Juni 2017

meinviertel

Printausgabe Juni 2017

mein

JUNI 2017

STADTTEILMAGAZIN ∕ PRENZLAUER BERG

4

KNAPPER WOHNRAUM

17 HIPPIES

SPIELPLATZREPORT

MENSCH DES MONATS

TERMINE


www.wemod.de

EDITORIAL

Liebe Leserin,

liebe Leser,

Mieten in maroden Häusern ist endgültig vorbei! Dadurch

hat sich die Klientel gewandelt.

DAS KÖNNEN WIR

• schlüsselfertige Modernisierungen

für Wohnungen

und Gewerbeeinheiten

• komplette Planung, Koordinierung,

Ausführung und

Überwachung aus einer Hand

DAS SIND WIR

• zuverlässiges Team aus

ausgebildeten Facharbeitern,

Meistern und Ingenieuren

• Berliner Netzwerk aus

Architekten, Bausachverständigen

und Lieferanten

DAFÜR STEHEN WIR

• wirtschaftliche und

nachhaltige Lösungen

• Gültige Normen, anerkannte

Techniken und individuelle

Gestaltungsvorgaben

schön, dass ihr da seid! Vor drei Monaten wurde die

Idee geboren ein Magazin für unseren Stadtteil Prenzlauer

Berg herauszubringen. Jetzt haltet ihr die erste

Ausgabe in den Händen.

Wir alle sind ständig online, benutzen unsere Smartphones

und Tablets, merken aber doch, es fehlt etwas.

Etwas zum Anfassen, in der Hand halten, zum Stöbern

und Blättern. In diesem Magazin sollen sich alle wiederfinden:

Junge, Alte, Frauen und Männer, Familien,

Alteingesessene und Zugezogene.

Der Prenzlauer Berg hat einiges an Geschichte erlebt:

die Kaiserzeit, die Weimarer Republik, die Diktatur,

den Krieg, die DDR, den Fall der Mauer, den Wandel

durch Zugezogene, durch Touristenströme.

Viele Fassaden sind saniert, ebenso das Innere der

Häuser. Das hat seinen Preis! Die Zeit der billigen

Aber es gibt sie noch, die kleinen charmanten Läden,

die kleinen Kneipen und Bäckereien, und wir wünschen

uns alle, dass sie erhalten bleiben. Die Mischung

ist es, die den Charme im Prenzlauer Berg ausmacht.

Du kannst hier sein und aussehen wie du willst - solange

du auf friedliche Weise Teil dieser Vielfalt sein

möchtest und beitragen willst, dieses liebenswerte Flair

zu erhalten.

Wir haben eine große Bitte an euch: meldet euch bei

uns, wenn ihr etwas über die Vergangenheit oder die

Gegenwart zu erzählen habt, wenn ihr Themen habt,

die euch bewegen, gebt uns Denkanstöße und helft

den Charme unseres Stadtteils zu erhalten!

Viel Spaß bei dieser ersten Ausgabe. Wir freuen uns

auf euch !

Markus Beeth

WEMOD – Wohneinheitenmodernisierungs GmbH

Degnerstraße 9 · 13053 Berlin

030 / 923 78 65-0

info@wemod.de

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Knapper Wohnraum............... 6

Buchvorstellungen..................11

Inhalt

Berlins Stadtgrün...................12

Termine..................................20

Friede den Hütten..................24

Vom Prenzlauer Berg in die ganze Welt 28

Vom Prenzlauer Berg

in die ganze Welt...................28

17 Hippies..............................30

Friede den Hütten 24 17 Hippies 30

Bioprodukte für

alle zugänglich.......................40

Für Laib und Seele.................42

Zu Besuch bei

Sherlock Holmes....................48

Spielplätze.............................50

Berlins Stadtgrün 12

Knapper Wohnraum 6

Kinderseiten...........................56

Dies & Das.............................58

Das Klischee...........................60

Summer Specials

in der Kulturbrauerei..............62

Leserbriefe.............................64

Mensch de Monats.................65

Für Laib und Seele 42

Spielplätze 50

Vorschau / Impressum............66

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Mein Viertel

KNAPPER WOHNRAUM

Prenzlberg stockt auf

Mein Viertel

Um Punkt zehn Uhr klingelt an es der Wohnungstür

von Julia Dittmar. Kaum geöffnet, findet sie

in ihrer Altbauwohnung vor allem eines: Viel

Vollholz. Daraus entsteht in den nächsten Stunden

eine großzügige Hochetage, die ihr und ihrer

Familie mehr Platz verschaffen soll. Damit ist

Familie Dittmar nicht allein: Immer mehr Berliner

lassen sich Möbel anfertigen, die passgenau auf

den Schnitt ihrer Wohnung zugeschnitten sind.

Das ist vor allem im Prenzlauer Berg oft günstiger

als ein Umzug.

Text: Christiane Kürschner • Fotos: Katy Otto

Quadratmeterpreise lassen Bewohner

zusammenrücken

Peter Gräfe und Herbert „Bert“ Podkowa machen

nicht viele Worte, denn sie verstehen sich auch ohne

ganz gut. Sie haben im Prenzlauer Berg schon unzählige

Einbauschränke, Hochbetten und ganze Hochetagen

in kleine wie große Wohnungen eingebaut. Seit

25 Jahren ist Peter Tischler, zwölf davon selbstständig.

Zuvor studierte er, seine Berufung fand er jedoch

im Arbeiten und Gestalten mit dem Rohstoff Holz.

1978 hat es den geborenen Weimaraner nach Berlin

verschlagen, seither lebt er im Prenzlauer Berg. Seine

Liebe zum Kiez ist ungebrochen, auch wenn dieser

sich in einem ständigen Wandel befindet.

„Es ist ganz klar ein Trend zu erkennen“, meint Peter,

„in den vergangenen sieben Jahren fragen die Leute

vermehrt nach Möglichkeiten, ihren Wohnraum

auszureizen.“ Die Auswertungen

des Wohnmarktreport Berlin 2017

zeigen, dass im Prenzlauer

Berg eine gewisse Sättigung

eingesetzt hat. Mit einem

durchschnittlichen Quadratmeterpreis

von 12,50

gehört das Gebiet um die

Prenzlauer Allee östlich

der Kollwitzstraße zu

den teuersten Wohngebieten

Berlins. Es teilt

sich den fünften Platz

mit der Chausseestraße

im Bezirk Mitte. Wer schon eine längere Zeit im

Prenzlauer Berg lebt, profitiert teilweise von mäßigen

Mietkosten. Wer eine Wohnung neu anmieten möchte,

der muss in den sauren Apfel beißen. Familien überlegen

sich deshalb, ob sie sich eine neue, größere Wohnung

suchen, für die durch die Neuanmietung deutlich

höhere Kosten entstehen. Also heißt es: Bleiben und

aufstocken. Peter ist in ganz Berlin unterwegs, um

durch individuelle Lösungen Wohnraum und damit

Lebensqualität zu schenken.

Winsviertel als Hochbetten-Burg

An diesem Freitag verschafft er Familie Dittmar zu

mehr Platz im Kinderzimmer. Seit zwei Jahren wohnt

die vierköpfige Familie in der schicken Altbauwohnung,

die mit vier Zimmern grundsätzlich viel Platz

bereithält. „Jetzt scheint aber eine Phase zu beginnen,

in die der Große einen Rückzugsort für sich benötigt“,

so Julia. Das vierte Zimmer benötigen die berufstätigen

Eltern als Arbeitszimmer, ein Umzug kommt

nicht in Frage. Die mehr als acht Quadratmeter große

Hochetage ist die Lösung. Über eine Leiter und durch

die Luke kommen die Kinder auf die zweite Ebene,

wo der Größere von beiden sein Bett und Platz zum

Spielen haben soll. Immer mehr Menschen arbeiten

von Zuhause und benötigen einen Arbeitsplatz, die

klassische Aufteilung Wohn- und Schlafzimmer plus

zwei Kinderzimmer gilt nicht mehr. Paare, die eine

Familie gründen, überlegen sich zudem doppelt gut,

ob sie die bezahlbare 3-Raum-Wohnung aufgeben,

denn bezahlbarer Wohnraum ist Mangelware.

„Der Klassiker sind Familien mit

ein oder zwei Kindern, die noch

einmal Nachwuchs erwarten“,

erzählt Peter, „dann reichen

die drei oder vier Zimmer

nicht mehr aus, aber eine

5-Raum-Wohnung ist

für nahezu niemanden

erschwinglich, die

4-Raum-Wohnungen

rar“. Die Tendenz

anstatt eines Umzuges

aufzustocken, beobachtet

der Tischler vor

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Mein Viertel

XXX

Mein Viertel

allem im Prenzlauer Berg, Mitte und Friedrichshain,

aber auch in Charlottenburg oder Steglitz. Allein im

Winskiez hat Peter mehr als 20 Hochbetten eingebaut.

Er wird weiterempfohlen, seine Arbeit verrichtet er

unaufdringlich und professionell. Neben wachsenden

Familien mit Platzproblemen stößt der Tischler

auch auf Menschen, die sich für sehr viel Geld Eigentumswohnungen

kaufen und die ihre teuer erkauften

Quadratmeter so effizient wie möglich nutzen möchten.

Schicke Einbauschränke werden passgenau auf

Dachschrägen und schiefe Altbauwände angefertigt.

Deshalb sind Einbauschränke neben Hochetagen die

beliebtesten Auftragsarbeiten des Prenzlberg-Tischlers.

Altbauwohnungen lassen Raum für Neues

Nach drei Stunden steht ein Großteil des tragenden

Holzgerüstes, die Pfosten sind in der Wand fixiert.

Nach und nach werden die zuvor in der Werkstatt zugeschnittenen

Holzbalken angebracht. Peter und Bert

gehen dabei routiniert vor. In Vorgesprächen bespricht

Peter zunächst mit dem Kunden, welche Idee sie haben

und welchen Zweck das Möbelstück erfüllen soll.

Gehen die Vorstellungen der Kunden am angedachten

Budget oder der Realisierung vorbei, zeigt er seinen

Kunden, was geht – und was eben nicht. Der Aufbau

des Hochbettes oder das Aufstellen des Möbels ist

dann ein Kinderspiel. Julia verspricht sich von der Investition

eine langfristige Lösung des Raumproblems.

Als das Gerüst steht und Peter die ersten Latten für

die neue Fußbodenfläche anbringt, werden die Ausmaße

erkennbar : 2,20 x 4 m misst die Hochebene, das

30 Quadratmeter große Zimmer wirkt nun ausgefüllter,

ohne an Größe zu verlieren. Die großzügigen Altbauwohnungen

im Prenzlauer Berg eignen sich sehr gut

für solche Hochetagen.

Julia schaut sich den etwa sechsstündigen Aufbau von

weitem an. Das ist auch besser so, denn wo gehobelt

wird, fallen Späne. „Jeder Auftrag ist anders, denn

jede Wohnung ist anders“, so Peter. Schiefe Altbauwände

sind die Herausforderung, jeder Holzbalken

muss individuell vor Ort angepasst werden. Aber der

Aufwand lohnt sich. Am Ende des Tages steht die

Hochebene. Nun kann Julia durchsaugen und so den

feinen Spanstaub entfernen. Am Abend ziehen die

Jungs ein und begutachten das neue Konstrukt in

ihrem Zimmer, das für Begeisterung sorgt. An der

Unterseite der Etage wird ein Hängesessel befestigt,

der zum Chillen einlädt. Alle sind glücklich, fast

neun Quadratmeter Wohnraum wurden geschaffen.

Peter und Bert ziehen weiter, um in anderen Wohnungen

Platz zu schaffen – durch die zunehmende

Wohnungsknappheit wird es dem Prenzlberg-Tischler

nicht an Arbeit fehlen.

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Wir kommen gerne bei Ihnen vorbei.

ist unabhängig, aktuell und hat einen betont regionalen Bezug. Der

redaktionelle Teil des Magazins soll sowohl Reportagen und Informationen

aus dem Kiez liefern als auch unterhaltsame Geschichten

enthalten – einfach neugierig auf den Stadtteil, seine Bewohner und

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BUCHVORSTELLUNG

Unsere wunderbaren

Jahre

Wie wir wurden, was wir sind: Der

große Roman der D-Mark und

der Bundesrepublik - eine bewegende

Familiengeschichte von

Bestseller-Autor Peter Prange, in

der sich die gesamte Nachkriegszeit

bis zur Gegenwart lebendig

wird.Es ist der 20. Juni 1948. Das

neue Geld ist da – die D-Mark. 40

DM „Kopfgeld“ gibt es für jeden. Für die drei so verschiedenen

Schwestern Ruth, Ulla und Gundel, Töchter

des geachteten Fabrikanten Wolf in Altena. Für

Tommy, den charmanten Improvisateur, für den ehrgeizigen

Jung-Kaufmann Benno, für Bernd, dem Sicherheit

das Wichtigste ist. Was werden die sechs Freunde

mit ihrem Geld beginnen? Welche Träume und Hoffnungen

wollen sie damit verwirklichen? Schicksalhaft

sind sie alle verbunden - vom Wirtschaftswunder über

die Geschäfte zwischen den beiden deutschen Staaten

bis zum Begrüßungsgeld nach dem Mauerfall. Sechs

Freunde und ihre Familien machen ihren Weg, erleben

über drei Generationen die Bundesrepublik der

D-Mark – und den Beginn der neuen, europäischen

Währung. Authentisch, spannend und detailreich ist

der Roman ›Unsere wunderbaren Jahre‹ von Bestseller-Autor

Peter Prange ein Spiegel unserer Biographien.Als

die D-Mark unsere Währung war: noch nie

wurde so von Deutschland erzählt. Es ist der Roman

der Bundesrepublik. Es ist unsere Geschichte.

Lunapark

Unter der Eisenbahnbrücke an der

Liesenstraße, unter einer unvollendeten

kommunistischen Parole,

liegt die übel zugerichtete Leiche

eines SA-Mannes. Am Tatort trifft

Kommissar Rath auf seinen früheren

Kollegen Reinhold Gräf, der

nun für die Geheime Staatspolizei

arbeitet. Während Gräf von einem

politischen Mord ausgeht, ermittelt

Rath in eine andere Richtung und entdeckt Verbindungen

zum zerschlagenen Ringverein Nordpiraten,

der seine kriminellen Aktivitäten als SA-Sturm getarnt

fortsetzt.

Als ein zweiter SA-Mann erschlagen aufgefunden wird,

scheint alles auf eine Mordserie zu deuten. Eine Spur

führt in den seit Kurzem geschlossenen Lunapark,

einstmals Berlins berühmtester Rummel. Und Rath

muss klären, welche Rolle Unterweltboss Johann Marlow,

ein Erzfeind der Nordpiraten und Raths Nemesis,

in diesem Fall spielt.

Die politische Lage wird immer brisanter, Raths Frau

Charly gerät in SA-Haft, und der Kommissar wird in

einen Strudel sich überschlagender Ereignisse gezogen,

an deren Ende er sogar einen unmissverständlichen

Mordauftrag erhält. Wird er ihn ausführen? Volker

Kutscher liefert atemlose Spannung und das packende

Porträt politisch höchst unruhiger Zeiten.

Madame Cleo und das

große kleine Glück

Einst war Madame Cléo ein

erfolgreiches Pariser Mannequin,

heute kann sie kaum noch ihre

Altbauwohnung in Berlin bezahlen.

Daher vermietet sie ein Zimmer

unter und findet in Adamo

und seiner kleinen Tochter Mimi

wahre Freunde. Doch die Vergangenheit

lässt Madame Cléo, die

Grande Dame mit Herz, nicht los. Ein großer, unerfüllter

Traum erwacht zu neuem Leben, als Mimi eines

Tages eine riesige Summe Geld findet. Madame Cléo

hat eine bezaubernde Idee und jede Menge Briefumschläge

...

Ein Roman, der den Duft des Glücks verströmt, von

charmanter Sehnsucht und einer Prise Großstadt-Märchen.

ANAKOLUTH

Buchvorstellung

Literarische

Buchhandlung

Schönhauser Allee 124, 10437 Berlin - Prenzlauer Berg, Telefon 873 369 80

... und auf Facebook

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anakoluth.net


Mein Viertel

BERLINS STADTGRÜN

Markenzeichen, Lebensgefühl, Herausforderung

Mein Viertel

In Berlin gibt es nicht nur vergleichsweise viel

Stadtgrün, es hat zudem für seine Bewohner

einen ganz besonderen Stellenwert : geerbt

und übernommen von Natur und Schlossherren,

geplant und angelegt von weitsichtigen Stadtentwicklern,

verteidigt und aufgebaut von engagierten

Bürgern. Die großen Waldflächen wie auch

die zahlreichen Volks- und Stadtparks, Gartenanlagen

und Freifelder sind das Markenzeichen der

lebenswerten Metropole – und in seiner DNA verankert.

Das Verantwortungsbewusstsein für ihren

Erhalt ist dennoch stets auf’s Neue gefordert.

Text Henry Steinhau • Fotos Markus Beeth

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Man kann es praktisch täglich und rund ums Jahr sehen :

Die Berliner*innen mögen ihre Parks und Grünflächen.

Egal wie eingekesselt oder hügelig, egal wie groß oder

klein sie sind, (fast) egal wie die Witterung ist : in den

weit über 100 Volksparks und Stadtparks, den hunderten

Gartenanlagen und vielen weiteren Grünflächen sind

praktisch immer Menschen. Selbst spät abends oder

noch vor dem Morgen wird gejoggt oder spaziert, geeilt

oder verweilt, gespielt, geturnt, gefeiert – oder einfach

nur herzhaft rumgelungert.

Immerhin rund ein Drittel der Berliner*innen besucht

täglich städtische Grün- und Parkanlagen. Das ermittelte

eine Erhebung der Deutschen Gartenamtsleiterkonferenz

von 2013. Mehr als drei Viertel der Befragten gab

an, ein bis drei Mal wöchentlich ins Stadtgrün zu gehen.

Und über 90 Prozent würden „regelmäßig“ einen oder

mehrere Parks besuchen. Ein bis zwei Stunden pro Woche

verweilen sie in einer Grün- und Parkanlage, gaben

rund 80 Prozent an. An Wochenenden würde etwa 56

Prozent der befragten Berlin*innen sogar mehr als zwei

Stunden nach Erholung in den urbanen Grünanlagen

suchen.

Auch die trockenen Zahlen zeigen also : Das Stadtgrün

spielt für das Leben, die Lebensqualität und das Lebensgefühl

in Berlin eine wichtige, ja, entscheidende Rolle.

Ob sich das die Stadtplaner des 19. und 20. Jahrhunderts

wohl genau so vorgestellt haben ?

Nun, zumindest war ihnen wohl klar, dass die immer

dichter neben- und aufeinander wohnende Bevölkerung

möglichst viel, möglichst nah liegende Natur gut gebrauchen

kann, damit sie es in der rasant wachsenden Großstadt

auch aushält. Und eigentlich stellte das anfangs

– also in den ersten Jahrhunderten der Stadtgeschichte

– auch kein Problem dar, denn Berlin gründete sich ja in

einer Landschaft mit vielen Wäldern und Seen.

Und doch kommt es im Laufe der Jahrhunderte immer

öfter darauf an, das Grün auch zu wollen und zu kultivieren.

Bis ins 18. Jahrhundert hinein besitzen – neben

den Königs- und Kaiserfamilien – zumeist adelige Großgrundbesitzer

große Areale und lassen dort weitläufige

Grünanlagen als Schloss- oder Gutsparks gestalten, die

jedoch den Privilegierten ihres Standes zum Flanieren

und Lustwandeln vorbehalten waren. Hinzu kommen

beispielsweise extra angelegte Jagdreviere, wie der im

16. Jahrhundert errichtete große Tiergarten, oder auch

romantisch gemeinte Anlagen, wie der große Lustgarten.

Aber auch heute als beliebte Volksparks genutztes

Stadtgrün gehörte einst komplett den Bessergestellten,

wie der Park am Weißen See, der heutige Bürgerpark

Pankow oder der Gutspark Britz, um auch hierfür nur

ein paar wenige beispielhaft zu nennen.

Beginn der amtlichen Grünflächenplanung

Parallel dazu begründete die Berliner Stadtverwaltung

in den 70er Jahren des 19. Jahrhunderts die öffentliche

Gärten- und Grünflächenplanung mit der erstmaligen

Berufung eines Gartendirektors (Gustav Meyer). Er

nahm unter anderem die Areale des Treptower Parks,

des Friedrichshains und den Humboldthains unter seine

gestalterische Obhut. Später gehen der Kreuzberger

Viktoriapark und weitere Anlagen auf das Wirken der

Gartenverwaltung zurück.

Ende des 19. und erst recht im ersten Drittel des 20.

Jahrhunderts gehen die meisten der einstmals adeligen

Gärten in öffentlichen Besitz über, werden zu offenen

Parks. Zugleich dominieren die Stadtentwicklung in

dieser, als „Gründerjahre“ bekannten Zeit, Ende des 19.,

Anfang des 20. Jahrhunderts, meist rigorose wirtschaftliche

Erwägungen. Die Industrie prosperiert, braucht viel

Platz und noch mehr Arbeitskräfte, und die brauchen

Wohnungen. Also wird wie wild und im Grunde überall

da gebaut, wo irgendwie Platz ist und wo es die Beschaffenheit

des Bodens zulässt. Dem Bauboom müssen schöne

Freiflächen und lange gewachsene Natur weichen.

Nun wachsen Fabriken, Gewerbe- und Wohngebäude in

den Himmel – wenn auch nur bis zu 22 Metern „Trauf-

Wasserlauf im Volkspark

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Mein Viertel

höhe“, gemessen vom Boden bis zur Dachtraufe.

In dieser Zeit, der mitunter ungezügelten Besiedelung,

legen die Verantwortlichen in den Bezirken, in denen

die vielen Mietskasernen, Hinterhofbebauungen und

Arbeiterviertel entstehen, zumindest einige sogenannte

Bürgerparks an, klein zwar, aber mittendrin. In den „besseren

Vierteln“ sollen „repräsentative Schmuckplätze,

Promenaden und kleinere Parkanlagen“ den verdichteten

oder zugebauten Stadtvierteln buchstäblich etwas Luft

verschaffen. Beispielsweise der Schillerpark im Wedding

oder der Körnerpark in Neukölln, der in einer ehemaligen

Kiesgrube entstand, weshalb er so ungewöhnlich

„tiefer gelegt“ ist.

Ob diese eher kleinen grünen Oasen seinerzeit die

Lebensqualität der Städter wirklich nachhaltig verbesserten,

bleibt angesichts der enormen Wohndichte in

den Mietskasernen zu bezweifeln ; man muss sich wohl

ziemlich überfüllte Parkzeiten vorstellen. Doch zählt

man die bereits erwähnten Schlossgärten, die ganzen

ehemaligen Gutshof- und sonstigen Wandelgärten hinzu,

hatte Berlin schon damals einen recht großen Anteil

an stadtnahen und „städtischen“ Grünflächen, die das

Lebensgefühl prägten, den entsprechenden Bedarf oder

vielleicht auch eine gewisse Erwartungshaltung in den

Berlinerinnen und Berlinern verankerten.

Varietee im Mauerpark

Mein Viertel

Jansen-Plan und Dauerwaldvertrag

Leise Park

Wie dem sei, ab Anfang des 20. Jahrhunderts wollen die

Stadtverwalter nun noch gezielter an die Gesamtgestaltung

eines künftigen Groß-Berlins gehen. Aus gutem

Grund : immerhin trauen sie ihrer Stadt seinerzeit tatsächlich

das Wachstum zu einer 10-Millionen-Einwohner-Metropole

zu. Also schreiben Berlin und umliegende

Städte 1908 einen Städtebauwettbewerb aus, den der

Architekt und Stadtplaner Hermann Jansen 1910 gewinnt

(neben dem zweiten Preisträger Josef Brix). Sein

Plan sieht – neben einigen Vorschlägen für Bebauungen

– eine Reihe „kreuzungsfreier Hauptverkehrsstraßen“ sowie

ein ganzes Band zusammenhängender Grünflächen

vor. Letztere sollten auch als funktionale Alternative

dienen zu den zwar vorhandenen, aber eher kleinen und

zu vereinzelt liegenden Schmuckplätzen.

Genauer gesagt stellt sich Jansen viel Freiräume vor :

Wälder, Parks, Gärten und Wiesen, die zusammen jeweils

einen kleineren inneren und einen großen äußeren

Ring bilden. Und auch zwischen diesen riesigen Grünringen

sollten zusätzliche radiale Grünzüge für Stadtnatur

sorgen. Ein erstaunlich weit blickendes Konzept,

fürwahr.

In den folgenden Jahren setzen Stadt und Umland zwar

nicht alle, aber einen großen Teil von Jansens Visionen

um, wofür sie vor allem die entsprechenden Freiflächen

als solche „sichern“, sprich kaufen, vor Bebauung

schützen und begrünen. Das meint zum einen das frei

legen oder frei halten von Flächen, um dort Volksparks

und Kleingärten anzulegen. Zu den zahlreichen, damals

entstehenden Parks gehören beispielsweise der Lietzenseepark

in Charlottenburg, die Grünanlagen mit Freibad

am Plötzensee, der Südpark in Spandau, der Fischtalpark

in Zehlendorf und der Schulenburgpark in Neukölln,

aber auch der Volkspark Jungfernheide, der Volksund

Waldpark Wuhlheide, der Volkspark Mariendorf

– und der nur wenige Jahre in dieser Form bestehende

Volkspark Tempelhofer Feld, den die Nationalsozialisten

im Wortsinn platt machten und zu einem Innenstadtflughafen

wandelten. Dass er heutzutage wieder fast

ausschließlich der Erholung dient, ist bekanntlich einem

Volksbegehren und engagierten Bürgerinitiativen zu verdanken.

Und ganz ausgestanden ist das Ringen um Teile

der dortiger Freiflächen ja noch nicht.

Das später abgewandelte und um von weitere Ideen

ergänzte Jansen-Konzept meint seinerzeit zum

anderen aber auch sogenannte Stadtgüter und Dauerwälder,

die in öffentlichen Besitz gelangen, beziehungsweise

festgeschrieben werden. Im Zuge dessen

kommt es vor über 100 Jahren zum sogenannten

Dauerwaldvertrag, für den sich mehrere Gemeinden

rund um das damalige Berlin zusammenschliessen :

ausdrücklich mit dem Ziel, große Bestände vor Rodung

und Bebauung zu schützen. Insgesamt kaufen

die in einem Zweckverband verbündeten Bürger in

Spandau, Tegel, Zehlendorf und Köpenick 10.000

Hektar Waldflächen, für 50 Pfennig je Quadratmeter.

Im Kaufvertrag heißt es unter anderem, dass sich der

Käufer verpflichtet, die Bestände als Waldgelände zu

erhalten. Es ist also aufmerksamen und tatkräftigen

Berlinern aus der Kaiserzeit zu verdanken, dass der

Grunewald nicht bebaut wurde. „Seitdem ist der Wald

tabu“ sagte Ingo Kowarik, Landesbeauftragter für Naturschutz,

der taz – und sprach damit aus, was wohl

der allergrößte Teil aller Berliner denkt und verinnerlicht

hat.

Was der „Jansen-Plan“ angefangen hat, setzt der 1929

entwickelte Generalfreiflächenplan fort. Dieser formuliert

– ein Novum in der Großstadtplanung – mit

wieviel freien, sprich grünen Arealen ein Stadtgebiet

„versorgt“ sein sollte. Auch diese, ebenfalls recht visionären

Konzepte werden im prosperierenden Berlin

der 20er und 30er Jahre umgesetzt. Das Konzept

einer „Freiflächenversorgung“ wird angenommen. Die

grünen Ringe sind bis heute sichtbar und zu weiten

Teilen intakte Natur- und Erholungsflächen. Etwa die

miteinander verbundenen Volksparks in Wilmersdorf

und Schöneberg. Sie gehören zum „inneren Parkring“

der sich sozusagen an den S-Bahn-Ring schmiegt und

unter anderem auch das erwähnte Tempelhofer Feld

mit grünen Parks, Stadtplätzen, Friedhöfen und Kleingärten

verbindet.

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Mein Viertel

Mauerpark

Parkringe und Trümmerberge

Die verheerenden Zerstörungen des zweiten Weltkrieges,

die zu großen Teilen flächendeckend zerbombte

Stadt verlangt den Berlinerinnen viel ab. Sie leben zwischen

Ruinen, Schutt und Asche. Gleichwohl machen

die Verantwortlichen beim schweren Wiederaufbau der

Stadt aus der Not eine Tugend : aus den Bergen von

Trümmern schütten sie über Jahre mehrere Trümmerberge

zusammen, die sie danach mehrheitlich begrünen

und ganz bewusst als Erholungsflächen anlegen.

Dazu zählen der Teufelsberg – mit 115 Metern der

höchste aller Berliner Trümmerberge – die Oderbruchkippe

im Volkspark Prenzlauer Berg, die Rudower

Höhe (Dörferblick), die Weddinger Humboldthöhe,

der große Bunkerberg in Friedrichshain, der Insulaner

in Schöneberg, der Trümmerberg Biesdorf und die

Marienhöhe.

Die Idee, auf den Überresten kriegszerstörter, „toter“

Gebäude neues, friedliches, grünes Leben zu ermöglichen,

die hat gewiss eine erzählerische Kraft – der

man sich in Berlin wohl am besten mit Demut nähert.

So schlägt es jedenfalls die Rockband Silly in ihrem

ikonischen Song „Mont Klamott“ vor, mit dem sie so

treffend den Trümmerberg im Volkspark Friedrichshain

besingt : als Erholung spendende „grüne Beule“,

die „aus dem Stadtgedärm wächst“ – für die man aber

den Müttern danken sollte, die die Trümmer „zusammenkarten“,

nicht jenen Stadtvätern, die Deutschland

in die „Himmelfahrt“ schickten. Auch so schafft man

Bewusstsein für Stadtgrün, das von mehr als nur erholsamer

Freizeit erzählen kann, sofern man genauer

hinsieht.

Die Schäden des von Deutschland begonnen Krieges

betrafen bekanntermaßen insbesondere die Infrastrukturen,

also Produktionsstätten, Einrichtungen zur

Energieversorgung oder für Transport und Verkehr.

Zahlreiche Industrie- und Gewerbeflächen sind nach

dem Krieg nicht mehr in Betrieb zu nehmen oder

werden stillgelegt, sie rosten und verrotten vor sich

hin. Zusätzlich hat die politische Teilung der Stadt,

die im Bau der Mauer gipfelte, die Stadtentwicklung

praktisch auf einen Schlag mit großer Wucht und sehr

nachhaltig beeinflusst : nun müssen beide Stadthälften

endgültig für sich allein planen, vormals verbundene

Schienenstränge oder Grundversorgungsnetze werden

zu Sackgassen, leeren Leitungen und toten Gleisen,

riesige Bahnanlagen und Industriegelände verkommen

zu riesigen Brachen.

Es braucht – in beiden „Berlins“ – so seine Zeit, bis

sich der Blick auf diese Industriebrachen wandelt und

Konzepte und Initiativen entwickelt werden, solche

Flächen in begrünte Erholungsareale zu verwandeln

oder neu nutzbar zu machen. Doch durch Beharrlichkeit

und Überzeugungsarbeit von Stadtplanern und

Bürgergruppen entsteht auf diese Weise nach und nach

– und bis heute – immer wieder neues Stadtgrün. In

Prenzlauer Berg beispielsweise der Ernst-Thälmann-

Park, der in den 80er Jahren auf dem Gelände eines

riesigen, alten Gaswerks errichtet wird ; oder später,

nach der Wiedervereinigung der

geteilten Stadt, als man den

ehemaligen Grenzstreifen

zum „Mauerpark“ umgestaltet

– und damit ja

noch immer nicht ganz

fertig ist ; oder auch

die fast spektakulär zu

nennenden Umwandlungen

des einstigen

Güterbahnhofs am

Priesterweg zum Südgelände-Park

; oder

auch die schrittweise

Entwicklung des Parks

am Gleisdreieck. Bei den

beiden Letzteren hatte

sich die Natur bereits allein

über die alten Bahnanlagen hinweggesetzt,

welche nun „nur noch“

Teil einer faszinierenden Symbiose sind

und den neuartigen Stadtparks ihre ganze eigene

Geschichte geben. Eine Geschichte, die sie jenen

täglich auf’s Neue vermitteln, die nicht nur kommen

sondern auch sehen und nachspüren.

Öffentliche Grünversorgung –

für möglichst viele

Diese und weitere Maßnahmen, so oft sie auch entschlossene

Menschen erfordern, die sie beharrlich

vorantreiben und durchsetzen, fügen sich durchaus in

einen langfristigen Plan des Senats – wie auch immer

man diesen bewerten mag. Laut amtlichen Angaben

der Umweltbehörde hat sich jedenfalls die Anzahl der

Grünflächen im Lauf der vergangenen Jahre immer

weiter erhöht, in manchen Stadtteilen um das dreifache,

in anderen hingegen kaum. Das klingt OK, sagt

aber weder etwas aus darüber, ob insgesamt ausreichend

Stadtgrün vorhanden ist, noch darüber, wie gut

einzelne Bezirke, Stadtteile oder Kieze damit „versorgt“

sind. Nicht zuletzt sind auch die ambitioniertesten

Entwicklungspläne für Erholungsflächen immer

nur so gut, wie sie sich gegenüber Bebauungen verhalten

und welche prozentualen Anteile sie verglichen mit

(neu) besiedelten Stadtflächen ausmachen.

Und es geht ja hierbei nicht allein um Flächen zur Erholung

der Stadtbewohner sondern auch um Flächen

zur Erholung der berühmten und besungenen Berliner

Stadtluft. Tatsächlich sind Parks und Grünanlagen,

mit ihren Bäumen, Büschen, Pflanzen und Wiesen so

etwas wie kleine Frischluft-Kraftwerke und Klimaanlagen

der Stadt. So produziert jeder Stadtbaum durchschnittlich

15 Kilo Sauerstoff pro Tag, was frische Luft

für rund zehn Einwohnerinnen bedeutet. Mit etwa

438.000 Straßenbäumen und zirka einer halben Million

Bäumen in den Wäldern hat Berlin fast eine Million

Bäume – und liegt damit im Ranking von Großstädten

ziemlich weit vorne.

Und das ist gut so, für Klima und Menschen : Denn

Bäume spenden Schatten, schützen vor Regen, sie

bremsen – wenn viele von ihnen in Reihe stehen – den

Wind aus und dämpfen die Stadtgeräusche ab, sie

geben Feuchtigkeit und an warmen Tagen auch kühle

Luft ab. Zudem filtern sie die belastete Stadtluft : mit

den Poren ihrer Blätter nehmen sie Staub- und Schadpartikel

auf – sofern nicht zu viel Dreck herumfliegt,

denn dann erkranken und sterben sie.

Aber auch den Freiflächen der Grünanlagen kommt

große Bedeutung für Luft und Klima der Stadt zu.

Wie ein Team der Technischen Universität Berlin

untersuchte, haben dicht bebaute Städte oft damit zu

kämpfen, dass die dicht aneinander stehenden Häuser

die tagsüber gespeicherte Sonnenwärme nur schlecht

abgeben können, was dazu führt, dass es im Stadtzentrum

auch Nachts deutlich wärmer bleibt als im Umland

– bis zu acht Grad, so die Forscher.

Mein Viertel

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Mein Viertel

Ernst Thälmann Park Foto: Fridolin Freudenfett

Ausreichend große Parks und Grünflächen wirken hier

entlastend, weil sie nicht so viel Wärme speichern und

schneller abkühlen, indem sie große Mengen Wasser

verdunsten. Allerdings funktioniert ihre kühlende Wirkung

bestenfalls dreihundert Meter weit. Um also in

warmen oder gar tropischen Nächten nicht nur die unmittelbaren

Anwohner eines Stadtparks in den Genuss

kühler Brisen zu bringen, helfen nicht größere Parks

sondern vielmehr ein Netz aus vielen kleinen Grünflächen,

die mindestens die Größe eines Fußballplatzes

haben sollten.

Ob sich diese Vision angesichts des momentanen

Baubooms und steigender Bevölkerungszahlen umsetzen

lässt, mag bezweifelt werden. Scheint man doch

in manchen Bezirken bemüht, jede noch so kleine

oder vermeintliche „Lücke“ schließen zu wollen. Dem

stellt der Senat verschiedene Initiativen gegenüber.

Die 2012 gestartete Baumkampagne etwa, die bei

Wirtschaft und Bürgern darum wirbt, sich finanziell

für neue Bäume zu engagieren, was wohl auch passiert

: bis Ende des Jahres werden über 7.000 neue, von

Firmen, Organisationen und Bürgern mitfinanzierte

Bäume gepflanzt sein, 10.000 sollen es am Ende sein.

Das Senatskonzept der 20 grünen „Hauptwege“ hingegen

stößt auf Kritik, weil hier erstens ohnehin vorhandene

Wege und diese mehr auf dem Papier verbunden

wurden, als dass tatsächlich nahtlos durchgängige

neue Grünstrecken entstehen. Zu viele Lücken und

zu viele Unterbrechungen in den Grünzügen würden

den Eindruck einer Kopfgeburt erwecken, wenn nicht

gar den einer Alibikampagne. Wie dem auch sei, der

Senat setzte in 2013 für etwa 11 Prozent des Stadtgebietes

Landschaftspläne in entsprechende Verfahren,

wenn auch nur um damit zu signalisieren : die Identifikation

mit dem weltbekannten grünen Antlitz und

der dadurch hohen Lebensqualität Berlins ist in den

Verwaltungen und politischen Organen der Stadt fest

verortet und intakt. Aber genügt das ?

Wie ist die momentane Situation – in der

Stadt Berlin und in ihren Bezirken ?

Laut offiziellen Statistiken verfügt Berlin derzeit über

mehr als 2.500 öffentliche Grünflächen. Zu ihnen zählen

Park- und Gartenanlagen, Stadtplätze einschließlich

Spielplätzen sowie Grünzüge, aber auch Kleingärten,

Friedhöfe, Sportanlagen, Freibäder und Straßengrün,

etwa die Mittelstreifen großer Straßen. Mit ihrer

Gesamtfläche von rund 13.000 Hektar machen die

Grünflächen rund 13 Prozent der gesamten Stadtfläche

aus. Dazu kommen 16.364 Hektar Waldflächen (18,4

Prozent). Das bedeutet, Berlin kommt tatsächlich auf

31,4 Prozent Wald- und Grünflächen, das ist fast ein

Drittel – und da sind die 6.000 Hektar Wasserflächen

(6,7 Prozent) noch gar nicht mitgerechnet.

Vergleicht man nun die Berliner Verwaltungsbezirke

untereinander, steht Pankow als Spitzenreiter da,

mit etwas über 14 Prozent Grünflächen sowie knapp

14 Prozent Waldfläche, insgesamt zirka 2.900 Hektar

(plus 194 Hektar Wasserflächen). Das liegt zum

gewissen Teil daran, dass Pankow der Bezirk mit den

meisten Kleingärten ist (92 Anlagen mit 10.294 Parzellen

auf 491,6 Hektar – Berliner Durchschnitt ist 249

Hektar Kleingärten pro Bezirk). Die sind jedoch nicht

alle öffentlich zugänglich, was immer wieder gefordert

wird, aber wohl umstritten bleibt.

Zumindest konnten die Pankower in der Vergangenheit

erreichen, dass es für ihre Kleingärten lange keine Bebauungspläne

gab (Stand Dezember 2015). Wichtig ist

aber zu wissen, dass Pankows Grünflächen zu einem

großen Teil aus Brachflächen sowie landwirtschaftlich

genutzte Arealen besteht. Vor allem aber beziehen

sich die genannten Werte auf den Verwaltungsbezirk

Pankow, also einschließlich Weißensee und Prenzlauer

Berg.

Sieht man sich die Situation im Bezirk Prenzlauer Berg

genauer an, stellt sich die Sache schon anders dar :

der Anteil von Grünflächen liegt mit nur 10,9 Prozent

deutlich unter dem Berliner Durchschnitt. Und

gemessen an seiner Einwohnerdichte ist Prenzlauer

Berg sogar regelrecht unterversorgt mit öffentlichen,

wohnungsnahen Grünanlagen. Einzelne Quartiere

haben hier schlicht gar keine oder zu wenige und viel

zu kleine Grünanlagen in der Nähe.

Als ausreichend beziehungsweise „uneingeschränkt

nutzbar“ wertet die Umweltbehörde solche öffentlichen

Grünanlagen, die mindestens 5.000 Quadratmeter

groß sind, eine geeignete Flächenform haben,

uneingeschränkt zugänglich und keinen erheblichen

Umweltbelastungen ausgesetzt sind, wie Lärm oder

Abgase. Zudem darf das städtische Grün maximal 500

Meter von der eigenen Wohnung entfernt sein, um statistisch

als die Bewohner*innen mit Grün „versorgend“

zu gelten. (Abgezogen werden bei dieser Betrachtung

auch Grünanlagen, die zwar im geografischen 500-Meter-Radius

liegen, jedoch durch Bahntrassen, große

Gewässer oder Autobahnen nur über Umwege zu

erreichen sind).

Grünversorgungsdefizite in

Prenzlauer Berg

Im offiziellen Umweltatlas der Senatsbehörde, der

sich online sehr facettenreich nutzen lässt, kann man

die unbefriedigende Situation in Prenzlauer Berg gut

erfassen : in der interaktiven Karte, die die Grünversorgung

grafisch darstellt, kann man praktisch bis an einzelne

Wohnblöcke oder Blockteilflächen mit relevanter

Wohnnutzung heran zoomen und den Grad ihrer

Grünversorgung ablesen. Hier zeigt sich, dass die bekannten

größeren Anlagen Volkspark Prenzlauer Berg,

Ernst-Thälmann-Park und Mauerpark schlicht

zu weit weg für viele Prenzlberger sind.

Doch genau diese Laufweite ist für viele entscheidend.

So nannten rund Dreiviertel der Befragten

aus der anfangs erwähnten Erhebung, dass ihnen die

Nähe ihres Wohnortes zu Grünflächen und Landschaft

bei der Wahl des Wohnortes wichtig bis sehr wichtig

ist.

Den offiziellen Berliner Richtwert für eine ausreichende

öffentliche Grünversorgung – sechs Quadratmeter

pro Einwohner – kann Prenzlauer Berg jedenfalls bei

weitem nicht allen bieten. Dazu kommt, dass auch die

entfernter gelegenen Grünanlagen des Bezirks – gemessen

am Einzugsgebiet und der dortigen Einwohnerdichte

– schlicht zu klein und deswegen oft überlaufen

sind.

Dieses Defizit an Grün hat in Prenzlberg unrühmliche

Tradition : gab es dort doch jahrzehntelang überhaupt

keinen Volkspark. Der erste dieser Art, der Volkspark

Prenzlauer Berg, wurde erst 1967 fertig, errichtet auf

Kriegstrümmern. 1987 kam mit dem unweit gelegenen

Ernst-Thälmannpark eine zweite größere Anlage

hinzu, bei der jedoch Kompromisse bezüglich der

Randbebauung mit Wohnkomplexen gemacht wurden.

Und auch mit den planerisch bereits vorgelegten

und durchaus machbaren, von vielen Anwohnern

gewünschten Grünzügen, die den Thälmannpark an

weitere bezirkliche Grünflächen anschließen würden,

tut sich die Bezirksverwaltung derzeit noch schwer,

gibt es ein kräftezehrendes Ringen. Unter anderem

die Anwohner-Initiative Ernst-Thälmann-Park, aber

auch das Berliner Netzwerk für Grünzüge in der

Landesarbeitsgemeinschaft Naturschutz e.V. und das

Umweltbüro am Weißen See engagieren sich für mehr

Stadtnatur, den Ausbau echter grüner Achsen und den

Erhalt vorhandener Erholungsräume.

Und das ist wichtig. Denn gerade auf Bezirks- und

Stadtteilebene kommt es auf das Verantwortungsbewusstsein

der Kiez-Bewohnerinnen und -Bewohner an,

aber auch auf die konkrete Tat. Heute genauso wie vor

100 Jahren. Ging es damals mit dem Dauerwaldvertrag

ums große Ganze und die grüne Lungen der Stadt,

sind es heute mit kleinen , aber wichtigen Parks und

Grünzügen ihre Lymphknoten und Arterien,

die es frei und funktional zu halten gilt.

Ernst Thälmann Park

Foto: Axel Kuhlmann

Mein Viertel

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Service

TERMINE

ab Juni 2017

Comedy, Theater, Konzerte & Fete de la Musique

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10

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11. Festival Jazzdor Berlin

01. + 02.06., 20.00 Uhr

Kulturbrauerei im Maschienenhaus,

Knaackstr. 97 10435 Berlin

Gratis Comedy

2. + 9. + 16. + 23.06., 20.30 Uhr

Atopia Pizza, Raumerstr. 6 10437 Berlin

Meister oder Margarita (Die große

Improschlacht), Theatersport Berlin

03. + 10. + 17. + 24.06, 22.00 Uhr

Pfefferberg Theater, Schönhauser Allee 176

110119 Berlin

Andrea Belfi

04.06., 20.00 Uhr

Roter Salon der Volksbühne, Rosa-Luxenburg-Platz

1 10178 Berlin

„World to come“, Komplex-brigade

08. + 09. + 11.06., 20.00 Uhr

Ballhaus Ost, Pappelallee 15 10437 Berlin

„Helden der Arbeit“, ImproBerlin

10.06., 20.00 Uhr

BühnenRausch- Improvisationstheater,

Erich-Weinert-Strße 27 10439 Berlin

Karsten Kaie, How To Become a

Berliner in one Hour ?

13. + 20. + 27.06., 20.00 Uhr

Comedy Club Kookaburra, Schönhauser

Allee 184 10119 Berlin

Freddy Farzadi, Die Würde des

Mannes ist unten tastbar

15. + 16. + 17.06., 20.00 Uhr

Comedy Club Kookaburra, Schönhauser

Allee 184 10119 Berlin

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Schwestern

15. + 16 + 17.06., 19.00 Uhr

Theater RamaZamba, Schönhauser Allee

36-39 10435 Berlin

Piraten ! Piraten !

17. + 18.06., 17.30 Uhr

Theater o.N., Kolwitzstr. 53 10405 Berlin

Erzählbühne

19.06., 19.00 Uhr

Theater o.N., Kolwitzstr. 53 10405 Berlin

Max Frisch, Biedermann und die

Brandstifter (14+)

20. + 21. + 22.06., 15.00 Uhr

Prater Theater an der Parkaue, Kastanienallee

7-9 10435 Berlin

Fete de la Musique, 21.06.

Franz Club, Open Air, 16 – 22.00 Uhr,

Schönhauser Alle 36 10435, Berlin

Kolle 37, Open Air, 16 – 22.00 Uhr, Kollwitzstr.

35 10405 Berlin

Blackland, Indoor, 22.00 Uhr – open end,

Lilli-henoch-Str. 1 10405 Berlin

Kolle 8, Verschiedene Schulbands und

Elternband Lerngruppe 5 spielen live, 15 –

18.00 Uhr, Kollwitzstraße 8 10405 Berlin

Pünktchen und Anton (Kinder 8 – 13

Jahre)

25.06., 16.00 Uhr

Prater Theater an der Parkaue, Kastanienallee

7-9 10435 Berlin

Ausstellungen & Planetarium

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1

Kein Mensch kennt dieses Versteck.

Die Flucht der Unternehmerfamilie

Schoening aus der DDR

01.06 – 10.09, 10. – 18.00 Uhr

Museum Pankow, Prenzlauer Allee 227/228

10405 Berlin

Wechselseitig-Rück- und Zuwanderung

in die DDR 1949 bis 1989

01.06 – 27.08, 10. – 18.00 Uhr

Museum Pankow, Prenzlauer Allee 227/228

10405 Berlin

geboren & willkommen

01.-04-06., Di. – Sa. 10. – 18.00 Uhr

Machmit Museum für Kinder, Senefelderstr.

5 10437 Berlin

Schalom Drei Fotografen sehen

Deutschland

01.06. – 03.09., Di. – Mi. + Fr. – So. 10. –

18.00 Uhr, Do. 10. – 20.00 Uhr

Museum in der Kulturbrauerei, Schönhauser

Allee 36 10435 Berlin

Berliner Projekte, Architektur Zeichnungen

1920-1990

01. – 25.06., Mo. – Fr. 14. – 19.00, Sa.-So.

13. – 17.00 Uhr

Tchobau Foundatione, Christinenstr. 18a

10119 Berlin

1

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„Querschnitt“ Gemälde, Zeichnungen,

Druckgrafik seit der Gründerzeit

01. – 30.06., Mo. – Sa. 11. – 19.00 Uhr

Galerieladen Kunst-a-bunt, Wörther Str. 39

Konstellationen Das Planetarium als

immersiver Wissensraum (Eintritt frei)

16.06., 18.00 Uhr

Zeiss-Planetarium, Prenzlauer Allee 80

10405 Berlin

Mit Raketen zu Planeten

17.06., 17.00 Uhr

Zeiss-Planetarium, Prenzlauer Allee 80

10405 Berlin

Die Magie der Schwerkraft

17.06., 15.30 Uhr

Zeiss-Planetarium, Prenzlauer Allee 80

10405 Berlin

Science Slam im Planetarium

28.06., 20.00 Uhr

Zeiss-Planetarium, Prenzlauer Allee 80

10405 Berlin

Service

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Service

Auch Interesssant

2

Karneval der Kulturen

02. – 05.06.

www.karneval-berlin.de

Floh- & Designmärkte

2

Baby- und Kinderflohmarkt

02.06., 12. – 16.00 Uhr

Kibaflo, Am Borsigturm 2,

13507 Berlin Auf der Festwiese

Du kannst EsprEsso

in italiEn trinkEn –

3

Internatinales Deutsches Turnfest

03. – 10.06.

www.turnfest.de

3

Kunst- und Trödelmarkt

ab 03.06., jeden Sa. + So. 10. – 16.00 Uhr

Flohmarkt am Fehrbelliner Platz,

Fehrbelliner Platz 1, 10707 Berlin

3

Kinderkarneval der Kulturen (Kostümumzug)

03.06., 13.30 Uhr

Kreuzberg, ab Mariannenplatz

4

Trödelmarkt Arkonaplatz

ab 04.06., jeden So. 10. – 16.00 Uhr

Flohmarkt am Arkonaplatz,

Arkonaplatz 8 10435 Berlin

3

Multikulturelles Kinderfest

03.06., 15. – 19 Uhr

Görlitzer Park

4

Baby- und Kindertrödelmarkt

04.06., 14 – 18.00 Uhr

Kreativhaus e.V. Berlin,

Fischerinsel 3 10179 Berlin

4

Lange Nacht der offenen Kirchen

04.06.

www.kirchen-nacht.de

4

Design Markt (Neuware)

04.06., 11. – 19.00 Uhr

Alter Güterbahnhof,

Greifswalder Str.169 10435 Berlin

8

Kenako Afrika Festival Berlin

08. – 18.06, 10. – 22.00 Uhr

Alexanderplatz

www.kenako-festival.de

4

Flohmarkt im Mauerpark

04.+11.+18.+25.06 9.00-18.00 Uhr

Bernauer Str. 63/64 13355 Berlin

16

16

Poesiefestival

16. – 24.06, 10. – 22.00 Uhr

Akademie der Künste,

Hanseatenweg 10, 10557 Berlin

www.haus-fuer-poesie.org

Hoffest Wilhelm von Humboldt Gemeinschaftsschule

16.06, 14. – 18.00 Uhr

Erich-Weinert-Str. 70 10439 Berlin

11

11

Kinderflohmarkt

11.06., 9. – 16.00 Uhr

Cafe Kiezkind, Helmholtzplatz

Baby- und Kinderflohmarkt

11.06., 10. – 14.00 Uhr

Flohmarkt,

Breitenbachplatz 12, 14195 Berlin

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Mein Viertel

FRIEDE DEN HÜTTEN

Hüttenbaufestival 2017

Mein Viertel

Sobald die Schule aus

ist, wird es auf dem

Bauplatz am Kolle 37

voll. Kinder und Jugendliche

zwischen

sechs und 16 Jahren

greifen zu Hammer,

Säge und Schaufel, um

in diesem Sommer im

Rahmen des Hüttenbaufestivals

2017 ihr

Bauprojekt zu vollenden.

Text + Fotos

Christiane Kürschner

Selbstständig

werkeln in vier

Meter Höhe

Dabei gelten strenge

Regeln für die jungen

Bauherren, die sowohl

Mädchen wie auch

Jungen sind. Hier kann

nicht jeder bauen, vor

der Realisierung entsteht

aus Stäbchen ein Modell,

das von pädagogischen

MitarbeiterInnen auf Statik

und Stabilität geprüft

wird. Das Aussehen der

vier stehenden Hütten

hat im Mai bereits

Form angenommen, die

ersten Wände stehen.

„Hier sollen noch Balkone

angebaut werden“,

erklärt Andrea Thiemer,

pädagogische Mitarbeiterin

auf dem Kolle 37,

„da muss sich die Baugruppe

noch mit ihren

Nachbarn verständigen,

ob es eine gemeinsame

Verbindung geben soll,

oder eben nicht.“ Jede

Baugruppe besteht aus

drei bis sieben Kindern.

Wenn sich die nachbarschaftlichen

Teams gut

verstehen, können sie ihre

Hütten durch Brücken

miteinander verbinden.

Bei den bis zu vier Meter

hohen Hütten und den

ambitionierten Bauplänen

ist es überraschend, dass

die Kids ganz selbstständig

für die Umsetzung

zuständig sind. Wenn sie

Fragen haben oder eine

Hilfestellung benötigen,

dann sind die BetreuerInnen

da, ansonsten agieren

sie eigenständig. Zu den

Pflichten gehört das feste

Schuhwerk, auch Bauhelme

stehen zur Verfügung.

Es besteht ein Vertrauensverhältnis,

Eltern sind

auf dem Baugelände ausdrücklich

nicht erwünscht

– ein krasser Gegensatz

zu dem Klischee der

Prenzlauer-Berg-Helikopter-Eltern.

Vor allem

die Eltern der jüngeren

Kinder ab sechs müssen

behutsam daran herangeführt

werden, ihre Kinder

ohne Aufsicht werkeln

zu lassen. „Dafür gibt es

die Elternecke und den

Wasserspielplatz, wo

sich die Eltern aufhalten

können“, erklärt Andrea

Thiemer. Jeden Samstag

zwischen 13 und 18 Uhr

können Eltern schauen,

was ihre Sprösslinge

bauen. Der Bauspielplatz

ist ein Ort für Kinder, an

dem sie mutig sein und

sich ausprobieren können,

ganz ohne Mutti mit

dem besorgten Blick und

mahnenden Worten.

Das Bauprojekt ist Teil

des Abenteuerlichen

Bauspielplatzes Kolle

37, der ein Projekt des

Netzwerk Spiel/Kultur

Prenzlauer Berg e.V. ist.

In diesem Jahr feierte das

Projekt sein 27-Jähriges

Bestehen, das Hüttenbaufestival

befindet sich

in seinem 13. Jahr. Hier

hat sich schon so mancher

junger Prenzlberger

den Hammer auf den

Daumen geschlagen.

Lernen, woher das

Holz kommt

Das jährliche Bauhüttenfestival

beginnt im Februar

damit, dass die Hütten

des Vorjahres abgebaut

werden. Alte Materialien

werden für die Wiederverwendung

vorbereitet,

die alte Werkzeugausgabe

saniert und die ersten

Ideen für Bauprojekte

entstehen. Anschließend

werden Regeln erarbeitet,

an die sich jeder zu halten

hat, es folgt der so wichtige

Modellbau. „Es ist

für die Kinder ein unvergessliches

Erlebnis, wenn

sie an einem solchen

Prozess von Beginn an

Gestaltungsideen mitein-

24

25


Mein Viertel

XXX

Mein Viertel

bringen können

und eine eigene

Stimme haben“,

so Thiemer. Dazu

gehört, dass sie genau

wissen, woher die Kiefernhölzer

stammen, die sie für die

Hütten verwenden. Es besteht eine Kooperation mit

einem Forstwirt aus dem Berliner Umland, der den

Rohstoff zur Verfügung stellt. Ist alles vorbereitet und

wurden die Flächen für die Hütten gütlich aufgeteilt,

geht es los. „Einige Kinder kommen sehr regelmäßig,

also zwei bis drei Mal pro Woche“, erklärt Thiemer,

„sie leben hier im Kiez und kommen direkt nach der

Schule hierher.“ Kolle 37 kooperiert auch mit Schulen

im Kiez, willkommene Gäste sind auch die Kinder aus

dem nahegelegenen Erstaufnahme-Flüchtlingsheim in

der Straßburger Straße.

Für die Grüne Karte durchfegen

Kinder die nicht so oft kommen oder hineinschnuppern

möchten, können auf zwei gesonderten Bauflächen

arbeiten, die allen Besuchern zur Verfügung

stehen. Mindestens alle sieben Tage müssen Kids an

ihrem festen Projekt arbeiten, ansonsten wird die Baufläche

für andere ambitionierte Bauherren freigegeben.

Das passiert nicht sehr oft, zu groß sind die Motivation

und der Spaß am Werkeln, obwohl auch Pflichten

dazu gehören. Um benutzte Bretter wiederverwenden

zu können, müssen alte Nägel entfernt oder andere

fällige Aufgaben erledigt werden – keine allzu dankbare

Aufgabe. Aber : Wer sieben Bretter entnagelt hat,

bekommt eine „Grüne Karte“, die zu einem kleinen,

zusätzlichen Snack berechtigt oder neues Baumaterial

sichert. Um 17 Uhr erhalten alle aktiven Bauherren zur

Stärkung eine kostenfreie Mahlzeit. Manche Kinder

verbringen den ganzen Sommer auf der Baustelle,

da braucht es eine Wegzehrung auf der Zielgeraden.

Zum Ende des Sommers sind die letzten Hütten fertig

gestellt. Dann wird ein Mal gut durchgefegt, bevor

am 30. Juni das Highlight des Bauhüttenfestivals,

die Platzübernachtung stattfindet. Dann werden die

Hütten präsentiert, andere Kinder prüfen das Bauwerk

auf Güte und Originalität, die PädagogInnen geben ihr

Feedback und die Bauherren schauen auf einen erlebnisreichen

ersten Sommerabschnitt zurück.

Abenteuerlicher Bauspielplatz Kolle 37

Kollwitzstr. 35

10405 Berlin

Telefon: 030 442 81 22

Fax: 030 4405 1192

kolle37@netzwerkspielkultur.de

www.kolle37.de

Öffnungszeiten:

MO-FR bis 13:00 - 18:30 Uhr

(von September bis April 13:00 bis 18:00 Uhr)

SA 13:00 bis 18:00 Uhr

26

27


Das Interview

VOM PRENZLAUER BERG

IN DIE GANZE WELT

Alind Goschwald

war bereits auf Campingtour

in Botswana

und Simbabwe, hat

eine Erlebnisreise

durch China gemacht

und mit ihrer Tochter

zusammen Kanada erkundet.

Seit 21 Jahren

arbeitet sie bei STA

Travel und vermittelt

zusammen mit vier

Reiseexperten in der

Filiale in der Gleimstraße

maßgeschneiderte

Individualreisen rund

um den Globus.

Text Eileen Geibig •

Fotos: STA

mein/4: Welche Destinationen

werden

momentan besonders

gern gebucht ?

Bei den Fernreisezielen

sind das in jedem Fall

Neuseeland, Australien,

die USA, Kanada

und Kuba. Da Kuba so

boomt, ist es aber mittlerweile

ziemlich überlaufen

Reisetipps von den Profis in der Gleimstraße

– deshalb empfehlen wir

als Alternative gern Panama

oder Costa Rica.

Kanada begeht in diesem

Jahr seinen 150. Geburtstag

und schenkt Besuchern

aus diesem Anlass

freien Eintritt in die

Nationalparks. Städte wie

Vancouver und Toronto

feiern mit bunten Kulturprogrammen,

es lohnt

sich also in diesem Jahr

dorthin zu fliegen. Und

obwohl Kanada ein recht

teures Reiseland ist, halten

wir dort immer gute

Schnäppchen bereit.

mein/4: Fragen die

Kunden euch auch nach

Reisen innerhalb Europas

?

Ja, auf jeden Fall. In

Europa will der Kroatien-Boom

einfach kein

Ende nehmen, dort sind

Segeltouren sehr beliebt,

zum Beispiel von Split

nach Dubrovnik. Auch

Sizilien und die Kanaren

finden sich auf den vorderen

Plätzen. Die

meisten Gäste

reservieren sich

über uns einen

Mietwagen

und die ersten

Hotelnächte,

danach planen sie spontan.

mein/4: Was ist dein

Geheimtipp für alle,

die im Herbst noch

einmal in die Sonne

wollen ohne viel Geld

auszugeben ?

Die Sonnenhungrigen im

Herbst würde ich – je nach

Urlaubsdauer – entweder

nach Thailand oder nach

Sardinien schicken. Für

Leute mit einem engen

Budget ist Thailand einfach

unschlagbar. Die Flü-

STA Travel in der Gleimstraße 28 hat von Montag

bis Freitag von 10 bis 19 Uhr geöffnet, am Samstag

freut sich das Team von 11 bis 16 Uhr über reisefreudige

Kundschaft. Für umfangreiche Beratungen

zum Beispiel über Weltreisen, Elternzeitreisen oder

Work & Travel empfiehlt es sich, vorab einen Termin

zu vereinbaren und erste Wünsche per E-Mail zu

schicken.

Interessenten finden unter statravel.de weitere

Informationen und können sich unter berlin@statravel.de

für den lokalen Newsletter des Reisebüros

anmelden.

ge starten bei 550 Euro,

Essen, Unterkünfte, Cocktails

– alles ist günstig.

Uns gelingt es mit etwas

Vorlauf leicht, für unsere

Kunden einen besonders

preiswerten Bungalow am

schönsten Strand der Insel

aufzuspüren.

Was Sardinien angeht, da

wissen viele nicht, dass

die Insel mit ihren weißen

Traumstränden und

dem italienischen Mittelmeer-Flair

auch in der

Nachsaison ein Traum ist.

Die Flüge sind gleich viel

günstiger, dazu kombinieren

wir einen Mietwagen

und ein Ferienhaus (oder

gleich mehrere).

mein/4: Welche Reiseart

bevorzugen die

Prenzlberger ?

Wir schenken

dir eine STA Travel

Cashflex Prepaid

MasterCard ® und

30 € Taschengeld

dazu.*

Das ist ganz unterschiedlich

und kommt natürlich

sehr auf das Reiseziel an.

Während junge Leute bei

uns viel Work & Travel,

Freiwilligenarbeit oder

Round-the-World-Flüge

buchen, mögen Weltenbummler

mit festen

Jobs unsere organisierten

Erlebnisreisen in kleinen

Gruppen. Eltern mit kleinen

Kindern oder Paare

hingegen sind ganz wild

auf unsere Camper-Angebote.

mein/4: Welche aktuellen

Reisetrends bemerkt

ihr im Prenzlauer Berg ?

Die Prenzlberger wollen

definitiv keinen „Urlaub

von der Stange“.

Sie möchten Abenteuer

erleben, ein Land aus der

Sicht der Einheimischen

entdecken und Momente

genießen, die nur ihnen

gehören.

Aktuell reisen Kunden von

uns beispielsweise nach

Indien und wollten gern

die heiligen Tempel in Varanasi

besuchen, mit dem

Hausboot Kerala erkunden

und im Anschluss noch

bei einem Strandurlaub in

Goa entspannen. Für uns

ist das kein Problem, beim

sogenannten „Reisen à la

carte“ ist alles möglich.

Immer beliebter werden

auch unsere Polarexpeditionen

per Schiff. Viele

Kunden möchten einmal

im Leben die riesigen

Eisberge und Gletscher

der Arktis oder Antarktis

aus der Nähe sehen oder

Lust auf fernverkehr?

von einem Meeresbiologen

alles über die Pinguine

erfahren, die man aus wenigen

Metern Entfernung

beobachten kann.

mein/4: Wieso sollte

man unbedingt bei

euch in der Gleimstraße

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Das Interview

28

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7 HIPPIES

17 HIPPIES

30

Foto von links

nach rechts:

Daniel Friedrichs,

Kerstin Kaernbach,

Lüül,

Daniel Cordes,

Dirk Trageser,

Kiki Sauer,

Christopher

Blenkinsop

(Interview),

Henry Notroff,

Uwe Langer,

Kruisko, Elmar

Gutmann,

Antje Henkel

ZU HAUSE IN DER KULTURBRAUEREI

Die 17 Hippies sind in Deutschland und international

erfolgreich, ihre ebenso eigentümliche

wie ansteckende Melange-Musik findet seit zwei

Jahrzehnten ein großes Publikum. Fast genau

so lange hat die Band, die mit eigener Produktionsfirma

und eigenem Musikverlag unabhängig

agiert, ihren Proberaum und ihr Büro mitten in

der Kulturbrauerei in Prenzlberg. Wie sie dort die

kulturellen Aufbruchsjahre erlebten, was der Kiez

mit ihrer „städtischen Musik“ zu tun hat und warum

sie trotz der Kommerzialisierung des Areals in

der Kulturbrauerei geblieben sind, das erfahren

wir von Mitgründer und Bandmotor Christopher

Blenkinsop in einem Gespräch vor Ort.

Text Henry Steinhau • Fotos Nicole Wichmann (4),

Andreas Riedel (2), www. http://www.17hippies.de/de/musik (5)

Schon einmal traf ich die 17 Hippies zu einem Interview.

Das war 2005, damals saßen wir dafür in

der Kulturbrauerei, im Restaurant in der ehemaligen

„Schwankhalle“. Es war ein offenes Gespräch, gleichwohl

waren sie damals kurz angebunden, weil mitten

in der Arbeit zu Aufnahmen und Auftritten – Aufbruchsstimmung,

allenthalben. Es war die Phase, in

der sie sich mit großem Fleiß ihren Ruf erspielten,

eine hervorragende Band mit einem ganz eigenen, aus

internationalen Volks- und Grassroots-Musiken, Rock,

Chanson und Jazz melangierten Sound zu sein, ein

XXX

mitreissender „Live-Act“ und ein weiteres musikalisches

Phänomen aus dem prosperierenden Berlin. Bereits

damals hatten die 17 Hippies ihren Probenraum

in der Kulturbrauerei, waren dort ebenso fest verortet,

wie regelmäßig live zu sehen.

Vergangenes Jahr feierten die 17 Hippies ihr 20-jähriges

Bandjubiläum. In ihrer Bilanz stehen über 2.000 Konzerte

in fast 30 Ländern. Sie traten in China, Jordanien,

Israel, Spanien, Frankreich, England, Algerien, den

USA auf, auch vor großem Publikum und bei renommierten

Festivals. Und praktisch jedes Jahr zwischen

Weihnachten und Neujahr spielten – und spielen – sie

im Kesselhaus der Kulturbrauerei zu ihrem jährlichen

„Hippies-Haustanz“ auf. Zugleich entstanden an die 20

31

TITELTHEMA


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XXX

TITELTHEMA

Alben, eine Live-DVD, drei Notenbücher, dazu weitere

Bühnen- und Filmmusiken. Das alles brachte ihnen internationale

Bekanntheit, ein treues Publikum und enge

Verbindungen zu Musikern und Künstlern in aller Welt.

Die 17 Hippies sind im besten Sinne

„independent“

Bei allen Umtriebigkeiten und der enormen künstlerischen

Größe, die sie erreichten – ihre Homebase

hatten und haben die – derzeit 13 – Musikerinnen und

Musiker in einer Etage in der Kulturbrauerei, und das

bis heute. Wobei sie in diesen Räumen nicht nur selbst

gewachsen sondern in sie regelrecht hineingewachsen

sind. Dort, wo früher Umkleiden und Duschen für

Saisonarbeiter der Bierbrauerei waren, bauten, installierten

und gestalteten sich die Musiker sukzessive

Proberaum, Aufnahmestudio, Gemeinschaftsraum

und Büro. In letzterem agieren sie mit ihrer Produktionsfirma

und ihrem Musikverlag. Die 17 Hippies sind

im besten Sinne „independent“, also von der Musikindustrie

unabhängig : sie verlegen, vertreiben und

vermarkten sich in Eigenregie. Lediglich für bestimmte

Aufgaben, beispielsweise Booking, Promotion oder

Tourmanagement, arbeitet die Band mit Externen,

etwa mit Agenturen zusammen.

Es hat sich also viel getan in den vergangenen 12 Jahren

seit unserem letzten Gespräch. Diesmal empfängt

mich Christopher Blenkinsop, einer der Gründer,

der bis heute maßgeblich die Geschicke der Band

lenkt, genauso offen und freundlich, sowie merklich

entspannt. Wir nehmen Platz im ‚Wohnzimmer‘ des

17 Hippies-Refugiums – so jedenfalls kommt mir der

große Empfangsraum auf Anhieb vor. Hier kann man

sich auf gemütlichen Sofas flezen, ein großer Tresen

strahlt Versorgungsgastlichkeit aus. An den hohen

Wänden hängen jede Menge alter und neuer Fotos,

Plakate, Postkarten, Sticker und noch so manches

mehr aus der Bandgeschichte, woran man ständig

Blicke verliert – und wohinter man endlos viele Geschichten

vermutet.

„Firnis“ nennt Christopher es, wenn Räume auf diese

Art immer und immer wieder neue, feine „Überzüge“

erhalten, durch alles, was in ihnen entsteht, mit ihnen

passiert. Das hinterlässt Spuren, die man sieht, wenn

man genau hinsieht, und die man vielleicht sogar spürt,

wenn man ihnen nachspürt. „Hier, in diesem Raum, in

dem wir beide gerade sitzen, entstand 2001 die Musik

für den Film ‚Halbe Treppe‘. Genau hier saßen wir

zusammen, spielten, kreierten und nahmen die Musik

auf.“ Bekanntermaßen war es der Film von Andreas

Dresen, der Kritiker wie Publikum gleichermaßen verzückte,

zu dem die 17 Hippies nicht nur die komplette

Musik beisteuerten sondern in dem sie im doppelten

Sinne mit-„spielten“. Ihre geradezu kongeniale musikalische

„Hintermalung“ der Handlung – mit jeder

weiteren Szene in dem zentralen Ort des Films, dem

Imbiss auf der halben Treppe, kamen weitere Musiker,

„Wow, jetzt können

wir zu relativ

geringen Umzugskosten

eine neue

Stadt entdecken“

mehr Klang und mehr Dynamik hinzu – brachte der

Band viel Sympathien und große Aufmerksamkeit.

Zu diesem Zeitpunkt gibt es die 17 Hippies bereits

über fünf Jahre, und sie haben sich zumindest in Berlin

schon einen Namen gemacht, mit unglaublich vielen

Konzerten, aber auch mit kooperativen Musik- und

Kulturveranstaltungen. Während dieser Jahre ergibt

sich dann auch der Bezug

zur Kulturbrauerei,

erzählt Blenkinsop : „Wir,

also die ersten Mitglieder

der Band, gehörten

damals zu den Leuten

aus Westberlin, die sich

nach der Wende sagten,

‚Wow, jetzt können wir

zu relativ geringen Umzugskosten eine neue Stadt

entdecken‘, nämlich Ostberlin. Also zogen einige von

uns in diese Gegend hier, mehr oder weniger zufällig

ziemlich nah beieinander, in fußläufigen Entfernungen.

Und dann lernte ich hier auf dem Gelände die Leute

vom Musikszene e.V. kennen, die mit viel Kraft und

ABM-Stellen enorm was auf die Beine stellten. Trotz

der Bemühungen standen hier aber wahnsinnig viele

Räume leer, es war ja noch vor dem großen Umbau.“

Daraus ergeben sich für viele Kulturschaffende zahlreiche

Möglichkeiten, die zwar nicht immer ohne

Herausforderungen waren, aber die verlockenden und

vielzitierten ‚Freiräume‘ bieten.

Sommer

SUMMER SPECIALS IN

DER KULTURBRAUEREI

04.06.–24.09.

Open Air, Streetfood Market, Kesselhaus

acoustics, PopKultur-Festival, Salsa, NRJ

Music Tour, Comedy & Straßen-Kunst, Mississippi

Blues & BBQ, Berlin on Bike, Guided

Tours, Kinderfest, Féte de la Musique, Lange

Nacht der Museen, Swing/Tango u.v. m.

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KULTURBRAUEREI | SCHÖNHAUSER ALLEE 36 | 10435 BERLIN

U2 EBERSWALDER STRASSE | INFOS: 030 – 44 3533

21 70

TICKETS: 030 – 44 31 51 00 | WWW.KULTURBRAUEREI.DE


TITELTHEMA

„Was heute das Panda-Theater ist, das war damals einfach

nur ein vollgestellter Raum. Wir haben den Müll

rausgetragen, irgendwelche geschenkten Kühlschränke

hingestellt und kleine Veranstaltungen gemacht,

später auch im Kesselhaus. Viele Konzerte, aber auch

so gemischte Abende. Einmal lobten wir den ‚Goethe-

Brecht-Preis‘ aus : Ein befreundeter Schauspieler rezitierte

Texte von Brecht und Goethe und wir spielten

dazu Musik. Also, das machten ein paar, die gleichzeitig

bei den 17 Hippies mitspielten, das lief so parallel.

Jedenfalls war es hier in der Kulturbrauerei wahnsinnig

lebendig, es ist viel passiert und das lockte immer mehr

Leute an.“

In dieser Phase entstehen in der Kulturbrauerei viele

Projekte, die sich für eine gewisse Zeit verstetigen

oder sogar bis heute halten. Darunter das Theater

RambaZamba, die Literaturwerkstatt, das Russische

Kammertheater, die Musikschule TonArt, die

Theaterschule Goldoni, aber auch der Frannz-Club

und manches mehr. Es brodelte regelrecht in den

Kulturküchen mitten in der alten Brauerei, mitten in

Prenzlauer Berg, in dem Neugierige und Lebensfreudige

auf Alteingesessene und Missmutige stoßen, wo

Menschen, Verkehr, Betriebsamkeit und Unruhe sich

addieren zum Lebensgefühl, in einer Stadt zu wohnen,

einer Großstadt, womöglich. Und mitten drin die 17

Hippies, die aus dieser

„Der Klang einer

Stadt macht was

mit Dir – wenn Du

hinhörst“

quirligen Aufbruchskultur

den Nektar für ihre

Musik ziehen. Oder

weshalb klingen die 17

Hippies so vielfältig, so

„metropolitanisch“ ?

„Wir machen städtische Musik, ganz klar. Was das

meint, ist mir mal vor ein paar Jahren aufgegangen, als

ich von zu Hause die sieben Minuten hierher gelaufen

bin. Anfangs hatte ich noch eine bestimmte Musik im

Ohr, doch auf dem Weg hierher hörte ich auf der Straße

von irgendwoher erst türkische danach polnische

Musik ; vorne an der U-Bahn stand dann eine amerikanische

Singer-Songwriterin, die niemals im Radio

gespielt werden wird ; aus einem Auto tönte arabische

Musik … das alles in einem schnellen Durchlauf.

Wenn ich meine Ohren aufmache und diese ganzen

Musiken miteinander verbinde … das geht nur in

Städten.

Das heißt, der Klang einer Stadt macht was mit Dir

– wenn Du hinhörst. Als Musiker erkenne ich die

Zusammenhänge die es zwischen diesen Klängen gibt.

Ich bin fasziniert von der Rhythmik, vom Songaufbau,

den Akkorden, mich interessiert die Melodie oder

der Schwung einer Musik … was habe ich da gerade

gehört, was spielen die ? Ah, das ist ja noch Pentatonik,

und das da sind ja die gleichen Töne, aha, aber

eher so, OK, das ist eine Cajun-Melodie, lass uns die

doch mal mit einem Siebener spielen, OK, wir spielen

‚Apache‘, erkennt man, aber lass uns das mit einem

Neuner kombinieren … ich glaube, das ist städtisch

und urban.“

Ich werfe ein, dass viele Stücke der Hippies mit ihrem

Klang, ihrem Swing und ihrer Dramaturgie zumindest

mich an solche Musik erinnern, die man bestimmten

geografischen Regionen oder Stilen zuordnet, etwa

der Polka des Balkans oder dem Klezmer aus jüdischen

Kulturen, die mitunter eher „Dorffeststimmung“

assoziieren als Großstadthektik. Das mag wohl sein,

entgegnet Christopher, doch die 17 Hippies spielen

„originale“ Vorlagen diese Volksmusikkulturen eben

gerade nicht nach, weil sie das gar nicht wollen und

könnten, so Blenkinsop :

„Städtische Musik ist meiner Meinung nach auch

davon geprägt, dass Du keine Zeit hast, es richtig zu

können. Also, wenn Du vom Land kommst, da hast Du

Zeit. Und wenn Du in einer Volksmusik groß geworden

bist, oder mit einer anderen Musik, die Deine kulturelle

Musik ist, dann kannst Du das richtig. In Bezug auf

derartige Volksmusik können wir mit den Musikern,

die sie spielen, gar nicht mithalten.

Mir ist das sehr bewusst, dass wir das überhaupt nicht

können. Und dass mich das auch überhaupt nicht

interessiert. Was wir machen und gut können, ist diese

ganzen Versatzstücke irgendwie zusammen basteln.

Ah, das ist Blues, finde ich auch geil, und das passt

mit dem zusammen, das finde ich cool. Du verbindest

schnell, Du verbindest Dinge, die überhaupt nicht

zusammengehören. Du findest das und das spannend,

Du stolperst über eine andere Idee, dann vergisst Du

es, baust woanders weiter, es muss fertig werden. Das

ist städtisch ! Zeitmangel, Überfluss an Angeboten und

das Bedürfnis und auch die Lust, fertig zu werden –

aber das eben auch gelernt.

Und so entsteht ja Musik. Genau da, wo extrem viele

Kulturen aufeinander treffen, da geschehen ja die

Dinge, wo man denkt … ich meine, einen ‚Wok-Döner‘

gibt es doch nur in der

„Unsere Musik ist

in gewissem Sinne

kaleidoskopisch“

Stadt. Ein Wok-Döner !

Was ist das denn ? ! Aber

in Friedrichshain gibt es

das, irgendeiner hat ihn

erfunden.“

Genau das mache Musik spannend, so Christopher.

Und die Musik der 17 Hippies spiegele eben auf ihre

Weise das Berlin, in dem die meisten von ihnen leben,

wo sie proben und schöpferisch tätig sind, im Kiez von

Kulturbrauerei, Prenzlauer Berg und Umgebung.

„Unsere Musik hat einen osteuropäischen Anteil, weil

es hier diese Kulturen gibt, die es im Westen nicht so

gab. Aber ebenso enthält unsere Musik auch westliche

Anteile, etwa aus dem Französischen oder auch aus

den amerikanischen Südstaaten, Cajun, texanische

Musik. Ein großer Teil von uns stammt ja aus dem

Westen. Einige wiederum sind mit Klassik aufgewachsen,

wir haben aber auch einen studierten Jazzer dabei.

Das alles hat Einfluss auf unsere Musik, sie ist in

gewissem Sinne kaleidoskopisch.“

Dass sie mit dieser bunten „Vielerweltsmusik“ dann

auch Assoziationen an ferne Gegenden und ländliches

Leben wecken, habe seiner Meinung nach eher mehr

mit Sehnsüchten zu tun, die in die Stadt gezogene und

alteingesessene Städter damit verbinden oder auf sie

projizieren. Und das sei völlig OK, zumal sie als Band

über die Jahre feststellten, dass sie beim Publikum desto

besser ankommen und schneller verstanden werden,

je größer die Stadt ist, in der sie auftreten.

„Diese Art von Umgang mit Kultur unterscheidet eine

Großstadt von allem anderen. Nämlich, das geräubert

wird, genommen wird, das Dinge sich gegenseitig

befruchten. … Ich persönlich wollte immer in einer

Großstadt leben. Und ich glaube auch, in einer anderen

Stadt als Berlin wären die 17 Hippies nicht möglich

gewesen.“

XXX

Großer Umbau – viel Unbehagen

Bei so viel Identifikation mit dem Biotop „Großstadt“

könnte sich die Frage womöglich erübrigen, ob die

17 Hippies nicht auch mal weg wollten – weg aus der

Stadt oder zumindest aus der Kulturbrauerei. Denn

das einstige Mekka der künstlerischen Freiräume hat

sich im Lauf der Jahre erheblich gewandelt. Beginnend

mit den ebenso notwendigen wie aufwändigen

Sanierungen und Umbauten kommen nicht nur tiefer

gelegte Autostellplätze und modernisierte Elektrik,

sondern auch ganz neue Mieter aus ganz anderen,

kommerziellen Gewerben hinzu : Supermarkt, Computerhändler,

Kinokomplex, Werbeagentur, Fitnesscenter,

Fahrrad-Verleiher und Radtouren-Veranstalter

für Berlin-Besucher, Museum (über den Alltag in der

DDR). Dazwischen ein Verlag, Veranstaltungssäle, eine

Tanzschule und zahlreiche Firmen unterschiedlicher

Genres.

Sie alle ziehen neue Publikumsschichten an, verändern

Atmosphäre und Alltag in der ehemaligen Bierbrauerei,

verdrängen das „Kreative“. Weg von Sub-/Kultur,

hin zu Kommerzialisierung und Tourismus. Nicht untypisch

für den, bei vielen noch immer als hip geltenden

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„Ob sich das der

gemeinnützige

Verein KulturBrauerei

bei seiner

Gründung im Jahr

1991 ungefähr so

gedacht hat ?“

Innenstadtbezirk Prenzlauer Berg, gleichwohl eine

Zäsur für das ursprünglich alternativ gedachte Konzept

des „Kultur Brauens“. Es wird vom Alltag in Geschäften

und Büros, vom Gewusel der Kinobesucher

und Touristen zunehmend überlagert und verdrängt.

Dazu die Massenveranstaltungen an den Wochenenden

oder zu besonderen Anlässen, die mittlerweile fast

rund ums Jahr stattfinden : Soda-Club und Salsa-Disco,

jeden Sonntag Streetfood Market, aber auch Special

Events wie Halloween Party, Weihnachtsmarkt,

Public Fussball Viewing. Und noch einiges mehr von

dem, was für so manchen

viel Halligalli ist,

aber wenig Kultur. „Ob

sich das der gemeinnützige

Verein KulturBrauerei

bei seiner Gründung

im Jahr 1991 ungefähr

so gedacht hat ?“ fragten

die Prenzlauer Berg

Nachrichten schon

2015.

Die bekannte Online-Lokalzeitung griff damit auch

einen Diskurs auf, den aktive und langjährige „Kulturbrauer*innen“

und interessierte Kiezbewohner,

Bezirkspolitiker und Senat schon länger führen –

spätestens seit der Eigentümer des gesamten Areals,

die Treuhand Liegenschaft-Gesellschaft (TLG),

im Jahr 2012 komplett an den US-amerikanischen

Investor Lone Star verkauft wurde. Was das weltweit

agierende Unternehmen – zahlreichen Beschreibungen

nach wohl eine Kreuzung aus Immobilienhai

und Finanzmarkt-Heuschrecke – mit den denkmalgeschützten

Immobilien vorhat, ist bislang noch

völlig unklar.

Zumindest musste Lone Star einen Bestandsschutz für

das Kulturkonzept in Kauf nehmen, der bis 2021 gilt.

Sofern der Senat, der einen Teil der Gebäude verwaltet,

nicht vorher anders entscheidet, werden die übrig

gebliebenen „Kulturbrauereipferde“ wohl bis dahin

bleiben können – wenn sie denn wollen. Die ganze

Entwicklung löste auch bei den 17 Hippies ziemlich

viel Unbehagen aus, erinnert sich Christopher Blenkinsop,

angefangen mit den Umbauten :

„Seinerzeit zogen viele Kulturschaffende und Künstler

aus, weil sie sich die neuen Mieten nicht mehr leisten

konnten. Selbst Mieten, die heute als niedrig gelten,

waren für die damals zu teuer. Wir haben davon aber

vieles nicht richtig mitbekommen, weil wir zehn Jahre

unglaublich viel unterwegs waren. Das ist jetzt seit ein

paar Jahren nicht mehr so, wir sind mehr zu Hause,

auch durchaus gewollt. Und vor drei, vier Jahren, wollten

ich und ein paar von uns tatsächlich hier ausziehen,

weil wir merkten, dass es nicht mehr das ist, was

es mal war.

Tourdaten

07.07.17 Senftenberg (Oberspreewald-Lausitz) –

Amphitheater

14.07.17

15.07.17

19.08.17

29.12.17

Hamburg – Museum der Arbeit, Open Air

(Schleswig-Holstein Musik Festival)

Kiel – Freilichtbühne Krusenkoppel, Open

Air (Schleswig-Holstein Musik Festival)

Kassel – Kulturzelt

Berlin – Kesselhaus (Hippie-Haus-Tanz 2017)

Es gibt zwar hier und da noch die Orte, wo Kultur

stattfindet, beispielsweise die Literaturwerkstatt oder

das wundervolle, integrative Ramba-Zamba-Theater,

das eine fantastische Arbeit macht. Beide sind etatisiert,

irgendjemand zahlt ihre Miete. Das ist auch

richtig so, denn solche Dinge kannst du auf dem

freien Markt überhaupt nicht bezahlen. Und doch

kam uns unser Raum hier mit einem mal vor wie eine

Insel in einem merkwürdigen Meer von … ja, was

überhaupt ?

Doch nachdem wir uns auf die Suche machten mussten

wir feststellen, dass Berlin wahnsinnig teuer geworden

ist, vor allem auch diese Gegend hier, sodass

wir gar nicht umziehen können. Nur als Zahl : Früher

kostete hier die Gewerbemiete je Quadratmeter 3,50

Euro, mittlerweile zahlst du 27 Euro – kalt !“

Als langjährige Bestandsmieter zahlen sie bislang noch

eine moderate Miete, und zwar an das Land Berlin.

Wie lange das so bleibt, ist jedoch offen.

„Das derzeit für uns noch tragbare Mietniveau gibt

uns die Möglichkeit, diese Räumlichkeiten auf diese

Art und Weise überhaupt zu nutzen, für Rückzug

und als Treffpunkt, aber in erster Linie eigentlich als

Experimentierfeld. Es ist eine fast altmodische Freiheit,

Dinge auszuprobieren ohne sie sofort verwerten

zu müssen. Wie in einem Künstler-Atelier, kann

man sagen. Es muss sich nicht alles sofort rechnen,

und das sehe ich auch

„In den Nischen

gibt es das ja immer

noch das Tolle,

das Coole“

wirklich als Privileg.

Ich meine, wir werden

nicht reich damit,

kommen klar.“

Darüber hinaus fühlen

sich Blenkinsop und

viele seiner Bandkolleg*innen irgendwie doch noch

wohl in ihrem angestammten Terrain, dass trotz vieler

Umbrüche ihr Wohnbezirk geblieben ist.

„Damals zogen viele Leute hierher, die hier etwas

kreieren wollten. Jetzt gibt es einen größeren Anteil

von Leuten, die hier in Ruhe leben wollen, was ja

auch vollkommen legitim ist. Und viele der alten

Prenzl Berger sind zu einem messbaren Teil noch

da. Auch von den 17 Hippies leben immerhin noch

fünf weiterhin im Bezirk, ein paar im benachbarten

Friedrichshain. Und ich würde mal schätzen, dass

zwei Drittel der Menschen, die hier im Kiez leben,

auch hierher in die Kulturbrauerei kommen und das

Leben hier und drumherum nach wie vor mit prägen.

Nach außen hin wird das überdeckt durch die ganzen

Vergnügungsveranstaltungen am Wochenende.

Obwohl man das wiederum nicht vergleichen kann

mit dem, was in Friedrichshain los ist – dagegen ist

es hier schon sehr sediert oder auch spießig.“

Ein Vorteil der Entwicklung sei zumindest, dass es

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jetzt beispielsweise

bessere

Restaurants und

Einkaufsmöglichkeiten

gebe, so

Christopher. Etwa einen

schicken Käseladen mit gutem

französischen Käse. Andererseits

seien gerade in letzter Zeit

ein paar tolle Cafés verschwunden, in

deren Räumen jetzt eher ungemütliche Chicken-Halal

oder ähnliche Schnellimbisse drin sind.

„Da kann man nicht mehr sitzen und so ist es jetzt nur

noch eine Kreuzung. Aber in den Nischen gibt es das

ja immer noch das Tolle, das Coole. Es hat sich meiner

Beobachtung nach nur zurückgezogen.“ So bekomme

man den besten Espresso in der Gegend, der sogar

nur einen Euro kostet, hier ganz in der Nähe in einem

Keller – aber damit das ein Geheimtipp bleibt, soll ich

nicht sagen wo. Na gut, von mir aus.

„Es gibt ein tolles Buch, das spielt in London und

erzählt davon, dass eine Stadt ein lebendiger Organismus

ist, der sich die ganze Zeit bewegt. Ihr Boden ist

eine Art Sieb, von dem die Stadt gehalten wird, durch

das aber immer wieder Dinge fallen. Sie sind nicht

weg, sondern nur von der Oberfläche verschwunden,

wie dieses Café im Keller. Es taucht ab, es bleibt da –

und auch die Leute bleiben da.“

„Zugriffe auf Räume sind für künstlerisches

Schaffen ganz wichtig“

Soll das heissen, die 17 Hippies bleiben vorerst in „ihrer“

Kulturbrauerei, weil sie erstens gar nicht wegkönnen

und zweitens auch gerne im Verborgenen agieren ?

„Vor ein paar Jahren hätte ich gesagt, wir sind hier

Überlebende. Aber das ist Quatsch. Wir sind einfach

da und die Welt verändert sich sowieso die ganze Zeit.

Ich glaube, in der Zeit, in der ich hier wohne, hat sich

der Bezirk schon drei, vier mal komplett gewandelt, es

sind immer wieder total andere Leute gekommen. Und

mittlerweile freue mich darüber, finde das spannend,

es zu beobachten, dem Wachsen zuzugucken und daraus

auch eine Kraft zu beziehen. Deswegen bleibe ich

wohl aus Prinzip hier.

Aber natürlich merken wir auch, dass wir

gewachsen sind, weil sich Musiker,

Künstler unmittelbar an uns

wenden. Doch im Sinne

der künstlerischen Zusammenarbeit

geht es

gar nicht um diesen

speziellen Ort

hier, so wie

vielleicht in den

ersten Jahren der

Kulturbrauerei.

Die meisten von denen

sitzen sowieso irgendwo

auf der Welt. Aber, das ist ja

der große Vorteil des Internet, das

ist auch kein Problem mehr. Vor kurzem

habe ich jemand aus Kalifornien einen Track geschickt

und seine Bearbeitung ist heute morgen zurückgekommen.

Ich bin total gespannt, was er jetzt gemacht hat.

Aber dafür muss ich heutzutage eben nicht mehr in

ein anderes Studio … sondern ich kann hier in unseren

Räumen daran arbeiten, also genau das machen, worum

es sich eigentlich dreht : Musik erschaffen.“

Tatsächlich stecken die 17 Hippies gerade in einer

hochproduktiven Phase. So entsteht gerade ein Remix-Album,

zu dem es auch eine interaktive App

geben soll, mit der man während des Hörenes Klangfarbe,

Tempo und Dynamik der Musik sehr geschmeidig

ändern und der eigenen Stimmungslage anpassen

kann. Gleichzeitig arbeiten sie an Notenbüchern, der

Vinylausgabe eines Albums, bestreiten Musik-Workshops

und sind an spannenden Musik-Installationen

beteiligt (bei denen zwei riesige Orgelpfeifen eine

tragende Rolle spielen, die mir in ihrem Proberaum

aufgefallen sind). Und im Sommer stehen schon

wieder Konzerte an. Viele Aktivitäten, deren Fäden in

ihren Universalräumen zusammenlaufen und -gehalten

werden.www.17hippies.de

„Für uns als Personen ist es toll, hier so verortet zu

sein und es uns so eingerichtet zu haben, dass wir

künstlerisch frei arbeiten können. Ich bin überzeugt

davon, dass diese Zugriffe auf Räume für künstlerisches

Schaffen ganz wichtig sind. Wenn mich also jemand

fragte, wie würdest Du Künstler fördern ? Dann

würde ich sagen : schafft ihnen Räume. Die brauchen

kein Geld, die brauchen Raum ! Platz ! Da, bitteschön :

Dienstags kannst Du diesen Raum nutzen. Wenn Du

nichts machst, dann nicht. Aber wenn, dann Dienstags.

Räume ein, mache, räume auf. Mach !

Ich glaube, das ist das Entscheidende : Platz zu haben,

in dem Du was machen kannst, den Du anmalst, wie

Du Dir das vorstellst, und dann … Du

eignest Dir den Raum an und dann

färbt der Raum mit seinen Erinnerungen

an Dich ab.“

Die Kulturbrauerei, gestern, heute –

und morgen ?

Das etwa 25.000 Quadratmeter große Gelände der

ehemaligen Schultheiß-Brauerei im Kollwitzkiez

hat eine lange Geschichte. Mitte des 19. Jahrhunderts

gegründet, war sie einst eine der größten und

bekanntesten Brauereien Berlins, ja, in ganz Europa.

Zudem gehörte sie später zur damals größten Lagerbrauerei

der Welt. Während des zweiten Weltkriegs

waren hier auch Zwangsarbeiter beschäftigt, die

Nachrichtengeräte für das Militär zusammenbauten.

Die DDR betrieb die Brauerei bis 1967 als Volkseigenen

Betrieb weiter, musste sie aufgrund des maroden

Zustand und zu hohen Modernisierungsbedarfes

schließen. Danach wurden in bestimmten Räumen

Möbel verkauft, der Rest verfiel weiter.

1991 gründete sich der Kulturbrauerei-Verein und

wollte das mehr oder weniger brachliegende Gelände

völlig neu nutzen. Dadurch konnte der massive

Leerstand auf ein Drittel reduziert werden. Mit Hilfe

von rund 1,3 Millionen Euro, zum Großteil aus der

Lotto-Stiftung Berlin sowie aus Landesmitteln, wurde

die seit 1974 denkmalgeschützte Kulturbrauerei

umgebaut, saniert und für Lärmschutz gedämmt.

Das Konzept, verlassene Industriegebäude und ihre

angrenzenden Wohngebiete unter anderem mit einem

Kulturzentrum zu „revitalisieren“ weckte international

großes Interesse von Stadtplanern großer Metropolen.

Die Zukunft der Kulturbrauerei ist jedoch

ungewiss. Ihr Eigentümer TLG gehört seit 2012 dem

US-amerikanischen Investor Lone-Star, der sich zu

seinen Plänen für das Areal noch nicht geäußert hat.

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39


Das Interview

BIOPRODUKTE FÜR ALLE

Von der Idee bis zur Entwicklung erster Biomärkte in Berlin

ZUGÄNGLICH?

Ludwig Rieswick erlernte

den Beruf des Erzieher

und arbeitetet 10

Jahre im öffentlichen

Dienst im Annedore

Berufsbildungswerk

in Berlin. In dieser Zeit

wuchs der Wunsch nach

einer selbstständigen

Tätigkeit so stark, dass

er 1992 mit seiner Partnerin

einen Kaffee- und

Teeladen am Maiufer eröffnete.

Der Grundstein

war gelegt, nur die Ausrichtung

seiner Selbstständigkeit

entwickelte

sich seit 1994 verstärkt

zu Bioprodukten.

Interview: Frank Durke

Fotos: LPG

mein/4: Wie ist die Idee

entstanden einen Biomarkt

zu eröffnen?

Anfang der neunziger Jahre

gab es wenig Biomärkte

in Deutschland. Durch

Zufall hörte meine Frau

von dem Bio-Mitgliedsladen

„Wiederhaken“ in

Kiel. Ich fuhr mit meinem

Freund und heutigem

Geschäftspartner Werner

Schauerte dorthin, um

mir die Gegebenheiten

vor Ort anzusehen. Wir

entschlossen uns unseren

ersten LPG Biomarkt in

Neukölln zu eröffnen und

begannen mit dem Ziel

Bioprodukte für junge

Familien zugänglich zu

machen.

mein/4: Mit welchen

Produkten haben Sie in

Ihrem ersten Biomarkt

begonnen?

Anfangs lag der Schwerpunkt

auf regionalen Anbietern

für Obst, Gemüse

und Brot. Wir stellten den

Kontakt zu den wenigen,

aber bereits existierenden

Biobauern her. So

entstand ein zunächst

überschaubares Sortiment

aus der Region Berlin/

Brandenburg. Wir hatten

damals 3 Bioweine im Sortiment

– heute bieten wir

640 ausgezeichnete Weine

aus der ganzen Welt an.

Aktuell beziehen wir unsere

Bioprodukte als erstes

aus der Region, dann bundesweit,

europaweit und

zuletzt von Übersee.

mein/4: Sind Bioprodukt

weiter auf dem

Vormarsch?

Im Laufe der letzten Jahre

sind immer mehr Bioläden

entstanden. Heute bieten

Discounter und konventionelle

Lebensmittelmärkte

Bioprodukte an.

Durch die Vielfalt, gute

Preise und Regionalität

wachsen wir weiter. Wer

allerdings heute mit einem

Biomarkt beginnt, wird

mit dem Beschaffungsproblem

konfrontiert. Nur

durch unsere langjährige

Tätigkeit konnten wir

gute Unternehmen, eine

hervorragende Struktur

und eine internationale

Vernetzung aufbauen. So

nehmen wir heute Einfluß

auf die Qualität unserer

Produkte und können

so für die Sicherung der

Waren garantieren.

mein/4: Qualität oder

Quantität wo liegt der

Unterschied zu herkömmlichen

Produkten?

Wir legen Wert auf Qualität

und nicht auf Quantität

beim Anbau. Unsere Produkte

werden regelmäßig

extern geprüft. Durch den

Brixwert wird die Qualität

gemessen. Je höher der

Brixwert, desto intensiver

ist der Geschmack sowohl

bei Obst, als auch beim

Gemüse. Die optimalen

Werte richten sich nach

dem jeweiligen Produkt.

mein/4: Wie entwickelte

sich das Verbraucherverhalten

in den letzten Jahren

in Prenzlauer Berg?

Dadurch, dass sich die

Produktvielfalt seit Ende

der 90er massiv erweitert

hat, stieg die Nachfrage

an. Qualitätsbewusstsein,

Nachhaltigkeit und nicht

zuletzt der Anspruch der

Hersteller, Qualität und

nicht Quantität zu produzieren,

sensibilisierte das

heutige Kaufverhalten.

Nie zuvor war es in dieser

Produktvielfalt möglich,

Bioprodukte für alle

Altersgruppen mit durchschnittlichen

Preisen eines

Lebensmittelmarktes

anzubieten.

mein/4: Bioprodukte für

jede Altersgruppe. Gibt

es aus Ihrer Sicht Empfehlungen?

Bioprodukte sind nicht altersbegrenzt.

Bioprodukte

sind nährstoffreicher und

insofern ideal für jede

Altersgruppe. Sie besitzen

eine höhere Energiedichte

und ermöglichen dadurch

meist eine bewusstere

Abschätzung von Menge

und Einsatz.

mein/4: Ist Kinderernährung

heute wichtiger

denn je?

Es beginnt schon in der

Schwangerschaft. Bioprodukte

sind frei von

Zusatzstoffen. Sie sind

geschmackvoller und

schulen unsere Kinder

schön früh Geschmack

richtig zuzuordnen. Oft

ist es so, dass Kinder

bewusster essen und

geringer Menge zu sich

nehmen. In der Regel

benötigen Bioprodukte

durch den eigenen,

intensiven Geschmack

weniger Gewürze. Kinder

ernähren sich natürlich,

und es macht ihnen Spaß

gemeinsam einzukaufen

oder etwa beim Kochen

dabei zu sein.

mein/4: Was würden

Sie unseren Lesern

empfehlen, wenn es um

das Kennenlernen von

Bioprodukten geht?

Schauen Sie sich an wie

und wo unsere Produkte

in der Region wachsen.

Ein Familienausflug zu

unseren Biobauern z. B.

nach Brodowin (Brandenburg)

vermittelt einen

Einblick in die Biowelt.

Schauen Sie vorbei, überzeugen

Sie sich persönlich

von unseren Produkten

und der Möglichkeit

einer Mitgliedschaft mit

allen Vorzügen vielfältige

Bioprodukte eines LPG

Biomarktes zu erwerben.

Sie finden uns 7 Mal in

Berlin.

Interessenten finden unter

www.lpg24.eu

weitere Informationen.

Das Interview

40

41


Mein Viertel

Mein Viertel

FÜR LAIB UND SEELE

Gespendete Lebensmittel

Vor 13 Jahren startete der rbb zusammen mit den Berliner Tafeln und

den Kirchengemeiden die Initiative Laib und Seele, ein solidarisches

Projekt, bei dem Menschen mit geringem Einkommen mit gespendeten

Lebensmitteln unterstützt werden. 45 Ausgabestellen gibt es mittlerweile,

in denen 1300 Ehrenamtliche wöchentlich um die 50.000 Bedürftigen

helfen. Die Ausgabestelle im Prenzlauer Berg war eine der ersten in

Berlin. Wir haben uns das einmal genauer angeschaut.

Text Jens Durke• Fotos Markus Beeth

42

43


Mein Viertel

XXX

Mein Viertel

Anlieferung der Waren

Prüfen,

sortieren.

packen

Donnerstag morgen, 6 :30 Uhr, vor den Gemeinderäumen

der Gethsemankirche im Helmholtzkiez, Göhrenerstraße

11, Prenzlauer Berg. 22 ehrenamtliche Helfer

treffen sich hier unter der Leitung von Bärbel Jenichen.

Ihnen steht ein anstrengender Tag bevor.

Lebensmittel die sonst weg geworfen

werden

Supermärkte und Bäckereien im Bezirk werden abgefahren

und man sammelt Lebensmittel ein, die sonst

weggeworfen worden wären. Auch die Berliner Tafeln

steuern einen Teil bei. All das wird in der Göhrenerstraße

zusammengetragen, gesäubert, sortiert, wenn

nötig auch verpackt und in Plastikwannen auf Tischen

ausgelegt.

Vieles davon ist Obst und Gemüse, aber es gibt auch

Brot, abgepackte Waren und Konserven. Dazu kommen

manchmal auch Sachspenden und alle Arten von

Haushaltsartikeln. Jede Woche ist das Sortiment ein

wenig anders. Eine Menge Arbeit, bis alles in einem

Zustand ist, in dem man es verteilen kann.

Und sie müssen immer noch viel wegwerfen, erzählt

Bärbel Jenichen. Etwa ein Drittel. Aber was schließlich

unter den Bedürftigen ausgegeben werden kann,

ist liebevoll aufbereitet und kann bedenkenlos benutzt

und verzehrt werden.

44

Die Ausgabestelle hilft ungefähr 130 Menschen mit

ihrem Angebot. Viele Familien mit Kindern und

Rentner sind betroffen und solche, die auf Arbeitslosengeld

angewiesen sind. Alle haben sich im Vorfeld

angemeldet und ihre Bedürftigkeit nachgewiesen.

Donnerstags sammeln sie sich um 10 :45 Uhr vor

den Türen der Ausgabe. Zu dem Zeitpunkt sind alle

Waren verräumt.

Um eine faire Verteilung zu ermöglichen, gibt es ein

Losverfahren bei dem jeder nach dem Zufallsprinzip

eine Nummer zieht. Dann werden immer fünf Lose

aufgerufen, die Namen werden auf einer Liste abgehakt

und gegen eine Gebühr von einem Euro bekommt

man dann Lebensmittel.

Gebotene Hilfe mit Würde annehmen

Es mag den Anschein haben, man ist auf einem Markt

oder in einem kleinen Supermarkt. Eine sichere und

geordnete Umgebung, die es Bedürftigen ermöglicht,

die gebotene Hilfe mit Würde annehmen zu können.

Denn es geht den Ehrenamtlichen nicht nur darum,

Lebensmittel unter denen zu verteilen, die sie benötigen,

sondern eben auch um Seelsorge.

Überhaupt ist der Umgang entspannt und familiär.

Man kennt sich beim Namen, und auch wenn man

niemanden zu lange vor den Türen der Räume warten

Die Ruhe vor

dem Sturm

45


Mein Viertel

Das Team der ehrenamtlichen Helfer.

Es kommt auch vor, dass die Presse versucht aus einer

guten Sache mit negativer Berichterstattung Kapital zu

schlagen, wie zum Beispiel als RTL mit einer „Reportage“

den Eindruck erwecken wollte, dass viele der Ehrenamtlichen

in Berlin sich erst einmal selbst helfen, bevor sie anderen

helfen. Wie auch immer man darüber denken mag,

im Ergebnis haben Unternehmen aufgehört zu spenden

und die Waren lieber weggeworfen. Den wahren Schaden

haben am Ende immer diejenigen, die sich nicht selbst

helfen können.

In solchen Fällen braucht es also zudem Takt und einen

starken Willen zur guten Sache. Man kann den Menschen,

die all dies auf sich nehmen, diesen notwendigen

Dienst an unserer Gesellschaft nicht hoch genug anrechnen.

Viele vergegenwärtigen sich gar nicht, was es tatsächlich

bedeutet sich derart intensiv ehrenamtlich (also

unentgeltlich !) zu engagieren. Dabei passiert es jeden Tag

in unserer Nachbarschaft, hier im Prenzlauer Berg.

Laib und Seele leisten großartige Arbeit in Berlin. Arbeit,

die sonst niemand hier leistet. Aber sie sind immer auch

auf Unterstützung angewiesen, sei es von Unternehmen,

die spenden können oder ein paar mehr helfender Hände.

Jedes bisschen kann eine gute Sache weiter voran bringen,

selbst wenn es nur ein klein wenig mehr Anerkennung ist.

Mein Viertel

www.berliner-tafel.de/laib-und-seele/

46

lassen will, nimmt man sich doch gerne immer mal

Zeit für ein kurzes Schwätzchen oder ein nettes

Wort. Die Menschen werden in ihrer Not und ihren

Bedürfnissen ernst genommen. Niemand wird

einfach abgefertigt.

Die Wartenden können derweil an ihren Losnummern

abschätzen, wann sie ungefähr an der Reihe

sein werden. Manche gehen wieder kurz nach Hause

oder erledigen vielleicht noch andere Dinge in

der Nähe, andere nehmen die freie Rechtsberatung

in Anspruch, die ein Anwalt seit einiger Zeit für

Laib und Seele hier immer an jedem Donnerstag

für 1,5 Stunden anbietet.

Viele der Helfenden sind

über 60

So vergeht der Vormittag. Bis etwa 12 :30 Uhr sind

alle Lose abgearbeitet. Es wird aufgeräumt und

gelagert, was gelagert werden kann. Dann geht es

in den wohl verdienten Feierabend, meist so gegen

14 Uhr. Viele der Helfenden sind über 60, Rentner

und Rentnerinnen, die mit Ihrer freien Zeit etwas

Gutes tun wollen. Sie alle haben schwer gearbeitet,

Kisten durch die Gegend gewuchtet, vorgearbeitet,

nachgearbeitet und darüber hinaus immer

mit Herzlichkeit und Wärme geholfen, wo sie nur

konnten.

Viele machen das Ehrenamt so zu einem festen

Bestandteil ihres Lebens. 5 der 22 Helfer unter

Bärbel Jenichen sind schon von Anfang an dabei,

seit jetzt 12 Jahren. Und das Engagement hört oft

nicht bei einem Tag in der Woche auf. Die Ausgabestelle

im Prenzlauer Berg organisiert zum Beispiel

jeden letzten Samstag im Monat ein Frühstück für

alle Kundinnen und Kunden. Und man trifft sich

regelmäßig, um Fragen und Probleme der Ausgabe

zu klären.

Eine notwendige Arbeit

Unterhält man sich mit Leuten und fragt, ob es die ganze

Arbeit wert ist, ist die einhellige Meinung, dass es vor

Allem notwendige Arbeit ist. Und es wird oft belohnt,

mit einem herzlichen Dankeschön, einem Lächeln oder

kleinen Geschenken zu Feier- oder Geburtstagen. Man

gibt Bedürftigen ein bisschen Freude und Lebensqualität

zurück, das alleine sollte einem fühlenden Menschen

schon etwas wert sein.

Dabei ist es mit Sicherheit nicht immer einfach. Natürlich

kommt es immer einmal zu Streitereien oder

Argumentationen bei der Ausgabe. Es ist auch schon

vorgekommen, dass Leute sich ein besseres Los ertricksen

wollten oder mehr fordern, als sie bekommen

können. Oft Taten verzweifelter Menschen, die mit ihrer

Not nicht besser umzugehen wissen.

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Mein Viertel

ZU BESUCH BEI

Spiel, Theater oder sogar beides?

SHERLOCK HOLMES

Ein Trend, der inzwischen alle Altersgruppen

erfasst hat, sind die sogenannten Live Escape

Games. Zusammen mit euren Freunden schlüpft

ihr in die Rolle von Detektiven, Geheimagenten

oder Superhelden und lasst euch in einen Raum

einsperren. Dort gilt es, geheimnisvolle Aufgaben

zu lösen und knifflige Rätsel zu meistern.

Was auf den ersten Blick wie ein Computerspiel

klingt, findet aber tatsächlich in der echten Welt

statt. Seit fast einem Jahr ist der Trend jetzt auch

im Prenzlauer Berg angekommen. Wir haben für

euch ein exklusives Interview mit Heiner Häntze

– dem Geschäftsführer von Europas größtem Live

Escape Game - Escape Berlin - geführt.

Text: Frank Durke • Fotos : Escape-Berlin.de

mein/4: Kannst du uns

kurz erklären, was ein

Escape Game überhaupt

ist ?

Bei Escape Games wird

eine Gruppe von 2 bis

12 Personen in einem

Szenario eingeschlossen.

Die Gruppe hat dann

eine Stunde Zeit, um

eine bestimmte Aufgabe

zu lösen. In unserem

Spiel Sherlock Holmes

müssen die Teilnehmer

zum Beispiel in Sherlock

Holmes Wohnung gehen

und das Geheimnis um

das Verschwinden des

berühmten Meisterdetektivs

aufklären. Nur wenn

alle Spieler zusammenarbeiten,

können die Rätsel

innerhalb der vorgegebenen

Zeit gelöst werden.

Damit die Spieler nicht

an Rätseln scheitern,

werden sie während

des Spieles von unseren

Regisseuren per Kamera

begleitet. In schwierigen

Situationen können wir

also auch mit dem einen

oder anderen Hinweis

weiterhelfen.

mein/4: Für wen sind

Live Escape Games

geeignet?

Es kommt natürlich

immer etwas darauf an,

welches Szenario man

spielen möchte, prinzipiell

sind aber Escape

Games für jeden etwas.

Unsere Spiele Big

Päng und Sherlock Holmes

sind zum Beispiel

sehr gute Familienspiele.

Bei Big Päng können

bereits Kinder ab 8 Jahre

teilnehmen und ab 12

Jahren können sie sogar

bereits komplett ohne Eltern

spielen. In Sherlock

Holmes empfehlen wir

die Teilnahme ab 12 Jahre

und ab 14 Jahren ohne

Eltern. Unser Schnapsladen

ist nur etwas für volljährige

Spieler, denn ein

wichtiger Bestandteil des

Spieles ist auch der Konsum

von Alkohol. Ende

des Jahres eröffnen wir

noch ein Pyramiden-Szenario

mit mehrstöckigem

Labyrinth. Dies ist auch

wieder für die ganze Familie

geeignet.

mein/4: Was ist das

Besondere bei Escape

Berlin?

Escape Berlin ist Europas

größtes Live Escape

Game. Auf einer Fläche

von weit über 1.000 m²

entstehen viele große und

umfangreiche Szenarien,

welche wir zusammen mit

professionellen Drehbuchautoren

und Bühnenbildnern

entwickeln. Daher

können bei uns auch größere

Gruppen gemeinsam

in einem Raum spielen,

ohne sich aufteilen zu

müssen. Richtig beliebt

sind aktuell zum Beispiel

Junggesellenabschiede.

Eine Besonderheit ist,

dass wir sehr viel Wert auf

Details legen. In Sherlock

Holmes sind z.B. alle

Requisiten und alle Möbel

weit über 100 Jahre alt.

Die Spieler werden dadurch

automatisch in eine

andere Zeit versetzt, was

den Spielspaß zusätzlich

steigert.

mein/4: Ihr bezeichnet

euch als Escape Game

Theater. Warum?

Wir sind das vermutlich

einzige Live Escape

Game, welches professionelle

Schauspieler eingestellt

hat. Es kann den

Gästen also passieren,

dass sie unter anderem

auch während des Spieles

auf Sherlock Holmes

treffen. Da jedes Spiel

bei uns anders ist und

jede Gruppe individuell

betreut wird, kann es aber

auch komplett anders

ausgehen. Der Verlauf

des Stückes ist also immer

unterschiedlich.

mein/4: Sind die Spiele

auch für Familien

geeignet?

Ja, unbedingt. Insbesondere

am Wochenende

haben wir sehr viele Familien

bei uns zu Besuch.

Dabei ist vom Kindergeburtstag

bis zum 95.

Geburtstag der Oma alles

vertreten. Hier können

alle Familienmitglieder

ihre individuellen Stärken

mit einbringen und

man hat im Anschluss

ein tolles gemeinsames

Erlebnis absolviert, was in

der Regel noch auf vielen

Abenden Gesprächsthema

ist.

mein/4: Besuchen euch

auch Firmen?

Auf jeden Fall. Firmen

und Verwaltungen sind

regelmäßig bei uns, um

Teamevents und teamfördernde

Maßnahmen

durchzuführen. Man merkt

dann sehr schnell, wie gut

ein Team zusammenarbeitet,

ob alle miteinander

kommunizieren, oder wer

eher abseits steht. Gute

Teamleiter können aus

einer Stunde Escape Game

wichtige Rückschlüsse für

die weitere Teamentwicklung

ziehen.

mein/4: Ihr habt bestimmt

auch viele

lustige Sachen erlebt.

Kannst du uns etwas

erzählen?

In unserem Big Päng

Raum veranstalten wir

sehr viele Kindergeburtstage

und legen

manchmal auch ein paar

Bonbons mit in den

Raum rein. Eine Geburtstagsgruppe

hatte

diese Bonbons aber nicht

gegessen, sondern alle

ausgepackt, nach Farben

sortiert und versucht, die

unterschiedlichen Farben

für eine Rätsellösung zu

verwenden. Wir haben

ihnen aber, nachdem sie

das Spiel gewonnen hatten,

noch einmal frische

Bonbons zu naschen

gegeben.

mein/4: Wenn einer

unserer Leser ein Spiel

bei euch spielen möchte,

was muss er dafür

tun?

Das ist eigentlich ganz

einfach. Er muss nur auf

unsere Homepage www.

escape-berlin.de gehen,

sich sein Lieblingsspiel

raussuchen und den

Wunschtermin buchen.

Fertig. Wenn er sich

vorher noch bei Euch

meldet, gibt es noch eine

Überraschung.

www.escape-berlin.de

Alle Spiele in Berlin: www.escape-game.org

Rabatt-Code für die Leser:

meldet Euch einfach über www.meinviertel.berlin

und Ihr erhaltet den Code für 15 % Rabatt

(maximal 8 Personen)

Gültig bis zum: 31.08.2017

Mein Viertel

48

49


Mein Viertel

30

Spielplätze

Mein Viertel

32

31

25

24

33

1

Blankensteinpark

20

2

3

4

Fröbelplatz

Ella-Kay-Str. 14

Ella-Kay-Str. 38

15

5

21

22

23

5

6

Ella-Kay-Str. 52

Metzer Str. 15

2

4

16

18

7

8

9

10

11

Marienburger Str. 7

Danzigerstr. / Greifswalderstr.

Am Wasserturm

Sredzkistr. 60

Rykestr. 25

29

26

11

10

7

12

13

14

3

8

19

12

13

14

Jablonskistr. 33

Jablonskistr. 34

Christburger Str. 33

28

27

9

15

16

Diesterwegstr.

Lilli-Henoch-Str.

6

17 Skatepark Prenzlauer Berg

17

18

19

Einsteinpark

Storkower Str. 76

20 Gubitzstr. 16

27

Choriner Str. 21 I

21 Thomas-Mann-Str. 27

28

Choriner Str. 21 II

22

23

24

25

26

Thomas-Mann-Str. 31

Thomas-Mann-Str. 61

Georg-Blank-Str. 23

Erich-Weinert-Park

Kollwitzplatz

29

30

31

32

33

Choriner Str. 48

Lewaldstr. 1

Arnimplatz I

Arnimplatz II

Wichertstr. 37

Karte: Möller Medienagentur GmbH,

llustration designed by Freepik.com

1

50

51


Mein Viertel

Legende

Größe

Tischtennis

Basketball

Fußball

Sand

1. Blankensteinpark

Neben der mit Rindenmulch

bedeckten Kletter

u. Aktionsfläche gibt es

noch einen kleinen Sandkasten.

Gleich nebenan

steht ein großer Bolzkäfig

mit Basketball-Körben.

Richard-Ermisch-Str. 4

10247 Berlin

2. Fröbelplatz

Schattiger Spielplatz

Diesterwegstr. 10

10405 Berlin

3. Ella-Kay-Str. 14

Hier steht eine kleine

Kletter-Rutsch-Kombi auf

einer kleinen Sandfläche.

Ella-Kay-Straße 14

10405 Berlin

SPIELPLÄTZE

Rutsche

Seilbahn

Klettern

Wasser

4. Ella-Kay-Str. 38

Zwei Tischtennis-Tische

und ein kleiner Sandkasten

mit Wipptier mit

vielen Sitzbänken warten

hier auf Dich.

Ella-Kay-Straße 38

10405 Berlin

5. Ella-Kay-Str. 52

Betreuter Spielplatz mit

Öffnungszeiten

Ella-Kay-Str. 52

10405 Berlin

6. Metzer Str. 15

Der Spielplatz wurde mit

wenig Geräten gestaltet.

Die Wasserdusche ist gut

in Szene gesetzt.

Metzer Str. 15

10405 Berlin

7. Marienburger Str. 7

Vielfältiger grosser Spielplatz

mit 100m Kunstoffbahn,

Weitsprungmulde,

vielen,vielen Tischtennistischen

und einer tollen

Matschkuhle. Äfpel von

den Apfelbäumen sind eine

willkommene Stärkung für

zwischendurch.

Marienburger Str. 7

10405 Berlin

In

Kooperation mit

ihrspielplatz.de

8. Danzigerstr. / Greifswalderstr.

Schöner „Burgspielplatz“

im Schatten und mit grosser

Rutsche

Danzigerstr 106

10405 Berlin

9. Am Wasserturm

Der eine Teil des Spielplatzs

am alten Wasserturm

hat tolle Wasserspielmöglichkeiten

und viele geheimnissvolle

Ecken in den umliegenden

Sträuchern. Der andere

Teil des Spielplatzes ist

mit Ballspielmöglichkeiten

ausgestattet.

Kolmarer Str. 1

10405 Berlin

10. Sredzkistr. 60

Tolles Ambiente – hier

findet man eine kleine

Zirkusmanege mit Wipppodesten,

einer Hochseilschaukel

und einer Schaukelstange,

Kletterring und

Tänzerseil sowie Stuhlpyramidenrutsche

Der

Kleinkinderbereich wurde

um einen Tischtennisplatte

ergänzt.

Sredzkistr. 60

10405 Berlin

11. Rykestr. 25

Kleine Universalschotterspielfläche.

Rykestr. 25

10405 Berlin

12. Jablonskistr. 33

Auf der grossen Sandfläche

zwischen 2 Häusern stehen

2 Klettergerüste: ein kleines

mit Rutsche und Sandseilzügen

und ein grosses mit

Verbindungstunneln und

Vielem mehr. Ein Tischtennis-

und ein Schach-

Tisch vervollständigen das

Spielangebot.

Jablonskistr. 33

10405 Berlin

13. Jablonskistr. 34

Ein Basketballkorb, ein

kleines Kletternetz, eine

Schaukel und eine Kletterwand.

Alles in einem

schlechten Zustand

Jablonskistr. 34

10405 Berlin

14. Christburger Str. 33

Kleiner Street-Basketball-Platz

mit Kunststoffbelag

und Sitzmöglichkeiten.

Christburger Str. 33

10405 Berlin

15. Diesterwegstraße

Auf der Sandfläche stehen

mit bunten Fliesen verzierte

Gebilde. Sterne, ein

Schiff mit Fernrohr, eine

Schlange, ein Rutschenmonster

und viele mehr.

Auf dem versteckt gelegenen

Bolzplatz könnt ihr

noch auf Torjagd gehen.

Diesterwegstraße

10405 Berlin

Mein Viertel

52

53


Mein Viertel

16. Lilli-Henoch-Strasse

Hier steht ein kleiner

Fitness-Spielplatz mit 2

Tischtennis-Tischen, einer

Reckstange und einer

Situp-Bank.

Lilli-Henoch-Strasse 11

10405 Berlin

17. Skatepark Prenzlauer Berg

Dieser Skatepark ist nur in

der Woche befahrbar und

hat folgende Elemente

mit gutem Boden: mini

Wellen, Ledges, Wheelie

Boxen, London Gap,

Snake-Run

Prenzlauer Berg 5

10405 Berlin

18. Einsteinpark

Schattig am Rande des

Parks steht eine große

Kletterrutschkombi auf einer

Sandfläche. Ein wenig

weiter findet man einen

Spielbrunnen mit drei

Wasserquellen. Tischtennistische

stehen in direkter

Nachbarschaft zu einer

Drehscheibe.

Einsteinstr. 29

10409 Berlin

19. Storkower Str. 76

Kleiner und versteckter

Spielplatz. Hier steht ein

kleines Klettergerüst mit

Rutsche und eine kleine

Reckstange. Ein Holzsteg

führt durch das Gebüsch

zu einem Tipi, das zum

Weiterbauen einlädt.

Storkower Str. 76

10409 Berlin

20. Gubitzstr. 16

Schöner großer Blockinnenhof-Spielplatz

mit

Kletter-Rutsch-Kombi,

Sandläche,Reifen-Karussell

und einer Wiese.

Gubitzstrasse 16

10409 Berlin

21. Thomas-Mann-Str. 27

Große offene Sandfläche,

Wippe, mittelgroße Kletter-Rutsch-Kombi,

Schaukel.

Sitzgelegenheiten,

zwei Tischtennisplatten.

Thomas-Mann-Str. 27

10409 Berlin

22. Thomas-Mann-Str. 31

Neben zwei Sandflächen,

mit einer mittelgroßen

Kletter-Rutsch-Kombi, gibt

es viel steinplattenbelegte

Freifläche.

Thomas-Mann-Str. 31

10409 Berlin

23. Thomas-Mann-Str. 61

Zum Bolzkäfig und zwei

Tischtennisplatten kommen

Sandfläche, Kleinkinder

Kletter-Rutsch-Kombi und

Rasenfläche.

Thomas-Mann-Str. 61

10409 Berlin

24. Gorg-Blank-Straße 23

Kleiner Sand-Fjord, im

dichten Grün. Mit

„Wackel-Stegen“ schiefem

Leuchtturm und

Wipp-Meerestiere

Georg-Blank-Straße 23

10409 Berlin

25. Erich-Weinert-Park

Neben der großen Wiese

stehen auf der Sandfläche

2 Klettergerüste, eine kurze

Seilbahn, eine Kletterrutsche

und eine Trampolinspinne.

Etwas an der Seite

findest Du eine Tischtennisplatte

und eine schattige

Ecke mit etwas Sand und

einer kleinen Wippe für die

Jüngeren.

Ostseestraße 10

10409 Berlin

26. Kollwitzplatz

Schattiger Parkspielplatz

mit Babyschaukel

Kollwitzplatz

10435 Berlin

27. Choriner Str. 21

Das Waldfort besteht aus

einer äusseren Holzpalisadenmauer,

einem Aussenturm

und dem grossen

Innenturm mit Wendeltreppe.

Choriner Str. 21

10435 Berlin

28. Choriner Str. 21 II

Schulsportplatz mit gutem

Kunstoffbelag, Sprunggrube,

Fussballfeld und

Baskettballkörben

Choriner Str. 21

10435 Berlin

29. Choriner Str. 48

Kleiner Spielplatz mit

Tischtennisplatte, kleinem

Sandkasten und Kleinwiese.

Choriner Str. 48

10435 Berlin

30. Lewaldstr. 1

Kleiner Park samt Rasenfläche

mit Rutsch-Kletterkombi,

Reckstangen auf Sand.

In Sichtweite Sitzgelegenheit

und Tischtennisplatten

Lewaldstr. 1, 10439 Berlin

31. Arnimplatz I

Grosse Sandflächen mit vielen

Klettergerüsten, kleinen

Häuschen, Sandbrunnen,

Balanciermöglichkeiten und

Boden-Trampolins.

Arnimplatz 15, 10439 Berlin

32. Arnimplatz II

Käfig mit Fußballtoren und

Basketbal-Körben, 2 Klettergerüste,

2 Sandflächen. 2

Tischtennis-Tische, Rutsche

Schivelbeinerstr 35

10439 Berlin

33. Wichertstr. 37

Zwischen Wichertstraße

Kanzowstrasse findet Ihr

mehrere Skate-Elemente.

Wichertstr. 37

10439 Berlin

Mein Viertel

54

55


Kinderseiten

Kinderseiten

Ben liebt Anna

Auch Kinder kennen Liebe, und nicht nur die

Liebe innerhalb der Familie. So ist es auch mit

Ben. Er liebt Anna, das Aussiedlermädchen,

das neu in die Klasse kommt. Und auch Anna

hat Ben eine Weile sehr lieb gehabt. Das ist

schön, aber auch schwer: Da gibt es Aufregung

und Gekränktsein und Eifersucht, Streit mit

Freunden und immer wieder die Angst, ausgelacht

zu werden. - Eva Muggenthaler hat die

Geschichte mit vielen Bildtafeln neu illustriert

Martha

(9 Jahre)

verfasste die

zauberhafte

Geschichte.

Kinderseiten

June

(10 Jahre) hat

zwei ihrer

Favoriten für

die Bücherecke

ausgewählt.

5 Hunde im Gepäck

Zu seinem 10. Geburtstag hat Henry auch

dieses Jahr nur einen Wunsch: einen Hund.

Aber seine reichen und vielbeschäftigten Eltern

wollen davon nichts wissen. Henry bekommt

bloß einen Leihhund fürs Wochenende – Fleck!

Bei beiden ist es Liebe auf den ersten Blick.

Als er Fleck wieder abgeben soll, flieht Henry

kurzerhand – zusammen mit vier weiteren

Hunden, die es satthaben, an irgendwelche

Leute vermietet zu werden. Eine abenteuerliche

Odyssee quer durch England zu Henrys Großeltern

beginnt.

2 37 2 3 1 5 91 5 9

6 3 23 2 8 8

8 1 1 2 2

7 67 5 46 5 24 2

4 2 4 72 3 7 3

5 95 3 19 3 41 4

5 7 7 3 3

4 1 31 3 6 6

3 29 3 2 7 1 47 1 4

Die Auflösung des Sudokus findet Ihr auf Seite 66

56

3 4 4

7 1 57 1 95 9

9 4 39 4 3

5 5 2 12 3 1 3

6 5 6 45 24 9 2 9

4 3 4 3 8 8 5 7 5 7

9 7 9 37 13 4 1 4

7 6 7 26 2 5 5

9 6 29 6 2

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Hintergrundgrafik und Kinokarten

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Sende uns deine

Geschichten und gewinne

vier Kinokarten für dich und

deine Freunde.

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Mein Viertel

Laufen für Somalia

Die Wilhelm von Humboldt Gemeinschaftsschule

organisierte ihren ersten Sponsorenlauf im Jahn

Sportpark. Etwa 650 Schüler, Lehrer und Betreuer

liefen, angefeuert von zahlreichen Zuschauern,

auch für das Bündnis „Entwicklung hilft“. Insgesamt

kamen so über 6000,- Euro als direkte

Spende zusammen.

Ganz großen Respekt von unserer Seite.

www.entwicklung-hilft.de

Theater o.N.

Einfach traurig, nach 20 Jahren verliert das Theater

ohne Namen seinen Mietvertrag und sitzt ab Juli

auf der Strasse. Anscheinend war es nicht möglich,

sich mit dem Vermieter auf einen Kompromiss zu

einigen und es darf die Frage erlaubt sein, wollen

wir kulturelle Angebote, einen lebendigen Stadtteil

nur dann, wenn er erst an der nächsten Strassenecke

anfängt ?www.theater-on.com

DIES & DAS

Teich im Ernst Thälmann Park

Der Teich im Ernst Thälmann Park ist über den

Winter, durch Überfütterung fast ganz gekippt und

konnte nur aufgrund engagierter Nachbarn und

Spenden gerettet werden.

Über 2000,- Euro private Spenden waren nötig um

genügend Frischwasser einzuleiten, was fehlt, sind

Fische. Hierfür werden noch einmal 1200,- Euro

benötigt, übrigens: Angeln ist natürlich verboten

! www.kiezteich.de

Restauration 1900

Berlin feierte 750 Jahre

und das Restaurant

1900 am Kollwitzplatz

öffnete seine Türen,

es durfte in Schlangen

gewartet werden auf

einen der begehrten

Plätze. Doch nun ist

Schluß, das 1900 öffnet

seine Türen nicht mehr,

der Betreiber hat aufgegeben.

Was danach

kommt ? Wir werden es

sehen.

Man sagt, „jedem Anfang

wohnt ein Zauber

inne“,aber im Moment

sind wir erstmal nur

traurig. Mach es gut

Thomas, viel Kraft !

Sackgasse Stargarder Straße

Nichts geht mehr, unsere geliebte Baustelle in

der Pappelallee, hat sich langsam in die Kreuzung

Pappelallee/Stargarder geschoben. Vier Wochen

soll die Durchfahrt Richtung Prenzlaueer Allee

nun gesperrt sein, um die Leitungen zu erneuern.

Egal, bald ist es geschafft.

„Verkleinerung von Kiezspielplatz : Muss

das sein, Herr Bezirksstadtrat Kuhn ?“

In alten Stadtplanungskarten von 1999 ist sie eingezeichnet

: Die zweite S-Bahnbrücke mit Zugängen zur

Ahlbecker- und Kanzowstraße, quer über den dortigen

Kleinkinderspielplatz. Noch sind die Zugänge nicht

gebaut, das Planfeststellungsverfahren läuft. Die Schüler*innen

der beiden Gymnasien in der Dunkerstraße

müssen vermutlich einige Jahre warten, bevor sich ihr

Schulweg vom S-Bahn Ausgang Prenzlauer Allee von

rund 4 Minuten auf 1 Minute Wegezeit reduzieren

wird. Knapp 1 Million Euro sind für die Brücke veranschlagt.

Doch der zweite S-Bahnausgang ist nicht

barrierefrei umsetzbar, Mütter und Väter mit Kinderwagen

– solche sind gelegentlich auf Spielplätzen unterwegs

– profitieren nicht vom schnellen und direkten

Bahnzugang zum Spielplatz in der Kanzowstraße. Sie

müssen weiterhin außen herum und den längeren Weg

nehmen. Dafür wird der um ¼ verkleinerte Spielplatz

richtig sonnig, im Sommer gar heiß, denn die alten,

schattigen Bäume müssen auf Grund der Baumaßnahmen

weichen. Dabei zeigt ein Blick in Pankows

Statistik : Im nördlichen Prenzlauer Berg fehlen 18.770

m 2 Spielplatz- und 11,5 ha Grünfläche. Herr Kuhn,

Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung, müssen Spielplatzverkleinerung

und Baumfällen für wenige Meter

Wegeersparnis wirklich sein ?

S-Prenzlauer Allee | M2 Fröbelstr.

Müll

Manchmal kommt man

aus dem Staunen nicht

mehr raus, ein Mülleimer

völlig überfüllt, 10

Meter weiter alles leer.

Kann doch nicht so

schwer sein. Übrigens,

spätestens Zuhause

sind die Mülleimer leer.

Danke

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BuchReigen

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Mein Viertel

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Mein Viertel

DAS KLISCHEE

mit dem Klischee

mein

Stadtteilmagazin

4

Fotowettbewerb

mein

S t a d t t e i l m a g a z i n

4

Zeig` Dein Viertel

Prenzlauer Berg

Einsendeschluss ist der 20. Juli 2017.

Gewonnen hat, wer am Stichtag, den

15. August 2017, die meisten Stimmen auf

sich versammelt hat.

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Keine

Barauszahlung möglich.

Es dürfte wenige Stadtteile auf der Welt geben,

zu denen wirklich jeder glaubt, etwas zu sagen

zu haben. Eines nur ist sicher : Prenzlauer Berg

liegt in der Liste der klischeebeladenen Kieze

sehr weit vorne. Vermutlich können Menschen in

München, Paris und Peking aus dem Stand fröhlich

drei Klischees aufzählen die auf Prenzlauer Berg

zutreffen sollen. Klischees sind nicht unbedingt

etwas Schlechtes. Sie helfen uns, wie alle anderen

Vorurteile, die Dinge zu ordnen, bevor wir sie

uns genauer ansehen und die Klischees vielleicht

widerlegen, hinterfragen oder bestätigt sehen.

Genau darum soll es in dieser Serie gehen : Prenzlauer

Berg-Klischees und was wir wirklich davon zu

halten haben. Heute : das Frühstück

Text: Carola Dorner

Frühstücke wie ein Kaiser

Am besten den ganzen Tag lang

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Eines Nachmittags saß ich in einem Café an der Zionskirche

und aß einen Toast mit Avocado. Neben mir

hörte ich eine Frau telefonieren. „Ich bin in einem Café

und stell dir vor, hier gibt es den ganzen Tag Frühstück !“

Wahnsinn. Fast blieb mir ein Krümel im Hals stecken.

Was, um Himmels Willen, war an dem Frühstück so unglaublich

berichtenswert ? Ich war selbst noch nicht sehr

lange Berliner, hatte mir aber schon die Abgeklärtheit

angelegt, die dem Zugezogenen dieses gewisse fast-einheimische

Flair verleiht. Warum sollten wir nicht den

ganzen Tag frühstücken ? Das war doch nicht abgefahren,

sondern schlicht und einfach praktisch. Nicht jeder

mag zur Mittagszeit Königsberger Klopse oder Fenchelsuppe.

Ich zum Beispiel sinke nach warmen Mittagessen

in ein ausgesprochen unproduktives Verdauungskoma,

dass ich mir als Freiberufler überhaupt nicht leisten

kann. Nachmittags ein Stücken Torte ist auch nicht

so meins. Dafür kann ich zwischen elf und vier ganz

hervorragend etwas von der Frühstückskarte snacken.

Croissant oder Avocadotoast zum Beispiel. Großartig.

Danach geht es fröhlich zurück ans Werk. Auch wenn

ich mich mit Freunden treffe, ist frühstücken im Zweifel

doch immer eine Möglichkeit. Entweder der andere ist

eh gerade erst aus dem Berghain gekrochen und braucht

etwas Ordentliches für den Kreislauf, oder wir treffen

uns zum Kaffee und genehmigen uns schlicht eine nette

Kleinigkeit von der Frühstückskarte. Dass es tatsächlich

zu den Haupteigenschaften der Prenzlauer Berg-Cafés

gehört, Frühstück anzubieten bis der Letzte das Licht

ausmacht, war mir überhaupt nicht bewusst. Ich dachte,

das sei hauptstadt-typisch. Bis ich letzten Winter mit

einer Freundin im Tiergarten unterwegs war. Wir fanden

ein Café und freuten uns auf etwas Warmes. Die Eierkuchen

mit Vanillequark schienen perfekt. Bis wir das

Sternchen auf der Speisekarte sahen : Frühstück nur bis

14 Uhr. Es war drei. Wir hatten also die Auswahl zwischen

Königsberger Klopsen und Torte. „Typisch Westen

!“ motzte meine Freundin und sie hatte Recht. Als

wir zwei Stunden später über den Helmholzplatz liefen,

gab es selbstverständlich überall Frühstück. Woran liegt

das eigentlich ? Sind Prenzlauerbergbewohner notorische

Spätaufsteher ? Ne. Sie lassen sich nur nicht gerne

vorschreiben, wann die ideale Zeit zum Frühstücken ist.

Sie frühstücken sich eben gerne den ganzen Tag durch

die Cafés : hier ein Müsli, dort ein Brötchen, dazu ein

Latte Macchiato. Aber da wären wir schon beim nächsten

Klischee. Das kommt im nächsten Monat dran.

Post:

LFB Beratungs & Service GmbH – mein/4-Red.

Schönhauser Allee 52

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Stadtteilmagazin

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Mein Viertel

SUMMER SPECIALS

IN DER KULTURBRAUEREI 04.06. bis 17.09.

Mein Viertel

Von Juni bis September bespielen die Veranstalter

der Kulturbrauerei die Höfe bereits ab dem

späten Nachmittag, zumeist bei freiem Eintritt.

Damit schaffen sie ein zusätzliches Angebot für

Touristen und Berliner in den Sommer- und Ferienmonaten.

Wie gewohnt geht es abends bzw.

nachts indoor weiter.

Text Johannes Martin

Die „Summer Specials“ umfassen ein breites Spektrum

an Kulturangeboten. Neue Formate wie die Konzertreihe

„Kesselhaus acoustics“, welche dienstags Musik-Newcomer

vorstellt, gehen einher mit Angeboten

des Rambazamba-Theaters, dem Streetfood Market,

dem Haus der Geschichte und der Tanzschule. Außerdem

bieten bekannte Kulturmarken wie zum Beispiel

das „PopKultur-Festival“ des Musicboards Berlin

einen gelungenen „Karneval der Kulturen“, die „Fete

de la Musique“ und die „Lange Nacht der Museen“,

in welchem auch Programme von Straßenkünstlern

und verschiedene Angebote für Kinder- und Familien

Platz finden. Die äußerst populären „Guided Tours“

(geführte Touren) der Touristeninformation Prenzlauer

Berg (TiC) und „Berlin on Bike“ werden ebenfalls im

Gesamtkonzept integriert.

Mit ca. 2Mio. Besuchern monatlich ist das Areal der

Kulturbrauerei eines der wichtigsten Anlaufstellen

für Touristen und Kulturbegeisterte von jung bis alt.

Nachtschwärmer, Musikliebhaber, Flaneure, Tagträumer

und Familien : mit seinem breiten Programmangebot

ist die KulturBrauerei einzigartig in seiner Klasse.

Das sanierte Industriedenkmal umfasst auf 40.000 qm

sechs Höfe und 12 aktive Veranstaltungsbetriebe. In

den Sommermonaten werden die Höfe des Geländes

verstärkt auch häuserübergreifend bespielt. Die Werbegemeinschaft

der KulturBrauerei hat ihr neuestes

Konzept in Zusammenarbeit mit den Organisatoren

des Kesselhauses und Maschinenhauses erfolgreich

umgesetzt.

Die „SommerSpecials“ der KulturBrauerei starten am

04. Juni mit einem ElectroSwing-Party-Special im Rahmen

des „Karnevals der Kulturen“ und enden am 19.

September mit dem „Craft Beer Festival“.

Informationen zum Programm entnehmen Sie der

Website www.kulturbrauerei.de.

Programm „Summer Specials in der KulturBrauerei“ // Highlights 04.06.-24.09.

So.04.06. ELECTROSWING REVOLUTION @ KARNEVAL DER KULTUREN // Frannz Club

So.18.06. KINDERFEST MIT CLOWNERIE 12:00 UHR // Kulturbrauerei

20.06.-29.08. KESSELHAUS ACOUSTICS #1 18:00 UHR // Hof der Kulturbrauerei

Mi.21.06. FETE DE LA MUSIQUE (SWING, JAZZ, BALKAN) // Frannz Biergarten

Mi.21.06. FRENCH NIGHT @ FETE DE LA MUSIQUE 22:30 UHR // Kesselhaus

immer sonntags STREETFOOD MARKET // Kulturbrauerei

Di.04.07. KESSELHAUS ACOUSTICS #2 18:00 UHR // Hof der Kulturbrauerei

06.-08.07. ALICE AUF KANINCHENJAGD (Theater Rambazamba) // Hof der Kulturbrauerei

So.16.07. MISSISSIPPI BLUES & BBQ FESTIVAL 2017 15:00 UHR // SODA Biergarten

Sa.29.07. HAUDEGEN OPEN AIR 17:00 UHR // Kulturbrauerei

23.-25.08. POPKULTUR FESTIVAL (Musicboard) // Kulturbrauerei

22.-24.09. CRAFT BEER FESTIVAL (mit Eswing) // Kulturbrauerei

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Service

LESERBRIEFE

Bitte schickt uns eure Meinungen und Intensionen

MENSCH DES MONATS

Renate S., ehrenamtliche Helferin

diverse

Bitte sendet uns

eure Leserbriefe an:

leserbriefe@meinviertel.berlin

oder per Post:

Mein/4

Schönhauser Allee 52

10437 Berlin

Die Medien umgeben uns tagtäglich mit Menschen,

die Großartiges leisten. Rekorde, Glückspilze,

fantastische Lebensläufe, all das lässt

sich leicht in der Informationsflut um uns finden.

Manchmal muss man aber gar nicht so weit

schauen. In der Rubrik „Mensch des Monats“

werden wir jeden Monat Menschen vorstellen,

die im Prenzlauer Berg leben und uns beeindruckt

haben.

Text Jens Durke • Foto Markus Beeth

Renate S. ist 78 Jahre alt, gebürtige Berlinerin und

ehrenamtliche Helferin für die Ausgabestelle Laib &

Seele. Über 50 Jahre lebt sie jetzt im Prenzlauer Berg,

macht zweimal die Woche Sport und ist in der Gemeinde

aktiv.

Wir haben uns etwas mit ihr unterhalten und kamen

auf den Umgang mit Flüchtlingen zu sprechen,

weil das im Laib & Seele natürlich ein Thema

ist. Sie fragt, ob sie uns eine Geschichte dazu

erzählen dürfe, denn auch ihre Familie

hat evakuiert werden müssen, damals, als

Berlin ausgebombt worden war. Das sei

etwas, dass sie heute noch motiviere.

Ihre Familie käme ursprünglich aus

Ostpreussen und ihre Geschwister hatten

auch dort einen Teil ihrer Kindheit

verbracht bevor es nach Berlin ging. Es

sollte 46 Jahre dauern, bis sie wieder

eine Gelegenheit bekamen in die ehemalige

Heimat zu fahren, denn es gab

zunächst einen Reisebann, so dass das

Reisen in die Heimat unmöglich gewesen

sei. Also fuhr die Familie erst 1991

nach Königsberg.

Die Kindheitspfade ihrer Geschwister abzuschreiten,

sei eine schmerzhafte Erfahrung

gewesen, räumt sie ein. Es sei eine Frau mit

ihnen unterwegs gewesen, die regelrecht krank

geworden sei, von den Eindrücken, obwohl sie nur

fünf oder sechs Jahre alt gewesen sein konnte, als sie

in den 40er Jahren hatte fliehen müssen. Wegen der

schmerzhaften Erinnerungen habe sie nicht aufhören

können zu weinen.

„Wir haben in den Nachkriegsjahren so viele Flüchtlinge

gekannt.“ stellt Renate fest. Sie weiß, wie es,

ist alles zu verlieren und dann auf die Hilfe anderer

angewiesen zu sein. Als ihre Gemeinde vor 12 Jahren

entschied Laib & Seele ins Leben zu rufen, war sie

unter den Ersten, die sich zu dem Ehrenamt verpflichteten,

das sie noch heute jede Woche ausübt.

„Es ist eben an den Alten ...“ Sie sagt das einfach als

Feststellung. Sie habe die Zeit, also wolle sie helfen,

wo sie kann: „Ich möchte gerne noch einige Jährchen

weiter fit bleiben. Ich denke, es kann helfen, wenn

man nicht nur an sich selbst denkt, sondern teilnimmt

am Leben anderer und für andere da zu sein.“

Es gibt eine ganze Menge Menschen, die so am öffentlichen

Leben teilhaben, aber nicht im Rampenlicht

stehen wollen. Sie engagieren sich, weil sie fühlen, dass

es notwendig ist. Renate S. ist so ein Mensch, hier im

Prenzlauer Berg.

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Service

VORSCHAU

IMPRESSUM

Chefredaktion Markus Beeth

Herausgeberin / Geschäftsführerin

Beate Beeth

LFB Beratung & Service GmbH

Schönhauser Allee 52, 10437 Berlin

Regierender Bürgermeister Michael Müller zum Prenzlauer

Berg und Berlin – Interview

Vom Prenzelberg in die Adria – Segeln für Anfänger…

Redaktionelle Mitarbeit

Dr. Carola Dorner, Christiane Kürschner,

Henry Steinhau, Jens Durke , Beate Beeth,

Frank Durke, Markus Beeth, Stefanie Kayser,

Carola Ehrlich-Cypra,

Verlag & Redaktion | Mein/4

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redaktion@meinviertel.berlin

Tel.: 030 818 914 60

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Frank Durke

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Rüdiger Serinek

Tel: 030 437 358 72

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Satz, Layout & Design

Möller Medienagentur GmbH

Ehrig-Hahn-Str. 4, 16356 Ahrensfelde bei Berlin

www.moeller-mediengruppe.de

Die Prenzelschwäbin am Helmholtzplatz –

Interview & Hintergründe

Druck

Möller Druck und Verlag GmbH

Zeppelinstraße 6, 16356 Ahrensfelde bei Berlin

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Alle Rechte vorbehalten. Kein Teil dieser Zeitschrift darf ohne schriftliche

Genehmigung des Verlags vervielfältigt oder verbreitet werden. Unter dieses

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