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SPORTaktiv Outdoorguide 2017

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ÖSTERREICHS GRÖSSTES AKTIVSPORT-MAGAZIN<br />

aktiv<br />

Foto: LOWA<br />

FOTO: Hanwag<br />

OUTDOORGUIDE<br />

<strong>2017</strong><br />

EMOTIONEN<br />

Warum es uns<br />

in die Berge zieht<br />

MENSCHEN<br />

Vom Hüttenwirt bis<br />

zur Bergführerin<br />

REGIONEN<br />

Top-Urlaubsziele<br />

für Bergsportler<br />

AUSRÜSTUNGS-TIPPS FÜR WANDERER, BERGSTEIGER, KLETTERSTEIGGEHER UND KLETTERER


Panorama-Gondel • Eispalast • Sky Walk • Sightseeing • Wandern • Klettern<br />

Langlaufen • Snowboarden • Ski fahren • Paragleiten • Gletscherrestaurant<br />

Highlights: Hängebrücke inkl. Treppe ins Nichts<br />

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EDITORIAL<br />

OUTDOORGUIDE <strong>2017</strong><br />

CHRISTOF DOMENIG<br />

<strong>SPORTaktiv</strong>-Chefredakteur<br />

christof.domenig@styria.com<br />

ANSPANNUNG – ENTSPANNUNG<br />

Körper und Geist benötigen Anspannung und Entspannung – im richtigen<br />

Verhältnis zueinander. Das betont der Wirtschaftspsychologe und Bergführer<br />

Ronald Newerkla, von dem wir gleich in der ersten großen Geschichte<br />

in diesem <strong>Outdoorguide</strong> erfahren, warum in jüngster Zeit die<br />

Berge und die Natur wieder ein Traumziel so vieler geworden sind. Viele<br />

interessante Ansatzpunkte nennt der Psychologe (nachzulesen ab Seite<br />

12). Und ein Schlüssel ist eben, dass die Berge beides bieten: sportliche<br />

Herausforderungen – und genauso Rückzugs- und Erholungsräume.<br />

Dass Outdoor boomt, lässt sich auch in den Urlaubsstatistiken ablesen. Und<br />

damit in Verbindung stehend auch am Umfang dieses jährlichen <strong>SPORTaktiv</strong>-Specials.<br />

Analog zu unserem Winterguide im letzten Dezember, der<br />

als Lustmacher für den Winterurlaub dient, hat auch sein sommerliches<br />

Pendant „<strong>Outdoorguide</strong>“ mächtig zugelegt. Und wie im Winter haben wir<br />

auch diesmal die Vorstellungen der Tourismusregionen zum Dreh- und Angelpunkt<br />

des Magazins gemacht. Diese starten ab Seite 36 und ziehen<br />

sich fast bis zur letzten Seite.<br />

Damit sich das Ganze aber nicht wie ein Reisekatalog liest, findet ihr jede<br />

Menge Storys zwischen die Regionssvorstellungen platziert. Als hoffentlich<br />

gelungene Melange mit dem Bergsport als rotem Faden – und allem,<br />

was unsere Leser gewohnt sind: Ratgebergeschichten zu den Outdoor-Sportarten,<br />

Sicherheitstipps, Materialvorstellungen oder viele<br />

Porträts von Menschen, wie die „Bergfreunde“ David Lama und Peter Habeler<br />

(ab S. 16). Auch die Mischung zwischen Spannung (in Form von lesenswerten<br />

Texten) und Entspannung (mit traumhaften Bildern) stimmt.<br />

Inhaltlich findet alles Platz, was die Berge sportlich bieten: Von actionreich<br />

(Klettern, Canyoning ...) bis beschaulich (Weit- und Genusswandern ...).<br />

Vom spannenden Sidestep zum Trailrunning – in Form eines Interviews<br />

mit US-Trailrunner Anton Krupicka (ab Seite 20) – bis zum traditionellen<br />

Schlusspunkt jeder <strong>SPORTaktiv</strong>-Ausgabe, den sportiven Ansichten und Einsichten<br />

des Schriftstellers und Satirikers Egyd Gstättner (ab Seite 240).<br />

Der passt mit seinem Titel voll ins (ent)spannende Gesamtkonzept: „Über<br />

allen Gipfeln ist Wellness“.<br />

Also: Spannende Lektüre und – einen entspannenden Bergsommer!<br />

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Stefan Glowacz<br />

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Foto: Thomas Polzer<br />

IMPRESSUM: Medieninhaber und Herausgeber: TOP TIMES Medien GmbH, ein Unternehmen der Styria Media Group,<br />

8010 Graz, Gadollaplatz 1; Tel.: 0 316/80 63-25 80 Geschäftsführung: Mag. Alfred Brunner, Markus Gstöttner;<br />

Brandmanager: Ronald Tomandl; Chefredaktion: Christof Domenig; Redaktion: Klaus Molidor, Christoph Lamprecht, Claudia<br />

Riedl, Thomas Polzer, Axel Rabenstein, Sonja Burger, Linda Freutel, Klaus Höfler, Wolfgang Kuhn, Wolfgang Kühnelt, Florian<br />

Madl; Anzeigenverkauf: Arnold Pauly, Robert Nebel, Sandra Freidl; Layout & Produktion: Styria Media Design GmbH & Co<br />

KG, Helga Schweinzer; HERSTELLER: Leykam Druck GmbH & Co KG, 7201 Neudörfl; Alle Angaben ohne Gewähr, Haftung<br />

für Irrtümer und Änderungen ausgeschlossen. Satz- und Druckfehler vorbehalten. Alle Rechte vorbehalten.<br />

Berichte über Tourismusregionen und Events werden gegen Druckkostenbeiträge produziert.<br />

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Vertrieb Österreich . Deeluxe Sportartikel Handels GmbH<br />

Europastraße 8 / I . A-6322 Kirchbichl<br />

T + 43 (0) 5332 930 81 . e-mail: info@deeluxe.com<br />

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OUTDOORGUIDE <strong>2017</strong><br />

INHALT<br />

16<br />

20<br />

Coolmax ® Reversible Hat BUFF ®<br />

46<br />

84<br />

High UV BUFF ®<br />

Gut geschützt<br />

6 HOTSPOTS<br />

Bilder, die Lust auf den Bergsommer machen.<br />

12 DIE MACHT DER BERGE<br />

„Die Berge sind unser eigenes Spiegelbild“ – ein<br />

Bergführer und Psychologe erklärt, warum das zutrifft.<br />

Für jede Wanderung, BUFF® Head- und Neckwear schützt<br />

dich, trocknet schnell und ist stylisch.<br />

16 EINE FRAGE DER EHRE<br />

Bergsteigerlegende Peter Habeler und Kletterstar David<br />

Lama über die Eiger Nordwand und ihre Freundschaft.<br />

20 ANTON KRUPICKA ÜBER ... KOMFORT<br />

Was den US-Amerikaner bei seinen extremen Läufen<br />

in den Bergen antreibt, erzählt er im Interview.<br />

BUFF ® is a registered trademark property of Original Buff, S.A. (Spain)<br />

Mütze & Neckwear<br />

& Design kombinieren.<br />

24 DIE BERGE SIND FÜR ALLE DA<br />

Bergurlaub bringt alle auf den Gipfel der Gefühle.<br />

28 HOCHWERTIG, NACHHALTIG<br />

Der Outdoorbranche auf den Zahn gefühlt.<br />

36 OUTDOORLAND TIROL<br />

573 Gipfel, 700 Bergführer und große alpine Vielfalt.<br />

46 HOCH AUF TOUR<br />

Sommerhochtouren auf 3.000 bis 4.000 m hohe Gipfel<br />

versprechen große Emotionen. So geht man’s an ...<br />

62 ALPINISTIN AUS LEIDENSCHAFT<br />

Wie sich Bergführerin Lisi Steurer Respekt verschafft.<br />

70 UNTERWEGS MIT DEM RANGER<br />

Mit Nationalpark-Ranger Emanuel Egger zum Gletscher.<br />

74 ZWISCHEN EXTREM UND BEQUEM<br />

Warum Klettersteige so viele Sportler faszinieren.<br />

84 HEIMSPIEL<br />

<strong>SPORTaktiv</strong>-Experte Herbert Ranggetiner über ein<br />

spezielles Klettererlebnis in den Lienzer Dolomiten.<br />

90 DIE HÜTTE IST SEINE HEIMAT<br />

Berufung statt Beruf: Gottlieb Lorenz ist schon in<br />

vierter Generation Wirt auf der Jamtalhütte in Galtür.<br />

94 BIST DU AUCH FIT GENUG? – POWERED BY RUNTASTIC<br />

Wie man sich richtig auf die Bergsaison vorbereitet.<br />

100 GUT GEGANGEN<br />

So lassen sich Blasen und „Reibereien“ verhindern.<br />

106 DER ETWAS ANDERE DUATHLON<br />

Live dabei beim „Hike & Fly“ am Achensee.<br />

FOTOS: Stefan Siegrist/Red Bull Contentpool, La Sportiva, Herbert Raffalt, Herbert Ranggetiner, Klaus Höfler, Stefan Leitner, iStock<br />

www.buff.eu<br />

www.epmsports.at<br />

4<br />

<strong>SPORTaktiv</strong>-OUTDOORGUIDE <strong>2017</strong>


106 146<br />

Neues Leben für<br />

altes Schuhwerk<br />

216<br />

230<br />

Nasse Füße?<br />

Schmutz und<br />

eingedrungenes Wasser<br />

verhindern, dass<br />

Schweiß nach außen<br />

entweichen kann. Ihre<br />

Füße bleiben feucht.<br />

Trockene Füße!<br />

Aus sauberen,<br />

wasserfesten Stiefeln<br />

kann Wasserdampf<br />

entweichen. So bleiben<br />

Ihre Füße trocken.<br />

110 OUTDOORLAND SALZBURG<br />

10.000 km Wanderwege und andere Zahlenspiele<br />

126 FELSWAND, ICH KOMME<br />

Live dabei bei einem Kletterkurs für Einsteiger.<br />

132 GEDANKEN ZUR MOTIVATION<br />

Im 6. Teil unserer Kletterschule fragt sich Herbert<br />

Ranggetiner, ob er andere motivieren kann und soll.<br />

136 ALS AUS „SCHLUCHTELN“ CANYONING WURDE<br />

Vom Abenteuer zum Sport für eine breite Zielgruppe.<br />

142 DIE ZUSTIEGS-BESCHLEUNIGER<br />

Die besten Touren mit schnellem Zustieg per Seilbahn.<br />

146 KULINARISCH AUF DER HÖH’<br />

Durch die Alpen gewandert, auf der Suche nach der<br />

etwas anderen Hüttenjause.<br />

158 OUTDOORLAND STEIERMARK<br />

Zahlen und Fakten zur wanderbaren „Grünen Mark“.<br />

168 DEM GENUSS AUF DER SPUR<br />

Es muss nicht immer „höher, schneller, weiter“ sein.<br />

178 OUTDOORLAND KÄRNTEN<br />

Zahlen aus Österreichs südlichstem Bundesland.<br />

186 60 JAHRE RETTER AUS DER NOT<br />

Einblicke in das Leben eines Bergretters.<br />

198 OUTDOORLAND OBERÖSTERREICH<br />

Berge, Seen und ein Nationalpark mit 20.856 Hektar.<br />

202 FRAUEN WANDERN ANDERS<br />

... davon ist Wanderführerin Eva Sigl überzeugt.<br />

210 OUTDOORLAND SÜDTIROL<br />

Exakt 1.733 Almen warten in den Bergen Südtirols.<br />

216 BILDER, DIE UNS BERGE GEBEN<br />

Zwei Bergfotografen erklären ihre imposanten Bilder.<br />

224 OUTDOORLAND SLOWENIEN<br />

6.000 Wanderwege schlängeln sich durch Slowenien.<br />

230 ES STEHT IN DEN WOLKEN<br />

Wie man das Wetter auf Bergtouren richtig „liest“.<br />

234 OUTDOORLAND BAYERN<br />

Watzmann und Zugspitze warten auf Bergsteiger.<br />

240 ÜBER ALLEN GIPFELN IST ... WELLNESS<br />

Als „Finale grande“: Schriftsteller Egyd Gstättners<br />

ganz eigene Sicht auf die Bergwelt.<br />

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HOTSPOT IN TIROL<br />

FOTO: TVB St. Anton am Arlberg<br />

6<br />

<strong>SPORTaktiv</strong>-OUTDOORGUIDE <strong>2017</strong>


ST. ANTON AM ARLBERG – LIVE SPORTY!<br />

SPORT TREIBEN IM EINKLANG MIT DER NATUR und mit jedem Atemzug die frische Bergluft<br />

spüren – das ist nicht nur inspirierend, sondern auch wohltuend und gesund.<br />

St. Anton am Arlberg bietet aufgrund seiner Lage ein vielseitiges Areal für Sportler und<br />

aktive Gäste. Egal, ob beim Bergwandern auf den über 300 km markierten Wanderwegen<br />

oder Mountainbiken auf 350 km langen Routen, beim Klettern an riesigen Felsen,<br />

beim Yoga oder mit dem Kajak über die tosenden Wellen reitend: Die abwechslungsreiche<br />

Bergwelt bietet jeden Tag neue Möglichkeiten.<br />

Bei all diesen Voraussetzungen wundert es nicht, dass sich hier jedes Jahr die sportliche<br />

Elite zu hochkarätigen Events trifft.<br />

EVENT-HIGHLIGHTS <strong>2017</strong>:<br />

24./25. Juni.: Musica et Artificium<br />

1. Juli: Montafon-Arlberg-Sparkassen-Marathon (Berglauf)<br />

29./30.Juli: ARLBERG Giro<br />

19. August: Arlberger Bike-Marathon<br />

23.–26. August: 23. Filmfest „Berge, Menschen, Abenteuer“<br />

31. August–3. September: 2. Mountain Yoga Festival<br />

4./5. September: Gore-Tex Transalpine-Run<br />

16. September: Almabtrieb und Bauernfest<br />

INFORMATION UND BUCHUNGEN: Tourismusverband St. Anton am Arlberg |<br />

Tel. +43/54 46/22 69-0 | info@stantonamarlberg.com | www.stantonamarlberg.com<br />

7


HOTSPOT IN TIROL<br />

„KOASA TRAIL“ – WO MAN DAS<br />

HERZ DES KAISERS BERÜHRT ...<br />

DER WILDE KAISER, der gern als der „Koasa“ bezeichnet wird, thront<br />

unübersehbar inmitten der Kitzbüheler Alpen. Er erfreut sich großer<br />

Beliebtheit und wer ihm einmal richtig nahekommen will, erhält dazu eine<br />

neue Gelegenheit: den „Koasa Trail“. So nennt sich Tirols jüngster Weitwanderweg,<br />

der auf vier Etappen rund um St. Johann in Tirol führt und<br />

dabei den Wilden Kaiser ständig im Blick hat.<br />

DIESER GENUSSREICHE WEITWANDERWEG vereint die schönsten Naturschauplätze<br />

der Region St. Johann in Tirol. 65 Kilometer und 3.750 Höhenmeter<br />

sind an vier Tagen zurückzulegen. Täglich erwartet den Wanderer<br />

dabei ein landschaftlicher Höhepunkt: vom Niederkaiserkamm über das<br />

Kaiserbachtal, der sagenumwobenen Teufelsgasse bis hin zur Grießbachklamm.<br />

Es gilt also: Rucksack packen, weil der Koasa ruft ...<br />

MEHR INFOS: www.koasatrail.info<br />

FOTOS: TVB Kitzbüheler Alpen<br />

8<br />

<strong>SPORTaktiv</strong>-OUTDOORGUIDE <strong>2017</strong>


9


HOTSPOT IN SALZBURG<br />

IM SOMMER IST OBERTAUERN<br />

NOCH EIN GEHEIMTIPP<br />

BERGSEEN, HÜTTEN, WANDERWEGE – auch das ist Obertauern. Der<br />

Winter-Hotspot hat auch im Sommer viel zu bieten. Familien und sportliche<br />

Bergfreunde können 100 Kilometer Wanderwege entdecken, über urige<br />

Almen wandern und sich an stillen Bergseen erfrischen. Die Region mit<br />

Obertauern, Untertauern und Tweng ist im Sommer noch ein Geheimtipp,<br />

bietet aber ein abwechslungsreiches Outdoor-Programm.<br />

FAMILIENTAUGLICH ist die 3-Seen-Wanderung oder eine Familientour<br />

unter dem Motto „Alles Alm“. Dazu kommen Bergyoga-Kurse im Freien,<br />

Fahrrad- und Mountainbike-Touren sowie die actionreiche Mountain<br />

Skyver Tour, bei der es mit Geländerollern vom Berg ins Tal geht. Für<br />

Stärkung und Genuss sorgen dann zünftige Brettljausen in den vielen<br />

gemütlichen Almhütten.<br />

MEHR INFOS UND BUCHUNGEN: www.obertauern.com<br />

10<br />

<strong>SPORTaktiv</strong>-OUTDOORGUIDE <strong>2017</strong><br />

FOTO: TVB Obertauern


11


OUTDOORGUIDE<br />

DIE MACHT DER<br />

BERGE<br />

„DIE BERGE SIND UNSER EIGENES SPIEGELBILD“,<br />

sagt der Bergführer und Psychologe Dr. Ronald Newerkla.<br />

Wie das gemeint ist, ob der aktuelle Outdoorboom auch mit dem<br />

Zeitgeschehen zusammenhängt und wie man die „Macht der<br />

Berge“ für sich bestmöglich nutzen kann: Das wollen wir zum<br />

Einstieg in diesen <strong>Outdoorguide</strong> mit dem Experten ergründen.<br />

Man muss gar nicht regelmäßig<br />

auf Gipfeln stehen und herabschauen,<br />

um dieses Phänomen<br />

nachvollziehen zu können. Einen<br />

markanten Berg nur aus der Ferne zu<br />

betrachten, lässt kaum jemanden kalt. Er<br />

strahlt etwas Mächtiges, Ergreifendes,<br />

Schönes – unter Umständen aber auch Bedrohliches<br />

aus. „Der große Berg und der<br />

kleine Mensch“ – das Motiv ist uralt.<br />

Doch gibt es dafür aus psychologischer<br />

Sicht eine schlüssige Erklärung?<br />

„Berge sind ein ‚psychologisches<br />

Konglomerat‘ – sie können schön, anziehend<br />

und auch abschreckend und bedrohlich<br />

wirken“, meint Mag. Dr. Ronald<br />

Newerkla dazu. Der Bergführer, Bergsteiger<br />

und Wirtschaftspsychologe aus St.<br />

Pölten, der häufig mit Managern arbeitet<br />

und seine Erfahrung aus dem Bergsport<br />

einfließen lässt, erzählt dazu diese Begebenheit:<br />

„Als ich im Basislager des Nanga<br />

Parbat gesessen bin, hat die Druckwelle<br />

einer Lawine aus der Diamir-Flanke fast<br />

unsere gesamten Zelte niedergedrückt.<br />

Das war Bedrohung pur. Zwei Stunden<br />

später, von der Abendsonne beleuchtet,<br />

wirkte der Berg friedlich und durch diese<br />

Ausstrahlung ließ auch unsere Anspannung<br />

nach. Die Bedrohung wich, das<br />

Mächtige und Ergreifende stand nun vor<br />

uns – umrahmt von Schönheit.“<br />

Woher kommt es also, wie wir einen<br />

Berg empfinden? Zumindest zum Teil aus<br />

uns selbst, sagt Newerkla. „Nicht nur objektive<br />

Gegebenheiten zeichnen das Bild<br />

vom Berg: Auch unsere subjektiven Empfindungen<br />

entscheiden, ob wir im Berg<br />

etwas Mächtiges, Schönes, Ergreifendes<br />

oder Bedrohliches – oder von allem etwas<br />

sehen. Die Berge sind letztlich wir selbst:<br />

unser eigenes Spiegelbild.“<br />

Noch ein Phänomen, das zum aktuellen<br />

Outdoorboom passt: Wenn man in<br />

eine grüne Umgebung statt in eine „Betonwüste“<br />

schaut, sinkt der Stresspegel<br />

messbar. Auch das kann Newerkla bestätigen:<br />

„Wir wissen tatsächlich, dass Patienten<br />

im Krankenhaus mit Blick ins Grüne<br />

rascher gesunden.“ Warum das so ist,<br />

sei nicht so genau geklärt. „Wenn wir uns<br />

aber fragen, was wir mit einer grünen<br />

Landschaft verbinden – Aufblühen, Harmonie,<br />

Gleichgewicht, Kraft, Energie<br />

usw. – so sind das alles Dinge, die wir zum<br />

Gesundbleiben gut brauchen können<br />

und die als ‚geistige Nahrung‘ genauso<br />

beim Gesundwerden helfen können.“<br />

FOTO: Tiroler Zugspitz Arena<br />

Text: Christof Domenig<br />

12<br />

<strong>SPORTaktiv</strong>-OUTDOORGUIDE <strong>2017</strong>


13<br />

Der Anblick eines<br />

Bergriesen –<br />

wie hier am Bild<br />

aus der Tiroler<br />

Zugspitz Arena<br />

– löst bei fast<br />

jedem Menschen<br />

Emotionen aus.


PSYCHOLOGIE<br />

RUHEZONEN UND RÜCKZUGSORTE<br />

Dass die Berge und die Natur die Menschen<br />

anziehen, kann also nicht verwundern.<br />

„Sie bieten Ruhe und ermöglichen<br />

die innere Einkehr. Gerade<br />

in einem stressgeplagten, hektischen<br />

Alltag werden solche Rückzugsorte<br />

wichtiger.“ Aus Untersuchungen wisse<br />

man, dass der erlebte Erholungsfaktor<br />

ins Tal mitgenommen<br />

wird und in den<br />

Alltag hineinwirkt.<br />

Vor diesem Hintergrund<br />

passt es<br />

denn auch gut in die<br />

Zeit, dass Erlebnisse<br />

in der Natur und in<br />

den Bergen von vielen<br />

Menschen wieder gesucht<br />

werden. „Wir<br />

erleben immer mehr<br />

Ereignisse, die sich<br />

als unvorhersehbar<br />

und unkontrollierbar<br />

erweisen. Naturkatastrophen,<br />

Terroranschläge<br />

oder die Sorge<br />

um den Arbeitsplatz.<br />

Menschen brauchen aber gerade in ihrer<br />

näheren Lebensumgebung das Gefühl<br />

von Kontrolle und Vorhersehbarkeit“,<br />

sagt Ronald Newerkla.<br />

Fehlten solche Kontrollmöglichkeiten,<br />

könnten ernsthafte physische<br />

wie psychische Erkrankungen die Folge<br />

sein. „Bergsteigen ermöglicht nun<br />

Menschen, mit der Natur und mit sich<br />

selbst in Kontakt zu treten. Man erwirbt<br />

dabei auch das Gefühl, dass eigene<br />

Leistungen und Anstrengungen<br />

zu einem Ziel führen können. Etwas,<br />

was im heutigen Berufsleben mehr<br />

und mehr verschwindet.“<br />

„Bergsteigen ermöglicht<br />

Menschen, mit<br />

der Natur und mit<br />

sich selbst in Kontakt<br />

zu treten. Man<br />

erwirbt auch das<br />

Gefühl, dass eigene<br />

Leistungen zu einem<br />

Ziel führen können.“<br />

DR. RONALD NEWERKLA,<br />

BERGFÜHRER UND<br />

PSYCHOLOGE<br />

Spannung und<br />

Entspannung:<br />

Beim Sport in<br />

den Bergen geht<br />

es auch darum,<br />

die „goldene<br />

Mitte“ zu finden.<br />

STÄNDIG IN KONKURRENZ<br />

Apropos Leistung: Manchen geht es in<br />

der Natur um ein Herauskommen aus<br />

dem Alltag und um die Erholung –<br />

„Leistungsbeweise“ wie erreichte Gipfel<br />

treten in den Hintergrund. Anderen<br />

ist es dagegen sehr wohl sehr<br />

wichtig, sportliche Leistungen zu erbringen.<br />

Was steht nach Einschätzung<br />

des Experten<br />

beim derzeitigen Outdoorboom<br />

im Vordergrund?<br />

„Es sind mit Sicherheit<br />

alle<br />

angesprochenen Phänomene<br />

zu finden.<br />

Doch gerade wenn<br />

man mit stressgeplagten<br />

Managern zu tun<br />

hat, stellt man oft fest:<br />

Leistung und Performance<br />

spielen im Beruf<br />

wie im Freizeitleben<br />

die gleiche Rolle.<br />

Die gehen nicht gemütlich<br />

Bergsteigen,<br />

sondern konkurrieren<br />

sich dort genauso mit<br />

anderen“, weiß Newerkla. Viele würden<br />

Ruhe und Nachdenken gar als etwas<br />

Bedrohliches empfinden. „Nachdenken<br />

über das eigene Tun kann bei<br />

solchen Menschen große Unsicherheit<br />

hervorrufen, deshalb betäuben<br />

sie sich gerne mit einem sportlichen<br />

Kick nach dem anderen. Sie flüchten<br />

dann vor ihrer Familie, vor der eigenen<br />

inneren Leere. Beschäftigt sein ist<br />

das Wichtigste“, übt der Psychologe<br />

Kritik.<br />

Doch Leistungswille am Berg,<br />

sich Herausforderungen zu stellen, sei<br />

andererseits natürlich positiv zu sehen<br />

– es sei alles eine Frage der Herangehensweise:<br />

„Das bergsportliche Unternehmen<br />

muss sich mit den übrigen<br />

Lebensaufgaben vereinen lassen: Es<br />

braucht die Zeit, die Energie und das<br />

nötige Training dazu“.<br />

SCHULE FÜRS LEBEN<br />

(Berg-)Sport sei daher „mit Sicherheit<br />

eine Schule fürs Leben“, meint Newerkla.<br />

Er lehre uns Ziele konsequent zu<br />

verfolgen; aber auch mit Niederlagen<br />

und Rückschlägen konstruktiv umzugehen:<br />

„Sportliche Herausforderungen<br />

brauchen körperliches Training<br />

und mentale Ressourcen: Dies<br />

beginnt schon damit, dass ich eine Herausforderung<br />

annehme und nicht<br />

vor ihr zurückschrecke. Und mir in<br />

weiterer Folge dann einen Plan mache,<br />

wie ich sie meistern kann.“ Erfahrungen<br />

solcher Art könnten überall<br />

im Leben und speziell auch im Berufsleben<br />

natürlich sehr helfen.<br />

Bleibt abschließend noch die Frage:<br />

Wie geht man nun sinnvoll mit der<br />

Herausforderung in den Bergen um,<br />

um das Erholungspotenzial einerseits<br />

und die Möglichkeit, am „Berg zu<br />

wachsen“, andererseits optimal zu<br />

nutzen? Für Newerkla geht es hier um<br />

die rechte Balance. „Goethe schrieb<br />

einmal: ‚Die Berge sind stumme Meister<br />

und machen schweigsame Schüler.‘<br />

Wenn wir auch als Professionisten,<br />

die wir beispielsweise als<br />

Bergführer ja sind, in die Berge gehen<br />

und dabei trotzdem immer Lehrlinge<br />

bleiben, so erhalten wir uns immer<br />

die Bereitschaft zum Lernen.“<br />

Eine Grundvoraussetzung für<br />

Persönlichkeitsentwicklung sei die<br />

Fähigkeit zur Reflexion, betont der<br />

Psychologe, „Dinge zu analysieren<br />

und die Lehren daraus zu ziehen.<br />

Etwa, sein aktuelles Können mit den<br />

momentanen Herausforderungen in<br />

Einklang bringen. Es geht also darum,<br />

sich durchaus die Latte hoch zu legen,<br />

sich zu fordern – dann aber soll wieder<br />

etwas Gemütliches folgen. Geist wie<br />

Körper brauchen die Anspannung,<br />

aber genauso die Entspannung.“<br />

MAG. DR. RONALD NEWERKLA aus<br />

St. Pölten (NÖ) ist Wirtschaftspsychologe,<br />

Trainer, Coach, Bergführer und<br />

Bergsportler.<br />

E-Mail: ronald.newerkla@aon.at<br />

www.ronald-newerkla.at<br />

FOTO: iStock<br />

14<br />

<strong>SPORTaktiv</strong>-OUTDOORGUIDE <strong>2017</strong>


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16<br />

<strong>SPORTaktiv</strong>-OUTDOORGUIDE <strong>2017</strong>


Eine<br />

Frage<br />

der Ehre<br />

BERGFREUNDE FÜRS LEBEN. David Lama ist mit seinem<br />

Entdecker, Everest-Legende Peter Habeler, Ende März die<br />

Eiger-Nordwand durchstiegen. Und für beide war es eine<br />

Ehre, das mit dem anderen zu erleben. Eine Geschichte über<br />

Stil, eine Nacht im Todesbiwak – und vor allem, was Freundschaft<br />

in den Bergen bedeutet.<br />

TEXT: Klaus Molidor<br />

FOTO: Stefan Siegrist/Red Bull Contentpool<br />

Zuerst ist der Peter mit dem David<br />

gegangen. Über Felder mit<br />

großen Felsblöcken und im<br />

Klettergarten. Jetzt ist der David<br />

mit dem Peter gegangen. Durch die<br />

berüchtigte Eiger-Nordwand. Knapp<br />

22 Jahre liegen zwischen den beiden<br />

Abenteuern und dem Rollentausch<br />

von Peter Habeler und David Lama. Habeler<br />

war damals schon ein hochdekorierter<br />

Alpinist, den seine erstmalige<br />

Everest-Besteigung ohne Sauerstoff gemeinsam<br />

mit Reinhold Messner zur<br />

Bergsteigerlegende gemacht hat. Lama<br />

war ein fünfjähriges Bürscherl, das geradezu<br />

über die Blöcke getänzelt ist.<br />

„Diese Geschmeidigkeit in seiner Bewegung<br />

ist mir sofort aufgefallen, ich<br />

hab gleich gesehen: Der Bursche ist ein<br />

Talent“, erinnert sich Habeler.<br />

30. März <strong>2017</strong>: Jetzt geht das „Bürscherl“,<br />

mittlerweile 26, voraus. Steigt<br />

durch die Eiger-Nordwand nach oben.<br />

In der linken Hand einen Eispickel, in<br />

der rechten Hand einen Eispickel, so<br />

zieht er sich beinahe spielerisch nach<br />

oben. „Geht’s, Peter? Lass dir Zeit“, ruft<br />

David nach unten zu seinem Entdecker.<br />

Die beiden klettern auf der Heckmair-Route.<br />

Dort, wo Habeler 1974 mit<br />

Reinhold Messner einst in knapp zehn<br />

Stunden einen Rekord aufgestellt hat<br />

und wo auch Lama bei seinem ersten<br />

Eiger-Abenteuer gehen wollte, da steigen<br />

sie jetzt gemeinsam auf.<br />

„Ich hab den Anderl Heckmair<br />

noch gekannt“, erinnert sich Habeler<br />

an einen „tollen, lustigen Burschen“.<br />

Lama kannte den Namensgeber der<br />

Route naturgemäß nicht mehr. Dafür<br />

wusste er aber schon als Fünfjähriger<br />

im Kletterkurs, welcher Kapazunder<br />

ihm schon nach den ersten paar Kurstagen<br />

prophezeit hatte: „David, du<br />

wirst einmal Weltmeister.“<br />

Die Berge haben David Lama<br />

17


PERSONALITY<br />

KLEIN<br />

PRAKTISCH<br />

BESSER<br />

MICRO VARIO CARBON<br />

Photo © Claudia Ziegler<br />

immer schon fasziniert. „Aus den Büchern<br />

meiner Eltern wusste ich auch,<br />

wer der Peter Habeler ist und was er geleistet<br />

hat“, erzählt Lama, „richtig einschätzen,<br />

was so jemand geleistet hat,<br />

kannst du dann aber erst, wenn du<br />

selbst ähnliche Erfahrungen gemacht<br />

hast.“ Jetzt kann er also noch besser bewerten,<br />

was sein Partner bereits hinter<br />

sich gebracht hat, der da hinter ihm<br />

über den sogenannten „Eisschlauch“<br />

geht – als ältester Mensch, der sich je an<br />

die Eiger-Nordwand herangewagt hat.<br />

„Ich musste nicht lange überlegen, als<br />

der Peter vor zwei, drei Jahren mit dem<br />

Vorschlag an mich herangetreten ist,<br />

dass ich ihn durch die Wand führe."<br />

BERG KRÄFTIGT BEZIEHUNG<br />

Die Verhältnisse sind winterlich, der<br />

Felsen ist mit Eis überzogen, das bei jedem<br />

Schritt mit den Steigeisen absplittert.<br />

„Da denke ich schon daran, wie die<br />

Leute das früher gegangen sind“, sagt<br />

Habeler. „Der Heckmair, der Harrer,<br />

der Hias Rebitsch. Mit Lodenhosen, mit<br />

Hanfseilen, die gefroren sind.“ Heute alles<br />

längst kein Thema mehr. Das Material<br />

hat sich weiterentwickelt, der Klettersport<br />

ebenso wie die Qualität der<br />

Wetterprognosen. „Darum ist die Eiger-<br />

Nordwand heute nicht mehr die ultimative<br />

Herausforderung, die sie einmal<br />

gewesen ist“, sagt Lama. Weil sich viele<br />

Tragödien in dieser mächtigen Felswand<br />

aufgrund eines rasanten Wetterumschwungs<br />

ereignet hatten. „Dieses<br />

Risiko kann man heute sehr viel kleiner<br />

halten“, sagt er.<br />

„Wer weiß, vielleicht<br />

wäre ich ohne Peter nie<br />

zum Klettern und zum<br />

Alpinismus gekommen.“<br />

DAVID LAMA<br />

Am Nachmittag des ersten Tages<br />

erreichen die beiden das sogenannte<br />

Todesbiwak, in dem 1935 die Münchner<br />

Bergsteiger Max Sedlmayr und Karl<br />

Mehringer bei einem mehrtägigen Wettersturz<br />

ums Leben kamen. „Eigentlich<br />

die einzige Stelle in der Wand, an<br />

der man gescheit biwakieren und sich<br />

hinlegen kann“, sagt Habeler. „Wenn<br />

„Der David hat mir<br />

Sicherheit gegeben,<br />

mich bestärkt. Das<br />

hat die Sache sehr<br />

angenehm gemacht.“<br />

PETER HABELER, MIT 74 DER<br />

ÄLTESTE MENSCH, DER DIE<br />

EIGER-NORDWAND<br />

DURCHSTIEGEN IST<br />

ich denk, dass früher Bergsteiger in<br />

der Eiger-Nordwand drei, vier Tage bei<br />

schlechtem Wetter im Stehen biwakieren<br />

mussten … Da tät ich durchdrehen.“<br />

Diesmal ist das Wetter aber gut<br />

und bleibt auch so. Im Biwak ist endlich<br />

auch einmal Zeit, um über andere<br />

Dinge als das Klettern zu reden. Über<br />

ihre Freundschaft zum Beispiel: Seit<br />

der Zeit im Kletterkurs ist der Kontakt<br />

zwischen den beiden ja nie abgerissen.<br />

Vier Jahre später, David Lama war gerade<br />

einmal neun Jahre alt, sind sie gemeinsam<br />

auf den Großglockner gegangen.<br />

„Das sind Erlebnisse, die vergisst<br />

du nicht“, sagt Lama.<br />

Das Band zwischen Habeler und<br />

Lama ist geblieben, „in den letzten Jahren<br />

hab ich ihn wieder mehr verfolgt,<br />

weil er im Zillertal Routen geklettert ist,<br />

die ich auch gut kenne“, sagt Habeler.<br />

Gemeinsame Erlebnisse am Berg verbinden,<br />

machen die Freundschaft noch<br />

stärker. „Wenn man in einer Freundschaft<br />

gemeinsam Dinge tut und erlebt,<br />

wird die Beziehung automatisch tiefer“,<br />

sagt Lama – „das kann auch Kuchen backen<br />

sein.“ Oder eben wie bei ihnen die<br />

Eiger-Nordwand. „Es war mir eine Ehre,<br />

das mit Peter zu machen, und ich hoffe,<br />

dass wir auch in 10, 20 Jahren noch darüber<br />

reden werden.“<br />

DIE CHEMIE MUSS STIMMEN<br />

Für Habeler macht gerade das gemeinschaftliche<br />

Erleben am Berg viel von<br />

dem Gesamteindruck aus. „Wenn man<br />

gemeinsam eine Bergtour macht, geht<br />

es nicht, wenn man sich nicht mag. Das<br />

Menschliche muss stimmen, sonst ist<br />

es eine Quälerei.“ Im Todesbiwak rennt<br />

aber nicht nur der Schmäh. „Wenn<br />

man sich gut versteht, braucht es nicht<br />

immer viele Worte“, sagt Lama. Außerdem:<br />

Ganz auslassen darf die Konzentration<br />

auch nicht, jeder hat seine<br />

FOTO: Stean Voitl/Red Bull Contentpool<br />

WWW.LEKI.COM<br />

18<br />

<strong>SPORTaktiv</strong>-OUTDOORGUIDE <strong>2017</strong>


Die langjährigen<br />

Bergfreunde Peter<br />

Habeler und David<br />

Lama am Fuß der Eiger-Nordwand,<br />

die<br />

sie dann gemeinsam<br />

durchstiegen sind.<br />

©Birgit Gelder<br />

Aufgaben zu erledigen. „Wenn du da<br />

den Gaskocher umschmeißt und Wasser<br />

in den Schlafsack rinnt, ist das nicht<br />

wirklich lustig.“<br />

Und so genießen beide die Stille, die<br />

Aussicht, die Natur. „Der breite Grinser<br />

vom Peter beim Sonnenuntergang wird<br />

mir in Erinnerung bleiben“, sagt Lama.<br />

Die beiden vertrauen einander. „Der David<br />

hat mir Sicherheit gegeben, mich<br />

bestärkt – das hat die Sache schon sehr<br />

angenehm gemacht“, sagt Habeler.<br />

Für eine Doku zu Habelers 75. Geburtstag<br />

am 22. Juli war auch eine Crew<br />

von Servus TV mit von der Partie – „da<br />

war im ganzen Team eine Kameradschaft,<br />

eine ganz besondere Stimmung“,<br />

sagt Peter Habeler, der genaue solche Erlebnisse<br />

braucht, die für ihn das Bergsteigen<br />

ausmachen. „Es muss nicht immer<br />

nur Leistung, Leistung, Leistung<br />

sein. Klar gehört das auch dazu, mehr<br />

zu schaffen als andere zuvor. Dieser<br />

Ehrgeiz ist ja in uns. Aber es braucht<br />

auch die erbaulichen Erlebnisse. Einmal<br />

die Natur genießen, langsamer gehen,<br />

stehen bleiben.“<br />

STIL GEHT VOR GIPFEL<br />

Eine Philosophie, der auch Lama etwas<br />

abgewinnen kann. Es geht auch ihm<br />

nicht nur um den Gipfel, sondern auch<br />

um den Stil. Etwas erreichen um jeden<br />

Preis und dafür seine Ideale verraten<br />

kommt nicht in Frage. „Peter und Reinhold<br />

Messner haben mich sicher beeinflusst,<br />

einen ähnlichen Weg zu gehen.<br />

Die beiden waren Wegbereiter, sie haben<br />

den Leuten gezeigt, was möglich<br />

ist.“ Umgekehrt ist es ähnlich. „Der David<br />

klettert heute Sachen, die wir uns<br />

damals nur angeschaut haben und gedacht<br />

haben: Das wär lässig.“<br />

Trotz des großen Altersunterschieds<br />

von 48 Jahren verstehen sich<br />

die beiden Bergsteiger, auch ohne viel<br />

zu reden. Die Grenzerfahrungen in den<br />

Bergen verbinden und schweißen zusammen.<br />

„Peter hat so viel Erfahrung,<br />

dass du keine Seilkommandos schreien<br />

musst, das geht einfach alles automatisch.<br />

Er weiß, wie das ist, wenn der<br />

Kletterer oben am Stand ankommt, wie<br />

viel Zeit er da braucht, da muss er gar<br />

nicht raufschauen.“<br />

Zum Tagesausklang tauschen die<br />

beiden Freunde dann noch Erlebnisse<br />

von ihren Expeditionen aus. „Dann haben<br />

wir geschlafen wie die Murmeltiere“,<br />

erinnert sich Habeler bei unserem<br />

Gespräch nach der Rückkehr aus der<br />

Schweiz. Am zweiten Tag klettern sie<br />

weiter über das „Brüchige Band“, über<br />

den Götterquergang bis zum Gipfel.<br />

„Der David ist so gut beinander und<br />

hat eine so gute Technik, der spaziert<br />

dort oben ja fast herum, so leicht schaut<br />

das aus“, streut Habeler seinem jungen<br />

Bergfreund Rosen. Und Lama gibt das<br />

Kompliment an seinen Entdecker zurück.<br />

„Auch, wenn es nicht mehr die<br />

ganz, ganz schwierige Wand von einst<br />

ist: Du musst dort auch im Nachstieg<br />

voll konzentriert bleiben.“ Dann trennen<br />

sich die Wege der beiden wieder.<br />

Lama befährt danach noch die Pallavicini-Rinne<br />

am Großglockner mit Skiern,<br />

Habeler reist von Vortrag zu Vortrag<br />

und lässt sich einen Leistenbruch operieren<br />

– „jetzt muss ich einmal drei Wochen<br />

ohne Klettern auskommen.“ Nur<br />

David Lama sinniert zum Schluss noch:<br />

„Wer weiß, vielleicht wär ich ohne den<br />

Peter überhaupt nicht zum Klettern gekommen<br />

...“<br />

SERVUS-TV zeigt die Bergwelten-Doku<br />

über Habeler und Lama am 3. 7. um 20.15.<br />

LEICHT<br />

TRAGEN<br />

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19<br />

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OUTDOORGUIDE<br />

„Berge sind wild,<br />

haben etwas<br />

Dramatisches und<br />

wecken spezielle<br />

Emotionen“, sagt<br />

Anton Krupicka.<br />

Langweilig wird ihm<br />

auf seinen Läufen<br />

nie – „dafür ist die<br />

Natur einfach viel<br />

zu schön“.<br />

FOTOS: xxx<br />

20<br />

<strong>SPORTaktiv</strong>-OUTDOORGUIDE <strong>2017</strong>


ANTON KRUPICKA ÜBER ...<br />

KOMFORT<br />

MIT 12 LÄUFT ER SEINEN ERSTEN MARATHON.<br />

Zehn Jahre später debütiert er beim Leadville 100 und gewinnt das legendäre<br />

Rennen mit mehr als einer Stunde Vorsprung. Der US-Amerikaner Anton<br />

Krupicka zählt zu den besten Outdoor-Athleten der Welt. Was ihn beim Laufen in<br />

den Bergen antreibt, hat er <strong>SPORTaktiv</strong>-Redakteur Axel Rabenstein verraten.<br />

Und vor allem, wie wichtig es für ihn ist, die eigene Komfortzone zu verlassen.<br />

FOTOS: La Sportiva, Buff<br />

Der Bergläufer<br />

ANTON KRUPICKA wurde am 2. August<br />

1983 in Nebraska (USA) geboren.<br />

Er wuchs auf der Farm seiner Eltern auf,<br />

die nächste befestigte Straße war meilenweit<br />

entfernt. Im Alter von 12 Jahren<br />

startete er bei seinem ersten Marathon,<br />

den er in 3:50 h absolvierte. Im Jahr<br />

2006 gewann er in 17:01:56 h den Leadville<br />

Trail 100 über 160 Kilometer und<br />

4.800 Höhenmeter. Ein Jahr später wiederholte<br />

er diesen Erfolg. Bis heute gewann<br />

er einige der härtesten Ultraläufe<br />

der Welt, u.a. das Miwok Trail Race<br />

(100 km) in Kalifornien sowie den Rocky<br />

Raccoon (160 km) in Texas. Anton Krupicka<br />

hat Physik, Philosophie und Geologie<br />

studiert. Er ist ledig und lebt in<br />

Boulder (Colorado).<br />

www.antonkrupicka.com<br />

Tony, du bist in Nebraska aufgewachsen.<br />

Hat die Weite dieser Region den<br />

Drang in dir geweckt, lange Strecken<br />

zurücklegen zu können?<br />

Schon möglich, jedenfalls bin ich<br />

schon als Kind stundenlang alleine<br />

durch die Natur gelaufen. Das war für<br />

mich aber weniger etwas Idealisiertes<br />

oder Romantisches. Ich bin immer<br />

sehr strukturiert unterwegs gewesen.<br />

Laufen war für mich etwas Zählbares,<br />

das ich minutiös dokumentiert habe.<br />

Bei meinen Ultraläufen ging es dann<br />

natürlich um die Bildung einer eigenen<br />

Identität. Um Abenteuer und Emotionen.<br />

Aber als kleiner Junge wollte<br />

ich in erster Linie sehen, zu was ich<br />

körperlich in der Lage bin.<br />

Im Alter von 12 Jahren hast du deinen<br />

ersten Marathon absolviert. Hattest<br />

du nichts Besseres zu tun?<br />

Für mich war es das Beste, was ich tun<br />

konnte. Ich war wie besessen davon,<br />

mich besonderen physischen Herausforderungen<br />

zu stellen. Ein Marathon<br />

schien mir so etwas wie der „Gold Standard“<br />

des Laufens zu sein. Nachdem<br />

ich im Training einige Male mehr als<br />

30 Kilometer gelaufen bin, wusste ich,<br />

dass ich bereit dafür war. Dieselbe Motivation<br />

trieb mich dann auf noch längere<br />

Strecken und Ultramarathons.<br />

Mit 23 Jahren bist du Profi geworden.<br />

Immer noch glücklich über deine Berufswahl?<br />

Oh ja … Ich bin seit 10 Jahren professioneller<br />

Outdoor-Athlet. Und ich kann<br />

immer noch nicht glauben, dass ich dafür<br />

bezahlt werde, nach Lust und Laune<br />

durch die Berge zu rennen.<br />

Was ist so schön daran?<br />

Berge sind wild, sie haben was Dramatisches<br />

und wecken spezielle Emotionen.<br />

Das ist wahrscheinlich in jeder<br />

natürlichen Umgebung der Fall, aber<br />

Berge haben den Menschen schon immer<br />

als Inspirationsquelle gedient.<br />

Dich inspiriert die Natur zu extremen<br />

sportlichen Leistungen mit Läufen<br />

über mehr als 150 Kilometer. Was<br />

bedeutet „extrem“ für dich?<br />

Für mich ist grundsätzlich alles extrem,<br />

was außerhalb meiner Komfortzone<br />

liegt. Wissenschaften wie Informatik<br />

oder Mathematik können<br />

ebenso extrem sein. Es gibt Dinge und<br />

Zusammenhänge, die ich nicht verstehe.<br />

Das ist extrem für mich. Und wenn<br />

sich Menschen wenig mit Ausdauersport<br />

beschäftigen, mag es ihnen vielleicht<br />

extrem vorkommen, wenn ich<br />

auf einen Berggipfel renne oder 100<br />

Meilen am Stück laufe.<br />

Nach solchen Distanzen benötigt der<br />

Körper üblicherweise eine längere Regenerationsphase.<br />

Bei dir häufen sich<br />

die strapaziösen Einheiten schon mal.<br />

Wie steckst du das weg?<br />

Genau das ist der Punkt … Ich muss es<br />

eben wegstecken. Erholung ist individuell<br />

und hat viel mit deinem Training<br />

zu tun. Ich höre auf meinen Körper<br />

und nehme mir die Zeit, die ich benötige,<br />

um mich zu reparieren und gut zu<br />

fühlen.<br />

Du bist dafür bekannt, mit einem Mini-<br />

21


MOUNTAIN BOOTS<br />

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INTERVIEW<br />

BORN IN BAVARIA – WORN AROUND THE WORLD<br />

ECHTE HANDARBEIT AUS EUROPA<br />

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Hanwag Makra Combi GTX ®<br />

Für die echt anstrengenden Etappen! Der bedingt<br />

steigeisenfeste Makra Combi GTX ® ist ein besonders leichter<br />

und doch stabiler Allrounder für herausfordernde Bergtouren.<br />

Mit aggressiver Sohle für besten Gripp am harten Fels.<br />

mum an Equipment zu laufen, oftmals<br />

ohne Shirt. Ist das eine spezielle Philosophie?<br />

Oder sparst du einfach nur so<br />

viel Gewicht wie möglich?<br />

Es geht um Komfort. Nichts weiter.<br />

Warum sollte ich ein Shirt tragen,<br />

wenn mir eh schon heiß ist? Und<br />

Equipment wie einen Trinkrucksack<br />

oder einen Haufen Gels mitzuschleppen,<br />

macht mir keinen Spaß. Ich brauche<br />

nicht so viel. Also habe ich so wenig<br />

dabei wie möglich.<br />

Du verzichtest beim Laufen auch auf<br />

Musik. Was denkst du, Stunde um<br />

Stunde, alleine dort draußen?<br />

So viel laufe ich gar nicht, meistens<br />

nur drei bis fünf Tage die Woche. Ehrlich<br />

gesagt, denke ich nicht großartig<br />

nach. Ich konzentriere mich einfach<br />

auf die Strecke.<br />

Wird das nicht irgendwann langweilig?<br />

Dafür ist die Natur doch viel zu schön!<br />

Ich werde vielleicht müde. Aber langweilig<br />

wird mir nie.<br />

Bei einem Rennen wie dem Leadville<br />

100 musst du alles geben. Was kriegst<br />

du dafür?<br />

Schwere Beine. Authentische Emotionen.<br />

Und das Bewusstsein, mich einer<br />

schier unüberwindbaren Herausforderung<br />

gestellt zu haben, die ich dank<br />

meiner Standhaftigkeit meistern<br />

konnte. Das ist erfüllend.<br />

Du konntest dieses legendäre Rennen<br />

in Colorado gleich im ersten Anlauf<br />

2006 gewinnen. War das geplant?<br />

Auf dein erstes Rennen über 100 Meilen<br />

kannst du dich mental nicht vorbereiten,<br />

weil du gar nicht weißt, was auf<br />

dich zukommt. Das ist aber gleichzeitig<br />

dein großer Vorteil: Wenn du keine<br />

Ahnung hast, was du da machst, bist<br />

du auch nicht durch Erwartungen an<br />

dich selbst oder in bestimmten Grenzen<br />

limitiert. Diese Blauäugigkeit<br />

kann dir dabei helfen, etwas Unerwar-<br />

FOTO: La Sportiva<br />

WWW.HANWAG.DE<br />

22<br />

<strong>SPORTaktiv</strong>-OUTDOORGUIDE <strong>2017</strong>


„Wenn du den Flow<br />

erlebst, fühlst du dich<br />

wie ein Held. Und in<br />

diesem Moment, in<br />

deinem Universum,<br />

bist du auch ein Held.“<br />

ANTON KRUPICKA<br />

tetes zu erreichen. Und so war es wohl<br />

möglich, dass ich als Erster ins Ziel gekommen<br />

bin.<br />

Was machst du, wenn dein Körper dir<br />

mitteilt, dass er am Ende ist?<br />

Ich bleibe stur und hart zu mir selbst.<br />

Schließlich weiß ich,<br />

dass viel mehr in meinem<br />

Körper steckt, als<br />

er vielleicht zugeben<br />

mag. Gefühlte Erschöpfung<br />

ist kein<br />

maßgeblicher Faktor.<br />

Je öfter du an diesem<br />

Punkt angelangt bist,<br />

desto einfacher wird<br />

es, ihn zu überwinden.<br />

Und wenn’s läuft: Erlebst<br />

du dann so etwas<br />

wie einen Flow?<br />

Was man als „Flow“ bezeichnet, ist<br />

wahrscheinlich der Grund, warum ich<br />

Sport treibe. Es ist ein Gefühl von totaler<br />

Integration zwischen deinem Körper,<br />

deiner Seele – und dem, was dich<br />

umgibt. Es ist die perfekte Verflechtung<br />

von Herausforderung und Fähigkeit.<br />

Du fühlst dich wie ein Held. Und<br />

in diesem Moment, in deinem Universum,<br />

bist du auch ein Held.<br />

Sind das besonders klare Momente,<br />

weil man die eigene Existenz auf so<br />

etwas wie einen Selbsterhaltungstrieb<br />

reduziert?<br />

Wenn du mehrere<br />

Stunden am Stück<br />

rennst, auf dem Rad<br />

sitzt oder auf einen<br />

Gipfel kletterst – dann<br />

ist das mit Sicherheit<br />

so. Irgendwann ist alles<br />

in seine Einzelteile<br />

zerlegt, wirkt elementar.<br />

Plötzlich hat jeder<br />

Moment die Intensität<br />

und das Potenzial, für<br />

immer bei dir zu sein.<br />

Das sind in meinen Augen unschätzbar<br />

wertvolle Erfahrungen.<br />

Warum halten sich so große Teile unserer<br />

Gesellschaft dennoch lieber in<br />

ihrer Komfortzone auf, anstatt öfter<br />

mal eine neue Herausforderung zu suchen?<br />

Komfort fühlt sich eben gut an. Und<br />

die eigene Trägheit übt eine große<br />

Kraft auf uns aus. Das Überwinden dieser<br />

Trägheit bietet uns aber gleichzeitig<br />

die Möglichkeit, zu wachsen und<br />

uns weiterzuentwickeln. Wir erfahren<br />

ein größeres Spektrum an Emotionen.<br />

Ich denke, dass dich solche Erfahrungen<br />

und Gefühle zu einer empathischeren<br />

Persönlichkeit machen können.<br />

Es ist doch ganz einfach: Ohne<br />

Herausforderung stagniert das Leben.<br />

Hast du dir deshalb den Titel „Outdoor<br />

Ambassador“ verliehen? Weil du<br />

der Überzeugung bist, dass wir dort<br />

draußen viel lernen können und mehr<br />

Zeit im Freien verbringen sollten?<br />

In erster Linie bin ich der Meinung,<br />

dass es besser klingt als „arbeitslos“. Irgendeine<br />

Berufsbezeichnung braucht<br />

man ja. Zweifellos bedeutet es aber<br />

auch, dass mir die Berge und unsere<br />

Natur sehr am Herzen liegen.<br />

Eine letzte Frage: Was ist deine<br />

Schwäche?<br />

Besessenheit. Gelegentlich Disziplinlosigkeit.<br />

Und Zucker.<br />

MERINO<br />

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PHOTO Klaus Fengler<br />

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OUTDOORGUIDE<br />

DIE BERGE<br />

SIND FÜR ALLE DA!<br />

BEIM URLAUB IN DEN BERGEN kommt wirklich jedes<br />

Familienmitglied auf den Gipfel seiner sportlichen Gefühle.<br />

Weil die alpine Abwechslung grenzenlos ist – für<br />

Groß und Klein, für Abenteurer und Erholungsuchende.<br />

Mit Familienurlauben ist das ja<br />

an sich so eine Sache: Papa<br />

träumt vom ultimativen Adrenalinkick<br />

und den neuesten<br />

sportlichen Trends. Mama wünscht<br />

sich einfach Ruhe und am besten ein<br />

bisschen Wellness, während sich die<br />

Kinder bereits beim Gedanken an Ferien<br />

mit den Erwachsenen langweilen. Und<br />

so wird aus der schönsten Zeit des Jahres<br />

nicht selten auch die anstrengendste.<br />

Fällt ihre Wahl im Sommer allerdings<br />

auf das Urlaubsziel Berg, dann liegen<br />

Familien schon einmal im Vorteil.<br />

Alpiner Urlaub hat sein altbackenes<br />

Image entstaubt. Zwischen Gipfeln und<br />

Grotten hat sich ein buntes Potpourri an<br />

sportlichen Möglichkeiten entwickelt,<br />

wie es kaum eine andere Landschaft zu<br />

bieten hat – und wo wirklich jeder auf<br />

seine Kosten kommt – wie wir hier in einem<br />

kurzen Überblick zeigen wollen.<br />

ERHOLUNG TRIFFT NERVENKITZEL<br />

Angefangen bei all jenen, die einfach nie<br />

stillsitzen wollen; im Urlaub erst Recht<br />

nicht. Adrenalin-Junkies bleibt in Österreichs<br />

Alpen keine Challenge verwehrt.<br />

Etwa am Schleierwasserfall in Going am<br />

Wilden Kaiser in Tirol, einem Mekka für<br />

Kletter-Freaks, wo schon die Kulisse<br />

schlicht begeistert. Geklettert wird auf einen<br />

urigen, rund 60 Meter hohen Felsdom,<br />

in dessen Mitte ein rauschender Gebirgsbach<br />

als tosender Schleier in die<br />

Tiefe fällt und sich zu einem romantisch<br />

kleinen Badeplatz sammelt – die wohl<br />

schönste und verdienteste Erfrischung<br />

nach dem schweißtreibenden Anstieg.<br />

Und das Beste für alle, die neue Herausforderungen<br />

suchen: Neben den regulären<br />

150 Kletterrouten gibt es hier auch noch<br />

ungekletterte Projekte zu finden.<br />

Noch mehr Freiheitsgefühl verspricht,<br />

wenn man Gurt und Seil weglässt,<br />

während man sich am Fels entlanghangelt.<br />

Ausprobieren kann man das in<br />

einem der vielen Bouldergebiete; z.B. dem<br />

Silvapark Galtür (ebenfalls in Tirol). Dessen<br />

Königsroute „Anam Cara“ mit<br />

Schwierigkeitsgrad 8c ist freilich nichts<br />

für schwache Nerven und Muskeln.<br />

FOTO: iStock<br />

24<br />

TEXT: Linda Freutel <strong>SPORTaktiv</strong>-OUTDOORGUIDE <strong>2017</strong>


25


BERGURLAUB<br />

SCHARFE<br />

SCHWEIZER<br />

Die zwei neuen Modelle<br />

von Victorinox sind<br />

echte Besonderheiten.<br />

STRENG LIMITIERT<br />

TIERISCHES DESIGN. Die berühmten Taschenmesser<br />

von Victorinox gibt es jetzt<br />

im neuen Kleid. Aus 1.254 Vorschlägen<br />

mit Tiermotiven beim Classic Limited<br />

Edition Design Contest hat Victorinox<br />

35 ausgewählt und ließ in den sozialen<br />

Netzwerken über die Designs abstimmen.<br />

Die zehn besten sind jetzt im<br />

Fachhandel in limitierter Auflage erhältlich<br />

– vom Glühwürmchen bis zur Honigbiene.<br />

Die Naturkulisse in den Bergen bietet sportliche Erlebnis möglichkeiten<br />

für jedes Alter und alle Bedürfnisse. Perfekt für den Familienurlaub.<br />

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EDLE KLINGEN<br />

EINZIGARTIGER LOOK. Beim neuen<br />

„Spartan PS“ von Victorinox schimmern<br />

die Klingen dank eines speziellen Veredelungsverfahrens<br />

je nach Lichteinfall<br />

dunkelgrau bis anthrazit. Die veredelten<br />

Stahloberflächen altern nicht, werden<br />

weder rissig noch bleichen sie aus<br />

oder blättern ab. Dass die Veredelung<br />

unbedenklich für Mensch und Umwelt<br />

ist, versteht sich von selbst. Erhältlich<br />

isdas neue Spartan PS in den Farben<br />

Schwarz und Weiß.<br />

www.victorinox.com<br />

ABENTEUER FÜR JEDES ALTER<br />

Wollen Eltern mit ihren Teenie-Sprösslingen<br />

gemeinsamen Nervenkitzel erleben,<br />

dann ist Canyoning eine gute<br />

Wahl. Eine Highlight-Location dafür<br />

ist eine der längsten Schluchten des<br />

Landes, die Strubklamm in Faistenau<br />

(Salzburg). Durch märchenhafte Flusslandschaften<br />

führen besonders lange<br />

Schwimmstrecken, teilweise extrem<br />

enge Felspassagen und insgesamt 17<br />

Sprünge. Die bis zu zehn Meter hohen<br />

Sprungstellen sind nichts für schwache<br />

Nerven; dafür aber eine echte Augenweide<br />

für Naturliebhaber.<br />

Wer den freien Fall ins türkis<br />

leuchtende Nass nicht wagen will,<br />

kann sich natürlich sicher abseilen;<br />

verpasst dabei aber das berauschende<br />

Gefühl von Selbstüberwindung. Wer<br />

es etwas weniger wild, dafür aber nicht<br />

weniger nass mag, kann die wundersa-<br />

men Wasserlandschaften der Alpen<br />

natürlich auch per Boot erkunden. Geführte<br />

Kanu- oder Raftingtouren gibt<br />

es in diversen Schwierigkeitsstufen;<br />

sodass durchaus die ganze Familie<br />

durch die Schluchten schippern kann.<br />

Mit einer Stirnlampe auf dem<br />

Kopf die ewige Finsternis einer alten<br />

Höhle erkunden: Das können Familien<br />

zum Beispiel in der Odelsteinhöhle bei<br />

Johnsbach im steirischen Gesäuse.<br />

Ebenfalls für alle Altersstufen geeignet:<br />

eine Flusswanderung oder ein Besuch<br />

im Hochseilgarten. So ziemlich<br />

jede alpine Ferienregion hat solche<br />

Abenteuer im Angebot.<br />

ENTSPANNEN AUF ALPINE ART<br />

Wer in den Alpen dagegen einfach nur<br />

seelische Erholung sucht, bekommt<br />

diese auch. Wellnesshotels, die mit<br />

Heukuren für die Haut, alpinen Moor-<br />

FOTOS: istock, Silvaoark Galtür, OÖ Adventures, Tourismus Going<br />

26<br />

<strong>SPORTaktiv</strong>-OUTDOORGUIDE <strong>2017</strong>


ädern oder regionalen Kräutermassagen<br />

die Kraft der Natur an die Haut ihrer<br />

Gäste lassen, gibt es in den Bergregionen<br />

annähernd so viele wie Blumen vor<br />

den Balkonen. Oder wie wäre es mit einem<br />

Ausflug auf einen „Gesundheitsbauernhof“,<br />

auf dem es darum geht, innere<br />

Eintracht mit Mutter Natur zu<br />

finden? Beim Yoga oder einer entspannten<br />

Almwanderungen können gestresste<br />

Großstadtgemüter ebenso entspannen<br />

wie bei gemeinsamer Meditation.<br />

Wem auch solche Relaxangebote<br />

noch zu viel Trubel bedeuten, der kann<br />

seine Ruhe auch fernab jeglicher Zivilisation<br />

finden: Indem man sich einfach<br />

einen Tag an einem der unzähligen<br />

Bergbadeseen gönnt, sich nach ein<br />

paar geschwommenen Kilometern erschöpft<br />

ans Ufer legt und die warme<br />

Sonne genießt. Sollen doch die anderen<br />

Kitesurfen, Standup-Paddeln oder<br />

all die anderen Wassersport-Aktivitäten<br />

ausprobieren.<br />

GROSSE AUGEN BEI DEN KLEINEN<br />

Doch was ist mit den Jüngsten? Neugierige<br />

Knirpse sollen beim Familienurlaub<br />

schließlich auch auf ihre<br />

Kosten kommen. Wie wäre es mit einem<br />

Spaziergang über einen der unzähligen<br />

Naturlehrpfade? Einige führen<br />

vorbei an düsteren Hexenwäldern<br />

(z. B. dem Hexenwasser am Wilden<br />

Kaiser) oder zu wunderschönen Blumen<br />

und Blüten (in St. Jakob im Defereggental),<br />

barfuß über kitzelndes<br />

Gras oder zu einem Einblick in das Leben<br />

der fleißigen Bienen (z. B. in Reith).<br />

Für leuchtende Kinderaugen sorgt<br />

natürlich immer auch ein Ausflug<br />

zum Bauernhof – am besten ist es freilich<br />

gleich, dort zu übernachten. Von<br />

Kuhglocken geweckt zu werden und<br />

frische Milch zum Frühstück zu genießen,<br />

ist schließlich nicht nur für Kleinkinder<br />

ein Erlebnis der Extraklasse.<br />

Natürlich darf bei den Kleinsten auch<br />

der sportliche Aspekt nicht zu kurz<br />

kommen. Spezielle Familienwanderwege<br />

sind großteils sogar für Kinderwägen<br />

geeignet: Papa schiebt, während<br />

die Zwerge die Natur bewundern, die<br />

Teenies Blumen und Kräuter sammeln<br />

und Mama sich auf den verdienten Kuchen<br />

nach dem Marsch freut. Und<br />

schon herrscht Familienfriede; kein<br />

Wunder: Die Berge sind schließlich für<br />

alle da.<br />

So wird’s harmonisch<br />

im Familienurlaub<br />

ORGANISATION IST ALLES: Aktivitäten<br />

möglichst schon im Vorfeld planen<br />

und buchen. Wer sich erst vor Ort informiert,<br />

verschwendet Urlaubszeit<br />

und riskiert, dass organisierte Veranstaltungen<br />

ausgebucht sind.<br />

ERHOLSAME ANREISE: Die Berge liegen<br />

vor der Haustür und machen<br />

eine lange, für Kinder langweilige<br />

Anreise damit hinfällig. Soll es dennoch<br />

etwas weiter in die Ferne gehen,<br />

machen Zwischenstopps den<br />

Trip familienfreundlicher.<br />

PAUSEN EINPLANEN: Wer im Urlaub<br />

neue Sportarten ausprobiert, muss<br />

mit Muskelkater rechnen. Daher sollten<br />

unbedingt Pausentage zum Relaxen<br />

eingeplant werden.<br />

AUSZEITEN: Familienurlaube finden<br />

gemeinsam statt, sollten deshalb<br />

aber trotzdem Freiraum für jeden<br />

Einzelnen lassen.<br />

So wirkt die Urlaubsfreude<br />

nachhaltig<br />

„POSTURLAUBSSYNDROM“ nennt<br />

sich fachsprachlich das Phänomen:<br />

die schlechte Stimmung, wenn<br />

der Urlaub vorbei ist und man dem<br />

Alltag in die Augen blickt. Doch<br />

mit diesen Tricks entgehst du der<br />

„Frust-Falle“:<br />

NEUE ZIELE: Der Mensch braucht etwas,<br />

auf das er sich freuen kann.<br />

Nach dem Urlaub gilt es daher,<br />

neue Vorfreude zu wecken; vielleicht<br />

mit der Aussicht auf den<br />

nächsten Trip? Oder wenigstens einen<br />

Wochenendausflug. Am besten<br />

gleich buchen.<br />

SCHNELLSTARTS VERMEIDEN: Die<br />

Heimreise aus dem Urlaubsort so<br />

planen, dass man noch ein bis zwei<br />

freie Tage daheim verbringen kann,<br />

ehe Arbeit, Alltag und Schule wieder<br />

starten.<br />

ERINNERUNGEN FRISCH HALTEN:<br />

Souvenirs und Fotos erinnern an die<br />

entspannte Zeit und sorgen auch<br />

daheim für ein paar Minuten entspannter<br />

Stimmung.<br />

AUSGLEICH SCHAFFEN: Vor allem in<br />

den ersten Tagen nach dem Urlaub<br />

sollte der Alltag nicht nur aus Arbeit<br />

bestehen. Am besten ist es, täglich<br />

ein besonderes Erlebnis (Sport,<br />

Freunde treffen, Essen gehen ...)<br />

einzubauen.<br />

27<br />

MARTINI-SPORTSWEAR.COM


OUTDOORGUIDE<br />

HOCHWERTIG,<br />

NACHHALTIG<br />

WIE GEHT’S <strong>2017</strong> DER OUTDOORBRANCHE?<br />

Ruft der Berg oder ist der Gipfel erreicht? Was liegt im<br />

Trend? Was wünschen sich Outdoorsportler von ihren<br />

Produkten? Wir fühlen dem Outdoormarkt auf den Zahn<br />

und haben dafür bei Spitzenvertretern unserer drei großen<br />

Vertriebspartner im Sporthandel nachgefragt:<br />

bei Gigasport, Intersport und Sport 2000.<br />

INTERVIEWS: C hristof Domenig und Thomas Polzer<br />

SUCH DIR ETWAS AUS!<br />

DIE VORSTELLUNG neuer Ausrüstungsteile ist<br />

traditionell ein wichtiger Bestandteil all unserer<br />

SPORT aktiv Guides – diesmal sind es<br />

95 Produkte aus den aktuellen Sortimenten<br />

hochwertiger Outdoormarken, die wir vorstellen.<br />

Als Orientierungshilfe hier ein kleiner<br />

Wegweiser, auf welchen Seiten du welche<br />

Produkte findest.<br />

10 HOCHTOURENRUCKSÄCKE SEITE 54/55<br />

10 EIN-TAGES-RUCKSÄCKE SEITE 60/61<br />

5 KLETTERSTEIGSETS SEITE 79<br />

5 KLETTERHELME SEITE 80<br />

10 KLETTERHANDSCHUHE SEITE 82/83<br />

10 BERG- UND ALPINSCHUHE SEITE 102/103<br />

10 APPROACHSCHUHE SEITE 104/105<br />

5 KLETTERSCHUHE SEITE 134<br />

10 OUTDOORJACKEN & 10 HOSEN SEITE 152/153<br />

5 OUTDOORHEMDEN & 5 SHIRTS SEITE 156/157<br />

FOTO: istock<br />

28<br />

<strong>SPORTaktiv</strong>-OUTDOORGUIDE <strong>2017</strong>


FOTO: Thomas Polzer<br />

REINHARD SCHAFFLER,<br />

GIGASPORT-GESCHÄFTSFÜHRER<br />

Die Zeit der jährlich großen Wachstumsraten<br />

der Outdoorbranche gelten<br />

als vorbei. Welche Bedeutung hat das<br />

Thema Outdoor aktuell für den Sporthandel?<br />

Ist der Gipfel erreicht?<br />

Für uns ist Outdoor das wichtigste<br />

und größte Segment. Über alle Bereiche<br />

– Schuhe, Hartware, Textilien –<br />

hatten wir 2016 ein Wachstum von 9<br />

Prozent, am stärksten im Bereich<br />

Schuhe. Dass Outdoor nicht mehr automatisch<br />

für Wachstum steht, haben<br />

wir vor zwei Jahren gemerkt. Danach<br />

haben wir im Sortiment einige Veränderungen<br />

vorgenommen, noch stärker<br />

auf Marken und Qualität gesetzt und<br />

seither geht es wieder bergauf.<br />

Im Vorjahr war z. B. Nachhaltigkeit ein<br />

beherrschendes Thema. Und heuer?<br />

Das Nachhaltigkeits-Thema hat<br />

für uns im Herbst 2015 wirklich begonnen<br />

und spielt unverändert eine<br />

wichtige Rolle. Wir nennen es „Wear<br />

Fair“ und es ist unser Ziel, den Kunden<br />

Orientierung im Zertifikate-Dschungel<br />

zu geben. Das geschieht mit Informationsaufstellern<br />

in den Shops genauso<br />

wie durch die Mitarbeiter. Ein<br />

neues Thema, das wir <strong>2017</strong> stark im Fokus<br />

sehen, ist „Mikroabenteuer“.<br />

Worum geht es dabei?<br />

Um Kurzausflüge, Erlebnisse in der<br />

Natur übers Wochenende, schnelles<br />

Wegkommen vom Alltag. Ein Teil der<br />

jungen Generation strebt nicht nach<br />

dem einen großen Bergabenteuer, sondern<br />

will lieber spontan, kurzfristig in<br />

die Natur der näheren Umgebung aufbrechen,<br />

auch draußen übernachten.<br />

Zelte, Trinkflaschen, Messer usw. gehören<br />

zu dieser Produktwelt, hier merkt<br />

man eine stark gestiegene und noch<br />

weiter steigende Nachfrage.<br />

Welche signifikanten Trends sehen Sie<br />

noch und wie ist das Durchschnittsalter<br />

der Outdoor-Kunden?<br />

Es gibt auch nach wie vor die sehr<br />

performanceorientierte Gruppe, die<br />

im Alpinbereich verankert ist. Aber generell<br />

sehen wir, dass Outdoor breiter<br />

und massentauglicher wird. Und auch<br />

jünger. Die traditionelle Kernzielgruppe<br />

ist 45+ und gut situiert. Mit den<br />

schon angesprochenen jungen Abenteurern<br />

kommt eine neue, starke<br />

Gruppe dazu. Diese Jungen betreiben<br />

viele Sportarten, sind dynamisch und<br />

einfach gern in der Natur unterwegs.<br />

Outdoor besteht nicht mehr nur aus<br />

dem Bergsport, sondern wächst beispielsweise<br />

mit dem Thema Outdoor-<br />

Fitness und somit anderen starken<br />

Marken zusammen.<br />

Welche Rolle spielt eine hochwertige<br />

Fachberatung im Outdoorhandel?<br />

Eine sehr wichtige. Der Trend geht<br />

zu Qualität und Beratung – weil sich<br />

die Erkenntnis durchsetzt, dass hochwertige<br />

Produkte bei Passform, Leichtigkeit<br />

und Sicherheit überlegen sind<br />

und dies in der Praxis deutlich spürbar<br />

ist. Bei den Schuhen ist das Thema „Fitting“<br />

ein starkes Beratungsthema. Es<br />

geht im Shop aber nicht nur ums Beraten,<br />

sondern auch ums Angreifen und<br />

Erleben – beispielsweise bei unserer<br />

Rucksackpackstation, wo man das<br />

richtige Packen erlernt und den Unterschied<br />

erleben kann, der sich ergibt,<br />

wenn man beim Equipment aufs Gewicht<br />

der einzelnen Teile achtet.<br />

29


SPORTHANDEL<br />

BERND FÜRTBAUER,<br />

SORTIMENTSMANAGER OUTDOOR<br />

BEI INTERSPORT AUSTRIA<br />

Welche Bedeutung hat Outdoor aktuell<br />

für den Sporthandel? Die automatischen<br />

jährlichen großen Wachstumsraten<br />

gelten als vorbei ...<br />

Outdoorsport ist neben Bike und Ski<br />

alpin das größte Thema – noch dazu 365<br />

Tage im Jahr. Ich würde derzeit eine<br />

Wachstumsrate vor allem in Bezug auf<br />

die Qualität sehen. Vom Spaziergänger bis<br />

zum Hochalpinisten sind alle, die sich<br />

draußen bewegen, an funktionellem,<br />

wasserdichtem und atmungsaktivem<br />

Material mit hoher Qualität interessiert.<br />

Im Vorjahr sprach alles von Nachhaltigkeit.<br />

Wie sieht es <strong>2017</strong> damit aus?<br />

Viele Hersteller produzieren mittlerweile<br />

PFC-frei. Auch McKinley, die<br />

Exklusivmarke von INTERSPORT<br />

AUSTRIA arbeitet ständig an der Optimierung<br />

der schadstofffreien Produktion.<br />

Wir verwenden bei McKinley<br />

schon lange hochwertige Materialien<br />

wie Merino-Wolle, S-Café- eine Faser,<br />

die aus Kaffeesatz hergestellt wird und<br />

somit in das Thema Nachhaltigkeit<br />

(Recycling) spielt. Ab 2018 wird auch<br />

PFC-frei produziert, also wir nehmen<br />

dieses Thema sehr ernst“ Vaude war<br />

hier der Vorreiter, viele Marken ziehen<br />

nach oder werden noch nachziehen.<br />

Das ist eine tolle Entwicklung und diese<br />

Produkte werden von uns auch gekennzeichnet.<br />

Wir legen in unserem<br />

Sortiment sehr viel Wert auf Nachhaltigkeit<br />

und ermutigen auch die Hersteller,<br />

nachhaltig zu produzieren.<br />

Hier hat sich enorm viel in kurzer Zeit<br />

getan.<br />

Welche weiteren signifikanten Trends<br />

sehen Sie im Outdoor-Segment? Und<br />

wie sieht hier das Durchschnittsalter<br />

der Kunden aus?<br />

„Mountain Athletic“, Trailrunning<br />

bzw. Laufen in der Natur – das sind signifikante<br />

Trends. Auch, sich einfach in<br />

der Natur zu bewegen, nach der Arbeit<br />

mal schnell auf den Berg zu gehen. Vier<br />

von zehn Kunden sagen, sie wollen einen<br />

Funktionsschuh für leichtes Wandern,<br />

der auch zum Spazierengehen<br />

passt. Die Leute leben bewusster und<br />

gesünder und wünschen sich dafür<br />

funktionelle und modische Textilien.<br />

Die Zielgruppe wird insgesamt breiter<br />

und bewegt sich von Jung bis Alt. Beim<br />

Material sind Merinowolle und die Gore-Surround-Technologie<br />

für Schuhe<br />

gewiss signifikante Trends.<br />

Die Outdoor-Szene entwickelte sich<br />

über die Jahre auch stark in Richtung<br />

Lifestyle. Wie sehen Sie die aktuelle<br />

Situation: Zählen Funktion und Sportlichkeit<br />

oder Lifestyle und Mode?<br />

Es zählt sicher beides. Marken wie<br />

zum Beispiel Ortovox oder Schöffel sind<br />

absolut freizeittauglich. Produkte müssen<br />

generell immer auch gefallen. Eine<br />

Marke muss authentisch sein und ihre<br />

Ware funktionell sein und gut aussehen.<br />

Welche Rolle spielt eine hochwertige<br />

Fachberatung im Outdoorhandel?<br />

Beratung ist das Um und Auf.<br />

Schließlich hängt von einem Outdoor-Produkt<br />

unter Umständen ein Leben<br />

ab. Unsere interne Aktion für Beratungskompetenz<br />

nennen wir „Best in<br />

Town“, sie beinhaltet regelmäßige<br />

Schulungen für unsere Verkäufer<br />

ebenso wie die Möglichkeit, möglichst<br />

viele Produkte selbst zu testen.<br />

Persönliche Frage zum Schluss: Welcher<br />

Outdoortyp sind Sie selbst?<br />

Ich habe schon alles bis zum Klettern<br />

und Klettersteiggehen ausprobiert,<br />

bin aber ein leidenschaftlicher<br />

Wanderer und Trailrunner. Ich genieße<br />

die Natur, kann dabei abschalten<br />

und bin immer gerne draußen.<br />

FOTOS: Thomas Polzer<br />

30<br />

<strong>SPORTaktiv</strong>-OUTDOORGUIDE <strong>2017</strong>


DR. HOLGER SCHWARTING,<br />

SPORT-2000-VORSTAND<br />

Welche Bedeutung hat das Thema<br />

Outdoor aktuell für den Sporthandel?<br />

Ist der Gipfel erreicht?<br />

Gesamt gesehen ja: Es stagniert<br />

bzw. wächst nur leicht. Aber für<br />

SPORT 2000 ist das Outdoorsegment<br />

überproportional wichtig, hier generieren<br />

wir über 20 Prozent des Gesamtumsatzes.<br />

Besonders wichtig ist<br />

das Segment bei Händlern im Westen<br />

und Süden, wo auch viele Touristen<br />

sind. Insgesamt wollen wir uns zum<br />

Verband der Spezialisten im Outdoorbereich<br />

entwickeln und auch noch<br />

mehr Outdoor-Spezialisten unter den<br />

Händlern ansprechen. Was wir auch<br />

feststellen: Qualität wird immer wichtiger<br />

und Kunden wünschen wirklich<br />

kompetente Ansprechpartner im<br />

Handel.<br />

Hochwertige Fachberatung spielt<br />

also eine entsprechend große Rolle?<br />

Mehr als das: Sie wird zu dem entscheidenden<br />

Faktor! Ansonsten würde<br />

der Diskont und das Internet gewinnen.<br />

Es geht nur über Topberatung<br />

durch perfekt ausgebildetes Personal<br />

und Topqualität. Dafür investieren<br />

wir stark in Schulungen. Neben der<br />

besten Beratung wollen wir den Kunden<br />

auch überall Profitools zur Verfügung<br />

stellen – z. B. zur Fuß- und Schuhanalyse<br />

im Outdoorbereich. Hier sind<br />

wir gerade mittendrin in der Konzeptentwicklung,<br />

die in den nächsten 6 bis<br />

12 Monaten abgeschlossen sein soll.<br />

Im Vorjahr war Nachhaltigkeit ein beherrschendes<br />

Thema. Ist es das heuer<br />

auch noch?<br />

Das Thema wird nun auch für den<br />

Verbraucher immer wichtiger und fordert<br />

Verantwortung von Herstellerund<br />

Händlerseite. SPORT 2000 hat die<br />

Aktion „Green and Fair“ ins Leben gerufen,<br />

die über eine Kooperation mit<br />

Bluesign funktioniert. Wir fördern das<br />

Thema und ermutigen auch die Marken<br />

dazu.<br />

Wo sehen Sie weitere signifikante<br />

Outdoor-Trends? Und wie sieht es eigentlich<br />

mit dem Durchschnittsalter<br />

der Kunden aus?<br />

Sportarten wie Speedhiking werden<br />

immer wichtiger. Generell steigt<br />

die Nachfrage nach hochwertigen Artikeln,<br />

z. B. beim Thema Klettersteig-<br />

Sicherheit, aber auch bei hochwertigen<br />

Funktionstextilien.<br />

Die Outdoor-Szene entwickelte sich<br />

über die Jahre auch in Richtung Lifestyle.<br />

Aktuell: Zählen Funktion und<br />

Sportlichkeit oder Lifestyle und ein<br />

cooler Look?<br />

Der Outdoorbereich ist vor ca. 10<br />

bis 12 Jahren richtig durchgestartet. -<br />

Es wurde trendige Outdoormode zunehmend<br />

auch im Alltag getragen –<br />

auch in der Stadt – und davon hat der<br />

Sporthandel sehr profitiert.<br />

Die Modebranche hat danach begonnen<br />

diese auch im Handel zu führen.<br />

Der Sporthandel muss sich hier künftig<br />

deutlich abheben. Dies tun wir<br />

durch starke Outdoorbrands, hohe<br />

Qualität und die oben erwähnte persönliche<br />

Top-Beratung.<br />

Abschlussfrage: Was reizt Sie selbst<br />

outdoor am meisten?<br />

Wandern in der Natur – das wirkt<br />

beruhigend und ausgleichend.<br />

31


MATERIAL<br />

BUSINESS PORTRÄT<br />

SERIE<br />

MIT VOLLEM<br />

STOCKEINSATZ<br />

Komperdell erzeugt seit 95<br />

Jahren Stöcke für Skifahrer,<br />

Wanderer und Alpinisten und<br />

ist heute führend auf dem<br />

Sektor der Teleskopstöcke.<br />

Gerlinde Kaltenbrunner bestieg mit ihnen alle 14 Achttausender und Ski-<br />

Superstar Marcel Hirscher vertraut darauf: Stöcke aus dem Hause Komperdell.<br />

Vom Haselnussholz über Bambus<br />

zu Carbon. Von Spazierstöcken<br />

und Queues für Billard zu Olympiagold<br />

im Skisport, von einer kleinen<br />

Drechslerei in Wien zur modernsten<br />

Stockfabrik im oberösterreichischen<br />

Mondsee. Das ist – im Zeitraffer – die<br />

Geschichte der Firma Komperdell. Sie<br />

wurde 1922 gegründet, zu einer Zeit,<br />

als Skistöcke noch eine Rarität waren.<br />

Das änderte sich aber schnell und<br />

schon 1933 war die Firma einer der<br />

größten Stockproduzenten weltweit.<br />

Und bald auch hochdekoriert. Denn<br />

Toni Sailer fuhr 1956 bei Olympia in<br />

Cortina mit Stöcken aus dem Hause<br />

Komperdell zu seinen legendären<br />

drei Goldmedaillen. Heute verwenden<br />

Stars wie Marcel Hirscher, Henrik<br />

Kristoffersen und Anna Veith Komperdell-Stöcke.<br />

INNOVATIONEN IM BERGSPORT<br />

Seit den 1990er-Jahren legt Komperdell<br />

auch spezielles Augenmerk auf<br />

die Entwicklung extraleichter Stöcke<br />

für den Alpin- und Outdoormarkt.<br />

Mit der Entwicklung von neuen Federungs-<br />

und Griffkonzepten sorgt das<br />

Unternehmen für Aufsehen. 2015 präsentierte<br />

Komperdell ein Verstellsystem,<br />

das per Knopfdruck am Griff<br />

funktioniert und bei den Wintersport-Protektoren<br />

ist die Firma ebenfalls<br />

die Nummer 1.<br />

Was sich nie geändert hat: Immer<br />

noch produziert der Technologieführer<br />

im Teleskopstocksektor zu 100<br />

Prozent in der Fabrik am Mondsee.<br />

„Hier können wir viel flexibler auf<br />

Kundenwünsche eingehen als bei einer<br />

Produktion in Übersee“, erklärt<br />

Geschäftsführer Thomas Roiser und<br />

bekennt sich zur Nachhaltigkeit. „Wir<br />

leben davon, dass unsere Kunden<br />

Spaß in den Bergen haben. Da ist es für<br />

uns unumgänglich, dass wir verantwortungsbewusst<br />

mit der Umwelt<br />

umgehen.“<br />

Komperdell-<br />

Geschäftsführer<br />

THOMAS ROISER bekennt<br />

sich zu Österreich<br />

als Produktionsstandort.<br />

Facts zu Komperdell<br />

Seit 95 Jahren im Stock-Geschäft,<br />

seit 1983 am Mondsee (OÖ).<br />

•KOMPERDELL wird 1922 vom Unternehmen<br />

Bednar in Wien gegründet.<br />

• 1933 beginnt sich die Firma auf Skistöcke<br />

zu spezialisieren und bringt die<br />

ersten Bambusstöcke auf den Markt,<br />

1948 die ersten Stöcke aus Metall.<br />

•1983 übernimmt die Familie Roiser das<br />

Unternehmen und übersiedelt es nach<br />

St. Lorenzen bei Mondsee.<br />

•IN DEN 1990er-JAHREN produziert<br />

Komperdell Carbonstöcke und steigt ins<br />

Golf-Geschäft ein.<br />

•NACH EINEM BRAND 2015 baute<br />

Komperdell Montage-, Logistik- und<br />

Lackierhallen aus und produziert nun<br />

1,5 Millionen Stöcke pro Jahr.<br />

ALLE INFOS: www.komperdell.com<br />

FOTOS: Komperdell<br />

32<br />

<strong>SPORTaktiv</strong>-OUTDOORGUIDE <strong>2017</strong>


TOURISMUS<br />

WWW.HOCHKOENIG.AT 34<br />

OUTDOORGUIDE <strong>2017</strong>


SCHÖNE<br />

AUSSICHTEN!<br />

AUF DEN FOLGENDEN 208 SEITEN<br />

STEHEN DIE URLAUBSREGIONEN IM MITTEL-<br />

PUNKT, DIE EINEN SPORTLICHEN SOMMER IN<br />

DEN BERGEN GARANTIEREN. IN ÖSTERREICH<br />

WIE IN UNSEREN NACHBARLÄNDERN. UND<br />

DAZWISCHEN WIDMEN WIR UNS IMMER WIE-<br />

DER DEM BERG SPORT IN ALL SEINEN FACETTEN:<br />

VOM WANDERN BIS ZUM KLETTERN, VON DER<br />

AUSRÜSTUNG BIS ZUM WETTER. UND DEN MEN-<br />

SCHEN: HÜTTENWIRTEN UND BERGRETTERN,<br />

WANDERFÜHRERN UND KLETTERSTEIGBAUERN –<br />

ODER BERGFOTOGRAFEN, DIE AUSSICHTEN WIE<br />

DIESE IM BILD EINFANGEN ...<br />

FOTO: Hochkönig Tourismus<br />

35


ZAHLENSPIELE<br />

FOTO: TiVB Reutte/Robert Eder<br />

WWW.REUTTE.COM<br />

36<br />

<strong>SPORTaktiv</strong>-OUTDOORGUIDE <strong>2017</strong>


WWW.TIROL.AT<br />

... AUS DEM OUTDOORLAND<br />

TIROL<br />

24ETAPPEN UND 320 KM<br />

IN NORDTIROL, 9 ETAPPEN UND<br />

93 KM IN OSTTIROL. DAS SIND<br />

DIE GARDEMASSE DES „ADLER-<br />

WEGES“, TIROLS BEKANNTES-<br />

TEM WEITWANDERWEG. WAS<br />

DIESER SPEKTAKULÄRE TRAIL<br />

ALLES ZU BIETEN HAT:<br />

WWW.ADLERWEG.COM<br />

24.000<br />

KILOMETER<br />

an markierten und von<br />

den Bergvereinen gewarteten<br />

Wanderwegen führen<br />

durch Tirol. Nur zum<br />

Vergleich: Von Innsbruck<br />

nach New York sind es<br />

Luftlinie gerade einmal<br />

6.500 Kilometer!<br />

im<br />

Bergland<br />

Tirol<br />

sind höher als<br />

3.000 Meter! Die<br />

Nase vorn im Ranking<br />

hat der Großglockner (3.798<br />

m), den sich die Tiroler mit den<br />

Kärntnern teilen. Um nichts weniger attraktiv:<br />

die Wildspitze mit 3.768 m.<br />

573Gipfel<br />

20.800.000<br />

NÄCHTIGUNGEN in 340.000 Gästebetten: Der vergangene<br />

„Bergsommer“ hat auch zahlenmäßig wieder<br />

eindrucksvoll bewiesen, wie gefragt Tirol und<br />

seine Berge bei den Urlaubern aus aller Welt sind.<br />

GLETSCHERSKIGEBIET SORGT<br />

DAFÜR, DASS AUCH IM SOMMER<br />

WINTERSPORT MÖGLICH IST:<br />

DER HINTERTUXER GLETSCHER<br />

IM ZILLERTAL BEGEISTERT MIT<br />

SEINEN 18 LIFTANLAGEN UND<br />

TRAUMPISTEN SKIFAHRER, FREE-<br />

STYLER UND SNOWBOARDER<br />

1GLEICHERMASSEN.<br />

700<br />

BERGFÜHRER<br />

UND 2.000 WANDERFÜHRER SORGEN NICHT<br />

NUR FÜR SICHERE TOUREN, SONDERN ZEIGEN<br />

DIR AUCH DIE WUNDERWELT DER BERGE.<br />

100<br />

KLETTERSTEIGE, 5.000 Alpinkletterrouten,<br />

3.000 Sportkletterrouten und 1.500<br />

Boulderfelsen: Wen wundert’s, dass Tirol bei<br />

den Felssportlern den Titel „Paradies“ führt.<br />

Top für Trainierer: Ab Sommer stehen im neuen<br />

Kletterzentrum Innsbruck gigantische 5.500 m²<br />

Kletterfläche zur Verfügung!


HOTSPOT IN TIROL<br />

FOTO: TVB Tannheimer Tal/Wolfgang Ehn<br />

WANDERGENUSS AUF DREI EBENEN<br />

IM TANNHEIMER TAL<br />

RAUF AUF DEN BERG – der Alltag bleibt im Tal! Wer dem Gewöhnlichen<br />

einfach davonwandern möchte, ist im Tiroler Tannheimer Tal richtig. Auf<br />

drei Ebenen warten entspannte Panoramarouten, sportliche Aufstiege und<br />

lohnende Klettertouren auf Outdoorsportler. Im Detail:<br />

EBENE 1 bietet Genusswandertouren entlang der romantischen Bergseen<br />

Vilsalpsee und Haldensee.<br />

EBENE 2 beinhaltet aussichtsreiche Höhenwege wie am Füssener Jöchle von der<br />

Bergstation Richtung Gamskopf, wo der neue Sonnenpanoramahut als<br />

herrlicher Aussichtspunkt wartet.<br />

EBENE 3 ist jene der sportlichen Aufstiege: Die Drei-Seen-Tour, der Gräner<br />

Höhenweg und die Besteigung der Leilachspitze sowie des Gaishorns sind<br />

Klassiker unter den alpinen Touren im Tannheimer Tal.<br />

Ein nützlicher Tipp noch: Das Ticket „Sommerbergbahnen inklusive“ öffnet die<br />

Türen zu den Höhen ganz bequem. Die überall gültige Bergbahnenkarte ist bei<br />

teilnehmenden Gastbetrieben im Preis inbegriffen.<br />

MEHR INFOS: www.tannheimertal.com<br />

38<br />

<strong>SPORTaktiv</strong>-OUTDOORGUIDE<br />

<strong>SPORTaktiv</strong>-OUTDOORGUIDE<br />

<strong>2017</strong><br />

<strong>2017</strong>


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TIROL<br />

WANDERN AUF DEN<br />

SCHWINGEN DES ADLERS<br />

Abseits vom Trubel bietet die Ferienregion Hohe Salve alles, was das Herz des<br />

Bergurlaubers begehrt: fantastische Natur, spektakuläre Berge, tolle Wanderwege.<br />

Die Ferienregion Hohe Salve liegt<br />

mitten im Herzen Tirols, in den<br />

Kitzbüheler Alpen und ist ein<br />

Paradies für Wanderurlauber. Die<br />

Orte rund um den wohl schönsten<br />

Aussichtsberg Tirols, die Hohen Salve,<br />

bieten alle Voraussetzungen für einen<br />

unvergesslichen Wander- und Kultururlaub.<br />

Schon von Weitem grüßt der<br />

1.829 Meter hohe Berg, auf dem sich<br />

Österreichs höchstgelegene Wallfahrtskirche<br />

befindet, in alle Himmelsrichtungen.<br />

Das 360-Grad-Panorama,<br />

das man von oben genießt, ist<br />

der außergewöhnlichen Lage der Hohen<br />

Salve zu verdanken. Mehr als 70<br />

Dreitausender reihen sich wie auf einer<br />

Perlenkette entlang des Panoramas<br />

auf.<br />

Die Bergbahnen Wilder Kaiser<br />

-Brixental sind der direkte Einstieg in<br />

die Welt der Sommer-Erlebnisse. 13<br />

topmoderne Lifte führen mitten hinein<br />

in die Bergwelt, wo nicht nur Natur<br />

pur, sondern sechs der schönsten<br />

„Berg-ErlebnisWelten“ der Alpen entdeckt<br />

werden wollen.<br />

AM ADLERWEG DURCH TIROL<br />

Einheitlich beschildert, gut markiert<br />

und detailliert beschrieben: So führt<br />

der Adlerweg, Tirols Hauptwanderweg,<br />

durch die Natur der Tiroler Bergwelt.<br />

In der Ferienregion Hohe Salve<br />

streift die Hauptroute des „Adlers“ die<br />

Etappen H04 und H05. Zwischen den<br />

beiden Routen befindet sich Tirols einzige<br />

zugängliche Eis- und Tropfsteinhöhle:<br />

Die Hundalm Eis- und<br />

Tropfsteinhöhle. Sie ist sogar die einzige<br />

Höhle in den Nordtiroler Alpen, in<br />

der es Eis- und Tropfsteingebilde zu sehen<br />

gibt. Man findet sie auf 1.520 Metern<br />

Höhe und im Inneren herrscht<br />

auch im Sommer eine Temperatur von<br />

0° Celsius. Pudelmütze und Handschuhe<br />

also nicht vergessen.<br />

WEIT WEG VOM TRUBEL<br />

Wer am liebsten eine Landschaft mit<br />

kühlen Wäldern, klaren Gebirgsbächen<br />

und traumhaften Bergseen erwandert,<br />

der ist in der Kelchsau, dem<br />

naturbelassenen Seitental des Brixentales,<br />

richtig. Das idyllische Almdorf<br />

mit seinen urigen Bauernhöfen ist<br />

Startpunkt vieler verschiedener Wanderungen<br />

und bietet seinen Besuchern<br />

Ruhe und Erholung – nur das Plätschern<br />

der vielen Bäche begleitet die<br />

Wanderer beim Aufstieg. Spezieller<br />

Tipp: Mit dem Auto in den „Kurzen<br />

Grund“ bis zum Gasthaus Wegscheid<br />

fahren und von dort zirka zwei Stunden<br />

bis zur Neuen Bamberger Hütte<br />

auf 1.756 m wandern. Weiter geht es<br />

dann über die drei herrlich gelegenen<br />

Wildalmseen auf den Gipfel des Schafsiedels<br />

(2.447 m). Der Aufstieg lohnt<br />

sich – Aussicht und Ambiente sind<br />

wirklich atemberaubend!<br />

Kontakt<br />

FERIENREGION HOHE SALVE<br />

Innsbrucker Straße 1, A-6300 Wörgl<br />

Tel.: 057 507 7000<br />

E-Mail: info@hohe-salve.com<br />

www.hohe-salve.com<br />

FOTOS: Ferienregion Hohe Salve<br />

40<br />

<strong>SPORTaktiv</strong>-OUTDOORGUIDE <strong>2017</strong>


hohesalve.at<br />

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Biken in den<br />

Kitzbüheler Alpen<br />

ab<br />

€ 554,-<br />

inkl. 3 Nächte mit Energyhalbpension,<br />

geführte Touren,<br />

Leihbike, Leistungscheck mit Spiroergometrie,<br />

individueller Trainingsplan,<br />

funktionielles Krafttraining<br />

und Teilkörpermassage<br />

(kein Einzelzimmerzuschlag)<br />

Hoch hinaus?<br />

UND DAZWISCHEN FALLEN LASSEN.<br />

Wir setzen auf die Kraft der Bewegung – im Sommer wie im Winter –<br />

365 Tage im Jahr.<br />

Meierhofgasse 26 | 6361 Hopfgarten im Brixental<br />

T +43 5335 2420 | welcome@hohesalve.at


HOTSPOT<br />

FOTO: TVB Reutte<br />

42<br />

<strong>SPORTaktiv</strong>-OUTDOORGUIDE <strong>2017</strong><br />

<strong>SPORTaktiv</strong>-OUTDOORGUIDE <strong>2017</strong>


REUTTE VERBINDET ROM UND TIBET,<br />

NATUR UND KULTUR<br />

DIE TIROLER NATURPARKREGION REUTTE mit ihren elf Ortschaften steht<br />

für Ursprünglichkeit sowie Natur- und Kulturerlebnisse am Fuße des<br />

Hochgebirges. Das Element Wasser spielt am Eingangstor Tirols eine<br />

Hauptrolle. Neben dem Lech, dem letzten Wildfluss der Alpen, und dem<br />

Plansee beheimatet die Naturparkregion viele Bergseen –, die alle in<br />

Trinkwasserqualität im Sommer zum Sprung ins kühle Nass einladen.<br />

AUCH EINE ALTE RÖMERSTRASSE, die Via Claudia Augusta, durchquert<br />

die Region und macht Geschichte ebenso erlebbar wie die Ehrenberger<br />

Klause, die Festungsanlagen Ehrenberg, Schlosskopf und Fort Claudia.<br />

Tauch im Museum ins Mittelalter ein oder erlebe den Ausblick auf der<br />

weltlängsten Fußgängerhängebrücke im Tibet-Style, der „highline 179“.<br />

FREU DICH AUCH AUF DIE SOMMER AKTIV CARD: Mit der Karte, die du<br />

nach Ankunft in der Region Reutte beim Vermieter bekommst, kannst du<br />

zahlreiche Attraktionen gratis oder ermäßigt nützen.<br />

ALLE INFOS: www.reutte.com<br />

43


TIROL<br />

KLETTERSPASS IM PITZTAL:<br />

BOULDER-FELSEN<br />

FÜR DIE GANZE FAMILIE<br />

FRISCHLUFT STATT HALLE: Outdoor-Bouldern liegt im Trend. Im märchenhaften Wald von<br />

Mandlers Boden erleben Einsteiger den besonderen Reiz des Kletterns ohne Gurt und Seil.<br />

N<br />

icht weniger als 55 Felsblöcke<br />

mit insgesamt 180 Routen erwarten<br />

Boulder-Fans im märchenhaften<br />

Wald bei Mandlers Boden<br />

im Pitztal! Das Areal ist mit seinen imposanten<br />

Felsen nun offiziell als neues<br />

Boulder-Gebiet ausgewiesen. Viele<br />

der Felsbrocken weisen nur einen geringen<br />

Schwierigkeitsgrad auf und<br />

sind daher optimal für Familien und<br />

Einsteiger.<br />

Bouldern liegt im Trend und gilt<br />

als natürlichste Form des Kletterns –<br />

ohne künstliche Griffe und im Fels<br />

vorgegebene Routen. Mandlers Boden<br />

ist eines der wenigen Boulder-Gebiete<br />

in Tirol, die sogar für Kinder geeignet<br />

sind. „Das tapfere Schneiderlein“,<br />

„Rumpelstilzchen“ und „Jogibär“<br />

etwa sind nur 1,50 bis 2,20 Meter hoch<br />

und mit etwas Geschick locker zu<br />

meistern.<br />

Erwachsene hingegen finden ihre<br />

Herausforderungen an Felsen, die bis<br />

zu vier Meter hochragen und deren<br />

Schwierigkeitsgrade bis in den oberen<br />

Skalenbereich reichen. Sportlich aktive<br />

Familien finden im Pitztal also große<br />

Auswahlmöglichkeiten.<br />

VON EINFACH BIS HOCHALPIN<br />

Schon für die Kleinsten beginnt der<br />

Kletterspaß im Pitztal auch im „XP<br />

Abenteuerpark“ in Jerzens – einem<br />

Waldseilgarten mit maßgeschneiderten<br />

Parcours für alle Altersgruppen.<br />

Gästekinder können zudem mit dem<br />

Pitztaler Freizeitpass kostenlos jeden<br />

Mittwoch im Kletterpark am Hochzeiger<br />

üben. Für Familien und Einsteiger<br />

besonders geeignet ist auch der Klettergarten<br />

in Stillebach – nicht nur wegen<br />

seiner acht einfachen, kurzen Routen,<br />

sondern auch wegen des<br />

Badeteichs und der Kneippanlage, in<br />

der man sich abkühlen kann.<br />

Der Hexenkessel in Plangeross dagegen<br />

ist etwas für echte Bergfexe. Er<br />

verzaubert Sportler mit mehr als 30<br />

Touren in den oberen Schwierigkeitsgraden.<br />

Wer es hochalpin und abgeschieden<br />

mag, wandert von Plangeross<br />

etwa dreieinhalb Stunden hinauf zur<br />

Kaunergrathütte und nimmt sich hier<br />

oben die 21 Sportkletterrouten vor.<br />

Insgesamt stehen im Pitztal 178<br />

Sportkletterrouten zur Verfügung sowie<br />

14 Mehrseillängen, zwei Kletteranlagen<br />

(Kletterpark Jerzens Hochzeiger<br />

und XP Adventure Park), fünf<br />

Klettergärten, zwei Klettersteige, 22<br />

Eiskletter-Routen und zwei familienfreundliche<br />

Klettergärten.<br />

Also: Nichts wie ran an die Felsen ...<br />

Boulder-Angebot<br />

Wer das „Klettern in Absprunghöhe“<br />

und ohne Seil und Gurt erstmalig ausprobieren<br />

möchte, für den ist der dreistündige<br />

Schnupperkurs für 49 Euro inklusive<br />

Leihausrüstung (Kletterschuhe,<br />

Matten, Magnesium) genau richtig.<br />

Kontakt:<br />

TOURISMUSVERBAND PITZTAL<br />

Tel.: 0 54 14/86 9 99-88<br />

E-Mail: info@ pitztal.com<br />

www.pitztal.com<br />

FOTOS: TVB Pitztal<br />

44<br />

<strong>SPORTaktiv</strong>-OUTDOORGUIDE <strong>2017</strong>


Keb Trousers<br />

NEXT STOP<br />

NATURE<br />

eines der schönsten Dinge an<br />

der Natur ist, dass du sie auf deine<br />

ganz eigene Weise erleben kannst.<br />

Auf unsere Ausrüstung kannst du<br />

dich draußen verlassen. Manche<br />

unserer Produkte sind zu wahren<br />

Klassikern geworden. Andere sind<br />

auf dem Weg dahin.<br />

Zum Beispiel unsere Keb Trousers.<br />

Diese technisch fortschrittliche<br />

Hose wurde speziell fürs Trekking<br />

in anspruchsvollem Gelände<br />

entwickelt. Sie hat die Auszeichnung<br />

„Beste Outdoor-Hose des Jahres“<br />

bekommen und bewährt sich darüber<br />

hinaus jeden Tag aufs Neue in der<br />

freien Natur, wofür sie bei Trekkern<br />

auf der ganzen Welt beliebt ist. Das<br />

Design ist für den Einsatz in der<br />

Natur bestimmt und aus unserem<br />

eigenen, nachhaltigen G-1000 Eco<br />

gefertigt.<br />

Egal, wer du bist und wohin du<br />

gehst – in dieser Saison bieten wir<br />

eine breite Auswahl an Hosen für<br />

alle, die die Freiheit der Natur auf<br />

eigene Weise genießen möchten.<br />

www.fjallraven.de<br />

Die Keb Hose ist auch als Zip-Off Version (Keb Gaiter Trousers) erhältlich. Bei diesem Modell können<br />

die abgezippten Hosenbeine als Gamaschen verwendet werden.


OUTDOORGUIDE<br />

HOCH<br />

AUF TOUR<br />

TOUREN AUF DREI- UND VIERTAUSENDER sind die Königsdisziplin<br />

des Bergsommers in den Alpen und üben eine enorme<br />

Anziehungskraft aus. Sie führen ins hochalpine, ausgesetzte und<br />

meist vergletscherte Gelände; Kletter- oder Klettersteigpassagen<br />

sind die Regel. Richtig angegangen, versprechen Hochtouren<br />

Genuss und ein Gefühl von Freiheit.<br />

Zahllose Wanderungen sind absolviert.<br />

Frühmorgendliche Touren<br />

samt Sonnenaufgang am Gipfel<br />

wurden genossen. Sportlich-schnelle<br />

Gipfelerfolge in Trailrunning-Manier<br />

gefeiert. Der Wunsch nach<br />

einer weiteren Herausforderung wird immer<br />

größer. Sommerliche Hochtouren<br />

sind der logische nächste Schritt. Damit<br />

gemeint sind längere Touren in hochalpine,<br />

meist vergletscherte Regionen. Es geht<br />

in der Regel ausgesetzt, oft via Kletteroder<br />

Klettersteigpassagen bis auf oder<br />

über 3.000 Meter.<br />

Wie vieles Reizvolle haben Hochtouren<br />

zwei Seiten – wunderschön und begeisternd<br />

einerseits. Beachtliche Gefahren in<br />

sich bergend andererseits. Der Grat zwischen<br />

Glücksgefühl und Absturz – im<br />

wahrsten Sinn des Wortes – ist schmal. Damit<br />

bestmöglich umzugehen heißt, sich<br />

selbst um seine eigene „Überlebens-Versicherung“<br />

zu kümmern. Was Profis – Martin<br />

Edlinger, Hubert Granitzer und Wolfgang<br />

Nairz – raten, um den Hochtourengenuss<br />

zu maximieren und das Risiko zu minimieren,<br />

hat <strong>SPORTaktiv</strong> erfragt.<br />

GENUSS UND FREIHEITSGEFÜHL<br />

„Hochtouren sind für mich eines der<br />

schönsten Naturerlebnisse. Allein das<br />

Durchsteigen verschiedener Vegetationszonen<br />

– vom Tal über alpine Blumenwiesen<br />

bis zu vergletscherten Regionen und<br />

Gipfeln – ist in seiner Pracht und Eindrucksvielfalt<br />

immer wieder faszinierend“,<br />

schwärmt Wolfgang Nairz. „Mich<br />

begeistert an Hochtouren, in der freien,<br />

unberührten Natur unterwegs zu sein.<br />

Und dieses gewaltige Freiheitgefühl des<br />

Obenseins zu spüren“, beschreibt Martin<br />

Edlinger sein Empfinden. Die Anziehungskraft<br />

von Hochtouren erklärt Bergführer<br />

Hubert Granitzer damit, „dass man in verschiedenen<br />

Bergsportarten – Wandern,<br />

Bergsteigen, Klettern und Gletschergehen<br />

– versiert sein muss. Es ist die Krönung des<br />

Bergsteigens in den Alpen“. „Hochtouren<br />

werden oft als eines der letzten echten<br />

Abenteuer wahrgenommen“, weiß Edlinger.<br />

„Zuerst begnügen sich die meisten mit<br />

einfacheren Gipfeln. Irgendwann will<br />

man höher hinaus und etwa den Großglockner<br />

(3.798 m) über den anspruchsvollen<br />

Stüdlgrats besteigen. Ein typischer<br />

nächster Schritt ist der Ortler (3.905 m),<br />

ehe der Blick auf die 4.000er der Westalpen<br />

– etwa Mönch (4.107 m), Matterhorn (4.478<br />

m) oder Mont Blanc (4.810 m) – fällt“, beschreibt<br />

Granitzer das typische, „oft übertriebene<br />

Gipfel-Ziel-Denken“. Everest-Pionier<br />

Nairz rät, sich nicht von Ehrgeiz und<br />

Leistungsdrang treiben zu lassen. „Am<br />

Berg zählen andere Faktoren. Höher,<br />

schneller, weiter ist weniger wichtig. Entscheidend<br />

ist das Genießen der Natur, der<br />

Ruhe und der Einsamkeit.“<br />

FOTOS: xxx<br />

TEXT: Oliver Pichler<br />

46<br />

<strong>SPORTaktiv</strong>-OUTDOORGUIDE <strong>2017</strong>


Hochtouren<br />

werden als die<br />

Krönung des<br />

Bergsteigens<br />

in den Alpen<br />

empfunden.<br />

FOTO: Herbert Raffalt<br />

47


HOCHTOUREN<br />

Die Experten<br />

MARTIN EDLINGER ist Hochtouren-<br />

Experte, Berg- & Skiführer und Leiter<br />

der Abteilung Bergsport der Naturfreunde<br />

Österreich.<br />

WEB: www.naturfreunde.at<br />

HUBERT GRANITZER ist seit 25 Jahren<br />

als Bergführer auf den höchsten<br />

Gipfeln der Ost- und Westalpen unterwegs.<br />

WOLFGANG NAIRZ war 1978 einer<br />

der drei ersten Österreicher am Mount<br />

Everest (8.848 m) und leitete zeitgleich<br />

die Expedition, bei der Reinhold<br />

Messner und Peter Habeler erstmals<br />

ohne Sauerstoff „ganz oben“ standen.<br />

BASICS, TRAINING, AUSRÜSTUNG<br />

„Zu glauben, man kann bergsteigen,<br />

weil man gehen kann, ist falsch. Man<br />

soll Bergsteigen von Grund auf lernen<br />

und dabei etwa das Gehen mit Steigeisen<br />

oder den Umgang mit dem Seil<br />

üben. Kurse der alpinen Vereine und<br />

vieler Bergsteigerschulen sind dafür<br />

ideal“, plädiert Nairz für eine gewissenhafte<br />

Vorbereitung. „Es sind viele<br />

Facetten, auf die man sich vorbereiten<br />

und einstellen muss. Die Kombination<br />

von Gletscher und Fels, Weglosigkeit,<br />

Orientierung, Wissen um Wetter und<br />

Verhältnisse, Verhalten im Fall eines<br />

Gewitters im Hochgebirge u. v. m. spielen<br />

bei Hochtouren komplex zusammen“,<br />

weiß Bergführer Granitzer.<br />

Als besonders wichtig stuft Martin<br />

Edlinger die Vorbereitung auf das<br />

Gehen am Gletscher ein. „Während<br />

man viele Touren, die hoch hinauf führen,<br />

aber ohne Gletscherquerungen<br />

auskommen, bald einmal gehen kann,<br />

ist das am Gletscher anders. Hier<br />

braucht es zumindest eine Grundschulung“,<br />

betont Edlinger. Das Verhalten<br />

am Gletscher, speziell Seil- & Rettungstechnik,<br />

sollte Inhalt von Vorbereitungskursen<br />

sein. Sich nur auf das<br />

Können des Führers zu verlassen wäre<br />

trügerisch.<br />

Als längerfristige Hausaufgabe<br />

der Vorbereitung gilt die gute bis sehr<br />

gute Grundkondition. „Fit und gut<br />

trainiert zu sein, verbessert die Trittsicherheit<br />

und reduziert das Risiko zu<br />

stürzen, zu stolpern oder auszurut-<br />

schen“, weiß Hochtouren-Profi Edlinger.<br />

Noch einen Tipp hat er: „Es ist ratsam,<br />

sich nicht dauerhaft nahe an<br />

seiner Leistungsgrenze zu bewegen,<br />

weil es sonst nicht gelingt, über längere<br />

Zeit mit hoher Konzentration unterwegs<br />

zu sein.“<br />

„Von Bedeutung ist die richtige<br />

Ausrüstung. Sich etwa gut gegen das<br />

Wetter schützen zu können ist Standard.<br />

Wind- und wasserdichte Jacken<br />

und Hosen sind ein Muss. Und Haube<br />

wie Handschuhe sollten mit dabei<br />

sein“, so der Naturfreunde-Experte.<br />

Gute, eingegangene und steigeisenfeste<br />

Schuhe, Steigeisen mit Antistollen-Platten<br />

aus Gummi, Eispickel sowie<br />

ein Klettergurt, ein paar Karabiner<br />

und Reepschnüre sowie ein vernünftiges<br />

Seil gehören ebenfalls zur Grundausstattung.<br />

„Gleichzeitig ist es ratsam,<br />

nur das mitzunehmen, was man<br />

wirklich braucht. Größe und Gewicht<br />

der Rucksäcke machen schneller müde<br />

und vor allem auch unbeweglicher.<br />

Für eine Tages tour muss ein 35- bis 40<br />

Liter-Rucksack reichen“, rät Edlinger<br />

zur Reduktion.<br />

STEHEN BLEIBEN ODER<br />

GESCHICHTE SCHREIBEN.<br />

FACE THE DARKNESS<br />

Mit den Outdoor-Lampen von Ledlenser<br />

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Schwierige Passagen sind untrennbar<br />

mit Hochtouren verbunden.<br />

Dann sind Können<br />

und Erfahrung gefragt.<br />

Kurse & Profi-Begleiter<br />

Der erste Schritt zur sicheren<br />

Hochtour führt in einen Kurs<br />

TOUREN IN HOCHALPINE, vergletscherte<br />

Regionen sind nicht zu unterschätzen.<br />

Entsprechend wichtig ist es, sich im<br />

Rahmen professioneller Kurse vorzubereiten.<br />

Alleine sollte man Hochtouren,<br />

insbesondere Gletscherpassagen, sowieso<br />

nie in Angriff nehmen. Erfahrene<br />

Begleiter sind speziell für Einsteiger ein<br />

Muss. Staatlich geprüfte Bergführer<br />

und Tourenführer der Alpinen Vereine<br />

sind kompetente Begleiter auf<br />

solchen Touren, auch in heiklen Alpin-<br />

Situationen.<br />

Die Naturfreunde bieten beispielsweise<br />

ein umfassendes Kursprogramm:<br />

ALLE INFOS: www.naturfreunde.at<br />

FOTO: Herbert Raffalt<br />

UNMITTELBARE VORBEREITUNG<br />

„Wichtig vor jeder Hochtour ist die saubere<br />

Tourenplanung. Zu wissen wo,<br />

man hingehen will und ob man sich die<br />

Tour in ihren Details überhaupt zutraut,<br />

ist eine Grundvoraussetzung“, appelliert<br />

der Naturfreunde-Bergprofi.<br />

„Wenn man sich überschätzt und man<br />

sich etwa an extremen Stellen aus blanker<br />

Angst nicht mehr weiterwagt, ist<br />

das für alle Beteiligten ein Problem. Insbesondere<br />

am Glockner habe ich solche<br />

Situationen schon mehrfach erlebt“, erzählt<br />

Edlinger. „Deshalb ist es wichtig,<br />

zuerst leichtere Touren, etwa auf den<br />

Dachstein (2.995 m) oder auch auf den<br />

Großvenediger (3.666 m), zu gehen und<br />

sich dann behutsam an Schwierigeres,<br />

wie etwa den Glockner (3.798 m) heranzutasten.“<br />

Die Wettersituation ist in der Vorbereitung<br />

zentral. „Bei Hochtouren<br />

können Gewitter extrem gefährlich<br />

werden und die Tour massiv verlän-<br />

ORTLIEB WATERPROOF:<br />

DER WEG<br />

ENDET. DEIN<br />

ABENTEUER<br />

BEGINNT.<br />

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für den Lowrider aus der Bikepacking-Serie


HOCHTOUREN<br />

Auf Gletschern gilt: unbedingt anseilen.<br />

Ideale Gruppengröße: Drei<br />

oder mehr Bergsteiger.<br />

gern, auch weil die Orientierung viel<br />

schwieriger ist“, warnt Edlinger. Blitzschlag<br />

und nasser Felsuntergrund sind<br />

die unmittelbaren Gefahrenquellen<br />

von Wärmegewittern, die nur grundsätzlich<br />

und nicht im Detail vorhersagbar<br />

sind. „Frühestmöglich zu starten,<br />

um bis spätestens 10 oder 11 Uhr am<br />

Gipfel zu sein“, empfiehlt deshalb<br />

Bergführer Granitzer. Genauer vorhergesagt<br />

werden Frontgewitter. Sie sind<br />

noch gefährlicher, weil sie einen Kälteeinbruch<br />

bringen, der in höheren Lagen<br />

oft mit Schneefällen einhergeht.<br />

„Von einem Wettersturz unvorbereitet<br />

überrascht zu werden, hat meist mit<br />

schlechter Planung zu tun“, rät Edlinger<br />

zu guter Tourenplanung.<br />

Sechs Top-Hochtouren<br />

HERBERT RAFFALT aus dem steirischen<br />

Ennstal ist Bergführer und mehrfach<br />

ausgezeichneter Fotokünstler – von<br />

ihm stammen die Bilder dieses Artikels.<br />

Und er verriet uns seine sechs Lieblings-Hochtouren<br />

in Österreich:<br />

1. GROSSGLOCKNER (3.798 m) über<br />

den Stüdlgrat, Osttirol, schwer.<br />

2. FUSCHERKARKOPF (3.331 m),<br />

Kärnten und Salzburg, mittelschwer.<br />

3. HOCHKÖNIG (S, 2.941 m) über den<br />

Königsjodler Klettersteig, schwer.<br />

4. HOCHTOR IM GESÄUSE (2.369 m),<br />

Steiermark, mittelschwer<br />

5. GROSSER PRIEL (2.515 m) über den<br />

Bert-Rinesch-Klettersteig, OÖ, schwer.<br />

6. GROSSVENEDIEGR (3.666 m),<br />

Salzburg und Tirol, mittelschwer.<br />

KONTAKT: www.raffalt.com<br />

ZENTRALER FAKTOR GLETSCHER<br />

„Im vergletscherten Bereich haben wir<br />

häufig das Problem des Gletscherrückgangs.<br />

Dadurch treten vermehrt Spaltenzonen<br />

und Randklüfte am Übergang<br />

zwischen Gletscher und Fels<br />

hervor“, weiß Martin Edlinger. Gletscher<br />

sind eine große, unberechenbare<br />

Gefahrenquelle. Stürze in Spalten<br />

können jederzeit passieren. Der einzige<br />

Schutz ist anseilen. Daher darf man<br />

keinesfalls alleine unterwegs sein.<br />

Am besten sind drei- bis vierköpfige<br />

Gruppen.<br />

Zusätzlich, so Edlinger und Granitzer,<br />

bedingen die Klimaveränderungen,<br />

dass die Steinschlaggefahr<br />

deutlich ansteigt. „Daher kann man<br />

eine Reihe von Touren im Hochsommer<br />

gar nicht gehen, weil es zu gefährlich<br />

ist“, stellt Bergführer Granitzer<br />

fest. „Ich erlebe es oft, dass Unerfahrene<br />

Risiken nicht wahrnehmen und<br />

Gefahren nicht erkennen. Während<br />

wir gefährliche Passagen möglichst<br />

zügig durchschreiten, beobachte ich<br />

es immer wieder, dass andere genau<br />

an diesen Stellen Wasser nehmen<br />

oder gar Pause machen“, erzählt der<br />

Kärntner Bergführer.<br />

NÄCHSTE PLÄNE<br />

Wer motiviert durch das Bewältigen<br />

erster Hochtouren über nächste Ziele<br />

nachdenkt, dem gibt der 73-jährige<br />

Tiroler Nairz noch den Rat: „Um in<br />

den Bergen glücklich zu sein, soll man<br />

sich realistische, nicht übertriebene<br />

Ziele setzen. Das Geheimnis ist, den<br />

eigenen Glückshorizont so zu wählen,<br />

dass man es bis zu ihm auch schaffen<br />

kann. Dadurch erreicht man wunderbare<br />

Gipfelerlebnisse – und nicht,<br />

indem man immer extremer unterwegs<br />

ist.“<br />

Die Ausrüstung<br />

für Hochtouren<br />

DIE BASICS<br />

• Bekleidung – zusätzlich zur<br />

üblichen Tourenausrüstung<br />

auf jeden Fall eine wind- &<br />

wasserdichte Jacke und Hose<br />

• Funktionsunterwäsche,<br />

die Schweiß von der Haut<br />

wegtransportiert<br />

• Handschuhe und Haube – es kann<br />

schnell kalt werden!<br />

• Bergschuhe – solide,<br />

eingegangene Schuhe, die klettertauglich<br />

und steigeisenfest sind<br />

• Socken (Ersatzpaar)<br />

• Sonnenbrille – die Sonnenstrahlung<br />

in der Höhe, speziell auf Gletschern,<br />

erfordert Schutz<br />

• Rucksack mit rund 40 Litern Volumen<br />

– (mehr dazu siehe S. 55)<br />

• Trinkflaschen – empfehlenswert<br />

sind isolierte Edelstahlflaschen,<br />

dazu ein im Rucksack integriertes<br />

Trinksystem<br />

• Stöcke – längenverstellbar.<br />

Bei Kletterpassagen sind<br />

Faltstöcke vorteilhaft<br />

• Kartenmaterial &<br />

Tourbeschreibung<br />

• Zusatzakku fürs Smartphone<br />

SICHERHEIT I<br />

AUF JEDEN FALL MIT DABEI SEIN<br />

SOLLTEN:<br />

• Steigeisen (inklusive Antistoll-<br />

Platten)<br />

• Eispickel<br />

• Helm<br />

• Stirnlampe – falls es unplanmäßig<br />

lang dauert<br />

• Notfallausrüstung mit Erste-Hilfe-<br />

Paket und Verbandszeug sowie<br />

Biwaksack. Martin Edlinger rät zu<br />

einem 2er-Biwaksack pro Person,<br />

weil etwa ein Verletzter nicht mehr<br />

in den Biwaksack einsteigen kann,<br />

sondern nur umwickelt werden<br />

kann.<br />

SICHERHEIT II<br />

ZUM ANSEILEN, SICHERN, BER-<br />

GEN: Wichtig ist, bei der Auswahl<br />

auf normgerechte, für den Einsatzbereich<br />

zugelassene Ausrüstung zu<br />

achten. Was auf welcher Tour konkret<br />

mit dabei sein soll, ist im Rahmen<br />

der Tourenvorbereitung zu prüfen<br />

und mit den Tourpartnern bzw.<br />

dem Bergführer abzusprechen.<br />

• Anseilgurt & Klettergurt<br />

• Fangstoßdämpfer (Klettersteigbremse)<br />

• Karabiner<br />

• Klemmkeile & Klemmgeräte<br />

• Reepschnüre & Schlingen<br />

• Seile<br />

• Spaltenbergungs- & Abseilgerät<br />

FOTO: Herbert Raffalt<br />

50<br />

<strong>SPORTaktiv</strong>-OUTDOORGUIDE <strong>2017</strong>


www.northland.at<br />

Es grünt so grün!<br />

Die Marke aus Österreich.


TIROL<br />

DAS TANNHEIMER TAL –<br />

TRAININGSREVIER FÜR PROFIS<br />

UND FREIZEITSPORTLER<br />

Bergsportler, Läufer, Radfahrer, Gleitschirmflieger:<br />

Alle finden im Tiroler Hochtal beste Voraussetzungen<br />

Das Tannheimer Tal ist zwar nur<br />

16 Kilometer lang, in sportlicher<br />

Hinsicht aber ganz groß.<br />

Vom gemütlichen Wandern bis zum<br />

anspruchsvollen Klettern, von Mountainbikestrecken<br />

bis zu ausgiebigen<br />

Rennradtouren, vom Gleitschirmfliegen<br />

bis zum Angeln: Das Hochtal bietet<br />

eine Vielzahl an Freizeitangeboten.<br />

Die größte Lauf- und Nordic<br />

Walking-Arena Tirols mit 186 km Wegen<br />

und hochkarätige Events wie der<br />

Rad-Marathon Tannheimer Tal unterstreichen<br />

zusätzlich die sportlichen<br />

Qualitäten des Tals.<br />

AM FELS, IN DER LUFT, ZU WASSER<br />

Das Tannheimer Tal bietet also perfekte<br />

Bedingungen für Sportler – so auch<br />

für alle, die gern in den Bergen unterwegs<br />

sind. Die Kalkfelswände gehören<br />

zu den besten Revieren für Alpinisten<br />

in Tirol. Zahlreiche Gipfel wie etwa<br />

Gimpel, Rote Flüh, Gehrenspitze oder<br />

Läuferspitze genießen Kultstatus in<br />

der Kletterszene und bieten viel Abwechslung,<br />

von der einfachen Einseillängen-Route<br />

in leichter Genusskletterei<br />

bis zur anspruchsvollen alpinen<br />

Mehrseil-Route.<br />

Ganz oben genießen Gleitschirmflieger<br />

die Qualitäten des Tals. Das<br />

Neunerköpfle mit seiner ausgezeichneten<br />

Thermik zählt zu den beliebtesten<br />

Startplätzen – zu denen man noch<br />

dazu bequem mit der Seilbahn gelangt.<br />

Die beiden Naturstartplätze befinden<br />

sich direkt bei der Bergbahn und der<br />

große Landeplatz gleich neben der Talstation.<br />

Viel Natur und nicht ganz so<br />

viel Bewegung genießen auch Sportfischer<br />

im Tannheimer Tal. Für die klassischen<br />

Outdoorsportarten Wandern<br />

oder Klettersteigen sind die Bedingungen<br />

ebenfalls sehr gut.<br />

MIT RENNRAD UND MOUNTAINBIKE<br />

Beliebt ist das Tannheimer Tal auch bei<br />

Radsportlern. Das Hochtal liegt perfekt<br />

als Ausgangspunkt für Rennradtouren,<br />

etwa Richtung Lechtal oder<br />

Allgäuer Alpen. Tipp: 22 Touren mit<br />

2.500 km Gesamtlänge sind im Rennrad-Booklet<br />

verzeichnet – Kartenmaterial<br />

inklusive. Erhältlich ist es im Tourismusbüro.<br />

Saison-Highlight ist der<br />

Rad-Marathon, der heuer am 9. Juli<br />

stattfindet. Bei dem ist auch Ex-Profi<br />

Marcel Wüst – auch Trainingsstammgast<br />

im Tannheimer Tal – gerne dabei.<br />

Für Mountainbiker passen die Bedingungen<br />

ebenfalls: 15 offizielle Strecken<br />

mit 150 km warten, von gemütlich<br />

bis anspruchsvoll und mit<br />

herrlichen Aussichtspunkten. Zudem<br />

startet im Tannheimer Tal der „Bike<br />

Trail Tirol“, eine 800 km lange Rundtour<br />

durch Tirols vielfältige Regionen.<br />

Info & Buchungen<br />

TOURISMUSVERBAND TANNHEIMER TAL<br />

Tel.: 0 56 75/62 20-0<br />

E-Mail: info@tannheimertal.com<br />

www.tannheimertal.com<br />

FOTOS: TVB Tannheimer Tal/Stefan Eisend, Marco Felgenhauer, Wolfgang Ehn<br />

52<br />

<strong>SPORTaktiv</strong>-OUTDOORGUIDE <strong>2017</strong>


ERKLÄR<br />

MIR ...<br />

EINEN HOCHTOURENRUCKSACK<br />

ROBUSTES<br />

LEICHT-<br />

GEWICHT<br />

Was muss ein Hochtourenrucksack können,<br />

wie viel Platz muss er bieten und was unterscheidet<br />

ihn von anderen Rucksacktypen? Bergretter und<br />

Rucksackentwickler Martin Vallazza erklärt es am<br />

Beispiel des Ortlieb Elevation Pro 2 – den auch die<br />

österreichische Bergrettung verwendet.<br />

ANZEIGE / FOTOS: Ortlieb<br />

WELCHE HAUPTEIGENSCHAFTEN<br />

BRAUCHT EIN HOCHTOURENRUCKSACK?<br />

„Er sollte leicht und robust zugleich<br />

sein“, sagt der Vorarlberger Bergretter<br />

Martin Vallazza, der den „Elevation Pro<br />

2“ von Ortlieb mitentwickelt hat. Das<br />

Material muss deutlich robuster als bei<br />

gewöhnlichen Wanderrucksäcken sein.<br />

Im Hochgebirge geht es nicht gerade<br />

sanft zu, da muss der Rucksack mitunter<br />

auch eine rauhe Behandlung stoisch<br />

hinnehmen. In der Form unterscheidet<br />

sich der Hochtourenrucksack von einem<br />

Wandermodell ebenfalls. „Er muss<br />

schmäler sein: Auf der Hochtour ist man<br />

meist mit Stöcken unterwegs, da soll er<br />

die Armpendelbewegung nicht stören.“<br />

WELCHE GRÖSSE IST OPTIMAL? „Rund<br />

40 Liter“, empfiehlt Vallazza. „30 Liter<br />

sind zu wenig, 50 eher zu viel.“ Aber<br />

aufgepasst: „Jeder Hersteller hat andere<br />

Messverfahren, sodass Rucksäcke<br />

bei gleicher Angabe oft unterschiedlich<br />

viel Platz bieten.“ Ein Insidertipp,<br />

wie man das Volumen bestmöglich ausnützt:<br />

„Dinge, die man nur zur Reserve<br />

mithat und nur in Notfällen braucht,<br />

wie Erste-Hilfe-Packerl, zusätzliches<br />

Ersatz-Shirt oder -Jacke kann man vakuumdicht<br />

verpacken lassen. Dadurch<br />

wird die Luft herausgesaugt und die<br />

Dinge benötigen viel weniger Platz.“<br />

WIE SIEHT DAS OPTIMALE TRAGESYSTEM<br />

AUS? Da nennt Vallazza eine Faustregel:<br />

„So viel wie nötig, so wenig wie<br />

möglich.“ Die Gurte werden bei Hochtourenrucksäcken<br />

in der Regel weniger<br />

stark gepolstert als bei einem Trekkingmodell,<br />

weil diesen Effekt die mehr-<br />

Der Experte<br />

MARTIN VALLAZZA ist Physiotherapeut<br />

und Bergretter<br />

in Bludenz und hat den Elevation<br />

Pro 2 von Ortlieb mitentwickelt.<br />

WEB: www.ortlieb.com<br />

schichtige Kleidung mitübernimmt. Beim<br />

Elevation Pro 2 von Ortlieb so wie bei<br />

vielen anderen Modellen schon Standard:<br />

der abnehmbare Hüftgurt. Er<br />

trägt zwar im Normalfall die Hauptlast,<br />

stört aber andererseits, wenn man einen<br />

Klettergurt trägt. „Außerdem besteht<br />

dann die Gefahr, dass man die<br />

Seile in den falschen Gurt einbindet.“<br />

Und was ist mit der Traglast, die dann<br />

an den Schultern hängt: „Die wird ein<br />

wenig vom Klettergurt aufgefangen,<br />

auf dem der Rucksack dann aufsitzt.“<br />

WENIGE ODER VIELE FÄCHER: WAS IST<br />

OPTIMAL? „Ein Hauptfach und ein gutes,<br />

höhenverstellbares Deckelfach<br />

müssen unbedingt sein“, sagt Martin<br />

Vallazza. Für ihn entscheidender als die<br />

Anzahl der Fächer ist die einfache Zugriffsmöglichkeit.<br />

„Bei Hochtourenrucksäcken<br />

braucht es einen Reißverschluss<br />

am Boden oder an der Seite, damit man<br />

auch schnell an jene Dinge kommt, die<br />

in tiefen Regionen eingepackt sind. Du<br />

willst die Gruppe am Gletscher ja nicht<br />

zehn Minuten warten lassen, bis du ein<br />

Teil heraußen hast.“ Sonst noch wichtig:<br />

Es sollten alle Utensilien so verstaut<br />

werden können, dass nichts baumelt<br />

und dadurch beim Gehen stört.<br />

Nr. 3; Juni / Juli <strong>2017</strong><br />

53


MATERIAL<br />

IM SCHAUFENSTER: 10 HOCHTOURENRUCKSÄCKE<br />

Worauf es bei Hochtourenrucksäcken ankommt, haben wir vorne ja im Detail erklärt. Hier in der Kurzvorstellung:<br />

zehn hochwertige Produkte der Saison <strong>2017</strong> für alpine Touren und lange Wanderungen.<br />

BLACK DIAMOND<br />

SPEED 40 PACK<br />

Ein leichter Alpinrucksack für anspruchsvolle<br />

Unternehmungen am Fels,<br />

im Schnee und im Eis. Der Hüft- und<br />

Brustgurt sowei die herausnehmbare<br />

Rückenplatte sorgen für Komfort.<br />

PickPockets sichern die Ausrüstung an<br />

der Außenseite, während die Innenmanschette<br />

mit einer Zugschnur vor<br />

Feuchtigkeit schützt.<br />

PREIS (UVP): € 150,–<br />

WEB: http://eu.blackdiamondequipment.com<br />

MARMOT<br />

EIGER 32<br />

Der Eiger 32 ist genau die richtige Wahl<br />

für den vielseitigen Einsatz im Gebirge.<br />

Wertvolle Features wie Material- und<br />

Karabinerschlaufen, ein integriertes<br />

Seiltragesystem, ein verstaubarer<br />

Hüftgurt sowie Skitrageschlaufen<br />

machen den Eiger 32 zu einem wahren<br />

Multitalent. Volumen: 32 Liter.<br />

PREIS (UVP): € 180,–<br />

WEB: www.marmot.eu<br />

DEUTER<br />

ACT LITE 40+10<br />

Der ACT Lite ist ein moderner Hochtouren-<br />

und Trekkingrucksack, sportlich<br />

schlank und vielseitig. Er hat für <strong>2017</strong><br />

nicht nur ein frisches Äußeres erhalten,<br />

sondern ist auch unter anderem dank<br />

seines neuen Schulterträger-Designs<br />

mit doppellagigem Polsteraufbau und<br />

angepasster Form noch komfortabler<br />

geworden.<br />

PREIS (UVP): € 165,–<br />

WEB: www.deuter.com<br />

LOWE ALPIN<br />

MOUNTAIN ASCENT 40:50<br />

Der Allround-Bergrucksack macht<br />

von der Hüttentour im Sommer<br />

über die Mehrtages-Skitour im<br />

Winter alles mit. Durch die Aufteilung<br />

in Boden- und Hauptfach<br />

mit zusätzlichem Zugriff von der<br />

Seite sind alle Bereiche im Rucksackinneren<br />

gut zugänglich. Die<br />

bequemen Hüftflossen sind bei<br />

Verwendung mit Klettergurt leicht<br />

abzunehmen.<br />

PREIS (UVP): € 149,95<br />

WEB: www.lowealpine.com/eu<br />

ORTLIEB<br />

ELEVATION PRO2<br />

Der wasserdichte Alpinrucksack hat einen<br />

Rollverschluss und einen höhenverstellbaren,<br />

abnehmbaren Deckel.<br />

Fein: der seitliche Zugang über einen<br />

wasserdichten Reißverschluss. Ein Fixierungsgurt<br />

fürs Seil, eine unterteilte<br />

Innentasche für ein optionales Trinksystem,<br />

ein abnehmbarer Hüftgurt mit Metallverschluss<br />

sowie Materialschlaufen<br />

gehören ebenfalls zur Ausstattung.<br />

PREIS (UVP): € 349,99<br />

WEB: www.ortlieb.com<br />

FOTOS: Hersteller<br />

54<br />

<strong>SPORTaktiv</strong>-OUTDOORGUIDE <strong>2017</strong>


ORTOVOX<br />

PEAK 35<br />

Durch die Verarbeitung des extrem reißund<br />

abriebfesten Nylonmaterials 420D<br />

ist der Hochtourenrucksack sehr robust.<br />

Das Besondere ist das Rückensystem<br />

„Swisswool Full Contact“: Berg sportler<br />

profitieren spürbar vom einzigartigen<br />

Feuchte- und Klimamanagement der<br />

Wolle und damit von einem komfortablen<br />

und trockenen Gefühl am Rücken.<br />

PREIS (UVP): € 189,95<br />

WEB: www.ortovox.com<br />

THULE<br />

VERSANT 50L<br />

Die Thule-Versant-Serie steht für<br />

Leichtigkeit ohne Verzicht auf wichtige<br />

Funktionsmerkmale. Der Rucksack<br />

zeigt sich bei großen Verstellbereichen<br />

leicht anpassbar, sodass er bei jedem<br />

perfekt sitzt. Der Deckel lässt sich für<br />

den Gipfelsturm in einen Sling-Rucksack<br />

verwandeln.<br />

PREIS (UVP): € 199,–<br />

WEB: www.thule.com<br />

OSPREY<br />

VARIANT 52<br />

Der Osprey-Rucksack besitzt viele<br />

durchdachte Details – Highlights: die<br />

kompressionsgeformte Rückenplatte mit<br />

Schneeabweisenden Eigenschaften;<br />

die FlapJacket-Abdeckung zur Verwendung<br />

ohne Deckel; die PU-Textur<br />

an der Vorderseite schützt vor Abrieb;<br />

ein verstärktes Kompressionsfach nimmt<br />

die Steigeisen auf; die Schnallen lassen<br />

sich handschuhfreundlich bedienen.<br />

PREIS (UVP): € 200,–<br />

WEB: www.ospreyeurope.com<br />

TATONKA<br />

CEBUS 45<br />

Der Kletterrucksack Cebus 45 ist<br />

mit 45 Liter Volumen und seiner<br />

speziellen Ausstattung für lange<br />

Berg- und Klettersteigtouren konzipiert.<br />

Durch das ergonomisch<br />

gepolsterte Vent-Comfort-Tragesystem,<br />

das mit Hüft- und Brustgurt<br />

eng am Rücken fixiert wird,<br />

bietet er erstklassigen Tragekomfort<br />

und eine optimale Lastkontrolle<br />

bei bewegungsintensiven Einsätzen.<br />

Der gepolsterte Hüftgurt<br />

lässt sich abnehmen.<br />

PREIS (UVP): € 140,–<br />

WEB: www.tatonka.com<br />

VAUDE<br />

BRENTOUR 45 + 10<br />

Vaudes neuer Lastenträger für Hütten-<br />

und Mehrtageswanderungen heißt<br />

Brentour und bietet Wanderern auf der<br />

Langstrecke ordentlich Rückenwind.<br />

Erstmals kommt das von Vaude entwickelte<br />

belüftete, Tragesystem AeroflexX+<br />

zum Einsatz. Es lässt kühlende<br />

Luft über die gesamte Rückenlänge zirkulieren<br />

und kann individuell auf die<br />

Größe des Trägers eingestellt werden.<br />

PREIS (UVP): € 180,–<br />

WEB: www.vaude.com<br />

55


OUTDOORGUIDE<br />

PACK DEN<br />

SACK!<br />

Jeder braucht ihn am Berg, keiner will ihn spüren –<br />

den Rucksack. Höchste Zeit, einmal umfassend zu erklären,<br />

was die Hightech-Rucksäcke von heute ausmacht und wie<br />

du den richtigen Partner für deine Bergtour findest.<br />

Klaus Molidor<br />

Jausenweckerl, Trinkflasche, Haube,<br />

Regenschutz: Unverzichtbare Dinge<br />

für jede Bergtour. Genauso wie<br />

Wechselkleidung, Pflaster, Handy,<br />

Fotoapparat. Für all das braucht es einen<br />

Partner. Einen der zuverlässig ist und<br />

nichts durcheinanderbringt – kurz: einen<br />

Rucksack. Auch wenn Retro im<br />

Trend liegt und die Nostalgiemodelle<br />

wieder kommen: Der moderne Wanderund<br />

Bergtourenrucksack ist ein Hightech-Produkt.<br />

Er besteht aus – je nach<br />

Einsatzbereich – 200 bis 300 Einzelteilen.<br />

und es gibt ihn für nahezu alle Bedürfnisse,<br />

von der Wanderrunde bis zur<br />

Hochtour fein auf die jeweiligen Einsatzbereiche<br />

abgestimmt.<br />

MIT ODER OHNE NETZ<br />

Vorbei ist die Zeit, in der eingepackte harte<br />

Gegenstände den Rücken malträtiert<br />

haben, vorbei ist auch das Chaos im Stauraum.<br />

Die aktuellen Rucksäcke sind stabil,<br />

bieten jede Menge Platz und können<br />

ganz individuell an den Rücken ihres<br />

Trägers angepasst werden.<br />

Aber vor der Wahl des richtigen Modells<br />

gilt es trotzdem eine Glaubensfrage<br />

zu beantworten: Rückenteil mit Netz<br />

oder ohne Netz. Daran scheiden sich die<br />

Geister. Bei den Netzmodellen liegt nur<br />

ein luftiges Netz am Rücken auf, während<br />

der Packsack gewölbt dahinter in<br />

ein paar Zentimetern Abstand folgt. Der<br />

Vorteil: Zwischen Rücken und Rucksack<br />

kann die Luft zirkulieren, der Träger<br />

schwitzt deutlich weniger, verliert also<br />

weniger Flüssigkeit und büßt damit auch<br />

nicht so schnell an Leistung ein. Der<br />

Nachteil: Der Rucksack lässt sich durch<br />

die Wölbung nicht so exakt packen und<br />

liegt deutlich weniger stabil am Rücken<br />

an. Um einen Rucksack so wenig wie<br />

möglich zu spüren, sollte das Gewicht<br />

möglichst nah beim Körperschwerpunkt<br />

liegen. Ein Rückennetz steht aber<br />

genau diesem Effekt entgegen.<br />

Eine kleine Entscheidungshilfe gibt<br />

es allerdings schon: Wer hauptsächlich<br />

wandert und nicht im alpinen oder hochalpinen<br />

Bereich unterwegs ist, der ist mit<br />

einem Netzrücken gut bedient. Wer längere<br />

Touren geht und auf Trittsicherheit<br />

und Bewegungsfreiheit achten muss, der<br />

sollte dagegen ein Modell wählen, das<br />

mit einem Polster eng am Rücken anliegt.<br />

Outdoor-Spezialist Ortovox verzichtet<br />

in seiner Modellpalette überhaupt<br />

gänzlich auf Rucksäcke mit<br />

Netzrücken. „Weil wir das Gewicht möglichst<br />

nah am Körper tragen wollen. Das<br />

trägt wesentlich zum Tragekomfort bei“,<br />

erklärt Markus Kacner, Rucksack-Produktmanager<br />

von Ortovox.<br />

INTENSIVE TESTPHASE<br />

Bevor ein Rucksack aber überhaupt auf<br />

den Markt kommt, testen Athleten, Profibergführer<br />

und Mitarbeiter einen Prototyp<br />

auf Herz und Nieren. „Da werden<br />

dann Details optimiert, bis der Rucksack<br />

in Serienreife gehen kann“, sagt Kacner.<br />

FOTOS: Ortovox<br />

56<br />

<strong>SPORTaktiv</strong>-OUTDOORGUIDE <strong>2017</strong>


57


MATERIAL<br />

Ein großes Thema in der Entwicklung<br />

ist zurzeit das Gewicht. „Die Herausforderung<br />

dabei ist es, die Balance<br />

zwischen Leichtigkeit und Robustheit<br />

zu finden.“ Stabilität hat bei Ortovox<br />

im Zweifelsfall Vorrang.<br />

Auch wenn es keine Netzrücken<br />

gibt, ist das Klima am Rücken natürlich<br />

ein Thema. „So kombinieren wir<br />

beispielsweise Wolle mit einem technischen<br />

Schaum im Tragesystem unseres<br />

Hochtourenrucksacks Peak, was<br />

eine deutliche Verbesserung des Klimakomforts<br />

bringt“, erklärt Kacner.<br />

Und nachhaltig ist es obendrein. Bei<br />

den Schultergurten wird ebenfalls auf<br />

die „Klimatisierung“ geachtet. „Die<br />

werden mit einem 3D-Gewebe ausgestattet,<br />

das für Belüftung sorgt“, weiß<br />

Kacner. Bei einzelnen Modellen werden<br />

zusätzlich auch gelochte Schäume<br />

eingesetzt, um die Belüftung noch<br />

zu verstärken.<br />

Die Klimafrage wäre also geklärt.<br />

Bei der Ausstattung ist eine Regenhülle<br />

schon Standard, auch eine Vielzahl<br />

von Fächern und Reißverschlüssen,<br />

die einen Zugriff auf den Inhalt nicht<br />

bloß klassisch von oben, sondern auch<br />

von unten oder den Seiten ermöglichen.<br />

Zu viele Fächer und Verschlüsse<br />

treiben aber andererseits das Gewicht<br />

wieder in die Höhe. Bei einem großen<br />

Rucksack kann der Unterschied da bis<br />

zu einem halben Kilogramm betragen.<br />

Die Mehrheit der Bergsportler<br />

wird mit einem Hauptfach sowie Seitentaschen<br />

und einem Deckelfach für<br />

Kleinkram wie Geldbörserl, Schlüssel<br />

und Handy das Auslangen finden.<br />

Der „Trad 25“<br />

von Ortovox<br />

(rechts) eignet<br />

sich optimal für<br />

Klettertouren,<br />

während man mit<br />

dem „Peak 35“<br />

und seinen vielen<br />

Fächern perfekt<br />

für eine Hochtour<br />

gerüstet ist.<br />

VERSCHIEDENE RÜCKENLÄNGEN<br />

Sinnvoller ist es da, auf eine möglichst<br />

individuelle Anpassbarkeit des Tragesystems<br />

zu achten. Ortovox hat bei<br />

allen Modellen einen höhenverstellbaren<br />

Brustgurt, um einen optimalen<br />

Sitz zu gewährleisten. Der Hüftgurt<br />

ist bei Modellen für den Klettereinsatz<br />

abnehmbar, damit der Rucksack<br />

auch mit Klettergurt noch gut sitzt.<br />

Den Hüftgurt sollte man generell keinesfalls<br />

unterschätzen. Schließlich<br />

soll die Hauptlast auf den Hüfte liegen<br />

und nicht auf den Schultern. Nur<br />

dann macht Wandern und Bergsteigen<br />

auch richtig Spaß – weil eben die<br />

Last am Rücken weniger zu spüren ist.<br />

Ebenfalls entscheidend für den<br />

Komfort ist die Rückenlänge und der<br />

Schnitt der Träger. Ortovox bietet von<br />

fast allen Rucksäcken S-Modelle an,<br />

die einen kürzeren Rücken haben und<br />

damit für Damen und kleinere Herren<br />

besser geeignet sind. „Außerdem haben<br />

die Schulterträger der S-Modelle<br />

eine stärker ausgeprägte S-Form, um<br />

sich optimal an die weibliche Anatomie<br />

anzupassen“, sagt Kacner. „Auch<br />

der Hüftgurt ist kürzer und im Winkel<br />

etwas weiter aufgestellt, um auf<br />

der Damenhüfte den optimalen Sitz<br />

zu finden.“<br />

Der Experte<br />

MARKUS KACNER ist Junior-<br />

Produktmanager Backpacks beim<br />

Bergsport-Spezialisten Ortovox.<br />

KONTAKT: www.ortovox.com<br />

Darauf solltest du<br />

beim Kauf achten<br />

WIE FINDET MAN DAS MODELL,<br />

DAS ZU SEINEM KÖRPER PASST?<br />

• Beim Kauf den Rucksack im<br />

Geschäft realistisch beladen lassen.<br />

Wanderrucksäcke mit fünf, Tourenpacks<br />

mit rund zwölf Kilogramm.<br />

• Alle Träger weit stellen und den<br />

Rucksack umhängen.<br />

• Danach zuerst den Hüftgurt festziehen,<br />

denn er soll die Hauptlast tragen.<br />

Es folgen Schulter- und Brustgurte.<br />

• Der Ansatz der Schulterträger sollte<br />

zwischen den Schulterblättern liegen.<br />

Liegt er zu hoch, ist die Rückenlänge zu<br />

lang, liegt er zu tief, ist sie zu kurz.<br />

• Nun länger – im Idealfall eine halbe<br />

Stunde – mit dem Rucksack am Rücken<br />

durchs Geschäft marschieren. Erst dann<br />

kannst du ein profundes Urteil darüber<br />

abgeben, ob du und der Rucksack zusammenpassen.<br />

So packst du richtig<br />

Der Schwerpunkt des Rucksacks<br />

sollte dicht am Körper liegen. Im<br />

leichten Gelände packt man den<br />

Lastenschwerpunkt höher, im<br />

schwierigen Gelände etwas tiefer.<br />

• Leichte Gepäckteile wie<br />

Daunenjacken oder ein Schlafsack<br />

kommen ins Bodenfach.<br />

• Mittelschweres wie Ersatzkleidung<br />

kommt nach oben außen.<br />

• Alle schweren Sachen kommen nach<br />

oben in Schulterhöhe, möglichst nahe<br />

an den Rücken.<br />

• Kleinzeug wie Schlüssel, Handy,<br />

Geld oder Wanderkarten werden im<br />

Deckelfach verstaut. Dort sind sie<br />

schnell greifbar.<br />

• Die Trinkflasche kommt wie<br />

Energieriegel oder Handschuhe in die<br />

seitlichen Fächer.<br />

FOTOS: Ortovox<br />

58<br />

<strong>SPORTaktiv</strong>-OUTDOORGUIDE <strong>2017</strong>


ENTDECKUNGSREISE ZWISCHEN<br />

WALDBODEN UND BAUMWIPFELN<br />

Im Stubai wartet ein neuer Baumhausweg mit jeder Menge Überraschungen. Das ideale<br />

Terrain, um mit Kindern gemeinsam auf Entdeckungsreise in der Natur zu gehen.<br />

FOTOS: TVB Stubai Tirol/Andre Schönherr, Loewenzahm, naturidea<br />

Fünf fantasievoll gestaltete Baumhäuser<br />

laden im Wanderzentrum<br />

„Schlick 2000“ ab diesem Sommer<br />

zum Spielen, Klettern und Entdecken<br />

ein. Der neue, etwa einstündige<br />

Wanderweg startet bei der Mittelstation<br />

der Kreuzjochbahn und führt zum<br />

Alpengasthof Vergör. Er ist die ideale<br />

Motivation, um mit Kindern auf Entdeckungsreise<br />

in die Natur zu gehen.<br />

Hier stellt sich auch Bardin als kundiger<br />

Waldbewohner vor. Der Zwerg<br />

lebt seit einer Ewigkeit im Stubaital<br />

und begleitet die Besucher auf ihrem<br />

Weg durch Wald und Wipfel. Dabei<br />

gewährt er spannende Einblicke in<br />

die Geschichte der Region und die<br />

Kraft des Waldes.<br />

WIE EIN ZWERG WOHNT<br />

Jedes Baumhaus stellt einen anderen<br />

Bereich von Bardins Zwergenreich dar.<br />

Am Anfang steht der Zwergenspielplatz,<br />

wo sich die Kids bei Seilrutsche,<br />

Hängebrücke und Netzröhrentunnel<br />

im Klettern und Kriechen üben können.<br />

Als nächstes folgt die Zwergenschatzkammer,<br />

wo Schätze wie<br />

Amethyst, Bergkristall und Katzengold<br />

bunt in der Sonne glitzern.<br />

Weiter geht es in die Zwergenküche,<br />

die Beförderungsmöglichkeiten<br />

bietet, um die Früchte des Waldes vom<br />

Boden sicher in die Speisekammer zu<br />

transportieren. Wahlweise über Rutsche,<br />

Kletterstange oder Leiter geht es<br />

schließlich wieder nach unten. Wenn<br />

Bardin müde ist, zieht er sich in sein<br />

Schlafzimmer, das als freischwingendes<br />

Baumelhaus konstruiert worden<br />

ist, zurück. Zu guter Letzt entführt die<br />

Reise in die Zwergenwerkstatt, deren<br />

wabenartige Konstruktion sich um<br />

einen Baumstamm schlängelt. Mit einem<br />

Astmikado und Holzbauklötzen<br />

können dort dann auch eigene Bauwerke<br />

geschaffen werden.<br />

HINAUF ZUM GLETSCHER<br />

Der neue Baumhausweg stellt insgesamt<br />

eine weitere tolle Bereicherung<br />

des ohnehin schon umfassenden<br />

Wanderwegenetzes im Stubaital dar<br />

und erweitert das Familienangebot<br />

im Sinne einer Naturerlebniswelt Stubai.<br />

Ein riesiger „Spielplatz der Natur“<br />

für Outdoorsportler ist gleichzeitig<br />

das gesamte Stubaital: Die Stubaier<br />

Alpen zeichnen sich durch ihre wilde<br />

und unberührte Hochgebirgslandschaft<br />

aus. Unzählige abwechslungsreiche<br />

Wandererlebnisse lassen sich<br />

hier sammeln – etwa am Gletscherpfad<br />

oder dem WildeWasserWeg sowie<br />

bei einzigartigen Naturschauplätzen.<br />

Kontakt:<br />

TOURISMUSVERBAND STUBAI TIROL<br />

Stubaitalhaus, Dorf 3<br />

A-6167 Neustift im Stubaital<br />

Tel.: 0 50 1881-0<br />

E-Mail: info@stubai.at<br />

www.stubai.at<br />

59


MATERIAL<br />

IM SCHAUFENSTER: 10 RUCKSÄCKE FÜR<br />

20 bis 30 Liter Volumen sind ideal für Unternehmungen, an denen am gleichen Tag wieder ins Tal abgestiegen wird.<br />

ARCTERYX<br />

BRIZE 25<br />

Ein funktionaler Wanderrucksack, der<br />

sich auch für Reisen und den alltäglichen<br />

Gebrauch eignet. Das Hauptfach<br />

ist über das obere Reißverschlusspaneel<br />

leicht zugänglich, in den Seitentaschen<br />

lassen sich Flaschen oder energiereiche<br />

Snacks verstauen und ein Deckelfach<br />

bietet Platz für leichte Utensilien.<br />

In die Innentasche passen Stirnlampe,<br />

Ausweis oder wichtige Kleinutensilien.<br />

Das ergonomische, thermogeformte Aeroform-Rückenpaneel<br />

sorgt für eine<br />

optimale Luftzirkulation.<br />

PREIS (UVP): € 140,–<br />

WEB: www.arcteryx.com<br />

LOWE ALPIN<br />

AIRZONE TRAIL 25<br />

Mit ihrem großmaschigen Mesh<br />

am Netzrücken präsentiert sich<br />

die AirZone-Linie von Lowe Alpin<br />

perfekt belüftet. Die Trail-Serie<br />

passt für Tagestouren und überzeugt<br />

auch mit klarer Optik und<br />

durchdachten Details. Das robuste<br />

210D-Ripstop-Material mit Hydro-<br />

Shield-Imprägnierung trotzt auch<br />

gelegentlichem Felskontakt.<br />

PREIS (UVP): € 99,95<br />

WEB: www.lowealpine.com<br />

ORTLIEB<br />

PACKMAN PRO2<br />

Dieser Ortlieb-Rucksack ist ein wasserdichter<br />

Daypack mit Rollverschluss<br />

und atmungsaktivem Rückentragesystem,<br />

Brustgurt und Hüftgurt. Er besteht<br />

aus PU-beschichtetem Nylongewebe,<br />

verfügt über ein organisiertes Inneres,<br />

eine Helmhalterung, einen Durchlass<br />

für einen optionalen Trinkschlauch und<br />

ist mit Reflektoren ausgestattet.<br />

PREIS (UVP): € 124,99<br />

WEB: www.ortlieb.com<br />

DEUTER<br />

FUTURA 26<br />

Ein Toploader mit mächtig Rückenwind<br />

ist der Futura 26. Das Aircomfort-FlexLite-System<br />

besteht aus einer flexiblen<br />

2-Rahmen-Konstruktion und bietet effektive<br />

Belüftung nach drei Seiten. Die<br />

leichten Rucksäcke sind perfekt für längere<br />

Tageswanderungen, aber auch<br />

mehrtägige Bergtouren oder lange<br />

Klettersteige.<br />

PREIS (UVP): € 130,–<br />

WEB: www.deuter.com<br />

ORTOVOX<br />

TRAVERSE 20<br />

Die ergonomisch geformten Schulterträger<br />

und der breite Hüftgurt sorgen<br />

für eine ausgewogene Gewichtsverteilung.<br />

Den Ortovox-Rucksack zeichnet<br />

außerdem das Rückensystem „Comfort<br />

Contact“ aus: Dessen Kontakt-Pads sorgen<br />

für eine permanente Luftzirkulation<br />

und ein angenehmes Tragegefühl bei<br />

bewegungsintensiven Aktivitäten.<br />

PREIS (UVP): € 99,95<br />

WEB: www.ortovox.com<br />

FOTOS: Hersteller<br />

60<br />

<strong>SPORTaktiv</strong>-OUTDOORGUIDE <strong>2017</strong>


EINTÄGIGE TOUREN<br />

OSPREY<br />

TALON 22<br />

Der Wanderrucksack ist sehr vielseitig<br />

einsetzbar und extraleicht. Das innovative<br />

Design der neuen AirScape-<br />

Rückenplatte besteht aus mit Mesh<br />

überzogenem Schaum. Ein sehr atmungsaktives,<br />

nahtloses Mesh-Tragesystem<br />

sorgt für Ventilation und<br />

einen sehr hohen Tragekomfort. Es verteilt<br />

das Gewicht gleichmäßig auf den<br />

Hüften und sorgt dafür, dass die Last<br />

nah am Körper liegt.<br />

PREIS (UVP): € 120,–<br />

WEB: www.ospreyeurope.com<br />

STUBAI BERGSPORT<br />

THIRTY 30L<br />

Der Stubai Thirty ist ein Skitourenrucksack,<br />

der von Bergsportlern das ganze<br />

Jahr über gern verwendet wird und mit<br />

seinem schmalen Schnitt beim Klettern<br />

und auf Klettersteigen sogar in seinem<br />

Element ist. Der leichte Rucksack fasst<br />

30 Liter Gepäck und lässt in Sachen Design<br />

und Funktion keine Wünsche offen.<br />

PREIS (UVP): € 139,99<br />

WEB: www.stubai-sports.com<br />

SALOMON<br />

EVASION 25<br />

Der Salomon Evasion 25 ist ein stabiler,<br />

bequemer Rucksack mit einem<br />

praktischen Stockhalterungssystem<br />

und sorgfältig geplanten<br />

Accessoires. Damit du deine Tageswanderung<br />

noch besser genießen<br />

kannst!<br />

PREIS (UVP): € 90,–<br />

WEB: www.salomon.com<br />

SALEWA<br />

APEX 22<br />

Das Contact-Fit-Tragesystem stellt sicher,<br />

dass der Rucksack eng am Rücken<br />

anliegt, während Kontrollriemen die<br />

Last verteilen. Die anatomisch geformten<br />

Rückenpolster und die gepolsterten<br />

Schultergurte sichern ein angenehmes<br />

Tragegefühl. Zum Klettern lässt sich das<br />

stabilisierende ISB-Board abnehmen,<br />

dazu verfügt der Apex 22 über eine<br />

Halterung für Eispickel und Stöcke.<br />

PREIS (UVP): € 99,–<br />

WEB: www.salewa.at<br />

TATONKA<br />

VENTO 2<br />

Ein robuster und strapazierfähiger<br />

Wanderbegleiter ist der Vento 2. Mit<br />

seinem belüfteten Tragesystem, 25 Liter<br />

Packvolumen und der umfangreichen<br />

Ausstattung eignet sich dieser Wanderrucksack<br />

ideal für anspruchsvolle Tageswanderungen.<br />

Für Ausrüstung und<br />

Verpflegung stehen das Hauptfach, ein<br />

Deckelfach, eine Front- und zwei Seitentaschen<br />

zur Verfügung.<br />

PREIS (UVP): € 120,–<br />

WEB: www.tatonka.com<br />

61


OUTDOORGUIDE<br />

Alpinistin aus<br />

Leidenschaft<br />

SEIT MEHR ALS 10 JAHREN<br />

steht Lisi Steurer im männerdominierten<br />

Berufsfeld des<br />

Berg- & Skiführers erfolgreich<br />

ihre „Frau“. Was gute Bergführer<br />

ausmacht, wie sie sich<br />

im alpinen Gelände Respekt<br />

verschafft und wo sie die aktuellen<br />

Probleme ihres besonderen<br />

Berufsstandes sieht, das<br />

erzählte sie uns im Interview.<br />

FOTOS: xxx<br />

TEXT: Claudia Riedl<br />

62<br />

<strong>SPORTaktiv</strong>-OUTDOORGUIDE <strong>2017</strong>


FOTOS: Elisabeth Steurer<br />

Lisi, lass uns zu Beginn einen kurzen<br />

Blick auf deinen Werdegang werfen.<br />

Welchen Beruf hast du vor deiner<br />

Bergführerkarriere ausgeübt?<br />

Ich arbeite jetzt seit knapp 15 Jahren<br />

als Berg- und Skiführerin, und das<br />

immer noch mit großer Leidenschaft.<br />

Die Entscheidung, Bergführerin zu<br />

werden, kam bei mir gleich nach der<br />

Matura. Ich habe danach viele verschiedene<br />

Ferialjobs angenommen<br />

und unter anderem als Reinigungskraft,<br />

Sekretärin und Museumsangestellte<br />

gearbeitet. So habe ich meine<br />

Ausbildung zur Berg- und Skiführerin<br />

finanziert.<br />

Wie kam es überhaupt zu der<br />

Idee, die Ausbildung zu machen?<br />

Es waren meine damaligen Kletterkollegen<br />

und Freunde, die mich inspiriert<br />

haben, diesen Beruf zu ergreifen.<br />

Einige davon waren schon als<br />

Bergführer aktiv. Motiviert habe ich<br />

mich letztendlich wohl selber – vor allem,<br />

weil ich beim ersten Anlauf der<br />

Aufnahmeprüfung durchgefallen bin<br />

und somit zwangsläufig noch ein Jahr<br />

Zeit hatte, zu hinterfragen, ob ich das<br />

auch wirklich will. Die Antwort war<br />

aber eindeutig: „Ja“!<br />

Und wie hat dein Umfeld auf deine<br />

Berufswahl reagiert?<br />

Meine Eltern waren zu Beginn alles<br />

andere als begeistert. Sie hätten<br />

mich wohl lieber in einem „sicheren“<br />

Beruf gesehen. Jetzt verstehe ich das<br />

auch besser (lacht).<br />

„Bergführer“ klingt tatsächlich nach<br />

einem riskanten Beruf. Wie gehst du<br />

mit den Themen Sicherheit und Risiko<br />

beim Bergsteigen um?<br />

Risiken sind natürlich ein Teil<br />

meines Berufs – und ich versuche<br />

auch, mich aktiv damit auseinanderzusetzen.<br />

Dazu zählen eine perfekte<br />

Vorbereitung, entsprechendes Training,<br />

aber auch das Miteinbeziehen<br />

äußerer Faktoren wie des Wetters am<br />

Berg. Besonders wichtig ist für mich<br />

auch der Faktor Mensch. Bevor ich mit<br />

meinen Gästen „etwas Großes“ klettere,<br />

gibt es einige Vorbereitungstouren<br />

und Vorgespräche und es werden Trainingsmöglichkeiten<br />

besprochen.<br />

Was ist das für ein Gefühl, wenn man<br />

den Gipfel erreicht hat?<br />

Ist man nach der intensiven Vorbereitung<br />

am Ziel angekommen, ist<br />

das natürlich ein tolles Gefühl. Dann<br />

Die Bergführerin<br />

ELISABETH STEURER, MA (38)<br />

aus Lienz ist staatlich geprüfte<br />

Berg- & Skiführerin und begleitet<br />

ihre Kunden seit 15 Jahren<br />

mit Umsicht in alpines Gelände.<br />

Die Berge bedeuten für die Osttirolerin<br />

„Inspiration und Reduktion<br />

auf das Wesentliche“. Seit<br />

2015 ist Lisi auch als Ausbildnerin<br />

im Verband der österr. Bergführerausbildung<br />

tätig.<br />

TEL.: 0664/516 58 35<br />

E-MAIL: info@bergstatt.at<br />

WEB: www.lisisteurer.at<br />

weiß man, dass sich der ganze Planungsaufwand<br />

gelohnt hat. Auf Tour<br />

kann es aber auch passieren, dass dich<br />

bestimmte Umstände zur Umkehr<br />

zwingen. Dann ist es meine Aufgabe,<br />

zu sagen: „Heute geht’s nicht!“<br />

Der Gipfel ist also das Ziel, aber nicht<br />

um jeden Preis?<br />

Ganz genau.<br />

Mit einem Frauenanteil von 1 Prozent<br />

ist der Beruf des Berg- und Skiführers<br />

in Österreich ganz klar eine Männerdomäne.<br />

Hat man es als Frau schwerer,<br />

sich am Berg Respekt zu verschaffen?<br />

Ich bin der Meinung, dass man<br />

sich sowohl als Mann als auch als Frau<br />

ohne laute Worte und heroische Ausdrucksweise<br />

Respekt verschaffen<br />

kann und soll. Ich bin bisher jedenfalls<br />

mit meinen Stammgästen und<br />

auch in der Bergführerausbildung<br />

ohne „Respektverschaffungsstrategien“<br />

ausgekommen ...<br />

Das heißt, du wurdest als Frau bei der<br />

Ausbildung nicht anders behandelt als<br />

die männlichen Kursteilnehmer?<br />

Nachdem man in der Ausbildung<br />

und generell in den Alpen nur sehr<br />

wenige Frauen antrifft, ist man als<br />

Dame im Bergführer-Metier an sich<br />

schon eine Ausnahmeerscheinung.<br />

Deshalb bin ich während meines Kurses<br />

aber nicht schlechter behandelt<br />

worden als meine männlichen Kollegen.<br />

‚Extrawürste‘ gab’s für mich aber<br />

auch keine. Ich musste dasselbe leisten<br />

wie alle anderen auch.<br />

Apropos Leistung: Glaubst du, dass<br />

Bergführerinnen ihren männlichen Kollegen<br />

in bestimmten Bereichen überlegen<br />

oder unterlegen sind?<br />

Ganz ehrlich, ich glaube, dass wir<br />

den Männern grundsätzlich nicht unter-<br />

oder überlegen sind, und stehe<br />

auch für die Gleichstellung beider Geschlechter.<br />

Im körperlichen Umkehrschluss<br />

heißt das aber auch, dass wir<br />

Frauen im Bergführerberuf dasselbe<br />

leisten müssen wie die Männer. Und<br />

nachdem wir in der Regel kleiner und<br />

leichter sind, können gewisse Aufgaben<br />

wie das Tragen von sehr schweren<br />

Rucksäcken körperlich sicher zur Herausforderung<br />

werden.<br />

Wie sieht es in puncto Einfühlungsvermögen<br />

aus? Haben da Frauen<br />

Vorteile?<br />

Auf der Soft-Skills-Ebene ist das<br />

weibliche Geschlecht wahrscheinlich<br />

wirklich im Vorteil. Die Psychologie<br />

stuft manche Frauen jedenfalls als<br />

sensibler ein.<br />

Dann gleichen sich die Fähigkeiten<br />

von Mann und Frau also wieder aus?<br />

So ist es. Und hey, wenn man etwas<br />

wirklich will, dann ist auch vieles<br />

möglich.<br />

Das heißt also, mit viel Disziplin und<br />

der entsprechenden körperlichen Voraussetzung<br />

kann jede Frau zur Alpinistin<br />

werden. Warum gibt es dann noch<br />

immer so wenige Bergführerinnen?<br />

Vielleicht gibt es weniger Frauen<br />

in dem Beruf, weil Führungskompetenz<br />

und Durchsetzungsvermögen<br />

noch immer keine „typisch“ weiblichen<br />

Charaktereigenschaften sind.<br />

Generell ist die Frauenquote in diversen<br />

Spitzenpositionen – sei es in der<br />

Wirtschaft oder in der Politik – immer<br />

noch niedrig. Ich glaube aber, dass<br />

sich diesbezüglich in den nächsten<br />

Jahren einiges verändern wird.<br />

Stichwort „Veränderung“. Seit der<br />

Gründung des Bergführerverbandes<br />

hat sich im Umfeld dieses Berufsstandes<br />

viel getan. Wenn du für deine Berufsgruppe<br />

eintreten musst – wo ortest<br />

du aktuelle Probleme?<br />

Meiner Meinung nach ist der aktuelle<br />

Brutto-Tagessatz eines Berg-<br />

63


INTERVIEW<br />

und Skiführers in Österreich von 320<br />

Euro zu niedrig angesetzt. In der<br />

Schweiz zum Beispiel beträgt er 699<br />

Euro. Bei unserer Tätigkeit handelt es<br />

sich ja größtenteils um eine saisonale<br />

Arbeit. Wer davon hauptberuflich<br />

(über)leben muss, sollte sich möglichst<br />

nicht verletzen. Ein Sommer<br />

mit viel Sonnenschein und ein Winter<br />

mit viel Schnee und Eis wären<br />

auch nicht schlecht ...<br />

Wenn also mal etwas nicht nach Plan<br />

läuft, kann man schnell in eine finanzielle<br />

Notlage geraten?<br />

Ja, leider. Viele Bergführer entscheiden<br />

sich daher für eine nebenberufliche<br />

Lösung und müssen dann<br />

zwei Jobs handeln. Das empfinde ich<br />

zum einen für den Menschen und dessen<br />

Familienleben und zum anderen<br />

Nachtschicht:<br />

Bei der Bergführerausbildung<br />

müssen<br />

die Kandidaten<br />

auch im Dunkeln<br />

ausrücken.<br />

auch langfristig für die Qualität des<br />

Berufsstandes als kontraproduktiv.<br />

Gibt es eigentlich noch Leute, die<br />

minder ausgebildete „Schwarzführer“<br />

statt einem Profi-Bergführer<br />

engagieren?<br />

Hier ist eindeutig ein Umdenken<br />

zu erkennen. Immer mehr Menschen<br />

lassen sich gerne von einem Profi in<br />

die Berge führen – das hat sicher auch<br />

mit einem gesteigerten Sicherheitsbewusstsein<br />

zu tun. Obwohl es den Begriff<br />

„Sicherheit“ beim Bergsteigen eigentlich<br />

ja gar nicht gibt, aber das ist<br />

wieder eine andere Geschichte …<br />

Was macht einen guten Berg- und Skiführer<br />

deiner Meinung nach aus?<br />

Ein guter Berg- und Skiführer<br />

sollte ein alpiner Allrounder mit Führungskompetenz<br />

und Entscheidungsstärke<br />

sein. Durch die hauptberufliche<br />

Ausübung der Tätigkeit gewinnt<br />

man dann viel an Erfahrung und sozialen<br />

Fähigkeiten dazu.<br />

Wie sieht eigentlich das Anforderungsprofil<br />

laut Bergführerverband<br />

aus?<br />

Das Ausbildungsteam fordert bereits<br />

ein relativ hohes bergsteigerisches<br />

Niveau der Kandidaten bei der<br />

jährlichen Aufnahmeprüfung. Die<br />

Ausbildung dient dann definitiv nicht<br />

mehr der Verbesserung des Eigenkönnens<br />

im Bergsteigen, Klettern und<br />

Skifahren – sondern wir arbeiten in<br />

relativ anspruchsvollen Touren an<br />

den Führungskompetenzen. Zu diesen<br />

zählen neben den technischen Aspekten<br />

wie den Sicherungstechniken<br />

eben auch die Soft Skills.<br />

Wenden wir uns noch den schönen<br />

Seiten des Bergführerberufs zu. Gibt<br />

es ein Tourerlebnis, das dir besonders<br />

in Erinnerung geblieben ist?<br />

Es ist immer schön, wenn ich ein<br />

Ziel, an dem ich länger arbeite, zusammen<br />

mit einem Stammgast erreiche.<br />

Das habe ich etwa im „Steiner Weg“<br />

V+ in der Dachstein-Südwand erlebt.<br />

Mein Gast, anfangs ein Kletternovize,<br />

hat es sich zum Ziel gesetzt, durch die<br />

Südwand bis zum Gipfel des Hohen<br />

Dachsteins aufzusteigen. Innerhalb<br />

von zwei Jahren hat er es geschafft.<br />

Zum Schluss noch ein Rat für den<br />

alpinen Nachwuchs?<br />

Climb more, post less! Zu<br />

Deutsch: Mehr klettern, weniger<br />

quatschen!<br />

SO WIRD MAN BERG- UND SKIFÜHRER IN ÖSTERREICH<br />

Für Interessierte: Das sind die wichtigsten Infos rund um Ausbildung, Anforderungen und Kosten.<br />

DIE AUSBILDUNG ist zentral organisiert<br />

und obliegt dem Verband der Österr.<br />

Berg- und Skiführer, der die Ausbildung<br />

mit der Bundessportakademie Innsbruck<br />

(BSPA) durchführt. Diese staatlich anerkannte<br />

Ausbildung ist die einzige Möglichkeit<br />

in Österreich, die Ausbildung<br />

zum international legitimierten „IVBV“<br />

(= internat. Vereinigung der Bergführerverbände)-Bergführer<br />

zu machen.<br />

ANFORDERUNGEN: Die Ausbildung umfasst<br />

die ganze Palette des alpinen Bergsteigens<br />

in Theorie und Praxis. Dazu zählen<br />

Fels- und Sportklettern, Skitechnik, Eisfallklettern,<br />

Skihochtouren, Hochtouren, Freeriden<br />

und Ski-Durchquerung.<br />

EINE EIGNUNGSPRÜFUNG ist vor der eigentlichen<br />

Ausbildung abzulegen. Die<br />

Anmeldung dafür erfolgt beim Verband<br />

der Österr. Berg- und Skiführer und ist<br />

unter folgenden Voraussetzungen möglich:<br />

• Vollendung des 18. Lebensjahres<br />

• sportmedizinische Bestätigung über<br />

den Gesundheits- und Konditionszustand<br />

des Bewerbers<br />

• Beilage eines Tourenberichts<br />

Die Eignungsprüfung besteht aus zwei<br />

Teilen: Winter und Sommer. Im Winter jedes<br />

Jahres findet der erste Prüfungsteil<br />

im Bereich Skifahren, danach die Prüfungen<br />

Steileis und Eis leicht statt. Ist<br />

der erste Teil positiv absolviert, darf<br />

man im Mai zur Eignungsprüfung im<br />

Felsbereich antreten. Nach erfolgreicher<br />

Besprechung des Tourenberichts<br />

kann mit der Ausbildung begonnen werden.<br />

KOSTEN: Pro Prüfungsteil ist eine pauschale<br />

Aufwandsentschädigung von<br />

€ 130,– zu bezahlen. Für den ersten<br />

Ausbildungsteil fallen Kosten von ca.<br />

€ 5.500,– an. Für die anschließende<br />

staatliche Berg- und Skiführerausbildung<br />

an der BSPA Innsbruck sind keine<br />

weiteren Ausbildungskosten mehr zu bezahlen.<br />

MEHR INFOS: www.bergfuehrer.at<br />

FOTO: Elisabeth Steurer<br />

64<br />

<strong>SPORTaktiv</strong>-OUTDOORGUIDE <strong>2017</strong>


TIROL<br />

BERGWELTEN VOLLER GEGENSÄTZE<br />

Von sanften Wiesen des Tuxertales bis hin zum ewigen Eis des Hintertuxer Gletschers<br />

erstreckt sich die schöne Tiroler Ferienregion Tux-Finkenberg.<br />

FOTOS: Tourismusverband Tux-Finkenberg<br />

Das Tuxertal, ein Seitental des<br />

Zillertals, gilt als eines der<br />

schönsten Tiroler Alpenhochtäler.<br />

Gesunde Höhenluft, frisches<br />

Quellwasser, sattgrüne Almwiesen –<br />

das sind hier die Zutaten für einen<br />

unvergesslichen Bergsommer! Die 350<br />

Kilometer Wege der Region sind<br />

ideal zum Wandern. 120 Kilometer<br />

MTB-Routen ergänzen das Wegenetz.<br />

Der Hochgebirgs-Naturpark Zillertaler<br />

Alpen wurde im letzten Jahr<br />

erst erweitert und erstreckt sich nun<br />

von der Reichenspitzgruppe im Osten<br />

bis zum Tuxer Hauptkamm mit dem<br />

Olperer im Westen; von Mayrhofen im<br />

Norden bis zum Alpenhauptkamm im<br />

Süden. Diese einzigartige, schützenswerte<br />

Welt können Wanderer täglich<br />

bei bis zu drei unterschiedlichen Themenwanderungen<br />

entdecken. Für Erholungssuchende<br />

besteht die Möglichkeit,<br />

mit einer der Sommerbahnen,<br />

den Wandertaxis und dem kostenlosen<br />

Wanderbus dem Gipfelglück ein<br />

Stück entgegenzukommen. Seit Sommer<br />

2016 sind zudem die TUX-Welten<br />

geöffnet. Dahinter verbergen sich unterschiedliche,<br />

faszinierende Themenwege:<br />

die Schluchtwelt, Natur- und<br />

Tierwelt, Pflanzenwelt und Wasserwelt;<br />

weiters die Gletscherflohsafari<br />

und die Gletscherwelt.<br />

SKIFAHREN IM SOMMER<br />

Womit auch schon das Stichwort gefallen<br />

ist: Am Hintertuxer Gletscher, Österreichs<br />

einzigem Ganzjahres-Skigebiet,<br />

können Sonnenskifahrer und<br />

-Snowboarder auch in der wärmsten<br />

Zeit des Jahres auf bis zu 18 Kilometern<br />

präparierten Pisten voll abfahren. Die<br />

Panoramaterrasse hier heroben bietet<br />

Traumausblicke und ist sogar barrierefrei<br />

zu erreichen.<br />

In Tux-Finkenberg vergeht im<br />

Sommer außerdem kaum ein Wochenende<br />

ohne Fest: Vom Bergfeuer<br />

(17. Juni) zur Sommer-Sonnenwende<br />

bis zum Hintertuxer Oktoberfest mit<br />

Almabtrieb von der Bichlalm (29. bis<br />

30. September) können Gäste und<br />

Gastgeber den Eventsommer gemeinsam<br />

in vollen Zügen genießen.<br />

Angebots-Tipp:<br />

Sommer ist Bergerlebnis in<br />

Tux-Finkenberg<br />

Inkludiert sind: 7 Nächte, 6 Tage Zillertal<br />

Activcard (inkl. aller Bergbahnen<br />

in Tux und im Zillertal, Finkenberg-Hintertux-Shuttle,<br />

freier Eintritt in alle Freibäder<br />

im Zillertal ...)<br />

PREISBEISPIELE:<br />

ab € 549,– p. P. (****Hotel mit HP)<br />

ab € 439,– p. P. (***Hotel mit HP)<br />

ab € 249,– p. P. (Pension mit Frühstück)<br />

ab € 219,– p. P. (Appartement)<br />

SOMMERJOURNAL, INFOS & ZIMMER:<br />

Tourismusverband Tux-Finkenberg<br />

Tel.: +43/52 87/85 06<br />

E-Mail: info@tux.at<br />

www.tux.at<br />

65


OSTTIROL, DACHSTEIN & <strong>SPORTaktiv</strong> LADEN EIN INS:<br />

DAS<br />

ANGEBOT:<br />

3 Übernachtungen, geführte<br />

Großglockner-Tour<br />

plus 1 Paar „Dachstein<br />

Grimming EV“-Bergschuhe<br />

(Wert: € 249,95) ab<br />

€ 549,–<br />

Wandercamp im<br />

Nationalpark Hohe Tauern<br />

Termin: 5. bis 8. Oktober <strong>2017</strong><br />

IM PREIS INKLUDIERT SIND:<br />

• 2 Nächte mit Halbpension im Vital- und Wanderhotel<br />

Taurerwirt in Kals am Großglockner<br />

• 1 Nacht mit Halbpension auf der Erzherzog-<br />

Johann-Hütte bzw. Stüdlhütte<br />

• Nationalpark-Rangertour zur Stüdlhütte<br />

• Glocknerbesteigung mit Kalser Bergführern<br />

wahlweise über Normalweg oder Stüdlgrat<br />

• Urkunde für jeden Campteilnehmer<br />

• Vortrag Mythos Großglockner<br />

• 1 Paar Bergschuhe von Dachstein im Wert von<br />

€ 249,95 sowie weitere Zugaben (siehe unten)<br />

DIE UNTERKUNFT:<br />

Wir sind im 4-Sterne-Vital- und Wanderhotel Taurerwirt in<br />

Kals am Großglockner (Osttirol) untergebracht. Das Hotel<br />

liegt mitten im Nationalpark Hohe Tauern und bietet seinen<br />

Gästen auch eine großzügige Wellness- & Spa-Anlage.<br />

DIE PREISE FÜR DIESES EXKLUSIVE CAMP:<br />

€ 549,– im DZ p. P. für die Variante Normalweg<br />

€ 649,– im DZ p. P. für die Variante Stüdlgrat<br />

EZ-Zuschlag: jeweils € 50,–<br />

TRAUMZIEL<br />

GLOCKNER<br />

DIE AUSSTATTUNG: DAS BEKOMMT JEDER CAMPTEILNEHMER:<br />

• 1 Paar Grimming EV von Dachstein: Dieser<br />

hochwertige, wasserdichte und atmungsaktive<br />

Bergschuh ist bedingt steigeisenfest. Wert € 249,95!<br />

• <strong>SPORTaktiv</strong>-Camp-Versicherung der NÜRNBERGER<br />

• 1 Dose PANACEO Natur-Medizinprodukt<br />

im Wert von € 39,90<br />

• 1 Pflegepaket von Riviera/Holzhacker<br />

• 1 <strong>SPORTaktiv</strong>-Headband von BUFF®<br />

DAS SIND DEINE GESCHENKE:<br />

Beim <strong>SPORTaktiv</strong>-Wandercamp im Nationalpark<br />

Hohe Tauern geht’s wie schon im Vorjahr auf<br />

Österreichs höchsten Punkt: Vom 5. bis 8. Oktober<br />

haben 20 Leser/-innen wieder die Möglichkeit,<br />

zusammen mit Kalser Bergführern den<br />

Großglockner zu besteigen. Und zum „Eingehen“<br />

wartet eine spannende Nature-Watch-Tour mit<br />

einem Nationalpark-Ranger.<br />

INFORMATION:<br />

OSTTIROL INFORMATION<br />

Tel.: +43/50/212 212<br />

E-Mail: info@osttirol.com<br />

WEB: nationalpark.osttirol.com, www.ostirol.com<br />

BUCHUNG:<br />

VITAL- UND WANDERHOTEL TAURERWIRT<br />

E-Mail: info@taurerwirt.at<br />

Buchungskennwort: <strong>SPORTaktiv</strong> Wandercamp <strong>2017</strong><br />

FOTOS: xxx


FOTOS: Osttirol Werbung<br />

Einmal im Leben sollte man als<br />

sportlicher Österreicher schon<br />

ganz oben gewesen sein, beim<br />

Großglockner-Gipfelkreuz. Das<br />

sahen auch im Vorjahr viele unserer<br />

Leserinnen und Leser so, als wir das<br />

Wandercamp mit der geführten Tour<br />

auf den Glockner erstmalig ausgeschrieben<br />

haben. Es herrschte großes<br />

Interesse an dem limitierten Package<br />

– und alle, die damals nicht zum Zug<br />

kamen, haben jetzt eine neue Chance.<br />

Weil wir uns mitten im Nationalpark<br />

Hohe Tauern befinden, haben<br />

wir heuer noch ein zweites Highlight<br />

eingebaut: Eine Nature Watch Tour<br />

mit einem Nationalpark Ranger. Es<br />

geht auf die Spuren der „Big Five“ der<br />

Hohen Tauern – Steinadler, Steinbock,<br />

Gämse, Bartgeier und Murmeltier.<br />

Der Ranger hat Spektiva und<br />

Ferngläser für die Gäste mit – ein Klasse-Erlebnis<br />

für Gäste und Hobbyfotografen!<br />

SO LÄUFT DAS CAMP AB<br />

Unser „Stützpunkt“ für die Großglockner-Begehung<br />

ist wieder das Vital- und<br />

Wanderhotel Taurerwirt in Kals. Folgendes<br />

Programm erwartet die Teilnehmer<br />

an den Camptagen:<br />

• 5. 10.: Am Anreisetag stehen Einchecken,<br />

ein gemeinsames Abendessen<br />

und der Vortrag „Mythos Großglockner“<br />

auf dem Programm.<br />

• 6. 10.: Es geht auf die Nature-Watch-<br />

Tour. Übernachtet wird auf der Erzherzog-<br />

Johann-Hütte oder der Stüdlhütte.<br />

• 7. 10.: Der Tag der Glocknerbesteigung,<br />

wahlweise über den Normalweg<br />

oder den Stüdlgrat. Zur Voraussetzung:<br />

Der Normalaufstieg ist für gute Berggeher<br />

stressfrei machbar, trotzdem<br />

muss die körperliche Verfassung für<br />

eine Hochtour vorhanden sein. Der<br />

Anstieg über den Stüdlgrat ist mit<br />

Kletterstellen im dritten und vierten<br />

Grat eine echte alpine Herausforderung<br />

und setzt entsprechende Fähigkeiten<br />

voraus!<br />

• 8. 10.: Mit hoffentlich tollen Eindrücken<br />

und einer Urkunde für deine Leistung<br />

im Gepäck wird am letzten<br />

Camptag die Heimreise angetreten.<br />

Alle Details zum Camp und zur<br />

Anmeldung findest du links im Kasten.<br />

Anmeldeschluss ist der 31. Au-<br />

Alle Infos: www.sportaktiv.com


TIROL<br />

FÜNF GUTE GRÜNDE, DIE FÜRS<br />

ZILLERTAL SPRECHEN ...<br />

SCHNEEBALLSCHLACHT<br />

IM SOMMER<br />

WEGE ZUM ENTDECKEN<br />

& GENIESSEN<br />

Leichte Wanderungen führen entlang dem breiten,<br />

sonnigen Talboden durch die wildromantischen<br />

Seitentäler oder über blühende Almwiesen –<br />

anspruchsvolle Touren dagegen bis auf die höchsten<br />

Gipfel. Das Zillertal bietet eine riesige Auswahl<br />

an Routen auf einem über 1.400 Kilometer langen<br />

Wegenetz.<br />

Das einzige Ganzjahresskigebiet Österreichs, der<br />

Hintertuxer Gletscher, bietet nicht nur Skispaß im Sommer<br />

– hier finden sich auch geheimnisvolle Eisgebilde und<br />

glitzernde Eiskristalle. Die sagenumwobene Umgebung<br />

des Natur Eis Palasts auf über 3.000 m Höhe ist eine ganz<br />

eigene funkelnde Welt von einzigartiger Schönheit. Durch<br />

eine konstante Temperatur im Inneren des Palastes ist<br />

dieses Naturjuwel ein Ausflugsziel für jedes Wetter und<br />

jede Jahreszeit.<br />

PURE LUST<br />

AM BIKEN<br />

Ob Mountainbiker, E-Biker, Rennradfahrer oder Familien:<br />

Die Naturkulisse und das bestens ausgebaute Routen- und<br />

Wegenetz des Zillertals lassen Radlerherzen höher schlagen.<br />

Über 1.200 Kilometer ausgebaute Rad- und Bikerouten<br />

laden ein, das unverwechselbare Bergpanorama<br />

des Zillertals vom Sattel aus zu erleben. Freerider erwarten<br />

anspruchsvolle Singletrails und Marathonrider messen<br />

sich jährlich am ersten Juliwochenende bei der Zillertal<br />

Bike Challenge (www.zillertal-bikechallenge.com).<br />

WASSER MARSCH:<br />

RAFTING & CANYONING<br />

Nicht nur in der Ruhe liegt die Kraft, auch Action und<br />

Adrenalinkicks können den perfekten Ausgleich zum<br />

Alltag schaffen. Das Wildwasser des Flusses Ziller und<br />

des Wildgerlosbachs ist perfekt für Nervenkitzel im<br />

Raftingboot. Und die Seitentäler des Zillertals mit ihren<br />

Schluchten, Bächen und Wasserfällen sind der ideale<br />

Spielplatz fürs Canyoning: abseilen, klettern, rutschen,<br />

springen – kurz: Abenteuer pur!<br />

Die ausgezeichneten Hütten in<br />

den Zillertaler Skigebieten sind<br />

hauptsächlich im Winter bei Urlaubern<br />

beliebt, etwa wegen der guten Küche,<br />

den erlesenen Weinen oder ihren<br />

Übernachtugsmöglichkeiten auf<br />

5-Sterne-Niveau. Im Sommer sind sie<br />

ideale Ausgangspunkte für Touren oder<br />

einfach zum Relaxen. Und wer möchte,<br />

kann auch im Sommer die ruhigen<br />

Nächte hier oben, hoch überm Tal,<br />

genießen.<br />

HÜTTEN: IM SOMMER<br />

EIN ECHTER GEHEIMTIPP<br />

MEHR INFOS UNTER:<br />

holiday@zillertal.at<br />

www.zillertal.at<br />

Tel: +43/52 88/87 1 87<br />

FOTOS: xxx<br />

FOTOS: Tourismusverband Zillertal<br />

68<br />

<strong>SPORTaktiv</strong>-OUTDOORGUIDE <strong>2017</strong>


Pic: Ulrich Grill<br />

Unsere Speed Hiking Ausrüstung nimmt es mit jedem Terrain auf,<br />

das du erobern möchtest. Ob du neue Trails in Angriff nimmst oder<br />

für das härteste Adventure-Rennen der Welt trainierst – unsere<br />

funktionelle und durchdachte Ausrüstung unterstützt dich auf jedem<br />

Schritt zu deinem Ziel.<br />

OFFIZIELLE PARTNER VON SALEWA<br />

salewa.com


OUTDOORGUIDE<br />

TEXT: Oliver Pichler<br />

70<br />

<strong>SPORTaktiv</strong>-OUTDOORGUIDE <strong>2017</strong>


UNTERWEGS MIT DEM<br />

RANGER<br />

ES GEHT INS EWIGE EIS, MIT EMANUEL EGGER, DEM<br />

GLETSCHEREXPERTEN. Jeder Nationalpark-Ranger hat<br />

seine besondere Passion. Emanuel, Ranger im Nationalpark<br />

Hohe Tauern, faszinieren Gletscher. Seine Begeisterung,<br />

sein Wissen gibt er weiter. Etwa während der Tour am<br />

Gletscher lehrweg Innergschlöss am Fuß des Großvenedigers<br />

in Osttirol. Wir machen uns mit ihm auf den Weg.<br />

FOTO: Nationalpark Hohe Tauern Tirol/Martin Lugger<br />

Natur-Bulldozer. Beständige<br />

Urgewalt. Beeindruckend.<br />

Mächtig ... – Die Gletscherwelt<br />

rund um den Großvenediger<br />

prägt sich tief in die Erinnerung<br />

ein. Nicht von ungefähr entstand hier<br />

der Gletscherlehrweg Innergschlöss.<br />

Die Tour erlaubt es, intensiv und umfassend<br />

in die faszinierende Welt der<br />

Gletscher einzutauchen.<br />

„Das Gschlösstal bietet viele lehrbuchhafte<br />

Gletscher-Phänomene. Binnen<br />

drei acdsdasdasdasdasdasdasdwir<br />

all das erleben, wofür<br />

bis vier Stunden reiner Gehzeit<br />

können<br />

Gletscher bekannt sind“, erzählt Nationalpark-Ranger<br />

und Gletscherexperte<br />

Emanuel Egger. Er ist es, der Interessierte<br />

einmal in der Woche hinauf ins<br />

„ewige Eis“ begleitet. Von Mitte Juli bis<br />

Mitte September besteht jeden Mittwoch<br />

die Möglichkeit dazu.<br />

START: MATREIER TAUERNHAUS<br />

Ausgangspunkt der Tour „Ins ewige<br />

Eis – Gletscherlehrweg Innergschlöss“<br />

ist das Matreier Tauernhaus (1.512 m)<br />

unterhalb des Südportals des Felbertauerntunnels.<br />

Begleitet von Emanuel<br />

Egger wird das erste Wegstück per<br />

Taxi „abgekürzt“. Die sehr schöne erste<br />

Stunde Gehzeit über Außergschlöss,<br />

vorbei an der berühmten Felsenkapelle<br />

aus dem Jahr 1870, nach Innergschlöss<br />

will der Ranger seinen Gästen<br />

ersparen. Er weiß, es gilt, mit der Kraft<br />

hauszuhalten, um die Tour hinauf<br />

zum Schlatenkees gut bewältigen zu<br />

können.<br />

Beim Venedigerhaus (1.691 m) in<br />

Innergschlöss geht es dann wirklich<br />

los. Hier öffnet sich ein prächtiger<br />

Blick Richtung Gletscherzunge. Und<br />

es wird klar, welch landschaftsgestaltende<br />

Kraft der Gletscher hier in vergangenen<br />

Jahrtausenden entfaltet hat.<br />

Flach, ja gemütlich, startet die Tour –<br />

hinein in den Gschlösstalboden. Der<br />

Talschluss sorgt für den ersten<br />

Wow-Effekt. Die steil aufragenden<br />

Trogwände, die Wasserfälle und mit<br />

etwas Glück Bartgeier und Steinadler<br />

machen klar, dass der innerste Teil des<br />

Nationalparks erreicht ist.<br />

1850ER-MORÄNE & WASSERFALL<br />

Nachdem links – Richtung Gletscherweg<br />

– abgezweigt wurde, ist die<br />

„1850er Moräne“ schnell erreicht. Bis<br />

hierher hat der Gletscher während der<br />

letzten kleinen Eiszeit im Jahr 1850 gereicht.<br />

Nun geht es so richtig bergauf.<br />

Steil. Über Felsstufen. Gut 400 Höhen-<br />

71


NATIONALPARK-TOUREN<br />

Bildtext<br />

Der Nationalpark Hohe<br />

Tauern & seine Ranger<br />

DER NATIONALPARK HOHE TAUERN erstreckt<br />

sich auf 1.856 Quadratkilometern<br />

in Kärnten, Osttirol und Salzburg.<br />

Davon sind etwa 10 Prozent Gletscher.<br />

30 Gemeinden sind Teil des Nationalparks.<br />

Österreichs höchste Gipfel vom<br />

Großglockner bis zum Großvenediger<br />

liegen in der Schutzzone. ebenso 1.200<br />

km Wanderwege, 17 Themenwege und<br />

120 Hütten bzw. Almen.<br />

meter. Ranger Emanuel drosselt das<br />

Tempo, damit nicht nur gegangen<br />

wird, sondern alle Sinne ihre Zeit zum<br />

Wahrnehmen haben.<br />

Unterbrochen wird der Anstieg<br />

gleich zu Beginn durch den zweiten<br />

Wow-Effekt – den tosenden Schlatenbachwasserfall,<br />

der unvermittelt aufragt.<br />

Weitergehen lohnt sich dennoch:<br />

Schon bald – auf gut 2.100 m<br />

Höhe – breitet sich im Bereich Salzboden<br />

eine beeindruckende Moränenlandschaft<br />

aus, in deren Mitte der<br />

Gletscher den tiefblauen Salzbodensee<br />

hinterlassen hat.<br />

DAS „AUGE GOTTES“<br />

Vorbei am See, dauert es nicht lange,<br />

bis das „Auge Gottes“ erreicht ist. So<br />

heißt ein beschaulicher, dreieckiger<br />

Tümpel mit Insel, auf der Wollgras<br />

blüht. Von hier erfolgt die respektvolle<br />

weitere Annäherung an den Gletscher.<br />

„Zuerst sind zwei Moränen zu<br />

überqueren, ehe sich der direkte, freie<br />

Blick auf die Gletscherzunge öffnet.<br />

Land der Nationalparks<br />

ÖSTERREICH VERFÜGT ÜBER<br />

SECHS NATIONALPARKS<br />

• Donau-Auen (seit 1996)<br />

• Gesäuse (seit 2002)<br />

• Hohe Tauern (seit 1981)<br />

• Kalkalpen (seit 1997)<br />

• Neusiedler See-Seewinkel (seit 1993,<br />

gemeinsam mit Ungarn)<br />

• Thayatal (seit 2000)<br />

Alle sechs bieten Nationalpark-Ranger-Programme<br />

an. Ziel ist es stets, interessierte<br />

Besucher kundig, professionell<br />

und erlebnisreich in die Welt des<br />

jeweiligen Nationalparks einzuführen.<br />

www.nationalparksaustria.at<br />

Gleichzeitig sehen wir nach unten,<br />

Richtung Ausgangspunkt der Tour. So<br />

offenbart sich die ganze Länge, die der<br />

Gletscher einmal hatte“, beschreibt<br />

Emanuel Egger die Stimmung.<br />

Weiter führt der Weg über den<br />

Gletscherschliff – das ist kahler, vom<br />

Gletscher modellierter, rötlich-brauner<br />

Fels ohne jede Vegetation. So<br />

könnte es auch am Mond aussehen ...<br />

Der mit 2 Grad eiskalte Gletscherbach<br />

mit seinem milchig-trüben Wasser<br />

schlängelt sich durch den Fels talwärts.<br />

Am Gletschervorfeld des Schlatenkees<br />

geht es hin bis zum Eis, das<br />

türkis-grün-blau schimmert. Es anzufassen<br />

und zu wissen, 500 oder mehr<br />

Jahre alte Materie in der Hand zu haben,<br />

flößt Respekt ein. Immerhin ist<br />

das Schlatenkees Teil der größten zusammenhängenden<br />

Gletscherfläche<br />

der Ostalpen.<br />

GESCHICHTSTRÄCHTIGER STEIG<br />

Es geht noch auf 2.300 m hinauf, zum<br />

höchsten Punkt und dann auf historischen<br />

Spuren, am 150 Jahre alten Prager-Hüttensteig,<br />

talwärts. Dieser Steig<br />

ist es, auf dem die Großvenediger-Erstbesteigungen<br />

über den Ostanstieg von<br />

Innergschlöss aus erfolgten. Nach 600<br />

Höhenmetern teils steilen Abstiegs ist<br />

das Venedigerhaus erreicht. Seine<br />

Sonnenterrasse samt Prachtpanorama<br />

lädt zum Genuss köstlicher Osttiroler<br />

Küchenspezialitäten ein. Der<br />

ideale Ort, um den Abschluss des alpinen<br />

Tages auszukosten.<br />

Was bleibt, ist neues Wissen um<br />

das Phänomen Gletscher. Und die Gewissheit,<br />

das Werk der Gletscher ab<br />

der nächsten alpinen Tour mit viel<br />

kundigeren Augen zu sehen.<br />

30 NATIONALPARK-RANGER gehören<br />

ganzjährig fixangestellt zu den Nationalpark-Teams<br />

in den drei Bundesländern;<br />

weitere 30 sind saisonal tätig. Die<br />

natur- und bergbegeisterten Damen<br />

und Herren durchlaufen eine mehrstufige,<br />

umfassende Ausbildung, ehe sie aktiv<br />

werden können. „Unsere Ranger sind<br />

in erster Linie Naturvermittler und pro<br />

Jahr mit etwa einer Million Menschen<br />

in direktem Kontakt“, erklärt Peter Rupitsch,<br />

Direktor der Nationalparkverwaltung<br />

Kärnten. „Sie sind naturverbundene,<br />

engagierte ‚Typen‘ und mit viel<br />

Begeisterung bei der Sache. Die Ranger<br />

sind es, die die Nationalpark-Idee vermitteln“,<br />

betont Rupitsch.<br />

www.hohetauern.at<br />

Weitere Beispiele<br />

für Ranger-Touren<br />

IM NATIONALPARK HOHE TAUERN:<br />

OSTTIROL: „BIG FIVE–Wildtierbeobachtung<br />

& Fotosafari“ in Kals, „Wasser mit<br />

allen Sinnen erleben“ im Defereggental,<br />

„Wilde Natur – wie schmecken Kräuter<br />

& Beeren aus Wald & Wiese?“ im Virgental,<br />

„Murmeltier-Führungen“ in Lienz<br />

u.v.m.<br />

KÄRNTEN: Wildtierbeobachtungen<br />

„Steinbock – König der Alpen“ oder<br />

„Dem Rotwild auf der Spur“; Geotrail<br />

Tauernfenster & Gletscherweg Pasterze<br />

mit Start in Heiligenblut; wechselnde<br />

besondere Touren, etwa „Moosboden<br />

im Kaponigtal“ in Obervellach.<br />

SALZBURG: Statt geführte Touren zu<br />

begleiten, erwarten die Ranger die Besucher<br />

an fixen bzw. an wechselnden<br />

Treffpunkten in den einzelnen Nationalparktälern<br />

– etwa dem Wildgerlostal,<br />

Krimmler Achental, Sulzbachtäler, Stubachtal,<br />

Raurisertal u.v.m.<br />

RENT A RANGER: In Kärnten, Osttirol<br />

und Salzburg können die Ranger auch<br />

gezielt „gebucht“ werden.<br />

Infos zu Ranger-Programmen im Nationalpark<br />

Hohe Tauern:<br />

www.nationalparkerlebnis.at<br />

FOTOS: Nationalpark Hohe Tauern Tirol/Martin Lugger, Nationalpark Hohe Tauern/Roland Mühlanger<br />

72<br />

<strong>SPORTaktiv</strong>-OUTDOORGUIDE <strong>2017</strong>


WANDERN ABSEITS<br />

DER MASSEN<br />

Die renommierte Zeitschrift GEO kürte die Urlaubsregion Wipptal<br />

zu einem der zehn Trendreiseziele für <strong>2017</strong>. Das hat seine Gründe.<br />

FOTOS: Tourismusverband Wipptal<br />

Kanada punktet mit grandioser<br />

Natur, Papua-Neuguinea mit exotischer<br />

Kultur, Südkorea mit futuristischer<br />

Architektur. Diese Destinationen<br />

haben eines gemeinsam: Die<br />

Zeitschrift GEOsaison hat sie zu den<br />

Trendreisezielen <strong>2017</strong> gekürt. Ebenfalls<br />

unter den Top Ten: das Tiroler<br />

Wipptal. Hier ist „das Bewusstsein für<br />

den Einklang zwischen Natur und<br />

Mensch noch lebendig“, schreibt die<br />

Geo-Redaktion. Entschleunigung<br />

und Nachhaltigkeit stehen im Vordergrund<br />

– beste Voraussetzungen also<br />

für eine gesunde Auszeit vom Alltag.<br />

Das Wipptal mit seinen fünf Seitentälern<br />

gilt generell als Geheimtipp<br />

unter Wanderern. Wenige Autominuten<br />

südlich von Innsbruck erlebt<br />

man hier den unverfälschten Charakter<br />

der Tiroler Bergwelt: 600 Kilometer<br />

Wanderwege unterschiedlichster<br />

Schwierigkeitsgrade erschließen die<br />

Hochtäler, die ostseitig in den Zillertaler<br />

und westseitig in den Stubaier<br />

Alpen liegen.<br />

VON HÜTTE ZU HÜTTE<br />

Hüttenwanderer kommen im<br />

Gschnitztal voll auf ihre Kosten: In diesem<br />

westlichen Seitental des Wipptales<br />

befinden sich sechs bewirtschaftete<br />

Berghütten, die durch einen teilweise<br />

etwas ausgesetzten Kammwanderweg<br />

miteinander verbunden sind,<br />

aber auch als Tagesziel einzeln vom<br />

Tal aus erwandert werden können. Auf<br />

der Ostseite des Wipptales gibt es einen<br />

weiteren Hüttenrundwanderweg<br />

mit Start im Bergsteigerdorf St. Jodok/<br />

Schmirn/Vals. Die „Peter-Habeler-Runde“,<br />

benannt nach dem Zillertaler Extrembergsteiger,<br />

führt in sechs Tagesetappen<br />

beginnend bei der Geraer Hütte<br />

rund um das Olperer-Gletscher-Massiv.<br />

Ständiger Begleiter bei diesen Touren<br />

ist ein traumhafter Panoramablick.<br />

Für alle Genusswanderer bietet<br />

sich eine Almrundwanderung im Navistal<br />

an. Sechs bewirtschaftete Almen<br />

laden dabei zur urigen Einkehr.<br />

Da bleibt dem Gast nur noch die Qual<br />

der Wahl zwischen zahlreichen typischen<br />

Tiroler Almschmankerln wie<br />

Kaiserschmarrn, Kasspatzln oder<br />

Knödel in allen Variationen.<br />

WEITERE INFOS:<br />

Tourismusverband Wipptal<br />

Brennerstraße 67, 6150 Steinach<br />

Tel.: 0 52 72/62 70<br />

E-Mail: tourismus@wipptal.at<br />

www.wipptal.at<br />

73


OUTDOORGUIDE<br />

Zwischen<br />

BEQUEM<br />

und<br />

EXTREM<br />

KLETTERSTEIG. Der Hype um die Eisenwege ist<br />

ungebrochen. Aber warum ziehen Trittklammern<br />

und Fixseile so viele Leute in den Fels? Wir haben<br />

uns mit dem Klettersteig-Experten Axel Jentzsch-<br />

Rabl auf die Spurensuche gemacht.<br />

FOTOS: Axel Jentzsch-Rabl, Claudia Schmied<br />

74<br />

<strong>SPORTaktiv</strong>-OUTDOORGUIDE <strong>2017</strong>


Der Trend zum Klettersteig ist<br />

ungebrochen. Jedes Jahr werden<br />

wieder neue Trittklammern<br />

in die Felsen geschlagen<br />

und Stahlseile befestigt. Die Lust<br />

am Steig steigt also weiter – nicht nur<br />

hierzulande. Im gesamten Alpenraum<br />

und sogar in Norddeutschland,<br />

einer Gegend, die man nicht unbedingt<br />

mit hohen Bergen verbindet.<br />

„Dort kauft oder pachtet der Alpenverein<br />

gerade Steinbrüche und baut dann<br />

Klettersteige“, sagt Axel Jentzsch-<br />

Rabl, der Klettersteig-Experte<br />

schlechthin und mit seinem Bruder<br />

Andreas Jentzsch Autor zahlreicher<br />

Fachbücher auf diesem Sektor.<br />

SCHNELLER ERFOLGE<br />

Interessantes hat Axel Jentzsch-Rabl<br />

auch unlängst in Italien entdeckt. Am<br />

Palmsonntag hat er sich wieder einmal<br />

in der Region um den Idrosee, einen<br />

kleineren See westlich des Gardasees<br />

umgesehen. „Dort ist in Casto ein<br />

Park mit 16 Klettersteigen in allen<br />

Schwierigkeitsgraden entstanden“,<br />

erzählt Jentzsch-Rabl. „Das hab ich in<br />

dieser Form im gesamten Alpenraum<br />

noch nirgendwo gesehen.“ Von einem<br />

großen Parkplatz aus gibt es im „Ferrata<br />

Casto“-Park Steige für Kinder, Ungeübte,<br />

Fortgeschrittene und Profis.<br />

Daneben fließt ein Bach und es lockt<br />

einen Badebereich. Und alles ist gratis.<br />

„Am Parkplatz gibt es einen Essensund<br />

Getränkestand, so finanziert sich<br />

der Klettersteigpark“, weiß<br />

Jentzsch-Rabl nach einem Gespräch<br />

mit den Betreibern. Den Bau hat die<br />

Stahlindustrie in Casto unterstützt.<br />

Warum ist das Klettersteiggehen<br />

so in Mode? „Weil du damit in Regionen<br />

vorstößt, in die du als normaler<br />

Wanderer sonst nicht kommst – sondern<br />

nur Kletterer“, glaubt<br />

Jentzsch-Rabl. Er selbst ist den umgekehrten<br />

Weg gegangen. „Anfangs haben<br />

mich als Kletterer die Steige gar<br />

nicht interessiert. Irgendwann haben<br />

wir sie dann zum Abstieg nach Klettertouren<br />

genützt“, sagt der gebürtige<br />

Niederösterreicher, der aufgrund seines<br />

Berufs längst in Tirol zu Hause ist.<br />

„Zum Teil führen Klettersteige sogar<br />

über Routen, die für Kletterer gar<br />

nicht machbar sind – das macht auch<br />

einen Teil der Faszination aus.“<br />

Zur Beliebtheit der Sportart trägt<br />

Der Experte<br />

AXEL JENTZSCH-RABL, 48,<br />

aus Bad Häring (T) ist Autor<br />

und Herausgeber der umfassenden<br />

Klettersteigführer im<br />

heimischen Alpinverlag.<br />

WEB: www.bergsteigen.com<br />

sicherlich auch bei, dass man mit einer<br />

gewissen Grundfitness relativ<br />

rasch Erfolge erzielt. „Die ersten drei<br />

Schwierigkeitsgrade bis C bekommt<br />

man ziemlich schnell hin“, weiß<br />

Jentzsch-Rabl. Da ist keine Klettererfahrung<br />

vonnöten. Darüber hinaus<br />

kommt es darauf an, wie der Steig beschaffen<br />

ist. „Wenn keine Trittklammern<br />

im Steig sind, wird es schwieriger,<br />

da tut man sich mit<br />

Klettererfahrung schon leichter. Umgekehrt<br />

kann es aber auch sein, dass<br />

ein D-Steig für einen leicht Fortgeschrittenen<br />

schon zu gehen ist.“ Das<br />

Zusammenspiel von Action und Sicherheit,<br />

von Anspruch ohne Unüberwindbarkeit<br />

macht für den Experten<br />

insgesamt die Faszination Klettersteig<br />

aus – und ist für ihn der Grund<br />

für den Zustrom an die Felswände.<br />

Wiewohl sich schon immer wieder<br />

Leute überschätzen und sich<br />

durch die Tritte und dicken Stahlseile<br />

in einer sicheren Umgebung wähnen.<br />

„Zwar stürzen nur sehr wenige tatsächlich<br />

ab“, sagt Jentzsch-Rabl. „Dafür<br />

geht umso mehr Leuten gerade auf<br />

längeren Klettersteigtouren die Kraft<br />

aus. Die bleiben dann in der Wand<br />

hängen, lassen sich von der Bergrettung<br />

holen oder hoffen darauf, dass sie<br />

andere Leute aus dem Steig bringen.“<br />

SCHNELLER, GEFÄHRLICHER<br />

Und bei den Abstürzen sind nicht die<br />

Anfänger die Gefahrengruppe, sondern<br />

die guten Geher. „In Lienz gibt es<br />

einen Steig, da werden regelrecht Rennen<br />

veranstaltet, wer schneller oben<br />

ist“, erzählt der Klettersteig-Experte.<br />

„Und Zeit zu gewinnen, hängen sich<br />

einige nicht korrekt ein.“ Oder ältere<br />

Kletterer verwenden Kletterseile statt<br />

der Klettersteigsets mit Bandseildämpfer<br />

– ein gefährliches Spiel. Sinnvoll<br />

für Novizen sieht Jentzsch-Rabl<br />

professionelle Einführungskurse, wie<br />

beispielsweise den „Klettersteigschein“-Kurs<br />

in der steirischen<br />

Ramsau. Neben der sicheren Handhabe<br />

der Klettersteigsets geht es auch<br />

um das Thema Selbsteinschätzung.<br />

Oder um den Zustieg: „Viele setzen<br />

den Helm zum Schutz gegen Steinschlag<br />

erst in der Wand auf. Oft ist<br />

man aber schon davor im Steinschlagbereich“,<br />

sagt Jentzsch-Rabl. (Tipp:<br />

Lies zum Thema Klettersteig-Sicherheit<br />

auch die Story auf S. 176/177.)<br />

STEIG IN DER STAUMAUER<br />

Die meisten verzichten aber auf professionelle<br />

Unterstützung und wagen<br />

sich so in die Wände, weiß der Experte.<br />

Klettergurt und Helm kann man sich<br />

ja schon vielerorts direkt bei den Steigen<br />

ausleihen. Das senkt die Hemmschwelle,<br />

es einmal zu probieren. So<br />

wie an einem der wohl spektakulärsten<br />

Klettersteige Österreichs, dem<br />

„Schlegeis 131“ im Tiroler Zillertal. Der<br />

wurde direkt an der Staumauer des<br />

Schlegeis-Stausees geschraubt und ist<br />

damit der erste seiner Art – weltweit.<br />

Für Kinder ist dieser Steig zwar<br />

nicht geeignet – generell kann aber<br />

auch der Nachwuchs schon mit dem<br />

Klettersteiggehen beginnen: Viele Steige<br />

sind von der Schwierigkeit her auf<br />

Kinder und Jugendliche ausgelegt. Bei<br />

der Ausrüstung kommt ihnen die neue<br />

Klettersteignorm entgegen, die seit<br />

Ende April gilt. Bislang waren Bandfalldämpfer<br />

nicht für leichte Personen<br />

oder Kinder ausgelegt. Auch schwere<br />

Personen über 80 Kilogramm sind im<br />

Grunde sprichwörtlich „aus der Norm<br />

gefallen“.<br />

NEUE STURZPRÜFUNG<br />

Die Sturzprüfung wird nun mit unterschiedlichen<br />

Gewichten, einmal mit<br />

40, einmal mit 120 Kilogramm, durchgeführt.<br />

„Damit wird sichergestellt,<br />

dass alle Personen, die in diesen Gewichtsbereich<br />

fallen, ausreichenden<br />

Schutz vor zu großen Fangstößen<br />

haben“, sagt Doris Günther<br />

vom Klettersteigset-Hersteller Austri-<br />

Alpin aus Fulpmes im Stubaital (Details<br />

zur neuen Norm: siehe S. 88).<br />

75


KLETTERSTEIG<br />

NEUE<br />

STEIGE<br />

HAT DAS LAND<br />

Ob in der Stadt, im Hochgebirge oder in der Staumauer: Auch diese Saison<br />

beschert den heimischen Bergsportlern wieder neue Klettersteige. Ein kleiner<br />

Überblick, zusammengestellt von unserem Experten Axel Jentzsch-Rabl.<br />

TIROL. So ganz anders als alle anderen ist der<br />

„Schlegeis 131“-Klettersteig in den Zillertaler Alpen<br />

(großes Bild). Er führt über Trittklammern 131 Meter die<br />

Staumauer des Schlegeis-Stausees nach oben. „Sieht<br />

von unten langweilig aus“, sagt Jentzsch-Rabl. „Aber<br />

man merkt schnell, dass man immer am Abgrund steht<br />

und es noch ein weiter Weg nach oben ist.“<br />

VORARLBERG. Kurz, aber schön – so beschreibt<br />

Axel Jentzsch-Rabl den Känzele-Klettersteig in Bregenz.<br />

„Unten und oben taucht man in den dichten, im<br />

Sommer kühlen Wald ein, dazwischen bietet sich ein<br />

schöner Ausblick auf das Rheintal. „Ein toller, leichter<br />

Klettersteig, den man durchaus empfehlen kann.“<br />

SALZBURG. Der „Kronprinz Rudolf“-Klettersteig ist<br />

auch einer für Kinder. Von der Bergstation der Weißsee-Gletscherbahn<br />

geht es in der Schwierigkeit zwischen<br />

A und B nach oben. „Perfekt, um den Besuch der<br />

Gletscherwelt mit einem Kraxel-Abenteuer zu kombinieren“,<br />

empfiehlt Jentzsch-Rabl.<br />

STEIERMARK. Bei einer Neuvermessung 2015 stellte<br />

sich heraus, dass der „Irg“-Klettersteig in der Koppenkarstein-Südwand<br />

wenige Meter auf oberösterreichischer<br />

Seite lag. Noch dazu im Natura-2000-Gebiet.<br />

Weil sich die Bundesländer nicht einigen konnten, wurde<br />

er einige hundert Meter nach links in die Steiermark<br />

verlegt und „Irg 2“ getauft. „Ein klassischer Steig ohne<br />

große Höhepunkte, der aber eine gute Klettersteigrunde<br />

bildet“, erklärt Axel Jentzsch-Rabl.<br />

NIEDERÖSTERREICH. Im größten Bundesland wurde<br />

der Königschusswand-Steig im Rax-Schneeberg-Gebiet<br />

saniert – brüchige Freikletterpassagen und alte Seile<br />

gehören jetzt der Vergangenheit an. Dazu wurde ein<br />

direkter und komplett gesicherter Zustieg geschaffen.<br />

„Wegen der üppigen Absicherung wird er jetzt sicher<br />

viel mehr Anhänger finden“, glaubt der Experte.<br />

OBERÖSTERREICH. Nichts für Anfänger ist der<br />

Klettersteig Nordwand-Krippenstein. Auf dem Extrem-Klettersteig<br />

(Schwierigkeit E) wird nach einem<br />

leichteren Einstieg die Armmuskulatur ordentlich gefordert.<br />

„Vor allem die leicht überhängenden Passagen<br />

ab der Hängeleiter sind schöne, ausgesetzte Klettersteigmeter,<br />

die man als versierter Klettersteiggeher gemacht<br />

haben sollte“, sagt Jentzsch-Rabl. Die leichtere<br />

Möglichkeit, die Nordwand des Krippensteins zu klettern,<br />

ist der Klettersteig „Gams“, der auch deutlich weniger<br />

Kraft erfordert.<br />

Neue Klettersteige<br />

von links<br />

oben im Uhrzeigersinn:<br />

Krippenstein,<br />

Känzele,<br />

Schlegeis 131<br />

und Irg2.<br />

FOTOS: Axel Jentzsch-Rabl<br />

76<br />

<strong>SPORTaktiv</strong>-OUTDOORGUIDE <strong>2017</strong>


TEAMATHLET DANIEL - DALTON – HORVATH<br />

Der große, 592<br />

Seiten starke<br />

„Klettersteigführer<br />

Österreich“ von<br />

Axel Jentzsch-Rabl<br />

u. a. ist aktuell in<br />

der 6. Auflage erhältlich.<br />

Info: www.<br />

alpinverlag.at<br />

A U S T R I A L P I N . A T<br />

77<br />

FISH - Der erste Autotuber für Einfachseile<br />

mit zusätzlichem Ablasshebel. 68 Gramm.<br />

Im Set mit HMS RONDO Autolock Selfie.<br />

Made in Tirol.


MATERIAL<br />

ERKLÄR<br />

MIR ...<br />

DIE NEUE NORM BEI KLETTERSTEIGSETS<br />

EINES FÜR ALLE<br />

GEWICHTSKLASSEN<br />

SEIT MAI <strong>2017</strong> GILT DIE NEUE KLETTERSTEIGSET-NORM „EN958:<strong>2017</strong>“.<br />

Was die neuen Sets besser können, wie sie funktionieren und wer von der Neuerung<br />

profitiert: Wir haben beim heimischen Hersteller AUSTRIALPIN nachgefragt.<br />

WAS ÄNDERT SICH DURCH DIE NEUE<br />

KLETTERSTEIGSET-NORM? In erster Linie<br />

geht es darum, die dynamische Belastbarkeit<br />

neu festzulegen. Waren bislang<br />

die Sets auf ein durchschnittliches Nutzergewicht<br />

von 80 Kilogramm ausgelegt,<br />

so müssen sie nun sowohl bei 40<br />

als auch bei 120 Kilogramm nachweislich<br />

optimal funktionieren. Der Fangstoß<br />

darf maximal 3,5 Kilonewton (bei Nutzern<br />

mit 40 kg) bzw. 6 Kilonewton (bei<br />

120 kg) betragen. Die maximale Reißlänge<br />

der Bandfalldämpfer, die den<br />

Sturz auffangen und abmildern, wurde<br />

von bisher 1,2 auf 2,2 Meter verlängert.<br />

WAS ÄNDERT SICH TECHNISCH IN DEN<br />

SETS? Durch die Verlängerung des Bandes<br />

hat der Hersteller die Möglichkeit,<br />

im Bandfalldämpfer verschiedene Webtechniken<br />

anzuwenden. „Der erste Teil<br />

ist so gewebt, dass er leichter aufreißt,<br />

danach wird der Widerstand sukzessive<br />

höher. Dadurch ergibt sich die große<br />

Bandbreite beim Nutzergewicht“,<br />

erklärt Doris Günther vom Klettersteigset-Hersteller<br />

AUSTRIALPIN.<br />

WAS BRINGT KLETTERSTEIGSPORTLERN<br />

DIE ÄNDERUNG? Vor allem leichte und<br />

schwere Bergsportler/-innen profitieren.<br />

„Die große Mehrheit kann jetzt si-<br />

cher sein, dass sie optimalen Schutz<br />

genießt“, sagt Doris Günther. „Kinder<br />

sollte man aber generell zusätzlich mit<br />

einem Seil von oben sichern.“<br />

MÜSSEN ALTE KLETTERSTEIGSETS VOM<br />

MARKT GENOMMEN WERDEN? „Sets<br />

nach der alten Norm, die bereits im<br />

Handel erhältlich sind, dürfen noch verkauft<br />

werden“, weiß Doris Günther. Sind<br />

Die Expertin<br />

DORIS GÜNTHER ist Marketing-Leiterin<br />

beim Klettersteigset-Hersteller<br />

AUSTRIALPIN<br />

in Fupmes/T und leidenschaftliche<br />

Freizeit-Bergsportlerin.<br />

WEB: www.austrialpin.at<br />

diese verkauft, werden nur noch Sets<br />

erhältlich sein, die der neuen Norm<br />

entsprechen. Erkennbar ist die neue<br />

Norm an der Prüfnummer EN958:<strong>2017</strong>.<br />

Der Fachhandel berät dazu.<br />

WÄRE ES NICHT SINNVOLL, VERSCHIE-<br />

DENE SETS FÜR UNTERSCHIEDLICHE GE-<br />

WICHTSKLASSEN ANZUBIETEN? Das sehen<br />

die Experten von AUSTRIALPIN<br />

kritisch. „Die Sets müssen auf alle Klettergurte<br />

passen, egal, ob sie für Kinder<br />

oder Erwachsene sind. Es könnte z. B.<br />

innerhalb von Familien zu Verwechslungen<br />

kommen – mit schwerwiegenden<br />

Folgen“, erklärt Doris Günther. Ein Set<br />

mit einem breiten Gewichtsspektrum<br />

schließt dieses Risiko aus.<br />

IST DER SPORT DURCH DIE NEUE NORM<br />

NUN SICHERER? Nur in der Hinsicht,<br />

dass die Bandfalldämpfer garantiert<br />

ausreichend sind, wenn Sportler zwischen<br />

40 und 120 kg wiegen. „Die Fallhöhe<br />

am Klettersteig kann aber schon<br />

hoch werden“, sagt Günther. „Daher<br />

darf man keinesfalls leichtsinnig sein<br />

und auf den Bandfalldämpfer vertrauen<br />

– auch der erlaubte Fangstoß sowie<br />

die Stahltritte und das Sturzgelände<br />

können zu schweren Verletzungen<br />

führen.“<br />

ANZEIGE / FOTOS: AustriaAlpin, Klaus Kranebitter<br />

78<br />

<strong>SPORTaktiv</strong>-OUTDOORGUIDE <strong>2017</strong>


IM SCHAUFENSTER: 5 KLETTERSTEIGSETS<br />

Diese fünf erfüllen nicht nur die neue Sicherheitsnorm, sondern bieten viele weitere Vorzüge.<br />

EDELRID<br />

CABLE COMFORT 2.3<br />

Ein High-End-Klettersteigset mit<br />

elastischen Lastarmen und hohem<br />

Bedienkomfort. Der neue Bandfalldämpfer<br />

erfüllt die neue Norm<br />

für Klettersteigsets und sorgt für<br />

niedrige Fangstoßwerte bei allen<br />

Gewichtsklassen. Die neuen Easy-<br />

Touch-Karabiner verhindern das<br />

Einklemmen der Finger zwischen<br />

Drahtseil und Schnapper und ein<br />

integrierter Wirbel beugt versehentlichem<br />

Verdrehen der Äste<br />

beim Umhängen vor.<br />

PREIS (UVP): € 120,–<br />

WEB: www.edelrid.de<br />

AUSTRIALPIN<br />

HYDRA<br />

Das erste Klettersteigset mit drei<br />

Armen ist eine Kombination aus<br />

dem Klettersteigset Colt und dem<br />

Ferrata.Bloc. Alle drei Arme sind<br />

mit dem gewebten Bandfalldämpfer<br />

verbunden. Im Drahtseil eingehängt,<br />

verhindert der Ferrata.<br />

Bloc weite Stürze in die nächste<br />

Zwischensicherung. Die Colt Karabiner<br />

sind mit dem AUSTRIALPIN<br />

Schalldämpfer ausgestattet, und<br />

das Set ist „made in Austria“.<br />

PREIS (UVP): € 144,90<br />

WEB: www.austrialpin.at<br />

FOTOS: Hersteller<br />

PETZL<br />

SCORPIO VERTIGO<br />

Das Scorpio Vergigo-Klettersteigset<br />

ist gemäß der neuen Norm<br />

prEN 958: <strong>2017</strong> für Anwender bestimmt,<br />

die zwischen 40 und 120<br />

kg wiegen. Das sehr kompakte<br />

und 380 g leichte Klettersteigset<br />

ist dank der Vertigo Wire-Lock-Karabiner<br />

an den elastischen Armen<br />

leicht zu bedienen. Aufgrund seines<br />

robusten Designs ist es auch<br />

für die regelmäßige Verwendung<br />

geeignet.<br />

PREIS (UVP): € 90,–<br />

WEB: www.petzl.com<br />

SALEWA<br />

ERGO TEX<br />

Das Klettersteigset, das Standards<br />

setzt und höchste Sicherheit<br />

bei reduziertem Kraftaufwand<br />

verspricht. Seine<br />

revolutionären Ergotec-Karabiner<br />

wurden zusammen mit der TU<br />

München entwickelt. Die ergonomische<br />

Konstruktion und die extragroße<br />

Öffnung vereinfachen<br />

und beschleunigen das Einhängen<br />

in das Stahlseil um ein Vielfaches,<br />

was bis zu 30 Prozent Kraft<br />

spart.<br />

PREIS (UVP): € 159,90<br />

WEB: www.salewa.at<br />

STUBAI BERGSPORT<br />

SUMMIT LIGHT X1<br />

Eine völlige Neuentwicklung von<br />

STUBAI. Die Karabiner sind ergonomisch<br />

so gestaltet, dass beim<br />

Einhängen in die Stahlseile die<br />

Hände weit genug vom Öffnungsbereich<br />

weg sind. Somit sind die<br />

Finger beim Ein- und Aushängen<br />

geschützt und der Ablauf des sicheren<br />

Einhängens erfolgt ganz<br />

easy.<br />

PREIS (UVP): € 99,95<br />

WEB: www.stubai-sports.com<br />

79


MATERIAL<br />

IM SCHAUFENSTER: 5 KLETTERHELME<br />

Leichtes Gewicht, gute Belüftung, starke Designs – bei hohem Schutzfaktor:<br />

Moderne Kletterhelme haben ihren „Ahnen“ vieles voraus.<br />

BLACK DIAMOND VECTOR<br />

Der Vector ist ein leichtgewichtiger<br />

Helm, der grosszügige Belüftungsöffnungen<br />

mit vollwertigem Schutz<br />

durch eingeformten EPS-Schaum<br />

kombiniert. Er ist ideal für lange<br />

Routen und alpine Begehungen und<br />

besitzt Stirnlampenclips. Das Ratschen-Einstellungssystem<br />

sorgt für<br />

eine ideale Passform.<br />

PREIS (UVP): € 90,–<br />

WEB: eu.blackdiamondequipment.com<br />

PETZL ELIOS<br />

Der vielseitige, robuste Elios-Helm<br />

ist zum Klettern und Bergsteigen,<br />

für Klettersteige, Canyoning usw.<br />

geeignet. Die Helmschale aus ABS<br />

und die Innenschale aus Polystyrol<br />

bieten effizienten Schutz gegen<br />

Schläge und Stöße. Die vielen<br />

Einstellmöglichkeiten gewährleisten<br />

einen passgenauen Sitz. Die<br />

Lüftungsklappen lassen sich je nach<br />

Bedarf auf- und zuschieben.<br />

PREIS (UVP): € 60,–<br />

WEB: www.petzl.com<br />

EDELRID SHIELD II<br />

Der Shield II ist ein leichter und<br />

robuster Softshell-Helm mit<br />

innovativem Verschlusssystem,<br />

großen Belüftungsöffnungen und<br />

vier robusten Stirnlampenclips.<br />

Er ist ein idealer Helm für lange<br />

und anspruchsvolle alpine<br />

Unternehmungen.<br />

PREIS (UVP): € 85,–<br />

WEB: www.edelrid.de<br />

CAMP STORM<br />

Der Storm ist superleicht und<br />

außerordentlich komfortabel. Er<br />

bietet kompletten Schutz bei allen<br />

vertikalen Aktivitäten, zeichnet sich<br />

durch eine sehr robuste Konstruktion<br />

aus, besitzt eine hervorragende<br />

Belüftung und lässt sich schnell<br />

regulieren. Dies macht ihn zum<br />

idealen Begleiter für lange und<br />

anspruchsvolle Aufstiege. Das<br />

Design verbindet Robustheit und<br />

Leichtigkeit.<br />

PREIS (UVP): € 79,95<br />

WEB: www.camp.it<br />

SALEWA VEGA<br />

Ein leichter, komfortabler Helm,<br />

der kompromisslose Sicherheit<br />

bietet. Die Innenschale ist stark<br />

energieabsorbierend und schützt<br />

gegen mehrfaches Aufprallen –<br />

sowohl von herabfallenden Steinen<br />

und Eisbrocken als auch bei einem<br />

Sturz. Die Ventilationsöffnungen<br />

garantieren eine gute Belüftung,<br />

mittels eines Verstellrads und des<br />

einfach zu verstellenden Kinnriemens<br />

lässt sich der Helm sehr gut<br />

anpassen.<br />

PREIS (UVP): € 99,95<br />

WEB: www.salewa.at<br />

FOTOS: Hersteller<br />

80<br />

<strong>SPORTaktiv</strong>-OUTDOORGUIDE <strong>2017</strong>


SCORPIO VERTIGO<br />

Der neue Standard.<br />

Photo © www.kalice.fr<br />

Das SCORPIO VERTIGO-Klettersteigset ist gemäß der Norm EN 958: <strong>2017</strong> für<br />

Anwender bestimmt, die zwischen 40 und 120 kg wiegen. Das sehr kompakte<br />

und leichte Klettersteigset ist dank der VERTIGO WIRE-LOCK-Karabiner an den<br />

beiden elastischen Armen leicht zu bedienen. Aufgrund seines robusten Designs<br />

ist es auch für die regelmäßige Verwendung und für den Verleih geeignet.


MATERIAL<br />

IM SCHAUFENSTER: 10 KLETTERHANDSCHUHE<br />

Beim Klettern und auf Klettersteigen, beim Sichern und Abseilen sind die Hände<br />

viel zu wichtig, um sie nicht zu schützen!<br />

BLACK DIAMOND<br />

STONE GLOVES<br />

Ein ¾-Finger-Ziegenlederhandschuh für<br />

beste Fingerfertigkeit beim Klettern, Sichern,<br />

technischen Klettern und Abseilen.<br />

Der Klettverschluss am Handgelenk<br />

sorgt für eine angenehme Passform,<br />

verstärkte Handflächen und Aufsätze<br />

an den Fingerknöcheln geben zusätzliche<br />

Sicherheit.<br />

PREIS (UVP): € 40,–<br />

WEB: eu.blackdiamondequipment.com<br />

EDELRID<br />

SKINNY<br />

Der Skinny ist ein dünner Handschuh<br />

aus robustem Ziegenleder. Er ist ideal<br />

zum Sichern, Aid Climbing und Klettersteiggehen.<br />

Durch seinen Klettverschluss<br />

am Handgelenk lässt er sich<br />

leicht an- und ausziehen.<br />

PREIS (UVP): € 35,–<br />

WEB: www.edelrid.de<br />

CHIBA<br />

VIA FERRATA<br />

Ein Klettersteighandschuh mit<br />

starkem Preis-Leistungs-Verhältnis.<br />

Elastische Materialien verleihen<br />

ihm eine perfekte Passform. Die<br />

gedoppelten Handinnenflächen<br />

machen ihn robust und abriebfest,<br />

Für perfekten Grip sind sie zusätzlich<br />

mit Silikon bedruckt.<br />

PREIS (UVP): € 24,90<br />

WEB: www.chiba.de<br />

CAMP<br />

START FINGERLESS<br />

Ein Handschuh im Zeichen der Vielseitigkeit:<br />

Er ist perfekt für die Klettersteige<br />

und Seilmanöver, gleichzeitig auch<br />

stark am nassen Fels. Die Konstruktion<br />

aus synthetischem Gewebe, mit Verstärkungen<br />

an den besonders beanspruchten<br />

Stellen, gewährleistet ein Höchstmaß<br />

an Atmungsfähigkeit und Komfort<br />

auch bei nassem Handschuh.<br />

PREIS (UVP): € 22,95<br />

WEB: www.camp.it<br />

JACK WOLFSKIN<br />

ACTIVATE GLOVE<br />

Ein Softshell-Handschuh aus robustem,<br />

sehr atmungsaktivem und bi-elastischem<br />

Flex-Shield-Material. Die Handschuhe<br />

schützen vor Wind und leichten<br />

Schauern und sind mit rutschfester Verstärkung<br />

auf den Handflächen sowie<br />

weitenverstellbaren Bündchen mit Klettverschluss<br />

versehen.<br />

PREIS (UVP): € 37,95<br />

WEB: www.jack-wolfskin.de<br />

FOTOS: Hersteller<br />

82<br />

<strong>SPORTaktiv</strong>-OUTDOORGUIDE <strong>2017</strong>


KURZ-<br />

PORTRÄT<br />

HAUPTEIGENSCHAFTEN: • Schutz vor Verletzungen durch<br />

scharfkantige Felsen, scharfe Drähte oder Drahtenden,<br />

sowie beim Sichern und Ablassen • ohne Fingerkuppen:<br />

Koordinativ feiner abgestimmte Bewegungen sind besser<br />

möglich • mit Fingerkuppen: bessere Schutzfunktion<br />

• robuste Materialien sind gefragt wie Leder, Synthetikleder<br />

oder auch robuste Synthetikstoffe • exponierte<br />

Stellen sind häufig zusätzlich verstärkt<br />

EINSATZBEREICHE: Je nach Modell: Klettersteig, technisches<br />

Klettern, hochalpines Klettern<br />

RÖCKL SPORTS<br />

KAPIN<br />

Der Kapin ist ein hochtechnischer Klettersteighandschuh<br />

aus Leder-Textil-Mix<br />

und mit Kevlar® verstärkt. Länger geschnittene<br />

Finger schützen vor herausstehenden<br />

Litzen und schroffen Felsen;<br />

das robuste und zugleich geschmeidige<br />

Material sorgt für Fingerspitzengefühl<br />

sowie einen hervorragenden Griff.<br />

PREIS (UVP): € 39,95<br />

WEB: www.roeckl.de<br />

STUBAI BERGSPORT<br />

ETERNAL FULL FINGER<br />

Extraleicht und komfortabel: Diese Stubai-Handschuhe<br />

kommen dann zum Einsatz,<br />

wenn die Hände Schutz benötigen<br />

und die Umgebungstemperaturen eher<br />

hoch sind. Das Netzgewebe am Handrücken<br />

ist atmungsaktiv, die Handflächen<br />

sind speziell verstärkt, was sie abrieb-<br />

und rutschfest macht.<br />

PREIS (UVP): € 24,90<br />

WEB: www.stubai-sports.com<br />

SKYLOTEC<br />

KS HANDSCHUHE<br />

Die Klettersteighandschuhe aus<br />

Ziegenleder und Nylon bieten idealen<br />

Schutz vor Verletzungsgefahren<br />

wie abstehenden Litzen oder<br />

scharfem Fels. Ausgestattet mit<br />

einer Ausziehhilfe und als Halboder<br />

Vollfinger-Version erhältlich,<br />

sind die Handschuhe auch ideal<br />

zum Sichern oder Abseilen beim<br />

Klettern geeignet.<br />

PREIS (UVP): € 40,–<br />

WEB: www.skylotec.com/eu<br />

SALEWA<br />

STEEL VF 2 DST GLOVES<br />

Der Salewa-Handschuh ist ein leichter,<br />

abriebfester Handschuh ohne Fingerspitzen,<br />

der aus angenehmem<br />

Stretchmaterial besteht und über eine<br />

verstärkte Handinnenfläche für Klettersteige<br />

verfügt.<br />

PREIS (UVP): € 29,90<br />

WEB: www.salewa.at<br />

ZANIER<br />

HOCHGALL<br />

Für einen sicheren Griff der Stöcke<br />

beim Wandern und des Drahtseils am<br />

Klettersteig wurde der Hochgall-Handschuh<br />

entwickelt. Seine Innenhand aus<br />

Ziegenleder sorgt für starken Grip. Der<br />

Handschuh verfügt über einen Wischer<br />

am Daumen zum Reinigen einer Brille<br />

und er trägt sich komfortabel.<br />

PREIS (UVP): € 69,95<br />

WEB: www.zaniergloves.com<br />

83


OUTDOORGUIDE<br />

Herbert Ranggetiner (re.) und<br />

sein Kletterpartner, „Lehrmeister“<br />

und väterlicher Freund<br />

Franz Pöll: ein geniales Duo<br />

am Fels – in moderner genauso<br />

wie in historischer Ausrüstung.<br />

HEIMSPIEL<br />

FASZINATION KLETTERN. Exklusiv für unseren <strong>Outdoorguide</strong> <strong>2017</strong><br />

schildert Kletterprofi und SPORT aktiv-Experte Herbert Ranggetiner eine<br />

„Begehung der besonderen Art“ in den Lienzer Dolomiten. Und macht sich dabei<br />

seine Gedanken, was in der Begegnung mit den Bergen wirklich zählen sollte.<br />

TEXT: Herbert Ranggetiner<br />

84<br />

<strong>SPORTaktiv</strong>-OUTDOORGUIDE <strong>2017</strong>


FOTOS: Herbert Ranggetiner<br />

Es ist einer dieser elendig heißen<br />

Sommertage 2010, bei denen<br />

Klettern nur im hochalpinen<br />

Gelände möglich ist. Franz und<br />

ich brettern spätnachmittags mit unserem<br />

VW-Bus T2 in Richtung Lienzer<br />

Dolomiten, als mich eine Vollbremsung<br />

aus meinem Dämmerschlaf<br />

reißt. Zwei junge, fesche Mädels suchen<br />

eine Mitfahrgelegenheit auf der<br />

steilen Bergstraße Richtung Dolomitenhütte.<br />

Franz hat dieses komische<br />

breite Grinsen und ich greife mir auf<br />

den Kopf, da ich weiß, was jetzt folgt.<br />

Kurze Zeit später sitzt eines der Mädels<br />

aus Platzmangel auf meinem<br />

Schoß und Franz muss (wie immer)<br />

die Heizung unseres 45-PS-Vehikels<br />

voll aufdrehen – so werden aus 30<br />

schnell 40 Grad! Leider ist es die einzige<br />

Möglichkeit, den Motor nicht zu<br />

überhitzen. Also wurde schon die Anreise<br />

im doppelten Sinne heiß, dank<br />

natürlichem Zusatzgewicht ...<br />

Ehrlich gesagt: Langweilig, mittelmäßig<br />

oder überflüssig war keiner<br />

unserer Ausflüge in den vergangenen<br />

20 Jahren – eher jeder für sich einzigartig!<br />

Beim Zustieg zum Roten Turm<br />

pendelte sich schließlich mein Kreislauf<br />

wieder im grünen Bereich ein<br />

und nach zwei Stunden Zustieg und<br />

einbrechender Dunkelheit lagen wir<br />

dann fix und fertig in unseren Schlafsäcken.<br />

Im Halbschlaf bekam ich<br />

noch mit, wie uns einige Schafe besuchten,<br />

ja eigentlich eh alles wie jede<br />

Nacht, wir waren definitiv zu Hause!<br />

AUSSEN STILLE, INNEN UNRUHE<br />

Der geniale nächste Morgen beginnt<br />

wie immer, mit wenig Worten und<br />

viel Kaffee. Wir sitzen unter der 15<br />

Meter überhängenden Wand, an der<br />

ich in den letzten 15 Jahren alle<br />

schwierigen Routen erstbegangen<br />

habe. Es gibt wenig Orte, an denen es<br />

so still ist, dass man sein Herz schlagen<br />

hört – dies ist so einer! Aber nicht<br />

die Ruhe, eher die innere Unruhe ist<br />

Motor und Antrieb für Geschichten<br />

dieser Art. Eine der Traumlinien hier<br />

heroben trägt den Namen ,,Heimspiel“<br />

und hat Schwierigkeitsgrad<br />

XI–. Ja, das ist schon recht schwierig<br />

und wohl auch der Grund, warum diese<br />

Route in mehr als zehn Jahren<br />

schon oft versucht wurde, aber noch<br />

nie geklettert werden konnte.<br />

Der Kletterprofi<br />

HERBERT RANGGETINER, 48,<br />

aus Mühlbach im Pinzgau (S),<br />

ist Profi kletterer und einer der<br />

besten Extremkletterer Europas.<br />

Mehr als 600 Lines wurden von<br />

ihm als Erstem durchstiegen.<br />

In <strong>SPORTaktiv</strong> gibt Herbert regelmäßig<br />

einen Einblick in seine<br />

Welt. In seiner Serie „Kletterschule“<br />

(siehe S. 136/137) – und<br />

im <strong>Outdoorguide</strong> zusätzlich mit<br />

dem exklusiven Beitrag über die<br />

Begehung der „Heimspiel“-Route<br />

VIDEO ZUR STORY:<br />

https://goo.gl/Xz99s5<br />

In der Regel hat ja eine Route im<br />

Abstand von ca. zwei Metern Bohrhaken,<br />

die als Sicherung im Fall eines<br />

Sturzes dienen. In diesem Schwierigkeitsgrad<br />

stürzt man zigmal am Tag,<br />

da man eben am absoluten Limit klettert.<br />

Das heißt, im Normalfall ist ein<br />

Sturz ungefährlich, die Herausforderung<br />

besteht primär im Raufklettern.<br />

Hier hatte ich aber die Idee, die<br />

Route ,,clean“ zu klettern, also selber<br />

abzusichern! Heißt: alle Bohrhaken<br />

raus und versuchen, die Route mit mobilen<br />

Sicherungsgeräten abzusichern.<br />

Im Detail: Ein offensichtlich von zu<br />

hohem Koffeinkonsum geistig stark<br />

beeinträchtiger Kletterer versucht<br />

eine arschglatte, stark überhängende<br />

Wand hochzuklettern. Weil das noch<br />

zu langweilig ist, stopft er als Zwischensicherung<br />

Keile und Klemmgeräte<br />

in die spärlich bis gar nicht vorhandenen<br />

winzigen Löcher und Risse,<br />

ohne zu wissen, ob diese Dinger überhaupt<br />

bei einem Sturz halten werden.<br />

In dieser Route können auf 25 Metern<br />

exakt drei Klemmgeräte plaziert<br />

werden. Meist steht man acht bis zehn<br />

Meter über der letzten Sicherung und<br />

hat seine Finger auch noch genau in<br />

das Loch gestopft, wo auch das<br />

Klemmgerät rein sollte. Stürzt man an<br />

gewissen Stellen, hat man sehr viel<br />

Flugzeit, um nachzudenken. Und der<br />

Sicherungsmann sehr wenig Zeit, um<br />

zu reagieren.<br />

Eigentlich war es dieser selbst<br />

herbeigeführte mentale Supergau, der<br />

mich reizte. Diese physische und psychische<br />

Ausnahmesituation. Eine Geschichte<br />

mit Erfolgsgarantie, wenn es<br />

um Ansätze von braunen Streifen in<br />

der Unterhose geht. Jetzt weiß ich<br />

auch, was ,,Angsthase‘‘ mit ,,Hosenscheißer‘‘<br />

zu tun hat.<br />

EIN ABENTEUER, NUR FÜR UNS<br />

Wie oft bei meinen Unternehmungen<br />

erscheint das ,,Warum‘‘ im Nachhinein<br />

unlogisch. Bei der Aktion selbst<br />

war alles logisch und klar. Der Durchstieg<br />

war ein Prozess des Lernens, ein<br />

Abenteuer im Stillen, dessen Wertigkeit<br />

um einiges höher einzustufen ist<br />

als die Begehung der Route mit Bohrhaken.<br />

Zweitere wurde damals gefilmt<br />

und weltweit im TV gezeigt –<br />

von Ersterer habe ich nie etwas an die<br />

Medien weitergegeben.<br />

Als Franz und ich damals danach<br />

auf der Karlsbaderhütte unser Bier<br />

tranken, fühlte ich diese geniale, aber<br />

aus Erfahrung nicht lang anhaltende<br />

innere Ruhe. Ich beobachtete Wanderer,<br />

Berggeher, Touristen; jeder war<br />

jetzt und hier in seinem Element der<br />

King, das Maß aller Dinge, unabhängig<br />

von der Art seiner Leistung. Und in<br />

solchen Momenten wird mir stets klarer<br />

denn je, dass Anerkennung von außen<br />

nicht mein angestrebter Preis ist.<br />

Mein Wissen um Erbrachtes reicht<br />

mir, um zufrieden zu sein. Glücklich<br />

macht es mich, wenn ich einem 83-Jährigen<br />

gratulieren kann, der sich mit<br />

der Wanderung zu einer Hütte noch<br />

einmal einen Lebenstraum erfüllt hat.<br />

In Wirklichkeit sind wir und<br />

auch die Berge nur ein winzig kleiner<br />

Teil der Oberfläche unseres Planeten.<br />

Auf diesem kriechen wir herum wie<br />

Ameisen und versuchen, kleine Anhöhen<br />

zu erklettern oder zu besteigen<br />

und glauben, Großes zu bewegen. In<br />

der Begegnung mit den Bergen ist es<br />

aber nicht wichtig, der Beste zu sein,<br />

sondern sein Bestes zu geben! Schlussendlich<br />

ist es der Umgang mit den<br />

Mitmenschen und mit der Natur, der<br />

dich als Mensch ausmacht: Es sollte<br />

das Ziel eines jeden sein, hier Vorreiter<br />

und Vorbild zu sein.<br />

85


TIROL<br />

BÜHNENREIFE<br />

BERGKULISSE<br />

Das Pillerseetal bietet eine Vielfalt von überraschenden<br />

Bergerlebnissen und ist eine Region für echte Genießer.<br />

Eingebettet zwischen der Steinplatte,<br />

den Loferer Steinbergen<br />

und mitten in den Kitzbüheler<br />

Alpen macht das Tiroler Pillerseetal<br />

Lust auf einen Urlaub im Herzen der<br />

Alpenwelt. Die fünf Wanderdörfer<br />

Fieberbrunn, Hochfilzen, St. Jakob in<br />

Haus, St. Ulrich am Pillersee und Waidring<br />

sind bekannt für ihre Naturschauspiele<br />

und vielfältigen Bergerlebniswelten.<br />

Seit <strong>2017</strong> ist das<br />

Pillerseetal auch eine zertifizierte österreichische<br />

Wanderdorfregion und<br />

garantiert somit einen hohen Qualitätsstandard<br />

für Wanderer.<br />

WAS BEDEUTET „WAIWI“?<br />

50 Streckenkilometer, ca. 3.200 Höhenmeter,<br />

drei wunderschöne Tagesetappen:<br />

Das sind die Kennzahlen des neuen<br />

„WaiWi“, des Wanderwegs, der quer<br />

durchs Pillerseetal führt und mit dem<br />

österreichischen Wandergütesiegel<br />

ausgezeichnet ist. „WaiWi“ steht für<br />

„Von Waidring bis zum Wildseeloder“,<br />

und bindet alle Highlights der Region<br />

in eine Tour ein!<br />

Von Waidring geht’s nach St. Jakob<br />

in Haus zum Übernachten und<br />

dann weiter zum 30 Meter hohen Jakobskreuz<br />

auf der Buchsteinwand. Immer<br />

wieder fällt der Blick auf den Pillersee,<br />

der der Region ihren Namen<br />

gibt. Am Ende des zweiten Tages ist das<br />

Wildseeloderhaus auf 1.854 Metern erreicht.<br />

Quartier beziehen und vorm<br />

Abendessen vielleicht noch eine Runde<br />

am idyllischen Wildseeloderseerudern?<br />

Kein Problem! Die Berghütte in<br />

Traumlage hat sogar ihren eigenen<br />

Bootsverleih.<br />

Tag drei führt schließlich zurück<br />

nach Fieberbrunn – und macht Lust<br />

auf mehr. Genau wie die Schnuppertouren,<br />

die am „WaiWi“ immer mittwochs<br />

kostenlos für Gäste angeboten<br />

werden.<br />

MEHR INFOS: www.waiwi.at<br />

Angebots-Tipp:<br />

„MUSIK & KULINARIK AM WAIWI<br />

ERWANDERN“<br />

(buchbar vom 11. 6. bis 28. 9. <strong>2017</strong>)<br />

• 4 Übernachtungen im Hotel inkl.<br />

Halbpension (So.–Do.)<br />

• Geführte Wanderung auf der<br />

1. Etappe des WaiWi<br />

• Geführte Wanderung<br />

„Pillersee Forelle“<br />

• Besuch in GIDI’s Genusswerkstatt<br />

mit Schnaps-Schaubrennen<br />

• PillerseeTal-Card für 4 Tage<br />

(inkl. Bergbahnen, Bäder, etc.)<br />

• „Musik am Berg“ – traditionelle<br />

Volksmusik auf Berghütten<br />

• Kostenloser Wanderbus<br />

AB € 299,- P. P.<br />

Event-Tipp:<br />

STOABERGMARSCH –<br />

DAS 24-STUNDEN-WANDERERLEBNIS<br />

Der fünfte Stoabergmarsch am 24.<br />

und 25. Juni verspricht wieder ein intensives<br />

Wandererlebnis in den Steinbergen<br />

zwischen Tirol und Salzburg.<br />

4.600 Höhenmeter und 50 Kilometer<br />

fordern Kondition und Durchhaltevermögen!<br />

www.stoabergmarsch.at<br />

INFOS UND BUCHUNGEN:<br />

Tourismusverband PillerseeTal<br />

Dorfplatz 1, A-6391 Fieberbrunn<br />

Tel.: +43/53 54/56 3 04<br />

info@pillerseetal.at<br />

www.pillerseetal.at<br />

FOTOS: Tourismusverband Pillerseetal<br />

86<br />

<strong>SPORTaktiv</strong>-OUTDOORGUIDE <strong>2017</strong>


EQUIPMENT<br />

QUALITY AND SAFETY MADE IN TIROL<br />

nuovoline.at | Foto: Max Meissner<br />

NEW<br />

KRAXL-BOARD<br />

CLASSIC & ROCK<br />

KLETTERHELM<br />

NIMBUS<br />

FIRE 9,9 mm / 70 m<br />

DYNAMIK-SEIL<br />

www.stubai-sports.com


TIROL<br />

FÜNF TAGE ZUGSPITZ ARENA<br />

FÜR SPORTLER UND GENIESSER<br />

Zum ersten Mal bietet die Ferienregion auf der Tiroler Seite der Zugspitze ein sommerliches<br />

Aktivprogramm für Wanderer und Mountainbiker in Light- und Plus-Variante.<br />

Abwechslung steht beim Sporteln<br />

am Fuß der Zugspitze im<br />

Vordergrund. Fünf Tage lang<br />

lernen Teilnehmer des neuen, sommerlichen<br />

Sportpakets „Magnet Zugspitze“<br />

mit erfahrenen Guides die<br />

schönsten Ecken der Region Tiroler<br />

Zugspitz Arena kennen. Und verbessern<br />

dabei ganz nebenbei ihre Trittsicherheit<br />

beim Wandern oder üben das<br />

Befahren von Spitzkehren mit dem<br />

Mountainbike.<br />

Weil der Genuss nicht fehlen<br />

darf, führen die Guides die Sportler<br />

auch zu gemütlichen Almen, schönen<br />

Berghütten und den schönsten Aussichtspunkten<br />

der Region. Mitte der<br />

Woche steht den Teilnehmern ein<br />

freier Tag zur Verfügung, um zu regenerieren<br />

oder einen Programmpunkt<br />

auf eigene Faust zu erkunden.<br />

Sowohl das Wander- als auch das<br />

Mountainbike-Programm gibt es in<br />

den Varianten Light und Plus. Die<br />

Light-Version ist für alle, die es lieber<br />

etwas gemütlicher angehen und den<br />

Berggenuss in den Vordergrund stellen.<br />

Die Plus-Variante richtet sich an<br />

routinierte Sportler, die in erster Linie<br />

ihre Fähigkeiten in Workshops mit<br />

den Guides verbessern möchten.<br />

GEMEINSAM AUF DEN GIPFEL<br />

Alle Programme werden in zwei verschiedenen<br />

Ecken der Tiroler Zugspitz<br />

Arena angeboten: zum einen im „Tal<br />

der Energie“ – in Ehrwald, Lermoos<br />

und Biberwier. Zum anderen im „Tal<br />

der Erholung“ – dort befinden sich die<br />

Orte Berwang, Bichlbach, Heiterwang<br />

am See und Namlos. Je nach Tal ist das<br />

Sportprogramm an die Gegebenheiten<br />

vor Ort angepasst.<br />

Die gemeinsame Klammer und<br />

der Höhepunkt der Woche ist jedoch<br />

immer die Zugspitze – jener Berg, der<br />

über der Region thront. Am Ende der<br />

Woche sind dann sowohl Wanderer als<br />

auch Mountainbiker zu Fuß unterwegs.<br />

Die Plus-Gruppe erobert den<br />

Berg zu Fuß, die Light-Gäste nutzen die<br />

Tiroler Zugspitzbahn, erkunden das<br />

Zugspitzplatt – und genießen alle gemeinsam<br />

die Panorama-Aussicht auf<br />

Hunderte 3000er und in vier Länder.<br />

Package-Tipps:<br />

MAGNET ZUGSPITZE<br />

„AKTIV WANDERN“:<br />

Drei geführte Bergwanderungen plus<br />

Zugspitz-Tagestour um €365,– (Light)<br />

bzw. € 395,– (Plus-Version).<br />

„AKTIV BIKEN“:<br />

Drei geführte Touren, plus<br />

Zugspitz-Tagestour um<br />

€ 395,– (Light) bzw. €435,–<br />

(Plus-Version).<br />

INFOS UND BUCHUNGEN:<br />

Tiroler Zugspitz Arena<br />

A-6632 Ehrwald<br />

Te.: +43/56 73/20 000<br />

info@zugspitzarena.com<br />

www.zugspitzarena.com<br />

FOTOS: ©Tiroler Zugspitz Arena/U. Wiesmeier<br />

88<br />

<strong>SPORTaktiv</strong>-OUTDOORGUIDE <strong>2017</strong>


Hoch techischer Schaft mit wasserabweisenden und hoch resistenten<br />

Honey-Comb Guard Verstärkungen. Sohlenpaket bestehend aus<br />

La Sportiva Cube by Vibram mit jetzt noch leichteren Materialien.<br />

Die fortschrittlichste Entwicklung für den Alpinisten treffen auf<br />

das unverkennbare Design der Trango-Serie.<br />

Trango Tower GTX: Die Zukunft bereits jetzt.<br />

www.lasportiva.com<br />

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Val di Fiemme, Trentino<br />

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OUTDOORGUIDE<br />

DIE HÜTTE IST<br />

GOTTLIEB LORENZ ist Wirt auf der Jamtalhütte in Tirol. Er lebt von ihr und für sie. Im Sommer<br />

wie im Winter. Denn was vor 120 Jahren begonnen hat, führt der leidenschaftliche Hüttenwirt<br />

in vierter Generation fort – auch einem schweren Schicksalsschlag zum Trotz.<br />

Gottlieb Lorenz arbeitet von<br />

zu Hause aus. Sein Arbeitsplatz<br />

steckt hinter 40 Zentimeter<br />

dickem Stahlbeton<br />

und durch die kleinen Panzerglasfenster<br />

sieht er fast ein halbes Jahr vor<br />

allem eines: Schnee. Lorenz ist Wirt<br />

auf der Jamtalhütte auf der Tiroler Seite<br />

der „Blauen Silvretta“, im Talschluss<br />

des Jamtales. Auf knapp 2.200<br />

Metern Seehöhe und rund 16 Kilometer<br />

von der Zivilisation, sprich: dem<br />

Ort Galtür entfernt.<br />

Der 56-Jährige ist aber nicht einfach<br />

nur Hüttenwirt. „Der Gottlieb“,<br />

wie ihn hier alle nennen, ist die Jam-<br />

talhütte. Seit 120 Jahren gehört sie zur<br />

Familie Lorenz. In vierter Generation<br />

führt Gottlieb Lorenz sie nun. Sein Urgroßvater,<br />

der auch Gottlieb hieß, war<br />

der Erste, es folgte sein Großvater Albert,<br />

schließlich Gottliebs Vater Franz<br />

und seit 1995 eben Gottlieb, der Zweite.<br />

„Ich bin auf der Hütte aufgewachsen,<br />

der Papa und der Opa sind hier sogar<br />

noch auf die Welt gekommen. Sie<br />

in der Familiendynastie weiterzuführen,<br />

bedeutet mir sehr viel“, erzählt<br />

Gottlieb Lorenz.<br />

AUS DER BANK AUF DIE HÜTTE<br />

Der Weg zu ihm herauf ist nicht<br />

leicht. Fünfeinhalb Stunden Fußmarsch<br />

sind es im Sommer von Galtür<br />

aus, wenn man es sportlich nimmt.<br />

Etwas mehr als die Hälfte des Weges<br />

könnte man auch mit dem Auto fahren,<br />

bis ein Schranken endgültig zum<br />

Umstieg auf Schusters Rappen<br />

zwingt. Im Winter holt Lorenz Gäste<br />

mit einem umgebauten Pistenbully in<br />

Galtür ab. Anders ist die Hütte bei<br />

Schnee nicht zu erreichen.<br />

„Als ich ein Kind war, gab es sowas<br />

noch nicht: Der Papa hatte noch<br />

sieben, acht Träger pro Winter, die Lebensmittel,<br />

Material und Rucksäcke<br />

der Gäste getragen haben.“ Wie war<br />

FOTOS: Gottlieb Lorenz, TVB Paznaun-Ischgl<br />

Klaus Molidor<br />

90<br />

<strong>SPORTaktiv</strong>-OUTDOORGUIDE <strong>2017</strong>


Sonne scheint auf die Berge, denk ich<br />

mir oft: Herrgott, was hast du uns wieder<br />

für einen Traumtag beschert ...“<br />

Gottlieb Lorenz, 56, aus Galtür (T) ist seit<br />

1995 in vierter Generation Wirt auf der<br />

Jamtalhütte in den Bergen über Galtür.<br />

VOM SCHICKSAL GEPRÜFT<br />

Doch Naturidylle trügt bekanntlich<br />

auch – und das Schicksal hat Gottlieb<br />

Lorenz vor die wohl schwerste Prüfung<br />

gestellt, die man sich nur vorstellen<br />

kann: Als die katastrophale Lawine<br />

1999 in den Ort Galtür gedonnert<br />

ist, die 38 Todesopfer forderte, hat er<br />

seine schwangere Frau und seine Mutter<br />

verloren.<br />

„So große Lawinen sind Naturereignisse,<br />

das ist einfach so“, sagt Lorenz<br />

heute – 18 Jahre später. Er hadert<br />

nicht, sucht keinen Schuldigen, sondern<br />

lebt mit der Natur. „Du darfst nie<br />

die Demut verlieren und etwas zur<br />

Routine werden lassen“, ist sein Credo.<br />

Einen Tag vor dem großen Unglück<br />

war auch im Jamtal schon eine<br />

Lawine abgegangen und hatte die<br />

Hütte schwer getroffen. Seitdem verstärken<br />

sie eben Stahlbeton und Panzerglas.<br />

„Jetzt ist sie gebaut wie ein<br />

Bunker.“<br />

SEINE HEIMAT<br />

der Schulweg? Im Sommer hat der Vater<br />

sie mit dem Auto zur Schule ins Tal<br />

gebracht und wieder abgeholt. Und im<br />

Winter – zu Fuß durch den Schnee?<br />

„Nein, nein“, klärt Lorenz auf. „Da sind<br />

wir im Tal geblieben, meine Schwester,<br />

meine zwei Brüder und ich.“<br />

Sein Weg zum Hüttenwirt war<br />

nicht vorgezeichnet. „Eigentlich hätte<br />

das der Manfred, mein älterer Bruder,<br />

der Bergführer ist, machen sollen“, sagt<br />

Gottlieb Lorenz. Nach dem Gymnasium<br />

in Bregenz hat er 13 Jahre in einer<br />

Bank in Landeck gearbeitet. „Als der<br />

Vater aber in Pension gegangen ist, war<br />

klar, dass ich das machen werde.“ Seit<br />

1995 ist er nun Chef der Jamtalhütte.<br />

LIEBE ZU DEN BERGEN<br />

Die Arbeit ist herausfordernd. 180<br />

Schlafplätze hat die „Jam“ in Zweiund<br />

Mehrbettzimmern und in einem<br />

Matratzenlager, dazu kommen 225<br />

Sitzplätze in den Gaststuben. Eine<br />

Kletteranlage im Keller will betreut<br />

werden und im Winter noch ein Tourenski-Verleih.<br />

„Da musst du effizient<br />

arbeiten“, sagt Lorenz<br />

auf dem Weg durch die<br />

Küche hinaus auf die<br />

Terrasse. Nur jetzt am<br />

späten Vormittag hat er<br />

ein bisschen Zeit, die<br />

Aussicht zu genießen.<br />

Der Blick schweift über<br />

die 3000er-Gipfel.<br />

Das raue Klima mit<br />

fünf Monaten Eis und<br />

Schnee pro Jahr hat aus dem Wirt aber<br />

keinen knorrigen Kauz geformt. Er<br />

spricht mit sanfter Stimme und freut<br />

sich, dass er seine Liebe zu den Bergen<br />

an seine Gäste weitergeben darf.<br />

„Wenn ich in der Früh aufsteh und die<br />

91<br />

„Als Hüttenwirt<br />

musst du die<br />

Berge und die<br />

Arbeit schon sehr<br />

gern haben.“<br />

GOTTLIEB LORENZ<br />

ANSTRENGENDER SOMMER<br />

Der kurze Moment an der Sonne ist<br />

vorbei, weiter geht es wieder in die Küche,<br />

mit der Köchin den Einkaufsplan<br />

besprechen, Zimmerpläne erstellen,<br />

einkaufen, schauen, dass der Laden<br />

läuft. Um 6 Uhr früh beginnt der Arbeitstag,<br />

Schluss ist erst gegen 23, 24<br />

Uhr. Sieben Tage die Woche. „Da<br />

musst du die Berge und die Arbeit<br />

schon sehr gern haben“, lacht er.<br />

Die nächsten Gäste kommen und<br />

setzen sich auf der Terrasse in die Sonne.<br />

„Im Sommer kannst<br />

bei uns zu Mittag auch<br />

à la carte essen“, erzählt<br />

Lorenz. Im Winter dagegen,<br />

in der Skitourensaison<br />

gibt es einfach<br />

kräftige Suppen zur<br />

Selbstbedienung. „Daher<br />

ist der Sommer von<br />

der Arbeit her viel anstrengender<br />

für uns.“<br />

Die Gäste wollen aber nicht nur<br />

essen, sondern auch Fragen zu<br />

Bergtouren beantwortet bekommen.<br />

„Das ist ganz wichtig, dass du da eine<br />

fundierte Auskunft geben kannst. Im<br />

Sommer wie Winter“, sagt Lorenz. Er


PERSONALITY<br />

Im Winter gibt es<br />

mittags Suppen.<br />

„Im Sommer wollen<br />

die Wanderer<br />

schon à la carte<br />

essen“, sagt Hüttenwirt<br />

Gottlieb<br />

Lorenz.<br />

kennt hier heroben jeden Stein, jeden<br />

Hang. Weiß, was der Wind ausrichtet,<br />

wenn er von Westen kommt oder von<br />

Osten. „Als Kinder waren wir ständig<br />

im Freien, auch als ich in der Bank<br />

war, bin ich am Wochenende fast immer<br />

herauf. Da bekommst ein Gefühl<br />

für die Umgebung.“<br />

Im Winter muss er den Gästen<br />

dann auch oft von einer geplanten<br />

Tour abraten. „Manche wollen das<br />

nicht verstehen, dann musst ein bissl<br />

eindringlicher werden“, erzählt er. Im<br />

Winter und im Frühjahr gehen hier<br />

immer wieder Lawinen ab. „Bei dem<br />

Thema sind wir hier sowieso gebrannte<br />

Kinder ...“<br />

WANDERN, KLETTERN, BIKEN<br />

Wieder kommen Gäste, die über<br />

Nacht bleiben und in der Früh von der<br />

Jamtalhütte zu einer Hochtour aufbrechen<br />

wollen. Jeder Gruppe, jedem<br />

Gast weist er bei der Ankunft einen fixen<br />

Platz zu. So behält er den Überblick<br />

und merkt gleich, ob einer fehlt.<br />

Die Tische sind gut besetzt, das Essen<br />

gibt Kraft.<br />

Auch wenn hier heroben nicht<br />

bloß auf den Gletschern, sondern auch<br />

um die Hütte herum sehr lange<br />

Schnee liegt, „macht der Sommer<br />

schon 40 Prozent unseres Geschäfts<br />

aus“, berichtet Lorenz. Neben den<br />

Bergsteigern kommen viele Wanderer,<br />

die bis zum Schranken fahren und<br />

einen Tagesausflug auf die Hütte machen.<br />

Dazu kommen die Kletterer und<br />

solche, die es werden wollen. Einen<br />

Klettersteig hat Gottlieb Lorenz selbst<br />

in den Fels gebohrt, gehämmert und<br />

geschraubt. Immer zahlreicher werden<br />

auch die Mountainbiker – und vor<br />

allem: „Ältere Herrschaften mit dem<br />

E-Mountainbike. Das hat in den vergangenen<br />

Jahren wirklich markant<br />

zugenommen.“ Daher gibt es auf der<br />

Hütte auch eine Ladestation für die<br />

Akkus der Räder.<br />

URLAUB ABSEITS DER BERGE<br />

Und wenn er selbst einmal ausspannen<br />

will? In den eineinhalb Monaten<br />

zwischen Winter und Sommerbetrieb<br />

fährt er gern in die steirische Thermenregion.<br />

Einmal eine andere Landschaft<br />

sehen, andere Dialekte hören,<br />

abends in Ruhe ein Glaserl Wein trinken.<br />

Zeit für die Familie haben. „Das<br />

mag ich schon auch.“ Ab Mitte Juni<br />

stehen dann sowieso wieder seine<br />

Gäste im Mittelpunkt. Viele Prominente<br />

sind darunter. Peter Habeler ist<br />

oft hier, Reinhold Messner war da,<br />

Spitzenköche wie Tim Mälzer oder<br />

Eckart Witzigmann. Albert Einstein<br />

und Ernest Hemingway haben einst<br />

auf der Jamtalhütte übernachtet.<br />

So wie der Sherpa Phurba Tenjing<br />

aus Nepal, der einst mit einem Bergführer<br />

eine Alpenüberquerung gemacht<br />

hat. Er ist zum Freund geworden<br />

und Lorenz unterstützt ein<br />

Schulprojekt von Phurba. „Die Nepalesen<br />

sind extrem liebe Menschen, die<br />

so dankbar und mit so wenig zufrieden<br />

sind. Da sieht man erst, wie gut es<br />

uns hier geht“, sagt Gottlieb Lorenz.<br />

DIE „FÜNFTE GENERATION“<br />

Dankbarkeit und Demut – zwei wichtige<br />

Stichwörter seines Lebens. Und<br />

auch das Stichwort „Familie“ ist schon<br />

gefallen: Er hat wieder geheiratet und<br />

eine mittlerweile 16-jährige Tochter.<br />

„Sie arbeitet gern im Gastgewerbe und<br />

redet auch gern mit den Leuten. Vielleicht<br />

übernimmt sie einmal die Hütte.“<br />

Und wenn nicht? „Auch kein Drama.<br />

Dann endet die Dynastie eben.“<br />

Kurz denkt er nach. „Aber wenn ich es<br />

mir aussuchen könnte, würde es mich<br />

natürlich freuen.“<br />

FOTOS: Gottlieb Lorenz<br />

92<br />

<strong>SPORTaktiv</strong>-OUTDOORGUIDE <strong>2017</strong>


WANDERSCHUHE UND HIGH HEELS<br />

Egal, ob Bergpanorama, Single-Trail oder City-Flair: Innsbruck lockt im Sommer<br />

mit einem Rundum-Angebot von entspannt bis sportlich, von Natur bis Kultur.<br />

FOTOS: @innsbrucktourismus/NN<br />

Kuhglocken treffen auf barocke<br />

Klänge, Wanderschuhe auf High<br />

Heels. Um für Stadt und Berg gerüstet<br />

zu sein, könnte das Gepäck für<br />

einen Urlaub in Innsbruck und seinen<br />

Feriendörfern etwas umfangreicher<br />

ausfallen. Abgesehen davon ist die<br />

Entdeckung der Gegensätze ein lustvolles<br />

und faszinierendes Erlebnis.<br />

Eben noch im Straßencafé mit Blick<br />

auf die mittelalterlichen Prachtbauten<br />

der Innsbrucker Altstadt, und keine<br />

halbe Stunde später sitzt man auf<br />

der Terrasse eines Bergrestaurants auf<br />

2.000 Höhenmetern.<br />

HOCHALPIN IN 20 MINUTEN<br />

Seit dem Neubau der Innsbrucker<br />

Nordkettenbahnen liegt die Talstation<br />

mitten im Herzen der Stadt. Die von<br />

der Stararchitektin Zaha Hadid konzipierten<br />

insgesamt vier Stationen mit<br />

Schrägseilbrücke über den Inn sind architektonische<br />

Höhepunkte, markante<br />

Landmarks, die den Formenfluss der<br />

Natur aufgreifen. In nur 20 Minuten<br />

pendelt man mit der Bahn ins Hochalpine<br />

und genießt einen atemberaubenden<br />

Ausblick. Die Seegrube und das<br />

Die „Innsbruck Card“<br />

Mit der Innsbruck Card erlebst du<br />

Innsbruck und seine Feriendörfer „all<br />

inclusive“. Die Card gibt es für 24 Stunden<br />

(€ 39,–), 48 Stunden (€ 48,–) und<br />

72 Stunden (€ 55,–), sie öffnet die Türen<br />

für alle Sehenswürdigkeiten der Region<br />

und gilt für eine Berg- und Talfahrt<br />

mit den Bergbahnen. Kinder zwischen 6<br />

und 15 Jahren erhalten die Card um 50<br />

Prozent ermäßigt.<br />

ALLE INFOS: www.innsbruck.info<br />

Hafelekar sind Ausgangspunkte für<br />

schöne Wanderungen, ebenso wie für<br />

spannende Kletterabenteuer.<br />

Zum „Après-Berg“ trifft man sich<br />

in der modern gestalteten Maria-Theresien-Straße<br />

zum Schaufensterbummel,<br />

nimmt einen Aperitif in einer der<br />

gemütlichen Bars, bevor man sich wieder<br />

in höhere Gefilde begibt. Etwa in<br />

den Gourmethimmel – den zahlreichen<br />

Haubenköchen sei Dank. Dort<br />

trifft beispielsweise das zarte Tiroler<br />

Berg lamm auf internationale Inspiration.<br />

Auch für akustische Genüsse ist<br />

gesorgt: Ḿit den Innsbrucker Festwochen<br />

der Alten Musik, dem Tanzsommer<br />

Innsbruck oder dem New Orleans<br />

Festival für Jazz und Swing.<br />

STADT TRIFFT BIKE<br />

Innsbruck steht aber auch im Sommer<br />

natürlich für Sport: Durch spektakuläre<br />

Trails, die Biker direkt von den beeindruckenden<br />

Bergen in die Stadt<br />

bringen; durch den neuen Bikepark<br />

Innsbruck mit Angeboten für alle Kenner-<br />

und Könnerstufen. Oder durch<br />

„Crankworx“, das größte Mountainbike-Gravity-Festival<br />

der Welt, bei dem<br />

sich die lokale Szene mit internationalen<br />

Stars trifft.<br />

Die Bike-City Innsbruck wird ihrem<br />

Namen dadurch mehr als gerecht<br />

und begeistert Mountainbiker mit<br />

sportlichen Herausforderungen genauso<br />

wie mit dem urbanen Angebot.<br />

www.bikecity-innsbruck.com<br />

93


OUTDOORGUIDE<br />

BIST<br />

DU AUCH<br />

FIT<br />

GENUG?<br />

TEXT: Christoph Lamprecht<br />

94<br />

<strong>SPORTaktiv</strong>-OUTDOORGUIDE <strong>2017</strong>


GERADE FÜR GELEGENHEITSSPORTLER werden Berg touren nicht<br />

selten zum Aha-Erlebnis. Weil eben auch eine vermeintlich einfache<br />

Wandertour Anforderungen an die Fitness stellt. Welche das sind<br />

und wie man sich vorbereiten kann, hat uns Sportmediziner und<br />

Runtastic-Experte Dr. Wolfgang Gleirscher verraten.<br />

FOTO: istock<br />

Draußen sein, sich in der Natur<br />

bewegen, am besten hoch<br />

droben. Einfach über den<br />

Dingen des Alltags stehen.<br />

Immer mehr Menschen verspüren die<br />

Motivation, in die Berge zu ziehen –<br />

und sei es auch nur für ein paar Stunden<br />

am Wochenende. Oder einmalig<br />

im Jahr im Sommerurlaub.<br />

Outdoor ist in, die Berge sind zum<br />

Sehnsuchtsort einer ganzen Gesellschaft<br />

geworden. Das Image von Bergaktivitäten<br />

hat sich in den vergangenen<br />

Jahren stark gewandelt – mit<br />

vielen positiven Effekten, aber auch<br />

einer negativen Begleiterscheinung:<br />

Das Mehr an Freizeitsportlern schlägt<br />

sich in der alpinen Unfallstatistik nieder.<br />

Und immer wieder zeigt sich:<br />

Herz-Kreislauf-Probleme liegen bei<br />

den Unfallursachen gemeinsam mit<br />

„Stolpern und Ausrutschen“ an der<br />

Spitze. Beides Ursachen, die nicht selten<br />

mit einem mangelhaften Fitnesszustand<br />

zu tun haben.<br />

„Gerade weniger fitte Personen<br />

stoßen bei einer ausgedehnten<br />

Bergtour tatsächlich oft unerwartet<br />

an ihre körperlichen Grenzen“, weiß<br />

auch der Sport- und Flugrettungsarzt<br />

Dr. Wolfgang Gleirscher vom Runtastic-Team.<br />

Und er appelliert nachdrücklich:<br />

„Ist der Körper ausgelaugt,<br />

summieren sich die Gefahren schneller,<br />

als man glaubt. Daher gehört<br />

schon eine gewisse Grundfitness<br />

dazu, wenn man nicht nur hinauf,<br />

sondern auch wieder heil vom Berg<br />

herunterkommen will.“<br />

EIN EINFACHER SELBSTTEST<br />

Um auf Nummer sicher zu gehen, empfiehlt<br />

Dr. Gleirscher folgenden Selbsttest:<br />

„Will man eine Bergtour mit einer<br />

bestimmten Länge bestreiten, sollte<br />

man in der Lage sein, die doppelte Streckenlänge<br />

in der Ebene zu gehen oder<br />

im Grundlagentempo zu laufen. Ist das<br />

möglich, steht auch einer Höhenwanderung<br />

nichts im Weg.“ Ein Indikator<br />

ist auch der Ruhepuls. Gleirscher:<br />

„Dieser liegt normalerweise zwischen<br />

60 und 80 Schlägen pro Minute. Faustregel:<br />

Je niedriger er ist, desto fitter ist<br />

man.“<br />

Besteht in Sachen Fitness Handlungsbedarf,<br />

plädiert der Sportarzt<br />

unbedingt für ein gezieltes Grundlagentraining<br />

vor der ersten Tour:<br />

„Weil es sich bei Bergtouren um eine<br />

kontinuierliche, längere Belastung<br />

handelt, führt kein Weg an der entsprechenden<br />

Grundlagenausdauer<br />

vorbei. Dafür sollte man über mehrere<br />

Wochen hinweg drei- bis viermal für<br />

mindestens 30 Minuten laufen. Und<br />

im Idealfall gleich ein paar Höhenmeter<br />

einstreuen.“<br />

Der Experte<br />

DR. WOLFGANG GLEIR-<br />

SCHER ist Allgemeinmediziner<br />

und Flug rettungsarzt<br />

mit Ordination in Stockerau<br />

(NÖ) und den Schwerpunkten<br />

Neuraltherapie sowie<br />

Sport- und Arbeitsmedizin.<br />

WEITERFÜHRENDE INFOS ZUM<br />

BODYWEIGHT TRAINING:<br />

https://goo.gl/Xz99s5<br />

„Wer eine Bergtour in<br />

einer gewissen Länge<br />

bestreiten will, sollte<br />

die doppelte Strecke in<br />

der Ebene locker<br />

laufen können.“<br />

SPORT- UND FLUGRETTUNGSARZT<br />

DR. WOLFGANG GLEIRSCHER<br />

KRAFT GIBT SICHERHEIT<br />

Neben der Ausdauer verlangen gerade<br />

längere Bergunternehmungen nach einer<br />

gezielt ausgebildeten (Stütz-)Muskulatur.<br />

Gleirscher: „Eine gute Oberschenkelmuskulatur<br />

sowie Stabilität<br />

im Core-Bereich ist für eine Bergtour<br />

durch nichts zu ersetzen.“ Als sehr<br />

gute Übung für die Beine empfiehlt der<br />

Runtastic-Experte den sogenannten<br />

Wandsitz (siehe Fotos), bei dem beide<br />

Beine einen rechten Winkel bilden.<br />

Der gesamte Rücken drückt dabei an<br />

die Wand, während der Oberkörper<br />

aufrecht ist und angespannt wird. Diese<br />

Position wird, je nach Trainingslevel,<br />

für mindestens 30 Sekunden gehalten.<br />

Auch für den Alltag hat die<br />

Übung einen positiven Effekt, denn<br />

ein starker Rücken unterstützt die<br />

Wirbelsäule und beugt damit Überlastungen<br />

vor.<br />

Weiters rät der Mediziner zum<br />

Klassiker Liegestütze oder den sogenannten<br />

Low Planks. „Letztere sind<br />

besonders funktional, stärken sie<br />

doch den gesamten Körper. Die Ellbogen<br />

werden direkt unter den Schultern<br />

platziert, die Hüfte bleibt in einer Linie<br />

mit den Schultern. Die Körpermitte,<br />

das Gesäß und die Beine werden angespannt.<br />

Auch diese Übung hält man, je<br />

nach Trainingslevel, mindestens für 30<br />

95


FITNESS<br />

Wolfgang Gleirscher rät Bergsportlern zu Eigengewichtsübungen wie<br />

dem Low Plank (oben), Liegestütz (li.) oder dem Wandsitz (re.).<br />

Sekunden.“ Diese und viele weitere Bodyweight-Übungen<br />

sind übrigens in<br />

der Handyapp „Runtastic Results“ inklusive<br />

Video-Anleitung zu finden.<br />

TRITTSICHERHEIT HOLEN<br />

Auch die passende Ausrüstung ist<br />

letztlich ein „Fitness thema“: Die richtigen<br />

Wanderschuhe können etwa das<br />

Ermüden der Fuß- und Beinmuskulatur<br />

maßgeblich hinauszögern. „Anspruchsvolle<br />

Bergtouren verlangen<br />

Trittsicherheit, und um diese zu gewährleisten,<br />

ist die richtige Schuhwahl<br />

von enormer Bedeutung“, weiß<br />

Gleirscher. „Auch die Koordination<br />

sollte nicht außer Acht gelassen wer-<br />

den. Bevor man also einen größeren<br />

Anstieg im alpinen Gelände in Angriff<br />

nimmt, gilt es, sich in einfacherem Gelände<br />

an die Belastung heranzutasten.“<br />

Unerfahrene unterschätzten<br />

auch oft den Aspekt des verminderten<br />

Sauerstoffgehalts in der Höhe. „In den<br />

ersten drei Tagen am Berg fehlt die Höhenakklimatisation.<br />

Dadurch kommt<br />

es zu einem deutlichen Leistungsabfall,<br />

was besonders auf über 2.000 m<br />

Seehöhe in Form von Kurzatmigkeit,<br />

mit einem höheren Puls oder Kopfschmerzen<br />

spürbar wird“, gibt Gleirscher<br />

zu bedenken.<br />

RICHTIG ESSEN UND TRINKEN<br />

In jedem Bergsport ist es wichtig, mit<br />

einer gewissen Reserve unterwegs zu<br />

sein, um auch für Unvorhergesehenes<br />

gerüstet zu sein. Eine gute und genaue<br />

Tourenplanung hilft dabei und sollte<br />

für jede Unternehmung selbstverständlich<br />

sein. Was aber tun, wenn einem<br />

trotz sorgsamer Vorbereitung<br />

eine schlechte Tagesverfassung einen<br />

Strich durch die Rechnung macht?<br />

Gleirscher: „Sollte einem am Berg<br />

wirklich einmal die sprichwörtliche<br />

Puste ausgehen, ist es am wichtigsten,<br />

ruhig zu bleiben und die Nerven zu bewahren.<br />

Zunächst sollte man rasten,<br />

zusätzliche Flüssigkeit und Nahrung<br />

aufnehmen. Schnelle Energie liefern<br />

insbesondere jene Kohlenhydrate, die<br />

z. B. in Bananen oder Sportgetränken<br />

enthalten sind. Aber auch Wärme ist<br />

essentiell, um schnell wieder zu Kräf-<br />

FOTOS: runtastic<br />

96<br />

RUNDUM-SORGLOS-PAKET FÜR JEDES WETTER.<br />

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ten zu kommen. Prinzipiell gilt es aber,<br />

eine Tour stets so zu planen, dass man<br />

gar nicht in so eine Situation kommt.“<br />

Was man vor bzw. während einer<br />

Tour essen sollte, um gut versorgt zu<br />

sein, hängt zwar einerseits von den<br />

persönlichen Gewohnheiten und andererseits<br />

von externen Faktoren wie<br />

den Wetterbedingungen und der Außentemperatur<br />

ab. Doch ein paar<br />

Richtwerte gibt es auch hierzu:<br />

„Grundsätzlich gilt, dass man rund<br />

zwei Liter Flüssigkeit in vier Stunden<br />

trinken soll – aufgeteilt auf kleine Portionen“,<br />

erklärt Gleirscher.<br />

Und zum Essen: „Die Grundlage<br />

für die Energieversorgung sollte das<br />

Frühstück sein. Dafür eignet sich insbesondere<br />

kohlenhydratreiche Kost –<br />

etwa ein Vollkornmüsli mit Joghurt<br />

und Früchten, Haferbrei mit Banane<br />

oder ein Vollkornbrot mit Erdnussmus.<br />

Um einen Leistungsabfall vorzubeugen,<br />

sollte man alle 30 bis 45 anstrengende<br />

Minuten am Berg<br />

wiederum eine kleine Portion Kohlenhydrate,<br />

z. B. in Form eines Müsliriegels,<br />

zu sich nehmen.“<br />

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Bei Sport oder anderer körperlicher Anstrengung werden<br />

Muskeln und Nerven beansprucht. Besonders<br />

wichtig: Magnesium und Kalium für die volle Leistungsfähigkeit<br />

der Muskulatur. Magnesium Sport ® von<br />

Dr. Böhm ® unterstützt den Elektrolythaushalt und reduziert<br />

Müdigkeit sowie Erschöpfung. Je nach Bedarf als<br />

erfrischende Brause, Tabletten zum Depotaufbau oder<br />

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In allen Bergsportarten gilt, mit einer körperlichen<br />

Reserve unterwegs zu sein. Auch, weil man den Berg<br />

und die Natur dann mit anderen Augen wahrnimmt ...<br />

97<br />

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TIROL<br />

WO WEITWANDERN<br />

TRADITION HAT<br />

Die Natur spüren, die Langsamkeit entdecken, dem Alltag entfliehen:<br />

Egal, was der Wanderer sucht – auf Osttirols weiten Wegen wird er es finden.<br />

Wandern ist für Osttirol-Besucher<br />

fast Pflicht. Und weil für<br />

die vielen Highlights inmitten<br />

der 266 Dreitausender ein (Wander-)Tag<br />

allein nicht reicht, gibt es in<br />

Osttirol eine Fülle von Weitwanderwegen.<br />

Vom legendären Adlerweg<br />

über den Karnischen Höhenweg bis<br />

zum Herz-Ass-Weg ist für jeden etwas<br />

dabei. Ganz neu ist ab diesem Juli der<br />

grenz überschreitende „2TälerTrail“,<br />

der vom Defereggental in Osttirol bis<br />

ins Antholzertal in Südtirol führt. In<br />

sieben Tagesetappen erleben Wanderer<br />

den „Balkon der Alpen“ – sprich:<br />

eine Strecke, die stets in der Mitte zwischen<br />

Talboden und Gipfelhöhen dahinführt.<br />

Auf dem Adlerweg braucht man<br />

dagegen eine gute Kondition und Trittsicherheit:<br />

Die neun Etappen von Ströden<br />

am Fuße des Großvenedigers bis<br />

zur Stüdlhütte am Großglockner führen<br />

über fast 100 Kilometer. Wird diese<br />

schönste Verbindung zwischen den<br />

beiden heimischen Giganten im Ganzen<br />

gegangen, sind 8.000 Höhenmeter<br />

bergauf und bergab zu bewältigen.<br />

Die Villgrater Berge wiederum<br />

umschließen mit ihren imposanten<br />

Gipfeln die beiden Bergsteigerdörfer<br />

Außer- und Innervillgraten in einer<br />

großen Herzform, was freilich nur aus<br />

der Vogelperspektive erkennbar ist. Im<br />

Jahr 1988 wurde die Umrundung der<br />

Villgrater Berge erstmals im Rahmen<br />

einer spannenden und herausfordernden<br />

Expedition erfolgreich gemeistert,<br />

das „Herz-Ass Villgraten“ war geboren.<br />

Die Weitwanderrunde ist auf fünf mittelschwere<br />

Tagesetappen ausgelegt.<br />

Entlang des Weges warten gemütliche<br />

Hütten und Almen, wo man sich mit<br />

Hausmannskost stärken kann.<br />

WEIT, WEITER, OSTTIROL<br />

Spätestens seit dem Jakobsweg-Hype<br />

entdecken immer mehr Naturliebhaber<br />

die Faszination des Weitwanderns<br />

– und dafür passt Osttirol einfach ideal.<br />

Überlaufene Wege sucht man hier<br />

außerdem vergebens. Die Region ist<br />

mit ihrem verzweigten Wanderwegenetz,<br />

den Seitentälern und alpinen<br />

Ur-Landschaften schon lange eine der<br />

ersten Adressen für Weitwander-Fans.<br />

Romantik, Schönheit, Kultur und berühmte<br />

Berge – wer all das schätzt, ist<br />

auf Osttirols weiten Wegen richtig.<br />

Weitere Informationen unter:<br />

wandern.osttirol.com<br />

Angebots-Tipp<br />

„Erlebnisvielfalt am<br />

Osttiroler Bauernhof“<br />

13. 5.–16.9.<strong>2017</strong><br />

Genieße die herrliche und ursprüngliche<br />

Landschaft beim Wandern, Klettern,<br />

Radfahren.<br />

INKLUSIVLEISTUNGEN:<br />

• 7 Übernachtungen im qualitätsgeprüften<br />

„Urlaub am Bauernhof“-Betrieb<br />

• 1 erfrischender und hausgemachter<br />

Fruchtsaft zur Begrüßung<br />

• 1 Hofführung mit Kennenlernen des<br />

Bauernhof-Alltags. Je nach Bewirtschaftung<br />

erfahren Sie dabei unterschiedliche<br />

und spannende Geschichten<br />

• 1 gemeinsame Almwanderung<br />

• 1 kleines Kräuter-Souvenir aus dem<br />

Bauerngarten als Geschenk<br />

PREIS: ab € 200,– pro Person in der Ferienwohnung,<br />

ab € 220,– im Doppelzimmer<br />

mit Frühstück<br />

INFOS UND BUCHUNGEN:<br />

www.osttirol.com<br />

FOTOS: TVB Osttirol<br />

98<br />

<strong>SPORTaktiv</strong>-OUTDOORGUIDE <strong>2017</strong>


AM FUSSE DES GLOCKNERS<br />

STEHT DIE NATUR IM MITTELPUNKT<br />

Wandern, Wellness, Gipfelglück: Das Vier-Sterne-Hotel Taurerwirt in<br />

Kals am Großglockner bietet dir einen Natur-Urlaub mit allen Facetten.<br />

FOTOS: Vital- und Wanderhotel Taurerwirt<br />

Geborgenheit und Ruhe zum<br />

Wohlfühlen und Aktivsein;<br />

in einer Lage zum Verlieben:<br />

Das alles zeichnet den Taurerwirt in<br />

Kals am Großglockner, direkt im Nationalpark<br />

Hohe Tauern gelegen, aus.<br />

Die Gipfelwelt ringsum macht das Hotel<br />

zu einem Kraftplatz mitten in den<br />

Bergen.<br />

Egal, ob beim Entspannen und<br />

Erholen, beim Wandern und Bergsteigen<br />

oder beim Essen und Trinken – die<br />

Natur steht hier immer und eindeutig<br />

im Mittelpunkt. Vom Frühstück bis<br />

zum Abendessen verwöhnen die<br />

Hausherren ihre Gäste mit Produkten<br />

aus Osttirol: Wild aus dem Kalser<br />

Jagdrevier, Milch- und Fleischprodukte<br />

von Osttiroler Bauern sowie Saibling<br />

und Forelle aus dem eigenen Fischwasser.<br />

Dazu kommen die frische<br />

Almbutter und der Graukäse aus dem<br />

Kalser Lesachtal oder das Berg lamm<br />

aus dem Villgratental.<br />

Gut gestärkt, kann man Wanderungen<br />

jeder Schwierigkeit in Angriff<br />

nehmen. Der Taurerwirt ist passenderweise<br />

ein Gründerbetrieb der<br />

Europa Wanderhotels, wodurch Gäste<br />

eine Vielzahl an Serviceleistungen<br />

rund ums Wandern in Osttirol genießen.<br />

Beispielsweise können sie an speziellen<br />

Touren, die zumindest vier Mal<br />

pro Woche stattfinden, teilnehmen<br />

– an einer Sonnenaufgangswanderung<br />

oder einer Nature-Watch-Wanderung.<br />

Das Highlight ist eine Tour auf<br />

Österreichs größten Berg, den Großglockner.<br />

Gemeinsam mit den Kalser<br />

Bergführern geht es hinauf auf die<br />

„Adlersruhe“ und nach einer Nacht in<br />

der höchstgelegenen Hütte des Landes<br />

auf den Gipfel in 3.798 Metern Seehöhe.<br />

Dort liegt Bergsteigern das „Land<br />

der Berge“ zu Füßen.<br />

GLETSCHERSCHLIFF FÜR DIE HAUT<br />

Nach der Rückkehr ist eine Bergsteigermassage<br />

im „Glockner Spa“ des<br />

Taurerwirts genau das Richtige für<br />

die müden Muskeln und Knochen.<br />

Pure Entspannung bieten auch der<br />

Whirlpool im Freien, eine Panoramasauna<br />

mit Gletscherblick, ein So-<br />

le-Dampfbad, eine Infrarot- sowie<br />

eine finnischen Sauna. Ein Spa-Highlight<br />

ist das „Original Taurerwirt<br />

Gletscherschliffpeeling“ – ein zu 100<br />

Prozent reines Naturprodukt aus den<br />

Bergen. Wie übrigens sogar der Strom,<br />

der zur Gänze vom hauseigenen Wasserkraftwerk<br />

kommt.<br />

Package-Tipp: „Großglockner-Gipfelwoche“<br />

• 6 Nächte inkl. Frühstücksbuffet, Tee<br />

und Kuchen am Nachmittag, freie Benützung<br />

des „Glockner Spa“<br />

• 1 Hüttenübernachtung auf der Adlersruhe<br />

mit Halbpension<br />

• 1 Großglockner-Gipfelbesteigung mit<br />

einem Kalser Bergführer<br />

• 1 Bergsteigermassage (25 Minuten)<br />

PREIS: ab € 836,– p. P. und Woche<br />

VITAL- UND WANDERHOTEL<br />

TAURERWIRT****<br />

9981 Kals am Großglockner<br />

Tel.: 0 48 76/82 26<br />

E-Mail: info@taurerwirt.at<br />

WEB: www.taurerwirt.at<br />

99<br />

<strong>SPORTaktiv</strong>-OUTDOORGUIDE <strong>2017</strong>


OUTDOORGUIDE<br />

GUT<br />

GEGANGEN<br />

Blasen und Scheuerstellen lassen eine Wanderung<br />

schnell zur „Tortour“ werden. Mit der<br />

richtigen Fußpflege, speziellen Trekkingsocken<br />

und Einlegesohlen kannst du dem Wundlaufen<br />

aber entgehen. Wir erklären, wie’s funktioniert.<br />

Nichts verdirbt eine Tour so<br />

schnell wie die Blase am Fuß.<br />

Die gute Nachricht: Wandern<br />

ohne Wundstellen ist<br />

kein Glücksspiel. Mit ein paar einfachen<br />

Kniffen lassen sich Blasen und<br />

andere schmerzende Scheuerstellen<br />

reduzieren – oder sogar verhindern.<br />

Eine regelmäßige Pflege der Füße einerseits,<br />

sowie die Auswahl und das<br />

„Tunen“ des Materials (vom Schuh bis<br />

zu den Einlagen) andererseits sind dabei<br />

entscheidend.<br />

DAS MUSS SITZEN<br />

Der eingefleischte Outdoorer weiß bereits,<br />

dass gut sitzende Wanderschuhe<br />

das A und O für einen gelungenen (und<br />

blasenfreien) Marsch in die Berge sind.<br />

Daher gilt: keine Kompromisse beim<br />

Schuhkauf!<br />

Darauf solltest du bei der Anprobe<br />

achten, um beim Sportfachhändler<br />

letztlich zum richtigen Paar zu greifen:<br />

Wichtig ist, dass Länge und Passform<br />

hundertprozentig stimmen. Die<br />

Zehen dürfen vorne nicht anstoßen –<br />

hier sollte schon eine Daumenbreite<br />

frei sein. Außerdem muss das Schuhoberteil<br />

den Fuß genau umschließen,<br />

ohne unangenehm zu drücken. Und<br />

„Kurz vor der<br />

Wanderung zur<br />

Fußpflege zu gehen,<br />

ist ein No-Go.“<br />

EVA KNOLL, KOSMETIKERIN<br />

& FUSSPFLEGERIN<br />

auch auf die Ferse nicht vergessen.<br />

Wenn diese im Wanderschuh nämlich<br />

zu viel Spielraum hat, reibt sie bei<br />

jedem Schritt auf und ab. Die Blase ist<br />

vorprogrammiert – und die guten<br />

Wandersocken werden auch kaputt ...<br />

Noch ein Tipp: Den Bergschuhkauf<br />

solltest du am besten am Nachmittag<br />

einplanen, da die Füße dann etwas größer<br />

sind als am Morgen. Nimm zur Anprobe<br />

auch unbedingt die Trekkingsocken<br />

mit, die du später beim Wandern<br />

tragen wirst, und gehe mit den Schuhen<br />

im Sportgeschäft bergauf und bergab.<br />

Einige Läden bieten für diesen Zweck<br />

sogar eine eigene schiefe Ebene.<br />

„TUNING“ FÜR DRINNEN<br />

Im Kampf gegen das Wundlaufen<br />

können spezielle Wandersocken<br />

und Einlegesohlen ebenfalls zu deinen<br />

Verbündeten werden. „Hochwertige<br />

Trekkingsocken sind gerade an Problemstellen<br />

wie Fußballen und Ferse<br />

mit Verstärkungen ausgestattet. Wenn<br />

es Druckstellen im Schuh gibt oder der<br />

Schaft zu viel Volumen hat, sind die gepolsterten<br />

Funktionsmodelle von Vorteil“,<br />

bestätigt auch die Kosmetikerin<br />

und Fußpflegerin Eva Knoll – und warnt<br />

gleichzeitig: „Zu groß und zu dick sollten<br />

die Socken aber nicht sein, damit sie<br />

im Schuh keine Falten werfen.“<br />

Welche Rolle spielen Einlegesohlen<br />

beim Wandern? „Gute Nachrüstsohlen<br />

sind vor allem für Wanderer<br />

mit ‚Problemfüßen‘ empfehlenswert.<br />

Die Sohlen sollten aber vor der ersten<br />

großen Tour unbedingt von einem Orthopäden<br />

angepasst und mindestens<br />

ein bis zwei Monate vorher vom Wanderer<br />

auch ‚eingetragen‘ werden“,<br />

weiß die Expertin. „So gewöhnen sich<br />

die Füße an die Einlagen, die anfangs<br />

für den Träger etwas unangenehm<br />

sein können.“<br />

Aber auch dem Wanderer mit<br />

Durchschnittsfüßen können Einlegesohlen<br />

nützen. Je nach Modell erhöhen<br />

sie die Dämpfung oder verkleinern<br />

das Schuhvolumen und sorgen<br />

für mehr Halt im Schuh.<br />

FOTOS: iStock, Fotostudio Alexandra<br />

100<br />

TEXT: Claudia Riedl <strong>SPORTaktiv</strong>-OUTDOORGUIDE <strong>2017</strong>


RICHTIGE FUSSPFLEGE<br />

Beim Marschieren müssen unsere<br />

Füße aber immer noch die Hauptarbeit<br />

leisten. Es spricht also nichts dagegen,<br />

ihnen vor, nach und im Notfall sogar<br />

während der Wanderung Pflege zu<br />

gönnen – vor allem, wenn man weiß,<br />

dass man mit ein paar regelmäßig angewendeten<br />

Fußpflegetricks Wundstellen<br />

vorbeugen kann.<br />

Fußpflegerin Eva erklärt uns, was<br />

vor dem Abmarsch zu tun ist: „Man<br />

sollte vorher einen Blick auf seine Zehennägel<br />

werfen. Zu lange Nägel gehören<br />

gegebenenfalls gekürzt. Außerdem<br />

ist es ratsam, gerade auf den<br />

Fersen spröde Hautteile mit einem<br />

Bimsstein vorsichtig zu entfernen,<br />

um ein Aufspringen der Haut und in<br />

Folge schmerzhafte Risse zu vermeiden.“<br />

Wichtig: Kurz vor der Tour zur<br />

Profi-Fußpflege zu gehen, ist jedoch<br />

ein No-Go, da die Haut dann nach der<br />

Behandlung empfindlich ist.<br />

Damit die Haut geschmeidig<br />

bleibt, sollte man seine Füße nach der<br />

Bimssteinbehandlung und auch generell<br />

regelmäßig mit einer pflegenden<br />

Die Expertin<br />

EVA KNOLL (25) ist Kosmetikerin<br />

& Fußpflegerin. Nach vier Jahren<br />

als Fachkraft in der Kosmetik-<br />

und Fußpflegebranche hat<br />

sie sich Anfang <strong>2017</strong> in Naas bei<br />

Weiz (St) den Traum vom eigenen<br />

Studio erfüllt.<br />

KONTAKT: Tel.: 0664/39 88 676<br />

WEB: www.eva-knoll.at<br />

Fußcreme einreiben. „Denn geschmeidige<br />

Haut ist weniger anfällig<br />

für Blasen“, weiß die Expertin. „Unsere<br />

Füße brauchen Feuchtigkeit und<br />

Fett – feuchtigkeitsspendende Cremes<br />

schützen vor trockenen, rissigen Füßen,<br />

fettspendende Salben (z. B. mit<br />

Hirschtalg) vor Druckstellen.“<br />

Nach einer langen Wandertour<br />

gönnst du deinen Füßen am besten<br />

ein warmes Fußbad zur Entspannung.<br />

Das warme Wasser wirkt durchblutungsfördernd,<br />

außerdem wird etwaige<br />

Hornhaut aufgeweicht und kann<br />

anschließend leicht entfernt werden.<br />

Tipp der Expertin: „Fußbäder mit<br />

Kräuterzusätzen wie Lavendel und<br />

Rosmarin beleben die Haut und lassen<br />

unangenehmen Schweißgeruch<br />

verschwinden. Danach die Füße noch<br />

gut abtrocknen und eincremen.“<br />

BLASE – WAS JETZT?<br />

Und was ist zu tun, wenn sich doch<br />

mal eine Blase den Weg an die Hautoberfläche<br />

bahnt? „Kleine Blasen ja<br />

nicht aufstechen, sondern lieber ein<br />

Blasenpflaster verwenden. Die Haut<br />

über der Blase schützt nämlich vor Infektionen.<br />

Größere, unter Spannung<br />

stehende Blasen sollte man nur mit einer<br />

sauberen Nadel aufstechen, desinfizieren<br />

und überkleben.“ Generell<br />

gilt: Bei einer aufgeplatzten Blase die<br />

Wundstelle möglichst sauber halten.<br />

Ein kleines Erste-Hilfe-Set mit Blasenpflaster<br />

und Wunddesinfektionsspray<br />

gehört also in jeden Rucksack!<br />

Aktiver Gel-Polster lindert<br />

Druckschmerzen sofort.<br />

48h extra starker Halt.<br />

Hält extra lange,<br />

lindert sofort<br />

Druckschmerz.<br />

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MATERIAL<br />

KURZ-<br />

PORTRÄT<br />

HAUPTEIGENSCHAFTEN: hoch geschnitten<br />

für Stabilität und guten Knöchelhalt<br />

• festere, steifere Sohle für bessere Trittfestigkeit<br />

im felsigen Gelände • gröberes bis<br />

grobes Profil • Gummiumrandung als<br />

Geröllschutz • wenig Dämpfung • meist<br />

wasserdicht • bedingt steigeisenfest;<br />

Alpinschuh: voll steigeisenfest<br />

EINSATZBEREICH: steile, grobe, steinige und<br />

felsige Wege in höheren Lagen<br />

IM SCHAUFENSTER:<br />

Je höher es hinausgeht, je schwieriger das Unternehmen in den Bergen ist,<br />

desto stabiler und robuster muss der Schuh sein.<br />

So wie die zehn hier vorgestellten Modelle.<br />

DACHSTEIN<br />

MONT BLANC EV<br />

Im voll steigeisenfesten Mountaineering-Modell<br />

„Mont Blanc EV“ wurde als<br />

Besonderheit ein Recco-Reflektor verarbeitet,<br />

der das vom Helikopter ausgestrahlte<br />

Suchsignal reflektiert und so<br />

eine schnelle Ortung im Notfall ermöglicht.<br />

Der Schuh ist dank eVent-Membran<br />

wasserdicht, für besonderen Komfort<br />

und erhöhte Bewegungsfreiheit<br />

sorgt ein Neopren-Schaftabschluss.<br />

PREIS (UVP): € 349,95<br />

WEB: www.dachsteinschuhe.com<br />

DOLOMITE<br />

TORQ GTX<br />

Ein Schuh mit allen Eigenschaften, die<br />

auf Klettersteigen und anspruchsvollen<br />

Touren im alpinen Gelände gefordert<br />

sind. Er bietet eine präzise Passform<br />

und eine Schnürung mit unabhängigen<br />

Haken, um den Fuß zu umschließen und<br />

nicht einzuschnüren. Die Sohle Alp HC<br />

Vibram® bietet sicheren Halt im alpinen<br />

Gelände. Er ist bequem, leicht und strapazierfähig.<br />

PREIS (UVP): € 259,95<br />

WEB: www.dolomite.it<br />

HANWAG<br />

MAKRA COMBI GTX®<br />

Der besonders leichte (590 Gramm bei<br />

Größe 7) und stabile Hanwag Makra<br />

Combi GTX® ist ein wahrer Allrounder<br />

für alpine Bergtouren mit und ohne<br />

Gletscherpassagen. Seine aggressive<br />

Sohle bietet besten Grip. Hochwertiges<br />

Cordura® mit Verstärkungsnähten und<br />

eine Nylon-Brandsohle sorgen für Halt<br />

im Schuh sowie einen sicheren Auftritt.<br />

Dank Gore-Tex®-Innenfutter bleiben die<br />

Füße vor Nässe geschützt.<br />

PREIS (UVP): € 259,99<br />

WEB: www.hanwag.de<br />

KEEN<br />

GALLEO MID WP<br />

Der Wanderstiefel für Damen und Herren<br />

ist aus hochwertigem Nubukleder<br />

gefertigt und besitzt eine wasserdichte,<br />

atmungsaktive KEEN.Dry-Membran.<br />

Seine Hauptmerkmale sind ein starker<br />

Komfort, hohe Funktionalität und ein<br />

traditioneller Hikerlook. Der für ausgedehnte<br />

Wanderungen und Rucksacktouren<br />

konzipierte Galleo verfügt über<br />

eine PU-Mittelsohle mit hohem Maß an<br />

Flexibilität und Dämpfung.<br />

PREIS (UVP): € 179,95<br />

WEB: www.keenfootwear.com<br />

FOTOS: Hersteller, iStock<br />

102<br />

<strong>SPORTaktiv</strong>-OUTDOORGUIDE <strong>2017</strong>


10 BERG- UND ALPINSCHUHE<br />

LA SPORTIVA<br />

TRANGO TOWER GTX<br />

Ein leichter und wasserfester Wanderschuh<br />

für Klettersteige und Backpacking<br />

mit schwerem Gewicht. Das neue<br />

Honey-Comb-Guard-Material verstärkt<br />

den Schuh an abnutzungsanfälligen<br />

Stellen und durch seine abgestufte<br />

TPU-Ferse ist der Trango steigeisenkompatibel.<br />

Für optimalen Grip sorgt die<br />

Cube-Sohle von Vibram®.<br />

PREIS (UVP): € 285,–<br />

WEB: www.lasportiva.com/de<br />

MAMMUT<br />

MAGIC HIGH GTX MEN / WOMEN<br />

Mammuts steigeisenfester Bestseller<br />

wurde überarbeitet, mit dem Ziel, den<br />

Komfort und den Halt im Schuh zu verbessern.<br />

Dies wurde über ein elastisches<br />

Textil im Bereich der Zunge, der<br />

Flex-Zone und am Kragen sowie weitere<br />

Maßnahmen erreicht. Unverändert<br />

ist, dass sich der Schuh ideal auf anspruchsvollen<br />

Bergwanderungen und<br />

auf Klettersteigen einsetzen lässt.<br />

PREIS (UVP): € 270,–<br />

WEB: www.mammut.ch<br />

SALOMON<br />

S-LAB X ALP CARBON 2 GTX®<br />

Schnell und leicht vom Tal bis zum Gipfel<br />

und wieder zurück: Der S-LAB X Alp<br />

Carbon 2 GTX ist (nicht nur optisch) ein<br />

einzigartiger Schuh, dessen Aufgabe<br />

es ist, diese komplexe Aufgabe zu meistern.<br />

Salomon verspricht einen Bergschuh,<br />

der für eine neue Dimension von<br />

Leichtigkeit sorgt.<br />

PREIS (UVP): € 320,–<br />

WEB: www.salomon.com<br />

LOWA<br />

ALPINE PRO GTX®<br />

Der Alpine Pro GTX® ist ein technisch<br />

ausgereifter High-End-Bergstiefel, der<br />

selbst die höchsten Ansprüche moderner<br />

Alpinisten erfüllt. Während seine<br />

besonders flache Zwischensohle für<br />

mehr Sensibilität zum Boden sorgt, stehen<br />

das Profil der VIBRAM®-„Alp Trac“-<br />

Außensohle sowie die verkürzte Schuhspitze<br />

für optimale Kontrolle und beste<br />

Kraftübertragung bei alpinen Touren.<br />

PREIS (UVP): € 379,95<br />

WEB: www.lowa.at<br />

SALEWA<br />

MS MTN TRAINER MID GTX<br />

Der Mountain Trainer Mid GTX® ist ein<br />

leichter Trekkingstiefel, der aus robustem<br />

Veloursleder und abriebfestem Textilmaterial<br />

gefertigt sowie mit einem<br />

wasserdichten und atmungsaktiven Gore-Tex®-Futter<br />

versehen ist. Er ist für<br />

gemischtes und technisches Gelände<br />

entwickelt, bietet guten Halt und zuverlässigen<br />

Tragekomfort auch bei langen<br />

Wanderungen.<br />

PREIS (UVP): € 219,95<br />

WEB: www.salewa.at<br />

SCARPA<br />

ZODIAC TECH GTX<br />

Der leichte, bedingt steigeisenfeste<br />

Bergstiefel ist dank Gore-Tex® Futter<br />

dauerhaft wasserdicht und atmungsaktiv.<br />

Mit seinem stabilen Sohlenaufbau<br />

und der Steigeisenaufnahme für den<br />

Kipphebel an der Ferse ist er mit Kombi-Steigeisen<br />

kompatibel. Für Bergtouren<br />

mit Kletterabschnitten, Klettersteige<br />

und leichte Querungen über Schneefelder<br />

und flaches Gletschereis ist er somit<br />

vorbereitet.<br />

PREIS (UVP): € 270,–<br />

WEB: www.scarpa.net<br />

103


KURZ-<br />

PORTRÄT<br />

HAUPTEIGENSCHAFTEN:<br />

• oft (aber nicht immer) niedrig geschnitten • eher<br />

steife Sohle • weiche Gummimischung für hohe Reibung<br />

• massives, robustes Außenmaterial mit hochgezogenem<br />

Gummirand als Geröllschutz • nach vorn gezogene<br />

Schnürung für guten Halt und gute Kontrolle<br />

im Zehenbereich<br />

EINSATZBEREICHE: Zustieg zur Felswand, Klettern<br />

(wenn technisch nicht zu anspruchsvoll), Klettersteig<br />

MATERIAL<br />

IM SCHAUFENSTER:<br />

10 APPROACHSCHUHE<br />

Leichtigkeit und Allroundeigenschaften auf wechselnden Untergründen<br />

sind (nicht nur) beim Zustieg zur Felswand gefragt.<br />

COLUMBIA<br />

CONSPIRACY IV OUTDRY<br />

Dieser vielseitige Schuh mit geschweißten<br />

Textil-Überschlägen<br />

verfügt über eine leichte Zwischensohle<br />

für lang anhaltenden<br />

Komfort, hervorragende Dämpfung<br />

und extra Sprungkraft. Der<br />

abriebfeste Gummi sorgt für guten<br />

Halt, während die wasserdichte<br />

Konstruktion mit atmungsaktivem<br />

Netzmaterial garantiert, dass du<br />

für alles gerüstet bist, was der Tag<br />

am Berg so bringt.<br />

PREIS (UVP): € 99,95<br />

WEB: www.columbiasportswear.at<br />

DACHSTEIN<br />

SPÜRSINN EVO<br />

Zusammen mit „Blind Climber“<br />

Andy Holzer hat Dachstein das<br />

High-Performance-Modell mit besonders<br />

feinfühliger Sohle und<br />

einem sockenartigen, gestrickten<br />

Schaft entwickelt. Die 9-mm-Fersen-Vorfuß-Sprengung<br />

erhöht den<br />

Gehkomfort. Gleichzeitig verspricht<br />

der minimalistische Schaft<br />

eine hervorragende Passform und<br />

mehr Gefühl für das Gelände.<br />

PREIS (UVP): € 179,95<br />

WEB: www.dachsteinschuhe.com<br />

DOLOMITE<br />

STEINBOCK APPROACH HP GTX<br />

Der Schuh ist leistungsstark, zuverlässig<br />

und leicht; garantiert<br />

guten Schutz und Komfort- zeigt<br />

sich dabei modisch attraktiv. Der<br />

Oberschuh besteht aus Sämischleder,<br />

Zehen- und Fersenkappen aus<br />

Gummi sorgen für festen Sitz und<br />

Schutz. Durch seine Vibram®-Sohle<br />

bietet er eine hohe Sicherheit<br />

und ist durch die Gore-Tex®-Membrane<br />

wasserdicht und atmungsaktiv<br />

zugleich.<br />

PREIS (UVP): € 219,95<br />

WEB: www.dolomite.it<br />

HANWAG<br />

MAKRA LOW GTX®<br />

Er ist ein robuster, gleichzeitig<br />

flexibler Zustiegsschuh für anspruchsvolles<br />

Gelände. Seine aggressive<br />

Sohle bietet idealen Grip,<br />

während ein besonders weicher<br />

Textilabschluss unterhalb des Knöchels<br />

den Tragekomfort optimiert.<br />

Ein Materialmix aus Velours und<br />

Cordura® macht den Makra Low<br />

besonders leicht. Damen- und<br />

Herrenvarianten sind wahlweise<br />

mit einem Leder- oder GORE-TEX®-<br />

Innenfutter erhältlich.<br />

PREIS (UVP): € 179,99<br />

WEB: www.hanwag.de<br />

104<br />

<strong>SPORTaktiv</strong>-OUTDOORGUIDE <strong>2017</strong>


LA SPORTIVA<br />

TX 3 GTX<br />

Der wasserdichte TX 3 GTX eignet<br />

sich für Zustiege, Klettersteige<br />

und leichte Kletterei. Er besitzt die<br />

griffige „Megagrip“-Sohle von Vibram®<br />

sowie das von La Sportiva<br />

bekannte Impact-Brake-System.<br />

Die Climbing Zone an der Fußspitze<br />

bietet zusätzlichen Halt am<br />

Fels. PREIS (UVP): € 175,–<br />

WEB: www.lasportiva.com/de<br />

SALEWA<br />

UN WILDFIRE PRO<br />

Der Wildfire Pro ist ein Halbschuh<br />

für den Zustieg mit technischem<br />

Anspruch für Bergsteiger-Profis.<br />

Konzipiert für Zustiege, technisch<br />

anspruchsvolles Wandern<br />

und felsige Bergpfade bietet<br />

der Schuh eine ausgezeichnete<br />

Steigleistung. Verantwortlich dafür<br />

ist die Vibram-Tech-Approach-EVO-Laufsohle<br />

mit einer<br />

Gummimischung, die auch bei<br />

Kletterschuhen verwendet wird.<br />

PREIS (UVP): € 159,95<br />

WEB: www.salewa.at<br />

SCARPA<br />

EPIC GTX<br />

Der Epic GTX ist ein wetterfester<br />

Zustiegsschuh mit einem hervorragenden<br />

Verhältnis aus Komfort<br />

und Präzision. Mit seiner relativ<br />

schmalen Sock-Fit-Passform<br />

bietet der technische Halbschuh<br />

viel Kontrolle bei Kletterpassagen<br />

– dank optimalem Ferseneinschluss,<br />

Verstärkung im Mittelfußbereich<br />

und langer, bis in den<br />

Vorfuß reichenden Schnürung. Das<br />

Gore-Tex®-Futter macht ihn zum<br />

perfekten, wasserdichten und atmungsaktiven<br />

Allwetter-Begleiter.<br />

PREIS (UVP): € 180,–<br />

WEB: www.scarpa.net<br />

FOTOS: Dolomiti Scott, Hersteller<br />

LOWA<br />

APPROACH PRO GTX® LO<br />

Statt unnötigen Ballast mit<br />

sich herumzutragen, bietet der<br />

APPROACH PRO GTX® LO ambitionierten<br />

Gipfelstürmern eine<br />

sportlich-funktionale Lösung:<br />

Konstruiert wie ein robuster Socken,<br />

umschließt der Halbschuh<br />

mit griffiger VIBRAM®-„Rock<br />

Trac“-Sohle den gesamten Fuß<br />

und lässt sich dank innovativem<br />

Double-Speedlacing in gleich zwei<br />

Zonen individuell anpassen.<br />

PREIS (UVP): € 189,95<br />

WEB: www.lowa.at<br />

SALOMON<br />

X ALP SPRY<br />

Salomon hat seine besten X-ALPund<br />

Trailrunning-Technologien<br />

vereint, um diesen leistungsstarken<br />

und leichtgewichtigen<br />

Zustiegsschuh ins Leben zu rufen.<br />

Der X Alp Spry ist perfekt für<br />

Zustiege und technisch orientiertes<br />

Terrain geeignet, wo es vor allem<br />

auf Flexibilität und Reaktivität<br />

ankommt.<br />

PREIS (UVP): € 120,–<br />

WEB: www.salomon.com/de<br />

VAUDE<br />

DIBONA ADVANCED STX<br />

Ein wasserdichter Approach-Halbschuh<br />

mit umweltfreundlicher<br />

Sympatex®-Membran und griffiger<br />

Vibram®-Ibex-Sohle. Das<br />

hochwertige Nubukleder kommt<br />

aus Deutschland und wird unter<br />

höchsten Umweltstandards hergestellt.<br />

Materialmischung und Profilierung<br />

der Sohle sind mit ihrer<br />

Härte und Dämpfung speziell auf<br />

den Zustieg abgestimmt.<br />

PREIS (UVP): € 160.–<br />

WEB: www.vaude.com<br />

105


OUTDOORGUIDE<br />

DER ETWAS ANDERE<br />

DUATHLON<br />

KLETTERN UND FLIEGEN: Am Tiroler Achensee kann man beides<br />

kombinieren. Man braucht weder Seillängen-, noch Flug stunden-<br />

Erfahrung. Nur mit Fragen sollte man sich zurückhalten.<br />

TEXT: Klaus Höfler<br />

106<br />

<strong>SPORTaktiv</strong>-OUTDOORGUIDE <strong>2017</strong>


FOTOS: Klaus Höfler<br />

Es ist eine der latenten dramaturgischen<br />

Schwächen des Alpinismus.<br />

Egal, ob bei Expeditionen<br />

auf die höchsten Gipfel des<br />

Globus, beim Wandern Richtung<br />

Almhütte, beim Kraxeln im Klettersteig<br />

oder beim Freesolo in irgendeiner<br />

senkrechten Nordwand: Der Höhepunkt<br />

– nämlich das Gipfelerlebnis<br />

– kommt nicht als „Grande Finale“ daher,<br />

sondern bettet sich irgendwo in<br />

die Mitte des Abenteuers. Es hört am<br />

Berg nicht auf, wenn es am schönsten<br />

ist – nämlich ganz oben. Man muss<br />

auch wieder runter. Und egal, wo: Der<br />

Abstieg ist meist weniger spektakulär,<br />

weniger unterhaltsam, weniger<br />

elegant.<br />

Meist ja. Aber nicht immer. Denn<br />

es gibt eine spektakulärere Variante<br />

für das Decrescendo an Höhenmetern,<br />

indem man beispielsweise aus<br />

dem Runtergehen ein Runterfliegen<br />

macht. „Hike & Fly“ nennt sich dieser<br />

extravagante Duathlon mit den Zutaten:<br />

Rauf mit Bergschuhen und Klettersteigset,<br />

runter mit dem Paragleitschirm.<br />

Die einzigen Konstanten sind<br />

der Helm und der Rock'n'Roll der Endorphine.<br />

DAS GRÜNE „TIROLER MEER“<br />

Ausprobieren kann man diese glücksbringende<br />

Kombination beispielsweise<br />

am Achensee. Tirols größter<br />

Bergsee ist für sich schon eine landschaftliche<br />

Attraktion. Das sehnsuchtsvoll<br />

„Tiroler Meer“ genannte,<br />

bis zu 133 Meter tiefe Gewässer besticht<br />

durch karibische Farbmischungen<br />

– wenn das Wasser auch nicht<br />

ganz die dortige Badewannentemperatur<br />

erreicht. Die umgebenden Gebirgsstöcke<br />

des Karwendels und Rofangebirges<br />

sind bewährte<br />

Wandergebiete mit einer Vielzahl an<br />

bewirtschafteten Alm(hütt)en. Am<br />

See kann man kitesurfen, segeln oder<br />

baden.<br />

Und über dem See? Ein an guten<br />

Tagen mit bunten Paragleitschirmen<br />

vollbehangener Himmel verrät, dass<br />

hier Felsen, Almen, Wasser und die<br />

Lage an der Witterungskante zwischen<br />

Österreich und Deutschland<br />

eine besonders günstige Thermik entstehen<br />

lassen. Sie zu spüren, gehört zu<br />

den aufregenderen Augenblicken eines<br />

Outdoorlebens.<br />

Über den Klettersteig zum Startplatz: Hike & Fly ist eine Bergsport-Kombination,<br />

in der sich Auf- und Abstieg gleichermaßen kurzweilig gestalten lassen.<br />

HINTER MIR BRÜLLT EINER ...<br />

„Renn! Renn! Renn!“ Die Anweisungen<br />

von Mike Küng lassen an Deutlichkeit<br />

nichts vermissen. Unablässig<br />

brüllt er mir ins Ohr, obwohl ich gerade<br />

einmal 30 Zentimeter vor ihm bin.<br />

Durch eine gefinkelte Sitzgurtekonstruktion<br />

für Tandemflüge sind wir zu<br />

einer Schicksalsgemeinschaft aneinandergekettet.<br />

Zusammen rennen<br />

wir, was das Zeug hält, die Böschung<br />

hinunter. Ich klammere mich an den<br />

Gurt, Mike streckt seine Arme, die an<br />

fast unsichtbaren Fäden am sich langsam<br />

aufplusternden Paragleitschirm<br />

hängen, links und rechts wie Flügel<br />

weg: Das Bild, das wir abliefern, muss<br />

an den behäbig wirkenden Startvorgang<br />

von Schwänen erinnern.<br />

„Renn! Renn!“ Mike schreit noch<br />

immer. Ich laufe noch immer – obwohl<br />

meine Füße längst den Kontakt<br />

zum Boden verloren haben. Aber das<br />

Ein Selfie geht sich noch aus ...<br />

gehört im Sinne der Sicherheit zum<br />

Prozedere, wie auch die Suche nach<br />

Gegenwind als optimale Start bedingung.<br />

Nur zögernd will sich nach<br />

dem Zurechtrücken im Sitzgurt so etwas<br />

wie entspannte Gemütlichkeit<br />

beim Flugnovizen einstellen.<br />

Und dann greift plötzlich auch<br />

noch die Thermik nach uns. Es fühlt<br />

sich an, als wären wir in einen unsichtbaren<br />

Lift gestiegen, der uns in<br />

den Himmel katapultiert. In engen<br />

Kurven schrauben wir uns nach oben.<br />

Die eben noch über den Almboden<br />

rennenden Schuhe baumeln mittlerweile<br />

schwerelos in der Luft. Es bleibt<br />

bei all dem Staunen gar keine Zeit,<br />

sich dem mulmigen Gefühl in der Magengegend<br />

zu widmen.<br />

FLY MIT MIKE ...<br />

Ein vorsichtiger Blick nach oben:<br />

Stramm spannt sich der Schirm in der<br />

Größe einer Kleinwohnung (40 Quadratmeter)<br />

wie ein Dach über uns.<br />

Dann und wann ein leichtes Ziehen<br />

an den Steuerungsseilen und schon<br />

biegt unser Gespann in die gewünschte<br />

Richtung ab. So zischen wir mit bis<br />

zu 40 km/h über Bergflanken und weiter<br />

über den See, den man von hier –<br />

tausend Meter über dem Wasser – in<br />

seiner ganzen Ausdehnung bewundern<br />

kann. Den Luftraum über dem<br />

See kennt Mike Küng besonders gut.<br />

Hier führt er als Pilot der offiziellen<br />

107


HIKE & FLY<br />

Bergführer Andreas Nothdurfter, in Blau in der Bildmitte, ist für die Bergauf-<br />

Höhenmeter der „Hike & Fly“-Gruppe verantwortlich.<br />

Prüfinstitution „European Academy<br />

of Parachute Rigging“ (EAPR) häufig<br />

die Testflüge für neue Paragleitschirm-Modelle<br />

durch. Was das mit<br />

dem Wasser zu tun hat? „Im Zweifelsfall<br />

sind Notlandungen im Wasser<br />

statt am harten Landboden die bessere<br />

Wahl“, scherzt er. Hätte man nur<br />

nicht gefragt ...<br />

Noch einmal drehen wir ab Richtung<br />

Bergwelt. Wie geschrumpft liegt<br />

unser Startplatz da unten. Mike zeigt<br />

auf Alternativen in der Umgebung, allesamt<br />

knapp über 2000 Meter hoch:<br />

Spieljoch, Hochiss, Unnutz und Guffert.<br />

... UND HIKE MIT ANDREAS<br />

Diese Startplätze für das Flugabenteuer<br />

sind allesamt über ausgesucht schöne<br />

Routen oder Klettersteige zu erreichen.<br />

„Wir wählen nicht die<br />

Mike Küng, dreifacher Weltmeister in<br />

Gleitschirmakrobatik, Spitzname „Mad<br />

Mike“, heißt Gäste an Bord willkommen.<br />

einfachsten Wege, aber die schönsten“,<br />

wirbt Bergführer Andreas Nothdurfter.<br />

Er ist für den ersten Teil der<br />

ungewöhnlichen Duathlons zuständig,<br />

steht hinter dem Programmkapitel<br />

„Hike“. Es geht über alte Almpfade,<br />

entlang ruppiger Schuttkegel und<br />

über ausgesetzte Traversen Richtung<br />

Klettersteig.<br />

Je nach Können werden Touren<br />

ausgesucht, die einen fordern, aber<br />

nicht überfordern. Die Steige sind gut<br />

ausgebaut, auch wenn der Regen am<br />

Vortag den Fels teilweise rutschig gemacht<br />

hat. Die Aussichten rüber ins<br />

Karwendelgebirge, die Zillertaler und<br />

Stubaier Alpen oder ins Inntal sind<br />

schon von der Gipfelkreuz-Position<br />

aus grandios. Ein paar Stockwerke höher,<br />

am Schirm baumelnd, werden sie<br />

atemberaubend. Wie hoch er selbst<br />

schon mit einem Paragleitschirm geflogen<br />

ist, will ich vom Chefpiloten<br />

wissen. „Beim Höhenweltrekord bin<br />

ich aus 10.100 Meter mit dem Schirm<br />

aus einem Ballon abgesprungen“, erzählt<br />

der seither mit dem Vornamen-Zusatz<br />

„Mad“ Geschmückte.<br />

Auch dass er schon über den Ärmelkanal<br />

geflogen ist, weiß man wenig später.<br />

Hätte man nur nicht gefragt ...<br />

UND DAS GEHT SICH AUS?<br />

Mad Mike ist bereits wieder Richtung<br />

See abgebogen. Am Südende am Ortsrand<br />

von Maurach wird schon der<br />

Landeplatz sichtbar. Noch wirkt er<br />

ziemlich klein. Plötzlich ziehen mich<br />

die Fliehkräfte nach außen, die Sitzposition<br />

verändert sich von waagrecht in<br />

leicht gekippt, die Flugbahn von einer<br />

Geraden in eine enge Spirale Richtung<br />

unten. „Was machst du da?“, will ich<br />

wissen. „Wingover“, sagt Mad Mike.<br />

Dass er dreifacher Weltmeister im Akrobatikfliegen<br />

ist, verrät er mir erst<br />

nach der Landung. Hätte man nur<br />

nicht gefragt.<br />

Der Boden kommt jetzt immer<br />

schneller immer näher. Ein Blick auf<br />

den Windsack neben der Wiese verrät<br />

dem Piloten die richtige Richtung für<br />

den Landeanflug. „Das geht sich aus?“,<br />

äußere ich sanfte Zweifel am Gelingen<br />

einer sanften Landung. „Ich bin schon<br />

in einem fahrenden Ferrari-Cabrio gelandet“,<br />

hat Mad Mike auch noch Zeit,<br />

mir diese Anekdote zukommen zu lassen.<br />

Hätte man nur nicht gefragt ...<br />

„Füße nach vorne strecken“, kommen<br />

letzte Anweisungen. „Aufsetzen!“<br />

Ich spüre wieder Boden unter<br />

den Füßen. Hinter uns sinkt der<br />

Schirm erschöpft in die Wiese. Hat da<br />

irgendwer behauptet, der Weg vom<br />

Gipfel sei nur ein lästiger Abspann eines<br />

Bergabenteuers?<br />

„Hike & Fly“ Achensee –<br />

wird zu folgenden Terminen mit<br />

den beiden genannten Akteuren<br />

Mike Küng und Andreas<br />

Nothdurfter angeboten:<br />

28. & 29. OKTOBER <strong>2017</strong><br />

4. & 5. NOVEMBER <strong>2017</strong><br />

WEITERE TERMINE AUF ANFRAGE<br />

VORAUSSETZUNGEN: Gute Kondition,<br />

Trittsicherheit, Schwindelfreiheit.<br />

PREIS: EUR 399,– PRO PERSON<br />

Anmeldung & Reservierung unter<br />

info@mikekueng.com<br />

INFOS ZUR REGION:<br />

www.achensee.info<br />

FOTOS: Klaus Höfler<br />

108<br />

<strong>SPORTaktiv</strong>-OUTDOORGUIDE <strong>2017</strong>


KLETTERN UND „MEER“ AM ACHENSEE<br />

Der Achensee ist Tirols größter See. Seine fünf Ferienorte liegen eingebettet in der<br />

faszinierenden Berglandschaft des Karwendel- und Rofangebirges im Herz der Alpen.<br />

FOTOS: Achensee Tourismus<br />

Zwischen dem wildromantischen<br />

Karwendelgebirge im Westen<br />

und dem majestätischen Rofangebirge<br />

im Osten liegt der größte und<br />

wohl auch schönste See von Tirol – der<br />

Achensee. Dieser kristallklare Gebirgssee<br />

bildet auch das Herz der Urlaubsregion,<br />

die aus den fünf Orten<br />

Achenkirch, Maurach, Pertisau, Steinberg<br />

und Wiesing besteht.<br />

Einen der schönsten Ausblicke<br />

auf den Achensee genießen jene Sportler,<br />

deren Zuhause der Fels ist: Hoch<br />

über dem See finden passionierte Kletterer<br />

mit dem Rofangebirge eines der<br />

besten Tiroler Kletterreviere. Und<br />

wenn als Alternative ein so prominentes<br />

Klettergebiet wie das Karwendel<br />

ebenso „vor der Tür“ liegt, reicht ein<br />

Urlaub zum Kennenlernen kaum aus.<br />

Geübte lockt zum Beispiel das Gebiet<br />

rund ums Lamsenjoch mit bis zu 400<br />

Meter hohen Wänden.<br />

Aber auch Kinder und Einsteiger<br />

finden überm Achensee ihre Lieblingsfelsen.<br />

Tipp: Detaillierte Infos<br />

über die zahlreichen Klettermöglichkeiten<br />

im Rofan- und im Karwendelgebirge<br />

enthält eine ausführliche Broschüre,<br />

die es kostenlos beim<br />

Tourismusverband Achensee gibt.<br />

SPASS FÜR DIE GANZE FAMILIE<br />

Schon fast ein Klassiker im Rofan ist<br />

der Achensee-5-Gipfel-Klettersteig. Er<br />

führt zu den umliegenden Gipfeln von<br />

Haidachstellwand, Rosskopf, Seekarlspitze,<br />

Spieljoch und Hochiss. Mit einer<br />

Länge von zwei Kilometern zählt<br />

er zu den längsten Klettersteigen im<br />

Alpenraum.<br />

Ein besonderer Tipp für Familien<br />

und Einsteiger ist der neue Klettergarten<br />

Achenseehof in Achenkirch. Der<br />

ist ein perfekter Übungsplatz für Kletterfreunde<br />

jeder Generation. Neben<br />

Routen für Kinder- und Jugendliche<br />

bzw. Anfänger wartet auch die eine<br />

oder andere schwierigere Route.<br />

Strand, Spielplätze, Parkplätze und<br />

Kontakt<br />

ACHENSEE TOURISMUS<br />

Im Rathaus 387, A-6215 Achenkirch<br />

am Achensee, Tirol<br />

Tel.: 0 52 46/53 00 0<br />

E-Mail: info@achensee.com<br />

www.achensee.com<br />

ein Hochseilgarten in unmittelbarer<br />

Nähe runden das Angebot ab.<br />

Nach so viel Bewegung empfiehlt<br />

sich ein Sprung ins kühle Nass. Am<br />

Achensee kann man aufgrund des frei<br />

zugänglichen Ufers überall einfach<br />

sein Handtuch aufschlagen – von<br />

traumhaften Badebuchten bis zu den<br />

Strandbädern haben Wasserratten die<br />

Qual der Wahl. Aufgrund der perfekten<br />

topografischen Voraussetzungen<br />

bietet der Achensee auch für Radfahrer,<br />

die genussvoll die Natur erkunden<br />

wollen, schöne Tourenmöglichkeiten:<br />

Radwanderwege führen entlang des<br />

Seeufers in eines der romantisch gelegenen<br />

Seitentäler oder zu bekannten<br />

Almen, die bequem auch von den Orten<br />

aus zu erreichen sind.<br />

Tipp: WER DIE FÜNF GIPFEL mit erfahrenen<br />

Guides gehen möchte, kommt<br />

am besten zum Klettersteigcamp vom<br />

6. bis 9. Juli. Erfahrene Salewa-Klettersteig-Guides<br />

führen dort Anfänger sowie<br />

Fortgeschrittene über die Eisenwege<br />

und zeigen, worauf es bei Planung,<br />

Technik, Ausrüstung und Sicherheit am<br />

Berg ankommt.<br />

Das komplette Package kostet<br />

€ 435,– PRO PERSON, beinhaltet 3 Nächte<br />

im 4-Sterne-Wellnesshotel mit Halbpension,<br />

4 Tage Trainingsprogramm,<br />

Leihmaterial, Rofanseilbahn-Fahrten<br />

und ist über sportalpen.com buchbar.<br />

109


ZAHLENSPIELE<br />

... AUS DEM OUTDOORLAND<br />

SALZBURG<br />

10.000 KILOMETER LANG IST DIE STRECKE, WENN MAN ALLE OFFIZIELLEN WANDERWEGE ZUSAMMEN-<br />

FOTO: TVB Rauris/Gruber<br />

WWW.RAURISERTAL.AT<br />

110<br />

<strong>SPORTaktiv</strong>-OUTDOORGUIDE <strong>2017</strong>


STECKT, DIE IN ALLEN SALZBURGER URLAUBSREGIONEN MARKIERT UND BESTENS BESCHILDERT SIND.<br />

WWW.SALZBURGERLAND.AT<br />

liegt<br />

das Zittelhaus<br />

am<br />

Hohen Sonnblick<br />

– und ist damit die<br />

höchstgelegene Schutzhütte<br />

Salzburgs. Sehenswert<br />

auch: Das Heinrich-Kiener-Haus am<br />

Hochgründeck: Öko-Pionier Hermann<br />

Hinterhölzl baute dieses Schutzhaus zum<br />

ökologischsten Hüttenprojekt Europas aus.<br />

3.106<br />

Meter hoch<br />

1 Nationalpark<br />

ist im Salzburgerischen beheimatet<br />

– aber der zählt mit seinen 1.856<br />

km² Fläche nicht nur zu den größten<br />

Nationalparks Europas, sondern<br />

auch zu den großartig sten<br />

Hochgebirgslandschaften der Erde.<br />

Wer alles über dieses Outdoor-Paradies<br />

wissen will:<br />

www.hohetauern.at<br />

KILOMETER<br />

misst in seiner Gesamtheit<br />

der „Arnoweg“, Salzburgs<br />

längster Weitwanderweg.<br />

Benannt nach dem einstigen<br />

Bischof Arno führt<br />

dieser Rundweg auf 63<br />

ausgewiesenen Tagesetappen<br />

vorbei an landschaftlichen<br />

und kulturhistorischen<br />

Höhepunkten im<br />

Land Salzburg.<br />

1.200<br />

57<br />

SEILBAHNEN<br />

HABEN SOMMERBETRIEB<br />

IM OUTDOORLAND SALZBURG –<br />

ZEHN DAVON ALLERDINGS SIND ALS „ZERTI-<br />

FIZIERTE SOMMERBAHNEN“ MIT HÖCHSTER<br />

QUALITÄT UND MIT THEMENSCHWERPUNK-<br />

TEN EXTRA AUSGEWIESEN.<br />

DIESER BELIEBTE<br />

RUNDWANDERWEG FÜHRT<br />

AUF 31 ETAPPEN UND 350 KM<br />

EINMAL QUER DURCH<br />

DEN PONGAU.<br />

LIEGEN AUF DEM BEKANNTESTEN THEMENWEG – DEM „SALZBURGER ALMENWEG“: <br />

120 ALMHÜTTEN<br />

ALLE INFOS:WWW.<br />

SALZBURGER-ALMENWEG.AT<br />

STATIONEN BERÜHRT DIE<br />

EINSTÜNDIGE WANDERUNG,<br />

DIE IN WERFEN STARTET UND<br />

VOR ALLEM BEI WANDERERN AUS<br />

ÜBERSEE GEFRAGT IST. DENN DER<br />

„SOUND OF MUSIC-TRAIL“ FÜHRT<br />

AUCH AUF JENE WIESE, AUF DER<br />

JULIE ANDREWS ALS MARIA VON<br />

TRAPP MIT IHREN FILM-KINDERN<br />

EINE BERÜHMTE FILMSZENE<br />

DREHTE, DIE BIS HEUTE ÖSTER-<br />

REICHS BILD IN DEN USA PRÄGT.


SALZBURG<br />

DAS EINTRITTSTOR IN DIE<br />

WELT DES HOCHGEBIRGES<br />

WER DIE BERGE MAG, WIRD AUCH DIE GROSSGLOCKNER HOCHALPENSTRASSE<br />

SCHÄTZEN: Die Panoramastraße im Herzen Österreichs entführt in die Welt des<br />

Hochgebirges mit Gletscher, Schnee und Eis und macht die alpine Natur jedermann<br />

zugänglich. Die vor über 80 Jahren harmonisch in die Landschaft gefügte<br />

Straße führt in 36 Kehren ins Herz des Nationalparks Hohe Tauern. Immer höher<br />

schraubt sich das graue Band, die Dreitausender rücken näher, bis der höchste<br />

Berg Österreichs, der Großglockner (3.798 m) beinahe in Griffweite ist.<br />

ENTLANG DER 48 KILOMETER langen Großglockner Hochalpenstraße gibt<br />

es viel zu entdecken. Neben einzigartigen hochalpinen Ausblicken und<br />

spannenden Ausstellungen finden sich vielerorts schön angelegte Themenwege,<br />

die beispielsweise über die Flora und Fauna im Nationalpark Hohe Tauern<br />

informieren. Spielplätze sowie urige Hütten und Bergrestaurants erwarten<br />

Besucher ebenfalls, und wer möchte, kann oben sogar übernachten.<br />

INFO: www.grossglockner.at<br />

FOTO: Großglockner Hochalpenstrasse<br />

112<br />

<strong>SPORTaktiv</strong>-OUTDOORGUIDE <strong>2017</strong>


113


SALZBURG<br />

SPORTLICHES<br />

WERFENWENG<br />

Zu Fuß, per Rad oder in der Luft: Im Salzburger Pongau haben<br />

Bewegungsbegeisterte alle Optionen, ihren Leidenschaften nachzugehen.<br />

Sanfter Tourismus, das bedeutet:<br />

Ruhe und Entspannung,<br />

Naturgenuss fernab von Stress<br />

und Hektik des Alltags. In<br />

Werfenweng, idyllisch auf der Südseite<br />

des Tennengebirges im Salzburger<br />

Pongau gelegen, gehört Entschleunigung<br />

zum Programm. Langweilig<br />

wird dabei aber garantiert niemandem!<br />

So finden sich in der Region<br />

zahllose Möglichkeiten zur aktiven<br />

Erholung: Erfahrene Gipfelstürmer<br />

kommen hier ebenso zu ihrem Spaß<br />

wie Liebhaber langer Wanderungen<br />

und lockerer Spaziergänge. Unweit<br />

des Ferienorts lädt das Hochtal zu jeder<br />

Jahreszeit dazu ein, die Schönheiten<br />

seiner Natur mit allen Sinnen<br />

wahrzunehmen. Eine besonders attraktive<br />

Möglichkeit dafür findet<br />

man auf den frisch angelegten, rund<br />

zwölf Kilometer langen Wegen des<br />

„Werfenwenger Spazierhimmels“.<br />

Weit weg von Autoverkehr und anderen<br />

Störfaktoren führen sie entlang<br />

saftiger Baumreihen und kristallklarer<br />

Bachläufe zu den schönsten Aussichtsplätzen<br />

der Region.<br />

SANFT MOBIL AM (E-)BIKE<br />

Mit dem Tourenrad oder dem Mountainbike<br />

die Gegend erkunden? Aber<br />

gern! Fahrradfahrer haben in und um<br />

Werfenweng alle Möglichkeiten, abgasfrei<br />

und nur mit Muskelkraft die<br />

Bergwelt zu erfahren. Wer dafür ein<br />

wenig elektrische Unterstützung<br />

braucht, kann aufs E-Bike umsteigen.<br />

Das lässt sich – falls kein eigenes vorhanden<br />

ist – auch direkt vor Ort ausleihen,<br />

am besten mit der samo-Card,<br />

welche viele weitere Vorteile, wie beispielsweise<br />

die Nutzung von Elektro-<br />

114<br />

<strong>SPORTaktiv</strong>-OUTDOORGUIDE <strong>2017</strong>


Die hervorragende Thermik macht<br />

Werfenweng auch zum Paradies der<br />

Para gleiter – was auch Jakob Herrmann<br />

(Bild rechts), Werfenwenger<br />

und einer der besten Skibergsteiger<br />

Österreichs, gerne nutzt.<br />

FOTOS: TVB Werfenweng/ Bernhard Bergmann, Fotolia, Jakob Herrmann<br />

fahrzeugen oder die Teilnahme an geführten<br />

Wanderungen bereithält.<br />

Denn in Werfenweng macht man<br />

samo – sanfte Mobilität – zum Urlaubsprinzip.<br />

PERSPEKTIVENWECHSEL<br />

Ein Paradies ist Werfenweng aufgrund<br />

seiner einmaligen Lage und der Thermik<br />

auch für Paragleiter und Drachenflieger.<br />

Vom bequem mit der lokalen<br />

Ikarus-Seilbahn erreichbaren Hausberg<br />

Bischling aus starten die Anhänger<br />

dieses Sports auf rund 1.850 Metern<br />

Höhe ihre Flüge. Jakob<br />

Herrmann ist hier quasi zu Hause: Die<br />

zweite Leidenschaft des österreichischen<br />

Nationalteam-Skibergsteigers<br />

gehört nämlich dem Gleitschirmfliegen,<br />

das er vor einigen Jahren auch zu<br />

seinem Beruf machte. So bietet das<br />

Unternehmen des Pongauers unter<br />

anderem spezielle Tandemflüge, während<br />

derer Urlauber die Region aus der<br />

Vogelperspektive bestaunen können,<br />

an – der ideale Start für eine Karriere<br />

als „Überflieger“!<br />

Package-Tipp<br />

INKLUDIERT SIND: • 2 ÜN mit Frühstück für 2 Personen • samo-Card*<br />

PREISE: ab € 80,– (Ferienwohnung) / ab €112,– (Bauernhof)<br />

ab € 142,– (3-Sterne-Hotel) / ab € 276,– (4-Sterne-Hotel)<br />

ab € 316,– (4-Sterne-Superior-Hotel)<br />

*Die samo-Card hat inkludierte Leistungen im Wert von über € 350,–!<br />

INFOS UND BUCHUNGEN: Tourismusverband Werfenweng,<br />

Tel. 0043 6466 42 00, tourismusverband@werfenweng.eu, www.werfenweng.eu<br />

115


SALZBURG<br />

266 DREITAUSENDER<br />

IM RUCKSACK<br />

Zum ersten Mal das Klettern ausprobieren, erste Schritte im Gletschergelände wagen<br />

oder den ersten Dreitausender-Gipfel ins Tourenbuch eintragen: Solche „Abenteuer<br />

im Kopf“ werden mit den Bergführern Wildkogel-Arena, mitten in der<br />

Ferienregion Nationalpark Hohe Tauern, jeden Tag aufs Neue Realität.<br />

116<br />

<strong>SPORTaktiv</strong>-OUTDOORGUIDE <strong>2017</strong>


FOTOS:WILDKOGEL-ARENA NEUKIRCHEN & BRAMBERG<br />

Keine Frage: Der Nationalpark<br />

Hohe Tauern zählt zu den imposantesten<br />

Hochgebirgslandschaften<br />

der Erde. 266 Dreitausender<br />

und 342 Gletscher können hier<br />

begangen werden. Einige der schönsten<br />

Gipfel stehen in der Wildkogel-Arena<br />

Neukirchen & Bramberg<br />

Spalier. Beim Schnupperklettern, bei<br />

ersten Schritten am Gletscher und auf<br />

leichten Klettersteigen lässt sich die<br />

Venedigergruppe mit echten Profis<br />

von immer neuen Seiten entdecken.<br />

Wer den Einstieg in die höheren<br />

bergsportlichen Aufgaben schon geschafft<br />

hat, entscheidet sich vielleicht<br />

für ein Zwei-Täler-Gletschertrekking:<br />

von den Krimmler Wasserfällen ausgehend<br />

führt die Tour über das<br />

Krimmler Achental und das Krimmler<br />

Törl ins Obersulzbachtal. Das<br />

Nonplusultra für konditionsstarke<br />

und trittsichere Gipfelfreunde ist jedoch<br />

eine Großvenedigertour mit den<br />

Bergführern. Salzburgs höchster Dreitausender<br />

(3.666 m) wird im Rahmen<br />

einer 1,5-Tagestour vom Obersulzbachtal<br />

aus angegangen, samt Übernachtung<br />

auf der Kürsingerhütte.<br />

Und auch wenn Bergfexe einen<br />

anderen Dreitausender ins Visier genommen<br />

haben, sind die Bergführer<br />

sichere Begleiter: etwa am Keeskogel,<br />

dem Larmkogel, der Dreiherrenspitze,<br />

dem Gabler oder dem Großen Geiger,<br />

einem der imposantesten Dreitausender<br />

der Venedigergruppe. Oder<br />

natürlich auch am 3.798 m hohen<br />

Großglockner.<br />

VON GEMÜTLICH BIS FORDERND<br />

Andererseits starten von der Bergstation<br />

der Wildkogelbahn aus schöne, einfache<br />

und sogar kinderwagen taugliche<br />

Rundwege. Was zum Familien-Wanderglück<br />

im wahrsten Sinne des Wortes<br />

„beiträgt“, sind Kindertragen, Buggies<br />

für die Kleinen sowie Bergschuhe<br />

für Erwachsene, die mit der Gästekarte<br />

von Neukirchen und Bramberg gratis<br />

ausgeliehen werden können. In den<br />

gemütlichen Hütten mit großen<br />

Sonnenterrassen werden Pinzgauer<br />

Schmankerl aufgetischt – und man<br />

genießt einen herrlichen Blick auf die<br />

Hohen Tauern.<br />

Die Tauerntäler locken auch<br />

Mountainbiker mit Traumrouten und<br />

grandiosen Aussichten. Genussradler<br />

können in den 270 Kilometer langen<br />

Tauernradweg einsteigen – und bei<br />

Bedarf zwischen Krimml und Zell am<br />

See alle paar Kilometer auf die<br />

Pinzgauer Lokalbahn umsteigen. Der<br />

Tipp dazu: Mit der Nationalpark Sommercard<br />

MOBIL sind alle lokalen, öffentlichen<br />

Verkehrsmittel und die<br />

Sommerbergbahnen nutzbar!<br />

Kontakt:<br />

WILDKOGEL-ARENA<br />

NEUKIRCHEN & BRAMBERG<br />

5741 Neukirchen am Großvenediger<br />

5733 Bramberg am Wildkogel<br />

Tel: 0 72 0/71 07 30<br />

E-Mail: info@wildkogel-arena.at<br />

www.wildkogel-arena.at<br />

117


HOTSPOT IN SALZBURG<br />

GEH AUF SCHATZSUCHE!<br />

... UND ENTDECKE ECHTE HEILKRÄUTERSCHÄTZE AUF DEN ALMWIESEN. Die<br />

Region Hochkönig steht nämlich für eine grandiose Landschaft und für eine<br />

intakte Natur, zu der ein wahrer Kräuterschatz gehört. Mit fachkundigen<br />

Kräuterpädagogen zu wandern ist ein Erlebnis mit großem Mehrwert – man<br />

kann sich aber auch auf eigene Faust auf den Kräuterweg machen. Spezielle<br />

Kräuterwanderungen werden auch für Kinder angeboten – dabei geht’s ums<br />

Staunen, Lernen und Sammeln. Die 13 Kräuteralmen verwöhnen die Besucher<br />

mit verschiedenen Kräuter-Schmankerln – mit schmackhaften Speisen,<br />

wohltuenden Tees und bekömmlichen Spirituosen.<br />

TIPP: „ECHT, EHRLICH & URSPRÜNGLICH – KRÄUTERWANDERN“<br />

• 3 oder 7 Übernachtungen • Hochkönig Card • Gutschein für ein<br />

Almfrühstück • Wildkräuterführung • Hochkönig-Wanderkarte –<br />

Ab € 142,– pro Person (buchbar bis 14. Oktober)<br />

ALLE DETAILS ZU DIESEM ANGEBOT FINDEST DU UNTER:<br />

www.hochkoenig.at<br />

FOTOS: Hochkönig Tourismus<br />

118<br />

<strong>SPORTaktiv</strong>-OUTDOORGUIDE <strong>2017</strong>


119


SALZBURG<br />

GOLDENER SOMMER<br />

Ein Sandstrand mitten in den Bergen, ein Goldstollen zum Entspannen und hohe Berge<br />

rundherum: All das bietet „Das.Goldberg“ in Bad Hofgastein.<br />

An einem Logenplatz gelegen, mit<br />

herrlichem Ausblick auf den Nationalpark<br />

Hohe Tauern, ist<br />

„Das.Goldberg“ in Bad Hofgastein ein<br />

perfektes Basislager, um seinen Urlaub<br />

aktiv zu genießen. Ob entspannt<br />

durchs Tal oder steil bergauf über fordernde<br />

Trails und Steige – für jeden<br />

Geschmack gibt es eine Tour, die direkt<br />

vor der Haustür startet.<br />

Wer lieber in Begleitung unterwegs<br />

ist, findet in Christian Pichler einen<br />

versierten Bergführer, der die Hotelgäste<br />

zu den schönsten Plätzen des<br />

Gasteiner Tals führt. Unvergessliche<br />

Erlebnisse sind seine Sonnenaufgangs-<br />

oder Barfußwanderungen.<br />

Wer seine Wanderstöcke vergessen<br />

hat oder einmal ein E-Bike ausprobieren<br />

möchte, kann sich diese Ausrüstung<br />

im Hotel ausleihen.<br />

Aber auch für Golfer ist „Das.<br />

Goldberg“ perfekt. Gleich im<br />

Nachbar ort Bad Gastein wartet ein<br />

18-Loch-Platz und Hotelgäste erhalten<br />

20 Prozent Rabatt auf die Greenfee.<br />

ERHOLUNG MIT GLETSCHERBLICK<br />

Morgens aktiv in den Bergen oder auf<br />

dem Golfplatz – und nachmittags an<br />

den Strand! Am feinen Goldstrand des<br />

Naturbadeteichs lässt es sich mit den<br />

Füßen im warmen Sand und einem<br />

Cocktail in der Hand wunderbar entspannen.<br />

Um sich fit für den nächsten Tag<br />

zu machen, lockt das Natur-Spa. Hier<br />

versprechen eine Saunalandschaft,<br />

ein Pool mit Panoramablick sowie ein<br />

großzügiger Ruhebereich innen und<br />

außen pure Entspannung. Panoramafenster<br />

geben zudem vom Spa aus den<br />

Blick auf die Natur frei. Ein Highlight<br />

ist der Goldstollen. Dieses Caldarium<br />

hat in Design und Wirkung den Gasteiner<br />

Heilstollen als Vorbild. Bei einer<br />

Temperatur von 42 bis 45 Grad Celsius<br />

fühlen sich Erholungsuchende<br />

ganz wie im Inneren eines Berges.<br />

SCHÖNER WOHNEN<br />

Ebenfalls top: Die 65 Studios und Suiten<br />

des Hotels sind alle zur Tal- oder<br />

Südseite ausgerichtet und große Glasfronten<br />

ermöglichen einen direkten<br />

Blick auf die historische Marktgemeinde<br />

Bad Hofgastein, den Gletscher<br />

sowie das Bergpanorama. Die Wohnräume<br />

verfügen über große Terrassen<br />

oder Balkone, eine Regendusche in<br />

den Bädern sowie teilweise über einen<br />

gemütlichen Schaukelstuhl und eine<br />

freistehende Badewanne.<br />

Außerdem verwöhnen die Gastgeber<br />

Vera und Georg Seer ihre Gäste<br />

tagtäglich mit persönlichem Service,<br />

feiner regionaler Kulinarik und Spezialitäten<br />

aus der eigenen Kaffeerösterei<br />

und Brot-Manufaktur.<br />

Kontakt:<br />

DAS.GOLDBERG<br />

Haltestellenweg 23,<br />

5630 Bad Hofgastein<br />

Tel.: 0 64 32/64 44<br />

E-Mail: info@dasgoldberg.at<br />

www.dasgoldberg.at<br />

FOTOS: Das.Goldberg<br />

120<br />

<strong>SPORTaktiv</strong>-OUTDOORGUIDE <strong>2017</strong>


DIE LEICHTIGKEIT DES WANDERNS<br />

Flachau bietet allen Outdoor-Liebhabern einen einfachen Einstieg in die Bergwelt.<br />

Und punktet zudem mit einem hohen Spaßfaktor.<br />

FOTOS: Flachau Tourismus<br />

Keine Frage: Die Berge sind ein unvergleichlicher<br />

Naturraum, der<br />

Ruhe, Entspannung und Action<br />

verspricht. Nah am Himmel und weit<br />

weg vom Alltag können Körper, Geist<br />

und Seele aufatmen – und auch der<br />

Spaß kommt nicht zu kurz. Flachau<br />

im Salzburger Land bietet die besten<br />

Voraussetzungen für einen aktiven<br />

Sommerurlaub in den Bergen, für Einsteiger<br />

ebenso wie für echte Bergfexe<br />

und die ganze Familie. Das Tal ist<br />

weit, die Gipfel sind aussichtsreich,<br />

die Bergbahnen bequem und das Angebot<br />

vielfältig.<br />

WANDERN UND „SOMMERLIFTLN“<br />

Flachau ist umgeben von einer grandiosen<br />

Bergwelt mit malerisch gelegenen<br />

Almhütten, grünen Wiesen und<br />

glasklaren Bächen. Das alles ergibt ein<br />

ideales Terrain für erlebnisreiche<br />

Wanderungen. Diese lassen sich individuell<br />

unternehmen – oder in einer<br />

Gruppe Gleichgesinnter und unter<br />

Aufsicht eines professionellen Wanderführers.<br />

Während der Sommermonate<br />

werden täglich geführte Erlebniswanderungen<br />

angeboten, darunter<br />

Alm-, Kulinarik- und Gipfeltouren sowie<br />

eine Sonnenaufgangswanderung<br />

als echte Highlighttour.<br />

Besonders bequem geht es mit den<br />

Bergbahnen in Richtung Gipfel, mitten<br />

hinein ins Wandergebiet Grießenkar.<br />

Hier sind alle, die die Natur lieben,<br />

frische Gebirgsluft schnuppern wollen<br />

und Lust auf Abenteuer haben, richtig<br />

– egal, ob sie „bloß“ Flori’s Erlebnispfad<br />

beschreiten oder einen Gipfel besteigen<br />

wollen. Tipp: Einen besonders<br />

schönen Rundum-Panoramablick auf<br />

den Dachstein und die Tauern bietet<br />

der Gipfel des 2.051 Meter hohen<br />

Lackenkogels. An dessen Fuß befindet<br />

sich mit den Lackenalmen eines der<br />

wohl schönsten Almengebiete des oberen<br />

Ennstals. Stärken kann man sich<br />

oben auf den zahlreichen Almhütten,<br />

wo feinste regionale Schmankerl serviert<br />

werden.<br />

SECHS SCHULEN FÜR SPORTLICHE<br />

Die Anreise nach Flachau erfolgt über<br />

die Tauernautobahn A10 – von dort<br />

landet man direkt im Hotspot für Outdoor-Liebhaber.<br />

Sechs Sportschulen<br />

sorgen außerdem dafür, dass bestimmt<br />

keine Langeweile aufkommt:<br />

Sie bieten beispielsweise Höhlen- und<br />

Klettertouren, Mountainskyve- oder<br />

Canyoning-Abenteuer an.<br />

Einen ganz besonderen Service<br />

bietet das Sport- & Aktivzentrum<br />

Flachau: Hier kann ein persönliches<br />

Urlaubs-Wunschprogramm individuell<br />

zusammengestellt und auch gleich<br />

gebucht werden.<br />

ALLE INFOS UND BUCHUNG<br />

Flachau Tourismus<br />

Tel.: 0 64 57/22 14<br />

E-Mail: info@flachau.com<br />

www.flachau.com<br />

121


SALZBURG<br />

RUNDUM-ANGEBOT IN<br />

SALZBURG UND DRUMHERUM<br />

Die Mozartstadt und ihre Umgebungsorte Grödig, Wals-Siezenheim und Eugendorf<br />

bieten nicht nur Kultur, sondern auch jede Menge sportliche Möglichkeiten.<br />

Wer Salzburg hört, denkt oft an<br />

Hochkultur: Mozart, Festspiele<br />

und die UNESCO-Altstadt.<br />

Dabei hat Salzburg auch in<br />

sportlicher Hinsicht viel zu bieten.<br />

Kaum eine andere Stadt in Österreich<br />

vereint Kultur und Natur auf so harmonische<br />

Weise wie die Mozartstadt.<br />

Außerdem ist sie Austragungsort für<br />

zahlreiche Sportveranstaltungen.<br />

DIE SPORTLICHE STADT ...<br />

Durch seine grüne Natur mitten in der<br />

Stadt sowie die Infrastruktur bietet<br />

sich Salzburg für Wanderungen und<br />

zum Radeln an. Beim Wandern über<br />

die Stadtberge oder einer ausgedehnten<br />

Fahrradtour entlang der Salzach<br />

zeigt sich die Weltkulturerbestadt aus<br />

ganz neuen Perspektiven. 184 Kilometer<br />

misst das lokale Radwegenetz und<br />

ganze 13 Routen führen durchs Stadtgebiet.<br />

Auf diesen Strecken ist es ein<br />

Leichtes, in die umgrenzenden Gemeinden<br />

zu fahren und die Nähe von<br />

Stadt und Land auszukosten.<br />

Neben Großveranstaltungen wie<br />

dem „mozart100“-Lauf, dem Salzburg<br />

Marathon oder dem Red Bull X-Alps,<br />

bieten Salzburg und die angrenzenden<br />

Orte Eugendorf, Grödig und<br />

Wals-Siezenheim vielfältige Sportangebote<br />

für Groß und Klein, für Abenteurer<br />

und Genusssportler.<br />

... UND IHRE UMGEBUNGSORTE<br />

Stichwort Nachbarorte: In Grödig und<br />

Wals-Siezenheim befindet sich der<br />

Untersberg. Im Winter bei Skitourengehern<br />

beliebt, eröffnet er im Sommer<br />

nach einem fordernden Aufstieg einen<br />

spektakulären Ausblick über den<br />

Salzburger Flachgau sowie das Steinerne<br />

Meer Richtung Saalfelden. Wer<br />

den Ausblick ohne Anstrengung genießen<br />

will, nimmt die Untersbergbahn.<br />

Eugendorf wiederum liegt direkt<br />

auf dem Weg ins Salzkammergut<br />

– also in einer Gegend, die durch die<br />

malerische Schönheit ihrer Seen und<br />

der Bergwelt bezaubert.<br />

Da die Salzburger in der Regel<br />

selbst sehr sportlich sind, kennen sie<br />

sowohl das landschaftliche Angebot<br />

als auch die Bedürfnisse von sportlichen<br />

Gästen genau. Einige Hotels entsprechen<br />

sogar den Ansprüchen von<br />

Profisportlern, während andere sich<br />

wiederum besonders für Erholungssuchende<br />

eignen. Allen gemeinsam ist,<br />

dass der Gast mit seinen individuellen<br />

Wünschen im Mittelpunkt steht.<br />

Tipp: „Slow-Bike“<br />

3 EUREGIO-GIPFEL IN 4 ETAPPEN<br />

Dieser 160 km Fahrradrundweg führt<br />

durch Voralpenlandschaft über Buchberg,<br />

Gaisberg und Högl.<br />

Info: www.slow-bike-tour.com<br />

Alle Infos:<br />

Über die Stadt Salzburg und ihre<br />

vielen Vorteilen informierst du dich<br />

am besten auf:<br />

www.salzburg.info/pauschalen<br />

Alles zu den Salzburger Umlandgemeinden<br />

steht auf:<br />

www.salzburg-umgebung.com<br />

FOTOS: Untersberg © TVB Grödig / Salzburg mit Slow Bike © makrohaus AG/Thomas Kujat / Wals © TVB Wals-Siezenheim / Eugendorf Radler © Wildbild<br />

122<br />

<strong>SPORTaktiv</strong>-OUTDOORGUIDE <strong>2017</strong>


facebook.com/marmot.mountain.europe<br />

Gabe Rogel<br />

THE RAIN<br />

STOPS HERE<br />

Shell Kollektion<br />

Den Elementen aussetzten und gleichzeitig maximal geschützt. Egal bei welchen<br />

Bedingungen, Marmots technische Shells schützen Dich dank funktioneller Membranen<br />

und durchdachten Designs bei allen Outdoor Abenteuern vor den Elementen.<br />

Knife Edge Jacket & Wm’s Knife Edge Jacket<br />

www.marmot.eu


BIKE’N SOUL HOTELS<br />

SAALBACH HINTERGLEMM<br />

Die bike’n soul Hotels in Saalbach Hinterglemm füllen<br />

ein breites Spektrum an Unterkünften, perfekt ausgerichtet<br />

auf die Bedürfnisse von Mountainbikern. Ob Luxushotel,<br />

Appartement oder urige Almhütte - die Entscheidung<br />

liegt bei Ihnen. Mit Guiding, speziellen Bike-Vorteilen und<br />

3 bike‘n soul Shops & Rentals sind die bike’n soul Hotels<br />

Ihre Top-Adresse für einen lässigen und unkomplizierten<br />

Bikeurlaub!<br />

TIPP:<br />

bike‘n soul UP&DOWN Package mit Guiding und<br />

speziellen Vorteilen für Biker!<br />

Alle Infos unter<br />

WWW.BIKE-N-SOUL.AT


EINFACH<br />

WANDERN<br />

Genießer genauso wie Bergprofis fühlen sich in Saalfelden Leogang wie zu Hause.<br />

FOTOS: Saalfelden Leogang Touristik<br />

Saalfelden Leogang im Salzburger<br />

Pinzgau ist die kontrastreichste<br />

Urlaubsregion der Alpen. Zwischen<br />

Kalkriesen und sanften Grasbergen,<br />

Ländlichkeit und Urbanität,<br />

Tradition und Innovation ergibt sich<br />

eine einzigartige Kombination. Damit<br />

bietet die Urlaubsstadt Saalfelden<br />

und das Urlaubsdorf Leogang ein umfangreiches<br />

Angebot an Erlebnissen<br />

für die ganze Familie.<br />

Für alle ist etwas dabei: Auf schier<br />

endlosen Wanderwegen finden Erholungssuchende<br />

die ersehnte Entspannung,<br />

und wer sich in luftigen Höhen<br />

wohler fühlt, findet seine Erfüllung<br />

auf den unzähligen Kletterrouten<br />

und zehn Klettersteigen in und um<br />

Saalfelden Leogang.<br />

DER BERG UND DIE FÜNF SINNE<br />

Bei allen natürlichen Ressourcen<br />

bleibt in der Region dennoch nichts<br />

dem Zufall überlassen. Hinter dem<br />

Schlagwort „Einfach wandern“ steht<br />

ein Konzept, um jede Tour zum individuellen<br />

Erlebnis werden zu lassen. Für<br />

Genusswanderer wurden die Wege beispielsweise<br />

nach einem bestimmten<br />

Muster angelegt. Dort gibt es etwa Bänke<br />

und Waldschaukeln zum Ausruhen<br />

Eine Card, viele Vorteile<br />

DIE LÖWEN ALPIN CARD ist in der<br />

Region Saalfelden Leogang der Schlüssel<br />

zu vielen Vorteilen: Sie bietet täglich<br />

freie Berg- und Talfahrten mit den<br />

Bergbahnen, Eintritte zu den drei Freischwimmbädern,<br />

erlaubt die Teilnahmen<br />

an geführten Wanderungen, dem<br />

Kinderprogramm u. v. m. Wer bei einem<br />

Löwen-Alpin-Partnerbetrieb nächtigt,<br />

erhält die Card kostenlos.<br />

ALLE INFOS UND BUCHUNGEN:<br />

Saalfelden Leogang Touristik GmbH<br />

Tel.: 0 65 82/ 70 660<br />

E-Mail: info@saalfelden-leogang.at<br />

www.saalfelden-leogang.com<br />

und Verweilen sowie Photopoints, an<br />

denen Wanderer mit der Kamera die<br />

besten Motive einfangen können.<br />

Als „Berg der Sinne“ bietet der<br />

Asitz auch die einzigartige Möglichkeit,<br />

die Natur im wahrsten Sinne des<br />

Wortes mit allen fünf Sinnen zu erleben.<br />

Für jene, die sich auch mal eine<br />

Verschnaufpause gönnen wollen,<br />

gibt es ab diesem Sommer dort zudem<br />

das Angebot „Stille Wasser“: Ruheliegen,<br />

Aussichtsterrassen und eine<br />

Schwimmplattform mit atemberaubendem<br />

Blick laden dazu ein, einfach<br />

vom Alltag abzuschalten.<br />

MIT 130 KM/H ÜBER DIE BAUMWIPFEL<br />

Wer aber nach einer gehörigen Portion<br />

Action sucht, ist beim „Flying Fox XXL“<br />

genau richtig: Als eine der längsten<br />

und schnellsten Stahlseilrutschen der<br />

Welt bieten die 1.600 Meter einen prickelnden<br />

Nervenkitzel für Wagemutige.<br />

Die Beschleunigung ist atemberaubend<br />

und mit 130 km/h rauschen<br />

Urlauber schließlich über die Baumwipfel<br />

und erleben einen unvergesslichen<br />

Ausblick auf die Bergwelt.<br />

Wer höchst sportliche Herausforderungen<br />

im Trendsport Klettern<br />

sucht, ist hier in guter Gesellschaft: In<br />

der Bergsportregion Steinberge sind<br />

auch Profis wie Markus Bendler, Chris<br />

Sharma und die Huber-Buam regelmäßig<br />

unterwegs. Das Highlight nennt<br />

sich „Pinzgawurm“ – und ist mit 45 Seillängen<br />

gar eine der längsten und actiongeladensten<br />

Kletterrouten der Alpen.<br />

125


OUTDOORGUIDE<br />

LIVE DABEI<br />

SERIE<br />

FELSWAND,<br />

ICH KOMME!<br />

KLETTERN ERFREUT SICH STETIG WACHSENDER BELIEBTHEIT.<br />

Wer sich allerdings das erste Mal in die Hallenwand oder den Fels wagt,<br />

muss ein paar Grundtechniken beherrschen, um sicher nach oben zu<br />

kommen. Redakteurin Claudia Riedl wollte den ersten Einstieg in die<br />

Felswand einmal versuchen – und hat sich zu einem Kletterkurs in die<br />

Bergsportregion Steinberge aufgemacht.<br />

126<br />

TEXT: Claudia Riedl <strong>SPORTaktiv</strong>-OUTDOORGUIDE <strong>2017</strong>


FOTOS: Textwerkstatt/Irene Walser, airFreshing/Veit Schumacher, privat<br />

Das Klettern – sowohl indoor<br />

als auch an der Felswand –<br />

boomt. Dementsprechend<br />

groß ist die Nachfrage nach<br />

Kletterkursen, die dem Neuling das<br />

nötige „Rüstzeug“ fürs Hochsteigen<br />

einer Wand mitgeben.<br />

Auch <strong>SPORTaktiv</strong> hat sich vom<br />

Hype um diese Sportart anstecken lassen<br />

und Kletternovizin Claudia Riedl<br />

in die Leoganger und Loferer Steinberge<br />

geschickt, um dort an einem Einsteiger-Kletterkurs<br />

teilzunehmen.<br />

Der perfekte Ort für diese Ersterfahrung<br />

– denn die Salzburger Region<br />

Saalfelden Leogang bietet mit dem<br />

Salzburger Saalachtal und der benachbarten<br />

Region Tiroler PillerseeTal –<br />

Kitzbüheler Alpen gemeinsam eine<br />

quasi unerschöpfliche Bandbreite an<br />

Kletter mög lichkeiten. Wie weit (und<br />

hoch) Claudia bei ihrer ersten Klettererfahrung<br />

kam, beschreibt sie hier ...<br />

DIE ERSTEN TRITTE<br />

Es gibt für alles ein erstes Mal. Das gilt<br />

fürs Autofahren, fürs Marathonlaufen<br />

– für mich war’s das Klettern. Zwei<br />

Tage lang durfte ich mit vier weiteren<br />

Kletternovizen die Steinberge unsicher<br />

machen. Das Kurs programm war<br />

klar definiert: zuerst Hallenklettern,<br />

um sich mit der Materie vertraut zu<br />

machen, und dann Sportklettern am<br />

Fels.<br />

Am Tag 1 geht es für unsere fünfköpfige<br />

Anfängergruppe also von unserem<br />

„Basislager“, dem Salzburger<br />

Hof, ins Überdachte – genauer zur<br />

Kletterhalle „felsenfest“ in Saalfelden<br />

mit insgesamt 1.700 m 2 Kletterfläche.<br />

Mein erster Eindruck: sehr viele bunte<br />

Griffe!<br />

In der Halle nimmt uns Kletterlehrer<br />

Georg Kysela gleich unter seine<br />

Fittiche und stattet uns mit Klettergurt<br />

und -schuhen aus. Bevor wir aber<br />

Hand an der buntbesteinten Wand anlegen<br />

dürfen, schärft uns Georg noch<br />

die drei Kletter-Grundregeln ein, die<br />

da lauten:<br />

1. Nicht die Armkraft ist entscheidend<br />

– im Idealfall drückt man sich aus den<br />

Beinen hoch.<br />

2. Die Hüfte nah an die Wand, um die<br />

Belastung auf die Beine zu bekommen.<br />

3. Immer am langen, gestreckten Arm<br />

klettern.<br />

Kletterneulinge lernen zunächst am besten in der Halle das richtige Verhalten.<br />

Mit diesen Anweisungen im Hinterkopf<br />

geht es dann erst mal ab zum<br />

Bouldern – sozusagen zum „Warmwerden“.<br />

Nachdem sich alle mit Griff<br />

und Tritt vertraut gemacht haben,<br />

nimmt uns Georg auch schon mit zur<br />

„hohen Wand“ – jetzt wird Toprope geklettert.<br />

„Für Einsteiger ist das Toprope-Klettern,<br />

bei dem beide Seilenden<br />

bis zum Boden reichen und zwei<br />

Personen eine Seilschaft bilden, eine<br />

risikoarme Möglichkeit, das Klettern<br />

und Sichern zu erlernen. Der Sichernde<br />

reicht laufend Seil nach, während<br />

sein Partner klettert“, erklärt uns der<br />

Profi und zeigt uns anschließend den<br />

korrekten Umgang mit dem Sicherungsgerät<br />

und das Einbinden in den<br />

Gurt mit einem Achterknoten.<br />

Fertig „vertaut“, wage ich mich<br />

also an die Wand. Arme ausstrecken,<br />

wegsteigen und den nächsthöheren<br />

Griff schnappen – mit diesem Mantra<br />

klettere ich immer höher die Wand hinauf,<br />

wobei ich zwischendurch automatisch<br />

dazu neige, zu viel mit den<br />

Armen zu ziehen und die Griffe zu<br />

„quetschen“, statt mit den Beinen wegzusteigen.<br />

Ein klassischer Anfängerfehler,<br />

wie ich mir später sagen lasse.<br />

Ganz oben angekommen geht mir<br />

langsam die Kraft aus. Ich drehe meinen<br />

Kopf, um meinem Sicherungspartner<br />

zu sagen, dass ich wieder nach<br />

unten möchte. Ganz schön hoch oben,<br />

nebenbei bemerkt.<br />

Aber kein Grund zur Sorge. Ein<br />

Vorteil beim Toprope-Klettern besteht<br />

darin, dass sich der Kletterer jederzeit<br />

in das Seil hängen und von seinem<br />

Partner auf den Boden abgelassen<br />

werden kann. Also kippe ich beruhigt<br />

nach hinten und lasse mich nach unten<br />

befördern, wobei ich mich in<br />

James-Bond-Manier immer wieder<br />

mit den Füßen von der Wand abstoße.<br />

Wir wiederholen die Kletterei so<br />

lange, bis jeder Teilnehmer mit Klettern<br />

und Sichern an der Reihe war.<br />

Fürs Protokoll: Vom Sichern wurde<br />

ich aus gewichtstechnischen Gründen<br />

(zu leicht für alle anwesenden<br />

Kletterpartner) „freigestellt“. Das<br />

schreit also förmlich nach einer Extraportion<br />

Spinatknödel am Abend!<br />

NATURWAND STATT HALLE<br />

Nachdem wir uns indoor die ersten<br />

Sporen verdient haben, steigt bei uns<br />

am zweiten Kurstag die Lust auf einen<br />

„Griffwechsel“ – sprich: Ran an den<br />

echten Fels! Also machen wir uns auf<br />

127


KLETTERKURS<br />

Anleitung vom Profi: Um den Sprung von der Halle an den Fels zu schaffen, sind<br />

entsprechendes Know-how und ein bisschen Mut gefragt.<br />

den Weg zur Steinplatte, einem gut<br />

1.800 Meter hohen Bergmassiv im Tiroler<br />

Pillerseetal. Zum Klettern verschlägt<br />

es uns auf die Südseite, wo der<br />

Berg in markante Felswände abbricht.<br />

Dort angekommen, fallen uns sofort<br />

die markanten Unterschiede zwischen<br />

Halle und Fels auf. Im Freien herrschen<br />

– naturgemäß – keine standardisierten<br />

Bedingungen wie normierte Hakenabstände<br />

vor. Es gibt keine fix installierten<br />

Sicherungsseile, sondern nur Sicherungshaken.<br />

Alles naturbelassen<br />

also.<br />

„Beim Felsklettern ist viel mehr<br />

Eigenverantwortung als in der Halle<br />

gefragt. Hier kann es auch mal vorkommen,<br />

dass sich ein Haken über<br />

den Winter etwas lockert“, betont<br />

auch Ski- und Bergführer Reinhold<br />

Percht, der uns heute ins Felsklettern<br />

einführt. Skeptisch beäuge ich die<br />

Felswand – wo soll man hier hinsteigen<br />

und sich festhalten? Ich schiebe<br />

meine Bedenken aber beiseite und beobachte,<br />

wie Reini die Routen für uns<br />

vorbereitet.<br />

„Wichtiges Ausrüstungsbestandteil<br />

ist das Seil, das mindestens doppelt<br />

so lang wie die Route sein muss,<br />

um wie in der Halle toprope sichern<br />

zu können“, erklärt er uns. Eine Einführung<br />

in Sachen Knotenkunde, Sicherungstechniken,<br />

Klettern im Vorund<br />

Nachstieg sowie im Abseilen<br />

gibt’s vom Experten nochmal obendrauf.<br />

Und dann geht’s los.<br />

Verwöhnt von der Halle, ist es anfangs<br />

gar nicht so einfach, Griffe und<br />

Tritte im Fels überhaupt zu erkennen.<br />

Je weiter ich mich nach oben „hangele“,<br />

desto glatter werden die Felsen<br />

und desto schwieriger wird es, Halt in<br />

der Wand zu finden. In puncto Kraft<br />

fällt mir das Klettern im Freien zwar<br />

leichter, da die „Naturwand“ weniger<br />

steil ist. Trotzdem klopft das Herz<br />

nach ein paar Minuten am Fels heftig.<br />

Bei einigen Passagen hänge ich nur<br />

sehr instabil in der Wand und muss<br />

mich mit den Fingern festklammern,<br />

um nicht abzurutschen.<br />

Trotz allem schaffe ich es bis ganz<br />

nach oben – ein tolles Gefühl, und<br />

auch mein Puls normalisiert sich wieder.<br />

Zurück am Boden brennt mir<br />

dann noch eine Frage auf der Zunge:<br />

Wie kann ich an Ängsten beim Klettern<br />

arbeiten? Profi Reini hat einen<br />

Tipp: „Man sollte immer nur so weit<br />

an der Wand hochsteigen, wie man<br />

sich wohlfühlt. Es bringt nichts, weiterzuklettern,<br />

wenn bereits die Beine<br />

zittern. Zuerst kleinere Ziele setzen,<br />

dann kommt die Höhe von alleine.“<br />

KLETTERKURS – EIN MUSS!<br />

Mit dem guten Gefühl, einiges in der<br />

Wand erreicht zu haben, trete ich nach<br />

zwei intensiven Kurstagen schließlich<br />

die Heimreise an. Wer wie ich den<br />

Trendsport das erste Mal ausprobieren<br />

möchte, dem sei ein Einsteiger-Kletterkurs<br />

wärmstens empfohlen. Denn sowohl<br />

Indoor als auch am Fels ist neben<br />

Erfahrung vor allem Know-how nötig,<br />

um sicher nach oben zu kommen. Etwas<br />

sportliche Grundkondition und<br />

ein bisschen Mut sollte man auch mitbringen<br />

– so wird Klettern für jeden<br />

zur schaffbaren Herausforderung. Na<br />

dann: Ran an die Wand!<br />

FOTOS: Textwerkstatt/Irene Walser<br />

Thule Guidepost<br />

Mit der Thule Guidepost Serie konzentrieren wir uns auf das,<br />

was draußen im Freien wichtig ist: einfache Nutzung, Langlebigkeit<br />

und Komfort dank perfekter Passform.


www.perskindol.at<br />

KLETTERKURSE<br />

FÜR EINSTEIGER<br />

Wer Kletterer werden will, ist mit<br />

einem Einstiegskurs gut beraten.<br />

Hier einige Anbieter und<br />

ausgewählte Termine:<br />

SAAC (SNOW & ALPINE AWARENESS CAMPS)<br />

Datum & Ort (alle Tirol):<br />

3./4. Juni: Zirl-Innsbruck-Klettercamp;<br />

10./11. Juni: Ötztal-Klettercamp;<br />

24./25. Juni: PillerseeTal-Klettercamp;<br />

1./2. Juli: Tiroler-Zugspitz-Arena-<br />

Klettercamp; 8./9. Juli: Kufsteinerland-<br />

Klettercamp; 9./10. September:<br />

Ferienregion-Imst-Klettercamp<br />

Inhalt: Theorie – Sicherheitsaspekte, Ausrüstung,<br />

alpine Gefahren; Praxis – Ausrüstung,<br />

Partnercheck, Sicherheitsaspekte,<br />

Sichern mit versch. Sicherungsgeräten,<br />

Ablassen, Vorstieg, Seilumlenkung u. v. m.<br />

INFOS UND ANMELDUNG: www.saac.at<br />

WARM-UP<br />

by NATURE.<br />

ORTOVOX SAFETY ACADEMY<br />

Datum & Ort (Alpine Climbing Basic):<br />

10./11. Juni: Wilder Kaiser (T);<br />

24./25. Juni: Tannheimer Tal (T);<br />

1./2. Juli: Dachstein (St);<br />

8./9. Juli: Allgäu (Deutschland); 22./23.<br />

Juli: Inntal (Deutschland); 22./23. Juli:<br />

Stubaital (T); 29./30. Juli: Dachstein (St);<br />

12./13. August: Imst (T)<br />

Inhalt: Profibergführer bringen dir in den<br />

Intensivkursen Tourenplanung, Knoten,<br />

Sicherungstechniken, Standplatzbau und<br />

Abseilen nahe.<br />

WEB: www.ortovox.com<br />

CLIMBHOW<br />

Datum & Ort:<br />

20. Juli & 10. August in Zirl (T)<br />

Inhalt: Grundlagen Knotenkunde,<br />

Sicherungstechniken, Klettern und Sichern<br />

im Vor- und Nachstieg, Abseilen passiv und<br />

aktiv.<br />

Mindestalter: ohne Begleitung 7 Jahre, in<br />

Begleitung eines Erwachsenen 5 Jahre<br />

WEB: www.climbhow.info/schnuppern<br />

ALPINSCHULE STEIERMARK<br />

Datum:<br />

10./11. Juni; 7./8. Oktober; 21./22. Oktober<br />

Ort: Gh Grassauer in Mixnitz (St)<br />

Inhalt: Ausrüstungs- und Materialkunde,<br />

Knotenkunde und Anseilarten, Tritt- und<br />

Griffschulung, Grundklettertechniken, Toprope<br />

klettern, Vorstiegsklettern, Sturzübungen,<br />

Lösungen für Stressbewältigung ...<br />

WEB: www.alpinschule-steiermark.at<br />

PERSKINDOL AKTIV<br />

Als Gel, Fluid, Spray und Bad.<br />

Ob zum Warm-up vor dem Sport oder zur optimalen<br />

Versorgung von Muskeln und Gelenken danach - mit<br />

PERSKINDOL AKTIV geht’s für Sie auf jeden Fall voran!<br />

• Fördert die lokale Hautdurchblutung<br />

• Erwärmt und lockert die Muskulatur<br />

• Entspannt Muskeln und Gelenke nach dem Sport<br />

PFLANZLICHE<br />

GO VERTICAL<br />

Datum: 22.–25. Juni<br />

Ort: Dolomiten (Südtirol)<br />

Inhalt: Themen wie Knotenkunde,<br />

Sicherungs- und Klettertechnik, Materialkunde<br />

usw. stehen im Vordergrund.<br />

WEB: www.go-vertical.at<br />

INHALTSSTOFFE<br />

129<br />

Exklusiv in Ihrer Apotheke.


SALZBURG<br />

AUF JEDEN FALL EIN KÖNIG<br />

Egal, ob auf vier Bike-Etappen oder zu Fuß auf dem Weitwanderweg:<br />

In der Region Hochkönig findet jeder ein majestätisches Aktivangebot.<br />

DIE KÖNIGSTOUR<br />

Ein Klassiker unter den Mehrtages-<br />

Biketouren ist die „Königstour“. Sie<br />

führt auf vier Tagesetappen auf den<br />

schönsten Wegen von Maria Alm über<br />

Dienten nach Mühlbach und zurück.<br />

Mit das Schönste an dieser Tour:<br />

Der Gepäck transfer ist inkludiert!<br />

Nach einem erfüllenden und anstrengenden<br />

Tag mit herrlichen Ausblicken,<br />

tollen Abfahrten und (teils doch<br />

schweißtreibenden) Anstiegen wartet<br />

am Abend das Gepäck schon in der<br />

nächsten Unterkunft. Wer sein eigenes<br />

Rad lieber zu Hause lassen möchte,<br />

kann vor Ort auch ein Mountainbike<br />

oder E-Bike seiner Wahl ausleihen.<br />

KÖNIGSTOUR-PACKAGE<br />

(buchbar vom 27. 5.–30. 9. <strong>2017</strong>)<br />

• 6 Übernachtungen<br />

• Hochkönig-Bikekarte + detaillierte<br />

Routenbeschreibung<br />

• Gepäcktransfer<br />

• Hochkönig Card<br />

• Gutschein für ein Almjausenbrot<br />

• Hochkönig-Pin<br />

zum Preis von € 359,– pro Person<br />

DER KÖNIGSWEG<br />

Wer die Natur lieber zu Fuß genießen<br />

und erkunden möchte, kann das auf einem<br />

Weg tun, der eines Königs würdig<br />

ist – und auch so heißt: Der „Königsweg“<br />

führt die Weitwanderer 74 km<br />

entlang des Hochkönigmassivs durch<br />

das Steinerne Meer und die Dientner<br />

Grasberge sowie durch Maria Alm,<br />

Dienten und Mühlbach. Beim gemütlichen<br />

Wandern kann man Landschaft,<br />

Almhütten und Berggipfel in vollem<br />

Umfang genießen und lernt die<br />

schönsten Seiten der Region kennen.<br />

Wer sich wie ein König fühlen möchte,<br />

kann spezielle Wanderpauschalen buchen<br />

und ganz ohne Gepäck wandern.<br />

KÖNIGSWEG-PACKAGE<br />

(buchbar vom 27. 5.–30. 9. <strong>2017</strong>)<br />

• 6 Übernachtungen<br />

• Hochkönig Card<br />

• Gepäcktransfers<br />

• Hochkönig-Wanderkarte<br />

• Routenbeschreibung mit Höhenprofil<br />

• Gutschein für ein Almjausenbrot<br />

• Hochkönig-Pin<br />

zum Preis ab € 329,– pro Person<br />

HOCHKÖNIG CARD<br />

EINE KARTE – ÜBER 60 VORTEILE<br />

Die Hochkönig Card macht den Urlaub<br />

in der Region rund um die Orte Maria<br />

Alm, Dienten und Mühlbach noch komfortabler<br />

und preiswerter. Bereits bei<br />

der Ankunft bekommen Sie die Karte<br />

von Ihrem Hochkönig-Card-Gastgeber<br />

überreicht und können die Vorteile dieser<br />

kostenlosen Karte vom ersten bis<br />

zum letzten Moment Ihres Aufenthaltes<br />

nutzen – wie etwa kostenlose, uneingeschränkte<br />

Fahrt mit den Sommerbahnen<br />

und dem Hochkönig-Wanderbus u.v.m.<br />

HOCHKÖNIG TOURISMUS GMBH<br />

Am Gemeindeplatz 7, A-5761 Maria Alm<br />

Tel.: +43 (0) 65 84/20 3 88<br />

E-Mail: region@hochkoenig.at<br />

www.hochkoenig.at<br />

FOTOS: Hochkönig Tourismus<br />

130<br />

<strong>SPORTaktiv</strong>-OUTDOORGUIDE <strong>2017</strong>


Die extrem sicheren und<br />

funktionellen Karabiner des<br />

Typs Horai und das patentierte<br />

System Gyro, vermeiden das<br />

Verdrillen der Bänder.


OUTDOORGUIDE<br />

GEDANKEN ZUR<br />

MOTIVATION<br />

„ICH BIN BEIM KLETTERN IMMER MOTIVIERT. Doch soll und kann ich<br />

deshalb eigentlich auch andere motivieren?“ – fragt sich Kletterprofi<br />

Herbert Ranggetiner im sechsten Teil seiner Serie „Kletterschule“.<br />

FOTOS: xxx<br />

132<br />

<strong>SPORTaktiv</strong>-OUTDOORGUIDE <strong>2017</strong>


KLETTERSCHULE<br />

6. TEIL<br />

TEXT: Herbert Ranggetiner<br />

FOTOS: Herbert Ranggetiner<br />

MOTIVATION –<br />

DER ANFANG VON ALLEM.<br />

Mein letzter Vortrag ist schon ein paar<br />

Jahre her. Aber an eine Frage aus dem<br />

Publikum erinnere ich mich noch<br />

sehr gut: „Jetzt mal ganz ehrlich, Herbert.<br />

Bist du eigentlich beim Klettern<br />

und Trainieren immer motiviert?“<br />

Meine Antwort war: „Logisch! Denn<br />

warum sollte ich sonst überhaupt<br />

klettern und trainieren gehen?“<br />

Die Motivation ist der Anfang<br />

von allem. Der erste Schritt – oder der<br />

Stein, der den Dominoeffekt auslöst.<br />

Arbeite ich an einem Projekt, bin ich<br />

oft sogar übermotiviert, da ignoriere<br />

ich auch heute noch im kindlichen<br />

Übermut bewusst und konsequent<br />

Temperatur, Wetter oder den langen<br />

Zustieg. Alles Nebensache, ich muss<br />

da einfach hin! Ich meine, mal ganz<br />

ehrlich, wo bin ich in jungen Jahren<br />

überall hingegurkt, wenn mir ein Mädel<br />

getaugt hat? Es geht halt nur darum,<br />

welche Wertigkeit eine Aktion<br />

hat, da dreht man doch nicht bei ein<br />

bisschen Gegenwind um.<br />

MOTIVATION DURCH<br />

DEN SEILPARTNER.<br />

Natürlich braucht man bei diversen<br />

Kletteraktionen, wo es schneit und einem<br />

der Knackarsch abfriert, auch<br />

Leute, die mitziehen. Doch fast immer<br />

ist ein genialer Tag der Lohn. Wenn<br />

ich meinen idealen Seilpartner, den<br />

Franz, um 22 Uhr anrufe und ihm<br />

sage, wir müssen um 4 Uhr aufbrechen,<br />

da ich eine coole Sache am Laufen<br />

habe – da fragt er nicht einmal<br />

nach, wo es hingeht! Denn eines weiß<br />

er aus Erfahrung: Der nächste Tag<br />

wird mit Sicherheit nicht langweilig.<br />

MOTIVATION PER COACHING.<br />

Vor Kurzem hat mir ein Kumpel bei<br />

einem Glas Wein eine geistreiche Idee<br />

präsentiert: „Herbert, du solltest unbedingt<br />

Motivationskurse geben.<br />

Also in Firmen den Angestellten etwas<br />

von deiner positiven Energie, deiner<br />

Lebensphilosophie mitgeben.“<br />

Dazu meine eigene, vielleicht für<br />

viele nicht verständliche Sicht der<br />

Dinge: Warum soll ich jemanden motivieren,<br />

seine Arbeit gut zu machen?<br />

Noch dazu jemanden, den ich nicht<br />

mal kenne. Ich soll Parallelen suchen<br />

von ,,mit einem Finger seilfrei in einer<br />

1.000-Meter-Wand hängen“, zum<br />

,,mit einem Finger in einem grauen<br />

Büro auf die Tastatur zu klopfen‘‘.<br />

Aber sicher nicht!<br />

Bist du nicht motiviert, dann<br />

wechsle deinen Job, ändere dein Leben,<br />

gehe den Jakobsweg oder triff den<br />

Dalai Lama – das alles ist glaubhafter,<br />

Der Kletterprofi<br />

HERBERT RANGGETINER, 48,<br />

aus Mühlbach im Pinzgau (S),<br />

ist Profi kletterer und einer der<br />

besten Extremkletterer Europas.<br />

Mehr als 600 Lines europaweit<br />

wurden von ihm als Erstem<br />

durchstiegen.<br />

In <strong>SPORTaktiv</strong> gibt Herbert regelmäßig<br />

einen Einblick in die faszinierende,<br />

für viele aber auch<br />

unbegreifliche Welt des Freikletterns.<br />

Dabei nimmt er sich in<br />

jeder Ausgabe eines bestimmten<br />

Themas an, erklärt Techniken<br />

und Abläufe – und lässt den Leser<br />

auch an seiner ganz speziellen<br />

Lebensphilosophie teilhaben.<br />

als wenn ich dir sage: „Wir sind aus<br />

ähnlichem Holz geschnitzt.“<br />

Ja – oder gib eben einem Motivator<br />

oder Coach Geld dafür, dass er dich<br />

bei Regen rausjagt und dir dann sagt:<br />

,,du harter Hund du – ab jetzt haut<br />

dich nix mehr im Leben um.‘‘ Das kapiere<br />

ich zwar alles nicht, aber das<br />

wird wohl daran liegen, dass ich nur<br />

ein einfacher Bub vom Land bin.<br />

Letztlich ist doch alles nur eine Frage<br />

von Angebot und Nachfrage – also hat<br />

auch diese Motivationsschiene schon<br />

ihre Berechtigung.<br />

MOTIVATION AUS DIR<br />

SELBST HERAUS.<br />

Wenn ich aber spüre, jemand interessiert<br />

sich für mich als Person, für meine<br />

Einstellung und Philosophie – ja,<br />

dann taugt mir so ein Vieraugengespräch.<br />

Früher hatte der Hofnarr als<br />

einziger das Privileg, dem Herrscher<br />

die meist offensichtliche Wahrheit zu<br />

sagen. Ja, ich denke, ich will eher Hofnarr<br />

als Motivator sein. Denn derjenige,<br />

der nicht ernst genommen wird,<br />

darf alles sagen.<br />

Ich weiß nicht, welchen IQ ich<br />

habe. Rhetorisch bin ich schwach und<br />

in Sachen Fremdsprachen keine große<br />

Leuchte. Aber was mich motiviert, jeden<br />

Tag aufzustehen, das sind: meine<br />

Familie, meine Visionen und das Wissen,<br />

in einem Land zu leben, wo es genug<br />

zu essen gibt und man fast aus jedem<br />

Bach trinken kann.<br />

Oft höre ich, ,,heute ist alles sch...,<br />

ich kann mich echt für nix mehr motivieren‘‘.<br />

Ich dagegen sage und weiß:<br />

,,Das Glück im Leben hängt direkt von<br />

der Qualität meiner Gedanken ab“.<br />

Und wer sich jetzt fragt, was das Ganze<br />

noch mit Klettern zu tun hat, dem<br />

antworte ich: Ich schreibe doch nicht<br />

nur im <strong>SPORTaktiv</strong>, um Euch sterile<br />

Klettertipps zu geben. „Kletterschule‘‘<br />

ist natürlich immer auch ,,Lebensschule“<br />

...<br />

133


MATERIAL<br />

IM SCHAUFENSTER: 5 NEUE KLETTERSCHUHE<br />

Knifflige Herausforderungen in der Vertikalen sind das Metier dieser fünf.<br />

ADIDAS FIVE TEN<br />

GAMBIT<br />

Der Gambit hat eine niedrige Fersenspannung<br />

und eine steife Mittel sohle,<br />

was vor allem auf langen Kletterpartien<br />

für Komfort sorgt. Die perforierte<br />

Ariaprene-Zunge hält die Füße den Tag<br />

über kühl. Die „Stealth® C4 “ Außensohle<br />

macht den Gambit zum idealen<br />

Allround-Kletterschuh.<br />

PREIS (UVP): € 109,95<br />

WEB: www.fiveten.com<br />

EDELRID<br />

CYCLONE<br />

Der High-End-Kletterschuh besitzt ein<br />

innovatives Schnellschnürsystem und ist<br />

prädestiniert für die oberen Schwierigkeitsgrade.<br />

Der asymmetrische, stark<br />

vorgespannte Leisten gewährleistet<br />

einen optimalen Zug im Überhang und<br />

die spezielle Fersenkonstruktion sorgt<br />

für bestmögliche Hook-Performance.<br />

PREIS (UVP): € 130,–<br />

WEB: www.edelrid.de<br />

KURZ-<br />

PORTRÄT<br />

HAUPTEIGENSCHAFTEN: Sitzt wie<br />

eine zweite Haut • ohne Vorspannung:<br />

bequemer, einsteigerfreundlich,<br />

für leichtere Klettertouren<br />

• mit Vorspannung:<br />

sportlicher, ermöglicht mehr<br />

Druck auf sehr kleinen Tritten<br />

• spezielle Gummimischung für<br />

hohe Reibung am Fels<br />

EINSATZBEREICHE: Bouldern,<br />

Felsklettern, Klettergarten; und<br />

bei Mehrseillängen-Touren,<br />

wenn der Zustiegsschuh nicht<br />

mehr ausreicht<br />

LA SPORTIVA<br />

KATAKI<br />

Der Kataki eignet sich dank<br />

innovativer S-Heel besonders für<br />

Rissklettern und überhängende<br />

Passagen. Der Fersenbereich<br />

besteht aus zwei unterschiedlich<br />

steifen Gummierungen, was eine<br />

Außen rotation beim Heel-Hook<br />

vermeidet und die Stabilität<br />

erhöht. Durch das P3-System<br />

hält der Schuh dauerhaft seine<br />

Vorspannung.<br />

PREIS (UVP): € 145,–<br />

WEB: www.lasportiva.com/de<br />

LOWA<br />

ROCKET<br />

Der ungefütterte Monovelcro-Kletterschuh<br />

mit seiner „VIBRAM® XS-Grip“-<br />

Sohle sorgt für optimale Kontrolle und<br />

eine extradirekte Kraftübertragung.<br />

Dank der sockenartigen Passform und<br />

des flexiblen Elastikmaterials schmiegt<br />

sich der vorgespannte Schuh wie eine<br />

zweite Haut um den Fuß und sorgt für<br />

beste Performance am Fels, in der Halle<br />

oder beim Bouldern.<br />

PREIS (UVP): € 139,95<br />

WEB: www.lowa.at<br />

SCARPA<br />

CHIMERA<br />

Der Chimera von Scarpa ist ein innovativer<br />

High-End-Kletterschuh, welcher<br />

perfekt zum Bouldern und Sportklettern<br />

geeignet ist. Durch ein gut durchdachtes<br />

Schnürsystem ist idealer Halt garantiert.<br />

Durch das SRT-Randing- System<br />

und den handgemachten Fersenteil ist<br />

der Chimera perfekt für Zehen- und<br />

Fersen-Hook geeignet.<br />

PREIS (UVP): € 160,–<br />

WEB: www.scarpa.net<br />

FOTOS: Hersteller<br />

134<br />

<strong>SPORTaktiv</strong>-OUTDOORGUIDE <strong>2017</strong>


SANKT JOHANN-ALPENDORF<br />

IST WUNDERBAR WANDERBAR<br />

Endlos-Panoramen, Eisriesen, tosende Wassermassen und Hunderte malerische Kilometer<br />

am Almenweg: Sankt Johann-Alpendorf ist wie geschaffen für Naturliebhaber.<br />

FOTOS: Tourismusregion Sankt Johann-Alpendorf<br />

Tosende Wassermassen zwischen<br />

hoch aufragenden Felsen<br />

in der Liechtensteinklamm;<br />

Postkarten-idyll am Tappenkarsee;<br />

meterhohe Eistürme in der Eisriesenwelt:<br />

Ja, in den Bergen ist die Welt<br />

noch in Ordnung. Das kann man<br />

rings um Sankt Johann-Alpendorf im<br />

Salzburger Pongau wahrlich auf<br />

Schritt und Tritt feststellen.<br />

Wie beispielsweise auch auf den<br />

vielen Almenwegen, die Wanderern<br />

und Erholungssuchenden unzählige<br />

stille Momente bescheren. Auf den<br />

blühenden Almmatten kann man<br />

sich an den frischen Farben kaum<br />

sattsehen und auf den Berggipfeln die<br />

unendliche Weite genießen.<br />

Das alles liegt rund um Sankt Johann-Alpendorf<br />

in greifbarer Nähe,<br />

etwa am Hahnbaum oder am Alpendorf-Panoramaweg.<br />

Wer sich nicht<br />

lange mit dem Aufstieg aufhalten<br />

will, aber trotzdem ins Gernkogel Almen-<br />

und Wanderland gelangen<br />

möchte, kann auch mit der Bergbahn<br />

fahren und von der Bergstation weg<br />

zu Höhenwanderungen starten. Ein<br />

beliebtes Ziel ist auch die Maurachalm<br />

am Sonntagskogel im Großarltal.<br />

Wöchentlich kommen Gipfelstürmer<br />

bei geführten Wanderungen<br />

auf Hochglocker und Hochgründeck<br />

sicher ans Ziel.<br />

BIKESTRECKEN UND ZAPFSTELLEN<br />

Auch Mountainbiker finden rund um<br />

Sankt Johann-Alpendorf die persönlich<br />

passende Route: von familientauglichen<br />

Kurzstrecken bis zum<br />

300 Kilometer langen Tauernradweg<br />

an der Salzach, von leichten Bergstrecken<br />

bis zu Trails mit „bissigen“ Steilstufen.<br />

Auch E-Biker haben’s gut: Es gibt<br />

zahlreiche passende Strecken und auf<br />

vielen Almen ringsum „Zapfstellen“,<br />

um die Akkus zu laden. Und an der<br />

Salzach findet man die neun Laufstrecken,<br />

zwei Nordic-Walking-Trails und<br />

die zwei „Freiluft-Fitnessstudios“ von<br />

Sankt Johann-Alpendorf.<br />

Angebot-Tipps<br />

WANDERPACKAGE „BERG & SCHLUCHT“<br />

• 7 Nächte<br />

• „Berg & Schlucht“-Ticket<br />

• 1x Eintritt in die Liechtensteinklamm<br />

• 1x Berg- und Talfahrt mit der Alpendorf<br />

Gondelbahn<br />

• Eintritt in den Geisterberg<br />

am Gernkogel<br />

• Geführte Wanderungen im Rahmen<br />

des Wochenprogramms<br />

PREIS: AB € 445,– im ****Hotel mit HP,<br />

AB € 270,– im 2er-Appartement<br />

RAD-PACKAGE „SAGENHAFTER<br />

TAUERNRADWEG“<br />

• 3 Nächte im Hotel am Tauernradweg<br />

• Kostenlose Radkarte<br />

• Rad-Check –<br />

PREIS: AB € 249,– im ****Hotel mit HP<br />

INFOS UND BUCHUNGEN<br />

Tourismusregion Sankt Johann-<br />

Alpendorf<br />

5600 Sankt Johann im Pongau<br />

Tel.: 0 64 12/60 36<br />

E-Mail: info@sanktjohann.com<br />

www.sanktjohann.com<br />

www.alpendorf.com<br />

135


OUTDOORGUIDE<br />

ALS AUS<br />

„SCHLUCHTELN“<br />

CANYONING<br />

WURDE<br />

Die Zeit ist vorbei, als sich nur echte Abenteuer im<br />

Taucheranzug durch spektakuläre Felseinschnitte hantelten.<br />

Der Trendsport Canyoning entwickelte sich über die Jahre<br />

zur Attraktion für eine immer breitere Zielgruppe.<br />

FOTOS: istock, Ralf Wallinger<br />

TEXT: Florian Madl<br />

136<br />

<strong>SPORTaktiv</strong>-OUTDOORGUIDE <strong>2017</strong>


Nicht hinunterschauen, ordentlich<br />

wegschwingen,<br />

sonst hängt ihr mittendrin.<br />

Just do it!“ Das Abseilen<br />

durch einen Wasserfall verlangt der<br />

achtköpfigen Schülergruppe eines<br />

Innsbrucker Gymnasiums alles ab, da<br />

kann der sympathische Canyoning-Guide<br />

noch so sehr die Jugendsprache<br />

bemühen. Für den Mitzwanziger,<br />

im Winter Skilehrer und<br />

während der Sommermonate in den<br />

Schluchten des Tiroler Pillerseetals<br />

unterwegs, ist es Alltag. Für die in<br />

Neopren gezwängten Teenager, die<br />

während ihrer Sportwoche dem Klassenzimmer<br />

entfliehen und auf der Suche<br />

nach Herausforderungen sind,<br />

Abenteuer genug.<br />

Das wiegt so manches Erlebnis im<br />

Sportunterricht auf und sollte am<br />

Abend des letzten Tags mit dem Attribut<br />

„unglaublich“ bedacht werden.<br />

Selbst der sportlich versierte Lehrer<br />

erweckt in der Gischt des kalten Wildbachs<br />

nicht den Anschein, als sei er<br />

über Selbstzweifel erhaben, sein Gesicht<br />

signalisiert das jedenfalls. Also:<br />

nicht hinunterschauen, ordentlich<br />

wegschwingen, nicht im Wasserstrahl<br />

hängen. Cool, so ein Canyoning-Abenteuer!<br />

DIE EIGENEN GRENZEN AUSLOSTEN<br />

Nach Erlebnissen wie diesen verlangt<br />

der Zeitgeist, dabei gibt es den Trend<br />

schon lange. Aber die Outdoorszene<br />

kennt dieses Umstyling hinlänglich:<br />

Aus sportlich ambitioniertem Wandern<br />

wurde „Nordic Walking“, aus Geländelaufen<br />

„Trailrunning“. Und früher<br />

hieß es mancherorts auch<br />

„Schluchteln“, doch das war einmal.<br />

Jetzt heißt es selbst im Volksmund<br />

schon „Canyoning“, weil sich Anglizismen<br />

in einer kommerzialisierten<br />

Welt offenbar besser machen.<br />

Dass sich aus der Eroberung von<br />

naturgegebenen Einschnitten und<br />

eiskalten Bächen ein Geschäftszweig<br />

entwickeln würde, war jedoch nicht<br />

absehbar. Doch es hat durchaus seinen<br />

Reiz, sich diesem Wechselspiel<br />

mit der Natur hinzugeben, dem bisweilen<br />

mutigen Sich-Herantasten an<br />

die eigenen Grenzen und die der Physik.<br />

In einer zivilisierten Welt muss<br />

schließlich kein Wasserlauf durchstiegen<br />

und keine Felskante mittels<br />

Abseilen, klettern, schwimmen, springen – und die Angst vorm Unbekannten überwinden.<br />

Hohe gesetzliche Sicherheitsstandards halten objektive Gefahren klein.<br />

Seil bewältigt werden. Die Zuhilfenahme<br />

eines Lifts ist in dieser Dimension<br />

der Natur unmöglich, lediglich<br />

Klettern, Schwimmen, Springen, sogar<br />

Rutschen tragen zur Bewältigung<br />

von Geländeerhebungen bei.<br />

Was früher lediglich das Hobby<br />

einer kleinen Szene Unentwegter war,<br />

gehört mittlerweile zur Sommersportwoche<br />

bei Outdoor-Anbietern<br />

wie das Lagerfeuer oder die Schnitzeljagd.<br />

„Mittlerweile lukrieren wir<br />

zehn Prozent unseres Umsatzes und<br />

mehr aus dem Bereich Canyoning“, erzählt<br />

Christoph Schaaf, ein Outdoor-Anbieter<br />

aus dem Salzburger<br />

Lammertal. Seine jungen Gäste würden<br />

dieses Abenteuer lieben, ebenso<br />

Reisegruppen oder die Teilnehmer eines<br />

Firmenausflugs.<br />

WER DARF ES ANBIETEN?<br />

Beim Tiroler Alexander Riml heißt<br />

der Sport immer noch Schluchtenführen.<br />

Das hat damit zu tun, dass der<br />

Ötztaler im Tiroler Bergsportführerverband<br />

einen deutschen Namen verwenden<br />

muss und der Experte als Referent<br />

und Ausbildungsleiter selbst<br />

über die Einhaltung der Bestimmungen<br />

wacht. „Tirol war ein Vorreiter“,<br />

blickt der 47-Jährige, seit über 20 Jahren<br />

in kalten Bächen und auf glitschigen<br />

Felsen unterwegs, zurück. Kommerzielles<br />

Führen von Touren wurde<br />

angesichts der hohen Nachfrage<br />

durch die Landesregierung gesetzlich<br />

geregelt. In Salzburg, Kärnten und<br />

Oberösterreich sei man dem Bundesland<br />

in den gesetzlichen Bestimmungen<br />

fast aufs Wort gefolgt.<br />

137


CANYONING<br />

Augen zu und durch! Ein Canyoning-Abenteuer ist durch unterschiedliche Schwierigkeitsgrade in fast jedem Alter möglich.<br />

Und der Bedarf erklärt das hinlänglich:<br />

Allein die Auerklamm in<br />

Rimls engerer Ötztaler Heimat wird<br />

zwischen den Monaten Mai und September<br />

groben Schätzungen zufolge<br />

von 30.000 Gästen besucht. Eine Verletzung<br />

pro Woche, zumeist an Arm<br />

oder Bein und durchs Ausrutschen<br />

verursacht, könne man im Schnitt<br />

feststellen. Geschätzte fünf oder sechs<br />

Todesfälle hätten sich hier in den vergangenen<br />

zehn Jahren ereignet – statistisch<br />

betrachtet ein akzeptabler<br />

Wert. „In Frankreich passiert um einiges<br />

mehr, dort ist das Begehen von<br />

Schluchten geradezu Volkssport“,<br />

führt Riml das auf den hohen Sicherheitsstandard<br />

in Österreich zurück.<br />

Hier würden einen erst über 20<br />

Praxistage und zusätzlich knapp 25<br />

Ausbildungstage als offiziell anerkannten<br />

Schluchtenführer legitimieren,<br />

bis zu 2.500 Euro müssten die<br />

Kurs teilnehmer dafür veranschlagen.<br />

Nur wer sich hinlänglich in die Geheimnisse<br />

von Sackstich, Achterknoten,<br />

Halbmastwurf, Prusikknoten,<br />

Reihenverankerung und „Piranha“<br />

(Abseilachter) einführen ließ, kann sichere<br />

Touren garantieren. Und eine<br />

Fortbildungspflicht verhindere überaltete<br />

Methodik, zumindest alle vier<br />

Jahre müsse man sich im Sinne einer<br />

Berechtigung einer Fortbildung unterziehen.<br />

Ohne Ausweis – den sich<br />

Interessenten eines Canyoning-Ausflugs<br />

übrigens tunlichst zeigen lassen<br />

sollten – wäre das Führen einer Gruppe<br />

nicht zulässig.<br />

Verdienen lasse sich je nach Gruppengröße,<br />

Länge und Schwierigkeitsgrad<br />

der Tour. Gäste, darunter auch<br />

wenig trittsichere Einmalkunden, legen<br />

von € 60,– aufwärts auf den Tisch,<br />

um in den Genuss eines Canyoning-Ausflugs<br />

zu kommen. Angesichts<br />

des Risikos für die Führer und<br />

der Kosten des Materials (Neopren,<br />

Helm, Sicherheitsutensilien etc.) ein<br />

gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.<br />

HELI-CANYONING<br />

Alexander Riml antwortet auf die Frage,<br />

wo denn ein Canyoning-Freund in<br />

seinem Leben gewesen sein müsste,<br />

unvermittelt: „In den Alpentälern,<br />

also bei uns.“ Schön sei es natürlich<br />

auch in Frankreich und Spanien, vor<br />

allem aber im Tessin (Schweiz). Dort<br />

wird sogar Heli-Canyoning für knapp<br />

€ 400,– angeboten.<br />

In der Schweiz ereignete sich am<br />

27. Juli 1999 auch das wohl größte Canyoning-Unglück.<br />

45 Touristen stiegen<br />

damals mit acht Guides in den Saxetbach<br />

im Berner Oberland. Doch am<br />

Beginn des für eineinhalb Stunden<br />

angesetzten Abenteuers regnete es für<br />

einige Minuten, der Wasserpegel stieg<br />

leicht an. Plötzlich überraschte eine<br />

Flutwelle aus Wasser, Holz und Steinen<br />

die Gruppe, 21 Menschen kamen<br />

ums Leben.<br />

Seit damals änderte sich viel in<br />

der Szene, mittlerweile verfügen auch<br />

Schluchtenführer über eine Art „Lawinenwarndienst“.<br />

Mithilfe von Unternehmern,<br />

Bergsportführerverband,<br />

Polizei und Bergrettung<br />

wurden Standards erarbeitet, um Ereignisse<br />

wie dieses zu verhindern.<br />

Mittlerweile seien auch die Techniken<br />

zur Begehung der Canyons, die<br />

Qualität des Materials und die professionelle<br />

Herangehensweise eine andere<br />

als noch vor einigen Jahren. Selbst<br />

eine Tabelle mit Schwierigkeitsgraden<br />

wurde erarbeitet, um über Anhaltspunkte<br />

zu verfügen, doch die<br />

hält Experte Riml nur bedingt für<br />

hilfreich: „Die Schwierigkeitsgrade<br />

orientieren sich am Mindestwasserstand,<br />

diese Tabelle spiegelt die Situation<br />

kaum entsprechend wider.“<br />

An der Faszination für den Sport<br />

hat sich indes nichts geändert. „An<br />

Stellen kommen, die kaum jemand zu<br />

Gesicht bekommen hat“, nennt Anbieter<br />

und Guide Christoph Schaaf einen<br />

der Hauptbeweggründe seiner Kunden.<br />

Hier sei nichts künstlich, die Kulisse<br />

an sich ein Naturschauspiel. Und<br />

der physiologische Anspruch – Ausdauertraining,<br />

Anregung des<br />

Herz-Kreislauf-Systems durch kaltes<br />

Wasser sowie koordinatives Training<br />

– ein positiver Nebeneffekt. Am besten<br />

also probieren. Selbst auf die Gefahr<br />

hin, dass man mittendrin hängt<br />

im Wasserfall. Auch das gehört<br />

manchmal dazu.<br />

FOTOS: Ralf Wallinger<br />

138<br />

<strong>SPORTaktiv</strong>-OUTDOORGUIDE <strong>2017</strong>


TIPP: DIE WAGRAIN-KLEINARL-GÄSTECARD<br />

BIETET TÄGLICH FREIEN EINTRITT IN DIE<br />

WASSERWELT WAGRAIN. DAS 1000 M²<br />

GROSSE FREIBAD MIT SONNIGER LIEGE-<br />

WIESE GARANTIERT BADESPASS HOCH 2.<br />

LEBENSFREUDE HOCH 2<br />

Wagrain-Kleinarl hält verzaubernde Abenteuer und neue Erlebnisse bereit –<br />

oder, wie man in der Region sagt: Lebensfreude hoch 2.<br />

FOTOS: (c) Ideenwerk, Bryan Reinhart<br />

Geschafft! Der Gipfel ist erreicht.<br />

Unbändige Freude breitet<br />

sich aus, wenn der Blick<br />

über das atemberaubende Alpenpanorama<br />

schweift. Tief durchatmen –<br />

ein Gefühl von Freiheit und Erleichterung<br />

durchströmt Körper und Geist.<br />

Die unberührte Natur lässt Sorgen<br />

vergessen und spendet neue Kraft und<br />

Energie.<br />

Die abwechslungsreiche Naturund<br />

Bergwelt in Wagrain-Kleinarl<br />

bietet auf markierten Wanderwegen<br />

mit einer Länge von 140 Kilometern<br />

jedem das Richtige. Ein gemütlicher<br />

Spaziergang rund um den smaragdgrünen<br />

Jägersee macht ebenso Freude<br />

wie ein berauschendes Gipfelerlebnis<br />

auf dem Penkkopf. Von seinen 2.011 m<br />

Seehöhe aus sieht man über umliegende<br />

Täler und Berge bis zum Dachsteinmassiv.<br />

Die Sommerbahnen Flying<br />

Mozart, Grafenbergbahn und G-LINK<br />

Wagrain machen es möglich, auch<br />

ohne Anstrengung die Bergwelt zu erkunden.<br />

NEUE ABENTEUER FÜR FAMILIEN<br />

Eine Bergerlebniswelt, wie Kinder sie<br />

sich wünschen, ist WAGRAINi’s Grafenberg.<br />

Auf den überdimensionalen<br />

Abenteuerstationen gibt es viel Platz<br />

zum Erkunden, viel Raum zum Wandern<br />

und viele schöne Erlebnismomente<br />

für die ganze Familie. Bequem<br />

geht’s mit der Grafenbergbahn hinauf<br />

auf 1.700 m Höhe, wo die Abenteuer<br />

warten. Toll für alle mit kleinen<br />

Kindern: Der Erlebnispark am Grafenberg<br />

ist so angelegt, dass man auch mit<br />

einem Kinderwagen ohne große Anstrengung<br />

zu allen Stationen gelangt.<br />

NOCH MEHR NATURERLEBNISSE<br />

Hoch hinaus geht’s nicht nur beim<br />

Wandern, sondern auch in der Kletterwelt<br />

(www.kletter-welt.at). Verschiedene<br />

Parcours führen dort über Wasserfälle,<br />

Schluchten und Seilrutschen<br />

– ein Abenteuer für jedes Alter. Auf den<br />

neuen Lehrpfaden „Pfade durch ein<br />

Grünes Tal“ erfahren Kinder ebenfalls<br />

Spannendes über die Region.<br />

Für das leibliche Wohl sorgen die<br />

vielen urigen Hütten mit Herzhaftem<br />

und Süßem aus der Region. Die reine<br />

Natur und die schmackhaften Köstlichkeiten:<br />

Beides macht es einfach,<br />

den Moment zu genießen und richtig<br />

aufzutanken.<br />

Info & Buchung<br />

WAGRAIN-KLEINARL TOURISMUS<br />

Tel.: 0 64 13/84 48<br />

E-Mail: info@wagrain-kleinarl.at<br />

www.wagrain-kleinarl.at<br />

INFO ZUM SOMMER-<br />

SEILBAHNBETRIEB<br />

BERGBAHNEN AG WAGRAIN<br />

Tel.: 0 64 13/82 38<br />

E-Mail: office@bergbahnen-wagrain.at<br />

www.bergbahnen-wagrain.at<br />

139


SALZBURG<br />

3.000 MAL STAUNEN IN MITTERSILL<br />

Umgeben von den 3.000ern des Nationalparks Hohe Tauern gibt es in Mittersill-<br />

Hollersbach-Stuhlfelden eine Vielzahl an sehens- und staunenswerten Wanderplätzen.<br />

Veranstaltungs-Tipp<br />

HOHE-TAUERN-WANDERTAGE-PACKAGE<br />

TERMIN: 8. BIS 10. SEPTEMBER <strong>2017</strong><br />

Freu dich darauf, den Nationalpark<br />

Hohe Tauern und die Kitzbühler Alpen<br />

bei den 1. Hohe Tauern Wandertagen<br />

zu erwandern. Lerne gemeinsam<br />

mit Gleichgesinnten die Schönheiten<br />

der Nationalparkorte Mittersill – Hollersbach<br />

– Stuhlfelden kennen und genieße<br />

die Natur in ihrer ganzen Pracht.<br />

LEISTUNGEN:<br />

• 3 ÜN in einem zertifizierten Wanderbetrieb<br />

mit Frühstück/Halbpension<br />

•Wanderstartpaket<br />

•1 Startpaket für die permanenten IVV<br />

Wanderwege; AB € 149, –<br />

Nähere Informationen<br />

MITTERSILL PLUS GMBH<br />

Stadtplatz 1, 5730 Mittersill<br />

E-Mail: welcome@mittersill.info<br />

www.mittersill.info<br />

Was die Region Mittersill-Hollersbach-Stuhlfelden<br />

zum<br />

idealen Ausgangspunkt für<br />

hochalpines Wandern und Bergwandern<br />

macht? Eindeutig die unschlagbare<br />

Lage zwischen den 3.000ern des<br />

Nationalparks Hohe Tauern und den<br />

Grasbergen der Kitzbüheler Alpen.<br />

BERGWELTEN ZUM STAUNEN<br />

Den Wanderern gehen dank der zahlreichen<br />

Gipfel des Nationalparks<br />

Hohe Tauern und der sanften Grasberge<br />

der Kitzbüheler Alpen sicher nicht<br />

die Marschoptionen aus: Bei einer<br />

Tour durch das Felbertal und das Hollersbachtal<br />

etwa eröffnet sich dir eine<br />

malerische Naturlandschaft. Für hochalpine<br />

Wanderer hingegen stellen die<br />

„Bergriesen“ Larmkogel, Kratzenberg,<br />

Tauernkogel, Hörndl und Hochgasser<br />

eine echte Herausforderung dar. Und<br />

selbst Großglockner und Großvenediger<br />

sind hier nicht weit.<br />

Wer möchte, kann sich auch zur<br />

„Staunrunde“ aufmachen. Wie der<br />

Name schon verrät, kommt man dabei<br />

an den schönsten Plätzen in Mittersill-Hollersbach-Stuhlfelden<br />

vorbei –<br />

und gerät angesichts der Wasserfälle,<br />

Bergseen, jahrhundertealter Almen<br />

und Gletscher garantiert ins Staunen.<br />

KOMPETENTE GASTGEBER<br />

Für einen rundum gelungenen Urlaub<br />

sorgen die zertifizierten Wanderbetriebe<br />

der Region: Mit sechs geführten<br />

Wanderungen pro Woche in der<br />

Hauptsaison bleibst du sportlich „ausgelastet“.<br />

Highlight dabei: Ein kostenloser<br />

Wandershuttle bringt dich vom<br />

Hotel an den Startpunkt der geführten<br />

Tour und holt dich danach wieder ab.<br />

Die Wanderkompetenz der Gastgeber<br />

spiegelt sich außerdem in der persönlichen<br />

Beratung der Gäste sowie der professionellen<br />

Ausstattung, darunter<br />

Wanderinfotheken, Kartenmaterial,<br />

Wasch- und Trockenräume, Wanderausrüstung<br />

und vieles mehr, wider.<br />

Auch die Nationalpark-Ranger begleiten<br />

große und kleine Wanderer<br />

gerne in die Berge: Erkunde etwa den<br />

Hollersbacher Kräutergarten, die Nationalparkwerkstatt<br />

und das Hollersbachtal<br />

oder lausche gemeinsam<br />

mit den Kids den Baum- und Waldgeschichten<br />

der Ranger.<br />

FOTOS: Mittersill Plus GmbH/ Fotograf Michael Huber<br />

140<br />

<strong>SPORTaktiv</strong>-OUTDOORGUIDE <strong>2017</strong>


ECHTES SOMMERG’FÜHL<br />

IM RAURISERTAL<br />

Zwischen Adlerhorst und unberührten Wasserfällen finden Aktivurlauber im<br />

Raurisertal zahlreiche Naturschätze. Und mit etwas Glück sogar Alpengold!<br />

FOTOS: Tourismusverband Rauris<br />

Gemütliche Almwanderungen<br />

oder hochalpine Dreitausender-Besteigungen:<br />

In den fünf<br />

Seitentälern des Raurisertals finden<br />

Urlauber einzigartige Möglichkeiten<br />

für aktiven Genuss. Dreitausender<br />

wie der Hohe Sonnblick mit seiner<br />

Wetterwarte faszinieren den Berggast<br />

dabei ebenso wie das mehr als<br />

500 Jahre alte Rauriser Tauernhaus.<br />

Auf Geier und Steinadler trifft<br />

man im Krumltal, liebevoll auch „Tal<br />

der Geier“ genannt, während die Blumenlehrpfade<br />

im Gaisbachtal und<br />

das ursprüngliche Forsterbachtal als<br />

Teil des Nationalparks Hohe Tauern<br />

seine Besucher verzaubern.<br />

WASSER MARSCH!<br />

Mehr als 300 natürliche Quellen und<br />

imposante Wasserfälle haben dem<br />

Raurisertal den Namen „Tal der Quellen“<br />

eingebracht. Entlang der 295 km<br />

Wanderwege findet man 60 Trinkwasserbrunnen,<br />

die zur Rast einladen.<br />

Wer mächtige Wasserfälle aus nächster<br />

Nähe betrachten möchte, begibt<br />

sich am besten auf den 2,8 km langen<br />

Wasserfallrundweg im Talschluss<br />

Kolm Saigurn. Ein Tipp dazu: Der neu<br />

angelegte Wanderweg mit seinen<br />

rund 200 Höhenmetern eignet sich<br />

auch für spannende Ausflüge mit der<br />

gesamten Familie.<br />

ERLEBNISBERG HOCHALM<br />

Die Rauriser Hochalmbahnen bringen<br />

Naturliebhaber überhaupt bequem<br />

und in nur wenigen Minuten ins Wandergebiet<br />

Hochalm auf fast 1.800 m<br />

Höhe. Hier erwarten Wanderer mitunter<br />

atemberaubende Ausblicke auf die<br />

umliegende Goldberggruppe, den<br />

Großglockner, die Niederen Tauern,<br />

das Steinerne Meer, den Hochkönig sowie<br />

den Dachstein.<br />

Perfekt für die Kids: Von der<br />

Hochalm oder der Heim alm ausgehend<br />

führt „Tilly’s Wald pfad“ zu einer<br />

der „aussichtsreichsten“ Plattformen<br />

der Region, vorbei an zahllosen Infound<br />

Spielstationen, die Interessantes<br />

über die Rauriser Tier- und Pflanzenwelt<br />

offenbaren. Ein besonderes Erleb-<br />

nis ist auch der Besuch der Greifvogelwarte<br />

auf der Hochalm. Zweimal<br />

täglich finden hier Vorführungen mit<br />

den ansonsten scheuen „Königen der<br />

Lüfte“ statt. Und wer sein Glück als<br />

Schatzsucher versuchen möchte, der<br />

kann am Goldwaschplatz an der Mittelstation<br />

der Rauriser Hochalmbahnen<br />

feine Goldplättchen aus dem Wasser<br />

waschen – und bei dieser<br />

Gelegenheit gleich die neu gestaltete<br />

„Mineralienwelt“ besuchen.<br />

Hochalmbahn<br />

FAHRZEITEN SOMMER <strong>2017</strong>: bis 29. 6.<br />

und vom 12. 9. bis 8. 10. jeweils Sonntag,<br />

Dienstag und Donnerstag.<br />

Vom 2. 7. bis 10. 9. täglicher Betrieb,<br />

Zusatzfahrten auch 16. 6. sowie am<br />

14./15. und 21./22.10 (Samstag & Sonntag)<br />

und am 26. 10.<br />

Kontakt und Infos<br />

TOURISMUSVERBAND RAURIS<br />

Sportstr. 2, A-5661 Rauris<br />

Tel.: 0 65 44/20 0 22<br />

E-Mail: info@raurisertal.at<br />

www.raurisertal.at<br />

141


OUTDOORGUIDE<br />

DIE ZUSTIEGS-<br />

BESCHLEUNIGER<br />

Kräfte sparend zum Ausgangspunt interessanter Touren geht es am<br />

einfachsten per Seilbahn! Wir haben quer durch die Bundesländer<br />

Toptouren mit schnellem Zustieg per Gondel gesucht und gefunden.<br />

Der Zustieg ist meist lästige<br />

Notwendigkeit. Manchmal<br />

Vergnügen. Doch selten bereits<br />

Alpingenuss. Jedenfalls<br />

wäre es vielfach fein, den Zustieg einfach<br />

zu überspringen. Und das geht<br />

auch: per Bergbahn – um dann gleich<br />

„oben“ zu starten. Ab Bergstation warten<br />

nämlich vielerorts in Österreich<br />

herrliche Kletter- bzw. Klettersteigrouten,<br />

hochalpine Gipfeltouren, fordernde<br />

Weitwanderungen ebenso<br />

wie herausragend schöne, gemütliche<br />

Wanderungen.<br />

200 SOMMERSEILBAHNEN<br />

Rund 200 österreichische Berge können<br />

im Sommer per Seilbahn „erklommen“<br />

werden. Natürlich kommt<br />

das auch vielen Bergbesuchern entgegen,<br />

die zum Schauen und Staunen<br />

„hinauf“ fahren. Die oft mit Flip-<br />

Flops, Sandalen oder Halbschuhen<br />

„ausgerüsteten“ Gäste bewegen sich<br />

im Nahbereich der Bergstationen oder<br />

auf kurzen Erlebniswegen. Die ambitionierten<br />

Alpinisten, die Bergbahnen<br />

für den Schnellzustieg nutzen, sind<br />

bereits wenige Hundert Meter abseits<br />

der Stationen unter sich.<br />

Eine rein subjektive Auswahl<br />

empfehlenswerter Seilbahntouren<br />

wollen wir euch hier – quer durch die<br />

Alpen-Bundesländer und natürlich<br />

ohne Anspruch auf Vollständigkeit –<br />

vorstellen. Und zwar so ausgewählt,<br />

dass für jeden etwas dabei ist: anspruchsvolle<br />

Touren ebenso wie besonders<br />

schöne, die jeder schafft.<br />

FOTO: Bad Kleinkirchheimer Bergbahnen/Gruber, TVB Paznaun-Ischgl, TVB Saalbach Hinterglemm, Rax Seilbahn<br />

TEXT: Oliver Pichler<br />

142<br />

<strong>SPORTaktiv</strong>-OUTDOORGUIDE <strong>2017</strong>


TIROL & OSTTIROL<br />

ISCHG: Ischgl bietet im Sommer Berge<br />

statt Party. An der Schweizer Grenze,<br />

nahe der Bergstation der Flimjochbahn<br />

und neben dem Viderjoch (2.737<br />

m), befindet sich der Ausgangspunkt<br />

für relativ schnelle 3.000er-Touren.<br />

www.ischgl.com<br />

HOCHZEIGER IM PITZTAL: Gipfeltour<br />

ab Mittelstation, zuerst auf den Hochzeiger<br />

(2.560 m), via Bergstation der<br />

Seilbahn bis zum Sechszeiger (2.392<br />

m) und zurück zur Bergstation. Oder<br />

ab der Mittelstation auf das hochalpine<br />

Wildgrat (2.971 m).<br />

www.hochzeiger.com<br />

MAYRHOFEN: Mit Österreichs größter<br />

Seilbahn (160 Personen) auf den<br />

Ahorn (1.955 m) und von dort auf die<br />

Ahornspitze (2.973 m).<br />

www.mayrhofner-bergbahnen.com<br />

ST. JOHANN/TIROL: Ab Bergstation der<br />

Kabinenbahn Harschbichl (1.604 m),<br />

nach kurzem Zustieg via Klettersteig<br />

(Einstieg 1.850 m) aufs Kitzbüheler<br />

Horn (1.996 m).<br />

www.bergbahnen-stjohann.at<br />

DEFEREGGENTAL: Per Brunnalmbahn<br />

und Mooserberg-Sessellift bis auf<br />

über 2.300 m. Drei Gipfel: Kl. Leppleskofel<br />

(leicht, 2.469 m), Gr. Leppleskofel<br />

(mittel, 2.811 m), Gr. Degenhorn<br />

(mittel/schwer, 2.946 m).<br />

www.stjakob-ski.at<br />

KALS: Mit der Kabinenbahn bis zur<br />

Adler-Lounge auf 2.400 m. Tour über<br />

den Gorner (2.702 m) zum Rotenkogel<br />

(2.762 m).<br />

www.gg-resort.at<br />

SILLIAN: Per Bahn auf 2.100 m. Wandern<br />

„Rund um den Thurntaler“, erweiterbar<br />

etwa um den Aufstieg auf<br />

die Hochrast (2.436 m).<br />

www.hochpustertal-ski.at<br />

Ischgl:<br />

Top-Klettersteige<br />

und<br />

3.000er in<br />

Griffweite.<br />

Rax: Älteste Seilbahn<br />

Österreichs in<br />

neuem Kleid.<br />

NIEDERÖSTERREICH<br />

RAX: Die Pendelbahn auf die Rax war<br />

1926 Österreichs erste Seilbahn. Bis<br />

heute ist sie ideal für Bergsportler, die<br />

von der Bergstation (1.547 m) aus zu<br />

Wanderungen aufbrechen wollen. Etwa<br />

zur Heukuppe, dem höchsten Punkt der<br />

Rax (2.007 m).<br />

www.raxseilbahn.com<br />

ÖTSCHER: Via Ötscher-Doppelsessellift<br />

auf 1.436 m, dann knapp 500 Höhenmeter<br />

hinauf auf den Großen Ötscher<br />

(1.893 m). www.oetscher.at<br />

143<br />

Saalbach: unterwegs<br />

zwischen zwei der<br />

Glemmtaler Seven<br />

Summits.<br />

SALZBURG<br />

SAALBACH: SEVEN-SUMMITS-TOUR<br />

Der Schattberg-Ostgipfel (2.018 m) ist<br />

Ausgangspunkt einer 9-Stunden-Tour zu<br />

den schönsten Gipfeln des Glemmtals.<br />

Hinauf auf den Schattberg bringt die<br />

Seven-Summits-Wanderer der Schattberg<br />

X-press (extra Frühfahrt Mo.–Fr.<br />

um 7.30 Uhr). Die fast 24 km lange Tour<br />

führt über sieben der attraktivsten Gipfel<br />

der Region. Danach: Abstieg (etwa<br />

1.100 Höhenmeter) in den Talschluss<br />

des Glemmtals.<br />

www.saalbach.com<br />

KITZSTEINHORN: „Mein erster 3.000er“,<br />

von der Bergstation der Gletscherbahn<br />

(3.029 m) auf das „Kitz“ (3.203 m), geführt<br />

von einem Bergführer.<br />

www.kitzsteinhorn.at<br />

GASTEIN: Sechs Klettersteige aller<br />

Schwierigkeitsgrade auf der Schlossalm<br />

& Höhentouren mit Panoramablick am<br />

Stubnerkogel.<br />

www.skigastein.com<br />

MÜHLBACH AM HOCHKÖNIG: Die<br />

Bergstation der Karbachalmbahn<br />

(1.564 m) ist Ausgangspunkt der Höhenwanderung<br />

auf den Schneeberg.<br />

www.hochkoenig.at<br />

OBERTAUERN: Mit der Grünwaldkopf-Kabinenbahn<br />

auf 1.975 m Höhe. Von hier<br />

aus auf die Seekarspitze (2.350 m) und<br />

Abstieg zur Bergstation Hochalm-Sesselbahn<br />

(2.033 m).<br />

www.ski-obertauern.at<br />

5-GIPFEL-PANORAMATOUR AB HOCH-<br />

ALMBAHN-BERGSTATION: Von 1.780 m<br />

Höhe aus auf Schwarzwand (2.194 m),<br />

Reißrachkopf (2.210 m), Hirschkopf<br />

(2.252 m), Baukogel (2.224 m) und Roßkopf<br />

(2.039 m).<br />

www.hochalmbahnen.at<br />

ZAUCHENSEE: Ab Gamskogelbahn-Bergstation<br />

(1.884 m) zur 4-Gipfel-Höhentour<br />

im Seekargebiet: via<br />

Seekarscharte zur Arche (2.060 m),<br />

zum Tagweideck (2.135 m), auf den<br />

Schwarzkopf (2.263 m) und zuletzt auf<br />

den Gamskogel (2.186 m).<br />

www.zauchensee.at


Dachstein:<br />

Klettersteig-,<br />

Gletscheroder<br />

Gipfelerlebnis.<br />

STEIERMARK<br />

DACHSTEIN – GLETSCHER & CO:<br />

Die Magie des Dachsteins lässt<br />

sich mit Ausgangspunkt Gletscherbahn-Bergstation<br />

(2.700 m) auf<br />

drei anspruchsvollen Touren erleben.<br />

Ein Klassiker (Seil & Klettersteig)<br />

führt Richtung Westen über<br />

den Schulteranstieg auf den Hohen<br />

Dachstein (2.995 m).<br />

Weitere empfehlenswerte Touren<br />

ab Bergstation: Richtung Osten via<br />

Klettersteig auf den Koppenkarstein<br />

(2.863 m). Richtung Norden<br />

auf den Hohen (Großen) Gjaidstein<br />

(2.794 m), wobei bis zum Kleinen<br />

Gjaidstein ein 2016 errichteter Themenweg<br />

führt.<br />

www.derdachstein.at<br />

RIESNERALM: 5-Gipfel-Höhenwanderung,<br />

ab der Mittelstation (1.576<br />

m) auf den 2.022 m hohen Seespitz<br />

(Finsterkarspitze), das Große<br />

Bärneck (2.071 m), die Gstemmerspitze<br />

(1.996 m), den Sonntagskarspitz<br />

(1.999 m) und den Mößna<br />

Kopf (2.077 m).<br />

www.riesneralm.at<br />

Die Dorfbahn<br />

Brandnertal<br />

ist Startpunkt<br />

vielfältiger<br />

Touren.<br />

MATERIAL<br />

Der Däumling-Klettersteig<br />

am<br />

Nassfeld.<br />

OBERÖSTERREICH<br />

KRIPPENSTEIN – DACHSTEIN-BLICK & VIEL MEHR:<br />

Die Dachstein-Krippenstein-Seilbahn bietet viele Bergerlebnis-Möglichkeiten:<br />

Dachsteinhöhlen bei der Mittelstation,<br />

Aussichtsplattform „5fingers“, Klettersteige<br />

in der Krippenstein -Ost- & -Nordwand bei der Bergstation.<br />

Die 3. Teilstrecke der Bahn führt wieder hinunter<br />

auf 1.788 m, wo ebenfalls attraktive Touren starten.<br />

www.dachstein-salzkammergut.com<br />

KATRIN-SEILBAHN BAD ISCHL: Auf 1.415 m startet die<br />

gemütliche 7-Seenblick-Wanderung, die sich in Kombination<br />

mit der 3-Gipfel-Tour etwas fordernder gestalten<br />

lässt.<br />

www.katrinseilbahn.com<br />

KÄRNTEN<br />

NASSFELD: Von der Bergstation (1.888<br />

m) der Gartnerkofel-Bahn geht es in<br />

Serpentinen ein steiles Schotterfeld<br />

hinauf, weiter über Bergwiesen und<br />

felsiges Gelände. Knapp vor Erreichen<br />

des 2.195 m hohen Gartnerkofels<br />

wird es dann noch einmal steiler.<br />

Der Lohn für etwa 300 Höhenmeter<br />

Anstieg ist ein gewaltiger Ausblick –<br />

bei guter Sicht bis zum Mittelmeer.<br />

www.nassfeld.at<br />

BAD KLEINKIRCHHEIM: Sportliche<br />

Nockberge-Touren ab Brunnachbahn-Bergstation<br />

(1.902 m) – auf den<br />

Großen Rosennock (2.440 m), den<br />

Pfannock (2.254 m), den Mallnock<br />

(2.226 m) oder den Falkert (2.308 m).<br />

www.badkleinkirchheim.com<br />

PETZEN: Touren ab Bergstation (1.712<br />

m), hinauf an die Gebirgsgrenze<br />

zu Slowenien, etwa auf den Kordeschkopf<br />

(2.126 m), den Knieps (2.110<br />

m) oder Feistritzer Spitz (2.113 m).<br />

www.petzen.net<br />

ANKOGEL: von der Bergstation auf<br />

2.637 m gut erreichbar sind die Grauleitenspitze<br />

(2.891 m, leicht); der<br />

Kleine Ankogel (3.096 m, mittelschwer<br />

– mit Schneefeld überquerung); und<br />

der Ankogel (3.252 m, hochalpin ausgesetzt).<br />

www.ankogel-ski.at<br />

Blick von der Aussichtsplattform<br />

„5Fingers“ am<br />

Krippenstein.<br />

VORARLBERG<br />

BRANDNERTAL – 3-LÄNDER-BLICK-TOUR:<br />

Mit der Dorfbahn geht es von Brand hinauf auf 1.390<br />

m, dann weiter über Parpfienz Alpe zum Amatschonjoch<br />

(2.028 m). Alternativ und der Weg über den langgezogenen<br />

Rücken des Gulma (1.859 m). Retour vom Amatschonjoch<br />

über die Innerpalüd Alpe zur Bergstation der<br />

Palüdbahn.<br />

www.brandnertal.at<br />

GOLM: Ab Mittelstation (1.520 m) oder Bergstation<br />

(1.900 m) mehrere Panorama-Wandermöglichkeiten.<br />

www.golm.at<br />

KLEINES WALSERTAL: Von der Kanzelwandbahn-Bergstation<br />

(1.975 m) Höhenwanderungen auf das Fellhorn<br />

(2.038 m) oder die Walser Hammerspitze (2.170 m).<br />

www.kleinwalsertal.com<br />

FOTOS: xxx<br />

FOTO: Dachstein Gletscherbahn, Nassfeld Lesachtal Weissensee Tourismus, Dachstein Tourismus AG, Bergbahnen Brandnertal<br />

144<br />

<strong>SPORTaktiv</strong>-OUTDOORGUIDE <strong>2017</strong>


WANDERBARER LUNGAU<br />

Der Salzburger Lungau liegt eingebettet zwischen Niederen Tauern und Nockbergen –<br />

ein Wanderparadies mit 68 bewirtschafteten Hütten, 42 Almen und fast 60 Bergseen.<br />

Exemplarisch: die Tour von Mariapfarr auf die 2.452 m hohe Zechnerkarspitze.<br />

FOTOS: Tourismusverband Mariapfarr<br />

Nur wo du auch zu Fuß warst,<br />

dort warst Du wirklich! Der<br />

Lungau ist ein Wanderparadies<br />

der ganz besonderen Art. Auf wunderschönen<br />

Wanderwegen liegen<br />

idyllische Bergseen und knapp 68 bewirtschaftete<br />

Amhütten, die zur Rast<br />

einladen. Sanfte und anspruchsvollere<br />

Gipfel warten darauf, erwandert<br />

und berührt zu werden. Der Weg soll<br />

das Ziel sein!<br />

AUF DIE ZECHNERKARSPITZE<br />

Um die Vorfreude noch ein wenig<br />

mehr zu schüren, wollen wir eine besondere<br />

Tour exemplarisch vorstellen:<br />

die Wanderung auf die Zechnerkarspitze<br />

(2.452 m). Die lohnt sich nicht<br />

nur wegen der grandiosen<br />

Gipfelaussicht. So verläuft die Tour:<br />

Von Mariapfarr aus führt die Straße zunächst<br />

Richtung Lignitz. Bei der Abzweigung<br />

Kraischaberg biegt man<br />

links zum Schranken ab – hier bleibt<br />

das Auto stehen. Zu Fuß folgt man dem<br />

leicht ansteigenden Forstweg (Nr. 763)<br />

bis zum Marterl, dort geht es rechts<br />

vorbei bis zur Wegkreuzung mit Wegweiser.<br />

Jetzt wird der Weg bis zur Granitzlalm<br />

rasch steiler. Das gleichnamige<br />

„Granitzlwasser“ ist übrigens<br />

erstklassig und versorgt die Orte Mariapfarr<br />

und Weißpriach. Rechts bei der<br />

Granitzlhütte führt der Steig nun weiter<br />

in das wunderschöne Zechnerkar<br />

mit seinen vielen kleinen Seen und Lacken.<br />

Beeindruckend am Weg sind<br />

auch die alten Lärchen und die Vielfalt<br />

der verschiedenen Blumen. Besonders<br />

sehenswert: die Almrauschblüte in<br />

den Monaten Juni und Juli. Vor dem<br />

Gipfelaufbau dreht der Steig nach<br />

links und führt in Serpentinen zu einer<br />

kleinen Scharte. Nun sind es den<br />

Grat entlang noch rund 30 Minuten bis<br />

zum Gipfel. Dort angekommen, gilt es<br />

den Ausblick zum Hochgolling, Preber,<br />

Hafner, Dachstein sowie zu vielen<br />

Bergen dies- und jenseits der Lungauer<br />

Grenzen hinaus auszukosten, ehe man<br />

sich auf den Rückweg macht ...<br />

Die Fakten zur<br />

beschriebenen Tour<br />

Gehzeiten: Schranken–Granitzlhütte:<br />

1,5 Stunden, Schwierigkeitsgrad: mittel;<br />

Granitzlhütte–Zechnerkarspitze: ca. 2<br />

Stunden, Schwierigkeitsgrad: schwer;<br />

Abstieg auf selbem Weg: ca. 3 Stunden<br />

INFOS ZUR REGION UND BUCHUNGEN<br />

Tourismusverband Mariapfarr<br />

Tel.: 0 64 73/87 66<br />

E-Mail: mariapfarr@lungau.at<br />

www.mariapfarr.at<br />

145


OUTDOORGUIDE<br />

KULINARISCH<br />

AUF DER HÖH’<br />

In der Morgendämmerung geht es los. Hunderte Kalorien später<br />

haben wir das Ziel erreicht. Wir steuern die nächste Hütte an.<br />

Stellt sich nun die eine bange Frage, die alle Outdoorfans zur<br />

Genüge kennen: Was genau wird uns dort erwarten?<br />

Auf der Suche nach regionalen<br />

Köstlichkeiten und neuen kulinarischen<br />

Ideen auf den Almen<br />

und Berggipfeln haben<br />

wir für euch etliche Recherchekilometer<br />

zurückgelegt. Die gute Nachricht:<br />

Immer mehr Hütten- und Gastwirte<br />

erkennen, dass eine geschmackvolle<br />

Speisekarte zu einem wichtigen Unterscheidungsmerkmal<br />

werden kann.<br />

ALLES, NUR KEIN ÖTZI-TELLER<br />

Beginnen wir im Südtiroler Eisacktal.<br />

Dort gibt es Routen wie den Doloramaweg,<br />

die sportliche Herausforderung mit<br />

gutem Essen ideal verbinden. 61 Kilometer<br />

führt dieser Weg über Forst- und Wanderstraßen.<br />

Hier gibt es nicht nur Almenlandschaften<br />

und die Berggipfel der<br />

Dolomiten zu entdecken, sondern auch<br />

eine Menge Geschichte. Auf der Lüsner<br />

Alm machten schon die Jäger in der Steinzeit<br />

Rast. Keine Angst, wir bestellen trotzdem<br />

kein Ötzi-Menü. So etwas wird in<br />

den Almgasthäusern wie dem „Ütia de<br />

Börz“ am Würzjoch, auf der Ramitzler<br />

Schwaige oder der Schutzhütte Raschötz<br />

auch gar nicht angeboten. Allein die Na-<br />

FOTOS: xxx<br />

FOTOS: iSalzburger Land Tourismus/David Schultheiß, stock, Pitztal Tourismus/Dani Elzangerl, Eisacktal Marketing/Alex Filz, Brixen Tourismus/Thomas, Graner. hochzeiger.com/Daniel Zanger<br />

TEXT: Wolfgang Kühnelt 146<br />

<strong>SPORTaktiv</strong>-OUTDOORGUIDE <strong>2017</strong>


Was die Südtiroler können, beherrschen auch jene im Norden: Nämlich in den Bergen für exzellente Gaumenfreuden zu sorgen.<br />

Im Uhrzeigersinn: im Eisacktal und auf der Schatzerhütte über Brixen – im Zeigerrestaurant und im Café 3.440, beides im Pitztal.<br />

men der Gaststätten sprechen schon<br />

Bände. Den Rest erzählt die Speisekarte<br />

– seltener allerdings die Website, da<br />

sind die Südtiroler Wirtsleute fast alle<br />

überraschend zurückhaltend.<br />

Macht nichts, wir sind ja nicht<br />

wegen der virtuellen Welt hier, sondern<br />

wegen der realen Nahrungsaufnahme.<br />

Und da kann man im Eisacktal<br />

viel Neues probieren. Es gibt<br />

typische Gerichte wie Speckbrettl,<br />

Wildgulasch, Knödel und neuerdings<br />

immer mehr „Exzellenz“-Nahrungsmittel<br />

wie Zwetschken, Kastanien,<br />

Äpfel, Milchprodukte und Honig.<br />

Eine schöne Jause, hier „Marende“ genannt,<br />

beinhaltet dann auch ein<br />

Schüttelbrot, Almkäse und Butter<br />

frisch vom Senner.<br />

DIE UNSICHTBARE GRENZE<br />

56 TOP-Hütten gibt es im Eisacktal.<br />

TOP steht übrigens für „Tested outstanding<br />

place“. Heißt: Hier gibt es Genusskultur<br />

auf höchstem Niveau. Würzigen<br />

Graukäse oder Schafsmilchkäse<br />

kennt man auch außerhalb Südtirols.<br />

Aber wer hat schon Weinsuppe, die<br />

traditionellen Teigwaren Tirtln oder<br />

Schlutzer probiert?<br />

Eine gute Gelegenheit, Kulinarik<br />

mit Bergsport zu verbinden, bietet beispielsweise<br />

die Prantneralm in Sterzing.<br />

Auf 1.800 Metern serviert Familie<br />

Gogl Gerstsuppe, Graukäscremesuppe<br />

mit Roggencroutons und Ronenknödel.<br />

Noch höher liegt die Europahütte,<br />

ein Schutzhaus auf 2.693 Metern in<br />

den Zillertaler Alpen. Nicht nur das Essen<br />

und Trinken sind hier bemerkenswert,<br />

sondern auch die Tatsache, dass<br />

die Grenze zwischen Österreich und<br />

Italien mitten durch den Gastraum<br />

verläuft.<br />

EIN KAFFEEHAUS AM GLETSCHER<br />

Wenn wir schon auf österreichischem<br />

Terrain angekommen sind: Auch Nordtirol<br />

hat Spannendes zu bieten. Wer<br />

Bergsportler und zugleich Genießer<br />

ist, sollte sich Österreichs höchstgelegenes<br />

Kaffeehaus vormerken. Die imposante<br />

Bergstation der Wildspitz-Bahn<br />

am Pitztaler Gletscher<br />

beherbergt das „Café 3.440“. Richtig,<br />

wir befinden uns auf einer Seehöhe,<br />

wo es eher außergewöhnlich ist, Sachertorte<br />

und Kaffee nach Wiener Art<br />

zu servieren. Dafür ist die Fernsicht genial<br />

und Ski fahren kann man hier von<br />

September bis Mai. An guten Tagen fabriziert<br />

Konditor Norbert Santeler mit<br />

seinen Zwillingstöchtern Sandra und<br />

Stefanie auf beachtlichen 2.840 Metern<br />

in der höchsten Konditorei des Landes<br />

4 Tonnen Kaiserschmarrn und rund 25<br />

Meter Apfelstrudel. Hier zu arbeiten<br />

erfordert Fingerspitzengefühl und Erfahrung.<br />

Denn wenn der Luftdruck<br />

nicht passt, geht der Kuchen nicht auf.<br />

Weiter unten im Pitztal dominiert<br />

neuerdings die Zirbe. Es gibt einen<br />

Zirbenpark mit Zirbenwasser,<br />

eine Zirbencart-Strecke und ein Stamperl<br />

Zirbenschnaps. Gut essen kann<br />

man im Hochzeigerhaus und auf der<br />

Stalderhütte, wo man stilgerecht im<br />

Zirbenzimmer übernachtet. Besonders<br />

konsequent ist man im Zeigerrestaurant<br />

auf 2.000 Metern. Christian<br />

Wittwer serviert dort Zirbencappuccino,<br />

Zirbenhauswürste, Zirbensenf,<br />

Zirbenzapfenbrot und Zirbensirup.<br />

SALZBURGER BIO-BLADLN<br />

Über die Verbindung von bodenständiger<br />

Küche, Outdoorsport und den immer<br />

anspruchsvolleren Gästen hat<br />

man in Salzburg bereits seit Jahren<br />

nachgedacht. Die Antwort: Via Culina-<br />

147


KULINARIK<br />

ria. Neun Genusswege verbinden 260<br />

empfohlene Adressen. Der neue Guide<br />

dieser Initiative ist 190 Seiten stark.<br />

Leo Bauernberger, der oberste Salzburger<br />

Touristiker, sieht dementsprechend<br />

gutes Essen als „wesentlichen<br />

Bestandteil eines gelungenen und unvergesslichen<br />

Urlaubs“. Es gibt Genusswege<br />

für „Hüttenhocker“, „Naschkatzen“,<br />

„Kräuterliebhaber“ und seit<br />

heuer auch für „Bio-Genießer“. Das ist<br />

weit mehr als eine Marketingidee. Die<br />

Salzburger können stolz darauf verweisen,<br />

dass es in keiner europäischen<br />

Region mehr Bio-Produzenten gibt.<br />

Mehr als die Hälfte der landwirtschaftlichen<br />

Fläche wird biologisch bzw. biologisch-dynamisch<br />

bewirtschaftet.<br />

Zu den Salzburger Stärken gehören<br />

Milchprodukte wie der Tennengauer<br />

Almkäse oder der Lungauer<br />

Ziegenkäse; Fleisch, zum Beispiel vom<br />

Berglamm, aber auch Fisch wie bei<br />

Walter Grüll. Stellvertretend für viele<br />

engagierte Wirte und Produzenten<br />

besuchen wir die Familie Hörl und<br />

ihre Jagglalm in Saalfelden, die erste<br />

bio-zertifizierte Almhütte im Salzburger<br />

Land. Hier gibt es unter anderem<br />

herzhafte Bladln, eine Art Krapfen,<br />

die im Pinzgau süß oder pikant gefüllt<br />

werden, Kaspressknödel und Bio-Eier<br />

der Rassehühner. Wer mehr über die<br />

Wege zum Genuss im Salzburger<br />

Land erfahren will, sollte sich den<br />

Guide kostenlos auf www.via-culinaria.com<br />

bestellen.<br />

FRIGGA VOM ALMBUTLER<br />

Zum Abschluss begeben wir uns ins<br />

Grenzgebiet zwischen Kärnten und<br />

der Steiermark. Auf der Turracher<br />

Höhe ist im Winter der Pistenbutler<br />

aktiv, der mit den Gästen von Hütte zu<br />

Hütte auf Kostprobefahrt geht. Im<br />

Sommer ist es der Almbutler, mit dem<br />

man wandern kann und der einem regionale<br />

Spezialitäten zeigt.<br />

In der Früh geht es eine gute Stunde<br />

lang zu Fuß auf den Kornock, wo der<br />

Butler höchstpersönlich ein Frühstück<br />

zubereitet. Mit etwas Glück handelt es<br />

sich dabei um Frigga, ein Gericht, das<br />

früher besonders die Holzknechte<br />

schätzten. Bergkäse, Speck, Eier und<br />

Schwarzbrot nehmen die einen, die an-<br />

FOTOS: Almbutler Seepicknick<br />

ab<br />

€ 429,–<br />

p. P.<br />

BERGSPORT & BERGSPA IM MONTAFON<br />

Ziehe auf eigene Faust los oder schließe<br />

dich einem erfahrenen Berg- und Wanderführer<br />

an. Im Montafoner Gebirge<br />

erwarten dich sportliche Abenteuer –<br />

etwa auf mehr als 500 km markierten<br />

Wanderwegen zu den Gipfeln der Bergketten<br />

Verwall, Rätikon und Silvretta.<br />

Aber auch Mountainbiker finden hier<br />

unter den 270 km beschilderten Bikewegen<br />

ganz bestimmt ihren Lieblings-Trail.<br />

Das Hotel Zamangspitze hat<br />

auch in Sachen „Genuss“ viel zu bieten:<br />

Spezialitäten von regionalen Landwirten<br />

und das hoteleigene Berg-SPA mit<br />

Hallenbad, Sole-Dampfbad, Kräutersauna<br />

und Kneippbecken.<br />

BERGSPA & HOTEL ZAMANGSPITZE<br />

MONTAFON / VORARLBERG<br />

Ziggamweg 227, 6791 St. Gallenkirch<br />

Tel.: 0043 5557/6238<br />

E-Mail: info@zamangspitze.at<br />

WEB: www.zamangspitze.at<br />

„Berge erleben 5=4“<br />

BUCHBAR VOM 25. 5. BIS 22. 7. <strong>2017</strong><br />

UND VOM 26. 8. BIS 22. 10. <strong>2017</strong><br />

• 5 Nächte wohnen und nur 4 bezahlen<br />

inkl. ¾-Verwöhnpension<br />

• Wellnessgutschein im Wert von € 32,–<br />

• 1 x Montafon-Brandnertal-Card für<br />

3 Tage (pro Erwachsenem)<br />

• kostenloser Verleih von<br />

Wanderstöcken<br />

• täglich geführte Wanderungen mit<br />

erfahrenen Wanderführern<br />

FOTOS: BergSPA & Hotel Zamangspitze<br />

148<br />

<strong>SPORTaktiv</strong>-OUTDOORGUIDE <strong>2017</strong>


Ein Bauernkrapfen mit Preiselbeeren – eine von vielen Versuchungen, denen man im Salzburger Land begegnet. Rechtes Bild: See-<br />

Picknick mit dem Almbutler. Das Erlebnis erwartet einen auf der Turracher Höhe im Grenzgebiet von Kärnten und der Steiermark.<br />

deren setzen auf Polenta. Eine Pfanne<br />

und offenes Feuer und bald ist das bodenständige<br />

Gericht fertig.<br />

Wer etwas länger gehen möchte,<br />

bucht beim Almbutler die Wanderung<br />

über die Schafalm und die<br />

Winkleralm bis zur Wildbachhütte,<br />

wo es eine köstliche Jause gibt. Oder<br />

man besucht Franz Grubenbauer, der<br />

sich auf Heu-Produkte spezialisiert<br />

hat und daraus sogar Schnaps brennt.<br />

Für die Kinder ist besonders die Familienwanderung<br />

mit See-Picknick ein<br />

Erlebnis, bei der man nicht nur gemeinsam<br />

jausnet, sondern auch barfuß<br />

über das Hochmoor geht.<br />

EIS VOM BERGBAUERN<br />

Wieder beim Ausgangspunkt auf der<br />

Turracher Höhe angelangt, empfiehlt<br />

sich ein Besuch der K-Alm am Fuße der<br />

Kornockbahn. Die Wirtsleute haben<br />

sich mit einem großen Humidor für<br />

ihre Schinken-, Speck- und Käsespezialitäten<br />

einen Herzenswunsch erfüllt.<br />

Zum Finale gibt es dann noch Eis vom<br />

Bergbauernhof. Ja, richtig gehört: Hans<br />

Peter Huber aus Saureggen unweit der<br />

Turrach produziert auf 1.600 Metern<br />

Speiseeis. Anfangs belächelte man ihn,<br />

heute stellt er mehr als 160 Sorten her,<br />

allesamt ohne chemische Zusätze oder<br />

Farbstoffe, dafür aber mit bester Alm-<br />

Milch. Feinstes Eis mit Granten, Waldhonig,<br />

Kürbiskern oder Butterkeks,<br />

wie man es bei den Hubers am Hof kaufen<br />

kann. Damit kann man sicher auch<br />

Kinder von der Sinnhaftigkeit des<br />

Wanderns überzeugen.<br />

Thomas Huber<br />

Komperdell Botschafter<br />

Extrembergsteiger<br />

CARBON -<br />

WEIL JEDES<br />

GRAMM ZÄHLT<br />

DER SPEZIALIST<br />

FÜR CARbon<br />

STöCkE<br />

Je weniger Gewicht,<br />

umso mehr Ausdauer<br />

am Berg. Spüren Sie<br />

Sicherheit durch die<br />

extraleichten Carbonstöcke<br />

von Komperdell.<br />

www.komperdell.com


MATERIAL<br />

LAUFSTEG<br />

WANDERWEG<br />

Wohin geht <strong>2017</strong> der Trend bei der Outdoor- Bekleidung? Erfreuliche Antwort:<br />

Es wird gleichzeitig stylisher, technischer und nachhaltiger.<br />

Die Berge bleiben, die Zeiten<br />

ändern sich. Und mit den Zeiten<br />

ändert sich die Mode, mit<br />

der man auf die Berge steigt<br />

oder an Felswänden klettert. Das Motto:<br />

„Hauptsache praktisch“ ist längst<br />

passé: Stilbewusstsein hat sich auch<br />

im Bergsport durchgesetzt. Neben der<br />

sich ändernden Mode gibt es im Bereich<br />

der Outdoor-Bekleidung aber<br />

jährlich eine Reihe weiterer aktueller<br />

Trends. Jenen für <strong>2017</strong> haben wir gemeinsam<br />

mit einer Textilexpertin<br />

nachgespürt.<br />

OPTIK IMMER WICHTIGER<br />

„Die größte Motivation der Kunden ist<br />

es, fit zu bleiben, deshalb ist ein athletisches<br />

Erscheinungsbild besonders<br />

wichtig“, sagt Beate Gerlach, Commerical<br />

Manager von Salomon, und bestätigt<br />

damit den Trend zum Modebewusstsein<br />

am Berg. Zudem verjüngt<br />

sich die Gruppe der Wanderer und<br />

Bergsteiger – „und für diese Zielgruppe<br />

ist der Style oftmals eben sehr wichtig“.<br />

Für einige zähle Optik bei der<br />

Kaufentscheidung sogar mehr als die<br />

Funktionalität. Technikbegeisterte<br />

Kunden gibt es natürlich auch unverändert<br />

jede Menge. Vor allem ambitionierte<br />

Sportler, die sehr viel im Freien<br />

unternehmen, ziehen nach wie vor<br />

die Funktion vor, meint die Bekleidungsexpertin.<br />

„Wir versuchen unsere<br />

Kollektionen daher so zu gestalten,<br />

dass wir für beide Typen Lösungen anbieten.“<br />

LEICHT UND KLEIN VERPACKBAR<br />

Wie bei vielen anderen Ausrüstungsteilen<br />

geht auch bei der Bekleidung<br />

der Trend weiter Richtung<br />

Leichtigkeit. Vor allem im immer beliebter<br />

werdenden Trailrunning ist<br />

das ein entscheidender Faktor. Leichtigkeit<br />

um jeden Preis ist aber andererseits<br />

nicht der „Stein der Weisen“ –<br />

vielmehr gehe es darum, die richtige<br />

Balance zwischen geringem Gewicht<br />

und hoher Stabilität zu halten. „Dem<br />

wird bei uns zum Beispiel durch Hybrid-Kollektionen<br />

Rechnung getragen“,<br />

erklärt Gerlach.<br />

Ebenfalls im Trend: ein möglichst<br />

geringes Packmaß. „Das ist für uns<br />

auch von äußerster Wichtigkeit“, sagt<br />

Gerlach dezidiert. Erreicht wird all<br />

FOTO: Salomon, istock<br />

TEXT: Klaus Molidor<br />

150<br />

<strong>SPORTaktiv</strong>-OUTDOORGUIDE <strong>2017</strong>


das mit neuen Materialien, die sich<br />

noch kleiner zusammenlegen lassen.<br />

TÜFTELN AN DER FUNKTION<br />

Neue Materialien stillen dann auch<br />

ein weiteres Grundbedürfniss aller<br />

Sportler, nämlich jenes nach einem<br />

angenehmen Tragegefühl durch möglichst<br />

gutes Ableiten von Schweiß und<br />

Körperwärme. „Die 37,5-Technologie<br />

ist <strong>2017</strong> unsere Antwort auf dieses Bedürfnis“,<br />

sagt Gerlach. Diese Technologie<br />

bezieht sich auf die Fähigkeit des<br />

menschlichen Körpers, Temperatur<br />

und Feuchtigkeit in Hautnähe zu regeln,<br />

um eine Feuchtigkeit von 37,5<br />

Prozent und eine Körperkerntemperatur<br />

von 37,5 Grad Celsius beizubehalten.<br />

Zudem nimmt diese Kleidung<br />

keine Gerüche auf – vor allem bei<br />

Mehrtagestouren, bei denen man<br />

nicht immer ein frisches Shirt zur<br />

Hand hat, eine gute Sache.<br />

Erreicht wird das bei Salomon<br />

mit einer Kombination aus natürlichen<br />

und synthetischen Fasern – was<br />

auch bei anderen Herstellern im<br />

Trend liegt. Etwa: Merinowolle mit<br />

künstlichen Fasern zu mischen und<br />

die Vorteile der „beiden Welten“ miteinander<br />

zu vereinen.<br />

ES WIRD WIEDER VIELSEITIG<br />

Jacken, Hosen, Shirts – sie alle werden<br />

seit einigen Jahren immer spezieller<br />

und für einen immer engeren Einsatzbereich<br />

ausgelegt. So sagt es zumindest<br />

das Gefühl. Sieht man das bei Salomon<br />

auch so? Antwort: Jein! Man<br />

wolle hier bewusst einen etwas anderen<br />

Weg beschreiten und auch Kunden<br />

bedienen, die Bekleidung mit<br />

starken Allroundfähigkeiten suchen:<br />

„Das heißt, es geht um eine vielseitige<br />

Nutzbarkeit der Kollektion anstatt einer<br />

immer weiteren Spezialisierung<br />

auf die einzelnen Sportarten“, erklärt<br />

Beate Gerlach. Wer also beispielsweise<br />

mit seiner Jacke sowohl laufen als<br />

auch wandern, bergsteigen oder klettern<br />

will, wird <strong>2017</strong> ebenfalls fündig.<br />

FAIR UND NACHHALTIG<br />

Die vielseitige Nutzbarkeit spielt auch<br />

in eines der wichtigsten Themen unserer<br />

Zeit hinein: die Nachhaltigkeit.<br />

Viele Outdoor-Hersteller, sind heute<br />

Mitglied in der „Fair Wear Foundation“<br />

oder anderen Vereinigungen, die<br />

sich dafür einsetzen, dass Produkte<br />

fair produziert werden. Also ohne<br />

Ausbeutung von Arbeitskräften. Mindestens<br />

ebenso wichtig ist auch Umweltfreundlichkeit.<br />

„Ohne Spielplatz<br />

kannst du nicht spielen“, wie Salomon-CEO<br />

Jean-Marc Pambet mit einem<br />

plastischen Vergleich die<br />

Notwendigkeit umweltschonender<br />

und möglichst schadstofffreier Produktion<br />

erklärt.<br />

Klingt also alles vielversprechend,<br />

wenn man in die Zukunft<br />

blickt: immer leichtere Outdoor-Kleidung,<br />

die trotzdem strapazierfähig ist<br />

und sich für viele verschiedene Einsatzbereiche<br />

verwenden lässt. Und darüber<br />

hinaus fair und umweltschonend<br />

hergestellt wird und cool<br />

aussieht. Stimmt schon: Auch Outdoor-Mode<br />

ist heute zum Statement<br />

seiner Träger geworden.<br />

KARPOS<br />

FREE SHAPE STONE<br />

JACKET, STONE PANT<br />

UND MOVED JERSEY<br />

KOMFORTABEL, LEICHT, ROBUST – MIT MAXIMA-<br />

LER BEWEGUNGSFREIHEIT. Dank der innovativen<br />

Free-Shape-Technologie ist es möglich,<br />

unterschiedliche Materialcharakteristika bereits<br />

in das Grundmaterial einzuweben. Dadurch<br />

werden die meisten Nähte vermieden,<br />

was die Free-Shape-Kleidungstücke leichter<br />

und komfortabler macht, und zudem ein sehr<br />

elegantes Design erlaubt.<br />

Die Verwendung von Cordura®-Fäden im Gewebe<br />

an den am stärksten beanspruchten<br />

Stellen und die dauerhafte Imprägnierung erlauben<br />

zudem sehr langlebige und stark wasserabweisende<br />

Kleidungsstücke. Optimales<br />

Klimamanagement auch bei sehr heißen Temperaturen<br />

garantiert – als ideale Ergänzung<br />

– das Moved Jersey.<br />

Somit sind Free-Shape-Stone-Jacke<br />

und -Hose und das Moved Jersey<br />

die ideale Bekleidung für die<br />

Bergtour und den Klettersteig.<br />

www.sportful.com/karpos<br />

FOTO: Karpos


MATERIAL<br />

IM SCHAUFENSTER: 10 OUTDOOR-JACKEN ...<br />

Atmungsaktivität, Beweglichkeit, Robustheit und bei Bedarf Schutz vor Wind und Schmuddelwetter: Outdoor-<br />

Oberbekleidung muss Schwerarbeit leisten. Qualität ist gefragt – wie sie die hier vorgestellten Teile besitzen.<br />

BERGANS MICROLIGHT JACKET<br />

Die vielseitige Jacke ist ideal für alle<br />

Aktivitäten, bei denen ein guter Windschutz<br />

erforderlich ist. Der winddichte,<br />

wasserabweisende 4-Wege-Stretch<br />

gewährleistet ausgezeichnete Bewegungsfreiheit.<br />

PREIS (UVP): € 150,–<br />

TORFINNSTIND PANTS<br />

Die superleichte, bequeme Softshellhose<br />

gewährleistet optimale Bewegungsfreiheit,<br />

ist wind- und wasserabweisend<br />

und leitet Feuchtigkeit effektiv<br />

vom Körper weg. PREIS (UVP): € 120,–;<br />

WEB: www.bergans.com<br />

MAIER SPORT<br />

JACOB (M)/SOLVEIG (D)<br />

Die innovative Fernwanderjacke mit<br />

hochfunktioneller Membrane ist mit<br />

dem German Design Award <strong>2017</strong> ausgezeichnet.<br />

Das clever angedockte, patentierte<br />

Rucksack-Cape hält das Gepäck<br />

auch bei Dauerregen trocken, die<br />

Imprägnierung ist PFC-frei. PREIS (UVP):<br />

€ 299,95<br />

NATURNO LIGHT<br />

Die Naturno Light ist die perfekte technische<br />

Hose für sommerliche Touren. Sie<br />

ist schmal geschnittenen und sehr abriebfest.<br />

PREIS (UVP): € 109,95<br />

WEB: www.maier-sports.com<br />

FJÄLLRÄVEN<br />

ABISKO ECO SHELL JACKET<br />

Die leichte 2,5 Lagen-Jacke mit Vier-<br />

Wege-Stretch bietet ausgezeichnete Atmungsaktivität<br />

und verpackt viele praktische<br />

Details in ein reduziertes Design.<br />

PREIS (UVP): € 159,95<br />

ABISKO TREKKING TIGHTS W:<br />

Die technischen Trekking-Tights für Damen<br />

sind aus strapazierfähigem und<br />

hochfunktionalem Stretchmaterial gefertigt<br />

und haben praktische Taschen<br />

und Verstärkungen.<br />

PREIS (UVP): € 159,95<br />

WEB: www.fjallraven.de<br />

LA SPORTIVA<br />

TX LIGHT JACKET<br />

Die Jacke richtet sich an Kletterer<br />

und alle, die in den Bergen<br />

zu Hause sind. Strategisch<br />

platziertes Cordura®-Material<br />

an den Schultern verhindert das<br />

Aufscheuern durch Rucksackriemen<br />

und schützt am Fels. PREIS<br />

(UVP): € 139,–<br />

TX MAX PANT<br />

Die lange Kletterhose eignet<br />

sich für Mehrseillängentouren<br />

und Klettersteige. Mehrere Taschen<br />

an Vorder- und Rückseite<br />

sowie an den Seiten bieten ausreichend<br />

Stauraum.<br />

PREIS (UVP): € 149,–<br />

WEB: www.lasportiva.com<br />

MARMOT KNIFE EDGE JACKET<br />

Die Jacke mit Gore-Tex®-Paclite-Technologie<br />

ist besonders leicht und mit ihrem<br />

etwas längeren Schnitt sowie den<br />

hoch gesetzten Taschen ideal fürs Alpinklettern,<br />

Bergsteigen oder Klettersteiggehen<br />

geeignet. PREIS (UVP): €<br />

250,–<br />

HIGHLAND PANT<br />

Die funktionelle Softshellhose für Damen<br />

und Herren macht mit ihrem abriebfesten<br />

und stark wasserabweisenden<br />

Obermaterial alle Aktivitäten im<br />

Gelände mit. PREIS (UVP): € 140,–<br />

WEB: www.marmot.eu<br />

FOTOS: Hersteller<br />

152<br />

<strong>SPORTaktiv</strong>-OUTDOORGUIDE <strong>2017</strong>


... UND OUTDOOR-HOSEN<br />

MARTNI SPORTWEAR<br />

INFINITE JACKET<br />

Eine extrem leichte Kombijacke für Damen.<br />

Während Primaloft® Gold vor<br />

Wind und Nässe schützt, sorgt hochfunktionelles<br />

Stretchmaterial im Armund<br />

Rückenbereich für Atmungsaktivität<br />

und Tragekomfort. PREIS (UVP): € 199,95<br />

MONTANA PANTS<br />

Das funktionelle Stretchmaterial der<br />

sportiven Berg- und Outdoorhose für<br />

Herren garantiert eine optimale Bewegungsfreiheit,<br />

während das Martini-<br />

Bundband mit Silikoninnenseite für Halt<br />

sorgt. PREIS (UVP): € 129,90<br />

WEB: www.martini-sportswear.com<br />

SALOMON ONE & ONLY JACKE<br />

Eine Jacke für alles, was outdoor Spaß<br />

macht. Ob Wind, Regen oder Sonne:<br />

die One + Only 3L Jacke ist eine Schutzschicht,<br />

die für leichten Tragekomfort und<br />

schnelle Fortbewegung sorgt. PREIS (UVP):<br />

€ 300,–<br />

WAYFARER UTILITY PANT W<br />

Die Hose ist robust und warm und rüstet<br />

Bergsportlerinnen bestens für anspruchsvolle<br />

Bedingungen. Durch ihren lässigen<br />

Style macht sie auch beim Chillen und im<br />

Alltag Spaß. PREIS (UVP): € 120,–<br />

WEB: www.salomon.com<br />

ORTOVOX CORVARA JACKET<br />

Die leichte Jacke für alpine Unternehmungen<br />

ist von den Felspionieren früherer<br />

Zeiten inspieriert. Bei Produkten der<br />

Shield-Vintage-Linie greift Ortovox auf<br />

lang bewährte Traditionsfasern zurück<br />

und mischt sie mit modernen Hightechstoffen.<br />

PREIS (UVP): € 349,95<br />

PELMO PANTS<br />

Speziell für die Bedürfnisse von Bergsteigern<br />

entwickelt, verzichtet diese<br />

Hose auf alle überflüssigen Details. Sie<br />

zeichnet sich durch Leichtigkeit und<br />

eine hohe Atmungsaktivität aus – ist zugleich<br />

sehr robust und elastisch.<br />

PREIS (UVP): € 119,95;<br />

WEB: www.ortovox.com<br />

SALEWA PEDROC HYBRID 2<br />

DST/PTX M JACKET<br />

Eine Kombination aus verschiedenen<br />

Materialien bietet optimalen<br />

Schutz. Sie wurde gemeinsam mit<br />

Salewa-Athleten entwickelt, die<br />

regelmäßig in den Alpen trainieren.<br />

PREIS (UVP): € 179,95<br />

PEDROC 2 DST M PANT<br />

Die Hose ist leicht, atmungsaktiv<br />

und schnelltrocknend. Das 4-Wege-Stretch-Material<br />

bietet einen<br />

integrierten, UV-beständigen<br />

50+-Sonnenschutz und ein permanent<br />

wasserabweisendes Finish.<br />

PREIS (UVP): € 99,95<br />

WEB: www.salewa.at<br />

153<br />

ZIENER EMIC<br />

Die leichte 2,5-Lagen-Regenjacke schützt<br />

optimal. Vollverklebte Nähte und die atmungsaktive,<br />

wasser- und winddichte<br />

Membran sorgen für ein warmes, trockenes<br />

Klima. Fein: die Ventilationsöffnungen<br />

unter den Armen. PREIS (UVP): € 149,99<br />

ERYCK X- FUNCTION<br />

Leichte Fahrradhose, aus der man die Innenhose<br />

(inklusive X-Function Pad) rausknüpfen<br />

kann und dann eine perfekte<br />

Wanderhose mit allen Funktionen hat.<br />

Ventilationslöcher am Innenbein sorgen<br />

für optimale Klimakontrolle. Das dicht gewebte<br />

Material ist sehr robust und der<br />

weitenregulierbare Bund höchst komfortabel.<br />

PREIS (UVP): € 129,99<br />

WEB: www.ziener.com


MODE<br />

BEREIT FÜR<br />

DIE BERGE<br />

Seit 1974 US-Studenten in einem Kletterklub die Idee zur<br />

Outdoor-Marke Marmot hatten, überzeugt der Ausrüster<br />

mit hochwertiger Bekleidung und Ausrüstung für<br />

Bergsportler. Für jede Jahreszeit und alle Einsatzzwecke.<br />

ANZEIGE / FOTOS: Marmot<br />

154<br />

<strong>SPORTaktiv</strong>-OUTDOORGUIDE <strong>2017</strong>


Klettern, wandern oder einfach in der Natur<br />

sein: Marmot hat für alle, die draußen unterwegs<br />

sind, das Richtige. Und erfindet sich<br />

dabei selbst ständig neu, um das Erlebnis in<br />

der Natur noch besser zu machen. Beispielsweise<br />

mit der Entwicklung des leistungsfähigen,<br />

extrem atmungsaktiven und wasserdichten<br />

Materials „Marmot NanoPro“.<br />

Diesen Sommer bringt Marmot mit der<br />

Gore-Tex® Knife Edge Jacket und der<br />

NanoPro Magus Jacket wieder zwei<br />

High-End-Shelljacken für verschiedene<br />

Einsatzzwecke auf den Markt.<br />

Alles zur Marke Marmot sowie das volle<br />

<strong>2017</strong>er-Sortiment findest du auf:<br />

www.marmot.eu<br />

Begonnen hat bei Marmot<br />

alles mit einer Daunenweste<br />

und der Partnerschaft<br />

mit Gore-Tex®. Inzwischen<br />

können die beiden Textil-Spezialisten<br />

auf die<br />

längste Partnerschaft im<br />

Outdoor-Bereich verweisen.<br />

Wovon Sportler im Sommer<br />

wie im Winter profitieren.<br />

155


MATERIAL<br />

IM SCHAUFENSTER: 5 OUTDOOR-HEMDEN ...<br />

Ob man zu Hemd/Bluse oder Shirt tendiert, ist reine Geschmacksfrage –<br />

topmodisch und hochfunktionell sind alle zehn hier vorgestellten Teile.<br />

FJÄLLRÄVEN<br />

ABISKO HIKE M<br />

Das komfortable Kurzarm-Trekking-Shirt<br />

ist aus feuchtigkeitsableitendem, kühlendem<br />

Stoff gemacht. Es ist am Rücken<br />

belüftet, die Brusttasche hat einen<br />

Reißverschluss. Beim Einpacken nimmt<br />

das Shirt kaum Platz ein – und ist damit<br />

ideal auf Reisen mit kleinem Gepäck.<br />

PREIS (UVP): € 89,95<br />

WEB: www.fjallraven.de<br />

MARMOT<br />

ELDRIDGE SHORTSLEEVE M<br />

Zeitlos-elegant und dabei überaus<br />

funktional ist das Eldridge Short Sleeve.<br />

Das weiche, umweltfreundliche Gewebe<br />

schützt vor schädlicher UV-Strahlung<br />

und ist äußerst angenehm zu tragen.<br />

PREIS (UVP): € 60,–<br />

WEB: www.marmot.eu<br />

SCHÖFFEL<br />

COLMAR UV M SHIRT M<br />

Das extraleichte Mountain-Hiking-Hemd<br />

mit 4-Way-Stretch von Schöffel<br />

gefällt mit Eigenschaften wie einem<br />

besonders hohen Feuchtigkeitstransport<br />

und schneller Trocknung. Es ist mit<br />

zwei praktischen Reißverschlusstaschen<br />

sowie Belüftungsschlitzen am Rücken<br />

ausgestattet und bietet einen<br />

UV-Schutzfaktor von 25+.<br />

PREIS (UVP): € 89,95<br />

WEB: www.schoeffel.com<br />

LÖFFLER<br />

TREKKING-BLUSE KA W<br />

Löfflers Trekking-Bluse im Karodesign<br />

besteht aus atmungsaktivem, schnell<br />

trocknendem Funktionswebstoff. Praktisch<br />

ist die Zip-Schlüsseltasche. Wie<br />

alle Löffler-Produkte, wird die Bluse<br />

zum Großteil in Österreich produziert;<br />

es gibt sie auch als ärmelloses Modell<br />

sowie für Männer als Trekking Hemd.<br />

PREIS (UVP): € 69,99<br />

WEB: www.loeffler.at<br />

SALOMON<br />

EXPLORE POLO M<br />

Mit dem Explore-Polohemd stehen dir<br />

alle Möglichkeiten offen, egal, ob du<br />

einen Abstecher ins Vereinshaus oder<br />

eine kleine Wanderung vorhast. Dieses<br />

Polohemd liefert Style und leichtgewichtige<br />

Performance, um dich überall<br />

hin zu begleiten. Das schnell trocknende<br />

Polyestergewebe fühlt sich leicht an<br />

und sorgt auch beim Dinner in der City<br />

für einen cleanen Look.<br />

PREIS (UVP): € 50,–<br />

WEB: www.salomon.com<br />

FOTOS: Hersteller<br />

156<br />

<strong>SPORTaktiv</strong>-OUTDOORGUIDE <strong>2017</strong>


... UND 5 OUTDOOR-SHIRTS<br />

DEVOLD<br />

RUNNING-T-SHIRT W<br />

Es heißt „Running“, ist aber für jeden<br />

High-Performance-Sport perfekt geeignet.<br />

Denn Devolds Shirts trocknen superschnell,<br />

sind ultraleicht, atmungsaktiv<br />

und bestehen aus Merinowolle und<br />

Tencel. Dank ihrer strategisch platzierten<br />

Mesh-Einsätze und des schweißabsorbierenden<br />

Feinripp-Gewebes stehen<br />

sie für allerbesten Komfort und Belüftung<br />

– den ganzen Tag lang.<br />

PREIS (UVP): € 39,–<br />

WEB: www.devold.com<br />

MARMOT<br />

INDIO ½ ZIP / WM’S INDIO ½ ZIP<br />

Das Indio ½ Zip ist ein vielseitig einsetzbarer<br />

Outdoor-Baselayer, das es<br />

für Damen (Bild) wie auch als Männermodell<br />

gibt. Das technische Polartec®-Gewebe<br />

trocknet rasch und<br />

verfügt über UV-Schutzfaktor 50, die<br />

Kapuze sorgt für zusätzlichen Schutz.<br />

Mit seinen flachen Nähten trägt sich<br />

das Indio besonders bequem.<br />

PREIS (UVP): € 100,–<br />

WEB: www.marmot.eu<br />

FJÄLLRÄVEN<br />

ABISKO TRAIL-T-SHIRT PRINT W<br />

Das Kurzarm-T-Shirt besteht aus einem<br />

kühlen Funktionsmaterial aus Wolle und<br />

Tencel. Ein femininer Schnitt, weiter<br />

Rundhalsausschnitt, Raglanärmel und<br />

ein Aufdruck mit Fjällräven-Logo zeichnen<br />

es aus. Wolle leitet Feuchtigkeit ab<br />

und vermeidet Gerüche, flache Nähte<br />

verhindern Scheuerstellen.<br />

PREIS (UVP): € 59,95<br />

WEB: www.fjallraven.de<br />

ICEBREAKER<br />

STRIKE LITE SS CREWE M<br />

Das technische, hoch atmungsaktive<br />

T-Shirt ist ideal für Aktivitäten bei heißem<br />

Wetter. Das T-Shirt besteht aus einer<br />

Mischung aus weicher Merinowolle<br />

und der Naturfaser Tencel® sowie über<br />

Icebreakers Corespun-Technologie, bei<br />

der Merinofasern einen Nylonkern<br />

ummanteln, um den Stoff robuster zu<br />

machen. Das weiche Tragegefühl auf<br />

der Haut bleibt so erhalten.<br />

PREIS (UVP): € 79,95<br />

WEB: www.icebreaker.com/de<br />

SALOMON<br />

COSMIC LOGO SS TEE M<br />

Leistungsstarke Konstruktion, lässiges<br />

Design: Das Cosmic-Logo-Kurzarm shirt<br />

ist immer für spontane Abenteuer bereit.<br />

Der superleichte Mix aus Polyester<br />

und Elastan sorgt für ein angenehmes<br />

und leichtes Tragegefühl, selbst wenn<br />

du ins Schwitzen kommst.<br />

PREIS (UVP): € 45,–<br />

WEB: www.salomon.com<br />

157


ZAHLENSPIELE<br />

1.900<br />

ALMEN mit ihren gemütlichen<br />

Wanderwegen, und oftmals<br />

noch bewirtschaftet, sind wohl<br />

mit ein Grund, warum die Steiermark<br />

vor allem für die „Flachländler“<br />

ein so beliebtes Wanderland<br />

ist.<br />

122<br />

WANDERROUTEN<br />

sind in der Steiermark als<br />

spezielle „Themenwege“<br />

ausgeschrieben, die großteils<br />

als leichte Touren mit<br />

der ganzen Familie zu erkunden<br />

sind. Wie etwa die<br />

„Herzspur“ in Bad Gleichenberg,<br />

der Genussweg Riegersburg,<br />

die Via Artis im<br />

Ausseerland, der Gipfel-Barfußweg<br />

auf der Riesneralm,<br />

der Wasserweg in Miesenbach<br />

und viele andere.<br />

15<br />

SOMMERSEILBAHNEN<br />

BRINGEN DICH STRESSFREI IN DIE<br />

STEIRISCHEN BERGE. DIE MEISTEN<br />

GÄSTE WERDEN IN DER SCHLAD-<br />

MINGER REGION BERGWÄRTS GE-<br />

SCHAUKELT – DIE BERGBAHNEN<br />

AUF PLANAI, REITERALM, HOCH-<br />

WURZEN UND CO. SIND AUCH IM<br />

SOMMER ALS TRANSPORTMITTEL<br />

GEFRAGT. KLAR DIE NUMMER EINS<br />

ABER IST DIE DACHSTEIN-SEIL-<br />

BAHN, DIE ZU DEN EISHÖHLEN,<br />

DER „STIEGE INS NICHTS“ UND<br />

ANDEREN ATTRAKTIONEN FÜHRT.<br />

warten<br />

in der<br />

Steiermark auf<br />

hungrige Gäste.<br />

Und 97 davon sind bewirtschaftete<br />

Schutzhütten<br />

von alpinen Vereinen.<br />

350<br />

Hütten<br />

2.995<br />

66<br />

KLETTERSTEIGE<br />

MACHEN DIE STEIERMARK<br />

ZU EINEM PARADIES FÜR<br />

DIE FREUNDE DER „EI-<br />

SERNEN WEGE“. SICHER<br />

EIN HIGHLIGHT: DER<br />

„JOHANN“ DURCH DIE<br />

DACHSTEIN-SÜDWAND.<br />

548<br />

KILOMETER LANG IST DIE WANDERROUTE<br />

„VOM GLETSCHER ZUM WEIN“, DIE VON<br />

NORD BIS SÜD DIE STEIERMARK IN IHRER<br />

GANZEN NATUR-VIELFALT ZEIGT.<br />

METER<br />

misst der Gipfel des<br />

Hohen Dachsteins. Der<br />

höchste Berg der Steiermark<br />

ist damit natürlich<br />

auch ein gefragtes Ziel,<br />

was sich zeitweise in einem<br />

ziemlichen Gedränge<br />

auf dem letzten, befestigten<br />

Steig zum Gipfelkreuz<br />

niederschlägt.<br />

158 <strong>SPORTaktiv</strong>-OUTDOORGUIDE <strong>2017</strong><br />

FOTO: Steiermark Tourismus/Hochschwab/ikarus.cc


... AUS DEM OUTDOORLAND<br />

STEIERMARK<br />

WWW.STEIERMARK.COM<br />

159


STEIERMARK<br />

AM STEIG BERGAUF<br />

SEIT 174 JAHREN<br />

IN DER REGION SCHLADMING-DACHSTEIN wurden schon 1843 die ersten eisernen<br />

Steighilfen in den Fels gehauen. Die „Wiege der Klettersteige“ ist heute ein wahres<br />

Klettersteig-Paradies für alle – vom Anfänger bis zum erfahrenen Bergfex.<br />

Wo sonst sollte man den<br />

Klettersteigsport erstmalig<br />

ausprobieren als in<br />

Ramsau am Dachstein.<br />

Dort, wo der weltweit erste Klettersteig<br />

entstanden ist, lange bevor aus<br />

diesem „Verbindungsstück zwischen<br />

Wandern und Klettern“ ein alpiner<br />

Trend geworden ist. Anno 1843 ließ<br />

der Geograf und Alpenforscher Friedrich<br />

Simony eine Steighilfe auf den<br />

Dachstein erbauen – freilich ohne zu<br />

wissen, dass er damit den Klettersteig<br />

erfand ...<br />

174 Jahre später erstreckt sich<br />

zwischen den imposanten Südwänden<br />

des Dachsteins und den massiven<br />

Berggipfeln der Tauern die Urlaubsregion<br />

Schladming-Dachstein. Und damit<br />

ein wahres Klettersteig-Paradies.<br />

19 Steige in allen Schwierigkeitsgraden<br />

hat Ramsau am Dachstein, die<br />

„Wiege der Klettersteige“, heute ausgehend<br />

vom erhöhten Sonnenplateau<br />

zu bieten. Von dort, auf rund 1.000 m<br />

Seehöhe, gelangt man annähernd bis<br />

auf 3.000 m hinauf. Wanderer, Bergsteiger,<br />

Kletterer und eben Klettersteiggeher<br />

finden im hochalpinen Gelände<br />

perfekte Bedingungen vor.<br />

Übrigens gibt es noch einen guten<br />

Grund dafür, dass sich ausgerechnet<br />

hier der Klettersteig-Trend so stark<br />

ausgebreitet hat: Der Dachsteinkalk<br />

ist als perfekter Kletterfels bekannt.<br />

Fixseile und Eisenstifte, Trittklammern<br />

und Leitern, die im Fels verankert<br />

sind – sie machen den Klettersteig<br />

eben zur einfacheren<br />

Klettervariante. So können auch weniger<br />

Geübte die Faszination des Bergsports<br />

in den steilen Wänden rund<br />

um das Ramsauer Plateau perfekt erleben.<br />

ERLEBNISVIELFALT AM DACHSTEIN<br />

An der Bergstation der Dachstein-Gletscherbahn,<br />

auf dem Hunerkogel auf<br />

FOTOS: Tom Lamm, photo-austria/Steiner, Herbert Raffalt<br />

160<br />

<strong>SPORTaktiv</strong>-OUTDOORGUIDE <strong>2017</strong>


2.700 m Seehöhe, steht eine Vielzahl an<br />

anspruchsvollen Tourenoptionen bereit.<br />

Über die Klettersteige „Anna“ und<br />

„Johann“ und den ältesten Klettersteig<br />

der Welt, den „Randkluftsteig“, ergibt<br />

sich eine Highlight-Tour mit 1.200 Höhenmetern<br />

– eine der längsten und anspruchsvollsten<br />

Routen der Alpen.<br />

Naturliebhaber erwarten an der<br />

Bergstation aber auch ganz einfach zu<br />

erreichende und trotzdem sehr lohnenswerte<br />

Ziele. Wer es gerne gemütlich<br />

hat, besucht den Dachstein-Eispalast<br />

oder gönnt sich den (absolut<br />

sicheren) Nervenkitzel mit Aus- und<br />

Fernsicht auf der „Hängebrücke“ sowie<br />

auf der „Treppe ins Nichts“.<br />

VOM EINSTEIGER ZUM PROFI<br />

Die 19 Ramsauer Klettersteige sind<br />

keineswegs nur für Profis und erfahrene<br />

Alpinisten geeignet. Drei Steige<br />

sind speziell für Kinder, Jugendliche<br />

und Klettersteig-Neulinge gebaut –<br />

ideal für erste Fels-Erfahrungen. Die<br />

Steige „Kali“ (für Kinder), „Kala“ und<br />

„Kalo“ (für Jugendliche), die man talnah<br />

findet, führen perfekt abgesichert<br />

von der alten Getreidemühle zum Gipfel<br />

des Sattelbergs.<br />

Und noch ein starkes Argument<br />

gibt es, sich ausgerechnet in Ramsau<br />

am Dachstein an die faszinierende<br />

Welt des Klettersteigsports heranzutasten:<br />

Der Klettersteigkurs „Gipfelstürmer“<br />

kann auch in der Sommersaison<br />

<strong>2017</strong> in der Ramsau am<br />

Dachstein wieder absolviert werden.<br />

Bis 15. Oktober finden diese speziellen<br />

Einführungskurse ständig statt.<br />

Dort erlernt man von einem<br />

staatlich geprüften Bergführer in wenigen<br />

Stunden die Basics, um sich in<br />

Klettersteigen sicher bewegen zu können.<br />

Dafür braucht es nämlich mehr<br />

als nur eine gute Ausrüstung, Schwindelfreiheit<br />

und einen sicheren Tritt.<br />

Man erfährt Wissenswertes über Tourenplanung<br />

und über den Umgang<br />

mit der Ausrüstung. Auch das in den<br />

Bergen sensible Thema Wetter<br />

kommt zur Sprache. Die Bergführer<br />

geben dann auf einer gemeinsamen<br />

Tour auch gute Tipps zur optimalen<br />

Klettertechnik und -taktik oder dazu,<br />

wie man die Schwierigkeitsgrade richtig<br />

einschätzt. Ganz nach der Devise:<br />

„Wer sicher unterwegs ist, kann jeden<br />

Moment in den Bergen voll genießen.“<br />

„Gipfelglück für die<br />

ganze Familie“-Paket<br />

BUCHBAR BIS 15. OKTOBER <strong>2017</strong><br />

• 7 Nächte mit Halbpension<br />

• Klettersteigführung für Anfänger<br />

• Almwanderung<br />

• Führung am Kinderklettersteig<br />

Kali (ab 7 Jahre)<br />

• Kali’s Kinderwanderbuch<br />

• Sommercard (siehe unten)<br />

PREIS: AB € 550,– pro Erwachsenem,<br />

AB € 327,– pro Kind (7–12 J.)<br />

MIT DER SCHLADMING-DACHSTEIN-<br />

SOMMERCARD sind viele Leistungen<br />

in der Region inklusive oder vergünstigt:<br />

Berg- und Seilbahnen, Badeseen,<br />

Mautstraßen, Wanderbusse und vieles<br />

mehr. Alle Details auf:<br />

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Infos und Buchungen:<br />

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Tourismusmarketing GmbH<br />

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161


OUTDOORGUIDE<br />

„ICH KENNE<br />

JEDEN STEIN“<br />

19 Klettersteige gibt es auf der steirischen Seite des Dachsteins.<br />

Erbaut hat sie allesamt der Ramsauer Bergführer Hans Prugger.<br />

Wie das vor sich geht, wollten wir von dem „Mr. Klettersteig“<br />

wissen. Und er hat uns gleich noch einiges mehr erzählt ...<br />

FOTOS: Hans Prugger<br />

TEXT: Klaus Höfler<br />

162<br />

<strong>SPORTaktiv</strong>-OUTDOORGUIDE <strong>2017</strong><br />

<strong>SPORTaktiv</strong>-OUTDOORGUIDE <strong>2017</strong>


Das erste Mal stand er mit 13<br />

ganz oben. Seither hat ihn der<br />

Dachstein nicht mehr losgelassen.<br />

Wie oft er schon am<br />

Gipfel war, hat Hans Prugger nicht dokumentiert.<br />

Die Spuren, die er am<br />

Berg hinterlassen hat, sind aber deutlich<br />

sichtbar. 19 Klettersteige in allen<br />

Schwierigkeitsgraden zieren die Südseite<br />

des Kalksteinmassivs – allesamt<br />

erbaut vom 52-jährigen Ramsauer.<br />

Sieben Wochen hatte er 1999 für<br />

das Installieren der ersten Route<br />

durch die Dachstein-Südwand gebraucht.<br />

„Es war ein Versuchsprojekt“,<br />

erinnert er sich. Der „Johann“-Steig<br />

gilt heute als Klassiker:<br />

540 Höhenmeter, kniffliger Einstieg,<br />

als Schwierigkeitsgrad „E“ (sehr<br />

schwierig) kategorisiert, führt er bis<br />

auf 2.740 Meter zur Seetalerhütte.<br />

ZUGÄNGE UND ABSTIEGE<br />

Nach und nach wurden seither von<br />

Prugger zusätzliche Touren angelegt.<br />

Ein Prozedere, das sich über mehrere<br />

Monate zieht. Zunächst wird die<br />

Wand ausgesucht, dann eine machbare<br />

Route festgelegt. „Es müssen taugliche<br />

Zugänge und Abstiegsvarianten<br />

gefunden werden, damit man nicht am<br />

Gipfel endet und dann womöglich nicht<br />

mehr zurück hinunter kommt“, erklärt<br />

Prugger. Das ausgesuchte Areal wird<br />

über den Winter in Sachen Schnee- und<br />

Eisbelastungen beobachtet.<br />

Im Frühjahr beginnt die Feinplanung<br />

direkt am Fels. Die Arbeitsrichtung<br />

folgt dabei der Schwerkraft: von<br />

oben nach unten. Die Inspektion des<br />

Gesteins geschieht mittels Abseilen.<br />

„Weil die Steige abseits klassischer<br />

Kletterrouten verlaufen, ist auch der<br />

Fels dort nicht immer der beste“, erklärt<br />

Prugger. Da ist beim Ausmessen<br />

Vorsicht geboten.<br />

Steht die Route entgültig fest,<br />

wird das dafür benötigte Material anund<br />

herbeigeschafft. Mittels Hubschrauber<br />

werden entlang der gesamten<br />

Route Depots mit Ankerpolzen,<br />

Seilen, Klebstoff, Trittklammern usw.<br />

angelegt. Dabei muss es manchmal<br />

schnell gehen. Bei der „Anna“, dem<br />

Nachbarklettersteig des „Johann“,<br />

überraschte ein Kälteeinbruch im Oktober<br />

bei der Arbeit. „Ich musste mich<br />

beeilen, alles winterfest zu lagern,<br />

während der Fels unter mir zufror.“<br />

Hans Prugger ist der „Herr der Klettersteige“. Das Material für einen neuen Steig<br />

wird mit dem Hubschrauber gebracht und dann wird von oben nach unten gebaut.<br />

LIFTSEIL-RECYCLING<br />

Die Arbeiten im Frühjahr gehen an einem<br />

Fixseil weiter. An ihm steigt<br />

Prugger immer wieder in die Route<br />

ein, auch Geräte werden daran abgeseilt,<br />

unter anderem eine Bohrmaschine<br />

und ein Aggregat zur Stromversorgung.<br />

Mindestens zwanzig<br />

Zentimeter werden die Tritt- und Ankerpolzen<br />

im Fels versenkt und dort –<br />

fixiert – früher mit einem Spezialzement,<br />

heute mit einem<br />

Zweikomponentenkleber. „Das hält<br />

bis zu zehn Tonnen aus“, beruhigt<br />

Prugger.<br />

Verwendet wird eigens geschmiedeter<br />

Baustahl, auf dem dann die Seile<br />

eingehängt werden. „Früher, beispielsweise<br />

beim ‚Johann‘, haben wir<br />

alte Seile von Schleppliften verwendet“,<br />

sagt der routinierte Bergfex. Das<br />

Seil war mit 19 Millimetern Durchmesser<br />

entsprechend dick, schwer<br />

und steif. „Aber zum Festhalten ist es<br />

besser.“ Mittlerweile gibt es fast keine<br />

Schlepplifte mehr, damit ist auch die<br />

Recyclingseil-Quelle vertrocknet. Daher<br />

werden heute eigene Klettersteigseile<br />

verbaut. Für kurze Sicherungspassagen<br />

kommt dabei ein zwölf<br />

Millimeter dünnes Seil zum Einsatz,<br />

für die Kletterpassagen meist eines<br />

mit 16 Millimetern.<br />

Dem Gewicht der Bergsteiger hält<br />

es locker stand – der Kraft eines Blitzes<br />

dagegen nicht zwingend. Im Fall eines<br />

Einschlags wird die Energie abgeleitet<br />

und kann am Ende das Seil samt Bolzen<br />

und sogar Teilen des Felsens geradezu<br />

heraussprengen. Keine erbauliche<br />

Vorstellung, in so einem<br />

Augenblick in der Wand zu hängen ...<br />

Und das Bewusstsein für derartige alpine<br />

Gefahren vermisst Prugger zeitweise:<br />

„Die meisten sind zwar topausgerüstet,<br />

das Risiko bezüglich Länge,<br />

hochalpiner Umgebung und aktuellen<br />

Witterungsbedingungen wird<br />

aber häufig nicht berücksichtigt“,<br />

wundert sich der Bergführer und ärgert<br />

sich über eine andere populäre<br />

Unfallquelle: Selbstüberschätzung.<br />

DER NEUE „IRG“<br />

Um den Steig selbst möglichst sicher<br />

zu halten, sind jährlich Sanierungarbeiten<br />

notwendig. Jedes Frühjahr, an<br />

schneereichen Stellen erst im Sommer,<br />

wird der Weg von losem Gestein<br />

gesäubert, Trittstellen werden kontrolliert<br />

und nachgebessert. „Aber eine<br />

hundertprozentige Sicherheit gibt es<br />

im alpinen Gelände nicht“, warnt<br />

Prugger, der selbst an bis zu 250 Tagen<br />

pro Jahr am Berg unterwegs ist. „Ich<br />

kenne in den Aufstiegsrouten jeden<br />

Stein am Dachstein“, scherzt er.<br />

Erst einmal war Pruggers Arbeit<br />

umsonst. Zumindest kurzfristig. Die<br />

nach dem Erstbesteiger der Südwand,<br />

Georg „Irg“ Steiner, benannte Route<br />

auf dem Koppenkarstein wurde 2004<br />

von den steirischen Behörden genehmigt<br />

und von Prugger angelegt. Zwei<br />

Jahre später wurde aber mehr oder<br />

minder zufällig festgestellt, dass sich<br />

der Klettersteig gar nicht auf steirischer<br />

Seite, sondern auf oberösterreichischem<br />

Hoheitsgebiet befindet –<br />

noch dazu in einem Natura-<br />

2000-Schutzgebiet. Das Land Oberösterreich<br />

forderte daher den Abriss des<br />

Steigs.<br />

Die beiden Länder einigten sich<br />

schließlich auf eine Verlegung. Prugger<br />

rückte wieder aus und binnen<br />

zwei Monaten war die Transplantation<br />

auf steirischen Fels vollzogen. Der<br />

„Irg“ ist jetzt zwar etwas länger, aber<br />

noch immer ungefähr im gleichen<br />

Schwierigkeitsgrad (C/D). 15.000 Euro<br />

kostete die kuriose Operation ...<br />

163


OUTDOORGUIDE<br />

LUFTIGE<br />

HÖHEN<br />

SICHER<br />

GENIESSEN<br />

KLETTERSTEIGGEHEN WIRD IMMER BELIEBTER.<br />

Das Problem: Ungeübte, aber auch Sportliche verkennen<br />

leider oft die Risiken. Sicherheit am Klettersteig geht<br />

nämlich weit über das richtige Equipment hinaus.<br />

Wer bei der Einstiegsstelle<br />

zum „HTL Steig“ bei der<br />

Hohen Wand in Niederösterreich<br />

derzeit nach<br />

dem Drahtseil sucht, wird nicht<br />

mehr fündig. Der Klettersteig ist<br />

nämlich bis auf Weiteres gesperrt.<br />

Denn sowohl Sicherungsseile als<br />

auch die Verankerungen sind schwer<br />

beschädigt. Und das, obwohl er erst<br />

letzten Juni generalsaniert wurde.<br />

Die Schäden rühren von zahlreichen<br />

Unfällen und Stürzen: Obwohl<br />

der Klettersteig als schwierig klassifiziert<br />

ist, einige teils sehr anspruchsvolle<br />

Schlüsselstellen aufweist, begehen<br />

ihn auch Unerfahrene und wenig<br />

Geübte. Schließlich liegt das Klettersteiggehen<br />

voll im Trend. Während<br />

aber Geübte für den HTL Steig rund<br />

zwei Stunden brauchen, kann sich<br />

die Dauer für Unerfahrene verdoppeln.<br />

Mit der Konsequenz, dass die<br />

Anforderungen in puncto Kraft, Ausdauer<br />

und Kondition die eigenen<br />

Möglichkeiten übersteigen.<br />

EQUIPMENT IST NICHT ALLES<br />

„Wir von der Bergrettung erleben häufig,<br />

dass Klettersteiggeher gerade am<br />

HTL Steig konditionell über ihre<br />

Grenzen kommen. Im Sommer ist die<br />

Hitze eine zusätzliche Belastung.<br />

Mehrmals im Jahr rücken wir aus,<br />

auch um Unverletzte, die weder vor<br />

noch zurück können, zu bergen“, erzählt<br />

Martin Gurdet, Bundesgeschäftsführer<br />

des Österreichischen Bergrettungsdienstes<br />

und Landeseinsatzleiter<br />

für Niederösterreich und Wien.<br />

Wie kommt es aber, dass sich offenbar<br />

viele mit Sicherheit am Klettersteig<br />

zu wenig auseinandersetzen? Ein<br />

Grund wurde schon genannt: Deutlich<br />

mehr Sportler als in früheren Zeiten<br />

entdecken den Sport. Nachfrage und<br />

Angebot bedingen einander, sodass<br />

auch die Zahl der Klettersteige steigt.<br />

Hochwertige Ausrüstung wird von<br />

mehr Herstellern zu leistbaren Preisen<br />

angeboten. Nicht zuletzt sind Toureninfos<br />

vielfach online zugänglich.<br />

Kenntnisse in punkto Tourenpla-<br />

FOTO: istock<br />

TEXT: Sonja Burger<br />

164<br />

<strong>SPORTaktiv</strong>-OUTDOORGUIDE <strong>2017</strong>


nung und die nötige Praxis geraten da<br />

bei manchen ein wenig ins Hintertreffen.<br />

„Neben der technischen Ausrüstung<br />

dürfen die Fähigkeit, sie korrekt<br />

zu benutzen, eine gute Selbsteinschätzung<br />

sowie physische und psychische<br />

Fähigkeiten nicht auf der Strecke bleiben“,<br />

betont Gurdet. Besondere Vorsicht<br />

sei bei Erfahrungsberichten aus<br />

dem Internet geboten. Man kenne die<br />

Person nicht und wisse weder, wie erfahren<br />

sie ist, noch ob sie zur Selbstdarstellung<br />

neige. So kann etwa derselbe<br />

Klettersteig von extrem<br />

schwierig bis extrem einfach beschrieben<br />

werden.<br />

AUF NUMMER SICHER MIT PLAN B<br />

Nur, weil die Ausrüstung top ist, heißt<br />

das noch lange nicht, dass man auch<br />

sicher unterwegs ist. Sicherheit am<br />

Klettersteig ist vielschichtig: Dazu gehören<br />

Basics wie eine sorgfältige Planung,<br />

Tourenvorbereitung, Ausbildung<br />

und Sicherheit bei der<br />

Anwendung. Was viele außer Acht<br />

lassen: Kann ich auf Unvorhergesehenes<br />

reagieren? Habe ich einen Plan B,<br />

wenn ich selbst oder jemand aus der<br />

Gruppe ein Problem bekommt?<br />

„Mit einem kleinen Flaschenzug<br />

kann man sich über eine schwierige<br />

Stelle helfen und sich an geeigneter<br />

Stelle abseilen. Wer die Technik beherrscht,<br />

ist nicht gleich auf Hilfe von<br />

Dritten angewiesen“, weiß der Niederösterreicher.<br />

Das Fehlen eines Plan B<br />

für den Notfall ist eine der häufigsten<br />

Fehlerquellen. Gerade am Berg sind<br />

Technik und Wissen allein aber nicht<br />

genug.<br />

Soft Skills sind mindestens ebenso<br />

wichtig, um Notsituationen vermeiden<br />

bzw. entschärfen zu können:<br />

auf sich selbst und andere zu achten;<br />

einander von Anfang an zu ermutigen,<br />

was den eigenen Gefühls- und<br />

Könnenszustand betrifft, ehrlich zu<br />

sein. Manchmal ist es besser, die Tour<br />

doch nicht anzutreten oder sie über einen<br />

Notausstieg abzubrechen, als aus<br />

Gruppenzwang und falschem Ehrgeiz<br />

ein Unglück herauszufordern.<br />

Der Experte<br />

ING. MARTIN GURDET, MSC ist<br />

42 Jahre alt und seit 1998 Bergretter<br />

in der Ortsstelle Grünbach<br />

am Schneeberg. Er war<br />

Ortsstellen Einsatz-, als auch<br />

Ausbildungsleiter, bevor er Landeseinsatzleiter<br />

und zuletzt<br />

Bundesgeschäftsführer wurde.<br />

C<br />

DAMIT JEDER HANDGRIFF SITZT<br />

Am Beispiel HTL Steig: Schon zwischen<br />

Einstiegsüberhang mit<br />

Y<br />

Schwierigkeitsgrad D/E und „Dreieck“<br />

weist die Tourenbeschreibung<br />

ausdrücklich auf sehr glatte Stellen<br />

hin. Klettersteige wie dieser sind nur CY<br />

für Geübte und Alpinkletterer geeignet.<br />

Auf dieses Level kommt man nur<br />

K<br />

mit Geduld und viel Übung. Langsames<br />

Herantasten lautet der Königsweg.<br />

Heißt: Nur, weil man einmalig<br />

einen C-Klettersteig bewältigt hat,<br />

heißt das nicht, dass man diese Kategorie<br />

damit abhaken und zu D aufsteigen<br />

kann.<br />

Bei Klettersteigen steigert man<br />

kontinuierlich und langsam beides:<br />

Länge und Schwierigkeitsgrad. Ein<br />

Sturz im Klettersteig ist schließlich<br />

immer gefährlich und die Situation,<br />

weder vor noch zurück zu können,<br />

ist eine mentale Belastung. Bei einem<br />

Kurs bei alpinen Vereinen oder mit<br />

einem Bergführer lernt man, auch<br />

mit solchen Situationen umzugehen.<br />

Geht es mal wirklich nicht mehr<br />

weiter, ist die Berg rettung zur Stelle –<br />

aber: „Jeder Einsatz ist auch für uns<br />

eine Herausforderung und birgt ein<br />

Restrisiko. Das Vermeiden von Unfällen<br />

ist daher immer zu favorisieren“,<br />

mahnt der erfahrene Bergretter.<br />

M<br />

CM<br />

MY<br />

CMY<br />

165


HOTSPOT<br />

DER WEG IST DEIN ZIEL<br />

DICH HINAUS INS GRÜNE BEWEGEN, das Besondere suchen – das kannst<br />

du perfekt im Hartbergerland. Die Region im Herzen der Steiermark ist der<br />

ideale Ausgangspunkt für Wanderungen: Die hügelige Landschaft, grüne<br />

Felder, alte Apfelbäume und bunte Blumen laden zum Wandern, Suchen,<br />

Entdecken und Genießen ein. 550 Kilometer Wanderwege bietet die Region<br />

– von steilen Touren bis zu sanften Wegen. Vorbei geht es an Schlössern,<br />

Burgen und unzähligen Ausflugszielen.<br />

LEBE DEINEN GENUSS: Hotels, Gasthöfe, Privatzimmer oder Bauernhöfe erwarten<br />

die Wanderer mit Köstlichkeiten. Erlebe in Hartberg Kulturgeschichte<br />

und steirische Kulinarik – oder genieße steirische Schmankerl bei einem<br />

gemütlichen Picknick.<br />

DEINE CHANCE: GEWINNE EINEN AUFENTHALT IM HARTBERGERLAND!<br />

2 Nächte für 2 Personen in der „Wohnung Franz“ am BIO-Hof von Familie<br />

Schützenhöfer in Grafendorf und einen gefüllten Picknickkorb mit Köstlichkeiten<br />

aus dem Hartbergerland. MITSPIELEN: bis 31. Juli per E-Mail mit dem<br />

Kennwort „Hartbergerland“ an tourismus@hartbergerland.at!<br />

MEHR UNTER: www.hartbergerland.at<br />

FOTO: Hartbergerland Tourismus<br />

166<br />

<strong>SPORTaktiv</strong>-OUTDOORGUIDE <strong>2017</strong>


167


OUTDOORGUIDE<br />

DEM GENUSS<br />

AUF DER SPUR<br />

Es muss nicht immer „höher, schneller, weiter“ sein. „Genusswandern“ kommt<br />

immer mehr in Trend und lädt ein, Land, Leute und Kulinark bei<br />

entspanntem Gehen neu zu entdecken.<br />

FOTOS: Verena und Andreas Jeitler<br />

TEXT: Wolfgang Kuhn<br />

168<br />

<strong>SPORTaktiv</strong>-OUTDOORGUIDE <strong>2017</strong>


Genusswanderer<br />

sollten<br />

vor allem genügend<br />

Zeit im<br />

Gepäck haben<br />

– um Land und<br />

Leute zu erkunden.<br />

Das langsame Reisen ist für<br />

uns etwas ganz Besonderes.<br />

Man wird einfach ein Teil der<br />

Natur, man sieht, hört und<br />

riecht alles mit jeder Faser seines Körpers.“<br />

Das sagen zwei, die es wissen<br />

müssen. 1.000 Kilometer haben Verena<br />

und Andreas Jeitler im letzten Jahr<br />

auf den schönsten steirischen Pilgerwegen<br />

zurückgelegt.<br />

Die beiden steirischen Fotografen<br />

und Filmemacher lieben es, langsam<br />

zu reisen und abseits von bekannten<br />

Pfaden wahre Juwelen zu entdecken.<br />

Und genau das ist der Hintergrund des<br />

Genusswanderns, das abseits von Gipfeleroberungen<br />

und Bergläufen immer<br />

mehr Liebhaber findet. „In der<br />

heutigen Zeit muss alles immer<br />

schneller, höher und weiter sein. Wir<br />

stellen uns hier bewusst dagegen, wir<br />

wollen den Weg intensiv erleben und<br />

so viel wie möglich sehen, auch, um<br />

die schöne Landschaft mit unseren<br />

Kameras einzufangen“, kommentiert<br />

das Ehepaar Jeitler den Trend.<br />

IM SCHRITTTEMPO<br />

Doch was versteht man eigentlich unter<br />

„Genusswandern“? Kurz gesagt:<br />

abschalten, genießen, beim Gehen seine<br />

„inneren Akkus“ aufladen. Das Zufußgehen<br />

erlebt eine Renaissance in<br />

unterschiedlichsten Facetten. Immer<br />

mehr Menschen stellen fest, dass es etwas<br />

Besonderes ist, sich einem Ziel im<br />

„Schritttempo“ zu nähern.<br />

Der Genuss als „bewusstes Vergnügen,<br />

Behagen, beglückendes Erleben“<br />

spielt dabei eine besondere Rolle,<br />

und das in den verschiedenen Ausprägungen:<br />

der Ausblick vom Gipfel, die<br />

Blumenwiese am Wegesrand, die gemeinsame<br />

Jause, der gute Schluck<br />

Wein in der Buschenschank. Der Duft<br />

eines Feldes, die Geselligkeit in der<br />

Gruppe oder auch die innere Freude<br />

über die erbrachte körperliche Leistung.<br />

Eine Urlaubsregion, die man zu<br />

Fuß durchwandert, hinterlässt intensive<br />

Eindrücke.<br />

DER REIZ DES HÜGELLANDES<br />

Das gilt nicht nur, aber besonders<br />

auch für jene Teile Österreichs, die<br />

nicht im engeren Sinn zum Bergland<br />

zu zählen sind. Etwa für die östlicher<br />

und südlicher gelegenen Teile der Steiermark.<br />

„Das Land hat noch viel mehr<br />

zu bieten als hohe Berge, die durchaus<br />

auch ihren Reiz haben. Besonders die<br />

Landschaften zwischen der Ost- und<br />

Weststeiermark bieten mit ihrer Hügellandschaft<br />

viele Möglichkeiten für<br />

jeden Wanderer. Dabei kann man besonders<br />

kulinarische Schmankerl<br />

entdecken, die sich einem auf dem<br />

Weg anbieten“, streuen die Jeitlers ihrer<br />

Heimat Rosen.<br />

Tatsächlich scheint die Steiermark<br />

eine ideale Spielwiese für Genusswanderer<br />

zu sein, vermittelt das<br />

Land doch seit jeher Lebensqualität<br />

und Genusskultur. Apfel, Wein und<br />

Kürbis, die kulinarischen Eckpfeiler<br />

des Landes, sind buchstäblich in aller<br />

Munde. Landschaft und Klima bereiten<br />

den idealen, fruchtbaren Boden sowohl<br />

für herausragende Spezialitäten<br />

als auch besondere Wandererlebnisse.<br />

Egal wo – im Norden, Süden, Osten<br />

oder Westen des Landes – gelangt<br />

der Genießer auf nicht zu steilen Wegen,<br />

dafür in einer atemberaubenden<br />

Landschaft zu besonderen Ausblicken<br />

und regionalen Köstlichkeiten. „Ist<br />

man etwa auf dem Mariazellerweg<br />

von Eibiswald nach Mariazell unterwegs,<br />

kommt man an die Schilcher-Weinstraße,<br />

wo es Pflicht ist, bei<br />

einer Buschenschank einzukehren,<br />

um ein Glas Schilcher bei einer gut<br />

schmeckenden Jause zu genießen.<br />

169


GENUSSWANDERN<br />

Kleine, verträumte Ortschaften laden<br />

zum Verweilen ein, am Wegesrand ergeben<br />

sich nette Gespräche – besonders<br />

dann, wenn man auf einem Pilgerweg<br />

unterwegs ist“, erzählen<br />

Verena und Andreas Jeitler.<br />

MODERATE ETAPPENLÄNGEN<br />

Allerdings: Wenn alle Wege zum Genuss<br />

(nein, nicht nach Rom) führen,<br />

hat man natürlich die Qual der Wahl.<br />

Welche besonders schönen Pfade haben<br />

die beiden Wanderprofis auf ihren<br />

Reisen entdeckt? „Bezüglich der<br />

verschiedenen Pilgerwege in der Steiermark<br />

gibt es natürlich so manchen<br />

Die Experten<br />

VERENA JEITLER (35) und ANDREAS<br />

JEITLER (41) sind beide Fotografen<br />

und Filmemacher aus St. Kathrein/<br />

Offenegg (St) und leidenschaftliche<br />

Weitwanderer. Über ihre Touren berichten<br />

sie in Vorträgen und Büchern.<br />

WEB: www.erlebnis-erde.at<br />

Favoriten, der zum Genusswandern<br />

einlädt. Dazu zählt besonders der<br />

Weststeirische Jakobsweg von Thal<br />

bei Graz bis zur Soboth. Gestartet<br />

wird der Weg am Geburtsort von Arnold<br />

Schwarzenegger, später geht es<br />

noch am Lippizaner Gestüt in Piber<br />

vorbei, pilgerfreundliche Familien laden<br />

zum Verweilen ein und die Länge<br />

der Tagesetappen sind großteils moderat<br />

und auch für Wanderanfänger geeignet.“<br />

Denn auch das zählt schließlich<br />

zum Genuss – dass die<br />

Anstrengung im Rahmen bleibt. Und<br />

selbst wenn man die Kirche im Dorf<br />

lässt, sind auch grenzüberschreitende<br />

Erfahrungen möglich: „Der Kirchenund<br />

Lindenweg, der unter anderem<br />

über die Grenze Österreichs nach Slowenien<br />

hinausführt, bietet einen<br />

traumhaften Blick über das Drautal.“<br />

Und auch der Rest Österreichs hat<br />

mehr als bloß den einen oder anderen<br />

geheimen Platz oder versteckten Genusspfad<br />

zu bieten – wissen natürlich<br />

auch Andreas und Verena Jeitler. „Besonders<br />

gut gefällt uns der Johannesweg<br />

im Mühlviertel und der Kalkalpenweg<br />

im Nationalpark Kalkalpen.“<br />

Fünf besondere Genusswege in Österreich<br />

haben wir im Kasten rechts aufgelistet<br />

– ohne Reihung oder Anspruch<br />

auf Vollständigkeit.<br />

Abschlussfrage: Und was ist für<br />

euch eigentlich das größte Erlebnis<br />

auf einer Genusswanderung? „Wenn<br />

man erkennt, wie schön es zu Hause<br />

wirklich ist.“<br />

5GENUSSWANDERUNGEN<br />

KLÖCHER TRAMINERWEG (ST)<br />

Auf romantischen 13,5 Kilometern begibt<br />

man sich auf die Spuren eines besonderen<br />

Weines: Über Wiesen und<br />

durch Weingärten und Laubwälder führt<br />

der Weg zu versteckten Buschenschänken<br />

und traumhaften Aussichten bis<br />

nach Slowenien. www.kloech-online.a<br />

WEINVIERTLER DREILÄNDERECK (NÖ)<br />

Die Kombination aus Landschaftsvielfalt,<br />

Kulturgütern und kulinarischem Angebot<br />

bietet die ideale Voraussetzung<br />

für faszinierende Naturerlebnisse.<br />

www.wde.at<br />

SALZBURGER ALMENWEG<br />

Man muss nicht alle 31 Etappen durch<br />

die Pongauer Bergwelt auf einer Länge<br />

von 350 Kilometern auf einmal zurücklegen.<br />

Doch über 120 Almen warten darauf,<br />

entdeckt zu werden, und urige Almhütten<br />

locken zur gemütlichen Einkehr.<br />

www.salzburger-almenweg.at<br />

GENUSSROUTEN STUBAITAL (T)<br />

Was der Duft der Almkräuter und Wiesen<br />

vor der Einkehr verspricht, wird auf<br />

den Tellern der Stubaier Genussbetriebe<br />

eingelöst: Frisch gebackenes Bauernbrot,<br />

herzhafter Speck und Käse,<br />

feurige Schnäpse und verlockender Kaiserschmarren<br />

warten auf Wanderer.<br />

https://www.stubai.at<br />

HERZSPUR BAD GLEICHENBERG (ST)<br />

Die Herzspur ist der wohl sinnlichste<br />

Wanderweg der Steiermark, der vor allem<br />

Paare einlädt. Die 7,4 Kilometer<br />

lange Strecke führt über den Kurpark<br />

durch die sanft hügelige Landschaft<br />

nach Trautmannsdorf und retour.<br />

www.bad-gleichenberg.at<br />

FOTOS: Verena und Andreas Jeitler<br />

DIE NEUE YUKON-SERIE VON TATONKA<br />

www.tatonka.com/yukon


DER ZAUBER EINER<br />

URLAUBSREGION<br />

Bewegung in schöner Landschaft und kulinarische Genüsse passen perfekt zusammen.<br />

Daher ist es gut zu wissen, dass einmal pro Jahr das „Weinblattl“ einen tiefen Einblick in die<br />

Urlaubsregion der Süd-, Ost- und Weststeiermark bietet.<br />

FOTOS: Steiermark Tourismus/Schiffer, Raffalt, Hummer, Pixelmaker<br />

Herausgegeben wird das Magazin<br />

einmal jährlich von<br />

zwölf steirischen Weingasthöfen<br />

– und die laden alle<br />

auch heuer wieder herzlich auf eine<br />

Entdeckungsreise in die schönste Urlaubsregion<br />

der Steiermark ein. Und<br />

weiters dazu, reinzu „blatteln“ (=blättern)<br />

ins Weinblattl: Auf 148 Seiten erfährt<br />

man alles Wissenwerte über<br />

Wein, Kulinarik, Kunst, Kultur,<br />

Brauchtum; über alle wichtigen traditionellen<br />

Veranstaltungen und die<br />

Highlights der einzigartigen Region.<br />

Und was genau findet man nun<br />

alles im aktuellen „Weinblattl“-Magazin<br />

des Jahres <strong>2017</strong>? Hier ein kleiner<br />

Überblick, um auf den Geschmack zu<br />

kommen:<br />

WEINGASTHÖFE: Lerne die zwölf<br />

steirischen Weingasthöfe kennen und<br />

lass dich von ihrer köstlichen Welt der<br />

kulinarischen Genüsse beeindrucken.<br />

WEIN & GENUSS: Von den Weinbauern<br />

und Winzern der Region erfährst<br />

du Spannendes über Weinbau und<br />

Weinsorten; urige Buschenschänke<br />

npräsentieren regionale Schmankerl<br />

und traditionelle Köstlichkeiten.<br />

TYPISCH STEIRISCH – DAS GUTE<br />

ESSEN: Wer gut isst, der lässt es sich<br />

gut gehen. In der Steiermark gelingt<br />

das auf ganz besonders herrliche Art<br />

und Weise. Typische steirische Köstlichkeiten<br />

sind das Kürbiskernöl und<br />

Maroni mit süßem Sturm.<br />

URLAUB IN DER SÜD-, OST- UND<br />

WESTSTEIERMARK: Nimm dir Zeit<br />

für einen Urlaub mit Ruhe und Erholung<br />

und lerne diese besondere Region,<br />

das beeindruckende Land und die herzlichen<br />

Leute kennen.<br />

AUF ENTDECKUNGSREISE: Am besten<br />

lässt sich die Region mit dem Rad<br />

oder beim Wandern erkunden. Einmal<br />

entdeckt, lässt einen die Faszination<br />

meist nie mehr los: Romantische Landschaften,<br />

sanfte Hügel, von der Sonne<br />

geküsste Weinberge, Wald und Wiesen<br />

in saftigem Grün werden dich verzücken<br />

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171


STEIERMARK<br />

UND NOCH EIN TIPP: ABENDS FLA-<br />

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ALTSTADT BAD RADKERSBURGS. UNTER DEN<br />

STERNEN DER MUSIK LAUSCHEN, DIE<br />

BUNTE LOKALSZENE UND EINFACH DAS<br />

GUTE LEBEN GENIESSEN ...<br />

EIN BEWEGTER SOMMER<br />

FÜR ALLE SINNE<br />

Ob wandern, radfahren oder laufen: Die Region Bad Radkersburg ist mit ihren sanften<br />

Hügeln und weiten Au-Landschaften ideal für aktive Erlebnisse in der freien Natur.<br />

Der Duft von Kräutern und Blumen<br />

belebt die Luft, wohltuendes<br />

Wasser lockt zum Erholen<br />

und swingende Musik erklingt. Man<br />

merkt, dass im Sommer in der Region<br />

Bad Radkersburg, im südöstlichsten<br />

Winkel der Steiermark, die Lebenslust<br />

wohnt. Mildes Klima, sanfte Hügel<br />

und weite Aulandschaften bestimmen<br />

das Bild. Überall zeigt sich die<br />

Natur von ihrer schönsten Seite: Das<br />

ist die Kulisse für bewegende Erlebnisse<br />

in der Natur – ob beim Wandern,<br />

Radeln, Golfen oder Laufen.<br />

AUF ENTDECKUNGSTOUREN<br />

Es gibt viel zu entdecken in der Region.<br />

Etwa auf den verschiedenen Themenwanderwegen<br />

durch die Weingärten<br />

– auf dem Traminerweg in<br />

Klöch und dem TAU-Weg der Riede in<br />

Tieschen, um zwei Beispiele zu nennen.<br />

Entlang der Wege laden zahlreiche<br />

herzliche Buschenschänken zur<br />

Weinverkostung und zur verdienten<br />

Stärkung ein.<br />

„Beweg-Gründe“ gibt es auch für<br />

Radfahrer etliche: Vielerorts ergeben<br />

sich herrliche Panoramablicke auf das<br />

sanfte Hügelland; einsame Wege<br />

durch die Murauen lassen sich bis<br />

über die Grenze zu den slowenischen<br />

Nachbarn erradeln.<br />

Die sogenannten „Rad-Entdeckungstouren“<br />

führen in der Regel<br />

durch schattige Aulandschaften und<br />

über sanfte Weinhügel. Um sie zu finden,<br />

schaut man entweder in den<br />

„Rad-Entdeckungskarten“ nach, die<br />

der Tourismusverband bereithält.<br />

Oder man lässt sich von einem<br />

RAD-Guide die schönsten Plätze zeigen.<br />

Mit E-Bikes ist grenzenloses Radfahren<br />

über die hügelige Weinlandschaft<br />

sogar bis weit nach Slowenien<br />

und Ungarn hinein möglich – und das<br />

ohne große Anstrengung.<br />

Und dann heißt es: rein ins Thermalwasser<br />

der Parktherme. Für Bewegungshungrige<br />

ist das 50-Meter-Sportbecken<br />

ideal, um Länge für<br />

Länge zu ziehen. Oder man lässt sich<br />

beim Faszien-Fitness-Programm in<br />

Form bringen.<br />

FÜR GROSS UND KLEIN<br />

Keine Sorge, dass den Kindern langweilig<br />

wird: Viele Abenteuer warten<br />

rund um Bad Radkersburg auch<br />

auf kleine Entdecker. Die Rätselrallye<br />

oder der Kids Coach der Parktherme<br />

versprechen jede Menge Spaß<br />

und Action. Große Entdecker verführen<br />

dagegen edle Tropfen und feine<br />

Schmankerl zu einer Einkehr in Buschenschänken<br />

und Wirtshäuser.<br />

Alles in allem gilt: Die Bewegungsangebote,<br />

die sommerliche<br />

Leichtigkeit und das südliche Flair:<br />

diese Kombination macht die Region<br />

Bad Radkersburg unverwechselbar.<br />

Kontakt<br />

TVB REGION BAD RADKERSBURG<br />

Tel.: 0 34 76/25 45<br />

info@badradkersburg.at<br />

www.badradkersburg.at<br />

FOTOS: TVB Bad Radkersbug<br />

172<br />

<strong>SPORTaktiv</strong>-OUTDOORGUIDE <strong>2017</strong>


WANDER-<br />

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MIT BEA UND MOJA HAT NORTHLAND<br />

die richtige Begleitung für Damen auf Wanderungen.<br />

„Bea“ ist ein T-Shirt aus 100 Prozent<br />

Merinowolle, „Moja“ eine Funktionsjacke,<br />

die leicht, winddicht und atmungsaktiv<br />

ist und sich ganz klein verpacken lässt.<br />

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Trekking-Tights für<br />

Damen und Herren. Verstärkungen<br />

an Knien und Gesäß<br />

sind selbst scharfen Felsen gewachsen.<br />

Clever platzierte Taschen<br />

bieten Platz für Karten<br />

und Kompass. Und durch das<br />

Stretchmaterial sind die Tights<br />

extrem bequem.<br />

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den Körper optimal nach dem<br />

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richtigen Frischekick.<br />

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das ideale Gerät fürs Klettertraining daheim.<br />

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unterschiedliche Tiefen, Formen und<br />

Neigungen vielfältige Möglichkeiten zum<br />

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173<br />

Nachhaltig<br />

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DER SLEEPEN von PICTURE<br />

ist ein Schlafsack aus recyceltem<br />

Polyester. Als Futter wird<br />

das Restmaterial der Winterproduktion<br />

von PrimaLoft verwendet.<br />

Fazit: ein echt nachhaltiges<br />

Produkt, das es in vier<br />

verschiedenen Looks gibt.<br />

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OUTDOORGUIDE<br />

BLEIB<br />

SAUBER<br />

AUF DER<br />

TOUR<br />

Es dauert nur wenige Sekunden,<br />

bis man die leere Plastikflasche lautlos<br />

in die Landschaft geworfen hat.<br />

Fünftausend Jahre später ist sie dann<br />

auch sicher verrottet. Damit solche<br />

Umweltsünden nicht zur Regel werden,<br />

macht sich eine aktuelle Initiative<br />

dafür stark, dass Outdoor-Liebhaber<br />

in Zukunft auch zu überzeugten<br />

Naturschützern werden.<br />

FOTOS: istock, kk<br />

TEXT: Wolfgang Kühnelt<br />

174<br />

<strong>SPORTaktiv</strong>-OUTDOORGUIDE <strong>2017</strong>


Wer möchte schon in Zukunft<br />

die Erstbesteigung<br />

von Müllbergen feiern?<br />

Entlang der Wanderrouten<br />

und an belebten Flussufern sieht<br />

es leider gerade in der Hochsaison gar<br />

nicht selten aus wie am Rande einer<br />

Deponie. Da liegen nicht nur Aludosen,<br />

PET-Flaschen, Zigarettenstummel<br />

und Verpackungsmaterial, sondern<br />

auch Bananenschalen. Ist ja eh<br />

Bio, dachte sich da vermutlich jemand,<br />

der nicht wusste, dass selbst die<br />

natürliche Hülle von Bananen bis zu<br />

drei Jahre braucht, bis sie abgebaut ist.<br />

Bei Plastiksäcken dauert dieser Vorgang<br />

je nach Beschaffenheit sogar<br />

zwischen 10 und 1.000 Jahren. Wenn<br />

man seinen Nachkommen etwas hinterlassen<br />

will, sollte es vielleicht doch<br />

etwas Schöneres sein als Müll, den<br />

man bei einer Wanderung oder einer<br />

Raftingtour nicht mehr nach Hause<br />

mitnehmen wollte.<br />

Seit fünf Jahren engagiert sich in<br />

Österreich die ARA (Altstoff Recycling<br />

Austria) gemeinsam mit Partnern<br />

aus der Wirtschaft darum, das<br />

Bewusstsein für umweltfreundliches<br />

Verhalten in der Natur zu steigern.<br />

Das Motto der Aktivitäten lautet:<br />

„Reinwerfen statt Wegwerfen“. Rund<br />

500 größere und kleinere Projekte<br />

wurden in diesem Rahmen bereits<br />

umgesetzt. Seit 2014 vergibt die Initiative<br />

jährlich einen Preis für die „sauberste<br />

Region Österreichs”.<br />

NICHTS BLEIBT AM BERG ZURÜCK!<br />

Eigentlich ist es eine einzige, ganz einfache<br />

Regel, die Experten in diesem<br />

Zusammenhang für grundlegend halten:<br />

Abfälle sollen nicht weggeworfen,<br />

sondern wieder mit ins Tal genommen<br />

werden. Theoretisch kann<br />

man die Überreste der Jause zwar<br />

Die Expertin<br />

DIPL.-ING. REGINA HRBEK<br />

leitet die Abteilung Natur<br />

und Umweltschutz, nachhaltige<br />

Entwicklung und Umweltpolitik<br />

bei den Naturfreunden<br />

Österreich.<br />

E-MAIL: regina.hrbek@<br />

naturfreunde.at<br />

WEB: www.naturfreunde.at<br />

auch in einen Mülleimer entlang der<br />

Strecke stecken oder beim Hüttenwirt<br />

abgeben, aber auch hier ist dann noch<br />

eine weitere Entsorgung notwendig,<br />

die man sich eigentlich ersparen könnte.<br />

Immer mehr Menschen verbringen<br />

ihre Freizeit gerne in der Natur.<br />

Doch nicht alle beherrschen die<br />

Grundregeln, die für ein harmonisches<br />

Miteinander gelten. 2016 startete<br />

daher auch eine Kooperation zwischen<br />

der ARA und den Naturfreunden, die<br />

heuer fortgeführt wurde. „Saubere Berge“<br />

wurde am Fuße des Großglockners<br />

im Beisein von Skifahrer Christopher<br />

Neumayer, Skicross-Profi Katrin Ofner<br />

und Skispringer Gregor Schlierenzauer<br />

präsentiert. Die Naturfreunde mit<br />

ihren landesweit über 150.000 Mitgliedern<br />

setzen bei der Umsetzung der<br />

Maßnahmen freilich nicht nur auf bekannte<br />

Gesichter, sondern vor allem<br />

auf die Kommunikation in ihren Hütten.<br />

Von ihnen gibt es rund 150 in ganz<br />

Österreich. Es finden sich dort Tafeln,<br />

die über umweltfreundliches Verhalten<br />

informieren, und auch die Wirte<br />

sind dafür vorbereitet, Wissen weitergeben<br />

zu können. Dabei geht es zwar<br />

vorrangig um das Thema Abfälle – umweltgerechter<br />

richtiger Umgang mit<br />

Fauna und Flora umfasst aber noch einiges<br />

mehr.<br />

DAS SÜNDENREGISTER<br />

Regina Hrbek von den Naturfreunden<br />

Österreich fügt daher den schon<br />

erwähnten Grundregeln noch einige<br />

hinzu: „Bleib am Weg und vermeide<br />

Lärm. Schließlich sind wir Gast<br />

in der Natur und müssen uns auch so<br />

verhalten. Keine Pflanzen pflücken.<br />

Ein Foto von ihnen ist viel schöner<br />

und langlebiger. Und nicht zuletzt:<br />

Reise nach Möglichkeit mit öffentlichen<br />

Verkehrsmitteln an.“ Letzteres<br />

schont nicht nur die Umwelt, sondern<br />

ist gerade für Wanderungen<br />

sehr praktisch. Man muss nicht notgedrungen<br />

einen Rundweg planen,<br />

sondern kann von einem Punkt zum<br />

anderen gehen, um dann wieder mit<br />

Bus oder Bahn nach Hause zu fahren.<br />

Wenn man doch das eigene<br />

Auto verwendet, will auch das richtige<br />

Parken gelernt sein. Wer seinen<br />

fahrbaren Untersatz gnadenlos in<br />

die Natur platziert, richtet damit<br />

nicht nur Schaden an, sondern lernt<br />

unter Umständen auch einen erbosten<br />

Grundeigentümer kennen. Informationen<br />

über Parkmöglichkeiten<br />

und die Beschaffenheit des<br />

Wandergebiets, der Bike- oder Kajakstrecke<br />

einzuholen, unterscheidet<br />

kluge Outdoorer von unwissenden<br />

Anfängern.<br />

Eine sehr weit verbreitete Idee<br />

ist es auch, beim Wandern oder Biken<br />

Abkürzungen von den ausgewiesenen<br />

Wegen zu machen. Je näher<br />

an der Falllinie, desto schneller,<br />

scheint hier das Motto zu lauten. Naturschützer<br />

sehen das freilich gar<br />

nicht gerne, denn dadurch werden<br />

Schäden am Boden angerichtet, die<br />

beim nächsten Regen zu massiven<br />

Erosionen führen können.<br />

Auch Wildtiere leiden darunter,<br />

wenn sie plötzlich im freien Gelände<br />

auf Menschen und Hunde treffen.<br />

Beim Klettern heißt es ohnehin besonders<br />

viel Rücksicht auf die Natur<br />

zu nehmen. Bewachsene Felsköpfe<br />

etwa sollen auf keinen Fall betreten<br />

werden. Auch wenn es für die Menschen<br />

ein einzigartiges Erlebnis sein<br />

kann, in der frühmorgendlichen<br />

Dämmerung im Hochgebirge unterwegs<br />

zu sein – für das Wild sind Begegnungen<br />

dieser Art ausgesprochen<br />

unerfreulich.<br />

175


NATURSCHUTZ<br />

RÜCKSICHT GEFRAGT<br />

Spezialdisziplinen abseits der Wege<br />

wie Orientierungslauf, Wildwasserpaddeln<br />

oder Skitourengehen haben<br />

daher klar definierte Regeln, die man<br />

unbedingt kennen und beachten sollte.<br />

Dabei geht es nicht nur um Naturschutz,<br />

sondern auch um ein Verhalten,<br />

mit dem man sich und andere<br />

nicht gefährdet. Ein weiteres wichtiges<br />

Prinzip für alle Outdoor-Fans lautet<br />

nämlich: Gegenseitige Rücksichtnahme.<br />

Das gilt besonders für das<br />

friedliche Nebeneinander von Wanderern<br />

und Mountainbikern, das nur<br />

dann möglich ist, wenn sich alle entsprechend<br />

zivilisiert verhalten.<br />

Wie steht es aber generell um das<br />

Umweltbewusstsein in Österreich?<br />

Naturfreunde-Expertin Regina Hrbek<br />

ist optimisch: „Ich würde sagen, da tut<br />

sich einiges im positiven Sinn. Die<br />

meisten Menschen sind für dieses<br />

Thema sensibilisiert. Natürlich findet<br />

man trotzdem immer wieder weggeworfene<br />

Sachen im Wald. Hier kann<br />

man nicht sagen, ob das absichtlich<br />

beziehungsweise gedankenlos geschehen<br />

ist, oder ob es unabsichtlich<br />

passiert ist. Ich hoffe einfach mal, es<br />

ist Zweiteres.“<br />

SAUBERE LÖSUNG<br />

<strong>2017</strong> sind es besonders die Naturfreunde<br />

in der Steiermark, die im Zusammenwirken<br />

mit der ARA mit gutem<br />

Beispiel vorangehen wollen. ARA-Vorstand<br />

Werner Knausz gibt die Richtung<br />

vor: „Für Wanderer, die eine volle<br />

Flasche Wasser den Berg<br />

hinauftragen können, muss es doch<br />

ein Leichtes sein, die leere Flasche<br />

wieder mit ins Tal zu nehmen.“ In der<br />

Steiermark bekommt heuer jede Hütte<br />

ein Paket mit Informationsmaterialien.<br />

Inkludiert ist ein Gewinnspiel,<br />

das bis zum 20. September läuft und<br />

das als Hauptpreise Sportgutscheine<br />

und ein Thermenwochenende bietet.<br />

Übrigens können nicht nur die Besucher<br />

der Hütten gewinnen, sondern<br />

auch die Wirte selbst, die man so zum<br />

Unterstützen der Aktion motiviert.<br />

Wer nicht in der Steiermark unterwegs<br />

ist, kann den Aktivitäten im Internet<br />

unter www.reinwerfen.at und<br />

auf www.facebook.com/reinwerfen<br />

folgen.<br />

Echte Naturliebhaber kümmern<br />

sich übrigens nicht nur um das Mitnehmen<br />

des eigenen Abfalls. Regina<br />

Hrbek: „Ich habe immer ein Sackerl<br />

im Rucksack und wenn etwas herumliegt,<br />

nehme ich es mit, auch wenn es<br />

nicht von mir stammt. Nur bei gebrauchten<br />

Windeln wird es zugegeben<br />

etwas heikel.“ Falls man Menschen<br />

trifft, denen offensichtlich<br />

gerade etwas „zufällig“ in die Gegend<br />

gefallen ist, sollte man sie darauf ansprechen,<br />

empfiehlt Hrbek. Falls sich<br />

diese uneinsichtig zeigen, ist es allerdings<br />

besser, ohne weitere Diskussionen<br />

den Müll einzusammeln und seiner<br />

Wege zu gehen – im Sinne einer<br />

sauberen Lösung für alle.<br />

Auch ganz oben läuft heuer die Aktion<br />

„Saubere Berge“ – hier auf der Erzherzog-<br />

Johann-Hütte, der höchstgelegenen<br />

Schutzhütte Österreichs.<br />

ULTIMATE GRIP CONCEPT<br />

FOTO: Saubere Berge<br />

176<br />

<strong>SPORTaktiv</strong>-OUTDOORGUIDE <strong>2017</strong>


LIGHTER.<br />

FASTER.<br />

STRONGER.<br />

First Light Hoody<br />

Stone 45 Rucksack<br />

Spot Stirnlampe<br />

BD Athlete Joe Kinder | Rätikon, Switzerland<br />

Tim Kemple


ZAHLENSPIELE<br />

ist<br />

es her,<br />

dass der<br />

Großglockner zum<br />

ersten Mal bestiegen<br />

wurde: Am 29. Juli 1800<br />

erreichten vier Teilnehmer einer<br />

Großexpedition, die in Klagenfurt begonnen<br />

hatte, den höchsten Gipfel<br />

Österreichs – den sich die Kärntner mit<br />

Osttirol teilen.<br />

217<br />

... AUS DEM OUTDOORLAND<br />

Jahre<br />

KÄRNTEN<br />

500<br />

LERCHBAUMER – was die<br />

rüstige und resolute Dame<br />

nicht davon abhält, noch immer<br />

auf der Goldberghütte in<br />

der Goldberggruppe bei Stall<br />

im Mölltal das Kommando zu<br />

führen.<br />

82JAHRE ALT IST PAULINE<br />

METER LANG IST DER „DÄUMLING“, UND NUR<br />

150 HÖHENMETER MÜSSEN ÜBERWUNDEN WER-<br />

DEN. DENNOCH ZÄHLT DIESER „KLEINE“ KLET-<br />

TERSTEIG IM GARTNERKOFEL-MASSIV AM NASS-<br />

FELD ZU DEN SPANNENDSTEN UNTER DEN 17<br />

KÄRNTNER KLETTERSTEIGEN.<br />

768 WANDERWEGE weist das<br />

„Tourenportal“ für Kärnten aus – auf der Plattform<br />

„Bergfex“ sind sogar 1.301 Wege verzeichnet. Die<br />

unterschiedlichen Zahlen spielen aber keine Rolle –<br />

entscheidend ist, dass es im wanderbaren Kärnten<br />

von großartigen Höhenwegen (wie dem Karnischen<br />

Höhenweg) bis zum idyllischen Themenweg für alle<br />

die passende Route gibt.<br />

BERGBAHNEN SIND DEN SOMMER ÜBER IN<br />

BETRIEB. ZU DEN ATTRAKTIVSTEN ZÄHLT DA-<br />

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FORM. ABER WOHL AUCH, WEIL<br />

SIE DIE KOMBINATION „BERG &<br />

BADESEE“, DIE KÄRNTEN IM<br />

SOMMER PRÄGT, AM BESTEN<br />

DARSTELLT.<br />

72.000<br />

ÜBERNACHTUNGEN wurden<br />

allein im Jahr 2016 auf dem Alpe-<br />

Adria-Trail gezählt, der Kärntens Leitprodukt<br />

zum Thema Wandern ist.<br />

Verständlich: Von den insgesamt 43<br />

Etappen der 750-km-Strecke befinden<br />

sich 23 in Kärnten. Zur Info: Im Vorjahr<br />

waren rund 15.000 Wanderer am Trail<br />

unterwegs ...<br />

FOTO: Kärnten Werbung<br />

WWW.KAERNTEN.AT<br />

<strong>SPORTaktiv</strong>-OUTDOORGUIDE <strong>2017</strong><br />

178


6,4 KILOMETER LANG IST DER „SENTIERO DELL‘AMORE“ – DER NEUE „WEG DER LIEBE“,<br />

DER VON DER ALEXANDERHÜ TE HOCH ÜBER DEM MILLSTÄTTER SEE ZUM GRANATTOR FÜHRT.<br />

AN SIEBEN STATIONEN WARTEN SIEBEN BÜCHER – IN DIE VERLIEBTE WANDERER IHRE GEDANKEN SCHREIBEN KÖNNEN.<br />

179


KÄRNTEN<br />

WO WELLNESS<br />

AM WEG LIEGT<br />

WASSER UND WOHLFÜHLEN.<br />

Diese Kombi muss man nicht im Relaxmodus in einer<br />

Therme suchen. Man kann ihr auch entgegenwandern – wie<br />

Anfang Mai auf Etappen des Alpe-Adria-Trails in Kärnten<br />

selbst versucht. Erkenntnis: Wellness liegt am Weg.<br />

Passt schon irgendwie, dass ich<br />

erst knapp vor 22 Uhr im schönen<br />

Hotel Moserhof in Seeboden<br />

am Millstätter See eintreffe,<br />

weil ich mich von der Arbeit nicht früher<br />

losreißen konnte. Vom See seh ich<br />

in der Dunkelheit ebenso wenig wie<br />

tageszeitbedingt vom hoteleigenen<br />

Spa mit Naturbadeteich und Saunalandschaft<br />

(schaut aber auf Bildern<br />

fein aus). Eingecheckt, gilt es stattdessen<br />

noch den Rucksack zu packen:<br />

Treffpunkt mit Wanderführerin<br />

Susanne ist zeitig um 8 Uhr früh.<br />

Sieben Stunden Gehzeit sind für<br />

rund 18 Kilometer und 800 Bergaufwie<br />

Bergabhöhenmeter anberaumt.<br />

Tag eins meiner zweitägigen Tour auf<br />

Wegen des Kärntner Teils des Alpe-<br />

Adria-Trails. Und noch einmal 17 Kilometer<br />

sollen am zweiten Tag folgen,<br />

dann von Ossiach bis Velden. Die gemeinsame<br />

Klammer dieser kurzen<br />

Auszeit von Arbeit und Alltag sowie<br />

des Reinschnupperns in die Welt des<br />

Weitwanderns bilden die drei größten<br />

Kärntner Seen: Millstätter See, Ossiacher<br />

See und Wörthersee.<br />

TAG EINS: RAUF AUF DIE NOCKEN<br />

Der erste Tag startet zugegebenermaßen<br />

ganz bequem: mit dem Taxi zur<br />

Hansbauerhütte, dem Startpunkt<br />

der Wanderung auf 1.700 m Seehöhe.<br />

Die offizielle Etappe 12 des Alpe-Adria-Trails<br />

führt stattdessen von Seeboden<br />

weg zu Fuß hier herauf – bestimmt<br />

auch schön. Aber ich soll die<br />

Essenz der Etappen 12 und 13 des<br />

Alpe-Adria-Trails gehend erkunden:<br />

die Nockberge mit ihren sanften Gipfelrundungen<br />

und so schönen, passenden<br />

Namen wie Tschiernock,<br />

Tschierweger Nock oder Kamplnock.<br />

Obwohl es also nur knapp 400 Höhenmeter<br />

zum ersten Gipfelkreuz<br />

sind, muss man sich die dennoch verdienen.<br />

„Wie gut bist du beinand?“,<br />

will Wanderguide Susanne bald einmal<br />

von mir wissen – und erzählt mir<br />

daraufhin, dass die Frage auch aus ihrer<br />

Erfahrung heraus Berechtigung<br />

hat: Auch Journalisten aus weniger<br />

bergaffinen Ländern wie beispielsweise<br />

England recherchieren gern<br />

„live“ am Alpe-Adria-Trail ...<br />

Verdienen muss man sich den<br />

FOTOS: xxx<br />

FOTO: Kärnten Werbung<br />

TEXT: Christof Domenig <strong>SPORTaktiv</strong>-OUTDOORGUIDE <strong>2017</strong><br />

180


181<br />

Der Schluchtweg<br />

führt rund 500 Höhenmeter<br />

von Ossiach<br />

hinauf auf den<br />

Ossiacher Tauern.


ALPE-ADRIA-TRAIL<br />

Impressionen von der Millstätter Alpe: „Steinerner Tisch“; noch im Schnee beim Tschiernock-Gipfelkreuz; Blick auf den<br />

Millstätter See; Mittags-Stärkung auf der Millstätter Hütte. Rechte Seite: Die Lammersdorfer Hütte, das Ziel des ersten Tages.<br />

Die beschriebene Tour ist eine Kombination von Teilen der offiziellen Etappen 12 und 13 des Alpe-Adria-Trails.<br />

Gipfel auch deswegen, weil hier heroben,<br />

Anfang Mai, heuer noch Schnee<br />

liegt. Nicht viel, aber genug, um in<br />

überwehten Mulden etwas tiefer einzusinken.<br />

Kein großes Problem freilich<br />

– und der Lohn: ein herrlicher<br />

Rundum-Panoramaausblick. Wie er<br />

sich dann den ganzen Tag über immer<br />

wieder zeigt. Julische Alpen, Karawanken,<br />

Tauern, Nockberge ...<br />

Blicke auf den Millstätter See tun<br />

sich ebenfalls vielerorts auf – einer<br />

der schönsten bei der Alexanderhütte,<br />

die nach einem kurzen Zwischenabstieg<br />

auf rund 1.800 m Höhe bald erreicht<br />

ist. Für Wanderer am Alpe-Adria-Trail<br />

ist die Hütte eine beliebte<br />

Übernachtungsstelle am Berg und bekannt<br />

für ihre Almsennerei. Schade:<br />

Anfang Mai ist sie noch geschlossen.<br />

Die Mittags-Stärkung folgt dafür eine<br />

halbe Wegstunde weiter in der ebenso<br />

schönen Millstätter Hütte.<br />

DIE KRAFT DES GEHENS<br />

Mein subjektives Highlight des Tages<br />

folgt dann am frühen Nachmittag.<br />

Nach dem Aufstieg zum Kamplnock<br />

(2.101 m) geht es kilometerweit den<br />

breiten Grat entlang, ständig mit herrlicher<br />

Aussicht als Begleiter. Bis zum<br />

„Granattor“: Der künstliche metallene<br />

Durchgang, der hier plötzlich in<br />

der Landschaft steht, verweist auf das<br />

größte Granatvorkommen der Alpen<br />

in diesem Teil der Nockberge. Wer den<br />

Blick dafür hat – wie Guide Susanne –<br />

findet hier bei jedem Schritt Steine<br />

mit eingeschlossenem Granat.<br />

Mich fasziniert anderes noch<br />

mehr. Bei diesem Einen-Schritt-vorden-anderen-Setzen<br />

in rund 2.000 m<br />

Seehöhe, mit weiten Vor-, Rück- und<br />

Ausblicken und nach vier, fünf Gehstunden<br />

mit angenehm angesäuerten<br />

Muskeln, entfaltet das Gehen eine geradezu<br />

meditative Wirkung. Hier<br />

kriegt man den besten Eindruck davon,<br />

warum sich Weitwanderer aufmachen.<br />

Und was mit Entschleunigung<br />

gemeint ist. Fast schade, dass<br />

dann der Abstieg zur Lammersdorfer<br />

Hütte ansteht, wo nach 7,5 Stunden<br />

am Berg das Shuttle-Taxi wartet.<br />

TAG 2: STILLE UND IDYLLE<br />

Damit geht’s zum Ossiacher See, dem<br />

Startpunkt der zweiten Etappe (diesmal<br />

ohne Guide). Erst aber checke ich<br />

im Naturgasthof Schlosswirt in Ossiach<br />

ein, der zum Glück nichts Feudales<br />

an sich hat. Dafür perfekte Bioküche<br />

mit regionalen Spezialitäten<br />

(viele davon aus dem See) bietet; und<br />

ein schönes großes „Naturzimmer“<br />

mit Balkon sowie – welch Wohltat –<br />

ohne Fernseher. Eindrücke des Tages<br />

notieren, die Wanderkarte studieren<br />

oder einfach mal lesen passt auch viel<br />

besser zum Charakter so einer Tour.<br />

Der zweite Marschtag unterscheidet<br />

sich vor allem in der Seehöhe wesentlich<br />

vom ersten: Der Start erfolgt<br />

in Ossiach auf rund 500 m Höhe und<br />

der „Gipfel“ ist am rund 1.000 m hohen<br />

Ossiacher Tauern bald erreicht.<br />

Konkret durch den idyllischen<br />

Schluchtweg über Ossiach, wo das<br />

Wasser rauscht und zwei Feuersalamander<br />

über den Weg huschen. Auf<br />

einer Lichtung liegt der Tauernteich,<br />

ein Waldsee, der (ebenso wie später<br />

FOTOS: Christof Domenig<br />

182<br />

<strong>SPORTaktiv</strong>-OUTDOORGUIDE <strong>2017</strong>


Tag zwei im Zeichen des Wassers: Wild am Schluchtweg über Ossiach, still am Ossiacher<br />

Tauern, „Kärnten wie man es kennt“ in Velden am Wörthersee. Ossiach–Velden<br />

ist die reguläre 20. „AAT“-Etappe – Info: www.alpe-adria-trail.com/de/Etappen<br />

am Tag der Saissersee) eine echt schöne<br />

Ergänzung zu den bekannten<br />

Kärntner Gewässern bildet: Wunderbar<br />

idyllisch und still liegt der Teich.<br />

Die weiteren Kilometer des Tages<br />

führen durch die Zivilisation, vor allem<br />

aber durch Wälder. Allein mit<br />

sich und dem Rucksack am Rücken<br />

bleibt genug Zeit, über dies und jenes<br />

nachzudenken oder einfach die Natur<br />

und die Sonnenstrahlen, die durchs<br />

Geäst brechen, wirken zu lassen.<br />

Um 15.30 Uhr, nach wiederum<br />

rund 7 Stunden auf den Füßen, stehe<br />

ich dann am Casinoplatz in Velden,<br />

dem Zielpunkt meiner zweitägigen<br />

Tour. Und bestaune das Schaulaufen<br />

mit allerlei Luxuskarossen, das hier<br />

offenbar jeden Sonntag abgeht. Welch<br />

lustiger Kontrast zu den letzten beiden<br />

Tagen! Dann schon lieber runter<br />

an den Wörthersee – zum verdienten<br />

Abschlusskaffee und -foto.<br />

DIE REINSTE ENTSPANNUNGSKUR<br />

Zeit, Bilanz zu ziehen: Nachdem die<br />

Alpe-Adria-Trail-Buchungspakete<br />

(siehe Kasten) die Auswahlmöglichkeit<br />

zwischen Gasthöfen, einfacheren<br />

Hotels oder gehobenen Wellnesshotels<br />

geben, muss ich sagen: Ich mag’s<br />

bei der Unterkunft gern einfach – wo<br />

doch die ganze Landschaft schon ein<br />

riesengroßer „Wellnessbereich“ ist.<br />

Aber das ist natürlich eine rein subjektive<br />

Empfindung.<br />

Die Blicke aufs Wasser der drei<br />

größten Kärntner Seen (im Sommer<br />

sind sie sicher perfekt zum Reinspringen)<br />

wie auch auf die kleinen Gewässer;<br />

die rauschende Schlucht, die Berge<br />

und die Wälder: Das alles wirkt in<br />

Summe besser als jedes „Spa“. Finde<br />

zumindest ich. Gut, eine Dusche nach<br />

sieben, acht Marschstunden, die ist<br />

schon fein. Alles andere liegt in der<br />

Natur und entfaltet beim Wandern<br />

die beste Wirkung. Purer Seelenbalsam.<br />

ALLE INFOS UND BUCHUNGEN:<br />

Alpe-Adria-Trail Buchungscenter Kärnten<br />

Tel.: 0 47 82/93 0 93<br />

E-Mail: info@alpe-adria-trail.com<br />

www.alpe-adria-trail.com<br />

Der Alpe-Adria-Trail<br />

43 Etappen durch drei Länder:<br />

Kärnten, Slowenien und Italien.<br />

Nicht der kürzeste, sondern der schönste<br />

Weg vom Großglockner ans Meer –<br />

mit diesem Slogan wird im mittlerweile<br />

fünften Jahr der Alpe-Adria-Trail angeboten.<br />

Mit Erfolg: Zwar geht nur eine<br />

kleine Minderheit die gesamten 750 Kilometer<br />

des Weitwanderwegs durch<br />

drei Länder am Stück. Doch speziell die<br />

individuellen Pakete mit durchschnittlich<br />

drei bis sieben gebuchten Etappen<br />

finden großen Zuspruch.<br />

DIESE „BUCHBAREN ETAPPEN“ lassen<br />

sich individuell und flexibel zusammenstellen<br />

und beinhalten viele Servicleistungen<br />

– z. B. Shuttledienste und Gepäcktransport.<br />

Es gibt die Pakete in drei<br />

Kategorien: „Basic Trek“, „Classic Trek“<br />

und „Comfort Trek“, wobei die Hauptunterschiede<br />

in der Unterkunftskategorie<br />

liegen: Gasthof/Hütte, Zwei- bis<br />

Drei-Sterne-Hotel oder Vier-Sterne-Hotel<br />

mit Wellness-Bereich.<br />

TIPP: DIE ALPE-ADRIA-TRAIL-APP hilft<br />

beim Tourenplanen, bietet viele Tools<br />

für unterwegs (Gipfelfinder, Höhenmesser,<br />

Kompass ...), schützt dank<br />

GPS vorm Verlorengehen, hat<br />

einen Notruf-Button und viele<br />

weitere nützliche Funktionen.<br />

183


KÄRNTEN<br />

Die Facts zum Camp<br />

TERMINE: 31. 8.–3. 9. UND<br />

14. 9.–17. 9. (JEWEILS DO.–SO.)<br />

• 3 Nächte/4 Tage mit Genuss-Frühstücksbuffet<br />

und mehrgängigem<br />

Abendmenü<br />

•kostenlose Nutzung der FUN-,<br />

FIT- & SPA-Bereiche der Kärnten<br />

Therme: 2000 m² SPA mit Dampfbädern,<br />

Hamam, Sauna, Massagen &<br />

Beauty u. v. m.<br />

• alle Karawankenhof-<br />

Inklusivleistungen<br />

• bei Bedarf Leihausrüstung<br />

PACKAGE-PREIS: € 408,– p. P. IM DZ<br />

(EZ-Zuschlag: € 96,– für 3 Nächte)<br />

DAS 4-STERNE-THERMENHOTEL<br />

KARAWANKENHOF LÄDT EIN ZUM:<br />

1. ALPE-ADRIA-<br />

KLETTERSTEIGCAMP<br />

KLETTERFREUNDE AUFGEPASST:<br />

Im Sommer und Herbst <strong>2017</strong> veranstaltet<br />

der Karawankenhof in Villach, das<br />

Hotel der Kärnten Therme, erstmals<br />

ein Alpe-Adria-Klettersteigcamp.<br />

Kompetenter Partner dabei ist die Alpinschule<br />

highLife. Eingeladen sind<br />

Klettersteigbegeisterte, die das abwechslungsreiche<br />

Angebot im Dreiländereck<br />

(Österreich–ItaIien–Slowenien)<br />

nutzen möchten und an drei<br />

Tagen den atem(be)raubenden Weg<br />

nach oben suchen.<br />

Geführt werden die Touren in den Karawanken<br />

und Julischen Alpen von geprüften,<br />

erfahrenen Bergführern.<br />

Programm-Highlights:<br />

DONNERSTAG: Begrüßungsabend mit<br />

Einführung ins Wochenendprogramm<br />

FREITAG, SAMSTAG & SONNTAG:<br />

Täglich geführte Klettersteigtouren im<br />

Alpe-Adria-Triangle. Die genauen Touren<br />

werden, je nach Wetterlage und<br />

Kondition der Teilnehmer, vor Ort bestimmt.<br />

Aber man kann schon verraten,<br />

dass sie in die Karawanken und in<br />

die Julischen Alpen führen. Freu dich<br />

auf abwechslungsreiche Tage in atemberaubender<br />

Kulisse.<br />

Wichtig: Schwindelfreiheit und eine<br />

gute Grundkondition sind Voraussetzung,<br />

um am Camp teilzunehmen.<br />

Bergschuhe, Wanderbekleidung und<br />

Rucksack müssen bitte von den Teilnehmer<br />

selbst mitgebracht werden<br />

(Ausrüstungsempfehlungen bekommst<br />

du bei der Buchung). Die Anreise zu<br />

den einzelnen Touren erfolgt mit dem<br />

eigenen PKW.<br />

Infos und Buchungen:<br />

THERMENHOTEL<br />

KARAWANKENHOF ****<br />

Kadischenallee 27<br />

9504 Warmbad-Villach<br />

Tel.: 0 42 42/30 01-10<br />

reservierung@warmbad.at<br />

www.karawankenhof.com<br />

FOTOS: Thermenhotel Karawankenhof. Uschnig<br />

184<br />

<strong>SPORTaktiv</strong>


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OUTDOORGUIDE<br />

60<br />

JAHRE<br />

RETTER<br />

AUS DER<br />

NOT<br />

FOTO: kk<br />

186<br />

<strong>SPORTaktiv</strong>-OUTDOORGUIDE <strong>2017</strong>


Gerhard Kopiak ist 78 Jahre alt und<br />

seit 60 Jahren bei der Bergrettung.<br />

Ehrenamtlich wie praktisch alle seine<br />

Tausenden Kollegen in Österreich.<br />

Was er in sechs Jahrzehnten erlebte,<br />

könnte wohl ein Buch füllen. Die paar<br />

Geschichten, die er uns erzählt hat,<br />

geben aber auch einen Einblick ins<br />

Leben eines Bergretters.<br />

TEXT: Sonja Burger<br />

Schon mit 16 Jahren entdeckte Gerhard Kopiak seine Leidenschaft<br />

für die Berge – und holte bald darauf den ersten<br />

Verunglückten runter vom Berg.<br />

Herr Kopiak, sind Sie eigentlich zum<br />

Bergretter geboren?<br />

Schon möglich. Jedenfalls hab ich<br />

meinen ersten Hilfseinsatz am Berg<br />

schon gehabt, noch bevor ich wirklich<br />

bei der Bergrettung war.<br />

Wie ist das passiert?<br />

Ich war so 16, 17 Jahre alt und mit<br />

meinem Kletterpartner im Raxgebiet,<br />

im großen Höllental, unterwegs. Plötzlich<br />

hörten wir in der Ferne das Folgehorn<br />

der Bergrettung von Reichenau<br />

und sind sofort zum Talgrund abgestiegen.<br />

Ein ganz junger Bursch war abgestürzt<br />

und lag in einer Höhe von rund<br />

60 Metern. Es war ein ziemlich schwieriger<br />

Zustieg. Äußerlich hatte er keine<br />

Verletzungen und es ging ihm soweit<br />

gut.<br />

Und wie ging es weiter?<br />

Am Rücken, im Tragesitz, haben<br />

wir ihn abgeseilt und die Rettung hat<br />

ihn weggebracht. Wir sind dann selbst<br />

im Dunkeln abgestiegen. Irgendwann<br />

kam uns ein Licht entgegen – ein Gendarmeriebeamter,<br />

der uns ein Bier<br />

brachte – und die traurige Nachricht,<br />

dass der Junge gestorben war. Wahrscheinlich<br />

am Schock, wurde uns gesagt.<br />

Wir konnten es uns einfach nicht<br />

erklären und haben uns wahnsinnig<br />

viele Gedanken gemacht.<br />

Und mit 18 gingen Sie dann zur Bergrettung.<br />

Warum tut man sich das als<br />

junger Bursch an, der eher alle Freiheiten<br />

haben will?<br />

Alle meine Vereinskameraden, die<br />

mich fürs Klettern und Skifahren begeistert<br />

haben, waren ebenfalls bei der<br />

Bergrettung. Es hat mir imponiert, was<br />

die da geleistet haben. Ich war ein relativ<br />

kräftiger Bursch mit großer Ausdauer.<br />

Schon mit 14 Jahren – das war<br />

1953, da hat das sonst kaum jemand gemacht<br />

– war ich berglaufen. Meist,<br />

wenn es finster war, in der Nähe von<br />

Hütteldorf. Mit dem Rennrad bin ich<br />

auch viel gefahren. Bei langen Bergtouren<br />

war ich dann immer am wenigsten<br />

müde. Das hat den Älteren imponiert,<br />

Angst darfst’ als<br />

Bergretter nicht<br />

haben. Vorsicht<br />

und Respekt bei<br />

dem, was du tust,<br />

sind deine wichtigste<br />

Sicherung.<br />

GERHARD KOPIAK, 60 JAHRE<br />

BEI DER BERGRETTUNG<br />

und mich weiter angespornt. Wie<br />

mühsam und wie gefährlich das damals<br />

als Bergretter war, das ist mir in<br />

dem Alter gar nicht bewusst gewesen.<br />

Bergretter vor 60 Jahren – wie muss<br />

man sich da einen Einsatz vorstellen,<br />

zum Beispiel im Winter?<br />

Im Winter war es oft dramatisch,<br />

weil wir wirklich bei jedem Wetter im<br />

Einsatz waren. Damals, als es noch keine<br />

Sicherheitsbindung bei den Skiern<br />

gab, waren es hauptsächlich Beinverletzungen.<br />

Der Abtransport von Verletzten<br />

konnte da zur echten Schwerarbeit<br />

werden. Wir von der Ortsstelle<br />

Wien hatten am Wochenende auch am<br />

Schneeberg Bereitschaftsdienst. Und<br />

du hast nie gewusst, was auf dich zukommt.<br />

Manchmal war’s wochenlang<br />

ruhig, dann hat es wieder zwei Einsätze<br />

hintereinander gegeben. Oder vielleicht<br />

sogar eine große Suchaktion.<br />

Werden solche Bergrettungseinsätze<br />

dann irgendwann zur Routine?<br />

Die Einsätze lassen sich nicht katalogisieren.<br />

Und ich hab schon ganz<br />

arge Sachen erlebt. In den 1980ern hatten<br />

wir zum Beispiel im Wienerwald<br />

eine grausliche Totbergung. Die Person<br />

war acht Wochen lang im Bachbett gelegen.<br />

Zwei Wochen später fanden wir<br />

woanders eine Frau, die sich umgebracht<br />

hatte. Von März bis September<br />

lag sie dort. Es war finster und<br />

Schwammerlzeit. Wir mussten sie bergen,<br />

weil die Leichenbestatter nicht<br />

hinkamen.<br />

Wie gehen Sie mit solchen psychischen<br />

Belastungen um?<br />

Ein Kollege und ich waren damals<br />

die Einzigen, die die beiden Toten anfassen<br />

konnten. Man hat sie schon aus<br />

100 Metern Entfernung gerochen. Das<br />

ist psychisch kein Problem für mich.<br />

Was belastet Sie dann?<br />

Für mich ist unheimlich bedrückend,<br />

wenn ich jemanden reanimieren<br />

muss. Ums Leben eines Menschen<br />

zu kämpfen, das ist psychisch wahnsinnig<br />

schwer. Einmal musste ich einen<br />

Arbeitskollegen reanimieren, danach<br />

war ich so fertig, dass ich nicht<br />

187


PERSONALITY<br />

Über die Zahl seiner Einsätze in 60<br />

Jahren hat Kopiak nie Buch geführt.<br />

mehr mit dem Rettungswagen mitfahren<br />

konnte. Als Kind habe ich im Zweiten<br />

Weltkrieg auch einiges mitgekriegt.<br />

Die Hysterie der Menschen im<br />

Keller und nicht zu wissen, was oben<br />

los ist, war damals für mich am<br />

Schlimmsten. Heute habe ich mit psychischen<br />

Belastungen keine Probleme.<br />

Das hilft mir auch privat, denn meine<br />

Frau ist pflegebedürftig. Ich habe auch<br />

mit ihr schon so viele Sachen erlebt,<br />

die mich stark gemacht haben.<br />

Aber Sie werden auch als Bergretter<br />

mal an Ihre Grenzen gekommen sein?<br />

Die Grenze bist immer nur du<br />

selbst. Wenn man dort oben in Aktion<br />

ist, denkt man nicht jede Minute an die<br />

Gefahr, in die man sich selbst begibt.<br />

Klar habe ich immer auf die eigene Sicherheit<br />

geschaut. Aber wenn du als<br />

Bergretter ständig daran denken würdest,<br />

wer eigentlich dir zu Hilfe kommen<br />

kann, wenn beim Einsatz was passiert<br />

– dann bist’ schon verloren. Die<br />

Hubschrauberbergung hat vieles leichter<br />

gemacht. Aber auch der Hubschrauber<br />

hat seine Grenzen, bei schlechten<br />

Wetterbedingen oder wenn es finster<br />

ist. Dann ist man als Bergretter besonders<br />

gefordert. Deshalb ist die Bergrettung<br />

auch so dahinter, dass viele Übungen<br />

in Extremsituationen stattfinden.<br />

Verdrängen Sie denn die Angst, dass<br />

Ihnen etwas zustoßen könnte?<br />

Nein, ich verdränge nichts – ich<br />

habe wirklich keine Angst. Das gibt es<br />

bei mir nicht. Aber ich bin vorsichtig<br />

und ich habe Respekt vor dem, was ich<br />

tu’. Das sind für mich die entscheidenden<br />

Punkte, die du überall als Helfer<br />

brauchst. Bei einem Einsatz muss man<br />

Stärke zeigen und Kompetenz. Das<br />

lernen die Leute und man kriegt auch<br />

Erfahrung. Bei der Bergrettung gibt es<br />

keine Dienstgrade, aber die Dienstführenden<br />

haben Vorbildwirkung.<br />

Beim Einsatz ist ja auch immer ein Erfahrener<br />

dabei. In der Ersten Hilfe hat<br />

sich Gott sei Dank viel geändert – vor<br />

allem Jüngere, die beim Roten Kreuz<br />

waren, können das heute aus dem Effeff.<br />

Routinierte Hilfeleistung ist eine Sache.<br />

Aber wie geht man mit den Emotionen<br />

um, die ja unweigerlich da sind?<br />

Natürlich macht dich das innerlich<br />

fertig, wenn was Tragisches passiert.<br />

Ich musste mal einen guten Kameraden<br />

und Familienvater aus einer Lawine<br />

bergen. Das war ein ganz schlimmes<br />

Erlebnis. Ich habe lange nicht darüber<br />

reden können. Aber darum gibt es bei<br />

der Bergrettung den gemeinsamen<br />

fachlichen Austausch, das Besprechen<br />

der Einsätze und die regelmäßigen<br />

Treffen mit anderen Bergrettern – das<br />

hilft einem enorm, das Erlebte zu verarbeiten.<br />

Am Berg passieren ja nicht nur Dramen.<br />

Es gibt ja sicher auch viele schöne<br />

oder sogar lustige Erlebnisse.<br />

So komisch es klingt, aber am<br />

schönsten sind für mich die Erlebnisse,<br />

wo mehr durch Zufall am Ende alles<br />

gut ausgeht. Wir wurden einmal<br />

im Winter alarmiert, dass sich ein<br />

Mädchen auf der Kugelwiese bei<br />

Perchtoldsdorf das Knie verletzt hatte.<br />

Einen halben Kilometer vor dem vermeintlichen<br />

Unfallort – und das ist so<br />

ein Zufall – halten uns Leute auf und<br />

sagen, dass das Mädchen woanders<br />

liegt. Dann kommt zufällig auch ein<br />

Arzt vorbei und versorgt das Mädchen,<br />

bei dem Ober- und Unterschenkel<br />

gebrochen waren. Schließlich hat<br />

auch noch der Hubschrauber trotz<br />

dichtem Nebel landen können – und<br />

so hat die Rettungskette perfekt funktioniert.<br />

Das war so ein phänomenales<br />

Erlebnis, das dich als Retter glücklich<br />

und zufrieden macht.<br />

Fällt Ihnen auch was Witziges ein?<br />

Na ja, witzig ... Einmal haben wir<br />

im Wienerwald einen Mann bergen<br />

Der Helfer am Berg<br />

GERHARD KOPIAK, 1939 geboren, begann<br />

mit 14 die Lehre zum Kartolitographen<br />

bei Freytag & Berndt in Wien<br />

und blieb dort bis zur Pension. Mit 16<br />

Jahren begann er mit dem Bergsteigen,<br />

mit 18 ging er zur Bergrettung<br />

und war später Ausbildungsleiter für<br />

Wien und NÖ. Gerhard Kopiak ist seit<br />

50 Jahren verheiratet und nach wie<br />

vor (wenn auch aus gesundheitlichen<br />

Gründen eingeschränkt) bei der Bergrettung<br />

Ortsstelle Wienerwald Süd<br />

aktiv.<br />

sollen, der bei den Gießwänden abgestürzt<br />

war. Es war schon stockfinster,<br />

aber ich kannte mich aus und wir sind<br />

unten an den Fuß der Wand gegangen.<br />

Da lag aber keiner. Wir haben gesucht<br />

und gesucht, bis wir von oben ein Rufen<br />

gehört haben. Der Abgestürzte lag<br />

weiter oben in der Wand – sein Freund<br />

hatte ihn wieder raufgeschleppt. Dort<br />

haben wir sie dann gefunden. Vorher<br />

haben wir uns nur gewundert und<br />

herzlich über unsere anfangs vergebliche<br />

Suche gelacht.<br />

Ihrem Engagement bei der Bergrettung<br />

haben Sie viel Freizeit geopfert.<br />

Kam da nicht Ihre Familie, also Ihre<br />

Frau und die drei Töchter, zu kurz?<br />

Man braucht schon eine Partnerin,<br />

die dafür Verständnis hat. Meine<br />

Frau hat ja mit mir klettern gelernt,<br />

war körperlich topfit und eine großartige<br />

Skifahrerin. Später, als Ausbildungsleiter,<br />

ging der ganze Urlaub für<br />

die Winter- und Sommerkurse drauf.<br />

Aber als meine Kinder schulpflichtig<br />

wurden, habe ich die Ausbildungsleitung<br />

sein lassen – als Bergretter war<br />

ich aber immer aktiv.<br />

Eine Frage noch, die man einem<br />

Bergretter stellen muss: Wie sehr ärgert<br />

es Sie, wenn jemand aus Unvernunft<br />

in Not gerät und Sie oder Ihre<br />

Kollegen ausrücken müssen?<br />

Das ärgert mich überhaupt nicht. Ich<br />

weiß ja, wie deppert ich selbst war –<br />

oder manchmal auch heute in meinem<br />

Alter noch bin ...<br />

FOTOS: kk<br />

188<br />

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ERSTE HILFE<br />

JEDER MUSS EIN<br />

BERGRETTER SEIN!<br />

Schuhe, Kleidung, Rucksack – alles vom Feinsten! Aber „gut gerüstet“<br />

in die Berge zu ziehen, ist nicht nur eine Frage des Materials. Die<br />

Gewissensfrage muss lauten: Bist du auch für den Notfall gerüstet?<br />

Machen wir einen Blitztest mit<br />

nur drei Fragen. Frage 1: Wie<br />

stoppst du eine heftige Blutung?<br />

Frage 2: Wie lautet die Notfallnummer<br />

der Bergrettung? Und Frage<br />

3: Wie führst du eine Wiederbelebung<br />

durch?<br />

Gut, wer dreimal den Kopf geschüttelt<br />

hat, kann sich hinter der Statistik<br />

verstecken: Angesichts der Millionen<br />

Menschen, die Jahr für Jahr in unsere<br />

Berge ziehen, liegt die Wahrscheinlichkeit<br />

einer Verletzung oder eines Unfalls<br />

auf einer Bergtour tatsächlich im<br />

unteren Promillebereich. Denn an den<br />

vom Kuratorium für alpine Sicherheit<br />

veröffentlichten Zahlen, wonach sich<br />

jährlich rund 9.500 Menschen beim<br />

Wandern oder Klettern so schwer verletzen,<br />

dass sie im Krankenhaus behandelt<br />

werden müssen, hat sich seit<br />

Jahren nur wenig verändert.<br />

Der Gewohnheits-Konter „Uns passiert<br />

schon nix“ auf den traditionellen<br />

„Tut’s ja schön aufpassen“-Abschiedsgruß<br />

der Daheimgebliebenen mag also<br />

in 99,5 von 100 Fällen zutreffen.<br />

Andererseits: Man muss kein Mathematiker<br />

sein, um zu wissen, dass<br />

für den Einzelfall eine Statistik genau<br />

null Bedeutung hat. Einem Menschen<br />

in Not nicht helfen zu können, zählt zu<br />

den schlimmsten Erfahrungen, die<br />

man machen kann. Unter „Bergkameraden“<br />

wirkt das doppelt schwer, weil<br />

anders als im Urbanen hier fremde<br />

oder professionelle Hilfe weit weg ist.<br />

Eine Schürfwunde nach einem<br />

Sturz wird nicht das große Malheur<br />

sein, aber selbst die kann, wenn falsch<br />

oder gar nicht versorgt, auf einer Mehrtagestour<br />

zum Problem werden. Die eigene<br />

Ohnmacht aber, die dich umklammert,<br />

wenn du nur hilflos neben<br />

einem Menschen stehst, der das Bewusstsein<br />

verloren hat oder der womöglich<br />

gar nicht mehr atmet – dieses<br />

Erlebnis brennt sich auf ewig in dein<br />

Gewissen ein.<br />

Bloße Angstmache? Nur zur Information<br />

nochmals eine Statistik: Die<br />

Hauptursache von Todesfällen gerade<br />

auf einfachen Wanderungen sind –<br />

Herzkreislaufversagen! Schon richtig,<br />

auch hier reden wir „nur“ von 42 Todesfällen,<br />

die im Jahr 2016 von der Alpingendarmerie<br />

erfasst wurden. Aber<br />

wie gesagt: Für den Einzelfall haben<br />

statistische Zahlen keine Bedeutung.<br />

Fazit und zugleich guter Rat: Ihr<br />

tut gut daran, vor einer Bergtour nicht<br />

nur die Ausrüstung zu checken, sondern<br />

auch wieder einmal eure Kenntnisse<br />

in Erster Hilfe aufzufrischen. Ein<br />

paar gute Tipps dazu haben wir hier<br />

auf den folgenden Seiten parat<br />

FOTOS: ÖRK<br />

190<br />

<strong>SPORTaktiv</strong>-OUTDOORGUIDE <strong>2017</strong>


SO LEISTET DU ERSTE HILFE ...<br />

... BEI EINEM ATEM-KREISLAUF-STILLSTAND<br />

Am Beispiel einer der schlimmsten Situationen, die dir begegnen können, wollen wir dir bewusst machen, dass<br />

du jederzeit in der Lage sein musst, zu helfen. Im konkrekten Fall: Wie du einen Menschen wiederbelebst ...<br />

NUR DREI MINUTEN kann das menschliche<br />

Gehirn ohne Sauerstoff auskommen,<br />

dann beginnt bereits das Absterben von<br />

Gehirnzellen mit all seinen irreparablen<br />

Folgen. Diese Tatsache macht klar, warum<br />

bei einem Verletzten, der nicht mehr<br />

atmet, die (natürlich sofort angeforderte)<br />

professionelle Hilfe fast immer zu<br />

spät kommt.<br />

JEDER IST ALSO GEFORDERT, der vor Ort<br />

ist, dem Betroffenen unverzüglich zu<br />

helfen – und das heißt im Fall von Atem-<br />

Kreislauf-Stillstand: Mit der Wiederbelebung<br />

ist unverzüglich zu beginnen!<br />

DIE GUTE NACHRICHT: Man kann bei der<br />

Herzdruckmassage, die in diesem Fall<br />

als Wiederbelebungsmaßnahme angewendet<br />

werden muss, gar nichts falsch<br />

machen – es sind ganz einfache, unproblematische<br />

Handgriffe, die eingesetzt<br />

werden und die jeder kann, wie wir auf<br />

den folgenden Bildern zeigen.<br />

OPTIMAL IST DIE HILFELEISTUNG, wenn<br />

neben der Herzdruckmassage auch eine<br />

Beatmung erfolgt, wie man sie in einem<br />

Erste-Hilfe-Kurs gelernt und trainiert<br />

hat.<br />

1LEGE EINE HAND mit dem Handballen<br />

auf die Mitte des Brustkorbes<br />

des Betroffenen<br />

2LEGE DIE ZWEITE HAND darüber und strecke beide Arme<br />

durch. Dann drückst du kräftig mit beiden Händen auf<br />

den Brustkorb. Wichtig: Drücke schnell, kräftig und immer<br />

wieder auf die Mitte des Brustkorbes. Und wie schon<br />

gesagt: Keine Angst, du kannst nichts falsch machen – außer<br />

nicht zu drücken.<br />

3DIE BEATMUNG Hast du in einem Erste-Hilfe-Kurs<br />

gelernt, wie man einem Menschen, der<br />

nicht mehr atmet, eine Beatmung durchführt,<br />

dann kannst du zusätzlich zur Herzdruckmassage<br />

auch diese Maßnahme einsetzen. Zur Erinnerung zeigen<br />

wir dir hier, wie das Beatmen gemacht wird: Du<br />

kniest dich hin, legst eine Hand auf die Stirn des Betroffenen<br />

und ziehst mit der anderen Hand sein Kinn<br />

hoch. Dann hältst du mit zwei Fingern die Nasenlöcher<br />

zu und bläst deine Atemluft in den Mund des<br />

Betroffenen.<br />

DIE FORMEL für den richtigen Rhythmus zwischen<br />

Herzdruckmassage und Beatmung lautet 30:2. Das<br />

heißt: Du drückst, wie unter Punkt 1 und 2 beschrieben,<br />

30 Mal auf den Brustkorb und führst dann 2 Mal<br />

eine Beatmung durch. Dann drückst du wieder 30<br />

Mal und beatmest danach wieder 2 Mal.<br />

Entscheidend ist, dass du diesen Rhythmus so lange<br />

beibehältst, bis der Betroffene wieder normal atmet<br />

– oder bis professionelle Hilfe eingetroffen ist.<br />

191<br />

WEB: erstehilfe.at


Die Rettungsprofis<br />

Die Bergrettung ist ein Verein<br />

ehrenamtlicher Helfer!<br />

140 ist die Notrufnummer, mit der<br />

die Bergrettung in Österreich<br />

alarmiert wird. Ebenso funktioniert<br />

es über den Europanotruf<br />

112, aber auch mit der Nummer<br />

144 des allgemeinen Rettungsdienstes<br />

erreicht man sofort die<br />

geschulten Disponenten des Roten<br />

Kreuzes, die dir bei einem<br />

Notfall professionell weiterhelfen.<br />

12.500 BERGRETTER machen in<br />

Österreichs Bergen regelmäßig<br />

Dienst – und zwar ehrenamtlich,<br />

also auch völlig unentgeltlich!<br />

IN 291 ORTSSTELLEN, aufgeteilt auf<br />

sieben Landesleitungen, ist der<br />

Bergrettungsdienst österreichweit<br />

organisiert. Lediglich in den Büros<br />

der Bundes- und Landesleitungen<br />

gibt es einige Angestellte.<br />

DIE FINANZIERUNG der Bergrettung<br />

stützt sich auf drei Säulen:<br />

Förderungen von Land und Bund,<br />

Spenden und Sponsoren sowie<br />

schließlich die Verrechnung von<br />

Einsatzkosten.<br />

DIE VIER GRUNDSATZREGELN<br />

Im Mittelpunkt jeder Ersten Hilfe steht immer der Verletzte. Hier auf<br />

einen Blick die Grundversorgung, die bei jedem Unfall Gültigkeit hat.<br />

Unabhängig von der jeweils notwendigen<br />

Versorgung der verschiedensten<br />

Verletzungsarten muss es immer dein<br />

vorrangiges Ziel sein, den Betroffenen<br />

bis zum Eintreffen professioneller Helfer<br />

so beizustehen, dass sie diese Extremsituation<br />

bestmöglich durchstehen.<br />

Die hier angeführten Basismaßnahmen<br />

helfen dir dabei:<br />

1. BEQUEM LAGERN! Lege Verletzte immer<br />

so, dass sie sich möglichst wohlfühlen<br />

und möglichst wenig Schmer-<br />

zen haben. Und zwar so: Bei Kopf- und<br />

Brustverletzungen, Atemnot, Herzbeschwerden<br />

werden Kopf und Oberkörper<br />

erhöht gelagert; bei Kreislaufproblemen<br />

liegen Kopf und Oberkörper<br />

am Boden, Beine erhöht. Bei Bewusstseinsstörung<br />

oder gar Bewusstlosigkeit<br />

werden Verletzte seitlich gelagert.<br />

2. PSYCHISCH BETREUEN! Lass Verletzte<br />

nicht allein, sprich beruhigend mit ihnen<br />

und verhindere durch ruhiges Auftreten,<br />

dass Panik aufkommt. Hör zu<br />

und frag Betroffene, wie es ihnen geht<br />

und was sie brauchen.<br />

3. ATMUNG ERLEICHTERN! Sorge<br />

zum Beispiel durch Lockern<br />

der Kleidung dafür,<br />

dass Verletzte leichter atmen<br />

können.<br />

4. WARM HALTEN! Decke Verletzte,<br />

die am Boden liegen,<br />

möglichst rasch zu und<br />

sorge so dafür, dass sie nicht<br />

auskühlen. Zu diesem Zweck<br />

sollte auch immer eine Decke<br />

aus Alufolie in deinem Notfallgepäck<br />

sein.<br />

ERSTE HILFE MIT<br />

LEUKOTAPE ® CLASSIC!<br />

MAXIMALE STABILITÄT BEI GEZIELTER<br />

FUNKTIONALER MOBILITÄT –<br />

AUCH FÜR UNTERWEGS.<br />

–15 %<br />

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D E R K I T Z B Ü H E L E R A L P E N<br />

Hornweg 21 · 6380 St. Johann in Tirol<br />

Tel: +43 (0) 676.84 80 62100 · www.hornpark.at


DIE RUCKSACK-<br />

APOTHEKE<br />

Das beste Erste-Hilfe-Wissen<br />

nutzt nicht viel, wenn nicht auch<br />

das benötigte Material mit auf<br />

der Tour ist.<br />

Verbandszeug im Rucksack mit dabei zu<br />

haben, hat nichts mit der Länge einer<br />

Tour zu tun! Auch auf einer gemütlichen<br />

Wanderung kann plötzlich eine Blase<br />

höllisch brennen, auch ein Sturz mit einer<br />

blutenden Wunde kann immer passieren<br />

– und überhaupt: Wo Menschen<br />

sportlich unterwegs sind, kann es jederzeit<br />

zu kleinen oder größeren Verletzungen<br />

kommen. Sicher ist sicher – und die<br />

nicht einmal 500 Gramm, die dieses Notfallpaket<br />

wiegt, fallen ja nicht wirklich<br />

ins Gewicht, oder?<br />

Diese Dinge sollten in einer Outdoor-<br />

Apotheke unbedingt drin sein:<br />

NOTFALLAUSRÜSTUNG/VERBANDSZEUG:<br />

• mehrere sterile Wundauflagen • steriler<br />

Momentverband • Heftpflasterstreifen<br />

(schmal und breit) • verschiedene<br />

Pflasterstrips • Blasenpflaster • mehrere<br />

elastische Mullbinden • Einmalhandschuhe<br />

• elastische Binden zur Stabilisierung<br />

• Dreiecktuch • Alu-Rettungsdecke<br />

• Beatmungstuch<br />

MEDIKAMENTE/SCHUTZMITTEL<br />

• die je nach Touren bzw. Reiseziel vom<br />

Arzt verschriebenen Tabletten • Wunddesinfektionsmittel•<br />

Sonnen- und Insektenschutzmittel<br />

Bei mehrtägigen Touren zusätzlich:<br />

• Wundheilsalbe • Sportgel (für Prellungen<br />

etc.) • Tabletten gegen Magenverstimmung,<br />

Erbrechen, Übelkeit • Medikamente<br />

nach persönlichem Bedarf<br />

• Augentropfen • Durchfallmittel<br />

• Antibiotikum bei schwerer Infektion<br />

• fiebersenkendes Mittel • event. Tabletten<br />

gegen Höhenkrankheit<br />

Achtung: Bei Touren in fremden Ländern<br />

ist vor der Reise abzufragen, welche<br />

Schutzimpfungen dort vorgeschrieben<br />

bzw. empfohlen sind.<br />

Erste Hilfe Guide ’17<br />

von <strong>SPORTaktiv</strong><br />

DIESER RATGEBER gehört in jeden<br />

Rucksack! Der Erste Hilfe- Guide<br />

<strong>2017</strong>, den wir wieder gemeinsam<br />

mit dem Österreichischen Roten<br />

Kreuz erarbeitet haben, liegt außer<br />

in <strong>SPORTaktiv</strong>-Ausgaben auch<br />

in ausgewählten Apotheken und<br />

Rotes-Kreuz-Landesstellen auf.<br />

ANFORDERN kannst du diesen Erste<br />

Hilfe Guide <strong>2017</strong> (gegen Versandkosten)<br />

aber auch direkt bei uns per<br />

Mail: office.sportaktiv@styria.com<br />

193<br />

Ein außergewöhnliches Weitwandererlebnis<br />

zur Sommersonnenwende!<br />

SONNWEND WANDERUNG<br />

WÖRTHERSEE <strong>2017</strong><br />

Seeumrundung bei Nacht, ca. 55 km / 1.800 Hm<br />

Wir haben von den letzten Jahren noch sehr gut in Erinnerung,<br />

welche magischen Momente der Wörthersee am Rundwanderweg<br />

in dieser kürzesten Nacht des Jahres aufwartet. Ob wir heuer auch<br />

wieder den perfekten Sonnenaufgang erleben werden…?<br />

Samstag, 17. Juni <strong>2017</strong>, 22 Uhr<br />

Start- und Zielort:<br />

Pörtschach - Seepromenade<br />

Gewandert wird am Wörthersee-Rundwanderweg. Jeder<br />

Teilnehmer kann sein Wandertempo selbst bestimmen.<br />

Es gibt drei erfahrene, ortskundige Wanderguides, mit fix<br />

eingeplanten Zielzeiten (14/15/16 Stunden Gehzeit).<br />

www.ultrawandern.com/sonnwendwanderung<br />

GRENZEN GIBT ES NUR IM KOPF!<br />

Fotos: Andreas Kauder - kauderwelt


OUTDOORGUIDE<br />

AN RUHIGEN<br />

ORTEN<br />

LIEGT DIE<br />

KRAFT<br />

Sogenannte „Kraftplätze“ in den Bergen und in der Natur sollen<br />

eine besondere Energie ausstrahlen, an der Menschen ihre Batterien<br />

wieder aufladen können. Ist da etwas dran?<br />

Um das zu ergründen, haben wir unsere Akkus an die „Steckdosen<br />

der Natur“ angeschlossen ...<br />

Ein „Kraftort“, so heißt es, ist ein<br />

Ort, dem eine mysteriöse Energie<br />

zugesprochen wird. Ein Ort,<br />

an dem eine starke Energie von<br />

der Erde ausgeht, der Menschen besondere<br />

Erfahrungen ermöglicht. In grauer<br />

Vorzeit sollen Menschen an Orten<br />

mit starker Erdstrahlung Kultplätze<br />

eingerichtet haben, deren Kraft bis<br />

heute spürbar ist. Sie soll von Natur<br />

aus bestimmten Seen und Bergen eigen<br />

sein, aber auch den Pyramiden<br />

von Gizeh, dem Steinkreis von Stonehenge<br />

oder der Kathedrale von Chartres<br />

in Frankreich.<br />

Oder auch dem Kräftereich St. Jakob<br />

im Walde in der Steiermark – ein<br />

idealer Ort, um in die Materie einzusteigen.<br />

Denn eine eigene Erlebnisausstellung<br />

weiht Interessierte auf einem<br />

1.600 Quadratmeter großen Areal in<br />

die Kräfte ein, die uns umgeben, wie<br />

sie auf uns wirken und wie wir sie uns<br />

zunutze machen können. Themen der<br />

Schau sind etwa Erdstrahlen und<br />

Wasseradern und ihr Einfluss auf den<br />

Menschen. Das Kräftereich informiert<br />

auch über die Gestirne und die<br />

menschliche Wahrnehmung. Ziel der<br />

Ausstellung ist es, verschiedene Zugänge<br />

zu diesen Themen zu präsentieren<br />

und Besucher zum Nachdenken<br />

anzuregen.<br />

Tatsächlich scheint eine sensible<br />

Annäherung an das Thema notwendig.<br />

Jörg Purner, emeritierter Professor<br />

am Institut für Baugeschichte und<br />

Denkmalpflege der Universität Innsbruck,<br />

hat das Phänomen jahrelang<br />

FOTOS: Tourismus Längenfeld<br />

TEXT: Wolfgang Kuhn<br />

194<br />

<strong>SPORTaktiv</strong>-OUTDOORGUIDE <strong>2017</strong>


Längenfeld im Tiroler<br />

Ötztal ist einer<br />

der Orte, dem eine<br />

besondere Kraft innewohnen<br />

soll.<br />

Beeindruckend –<br />

wenngleich durchaus<br />

weltlichen Ursprungs<br />

– sind dort auch die<br />

im Dunkeln glühenden<br />

Skulpturen am<br />

Sagenweg.<br />

untersucht und ist zu dem Schluss gekommen:<br />

„Es handelt sich um unterschiedliche<br />

Ortsenergien im weiteren<br />

Sinne, die man subjektiv wahrnimmt.<br />

Dadurch wird aber auch klar, dass<br />

sich das nicht im wissenschaftlichen<br />

Sinne objektivieren lässt. Magische<br />

oder heilige Orte auf etwas Messbares<br />

zu reduzieren, wird nicht gelingen.<br />

Man kann nur methodisch im Rahmen<br />

der Radiästhesie die Strahlenwirkungen<br />

auf Organismen untersuchen<br />

– und dieses Phänomen existiert tatsächlich.“<br />

DIE KRAFTPLÄTZE UM LÄNGENFELD<br />

Orte, die für ihre besondere Energie<br />

bekannt sind, sind beispielsweise die<br />

Kraftplätze um Längenfeld im Tiroler<br />

Ötztal, die sich beim Wandern oder<br />

Radfahren entdecken lassen. Ausgewaschen<br />

von einem längst versickerten<br />

See und glatt gewalzt von Wasserund<br />

Gesteinsmassen weist das<br />

Talbecken von Längenfeld besondere<br />

Kraftorte auf. Dazu zählen spirituelle<br />

Stätten wie die Pestkapelle, aber auch<br />

Naturschauspiele wie der Lehner<br />

Wasserfall oder der Sagenweg zum<br />

Feuerstein, der magische Erlebnisse<br />

bieten soll. Auch von der Aussichtsplattform<br />

„Adlerblick“ geht eine besondere<br />

Energie aus.<br />

In Längenfeld gibt es auch die<br />

„Teufelskanzel“ – was schon ein gutes<br />

Stichwort ist, denn ehemalige Kultplätze,<br />

die von christlichen Missionaren<br />

„verteufelt“ wurden, sind ein guter<br />

Wegweiser zu besonderen Plätzen:<br />

Teufelsstein, Deixelkreuz, Hexentreppe<br />

und dergleichen mehr. Es sind<br />

meist vermeintlich einfache Plätze<br />

wie Quellen, Berge, ungewöhnliche<br />

195


KRAFTORTE<br />

Plätze zum<br />

Krafttanken:<br />

Granitfelsen<br />

am Chakra-Weg<br />

(OÖ),<br />

das Kräftereich<br />

St. Jakob (St),<br />

Felsformationen<br />

in Groß<br />

Gerungs (NÖ),<br />

und die Hängebrücke<br />

in Längenfeld<br />

(T – im<br />

Uhrzeigersinn).<br />

Felsformationen, Wasserfälle oder<br />

Waldlichtungen: Diese wurden von<br />

unseren Vorfahren oft entsprechend<br />

markiert. Daraus wuchsen später Erdställe,<br />

Steinkreise, Menhire, Steinreihen.<br />

Diese mitunter monumentalen<br />

Anlagen wurden von den Schamamen,<br />

Druiden oder Priestern zu astronomischen<br />

Berechnungen verwendet<br />

und dienten als Sonnen-, Mond- oder<br />

Sternobservatorien.<br />

DER GIGANT RUHT IN SICH<br />

Ein Ort, an dem man in diese archaische<br />

Welt unserer Vorfahren eintauchen<br />

kann, ist die Kraftarena Groß Gerungs<br />

in Niederösterreich. Hier soll<br />

der „kosmische Atem“ intensiv spürbar<br />

sein, während die Steinobjekte ein<br />

Vehikel sein sollen, um in Kontakt mit<br />

dem Geist der Erde zu treten. Klingt<br />

esoterisch? Der sechs Meter lange<br />

Kierlingstein ruht jedenfalls in sich –<br />

und diese entspannende Wirkung<br />

strahlt auf alle Fälle auch auf Wanderer<br />

ab, die sich hier eine Verschnaufpause<br />

gönnen wollen. Die mystische<br />

Steinpyramide im Neuwald bei Ober<br />

Neustift ist durch die sternförmigen<br />

geomagnetischen Linien ebenfalls ein<br />

Platz zum Energietanken. Das funktioniert<br />

hervorragend – vor allem, wenn<br />

man bei der Wanderung durch die romantischen<br />

Wälder auch noch das<br />

Handy ausschaltet …<br />

Der hinduistischen Lehre folgt<br />

hingegen der Chakra-Weg in Oberösterreich.<br />

Demnach besitzt der<br />

menschliche Körper sieben Zentren,<br />

die Chakren. Sie in Harmonie zu bringen,<br />

ist das Ziel der Wanderer in Eibenstein.<br />

Der Rundkurs startet bei einem<br />

mächtigen, künstlerisch<br />

bearbeiteten Granitfindling im Dorfzentrum.<br />

Von dort geht es zu den sieben<br />

mit Granitsteinen gestalteten<br />

Plätzen, die das jeweilige Chakra darstellen<br />

sollen, wo Wanderer innehalten<br />

und die kosmische Energie spüren<br />

sollen. Auf ihrem Weg passieren sie<br />

auch den „Heidenstein“, ein Felsengebilde<br />

aus grobem Granit, das schon in<br />

grauer Vorzeit als „Ort der Kraft“ für<br />

Kulthandlungen gedient haben soll.<br />

IM REICH DER KELTEN<br />

Apropos Vorfahren: Das Naglköpfl in<br />

Salzburg war einer der ersten Besiedelungspunkte<br />

der Kelten und ist somit<br />

ein Kraftplatz, der mit sogenannten<br />

„Keltenwiegen“ – speziell geformte<br />

Schaukeln – zum Entspannen einlädt.<br />

Von Niedernsill/Steindorf ausgehend<br />

erstreckt sich der Kulturlandschaftsweg<br />

über das Naglköpfl, ein herrlicher<br />

Aussichtspunkt über das Salzachtal<br />

und in die Hohen Tauern. Vorbei an<br />

Obst- und Kräutergärten, einer Holzknecht-Rindenhütte,<br />

an Schautafeln<br />

mit immer wechselnden Ausstellungen<br />

und kunstvoll gestalteten Waldgeistern<br />

erblickt man die Köpflkapelle<br />

samt Heiligenfiguren. Schon die<br />

Kelten sollen hier die Kraftplätze genutzt<br />

haben, um zu beten, zu meditieren<br />

und neue Energie zu tanken.<br />

Schließlich beschert auch eine<br />

Wanderung zum sanft geschwungenen<br />

Gipfel des Mirnock in der Kärntner<br />

Region Millstätter See ein sinnliches<br />

Naturerlebnis, das Kraft schenkt<br />

und außergewöhnliche Erfahrungen<br />

ermöglicht. Eine seltene Konstellation<br />

macht den Mirnock zum „Kärntner<br />

Weltenberg“: Über seinem Gipfel<br />

kreuzen sich zwei Energielinien, die<br />

über Österreich bis nach Slowenien<br />

und Italien führen. Daran finden sich<br />

zahlreiche Klöster aufgereiht wie Perlen<br />

auf einer Schnur, aber auch Kultstätten<br />

aus vergangener Zeit.<br />

Die Energie, die der Weltenberg<br />

ausstrahlt, wird an vielen Plätzen auf<br />

dem Weg zum „Gipfel der Kraft“ spürbar<br />

– und sei es nur in Form einer<br />

schmackhaften Jause in einer der vielen<br />

Hütten. Denn nicht einmal der<br />

größte Skeptiker könnte einer Kärntner<br />

Speckjause eine kräftigende Wirkung<br />

absprechen.<br />

Infos:<br />

KRÄFTEREICH ST. JAKOB IM WALDE:<br />

www.kraeftereich.at<br />

KRAFTARENA GROSS GERUNGS:<br />

www.gerungs.at/kraftarena<br />

KRAFTPLÄTZE IN LÄNGENFELD:<br />

www.laengenfeld.com<br />

CHAKRAWEG IN EIBENSTEIN:<br />

www.eibenstein.at<br />

KELTENWIEGEN VON NIEDERNSILL:<br />

www.piesendorf.at<br />

WELTENBERG MIRNOCK:<br />

www.millstaettersee.com<br />

FOTOS: Chakra-Weg in Eibenstein, Kräftereich St. Jakob, Kraftarena Groß Gerungs, Längenfeld Tourismus<br />

196<br />

<strong>SPORTaktiv</strong>-OUTDOORGUIDE <strong>2017</strong>


HIGH-TECH<br />

FALTSTOCK<br />

MICRO VARIO CARBON – der Name verrät bereits,<br />

dass der Faltstock von LEKI aus feinstem Material<br />

besteht. Dank Speed-Lock-2- System ist<br />

er um 20 cm verstellbar und perfekt für den<br />

Zustieg zum Klettersteig, für Trailrunner oder<br />

kleinere Touren.<br />

www.leki.at<br />

OUT-<br />

DOOR<br />

NEWS<br />

Leicht und<br />

genormt<br />

DAS SCORPIO VERTIGO<br />

ist das kleinste und leichteste<br />

Klettersteigset von Outdoor-Ausrüster<br />

PETZL. Und:<br />

Es erfüllt bereits die neue EN<br />

958:<strong>2017</strong>-Klettersteigset-Norm!<br />

www.petzl.com<br />

EINE JACKE<br />

FÜR ALLES<br />

VERTIC ist eine vielseitige<br />

Kombijacke von MARTINI<br />

SPORTSWEAR. Das 2,5-Lagen-Laminat<br />

schützt vor Wind<br />

und Nässe. Stretchmaterial<br />

sorgt für Bewegungsfreiheit<br />

und Komfort beim Biken, Laufen<br />

oder auf Bergtouren.<br />

www.martini-sportswear.com<br />

Fest im Griff<br />

DER ZANIER LASERZ.TW ist ein Allround-Handschuh fürs<br />

Wandern, für den Klettersteig oder die Hochtour. Er wurde<br />

gemeinsam mit der österreichischen Bergrettung entwickelt,<br />

schützt und wärmt mit „TIROLWOOL®“ – also feiner Tiroler<br />

Schafwolle. Dank der praktisch en Karabinerlasche am Zeigefinger<br />

kann er auch am Klettergurt verstaut werden.<br />

www.zaniergloves.com<br />

KLEIN, ABER OHO<br />

AUF DIE GRÖSSE EINES SMARTPHONES kann der<br />

LUX-Leichtgurt von STUBAI zusammenegepackt werden.<br />

Das dünne Gurtband bietet auch beim Tragen eines Rucksacks<br />

besten Komfort und beim Anlegen können Steigeisen<br />

und sogar Ski anbehalten werden. Die Materialschlaufen<br />

bieten ausreichend Platz für Equipment.<br />

FOTOS: Hersteller<br />

www.stubai-sports.com<br />

197


ZAHLENSPIELE<br />

... AUS DEM OUTDOORLAND<br />

OBERÖSTERREICH<br />

WWW.DONAUREGION.AT 198<br />

<strong>SPORTaktiv</strong>-OUTDOORGUIDE <strong>2017</strong>


30 JAHRE<br />

SCHON MACHT HANS GAPP DIENST ALS WIRT AUF<br />

DER ADAMEKHÜTTE IM DACHSTEINGEBIRGE – UND<br />

BETREUT SEINE VIELEN BERGGÄSTE NACH WIE VOR<br />

MIT BESTER LAUNE WIE AM ERSTEN TAG.<br />

20.856<br />

HEKTAR groß ist der Nationalpark<br />

Kalkalpen. Ideale Ausgangspunkte<br />

zum Erkunden:<br />

die Besucherzentren in Molln<br />

im Steyrtal, in Reichraming im<br />

Ennstal und beim Panoramaturm<br />

auf dem Wurbauerkogel in<br />

Win dischgarten<br />

hoch<br />

ist<br />

der „Große<br />

Priel“ im Toten<br />

Gebirge und damit<br />

offiziell höchster Berg<br />

Oberösterreichs. Denn der Gipfel<br />

des Dachsteins (2.995 m) liegt<br />

grad um ein paar Meter zu weit im Steirischen.<br />

Egal: Auf beide Berge (der Priel von<br />

Hinterstoder aus und der Dachstein ab Obertraun)<br />

gibt’s tolle Bergtouren von Oberösterreich<br />

aus.<br />

2.515<br />

Meter<br />

WWW.OBEROESTERREICH.AT<br />

350 KILOMETER LANG IST DER<br />

NEUE „SALZKAMMERGUT-BERGE-<br />

SEEN-TRAIL“, DER AB DIESEM JUNI<br />

IN 20 ETAPPEN ZU BEGEHEN IST.<br />

ALLE INFOS DAZU:<br />

HTTP://TRAIL.SALZKAMMERGUT.AT<br />

INSGESAMT GIBT ES 37 WEITWAN-<br />

DERWEGE IN OÖ.<br />

5<br />

WANDERREGIONEN<br />

SANFT ODER SCHROFF?<br />

DAS OUTDOORLAND OBERÖSTERREICH HAT VON<br />

ALLEM ETWAS, JE NACHDEM, WELCHE WANDERRE-<br />

GION DU DIR AUSSUCHST: DAS MÜHLVIERTEL, DEN<br />

NATIONALPARK KALKALPEN, DAS SALZKAMMERGUT,<br />

PYHRN-PRIEL UND DONAU OBERÖSTERREICH –<br />

ALLE INFOS ÜBER DIESE FÜNF SO UNTERSCHIEDLI-<br />

CHEN WANDERREGIONEN BEKOMMST DU AUF<br />

WWW.OBEROESTERREICH.AT/WANDERN<br />

26<br />

KLETTERSTEIGE<br />

WARTEN AUF DIE IMMER MEHR WER-<br />

DENDEN FANS DER „EISERNEN WEGE,<br />

INSGESAMT LADEN RUND 50 KILOME-<br />

TER ZUM GESICHERTEN AUFSTIEG AN<br />

SEIL UND HAKEN EIN. DEN BESTEN<br />

ÜBERBLICK GIBT’S AUF DER EIGENEN<br />

KLETTERSPORTSEITE IM INTERNET AUF<br />

WWW.OBEROESTERREICH.AT<br />

199<br />

9SOMMERSEILBAHNEN<br />

UND EINE ZAHNRAD-<br />

BAHN (AUF DEN SCHAF-<br />

BERG) BRINGEN DICH<br />

MITTEN HINEIN IN DIE<br />

OÖ-BERGWELT. U. A. AUF<br />

DEN DACHSTEIN-KRIP-<br />

PENSTEIN, DEN FEUERKO-<br />

GEL IN EBENSEE, AUF DIE<br />

ZWIESELALM BEI GOSAU<br />

ODER AUF DIE HÖSS IN<br />

HINTERSTODER.<br />

FOTO: WGD Donau Oberösterreich Tourismus GmbH / Hochhauser


OBERÖSTERREICH<br />

„SAGENHAFTER“ DONAUSTEIG<br />

Vielfältige Landschaften und ein Hauch von Geschichte begleiten den Wanderer von<br />

Passau bis Grein und bieten außergewöhnliche Einblicke in den Donauraum.<br />

Einfach sagenhaft: Besser lässt sich<br />

die landschaftliche Vielfalt entlang<br />

der bayerisch-oberösterreichischen<br />

Donau wohl nicht beschreiben.<br />

Von Passau kommend windet<br />

sich der Strom durch das Obere Donautal,<br />

passiert das Eferdinger Becken,<br />

das Mühlviertel sowie die Landeshauptstadt<br />

Linz und bahnt sich<br />

schließlich seinen Weg ins schroffe<br />

Gelände rund um die Stadt Grein. Das<br />

Beste daran: Das Naturspektakel rund<br />

um die Donau kann man auch „erwandern“.<br />

VIELSEITIGER WANDERSTEIG<br />

Seit Juli 2010 bietet der 450 Kilometer<br />

lange Donausteig dem Wanderer „sagenhafte“<br />

Einblicke in die vielfältigen<br />

Landschaften entlang des gleichnamigen<br />

Flusses. Dabei ist der Donausteig<br />

so aufgebaut, dass er für jeden Wanderer-Typ<br />

das passende Angebot hat:<br />

• Weitwanderer erkunden den gesamten<br />

Weg in mehreren Tagesetappen.<br />

• Für Ausflugswanderer wurden die 41<br />

Donausteigrunden konzipiert, die an<br />

ausgewählten Einstiegsstellen von der<br />

Hauptroute abzweigen.<br />

• Gleichzeitig eignet sich der Donausteig<br />

ideal für Familien sowie für Genuss-<br />

und Etappenwanderer.<br />

DONAUSAGEN NEU ERZÄHLT<br />

Ein umfassendes Beschilderungsund<br />

Markierungskonzept – sowohl<br />

auf der Haupt- als auch auf den Rundrouten<br />

– erleichtert die Orientierung<br />

am Donausteig. Ein Verlaufen ist also<br />

ausgeschlossen. Bonus für Kulturliebhaber:<br />

Die Übersichtstafeln sind mit<br />

120 traditionellen, aber neu erzählten<br />

Sagen aus dem Donauraum versehen.<br />

Eine Pause und eine „Stärkung“<br />

zwischendurch wären auch nicht<br />

schlecht? Kein Problem! Insgesamt<br />

165 Start-, Rast- und Panoramaplätze<br />

sowie 38 „Donausteig-Wirte“ stehen<br />

dir entlang des Weges zur Verfügung.<br />

Tipp: Auf der online abrufbaren, interaktiven<br />

Wanderkarte sind alle Touren<br />

und wichtigen Punkte zu finden.<br />

Veranstaltungen am<br />

Donausteig<br />

SAGENWANDERUNG IN WALDHAUSEN<br />

am 17. September <strong>2017</strong><br />

24-STUNDEN-WANDERUNG am Donausteig<br />

rund um die Schlögener Schlinge:<br />

14./15. Oktober <strong>2017</strong><br />

Nähere Informationen<br />

WGD DONAU OBERÖSTERREICH<br />

TOURISMUS GMBH<br />

Tel.: 0732/72 77-800<br />

E-Mail: info@donauregion.at<br />

Facebook: www.facebook.com/<br />

ooe.donausteig<br />

www.donausteig.com<br />

FOTOS: WGD Donau Oberösterreich Tourismus GmbH, Hochhauser / Erber<br />

200<br />

<strong>SPORTaktiv</strong>-OUTDOORGUIDE <strong>2017</strong>


NATUR UND GENUSS<br />

ERLEBEN<br />

Rund um das Falkensteiner Hotel & Spa Bad Leonfelden im malerischen<br />

Mühlviertel locken unzählige Aktivitäten. Egal ob Nordic Walking Treffs<br />

mit Einführungsrunde und technischen Tipps, Lauftreffs für Einsteiger<br />

mit Tipps zu gesundem Ausdauertraining, Wanderungen mit Tipps zu<br />

zahlreichen Touren in der Region, Reiten oder Segway, Bewegungshungrige<br />

kommen voll auf ihre Kosten. Das Hotel bietet ein umfangreiches<br />

Sport­ & Aktivprogramm mit Specials wie Ernährungscoaching, und Bike<br />

bzw. E­Bike Verleih. Für Entspannung und Energie sorgen die vielfältigen<br />

Anwendungen im 2500 m 2 Acquapura SPA mit Saunawelt, Ruheräumen<br />

und Poollandschaft. Welcome home!<br />

INFO & BUCHUNG:<br />

Falkensteiner<br />

Hotel & Spa Bad Leonfelden FFFF<br />

Tel. +43/(0)7213/20 68 79-20<br />

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Gültig bei Anreise zwischen Sonntag und Donnerstag.<br />

FMTG Beteiligungs GmbH, Columbusplatz 7–8, A-1100 Wien, FN 315268 f, FB-Gericht: HG Wien, Firmensitz: Wien,<br />

Betriebsstätte: Wallseerstraße 10, A-4190 Bad Leonfelden


MIT UNSERER WOMAN-SERIE WOLLEN WIR DAS BE-<br />

WUSSTSEIN FÜR DEN SPORTLICHEN GESCHLECHTER-<br />

UNTERSCHIED SCHÄRFEN. DENN MÄNNER TRAINIE-<br />

REN ANDERS. FRAUEN AUCH. „ADAM“ UND „EVA“ GE-<br />

HEN SCHLIESSLICH MIT UNTERSCHIEDLICHEN ANA-<br />

TOMISCHEN VORAUSSETZUNGEN, ABER AUCH MIT<br />

VERSCHIEDENEN ERWARTUNGSHALTUNGEN AN<br />

SPORTLICHE HERAUSFORDERUNGEN HERAN.<br />

OUTDOORGUIDE<br />

FOTO: iStock<br />

202<br />

TEXT: Claudia Riedl <strong>SPORTaktiv</strong>-OUTDOORGUIDE <strong>2017</strong>


WOMAN<br />

SERIE<br />

FRAUEN<br />

WANDERN ANDERS<br />

... DAVON IST ZUMINDEST EVA SIGL ÜBERZEUGT.<br />

Die staatlich geprüfte Wanderführerin aus Mauthausen (OÖ)<br />

organisiert seit drei Jahren begleitete Wanderreisen und geführte<br />

Tagestouren im kleinen Rahmen – ausschließlich für Damen!<br />

Was hinter dieser Idee steckt und ob Frauen wirklich „anders“<br />

auf Bergtouren gehen als Männer? Wir haben nachgefragt.<br />

Eva Sigl ist leidenschaftlich gerne<br />

in den Bergen unterwegs. Dazu<br />

kommt, dass sie schon immer ein<br />

Talent für Reiseplanung hatte. In<br />

dieser Kombination aus Freude am Sport<br />

und Organisationstalent wurzelt auch<br />

ihre Idee, Gleichgesinnte bei der Planung<br />

von Wanderreisen zu unterstützen<br />

und geführte Tagesmärsche über Österreichs<br />

Almen anzubieten. Ein Offert, das<br />

sie allerdings nur an die weibliche Wanderfraktion<br />

richtet.<br />

Mit ihrem Konzept des „Frauenwanderns“<br />

stieß die Wanderführerin aber<br />

nicht überall auf Gegenliebe. „Peinlich“<br />

meinten manche, „männerdiskriminierend“<br />

andere. „Aber Frauen wandern<br />

nun mal anders, als Männer es tun“, ist<br />

sich Eva Sigl sicher: „Landschaftseindrücke<br />

und ein gemütliches Miteinander beeinflussen<br />

den Verlauf einer rein weiblichen<br />

Tour – und machen das Erlebnis in<br />

Summe zu etwas anderem als in einer<br />

Gruppe, in der Männer und Frauen gemeinsam<br />

unterwegs sind. “<br />

GENUSS STATT LEISTUNG<br />

Wir haken hier mal nach: Welche Unterschiede<br />

gibt es konkret zwischen der wandernden<br />

Frau und ihrem männlichen Pendant?<br />

„Männer wollen sich häufig in der<br />

Gruppe hervortun. Sie sind oft leistungsorientiert,<br />

möchten schneller am Gipfel<br />

sein und bei allem möglichst keine<br />

Schwächen zeigen. Bei Frauen hingegen<br />

steht weniger die Leistungsorientierung<br />

als vielmehr die Spontanität im Vordergrund“,<br />

meint die Wanderführerin.<br />

„Wenn uns Frauen auf Tour ein Plätzchen<br />

gefällt, dann verweilen wir dort auch gern<br />

länger und genießen die Umgebung. Es<br />

drängt uns schließlich nichts.“<br />

203


FRAUEN-SCHWERPUNKT<br />

Zudem seien die Damen sehr einfühlsam<br />

und achteten darauf, wie es<br />

um die Befindlichkeit von Begleitern<br />

steht. Ist jemand aus der Gruppe erschöpft,<br />

wird ohne Seitenblick auf die<br />

Uhr eine Pause eingelegt. Auch das gegenseitige<br />

Motivieren funktioniere in<br />

der reinen Frauengruppe besser – hat<br />

eine Dame ein körperliches Tief, ist<br />

eine andere Wanderin mit aufmunternden<br />

Worten zur Stelle.<br />

Wie sieht es generell mit der Kommunikation<br />

on Tour aus? „Sind Ladies<br />

unter sich, werden gerne auch Themen<br />

angesprochen, die bei der Beteiligung<br />

von Männern ausgeklammert werden“,<br />

weiß Sigl. „Damen plaudern zum<br />

Beispiel bei einer Auszeit am Berg gerne<br />

über Erfahrungen in der Kindererziehung<br />

oder sie tauschen Koch- und<br />

Abnehmtipps aus. Je besser man sich<br />

kennt, desto offener werden auch die<br />

Gespräche.“<br />

Die Mauthausener Wanderführerin<br />

betont aber auch, dass nicht jede<br />

Frau und jeder Mann gleich ist. „Mir<br />

liegt es fern, alle in einen Topf zu werfen.<br />

Natürlich gibt es auch die leistungsorientierte<br />

Frau, die beim Marschieren<br />

den sportlichen Aspekt in<br />

den Vordergrund stellt. Und genauso<br />

ist der männliche Wanderer, der sich<br />

fern von Leistungsdruck einfach an<br />

der Natur erfreut, zu finden.“<br />

Stellt sich schließlich noch die<br />

Frage, wie die Zielgruppe für das<br />

Frauenwanderangebot beschaffen ist.<br />

„Die Gruppen bestehen in der Regel<br />

aus vier bis sechs wanderlustigen<br />

Frauen. Ansonsten sind sie bunt gemischt:<br />

Singles, Verheiratete, Witwen<br />

und Pensionistinnen interessieren<br />

sich für das rein weibliche Angebot<br />

ebenso wie Genuss- und ambitionierte<br />

Wanderinnen.“<br />

RUCKSACK, SCHUHE UND CO<br />

Legen wir hier einmal eine kurze Rast<br />

ein und wenden uns dem Thema Ausrüstung<br />

zu: Erste Wahl für Damen ist<br />

Equipment, das speziell für Frauen designt<br />

wurde. Die Outdoor-Branche<br />

nimmt auf die körperlichen Unterschiede<br />

zwischen Männern und Frauen<br />

heute Rücksicht und hat – anders<br />

als früher – beispielsweise Wanderrucksäcke<br />

speziell für „sie“ im Angebot.<br />

Von Georg Doppler von Gigasport<br />

Die Wanderführerin<br />

EVA SIGL hat 2013 die Ausbildung<br />

zum geprüften VAVÖ Wanderführer<br />

gemacht. Seither organisiert und<br />

begleitet sie Wanderungen nur für<br />

Frauen.<br />

ARGUMNENTE FÜR EVA SIGLS<br />

FRAUENWANDER-ANGEBOT:<br />

• „Frau“ definiert ihre Wunschdestination<br />

und bekommt dazu Wandervorschläge.<br />

• Die Planung der Tour – von leicht<br />

bis mittelschwer – übernimmt<br />

Eva Sigl. Ablauf, Tempo & Pausen<br />

werden individuell bestimmt.<br />

• Das Angebot richtet sich an<br />

Frauen aller Altersgruppen.<br />

Preis: € 17,– p. P. für Wanderführung<br />

& Planung, zzgl. Fahrtkosten.<br />

TEL.: 0664/1373234<br />

MAIL: info@frauenwandern.at<br />

WEB: www.frauenwandern.at<br />

Graz ließen wir uns geschlechterspezifische<br />

Unterschiede beim wichtigsten<br />

Outdoorequipment erklären.<br />

Zum Rucksack: „Frauen haben in<br />

der Regel einen kürzeren Rücken als<br />

die Herren, sodass ein genauer Blick<br />

auf die Rückenlänge des Rucksackmodells<br />

geworfen werden muss. Hier aber<br />

bitte nicht auf Durchschnittswerte<br />

verlassen, sondern auf alle Fälle die eigene<br />

Rückenlänge messen“, so Doppler.<br />

Da „frau“ meist auch ein breiteres<br />

Becken aufweist, ist der Hüft- oder Beckengurt<br />

beim Damenmodell ergonomisch<br />

geformt. Die Schultergurte sind<br />

kürzer, schmaler und weicher geschnitten<br />

als beim Herrenmodell. Und<br />

ein hoch sitzender Brustgurt, der oberhalb<br />

der Brust geschlossen wird, verhindert<br />

ein unangenehmes Einschneiden.<br />

Viele Tages-, Trekking- und<br />

Alpinrucksäcke sind heute auch in einer<br />

Damenversion erhältlich.<br />

Ebenso wertvoll sind Wanderschuhe,<br />

die von der Lasche bis zu den<br />

Leisten auf die Anatomie der Frau abgestimmt<br />

sind. Meist kommen beim<br />

Damenmodell schmale Leisten aufgrund<br />

des durchschnittlich schmaleren<br />

Fußumfangs zum Einsatz. Georg<br />

Doppler weist auch auf ein Problem<br />

hin, das überdurchschnittlich oft<br />

Frauen betrifft: „Da viele Wanderinnen<br />

mit einem Schiefstand der Großzehe<br />

– dem sogenannten Hallux valgus<br />

– kämpfen, haben einige<br />

Hersteller Schuhmodelle mit speziellen<br />

Leisten entwickelt, die ausreichend<br />

Platz für das Großzehengrundgelenk<br />

bieten.“<br />

Damenjacken und -hosen unterscheiden<br />

sich durch einen taillierteren<br />

Schnitt sowie die Farbgebung von<br />

der Herrenbekleidung. Und dann gibt<br />

es auch noch die Wanderstöcke für<br />

„sie“, die aufgrund der meist kleineren<br />

Hände einer Frau mit schmaleren<br />

Griffen ausgestattet sind.<br />

BLEIBENDE FREUNDSCHAFTEN<br />

Kehren wir abschließend noch einmal<br />

zum „Frauenwandern“-Angebot zurück<br />

– und ziehen gemeinsam mit Eva<br />

Sigl Bilanz. Für die Wanderin, die nur<br />

mit ihren Geschlechtsgenossinnen in<br />

die Berge zieht, ergibt sich erfahrungsgemäß<br />

noch ein häufiger Benefit: „Bei<br />

den rein weiblichen Touren treffen<br />

sich gleichgesinnte Naturliebhaberinnen<br />

und daraus entstehen nicht selten<br />

echte Frauenfreundschaften. Viele,<br />

die sich auf einer meiner Touren kennengelernt<br />

haben, verabreden sich danach<br />

auf eigene Faust zu weiteren<br />

Wandertouren.“<br />

Das Frauenwandern sei letztlich<br />

auch für verheiratete Damen eine<br />

gute Möglichkeit, einmal etwas ohne<br />

ihre „bessere Hälfte“ zu unternehmen,<br />

meint Eva Sigl: „Sich einen<br />

Nachmittag freizunehmen, sollte<br />

doch für jede Frau machbar sein.“ Der<br />

wohl größte Bonus, den das Wandern<br />

für Eva Sigl mit sich bringt, trifft<br />

schließlich doch wieder auf beide Geschlechter<br />

zu: „Der Alltag bleibt zurück,<br />

man ist sportlich aktiv und<br />

kann gleichzeitig die Natur in vollen<br />

Zügen genießen.“ Und das ist letztlich<br />

doch auch das Wichtigste – egal, ob in<br />

„gemischten“ oder nach Geschlechtern<br />

getrennten Gruppen ...<br />

FOTO: kk<br />

204<br />

<strong>SPORTaktiv</strong>-OUTDOORGUIDE <strong>2017</strong>


Die schönsten<br />

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OUTDOORGUIDE<br />

„Zwischen<br />

Himmel und<br />

Erde“ heftet<br />

man sich in<br />

Spital am Pyhrn<br />

auf Gerlinde<br />

Kaltenbrunners<br />

Spuren.<br />

FOTOS: Kaltenbrunner Museum<br />

TEXT: Wolfgang Kuhn<br />

206<br />

<strong>SPORTaktiv</strong>-OUTDOORGUIDE <strong>2017</strong>


EIN (REGEN-)TAG<br />

IM MUSEUM<br />

DIE LEIDENSCHAFT FÜR DIE BERGE<br />

führt im Regelfall auf den Gipfel. Wenn aber das Wetter<br />

einmal gar nicht mitspielt oder die Muskeln zu sehr brennen,<br />

kann auch ein Besuch in einem Alpinmuseum<br />

sprichwörtlich Berge versetzen.<br />

„Ich pack den Schnaps aus, den ich vom<br />

Plankenhofer Bertl bekommen hab, denn<br />

Röbi hat leicht Durchfall. Ein Schluckerl<br />

wird ihm gut tun“, schreibt Gerlinde Kaltenbrunner<br />

in ihrem Tagebuch, das man<br />

in „ihrem“ Museum virtuell durchblättern<br />

kann. „Kaltenbrunner-Museum“ sagen die<br />

Einheimischen, „Zwischen Himmel und<br />

Erde“ heißt es offiziell. Es entführt die Besucher<br />

in die Welt der Achttausender,<br />

selbst wenn man in Spital am Pyhrn in<br />

Oberösterreich keine Sauerstoffmaske<br />

braucht. In der Heimat von Gerlinde Kaltenbrunner<br />

kommt man der Extrembergsteigerin<br />

durch die audiovisuelle Aufbereitung<br />

jedoch erstaunlich nahe.<br />

„Es war für mich kein einfacher<br />

Schritt, so viel von mir preiszugeben. Mir<br />

war jedoch wichtig, dass nichts kitschig<br />

oder dramatisiert wird, sondern authentisch<br />

bleibt“, sagt die Schirmherrin, die<br />

als erste Frau alle 14 Achttausender ohne<br />

künstlichen Sauerstoff bestiegen hat. Das<br />

Museum zeigt die Geschichte des Alpinismus<br />

in Europa und in den Extremregionen,<br />

die höchsten Berge der Welt und<br />

ihre Besonderheiten sowie die Phasen einer<br />

Hochalpin-Expedition. Man sieht<br />

Ausrüstungsgegenstände, die bei mehreren<br />

Kaltenbrunner-Reisen zum Einsatz<br />

gekommen sind, wobei auch die Frage beantwortet<br />

wird, welche Schuhe noch bei<br />

minus 40 Grad warme Zehen und einen<br />

sicheren Tritt garantieren.<br />

DIE LAWINE DONNERT HERAB<br />

Apropos sicherer Tritt: Schon vor dem<br />

Museum wartet eine Miniaturausgabe<br />

des K2 im Maßstab von 1:1.000 darauf,<br />

von Kletterern bestiegen zu werden. Ihren<br />

ganzen Mut müssen sie auch zusammennehmen,<br />

wenn sie den letzten, verspiegelten<br />

Raum betreten. Dort sieht<br />

man Kaltenbrunner im Schnee stapfen,<br />

während kalter Wind aus den Ventilen<br />

bläst – bis der Boden vibriert und eine virtuelle<br />

Lawine auf den Besucher zudonnert.<br />

„Da werden viele Erinnerungen<br />

wach – das kommt schon sehr eindrucksvoll<br />

rüber“, sagt Kaltenbrunner.<br />

207


ALPINMUSEEN<br />

Querschnitt durchs<br />

Messner Mountain<br />

Museum Corones auf<br />

dem 2.275 m hohen<br />

Kronplatz in Südtirol.<br />

her keiner Auseinandersetzung<br />

aus dem Weg und stets höher und<br />

weiter gegangen ist als andere. Seine<br />

Museen sind demnach weder<br />

klassische Kunst- noch Naturkundemuseen,<br />

sondern vielmehr interdisziplinär<br />

ausgerichtete Erlebnisräume.<br />

Näher wird man dem<br />

Phänomen Messner und den Regionen<br />

der Achttausender kaum kommen<br />

– schon gar nicht an einem<br />

verregneten Sommertag …<br />

www.weltder8000er.at<br />

www.messner-mountain-museum.it<br />

Besucher, die noch höher hinauswollen,<br />

können mit einer eigenen App<br />

zum Großen Pyhrgas wandern und<br />

dabei eine Besteigung des Mount<br />

Everest nachempfinden. Schritt für<br />

Schritt erfährt man über das Handy<br />

Wissenswertes zu den Expeditionen,<br />

wobei Basecamp und Hochlager deutlich<br />

gemütlicher sind als in den eisigen<br />

Höhen des Himalaya: Bosruckhütte<br />

und Rohrauerhaus.<br />

MESSNER UND DIE BERGE<br />

Gänzlich andere Wege geht – wie<br />

schon in seiner aktiven Bergsteigerzeit<br />

– Reinhold Messner mit seinem<br />

Museum. Oder besser gesagt: mit seinen<br />

Museen. Sein Messner Mountain<br />

Museum (kurz MMM) besteht aus<br />

sechs Standorten, welche in den italienischen<br />

Provinzen Südtirol und Belluno<br />

sechs Themenbereiche abdecken.<br />

„Alle Fachleute haben mir von<br />

einer dezentralen Struktur abgeraten<br />

– und ich habe es trotzdem gemacht“,<br />

sagt die Bergsteigerlegende, die als erster<br />

Mensch auf den Gipfeln aller vierzehn<br />

Achttausender stand. Seine Museen<br />

– und insbesondere das zuletzt<br />

eröffnete MMM Corones – bezeichnet<br />

er häufig als seinen 15. Achttausender.<br />

Im MMM Firmian bei Bozen<br />

schlägt das kreative Herz der Gesamtanlage<br />

und thematisiert die Auseinandersetzung<br />

zwischen Mensch und<br />

Berg. In der spätmittelalterlichen Anlage<br />

von Schloss Sigmundskron will<br />

Messner zeigen, „was der Berg mit<br />

dem Menschen macht“. Im MMM Juval<br />

im Vinschgau geht es um den religiösen<br />

Zugang der Bergbewohner zu<br />

ihrer Lebenswelt. Das fast 2.200 Meter<br />

hoch gelegene MMM Dolomites ist<br />

dem Felsklettern, das unterirdisch gelegene<br />

MMM Ortles dem Thema Eis<br />

und das MMM Ripa schließlich den<br />

Bergvölkern gewidmet.<br />

„TOURISMUSPIONIER“<br />

Für Aufsehen sorgte zuletzt die Eröffnung<br />

des MMM Corones auf dem<br />

Kronplatz in 2.275 Metern Höhe. Die<br />

Architektur des tunnelartigen Gebäudes<br />

von Stararchitektin Zaha Hadid<br />

ist an seiner exponierten Stelle so<br />

spektakulär, dass die Zeitung „Financial<br />

Times“ von „einem der auffälligsten<br />

neuen Gebäude in den Alpen“<br />

sprach. An mehreren großen Fenstern<br />

und Balkonen können Besucher weite<br />

Blicke auf die umliegenden Berge genießen,<br />

wie ein Ausguck für Außerirdische<br />

wirkt das Bauwerk von außen.<br />

Im Museum selbst steht die Thematik<br />

„Fels, Klettern und Bergsteigen“<br />

im Mittelpunkt – also der traditionelle<br />

Alpinismus. „Dorthin gehen,<br />

wo alle anderen nicht sind, und auf<br />

viele technische Hilfsmittel verzichten“,<br />

so definiert Reinhold Messner<br />

die Urform des Bergsteigens – die „Königsdisziplin<br />

des Alpinismus“. Gleich<br />

am Eingang des Gebäudes steht eine<br />

Aluminiumleiter – als Mahnmal für<br />

die Erschließung hoher Gipfel für den<br />

Tourismus, den Messner oft kritisiert<br />

hat. Ironischerweise trug ausgerechnet<br />

der Betreiber der lokalen Liftgesellschaft<br />

zur Entstehung des Museums<br />

bei, um abseits der Wintersaison<br />

mehr Gäste auf den Berg zu bringen.<br />

„Mit dem Corones zeige ich, wie<br />

wir der Verbauung der Alpen Herr<br />

werden können. Ich sehe mich da als<br />

Tourismuspionier.“ Wieder so ein<br />

markiges Zitat Messners, der seit je-<br />

Auch immer einen<br />

Besuch wert:<br />

ALPINMUSEUM RAMSAU<br />

AM DACHSTEIN (ST)<br />

Die Austriahütte zeigt die erdgeschichtliche<br />

Entstehung des<br />

Dachsteinmassivs, den Beginn<br />

des Alpinismus und Versuche der<br />

Dachsteinbezwingung.<br />

www.schladming-dachstein.at<br />

HAUS ALPINE NATURSCHAU (K)<br />

Das moderne Museum am „Oberen<br />

Nassfeld“ zeigt als weltweit einzige<br />

Ausstellung das Thema „alpine<br />

Ökologie“.<br />

www.grossglockner.at<br />

ALPINARIUM GALTÜR (T)<br />

Das Museum ist ein zentraler<br />

Bestandteil der 345 Meter langen<br />

und 19 Meter hohen Schutzmauer,<br />

die nach dem Lawinenunglück von<br />

1999 errichtet wurde.<br />

www.alpinarium.at<br />

ALPIN-MUSEUM (D)<br />

Die Ausstellung in Kempten (Allgäu)<br />

beleuchtet die Geschichte der Alpen<br />

als Lebensraum, die Besiedlung des<br />

Gebirges und das Überleben dort.<br />

www.museen-kempten.de<br />

SLOWENISCHES ALPINMUSEUM<br />

Das Museum in Mojstrana wurde<br />

bereits mehrfach mit internationalen<br />

Preisen ausgezeichnet und bietet<br />

faszinierende Einblicke in die Ursprünge<br />

des Bergsteigens.<br />

www.kraji.eu<br />

ALPINES MUSEUM DER SCHWEIZ<br />

Kultur, Kunst, Wissenschaft und<br />

Gesellschaft werfen in Bern<br />

verschiedene Streiflichter auf Berge<br />

und Alpen und machen so neue<br />

Zugänge möglich.<br />

www.alpinesmuseum.ch<br />

FOTO: Messner Mountain Museum<br />

208<br />

<strong>SPORTaktiv</strong>-OUTDOORGUIDE <strong>2017</strong>


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hoch<br />

ist der<br />

Ortler und<br />

damit begehrtester,<br />

weil höchster Gipfel<br />

in Südtirol. Zahlreiche Routen<br />

führen auf den Berg – der „Normalweg“<br />

ab der Payerhütte im oberen<br />

Vinschgau dauert 5 bis 6 Stunden, verlangt<br />

aber gute Alpinkenntnisse.<br />

3.905 Meter<br />

16 EURO<br />

KOSTET<br />

DIE BERG- UND TALFAHRT MIT DER SEIL-<br />

BAHN AUF DIE LANGKOFELSCHARTE,<br />

ABER DAS GELD IST GUT INVESTIERT.<br />

DENN NICHT NUR, DASS DIE FAHRT MIT-<br />

TEN DURCH DIE FELSEN EIN ERLEBNIS<br />

IST, IN EINER WINZIGEN KABINE, IN DER<br />

NUR ZWEI MENSCHEN DICHT ANEIN-<br />

ANDER STEHEN KÖNNEN – OBEN AUF<br />

2.685 M WARTET MIT DER TONI-DE-<br />

METZ-HÜTTE AUCH EINE FEINE EIN-<br />

KEHRMÖGLICHKEIT. DIE TALSTATION<br />

IST AM SELLAJOCH AUF 2.150 M.<br />

7<br />

LADEN DAZU EIN, SÜDTIROL<br />

NICHT NUR ALS WANDERPA-<br />

RADIES, SONDERN AUCH ALS<br />

EINZIGARTIGE NATURLAND-<br />

SCHAFT ZU ERKUNDEN.<br />

NATURPARKE<br />

1.733<br />

ALMEN sind in Südtirol offiziell registriert. Die berühmteste ist die<br />

Seiseralm hoch über dem Grödnertal: Die höchste Alm Europas (reicht<br />

von 1.680 m bis 2.350 m hinauf) ist auf einer Fläche von 56 km² auch<br />

eine grenzenlos schöne Wanderregion für alle Bedürfnisse.<br />

145<br />

KLETTERSTEIGE,<br />

vom „Einsteiger“ bis zum<br />

höchsten Schwierigkeitsgrad,<br />

warten auf die Klettersportler.<br />

Vor allem in den<br />

Dolomiten laden spektakuläre<br />

Eisenwege dazu ein,<br />

auf gesicherte Weise mitten<br />

hinein in dieses felsige<br />

Weltkulturerbe zu klettern.<br />

100 Gäste<br />

haben im „Becherhaus“ Platz –<br />

und den braucht es auch, denn die<br />

höchstgelegene Schutzhütte Südtirols<br />

auf immerhin 3.195 m bietet<br />

nicht nur einen sagenhaften Ausblick,<br />

sondern beherbergt auch die<br />

höchstgelegenen „Marienheiligtümer“.<br />

Der Zugang erfolgt über Ridnaun<br />

in etwa sieben Stunden.<br />

3<br />

BERÜHMTE FERNWANDERWEGE ZIEHEN MITTEN DURCH SÜDTIROL: WER SICH<br />

AUF DEM JAKOBSWEG, DEM EUROPA HÖHENWEG 2 ODER DEM EUROPÄISCHEN<br />

FERNWANDERWEG EINEN STEMPEL HOLEN WILL, HAT HIER ZAHLREICHE EIN-<br />

STIEGSMÖG LICHKEITEN<br />

WWW.STERZING.COM<br />

210<br />

<strong>SPORTaktiv</strong>-OUTDOORGUIDE <strong>2017</strong>


WWW.SUEDTIROL.INFO<br />

... AUS DEM OUTDOORLAND<br />

SÜDTIROL<br />

FOTO: Sterzing Tourismus<br />

211


SÜDTIROL<br />

FOTOS: Sterzing-Ratschings Archiv<br />

212<br />

<strong>SPORTaktiv</strong>-OUTDOORGUIDE <strong>2017</strong>


HOCHGENUSS<br />

MIT FLAIR<br />

DIE URAUBSREGION STERZING-RATSCHINGS<br />

bietet Naturliebhabern eine Fülle von Erlebnissen.<br />

Vom wilden Wasser über weite Wege und hoch<br />

gelegene Hütten, von der Romantik und sanften<br />

Touren bis zum schweißtreibenden Bergabenteuer.<br />

Die nördlichste Stadt unseres<br />

südlichen Nachbarn Italien<br />

ist Dreh- und Angelpunkt einer<br />

Aktiv-Ferienregion, die<br />

zwischen Berg und Tal alles zu bieten<br />

hat. Die Rede ist von Sterzing und der<br />

Region Sterzing-Ratschings, die alpinen<br />

Hochgenuss mit Flair verspricht.<br />

Aktiv sein, sich in der Natur bewegen<br />

und an ihr erfreuen – das steht hier<br />

im Vordergrund.<br />

Zum Einstimmen nur ein paar<br />

Stichworte: Die höchstgelegene<br />

Schutzhütte Südtirols findet sich hier<br />

oder die tosende Gilfenklamm. Trailrunning<br />

und Berg läufe der Extraklasse<br />

lassen sich verwirklichen und die<br />

Bike-Abenteuer beginnen bei der legendären<br />

Transalp und enden noch<br />

lange nicht beim wunderschönen Talradweg,<br />

der von der italienischen<br />

Grenze am Brenner durch das Eisacktal<br />

bis nach Bozen führt.<br />

HÖCHSTE SCHUTZHÜTTEN<br />

Beginnen wir unsere Rundreise durch<br />

die Region hoch oben auf 3.195 Metern<br />

Seehöhe, dort, wo die Luft schon dünn<br />

wird. Dort steht das Becherhaus und<br />

das ist die höchst gelegene Schutzhütte<br />

Südtirols. Seit 1894 thront sie auf<br />

der Südtiroler Seite der Stubaier Alpen<br />

am Rande des Übertalferners. Rund<br />

um die exponierte Hütte fällt der Fels<br />

steil ab. Erreichbar ist sie auf drei Wegen.<br />

Vom Ridnauntal aus geht es per<br />

Bus bis Maiern und über den Fußweg<br />

Nummer 9 in sieben Stunden zum Becherhaus<br />

– das ist der einzige der drei<br />

Wege, auf dem keine alpintechnische<br />

Ausrüstung erforderlich ist. Die anderen<br />

beiden Anstiege queren den Gletscher<br />

und erfordern schon alpinistische<br />

Erfahrung.<br />

Hat man den Aufstieg gemeistert,<br />

ist dann die Aussicht herrlich – und es<br />

gibt mehr als genug Platz (für 100 Personen),<br />

trotz der Höhe fließendes Wasser<br />

und stets warmes Essen. Das Becherhaus<br />

beherbergt sogar eine kleine<br />

Kapelle. Nach einer Nacht auf fast<br />

3.200 Metern laden dann Touren auf<br />

bekannte Gipfel wie das Zuckerhütl<br />

(3.507 m), die Sonklarspitze (3.456 m),<br />

den Wilden Freiger (3.418 m) sowie<br />

den Botzer (3.250 m) ein.<br />

Gut zu wissen: Ab Ende Juni bewirtet<br />

Hüttenwirt Erich Pichler die<br />

Bergsteiger wieder. Bis dahin steht eigenverantwortlichen<br />

Tourengehern<br />

213


SÜDTIROL<br />

Der Erlebnisraum Sterzing-Ratschings hat für Mountainbiker und Wanderer viel zu bieten. Ein besonderes Highlight: die Wanderung<br />

durch die Gilfenklamm in Stange, wo der Ratschinger Bach zu einem tosenden Wildwasser wird.<br />

der Winterraum zur Verfügung. Alternative:<br />

Nur 50 Höhenmeter darunter<br />

steht mit der Müllerhütte die<br />

zweithöchste Hütte Südtirols.<br />

Eine spezielle Berghütte steht im<br />

Pfitschtal in den Zillertaler Alpen. In<br />

der Europahütte auf 2.693 Metern<br />

führt die Staatsgrenze zwischen Österreich<br />

und Italien nämlich mitten<br />

durch den Gastraum. Je nachdem von<br />

welcher Seite man aufsteigt, ist die<br />

Hütte, die von Mitte Juni bis Ende September<br />

geöffnet ist, in zweieinhalb bis<br />

fünf Stunden Gehzeit zu erreichen.<br />

WILDES WASSER<br />

Der Erlebnisraum Sterzing-Ratschings<br />

macht seinem Namen aber<br />

nicht nur hoch droben alle Ehre, sondern<br />

auch in den Tälern. Eine Wanderung<br />

durch die Gilfenklamm in Stange<br />

ist ein großartiges Erlebnis. Hier<br />

wird der sonst friedliche Ratschinger<br />

Bach zu einem tosenden Wildwasser,<br />

das sich über reinweißen Marmor<br />

durch eine der schönsten zugänglichen<br />

Schluchten der Alpen windet.<br />

Über Wellen und Walzen donnert,<br />

rauscht und sprudelt das Wasser in allen<br />

erdenklichen Grüntönen, bis es in<br />

der „Kirche“, einem riesigen Felstrichter,<br />

senkrecht in die Tiefe stürzt.<br />

Erschlossen wurde dieses Naturjuwel<br />

zwischen 1893 und 1895 sowie<br />

1898 – und zu Ehren des Auftraggebers<br />

als „Kaiser-Franz-Josef-Klamm“<br />

bezeichnet. Die Jahre und das Wasser<br />

nagten aber an den Wegen und so<br />

wurde sie erst 1961 wieder instand gesetzt.<br />

Heute schlängelt sich ein trittsicherer<br />

Steig durch die Schlucht, die<br />

klammaufwärts in einer Stunde, mit<br />

dem Lauf des Wassers in rund 45 Minuten<br />

zu durchwandern ist.<br />

Die guten Wege und die geringe<br />

Steigung von nur 175 Höhenmetern<br />

machen eine Wanderung durch die<br />

Gilfenklamm vor allem für Familien<br />

mit Kindern zu einem actionreichen<br />

Naturerlebnis. Geöffnet ist der 2,5 Kilometer<br />

lange Weg seit Anfang Mai<br />

und bis Anfang November täglich von<br />

9.30 bis 17.30 Uhr.<br />

ROMANTIK PUR<br />

Schon zu früherer Tageszeit kommen<br />

echte Romantiker auf ihre Kosten –<br />

bei einem Sonnenaufgang auf einem<br />

der vielen, einfach zu besteigenden<br />

Gipfel der Region. Das Penser Joch ist<br />

ein Beispiel dafür. Die leichte, knapp<br />

fünf Kilometer lange Wanderung eignet<br />

sich perfekt, um die ersten Sonnenstrahlen<br />

des Tages auf 2.151 Meter<br />

ngenießen zu können. Eine weitere<br />

gute Möglichkeit bietet der Rosskopf.<br />

Zu früher Morgenstunde geht es mit<br />

der Bergbahn auf 1.860 Meter Seehöhe<br />

und von dort führt Guide Albin mit<br />

seinen Lamas Gäste hinauf zum<br />

„Köpfl“. Gegen eine freiwillige Spende<br />

kann man danach sogar ein zünftiges<br />

Bergfrühstück genießen.<br />

SPORTLICH BERGAUF<br />

Wer er es noch aktiver liebt und den<br />

Urlaub gern mit einem sportlichen<br />

Laufbewerb verbindet, hat in der Region<br />

Sterzing-Ratschings die Qual der<br />

Wahl. Die Palette reicht vom einfachen<br />

Sprint durch die Gilfenklamm<br />

über den Hochfeiler Hüttenlauf, das<br />

Hühnerspiel-Vertical und geht bis zur<br />

steilsten Herausforderung, der Mareiter<br />

Stein Trophy. Auf einer Länge von<br />

nur 4,8 km gilt es hier, nicht weniger<br />

als 1.180 Höhenmeter zu überwinden.<br />

FOTOS: Sterzing-Ratschings Archiv<br />

214<br />

<strong>SPORTaktiv</strong>-OUTDOORGUIDE <strong>2017</strong>


Hoch, höher, Becherhaus: Die Schutzhütte (links oben im Bild) liegt auf 3.195 Metern Seehöhe und ist damit Südtirols höchstgelegene<br />

Hütte. Wer es gemütlicher angeht, kann auf dem Radweg Brenner–Bozen eine Rast im schönen Sterzing einlegen.<br />

Die „activeCARD“<br />

All-inclusive-Card für Urlauber.<br />

Bei teilnehmenden Beherbergungsbetrieben<br />

ist die Karte inkludiert. Sie<br />

bietet unter anderem:<br />

1. Berg- und Talfahrt pro Tag in Ratschings-Jaufen<br />

auf den Rosskopf oder<br />

in Ladurns; 1 Eintritt in die Gilfenklamm;<br />

freie Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs;<br />

Eintritt in über 80 Museen und<br />

Sammlungen; 1 Milchhof-Führung in<br />

Sterzing; 1 Eintritt Minigolf Stange<br />

sowie zahlreiche Ermäßigungen.<br />

ALLE INFOS ZUR ACTIVECARD:<br />

www.ratschings.info<br />

RADFAHREN IN ALLEN VARIANTEN<br />

Einen größeren Überblick über die gesamte<br />

Region als zu Fuß bekommt<br />

man, logisch, auf dem Mountainbike.<br />

Auf alten Militärstraßen, Forstwegen<br />

und Bergstraßen lässt sich ein guter<br />

Eindruck von Sterzing-Ratschings gewinnen<br />

und das Panorama genießen.<br />

Einsteiger können sich mit Guides<br />

und Mountainbike-Trainern an größere<br />

Aufgaben herantasten. Starke Biker<br />

wagen sich an das Pfundner Joch,<br />

das Schlüsseljoch oder die Schneeberg-Scharte.<br />

Oder probieren einen<br />

Teil der „Transalp“ -Strecke über den<br />

Brenner Grenzkamm und das Pfitscher<br />

Joch aus. Rennrad-Fans können<br />

die legendären Pass-Straßen bewältigen,<br />

wie den Jaufenpass, der Teil des<br />

Ötztaler Radmarathons ist und den<br />

auch die Profis beim Giro d’Italia<br />

schon bezwungen haben.<br />

Gemütlich geht es auch. Sterzing<br />

liegt inmitten eines weit verzweigten<br />

Radwegenetzes und direkt an der Radroute<br />

Brenner–Bozen. Der 96 Kilometer<br />

lange, beschilderte Radweg verläuft<br />

entlang ehemaliger Bahntrassen<br />

und bietet Sehenswürdigkeiten wie<br />

die Städte Sterzing, Brixen oder Klausen<br />

sowie zahlreiche Museen. Wer<br />

sich die Rückfahrt ersparen möchte<br />

oder es zwischendurch ein wenig gemütlicher<br />

angehen will, kann auch<br />

ein Stück mit der Bahn fahren.<br />

ZAHLREICHE VERGÜNSTIGUNGEN<br />

Guter Tipp zum Schluss: Viele Hotels<br />

und Pensionen bieten ihren Gästen<br />

ein besonderes Zuckerl in Form der<br />

„activeCARD“. Sie bietet für die Dauer<br />

des Aufenthalts unter anderem Gratis-Berg-<br />

und -Talfahrten mit Bergbahnen<br />

in Ratschings-Jaufen, Ladurns<br />

und auf den Freizeitberg Rosskopf,<br />

freien Eintritt in Museen sowie freie<br />

Nutzung des öffentlichen Personennahverkehrs.<br />

Ganz nach dem Motto<br />

des Erlebnisraums Sterzing-Ratschings:<br />

alpiner Hochgenuss mit<br />

Flair!<br />

INFOS UND BUCHUNGEN:<br />

Sterzing-Ratschings<br />

Tel.: 0039 0472 765 325<br />

E-Mail: info@sterzings-ratschings.it<br />

www.sterzing-ratschings.it<br />

215


PERSONALITY<br />

Bilder, die uns<br />

Berge geben<br />

ZWEI FOTOGRAFEN LASSEN IHRE WERKE SPRECHEN<br />

UND ERKLÄREN, WIE SOLCH IMPOSANTE BERG-<br />

BILDER WIE AUF DIESER UND DER NÄCHSTEN<br />

DOPPELSEITE EIGENTLICH ENTSTEHEN.<br />

FOTOS: Stefan Leitner<br />

216<br />

<strong>SPORTaktiv</strong>-OUTDOORGUIDE <strong>2017</strong>


STEFAN LEITNER<br />

FOTOGRAF IN GRAZ.<br />

DAS BILD. Auf dem Totenköpfl im steirischen<br />

Gesäuse hat Stefan Leitner<br />

dieses Bild gemacht. Der 36-Jährige,<br />

der als selbstständiger Fotograf in<br />

Graz lebt, ist seit zwei Jahren immer<br />

wieder in dieser Gegend, im Sommer<br />

fast durchgehend. „Da wohne<br />

ich in meinem alten VW-Bus und bin<br />

praktisch jeden Tag in den Bergen.“<br />

Aufgewachsen ist Leitner in Obdach,<br />

daher war er immer schon mit Bergen<br />

konfrontiert. Heute klettert er selbst<br />

und bezeichnet sich auch als Alpinist.<br />

„Aber ich bin keiner, der im 9.<br />

Grad klettert.“ Die Erfahrung in den<br />

Bergen hilft ihm aber bei solchen<br />

Bilder. „Ich weiß, wie man sich dort<br />

bewegt und wie ein Foto aussehen<br />

muss, damit es nicht gestellt wirkt.“<br />

Dieses Bild ist im Sommer 2016 entstanden:<br />

„Ich bin mit einem Freund<br />

und einer Flasche Rotwein schon<br />

am Abend zuvor auf den Admonter<br />

Reichenstein aufgestiegen. Wir haben<br />

im Freien übernachtet, sind in<br />

der Früh vier Stunden geklettert und<br />

dann abgestiegen.“ Eine für ihn übliche<br />

Methode. „Denn am Abend und<br />

in der Früh ist das Licht am schönsten.“<br />

Geplant oder inszeniert hat er<br />

das Bild nicht. „Die besten Bilder am<br />

Berg entstehen zufällig. Daher gehe<br />

ich kaum einmal ohne Kamera raus.“<br />

217<br />

DER FOTOGRAF. Zur Fotografie ist<br />

Stefan Leitner überhaupt nur durch<br />

Zufall gekommen. „Das Nudelwasser<br />

ist übergekocht und hat die Elektrik<br />

des Herdes zerstört. Als Wiedergutmachung<br />

hat mir meine damalige<br />

Freundin eine Digitalkamera geschenkt“,<br />

erzählt der 36-Jährige.<br />

Zwei Jahre später hat er sich als Fotograf<br />

selbstständig gemacht. Leitner<br />

veröffentlicht aber nicht nur<br />

Bergfotos in Magazinen, sondern arbeitet<br />

auch als Werbefotograf. „Das<br />

ist mein tägliches Brot. Dadurch hole<br />

ich mir die Freiheit, solche Bilder wie<br />

das im Gesäuse machen zu können.“<br />

stefanleitner.com


PERSONALITY<br />

MARTIN LUGGER<br />

FOTOGRAF IN LIENZ.<br />

DAS BILD. Diese Aufnahme ist auf<br />

dem Mount Kinabalu entstanden,<br />

dem mit 4.095 Metern höchsten<br />

Berg Malaysias. „Wir hatten die<br />

Gelegenheit, eine ganze Woche<br />

lang auf diesem Berg zu sein und<br />

Fotos mit den Kletterern Daniel<br />

Peis und Florian Sorg zu schießen“,<br />

erzählt Fotograf Martin<br />

Lugger aus Lienz. Im Bild steht<br />

Florian Sorg ca. 150 Meter unterhalb<br />

des Gipfels und blickt auf<br />

die Stadt. „Durch die starke Stirnlampe<br />

ist dann dieser Lichtstrahl<br />

entstanden.“<br />

DER FOTOGRAF. Wöhrend des Architekturstudiums<br />

in Innsbruck hat<br />

Martin Lugger mit der Fotografie<br />

begonnen. „Ich hab Dias gemacht,<br />

mit einer analogen Kamera.<br />

Als Student war damals eine<br />

Digitalkamera finanziell nicht<br />

drinnen“, erzählt der 36-jährige<br />

Lienzer. Damals hat er die Bilder<br />

in den Red-Bull-Magazinen bewundert<br />

– heute veröffentlicht er<br />

selbst Bilder in diesem Pool.<br />

Als Bergsteiger, aber nicht als<br />

Alpinist sieht sich Lugger, der gerne<br />

in den Bergen unterwegs ist:<br />

„Aber ich muss nicht ständig auf<br />

einen Gipfel.“ Weil die Berge bei<br />

ihm eben immer vor der Haustür<br />

waren und sind, klettert Lugger<br />

auch. Und das hilft bei seiner Arbeit.<br />

„Weil ich auch weiß, wo eine<br />

gute Stelle für ein Foto sein könnte.“<br />

Bei spektakulären Schüssen<br />

aus einer Wand muss er dagegen<br />

nicht immer klettern, „da seile ich<br />

mich von oben ab, hab eine Seilklemme<br />

und eine Steighilfe und<br />

kann mich so selbst hochziehen.<br />

Klettern ginge ja mit der ganzen<br />

Ausrüstung gar nicht.“<br />

www.martinlugger.com<br />

218<br />

<strong>SPORTaktiv</strong>-OUTDOORGUIDE <strong>2017</strong><br />

FOTOS: Martin Lugger


219


SÜDTIROL<br />

ZWISCHEN AKTIV-SEIN UND<br />

SÜSSEM NICHTSTUN<br />

Die Ferienregion Kronplatz in Südtirol eignet sich gleichermaßen zum Sporteln und<br />

Seelebaumelnlassen. Und langweilig wird einem da auf keinen Fall.<br />

Der kühle Wald ist bald durchquert<br />

und es scheint, als ob<br />

beim Überschreiten der<br />

Waldgrenze auch der Alltag<br />

zurückgelassen wird. Nun werde ich<br />

für die ersten Anstrengungen durch<br />

die imposante Bergkulisse entschädigt.<br />

Schau, die Dolomiten strahlen<br />

mit der Sonne um die Wette! Hier beginnt<br />

die alpine Landschaft, in wunderbarer<br />

Wildheit. Ab und zu gesellt<br />

sich ein freundlicher Gruß eines anderen<br />

Wanderers zum Zirpen der Grillen,<br />

zum Zwitschern der Vögel, zum<br />

Rauschen des Bergbaches, bei dem ich<br />

gerade meine Wasserflasche mit dem<br />

kristallklaren Lebenselixier wieder<br />

auffülle. Einmal ist es ein „Buongiorno!“,<br />

dann wieder ein „Grüß Gott!“ Bedächtig,<br />

ein Schritt nach dem anderen,<br />

kommt der Gipfel immer näher,<br />

bis das Gipfelkreuz plötzlich groß vor<br />

mir auftaucht.<br />

ESPRESSO UND „ZIRMZURSCHTSN“<br />

Geschafft! Stolz, glücklich und überwältigt<br />

vom Ausblick verharre ich.<br />

Nur noch schnell ein Eintrag ins Gipfelbuch<br />

– „Ich war hier“ – und schon<br />

geht es wieder bergab. Weiter unten<br />

habe ich schon vorher die passende<br />

Almhütte zum Einkehren gesehen!<br />

Auf der Terrasse wird gerade ein<br />

Platzerl frei. Perfekt! Die selbst gemachten<br />

Käsenocken schmecken<br />

nach einer Bergtour immer noch ein<br />

bisschen besser als sonst, oder? Und<br />

dieser Johannisbeersaft, den die Wirtin<br />

selbst eingekocht hat, ist doch ein<br />

Traum! Zum Apfelstrudel gibt’s dann<br />

noch einen kräftigen Espresso. Das<br />

Verdauungsschnapserl ist natürlich<br />

auch selbst angesetzt, mit den Zirben,<br />

die gleich „da oben“ wachsen. „Zirmzurschtsn“<br />

nennen die Einheimi-<br />

FOTOS: Ferienregion Kronplatz<br />

220<br />

<strong>SPORTaktiv</strong>-OUTDOORGUIDE <strong>2017</strong>


schen die Zirbenzapfen. Bei meinem<br />

Versuch das nachzusprechen lacht die<br />

Wirtin herzhaft und meint, dass ich<br />

das mit ein bisschen Übung bestimmt<br />

nächsten Sommer perfekt aussprechen<br />

kann.<br />

Jetzt geht es aber erst mal wieder<br />

ins Tal, aber nicht ohne vorher die<br />

Füße und Arme ins kalte Wasser zu<br />

stecken. Erfrischt, glücklich und angenehm<br />

müde komme ich unten an.<br />

Heute Abend habe ich mir eine Pizza<br />

so etwas von verdient und ich freue<br />

mich schon auf morgen, auf die Mountainbiketour,<br />

die mir mein Gastwirt<br />

so wärmstens empfohlen hat!<br />

NATURERLEBNIS MIT AUSSICHT<br />

Gemütliche Forstwege, fordernde Gipfeltouren<br />

und steile Hänge locken<br />

Wanderer und Bergsportler in die Ferienregion<br />

Kronplatz in Südtirol. Und<br />

nicht zu vergessen die große Auswahl<br />

an Klettersteigen in der Umgebung!<br />

Wer das Bike zur Auffahrt bevorzugt,<br />

der wird von den unzähligen<br />

Möglichkeiten in den Bergen fasziniert<br />

sein. Nach fordernden Aufstiegen<br />

warten steile und kurvige Downhill-<br />

und Freeridestrecken darauf,<br />

bewältigt zu werden.<br />

Facettenreich und mannigfaltig<br />

ist wirklich alles in dieser Ferienregion.<br />

So kann sich zum Beispiel das<br />

schöne Dorf Terenten über die längste<br />

Sonneneinstrahlung in Südtirol erfreuen.<br />

Und so ist es auch nicht verwunderlich,<br />

dass die ‚Terner‘ selbst<br />

ein Völkchen sonnigen Gemüts sind.<br />

Oder liegt das an der Aussicht? Terenten<br />

hat es sich auf einem Mittelgebirgsplateau<br />

des Pustertals gemütlich<br />

gemacht. Von hier aus schweift der<br />

Blick bis in die Dolomitengipfel im<br />

Südosten und gar bis zu mancher Spitze<br />

der Sarntaler Alpen im Westen.<br />

Auch Welsberg hat eine eigene<br />

Sonnenterasse namens Taisten. Dieses<br />

Dorf mit viel Vergangenheit befindet<br />

sich am Eingang des Gsieser Tals.<br />

Es ist das Schloss Welsperg, das auf<br />

seinem sonnigen Felsvorsprung gelegen<br />

das Tor zur unberührten Natur<br />

darstellt. Wer es besichtigt und seinen<br />

Geschichten lauscht, dem erzählt es<br />

von der adeligsten Familie, die einst<br />

hier wohnte. Wer hingegen lieber Natur<br />

statt Kultur erwandert, hat bei<br />

Taisten den idealen Startpunkt. Zahllose<br />

Spazier- und Wanderwege führen<br />

in eine Wiesen-, Wald- und Berglandschaft<br />

mit reichlich Dolomitenpanorama.<br />

Eine Wanderung zur Taistner<br />

Alm gehört im Sommer wie im Winter<br />

zum Pflichtprogramm.<br />

Info & Kontakt<br />

TOURISMUSVERBAND<br />

FERIENREGION KRONPLATZ<br />

Michael Pacher Straße 11 A<br />

I-39031 Bruneck<br />

Tel.: +39/04 74/555 447<br />

E-Mail: info@kronplatz.com<br />

WEB: www.kronplatz.com<br />

LANGEWEILE? FEHLANZEIGE!<br />

Das frischgrüne Gsieser Tal hat sich<br />

hingegen zwischen den Ausläufern<br />

der Rieserfernergruppe und den Defregger<br />

Alpen Platz verschafft. Bis St.<br />

Magdalena verläuft das Tal schön<br />

flach, weit und sonnig. Die Hänge zu<br />

beiden Seiten des Talbodens sind mit<br />

dichten Tannen- und Fichtenwäldern<br />

bedeckt. Stattliche Höfe mit von der<br />

Sonne geschwärzten Balkonen wirken<br />

wie zufällig über die Blumen- und<br />

Kräuterwiesen gestreut.<br />

Oder das Antholzertal! Sanft<br />

braust hier der Wind in den höchsten<br />

Wipfeln der Bäume, leise knarrt das<br />

Gebälk der alten Höfe. Harzig duften<br />

die wilden Wälder, mit herbsüßem<br />

Geruch betören die Wiesen. Hochmoore,<br />

Auwälder und das Biotop Rasner<br />

Möser bilden das Landschaftsbild<br />

des Tales. „Die Grenzen der Natur und<br />

die Grenzen des Menschen“ – so lautet<br />

das Thema des Naturparks Rieserferner<br />

Ahrn. Die ganz Harten verschaffen<br />

sich im Antholzer See Abkühlung.<br />

Auch der Issinger Weiher oberhalb<br />

von Kiens ruft zum naturnahen Baden<br />

auf.<br />

Ja, hier gibt es so vieles zu entdecken.<br />

Langweilig wird einem bestimmt<br />

nicht. Und die würzige Bergluft,<br />

die jedem Bergsportler oder<br />

Genussbiker um die Nase weht, trägt<br />

dazu bei, dass die richtige Balance<br />

zwischen Aktivsein und dem Dolcefarniente,<br />

dem süßen Nichtstun, bestimmt<br />

gefunden wird!<br />

221


ITALIEN<br />

LIVIGNO LOCKT<br />

NACH DRAUSSEN<br />

Der Sommer in Bella Italia – für Aktive. Livigno bietet perfekte Bedingungen für<br />

alle, die gern in den Bergen unterwegs sind. Egal, ob zu Fuß oder mit dem Bike.<br />

Von Mountainbiking über Laufen,<br />

Trekking bis hin zum Höhentraining:<br />

Im 1.816 m hoch<br />

gelegenen Livigno herrscht die pure<br />

sportliche Vielfalt. Damit trifft der<br />

italienische Bergort genau die Bedürfnisse<br />

aktueller Gäste. Trends zeigen<br />

nämlich, dass Sporttourismus heute<br />

eine der am meisten geschätzten Urlaubsarten<br />

ist. Und neben Frankreich,<br />

den USA oder Spanien zählt Italien zu<br />

den beliebtesten internationalen<br />

Sportdestinationen.<br />

Für alle, die es nicht kennen:<br />

Livigno liegt eingebettet zwischen<br />

majestätischen Gipfeln im Tal Alta<br />

Valtellina, das zur Region Lombardei<br />

gehört. Weil es lange Zeit vom Rest der<br />

Welt abgeschnitten war, bietet Livigno<br />

heute die perfekte Kombination<br />

aus unverfälschter Natur und unvergesslichen<br />

Sporterlebnissen.<br />

Laufbegeisterten und vor allem<br />

Trailrunnern bietet der Ort nicht nur<br />

perfekte Möglichkeiten, sondern auch<br />

eine Reihe spannender Events: den Beginn<br />

macht am 17. und 18. Juni die<br />

zweite Ausgabe des 34 Kilometer langen<br />

Livigno Skymarathons, der zur<br />

Skyrunning World Series gehört. Alternativ<br />

dazu gibt es das 19 km lange<br />

Livigno Mini Skyrace. Das nächste<br />

Laufevent steht am 22. Juli mit dem<br />

Stralivigno, einem traditionellen<br />

Halbmarathon, an. Spannend wird es<br />

auch am 1. September beim Icon Livigno<br />

Xtreme Triathlon, einem Langdistanz-Bewerb<br />

mit 3,8 km Schwimmen,<br />

195 km Radfahren und 42,2 km Laufen.<br />

Der Livigno Triathlon Cross Country<br />

und der Triathlon-Sprint am 2. und<br />

3. September folgen auch noch.<br />

URLAUB FÜR BIKE-ENTHUSIASTEN<br />

Biken und Livigno – das gehört untrennbar<br />

zusammen. Ein bestens entwickeltes<br />

Radwegenetz steht hier zur<br />

Verfügung. Vor allem Mountainbiker<br />

haben die Qual der Wahl. Das Angebot<br />

beginnt mit einem Pumptrack im Ortszentrum.<br />

Von hier aus starten auch die<br />

geführten MTB-Touren – und die Guides<br />

nehmen Biker nicht nur mit in die<br />

Berge, sondern geben auch jederzeit<br />

gerne Auskunft über mögliche Routen.<br />

Weiter geht es mit dem Mottolino<br />

Bike Park, Treffpunkt für Downhillbiker<br />

aus ganz Europa. In bis zu 2.400 m<br />

Seehöhe erwarten Biker 13 Trails in<br />

drei Schwierigkeitsgraden. Freerider<br />

genießen im Gebiet Carosello 3000<br />

atemberaubende Landschaften und<br />

Ausblicke, während sie die Flow-Trails<br />

erkunden. Heuer wird dieses 40 Kilometer<br />

umfassende spezielle Trail-Netzwerk,<br />

das die Bike-Legenden Diddie<br />

Schneider und Hans Rey verantworten,<br />

komplettiert.<br />

Neu ist <strong>2017</strong> auch der Bikepass,<br />

mit dem alle Liftanlagen mit Mountainbike-Transport<br />

genutzt werden<br />

können. Auch wer mit dem E-Bike unterwegs<br />

sein möchte, findet in Livigno<br />

zahlreiche Verleihe und Trails. Für alle<br />

gilt, dass man abends in Europas<br />

höchstgelegener Wasserwelt herrlich<br />

entspannen kann. Das kürzlich rundum<br />

erneuerte Aquagranda Active you<br />

sorgt mit seinen Wellnesslandschaften<br />

dafür, dass die Muskeln am nächsten<br />

Morgen wieder frisch sind.<br />

INFOS UND BUCHUNGEN:<br />

www.livigno.eu/de<br />

FOTOS: Livigno Tourismus<br />

222<br />

<strong>SPORTaktiv</strong>-OUTDOORGUIDE <strong>2017</strong>


OUT-<br />

DOOR<br />

NEWS<br />

FÜR ALLE<br />

ABENTEUER<br />

MIT SCHUHEN DER „LOWA INNOX EVO GTX JUNIOR“-SERIE werden<br />

Abstecher mit Kindern ins unbekannte Terrain ab sofort die Regel.<br />

Die zu 100 Prozent in Europa gefertigten Multifunktionsschuhe sind extrem<br />

bequem, sorgen durch Gore-Tex® für ein trockenes und angenehmes<br />

Fußklima und bieten mit der „Enduro Evo Junior“-Sohle und der<br />

Monowrap®-Technologie Komfort und Halt auf jedem Untergrund.<br />

Navi für<br />

die Hand<br />

DIE GARMIN FENIX 3<br />

HR bietet neben den üblichen<br />

Features einer GPS-<br />

Multisport uhr Pulsmessung<br />

am Handgelenk und Navigation<br />

mit grafischer Anzeige,<br />

damit du auch in<br />

unbekannter Umgebung sicher<br />

wieder zurückfindest.<br />

www.conrad.at<br />

www.lowa.at<br />

ELASTISCHER<br />

STAR<br />

DIE RED STAR JACKET mit<br />

MARMOT-NanoPro-Technologie<br />

ist robust, wasserdicht,<br />

atmungsaktiv und<br />

elastisch zugleich. Kurz:<br />

eine funktionelle<br />

3-Lagen-Jacke mit hohem<br />

Wohlfühlfaktor.<br />

www.marmot.eu<br />

WARM, ROBUST,<br />

WASSERDICHT<br />

DER EXPRESS+ ist ein Sporthandschuh von<br />

CHIBA, der winddicht, atmungsaktiv, extrem<br />

strapazierfähig und dank Überzug auch wasserdicht<br />

ist. Die Innenhand ist gel-gepolstert<br />

und verstärkt. Neopren-Pulswärmer halten<br />

auch die Handgelenke warm.<br />

FOTOS: Hersteller<br />

www.chiba.de<br />

Kein Verdrehen mehr<br />

MIT DEM CAMP KINETIC GYRO REWIND<br />

gehört das Verdrehen der Klettersteigset-<br />

Arme der Vergangenheit an. Dafür sorgt<br />

das patentierte Gyro-System. Zudem hat<br />

es einen variablen Bandfalldämpfer und<br />

lässt sich mit allen Klettergurtmodellen<br />

verwenden.<br />

www.camp.it<br />

223


ZAHLENSPIELE<br />

... AUS DEM OUTDOORLAND<br />

SLOWENIEN<br />

3 LÄNDER,<br />

DREI SPRACHEN, DREI KULTUREN:<br />

Die Berg bahnen im Dreiländer eck liegen exakt am<br />

Schnittpunkt von Slowenien, Italien und Österreich und<br />

sind im Sommer ein perfekter Ausgangspunkt für abwechslungsreiche<br />

Wanderungen von 680 bis 1.600 Meter<br />

Höhe. Ausblick auf Karawanken, Julische Alpen, Gailtal<br />

etc. inklusive ...<br />

3%<br />

DER GESAMTFLÄCHE VON SLOWE-<br />

NIEN BEDECKT DER NATIONALPARK<br />

TRIGLAV MIT SEINEN 880 QUADRAT-<br />

KILOMETERN. MIT SEINER GRÜN-<br />

DUNG IM JAHR 1924 ZÄHLT ER ZU<br />

DEN ÄLTESTEN NATIONALPARKS<br />

EUROPAS.<br />

misst<br />

der<br />

Triglav – der<br />

„Dreikopf“ ist damit<br />

nicht nur höchster<br />

Berg Sloweniens, sondern<br />

für die Bergsportler auch<br />

ein „Heiligtum“, das man zumindest<br />

einmal im Leben besucht haben muss.<br />

2.864Meter<br />

11<br />

HAUPTWANDERWEGE<br />

DURCHZIEHEN DAS OUT-<br />

DOORLAND SLOWENIEN.<br />

DIE MEISTE ZEIT VOM START<br />

BIS INS ZIEL BRAUCHT MAN<br />

AUF DEM „SLOWENISCHEN<br />

HOHEN WEG“, DER AUF 599<br />

KILOMETERN PRAKTISCH<br />

QUER DURCHS GANZE LAND<br />

FÜHRT.<br />

6.000 BERGWANDERWEGE, bestens gepflegt und markiert, durchziehen zum überwiegenden Teil die Julischen Alpen und<br />

2.515<br />

METER HOCH liegt die Kredaricahütte,<br />

auch Triglavhaus genannt. Schon seit dem<br />

Jahr 1954 ist diese Ganzjahreshütte Ziel vieler<br />

Triglav-Wanderer – im Winter wird sie<br />

von den Meteorologen der Wetterstation<br />

betreut. Insgesamt gibt es 175 Schutzhütten<br />

in den Bergen Sloweniens.<br />

FOTO: Slowenien Tourismus<br />

WWW.SLOWENIEN.INFO<br />

224<br />

<strong>SPORTaktiv</strong>-OUTDOORGUIDE <strong>2017</strong>


die Karawanken. Mehr als 500 ausgewiesene Themenwanderwege sind aber im gesamten Wanderland Slowenien zu finden<br />

225


SLOWENIEN<br />

AUF ENTDECKUNGSREISE<br />

IN DEN JULISCHEN ALPEN<br />

Zwischen Soca und Triglav erwarten Wander- und Kletterbegeisterte<br />

im Ostteil der Julischen Alpen in Slowenien eindrucksvolle Naturwunder.<br />

Am südöstlichen Rand des großen<br />

Alpenbogens, an der Grenze<br />

zwischen Slowenien und Italien,<br />

liegt ein Geheimtipp für Naturliebhaber:<br />

die Julischen Alpen. Hier<br />

ist der Ursprung des smaragdgrünen<br />

Flusses Soča am Fuße des Travnik sowie<br />

Heimat von über 150 eindrucksvollen<br />

Zweitausendern.<br />

Bekanntester und mit 2.864 m<br />

höchster Gipfel der Region ist der sagenumwobene<br />

Triglav. Der nach dem<br />

Berg benannte Nationalpark zählt zu<br />

den ältesten überhaupt in Europa. Gegründet<br />

wurde das Naturschutzgebiet<br />

um die Triglavseen bereits 1906, wodurch<br />

dort weite Teile der Landschaft<br />

über die letzten 100 Jahre nahezu unberührt<br />

blieben. 1981 wurde der Nationalpark<br />

Triglav zu seiner heutigen<br />

Form mit insgesamt 880 Quadratkilometern<br />

Fläche erweitert.<br />

WANDERN AM WASSER<br />

Dank der Erhaltung ihrer Ursprünglichkeit<br />

finden sich in den Julischen<br />

Alpen zahllose Naturschauspiele. Dabei<br />

ist Abwechslung garantiert, denn<br />

jedes Gebiet dieser Gebirgswelt verzaubert<br />

Besucher auf seine eigene Art<br />

und Weise: So erwarten in Posočje<br />

über den kompletten Stromverlauf der<br />

Soca wilde Schluchten und Becken sowie<br />

Wasserfälle, zu deren imposantesten<br />

Vertretern Boka und Kozjak zählen.<br />

In der Region Kranjska Gora findet<br />

man wiederum herrliche Ausflugsziele<br />

zwischen Berggipfeln und eingeschnittenen<br />

Alpentälern.<br />

Ein eindrucksvoller Bergsee erwartet<br />

naturaffine Besucher in<br />

Bohinj, von wo aus der Savica-Wasserfall<br />

mit einer wunderschönen Wanderung<br />

erreicht werden kann. Nicht weniger<br />

beliebt sind unter Kennern die<br />

schluchtartigen Flußbette der Mostnica,<br />

die 1,6 km lange Vintgar-Klamm<br />

sowie der Bleder See, der als Natur-Wahrzeichen<br />

von Slowenien gilt.<br />

Ein prächtiges Panorama mit Blick<br />

auf die Špik-Gruppe bietet sich von<br />

Kranjska Gora aus, das auch ein beliebter<br />

Startpunkt für einen Ausflug<br />

zum Peričnik-Wasserfall an der Nordwand<br />

des Triglav ist.<br />

DEM FELS VERBUNDEN<br />

Beliebt sind Travnik, Špik, Triglav,<br />

Mangart und Co. auch bei ambitionierten<br />

Sportkletterern. Hier finden sich<br />

zahlreiche Wände, die rund 800 bis<br />

1.000 Meter Richtung Himmel ragen.<br />

Die 3 Kilometer breite und 1.200 Meter<br />

Hohe Nordwand des Triglav ist mit ihren<br />

Tausenden befestigten Kletterrouten<br />

sogar die drittgrößte des Kontinents.<br />

Ein sportliches Betätigungsfeld<br />

finden Kletterbegeisterte aber auch in<br />

niedrigeren Lagen. So warten beispielsweise<br />

in und um die Tourismuszentren<br />

Bohinjska Bela, Bohinj und Trenta<br />

zahlreiche markierte Wände für alle<br />

Könnerstufen.<br />

KONTAKT:<br />

SLOWENISCHES TOURISMUSBÜRO WIEN<br />

Tel.: 01/715 40 10<br />

E-Mail: slowenien.at@slowenia.info<br />

www.slovenia.info<br />

FOTOS: Slowenien Tourismus<br />

226<br />

<strong>SPORTaktiv</strong>-OUTDOORGUIDE <strong>2017</strong>


www.slovenia.info<br />

#ifeelsLOVEnia<br />

AKTIV URLAUB IN<br />

SLOWENIEN<br />

Land der 5 Sterne Erlebnisse<br />

SLOWENIEN. Grün. Aktiv. Gesund.<br />

Soča


SLOWENIEN<br />

FAHRSPASS<br />

MAL SECHS<br />

1 BIKEPARK KRANJSKA GORA<br />

Hier führen unzählige Streckenkombinationen<br />

vom Gipfel ins Tal. Fünf<br />

Hauptstrecken sind definiert, von denen<br />

jede einen eigenen Charakter hat<br />

und Bikern mit verschiedenen Fahrstilen<br />

zusagt. Der Park ist Mitglied der<br />

GravityCard-Gruppe und IXS-Downhill-Race-Veranstalter.<br />

Tel.: +386 (0)41 706 786<br />

E-Mail: info@bike-park.si<br />

www.bike-park.si<br />

1<br />

2<br />

2 BIKEPARK KRVAVEC<br />

Nur 25 km von Ljubljana entfernt erwarten<br />

dich über 30 km natürliche<br />

Singletrail-Strecken und Cross-Country-Trails<br />

mit verschiedensten Schwierigkeitsgraden<br />

von 150 bis 1.000 m<br />

Höhenunterschied. Die tolle Bike-Erfahrung<br />

ist in der Sommersaison <strong>2017</strong><br />

auch in der Gravity-Card inbegriffen.<br />

Tel.: +386 (0)4 252 59 11<br />

E-Mail: info@rtc-krvavec.si<br />

www.rtc-krvavec.si<br />

3 BIKEPARK CERNKO<br />

Der Bikepark Cernko liegt im Herzen<br />

des Landes und ist der modernste in<br />

Slowenien. Ein Familien-Smooth-Trail,<br />

ein Flow-Trail und ein Downhill-Trail.<br />

garantieren perfekten Fahrspaß.<br />

Tel.: +386 (0)5 374 34 00<br />

E-Mail: info@hotel-cerkno.si<br />

www.ski-cerkno.com<br />

3<br />

5<br />

WANDERN&BIKEN SLOWENIEN, Dimičeva 13, SI-1000 Ljubljana, Slowenien<br />

Tel.: +386 (0)41 646 566, E-Mail: info@hiking.si, www.hiking-biking-slovenia.com<br />

VERBAND DER SLOWENISCHEN LIFTBETREIBER – GIZ, Dimičeva 13, SI-1000<br />

Ljubljana, Slowenien Tel: +386 (0)1 589 81 30, E-Mail: danilo.brecelj@siol.net,<br />

www.activeslo.com<br />

4<br />

6<br />

4 BIKEPARK ROGLA<br />

In Rogla stehen sechs verschiedene<br />

Strecken zur Verfügung, dazu ein<br />

Übungsgelände und eine Bikestation<br />

mit Rad- und Schutzausrüstungsverleih.<br />

Einsteiger, Fortgeschrittene<br />

und Profis holen sich hier Adrenalin-<br />

Erlebnisse oder gehen mit erfahrenen<br />

Guides auf Bike-Tour.<br />

Tel.: +386 (0)3 757 71 00<br />

E-Mail: rogla@unitur.eu<br />

www.rogla.eu<br />

5 BIKEPARK POHORJE<br />

Der Pohorje liegt am Rand von Maribor<br />

und bietet eine sieben Kilometer<br />

lange Flow-Line, die auch für weniger<br />

erfahrene Biker geeignet ist. Mit der<br />

Gondel geht es in nur neun Minuten<br />

zum Start. Auf erfahrene und professionelle<br />

Mountainbiker wartet auch eine<br />

anspruchsvolle Weltcup-Strecke.<br />

Tel.: +386 (0)70 899 863<br />

E-Mail: dominik.dukaric@marprom.si<br />

www.bikeparkpohorje.si<br />

6 SINGLETRAIL PARK JAMNICA<br />

Neun All-Mountain- & Enduro-Trails, 21<br />

km markierte Singletrails und mehr als<br />

75 km „Pure Singletrails“ bei geführten<br />

Touren warten in Jamnica.<br />

Tel.: +386 (0)2 870 30 60<br />

E-Mail: info@mtbpark.com<br />

www.mtbpark.com<br />

FOTOS: Slowenien Tourismus<br />

228<br />

<strong>SPORTaktiv</strong>-OUTDOORGUIDE <strong>2017</strong>


WANDERFESTIVALS <strong>2017</strong><br />

IN SLOWENIEN<br />

WANDERN&BIKEN SLOWENIEN<br />

Dimičeva 13, SI-1000 Ljubljana, Slowenien<br />

T +386 (0)41 646 566, E info@hiking.si<br />

www.hiking-biking-slovenia.com<br />

In Slowenien kann man zu jeder Jahreszeit wandern. Der Sommer ist die ideale Zeit zum Besuch des Hochgebirges,<br />

da im Juni der meiste Schnee geschmolzen ist. In dieser Zeit gibt es häufig auch Nachmittagsgewitter, daher ist für<br />

sicheres Wandern in den Bergen die Weisheit „Morgenstund‘ hat Gold im Mund“ immer ein guter Ratgeber. Der Herbst<br />

ist die schönste Zeit zum Wandern. Die bunt gefärbten Wälder, die gelben Lärchen, der blaue Himmel und die weißen<br />

Kalksteinfelsen sind unvergessene Bilder der Berge, die Wanderer mit ins Tal nehmen.<br />

FRÜHLINGS-WANDERFESTIVALS<br />

FRÜHLINGS-WANDERFESTIVAL BRDA<br />

(09.04. – 04.06.) www.brda.si<br />

AUSDAUERWANDERUNG AUF DEM WANDERWEG<br />

IN KOČEVSKI ROG „AUF DEN SPUREN DES BÄREN“<br />

(22.04.) www.kocevsko.com<br />

GO-WANDERFESTIVAL ... IN GORIŠKA!<br />

(23.04. – 07.05.) www.novagorica-turizem.com<br />

FRÜHLINGSFESTIVAL<br />

DER THEMENWEGE IN POSAVJE<br />

(01. – 31.05.) www.visitkrsko.com<br />

SLOWENIEN WANDERT –<br />

DESTINATION ROGLA WANDERT<br />

(27.05. – 04.06.) www.destinacija-rogla.si<br />

11. INTERNATIONALES<br />

ALPENBLUMENFESTIVAL IN BOHINJ<br />

(20.05. – 04.06.) www.bohinj.si/alpskocvetje<br />

WANDERFESTIVAL STEINER ALPEN<br />

(22. – 25.06.) www.kamnik-savinja-alps.com<br />

TAG DER SLOWENISCHEN ALPINERLEBNISSE<br />

UNTER DEM BERG STORŽIČ<br />

(19.06.) www.pzs.si<br />

HERBST-WANDERFESTIVALS<br />

GO-WANDERFESTIVAL ... IN GORIŠKA!<br />

(03.09. – 03.12.) www.novagorica-turizem.com<br />

WANDERUNG AUF DEM E6 MOZIRJE – RADLJE<br />

(13. – 19.09.) http://eupoti.com<br />

WANDERWOCHENENDE<br />

IN DER THERME SNOVIK<br />

(15. – 17.09.) www.terme-snovik.si,<br />

www.td-tuhinjskadolina.si<br />

FORESTFEST<br />

(September, Oktober) www.kocevsko.com<br />

10-JÄHRIGES JUBILÄUM<br />

DER WANDERTAGE IN BOHINJ<br />

(15.09. – 01.10.) www.bohinj.si/pohodnistvo<br />

WANDERFESTIVAL IM SOČA-TAL<br />

(15.09. – 01.10.) www.visit-soca.com<br />

HERBSTFESTIVAL DER WANDER- UND<br />

GASTRONOMIEERLEBNISSE<br />

(15.10. – 15.11.) www.visitkrsko.com<br />

MARIBOR – POHORJE<br />

(Januar – Dezember)<br />

www.maribor-pohorje.si/wandern


OUTDOORGUIDE<br />

ES STEHT<br />

IN DEN<br />

WOLKEN<br />

WIE WIRD’S WETTER? Unter Bergsportlern ist<br />

diese Frage keine Floskel, sondern mitunter überlebenswichtig.<br />

Was man in der Tourenplanung<br />

über die Wetterprognose wissen sollte und wie man<br />

unterwegs ein Auge auf die Wetterentwicklung<br />

wirft: Wir haben uns bei Experten erkundigt.<br />

FOTOS: iStock, kk<br />

TEXT: Christof Claudia Domenig Riedl <strong>SPORTaktiv</strong>-OUTDOORGUIDE <strong>2017</strong><br />

230


Blick in den App-Store: Unzählige<br />

Tools versprechen kostenlose<br />

Wetterprognosen. Goldene<br />

Zeiten für Bergsportler – nachdem<br />

der Wettercheck bekanntlich ein<br />

Fixteil jeder Tourenplanung sein sollte?<br />

„Die Angebotsvielfalt ist nicht unproblematisch“,<br />

rät Meteorologe Hannes<br />

Rieder vom ZAMG-Kundenservice<br />

Steiermark zur Vorsicht. „Nicht, weil<br />

diese Apps unseriös wären. Aber die<br />

meisten basieren auf einem globalen<br />

Wettermodell, in der Regel auf dem<br />

amerikanischen. Das ist kostenlos zugänglich<br />

und daher bei Gratisdiensten<br />

beliebt, mit 27 km allerdings sehr<br />

grob gerastert. Das heißt, es kann regional<br />

doch zu starken Abweichungen<br />

von der Prognose kommen.“<br />

Außerdem, erklärt Rieder weiter,<br />

würden die Prognosen dieser Apps<br />

fast immer automatisiert erstellt. Die<br />

Meteorologen der österreichischen<br />

Zentralanstalt für Meteorologie und<br />

Geodynamik (ZAMG) stützen sich dagegen<br />

auf mehrere weltweite Prognosenmodelle<br />

und erstellen daraus eigene,<br />

regionale und sehr viel feiner<br />

gerasterte Prognosen – in der Regel für<br />

2,5 oder sogar 1 km horizontale Auflösung.<br />

Die Meteorologen optimieren<br />

diese Modelle also speziell für den Alpenraum.<br />

Das ermöglicht deutlich exaktere<br />

Prognosen und bezieht regionale<br />

Einflüsse, etwa die Topografie<br />

mit ein.<br />

WENN DAS WETTER UMSCHLÄGT<br />

Diese Genauigkeit ist für Bergsportler<br />

tatsächlich besonders wichtig. Im<br />

Berg land ändert sich das Wetter viel<br />

rascher als im Flachland; Unwetter<br />

fallen kleinräumiger, aber nicht selten<br />

umso heftiger aus. „Gewitter entstehen<br />

deshalb oft zuerst in den Bergen,<br />

da die Luft hier zum Aufsteigen<br />

gezwungen wird. Dadurch bilden<br />

sich Quellwolken und in der Folge<br />

sehr rasch Schauer und Gewitter“,<br />

weiß Rieder.<br />

Zwischen wolkenlosem Himmel<br />

und einem schweren Unwetter liegen<br />

im Bergland manchmal nicht mehr<br />

als 20 Minuten! Und ein, zwei Grad<br />

Temperatur unterschied machen in<br />

der sensiblen alpinen „Wetterküche“<br />

oft schon den Unterschied aus, ob es<br />

an einem Sommertag einfach herrlich<br />

wolkenlos bleibt – oder aber ein heftiges<br />

Unwetter entsteht. Wir wissen<br />

jetzt also: Bleibt es trotz Gewitterwarnung<br />

schön, hat sich der Meteorologe<br />

nicht geirrt, die Warnung hatte schon<br />

ihre Berechtigung. Bis ins letzte Detail<br />

lässt sich das Wetter auch mit den<br />

modernsten wissenschaftlichen Methoden<br />

nämlich nicht vorhersagen ...<br />

WISSEN, WO MAN NACHSCHAUT<br />

Wo bekommt man als Sportler nun<br />

also eine wirklich empfehlenswerte<br />

Prognose her? Meteorologe Rieder:<br />

„Die Wetterseiten der heimischen Alpinvereine,<br />

wie etwa jene der Naturfreunde,<br />

greifen auf die ZAMG-Daten<br />

zurück. Und die dort veröffentlichten<br />

Prognosen sind auch bergspezifisch<br />

und daher zu empfehlen.“<br />

Am besten ist allerdings ein Anruf<br />

bei den ZAMG-Kundenservicestellen<br />

in den Bundesländern. Dafür gibt<br />

es Hotlines, die zwar gebührenpflichtig<br />

sind, die ungefähr vier Euro, die<br />

solch ein zweiminütiger Anruf kostet,<br />

sind aber eine gute Investition in<br />

die Sicherheit. Man nennt dem Wetterprofi<br />

am anderen Ende der Leitung<br />

einfach das Gebirge und den Zeitraum,<br />

in dem man unterwegs sein<br />

will – und bekommt sofort eine wirklich<br />

persönliche und punktgenaue<br />

Prognose anhand der aktuellsten Vorhersagedaten<br />

durchgegeben.<br />

Gewitter-Fakten<br />

DIE GEWITTERSAISON: beginnt meist<br />

Mitte Mai und dauert bis Mitte September.<br />

Ab Oktober ist das Gewitterpotenzial<br />

schon klein.<br />

DIE TAGESZEIT: Statistisch ist der Zeitraum<br />

ab 14 Uhr bis in den frühen Abend<br />

hinein gefährlich. Die Vormittage sind<br />

meist noch günstig.<br />

DIE REGIONALE VERTEILUNG: Es gibt<br />

„Gewitterberge“ und solche, wo es weniger<br />

häufig blitzt und donnert. Diese<br />

„Gewitter-Hotspots“ können Meteorologen<br />

aus der langjährigen Statistik<br />

herauslesen – was im Einzelfall freilich<br />

nichts über das Gefahrenpotenzial einer<br />

gerade herrschenden Wetterlage<br />

aussagt ...<br />

DIE PLANUNG UND DAS WETTER<br />

Wie geht man konkret beim Thema<br />

Tourenplanung mit der Wetterprognose<br />

um? Naturfreunde-Experte Arnold<br />

Studeregger empfiehlt dazu:<br />

DREI BIS VIER TAGE VOR DER TOUR<br />

schaut man sich die lokale Wetterprognose<br />

auf einer für Bergsportler geeigneten<br />

Webseite an (z. B. bei den Wetterdiensten<br />

der Alpinvereine oder auf den<br />

Bergwetterseiten der ZAMG) und richtet<br />

seine Tourenplanung danach aus.<br />

Gut wäre es, schon einen Plan B, etwa<br />

in Form einer kürzeren Alternativtour<br />

bereit zu haben. Danach empfiehlt<br />

sich ein tägliches kurzes Wetter-Update.<br />

Ändern sich dabei die Prognosen<br />

öfters, weist das auf eine unsichere<br />

Wetterentwicklung hin.<br />

AM VORTAG DER TOUR bringt ein Anruf<br />

bei den ZAMG-Kundenservicestellen<br />

Gewissheit. Der zuständige Meteorologe<br />

erstellt punktgenau für den anvisierten<br />

Berg „live“ seine Prognose, zudem informiert<br />

er auch bei unsicherer Wetterlage,<br />

mit welchen Wahrscheinlichkeiten und<br />

ab welchem Zeitpunkt etwa mit Gewittern<br />

zu rechnen ist.<br />

ZWEI ARTEN VON GEWITTERN<br />

Gewitter sind im Sommer natürlich<br />

die Hauptgefahr, die in den Bergen<br />

vom Wetter ausgeht. Eine sommerliche<br />

Gewitterlage heißt aber nicht, dass<br />

unter keinen Umständen eine Tour unternommen<br />

werden sollte. Es kommt<br />

Die Experten<br />

MAG. DR. ARNOLD STUDEREGGER-RENNER (li.)ist gerichtlich<br />

beeideter Sachverständiger für Alpinistik und Naturfreunde-Experte.<br />

MAG. HANNES RIEDER (re.) ist Meteorologe an der Zentralanstalt<br />

für Meteorologie und Geodynamik, Kundenservice Steiermark in Graz.<br />

WEB: www.zamg.ac.at, www.naturfreunde.at/wetter<br />

231


WETTERKUNDE<br />

NEUTRON<br />

EPIC<br />

MARMOLADA PRO<br />

ROCK’N’HIKE<br />

WWW.SCARPA.NET<br />

Ein Gewitter in den Bergen ist ein Naturschauspiel, das man<br />

lieber von einem geschützten Raum aus betrachten sollte!<br />

vielmehr auf die Art des prognostizierten<br />

Gewitters an:<br />

WÄRMEGEWITTER: Die typischen Sommergewitter<br />

entstehen in der Regel zwischen<br />

12 und 20 Uhr. Es gilt: zeitig starten<br />

und früh von der Tour wieder zurück<br />

sein.<br />

KALTFRONT-GEWITTER: Entstehen Gewitter<br />

aufgrund eines Wetterwechsels,<br />

ist die Lage viel unberechenbarer. „Hier<br />

besteht bloß die Möglichkeit, mit seiner<br />

Tour in eine andere Gebirgsgruppe, wo<br />

das Wetter noch länger stabiler ist, auszuweichen.<br />

Oder ganz darauf zu verzichten“,<br />

sagt Arnold Studeregger.<br />

WETTERSTÜRZE sind beim Bergsport generell<br />

gefährlich – auch abseits von Blitz<br />

und Donner: Bei Touren im Gebirge sollten<br />

Regenschutz, Haube und Handschuhe<br />

sowie warme Kleidung immer im<br />

Rucksack sein.<br />

DAS LESEN DER WOLKEN<br />

Auf der Tour empfehlen die Wetterprofis,<br />

vor allem die Wolken im Auge zu behalten.<br />

Was man mit geübtem Blick dort<br />

erkennen kann, erklärt wieder Meteorologe<br />

Hannes Rieder:<br />

WOLKEN ENTSTEHEN – und zerfallen<br />

gleich wieder: Dabei handelt es sich<br />

meist um „blumenkohlartige“ Wolken,<br />

die im Aufsteigen entstehen und rasch<br />

wieder zerfallen. „Das deutet auf eine stabile<br />

oder höchstens leicht labile Wetterlage<br />

hin. Und somit darauf, dass es an diesem<br />

Tag mit hoher Wahrscheinlichkeit<br />

kein Unwetter geben wird.“<br />

WOLKEN ZIEHEN in unterschiedliche<br />

Richtungen: Tief liegende Wolken können<br />

durchaus in die eine, hoch liegende<br />

FOTO: istock<br />

232<br />

<strong>SPORTaktiv</strong>-OUTDOORGUIDE <strong>2017</strong>


in die entgegengesetzte Richtung ziehen:<br />

„Diese sogenannte ‚Windscherung‘ ist<br />

ein Alarmzeichen: Gewitter drohen an<br />

diesem Tag kräftig zu werden.“<br />

DIE „WOLKENBASIS“: In welcher Höhe<br />

die Wolken beginnen, lässt sich anhand<br />

der Berggipfel meist gut abschätzen: Eine<br />

Wolken-Untergrenze von 2.500 m deutet<br />

auf geringe Gefahr hin. Tiefer liegende<br />

Quellwolken können ein Zeichen für potenziell<br />

kräftige Gewitter sein. Reichen<br />

Wolken bis auf 1.500 m oder noch tiefer<br />

hinunter, ist das ein großes Alarmsignal.<br />

DER „CHAOTISCHE HIMMEL“: Darunter<br />

versteht man unterschiedliche Wolkenarten,<br />

die sich gleichzeitig am Himmel<br />

zeigen. „Das ist ein typisches Zeichen dafür,<br />

dass sich das Wetter umstellen oder<br />

dass es Gewitter geben wird.“<br />

AUFSTEIGENDE WOLKEN, die sich an<br />

einem punkt stauen: Wolken, die sich<br />

wie an einer „unsichtbaren Mauer“ aufstauen,<br />

sind ebenfalls als Warnsignal<br />

ernst zu nehmen. Und das heißt, wenn<br />

möglich, die Tour abzukürzen. „Die Wolken<br />

stoßen dabei an eine ‚Sperrschicht‘,<br />

die bedingt belastbar ist. Wenn der Druck<br />

zu groß ist, explodiert die Lage: Dann gibt<br />

es schwere Gewitter.“<br />

NEU<br />

TALON | TEMPEST<br />

Oft kopiert. Nie erreicht.<br />

Falls dich ein Gewitter<br />

am Berg überrascht<br />

Noch am Berg bzw. im Gelände zu sein,<br />

wenn das Gewitter losgeht, sollte unter<br />

allen Umständen vermieden werden!<br />

Wenn es aber doch einmal passieren<br />

sollte, dann rät Naturfreunde-Experte<br />

Arnold Studeregger:<br />

ABSTANDS-FAUSTREGEL: Jede Sekunde Abstand<br />

zwischen Blitz und Donner bedeuten<br />

300 Meter Entfernung. Ab 3 km Entfernung<br />

(=10 Sekunden Abstand zwischen Blitz und<br />

Donner) sollte man unbedingt einen Schutz<br />

aufsuchen!<br />

SCHUTZHÜTTE: Ist der beste Unterstand,<br />

sofern sie eine Blitzschutzanlage hat.<br />

Ist eine in der Nähe, diese rechtzeitig<br />

ansteuern.<br />

IM FREIEN GELÄNDE GILT: KEINE GRUPPE<br />

BILDEN, sondern einzeln Schutz suchen /<br />

MINDESTENS 3 METER Abstand von einzelnen<br />

Bäumen halten / IN EINE MULDE<br />

HOCKEN, Biwaksack überziehen / FÜSSE<br />

GESCHLOSSEN HALTEN, damit sich kein<br />

Spannungsfeld aufbauen kann / FERNHAL-<br />

TEN VON BERGKÄMMEN, Graten, Klettersteigen,<br />

Gipfelkreuzen / IM KLETTERSTEIG:<br />

möglichst verlassen; wenn das nicht geht,<br />

einen möglichst geschützten Bereich aufsuchen,<br />

Hände weg vom Metall<br />

BEI EINEM NOTFALL:<br />

ALPINEN NOTRUF 140 ANRUFEN!<br />

233<br />

ospreyeurope.de


ZAHLENSPIELE<br />

... AUS DEM OUTDOORLAND<br />

BAYERN<br />

FOTOS: TOURIST-INFO GRAINAU<br />

WWW.GRAINAU.DE 234<br />

<strong>SPORTaktiv</strong>-OUTDOORGUIDE <strong>2017</strong>


höher<br />

kommt man in<br />

Deutschland nicht<br />

hinauf als bei einem Besuch<br />

auf der Zugspitze. Wer „Top of Germany“<br />

erobern will, kann das (nur als<br />

geübter) Bergsteiger machen – oder bequem<br />

mit der Bayerischen Zugspitzbahn und einem<br />

kurzen Gipfelmarsch.<br />

2.962<br />

120<br />

Jahre<br />

alt ist das „Münchner Haus“ auf dem<br />

Westgipfel der Zugspitze und als<br />

höchste Schutzhütte Deutschlands<br />

auch heute noch fast im Orginalzustand.<br />

Muss man gesehen haben!<br />

2<br />

METER<br />

24<br />

STUNDEN<br />

NATIONALPARKS WARTEN AUFS<br />

ERKUNDEN. NEBEN DEM „BAYERI-<br />

SCHEN WALD“ IST ES VOR ALLEM<br />

DER NP BERCHTENSGADEN, DER<br />

RUND UM DAS ZENTRUM „HAUS<br />

DER BERGE“ MIT EINEM GRANDIO-<br />

SEN NETZ VON INSGESAMT 260 KM<br />

WANDERWEGEN ERSCHLOSSEN IST.<br />

VON BAYERN – so heißt die zum Kult gewordene<br />

jährliche Wanderung. <strong>2017</strong> befinden<br />

sich Start und Ziel in Bad Hindelang. Termin: von<br />

24. auf 25. Juni. Die Besonderheit: Nur 444 Teilnehmer<br />

sind zugelassen – und werden per Los<br />

ermittelt. Wer es für 2018 plant, schaut rechtzeitig<br />

nach auf www.bayern.by.<br />

235<br />

4 TAGE DAUERT DIE EINDRUCKSVOLLE TOUR, DIE RUND UM DEN SAGENUMWOBENEN<br />

10-JAHRE-<br />

JUBILÄUM<br />

35,4<br />

MILLIONEN GÄSTEANKÜNFTE und<br />

90,8 Millionen Übernachtungen im<br />

Jahr 2016 sorgten dafür, dass Bayern<br />

seine Spitzenposition als Urlaubsland<br />

Nummer 1 in Deutschland weiter<br />

ausbauen konnte. Mehr dazu auf<br />

www.bayern.by<br />

WATZMANN<br />

FEIERT HEUER DER<br />

„GOLDSTEIG-WANDERWEG“.<br />

UND DIE VIELEN VERANSTALTUNGEN<br />

UND ATTRAKTIONEN,<br />

DIE ES DAS GANZE JAHR ÜBER GIBT,<br />

SIND MIT EIN GRUND, SICH IRGENDWO<br />

AUF DIESER 200-KM-ROUTE EINE ETAPPE<br />

LANG (ODER AUCH MEHRERE)<br />

EINZUKLINKEN.<br />

WWW.GOLDSTEIG-WANDERN.DE<br />

WWW.BAYERN.BY<br />

führt.<br />

Königssee und<br />

Steinernes Meer sind<br />

nur eine der vielen Höhepunkt<br />

dieser Trekkingroute, auf<br />

der in gemütlichen Hütten übernachtet<br />

wird. Höchster Gipfel: das<br />

Hocheck mit 2.651 m.


BAYERN<br />

DAS DORF UNTER DER ZUGSPITZE<br />

Sport und Erholung in allen Varianten zu Wasser, zu Lande und in der Luft bietet das<br />

Zugspitzdorf Grainau in Bayern – und zeigt sich dabei gemütlich und ursprünglich.<br />

Grainau – kennst du nicht? Der<br />

Luftkurort liegt in Oberbayern,<br />

schmiegt sich direkt an<br />

den höchsten Berg Deutschlands, die<br />

Zugspitze, und liegt sechs Kilometer<br />

südwestlich von Garmisch-Partenkirchen.<br />

Es ist „das Zugspitzdorf“. In der<br />

Trailrunning-Szene kennt man es als<br />

Start- und Zielort des Salomon-Zugspitz-Ultratrails<br />

– und damit ist unter<br />

Sportlern schon vieles gesagt! In Grainau<br />

kann man sich prächtig erholen<br />

und wunderbar vielfältig Outdoorsport<br />

betreiben. Das passt und bürgt<br />

für erholsame Tage in der Natur – für<br />

die Großen und die Kleinen.<br />

URSPRÜNGLICHER CHARME<br />

Umgeben von saftigen Wiesen und<br />

eingebettet in die imposante Bergkulisse<br />

von Zugspitze, Waxenstein und<br />

Alpspitze hat sich Grainau mit seinen<br />

3.700 Einwohnern außerdem einen<br />

ursprünglichen Charme bewahrt.<br />

Der blaugrün schimmernde Eibsee,<br />

der Badersee oder die Höllentalklamm<br />

sind Kleinode in der Natur<br />

und laden zu Ausflügen ein. Die fünf<br />

Grainauer Ortsteile, die durch Busse<br />

oder die Zugspitzbahn verbunden<br />

sind, verteilen sich auf ein weitläufiges,<br />

parkähnliches Gelände.<br />

Sanft ansteigende und alpine<br />

Wander- und Spazierwege von insgesamt<br />

rund 100 Kilometern Länge erschließen<br />

die Gebirgswelt und bieten<br />

zahlreiche aktive alpine Erholungsmöglichkeiten.<br />

Ob Kajaken auf der Loisach,<br />

Schwimmen, Gleitschirmfliegen,<br />

Radeln oder Mountainbiken; ob<br />

Nordic-Walking, Trailrunning, Genusswandern,<br />

Bergsteigen oder Klettern<br />

– das sportliche Sommerangebot<br />

ist fast unbegrenzt.<br />

HERZLICHE GASTFREUNDSCHAFT<br />

Das umfangreiche Übernachtungsangebot<br />

lässt ebenfalls keine Wünsche<br />

offen, es reicht vom günstigen Privatzimmer<br />

über die beiden 3- und 5-Stern<br />

Campingplätze bis hin zum First-<br />

Class-Hotel. Keine Frage: Eine herzliche<br />

Gastfreundschaft, bayerische Gemütlichkeit<br />

und viel Kultur mit<br />

bekannten Ausflugszielen rundherum<br />

– in Grainau lässt sich eine gute<br />

Urlaubszeit verbringen. Im Sommer,<br />

und überhaupt zu jeder Jahreszeit!<br />

Viele Vergünstigungen<br />

bietet die GrainauCard<br />

Mit der GrainauCard gestaltest du deinen<br />

Urlaub am Fuße der Zugspitze noch<br />

besser. Sie beinhaltet nämlich zahlreiche<br />

kostenlose und ermäßigte Angebote,<br />

zum Beispiel die kostenlose Nutzung<br />

der Bayerischen Zugspitzbahn auf der<br />

Talstrecke (bis zum Eibsee). Damit erlebst<br />

du einfach noch mehr Grainau –<br />

und noch mehr Urlaub!<br />

www.grainaucard.de<br />

Kontakt<br />

TOURIST-INFORMATION<br />

ZUGSPITZDORF GRAINAU<br />

D-82491 Grainau<br />

Tel.: +49/(0)8821-981850<br />

E-Mail: info@grainau.de<br />

www.grainau.de<br />

FOTOS: TOURIST-INFO GRAINAU, BAYERISCHE ZUGSPITZBAHN BERGBAHN AG, MATTHIAS FEND<br />

236<br />

<strong>SPORTaktiv</strong>-OUTDOORGUIDE <strong>2017</strong>


OUTDOORGUIDE<br />

MIT GUTEM GEFÜHL<br />

IN DIE BERGE<br />

IN DER FRÜH AUFZUSTEHEN UND EINE BERGTOUR VOR SICH ZU HABEN:<br />

Ja, das ist ein gutes Gefühl. Vor allem, wenn man auch für den Notfall vorgesorgt hat und<br />

eine Freizeitunfallversicherung besitzt. Es sind nämlich nicht nur „die anderen“, denen was<br />

passiert. Und Bergekosten können in den fünfstelligen Bereich gehen – weiß man bei zwei<br />

<strong>SPORTaktiv</strong>-Kooperationspartnern, den Naturfreunden und der Nürnberger Versicherung.<br />

Bis hier haben wir in diesem<br />

<strong>Outdoorguide</strong> über 230 Seiten<br />

lang Lust auf Outoor und die<br />

Berge gemacht. Zeit, auch eine<br />

Mahnung auszusprechen. Und daran<br />

zu erinnern, dass Unfälle in der Freizeit,<br />

anders als Arbeitsunfälle, nur einem<br />

stark eingeschränkten gesetzlichen<br />

Versicherungsschutz unterliegen.<br />

Jeder Sportler und besonders<br />

Bergsportler sollte daher eine Freizeitunfallversicherung<br />

besitzen.<br />

Vorsicht sollte natürlich generell<br />

bei allen Unternehmungen am Berg<br />

an der ersten Stelle stehen – auch bei<br />

solchen, die nicht als „Risikosportarten“<br />

gelten. „Laut Statistik des Kuratoriums<br />

für alpine Sicherheit verunglückten<br />

im Vorjahr 267 Menschen in<br />

Österreich im Sommer und Winter in<br />

den Bergen tödlich. Davon starben 4<br />

bei Hochtouren, 13 beim Klettern<br />

bzw. in Klettersteigen und 100 beim<br />

Bergsteigen oder Wandern“, weiß<br />

man bei unserem Kooperationspartner,<br />

den Naturfreunden Österreich.<br />

Neben Herz-Kreislauf-Störung<br />

war die Hauptursache für die Unfälle<br />

einfaches, unspektakuläres Stolpern.<br />

Schlussfolgerung: „Die größte Gefahr<br />

steckt dort, wo man sie am wenigsten<br />

erwartet. Und es sind eben nicht immer<br />

‚die anderen‘, denen was passieren<br />

kann. Es kann alle treffen: Ältere<br />

sowie die Jugend, fitte Sportler sowie<br />

gemütliche Wanderer. Vor dem Ausrutschen,<br />

Umknöcheln oder Stolpern<br />

ist niemand gefeit.“<br />

BERGUNGS- UND FOLGEKOSTEN<br />

Passiert ein Unfall in den Bergen,<br />

kann es zudem leicht passieren, dass<br />

die Kosten für die Rettung aus der eigenen<br />

Tasche bezahlt werden müssen.<br />

Bei Hubschraubereinsätzen liegen<br />

diese Kosten schnell im vier- oder sogar<br />

fünfstelligen Bereich. Aber auch<br />

Leistungen, die über eine medizinische<br />

Erstversorgung hinausgehen,<br />

werden von der gesetzlichen Unfallversicherung<br />

kaum gedeckt. Daher ist<br />

FOTO: Birgit Machtinger/Naturfreunde Österreich<br />

238<br />

<strong>SPORTaktiv</strong>-OUTDOORGUIDE <strong>2017</strong>


es wichtig, eine zusätzliche Freizeitunfallversicherung<br />

abgeschlossen zu<br />

haben. Oder Mitglied in einem alpinen<br />

Verein ist, denn hier ist eine Freizeitunfallversicherung<br />

im Mitgliedspreis<br />

inkludiert.<br />

Um die Wichtigkeit der Thematik<br />

zu untermauern, haben wir bei Natalie<br />

Hahnenkamp angefragt, die bei<br />

den Naturfreunden Österreich für<br />

Versicherungsangelegenheiten zuständig<br />

ist. Sie erzählt von drei Fällen<br />

aus dem Vorjahr, die ihr stark in Erinnerung<br />

geblieben sind.<br />

Fall 1: Monika E. aus Kematen<br />

(Tirol) unternahm an einem sonnigen<br />

Julitag eine Wanderung auf den Nazogl.<br />

Beim Abstieg war sie schon etwas<br />

müde und unkonzentriert. Monika<br />

blieb mit einem Fuß in einer kleinen<br />

Spalte hängen und stürzte einige Meter<br />

kopfüber ab. Dabei schlug sie mit<br />

dem Kopf auf einem Stein auf. Ein<br />

Notarzthubschrauber wurde geholt<br />

und sie wurde nach der Erstversorgung<br />

ins nächstgelegene Krankenhaus<br />

gebracht. Ein paar Monate später<br />

erhielt sie eine Rechnung in der Höhe<br />

von 10.800 Euro.<br />

Fall 2: Andreas Sch. aus Wien unternahm<br />

an einem herbstlichen Wochenende<br />

eine Klettersteigtour auf<br />

der Rax (NÖ). Beim Vorstieg auf einem<br />

steilen Gelände rutschte er leider ab,<br />

stürzte einige Meter in die Tiefe und<br />

brach sich den Fuß. Die Flugrettung<br />

musste ihn ins nächste Krankenhaus<br />

bringen. Kurz später fand er eine<br />

Rechnung in Höhe von 6.600 Euro in<br />

seinem Briefkasten.<br />

Fall 3: Maria K. aus Liezen (St)<br />

wollte ihre Heimatberge wieder einmal<br />

erkunden und eine einfache<br />

Wanderung auf den Hochkogel machen.<br />

Am Nachmittag sammelten<br />

sich am Himmel dunkle Wolken und<br />

Maria wollte daher möglichst rasch<br />

ins Tal absteigen. Beim flotten Gehen<br />

blieb ihr Wanderstock in einem Felsen<br />

hängen. Beim schwungvollen Herausziehen<br />

stürzte sie frontal auf eine<br />

Felsplatte. Die Notärzte stellten eine<br />

Prellung der Bauchdecke und Verletzung<br />

innerer Organe fest. Die Kosten,<br />

die bei der Rettung und beim Spitalsaufenthalt<br />

entstanden, beliefen sich<br />

auf 6.600 Euro.<br />

Glück im Unglück hatten alle<br />

drei insofern, als sie Naturfreunde-Mitglieder<br />

sind und die Naturfreunde-Freizeitunfallversicherung<br />

die Kosten übernahm.<br />

DIE KURZZEIT-ALTERNATIVE<br />

Auch bei der Nürnberger Versicherung,<br />

einem weiteren unserer Kooperationspartner<br />

(u. a. bei unseren<br />

<strong>SPORTaktiv</strong>-Camps), kennt man viele<br />

solcher Fälle. Der Nürnberger „Bergschutz“<br />

gilt als Vorreiter bei Kurzzeitversicherungen,<br />

die vor allem für Gelegenheitsbergsportler<br />

oder im<br />

Urlaub eine Alternative sein können<br />

Die Idee: sich für 24 Stunden bis 7 Tage<br />

versichern – eben genau so lange, wie<br />

man am Berg unterwegs ist. Kosten<br />

dafür: Ab € 4,98.<br />

„Das Konzept wird vor allem von<br />

Jungen sehr gut angenommen“, weiß<br />

Christian Winkler von der Nürnberger.<br />

Der rasche Abschluss online oder<br />

per App mag ebenso dazu beitragen,<br />

wie die Tatsache, dass der Versicherungsschutz<br />

nach dem vereinbarten<br />

kurzen Zeitraum automatisch endet.<br />

„Und auch Veranstalter von Events<br />

setzen vermehrt auf unser Versicherungskonzept“,<br />

erzählt Winkler.<br />

Mehr Info: bergwelt.nuernberger.at.<br />

Doch letztlich ist egal, für welche<br />

Form der Versicherung man sich entscheidet,<br />

die Hauptsache ist: Gut versichert<br />

geht’s auch wirklich mit gutem<br />

Gefühl in die Berge ...<br />

DAS „FREIZEIT-VORTEILSTICKET“<br />

Naturfreunde-Mitglieder sind automatisch freizeitunfallversichert. Um 45,60 € im Jahr<br />

(Mitgliedsbeitrag <strong>2017</strong> für Vollmitglieder) können sie aber noch viel mehr Vorteile nutzen!<br />

Als <strong>SPORTaktiv</strong>-Kooperationspartner<br />

liefern die Expertinnen und Experten<br />

der Naturfreunde Österreich in jeder<br />

Ausgabe wertvolle Ratschläge. Umgekehrt<br />

der Tipp: Eine Naturfreunde-Mitgliedschaft<br />

hat viele Vorteile –<br />

hier die wichtigsten:<br />

SICHERHEIT: Bietet die weltweite<br />

Freizeitunfallversicherung (Bergungs-,<br />

Rückholkosten, Gesamtinvalidität ab<br />

25 %) und Haftpflichtversicherung,<br />

die im Mitgliedsbeitrag inkludiert ist.<br />

Detail-Info: www.naturfreunde.at/<br />

versicherung<br />

ALPINE KOMPETENZ: Fundierte Ausbildungen,<br />

Kurse und Trainings in den<br />

Naturfreunde-Ausbildungszentren,<br />

Boulder- & Kletterhallen sowie im<br />

Wildwasserzentrum Wildalpen.<br />

HÜTTENLEBEN: 30 % Ermäßigung<br />

bei Übernachtungen in Schutzhütten<br />

aller alpinen Vereine in Österreich.<br />

MEHR ERLEBNIS: Laufend attraktive<br />

und preisgünstige Angebote und Veranstaltungen<br />

in 460 Ortsgruppen und<br />

neun Landesorganisationen aus sämtlichen<br />

Freizeit- und Sportbereichen.<br />

ABENTEUER FÜR KIDS: Spannende<br />

Feriencamps und Umweltprojekte für<br />

Kinder und Jugendliche.<br />

MEHR URLAUB: Attraktive Sporturlaube<br />

sowie Reiseangeboten im Inund<br />

Ausland.<br />

MEHR INFORMATION: Dank des Magazins<br />

„Naturfreund“, das den Mitgliedern<br />

4 x jährlich interessanteste News<br />

sowie wichtige Service- und Freizeittipps<br />

liefert.<br />

239<br />

Mitgliedsbeiträge der<br />

Naturfreunde <strong>2017</strong><br />

VOLLMITGLIED: € 45,60<br />

ERMÄSSIGTER BEITRAG: € 28,10<br />

(gilt für: 2. Mitglied in einer Lebensgemeinschaft,<br />

19- bis 25-Jährige, Student/-innen<br />

bis zum 27. Lebensjahr,<br />

Ausgleichszulagenempfänger/-innen)<br />

KINDER/JUGENDL. BIS 19 JAHRE: € 18,80<br />

FAMILIENMITGLIEDSCHAFT: € 81,50<br />

Voraussetzung: Familie (mind. 3 Personen)<br />

lebt im gemeinsamen Haushalt<br />

FAMILIENBETRAG FÜR ALLEINERZIEHENDE:<br />

55,50 €<br />

INFOS+KONTAKT:<br />

NATURFREUNDE ÖSTERREICH<br />

Viktoriagasse 6, 1150 Wien<br />

Tel.: 01/892 35 34-0<br />

E-Mail: info@naturfreunde.at<br />

WEB: naturfreunde.at/mitgliedschaft


ESSAY<br />

EGYD GSTÄTTNER:<br />

ÜBER ALLEN<br />

GIPFELN IST ...<br />

WELLNESS<br />

FOTO: iStock<br />

240<br />

<strong>SPORTaktiv</strong>-OUTDOORGUIDE <strong>2017</strong>


„ICH BRAUCHE EINEN GIPFEL!“<br />

fleht Karl Friedrich Sattmann im zweiten<br />

Teil der Piefka Saga, die silberne<br />

Wandernadel ist ihm zu minder. „Ich<br />

zahle jeden Preis.“<br />

Daran hat sich bis heute nichts geändert.<br />

Aber während der Bergführer<br />

Thomas damals noch seine Stirn runzelte,<br />

rollen die Tourismusexperten<br />

unserer Tage sofort den roten Teppich<br />

auf den Gipfel, selbstverständlich „in<br />

Einklang mit der Natur“, und sie haben<br />

auch die entsprechende Sprache bzw.<br />

die entphrasendsten Phrasen dafür intus:<br />

„Lieber Karl Friedrich, herzliche<br />

Gratulation, du bist der moderne,<br />

multi optionale Bergurlauber par<br />

excellence! Und wir bieten dir in unserem<br />

unvergesslichen Naturerlebnis-Eldorado<br />

genau das, was du brauchst: einerseits<br />

Rückzug von der Hektik des<br />

(Flachland-)Alltags, andererseits Erlebnisorientiertheit,<br />

sozusagen Abenteuerheit,<br />

aber in Sicherheit, Action und<br />

Adrenalinkicks! Und das alles in einem<br />

guten Preis-Leistungs-Verhältnis im<br />

Einklang mit der Natur von uns, deinen<br />

authentischen Gastgebern, die wir<br />

dir deine spannende und einfach zu erreichende<br />

Outdoor-Erlebniswelt perfekt<br />

inszenieren.“<br />

Da läuft einem das Hochgebirgswildwasser<br />

im Mund zusammen! Und<br />

wenn ein Mann älter wird, legt er natürlich<br />

Wert auf hohen Wohlfühlfaktor.<br />

Und bei der Wahl zwischen dem<br />

meditativen Weitwanderboom und<br />

dem kontemplativen Kurzwanderboom<br />

kreuzt er immer öfter b) an. Dasselbe<br />

gilt für die Wahl zwischen Sternenzelt<br />

und Vier-Sterne-Ressort oder<br />

die Wahl zwischen schöner Landschaft<br />

und schöner Saunalandschaft.<br />

Hauptsache, die Landschaft ist authentisch<br />

und der Wein autochton!<br />

WIE SALZBURGER NOCKERL<br />

Auch ich brauchte einen Gipfel und<br />

ich entschied mich für unseren naturbelassenen<br />

Outdoor-Erlebnis-Großglockner.<br />

Ich inszenierte ihn selbst<br />

und bezwang ihn gleich zweimal.<br />

Ein Mann wird älter. Der Mann bin<br />

ich. Das Älterwerden passierte ganz<br />

plötzlich, letztes Jahr, von einem Tag<br />

auf den anderen. Noch an dem einen<br />

Tag habe ich den Glockner bezwungen.<br />

Das war nicht schwer. Ich musste<br />

gar nichts tun, denn ich saß im Flugzeug.<br />

Ich hatte einen Fensterplatz und<br />

gaffte gierig hinunter: Schöne Welt! Je<br />

höher man fliegt, desto schöner wird es<br />

unten.<br />

Hundertprozentig sicher kann<br />

ich mir natürlich nicht sein, dass es<br />

wirklich der Glockner war, den ich bezwungen<br />

habe. Denn die Alpen im<br />

Allgemeinen und die Tauern im Speziellen<br />

haben ja so unendlich viele Gipfel<br />

und im Grund schaut einer wie der<br />

andere aus. Hübsch angezuckert waren<br />

auch noch alle.<br />

Natürlich weiß ich, dass der Großglockner<br />

3.798 Meter hoch ist. Aber<br />

hier oben im Flieger konnte ich<br />

schwer nachmessen und ich besaß<br />

auch kein so langes Maßband. Natürlich<br />

hatte ich Markus Pernharts<br />

Glockner-Gemälde im Kopf, aber das<br />

nutzte mir auch nicht als Schablone.<br />

Von oben betrachtet waren die Alpen<br />

eine Salzburger-Nockerl-Wüste: authentische<br />

Gastlichkeit sozusagen.<br />

Der Johannesberg<br />

ist eigentlich viel<br />

schöner als der Großglockner.<br />

Aber er<br />

hat einfach einen<br />

schlechteren PR-Manager.<br />

Und es fehlen<br />

ihm leider 338 Meter.<br />

EGYD GSTÄTTNER<br />

Nach Salzburg flog die Maschine<br />

übrigens nicht weiter Richtung Zentraldeutschland<br />

(dessen Äcker von<br />

oben wie ein Gustav-Klimt-Puzzle<br />

ausschauen), sondern sie schwenkte<br />

und flog die Nordkette entlang. Und<br />

da sah ich auch schon einen dicken<br />

blauen Fleck: den Bodensee! Konstanz!<br />

Lindau! Bregenz! Der Pfänder,<br />

Vorarlberg!<br />

Wie anmutig sich von hier oben<br />

gesehen die Rheintalautobahn durch<br />

das Rheintal schlängelt! Seltsam ist<br />

bloß, dass die Rheintalautobahn direkt<br />

in den Bodensee mündet. Ebenerdig<br />

ist mir das nie aufgefallen. Wenn<br />

da nur kein Unglück passiert. Aber<br />

des Rätsels einfache Lösung lautete:<br />

Das war gar nicht die Rheintalautobahn<br />

– das war der Rhein!<br />

Weil ein Flug in 10.000 Meter<br />

Höhe zwar ein himmlisches Abenteuer<br />

ist, man so hoch oben aber doch das<br />

eine oder andere verwechseln kann,<br />

habe ich mir noch im Flugzeug vorgenommen,<br />

den Glockner noch einmal<br />

anders zu bezwingen, nämlich mit<br />

dem Rad. Bekanntlich hat der Herr<br />

den Mountain erschaffen, damit dem<br />

Mountainbike nicht so fad ist.<br />

Im Sportgeschäft hatte ich aber<br />

ein unangenehmes Aha-Erlebnis zu<br />

verdauen: So ein Mountainbike<br />

schaut ja völlig anders aus, als ich es<br />

mir vorgestellt hatte: zwei dicke Reifen,<br />

ein Rahmen – und der Rest? Alles<br />

gestohlen. Von der Beleuchtung einmal<br />

ganz zu schweigen, fehlten etwa<br />

vorne und hinten die Kotflügel, die,<br />

wie der Name schon sagt, Schmutzschutz<br />

bieten, wenn einen sein Weg<br />

durch Kot und Kuhflade führt.<br />

LÖSUNG LEIHRUCKSACK<br />

Und wo, bitte schön, befindet sich<br />

beim Mountainbike der Gepäcksträger?<br />

Wenn ein Mann älter wird, hat er<br />

ein paar lebensnotwendige Unterlagen<br />

eben immer gerne bei sich: Proviant,<br />

Preiselbeersaft, Doseneiskaffee,<br />

Windjacke, Kappe, Ersatzunterhose,<br />

Ersatzschuhbänder, Handtuch, Badehose,<br />

Erste-Hilfe-Kasten, Medikamente<br />

für Herz, Nieren, Hals und Hirn,<br />

Defibrillator, Fotoapparat, Notizblock,<br />

Lektüre, Nagelzwicker, Lutschtabletten,<br />

Nitrolingualspray, Handbibliothek.<br />

Da stöhnte der<br />

Sportartikelverkäufer und schlug einen<br />

Leihrucksack vor. Ein Leihrucksack?<br />

Ein unterwegs anpassbarer Hiking-Rucksack<br />

mit perfektem Sitz?<br />

Wenn der wüsste, was mein Orthopäde<br />

zu einem Rucksack sagt! Und der<br />

Orthopäde ist ja im Grund bloß der<br />

Pressesprecher meiner Bandscheiben!<br />

Also nie und nimmer!<br />

Über den „Wettkampfbiker“<br />

habe ich einmal gelesen: „Zu viel Ehrgeiz<br />

ist eher kontraproduktiv. Alles,<br />

was über das individuell verträgliche<br />

Trainingspensum hinausgeht, führt<br />

zu Überlastung oder gar Übertraining.“<br />

Genau. Das ist aber auch schon<br />

alles, was ich mit einem Wettkampfbiker<br />

noch gemeinsam habe. Mit den<br />

Jahren bin ich zum Fitnessbiker, zum<br />

241


ESSAY<br />

Alltagsbiker und zuletzt in die Kategorie<br />

„Bikeeinsteiger“ herabgesunken.<br />

Für den Bikeeinsteiger gilt das<br />

gleiche wie für den Bikeaussteiger:<br />

Der Po tut weh, der Rücken schmerzt,<br />

die Hände schlafen ein.<br />

Mein Motto heute: Wenn der Prophet<br />

nicht auf den Berg radelt, schiebt<br />

sich halt der Berg unter die Räder des<br />

Propheten. Nur eine Frage der Inszenierung.<br />

Und damit meine ich die Räder<br />

meines Autos. Klapprad im Kofferraum<br />

neben den Wandershoes. Und so<br />

multioptional positioniert habe ich<br />

den Wellness-Glockner bezwungen.<br />

Wenn ich einen keuchenden Mountainbiker<br />

überholte, versuchte ich, ein<br />

schlechtes Gewissen zu haben. Dafür<br />

aber hatte ich in Heiligenblut keine<br />

Blutblasen, sondern planschte ein<br />

Stündchen im Hallenbad.<br />

SOLANGE ICH ATME, HOFFE ICH<br />

Auf meiner Abenteuerfahrt war ich<br />

hochgestimmt wie einer der Tafelrundenritter,<br />

die König Artus versammelt<br />

hatte. Aus den Rittern von einst sind<br />

Pedalritter geworden, hauptsächlich<br />

freilich Gaspedalritter. Auf der Fahrt<br />

zum Hochtor, dem höchsten Punkt der<br />

Passstraße (Passhöhe 2.504 Meter), waren<br />

mir allerdings zwei todesmutige<br />

Strampler entgegengekommen. Es sah<br />

tierisch-brutal-bärig aus, wie sie so<br />

zwischen Schneewänden auf ihren filigranen<br />

Rädlein durch den gewaltigen<br />

Nebel ins gewaltige Nichts zischten.<br />

Was für Adrenalinkicks die bei dieser<br />

Action haben mussten!<br />

Bevor sie losgebraust waren, hatten<br />

sie wohl über den Tunnel des<br />

Hochtors die Worte IN TE DOMINE<br />

SPERAVI gemeißelt. Ich hoffe, es hat<br />

ihnen genützt: Sollten die anonymen<br />

Bikedownhiller das Bikedownhillen<br />

überlebt haben – Glückwunsch! Falls<br />

nicht: Beileid! Antworten könnte man<br />

auch: Dum spiro, spero! Solange ich<br />

atme, hoffe ich. „Spiro“ heißt übrigens,<br />

soviel ich weiß, eine Sportartikelhersteller-Firma.<br />

Mir freilich stand der Sinn nach<br />

Pasterzengletscher und Kaiser-Franz-Josefs-Höhe.<br />

Die wird hier<br />

auf allen Ansichtskarten und Erlebnisführern<br />

überall mit „f“, nirgends<br />

mit „ph“ geschrieben. Aber was ist<br />

schon richtig? Was falsch? Schließlich<br />

steht am Nationalparkplatz, auf<br />

EGYD GSTÄTTNER<br />

Der Klagenfurter ist freier<br />

Schriftsteller und Hobbysportler.<br />

2.365 Metern – na was wohl? – ein Ruderboot.<br />

Ganz aus Bronze! Schließlich<br />

wurden die Bergriesen hier ringsherum<br />

vor ein paar Millionen oder Milliarden<br />

Jahren (ist ja wurscht) aufgefaltet<br />

und sind aus dem Urozean<br />

herausgekrochen.<br />

Alpe-Adria-authentisch! Deswegen<br />

weht wohl hier oben neben anderen<br />

auch die portugiesische Fahne. Es<br />

ist zu wunderbar, um erfunden zu<br />

sein! Alpe-Adria-Atlantik-Romantik!<br />

Jedenfalls habe ich mich in das<br />

Pasterzengletscherbronzeruderboot<br />

gesetzt, denn von dort hat man den allerbesten<br />

Blick auf him himself – auf<br />

den Großglockner, von dem auf allen<br />

Panoramakarten und in allen Erlebnisführern<br />

steht, dass er 3.798 und<br />

nicht einen Meter weniger hoch ist.<br />

Noch zwei Meter mehr und er hätte<br />

3.800. Das wäre eine perfekt inszenierte<br />

Positionierung, aber das kann<br />

noch dauern.<br />

Aber im Pasterzengletscherbronzeruderboot<br />

sitzend habe ich mich als<br />

multioptionaler Bergurlauber, einer<br />

spontanen Stimmungslage nachgebend,<br />

gegen Action und Adrenalin<br />

und für Entspannung entschieden,<br />

denn durch die Kopflöcher der ins<br />

Hochgebirgspanorama gestellten Sisi-und-Franz-Attrappe<br />

blickend (authentisches<br />

Kulturerlebnis) sah ich,<br />

dass der Johannisberg zwei Gipfel weiter<br />

viel schöner und viel authentischer<br />

ist als der Großglockner!<br />

Hätte ich ein Netzwerk, hätte ich<br />

das Johannisberg-Eldorado-Aha-Outdoor-Erlebnis<br />

sofort kommuniziert!<br />

Habe ich aber nicht und deswegen<br />

weiß es auch niemand, und kein postmoderner<br />

Bergsportler kennt und<br />

ehrt den Johannisberg! Der arme Johannisberg<br />

hat einfach den viel<br />

schlechteren PR-Manager! Das Johannisbergproblem<br />

ist halt, dass er nur<br />

3.460 Meter hoch ist. Nur Platz 2! Zwar<br />

ist er immerhin um 92 Meter höher als<br />

der Hohe Ten, um sensationelle 129<br />

Meter höher als der Fuscherkarkopf,<br />

und dem Sonnenwelleck (3.261 m) hat<br />

er geradezu ein Debakel zugefügt.<br />

Aber er ist eben nach wie vor 338 Meter<br />

niedriger als der Glockner.<br />

DER FUDSCHIJAMA DER ALPEN<br />

Das muss man sich einmal vorstellen:<br />

So gewissenhaft hat sich der Johannisberg<br />

den ganzen Winter über vorbereitet,<br />

so beinhart trainiert, so optimistisch<br />

ist er in die neue Saison<br />

gestartet – und ist immer noch bloß<br />

3.460 Meter hoch. Eine Zahl, die keiner<br />

kennt und niemand hören will.<br />

Wenn sich der Johannisberg so<br />

weiter auffaltet, könnte in der nächsten<br />

Milliarde Jahre noch der eine oder<br />

andere Millimeter dazukommen.<br />

Aber bei Platz 2 wird es bleiben. Eine<br />

Enttäuschung letztlich. Dabei viel<br />

schöner! Viel prächtiger glänzt dessen<br />

Eisgefilde! Wie die Schärpe eines<br />

Brautkleids führt der Pasterzengletscher<br />

ja nicht zum schwarzweißgescheckten<br />

Glockner, sondern zum<br />

tiefweißen eleganten Johannisberg,<br />

zum Mont blanc der Tauerngruppe,<br />

zum Fudschijama der Alpen!<br />

Daher habe ich mir als nächstes<br />

Ausdauerabenteuer vorgenommen,<br />

den Glockner zu erniedrigen und den<br />

Johannisberg (3.460 m!!!) zu erhöhen!<br />

Hoppauf, Joahnnisberg! Man muss<br />

immer zu den Schwächeren halten!<br />

Das wird ein Natur-Abenteuer, dachte<br />

ich in der Panorama-Saunalandschaft<br />

meines Mountain-Resort-Hotels,<br />

schaute durch die Panoramascheibe,<br />

schwitzte und sah: Über allen Gipfeln<br />

ist Wellness! Warte nur, balde, schwitzest<br />

du auch!<br />

KARIKATUR: Pismetstrovic<br />

242<br />

<strong>SPORTaktiv</strong>-OUTDOORGUIDE <strong>2017</strong>


Unsere Regionen bieten<br />

viele köstliche Speck- und<br />

Schinkenschmankerl.<br />

Mit bestem Schweine fleisch,<br />

sorgfältiger Herstellung und<br />

typisch alpen ländischen Würzungen<br />

wird jede Berg jaus’n<br />

zum kulinarischen Erlebnis.<br />

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”<br />

Ich<br />

schau drauf,<br />

dass wir zum Wandern<br />

a ordentliche<br />

Motivation mitbringen.<br />

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Unsere Vielfalt. Unser Genuss.


Akku aufladen<br />

auf gut österreichisch.

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