sandvig. Nicht weit von Nexø findet man

Duodde

Årsdale

Strand Rønne

den flachsten Strand der Insel, den Balkastrand, der bei Kindern

und Surfern besonders beliebt ist, aber bei entsprechenden

Winden auch ein Algenproblem hat. Die langen Sandstrände

an der Westküste zwischen Rønne und Arnager sind auch im

Sommer kaum überfüllt, sobald die Hauptsaison vorbei ist,

hat man Strandabschnitte sogar ganz für sich.

Ein Paradies für Radfahrer und Wanderer

Viele Radtouren führen über die Inselmitte durch weitläufige

Wälder, entlang von Flüssen, vorbei an verwunschenen Seen,

durch Heidelandschaft und Hochmoore und zu den Rundkirchen

der Insel. Bornholms Rundkirchen sind die wohl kuriosesten

Wehranlagen überhaupt. Neben ihrer Funktion als Gotteshäuser

waren Sie auch Zufluchtsorte für die Bevölkerung bei kriegerischen

Angriffen. Vier von diesen Rundkirchen gibt es auf der

Insel, die alle Mitte des 12. Jh. gebaut wurden.

Besonders empfehlenswert: Idyllische Badebucht westlich

von Sandkås, einsame Strände südlich von Rønne, Küstenwanderwege:

Hasle Vang, Hammershus Hammeren,

Helligdommen Gudhjem Melsted, Listed - Åarsdale

Rundkirchen in Olsker, Osterlars, Nyker und Nylars,

Tipp Mittelaltercenter in Osterlars, Kulturhistorisches Museum

bei Helligdommen, Inselmuseum „NaturBornholm

in Aakirkeby, Sommerfuglepark mit 1.000 tropischen

Schmetterlingen in Nexø, Erbseninseln mit den Festungsanlagen

auf Christiansø. Empfehlenswerte Reisezeit: Ende August

bis Mitte September, dann ist es ruhiger und noch sommerlich.

Duodde

Rønne

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