Koalitionsende im Chaos - was sonst!
FPÖ warnt vor Umsetzung des EU-"Flüchtlingsumverteilungsprogramms"
FPÖ warnt vor Umsetzung des EU-"Flüchtlingsumverteilungsprogramms"
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Nr. 22 . Donnerstag, 1. Juni 2017<br />
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Steirer-SPÖ lehnt Reform<br />
der Mindestsicherung ab<br />
Obwohl die Kosten der Mindestsicherung in der Steiermark in<br />
den letzen vier Jahren um 50 Prozent gestiegen und bereits<br />
58 Prozent der Bezieher Ausländer sind, lehnt die steirische<br />
SPÖ eine Reform weiter ab, kritisiert der freiheitliche Landesparteiobmann<br />
Mario Kunasek. S. 13<br />
Foto: NFZ<br />
<strong>Koalitionsende</strong> <strong>im</strong><br />
<strong>Chaos</strong> – <strong>was</strong> <strong>sonst</strong>!<br />
FPÖ warnt vor Umsetzung des EU-„Flüchtlingsumverteilungsprogramms“<br />
S. 2/3<br />
Rot-Schwarz unbeirrt<br />
auf Zick-Zack-Kurs<br />
Foto: NFZ<br />
Nur FPÖ behält Kurs zu Türkei, Russland-Sanktionen und Verwaltungsreform bei – S. 4/5<br />
PARLAMENT<br />
AUSSENPOLITIK<br />
WIEN<br />
MEDIEN<br />
Abschiebe-Irrtümer<br />
Was nun, Europa?<br />
Rot-grüne Willkür<br />
„Big Dummies“<br />
Der Rechnungshof hat die<br />
Schubhaft und den Vollzug der<br />
Abschiebungen überprüft und<br />
kommt zu einem überraschenden<br />
Ergebnis: Von den abzuschiebenden<br />
Ausländern tauchen mehr unter,<br />
als tatsächlich außer Landes<br />
gebracht werden. S. 6<br />
Nach NATO- und G-7-Gipfel bemerkt<br />
Europa, dass es US-Präsident<br />
Donald Trump mit seiner<br />
„America first“-Politik ernst meint.<br />
Merkel & Co. sehen sich gezwungen,<br />
bei Verteidigungs-, Einwanderungs-<br />
oder Kl<strong>im</strong>apolitik jetzt selbst<br />
aktiv zu werden. S. 8/9<br />
Will Rot-Grün zum S<strong>im</strong>meringer<br />
Parkpickerl nicht nur die wahlberechtigten<br />
S<strong>im</strong>meringer, sondern<br />
auch Asylwerber und Nicht-EU-<br />
Bürger entscheiden lassen? Dieser<br />
Verdacht liegt nahe, weil die<br />
MA 63 die Wählerevidenzliste nicht<br />
herausrücken will. S. 11<br />
Nicht als effiziente Orwells „Big<br />
Brother“ erwiesen sich die vom<br />
deutschen Justizminister eingesetzten<br />
Soziale-Medien-Überwacher.<br />
Zu keinem einzigen der 180<br />
als „strafbarer Inhalt“ angezeigten<br />
Fälle konnte die Justiz ein Strafverfahren<br />
einleiten. S. 14
2 Innenpolitik<br />
Neue Freie Zeitung<br />
Foto: NFZ<br />
Andreas Ruttinger<br />
andreas.ruttinger@fpoe.at<br />
AUS DER<br />
REDAKTION<br />
Wenn Politiker aus dem Amt<br />
geschieden sind, hört man von ihnen<br />
Worte, die man vorher nicht<br />
für möglich gehalten hat. So hat<br />
jetzt Julian Nida-Rümelin, der<br />
ehemalige Kulturminister und<br />
noch <strong>im</strong>mer Mitglied der Grundwertekommission<br />
der SPD, ein<br />
bemerkenswertes Buch „Über<br />
Grenzen denken. Eine Ethik der<br />
Migration“ verfasst.<br />
Klare Worte<br />
Der Kernsatz sei den aktiven<br />
Politikern ins Stammbuch geschrieben:<br />
„Wir erkennen die reale<br />
Situation nicht angemessen,<br />
wenn wir glauben, mit dem Mittel<br />
der Migration einen wesentlichen<br />
Beitrag zur Linderung des Weltelends<br />
leisten zu können.“<br />
Der Philosoph Nida-Rümelin<br />
führt zur aktuellen Problematik<br />
das weit verbreitete Missverständnis<br />
zur Genfer Flüchtlingskonvention<br />
und zum Asylrecht<br />
an. Beides beinhalte nur „Schutz<br />
auf Zeit“ und kein Recht auf dauerhaften<br />
Aufenthalt.<br />
Eine Ideologie der offenen<br />
Grenzen mit der Begründung,<br />
Grenzen ließen sich heute nicht<br />
mehr sichern, erachtet er als hochgefährlich:<br />
Wer staatliche Strukturen<br />
aufrecht erhalten will, muss für<br />
funktionierende Grenzen sorgen.<br />
Den Freiheitlichen und den<br />
Österreichern sind diese Worte<br />
längstens bekannt. Ja, sogar die<br />
Herren Kern und Kurz greifen<br />
gelegentlich darauf zurück, um<br />
dann doch wieder anders zu entscheiden,<br />
weil es der Frau Merkel<br />
oder den Herrschaften in Brüssel<br />
nicht gefällt.<br />
Diese Diskrepanz von Wort<br />
und Tat sollten sich die Österreicher<br />
merken – und sich bis Oktober<br />
nicht noch einmal von Rot<br />
und Schwarz täuschen lassen.<br />
Koalition irrlichtert ihrem E<br />
Verwirrung über eigene Wahlprogramme und die Zust<strong>im</strong>mung zu der von<br />
Die Ankünfte von „Flüchtlingen“ in Italien und deren Aufgriffe am<br />
Brenner steigen. Da die rot-schwarze Koalition dem „EU-Umverteilungsprogramm“<br />
für Flüchtlinge zugest<strong>im</strong>mt hat, erwartet die<br />
FPÖ demnächst eine erneute Einwanderungswelle. Nur, SPÖ und<br />
ÖVP ergehen sich derzeit ausschließlich in Wahlkampfüberlegungen.<br />
Innenpolitisch geht in dieser Koalition<br />
nichts mehr, wie sich be<strong>im</strong><br />
dienstägigen Ministerrat einmal<br />
mehr zeigte. Und außenpolitisch<br />
laufen SPÖ-Kanzler Christian Kern<br />
und ÖVP-Außenminister Sebastian<br />
Kurz der Linie der deutschen<br />
Kanzlerin Angela Merkel hinterher<br />
– wenn auch schon manchmal mit<br />
Unmutsäußerungen.<br />
SPITZE FEDER<br />
Nächste Einwanderungswelle?<br />
Aufgrund der stark ansteigenden<br />
Einwandererankünfte in Italien befürchtet<br />
FPÖ-Bundesparteiobmann<br />
HC Strache, dass das EU-Umverteilungsprogramm<br />
für „Flüchtlinge“<br />
aktiviert werden soll: „Das<br />
Umverteilungsprogramm ist ein<br />
Signal in die völlig falsche Richtung,<br />
denn dieses Programm befeuert<br />
den Zustrom von weiteren zigtausenden<br />
Migranten nach Europa.<br />
Kommt alle nach Europa – das ist<br />
die Botschaft dieses Programms!“<br />
Kern, Kurz, Sobotka und Co.<br />
hätten <strong>im</strong> Interesse Österreich<br />
Stopp sagen müssen, denn Österreichs<br />
Kapazitäten bei der Aufnahme<br />
sogenannter „Flüchtlinge“<br />
seien nämlich längst erschöpft, argumentierte<br />
HC Strache.<br />
„Kern schreibt Briefe an Brüssel,<br />
Kurz spricht sich in Sonntagsreden<br />
für die Eindämmung des Migrationsstroms<br />
aus. Aber wenn es ans<br />
Eingemachte geht, fallen die Herren<br />
allesamt um und handeln wieder<br />
einmal gegen die Interessen der<br />
Österreicher. Verlässliche, verantwortungsvolle<br />
und ehrliche Politik<br />
schaut anders aus“, kritisierte der<br />
FPÖ-Chef.<br />
SPÖ und Basisdemokratie?<br />
Wackelig präsentiere sich die<br />
SPÖ hinsichtlich parteiinterner Urabst<strong>im</strong>mungen<br />
und zum „Kriterienkatalog“<br />
für eine etwaige Koalition<br />
mit der FPÖ. SPÖ-Chef Kern<br />
will sich derzeit nicht festlegen, ob<br />
es eine Urabst<strong>im</strong>mung unter allen<br />
Parte<strong>im</strong>itgliedern über die nächste<br />
Koalition geben soll. Er will den<br />
Kriterienkatalog ebenso „zeitgerecht“<br />
präsentieren wie sein ÖVPvis-à-vis<br />
Kurz das Wahlprogramm<br />
der „Liste Kurz - Die neue ÖVP“.<br />
„Es gibt sie, es gibt sie nicht, es<br />
gibt sie, es gibt sie nicht. Der Eiertanz<br />
der SPÖ rund um eine Urabst<strong>im</strong>mung<br />
oder eine Mitgliederbefragung<br />
über den Kriterienkatalog<br />
und ein etwaiges Koalitionsabkommen<br />
ist nur noch peinlich“, bemerkte<br />
dazu FPÖ-Generalsekretär<br />
Herbert Kickl.<br />
In Wahrheit sollte die SPÖ eine<br />
Urabst<strong>im</strong>mung darüber abhalten,<br />
ob deren Ergebnis auch für die<br />
Sebastian Kurz sucht ein Wahlprogramm.<br />
Foto: NFZ<br />
HC Strache und Herbert Kickl befürcht<br />
bringen SPÖ und ÖVP nichts weiter, u<br />
SPÖ-Spitze dann wirklich Gültigkeit<br />
haben soll. „Ich erinnere an<br />
die SPÖ-Mitgliederbefragung zu<br />
den Freihandelsabkommen CETA<br />
und TTIP, bei der sich eine überwältigende<br />
Mehrheit dagegen ausgesprochen<br />
hat. Und <strong>was</strong> machte<br />
Kern? Er nickte CETA bei der erstbesten<br />
Gelegenheit ab und fiel den<br />
Mitgliedern damit in den Rücken“,<br />
erinnerte Kickl.<br />
„Soziale Ader“ in der ÖVP?<br />
Ähnlich agiere auch Sebastian<br />
Kurz in Fragen des Sozialsystems,<br />
wobei dessen Ankündigungspoli-<br />
IMPRESSUM<br />
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des Freiheitlichen Parlamentsklubs.
Nr. 22 Donnerstag, 1. Juni 2017<br />
g<br />
nde entgegen<br />
Brüssel verordneten Flüchtlingsumverteilung<br />
KURZ UND BÜNDIG<br />
Foto: NFZ<br />
Innenpolitik 3<br />
Deutschdefizite bei Schülern<br />
„Der explosionsartige Anstieg von Schülern<br />
mit schlechten oder keinen Deutschkenntnissen<br />
bestätigt das Versagen der<br />
rot-schwarzen Regierung in der Flüchtlingsfrage“,<br />
so der FPÖ-Bildungssprecher<br />
Wendelin Mölzer (Bild). Fast jeder sechste<br />
Pflichtschüler in Wien kann dem Regelunterricht<br />
nicht folgen. Die FPÖ fordere schon<br />
lange, dass Kinder erst nach Erlernen der<br />
Unterrichtssprache Deutsch in den Regelschulunterricht<br />
eintreten können, aber die<br />
Bildungsministerin lehnt dies vehement ab.<br />
en ein „Ende der Koalition mit Schrecken für die Österreicher“. Inhaltlich<br />
nd aus Brüssel droht das Umverteilungsprogramm für Flüchtlinge.<br />
Pensionisten vergessen nicht<br />
Der FPÖ-Seniorensprecher Werner Neubauer<br />
(Bild) kritisiert das altbekannte Spielchen<br />
der Vertreter von Pensionistenverband<br />
und Seniorenbund, die lautstark nahezu die<br />
identen Forderungen von Seniorenring und<br />
FPÖ propagieren, deren Vertreter in der Regierung<br />
und <strong>im</strong> Nationalrat aber genau das<br />
gegenteilige Handeln an den Tag legen. „Die<br />
Pensionisten vergessen nicht! Sie werden<br />
auch die auf dem Rücken der Parteien ausgetragenen<br />
Kämpfe um den eigenen Machterhalt<br />
nicht vergessen“, so Neubauer.<br />
Foto: NFZ<br />
tik hier mit äußerster Vorsicht zu<br />
begegnen sei, warnte Kickl. Denn<br />
ob der „Innovationsbericht Sozial“,<br />
der <strong>im</strong> Jänner als große Neuerung<br />
präsentiert wurde, <strong>im</strong> Oktober<br />
überhaupt noch Gültigkeit haben<br />
werde, sei schwer vorstellbar.<br />
„Wenn darin die bedarfsorientierte<br />
Mindestsicherung explizit als<br />
‚eine staatliche Hilfe zur Überbrückung<br />
schwieriger Zeiten‘ bezeichnet<br />
wird, so muss auf der anderen<br />
Seite auf die Überlegungen des Finanzministers<br />
zur Umlegung des<br />
deutschen Hartz-IV-Modells auf<br />
Österreich verwiesen werden“, bemerkte<br />
Kickl. Er wies dazu gleich<br />
die gespielte Entrüstung der SPÖ<br />
zurück, handle es sich bei Hartz IV<br />
doch um eine „lupenreine sozialdemokratische<br />
Erfindung“ des Genossen<br />
Gerd Schröder.<br />
Immer gefährlicher offenbare<br />
sich, so Kickl, aber das integrationspolitische<br />
Versagen des<br />
ÖVP-Wunderkindes Kurz: „Der<br />
jüngste Fall des ,Integrationsbotschafters‘<br />
Amir El-Shamy, der den<br />
direkten Weg vom Integrationsbotschafter<br />
des Bundesministers zum<br />
Musl<strong>im</strong>bruder nahm, zeigte das geradezu<br />
exemplarisch auf.“<br />
FPÖ für UNESCO-Kulturerbe<br />
Die Freiheitliche Wirtschaft war die einzige<br />
Fraktion, die bei der Sitzung des Wirtschaftsparlaments<br />
Wien für die Beibehaltung<br />
des UNESCO-Weltkulturerbes <strong>im</strong> Stadtzentrum<br />
in Wien gest<strong>im</strong>mt hat. Damit verbunden<br />
sei auch die Ablehnung für ein Hochhausprojekt<br />
und die Verbauung des öffentlichen<br />
Parks vor dem historischen Konzerthaus. Das<br />
Hochhausprojekt ist eine Kurzschlusshandlung,<br />
welche zukünftigen Generationen das<br />
kulturelle Erbe an einem historischen Platz<br />
n<strong>im</strong>mt. Den Entscheidungsträgern fehlt jeglicher<br />
Sinn für öffentliche Verantwortung“,<br />
so der FPÖ-Bundesrat Reinhard Pisec (Bild).<br />
AUFSTEIGER<br />
ABSTEIGER<br />
Foto: NFZ<br />
Foto: NFZ<br />
Foto: NFZ<br />
Der S<strong>im</strong>meringer FPÖ-Bezirksvorsteher<br />
Paul Stadler, der sich gegen<br />
das Ansinnen von SPÖ und Grünen<br />
wehrt, nicht wahlberechtigte<br />
Einwohner, wie Asylwerber oder<br />
EU-Ausländer, bei der Parkpickerlbefragung<br />
mitentscheiden zu lassen.<br />
Die Wiener SPÖ-Frauenstadträtin<br />
Sandra Frauenberger, die an einem<br />
sexistischen Facebook-Kommentar<br />
eines Genossen nichts auszusetzen<br />
hatte, aber Plakate für eine<br />
Bierwerbung wegen et<strong>was</strong> zu viel<br />
„nackter Haut“ zu Fall brachte.<br />
BILD DER WOCHE Die Rückkehr des SPÖ-Kanzlers zu der von<br />
ihm abgesetzten Pressekonferenz nach dem Ministerrat.<br />
Foto: BKA / Regina Aigner
4 Innenpolitik<br />
Neue Freie Zeitung<br />
!<br />
Unsinnige Sanktionen gegen<br />
Russland zum Schaden<br />
Österreichs<br />
VON DER FPÖ UND HC STRACHE GEFORDERT<br />
2014 HC Strache verurteilte die <strong>im</strong> März verhängten<br />
Sanktionen der Europäischen<br />
Union gegen Russland als „unnötig“.<br />
AUF IHN KANN<br />
ÖSTERREICH<br />
IMMER ZÄHLEN ...<br />
... während andere nur kurz<br />
vor Wahlen scheinbar klüger werden<br />
FPÖ<br />
Sonst wird sich nie <strong>was</strong> ändern<br />
?<br />
VON ROT-SCHWARZ ABGELEHNT:<br />
2014 Bundespräsident Heinz Fischer (SPÖ)<br />
bezeichnet <strong>im</strong> Juli die beschlossenen EU-<br />
Sanktionen gegen Russland als „notwendig“.<br />
SPÖ-Kanzler Werner Faymann<br />
verteidigt die Sanktionen als „Mittel, um<br />
Waffenlieferungen an die Separatisten zu<br />
unterbinden“.<br />
SCHEINBAR AUF FPÖ-LINIE GESCHWENKT:<br />
2014 Im September gestehen SPÖ-Kanzler<br />
Faymann und Vizekanzler Reinhold Mitterlehner<br />
(ÖVP), dass die Sanktionen<br />
zum Nachteil für die he<strong>im</strong>ische Wirtschaft<br />
sind.<br />
2016 Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) will<br />
Österreichs OSZE-Vorsitz 2017 für eine<br />
Lockerung der Sanktionen gegen Russland<br />
nutzen.<br />
BEIM „ELCHTEST“ DURCHGEFALLEN:<br />
2017 SPÖ-Kanzler Christian Kern erklärt <strong>im</strong><br />
März, dass die Russland-Sanktionen zwar<br />
„schädlich für das Wachstum“ seien, es<br />
sei aber jetzt „nicht die Zeit für Entscheidungen“.<br />
!<br />
Kosteneinsparung durch<br />
Zusammenlegung der<br />
Sozialversicherungen<br />
VON DER FPÖ UND HC STRACHE GEFORDERT:<br />
2008 HC Strache fordert in der ORF-TV-<br />
Konfrontation <strong>im</strong> August: „Wir haben<br />
heute 22 Sozialversicherungsträger - ein<br />
riesen bürokratischer Aufwand mit unglaublichen<br />
Kosten - und da sagen wir:<br />
Reduzieren wir doch diese 22 auf zwei<br />
Sozialversicherungsträger.“<br />
VON ROT-SCHWARZ ABGELEHNT:<br />
2014 Hans Jörg Schelling, damaliger Vorsitzender<br />
des Hauptverbandes der Sozialversicherungsträger:<br />
„Es ist einfach, die<br />
Zusammenlegung populistisch zu fordern.“<br />
Gesundheitsminister Alois Stöger<br />
(SPÖ) lehnt das ab, weil es „keine große<br />
Kostenersparnis“ bringe.<br />
FPÖ<br />
Sonst wird sich nie <strong>was</strong> ändern
Nr. 22 Donnerstag, 1. Juni 2017<br />
g<br />
Innenpolitik 5<br />
!<br />
Kein Beitritt der Erdogan-<br />
Türkei zur EU!<br />
VON DER FPÖ UND HC STRACHE GEFORDERT:<br />
2005 HC Strache lehnt einen EU-Beitritt der<br />
Türkei ab: „Die FPÖ bleibt ein Gegner des<br />
EU-Beitritts der Türkei. Die EU soll keine<br />
euro-asiatische Union werden. “<br />
?<br />
SCHEINBAR AUF FPÖ-LINIE GESCHWENKT:<br />
2016 SPÖ-Kanzler Christian Kern will die Organisation<br />
der Gebietskrankenkassen durchleuchten:<br />
„Bei den ÖBB habe ich die Zahl<br />
der Führungskräfte halbiert. Das muss das<br />
Ziel hier auch sein.“ Sozialminister Stöger<br />
(SPÖ) will noch vor der Nationalratswahl<br />
Veränderungen <strong>im</strong> Sozialversicherungssystem<br />
umsetzen.<br />
?<br />
VON ROT-SCHWARZ ABGELEHNT:<br />
2013 SPÖ-Kanzler Werner Faymann zu den<br />
EU-Beitrittsverhandlungen mit der Türkei:<br />
„Für Österreich ist es ein ergebnisoffenes<br />
Verfahren. “<br />
SCHEINBAR AUF FPÖ-LINIE GESCHWENKT:<br />
2017 SPÖ-Kanzler Christian Kern erklärt nach<br />
dem türkische Referendum am 17. April:<br />
„Das Referendum in der Türkei hat gezeigt,<br />
dass die Türkei weit weg vom Weg<br />
nach Europa ist.“ - ÖVP-Außenminister<br />
Sebastian Kurz erklärt be<strong>im</strong> EU-Außenministertreffen<br />
auf Malta: „Die Beitrittsverhandlungen<br />
mit der Türkei machen<br />
aus meiner Sicht keinen Sinn.“<br />
BEIM ,,ELCHTEST“ DURCHGEFALLEN:<br />
2017 Die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini<br />
stellte nach dem EU-Außenministertreffen<br />
auf Malta klar: „Der<br />
Beitrittsprozess geht weiter. Er wird nicht<br />
suspendiert oder beendet. “ - SPÖ und<br />
ÖVP schwiegen dazu.<br />
BEIM „ELCHTEST“ DURCHGEFALLEN:<br />
2016 Der FPÖ-Antrag betreffend der Zusammenlegung<br />
der Sozialversicherungen wird<br />
in der Sitzung des Nationalrates am 6. Juli<br />
2016 von SPÖ und ÖVP abgelehnt.<br />
FPÖ<br />
Sonst wird sich nie <strong>was</strong> ändern
6 Parlament<br />
Neue Freie Zeitung<br />
Foto: NFZ<br />
Norbert Nemeth<br />
Klubdirektor der FPÖ<br />
HOHES<br />
HAUS<br />
Angesichts des angelaufenen<br />
Nationalratswahlkampfes überschlagen<br />
sich die Analytiker in<br />
den Kompetenzbewertungen der<br />
Parteien. Man darf solche Umfragen<br />
nicht überschätzen, ein<br />
gewisser Spiegel für die eigene<br />
Leistung sind sie aber allemal.<br />
Laut einer <strong>im</strong> „Kurier“ publizierten<br />
OGM-Umfrage liegt die<br />
FPÖ mit 45 Prozent bei den Themen<br />
Sicherheit und Zuwanderung<br />
vor der ÖVP mit 23 und der<br />
SPÖ mit blamablen acht Prozent.<br />
Wer will <strong>was</strong>?<br />
Auch bei den Themen Wirtschaft<br />
und Arbeit sowie Soziales,<br />
Einkommen und Pensionen<br />
schaut es für die FPÖ passabel<br />
aus, zumal sie hier deutlich vor<br />
allen anderen Oppositionsparteien<br />
liegt.<br />
Interessant auch eine in der<br />
„Presse“ erschienene Analyse<br />
zur EU-Politik der Freiheitlichen,<br />
denen <strong>im</strong>mer wieder unterstellt<br />
wird, für einen Austritt aus der<br />
EU zu sein.<br />
Reinhard Heinisch von der<br />
Universität Salzburg hat in einer<br />
grenzüberschreitenden Studie<br />
alle EU-Reden von HC Strache in<br />
den vergangenen vier Jahren ausgewertet.<br />
Demnach waren 91,6<br />
Prozent der Statements „eindeutig<br />
negativer Natur“.<br />
Im Vergleich zu Le Pen oder<br />
Wilders gibt es gemäß Heinisch<br />
bei der FPÖ allerdings einen zentralen<br />
Unterschied: Aber aus der<br />
EU austreten wollen wir nicht.<br />
Auch sei der Austritt aus EU und<br />
Eurozone nicht als Ziel <strong>im</strong> Parteiprogramm<br />
der FPÖ festgeschrieben.<br />
Stattdessen gebe es die Forderung<br />
nach einer grundlegenden<br />
„Reform“ der Union.<br />
Ich meine, mit dieser Einschätzung<br />
kann die FPÖ gut leben.<br />
Foto: NFZ<br />
MENSCHENRECHTE<br />
Saudi-Zentrum bleibt in Wien<br />
Mit den St<strong>im</strong>men von SPÖ und ÖVP wurde <strong>im</strong><br />
Menschenrechtsausschuss des Nationalrats die Forderung<br />
der Grünen, vom Übereinkommen zur Errichtung<br />
des König Abdullah Zentrums (KAICIID)<br />
zurückzutreten sowie das Amtssitzabkommen aufzukündigen,<br />
abgelehnt. „Kulturförderung oder Zusammenarbeit<br />
mit Vertretern der Scharia-Gesetze und der<br />
Todesstrafe zu betreiben, ist nicht nachvollziehbar“,<br />
erklärte dazu FPÖ-Abgeordneter Wolfgang Klinger.<br />
Foto: NFZ<br />
AGRARPOLITIK<br />
Mehr Kontrolle<br />
Ein gemeinsamer Antrag von<br />
FPÖ, Grünen, Team Stronach und<br />
NEOS zielt auf eine Besetzung des<br />
Verwaltungsrats der Agrarmarkt<br />
Austria (AMA) mit Vertretern aller<br />
<strong>im</strong> Hauptausschuss des Parlaments<br />
vertretenen Parteien ab, um eine<br />
bessere Kontrolle und mehr Transparenz<br />
zu gewährleisten.<br />
Mehr untergetauchte als<br />
abgeschobene Ausländer<br />
Über 39.000 Personen sind vor der Abschiebung untergetaucht<br />
Im Sommer 2015 hat der Rechnungshof<br />
den Vollzug der<br />
Schubhaft in Österreich unter<br />
die Lupe genommen. Das Ergebnis<br />
bestätigt einmal mehr die<br />
Kritik der FPÖ.<br />
Laut Bericht des Rechnungshofs<br />
zum Vollzug der Schubhaft wurden<br />
<strong>im</strong> Zeitraum 2010 bis 2014 exakt<br />
33.612 Außerlandesbringungen<br />
dokumentiert. Gleichzeitig sei aber<br />
bei mehr als 39.000 Personen nicht<br />
klar, ob sie trotz rechtskräftiger<br />
Entscheidung das Land tatsächlich<br />
auch verlassen haben. „Auch die<br />
Verhängung von Schubhaft hat bei<br />
diesen <strong>im</strong> Endeffekt oft nicht zum<br />
Ziel geführt“, kritisiert der RH.<br />
Foto: NFZ<br />
Luxushaftzentrum Vordernberg: Die Kosten explodieren weiter.<br />
Dauerproblem Vordernberg<br />
Die Prüfer nahmen auch das steirische<br />
Schubhaftzentrum Vordernberg<br />
unter die Lupe. Seit dessen<br />
Eröffnung 2014 sei dieses max<strong>im</strong>al<br />
zu 18 Prozent mit Schubhäftlingen<br />
ausgelastet gewesen. Seit 2015<br />
Gesundheitsministerin Pamela<br />
Rendi-Wagner (Bild) lieferte<br />
Sonntags in der TV-„Pressestunde“<br />
ein Lehrstück des SPÖ-Politikverständnisses<br />
ab: Keine Frage konkret<br />
beantworten, stattdessen auf<br />
„die Zukunft“ ohne genauen Zeitpunkt<br />
verweisen.<br />
So ist die Ministerin zu Fragen<br />
zum Ärztemangel, den Wartezeiten<br />
in den Spitälern sowie zu den künftigen<br />
PHC-Zentren „sehr vage“<br />
geblieben, kritisierte FPÖ-Gesundheitssprecherin<br />
Dagmar Belakowitsch-Jenewein:<br />
„Gerade in<br />
der Frage der Pr<strong>im</strong>ary Health Care-Zentren<br />
(PHC) will Rendi-Wagner<br />
den eingeschlagenen Weg unbeirrt<br />
weitergehen, obwohl sich die<br />
Untauglichkeit dieser Institutionen<br />
schon längst gezeigt hat.“<br />
werden verstärkt normale Häftlinge<br />
untergebracht. Nur, die Kosten sind<br />
enorm: Ein Hafttag kostet selbst bei<br />
Vollauslastung dre<strong>im</strong>al soviel wie<br />
in vergleichbaren Anstalten.<br />
Hoffnung als einzige rote Perspektive?<br />
Man müsse Rendi-Wagner zwar<br />
zugestehen, dass sie erst ein paar<br />
Wochen <strong>im</strong> Amt sei. Doch für die<br />
seit dem Jahr 2012 ranghöchste<br />
Beamtin <strong>im</strong> Gesundheitsressort sei<br />
es einigermaßen blamabel, wenn<br />
sie sich auf die Position einer erst<br />
„einzuarbeitenden Ministerin“<br />
zurückziehe, bemerkte Belakowitsch-Jenewein:<br />
„Rendi-Wagner<br />
trägt also schon seit langem die<br />
Verantwortung für die Entwicklungen<br />
<strong>im</strong> Gesundheitsressort, und<br />
am Ende der Gesetzgebungsperiode<br />
muss man leider konstatieren:<br />
Gezählt und gewogen – und für zu<br />
leicht befunden.“
Nr. 22 Donnerstag, 1. Juni 2017<br />
g<br />
Den hektischen Bestrebungen bei SPÖ und ÖVP, ihre „Bildungsreform“<br />
noch vor den Wahlen umzusetzen, hält FPÖ-Bildungssprecher<br />
Wendelin Mölzer die freiheitlichen Bedingungen für eine eventuelle<br />
Zust<strong>im</strong>mung zu der „Zwei-Drittel-Materie“ entgegen.<br />
„Eine Zust<strong>im</strong>mung der Freiheitlichen<br />
zu der von SPÖ und ÖVP<br />
angestrebten Umsetzung der Bildungsreform<br />
in letzter Minute wird<br />
es nur bei der Umsetzung wesentlicher<br />
Punkte geben“, stellte der freiheitliche<br />
Bildungssprecher Wendelin<br />
Mölzer klar.<br />
Als strittige Punkte bezeichnete<br />
der FPÖ-Mandatar die geplanten<br />
Modellregionen für die Gesamtschule,<br />
die Erbringung eines<br />
Nachweises über ausreichende<br />
Deutschkenntnisse vor Eintritt in<br />
den Regelunterricht, volle Transparenz<br />
und Kontrolle der neuen<br />
Bildungsdirektionen, den Erhalt<br />
der Sonderschulen, weitgehende<br />
Freiwilligkeit in Hinblick auf die<br />
Schulclusterbildung, die Verbesserung<br />
der Lehrerausbildung sowie<br />
die Erleichterung des Quereinstiegs<br />
in den Lehrerberuf.<br />
Kein „Wiener Modell“<br />
„In den laufenden Verhandlungen<br />
hat sich herausgestellt, dass<br />
vor allem die Einführung von<br />
Sprachklassen für Kinder ohne<br />
ausreichende Deutschkenntnisse<br />
einen Knackpunkt darstellen“, betonte<br />
Mölzer. Er forderte von SPÖ<br />
und ÖVP die Einführung einer neutralen<br />
und standardisierten Sprachstandsfeststellung<br />
vor Eintritt in<br />
den Regelunterricht.<br />
„Ebenso kann es für uns Freiheitliche<br />
keine Modellregionen<br />
für Gesamtschulen geben, wie sie<br />
von SPÖ-Bildungsministerin Sonja<br />
Hammerschmid und den Vorarlberger<br />
Grünen geplant ist. Dieses<br />
rot-grüne Vorhaben, die Wahlfreiheit<br />
zwischen Gesamtschule und<br />
Gymnasium in seiner Langform<br />
abzuschaffen, würde unsere Kinder<br />
zu Versuchskaninchen degradieren“,<br />
warnte Mölzer. Er verwies<br />
in diesem Zusammenhang auf die<br />
Parlament 7<br />
Zu viele Knackpunkte bei Bildungsreform<br />
FPÖ will „Last-minute“-Entscheidung nur nach Umsetzung wesentlicher Punkte zust<strong>im</strong>men<br />
600 Millionen Euro für<br />
deutsche Studenten<br />
„Es ist bemerkenswert, wenn<br />
wir seit Jahren wissen, dass uns<br />
die deutschen Numerus-Clausus-Flüchtlinge<br />
rund 600 Millionen<br />
Euro <strong>im</strong> Jahr kosten, die Gesundheitsministerin<br />
Pamela Rendi-Wagner<br />
jedoch diese Fakten erst einmal<br />
evaluieren möchte“, empörte sich<br />
der freiheitliche Wissenschaftssprecher<br />
Andreas Karlsböck.<br />
Es sei längst bekannt, dass deutsche<br />
Numerus-Clausus-Flüchtlinge<br />
Österreich zum „Lieblingsziel“ in<br />
der EU erkoren haben. So studierten<br />
<strong>im</strong> Wintersemester 2014/15 zuletzt<br />
rund 26.500 von ihnen an österreichischen<br />
Hochschulen – Tendenz<br />
weiterhin steigend. Der Nachteil<br />
für Österreich, das die Ausbildung<br />
der deutschen Studenten finanziert,<br />
dabei ist, dass 68 Prozent der Deutschen<br />
in den ersten drei Jahren nach<br />
dem Bachelorabschluss aus Österreich<br />
fortgingen, bei den Medizinern<br />
sind es gar 84 Prozent.<br />
„Während die Quotenregelung<br />
für ausländische Studenten be<strong>im</strong><br />
Medizinstudium in Österreich auch<br />
künftig Gültigkeit hat, ist diese für<br />
Nur zum Studieren in Österreich.<br />
Zahnmedizinstudenten gefallen“,<br />
bemerkte Karlsböck dazu. Damit<br />
werde sich die Situation für österreichische<br />
Studenten an den Universitäten<br />
verschärfen und auch die<br />
Kosten für Österreichs Steuerzahler<br />
weiter ansteigen.<br />
„Das alles muss die Frau Gesundheitsministerin<br />
nicht evaluieren<br />
lassen, diese Zahlen liegen auf<br />
dem Tisch. Es wäre wünschenswert,<br />
wenn sich diese Bundesregierung,<br />
oder jene Teile, die noch<br />
handlungsfähig sind, dafür stark<br />
machen würden, diese Gelder von<br />
der Bundesrepublik Deutschland<br />
zurückzufordern“, betonte der<br />
FPÖ-Wissenschaftssprecher.<br />
Foto: NFZ<br />
Foto: NFZ<br />
FPÖ sieht auf der „Bildungsbaustelle“ zu viele falsche Ansätze.<br />
FPÖ-ABGEORDNETE DECKEN AUF<br />
Zu viel Bürokratie bei<br />
Kr<strong>im</strong>inalitätsstatistik<br />
In der Asylunterkunft in der<br />
ehemaligen Custozza-Kaserne in<br />
Neulengbach kam es seit Dezember<br />
2015 zu 21 Polizeieinsätzen.<br />
Die Gründe für Polizeieinsätze<br />
waren neben Streitigkeiten zwischen<br />
Asylwerbern und verbalen<br />
Auseinandersetzung mit Betreuern<br />
auch strafrechtliche Delikte<br />
sowie der Verstoß gegen ein Betretungsverbot.<br />
Bei den Einsätzen<br />
waren insgesamt 46 Beamte <strong>im</strong><br />
Dienst, die Kosten beliefen sich<br />
dabei auf insgesamt 7.200 Euro.<br />
Dies geht aus einer Beantwortung<br />
einer Anfrage der FPÖ-Abgeordneten<br />
Barbara Rosenkranz durch<br />
das Innenministerium hervor.<br />
Da nicht ausgeschlossen werden<br />
kann, dass auch außerhalb der<br />
Asylunterkunft strafrechtliche<br />
Delikte begangen wurden, hätten<br />
„zeit- und personalintensive individuelle<br />
Einzelabfragen“ durchgeführt<br />
werden müssen. Doch<br />
das war dem Ministerium wohl<br />
wegen des zu hohen Verwaltungsaufwandes<br />
nicht möglich.<br />
Wiener Erfahrungen: Als Konsequenz<br />
dieser Niveausenkung bei<br />
den Wiener AHS wird bereits jedes<br />
fünfte Kind in Privatschulen unterrichtet.<br />
„Damit erreichte man genau<br />
das Gegenteil des angestrebten<br />
Ziels“, betonte Mölzer.<br />
Keine Erfassung abgelehnter<br />
Asylwerber<br />
Im Jahr 2016 wurden insgesamt<br />
279 Karten für „Geduldete“<br />
in Österreich ausgestellt. Das<br />
sind abgelehnte Asylweber, die<br />
aufgrund verschiedener Gründe<br />
nicht in ihre Herkunftsländer abgeschoben<br />
werden können und<br />
deshalb eine auf ein Jahr begrenzte<br />
Duldungskarte erhalten. Dies<br />
erklärte das Innenministerium auf<br />
Anfrage der FPÖ-Abgeordneten<br />
Edith Mühlberghuber. Auf die<br />
Frage, wie viele rechtskräftig abgelehnte<br />
Asylwerber sich in Österreich<br />
aufhalten, antwortete das<br />
Ministerium kryptisch, dass „entsprechende<br />
Statistiken nicht geführt<br />
werden, da der tatsächliche<br />
Aufenthalt rechtskräftig abgewiesener<br />
Asylwerber <strong>im</strong> Bundesgebiet<br />
nicht lückenlos erfassbar ist“.<br />
Foto: swiss <strong>im</strong>age
8 Außenpolitik<br />
Neue Freie Zeitung<br />
Foto: NFZ<br />
Harald Vil<strong>im</strong>sky<br />
Merkel n<strong>im</strong>mt Trump<br />
nur als Vorwand<br />
Deutsche Kirchen warnen<br />
weiter vor „Islamophobie“<br />
Zum Beginn des moslemischen<br />
Fastenmonats Ramadan am vergangenen<br />
Sonntag hat die Terrormiliz<br />
„Islamischer Staat“ (IS) ihre<br />
Anhänger einmal mehr dazu aufgerufen,<br />
Anschläge in Europa zu verüben.<br />
In einem Propaganda-Video<br />
„Wo sind die Löwen des Krieges“<br />
wurden Moslems in Europa aufgefordert,<br />
zu einem „totalen Krieg“<br />
gegen die „Ungläubigen“ <strong>im</strong> Westen<br />
aufzustehen und diese „zuhause,<br />
auf ihren Märkten, Straßen und<br />
Treffpunkten zu attackieren“.<br />
Im Gegensatz dazu haben die<br />
deutschen Kirchenführer vor „zunehmendem<br />
Populismus und Angriffen<br />
auf Demokratie, Freiheit<br />
und Menschenwürde“ gewarnt.<br />
Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz,<br />
Kardinal Reinhard<br />
Marx (Bild), appellierte an die<br />
Moslems in Deutschland, sich für<br />
„die europäische Idee“ einzusetzen.<br />
„Heute ist der Prozess der Einigung<br />
Europas harten Rückschlägen<br />
und Anfeindungen ausgesetzt“,<br />
beklagte Marx allerdings nicht die<br />
FÜR ÖSTERREICH IM EU-PARLAMENT<br />
Über den aktuellen Zustand<br />
der EU ist eigentlich alles gesagt,<br />
wenn die „Washington Post“ die<br />
deutsche Bundeskanzlerin Angela<br />
Merkel als „Europas De-facto-Führerin“<br />
bezeichnet. Der Anlass<br />
war Merkels Sager in einem<br />
Münchener Bierzelt: „Wir Europäer<br />
müssen unser Schicksal<br />
wirklich in unsere eigene Hand<br />
nehmen.“<br />
Hintergrund ist auch die Forderung<br />
Trumps, dass die Europäer<br />
<strong>im</strong> Rahmen der NATO endlich<br />
mehr für ihre Verteidigung ausgeben<br />
sollen. Die USA tragen<br />
Foto: Erzbischöfliches Ordinariat München<br />
70 Prozent der NATO-Verteidigungsausgaben<br />
und geben 3,3<br />
Prozent des BIP für ihr Militär<br />
aus. Die Deutschen liegen gerade<br />
einmal bei 1,2 Prozent, aber gemäß<br />
NATO-Vereinbarung sollten<br />
es eigentlich zwei Prozent sein.<br />
Glaubt jemand, dass Deutschland<br />
und andere europäische<br />
Staaten ihre Verteidigungsausgaben<br />
erhöhen, um ihr „Schicksal<br />
in die eigene Hand zu nehmen“?<br />
Im Moment stehen die Zeichen<br />
wegen des Brexit und des neuen<br />
französischen Präsidenten<br />
Macron auf beschleunigter Vertiefung<br />
der EU, <strong>was</strong> die „FAZ“ Merkels<br />
„Gehe<strong>im</strong>plan für Europa“<br />
nennt. Nach und nach soll Souveränität<br />
von den Mitgliedsstaaten<br />
auf die Brüsseler Zentralbürokratie<br />
übertragen werden: EU-weite<br />
Euro-Einführung, eigenes Budget<br />
für die Eurozone, EU-Finanzminister,<br />
Schuldenunion und Verteidigungsunion.<br />
Das muss verhindert<br />
werden. Eine gute Zukunft in<br />
Europa ist nur ohne diesen Zentralisierungswahn<br />
möglich.<br />
islamistischen Terroranschläge in<br />
Europa, sondern die anwachsende<br />
Kritik an der Einwanderungspolitik<br />
der EU. Diese Kritik sei durch<br />
„Missverständnisse und populistische<br />
Demagogie“ geprägt.<br />
Diese Unterwürfigkeit erinnert<br />
stark an den Besuch von Marx<br />
und seines evangelischen Kollegen<br />
Heinrich Bedford-Strohm auf<br />
dem Jerusalemer Tempelberg, als<br />
sie „aus Höflichkeit“ gegenüber ihren<br />
moslemischen Gastgebern ihre<br />
Brustkreuze abgelegt hatten.<br />
Marx: Keine Kritik am Islam.<br />
Foto: NATO<br />
Europas Entsetzen<br />
der amerikanische<br />
US-Präsident Donald Trump lässt EU bei Kl<strong>im</strong>asch<br />
Bye, bye Europa. Die Europäer reagierten sauer auf die Aufforderung von U<br />
gen müssen – und das nicht nur be<strong>im</strong> Militärbündnis NATO, sondern auch b<br />
Der neue US-Präsident Donald Trump hat den Europäern auf dem<br />
NATO-Gipfel und be<strong>im</strong> G-7-Treffen klargemacht, dass sie zukünftig<br />
bei Notwendigkeiten (Verteidigung, Einwanderung) und Torheiten<br />
(Kl<strong>im</strong>aschutz) nicht mehr mit der uneingeschränkten Unterstützung<br />
Washingtons rechnen dürfen. Seine Kritiker in der EU, allen<br />
voran Deutschlands Kanzlerin Angela Merkel, sind entsetzt.<br />
Trump hat bei seiner ersten<br />
großen Auslandsreise allen klar<br />
gemacht, dass er sein Wahlversprechen<br />
„America first“ umzusetzen<br />
gedenkt. Das heißt, weniger<br />
US-Engagement in der NATO, dafür<br />
verstärkter Kampf gegen Terrorismus<br />
und gegen illegale Einwanderung<br />
– in die USA. Denn das<br />
sind für die meisten Amerikaner<br />
auch die Prioritäten auf der politischen<br />
Agenda.<br />
EU auf sich gestellt<br />
Schockiert zeigte sich darüber<br />
die deutsche Bundeskanzlerin Angela<br />
Merkel: „Die Zeiten, in denen<br />
wir uns auf andere völlig verlassen<br />
konnten, sind (...) vorbei. Wir Europäer<br />
müssen unser Schicksal wirklich<br />
in die eigene Hand nehmen.“<br />
Wie dringend das notwendig<br />
wäre, verdeutlichte die neuerliche<br />
„Rettung“ von rund 10.000 Einwanderern<br />
aus dem Mittelmeer und<br />
deren Verschiffung durch Hilfsorganisationen<br />
nach Italien genau<br />
an dem Wochenende, an dem Merkel<br />
& Co. die rigorose Einwanderungspolitik<br />
des US-Präsidenten<br />
kritisierten.<br />
Besonders empfindlich reagierten<br />
die Europäer auf die „Brüskierung“<br />
auf dem NATO-Gipfel in<br />
Brüssel. Dort hatte Trump auf die<br />
Realisierung des von den europäischen<br />
Verbündeten vor Jahren gegebenen<br />
Versprechens gepocht,<br />
Nur drei europäische NATO-Staaten er<br />
tärausgaben auf zwei Prozent der Wirt
Nr. 22 Donnerstag, 1. Juni 2017<br />
g<br />
über das Ende<br />
n Bevormundung<br />
utz, Einwanderung und Verteidigung „<strong>im</strong> Stich“<br />
S-Präsident Donald Trump, dass sie in Zukunft „ihren Kram“ selbst besorei<br />
der Einwanderung oder der Kl<strong>im</strong>apolitik.<br />
ihre Verteidigungsausgaben auf<br />
zwei Prozent ihrer Wirtschaftsleistung<br />
(BIP) zu erhöhen – statt sich<br />
weiterhin auf die Sicherheitszusagen<br />
und die militärische Kraft der<br />
USA zu verlassen, aber gleichzeitig<br />
Washington dafür zu kritisieren.<br />
Obama gut, Trump schlecht<br />
Das führte SPD-Chef Martin<br />
Schulz vor, der die Drohnenangriffe<br />
der Amerikaner gegen die Taliban<br />
und den „Islamischen Staat“<br />
heftig kritisierte. Dabei ignorierte<br />
er, wie auch die meisten europäischen<br />
Medien, dass es Friedensfüllten<br />
2016 die Zusage, die Milischaftsleistungen<br />
heranzuführen.<br />
Grafik: NATO<br />
nobelpreisträger Barack Obama<br />
war, der den „Drohnenkrieg“ eingeführt<br />
und exzessiv befohlen hat.<br />
Auch das Abhören ihres Diensttelefons<br />
sowie die gesamte NSA-Abhöraffäre<br />
hat Kanzlerin Merkel<br />
dem von den Europäern verehrten<br />
Ex-US-Präsidenten gnädig verziehen<br />
und Obama als Friedensbotschafter<br />
und Wahlkampfhelfer zum<br />
Kirchentag nach Berlin eingeladen.<br />
Europas „Kämpfe gegen ...“<br />
Sein Nachfolger Trump hat hingegen<br />
Merkel zu ihrem Lieblingsthema,<br />
dem Kl<strong>im</strong>awandel, <strong>im</strong> Stich<br />
gelassen. Dieser hatte nicht nur wegen<br />
des Fehlens des größten Kl<strong>im</strong>asünders,<br />
China, auf ein gemeinsames<br />
Abschlussdokument am<br />
G-7-Gipfel verzichtet, sondern will<br />
wegen der nachteiligen Auswirkungen<br />
auf die US-Industrie aus dem<br />
Kl<strong>im</strong>a-Abkommen ganz aussteigen.<br />
Eine Ehrlichkeit, die bei den Europäern<br />
schlecht ankommt: Diese<br />
verfehlen zwar auch jedes Jahr<br />
ihr eigenen Kl<strong>im</strong>aziele und brechen<br />
damit das Abkommen de facto<br />
ständig, aber verkünden trotzig<br />
das Festhalten am „Kampf gegen<br />
den Kl<strong>im</strong>awandel“. Ebenso wie am<br />
„Kampf gegen den (islamistischen)<br />
Terror“, aber ohne die Einwanderung<br />
aus islamischen Ländern einschränken<br />
zu wollen.<br />
KURZ UND BÜNDIG<br />
Außenpolitik 9<br />
Proteste gegen rote Diktatur<br />
Die Demonstrationen in Venezuela gegen<br />
das diktatorische Vorgehen des sozialistischen<br />
Staatspräsidenten Nicolás Maduro<br />
halten weiter an. Einem Gedenkmarsch der<br />
Opposition für die rund 60 Todesopfer der<br />
jüngsten Protestwelle setzte Maduro mit dem<br />
Einsatz von Tränengas und Wasserwerfern<br />
ein Ende. Mindestens 16 Menschen werden<br />
dabei verletzt, darunter auch der Oppositionsführer<br />
Henrique Capriles. Seit Anfang<br />
April gehen in Venezuela fast täglich Menschen<br />
auf die Straße, um gegen eine Aushöhlung<br />
der Demokratie und und die Versorgungsuengpässe bei Lebensmittel,<br />
Medikamenten und Dingen des täglichen Bedarfs zu protestieren.<br />
Unfriedliche britische Moslems<br />
Foto: youtube.com<br />
Nach dem Selbstmordattentat in Manchester<br />
setzten die üblichen Mechanismen der<br />
Verharmlosung des Islamismus ein. Vor rund<br />
einem Jahr ergab eine Umfrage <strong>im</strong> Auftrag<br />
des TV-Senders „Channel 4“, <strong>was</strong> Moslems<br />
wirklich denken. Die Ergebnisse waren erschreckend.<br />
Nur 34 Prozent der Befragten<br />
gaben an, sie würden die Polizei informieren,<br />
wenn ein Bekannter sich mit Sympathisanten<br />
des „Islamischen Staates“ einlasse. 23<br />
Prozent sprachen sich für die Einführung der<br />
Scharia aus. 32 Prozent weigerten sich, Moslems zu verurteilen, die wegen<br />
der Beleidigung des Propheten Mohammed gewalttätig werden.<br />
Macron will Dialog mit<br />
Moskau wieder stärken<br />
Frankreichs neuer Staatspräsident<br />
Emmanuel Macron unterlief<br />
mit dem Empfang von Russlands<br />
Präsidenten Vlad<strong>im</strong>ir Putin die europäische<br />
Ächtungshaltung gegenüber<br />
Moskau. Er halte einen Dialog<br />
mit Russland bei aller Kritik aber<br />
für unerlässlich, betonte Macron.<br />
Der französische Präsident, der<br />
<strong>im</strong> Vorfeld des Treffens einen anspruchsvollen<br />
Dialog ohne Zugeständnisse<br />
angekündigt hatte,<br />
sprach anschließend von einem offenen<br />
und direkten Austausch. Putin<br />
fügte an, dass es zwar Differenzen<br />
gebe, aber in vielen Punkten<br />
auch übereinst<strong>im</strong>mende Analysen.<br />
Absolute Priorität legte Macron<br />
auf Syrien, wo der Kampf gegen<br />
den Terrorismus und die Ausrottung<br />
terroristischer Gruppen, insbesondere<br />
der Terrormiliz Islamischer<br />
Staat (IS), absolute Priorität<br />
hätte. Deswegen solle die Partnerschaft<br />
mit Russland gestärkt werden.<br />
Zugleich müsse es in dem<br />
Bürgerkriegsland einen demokratischen<br />
Wandel geben, ohne aber die<br />
Foto: Présidence de la République - F. Lafite<br />
Foto: jihadwatch<br />
Stabilität des syrischen Staates zu<br />
gefährden.<br />
Das bedeutet aber keinesfalls ein<br />
verstärktes französisches Militärengagement<br />
zur Erreichung dieses<br />
Ziels, betonte Macron. Ein solches<br />
werde es nur geben, wenn eine der<br />
Kriegsparteien wieder Chemiewaffen<br />
einsetzen sollte: „Jeder Einsatz<br />
von Chemiewaffen überschreitet<br />
eine rote Linie und wird Vergeltungsmassnahmen<br />
und einen sofortigen<br />
Gegenschlag von Seiten der<br />
Franzosen zur Folge haben.“<br />
Macron will Dialog mit Putin.
10 Leserbriefe<br />
Neue Freie Zeitung<br />
TERMINE<br />
JUNI<br />
6<br />
FPÖ-Stammtisch<br />
in Stadlau<br />
Die FPÖ Donaustadt lädt am<br />
Dienstag, dem 6. Juni 2017, zu ihrem<br />
Stadlau-Stammtisch ins Gasthaus<br />
Selitsch (Konstanziagasse 17,<br />
1220 Wien). Beginn: 19.00 Uhr.<br />
JUNI<br />
7<br />
Stammtisch der<br />
FPÖ S<strong>im</strong>mering<br />
Die FPÖ S<strong>im</strong>mering lädt am<br />
Mittwoch, dem 7. Juni 2017, zu<br />
ihrem Stammtisch ins Gasthaus<br />
„Auszeitstüberl“ (Grillgasse 20,<br />
1110 Wien). Referent: LAbg. Georg<br />
Fürnkranz. Beginn: 19.00 Uhr.<br />
JUNI<br />
7<br />
FPÖ-Stammtisch in<br />
Kaisermühlen<br />
Die FPÖ Donaustadt lädt am<br />
Mittwoch, dem 7. Juni 2017, zu ihrem<br />
Kaisermühlen-Stammtisch ins<br />
Gasthaus „Vorstadtwirt“ (Schüttaustraße<br />
64, 1220 Wien). Beginn:<br />
19.00 Uhr.<br />
JUNI<br />
10<br />
Grätzelfest der<br />
FPÖ S<strong>im</strong>mering<br />
Der freiheitliche Bezirksvorsteher<br />
Paul Stadler und die FPÖ S<strong>im</strong>mering<br />
laden am Samstag, dem<br />
10. Juni 2017, zu ihrem Grätzelfest<br />
am Leberberg <strong>im</strong> Innenhof<br />
des Gemeindebaus am Rosa-Jochmann-Ring<br />
5 (1110 Wien) Jung und<br />
Alt zu Essen, Trinken, Musik, Luftburg,<br />
Spaß und vielem mehr. Beginn:<br />
15.00 Uhr.<br />
JUNI<br />
13<br />
FPÖ-Stammtisch<br />
in Aspern<br />
Die FPÖ Donaustadt lädt am<br />
Dienstag, dem 13. Juni 2017, zu ihrem<br />
Aspern-Stammtisch ins Gasthaus<br />
Hollmann (Zachgasse 4, 1220<br />
Wien). Beginn: 19.00 Uhr.<br />
LESER AM WORT<br />
Kosten für Wahlwerbung<br />
Die Parteien geben offiziell 40<br />
Millionen Euro für Wahlwerbung<br />
aus. Das ist aber nur ein Teil der<br />
wahren Wahlwerbungskosten, denn<br />
die Regierungsparteien betreiben<br />
seit Wochen Wahlwerbung – man<br />
denke nur an die Pizza-Aktion von<br />
Kanzler Kern oder an die vielen<br />
Annoncen, die von den Ministerien<br />
geschaltet werden und die nichts<br />
anderes als Eigenwerbung für eine<br />
Partei sind. Dazu gehören auch die<br />
Gratis-Zeitungen, die vom Steuerzahler<br />
finanziert werden. Somit beträgt<br />
die Wahlwerbung sehr viel<br />
mehr als 40 Millionen, nur darüber<br />
spricht man nicht.<br />
Stephan Pestitschek, Strasshof<br />
Völlig falsche Debatte<br />
Die Nervosität vor den bevorstehenden<br />
Neuwahlen ist vor allem<br />
bei der SPÖ unübersehbar. Unerklärlicher<br />
Weise scheint bei den<br />
Roten die Frage, ob und wie weit<br />
man sich gegenüber der FPÖ öffnen<br />
soll oder nicht, zum wichtigs-<br />
ten Punkt geworden zu sein. Das<br />
ist ein Beweis dafür, wie man ein<br />
Pferd von der falschen Seite satteln<br />
kann und wie weit man sich von der<br />
Realität verabschieden kann. Kern<br />
& Co müssen zuerst die verantwortungslose<br />
SPÖ-Politik viel zu vieler<br />
Jahre zum Einsturz bringen und<br />
zukunftsbedrohenden Akteuren a lá<br />
Häupl endlich zeigen, wo die Tür<br />
ist.<br />
Christian Stafflinger, Linz<br />
Neutraler Wahlkampf<br />
Nun steht uns also wieder ein<br />
Wahlkampf ins Haus. Man darf<br />
gespannt sein, ob das linke Establishment<br />
weiterhin auf unsachliche<br />
Polemik und Vernaderung der<br />
„bösen“ Rechtspopulisten setzt.<br />
Freilich: Die Systemprofiteure, die<br />
von den Sorgen der breiten Masse<br />
keine Ahnung haben, sehen wenig<br />
Anlass, et<strong>was</strong> zu verändern. Schön<br />
wäre es, einen sachbezogenen<br />
Wahlkampf zu erleben, in dem sich<br />
auch die Medien wieder an ihre angebliche<br />
Unabhängigkeit erinnern<br />
und eine neutrale Berichterstattung<br />
liefern, statt den Mächtigen<br />
nach dem Mund zu reden...<br />
Siegfried Pichl, Linz<br />
Eifrige Dampfplauderer<br />
Dass diese Neuwahlen sich anders<br />
entwickeln, ist vorauszusehen.<br />
Wir haben es bei der Bundespräsidentenwahl<br />
ja schon erlebt. Wenn<br />
es um das Verhindern geht, heißt<br />
es also wieder: Alle gegen Einen.<br />
Wahrscheinlich ist es dann sogar<br />
egal, welche Partei den Kanzlerposten<br />
zugeschanzt bekommt,<br />
Hauptsache nicht die FPÖ. Eifrige<br />
Dampfplauderer hat doch<br />
jede Partei, auch Pizzaboten werden<br />
sich überall finden. Viel mehr<br />
Fähigkeiten sind scheinbar nicht<br />
mehr gefragt, und reichen für weitere<br />
Stillstandsjahre auf jeden Fall.<br />
Karl Blumauer, Krieglach<br />
Kurz‘ Wahlprogramm<br />
Das ÖVP-Hoffnungswunderkind<br />
Sebastian Kurz will erst <strong>im</strong> September<br />
2017 sein Wahlprogramm<br />
bekannt geben. Verständlich, als<br />
langjähriger Dienender des Establishments<br />
hat er ja noch keines.<br />
Wünschen wir ihm doch einen gesegneten<br />
Ramadan – und auf gut<br />
österreichisch, falls er das noch<br />
kennt – ein Grüß Gott!<br />
Dagmar Leitner, Lieboch<br />
Ich bestelle die Wochenzeitung „Neue Freie Zeitung“ zum (zutreffendes bitte ankreuzen):<br />
Halbjahrespreis € 15,-<br />
Auslandsjahresbezug € 73,-<br />
Foto: SPÖ<br />
BESTELLSCHEIN<br />
Friedrich-Schmidt-Platz 4/3a, 1080 Wien<br />
Tel: 01 512 35 35 – 29, Fax: 01 512 35 35 – 9<br />
E-Mail: jana.feilmayr@fpoe.at<br />
Leserbriefe: redaktion.nfz@fpoe.at<br />
Jahrespreis € 30,-<br />
Jahrespreis zum Seniorentarif € 20,-<br />
Jahrespreis für Studenten € 20,-<br />
Die Bestellung gilt bis auf schriftlichen Widerruf, der entweder per E-Mail oder Postweg erfolgen muss.<br />
Die Einzahlung erfolgt mittels Erlagschein, der Ihnen halbjährlich (bei Jahresabo jährlich) zugeschickt wird.<br />
Bankverbindung: PSK, IBAN: AT55 6000 0000 0185 5450<br />
Bestellungen auch per E-Mail: jana.feilmayr@fpoe.at<br />
Foto: NFZ<br />
JUNI<br />
14<br />
Stammtisch der<br />
FPÖ Ottakring<br />
Die FPÖ Ottakring lädt am Mittwoch,<br />
dem 14. Juni 2017, zu ihrem<br />
monatlichen Stammtisch ins Gasthaus<br />
„Ottakringer Stub‘n“ (Ottakringer<br />
Straße 152, 1160 Wien).<br />
Beginn: 19.00 Uhr.<br />
Name:<br />
(Vor- und Zuname, bitte in Blockschrift ausfüllen)<br />
Anschrift:<br />
(Postleitzahl, Ort, Straße, Hausnummer, Türnummer)<br />
Mitglied in FPÖ-Landesgruppe*:<br />
Datum: Geburtsdatum: Unterschrift:<br />
Bitte geben Sie uns für Rückfragen Ihre E-Mail oder Telefonnummer bekannt**:<br />
* Bitte nur ausfüllen, wenn Sie Mitglied einer FPÖ-Landesgruppe sind. Wir wollen damit mögliche Doppelzusendungen vermeiden.<br />
** Wir erhalten von der Post in regelmäßigen Abständen Retoursendungen und wollen diese überprüfen. Ihre Daten werden vertraulich behandelt.
Nr. 22 Donnerstag, 1. Juni 2017<br />
g<br />
Wien 11<br />
WIEN<br />
Rot-Grün sabotiert<br />
Parkpickerl-Befragung!<br />
MA 63 verweigert Herausgabe der S<strong>im</strong>meringer Wählerevidenzliste<br />
Rot-Grün wirft FPÖ-Bezirksvorsteher<br />
Paul Stadler vor,<br />
zur Parkpickerlbefragung untätig<br />
zu sein und diese zu verzögern.<br />
Verzögert wird sie in Wahrheit<br />
von der Magistratsabteilung<br />
63, die sich weigert, die Wählerevidenzlisten<br />
auszuhändigen.<br />
Bezirksvorsteher Paul Stadler<br />
will eine Befragung aller S<strong>im</strong>meringer<br />
Wahlberechtigten auf Basis<br />
von Bezirksvertretungswahlen,<br />
an der Österreicher und EU-Bürger<br />
teilnehmen dürfen. Das betrifft in<br />
S<strong>im</strong>mering nach aktuellem Stand<br />
rund 67.000 Menschen. Die zuständige<br />
Magistratsabteilung 63<br />
BUCHPRÄSENTATION:<br />
„DIE LETZTEN EUROPÄER“<br />
DATUM: MONTAG, 12. JUNI 2017<br />
BEGINN:<br />
19:00 UHR (EINLASS 18:30 UHR)<br />
ADRESSE: PALAIS PALFFY<br />
JOSEFSPLATZ 6, 1010 WIEN<br />
Begrüßung und Eröffnung:<br />
Impulsreferat:<br />
Moderation:<br />
Buchpräsentation:<br />
Schlussworte:<br />
Einladung<br />
Stadler: „Bedient die MA 63 nur die Interessen von Rot-Grün?“<br />
händigt diese Wählerevidenzlisten<br />
bis dato nicht aus, sondern verlangt<br />
auch die Befragung von allen<br />
Nicht-Österreichern, sprich Dritt-<br />
Johann Herzog<br />
Präsident der Freiheitlichen Akademie Wien<br />
Mag. Johann Gudenus M.A.I.S<br />
Vizebürgermeister Wien<br />
Landeshauptmann-Stv.<br />
Max<strong>im</strong>ilian Krauss<br />
Geschäftsführer der Freiheitlichen Akademie Wien<br />
Landtagsabgeordneter<br />
Dr. Michael Ley<br />
Politikwissenschaftler<br />
Ursula Stenzel<br />
Stadträtin<br />
F r e i h e i t l i c h e<br />
Anmeldung erbeten: akademie-wien@fpoe.at oder unter der für diese Veranstaltung eingerichteten<br />
Anmeldehotline: 01/406-75-17 (10:00-14:00 Uhr)<br />
Nach der Präsentation laden wir zu Erfrischungsgetränken<br />
ACHTUNG: Aufgrund der begrenzten Platzanzahl ist eine Anmeldung unbedingt erforderlich<br />
Einladung<br />
staatenangehörige, Asylanten, Auslandsstudenten<br />
und kurzfristig gemeldeten<br />
Personen.<br />
Rot-grüne Rache an FPÖ?<br />
Diese Gruppe umfasst in S<strong>im</strong>mering<br />
insgesamt 13.500 Menschen,<br />
sprich 20,15 Prozent der<br />
S<strong>im</strong>meringer <strong>im</strong> Wahlalter. „Die<br />
Freiheitlichen wollen nur jene Bürger<br />
an der Befragung teilhbaen<br />
lassen, die auch tatsächlich ihren<br />
fixen, dauerhaften Wohnsitz in<br />
S<strong>im</strong>mering haben, die bei Wahlen<br />
mitgestalten und zu diesem wichtigen<br />
Thema abst<strong>im</strong>men sollten“,<br />
erklärte der S<strong>im</strong>meringer FPÖ-Gemeinderat<br />
Manfred Hofbauer.<br />
Hofbauer wies darauf hin, dass<br />
die Zusendung der Adressdaten auf<br />
Basis von Bezirksvertretungswahlen<br />
für die Parkpickerlbefragung in<br />
Döbling kein Problem gwesen sei,<br />
die MA 63 jetzt <strong>im</strong> Blau-regierten<br />
S<strong>im</strong>mering somit parteipolitisch<br />
agiere. Daher lasse die FPÖ diese<br />
Angelegenheit derzeit von Juristen<br />
prüfen, betonte Hofbauer: „Bezirksvorsteher<br />
Stadler steht auf jeden<br />
Fall zu seinem Wort und wird<br />
nach Zusendung der geforderten<br />
Wählerevidenzlisten zum baldigsten<br />
Zeitpunkt eine demokratische<br />
und vor allem juristisch korrekte<br />
Befragung zum Thema Parkpickerl<br />
durchführen!“<br />
Foto: NFZ<br />
WIENER SPAZIERGÄNGE<br />
von Hannes Wolff<br />
Ich geh zwar gern in Wien herum,<br />
aber mitunter treibt’s mich<br />
auch in die Dörfer aufs Land.<br />
Und diese Dörfer sterben.<br />
Was es da früher gegeben hat:<br />
Einen Greißler. Einen Fleischhauer.<br />
Einen Gendarmerieposten.<br />
Ein Postamt. Einen oder zwei<br />
Wirten. Eine Schule.<br />
Alles weg.<br />
Dorf-„Leben“<br />
Und dann fängt das Gejammere<br />
ums Bauernsterben an. Die Landwirte<br />
haben nämlich auch nichts<br />
zum Lachen, die diversen amtlichen<br />
Vorschriften bringen sie<br />
um, da hau’n s’, wie man in Wien<br />
sagt, lieber den Huat drauf.<br />
Kann uns Wienern das wurscht<br />
sein? Wenn wir statt der bekannt<br />
guten Fleischqualität, der guten<br />
Eier und so weiter das Glumpert<br />
zu kaufen bekommen, das uns aus<br />
dem Ausland angeliefert wird?<br />
Mit einem rotweißroten Siegel<br />
drauf, weil die Plastikfolie, die<br />
drübergespannt worden ist, aus<br />
Österreich stammt?<br />
Oh, welch gute Regierungsarbeit!<br />
In Gaaden, wo der Ra<strong>im</strong>und<br />
seinen „Verschwender“ geschrieben<br />
hat und wo ich den Bürgermeister<br />
kenne, hat die damalige<br />
Innenministerin trotz Demos der<br />
Einwohner das Polizeiwachz<strong>im</strong>mer<br />
gesperrt. „Aus Sicherheitsgründen“,<br />
hat sie verlauten lassen.<br />
Skuriller geht’s wohl nicht.<br />
Ich werde „aus Sicherheitsgründen“<br />
demnächst bei Rot über die<br />
Opernkreuzung gehen.
12 Länder<br />
Neue Freie Zeitung<br />
OBERÖSTERREICH<br />
Öffi-Probleme anpacken<br />
„Pack ma’s“, bemerkte FPÖ-Landesrat<br />
Günther Steinkellner in<br />
Bezug auf die Lösung der Linzer<br />
Öffi-Probleme. Denn noch <strong>im</strong>mer<br />
ungeklärt seien zwischen Land und<br />
Stadt, vor allem hinsichtlich der<br />
Finanzierung, die großen Öffi-Projekte<br />
bei der Linzer Schienenachse<br />
und der Donaubrücke. „Wenn man<br />
schon so ein großes Projekt macht,<br />
dann sollte man gleich alle Probleme<br />
auf einmal lösen, langfristig<br />
finanzieren und g’scheit regeln, damit<br />
wir nicht ein Flickwerk haben.<br />
Denn dann haben wir <strong>im</strong>mer noch<br />
Probleme“, mahnte Steinkellner.<br />
SALZBURG<br />
Neuer FPÖ-Obmann<br />
Bei der Jahreshauptversammlung<br />
der FPÖ-Ortsgruppe<br />
Berghe<strong>im</strong> wurde<br />
Karl „Charly“ Trucker<br />
einst<strong>im</strong>mig<br />
zum Nachfolger<br />
von Julia<br />
Schmitzberger<br />
zum Ortsparteiobmann gewählt.<br />
Trucker will die starke Dominanz<br />
der ÖVP in Berghe<strong>im</strong> bei den Gemeinderatswahlen<br />
brechen und mit<br />
seinem Team gestärkt in die Gemeindevertretung<br />
einziehen.<br />
OBERÖSTERREICH<br />
Karl Trucker<br />
Jugendstrafrecht<br />
Nach der aktuellen Rechtslage<br />
sind Jugendliche unter 14 Jahren<br />
nicht deliktsfähig. Sie können also<br />
keine Anzeige bekommen und auch<br />
nicht verurteilt werden. Bis zum<br />
21. Lebensjahr gibt es dann diverse<br />
Ausnahmen für die Strafbarkeit und<br />
auch einige Straferleichterungen.<br />
Daher fordert die FPÖ gesetzliche<br />
Anpassung <strong>im</strong> Jugendstrafrecht gegen<br />
steigende Jugendkr<strong>im</strong>inalität.<br />
„Momentan haben wir statistisch<br />
gesehen österreichweit rund 16<br />
angezeigte Jugendliche pro Tag.<br />
Erst vor ein paar Tagen gab es nahe<br />
des Linzer Bahnhofes eine brutale<br />
Massenschlägerei mit rund 30 beteiligten<br />
jungen Afghanen und Arabern“,<br />
so der FPÖ-Klubobmann<br />
Herwig Mahr. In einem weiteren<br />
Schritt sollen Experten aus den Bereichen<br />
Straf- und Familienrecht,<br />
Pädagogik und Jugendpsychologie<br />
als Berater hinzugezogen werden.<br />
Foto: Privat<br />
Foto: NFZ<br />
FPÖ fordert Burkini-Verbot<br />
in den Salzburger Bädern<br />
Stadt Salzburg muss umgehend die Badeordnung ändern<br />
Die FPÖ Salzburg fordert ein<br />
Burkini-Verbot in den Freibädern,<br />
da diese Verschleierung<br />
eindeutig gegen die österreichische<br />
Badekultur verstößt.<br />
Pünktlich zum Beginn der Badesaison<br />
ist auch der sogenannte<br />
„Burkini“ wieder zum Thema geworden.<br />
Erst kürzlich wurde <strong>im</strong><br />
Wiener Neuwaldegger-Bad in Hernals<br />
jede Form der Ganzkörperbekleidung<br />
verboten, <strong>was</strong> für reichlich<br />
Kritik sorgte. Nun fordert auch<br />
die FPÖ in Salzburg ein solches<br />
Verbot.<br />
Verstoß gegen Badekultur<br />
„In Österreich gibt es keine bundesweit<br />
geltende Regelung für das<br />
Tragen von Burkinis. Die Stadt<br />
Salzburg kann daher in der Badeordnung<br />
festhalten, ob sie diese<br />
erlaubt, oder nicht“, sagt FPÖ-Gemeinderat<br />
Erwin Enzinger. Einige<br />
Gemeinden hätten bereits ein Verbot<br />
TIROL<br />
SALZBURG<br />
beschlossen, und die Stadt Salzburg<br />
solle dies nun auch umsetzen. Vizebürgermeister<br />
Harald Preuner sei<br />
daher gefordert, die Badeordnung<br />
so abzuändern, dass Baden mit Burkini<br />
verboten wird. Integration sei<br />
nun einmal auch eine Bringschuld.<br />
FPÖ-Jubiläum in Reutte<br />
Am Samstag trafen sich die Freiheitlichen<br />
<strong>im</strong> Außerferner Breitenwang<br />
anlässlich ihres einjährigen<br />
Bestehens zum freiheitlichen Gesinnungsabend.<br />
Neben den vielen<br />
Parte<strong>im</strong>itgliedern aus dem Bezirk<br />
feierten auch die Bezirksobmänner<br />
Wolfgang Neururer aus Imst und<br />
Mathias Venier aus Landeck sowie<br />
Fabian Walch ist opt<strong>im</strong>istisch<br />
zum Erfolg der FPÖ in Reutte.<br />
Foto: youtube.com<br />
Die Vollverschleierung hat laut der FPÖ in Freibädern nichts verloren.<br />
die Landesobfrau der Freiheitlichen<br />
Bauernschaft, Jacqueline N<strong>im</strong>merfall,<br />
und der Landesparteisekretär<br />
Christofer Ranzmaier die Erfolge<br />
der Bezirkspartei.<br />
Die Freiheitlichen <strong>im</strong> Bezirk<br />
Reutte haben ihre Mitgliederzahl<br />
innerhalb eines Jahres von 110 auf<br />
mehr als 300 verdreifachen können<br />
und sind somit innerhalb kürzester<br />
Zeit zur zweitstärksten Mitgliederpartei<br />
des Bezirkes aufgestiegen.<br />
„Der Zulauf ist nach wie vor ungebrochen.<br />
Die Leute wollen et<strong>was</strong><br />
verändern und erkennen, dass wirkliche<br />
Veränderung nur mit der FPÖ<br />
möglich ist. Unser geradliniger und<br />
ehrlicher Weg, gekoppelt mit unseren<br />
freiheitlichen Werten, die von<br />
unseren Mitgliedern glaubhaft verkörpert<br />
werden, machen diesen Erfolg<br />
möglich. Wir werden weiterhin<br />
mit vollem Einsatz für eine bessere<br />
Zukunft arbeiten und Reutte wieder<br />
zu einer ‚blauen Hochburg‘<br />
machen“, erklärte FPÖ-Bezirksobmann<br />
Fabian Walch.<br />
Foto: FPÖ Burgenland<br />
„Verschleiert baden zu gehen, verstößt<br />
eindeutig gegen unsere Badekultur“,<br />
betonte Enzinger. Auch den<br />
eingebrachten grünen Antrag, Asylwerber<br />
als Hilfsbademeister in den<br />
städtischen Bädern zu beschäftigen,<br />
lehnt die FPÖ klar ab.<br />
BURGENLAND<br />
FPÖ-Betriebstour<br />
<strong>im</strong> Burgenland<br />
Der FPÖ-Landesrat Alexander<br />
Petschnig setzte seine Betriebstour<br />
<strong>im</strong> Burgenland vergangene Woche<br />
fort. Neben den Firmen „Melecs<br />
EWS GmbH“ und „PET to PET<br />
Recycling Österreich GmbH“ folgte<br />
Petschnig auch der Einladung<br />
zur Siemens-Tochter „ETM Professional<br />
Control GmbH“ (Bild).<br />
„In wertvollen Gesprächen mit den<br />
Unternehmern bekommen wir viele<br />
Anregungen beispielsweise aus den<br />
Bereichen Internationalisierung<br />
und Digitalisierung, die wir gemeinsam<br />
mit der WIBuG in künftige<br />
Förderrichtlinien einfließen lassen“,<br />
erklärte der FPÖ-Landesrat.
Nr. 22 Donnerstag, 1. Juni 2017<br />
g<br />
Länder 13<br />
STEIERMARK<br />
LÄNDER-<br />
SACHE<br />
Foto: NFZ<br />
Mario Kunasek<br />
FPÖ-Landesparteiobmann Steiermark<br />
Foto: NFZ<br />
Die anhaltende Zuwanderung in die Mindestsicherung gefährdet auch das steirische Sozialsystem.<br />
SPÖ verweigert Reform<br />
zur Mindestsicherung<br />
FPÖ-Sozialsprecher Amesbauer warnt vor Kollaps des Sozialsystems<br />
Bei den Steirern wird <strong>im</strong> Sozialbereich<br />
gekürzt, über<br />
Asylberechtigte und Ausländer<br />
schütten sie Millionen aus dem<br />
Mindestsicherungs-Füllhorn.<br />
Bereits mit Einführung der Bedarfsorientierten<br />
Mindestsicherung<br />
(BMS) zeigte sich die Fehlkonstruktion<br />
dieses sozialromantischen<br />
Konzepts, kritisiert der steirische<br />
FPÖ-Sozialsprecher Hannes Amesbauer.<br />
Schon <strong>im</strong> Jahr 2011 waren<br />
15.242 Personen als Bezieher ausgewiesen,<br />
<strong>im</strong> Jahr 2016 schnellte<br />
diese Zahl auf schier unglaubliche<br />
28.696 Personen hinauf.<br />
Dementsprechend stiegen auch<br />
die Kosten dafür von 53,6 Millionen<br />
Euro <strong>im</strong> Jahr 2013 auf 75,6<br />
Millionen Euro 2015 und liegen<br />
2016 <strong>im</strong>mer noch bei 72,9 Millionen<br />
Euro.<br />
Ohne Reform droht Kollaps<br />
„Obwohl fast alle anderen Bundesländer<br />
mittlerweile die Mindestsicherung<br />
reformiert haben,<br />
um dem Kostenwahnsinn Einhalt<br />
zu gebieten, übt sich die steirische<br />
Landesregierung in einer gefährlichen<br />
Untätigkeit“, empörte sich<br />
Amesbauer. So wurden sämtliche<br />
Fragen hinsichtlich einer Decke-<br />
Wohnbau für Ausländer<br />
Die FPÖ kritisiert den von<br />
SPÖ-Wohnbaureferentin Gabriele<br />
Schaunig-Kandut zur Begutachtung<br />
vorgelegten Entwurf für das Wohnbauförderungsgesetz.<br />
Unverständlich<br />
sei, dass sie die Forderung der<br />
FPÖ nach einer unbürokratischen<br />
neuen Direktförderung für Häuslbauer<br />
ignoriert habe – und das, obwohl<br />
alle Parteien <strong>im</strong> Landtag dem<br />
FPÖ-Antrag zugest<strong>im</strong>mt hätten.<br />
„Die FPÖ will analog zum Handwerkerbonus<br />
<strong>im</strong> Bereich des privaten<br />
Eigenhe<strong>im</strong>baus einen nach<br />
Einkommen gedeckelten ‚Häuslbauer-Bonus‘<br />
einführen. Die privaten<br />
Bauherren sollten offizielle<br />
Rechnungen vorlegen und würden<br />
<strong>im</strong> Wege einer Direktförderung<br />
die Mehrwertsteuer ersetzt bekommen“,<br />
erklärt der FPÖ-Landesparteiobmann<br />
Gernot Darmann.<br />
Schaunig schaffe zudem neue<br />
Probleme, indem sie den sozialen<br />
Wohnbau für alle Ausländer öffne<br />
(„In Zukunft werden alle Migranten<br />
mit Aufenthaltsrecht unserer<br />
einhe<strong>im</strong>ischen Bevölkerung bei<br />
der Wohnungssuche völlig gleichgestellt!),<br />
kritisiert Darmann.<br />
lung oder einer Einschränkung für<br />
Asylberechtigte und Drittstaatsangehörige<br />
mit dem Hinweis auf die<br />
– allerdings bisher völlig unwirksame<br />
– Minireform vom September<br />
2016 abgetan.<br />
„Anstatt der Bevölkerung Sand<br />
in die Augen zu streuen, sollte<br />
man schleunigst über eine massive<br />
Leistungsreduktion für nichtösterreichische<br />
Bezieher nachdenken.<br />
An<strong>sonst</strong>en steht unser he<strong>im</strong>isches<br />
Sozialsystem vor dem baldigen<br />
Kollaps“, warnte Amesbauer vor<br />
einer weiteren „maßlosen Schröpfung“<br />
der fleißig arbeitenden steirischen<br />
Steuerzahler.<br />
KÄRNTEN<br />
FPÖ kritisiert neues Kärntner<br />
Wohnbauförderungsgesetz.<br />
Foto: NFZ<br />
76 Prozent der arbeitslosen<br />
Asylanten in der Grünen Mark<br />
verfügen über keinen beziehungsweise<br />
nur über einen Pflichtschulabschluss.<br />
Laut Informationen des Arbeitsmarktservice<br />
Steiermark waren<br />
<strong>im</strong> April 2017 bereits 1.208<br />
Asyl- beziehungsweise subsidiär<br />
Schutzberechtigte arbeitslos gemeldet.<br />
Von diesen verfügen 926<br />
Personen über keinen oder nur<br />
über einen Pflichtschulabschluss.<br />
Lediglich fünf Prozent (64 Personen)<br />
absolvierten eine akademische<br />
Ausbildung.<br />
Ein Fass ohne Boden<br />
Als Folge der rot-schwarzen<br />
„Willkommenskultur“ der letzten<br />
Jahre stellen alleine drei Nationen,<br />
nämlich Syrien, Tschetschenien<br />
und Afghanistan, mehr als<br />
76 Prozent aller Arbeitslosen <strong>im</strong><br />
Bereich der Asylberechtigten.<br />
Der Großteil der Asylwerber,<br />
die sich direkt nach Abschluss des<br />
Asylverfahrens in die Arbeitslosigkeit<br />
begeben, sind schlichtweg<br />
dauerhaft unvermittelbar.<br />
58 Prozent aller arbeitslos gemeldeten<br />
Bezieher der vollen<br />
Mindestsicherung in der Höhe<br />
von 844,46 Euro sind nach Auskunft<br />
des AMS keine österreichischen<br />
Staatsbürger.<br />
In einer Wissens- und Technologiegesellschaft<br />
wie der österreichischen<br />
ist somit zu befürchten,<br />
dass diese Personen ihr restliches<br />
Leben lang vom Steuerzahler finanziert<br />
werden müssen.<br />
Es ist nicht hinzunehmen, dass<br />
sich SPÖ und ÖVP <strong>im</strong>mer nur<br />
dann einig sind, wenn es darum<br />
geht, Ausländern das Geld nachzuschmeißen.<br />
Geht es jedoch<br />
darum, den Österreichern ein<br />
Einkommen zum Auskommen<br />
zu ermöglichen, gehen Rot und<br />
Schwarz auf Tauchstation.
VON MARGARETHA KOPEINIG<br />
diesesVorgehen positiv.<br />
APA /GEORG HOCHMUTH<br />
Die Beziehung<br />
SPÖ-Kanzler<br />
Kern und<br />
FPÖ-Chef<br />
Strache ist<br />
derzeit<br />
amikal<br />
als er nochkeine Parteifunktion<br />
ha te.<br />
das Entscheidende.“<br />
genannten Vranitzky-Doktrin<br />
HANS PETER SCHA FER<br />
die Freiheitlichen.<br />
„Träumerei“<br />
grundsätzliche Ausgrenzung<br />
der FPÖ aufgibt“.<br />
selbst verschuldeten Eingrenzung<br />
zu befreien.“<br />
dieneue ÖVPverraten.<br />
seien „nicht erwünscht“.<br />
Sebastian Kurz<br />
tri tbei Talkrundevon<br />
Wiener Kanzlei<br />
auf –sucht er<br />
dort neue<br />
Köpfe fürseine<br />
Bewegung<br />
und wi l ungestört<br />
sein?<br />
aufgeben soll.<br />
FPÖ-Generalsekurier.at<br />
„Selbsteingrenzung gegenüber<br />
der FPÖ aufgeben“.<br />
der FPÖ an jedweder Regierungskoalition.<br />
in die Karten schauen lässt,<br />
istman gewohnt.Dass er medienscheu<br />
ist, wäre neu.<br />
und Schlagzeile“.<br />
–RAFFAELA LINDORFER<br />
Zertifikat auszuste len“, erklärte<br />
der IKG-Präsident.<br />
ELMARGUBISCH<br />
SCHRAGE/KÖSTINGER<br />
engagiert hat, habe angeboten,<br />
als Fotograf ein Frauenprojekt<br />
zu unterstützen.<br />
JÜRG CHRISTANDL<br />
14 Medien<br />
Neue Freie Zeitung<br />
GEZWITSCHER<br />
Christoph J. Dorner<br />
@ChrDorner<br />
#Merkels Satz, daß Zeiten des<br />
völlig auf andere Verlassens<br />
vorbei sind, sagt mehr über sie<br />
selbst und #Europa als über<br />
#Trump.<br />
Amanj Shawkat<br />
@amanjshawkat<br />
GEFÄLLT MIR<br />
HC Strache<br />
29.05.2017<br />
28.05.17 22:29<br />
Jetzt müssen die Europäer selbst<br />
drauf schauen, wie sie ihre (NATO)<br />
Verteidigung finanzieren und die<br />
Einwanderung stoppen.<br />
If #Merkel factors #Obama<br />
admin tapping her phone in this<br />
equation, then it is reasonable.<br />
But if #Trump is only reason then<br />
quite <strong>im</strong>mature.<br />
28.05.17 23:48<br />
Barack Obama ließ Angela Merkels<br />
Handy abhören und ist trotzdem<br />
ihr und Deutschlands „Freund“.<br />
WHATSAPP<br />
Herbert Kickl bringt unsere Kritik<br />
am Islamgesetz auf den Punkt.<br />
Keine Begründung für das<br />
Medienüberwachungsgesetz<br />
Anfragebeantwortung offenbart Peinliches für deutschen Justizminister<br />
Deutschlands<br />
Jusitzminister<br />
will die Überwachung sozialer<br />
Netzwerke auf politische Korrektheit<br />
einführen – und scheitert<br />
auf der ganzen Linie.<br />
Der umstrittene deutsche<br />
SPD-Justizminister Heiko Maas<br />
schickt sich an, Orwells „Big Brother“<br />
per Gesetz zu installieren. Mit<br />
seinem „Netzwerkdurchsetzungsgesetz“<br />
will er die sozialen Mediendienste<br />
dazu anhalten, mehr zu<br />
zensieren.<br />
Aber, wie der Medienanwalt<br />
Marc Liesching aufgrund einer<br />
Anfrage an das Justizministerium<br />
offenlegte, stützt Maas seine Argumente<br />
für die Notwendigkeit<br />
des Gesetzes allein auf eine Untersuchung<br />
von wahrscheinlich<br />
befangenen Laien, die sich sein<br />
FPÖ IN DEN MEDIEN<br />
Die SPÖ ist derzeit hauptsächlich<br />
mit der FPÖ beschäftigt und<br />
führt lautstark interne Diskussionen,<br />
ob und wie sie<br />
endlich die seit 30<br />
Jahren andauernde<br />
Ausgenzungspolitik<br />
gegenüber<br />
den Freiheitlichen<br />
POLITIK<br />
4<br />
FPÖ-Kickl: SPÖ muss „Ausgrenzung der FPÖ“<br />
noch vor Regierungsverhandlungen aufgeben<br />
Koalitionsvarianten.<br />
FPÖ-Generalsekretär<br />
Kickl macht Druck<br />
auf SPÖ,sichzu<br />
erklären. Immer<br />
mehrRotesind für<br />
Urabst<strong>im</strong>mung.<br />
Ganz pragmatisch wi l die<br />
SPÖ mögliche Koalitionsvarianten<br />
per Kriterienkatalog<br />
und Urabst<strong>im</strong>mung vonihren<br />
Mitgliedern absegnen lassen.<br />
Etliche Parteigranden finden<br />
Auch Niederösterreichs<br />
SPÖ-Chef, Franz Schnabl,<br />
begrüßtdenPlan,überjedwe-<br />
deKoalitiondieParteibasisab-<br />
st<strong>im</strong>men zulassen. „Eine Urabst<strong>im</strong>mungistniefalsch,weil<br />
sie Ausdruckeiner größtmöglichen<br />
demokratischen Teilhabe<br />
der Mitglieder ist.“ Im<br />
KURIER-Gespräch weist der<br />
ehemalige Wiener Polizeigeneral<br />
und bisherige Magna-<br />
Managerdaraufhin,dassereine<br />
Urabst<strong>im</strong>mung schon<br />
2013 über den Pakt Faymann-<br />
Spindelegger gefordert habe,<br />
Entschieden wendet sich<br />
Schnabl aber gegen Koalitionsdeba<br />
ten der SPÖ zum jetzigenZeitpunkt.„Dashalteich<br />
für falsch. Nicht die Koalition<br />
ansich,sonderndieInhalteeiner<br />
möglichen Koalition sind<br />
Auch wenn die SPÖ nicht<br />
mehr stur an der so<br />
aus dem Jahr<br />
1986 festhält,<br />
WOCHENENDE<br />
OHNE ENDE!<br />
DAS HAB’ ICH VOM KURIER<br />
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kurierabo.at/xxl<br />
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keine Koalition<br />
mit der FPÖ einzugehen,<br />
den Parteitagsbeschluss von<br />
2004 gibt es formal <strong>im</strong>mer<br />
noch –bei a lem Werben um<br />
Das hinterlässt bei FPÖ-Generalsekretär<br />
Herbert Kickl<br />
denEindruck,dassinderSPÖ<br />
„jedervonet<strong>was</strong>Anderemredet“.<br />
Die SPÖ dürfe nicht<br />
den zweiten Schri t vordem<br />
ersten setzen, erklärt Kickl.<br />
Um überhaupt mit der SPÖ<br />
in etwaige Koalitionsverhandlungeneinzutreten,ver-<br />
langt er, dass die SPÖ „die<br />
nach wie vor bestehende<br />
Entspanntes Lesevergnügen für a le: Das KURIER freizeit-Magazin, der IMMO-KURIER und<br />
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Persönliches Exemplar für AOM-Benutzer pafpoehoeferl - (C) APA-DeFacto GmbH. A le Rechte vorbehalten.<br />
Foto: bmjv.de<br />
In Anlehnung an den<br />
deutschen Philosophen der<br />
Aufklärung, Immanuel<br />
Kant, rät Kicklden Sozialdemokraten<br />
nun Folgendes:<br />
„Habe Mut, Dich aus der<br />
Den Vorschlag von SPÖ-<br />
Bundesgeschäftsführer Georg<br />
Niedermühlbichler, ein<br />
fix und fertig verhandeltes<br />
Koalitionsabkommenmitder<br />
FPÖ einer Urabst<strong>im</strong>mungzu<br />
unterziehen, bewertet Kickl<br />
„als Träumerei“. Die SPÖ<br />
müsse zunächst einmal ihre<br />
WAHLKAMPF-VORBEREITUNG<br />
„Koscher-Zertifikat“<br />
Eine klare Haltung gegenüber<br />
der FPÖ hat der Präsident<br />
der Israelitischen Kultusgemeinde<br />
(IKG), Oskar<br />
Deutsch.Erist äußerst skeptisch<br />
gegen eine Beteiligung<br />
Deutsch hält esmit der<br />
Tradition der jüdischen Gemeinde:<br />
Die IKGwar <strong>im</strong> Jahr<br />
2000 gegen die schwarzblaue<br />
Koalition. Damals wurden<br />
die Kontakteder IKG-Re-<br />
Kurz will bei Talkrunde mit<br />
Wirtschaft ungestört bleiben<br />
ÖVP-Chef. Medienbei Event„nicht erwünscht“<br />
Steuern senken, Regeln vereinfachen<br />
und das Sozialsystemneu<br />
denken –soviel hat<br />
Sebastian Kurz am Wochenende<br />
über sein Programm für<br />
Jetzt zieht er sich wieder<br />
auf seinen Posten als Außenminister<br />
zurück, <strong>im</strong> Hintergrund<br />
wird weiter am ProgrammundanderListefürdie<br />
Wahl gebastelt. An Kurz gäbe<br />
esalsovieleFragen.Journalistenha<br />
ten gesterngeho ft,bei<br />
einer Veranstaltung <strong>im</strong> Forum<br />
Mozartplatz gestern Montag<br />
einigeAntwortenerhalten.<br />
Der „Kurz-Talk“ wurde<br />
über mehrere Kanäle –auch<br />
überdieÖVP-Website–fürdie<br />
Medien avisiert. Das sei ein<br />
Fehler gewesen, heißt es be<strong>im</strong><br />
Ministerium, das auf die<br />
Agenturverweist,diedenTalk<br />
organisiertha te. Dortgibt es<br />
keine Auskunftüber Gästeliste<br />
und Inhalte, die Diskussionsrunde<br />
sei „privat“,Medien<br />
Unbeantwortet bleibt so<br />
auch: Warumplötzlichsogehe<strong>im</strong>nisvo<br />
l? Dass der junge<br />
Außenminister sich ungern<br />
Die Gesprächsrunde wird<br />
von der Unternehmensberatungskanzlei<br />
DDWS veranstaltet,<br />
die ihren Sitz in der<br />
Wiener Kärntner Straße hat.<br />
Einer der Partner istder Sohn<br />
von Ex-ÖVP-Ministerin ElisabethGehrer,ChristianGehrer.<br />
Kurzdürftedortalsonichtnur<br />
als Redner auftreten, sondern<br />
auch Kontakte pflegen. Für<br />
seineÖVP-Listesuchterja„die<br />
klügstenKöpfeÖsterreichs“.<br />
Mit solchen hat Thomas<br />
Plötzenede regelmäßig Kontakt.<br />
Der PR-Experte ist bei<br />
DDWS auf die Akquisition von<br />
Unternehmen in Osteuropa<br />
spezialisiert und hat be<strong>im</strong><br />
Thinktank Forum Alpbach<br />
schon mehrere Vorträge gehalten.<br />
Zuletzt ironischerweise<br />
zum Thema „Meinungsbildung<br />
zwischen Transparenz<br />
Dienstag I 30.Mai 2017<br />
2000 gab es heftige Demosgegen Schwarz-Blau. VieleSPÖ-Mitglieder u. Funktionäre gingen wegen der FPÖ-Regierungsbeteiligung auf die Straße<br />
Heiko Maas will die „sozialen Netze“ überwachen lassen.<br />
Ministerium nicht einmal genauer<br />
angeschaut hat. Und daran, die<br />
angeblich aufgedeckten, vermeintlichen<br />
Rechtsverstöße zu ahnden,<br />
zeigt sein Ministerium verdächtig<br />
wenig Interesse.<br />
präsentantenmitFPÖ-Regie-<br />
rungsmitgliedern auf Beamtenebene<br />
heruntergestuft.<br />
Mit freiheitlichen Ministern<br />
gab eskeine Gespräche. „Es<br />
istnicht vorste lbar,dass wir<br />
es künftig anders handhaben“,sagtDeutschgegenüber<br />
dem KURIER. Erbegründet<br />
seine Haltung damit, dass<br />
sich „die FPÖ noch nicht geändert<br />
hat“. Es gebe nach<br />
wievorantisemitische,nationalistische<br />
und fremdenfeindliche<br />
Aussagen und PositionenderFPÖ.„Vordiesem<br />
Hintergrund sind wir nicht<br />
bereit, der FPÖ ein Koscher-<br />
Rotes Enfant<br />
Terrible bekommt<br />
von SPÖ „eine<br />
zweite Chance“<br />
Nach Sexismus-Vorwurf. Der<br />
Wiener SPÖ-Bezirksrat Götz<br />
Schrage, der für sein sexistisches<br />
Posting über die neue<br />
ÖVP-Generalsekretärin Elisabeth<br />
Köstinger einen Shitstormgeerntet<br />
hat, darfsein<br />
Mandatund seine Parte<strong>im</strong>itgliedschaft<br />
behalten. In einem<br />
sehr langen Gespräch<br />
mit der Bezirkspartei wurde<br />
er am Montag verwarnt.<br />
Schrage, der sich ausdrücklich<br />
nochmals entschuldigt<br />
habe, bekomme „eine zweite<br />
Chance, um sein soziales Engagement<br />
fortsetzen zu können“,betonteAndrea<br />
Kuntzl,<br />
Vorsitzende der SPÖ Neubau.<br />
Schrage, der sichinder<br />
Flüchtlingsbewegungmassiv<br />
Schrage ha te Köstinger<br />
in einem Posting mit ÖVP-<br />
Frauen aus den 80er Jahren<br />
verglichen, mit denen er geschlafenha<br />
te.Erhat esrasch<br />
gelöscht und entschuldigt,<br />
doch der Shitstorm war gewaltig.<br />
Zugleich gab es aber<br />
aufFacebookaucheineWe le<br />
der Solidarität für Schrage.<br />
Die SPÖ tat sich merklich<br />
schwer, mit der Causa umzugehen.<br />
Am Freitag ha ten ihn<br />
die lokalen SPÖ-Funktionäre<br />
aufgerufen, sein Bezirksmandat<br />
zurückzulegen –das dürfteabereinFormalaktgewesen<br />
sein. Internhieß es, man so le<br />
einen so engagiertenPolitiker<br />
wie Schrage nicht an einem<br />
einzigenAusrutscher messen.<br />
2 INLAND MONTAG, 29. MAI 2017<br />
LEITARTIKEL<br />
Viele Anzeigen, keine Verfahren<br />
Denn welche Inhalte konkret die<br />
Rechtslaien als strafbar bewertet<br />
VON BENEDIKT KOMMENDA<br />
Verstörendes verständlich machen:<br />
Eine Bringschuld der Gerichte<br />
Wenn die Strafe fürden Vergewaltiger eines Buben beinahe halbiertwird,<br />
besteht Erklärungsbedarf. Dass das Urteil vertretbar ist,liegt am Gesetzgeber.<br />
D<br />
as Urteil schlug hohe We len: Vorige<br />
Woche hat der Oberste Gerichtshof<br />
entschieden, dass ein irakischer Flüchtling,<br />
der <strong>im</strong> Dezember 2015 <strong>im</strong> Wiener<br />
Theresienbad einen zehnjährigen Buben<br />
vergewaltigt hat, nurvier Jahre Gefängnisstrafe<br />
sta t sieben verbüßen muss. „Zu<br />
große Milde für Sextäter!“, urteilte sogleich<br />
eine Boulevardzeitung, <strong>im</strong> Internet<br />
war die Hö le los, viele User hä ten einzig<br />
und a lein die Höchststrafe fü richtig gehalten.<br />
Daswären 15 Jahre gewesen.<br />
Ein Kind sexue l zu missbrauchen<br />
zählt fraglos zu den scheußlichsten Verbrechen:<br />
einen jungen Menschen zur<br />
Sache zumachen, die man benützt und<br />
dann wegwirft. Was ist die richtige Strafe?<br />
Für einen „jungen Erwachsenen“, als der<br />
der Täter damals unter 21-jährig einzustufen<br />
war, besteht keine Untergrenze. Das<br />
Gericht musste die Strafe also irgendwo<br />
zwischen nu l und 15 Jahren festlegen –<br />
eine Rechenaufgabe, die sich jeder mathematischen<br />
Logik entzieht.<br />
Sta tdessen schreibt das Strafgesetzbuch<br />
vor, anhand welcher Kriterien die<br />
Strafe eher höher oder eher niedriger zu<br />
bemessen ist. Das reumütige Geständnis<br />
des Täters wirkte ebenso strafmildernd<br />
wieder Umstand, dassernicht vorbestraft<br />
war – genauer gesagt, dass nirgendwo<br />
eine Vorstrafe aufschien. Einen Strafregisterauszug<br />
aus seiner He<strong>im</strong>at legte der<br />
Mann nicht vor.<br />
Dass hier also eine Ungewissheit zugunsten<br />
des Täters ausschlägt, hat selbst<br />
den linken Justizpolitiker Hannes Jarol<strong>im</strong>,<br />
Justizsprecher der SPÖ <strong>im</strong> Parlament, irritiert.<br />
In einer Reaktion meinte er, man<br />
so lte Unbescholtenheit nicht al strafmildernd<br />
gelten lassen, wenn das Vorleben<br />
eines Angeklagten wegen dessen Aufenthalts<br />
<strong>im</strong> Ausland nicht objektiv festste l-<br />
bar sei. Das alerdings klingt wi eine Art<br />
Bescholtenheitsvermutung, die sich mit<br />
der verfassungsrechtlich garantierten Unschuldsvermutungschlagen<br />
könnte.<br />
Das Wiener Straflandesgericht ha te<br />
einen anderen Weggewählt,die Strafe auf<br />
mi tlere Höhe zu schrauben: Es berücksichtigte<br />
die „nicht absehbaren Tatfolgen“.<br />
Auch das istaber so nicht <strong>im</strong> Gesetz<br />
vorgesehen; vielmehr hat die eindeutig<br />
festgeste lte schwere pos traumatische<br />
Belastungsstörung des Buben, eine<br />
schwere Körperverletzung, schon den<br />
Ausschlag für den großen Strafrahmen<br />
mit 15 Jahren Obergrenze gegeben.<br />
Darauf hat auch der OGH am Tag<br />
nach Bekanntwerden des Urteils durch<br />
seine Medienste le hingewiesen. Zu erklären,<br />
warum richterliches Ermessen so<br />
oder so ausgeübt wird, ist indiesen Fällen<br />
in der Tateine Bringschuld der Gerichte.<br />
Esist richtig und wichtig zubetonen,<br />
dassRichter sichandie Gesetze halten<br />
müssen und dass sie für deren<br />
gleichmäßige Anwendung zusorgen haben.<br />
Nursowird Wi lkür verhindert.<br />
Im Vergleich zur bisherigen Rechtsprechung<br />
erscheinen vier Jahre für den<br />
Sextäter vertretbar. Mit dem verharmlosend<br />
klingenden Hinweis, dass die Tat<br />
ein einmaliger Vorfa l gewesen sei, verwies<br />
der Senatsvorsitzende bei der Urteilsverkündung<br />
darauf, dass indenselben<br />
Strafrahmen auch ganz andere<br />
Sachverhalte passen müssen: zum Beispiel<br />
ein über Jahre andauernder Missbrauch<br />
<strong>im</strong> sogenannten Familienkreis.<br />
W<br />
enn das Urteil trotz a ler Erklärung<br />
verstörend bleibt, dann sind<br />
dafür nicht die Gerichte verantwortlich,<br />
sondern der Gesetzgeber. Vie leicht hat<br />
die große Reform des Strafgesetzbuchs<br />
Anfang 2006, mit der genau 30 Jahre<br />
nach dessen Inkraf treten manche Änderung<br />
inden gese lschaftlichen Wertungen<br />
auch in denStrafdrohungen hätte<br />
abgebildet werden so len, doch nicht<br />
gereicht: Man wo lte die Delikte gegen<br />
Leib und Leben jetzt schwerer gewichten,<br />
jene gegen das Vermögen leichter.<br />
Das Projekt so lte noch nicht abgeschlossen<br />
sein. Mi te Mai ist ein 23-jähriger<br />
Pole in Klagenfurt als Bankräuber<br />
vor Gericht gestanden, der eine Kassierin<br />
mit Pfe ferspray verletzt und 26.000<br />
Euro erbeutet hat. Man muss den<br />
Schock und das Leid des Opfers indiesem<br />
Fa l nicht kleinreden, um zu spüren,<br />
dass die geschützten Güter noch<br />
<strong>im</strong>mer nicht richtig ausbalanciert sind:<br />
Der Pole, ebenfa ls unbescholten und<br />
reuig, wurde –nicht rechtskräftig –wegen<br />
schweren Raubes verurteilt. zu siebeneinhalb<br />
Jahren Gefängnis.<br />
E-Mails an: benedikt.kommenda@diepresse.com<br />
Sicherheitspaket:<br />
Brandstetter drängtauf<br />
Koalitionsbeschluss<br />
Regierung. Der Vizekanzler will den Ministerrat auch weiter<br />
fürBeschlüsse nutzen. Die SPÖ winkt allerdings ab.<br />
Wien. Für das Bundeskanzleramt gibt es eigentlich<br />
nur einen Grund, am Dienstag wieder<br />
zum Ministerrat zu laden. Undesist kein<br />
besonders brisanter: Formale Beschlüsse<br />
so len nicht länger als nötig liegen gelassen<br />
werden. Das Verhandlungsmandat für Gespräche<br />
zwischen Österreich und der<br />
Schweiz bei der Zusammenarbeit der Luftraumsicherung<br />
muss zum Beispiel abgesegnet<br />
werden. Oder die Beste lung des Bundeskarte<br />
lanwalts für die Funktionsperiode<br />
Juli 2017 bis Juni 2022.<br />
Politisch relevanteGroßvorhaben stehen<br />
jedenfa ls nicht am Programm. Mehrheiten<br />
wi l die SPÖ nun<strong>im</strong>Parlamentsuchen –und<br />
zwar nur noch <strong>im</strong> Parlament.<br />
Mit dem Koalitionspartner wi l<br />
man aufRegierungsebene keine<br />
großen Maßnahmen mehr beschließen.<br />
Die ÖVP wi l die Regierungssitzung<br />
morgen, Dienstag,<br />
a lerdings strategisch noch einmal<br />
nutzen: Für Wolfgang<br />
Brandste ter istes<strong>im</strong>merhin der<br />
ersteMinisterrat in seiner Funktion<br />
als Vizekanzler. Daher fordert<br />
er am Sonntag den Koalitionspartner<br />
auf, wichtige Vorhaben<br />
nundochnoch in der Regierungssitzung<br />
zubeschließen:<br />
„Es würde positiv au fa len,<br />
wenn sichdie Regierung–möglichst<br />
frei von Emotionen – verstärkt und<br />
nach außen erkennbar um die Sachpolitik<br />
kümmert“, meint er. Nachsatz: „Da ist noch<br />
mehr drin. Davon bin ich überzeugt.“<br />
Reform der Strafprozessordnung<br />
Wirso lten wieder<br />
ausführlicher<br />
miteinander reden.<br />
Wolfgang Brandste ter,<br />
Vizekanzler und Justizminister,<br />
in Richtung SPÖ<br />
Nachdem die vergangene Regierungssitzung<br />
von der SPÖ abgesagt wurde, so le man das<br />
morgige Tre fen nutzen: „Wir so lten den Ministerrat<br />
zum Anlass nehmen, wieder ausführlicher<br />
miteinander zu reden. Be<strong>im</strong> Reden<br />
kommen bekanntlich die Leute zusammen“,<br />
sagt Brandste ter. Ob Gesetzesinitiativen<br />
dabei formal vom Ministerrat oder direkt<br />
vom Parlament ausgehen, sei nicht wichtig:<br />
„Jetzt steht die pragmatische Sacharbeit für<br />
mich<strong>im</strong>Vordergrund.“<br />
Vor a lem be<strong>im</strong> Thema Sicherheit fordert<br />
Brandste ter die SPÖ nun auf, geplante<br />
Maßnahmen abzusegnen. Dabei geht es vor<br />
a lem um drei Gesetzesvorhaben: Wie etwa<br />
die Reform der Strafprozessordnung mit<br />
einer Ausweitung der Überwachung von<br />
Internetkommunikation von Verdächtigen.<br />
Seit Märzliege ein Gesetzesentwurf dem Koalitionspartner<br />
SPÖ vor. Dieser enthält auch<br />
eine Nachfolgeregelung zur früheren Vorratsdatenspeicherung<br />
und so l mit der Möglichkeit<br />
zur Überwachung von WhatsApp<br />
und Skyp eine Lücke bei der Telefonüberwachungschließen.<br />
Auch be<strong>im</strong> Sicherheitspolizeigesetz wi l<br />
sich Brandste ter mit der SPÖ einigen: Dabei<br />
geht es vor a lem um mehr Möglichkeiten bei<br />
der Videoüberwachung: Im Terrorfa l –oder<br />
a lgemein zu sicherheitspolizeilichen Zwecken<br />
–so len Verkehrsträger wiedie ÖBB, die<br />
Asfinag, Verkehrsverbände und -betriebe sowie<br />
Flughäfen ihr Videomaterial unverzüglich<br />
zur Verfügung ste len müssen.<br />
Automarke speichern<br />
Auch beider Autokennzeichenerfassung<br />
an der Grenze (und<br />
nicht nur) so l es mehr Möglichkeiten<br />
geben: Nicht nur die<br />
Kennzeichen, sondern auch<br />
Zusatzinfos wie die Automarke<br />
und die Farbe so len für 48<br />
Stunden gespeichert und verwendet<br />
werden dürfen. Sobotka<br />
wo lte die Gesetzesnove le<br />
eigentlich ohne Absprache mit<br />
der SPÖ in Begutachtung schicken.<br />
Nun startet der Minister<br />
doch noch einen versöhnlicheren<br />
Versuch: „Mein Vorschlag liegt auf dem<br />
Tisch, ich ho fe,dasswir diesen <strong>im</strong> Sinne der<br />
inneren Sicherheit bis Sommer beschließen<br />
können“, lässt er der „Presse“ausrichten.<br />
Brandste ter und Sobotka wo len auch<br />
das Fremdenrechtspaket beschließen. Dabei<br />
geht es vor a lem um schärfere Maßnahmen,<br />
um Abschiebungen vorzunehmen. So lten<br />
sich Betro fene nicht kooperativ zeigen,<br />
kann Beugehaft verhängt werden.<br />
Wobei: Hierfür braucht es gar keinen<br />
Ministerratsbeschluss mehr. Der Gesetzesvorschlag<br />
war bereits in Begutachtung, SPÖ<br />
und ÖVP müssen Teil zwei ihres Maßnahmenpakets<br />
be<strong>im</strong> Fremdenrecht nurnoch als<br />
Abänderungsantrag <strong>im</strong> Parlament einbringen<br />
und beschließen.<br />
Die SPÖ wi l ohnehin nur noch auf dieser<br />
Ebene mit der ÖVP zusammenarbeiten:<br />
Dabei blieb sie auch am Sonntag: Auf der<br />
Tagesordnungfür den Ministerrat am Dienstag<br />
würden mit hoher Wahrscheinlichkeit<br />
keine größeren Vorhaben mehr hinzugefügt,<br />
hieß es ausder Partei. (ib/APA)<br />
Jugendkr<strong>im</strong>inalität: FPÖ „schleunigst“ fürstrengere Regeln<br />
Maßnahmenpaket. Die Freiheitlichen drängen aufhärtere Strafen und Verbannung in He<strong>im</strong>e wie in Deutschland. Das österreichische Rechtssystem<br />
sei bei strafunmündigen, jungen Tätern „schlicht handlungsunfähig“. Auch eine Anpassung der Strafmündigkeit ist fürdie FPÖ denkbar.<br />
VON KARL ETTINGER<br />
kretär Herbert Kickl empfiehlt<br />
den Roten via „Kurier“,<br />
sich bald zu entscheiden. Um<br />
überhaupt mit der SPÖ in etwaige<br />
Koalitionsverhandlungen<br />
einzutreten,<br />
verlangt er, dass<br />
die SPÖ „die nach<br />
wie vor bestehende<br />
grundsätzliche Ausgrenzung<br />
der FPÖ<br />
aufgibt“.<br />
Ein Ergebnis der<br />
Wien/Linz. Straftaten von Asylwerbern noch<br />
haben, ergibt sich nicht aus den Berichten<br />
und ist offenbar auch dem<br />
Justizministerium nicht bekannt:<br />
Man habe sich auf die Bewertung<br />
der juristischen Laien verlassen.<br />
Damit wird also begründet, weshalb<br />
es in keinem einzigen der 180<br />
von den Laien als „strafbare“ Inhalte<br />
erkannten Fälle zu einem Strafermittlungsverfahren<br />
gekommen ist.<br />
Oberöste reich-KlubchefMahr,FPÖ-Obmann Strache und Oberöste reich-ParteichefHa<strong>im</strong>buchner (v.l.). [APA ]<br />
<strong>im</strong> Kindes- und Jugendalter bis hin zu mutmaßlichen<br />
Vergewaltigungen und genere le<br />
Schwierigkeiten auch mit jungen österreichischen<br />
Tätern sind für die FPÖ und deren<br />
Parteiobmann Heinz-Christian Strache<br />
Anlass, nun auf Verschärfungen <strong>im</strong> Strafrecht<br />
zu drängen.<br />
Die Freiheitlichen haben dabei vor allem<br />
drei Punkte <strong>im</strong> Auge: eine Anhebung<br />
der Strafrahmen <strong>im</strong> Jugendstrafrecht, die<br />
Senkungdes Alters, ab dem Strafen verhängt<br />
werden, und eine Maßnahme nach deutschem<br />
Vorbild: Demnachso len künftig Kinder<br />
und Jugendliche in He<strong>im</strong>en „eingesperrt“<br />
werden.<br />
Auf dieses Maßnahmenpaket hat sich<br />
Strache mit den freiheitlichen Klubchefs in<br />
den Bundesländern am vergangenen Dienstag<br />
bei einem Tre fen in Linz festgelegt. Der<br />
Gastgeber, Oberösterreichs FPÖ-Klubobmann<br />
Herwig Mahr, machte am gestrigen<br />
Sonntag zusätzlich Druck. Er forderte eine<br />
Gesetzesänderung, umeine bessere Handhabe<br />
für jugendliche Straftäter zu erhalten.<br />
Die FPÖ setzt damit den von der ÖVP geste<br />
lten Vizekanzler und Justizminister Wolfgang<br />
Brandste ter unter Zugzwang – aber<br />
auch die SPÖ, die ebenso wie ursprünglich<br />
in der Flüchtlingspolitik auch <strong>im</strong> Jugendstrafrecht<br />
zurückhaltender ist.<br />
Mahr begründete den Vorstoß damit,<br />
dass das österreichische Rechtssystem bei<br />
strafunmündigen, jungen Tätern „schlicht<br />
handlungsunfähig“ sei. Strache und die<br />
Persönliches Exemplar für AOM-Benutzer pafpoehoeferl - (C) APA-DeFacto GmbH. A le Rechte vorbehalten.<br />
blauen Klubobleute denken auch daran,das<br />
deutsche Mode l zu kopieren. Daher so le es<br />
nach Plänen der FPÖ zur Einführung „geschlossener<br />
He<strong>im</strong>e für Kinder und Jugendliche“kommen.<br />
Auch Freiheitsentzug geplant<br />
Klubleute-Konferenz<br />
in Linz<br />
ist ein<br />
Maßnahmenpaket<br />
Diese Maßnahme bis hin sogar zu Freiheitsentzug<br />
für „unerziehbare Extremfä le“ würde<br />
neue Möglichkeiten scha fen. Dabei<br />
handle es sichaber nicht um eine Strafmaßnahme,<br />
sondern aus FPÖ-Sicht um „eine<br />
Form der Hilfe zur Erziehung durch das Jugendamt“.<br />
Die zweite Stossrichtung zielt auf Verschärfungen<br />
des Jugendstrafrechts und eine<br />
Anpassung der Strafmündigkeit: Das liefe<br />
auf eine Senken des Alters unter 14 Jahre,<br />
denn Jüngere sind nicht deliktsfähig beziehungsweise<br />
stra fähig. Bis zum 16. und zum<br />
18. Lebensjahr gibt es noch Ausnahmenund<br />
Erleichterungen.<br />
Beratungen mit Experten<br />
Endgültig ausgemacht, <strong>was</strong> nun genau<br />
kommt, ist a lerdings noch nicht. Die Freiheitlichen<br />
werden vielmehr, wie auch Fraktionschef<br />
Mahr am Sonntag bekräftigte, mit<br />
Fachleuten ausden Bereichen Straf- und Familienrecht<br />
sowie Pädagogik und Jugendpsychologie<br />
das Gesetzespaket für jugendliche<br />
Straftäter beraten. Denn e sei der FPÖ<br />
bewusst, dass essich bei Neuerungen für<br />
Kinder und Jugendliche um eine „besonders<br />
heikle“ Materie handle. Es müsse aber<br />
„schleunigstet<strong>was</strong>passieren“, betonte Fraktionschef<br />
Mahr.<br />
zur Bekämpfung der Jugendkr<strong>im</strong>inalität,<br />
über das „Die Presse“ berichtet.<br />
HC Strache drängt auf Verschärfungen<br />
<strong>im</strong> Strafrecht und will<br />
kr<strong>im</strong>inelle Kinder in geschlossenen<br />
He<strong>im</strong>en unterbringen.<br />
1.574 Personen gefällt das.<br />
Eine der größten Blamagen des<br />
ÖVP-Integrationsministers Sebastian<br />
Kurz. Den großspurigen Ankündigungen<br />
ist ein Bauchfleck bei der<br />
Umsetzung des Gesetzes erfolgt.
Nr. 22 Donnerstag, 1. Juni 2017<br />
g<br />
Der Wirtschaftsmotor<br />
Tourismus am Wolfgangsee<br />
„Das Salzkammergut ist eines<br />
unserer wichtigsten Tourismusgebiete<br />
und sichert viele<br />
Arbeitsplätze“, betonte FPÖ-Landeshauptmann-Stellvertreter<br />
Manfred<br />
Ha<strong>im</strong>buchner anlässlich seines<br />
Besuches in St. Wolfgang. Ziel<br />
dieses Besuches war es, in Gesprächen<br />
mit Entscheidungsträgern in<br />
Tourismus, Industrie und Politik,<br />
die speziellen Bedürfnisse der Region<br />
zu erörtern. Begleitet wurde<br />
Ha<strong>im</strong>buchner vom Zweiten Präsidenten<br />
des Landtags, Adalbert Cramer.<br />
Ha<strong>im</strong>buchners Bilanz: „Die<br />
Politik braucht den Kontakt zu<br />
den Wirtschaftstreibenden und den<br />
Menschen vor Ort, um dann treffsichere<br />
Entscheidungen <strong>im</strong> Interesse<br />
aller treffen zu können.“<br />
Die FPÖ-Delegation mit Manfred Ha<strong>im</strong>buchner (3.v.r.) und dem 3.<br />
Landtagspräsidenten Adalbert Cramer (2.v.l.) am Wolfgangsee.<br />
Foto: FPÖ Oberösterreich<br />
Foto: FPÖ Oberösterreich<br />
Blitzlicht 15<br />
FPÖ-Landesobmann Manfred Ha<strong>im</strong>buchner (2.v.r.) gratulierte dem<br />
Jubilar Franz Zechmeister zum rüstigen 90er.<br />
90. Geburtstag eines<br />
FPÖ-Gründungsmitglieds<br />
Zu einem zweifachen Jubiläum<br />
kam FPÖ-Landesobmann Manfred<br />
Ha<strong>im</strong>buchner nach Frankenburg.<br />
Zum einen gratulierte er<br />
Franz Zechmeister zu dessen 90.<br />
Geburtstag und zum anderen bedankte<br />
er sich be<strong>im</strong> Jubilar für die<br />
fast auf den Tag genau 60-jährige<br />
Mitgliedschaft bei der FPÖ Oberösterreich,<br />
womit er zu den Gründungsmitgliedern<br />
zählt. In bester<br />
gesundheitlicher Verfassung nahm<br />
Zechmeister <strong>im</strong> Kreise seiner Familie<br />
mit Gattin Maria die Glückwünsche<br />
entgegen. Der ehemalige<br />
Gastwirt war viele Jahre Obmann<br />
des Seniorenringes Frankenburg<br />
und machte sich vor allem als Obmann<br />
des Vereins verdient, der das<br />
bekannte „Würfelspiel“ aufführt.<br />
Benefiz<br />
Motorradtour<br />
Fahr mit für<br />
den guten<br />
Zweck!<br />
Samstag, 1. Juli 2017<br />
Abfahrt: 10 Uhr | PUB Lowlander<br />
Handelsstraße 1, 3130 Herzogenburg<br />
Anschließende Stärkung<br />
Pulled Pork Burger & Feuerflecken<br />
IMPRESSUM | FPÖ Herzogenburg, Voralpenstraße 16, 3130 Herzogenburg<br />
Medieninhaber | FPÖ Niederösterreich | Purkersdorfer Straße 38, 3100 St. Pölten | Folgenummer 470306|2017
16bg_Layout 1 08.05.17 15:32 Seite 1<br />
16 Blitzlicht<br />
Neue Freie Zeitung<br />
Impressum: FPÖ, Friedrich-Schmidt-Platz 4/3a, 1080 Wien / Druck: Paul Gerin GmbH & Co KG<br />
WWW.FPOE.AT<br />
FPÖ<br />
Sonst wird sich nie <strong>was</strong> ändern<br />
+++ Bücherservice +++ Bücherservice +++ Bücherservice +++ Bücherservice +++ Bücherservice +++<br />
Österreich zuerst - 60 Jahre FPÖ<br />
1956 - 2016<br />
In dieser Publikation blicken wir zurück auf die sechzigjährige Geschichte einer Partei<br />
und die bald zweihundertjährige einer Gesinnungsgemeinschaft. Dieser Rückblick<br />
auf 60 Jahre Freiheitliche Partei Österreichs beginnt <strong>im</strong> Hier und Heute und<br />
arbeitet sich zurück in die Vergangenheit.<br />
Zuerst blicken wir auf die „Ära Strache“, die ein gutes Jahrzehnt von 2005 bis 2016<br />
umfasst. Dann ist da die Zeit der Regierungskoalition mit der Volkspartei von 2000<br />
bis 2006, die wir als zweites betrachten. Als drittes vergegenwärtigen wir uns die<br />
Ära des Aufstieges der FPÖ unter Jörg Haider von 1986 bis zum Jahre 2000. Danach<br />
als viertes Kapitel die Regierungszusammenarbeit mit der Sozialdemokratie unter<br />
Norbert Steger. Und schließlich <strong>im</strong> fünften Kapitel die Gründung und die Einfügung<br />
der FPÖ in das politische System der Zweiten Republik zwischen 1956 und 1989.<br />
Zu guter Letzt skizzieren wir noch den historischen Weg des national-freiheitlichen<br />
Lagers von seinen Anfängen der Habsburger Monarchie, über die schwierigen Jahre<br />
der Ersten Republik bis hin zur Gründung der FPÖ.<br />
GRATIS zu beziehen über das FPÖ-Bildungsinstitut:<br />
Friedrich Schmidt Platz 4, 1080 Wien<br />
Telefonisch unter 01/512 35 35-36 oder per Mail: bildungsinstitut@fpoe.at<br />
Mit Ihrer Bestellung erklären Sie sich einverstanden, künftig über Aktivitäten und Neuerscheinungen<br />
der FPÖ und des FPÖ-Bildungsinstitutes informiert zu werden.