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Liudger, Juni 2017

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JUNI <strong>2017</strong><br />

Das Magazin für Mitarbeitende im Bistum Münster<br />

Für ein Jahr<br />

Klosterleben hautnah<br />

Junge Erwachsene absolvieren ihr Freiwilliges Soziales Jahr<br />

im Jugendkloster Kirchhellen<br />

EXERZITIEN<br />

In der Wüste zu sich<br />

und zu Gott finden<br />

AUSFLUGSZIELE<br />

Auszeit vor<br />

der Haustür<br />

AUFKLANG<br />

Countdown: Ein Jahr bis<br />

zum Katholikentag


EDITORIAL UND IMPRESSUM<br />

INHALTSVERZEICHNIS<br />

EDITORIAL<br />

Liebe Kolleginnen,<br />

liebe Kollegen,<br />

IMPRESSUM<br />

HERAUSGEBER Bischöfliches Generalvikariat, Domplatz 27,<br />

48143 Münster VERANTWORTLICHE REDAKTEURIN Julia Geppert<br />

REDAKTIONSTEAM Christian Breuer (CB), Julia Geppert (JG),<br />

Johannes Hörnemann (JH), Michaela Kiepe (MEK), Dr. Stephan<br />

Kronenburg (SK), Ann-Christin Ladermann (ACL), Anke Lucht (AL),<br />

Thomas Mollen (TOM), Gudrun Niewöhner (GN) LAYOUT Abteilung<br />

Digitale und Interne Kommunikation, goldmarie design FOTO-<br />

GRAFIE Bischöfliche Pressestelle, Pixelio PRODUKTION Druckerei<br />

Buschmann, Münster KONTAKT liudger@bistum-muenster.de<br />

Eine Auszeit nehmen - um sich zu erholen, zu entspannen. Um zu sich zu<br />

finden oder sich im eigenen Leben neu zu orientieren. In einer Welt, die<br />

sich immer schneller zu drehen scheint, mit Ansprüchen, die immer größer<br />

werden, sehnen wir uns nach solchen Auszeiten. Und doch ist es häufig<br />

schwierig, sich genau diese zu nehmen.<br />

In der aktuellen Ausgabe des „<strong>Liudger</strong>“ berichten Kolleginnen und Kollegen<br />

von Auszeiten: außergewöhnliche Hobbies wie das Segelfliegen, einige Monate<br />

Pause vom Job oder Exerzitien in der Wüste Jordaniens. Manchmal liegt<br />

eine Auszeit allerdings so nah, dass sie auch übersehen werden kann. Denn:<br />

Auch ein Tagesausflug in den Ferien oder am Wochenende kann eine Auszeit<br />

sein und für den Alltag stärken. Wir haben Orte zusammengetragen,<br />

die definitiv einen Besuch wert sind. Es sind auch Geheimtipps dabei!<br />

Eine Auszeit der besonderen Art nehmen Jugendliche und junge Erwachsene,<br />

die im Jugendkloster Kirchhellen ein Freiwilliges Soziales Jahr absolvieren.<br />

Ein Jahr lang leben und arbeiten sie in der Klostergemeinschaft. Geben Kurse,<br />

übernehmen Verantwortung für das Gästehaus. Im „<strong>Liudger</strong>“ erzählen sie<br />

von ihrem Alltag, der eine Auszeit ist.<br />

Im Faktencheck geht es diesmal um die Behauptung, dass der Kirche die<br />

Gläubigen weglaufen. Außerdem haben wir uns in der Rubrik „Dafür/Dagegen“<br />

Gedanken gemacht zum Thema Muttertag und der „Pottkieker“ präsentiert<br />

leckere Rezepte für einen gemütlichen Grillabend - auch irgendwie<br />

eine Auszeit.<br />

Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Lesen des „<strong>Liudger</strong>“ und eine schöne<br />

Sommerzeit.<br />

Julia Geppert und das „<strong>Liudger</strong>“-Redaktionsteam<br />

P.S.: Sie haben Fragen, Anregungen, Kritik? Senden Sie uns eine E-Mail an<br />

liudger@bistum-muenster.de. Wir freuen uns auf Ihre Rückmeldungen.<br />

Noch mehr Informationen finden Sie übrigens im Internet unter<br />

www.liudger-magazin.de<br />

04<br />

Lui findet Auszeiten gut.<br />

Aber berechenbare Routinen<br />

haben auch ihre Vorteile.<br />

KOLUMNE: LUIS GEDANKEN<br />

04 Irgendwas ist immer<br />

FAKTENCHECK<br />

05 Der Kirche laufen die Gläubigen weg<br />

AUS DEN REGIONEN<br />

06 Immerhin hat das Kind Bitte gesagt<br />

360 GRAD<br />

08 Ein Jahr Kloster. Freiwillig und sozial.<br />

NACHGEFRAGT<br />

12 Vom Fliegen und Sammeln<br />

ZU MEINER FREUDE<br />

14 Aufmerksamkeit<br />

DAFÜR/DAGEGEN<br />

15 Thema: Muttertag<br />

08<br />

Gemeinsam leben und arbeiten:<br />

Das tun junge Menschen<br />

im Jugendkloster Kirchhellen.<br />

20<br />

Zu sich selbst und zu Gott finden, das steht bei Exerzitien im Fokus.<br />

Dr. Timo Weissenberg, Pfarrer der Kirchengemeinde St. <strong>Liudger</strong> in<br />

Münster, lädt zu einer besonderen Form ein. In die Wüste.<br />

AUF EIN WORT<br />

16 „Bestenfalls vergesse ich mein Passwort“<br />

RÄTSEL<br />

18 Das große Sommerrätsel<br />

POTTKIEKER<br />

19 Sommer, Sonne, Grillabend<br />

VORGESTELLT<br />

20 Durch die Wüste zum Ich<br />

FÜR SIE GELESEN<br />

24 Von Töchtern und ihren Müttern<br />

UND SONST ...?<br />

25 Wissen, App-Sites und Zahlen<br />

VERORTET<br />

26 Auszeit vor der Haustür<br />

IMPRESSIONEN<br />

12<br />

Hobbies bieten kleine Auszeiten<br />

vom Alltag. Wie wäre es<br />

mit Imkern oder Fliegen?<br />

26<br />

Einen Tag raus – aber wohin?<br />

Wir haben Tipps für den<br />

kleinen Urlaub zwischendurch.<br />

30 Aufklang zum Katholikentag 2018<br />

02 03


LUIS GEDANKEN<br />

FAKTENCHECK<br />

AUSZEIT<br />

Auszeiten sind eine gute Sache. Sie<br />

geben neue Einsichten und motivieren<br />

für den Alltag.<br />

Deshalb ist Lui überzeugter Verfechter<br />

gelegentlicher Auszeiten. Merkwürdigerweise<br />

kommt es dabei allerdings<br />

immer wieder zu Missverständnissen,<br />

-stimmungen und -erfolgen.<br />

Irgendwas ist immer<br />

Zum Beispiel neulich bei der Arbeit.<br />

Sonnenschein und wohlige Wärme<br />

veranlassten Lui, die Mittagspause<br />

spontan auf einen Zeitraum auszudehnen,<br />

der die Bezeichnung „Auszeit“<br />

auch verdient. Bei der Rückkehr<br />

zweieinhalb Stunden später zeigte<br />

sich, dass diese Auszeit Lui keineswegs<br />

für die Arbeit motiviert, sondern<br />

vielmehr den Wunsch nach abendlichem<br />

Grillen und damit nach überpünktlichem<br />

Feierabend geweckt hatte.<br />

Leider hielt sich das Verständnis<br />

von Chefin und Kollegen in engen<br />

Grenzen, sowohl für die verlängerte<br />

mittägliche Auszeit als auch für den<br />

vorzeitigen Feierabend.<br />

Eine überraschende Entwicklung<br />

nahm Luis Auszeit vom Sport. Zwar<br />

ermöglichte sie tatsächlich neue Einsichten,<br />

nämlich in das TV- Vorabendprogramm,<br />

das sich bis dahin<br />

zeitlich mit dem Training<br />

überschnitten hatte.<br />

Aber Motivation für künftige<br />

Sporteinheiten erwuchs<br />

daraus nicht. Was sich hingegen<br />

nach mehrwöchiger Sport-<br />

Auszeit einstellte, waren neue Pfunde<br />

auf Luis Hüften. So erwies sich diese<br />

Auszeit durchaus als Gewinn, wenn<br />

auch nicht im angestrebten Sinn.<br />

Auf ganzer Linie scheiterte kürzlich<br />

eine Auszeit von den Kindern. Natürlich<br />

liebt Lui die Kleinen. Nichtsdestotrotz<br />

verspricht eine Auszeit als<br />

Paar neben neuen Einsichten und<br />

Motivation vor allem einen Abend in<br />

himmlischer Ruhe und gepflegtem<br />

Ambiente. Leider sah sich der erstmals<br />

beauftragte Babysitter nach zwei<br />

Stunden gezwungen, einen Notruf via<br />

Handy abzusetzen. Dieser erreichte<br />

Lui und die bessere Hälfte im Restaurant<br />

während des dritten von fünf geplanten<br />

Gängen und zwang unmittelbar<br />

zum abrupten Aufbruch. Zu Hause<br />

hatten derweil die lieben Kleinen<br />

das Regiment übernommen. Während<br />

der Babysitter – offenbar noch neu<br />

im Geschäft – kapituliert und sich ratund<br />

hilflos in den Flur zurückgezogen<br />

hatte, produzierte Kind 1 in der<br />

Küche zu nachtschlafender Zeit widerrechtlich<br />

ein halbes Dutzend Nutellatoasts<br />

und machte Kind 2 im Wohnzimmer<br />

spannende Erkundungstouren<br />

durch die elterliche DVD-Sammlung.<br />

Obwohl also Auszeiten im familiären<br />

Bereich offenbar eine sensible Angelegenheit<br />

sind, wagte Lui einen neuen<br />

Anlauf für eine solche Auszeit –<br />

nur für ein Wochenende, für eine Tour<br />

mit der Clique von früher, wie in alten<br />

Zeiten. Dieser Vorschlag allerdings<br />

stieß bei der besseren Hälfte auf gelinde<br />

gesagt verhaltene Resonanz. Irgendwie<br />

verständlich: Wer will schon<br />

allein ein ganzes Wochenende zwei<br />

Nutellatoast herstellende und DVDdurchforstende<br />

Kinder in Schach<br />

halten?<br />

Auszeiten sind eine gute Sache. Aber<br />

berechenbare Routine hat auch was<br />

für sich.<br />

FAKE NEWS<br />

Faktencheck<br />

mit Dr. Stephan Kronenburg, Pressesprecher des Bistums Münster<br />

BEHAUPTUNG:<br />

DER KATHOLISCHEN KIRCHE LAUFEN DIE<br />

GLÄUBIGEN DAVON – ES GEHT BERGAB.<br />

FAKT IST:<br />

Keineswegs laufen der katholischen Kirche die Gläubigen<br />

nur davon. Keineswegs geht es nur bergab.<br />

Die Behauptung stimmt nur dann, wenn man beim<br />

kirchlichen Leben lediglich zwei Aspekte im Blick<br />

hat, die sicher konstitutiv für die Kirche sind, sie<br />

aber nicht alleine ausmachen: die Sakramente und<br />

die Kirchenmitgliedschaft. Der Blick auf andere<br />

kirchliche Grundvollzüge und Angebote liefert ein<br />

völlig anderes Bild. Einige Beispiele: Zur Ehe-,<br />

Familien- und Lebensberatung (EFL) im Bistum<br />

Münster kamen 1965 gerade einmal 253 Ratsuchende,<br />

2016 waren es 11.731. 45.000 Kinder besuchen<br />

aktuell die über 660 katholischen Kitas. Viele Angebote<br />

der Caritas werden von immer mehr Menschen<br />

genutzt. Und sieht man, wie viele Menschen<br />

sich freiwillig in der Kirche engagieren, entpuppt<br />

sich die Behauptung vom permanenten Abwärtstrend<br />

endgültig als „Fake News“.<br />

BEHAUPTUNG:<br />

DIE KATHOLISCHE KIRCHE FINDET KEIN<br />

SEELSORGE-PERSONAL MEHR.<br />

FAKT IST:<br />

Es gab in der katholischen Kirche in Deutschland<br />

und im Bistum Münster wohl noch nie so viele<br />

Seelsorgerinnen und Seelsorger wie derzeit. Selbst<br />

die Priesterzahl befindet sich aktuell keineswegs<br />

auf einem historischen Tiefpunkt. Im Bistum<br />

Münster sind derzeit rund 700 Priester im aktiven<br />

pastoralen Dienst tätig. Sie werden von etwa<br />

400 Ruheständlern unterstützt. Außerdem gibt es<br />

600 Pastoralreferentinnen und Pastoralreferenten<br />

und mehr als 230 Diakone.<br />

Richtig an der Behauptung ist nur, dass die Zahl<br />

der Priesterweihen und Priesterberufungen in den<br />

letzten Jahren stark rückläufig ist.<br />

BEHAUPTUNG:<br />

DIE KATHOLISCHE KIRCHE IST REICH.<br />

FAKT IST:<br />

Durch das System der Kirchensteuer verfügen beide<br />

Kirchen in Deutschland über deutlich mehr finanzielle<br />

Mittel als in anderen Ländern. Von daher<br />

kann man die katholische Kirche in Deutschland<br />

als vergleichsweise „reich“ bezeichnen. Man wird<br />

aber umgekehrt sagen müssen, dass die Kirche<br />

in keinem anderen Land derartig viele – auch langfristige<br />

– Verpflichtungen eingegangen ist wie die<br />

deutsche Kirche. Eine Trägerschaft beispielsweise<br />

von Tageseinrichtungen für Kinder, Schulen oder<br />

sozialen Einrichtungen ist mit enormen Investitionen<br />

sowie der Verantwortung für die dort tätigen<br />

Dienstnehmerinnen und Dienstnehmer verbunden<br />

und nur verantwortlich durchzuführen, wenn<br />

dies auf einer soliden finanziellen Grundlage erfolgt.<br />

Entscheidend ist daher, wofür die Kirche und<br />

das Bistum Münster das Geld einsetzt. Zwei Beispiele<br />

aus dem Haushalt <strong>2017</strong>: Mehr als die Hälfte<br />

des Haushaltsvolumens (rund 250 Millionen Euro)<br />

fließt in die Kirchengemeinden, davon allein 32 Millionen<br />

Euro für Tageseinrichtungen für Kinder;<br />

rund 40 Millionen Euro fließen in den Bereich der<br />

Sozialen Dienste. Wer für eine arme Kirche plädiert,<br />

die nur über geringe finanzielle Mittel verfügt,<br />

dem sollte klar sein, dass viele Aufgaben dann<br />

nicht mehr übernommen werden können – dies<br />

gilt nicht zuletzt auch für die Unterstützung von<br />

Kirchen und Menschen in aller Welt, die Hilfe<br />

brauchen. Zugleich muss auf folgendes hingewiesen<br />

werden: aufgrund der Bevölkerungsentwicklung<br />

werden wir zukünftig weniger Kirchensteuerzahler<br />

haben, sodass die Einnahmen aus der Kirchensteuer<br />

in den nächsten zwei Jahrzehnten deutlich<br />

zurückgehen werden. Darauf müssen wir uns<br />

bereits jetzt vorbereiten.<br />

04<br />

05


AUS DEN REGIONEN<br />

AUS DEN REGIONEN<br />

IM BISTUM UNTERWEGS<br />

Immerhin hat das Kind Bitte gesagt<br />

BURGSTEINFURT Der weiße Kastenwagen<br />

ohne Aufschrift war den Nachbarn schon mehrmals<br />

aufgefallen. Die jungen Männer, die mit dem<br />

Kleintransporter unterwegs waren, boten ziemlich<br />

penetrant Hausmeisterdienste an. Das Misstrauen<br />

der Anwohner war groß, die Polizei vorsichtshalber<br />

informiert...<br />

Tage später versperrt beim Nachhausekommen<br />

ein eben solcher Wagen die Auffahrt einer Nachbarin.<br />

Irritiert schaut diese die Straße entlang,um<br />

zu sehen, wohin der Fahrer verschwunden sein<br />

könnte. Im selben Moment kommt ein junger Mann<br />

schnellen Schrittes aus Richtung Garten vom Grundstück<br />

der Feierabendhabenden... Der Blondschopf<br />

schaut weder rechts noch links, setzt sich in sein<br />

Auto und saust davon. Zurück bleibt die Nachbarin<br />

– überrascht, besorgt, sprachlos...<br />

Pfiffigerweise hatte sie noch rasch das Kennzeichen<br />

notiert, bevor der Wagen um die Ecke<br />

gebogen ist. Mit Herzklopfen betritt die Hausbesitzerin<br />

die eigenen vier Wände... Nichts Auffälliges<br />

ist zu sehen... Trotzdem: Ein Anruf bei der<br />

Polizei wird die Straße besser schlafen lassen...<br />

Der Beamte verspricht, den Halter des Wagens zu<br />

überprüfen... Mehr geht wohl nicht... Ein unwohles<br />

Gefühl bleibt...<br />

Bis am Abend der Ehemann heimkommt. Er hatte<br />

die vielen Nachrichten in der Nachbarschafts-Whatsapp-Gruppe<br />

nur kurz überflogen – und kann<br />

sich ein Schmunzeln kaum verkneifen. Vor<br />

vier Wochen hatte er einen Baumkletterer angefragt,<br />

der die 50 Jahre alte Buche im Garten<br />

kappen sollte... Der junge Mann hatte gerade angerufen,<br />

um nur kurz zu sagen, dass er sich am Nachmittag<br />

den Baum schon mal angesehen habe... Er<br />

fährt einen weißen Kastenwagen – ohne Aufschrift...<br />

Gudrun Niewöhner<br />

Regionalredakteurin Steinfurt/Borken<br />

FRECKENHORST Es quiekt, schmatzt – und<br />

vor allem stinkt es. Ja genau, ich befinde mich in<br />

einem Schweinestall und bin sehr beschäftigt damit,<br />

meine Kameraausrüstung nicht in den Schlamm<br />

fallen zu lassen und meinen Block von den süßen<br />

Ferkelschnauzen fern zu halten. Ich darf einen Gast<br />

aus Burkina Faso begleiten, der in seiner Heimat<br />

als Landwirt und lokaler Berater einer Bauernorganisation<br />

arbeitet. Auf einem landwirtschaftlichen<br />

Betrieb in Freckenhorst möchte er sich informieren,<br />

wie man Energie aus erneuerbaren Ressourcen<br />

erzeugen kann. Um zu vermeiden, dass wir nachher<br />

selbst nach Schweinestall riechen, stattet uns<br />

der Hofherr persönlich mit entsprechender Verkleidung<br />

aus: Grüner Overall, roter Sonnenhut und<br />

Gummistiefel in Größe 46 – très chic! Bei den<br />

Schweinen angekommen, fragt mich ein Kollege:<br />

„Möchten Sie die Tiere untersuchen?“ Vor Schreck<br />

lasse ich beinahe meine Kamera fallen. Er lacht.<br />

Auf der Rückseite meines Overalls steht groß „Tierarzt“,<br />

daneben das Logo der Praxis. So schnell<br />

kann man also den Beruf wechseln. Zum Glück<br />

nur für einen Nachmittag.<br />

Ann-Christin Ladermann<br />

Regionalredakteurin Münster/Warendorf<br />

KEVELAER Wie schnell sich Gerüchte auf Facebook<br />

verbreiten, war in der Nacht zum 8. Januar zu<br />

beobachten. Da verbreitete sich nämlich in Windeseile<br />

die Meldung, dass die Basilikaglocken mitten<br />

in der Nacht mit Festgeläut klangen. „Der Niederrhein<br />

hat einen neuen Weihbischof“ waren sich<br />

viele Facebook-Nutzer sicher – und spekulierten<br />

auch gleich, auf wen die Wahl wohl gefallen sei.<br />

Und was war der wirkliche Grund für das Festgeläut?<br />

Durch einen Programmierfehler wurde exakt<br />

eine Woche nach der Silvesternacht das neue<br />

Jahr pünktlich um Mitternacht ein zweites Mal<br />

begrüßt.<br />

Christian Breuer<br />

Regionalredakteur Niederrhein<br />

IRGENDWO IM OLDENBURGISCHEN<br />

Kinder dürfen keinen Alkohol trinken und Erwachsene<br />

sollen ihnen im Konsumverhalten ein<br />

Vorbild sein. Darin sind wir uns in Familie und<br />

Bekanntenkreis einig. Wie es trotzdem zu dem<br />

nachfolgend geschilderten Vorfall kommen konnte,<br />

ist uns heute noch ein Rätsel.<br />

Kleinkindergottesdienst. Aus Termingründen besuchen<br />

Patentante und vierjähriger Patensohn ihn<br />

in der Nachbargemeinde. Nach der ebenso fröhlichen<br />

wie kreativen Feier von Gottes Gegenwart<br />

in der Kirche wechselt die Gruppe ins Pfarrheim.<br />

Auf die Erwachsenen warten Kaffee und Tee, auf<br />

die Kinder Saft, auf alle Kekse.<br />

Das Patenkind setzt sich artig, mustert aufgeschlossen<br />

die ihm unbekannten Kinder, tauscht<br />

mit dem Jungen neben sich einen freundschaftlichen<br />

Rippenstoß aus, verhält sich ansonsten aber<br />

vorbildlich. Bis eine freundliche Ehrenamtliche ihn<br />

nach seinem Getränkewunsch fragt. Apfel- und<br />

Orangensaft stehen zur Auswahl. Das hindert den<br />

Vierjährigen nicht, für den gesamten Tisch vernehmlich<br />

folgende Bestellung zu tätigen: „Ich<br />

möchte erst ein Bier und dann einen Kümmerling,<br />

bitte!“<br />

Schweigen. Das Kind strahlt und knabbert froh<br />

an einem Keks. Es blickt vorfreudig drein – offenbar<br />

in Erwartung seiner Getränke. Die anderen<br />

Kinder wirken nachdenklich. Möglicherweise sind<br />

sie noch kindlich-naiver als der Patenbengel und<br />

fragen sich gerade, was ein Kümmerling ist. Die<br />

Erwachsenen schweigen betreten. Einige schauen<br />

auf den Boden, andere die Patentante vorwurfsvoll<br />

an. Wahrscheinlich erwägen sie die unmittelbare<br />

Einschaltung des Jugendamtes.<br />

Angesichts der Gesamtsituation spricht einiges<br />

für den geordneten Rückzug: halb ausgetrunkenen<br />

Kaffee stehen lassen, Patensohn greifen, trotz<br />

Protests in seine Jacke stopfen, unverbindlich lächelnd<br />

zum Abschied in die Runde nicken, aus<br />

dem Raum fliehen. Ob und wenn ja welche Getränke<br />

dem Kind geliefert werden, bleibt offen.<br />

Für die verständnis- und fassungslosen Kindseltern,<br />

denen die Episode am Abend geschildert<br />

wird, gibt es zumindest einen Trost: Immerhin<br />

hat das Kind „bitte“ gesagt.<br />

Anke Lucht<br />

stellvertretende Pressesprecherin<br />

06<br />

07


360 GRAD<br />

360 GRAD<br />

JUGENDKLOSTER KIRCHHELLEN<br />

Ein Jahr Kloster. Freiwillig und sozial.<br />

Wie in einer WG wohnen (von oben) Malte, Tai, Nico und Mia auf<br />

einem Flur im Jugendkloster zusammen.<br />

Auszeit - was ist das? Urlaub, Freizeit, Müßiggang.<br />

Das kommt vielen Menschen zuerst in<br />

den Sinn, wenn sie an eine Auszeit denken. Eine<br />

Auszeit ganz anderer Art nehmen die jungen<br />

Erwachsenen, die ein Freiwilliges Soziales Jahr<br />

im Jugendkloster Kirchhellen absolvieren. Für ein<br />

Jahr ziehen sie in das Kloster, werden Teil einer<br />

großen Familie und übernehmen Verantwortung.<br />

Sie arbeiten gemeinsam, sie kochen gemeinsam,<br />

sie essen gemeinsam, sie verbringen ihre Freizeit<br />

gemeinsam. Kurz: Sie leben gemeinsam. Wie in<br />

einer Wohngemeinschaft. Wie in einer großen Familie.<br />

Malte Tewes (18) aus Dorsten, Niko Schmitz<br />

(20) aus Bad Hönningen am Rhein und Mihantra<br />

„Mia“ Raissa Jhonson Rakotondrahaingo (25)<br />

aus Madagaskar absolvieren ihr Freiwilliges Soziales<br />

Jahr (FSJ) im Jugendkloster in Kirchhellen.<br />

Sie erleben ebenso „Kloster auf Zeit“ wie Taigo<br />

„Tai“ Hayakawa (17) aus Japan. Der Austauschschüler<br />

absolviert kein FSJ, lebt aber trotzdem für<br />

ein Jahr im Jugendkloster.<br />

„Gemeinsam.“<br />

Ebenfalls zur „Familie“ gehören acht Brüder vom<br />

Orden der Redemptoristen. Ökonomin Hildegard<br />

Kückelmann betreut die FSJler. Außerdem gehört<br />

eine 18-köpfige Familie, die aus Afghanistan fliehen<br />

musste, zur Kommunität.<br />

„Ich brauchte nach dem Abi mal ’ne Pause“, sagt<br />

Nico Schmitz. In seinem Heimatort hätte er das<br />

FSJ an der Grundschule, im Nachbarort in einem<br />

Hospiz machen können. „Das passte alles nicht<br />

hundertprozentig.“ Ein Probetag in Kirchhellen sei<br />

dann super gewesen, und für den 20-Jährigen<br />

stand fest: Hier mache ich mein FSJ. Das war schon<br />

eine Umstellung. Schließlich „habe ich jetzt einen<br />

ganz anderen Lebensmittelpunkt“, sagt er.<br />

Schwierigkeiten sich einzugewöhnen habe es al-<br />

lerdings nicht gegeben. „Man wird hier so warm,<br />

herzlich und familiär aufgenommen. Das ist einfach<br />

klasse.“<br />

„Ich brauchte nach<br />

dem Abi mal<br />

’ne Pause.“<br />

Dem stimmt auch Malte Tewes zu. Der 18-Jährige<br />

war unschlüssig, ob er nach der Schule studieren<br />

oder eine Ausbildung machen sollte. „Das FSJ hier<br />

hilft mir weiter, was die Berufsfindung angeht“,<br />

urteilt er. Gefragt habe er sich am Anfang vor allem,<br />

wie er wohl mit den Leuten klarkomme im<br />

Jugendkloster. „Prima“, lautet seine einfache und<br />

klare Antwort heute.<br />

Mia kam für ein Au-Pair-Jahr aus Madagaskar<br />

nach Kirchhellen. Als das vorbei war, stand für<br />

sie fest: „Ich möchte in Deutschland bleiben.“<br />

Von ihrer Au-Pair-Familie bekam sie den Tipp, sich<br />

für ein FSJ im Jugendkloster zu bewerben. Es hat<br />

geklappt. Jetzt steht für die 25-Jährige fest: „Ich<br />

möchte Sozialpädagogin oder Sozialarbeiterin werden.“<br />

Besonders gefällt ihr übrigens, dass alle wie<br />

eine Familie zusammenleben. „Meine Familie in<br />

Madagaskar ist klein – hier ist sie viel größer“,<br />

sagt sie und lacht.<br />

Tai besucht das Vestische Gymnasium in der Nähe<br />

des Jugendklosters. Über die Schüleraustauschorganisation<br />

YFU ist er nach Kirchhellen gekommen.<br />

„Wir sind auf YFU zugegangen und haben einen<br />

Platz für einen Austauschschüler angeboten“,<br />

erklärt Hildegard Kückelmann. Drei Bewerber habe<br />

es auf den Platz gegeben. „Der einen Familie<br />

waren wir nicht christlich genug, der anderen<br />

Familie waren wir zu christlich“, erzählt die Ökonomin.<br />

Tai und seine Familie sind Buddhisten.<br />

„Aber nicht streng“, sagt Tai und winkt ab. Interessant<br />

sei es für ihn vor allem, eine andere Religion<br />

so hautnah kennenzulernen.<br />

Männer und Frauen, unterschiedliche Nationalitäten<br />

und Religionen – im Jugendkloster in Kirchhellen<br />

leben alle unter einem Dach. „Das ist etwas,<br />

was uns besonders macht“, sagt Pater Francis<br />

da Cunha. Er ist voll des Lobes für die anderen<br />

„Familienmitglieder“: „Wir Brüder sind voll akzeptiert<br />

bei den jungen Leuten. Und wir freuen uns,<br />

ihnen die Möglichkeit zu geben, eine andere Welt<br />

kennenzulernen.“<br />

„Das FSJ hilft mir<br />

weiter, was ich beruflich<br />

machen soll.“<br />

Hand in Hand ein tolles Team, in dem auch der Spaß nicht zu kurz kommt: Mihantra Raissa "Mia" Jhonson Rakotondrahaingo, Hildegard<br />

Kückelmann, Malte Tewes, Taigo "Tai" Hayakawa, Niko Schmitz und Bruder Francis da Cunha.<br />

08<br />

09


360 GRAD<br />

360 GRAD<br />

Wie sieht ein FSJ im Jugendkloster<br />

aus? Der Besuch von Gottesdiensten<br />

gehört dazu, auch die aktive<br />

Mitgestaltung gehört dazu.<br />

„Wir können hier unseren Senf<br />

dazu geben“, sagen Malte und<br />

Niko. Und sonst? „Wir arbeiten<br />

als Betreuer in der Offenen<br />

Ganztagsgrundschule, organisieren<br />

und betreuen Kurse<br />

für Kinder und Jugendliche<br />

und sind verantwortlich für<br />

das Jugendhaus“, fasst Nico<br />

Schmitz zusammen. Letzteres<br />

ist ein Selbstversorgerhaus mit<br />

32 Betten und wird an Gruppen<br />

vermietet. „Wir achten darauf,<br />

dass alles in Ordnung ist, die<br />

Regeln eingehalten werden“,<br />

ergänzt Malte Tewes.<br />

Und dann sind da ja noch<br />

die Dienste für die Gemeinschaft:<br />

Kochen, den Müll<br />

rausbringen, Telefondienst.<br />

„Das ist genau wie in einer<br />

Familie. Auch dort sind die<br />

alltäglichen Aufgaben auf<br />

die Mitglieder verteilt. So<br />

ist es bei uns eben auch“,<br />

sagt Bruder Francis.<br />

„Wir leben hier<br />

wie in einer<br />

großen Familie.“<br />

Malte, Nico, Mia und Tai wohnen auf einem<br />

gemeinsamen Flur. Ein Waschbecken hat jeder im<br />

Zimmer, Toilette und Dusche werden gemeinsam<br />

genutzt. „Allen stehen alle Räumlichkeiten<br />

hier im Jugendkloster zur Verfügung. Ein Wohnzimmer<br />

mit Kickertisch, ein Kaminraum, der<br />

Speiseraum und viele mehr“, erklärt Hildegard<br />

Kückelmann. Alles eben wie in einem großen<br />

Haus, wie in einer großen Familie.<br />

(JG)<br />

Die Aufgaben, die die FSJlerinnen und FSJler im<br />

Jugendkloster übernehmen, sind vielfältig und<br />

in einem Plan festgehalten. So sind sie im Gästehaus<br />

verantwortlich dafür, „dass alles läuft“:<br />

Mülltrennung, Ordnung in der Materialkammer<br />

und im Speisesaal. Doch auch die Freizeit kommt<br />

nicht zu kurz: Klavier spielen, kickern, quatschen<br />

- Malte, Niko, Mia und Tai sind ein eingeschworenes<br />

Team. Sie wohnen wie in einer Familie oder<br />

WG zusammen. Das heißt auch, dass sie für ihre<br />

Wäsche und Ordnung selbst verantwortlich sind.<br />

Bruder Francis ist voll des Lobes für die vier „Familienmitglieder“:<br />

„Alle respektieren einander“,<br />

sagt er.<br />

Das FSJ im<br />

Bistum<br />

Münster<br />

Die Stellen des Freiwilligen Sozialen Jahres (FSJ)<br />

im Jugendkloster Kirchhellen werden begleitet durch<br />

die Freiwillige Soziale Dienste (FSD) Bistum Münster<br />

gGmbH. Die FSD ist der katholische Träger für<br />

Freiwilligendienste im nordrhein-westfälischen Teil<br />

des Bistums Münster. Außer einem FSJ kann man<br />

darüber auch einen Bundesfreiwilligendienst (BFD)<br />

absolvieren.<br />

Ein FSJ ist ein gesetzlich<br />

geregelter Jugendfreiwilligendienst<br />

Es kann von jungen<br />

Erwachsenen im Alter<br />

zwischen 16 und 26 Jahren<br />

für die Dauer von 6 bis maximal<br />

18 Monaten in einer<br />

sozialen Einrichtung geleistet<br />

werden.<br />

Durchführung und Anerkennung sind an bestimmte<br />

Rahmenbedingungen geknüpft. Grundlage<br />

dafür ist das „Gesetz zur Förderung von<br />

Jugendfreiwilligendiensten“. Innerhalb dieses gesetzlichen<br />

Rahmens gestaltet die FSD gGmbH gemeinsam<br />

mit den Einsatzstellen vor Ort den Freiwilligendienst.<br />

Ein FSJ besteht aus zwei Teilen: zum einen<br />

aus einer praktischen Hilfstätigkeit in einer selbst<br />

gewählten sozialen Einrichtung in Vollzeit (39<br />

Stunden in der Woche/Arbeitszeiten richten sich<br />

Mehr Informationen zum FSJ und zum BFD<br />

gibt es im Internet unter: www.fsd-muenster.de<br />

„Die FSJlerinnen<br />

und FSJler erleben<br />

also soziale Berufe<br />

in der Praxis “<br />

nach der Einrichtung) und zum anderen aus begleitenden<br />

Bildungsseminaren, die von den Pädagogen<br />

der FSD organisiert werden. Die FSJlerinnen<br />

und FSJler erleben also soziale Berufe in der<br />

Praxis, engagieren sich für andere Menschen und<br />

kommen untereinander ins Gespräch über ihre Erfahrungen.<br />

Die jungen Erwachsenen bekommen<br />

ein monatliches Ta-<br />

schengeld in Höhe von 370<br />

Euro und einen Zuschuss<br />

für Verpflegung in Höhe von<br />

50 Euro.<br />

Die FSD kooperieren<br />

mit mehr als 700 sozialen<br />

Einrichtungen im NRW-Teil<br />

des Bistums. Vor Ort begleitet<br />

die FSJlerinnen und FSJler ein/e Praxisleiter/in,<br />

die/der während der gesamten Zeit als<br />

Ansprechpartner zur Verfügung stehen.<br />

10 11


NACHGEFRAGT<br />

NACHGEFRAGT<br />

AUSSERGEWÖHNLICHE HOBBIES<br />

Vom Fliegen und Sammeln<br />

Der Muschelsammler (von Christian Breuer)<br />

Der Blick eines Besuchers, der das Pfarrhaus<br />

in Kalkar am Niederrhein betritt, fällt auf die<br />

Schalen oder Glassäulen voller Muschelschalen.<br />

Es gibt wohl keinen Raum, in dem nicht Muscheln<br />

in allen Farben, Größen und Formen zu<br />

finden sind. Hausherr Pfarrer Alois van Doornick<br />

sorgt für Nachschub. „Ich habe 335 neue<br />

Jakobsmuscheln aus dem Urlaub mitgebracht“,<br />

sagt er schmunzelnd.<br />

Muscheln und Pilgern, das sind zwei Leidenschaften<br />

des Pastors. Die Jakobsmuschel ist das<br />

Zeichen der Pilger, die sich auf den Weg nach<br />

Santiago machen. Van Doornick ist ihn 1994 das<br />

erste Mal gegangen, damals schenkte ihm eine<br />

Mitreisende den nicht gewölbten Deckel einer Jakobsmuschel.<br />

Er hat dieses Andenken behalten,<br />

bei jeder Pilgerreise hängt es um seinen Hals.<br />

Seither hat er sich viel mit Muscheln beschäftigt,<br />

ihnen ein Kapitel seines Buchs über den Jakobsweg<br />

gewidmet. Auch theologisch sei die Muschel<br />

interessant, betont er: „Sie öffnet sich und<br />

ist den Elementen ausgesetzt. Damit ist sie ein<br />

Zeichen für die Menschen, die sich ihren Gedanken<br />

und dem Himmel öffnen dürfen.“<br />

Abgesehen davon: „Es ist entspannend, sich<br />

an den Muscheln zu erfreuen, die Natur zu genießen“.<br />

Viele der Muscheln verschenkt er übrigens,<br />

zum Beispiel an Pilgergruppen und Kommunionkinder.<br />

Hilfe für Tansania (von Michaela Kiepe)<br />

Seit 2010 unterstützt die Liebfrauenschule Coesfeld<br />

mit dem Verein „Dialog hilft Kindern in der<br />

Einen Welt e.V.“ und den Schwestern Unserer<br />

Lieben Frau das Tansania-Projekt „Notre Dame<br />

Osotwa Boma“. Im Maissai-Dorf Loiborsiret<br />

bauen Freiwillige eine Grundschule. Seit vielen<br />

Jahren engagiert sich Gunnar Emmerich. „Die<br />

Schule ist mit den Kindern in Tansania gewachsen.<br />

Sie soll vor allem Mädchen eine Chance auf<br />

Bildung bieten, wie unsere Liebfrauenschule es<br />

auch getan hat“, erklärt der Lehrer. Für ihn ist<br />

das Projekt eine Herzensangelegenheit: „Beim<br />

Bau mitzuhelfen, ist eine Herausforderung und<br />

schafft eine enge Verbindung zum Projekt.“<br />

Regelmäßig fährt er mit Schülerinnen und Schülern<br />

nach Afrika, um weiterzuarbeiten. „Es fühlt<br />

sich mittlerweile fast so an, als ob man nach<br />

Hause kommt. Tansania ist eine zweite Heimat<br />

für mich geworden. Ich habe dort auch ein Patenkind“,<br />

sagt Emmerich.<br />

Für ihn bedeutet der Einsatz eine Auszeit vom<br />

Alltag. „Steine für den Bau zu schleppen und<br />

Klassenräume zu mauern, etwas ‚geschafft zu<br />

haben‘, das man sehen kann, ist ein schönes Gefühl“,<br />

sagt er. Zudem gäbe es Begegnungen mit<br />

den Menschen in Tansania. „Vor allem die Massai<br />

regen mit ihrem bescheidenen und dennoch<br />

relativ zufriedenen Leben immer wieder zum<br />

Nachdenken an.“<br />

Über den Wolken (von Christian Breuer)<br />

Konzentriert arbeitet Iris Mühlhaus die Checkliste<br />

ab. Ist der Höhenmesser richtig eingestellt?<br />

Sind die Landeklappen eingefahren? Ist der Passagier<br />

fest angeschnallt? Alles ist so, wie es sein<br />

sollte, und Iris Mühlhaus lächelt. „Los geht’s“<br />

sagt sie - Sekunden später schwebt sie über den<br />

Niederrhein.<br />

Während ihrer Arbeitszeit steht die 55-Jährige<br />

mit beiden Beinen fest auf dem Boden. Mühlhaus<br />

ist Verwaltungsangestellte beim Haus der Familie<br />

in Emmerich. Schon seit 20 Jahren arbeitet sie in<br />

ihrer Heimatstadt für das Bistum. An den Wochenenden<br />

aber wird sie zur Pilotin, sie hat die Lizenzen,<br />

um Segelflugzeuge und Motorsegler zu fliegen.<br />

„Eigentlich fliege ich lieber ohne Motor, aber<br />

so ist man unabhängiger“, erzählt sie über das kleine<br />

Mikrofon, das ihr trotz des Motorengeräuschs<br />

die Verständigung mit dem Passagier ermöglicht.<br />

Seit 41 Jahren fliegt sie nun, als Jugendliche hatte<br />

ihr Vater die Leidenschaft für den Flugsport geweckt.<br />

„Er selber hatte aus beruflichen Gründen<br />

keine Zeit dazu, er hat mich damals gefragt, ob ich<br />

es ausprobieren möchte. Und dann bin ich dabeigeblieben“,<br />

sagt Mühlhaus.<br />

Nach einer halben Stunde setzt die Maschine<br />

wieder sanft auf dem Flugplatz in Emmerich auf.<br />

„Das ist für mich Entspannung pur“, sagt die Pilotin.<br />

Am Start wartet schon ihr Mann Thomas. Sie<br />

hat ihn beim Fliegen kennengelernt.<br />

Der Herr der Bienen (von Johannes Hörnemann)<br />

Im Vechtaer Offizialat ist Franz-Josef Bohlke<br />

Herr über Daten. Der 57-Jährige ist zuständig für<br />

die kartographische Erfassung des Offizialatsbezirks,<br />

den Oldenburger Teil des Personalschematismus<br />

und die Kirchenstatistik. Als Referent für<br />

das Meldewesen hegt er endlose Personendaten.<br />

In seiner Freizeit trägt er Verantwortung für<br />

zehn Bienenvölker. Mit seiner Pflege sammeln<br />

sie Blütennektar. Bis zu 500.000 Bienen produzieren<br />

den Honig, etwa 30 Kilogramm sind es<br />

pro Volk und Jahr.<br />

„Ich führe das Hobby in dritter Generation<br />

weiter. Es ist also Traditionsverbundenheit und<br />

familiäre Verpflichtung“, erzählt Lüscher. Das<br />

zeitraubende Hobby helfe ihm, sich vom oft hektischen<br />

Beruf zu entspannen. „Vor allem geht es<br />

mir darum, zur Ruhe zu kommen und im Einklang<br />

mit der Natur ein tolles Nahrungsmittel zu<br />

produzieren“, sagt der Honig-Fan.<br />

Bewahrung der Schöpfung und die Erhaltung<br />

der Bienen sind Bohlke sehr wichtig. Der Informatiker<br />

schätzt die Tätigkeit in der Natur, sein<br />

Handy steht im Alltag selten still. Einige seiner<br />

Völker lebten im Funkloch, scherzt er. Bei der<br />

Pflege seiner Bienen findet er Pausenmomente.<br />

Die meiste Aufmerksamkeit brauchen seine Tiere<br />

von April bis August, dann investiert er ungefähr<br />

einen Tag pro Woche. Für Urlaubsreisen sei<br />

dann im Herbst noch Zeit genug, sagt Bohlke.<br />

12<br />

13


ZU MEINER FREUDE<br />

DAFÜR/DAGEGEN<br />

MUTTERTAG<br />

Die<br />

Ampel an der befahrenen<br />

Kreuzung zeigte rot. Zeit, den<br />

Blick schweifen zu lassen. Neben mir warteten<br />

noch einige andere Menschen auf grün. Ein<br />

Geräusch lenkte meinen Blick nach rechts. Tock, tock,<br />

tock. Ein älterer Mann schlug immer wieder mit seinem Blindenstock<br />

gegen ein aufgestelltes Reklameschild. Er kam nicht<br />

weiter, denn das ungewöhnliche Banner stand im Weg.<br />

„Kann ich Ihnen helfen?“, wurde er von einer aufmerksamen Frau<br />

angesprochen. Dankbar blickte er in die Richtung, aus der er ihre<br />

Stimme vernahm. Sofort hakte er sich unter. „Gehen Sie Richtung<br />

Altstadt? Können Sie mich mitnehmen?“, fragte er. Skeptisch blickte die<br />

Frau auf die Uhr. Sie schien es eilig zu haben. Doch nach einem kurzen<br />

Stocken antwortete sie: „Klar. Das bekommen wir hin.“<br />

Inzwischen war die Ampel auf grün umgesprungen. Ich machte<br />

mich auf den Weg und sah noch im Augenwinkel, dass auch die<br />

Zufallsbekanntschaft sich langsam vorwärtsbewegte.<br />

Ich freute mich für den alten Mann, dass es doch immer<br />

wieder aufmerksame Mitbürgerinnen und Mitbürger<br />

gibt, die einen in Not geratenen Menschen – in<br />

diesem Fall wortwörtlich – unter die<br />

Arme greifen. Michaela Kiepe<br />

Muttertag – ja, bitte!<br />

Denn: Sie haben einen Tag verdient, der ihnen ausdrücklich<br />

gewidmet ist, die Mütter. Unstrittig, dass<br />

wir ihnen jeden Tag dankbar sein sollten, für das<br />

was sie – oft im Spagat zwischen Beruf und Familie<br />

– leisten, und vor allem dafür, dass sie uns das Leben<br />

geschenkt haben. Aber es ist ein starkes, wichtiges<br />

Zeichen der Wertschätzung, wenn es einen besonderen<br />

Tag des Danks gibt. Weit mehr als die<br />

Hälfte der Deutschen befürwortet, dass es diesen<br />

besonderen Tag gibt, der am zweiten Sonntag<br />

im Mai gefeiert wird. An diesem Tag stehen<br />

die Mütter ganz bewusst im Mittelpunkt. Und zwar<br />

wegen dem, was sie sind und vermeintlich selbstverständlich<br />

leisten. Am meisten freuen sie sich<br />

wohl über Aufmerksamkeit, Zeit, eine Umarmung.<br />

Denn es muss nicht der (über)teure Blumenstrauß,<br />

die exquisite Pralinenmischung oder eine<br />

Einladung zu einem Wellness-Wochenende sein.<br />

Die Bedeutung des Muttertags hat nämlich nicht<br />

mit Kommerz, sondern mit Wertschätzung und<br />

Zuneigung zu tun.<br />

Dem harmonischen Idealtypus aus der Fernsehwerbung<br />

entsprechen indes nicht alle Mütter. Denn<br />

auch sie haben ihr Päckchen zu tragen. Das eine ist<br />

schwerer, das andere leichter. Jede hat ihre eigene<br />

Geschichte, die sie in ihrem Mutter-Sein prägt, und<br />

niemand ist perfekt. Eins haben sie aber gemeinsam:<br />

Sie sind alle etwas Besonderes, denn ohne sie<br />

gäbe es uns nicht.<br />

Es gibt einen Tag der Jogginghose und einen Tag des<br />

Butterbrots. Einen Ohne-Socken-Tag und einen Putzdeinen-Kühlschrank-Tag.<br />

Über diese Tage kann man<br />

streiten, und auch „Nein, danke!“ sagen. Zum Muttertag<br />

gehört eindeutig ein „Ja, bitte!“<br />

Julia Geppert<br />

DAFÜRDAGEGEN<br />

Alles Liebe, Mama – einmal im Jahr?<br />

Niemand missgönnt Blumenhändlern, Restaurantbesitzern<br />

und Pralinenherstellern den geballten<br />

Muttertagsumsatz. Den können sie aber auch übers<br />

Jahr verteilt erzielen – wenn wir unseren Müttern<br />

nicht kalender-diktiert, sondern immer wieder<br />

spontan und aus Eigeninitiative danken.<br />

Klar: Gedenktage helfen, an Wichtiges zu denken.<br />

Aber mal ehrlich: Wer den Muttertag braucht,<br />

um der Mutter zu danken, dem kann auch dieser<br />

Tag nicht helfen, echte Dankbarkeit zu empfinden.<br />

Denn die entsteht im Inneren und muss raus<br />

– weil man das aufrichtige Bedürfnis hat, sie auszudrücken,<br />

und nicht, weil der Kalender „Muttertag“<br />

vorschreibt.<br />

Der Würdigung mütterlicher Verdienste täte der Verzicht<br />

auf den Muttertag keinen Abbruch. Im Gegenteil:<br />

Die meisten Mütter hätten nichts dagegen,<br />

dass ihre Kinder sie immer mal wieder mit Aufmerk-<br />

samkeiten überraschten, statt nur am Muttertag um<br />

das schönste selbstgemalte Bild zu wetteifern. Die<br />

meisten Mütter würden es begrüßen, wenn die<br />

Familie ganzjährig den Haushalt nicht als mütterliche,<br />

sondern als gemeinsame Aufgabe verstünde,<br />

statt nur an einem Tag gezwungenermaßen Aufgaben<br />

zu übernehmen. Die meisten Mütter hätten<br />

keine Einwände, wenn ihnen „einfach mal so“ ab<br />

und zu ein Blumenstrauß geschenkt, Frühstück<br />

gemacht und „Danke“ gesagt würde.<br />

Niemand müsste zum Blumenladen hetzen und<br />

überteuerte Gebinde kaufen oder unmotiviert im<br />

überfüllten Restaurant sitzen, weil der Tag der verordneten<br />

Dankbarkeit ansteht. Stattdessen würde<br />

sich die Familie der Leistung und Bedeutung der<br />

Mutter bewusst werden – aus freien Stücken und so<br />

echter, öfter, bewusster. Alles Liebe, Mama – egal,<br />

welcher Tag ist.<br />

Anke Lucht<br />

14<br />

15


AUF EIN WORT<br />

AUF EIN WORT<br />

INTERVIEW<br />

Sechs Monate nimmt sich David Meyering, Mitarbeiter in der Abteilung Kirchengemeinden im Bischöflichen Generalvikariat (BGV) eine<br />

Auszeit. Am 1. Januar 2018 heißt es für den 36-Jährigen: „Ich bin dann mal weg.“<br />

Bilder: Ladermann<br />

„Bestenfalls vergesse<br />

ich mein Passwort“<br />

Ein Städtetrip, ein erholsamer Urlaub oder einfach<br />

ein gutes Buch – für viele bedeutet das eine Auszeit<br />

vom Alltag. David Meyering reicht das nicht.<br />

Für den 36-Jährigen, der in der Abteilung Kirchengemeinden<br />

im Bischöflichen Generalvikariat (BGV) arbeitet,<br />

soll diese Auszeit länger sein – genau genommen<br />

sechs Monate. Am 1. Januar 2018 beginnt er<br />

sein Sabbatical. Dafür verzichtet er seit knapp einem<br />

Jahr auf einen Teil seines Gehalts. Wie er auf die Idee<br />

gekommen ist und was er mit seiner freien Zeit im<br />

nächsten Jahr macht, erzählt er im „<strong>Liudger</strong>“.<br />

Was ist ein Sabbatical?<br />

Das ist eine besondere Form der Teilzeitarbeit: Letztlich<br />

arbeitet man einen Teil der Arbeitszeit vor und<br />

erhält anschließend eine Freistellung. Man könnte<br />

es auch als ein riesiges Arbeitszeitkonto sehen, auf<br />

dem man Stunden anhäuft und dann abfeiert.<br />

Wie sieht das bei Ihnen konkret aus?<br />

Ich habe mit dem Bistum eine Vereinbarung über<br />

zwei Jahre getroffen, in denen ich 75 Prozent meines<br />

Gehalts bekomme und dafür 18 Monate Vollzeit<br />

arbeite und sechs Monate frei habe. Am 1. Juli<br />

2016 ist diese Vereinbarung in Kraft getreten, ab<br />

dem 1. Januar 2018 habe ich dann ein halbes Jahr<br />

frei.<br />

Wie sind Sie auf die Idee gekommen, ein Sabbatical<br />

zu machen?<br />

Die Idee schwirrte schon länger in meinem Kopf.<br />

Ich habe mit einem Freund früher schon darüber<br />

gesprochen und gesagt: Sowas müssen wir mal<br />

machen. Der Stein des Anstoßes war aber eine<br />

Bekannte, die ein solches Sabbatical im September<br />

antritt. Wenn jemand diese Idee dann wirklich<br />

umsetzt, wird es plötzlich konkreter.<br />

Was werden Sie in den sechs Monaten machen?<br />

Diese Frage habe ich schon oft gehört. Ich möchte<br />

einfach mal raus, etwas anderes sehen, in den<br />

Tag hineinleben. Ohne Verpflichtungen und „gesellschaftliche<br />

Zwänge“. Ich arbeite seit bald zehn<br />

Jahren im gleichen Aufgabenbereich und möchte<br />

eine Zeitlang raus aus dem beruflichen Alltag. Für<br />

meine Urlaubswochen nehme ich mir immer jede<br />

Menge Dinge vor – und dann mache ich sie nicht,<br />

weil doch das „Nichtstun“ oder das Reisen im Vordergrund<br />

stehen.<br />

Stichwort Reisen: Werden Sie die Monate auch<br />

dafür nutzen?<br />

Viele erwarten das ja sogar schon, wenn sie mich<br />

fragen. Ich werde mir alles offen halten, heutzutage<br />

ist das ja möglich. Natürlich werde ich die sechs<br />

Monate auch nutzen, um zu reisen. Der Januar<br />

zum Beispiel bietet sich für die Südhalbkugel an,<br />

Neuseeland würde mich reizen. Ich bin noch nicht<br />

viel herumgekommen, da werden sich auf jeden<br />

Fall Gelegenheiten ergeben.<br />

Warum gerade sechs Monate?<br />

Der Zeitraum ist für mich genau richtig. Ich habe<br />

erst überlegt, mich ein ganzes Jahr freistellen zu<br />

lassen. Allerdings hätte ich dann sehr viel vorarbeiten<br />

müssen. Drei Monate sind mir dagegen etwas<br />

zu kurz, eher wie ein längerer Urlaub. Nach<br />

sechs Monaten werde ich hoffentlich das Gefühl<br />

haben, raus aus dem Alltag gewesen zu sein. Bestenfalls<br />

habe ich mein Passwort für den Computer<br />

vergessen, wenn ich wiederkomme.<br />

Warum ist jetzt der richtige Zeitpunkt für ein<br />

Sabbatical?<br />

Ich bin 36 Jahre alt, wenn ich es jetzt nicht mache,<br />

dann mache ich es vielleicht gar nicht mehr. Ich<br />

bin gesundheitlich fit, familiär ungebunden, und<br />

auch finanziell ist das für mich möglich. Wer beispielswiese<br />

ein Haus abzubezahlen hat, der kommt<br />

mit finanziellen Einbußen nicht immer gut zurecht.<br />

Außerdem fehlt mir diese Auszeit, die heutzutage<br />

viele durch den Wegfall der Wehrpflicht<br />

zwischen Abitur und Studium wahrnehmen. Ich<br />

habe zu dem Zeitpunkt meinen Zivildienst gemacht.<br />

Jetzt möchte ich mir diese Auszeit ganz bewusst<br />

nehmen.<br />

Wie wurde die Entscheidung für die Auszeit im<br />

Familien- und Freundeskreis aufgenommen?<br />

Meine Familie war erst überrascht, dass ich so etwas<br />

plane; insbesondere aufgrund der finanziellen Einbußen.<br />

Als ich aber erklärt habe, dass das durchaus<br />

machbar ist, haben alle positiv reagiert. Und<br />

natürlich gefragt, was ich vorhabe (lacht). Für meinen<br />

Freundeskreis waren meine Pläne nichts Neues.<br />

Das Thema war immer schon im Raum und einige<br />

haben bereits Sabbaticals in verschiedenen Formen<br />

hinter sich.<br />

Einfach mal raus, in den Tag hineinleben ohne Verpflichtungen –<br />

darauf freut sich David Meyering.<br />

Wie lange haben Sie Ihre Entscheidung zusammen<br />

mit dem Arbeitgeber vorbereiten müssen?<br />

Das Ganze hat sich etwas hingezogen, denn<br />

zunächst mussten mehrere verwaltungstechnische<br />

Hürden genommen werden,<br />

Zwischen dem ersten Gespräch mit meinem<br />

Vorgesetzten und der unterschriebenen<br />

Vereinbarung lag knapp ein Jahr. Ich bin<br />

der erste Verwaltungsmitarbeiter im BGV,<br />

der ein solches Sabbatical macht. Nachfolger<br />

haben es vielleicht etwas einfacher..<br />

Fürchten Sie nicht, dass Sie an einem Leben ohne<br />

BGV Gefallen finden könnten?<br />

Doch, selbstverständlich, da habe ich schon drüber<br />

nachgedacht. Aber bei sechs Monaten mache<br />

ich mir keine großen Sorgen. Ich arbeite gerne im<br />

Bereich Personal- und Arbeitsrecht, genieße den<br />

Kontakt mit den Menschen, die ich am Telefon berate,<br />

und weiß außerdem die Vorteile einer öffentlichen<br />

Verwaltung zu schätzen. Im Sommer 2018<br />

komme ich also auf jeden Fall wieder! (ACL)<br />

16<br />

17


RÄTSEL<br />

POTTKIEKER<br />

SOMMER<br />

RÄTSEL<br />

2. Was bedeutet der Lichtschutzfaktor (LSF)<br />

bei Sonnencremes?<br />

a. Um wieviel länger man in der Sonne bleiben<br />

kann, als mit der jeweiligen Eigenschutzzeit<br />

der Haut, ohne einen Sonnenbrand zu<br />

bekommen.<br />

b. Wie viele Minuten man in der Sonne bleiben<br />

kann, ohne einen Sonnenbrand zu bekommen.<br />

c. Je höher der LSF, desto schneller wird mal braun.<br />

3. Wer gilt als der Schutzpatron der Reisenden?<br />

a. Der Hl. Martin<br />

b. Der Hl. Petrus<br />

c. Der Hl. Christophorus<br />

d. Die Hl. Maria Magdalena<br />

4. Der „Camino Francés“ ist einer der bekanntesten<br />

Pilgerwege, die sich unter dem Oberbegriff<br />

„Jakobsweg“ zusammenfassen lassen. Wie lang<br />

ist er?<br />

a. Knapp 800 Kilometer<br />

b. 350 Kilometer<br />

c. Knapp 1000 Kilometer<br />

d. Länger als 1500 Kilometer<br />

5. Unabhängig davon, welchen Teil des Jakobswegs<br />

man pilgert, er endet in ...<br />

a. Lourdes<br />

b. Rom<br />

c. Santiago de Compostela<br />

d. Jerusalem<br />

6. Der meteorologische Sommer beginnt am ...<br />

a. 31. Mai<br />

b. 1. <strong>Juni</strong><br />

c. 1. Juli<br />

d. Beginn der Sommerferien<br />

AnnaPustynnikova/shutterstock.com<br />

Salat mit Quinoa und Tomaten<br />

Orientalisch kommt dieser Salat daher. Quinoa<br />

ist eine alte Getreidesorte, die durch Kochen und<br />

anschließendes Quellen ihren Geschmack entwickelt.<br />

Koriander, Minzblätter, Petersilie und Knoblauch<br />

geben dieser Beilage den besonderen Pfiff.<br />

Raffiniert: Angeröstetes Fladenbrot wird kurz vor<br />

dem Servieren mit frischen Zutaten wie Gurke und<br />

Zwiebel und dem samtigen Quinoa vermengt –<br />

ein wahrhaft knuspriges Erlebnis.<br />

Steak mit Tomaten-Pfirsich-Salsa<br />

Die Vorbereitungszeit des Fleischs in der mediterranen<br />

Marinade lohnt sich: Denn belohnt werden<br />

Grill-Fans hier mit einem fruchtig-feurigen<br />

Geschmackserlebnis. Die Salsa gibt den saftigen<br />

Steaks mit der Mischung aus fruchtigem Pfirsich,<br />

aromatischem Knoblauch und scharfer<br />

Zwiebel den besonderen Kick. Ob es schmeckt<br />

ist hier eigentlich nicht die Frage, sondern nur<br />

noch, ob das Steak medium, medium-rare oder<br />

well-done gegrillt werden soll.<br />

Kartoffelspieße mit Radieserl-Topfen<br />

Nicht die Speise an sich ist hier das Raffinierte,<br />

wohl aber die Darreichungsform. Denn die Kartoffeln<br />

kommen anstatt in Folie gewickelt in die Glut<br />

zunächst in den Kochtopf und dann auf Holzspieße<br />

gesteckt auf den Grillrost. Ergänzt werden die<br />

Spieße durch Lorbeerblätter. Erfrischend dazu ist<br />

der Quark mit Radieschen und Rucola.<br />

Pupideluxe/Pixelio.de<br />

1. Was sind die Hundstage?<br />

a. Die Tage, an denen es selbst Hunden zu<br />

nass ist, rauszugehen.<br />

b. Zeitraum von zwei Wochen Mitte Juli,<br />

wenn das Sternbild des Hundes am<br />

Himmel zu sehen ist.<br />

c. Die heißesten Tage des Jahres im Juli<br />

und August.<br />

d. Die Tage Ende August/Anfang September,<br />

an denen den Menschen bewusst wird,<br />

dass der Sommer unweigerlich vorübergeht.<br />

7. Welches Getränk erfrischt an einem heißen<br />

Sommertag am besten?<br />

a. Ein Glas eiskalte Cola<br />

b. Ein kühles Bier<br />

c. Ein Glas lauwarmes Wasser<br />

d. Eine Tasse heißer Kaffee<br />

8. Wie viele „Eisheilige“ gibt es?<br />

a. 5<br />

b. 2<br />

c. 10<br />

d. 40<br />

Die Auflösungen finden Sie im Internet unter:<br />

www.liudger-magazin.de/Sommerraetsel<br />

Nach einem sonnigen, warmen Tag in gemütlicher<br />

Runde sitzen und grillen – für viele ist das der<br />

Inbegriff eines Sommerabends. Zu den Klassikern<br />

zählen Bratwurst, Nackensteak, Kartoffelsalat und<br />

Baguette. Es geht aber auch ausgefallener: Angela<br />

Schröder, Küchenchefin in der Landvolkshochschule<br />

Freckenhorst, hat Rezepte zusammengestellt, die<br />

den Grillabend zu einem raffinierten kulinarischen<br />

Erlebnis werden lassen können.<br />

Die kompletten Rezepte finden Sie im Internet<br />

unter: www.liudger-magazin.de/Grillrezepte<br />

Steinbeisser mit Grilltomate<br />

Eine leichte Alternative zu Fleisch vom Grill ist<br />

Fisch. In dieser Variante ohne viel Aufwand zubereitet,<br />

denn der Fisch liegt mit den Tomaten und einer<br />

würzigen Kruste auf einer Aluschale und kommt so<br />

auf den Grill. Herrlich aromatisch wird das Gericht<br />

durch frische Kräuter und die fruchtigen Tomaten.<br />

Quesadillas mit Ziegenkäse<br />

Die Würze Mittelamerikas – genauer gesagt Mexikos<br />

– bringen die Tortillafladen gefüllt mit zartschmelzender<br />

Käsecreme mit. In der Kombination<br />

mit getrockneten Tomaten und Cayenne-Pfeffer<br />

führen sie auch so manch eingeschworenen<br />

Fleisch-Fan in Versuchung.<br />

18<br />

19


VORGESTELLT<br />

VORGESTELLT<br />

WÜSTENEXERZITIEN<br />

Durch die<br />

Wüste<br />

zum<br />

Ich<br />

„Ich fahre in die Wüste, um zu mir selbst und zu<br />

Gott zu finden. Ich mache dort Exerzitien mit.“<br />

Diese Aussage trifft bei vielen Mitmenschen<br />

sicherlich auf hochgezogene Augenbrauen und<br />

ein verwundertes und vielleicht auch skeptisches<br />

„Aha …“. Dr. Timo Weissenberg, Pfarrer der Kirchengemeinde<br />

St. <strong>Liudger</strong> in Münster, bietet genau<br />

das an: Exerzitien – also Besinnungstage – in der<br />

Wüste. Regelmäßig reist er mit Gruppen nach<br />

Jordanien. Gemeinsam verbringen sie dort auf<br />

den Spuren der Israeliten zehn Tage in der Wüste,<br />

fernab der Zivilisation. Zeit für sich und ihre Gedanken,<br />

für ihre Beziehung zu Gott und auch zu<br />

sich selbst nehmen sich die Teilnehmer während<br />

dieser Auszeit ganz bewusst.<br />

ist, vervollständigen ein weiterer Priester, eine geweihte<br />

Schwester – Miriam genannt, nach Moses<br />

Schwester – und ein Ehepaar – Jitro genannt,<br />

nach dem Schwiegervater des Mose, und seine<br />

Frau – das Team. „Außerdem ist immer ein Arzt<br />

dabei“, erklärt Weissenberg.<br />

Diese Wüstenfamilie wandert jeden Tag zwischen<br />

vier und sechs Stunden, schläft im Freien.<br />

Eine durchschnittliche körperliche und<br />

auch seelische Fitness ist daher Voraussetzung für<br />

die Teilnahme an der Reise. „Vieles,<br />

was bei Exerzitien, die zum Beispiel im Kloster<br />

77 Nächte hat Dr. Timo Weissenberg schon in der<br />

Wüste verbracht. Der 43-Jährige hat über viele<br />

Jahre mit anderen Mitgliedern der Gemeinschaft<br />

Emmanuel Exerzitien organisiert, die in einer besonderen,<br />

herausfordernden und doch atemberaubend<br />

schönen und imposanten Gegend stattfinden:<br />

der Wüste.<br />

„Was brauche ich<br />

eigentlich?“<br />

„Eine Grunderfahrung dieser Reisen ist, sich bewusst<br />

zu werden ‚Wieviel von dem, was ich habe,<br />

brauche ich eigentlich?’ Man lernt zum Beispiel,<br />

Wasser und Schatten zu schätzen. Dinge, die man<br />

sonst im Alltag als selbstverständlich hinnimmt“,<br />

erklärt der Pfarrer der Kirchengemeinde St. <strong>Liudger</strong><br />

in Münster-Roxel. Man finde zu sich selbst. Aber<br />

nicht etwa durch die Einsamkeit, die man in der<br />

Wüste auch erfahren kann, sondern in der Zweisamkeit<br />

mit Gott. „Das ist das Besondere dieser<br />

Fahrten“, sagt Weissenberg.<br />

Sich auf diese Zweisamkeit ganz einzulassen<br />

bedeutet auch, dass Handy oder Smartphone<br />

nicht dabei sind. „Uhren werden von den Teilnehmern<br />

nicht mitgenommen. Wir nehmen uns<br />

Zeit für uns, Zeit für und mit Gott“, erklärt Weissenberg.<br />

Das falle erstmal schwer, sei der Alltag<br />

doch häufig bestimmt von Smartphone und Uhr.<br />

„Aber dann“, sagt Weissenberg und lächelt, „dann<br />

genießt man die Zeit ohne diese Art der Fremdbestimmung.“<br />

Das Prinzip hinter den Wüstenexerzitien ist<br />

schnell erklärt: Die Teilnehmer wandeln auf den<br />

Spuren der Israeliten, als diese aus Ägypten auszogen.<br />

„Dieser Auszug wird im zweiten Buch Mose,<br />

Exodus, beschrieben“, erklärt Timo Weissenberg.<br />

Unter Führung von Mose, seiner Frau Zippora<br />

und seinem Bruder Aaron – laut Bibel der erste<br />

Priester – ziehen die Israeliten aus der ägyptischen<br />

Sklaverei in das gelobte Land Kanaan.<br />

Abends schlägt die Gruppe ihr Lager in<br />

der Wüste auf. Die Nächte gehören für<br />

viele zu den intensivsten Erlebnissen.<br />

Und so haben auch die Teamer der Reisegruppe,<br />

die aus bis zu 26 Teilnehmerinnen und Teilnehmern<br />

besteht, genau diese Namen: Der<br />

Mose geht mit einer Gruppe Beduinen vorweg<br />

und führt sein Volk. Die Zippora organisiert<br />

den Alltag in der Wüste gemeinsam<br />

mit Mose. Außer dem Aaron, der ein Priester<br />

Imposante Kulisse: Die Wüste Jordaniens<br />

bietet außergewöhnliche Eindrücke und<br />

Erlebnisse während der Exerzitien.<br />

stattfinden, innerlich passiert, passiert in der Wüste<br />

auch äußerlich. Der Weg zu Gott wird im wahrsten<br />

Sinne des Wortes Schritt für Schritt zurückgelegt“,<br />

macht Weissenberg deutlich.<br />

„Schritt für Schritt“<br />

Die ersten Wüstenexerzitien führten ab 2006<br />

auf die ägyptische Sinai-Halbinsel und in die Weiße<br />

Wüste, ebenfalls in Ägypten. „Höhepunkt war<br />

der Abschluss der Fahrt auf dem Berg Sinai“, erzählt<br />

Weissenberg. Dort hat Mose laut biblischer<br />

Überlieferung die zehn Gebote von Gott erhalten.<br />

Mittlerweile, berichtet der Pfarrer, führten die Fahrten<br />

nicht mehr nach Ägypten. „Die Sicherheitslage<br />

lässt das nicht zu.“ Seit 2011 ist der Süden Jordaniens<br />

der Ort der Wüstenexerzitien. Und auch<br />

hier wandern die Teilnehmerinnen und Teilnehmer<br />

auf biblischen Spuren.<br />

Wer sich auf das Abenteuer einlässt, der lernt<br />

den detaillierten Plan für die zehn Tage in der Wüste<br />

nicht kennen. „Dieser rote Faden richtet sich<br />

unter anderem nach den verschiedenen Phasen,<br />

20<br />

21


VORGESTELLT<br />

VORGESTELLT<br />

Fragen an …<br />

Johannes<br />

Heimbach<br />

Referat Exerzitien und<br />

Gesitliche Begleitung, BGV<br />

Dr. Timo Weissenberg<br />

Ein besonderer Moment: Dr. Timo Weissenberg<br />

feiert in der Wüste Jordaniens<br />

mit Teilnehmerinnen und Teilnehmern<br />

der Exerzitien eine Messe.<br />

die die Teilnehmerinnen und Teilnehmer oft<br />

während der zehn Tage in der Wüste durchleben.<br />

Daher lässt man sich führen. Das ist<br />

nicht immer leicht, weil wir es gewohnt sind,<br />

unser Leben selbst zu planen, oft auch unseren<br />

ersten Impulsen nachgehen und uns<br />

einer Gemeinschaft leichter entziehen können als<br />

in den Tagen in der Wüste.“, erklärt Weissenberg.<br />

Man mache viele Emotionen und Seelenzustände<br />

durch während der zehn Tage. „Und vielleicht“,<br />

sagt Dr. Timo Weissenberg, „verspürt man am<br />

Ende der Reise eine positive Unruhe und Kraft,<br />

etwas zu verändern oder findet zu einem neuen,<br />

heilvollen Umgang mit schwierigen Situationen.“<br />

In der Wüste, in der Zweisamkeit mit Gott. (JG)<br />

Sonnenaufgang in der Wüste –<br />

einfach traumhaft.<br />

Mehr Bilder zu den Exerzitien in der Wüste<br />

finden Sie im Internet.<br />

www.liudger-magazin.de/Wuestenexerzitien<br />

Was sind Exerzitien überhaupt?<br />

Exerzitien sind Zeiten bewussten Lebens: Ich<br />

gönne mir eine Zeit, in der ich den Alltag zurücklasse<br />

und mich an einen geistlichen Ort<br />

zurückziehe, für mich alleine oder in einer<br />

Gruppe. Das kann ein Kloster oder ein Exerzitienhaus<br />

sein, aber auch die Schöpfung selbst.<br />

Dort kann ich zur Ruhe kommen, um mich zu<br />

öffnen für meine Beziehung zu Gott, zu meinen<br />

Nächsten, zu mir selbst. Ich übe mich darin,<br />

Fragen meines Lebens zuzulassen und Spuren<br />

Gottes im eigenen Leben zu entdecken. Die<br />

Bibel spielt eine wichtige Rolle. Im Spiegel der<br />

alten Texte kann ich wichtige Hinweise für das<br />

Wachstum meines Lebens entdecken. Ich übe<br />

mich auch in Achtsamkeit.<br />

Welche Voraussetzungen sollten Teilnehmer<br />

mitbringen?<br />

Eingeladen ist jeder, der Sehnsucht hat nach der<br />

Begegnung mit Gott oder offen ist, im eigenen<br />

Leben und der Wirklichkeit, die ihn umgibt und<br />

den Lebenserfahrungen, die ihn prägen, nach<br />

Gott zu suchen. Oft genügt schon die Neugier,<br />

an einem geistlichen Ort zu sein und<br />

sich mit Menschen auszutauschen, die auch auf<br />

der Suche sind nach einem erfüllten Leben, zu<br />

dem Gott uns einlädt. Die Bereitschaft, sich auf<br />

Stille und auf Erfahrungen einzulassen, ist hilfreich.<br />

Der Austausch in der Gruppe<br />

beziehungsweise das vertrauensvolle<br />

Einzelgespräch mit dem Exerzitienbegleiter<br />

sind Hilfen, sich auf die Exerzitien<br />

einlassen zu können.<br />

Wie finde ich das passende Angebot für mich?<br />

Die Auswahl ist groß. Es gibt Film-, Wander- oder<br />

Segelexerzitien, oder solche, bei denen ich kreativ<br />

werde. Ein Blick ins Internet lohnt sich:<br />

www.bistum- muenster.de/exerzitien. (CB)<br />

22<br />

23


FÜR SIE GELESEN<br />

UND SONST...?<br />

CLUB DER TÖCHTER<br />

Von Töchtern<br />

und ihren Müttern<br />

Wenn Sie dieses Buch lesen, werden Sie einen Auftrag<br />

erhalten, den Sie annehmen oder ablehnen<br />

können: Stellen Sie sich vor, Sie stünden am Grab<br />

ihrer Mutter. Oder stellen Sie sich vor, Ihre Mutter<br />

liegt im Krankenhaus und hätte nicht mehr<br />

lange zu leben. Würden Sie etwas bereuen? Hätten<br />

Sie Schuldgefühle?<br />

Natasha Fennell ist genau in dieser Situation.<br />

Sie sitzt auf einer Bank vor dem Krankenhaus<br />

und denkt über die Beziehung zu ihrer Mutter<br />

nach: War ich eine gute Tochter? Habe ich ihr gesagt<br />

wie sehr ich sie liebe? Weiß sie, wie dankbar<br />

ich ihr für all das bin, was sie für mich getan hat?<br />

Weiß sie, wie<br />

dankbar ich ihr bin?<br />

Was habe ich in den Jahren meines Lebens für<br />

sie getan? Ahnt sie, wie sehr ich sie als Frau und<br />

Mutter respektiere und bewundere? Und wenn<br />

nicht, habe ich noch genug Zeit, es ihr zu sagen?<br />

In den nächsten Tagen beschäftigt sich Natasha<br />

immer intensiver mit dem Thema und merkt, dass<br />

sie mit ihren Fragen nicht alleine ist. Auf eine<br />

Zeitungsannonce von ihr melden sich mehr als<br />

hundert Frauen, die über ihre Beziehung zu ihren<br />

Müttern berichten. Neun davon lädt Natasha<br />

zu sich ein, darunter die Tochter, die nie Zeit hat,<br />

die Tochter, die wie ihre Mutter wird, die abhängige<br />

Tochter, die enttäuschende Tochter und die Tochter<br />

wider Willen. Es wird ein langer Abend mit<br />

sehr viel Rotwein, Gelächter, Tränen und bewegenden<br />

Geschichten über Mütter und Töchter. Am<br />

Ende beschließen sie: wir treffen uns wieder – und<br />

gründen den „Club der Töchter“. Jede will das Verhältnis<br />

zu ihrer Mutter klären und verbessern.<br />

Wie in der Schule bekommt jede Tochter (teilweise<br />

ungewöhnliche) Hausaufgaben, um ihre Mutter<br />

besser kennenzulernen – und damit auch sich<br />

selbst. Haarsträubende, traurige, urkomische, berührende<br />

Geschichten sind die Folge.<br />

Jede(r) von uns kann sich in einer oder mehrerer<br />

dieser Töchter wiederfinden. Unsere Mütter<br />

können uns wahnsinnig machen. Und in<br />

vielen Fällen macht uns das schlechte Gewissen<br />

wahnsinnig, denn wir meinen, wir müssten uns<br />

besser mit ihnen versehen.<br />

Wie können wir dafür sorgen, dass wir nach<br />

dem Tod unserer Mutter ohne schlechtes Gewissen<br />

und Schuldgefühle auf unsere gemeinsame<br />

Zeit mit ihr zurückblicken? Wie wird es uns<br />

nach ihrem Tod gehen, wenn wir alles so lassen,<br />

wie es gerade ist?<br />

Die Antworten werden<br />

für jede(n) von uns anders<br />

ausfallen. Das Buch<br />

liefert keine Patentlösung<br />

für eine gute Mutter-Tochter-Beziehung.<br />

Aber es kann zeigen,<br />

wie wir das Verhältnis<br />

zu unseren Müttern angenehm<br />

und freudvoll<br />

gestalten können.<br />

Nicht morgen oder nächste Woche, sondern<br />

jetzt. Solange uns noch Zeit dazu bleibt.<br />

Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Lesen!<br />

Ihre Carola Siebers,<br />

Fachstelle Büchereien<br />

Fennell, Natasha: Club der Töchter : eine wahre Geschichte<br />

über neun Frauen, die beschlossen, die Beziehung<br />

zu ihren Müttern zu verbessern.<br />

Kiepenheuer & Witsch, 2016<br />

ISBN 978-3-462-04873-5<br />

9,99 Euro<br />

WISSEN<br />

... und einen aufgeschobenen Kaffee, bitte.<br />

Betriebsleiterin Cornelia Schröder vom Café der Alexianer-Waschküche<br />

übernahm die Idee des „Suspended Coffee“: Einer zahlt, ein<br />

anderer trinkt.<br />

Bild: Wißmann<br />

APP-SITES<br />

Welche Route wählst<br />

du als Flüchtling?<br />

Stell dir vor, du musst aus Syrien fliehen, weil dort<br />

Krieg ist. Du möchtest nach Europa. Welche Route<br />

wählst du? Wieviel kosten Schlepper, welches<br />

Risiko gehst du ein und: Kommst du im sicheren<br />

Europa an? Was ist mit deiner Familie? Das alles<br />

kann man unter „Syrian Journey: Choose your own<br />

escape route“ durchspielen.<br />

In welcher Situation Flüchtlinge sich befinden, vor<br />

welchen Entscheidungen sie stehen - das wird eindrucksvoll<br />

deutlich.<br />

(JG)<br />

www.bbc.com/news/world-middle-east-32057601<br />

„Zwei Kaffee bitte, einen trinke ich, und einen<br />

schiebe ich auf“ – eine solche Bestellung ist im Café<br />

der „Alexianer-Waschküche“ schräg gegenüber von<br />

Münsters Hauptbahnhof (Bahnhofstraße 6) durchaus<br />

üblich. Denn hier macht man mit beim Projekt<br />

„Suspended Coffee“ (engl.: „aufgeschobener<br />

Kaffee“). Der Besteller zahlt für zwei Tassen Kaffee,<br />

eine bekommt er, für die zweite wandert ein Button<br />

an die Magnettafel. Kurze Zeit später kommt ein<br />

Anderer, sieht den Button auf der Tafel und ordert<br />

„Einen aufgeschobenen Kaffee, bitte“, ohne bezahlen<br />

zu müssen. Beim Kaffeetrinken an einen anderen<br />

denken, der sich das gerade nicht leisten<br />

könnte: Schöne Idee, gefällt uns. (Martin Wissmann )<br />

ZAHLEN<br />

Traue keiner Statistik,<br />

die du nicht selbst ...<br />

... gefälscht hast, sagt man. Diese hier sind nicht<br />

gefälscht, versprochen.<br />

Drei Mal täglich küssen sich die Deutschen durchschnittlich<br />

am Tag. Ob das dazu beiträgt, dass zwei<br />

Drittel aller Ehen halten, bis dass der Tod sie scheidet?<br />

Heiligabend kommen jedenfalls bei jedem<br />

dritten Deutschen Würstchen mit Kartoffelsalat<br />

auf den Tisch, dazu leuchten 8,5 Milliarden Lämpchen<br />

in der Weihnachtsdeko. Und: Wahrscheinlich<br />

gibt es Schokolade zum Nachtisch, denn davon<br />

verzehrt jeder Deutsche 93 Tafeln à 100<br />

Gramm jährlich.<br />

(JG)<br />

Thorben Wengert/pixelio.de<br />

24 25


VERORTET<br />

VERORTET<br />

Auszeit vor der<br />

Wilhelmshafen<br />

09. VISBEKER BRAUT<br />

UND BRÄUTIGAM<br />

Visbek<br />

10<br />

(Bild: Jan Herold)<br />

Haustür<br />

10. DANGAST<br />

Teil der Stadt Varel<br />

an der Nordseeküste<br />

11. MARIENPILGERORT<br />

Bethen<br />

Sie sind wahre Oasen und laden ein,<br />

den Alltag einfach mal Alltag zu lassen.<br />

Etwas zu erleben. Einen entspannten,<br />

spannenden Tag Auszeit - quasi vor der<br />

eigenen Haustür. Ob mit Familie, Freunden<br />

oder alleine - das Team des „<strong>Liudger</strong>“<br />

hat Ausflugsziele zusammengetragen,<br />

die sich wirklich lohnen. Viel Spaß<br />

beim Lesen und Erkunden ;-)<br />

(Bild: Ein Dahmer)<br />

02. ROCK’N’POP<br />

MUSEUM<br />

Gronau<br />

(Bild: Kontrollstellekundl)<br />

07. BAUHAUS-MUSEUM<br />

HEINRICH NEUY<br />

Steinfurt-Borghorst<br />

(Bild: GN)<br />

Friesoythe<br />

Cloppenburg<br />

Löningen<br />

11<br />

Oldenburg<br />

Vechta<br />

09<br />

Delmenhorst<br />

(Bild: Christian Eckhardt)<br />

12. DÜMMER SEE<br />

zwischen Damme,<br />

Diepholz und Lehmförde<br />

(Bild: Corradox)<br />

08. HEILIGES MEER<br />

Recke<br />

12<br />

Damme<br />

(Bild: Ramsch)<br />

06. PUPPENMUSEUM<br />

Coesfeld<br />

(Bild: MEK)<br />

08<br />

03<br />

03. NATURPARK<br />

DÖRENTHER KLIPPEN<br />

Ibbenbüren<br />

(Bild J.-H. Hansen)<br />

02<br />

Steinfurt<br />

15<br />

04. KLOSTERDORF<br />

MARIENTHAL<br />

Hamminkeln<br />

(Bild: Chris06)<br />

06<br />

Coesfeld<br />

07<br />

13<br />

Münster<br />

14<br />

Warendorf<br />

15. RADELN AUF<br />

DER FRIEDENSROUTE<br />

zwischen Münster und Osnabrück<br />

(Bild: Münsterland e.V.)<br />

01. SCHIFFSHEBEWERK<br />

Henrichenburg<br />

Waltrop<br />

(Bild: Wiki05)<br />

Kleve<br />

04<br />

Borken<br />

14 HENGSTPARADEN<br />

LANDGESTÜT WARENDORF<br />

Warendorf<br />

(Bild: Gitta Gesing)<br />

Wesel<br />

Recklinghausen<br />

05. HALDE<br />

NORDDEUTSCHLAND<br />

Neukirchen-Vluyn<br />

(Bild: CB)<br />

05<br />

01<br />

Mehr Informationen zu den Ausflugszielen<br />

finden auf den Seiten 28 und 29 und unter:<br />

www.liudger-magazin.de/Ausflugsziele<br />

13. KANUFAHRTEN<br />

AUF DER WERSE<br />

Münster<br />

(Bild: CanuCamp)<br />

26 27


VERORTET<br />

VERORTET<br />

01.<br />

SCHIFFSHEBEWERK<br />

HENRICHENBURG<br />

Geöffnet: Di–So 10–18 Uhr<br />

Eintritt: 4 Euro (Erwachsene)<br />

2 Euro (Kinder)<br />

02.<br />

ROCK’N’POP<br />

MUSEUM GRONAU<br />

Geöffnet: Mi–So 10–18 Uhr<br />

Eintritt: 8,50 Euro (Erw.)<br />

6 Euro (Kinder)<br />

03.<br />

DÖRENTHER<br />

KLIPPEN<br />

Eintritt frei<br />

04.<br />

KLOSTERDORF<br />

MARIENTHAL<br />

Große Pötte – faszinierende Technik: Wer sich für Architekturgeschichte, moderne Ingenieurskunst<br />

oder einfach nur für alte Schiffe begeistern kann, ist im Schleusenpark Waltrop genau richtig. Anlaufpunkt<br />

für Touristen ist das alte Schiffshebewerk Henrichenburg, das in der Kaiserzeit entstand. Heute<br />

befindet sich dort ein Industriemuseum des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe. Die historischen<br />

Schiffe im Museumshafen „Oberwasser“ können ebenso besichtigt werden wie die Maschinenhalle<br />

des riesigen Schiffsaufzugs und moderne Schleusen und Hebewerksanlagen.<br />

(TOM)<br />

Mehr Infos unter: www.lwl.org/industriemuseum/standorte/schiffshebewerk-henrichenburg<br />

Wo soll ein Rock- und Popmuseum hingehören, wenn nicht in die Geburtsstadt des Panikrockers Udo<br />

Lindenberg? Nur wenige Meter vom Bahnhof Gronau entfernt, lädt das rock’n’popmuseum ein, die Geschichte<br />

der populären Musik von 1877 bis heute zu erkunden. Von der Kammermusik des späten 19.<br />

Jahrhunderts bis zum US-Rapper Eminem ist bei den zahllosen Klang- und Ton-Exponaten alles vertreten.<br />

Und wem das Zuhören und Anschauen alleine nicht reicht, der kann auch selbst in die Tasten oder<br />

Saiten greifen und seine musikalische Ader ausleben.<br />

(TOM)<br />

Mehr Infos unter: www.rock-popmuseum.com<br />

Die Dörenther Klippen sind eine Felsformation im Teutoburger Wald, südlich von Ibbenbüren. Im<br />

gleichnamigen Naturpark lässt es sich fantastisch wandern. Eine besondere Sehenswürdigkeit ist das<br />

„Hockende Weib“. Der Sage nach lebte am Fuße der Klippen eine Frau mit ihren Kindern in einem<br />

Bauernhaus. Bei einer Flut stieg die Familie die Felsen hinauf bis zur Spitze. Als es nicht weiter aufwärts<br />

ging, hockte sich die Frau hin und nahm ihre Kinder auf die Schultern, so dass das Wasser sie<br />

nicht mitreißen konnte. Das Weib wurde zu Stein, die Kinder waren gerettet. Im Umfeld der Dörenther<br />

Klippen gibt es zahlreiche Freizeitangebote, zum Beispiel eine Sommerrodelbahn, ein Märchenwald<br />

für Kinder oder ein Natur-Erlebnispark.<br />

(TOM)<br />

Mehr Infos unter: www.muensterland-tourismus.de/1061941/doeqrenther-klippen-wanderweg<br />

Das sehenswerte Klosterdorf Marienthal liegt im Grenzbereich von Münsterland und Niederrhein im<br />

malerischen Isseltal zwischen Borken, Hamminkeln und Schermbeck. Die 1345 erbaute Klosterkirche<br />

mit ihren Kunstschätzen aus den 1920er-/1930er-Jahren bietet zusammen mit dem kunstvoll gestalteten<br />

Friedhof und dem Dorfplatz historisches Flair in schönem Ensemble. Wer ein Ziel zum Spazieren,<br />

Radeln, Bummeln, Speisen oder Verweilen sucht, ist hier richtig. Der 500-Seelen-Ort bietet eine bemerkenswerte<br />

Auswahl attraktiver Einkaufsmöglichkeiten sowie interessante kulturelle, kulinarische<br />

und kunsthandwerkliche Veranstaltungen im Jahreszyklus.<br />

(MW)<br />

Mehr Infos unter: www.marienthal.de<br />

08.<br />

HEILIGES MEER<br />

09.<br />

VISBEKER BRAUT<br />

UND BRÄUTIGAM<br />

10.<br />

DANGAST<br />

Geöffnet: Fr–So und<br />

feiertags, 9–19 Uhr<br />

11.<br />

MARIEENWALL-<br />

FAHRTSORT BETHEN<br />

Geöffnet: tgl. 7-20 Uhr<br />

12.<br />

DÜMMER SEE<br />

Wer gerne in der Natur spazieren geht, für den ist das Heilige Meer in Recke im nördlichen Münsterland<br />

ein schönes Ausflugsziel: Auf rund 260 Hektar kann zwischen Seen und Wäldern die Insektenvielfalt<br />

erkundet oder auf den Heiden und im Feuchtgrünland die historische Kulturlandschaft beobachtet<br />

werden. Führungen (kostenpflichtig) über das LWL-Naturkundemuseum sind empfehlenswert.<br />

Faszinierend ist die Legende des Heiligen Meeres aus dem Jahr 1825. Demnach stand an der gleichen<br />

Stelle einst ein Kloster mit lasterhaft lebenden Mönchen. Zur Strafe sei das Kloster versunken und soll<br />

sich heute auf dem Grund des Gewässers befinden.<br />

(KB)<br />

Mehr Infos unter: www.lwl.org/LWL/Kultur/lwl-naturkunde/heiliges-meer<br />

Im Naturpark Wildeshauser Geest finden sich gut erreichbar in der Nähe zur Autobahn 1 die Großsteingräber<br />

Visbeker Braut und Bräutigam. Als Ziel eignen sich die zwischen 3500 und 2800 vor Christus entstandenen<br />

Megalithanlagen - die größten ihrer Art in Nordwestdeutschland - für eine Fahrradtour, zum Beispiel<br />

ab Vechta, Visbek oder Wildeshausen. Ob man sich mit der Geschichte auseinandersetzen oder zwischen<br />

den zahlreichen großen Findlingen mit Kindern Fangen und Verstecken spielen möchte – Freunde gepflegter<br />

Waldspaziergänge kommen hier auf ihre Kosten.<br />

(JH)<br />

Mehr Infos unter: www.wildegeest.de<br />

Ein Kurztrip an die Nordsee lohnt immer und das Meer liegt im Bistum Münster näher als man denkt.<br />

Vom Domplatz in Münster aus ist man mit dem Auto in zwei Stunden am Jadebusen, dem südlichsten<br />

Zipfel „unseres Meeres“. Dort im Kurhaus Dangast gibt es für unter 2 Euro (+Sahne) den wohl besten<br />

Rhabarberkuchen weit und breit, sagt man. Ein heißer Tipp auch für Motorradfahrer.<br />

(JH)<br />

Mehr Infos unter: www.kurhausdangast.de<br />

Der zentrale Marienpilgerort Bethen (bei Cloppenburg) und die dortige St. Marien Basilika locken<br />

jährlich zehntausende Pilgerinnen und Pilger zur „Mutter der sieben Schmerzen“. Ob im Rahmen der<br />

großen Wallfahrten oder im Stillen allein: Die Gnadenkapelle wird von Jung und Alt dazu aufgesucht,<br />

eine Kerze anzuzünden und vor dem Gnadenbild der Mutter Gottes zu beten und zu verweilen. (JH)<br />

Wem der Weg an die Nordsee zu weit ist, das Meer zu salzig oder der Wind zu stürmisch, der kann einen<br />

Tag am Dümmer See verbringen. Die Umrundung lohnt sich sehr, ist mit einer Länge von rund 18 Kilometern<br />

zu Fuß aber eher geübten Wanderern zu empfehlen. Wer es gemütlicher mag, findet Gelegenheit,<br />

Tretboot zu fahren, einen Surf-Schnupperkursus zu machen, Kuchen auf der Seeterrasse zu essen, Minigolf<br />

zu spielen oder am Sandstrand zu sitzen. Tipp: Mit BBQ-Donuts – runden Schlauchbooten inklusive<br />

Grill in der Mitte – können Gruppen grillend über den maximal 1,5 Meter tiefen See paddeln.<br />

(JH)<br />

Mehr Infos unter: www.duemmer.de<br />

05.<br />

HALDE<br />

NORDDEUTSCHLAND<br />

Links erstreckt sich der Niederrhein, geradeaus schweift der Blick über Moers und Duisburg nach<br />

Essen, hinein ins Ruhrgebiet. Rund 80 Millionen Tonnen Gestein türmen sich unter den Füßen des<br />

Besuchers zur Halde Norddeutschland auf. 102 Meter hoch, ist sie ein idealer Aussichtspunkt an der<br />

Schnittstelle zwischen Ruhrpott und Niederrhein. Aufgeschüttet wurde sie aus dem Abraum der nahen<br />

Bergwerke. Wer sie erklimmen möchte, sollte gut mit seinen Kräften haushalten. Die 359 Stufen<br />

der Himmelstreppe, die vom Parkplatz nach oben führt, stellen die Kondition auf die Probe. Aber: Wer<br />

durchhält, wird mit einer grandiosen Aussicht belohnt.<br />

(CB)<br />

Mehr Infos unter: www.neukirchen-vluyn.de/de/inhalt/halde-norddeutschland/<br />

13.<br />

KANUFAHRTEN<br />

AUF DER WERSE<br />

Laufen und Radfahren sind längst Volkssport, letzteres besonders in Münster. Dass man sich in dieser<br />

Stadt aber auch auf dem Wasser per Kanu fortbewegen kann, ist längst nicht so bekannt. Die Werse<br />

mit viel Wald, Gras und wildlebenden Tier- und Pflanzenarten bietet sich dafür an. Unterschiedliche<br />

Anbieter haben Kanutouren auf der Werse im Programm. Einfach mal im Internet nachschauen. Ein<br />

empfehlenswertes Ziel auf einer Kanutour ist das Ausflugslokal „Pleister Mühle“. Bei schönem Wetter<br />

lässt es sich dort im Biergarten herrlich aushalten. Gepaddelt werden kann – grob gesagt – von Mai bis<br />

September.<br />

(ACL)<br />

06.<br />

PUPPENMUSEUM<br />

Geöffnet:<br />

Mi, Sa, So 14.30–18 Uhr<br />

Am Rand der Coesfelder Innenstadt befindet sich seit 2014 das Puppenmuseum. Historisches Spielzeug<br />

und Puppen sowie mehr als 80 Puppenstuben und eine wechselnde Sonderausstellung machen<br />

das ehrenamtlich über einen Trägerverein betriebene kleine Museum immer wieder zu einem lohnenden<br />

Ziel. Die umfangreiche Sammlung hat das Museum der Leidenschaft einer Frau aus dem Kreis<br />

Coesfeld zu verdanken. Ihre besondere Liebe galt den Celluloidpuppen aus dem In- und Ausland. Sie<br />

sind neben Puppen aus Holz, Wachs, Pappmaché, Masse und Porzellan ausgestellt – selbstverständlich<br />

in historischen Puppenstuben. Tipp: Unbedingt eine Taschenlampe ausleihen. Damit wird jedes Detail<br />

sichtbar.<br />

(MEK)<br />

Mehr Infos unter: www.puppenmuseum-coesfeld.de<br />

14.<br />

LANDGESTÜT<br />

WARENDORF<br />

Karten: 17,50–35 Euro<br />

(je nach Kategorie)<br />

Stattlich, stolz, ja majestätisch sind sie, die Hengste des Nordrhein-Westfälischen Landgestüts in Warendorf.<br />

Besonders beeindruckend zu sehen während der Hengstparaden, die jedes Jahr im September/Oktober<br />

an drei Terminen stattfinden. In diesem Jahr am Sonntag, 17. September, Samstag, 23.<br />

September und Sonntag, 1. Oktober, jeweils ab 14 Uhr. In rund 20 unterschiedlichen Schaubildern<br />

präsentieren die Verantwortlichen blank gestriegelte Voll- und Kaltbluthengste. Nicht nur für Züchter<br />

und Pferdeexperten sind die Hengstparaden einen Ausflug wert. Denn wenn der Neuner Kaltblutzug<br />

auf den Platz galoppiert kommt und ein Beben unter den Füßen zu spüren ist, oder die Zweispänner-<br />

Quadrille Eleganz versprüht, ist das komplette Publikum verzaubert.<br />

(JG)<br />

Mehr Infos unter: www.landgestuet.nrw.de<br />

07.<br />

BAUHAUS<br />

MUSEUM<br />

Geöffnet:<br />

Mi, Do, Fr, So 11–17 Uhr<br />

und nach Vereinbarung<br />

Das Gradlinige, fast Geometrische - man muss es mögen, damit einem die Arbeiten von Heinrich<br />

Neuy gefallen. Schnörkel und Schnickschnack sind in den hellen Räumen nicht zu finden. 2011 wurde<br />

im Steinfurter Stadtteil Borghorst das kleine, überwiegend ehrenamtlich geführte Bauhaus-Museum<br />

eröffnet – rechtzeitig zum 100. Geburtstag des Künstlers, der 2003 gestorben ist. Entstanden ist ein<br />

kulturelles Schmuckkästchen, das im Spannungsfeld zwischen Tradition und Moderne steht. In dem<br />

Stiftskurienhaus des ehemaligen Borghorster Damenstiftes ist auch die historische Stiftsbibliothek,<br />

die heute im Besitz der Pfarrei St. Nikomedes ist.<br />

(GN)<br />

Mehr Infos unter: www.heinrichneuybauhausmuseum.de<br />

15.<br />

RADELN AUF DER<br />

FRIEDENSROUTE<br />

Früher der Weg zum Frieden, heute der Weg zur Erholung: Auf der Friedensroute pendelten bis 1648<br />

fünf Jahre lang die Friedensreiter zwischen Münster und Osnabrück. Fest im Sattel – aber nicht mehr<br />

des Pferdes, sondern des Fahrrads – führt die Friedensroute durch Städte wie Telgte, Ostbevern oder<br />

Bad Laer, die zu einer Pause einladen. Vom Münsterland hinein in die Ausläufer des Teutoburger Waldes<br />

können Radler rund 170 Kilometer dem Symbol des „Friedensreiters“ folgen.<br />

(ACL)<br />

Mehr Infos unter: www.friedensroute.de<br />

28 29


IMPRESSIONEN AUFKLANG ZUM KATHOLIKENTAG 2018<br />

30 31


www.liudger-magazin.de<br />

Suche Frieden …<br />

… und genieße jeden Augenblick, den Du in Frieden<br />

lebst, Frieden in Dir findest oder dazu<br />

beiträgst, dass auch andere solche<br />

Augenblicke erleben.<br />

Christel Plenter<br />

Hauptabteilung Seelsorge BGV<br />

Bild: Thomas Max Müller/pixelio.de

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