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Top100 Kufstein_2017

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top 100 kufstein | interview Kochberufs. Wie sieht es denn in der heimischen Gastronomie bei den verwendeten Produkten aus? Ist Regionalität ein Lippenbekenntnis oder landen tatsächlich nach Möglichkeit regionale Lebensmittel auf den Tellern der Gäste? Hirner: Ich schwärme, weil ich selbst – wie man erkennen kann – gerne gut esse. Wenn wir über Regionalität reden, müssen wir uns aber vor Augen führen, dass allein im letzten Jahr in Tirol 500 Bauern zugesperrt haben. Das muss für die Touristiker und Konsumenten gleichermaßen ein Alarmsignal sein. Wird bei uns keine Almwirtschaft mehr betrieben, bekommt der Tourismus ein massives Problem. Wir alle profitieren von den Leistungen der heimischen Landwirtschaft. Leider können wir uns bei den Milch- und Fleischpreisen nicht mit Großproduzenten messen. Die kleinstrukturierte Tiroler Landwirtschaft braucht etwas höhere Preise, damit sie überleben kann. Das müssen wir uns aber bewusst machen. ➝ ECHO: Selbst die Tirol Werbung hat sich in St. Moritz nicht mit Ruhm bekleckert und Produkte aus dem Ausland verkocht. Ein marketingtechnisches Fiasko, das jemandem hätte auffallen müssen. Um dieser Blamage etwas Positives abzugewinnen: Sehen Sie das in gewisser Weise als Weckruf ? Hirner: Ich glaube, dieser Weckruf war noch ein wenig zu sanft. Man muss ein ständiger Mahner sein und immer mitdenken, was passieren würde, wenn unsere Landwirtschaft nicht mehr funktioniert. Die Produkte, die wir in Tirol im Milch- und Käsebereich herstellen, sind qualitativ besser als anderswo in Europa, vielleicht mit Ausnahme der Schweiz und Teilen Frankreichs. Heimische Produkte sind meist nicht viel teurer als ausländische. Oft geht es nur um eine Nuance. ECHO: Ist der private Konsument bezüglich Regionalität schon weiter als der typische Gastronom? Wachter: Das kann man sowieso nicht pauschal so sagen, denn es „Das Unterland soll eine digitale Modellregion werden.“ gibt mittlerweile sehr viele Gastronomen, die auf Regionalität setzen und sehr gut damit fahren. Das ist eine Frage der Konzeption und des Marketings. Hirner: Es gibt in Tirol zum Teil touristische Angebote, die so kalkuliert sind, dass sich regionale Produkte gar nicht mehr ausgehen. Wenn etwa drei Tage Vollpension um 140 Euro angeboten werden. Ich sehe aber, dass jene Wirte, die Regionalität überzeugend vorleben, auch in der Preisdurchsetzung in einer guten Position sind. Wir wollen außerdem in der Stadt Kufstein gemeinsam mit dem Tourismusverband ein Regionalitätsprojekt starten und die Anbieter regionaler Lebensmittel mit den Touristikern zusammenbringen und ein Forum für den wechselseitigen Austausch schaffen. 12 ECHO TOP 100 UNTERNEHMEN IM BEZIRK KUFSTEIN 2017

ECHO: Wechseln wir vom Regionalen zum Digitalen. In Kufstein bewegt sich diesbezüglich, wie man hört, einiges, etwa bei der Innovationsplattform Kufstein, kurz i.ku genannt. Wachter: Wir haben uns in der Kammer gefragt, welche Themen wir in Kufstein strategisch vorantreiben wollen. Solche Themen waren Jungunternehmerförderung, Innovation und Digitalisierung. Vor etwa einem Jahr haben wir das Projekt i.ku gestartet und uns dafür Pprofessionelle Hilfe von Hermann Hauser aus Cambridge an Bord geholt. Mit Professor Shailendra Vyakarnam, Direktor des Bettany Centre for Entrepreneurship an der Cranfield University, haben wir erarbeitet, wie man im Tiroler Unterland ein Ökosystem schaffen könnte, das Innovationen und Jungunternehmen fördert und Digitalisierung vorantreibt. Resultat dieser konzeptionellen Arbeit ist die Innovationsplattform Kufstein i.ku, die wir vor einigen Wochen öffentlich präsentiert haben. Partner dabei sind die FH Kufstein, die Stadtwerke Wörgl und Kufstein, die Firma Kufgem, die Stadt Kufstein, der Tourismusverband Kuftsteinerland und die Standortagentur Tirol. In den Leitungspositionen sind WK-Funktionär Markus Gwiggner, Hochschullehrerin Karin Steiner und Viking-Firmengründer Heinz Lechner mit viel Engagement bei der Sache. Es gibt ein EU-gefördertes Dreijahresprogramm mit einer Menge guter Veranstaltungen. Dazu gehört das INNoCamp, wo ausgewählte Unternehmenspartner Studierende, Mitarbeiter und Alumni der FH Kufstein vor reale Herausforderungen stellen, die eine neuartige, kreative Herangehensweise erfordern. Unser Ziel ist es, i.ku strategisch im von der Landesregierung forcierten Lebensraum Tirol 4.0 unterzubringen. Das Unterland soll eine digitale Modellregion werden. Wir wollen ein guter Boden für junge Unternehmen sein. Das soll sich auch in einem kommenden Bauvorhaben der FH Kufstein, einem Unternehmerzentrum, widerspiegeln. ECHO: Konsequente Digitalisierung entlang der gesamten Wertschöpfungskette ist für Großunternehmen sowieso eine Pflichtübung. Wie kann man aber diesbezügliche Hemmungen bei KMUs abbauen? Wachter: Ganz niederschwellig. Wir propagieren die Digitalisierung als Chance, nicht als Entwicklung, vor der man sich fürchten müsste. Wichtig ist es, einen sanften Einstieg in das Thema Digitalisierung zu machen. Dann verlieren die Unternehmer nämlich ihre Scheu und können aktiv gestalten und auf neue, innovative Ideen kommen. Hirner: Ich kenne ein positives Beispiel. Vor eineinhalb Jahren habe ich mit einem Tischler über eine CNC-Fräse gesprochen. Dieser Tischler hat mir gesagt, dass er nicht im Traum daran denkt, eine solche anzuschaffen. Bei ihm werde noch gehobelt und geschnitten. Vor einem Monat hat dieser Tischler eine Fräse angeschafft, weil er selbst gemerkt hat, dass man sich zeitgemäßen Entwicklungen nicht verschließen darf, wenn man konkurrenzfähig bleiben will. Hätte die Gesellschaft sich dem Neuen verwehrt, wären wir immer noch näher an der Dampflokomotive als am Elektroauto. Wachter: Die Unterländer sind insgesamt sehr ideenreich und erfinderisch. SPAR wurde hier gegründet, in der Biochemie Kundl wurde das säurestabile Penicillin erfunden. Wir als Wirtschaftskammer wollen aufzeigen, welche Möglichkeiten die Digitalisierung prinzipiell bietet und den Anstoß für einen Prozess geben, in dem sich jeder Unternehmer überlegt, wie er diese Möglichkeiten am besten für sich nutzen kann. ECHO: Das Jahrhunderthochwasser ist mittlerweile über zehn Jahre her, der Hochwasserschutz ist noch immer nicht in trockenen Tüchern. Biegt man mittlerweile auf die Zielgerade ein? Hirner: Ich habe diesbezüglich ein gutes Gefühl, auch wenn in der letzten Zeit einige politisch unverständliche Aussagen getätigt wurden. Ich kann nicht ganz verstehen, dass man in Wörgl bei so einem Thema taktiert und sich – auch in finanzieller Hinsicht – nicht mehr einbringt, obwohl Wörgl diesen Hochwasserschutz am nötigsten hat, weil derart viele Betriebe und Privathäuser in der roten Zone stehen. Noch weniger Verständnis habe ich für die Situation in Radfeld, einer Gemeinde mit hohen Steuereinnahmen und guten Betrieben, wo man sich vehement gegen eine Lösung stellt. Wir müssen lernen, an einem Strick zu ziehen. Es steht natürlich außer Frage, dass die Landwirte, die Flächen für Hochwasserschutzmaßnahmen bereitstellen, ordentlich entschädigt werden müssen. Ich würde mir in dieser Angelegenheit von allen Beteiligten mehr Zug zum Tor wünschen. Interview: Marian Kröll ECHO TOP 100 UNTERNEHMEN IM BEZIRK KUFSTEIN 2017 13

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