Die Federsammler - Fietje und Arti in Frankfurt - Teil 1

federsammler

Fietje und Arti in Frankfurt - Teil 1


Teil 1

Impressum

Die Federsammler

Fietje und Arti in FrankfurtTeil 1

1. Auflage 2014

©KlangbildVerlag, Jena

Konzept & Umsetzung: Antje Hübner

Hrsg.: Jugend will… gemeinnützige GmbH / Die Federsammler

Jung-Autoren:

Sophia Bockelmann, Paul Böhmer, Claire Duda, Irem Hempel,

Jashandeep Kaur, Aspasia Lemma, Niclas Namyslo, Nila Osmani, Beatriz Psotta,

Michelle Schleimer, Hamida Zadran, Magdalena Zdunić

Online-Autoren (Fietjes Tagebuch):

Yannik Noah Ambrusits, Anneka Bäßler, Sarah Landschütz, Xenia Lütjohann, Michelle Schleimer

Co-Autoren: Ina Haun, Antje Hübner

Redaktion/ Werkstattleiter: Elisa Schönbrunn, Martin Kohlstedt, Antje Hübner, Ina Haun, Johannes Steinl

Redaktion/Lektorat: Ina Haun, Antje Hübner

Illustration & Satz: Maria Suckert, Weimar

Umschlag: Maria Suckert, Weimar

Fietje und Arti in

Frankfurt

Gedruckt in Deutschland bei Förster & Borries, Zwickau

Der Abdruck der Geschichten erfolgte mit freundlicher Genehmigung der Urheber und

ihrer Erziehungsberechtigten. Vielen Dank!

Die Handlungskulissen der Geschichte sind reale Orte. Die Handlung selbst sowie in

Verbindung stehende Personen und Namen sind frei erfunden.

Alle Rechte vorbehalten

ISBN 978-3-9814441-7-9

www.federsammler.de


Unsere

Jung-Autoren:

Die Autoren aus dem

Goethe-Gymnasium

Die Autoren aus der

Carl-Schurz-Schule

Beatriz

Psotta

14 Jahre

Claire Duda

13 Jahre

Sophia

Bokelmann

14 Jahre

Nila Osmani

12 Jahre

Magdalena

Zdunić

13 Jahre

Paul Böhmer

12 Jahre

Jashandeep

Kaur

12 Jahre

Hamida

Zadran

11 Jahre

Irem

Hempel

11 Jahre

Michelle

Schleimer

12 Jahre

Niclas

Namyslo

11 Jahre

Aspasia

Lemma

12 Jahre


Die Federsammler-Community

Unsere

Online-Autoren:

"YannikFenyves"

Yannik

Ambrusits

13 Jahre

Erlangen

"Elfe"

Sarah

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Erlangen

"Anne"

Anneka Bäßler

12 Jahre

Zwickau

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Xenia

Lütjohann

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Erlangen

"Mimi"

Michelle

Schleimer

12 Jahre

Frankfurt

Die Internetseite der

Federsammler


Fietjes Tagebuch

Feder-Schätze

Fietje erzählt seinem Tagebuch, wie er und

Arti von einer Stadt in die nächste gelangten.

Dies ist jeweils die Eingangsgeschichte eines

jeden Federsammler-Buches.

Wie cool!

Wort aus dem Text

Dein Buch ist nicht „nur“ ein Buch!

Auf manchen Seiten fliegen Federn.

Die Autoren schenken dir damit vielleicht für dich neue

Wörter, die im Text rot markiert sind.

Wenn du möchtest, kannst du auch Autor

der Federsammler-Reihe werden.

In welcher Stadt die beiden Helden bald

sein werden und wie du mitschreiben

kannst, erfährst du unter

www.federsammler-community.de

Melde dich an, schreibe mit anderen am

neuen Tagebuch-Eintrag und werde damit Autor

des nächsten Federsammler-Bandes!

Als Dankeschön erhältst du dein eigenes

druckfrisches Buch.

Wenn du das Abenteuer von Fietje und Arti zu Ende gelesen

hast, kannst du deine Feder-Schätze alle noch einmal

überblicken.

Du findest sie auf Seite 124.

Viel

Spaß...

...Lesen

und...

...beim...

...Schreiben!

ERFAhRE MEHR Über die

Federsammler-Community


Wer IST WER?

Sprachlos-Land

Wort-Reich

Fietje ist ein ganz normaler

Junge. Er ist 12 Jahre alt und

kommt aus Jena. Er liebt das

Skaten. Zusammen mit seinem

Papagei Arti erlebt er viele Abenteuer.

Er muss den Vogel und

seine Federn oft beschützen.

Er und sein Freund Arti sind auf

der Flucht vor den Männern aus

Sprachlos-Land.

Arti ist ein Graupapagei. Er ist

1439 Jahre alt. Er ist der König

von Wort-Reich. Er spricht 100

Sprachen und sucht den großen

deutschen Sprachschatz. In jeder

seiner Federn ist ein Wort. In seinen

roten Federn sind seine Lieblingswörter

oder ganze Sprachen.

Überall wo er hinfliegt, sammelt

er neue deutsche Wörter für sein

Wort-Reich. Er ist sehr klug und

kennt sich aus.

Fietjes Skateboard

ist ein Zauber-Skateboard. Es hört

auf Befehle. Arti kann sich in dem

Skateboard verstecken. Der Papagei

kann hinein verschwinden, wenn

Fietje es nass macht.

Wenn Fietje es trocknet, kann Arti

wieder herauskommen. Es kann

fliegen.

Herr Keinwort &

Mister Mundzu

kommen aus Sprachlos-Land. Dort

kann man keine Sprache sprechen.

Sie sprechen nur eine Sprache aus

Gedanken. Die beiden Männer sind

hinter Arti und seinem Sprachschatz

her. Sie versuchen, ihn für

ihr Land zu fangen. Jedes Wort =

jede Feder, die sie von Arti stehlen,

sprechen sie laut aus.


inhaltsverzeichnis

1. Fietjes Tagebuch

2. Rubinrot und Saphirblau

3. Die blaue Feder

4. Freunde...

5. Wo ist Arti?

6. Das Mädchen mit den blauen Haaren

7. Ein "Dino - Burger" für die Nacht

14

24

50

62

78

94

108


14

Fietjes TAGEBuch

15

Liebes Tagebuch,

ich wusste nicht, warum gerade mir,

aber meine Lehrerin gab mir einen Brief.

Das war eine Einladung nach Frankfurt.

Zur INTERNATIONALEN

DEUTSCH-OLYMPIADE!

Jungen und Mädchen aus 50 Ländern

sollten sich dort treffen.

Auweia! Ich!?

Da war auch eine Liste. Als ich las, aus

welchem Land die anderen kommen, war

mir schwindelig.

Auch wenn ich in Deutsch echt gut bin,

wie sollte ich das denn schaffen?! Ich

wusste ja nicht mal, was eine Präposition

ist!

Aber ok, meine Lehrerin hat mich ausgewählt.

Das hat noch keiner gemacht!


16

Fietjes TAGEBuch

17

Eigentlich bin ich ja stolz. Aber erst mal

kaufe ich mir ein Buch, wo drinsteht, was

eine Präposition ist ... Seit wann kaufe ich

mir freiwillig ein Lehrbuch?

Und wetten, die anderen, die aus den

vielen Ländern kommen, die wissen das?

Wetten das???

Und wo war eigentlich Kirgistan? Oder Georgien?

Aber das war ja keine Erdkunde-

Olympiade.

Waaaas? In einer Woche sollte ich schon in

Frankfurt sein?

Aber was stand da? Wohnen sollten die

Teilnehmer in einem 5 Sterne Jugendhotel.

Umsonst!

Cool! Doch was war das?

„Tiere sind nicht erwünscht. Frankfurt hat

schon einen Zoo. :-)“

Haha, guter Witz! Hoffentlich konnte ich

wenigstens mein Skateboard mitnehmen!

So, dann könnte ich eigentlich mal mit

der Vorbereitung beginnen. Allerdings ...,

Vorbereitung wofür? Sollte ich ein Referat

über Grammatik halten? Die Schüler

aus den anderen Ländern würden mich

bestimmt locker übertreffen. Oder sollen

wir selber ein Buch schreiben? Naja, ich

könnte ja aus meiner Geschichte mit Arti

ein Buch schreiben. Wo ich gerade bei

Arti bin ..., ich glaube, er könnte mir helfen.

Arti weiß bestimmt, was eine Präposition

ist.

Aber ich habe doch einen Vorteil: Deutsch

ist meine Muttersprache. Andererseits


18

Fietjes TAGEBuch

19

waren sie die Besten ihres Landes.

Na, das konnte ja heiter werden.

„Du weißt nicht, was eine Präposition

ist?", prustete Arti lachend hervor.

Ich war verärgert, aber er hatte Recht.

„Ja, ist ja gut. Wir haben alle gelacht,

aber jetzt kannst du mir die Antwort

geben", sagte ich zu ihm.

„Nun gut", räusperte er sich. Man

konnte sehen, wie er vor Stolz seine

Federn aufplusterte.

"Eine Präposition. Wie erkläre ich das

nur einem unfähigen Menschenjungen?"

„BIT TE, WAS?"

„Äh, ach nichts. Vergiss es.

ALSO: eine Präposition ist ...“

Arti bereitete mich super vor. Und dann,

ein paar Tage später, war es Zeit zur

Abreise.

Die drei besten Nachrichten:

1. Mein Koffer war groß genug für

das Skateboard.

2. Ich wurde zu Hause von einer echten

Limousine abgeholt.

3. Ich durfte von Leipzig nach

Frankfurt fliegen.

Da saß ich nun in der Limo, neben mir ein

Junge. Mein Konkurrent spielte mit seinem

goldenen Jo-Jo. Er kaute Kaugummi und

hatte seine Hose sehr tief hängen. Die

Schnürsenkel seiner ausgelatschten Sneaker

waren ungebunden; seine Haare waren

schulterlang. Er sah nicht nach einem Teilnehmer

für die Deutscholympiade aus.

„Machst du auch bei der Deutscholympiade


20

Fietjes TAGEBuch

21

„Äh..., Fietje."

mit?", fragte ich vorsichtshalber.

„Gewiss", antwortete er, ohne aufzusehen.

Hatte der Fahrer gerade gesprochen? So

ein Wort konnte doch nicht von diesem

cool-tuenden Typen kommen!

„Und wie heißt du?", fragte ich weiter.

Diesmal blickte er mich direkt mal an.

„Mein Name ist Xander, die Kurzfom von

Alexander. Ich wurde benannt nach Alexander

dem Großen. Aber verrate mir doch,

wie der deinige lautet."

Oh, Gott! Ich weiß nicht, ob man sich

das vorstellen kann! Aber er redete

wirklich so!

Er schaute mich an und wartete

Jo-Jo spielend auf meine Antwort.

Und dann hörte ich eine vertraute Stimme.

Fietje, mein Spätzchen. Zeit zum Aufstehen.

Du musst schon in einer halben Stunde

am Bahnhof sein, Frühstück steht auf

dem Tisch. Und vergiss nicht, die Zähne

zu putzen!"

Nassgeschwitzt schreckte ich aus dem Bett

hoch. An meiner Zimmertür stand meine

Mutter. Ich brauchte einen Moment, bis ich

begriff ...

Ich hatte nur geträumt. Zum Glück! Es gab

keinen Kaugummi kauenden Jungen mit einem

goldenen Jo-Jo. Ich kletterte aus meinem

Bett und gähnte.

„Los komm! Aufstehen, sonst verpasst Du

noch deinen Flieger!“


22

Kapitel Fietjes TAGEBuch EINS

23

über den Himmel schossen.

Meine Mutter steckte schon wieder ihren

Kopf ins Zimmer. Früh aufstehen

war das Schlimmste.

1

Leider hatte ich das mit der Limousine

auch nur geträumt. Ich musste wie

jeder andere normale Mensch mit dem

5

Zug zum Flughafen fahren.

Vögel ..., ... Vögel? Arti!!! Irgendwie hatte

es der Papagei geschafft, sich in meinem

Koffer zu verstecken. Gut, dann kam

er eben mit. Wir würden uns am Flughafen

schon etwas einfallen lassen ...

1

5

Da saß ich nun im Zug und langweilte

10

mich zu Tode ... Als ich plötzlich bemerkte,

wie mein Koffer leicht wippte.

10

Werde ein Federsammler!

Schreibe online mit!

Halluzinationen konnten also auch durch

Langeweile entstehen. Da vernahm ich

gedämpfte Geräusche:

,,Fietje, es drückt! Ich will hier raus!"

Ich sah mich im vollgestopften Zug um.

Nichts ...

www.federsammler-community.de/forum

Als ich aus dem Fenster sah, sah ich

wieder den Vögeln zu, die wie Raketen


aus der

Carl-Schurz-Schule

24

Rubinrot und SAPHIRBLAu

25

"Rubinrot und Saphirblau"

geschrieben von:

Sophia

Bokelmann

14 Jahre

Nila Osmani

12 Jahre

Magdalena

Zdunić

13 Jahre

Aspasia

Lemma

12 Jahre

Paul Böhmer

12 Jahre


26

Rubinrot und SAPHIRBLAu

27

So war`s bei Fraport

Püntklich trafen sich die

angehenden Autoren mit

ihren Werkstattleiterinnen

Antje und Ina am Terminal 1.


28

Rubinrot und SAPHIRBLAu

29

1

„Liebe Gäste, bitte bleiben Sie angeschnallt

sitzen, bis wir unsere Landeposition erreicht

haben. Wir danken für Ihre Aufmerksamkeit!“

„Bist Du dir sicher?“

„Ja, ganz sicher!“

1

5

10

Fietje!“ Arti schaute Fietje erschrocken

an.

„Was ist?“

„Siehst Du den Steward? Das ist Herr

Keinwort!“

„Das heißt, wir müssen vor ihm raus.“

Fietje überlegte, wie sie als Erste aus dem

Flugzeug rauskommen konnten. Arti stopfte

er schnell in seinen Rucksack und schnallte

sich an. Das Flugzeug landete sanft auf dem

Rollfeld des Flughafens in Frankfurt.

5

10

Die ersten Passagiere drängelten sich schon

im Gang.


30

Rubinrot und SAPHIRBLAu

31

1

Fietje hatte sich sofort an den EXIT gestellt.

5

So war er der Erste, der die Gangway hinunter

lief. Arti lukte aus einer Öffnung des

Rucksacks hinaus. So ein Gewusel hatte er

noch nie gesehen. Unzählige Autos fuhren

kreuz und quer. Keiner rammte sich. Wie ging

das nur?

Das wollte er sich genauer ansehen.

Schwups! Und raus an die Luft.

Rumpf. Er steckte sich das Wort schnell in

sein Federkleid und setzte sich in den Schatten

einer Maschine.

„Ich warte hier besser, bis alle fertig sind

mit auspacken, rumfahren und entladen.“

1

5

10

Er hatte zwar kurzzeitig keine Orientierung

10

mehr, doch bald fiel ihm ein parkendes Flugzeugs

ins Auge. "Cargo" stand auf seinem

CARGO

Jetzt Ab nach

Hause...

...hach...

... schön!

Ah, oh,

tolles Wetter!

Endlich da!

Ahhhh, oohh,

Da sind wir!

Eine Gangway ist eine Treppe, die nach dem

Öffnen der Kabinentür aus dem Flugzeug ausgeklappt

wird. Manche Gangways fahren auch

selbst an das Flugzeug heran. Ist die Gangway

überdacht, nennt man sie Fluggastbrücke. Diese

wird direkt mit dem Passagierabfertigungsgebäude

verbunden und man muss nicht über das

Rollfeld mit dem Bus gefahren werden.


32

Rubinrot und SAPHIRBLAu

33

Die Wartungshalle ist eine

große Werkstatt am Flughafen.

Hier werden die A380

Flugzeuge regelmäßig kontrolliert

und repariert. Sicherheit spielt

dabei eine große Rolle. Vor der

Halle gibt es deshalb auf dem

Boden eine rote Linie. Wird diese

Linie überschritten oder überfahren,

wird ein Alarm ausgelöst.

Selbst das Blitzlicht deiner Kamera

kann diesen Alarm auslösen.

Sollte es wirklich einmal brennen,

wird die Halle innerhalb von Sekunden

mit Schaum gefüllt.

1

5

10

Arti beobachtete alles

genau. Er war zutiefst

beeindruckt von so viel

Organisationstalent! Da

sah er, dass es inzwischen

auch Herr Keinwort auf

das Rollfeld geschafft

hatte. Er flog doch besser

weiter ein paar Runden.

Dann kam er zu einer

Halle in der Nähe.

Der Flughafen Frankfurt

1

hat eine eigene

Feuerwehr. Mit 330

Feuerwehrleuten ist sie

die größte Berufsfeuerwehr

Deutschlands.

5

15

Es war die Wartungshalle

für Flugzeuge.

Herr Keinwort hatte ihn gesehen und

rannte hinzu.

10

20

In der Zwischenzeit fuhr die Feuerwehr

übers Feld. Sie machte eine

ihrer regelmäßigen Übungen. Wenn

wirklich einmal ein Feuer ausbrechen

sollte, musste ja alles sehr schnell

gehen.


Befeuerung heißen die

Lichter an der Start- und

34

Rubinrot und SAPHIRBLAu

35

Der Airbus A380 ist das größte

Passagierflugzeug der Welt.

Über 500 Passagiere können

mitfliegen. Ein vollbeladener

Airbus wiegt 560 Tonnen und

misst von einer Tragfläche bis

zur anderen 80 Meter.

10

1

5

Plötzlich füllte sich die Wartungshalle

mit Schaum. Die

Feuerwehr wollte auch diesen

Ernstfall proben.

Aber ... Arti und Herr Keinwort

steckten mitten drin!

Herr Keinwort schlüpfte in

das Cockpit der A380 Maschine,

die gerade zur Wartung bereitstand. Dann

schaltete er die Triebwerke an!

ungelenk

Wollte er diese Riesenmaschine

etwa aus der Halle fahren? Die

heiße Luft der Triebwerke schmolz

den Schaum langsam wieder weg.

Während Herr Keinwort ungelenk 1

wieder aus dem Cockpit kletterte,

befreite sich der Papagei hastig

aus dem Schaum. Er flog schnell

Richtung Terminal, direkt an der

Befeuerung entlang. Fietje musste

ja schon lange drin sein.

1

5

1

ungelenk =

unbeholfen,

ungeschickt

10

Die Luft aus einem

Triebwerk ist sehr

heiß - 1300 Grad.

Vorne wird Luft eingesogen,

dann mit Kerosin

(dem Treibstoff der

Flugzeuge) vermischt und

hinten wieder als heiße

Luft ausgestoßen.

Das Triebwerk einer

A380 hat einen Durchmesser

von 3m. Da passt

bequem ein Auto rein.

Landebahn. Früher hat man in

Öltonnen Feuer gemacht, damit

die Piloten die Bahn gut sehen

konnten. Daher kommt der Name.

Heute werden Lampen verwendet.


36

Rubinrot und SAPHIRBLAu

Autopilot

37

Der Pilot eines Flugzeuges fliegt

mit Autopilot.

CARGO

Das ist eine automatische Steuerung.

Start und Landung steuert der Pilot

selbst.

Im Cockpit hat er unter anderem drei

Rädchen für Höhe, Richtung und

Geschwindigkeit. Bevor er losfliegt,

muss er viel berechnen und sich das

Wetter ansehen. Die drei Rädchen stellt

er nach seinen Berechnungen ein.

Und danach fliegt das Flugzeug wie

von selbst.

Wirbelschleppe heißt die

sich drehende Luftverwirbelung,

die sich hinter einem

fliegenden Flugzeug bildet. Sie

hört sich wie ein Pfeifen an und

fühlt sich an wie ein kurzer,

kräftiger Windstoß.

Arti hörte ein Surren in der Luft.

Eine Wirbelschleppe ! So etwas war

doch nach seinem Geschmack!

Jippie!

Schon war der Freund wieder vergessen.

Wann konnte man das

schon mal erleben?

Der warme Wind riss ihm die neue

Feder aus dem Federkleid. Das Wort

hatte sich noch nicht gefestigt.

Doch davon bemerkte der König von

Wort-Reich zunächst nichts.

1

5

10


38

Rubinrot und SAPHIRBLAu

39

Das Vorfeld ist der

1

5

Fietje blickte immer wieder suchend über

das Vorfeld.

Arti, wo bist du denn?“

Da sah er den Ausreißer. Er schnappte ihn

sich aus der Luft und zog ihn mit sich.

Bereich, wo die Flugzeuge

stehen. Zum Entladen,

Aussteigen, Beladen oder

Einsteigen. Auch Parkplätze

für Flugzeuge gehören zum

Vorfeld.

1

10

15

„Wieso bist du mit Schaum bedeckt? Hast du

ein Vollbad genommen?“

Plötzlich sah Fietje direkt in zwei Augenpaare.

Herrn Keinwort und Mister Mundzu! Das Hupen

eines Gepäckwagens riss ihn aus seiner

Starre. Der Wagen hielt an dem Ausladepunkt

eines Flugzeugs.

5

10


40

Rubinrot und SAPHIRBLAu

perplex

41

Panama die Geschwindigkeitsgrenze

von 30 km/h

überschritten hatte und

mit 31 km/h auf dem

Rollfeld geblitzt wurde.

1

5

Auf einem Flughafen muss

alles sehr schnell gehen.

Sehr viele Flugzeuge starten

und landen. Da bleibt nur

wenig Zeit. Schon kurz nach

der Landung geht das Aufräumen

und Entladen los. Es wird

sauber gemacht, getankt, alle

1

Fraport AG

Die Fraport AG ist der Betreiber

des Frankfurter Flughafens.

Sie sorgt dafür und baut alles,

damit Flugzeuge in Frankfurt

starten und landen können. Die

Fraport AG in Frankfurt hat

21.000 Mitarbeiter.

Ohne zu zögern sprang er

zwischen das

5

Gepäck, was

als Erstes die

Maschine verlassen

hatte.

10

Die Mitarbeiter von Fraport wollten

die vielen Sachen in kürzester

Zeit in den Gepäckschacht umladen.

Rollfeld heißen alle

Bereiche und Wege, in

denen sich die Flugzeuge

und Fahrzeuge bewegen,

also rollen. Auch die Startund

Landebahnen gehören

dazu.

Fietje und Arti krochen

inzwischen durch die Luke

auf das Gepäckband.

Als sie ins Innere befördert

wurden, ernteten sie

perplexe 2 Blicke der wartenden

Touristen.

Schnell sprangen sie vom

Gepäckband runter und

mischten sich unter die

Reisenden.

10

15

Sicherheitschecks gemacht.

Dann geht es wieder von vorne

los: Koffer rein, neues Essen

rein, Passagiere rein.

In Frankfurt dauert das bei

kleinen Flugzeugen nur 45 Minuten.

Bei einer großen Maschine,

wie der A380, braucht

man dafür 1,5 Stunden.

2

perplex =

verblüfft,

verwundert

ERFAhRE MEHR

Bald waren sie mit ihrer Ladung

auch schon vor dem Terminal.

Sie redeten darüber, wie Herr


42

Rubinrot und SAPHIRBLAu

hasten

43

3

Hasten =

(von hasten)

rennen,

sehr schnell

laufen

Herr Keinwort und Mister Mundzu waren

noch draußen und suchten nach den beiden.

Mister Mundzu war vom Hasten 3 ganz außer

Puste. Er bückte sich erschöpft nach unten.

Und ... da lag eine wunderschöne rote Feder

aus Artis Federkleid.

Er nahm einen Kieselstein und warf ihn auf

Herrn Keinwort. Der drehte

sich wütend um. Doch dann zeigte

Mister Mundzu auf die Feder. Herr

Keinwort sprang in die Luft und jubelte

wortlos.

In seiner Euphorie rammte er den

Gepäckwagen, der gerade an

ihm vorbeifuhr.

Ein blauer Blümchenkoffer

fiel

dabei runter.

10

1

5

Terminal

Ein Terminal ist der Bereich, den du

als erstes betrittst, wenn du in den

Flughafen kommst.

Es gibt einen Abflug- und einen

Ankunftsbereich. Auch Geschäfte und

Restaurants findest du hier. In Frankfurt

gibt es zwei Terminals. Weil aber

immer mehr Menschen fliegen, wird

bald das Terminal 3 gebaut.

CARGO


44

Rubinrot und SAPHIRBLAu

45

1

5

Mister Mundzu rannte herbei, so schnell,

wie es sein Körper noch zuließ. Als er den

Koffer liegen sah, kam ihm eine dumme

Idee. Sie könnten sich doch verkleiden –

mithilfe der Sachen aus dem Koffer. So

1

5

Frachtflugzeuge

Frachtflugzeuge erkennst

Du daran, dass sie keine Fenster

10

haben. Pakete müssen ja

nicht rausschauen.

; )

würden sie aussehen wie Touristen.

Ob das wirklich gut ging?

1

Sie begannen, den Kofferinhalt zu durchwühlen,

bis sie die “perfekte Verkleidung“

gefunden hatten.

5


46

Rubinrot und SAPHIRBLAu

regelrecht

47

1

Die mit Federn und Pailletten geschmückten

Samba-Kostüme sollten es sein.

In der Zwischenzeit bemerkte die Besitzerin

1

Eines in Rubinrot, das sich Herr Keinwort

des Koffers, dass er verschwunden war. Sie

schnappte. Das, was Herr Mundzu bekam, war

ging zu den Sicherheitsleuten.

5

Saphirblau.

Wo ihr Koffer war und wer ihre Klamotten

5

So liefen sie siegessicher durch den Eingang

trug, fiel durch die Kameras gleich ins Auge.

zum Terminal und stellten sich zu den War-

Die Polizei machte sich sofort auf den Weg.

tenden am Gepäckband.

Am Gepäckband stand jedoch niemand mehr ...

10

Ein lautes Schreien und Quietschen brach

4

regelrecht =

umgangssprachlich

für: richtig,

im wahrsten Sinne

des Wortes, auch:

einer Regel folgend

plötzlich aus.

Die beiden Bösewichte wurden jetzt regelrecht 4

ausgelacht. Das schien doch keine gute Verkleidung

gewesen zu sein. Schnell zogen sie die

10

Hihihihi

hohohoho

hahaha

15

Samba-Kostüme wieder aus, um nicht weiter

aufzufallen.

HAHAHA!!!

... Ganz schön

Albern die zwei

Wie die

Aussehen ...

... Hahah ...

Guck dir die mal

an!! Hahaha!!

SOWAS!


48

Rubinrot und SAPHIRBLAu

49

Frankfurter Flughafen

Frankfurt ist der drittgrößte

Flughafen Europas.

Es gibt 4 Start-und Landebahnen. Davon sind

zwei Bahnen für Starts und Landungen. Die

dritte Bahn ist nur für Starts und die vierte

Bahn ist nur für Landungen geeignet. Es

gibt 2 Terminals.

Der Frankfurter Flughafen ist 26 km² groß.

Es gibt ihn seit 1924.

Damals starteten Zeppeline. Mit diesen

konnte man von Frankfurt nach New York

in 48 Stunden reisen. Heute braucht man mit

dem Flugzeug ungefähr 6 Stunden.

108 verschiedene Fluggesellschaften

fliegen von Frankfurt aus 225 Ziele in

105 Ländern an.

78. 000 Menschen arbeiten am Frankfurter

Flughafen.

200. 000 Menschen fliegen an Spitzentagen

vom Frankfurter Flughafen los.

1.300 - 1.400 Flugzeuge starten und

landen jeden Tag.

(Aber nur in der Zeit von:

5 bis 23 Uhr Dazwischen herrscht Nachtflugverbot.

So können die Menschen, die Am den Flughafen

wohnen, in Ruhe schlafen. )

ERFAhRE noch MEHR über

den Frankfurter Flughafen

Deutscher Wetterdienst

Der Deutsche Wetterdienst

hat ein Häuschen am Frankfurter

Flughafen.

Er gibt im Minutentakt die Wetterdaten

an die Piloten weiter. Danach

berechnet dieser die Flugroute und

Flugdauer. Der Pilot braucht den

Deutschen Wetterdienst auch, um

sich auf den Start oder die Landung

vorzubereiten.

Tanken - Kerosin

Der Tank eines Flugzeugs befindet sich

im Rumpf und in den Tragflächen.

Kerosin heißt der Treibstoff der Flugzeuge.

Zwischen 13 und 14 Millionen Liter Kerosin

werden pro Tag am Frankfurter

Flughafen getankt.

Unter dem Frankfurter Flughafen gibt

es unterirdische Leitungen, durch die

das Kerosin zu den Flugzeugen fließt.


50

die groSSe BLAue FEDER

51

"Die große blaue Feder"

geschrieben von:

Hamida Zadran

11 Jahre

Goethe-Gymnasium

Irem Hempel

11 Jahre

Goethe-Gymnasium


52

die groSSe BLAue FEDER

Mit ihren 11 Jahren ist

Zollabfertigung

53

Hamida eine der jüngsten

der Frankfurter Autoren.

Fietje nahm seinen Koffer vom Band und

stürzte aufgeregt weiter zur Zollabfertigung 5 .

Arti holte er davor aus der Tasche raus.

Der Papagei war so glücklich, dass sie dem

Agenten entkommen waren, dass er gleich

mit vollem Tempo losflog. Doch auch Herr

Keinwort und Mister Mundzu sahen den Papagei

über sich fliegen.

Sie sprangen wie wild hoch, um ihn mit ihren

langen Fingern zu fassen.

1

5

10

die 5 Zollabfertigung =

Kontrolle der Reisenden

und ihres Gepäcks

durch Zollbeamte an

einer Grenze

Und tatsächlich! Nach einigen Versuchen

gelang es ihnen.


54

die groSSe BLAue FEDER

55

skeptisch

1

Herr Keinwort hielt Arti zwischen Daumen

und Zeigefinger fest.

So, als wäre er schmutzig.

Der Zollbeamte wurde skeptisch 6 wegen

des seltsamen Vogels. Er fragte die

1

6

skeptisch =

zweifelnd,

misstrauisch

5

Die Agenten aus Sprachlos-Land flitzten

beiden Männer nach den Aus-

Richtung Ausgang, bevor Fietje sie sehen

weisen.

konnte. Doch da ging etwas schief.

5

„Und haben Sie auch die

erforderliche Flugbescheinigung

für das Tier?“

Da sie sowieso kein

10

Wort sprechen

konnten, rannten sie

einfach weiter. Der

Zollbeamte glaubte,

nicht richtig zu sehen

15

und griff sofort zum

Hörer.


56

die groSSe BLAue FEDER

57

Draußen vor dem Flughafen hielt die Polizei

die beiden Gauner auch schon auf.

Sie wurden festgenommen und mussten am

nächsten Tag vor Gericht. Arti wurde dem

Zoll übergeben und dort in einen Käfig gesperrt.

1

5

Fietje hatte Arti überall gesucht.

Er kam am Zoll an und fragte dort nach seinem

Papagei.

10

Er zeigte seine Flugbescheinigung, die sich

der Papagei irgendwoher besorgt hatte, und

durfte Arti mitnehmen.

Arti verschwand im Skateboard und Fietje

rannte aus dem Flughafen.

15

Irem hat ihre

Geschichte mit

einem Gipsarm

geschrieben.


58

die groSSe BLAue FEDER

59

1

Seine Tante wartete dort schon sehnsüchtig

„Hier habe ich doch keine

1

auf ihn.

Freunde.“

Zu Hause angekommen, fragte ihn seine

Arti war verwirrt:

5

Tante wieder einmal über alles aus. Fietje

„Freu..., was ...? Was hast du da

5

hatte keine Lust zum Reden.

gesagt?“

Er wollte einfach nur in sein Zimmer. Dort

Fietje sagte etwas erschrocken:

holte er Arti aus dem Skateboard hervor. Er

„Bei dem ganzen Durcheinander

10

machte es nass, rubbelte es trocken. Und ...

am Flughafen hast du wohl eine

10

Zisch! Da war er.

Feder verloren?"

„Meine Güte, was wäre nur passiert, wenn

ich meinen besten Freund verloren hätte“,

15

seufzte Fietje.


60

die groSSe BLAue FEDER

61

Ein tolles Miteinander in

den Schreibwerkstätten

der Federsammler.

1

„Also ich bringe dir das Wort noch mal bei.

Es heißt: FREUNDE.“

5

10

15

Freunde

„Hmm..., aha, Freunde?“,

meinte Arti. Aber er verstand nicht, was das

Wort bedeutete.

„Freunde halten immer zusammen. Sie helfen

sich gegenseitig und unternehmen Tolles

miteinander. Wir sind Freunde. Du und ich“,

erklärte ihm Fietje.

1

15

Da erschien zwischen

Artis roten

Schwanzfedern eine

sehr schöne blaue

Feder.

Arti hatte ihn also verstanden. Sie legten

sich nach dem anstrengenden Tag jetzt

schlafen.

Fietje freute sich schon ein wenig auf die

neuen Leute. Hoffentlich durfte er sein

Skateboard und auch Arti mitnehmen!

Natürlich darin versteckt.

1

5

Was ist für dich

Freundschaft?


62

Freunde ...

63

"Freunde..."

geschrieben von:

Claire Duda

13 Jahre

Goethe-Gymnasium


64

Freunde ...

65

1

Kaum war Fietje in Frankfurt angekommen,

sollte er schon zu der Schule gehen, in der

sich die Schüler aus Deutschland zum

Jugendaustausch treffen sollten.

Heute sollte es schon losgehen.

Sie würden gemeinsam zur Jugendherberge

fahren.

1

5

5

10

Eigentlich wollte er

sich ein wenig von

seinem Jetlag

erholen.

Doch seine Tante

hatte ihn schon

dort angemeldet.

Fietje wollte nicht mehr umherfahren. Er

konnte es sich schon ausmalen ...

Auf der Fahrt würden alle in Grüppchen zusammensitzen

und er wird ausgeschlossen.

Da kannte er sich aus. Noch dazu hatte ihm

seine Tante verboten, sein Skateboard mitzunehmen.

10

„Eine tolle Fahrt wird das!“

2

JETLAG

Hattest du auch

schon mal einen

Jetlag?


66

Freunde ...

67

1

Fietje, Du bist andauernd mit deinem Skate-

„Das ist wohl das typische Wetter hier in

1

board unterwegs! Es wird Zeit, auch mal

Frankfurt? Na toll!“

etwas anderes in der Freizeit zu tun“, meinte

sie.

Endlich war eine Schule in Sicht. War

5

das die Schule?

5

Das Risiko, Arti im Rucksack mitzunehmen,

wollte er nicht eingehen. Der Papagei war

Orientierung war ja nicht

na toll!

beleidigt gewesen. Fietje konnte es ver-

sein Ding. Die verwin-

stehen. So ganz in Gedanken, zog er seinen

kelten Gässchen und

10

Rollkoffer über das Pflaster. Da fielen dicke

die langen Straßen mit

10

Regentropfen in seinen Nacken.

Menschenmengen und

10

Läden. Das war er

alles nicht gewohnt.

Frankfurt war neu

für ihn und Frank-

15

furt war echt

15

groß.


68

Freunde ...

69

Zuerst ging er auf die Lehrerin zu.

1

Sie war eine sehr dünne, große Frau. Ihre

Knochen schauten am Hals hervor und ihre

1

Augen starrten böse. Sie fuchtelte heftig mit

Als er eine Traube von Kindern vor

ihren dürren Armen. Und sie war sehr alt-

5

dem Gebäude sah, war er sich sicher.

modisch angezogen.

Hier musste es sein. Die meisten standen

Ihr Faltenrock war grau wie Asche und

5

einfach nur da und spielten mit ihren Han-

ging ihr bis zu den Knöcheln. Die Bluse war

dys. Sie unterhielten sich nicht einmal. Sie

mit Blumen bestickt und schon richtig

10

fluchten, wenn etwas beim Spielen mit dem

Handy nicht gelang. Dann stießen sie Jauchzer

aus, wenn etwas geklappt hatte.

„Eine komische Truppe! Jetzt bloß keine

ausgeleiert 7 .

Jetzt sah Fietje, mit wem sie laut diskutierte.

Es war eine rundliche Frau. Diese hatte

ein freundliches Gesicht. Sie war mit einer

10

7

ausleiern =

sich durch

häufigen

Gebrauch

abnutzen,

locker

werden

Selbstgespräche machen“, murmelte Fietje

Jeans und einem T-Shirt bekleidet.

15

vor sich hin.

„Schon viel besser!“

„Also dann ...!“

Eines ihrer Lieblinsbücher ist "Die

Tribute von Panem". Auch sie selbst hat

schon eigene Geschichten geschrieben.

ausleiern


70

Freunde ...

71

1

Sie rief alle Kinder zusammen und stellte

Nach einer Stunde hielt der Bus vor der

1

sich ihnen als ‚Frau Schmidt’ vor.

Jugendherberge. Sie war sehr groß und lag

Fietje fiel ein Stein vom Herzen. Frau

direkt am Main. Es war das “Haus der

Schmidt hieß doch die Betreuerin! Die andere

Jugend“.

5

war also die Rektorin, Frau Kohlkraut.

5

Die Zimmer wurden eingeteilt. Dann wurden

„Wie schaffen es nur alle, nicht zu lachen?

sie durch das Haus geführt. Es gab einen

Kohlkraut passt ja“, dachte Fietje (zum Glück

Essenssaal, ein Bistro, einen Konzertsaal,

nicht laut).

einen Aussichtspunkt und einen Fahrstuhl.

10

Da kam der Bus. Fietje saß allein, genau wie

Das Highlight war allerdings die kleine Spiel-

10

er gedacht hatte. Doch plötzlich vernahm er

halle. Fietje schlich sich hinein.

ein Flattern.

„Ist mir Arti etwa gefolgt? Ach, ich

15

halluziniere sicher wieder.“

Die Graffitis in der

Spielhalle und der

Eingangshalle stammen

von Niklas Fiedler.


72

Freunde ...

73

mitgenommen“, antwortete der Vogel

sogleich schnippisch.

1

NA ENDLICH!!!!

Fietje stopfte Arti sofort in seinen Rucksack

und lief die Treppe zu den Zimmern hoch.

Im Gang verwickelte ihn Tilo in ein Gespräch.

Der Junge schien ihn zu mögen, fast betete

er ihn an. Fietje ließ ihn lieber stehen und

verzog sich schnell zurück in die Eingangshalle.

5

1

„Na endlich bist du da“, krächzte eine

unverwechselbare Stimme.

Der Graupapagei saß auf dem Fensterbrett.

5

Arti, was tust du denn hier?“, rief Fietje

glücklich.

Hatte er vorhin doch richtig gehört!

10

„Na, auf dich warten. Du hast mich ja nicht


74

Freunde ...

75

1

Er durfte nicht auffallen. Mit Arti im

5

10

15

internationale Deutscholympiade

Willst du sehen,

wer alles kommt?

ERFAhRE MEHR

Rucksack war das nicht so einfach.

Hier blieb er so lange, bis alle schlafen gingen.

Unbemerkt schlich er sich in sein Zimmer

und stellte den Rucksack mit Arti in den

Schrank.

Die nächsten Tage ging er immer zum

Schrank, um Arti Futter zu bringen.

So nach und nach machten Fietje die

Gespräche mit Tilo doch Spaß. Auch mit dem

Rest der Gruppe konnte er sich anfreunden.

Schneller als gedacht.

Jetzt warteten alle auf die Ankunft der

Olympiade-Teilnehmer aus den 50 Ländern.

Bis drei Tage später die Sprachlos-Agenten

in der Herberge auftauchten.

20

Fietje spielte gerade Kicker mit

Tilo. Arti zählte die Tore. Tilo

wusste von ihm. Es war alles ok.

... was

machst

du da??

Arti sah die beiden Männer

zuerst. Sie schauten durch die

Glasscheibe der kleinen Spielhalle.

Er quietschte und sprang

sofort an die bemalte Wand.

Dort versuchte er, im Gemälde

zu verschwinden. Man konnte ihn

kaum noch sehen.

„Tilo, was machst du da?“,

entfuhr es Fietje.

Sein Freund schritt

direkt auf die Männer zu

und öffnete ihnen die Tür.

1

5

10

15


76

Freunde ...

77

1

Fietje wollte ihn warnen. Doch was war das

Freund war ein Verräter! Er ließ sich sogar

1

denn? Tilo machte eine fordernde Handbe-

bestechen! Er rannte aus der Herberge

wegung zu den Männern und ...

und fühlte eine große Enttäuschung in sich

aufkommen. Mit dieser Erkenntnis konnte

5

„Sie geben Dir Geld!?“, schrie Fietje.

er nicht hier bleiben. Er rief seine Tante an,

5

damit sie ihn abholen kam.

Tilo sagte zu den Agenten: „Noch 5 Euro und

ich spioniere Fietje noch länger aus!“

Als Fietje weg war, hatte sie ihre Entscheidung

wegen des Skateboards überdacht. Sie

10

Fietje hatte genug gehört. Sein neuer

gab ihm als Trost für alles und als Entschul-

10

digung Geld für den Zoo ...

Bestechen lassen

ist nicht cool.

Jemanden bestechen

schon.

Das kann Arti

doch wohl nicht

ernst meinen?!?

3


78

Wo ist ARTI?

79

"Wo ist Arti?"

geschrieben von:

Michelle Schleimer

12 Jahre

Goethe-Gymnasium


80

Wo ist ARTI?

81

Zoo Frankfurt

Der Zoo hat ein

Kinder-Maskottchen

Den Affen GORI

findest du auf der

Website des Zoos,

er erzählt Neuigkeiten

und lädt dich ein zu

Spiel und Spaß!

ERFAhRE MEHR

Schützling

ihren Eltern in

Kinderwagen

gefahren wurden.

Etwas weiter

hinten stand

eine Schulklasse.

1

5

Fietje nahm Arti

1

5

Fietje zählte die Münzen ab und

reichte sie der Kassiererin am Eingang des

Frankfurter Zoos. Sie lächelte ihn freundlich

an und gab ihm seine Eintrittskarte.

Er betrat neugierig den Zoo. Die Sonne blendete

ihn. Überall waren kleine Kinder, die von

aus seinem Rucksack

und setzte ihn sich auf die Schulter.

Der Vogel brauchte dringend Frischluft. Hier

würden sie nicht auffallen. Die Leute denken

sicher, hier kommt ein junger Tierpfleger mit

seinem Schützling 8 .

10

8

der Schützling =

jemand, der

von einer

Person

beschützt

wird

Michelle hatte den Blick fürs Ganze. Sie

verteilte konstruktive Kritik an die ande-

Dein Haustier darfst Du

ren und hatte auch für ihre eigene Ge-

natürlich nicht mit in den Zoo

nehmen.

schichte noch Verbesserungsvor-schläge.

So wird man mal eine gute Autorin!


82

Wo ist ARTI?

83

1

Da sahen sie die beiden Männer

aus dem Sprachlos-Land. Fietje

nahm schnell seine Wasserflasche

aus dem Rucksack und machte das

Skateboard nass. Arti flüchtete in

das Board.

1

5

5

10

Fietje, der auf die beiden Männer fixiert

war, drehte sein Gesicht schnell einem

Vogelkäfig zu, damit sie ihn nicht

erkannten. Zu spät! Er fluchte:

„Mist, sie haben mich gesehen!“

10

10


84

Wo ist ARTI?

85

hantieren

prompt

9

hantieren =

etwas

benutzen,

handhaben

1

5

10

Da sah er seinen Graupapagei im Vogelkäfig

vor sich sitzen.

„Was machst du denn da drin? Du solltest

doch verschwinden! Und der lange dünne

Mann ist fast da!“

Verzweifelt hantierte 9 Fietje an der Käfigtür.

Herr Keinwort, der dünne der beiden Agenten,

steuerte gezielt auf ihn zu.

Er starrte aber nur auf Fietje und Arti.

Dabei sah er den Kinderwagen

nicht, der kurz stehen gelassen wurde.

Prompt 10 knallte er gegen den leeren Wagen.

Der Vater und die Kinder schrien ihn an.

Herr Keinwort taumelte verwirrt ein paar

Schritte zurück und stieß gegen eine

alte Dame. Die schrie ihn nun auch noch an.

1

5

10

10

prompt =

sofort,

ohne

Zögern

In einem Zoo solltest du

natürlich niemals versuchen,

Zufrieden stellte Fietje fest, dass der Ganove 11

eine Weile beschäftigt sein würde.

Übrig blieb also nur der kleine dicke Mister

Mundzu. Der stand weiter hinten.

11

der Ganove =

Bösewicht,

Verbrecher,

Betrüger

eine Käfigtür zu öffnen, denn auch

15

scheinbar harmlose Tiere können sehr

gefährlich werden.

Ganove


86

Wo ist ARTI?

87

Gut für Fietje, dass er nicht

entdeckt wurde, denn sonst

hätte er einen Zooverweis bekommen.

1

5

10

Endlich bekam Fietje die Tür vom Vogelkäfig

auf.

„Ich breche gerade eine Tür auf“, schoss

es ihm in Gedanken durch den Kopf. Er

schnappte sich einen Graupapagei, den er für

Arti hielt, und stürzte mit ihm in die

Menschenmenge.

Nach und nach wurde es leerer im Zoo, und

da Fietje die Männer nicht mehr sah,

setzte er sich auf eine Bank, um sich eine

Verschnaufpause zu gönnen. Der Himmel war

nun wolkenverhangen 12 .

Er setzte den vermeintlichen 13 Arti neben

sich. Aber der Graupapagei, der ein

Leben ohne Gitter nicht gewohnt war, flatterte

direkt in die Arme des kleinen

dicken Mister Mundzu, der plötzlich aufgetaucht

war. Der begann nur hämisch

zu grinsen und zupfte dem Vogel eine seiner

roten Schwanzfedern aus.

Er erntete ein ärgerliches: „Kraaah!“

1

5

10

12

wolkenverhangen =

bewölkt, von Wolken

bedeckt

13

vermeintlich =

scheinbar,

irrtümlich,

falsch

wolkenverhangen

vermeintlich


88

Wo ist ARTI?

89

1

Fietje sah entsetzt hinüber. Alles was er bis

das war Fietje egal. Arti war ihm jetzt

1

jetzt getan hatte, war umsonst gewesen!

wichtiger.

Die Agenten hatten ein Lieblingswort von

Arti. Ja, vielleicht sogar eine ganze Sprache?

„Achtung!“ Schreiend kämpfte er sich auf

5

Das war ja eine Katastrophe! Doch ein neues

seinem Board durch die Leute. Die meisten

5

Gefühl scheuchte sein Entsetzen weg:

sahen ihm erstaunt hinterher. Am Zoo-

Entschlossenheit! Er schnappte sich sein

Ausgang stieg Mister Mundzu samt Papagei

Skateboard. Es war zwar noch nass, aber

in ein Taxi. Fietje konnte es mit seinem

Skateboard nicht so schnell bis dorthin

schaffen.

10

„Nein, das kann doch nicht

sein! Was soll ich denn jetzt

machen? Ich werde Arti

nie wieder sehen!“, sprach

er vor sich hin.

Welche Sprache würdet

ihr euch stehlen,

4

wenn ihr die Möglichkeit

hättet, sie mit

nur einer Feder zu

erlernen?


gelassen sein

90

Wo ist ARTI?

91

Dabei hatte er sich die Selbstgespräche

1

5

10

fast abgewöhnt. Eine Träne floss über seine

Wange, dann auf sein Board. Er wischte das

Skateboard, was ihn so sehr mit Arti

verbindet, trocken. Aber der Nebel, der

plötzlich aufkam, hinderte ihn daran.

„Moment mal, das passiert doch nur, wenn

Arti auftaucht?“, stellte Fietje fest.

Sofort versuchte er, Arti im Nebel zu entdecken.

Doch noch konnte er nichts sehen.

Als der Nebel sich endlich verzog, saß Arti in

seiner königlichen Pracht vor Fietje.

vor sich hin. Fietje musste lachen.

„Ich freue mich auch, dich wieder zu sehen!“,

meinte er gelassen 14 .

„Was ist denn eigentlich mit den Agenten

passiert?“, wollte Arti wissen.

„Oh, die haben einen Graupapagei mitgenommen,

den sie für dich halten. Aber kommt

jetzt, eure königliche Majestät! Wir wollten

doch den Frankfurter Zoo anschauen."

1

5

10

14

gelassen sein =

ruhig sein,

sich nicht

aufregen

„Das wurde aber auch Zeit!“, grummelte Arti

Beim Schreiben der Geschichten

herrscht grundsätzlich freie Platzwahl.

Michelle hat sich den Platz

so eingerichtet, dass sie aus dem

Fenster schauen konnte.

Kreativität sollte vorbereitet sein.


92

Wo ist ARTI?

93

15

das Gehege =

von einem

Zaun begrenzter

Bereich für ein

Wildtier (Zoo

oder Tierpark)

1

5

„Sie könnten vorsichtshalber in meinen Rucksack

flüchten, damit die unwürdigen Augen

der anderen Besucher Sie nicht entdecken?“,

sagte Fietje spöttisch.

„Wenn es denn sein muss“, brummte Arti

und verschwand wieder in Fietjes Rucksack.

Nun bestaunte Fietje in aller Ruhe die

vielen Tiere und Gehege 15 .

gewesen, aber das war sehr lange her.

Gedankenverloren blieb der Junge vor dem

Tigergehege stehen, um sich zu erinnern.

1

10

15

„Boah! Hab ich einen Hunger!“, stellte

Fietje nach einer Weile fest.

Hoffentlich war bald ein Restaurant

oder Imbissstand

in Sicht. Er war zwar schon

einmal im Frankfurter Zoo

„Was träumst du denn so rum?“, riss ihn

Arti aus den Gedanken, der frech aus dem

Rucksack lugte. Damit setzte sich Fietje in

Richtung Zooterrasse in Bewegung. Die roten

Schirme der Terrassen-Gastronomie leuchteten

verlockend ...

Gehege

5


94

das mädcHEN MIT DEN BLAuen HAAREN

95

"Das Mädchen mit

den blauen Haaren"

geschrieben von:

Beatriz Psotta

14 Jahre

Goethe-Gymnasium


96

das mädcHEN MIT DEN BLAuen HAAREN

97

Fietje ergriff das Wort wieder.

1

1

5

Erleichtert ließ sich Fietje auf das große

Bett fallen. Er war gerade von einem Ausflug

durch die Stadt zurückgekommen. Arti

war zu Hause geblieben und hatte geschlafen.

Jetzt streckte er sich und fragte noch

etwas müde:

„Es gibt in Frankfurt viele Hochhäuser, aber

nur wenig grüne Plätze. Das finde ich etwas

schade. Die Gebäude sind manchmal sehr

neu, manchmal auch etwas älter. Es gibt hier

in der Gegend auch ein hübsches Café. Wir

könnten doch da morgen mal hingehen.“

5

10

15

„Und? Was hast du alles gesehen?“

Fietje antwortete im Liegen:

„Es gibt in Frankfurt echt viel zu sehen. Was

mir aber vor allem aufgefallen ist: Hier leben

sehr viele Leute aus verschiedenen Ländern.

Überall werden unterschiedliche Sprachen

gesprochen.“

Arti nickte nur. Er schien nicht überrascht.

Am nächsten Tag saßen Fietje und Arti an

einem kleinen Tisch in besagtem Café. Fietje

trank Cola und Arti schaute ihm dabei zu. Ein

lautes Gebimmel ertönte neben ihnen und

die beiden Freunde schauten auf.

und?...

10

15


98

das mädcHEN MIT DEN BLAuen HAAREN

99

1

Ein Mädchen stand da und schaute sich um.

Überrascht musterte er sie. Sie stellte sich

1

Sie hatte blaue Augen und eine schlanke Sta-

gleich vor:

tur. An ihren Armen klimperten lauter Ringe.

Sie trug nur ein dünnes T-Shirt und eine

„Ich bin Luzia. Du hast ja einen komischen

5

Shorts, obwohl es draussen nur 14 o C waren.

Vogel. So einen habe ich noch nie gesehen.“

5

Das Auffälligste an dem Mädchen aber wa-

Fietje fehlten die Worte und Arti klapperte

ren ihre blauen Haare, die ihr bis über die

etwas verärgert mit dem Schnabel. Er

Schultern gingen. Sie kam auf Fietje zu und

mochte es nicht, als "komisch“

10

setzte sich neben ihn.

bezeichnet zu werden.

10

„Ich bin Fietje und mein Papagei

heißt Arti. Und ..., du kannst

dich gern zu uns setzen.“

Ich bin

Luzia...


100

das mädcHEN MIT DEN BLAuen HAAREN

101

"Luzia", der Name des Hauptcharakters

aus Beatrizs

Geschichte, könnte von ihrer

brasilianischen Familie

inspiriert sein.

dies gleich zu tun. So hatte er einen Grund,

das Café bald zu verlassen.

1

Er verabschiedete sich. Dann wollte er nur

noch schnell seine Cola bezahlen gehen.

5

1

5

Frankfurter Messe

Hallen 10

Mitarbeiter weltweit über 2.000

inlandsmessen

anzahl im jahr 43

aussteller 40.000

besucher über 2 Millionen

Auslandsmessen

anzahl im jahr 71

aussteller fast 40.000

besucher über 1 Million

Fietje wollte ihr damit zu verstehen geben,

dass es nicht sehr fein war, sich ungefragt

zu jemandem zu setzen.

Luzia sagte schulterzuckend: „Es war kein

anderer Platz mehr frei und ich wollte mir

deinen Vogel mal näher anschauen.“

10

Fietje sah sich verwundert um.

Wollte sie ihn veräppeln? Kein

Platz?

Luzia war zwar nett, aber auch

sehr direkt und verrückt. Doch

15

Fietje wollte nicht unhöflich

sein. Morgen wollte er auf

die Messe gehen. Doch er

beschloss nach einiger Zeit,

Doch als er zum Eingang des Cafés kam,

blieb er wie angewurzelt stehen. Arti, der

auf seiner Schulter saß, grub seine Krallen in

Fietjes Schulter. Die Agenten standen barfuß

an der Theke und verständigten sich per

Zettel mit der Kellnerin.

Fietje strömte ohne zu bezahlen

wieder hinaus. Er

lief schnell in Richtung

Messe.

15

10

ERFAhRE MEHR


102

das mädcHEN MIT DEN BLAuen HAAREN

103

1

Arti flog über ihm hinterher. Doch die beiden

Männer hatten sie bemerkt und folgten

ihnen sofort.

Keinwort weg! Erleichtert seufzte der Junge

1

auf. Er bemerkte erst jetzt, dass Arti nicht

5

Mister Mundzu hatte Fietje schon nach kur-

mehr auf seiner Schulter saß.

zer Zeit abgehängt, doch mit Herrn Keinwort

verhielt es sich anders.

Ein schrecklicher Verdacht machte sich in

5

ihm breit.

So oft Fietje und Arti auch in

10

10

der Menge unterzutau-

Arti..., Aaarti!!!“

chen versuchten,

Herr Keinwort

Doch der Papagei war verschwunden, ge-

10

spürte sie wie-

nauso wie Herr Keinwort und Mister Mund-

der auf. Doch

zu, die beiden Männer aus Sprachlos-Land.

15

15

nach einer

Fietje saß immer noch dort, wo er schon vor

Weile war Herr

Stunden gesessen hatte. Er wartete. Hinter

ihm streckte sich der bleistiftartige

15

Zuerst lernen die

Autoren die Hauptfiguren

kennen.

Unsere Werkstattleiter

Martin und Eli

stellen sie vor. Dann

erst können sie sich

zusammen eine

gemeinsame Geschichte

ausdenken.


104

das mädcHEN MIT DEN BLAuen HAAREN

105

1

Messeturm in den Himmel. Die Messe hatte

1

Fietje nun doch nicht besuchen können.

5

Der

Messturm

Arti war weg. Und das vielleicht für immer?

Tränen schossen ihm in die Augen, als er an

5

wird auch

Bleistift

genannt.

seinen Freund dachte. Der wurde jetzt bestimmt

von den beiden Männern gequält und

gepeinigt. Ein Schatten fiel über ihn.

10

Es war Luzia. Sie setzte sich wieder ne-

10

ben ihn, sagte aber nichts. Nach einer Weile

standen sie auf und gingen die Straße entlang.

Ein Flattergeräusch ließ Fietje aufhören.

Arti ließ sich auf Fietjes Schulter nieder und

krächzte: „Hallo, ich bin zurück!“

15


106

das mädcHEN MIT DEN BLAuen HAAREN

107

1

Vor Erleichterung hätte Fietje fast wieder

mit einem Vogel eben machen

1

geweint. Er fragte nicht, wie Arti es ge-

konnte. Erst dann fiel ihm auf,

schafft hatte freizukommen.

dass Luzia gar nicht auf den

sprechenden Papagei reagiert

5

Er umarmte ihn einfach, so gut man das

hatte. Und ... wo war sie

5

eigentlich?


108

Ein "Dino-BuRGER" FÜR DIE NAcht

109

"Ein ‘Dino-Burger’ für

die Nacht"

geschrieben von:

Jashandeep Kaur

12 Jahre

Goethe-Gymnasium

Niclas Namyslo

12 Jahre

Goethe-Gymnasium


110

Ein "Dino-BuRGER" FÜR DIE NAcht

111

„Na gut, es tut mir leid“, erwiderte Arti jetzt

1

1

5

„Da war ich nun. Weit weg von Zuhause. Naja,

zumindest hatte ich Arti bei mir. Aber das war

nur ein schwacher Trost. Worauf hatte ich

mich da bloß eingelassen? Vor neun Monaten

war mein Leben noch ganz normal gewesen“,

sprach Fietje wieder einmal mit sich selbst.

kleinlaut.

Die beiden Freunde hatten sich noch nie so gestritten.

Schon lange waren sie auf der Suche

nach einem spannenden Ort. Da sahen sie das

Senckenberg Naturmuseum.

5

„Na, und was wollen wir hier?“, krächzte

Arti genervt.

„Hey, sei mal nicht so vorlaut!

Ich tue das alles nur für dich. Ich

könnte dich auch allein lassen und nach

Hause fahren. Du bist der, der überall

Wörter sammeln will“, schrie Fietje wütend

zurück.

10

15

Es sah sehr interessant aus. Der Eingang groß

wie ein Monument. Davor ein Tier aus ganz

alten Zeiten. Ihre Laune besserte

sich sofort. Auf einem Werbeplakat

stand, dass auch ein

Restaurant im Museum ist.

Fietje zeigte es Arti und überzeugte

ihn damit, ins Museum

reinzugehen.

10

senckenberg naturmuseum

Das Senckenberg Naturmuseum

ist eines der großen Naturkundemuseen

in Deutschland. Es zeigt

die Vielfalt des Lebens, die Entwicklung

der Lebewesen und die

Verwandlung unserer Erde über

Millionen Jahre hinweg.

ERFAhRE MEHR

Jashandeep übernahm den

ersten Teil der Geschichte,

Niclas formulierte das

verrückte Ende.


112

Ein "Dino-BuRGER" FÜR DIE NAcht

113

präparieren

1

Sie schauten sich alles an und waren sehr

beeindruckt. Plötzlich hatte Fietje eine Idee.

Etwas später kam eine Frauenstimme aus

dem Lautsprecher des Museums:

„Hey, weißt du was, wir übernachten einfach

5

hier“, schlug er vor.

„Waaas, hier?“, schrie Arti. „Bei dir piept‘s

wohl? Mich gruselt es vor den großen Tieren."

1

16

präparieren =

vorbereiten,

dauerhaft

haltbar

machen

10

15

20

„Jetzt hab dich nicht so! Die sind doch alle

präpariert 16 und stehen in Vitrinen“, erwiderte

Fietje.

„Na gut, von mir aus. Aber wenn wir erwischt

werden, ist das alles deine Schuld, mein

Freundchen! Ja, das hast du richtig gehört,

deine Schuld!“, krächzte Arti verärgert.

Aber Fietje meinte nur: „Vertrau mir, alles

wird gut!“

5

10

“Liebe Besucher,

wir bitten Sie, in den

nächsten 10 Minuten

das Senckenberg-

Museum zu verlassen.

Danke für Ihren Besuch

und Ihr Verständnis.“

Ruhig strukturierte Jashandeep ihre

Geschichte, da sie sich schon vorstellen

konnte, dass ihr Schreibpartner Niclas

den Höhepunkt bereits fertig ersonnen

hatte.


114

Ein "Dino-BuRGER" FÜR DIE NAcht

115

Nach der Durchsage liefen alle Besucher

gemächlich zum Ausgang. Fietje und Arti

taten nur so. Und dann versteckten sie

sich in dem Raum mit den Gesteinen, der

gleich in der Nähe war. Etwas später ging

das Licht aus. Totenstille...

1

5


116

Ein "Dino-BuRGER" FÜR DIE NAcht

117

1

5

10

Das einzige Geräusch war Artis Röcheln. (Er

hatte sich die letzten Tage erkältet.) Doch da

war plötzlich noch etwas zu hören. Es waren

Schritte! Und sie kamen auf die beiden zu.

„Ich habe es dir doch gleich gesagt“, krächzte

Arti.

„Aber nein, du wolltest ja nicht auf mich hören.

Nun haben wir den Salat. Jetzt sitzen

wir in dem dunklen Museum fest. Die Ausgänge

sind sicher geschlossen.

Und was nun, du Schlaumeier?“

Fietje hörte ihm nicht weiter zu, denn die

Schritte waren schon wieder zu hören.

„Sei leise!“, ermahnte Fietje den Vogel und

hielt ihm den Schnabel zu.

„Hey, was soll da ...?“ Weiter kam Arti nicht,

denn Fietje presste sich gegen die Wand.

Er hielt Arti fest umklammert. Wieder

Schritte. Scheinbar war der Wachmann auf

seiner nächtlichen Runde.

Da fiel ein Lichtstrahl durch eine Tür zum

Gesteinsraum. Fietjes Herz klopfte so laut,

dass er Angst hatte, der Mann könnte es

hören. Eine Ewigkeit stand der Mann in der

grauen Uniform da. Jetzt leuchtete er auch

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5

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15


118

Ein "Dino-BuRGER" FÜR DIE NAcht

119

Er war der verrückteste Kopf im

Schreibteam des Goethe-Gymnasiums.

Alle hatten viel zu lachen :).

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noch mit seiner Taschenlampe den Raum

aus. Das Licht flog knapp über Fietjes Kopf

hinweg.

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„Puh!“ Dann ging der Mann weg. Seine Schritte

wurden leiser. Bis man sie schließlich

nicht mehr hörte. Fietje ließ Arti endlich los:

Prompt fing der Vogel wieder an zu

plappern.

„Das war vielleicht knapp. Und was machen

wir jetzt?“

„Wir könnten uns immer noch einen Platz

zum Schlafen suchen“, erwiderte Fietje.

„Nichts da, als Erstes müssen wir etwas

essen!“, kam es darauf von Arti.

Sein Magen knurrte. Fietje war ja auch hungrig.

Doch da gab es ein Problem. Woher sollten

sie denn jetzt Essen bekommen?

„Du hast doch am Eingang vorgelesen, dass

es hier ein Restaurant gibt“, sagte Arti mit

funkelnden Augen. „Also, ich flieg schon mal

los.“

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Fietje lief langsam hinter ihm her. Auf leisen

Sohlen bestaunte er immer noch den Inhalt

der Vitrinen. Immer auf der Hut vor dem

Wachmann. Er traute dem Frieden nicht.

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120

Kapitel Ein "Dino-BuRGER" EINS FÜR DIE NAcht

121

„Am besten sind die

1

Dino-Burger“, fand Fietje.

Sie hatten die Burger noch in der Restaurantküche

gefunden.

Als sie fertig gegessen hatten, legte sich

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Fietje auf eines der weichen Sofas, die in

dem Raum mit den Haien standen. Auch Arti

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Sie fanden bald das Restaurant. Es hatte

machte es sich bequem. Doch er blieb lieber

natürlich auch schon geschlossen. Aber sie

mal im Restaurant. Die Nacht mit den Ske-

quetschten sich durch die Tür, die zum Mu-

letten? Niemals!

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seum führte.

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Am nächsten Morgen wur-

„Oh, hier ist es toll!“ Arti fand das prima.

den sie durch die Geräusche

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Eigentlich war er nur froh, dass er endlich

von den Tier-Skeletten weg war. Die hatten

ihm mächtig Angst eingejagt. Was, wenn er

selbst irgendwann hier stand, so ohne

Federkleid?

der Besucher geweckt. Sie

schlichen sich unbemerkt aus

dem Museum und machten

sich auf den Weg zum

nächsten Abenteuer. Wo das

sein würde, mussten sie

sich noch überlegen....

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Wie wäre es, wenn

Du eine Zeitreise zu

den Dinosauriern

machen könntest?

Welchem würdest Du

begegnen wollen?

Hitzig werden die

Ideen besprochen:

"Aber, wenn Arti

doch Angst bekommt?"


122

123

Die Autoren aus dem

Goethe-Gymnasium

übergeben ihre Geschichten

zum Weiterschreiben an die

Carl-Schurz-Schule.

Im Namen der Autoren

wünschen wir viel Spaß!

Schreib sie an!

Liebe Grüße aus dem

Goethe-Gymnasium!

www.federsammler-community.de


124

FederverzeicHNIS

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Deine Federn

S. 35 Nr.1 ungelenk Adjektiv unbeholfen, ungeschickt

S. 84 Nr.9 hantieren Verb etwas benutzen, handhaben

S. 41 Nr.2 perplex Adjektiv verblüfft, verwundert

S. 85 Nr.10 prompt Adjektiv sofort, ohne Zögern

S. 42 Nr.3 hasten

Substantivierung von hasten

Verb rennen, sehr schnell laufen

S. 85 Nr.11 der Ganove Substantiv Bösewicht, Verbrecher, Betrüger

S. 87 Nr.12 wolkenverhangen Adjektiv bewölkt, von Wolken bedeckt

S. 46 Nr.4 regelrecht

Adjektiv umgangssprachlich für: richtig, im

wahrsten Sinne des Wortes,auch: einer

Regel folgend

S. 87 Nr.13 vermeintlich Adjektiv scheinbar, irrtümlich, falsch

S. 53 Nr.5 die Zollabfertigung

Substantiv Kontrolle der Reisenden und ihres

Gepäcks durch Zollbeamte an

einer Grenze

S. 55 Nr.6 skeptisch Adjektiv zweifelnd, misstrauisch

S. 91 Nr.14 gelassen sein Adjektiv ruhig sein, sich nicht aufregen

S. 92 Nr.15 das Gehege

Substantiv von einem Zaun begrenzter

Bereich für ein Wildtier

(Zoo oder Tierpark)

S. 112 Nr.16 präparieren Verb vorbereiten, dauerhaft haltbar machen

S. 69 Nr.7 ausleiern

Verb sich durch häufigen Gebrauch

abnutzen, locker werden

S. 81 Nr.8 Schützling

Substantiv jemand, der von einer Person

beschützt wird


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Danke

127

Unser herzlichstes Danke!

Dieser Kinderroman ist etwas ganz Besonderes.

Er hat nicht nur 17 AutorInnen, diese gehören zudem zu den

jüngsten Roman-AutorInnen Deutschlands.

Allen voran gilt deshalb unser Dank den Frankfurter Jung-AutorInnen, die mit

ihrer Fantasie der Geschichte ihre ganz eigene Handschrift verliehen haben und ihre

wertvolle Arbeit an das kommende Autoren-Team weitergeben. Wir sind gespannt

auf alle Erlebnisse von Fietje und Arti, die aus euren Geschichten noch erwachsen werden!

Dicht darauf folgen die Frankfurter Personen und Institutionen, die mit Vertrauen und

Tatendrang die Entstehung des Romans unterstützt haben.

Danke für die Planung und Durchführung der Schreibwerkstätten:

Goethe-Gymnasium (Schulleiter Herr Wirth, Deutsch-Lehrerin Sarah Aberkane)

Carl-Schurz-Schule (Schulleiter Herr Wyneken, Referendar Johannes Steinl)

Riedberg-Gymnasium (Schulleiter Herr Kühnberger, Deutsch-Lehrerinnen Sabine

Conrad und Franziska Loges)

Fraport AG (Habip Altiok, Dominic Wohlleben)

Danke für die Bereitstellung der Fotos und Foto-Genehmigungen:

Fraport AG (Dominic Wohlleben)

SENCKENBERG Gesellschaft für Naturforschung, Senckenberg

Forschungs- und Naturkundemuseum (Dr. Alexandra Donecker, Judith Jördens)

Zoo Frankfurt (Dr. Caroline Liefke)

Ganz persönlich:

Den Eltern der Jung-AutorInnen, allen Familien und Freunden, die so zahlreich hier nicht namentlich

aufgeführt werden können, möchten wir unseren allerherzlichsten Dank ausdrücken! Begleitet uns

auch weiterhin und lasst euch auf die Schatzsuche unserer Helden mitnehmen!

Das Federsammler Team


Bildnachweis

28-29 Passagierflugzeug innen, © Die Federsammler

30 Fluggastbrücke an einem Flugzeug, © Die Federsammler

31 Fahrwerk eines Flugzeugs, © Die Federsammler

33 A380 Wartungshalle + Flughafenfeuerwehr, Flughafen Frankfurt am Main, © Fraport AG Fototeam StefanRebscher

35 Landefeuer, Flughafen Frankfurt am Main, © Fraport AG Fototeam Andreas Meinhardt

36 Flugzeug beim Landeanflug, © Die Federsammler

38-39 Flughafen Frankfurt am Main mit Feuerwehr, © Die Federsammler

40 Flughafen Frankfurt am Main, © Die Federsammler

41 Gepäckförderanlage, Flughafen Frankfurt am Main, © Fraport AG Fototeam Stefan Rebscher

42-43 Follow-me Fahrzeug, Flughafen Frankfurter am Main, © Fraport AG Fototeam Andreas Meinhardt

44-45 Frachtflugzeug auf dem Flughafen Frankfurt am Main, © Die Federsammler

46-47 Gepäckausgabeband, Flughafen Frankfurt am Main, © Fraport AG Fototeam Sabine Eder

48 1| Zufahrt Abflug Terminal 1, Flughafen Frankfurt am Main, © Fraport AG Fototeam Andreas Meinhardt

2| Flughafen Shuttle-Bus, © Die Federsammler

3| Follow-me Supervision weist eine Maschine ein, © Fraport AG Fototeam Stefan Rebscher

4| Abflugtafel am Flughafen Frankfurt am Main, © Die Federsammler

5| Fraport Verwaltungsgebäude, Flughafen Frankfurt am Main, © Die Federsammler

49 1| Fahrwerk eines Flugzeugs, © Die Federsammler

2| Follow-me Fahrzeug, Flughafen Frankfurter am Main, © Fraport AG Fototeam Andreas Meinhardt

3| Cargo City Süd, Flughafen Frankfurt am Main, © Fraport AG Fototeam Stefan Rebscher

4| Gepäckwagen auf dem Flughafen Frankfurt am Main, © Die Federsammler

5| Dachbegrünung mit Blick aufs Vorfeld, © Fraport AG Fototeam Andreas Meinhardt

6| Startendes Flugzeug, © Die Federsammler

7| Wetterdienst, Flughafen Frankfurt am Main, , © Die Federsammler

8| Flughafen Frankfurt am Main, © Die Federsammler

52 Gepäckausgabeband, Flughafen Frankfurt am Main, © Fraport AG Fototeam Sabine Eder

54, 56, 58-59 Flughafen, Frankfurt am Main, © Die Federsammler

64-65 Skyline Frankfurt am Main mit Europaturm, © Die Federsammler

66 Bankenviertel, Frankfurt am Main, © Die Federsammler

70-71, 73, 75, 76 Haus der Jugend, Frankfurt am Main © Die Federsammler

80-81 Gehege, Eingangsbereich Zoo Frankfurt, © Die Federsammler

82-83, 84-85, 86, 92-93 Zoo Frankfurt, © Die Federsammler

98-99 Restaurant Zum Standesämtchen, Frankfurt am Main, © Die Federsammler

101 Messe Frankfurt am Main, © Die Federsammler

102 Fußgängerzone Frankfurt am Main, © Die Federsammler

104-105 Messeturm, Frankfurt am Main, © Die Federsammler

106-107 Frankfurt am Main, © Die Federsammler

110-111 Saurier vor dem Senckenberg Naturmuseum, Frankfurt am Main, © Die Federsammler

113, 114-115, 116, 118-119, 120 Senckenberg Naturmuseum, Frankfurt am Main, © Die Federsammler

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