Die Federsammler - Fietje und Arti in Frankfurt - Teil 3

federsammler

Die

Federsammler

Fietje und Arti in Frankfurt

Teil 3

Abenteuer-Geschichten

von und mit


Kraaah, kraaah!


Fietje und Arti in Frankfurt - Teil 3


Teil 3

Impressum

Die Federsammler

Fietje und Arti in FrankfurtTeil 3

1. Auflage 2014

©KlangbildVerlag, Jena

Konzept & Projektleitung: Antje Hübner

Hrsg.: Jugend will… gemeinnützige GmbH / Die Federsammler

Jung-Autoren:

Naza Duric, Louiza Gerhardt-Laout, Palina Karniychuk, Konstantin Killinger, Birte Köllen,

Leticia Kreutzer, Pauline Larbig, Alina Mann, Annabelle Räth, Hannah Richter, Wiktoria Weronika Szydlik,

Clara Ilona Treulieb, Maria Ziems

Co-Autoren: Antje Hübner, Ina Haun

Redaktion/ Werkstattleiter: Elisa Schönbrunn, Martin Kohlstedt, Antje Hübner, Ina Haun

Redaktion/Lektorat: Ina Haun, Antje Hübner

Illustration & Satz: Maria Suckert, Weimar

Umschlag: Maria Suckert, Weimar

Fietje und Arti in

Frankfurt

Gedruckt in Deutschland bei Förster & Borries, Zwickau

Der Abdruck der Geschichten erfolgte mit freundlicher Genehmigung der Urheber und ihrer

Erziehungsberechtigten. Vielen Dank!

Die Handlungskulissen der Geschichte sind reale Orte. Die Handlung selbst sowie in Verbindung

stehende Personen und Namen sind frei erfunden.

Alle Rechte vorbehalten

ISBN 978-3-9814441-9-3

www.federsammler.de


5

Die Autoren aus der

Carl-Schulz-Schule

übergeben ihre Geschichten

zum Weiterschreiben an das

Gymnasium Riedberg und

wünschen viel Spaß.

Schreib sie an!

Alles klar! Los gehts!

Die Schüler aus dem

Gymnasium Riedberg

Liebe Grüße aus der

Carl-Schulz-Schule!

übernehmen und schreiben

weiter.

www.federsammler-community.de


Unsere

Jung-Autoren:

Die Autoren aus dem

Gymnasium Riedberg

Pauline

Larbig

11 Jahre

Alina Mann

13 Jahre

Clara

Treulieb

12 Jahre

Maria Ziems

12 Jahre

Birte

Köllen

12 Jahre

Palina

Karniychuk

13 Jahre

Annabelle

Räth

11 Jahre

Louiza

Gerhardt-

Laout

11 Jahre

Wiktoria

Szydlik

12 Jahre

Konstantin

Killinger

10 Jahre

Naza Duric

12 Jahre

Hannah

Richter,

12 Jahre

Leticia

Kreutzer

11 Jahre


Fietjes Tagebuch

Feder-Schatz

Wort aus dem Text

Fietje erzählt seinem Tagebuch, wie er und

Arti von einer Stadt in die nächste gelangten.

Dies ist jeweils die Eingangsgeschichte eines

jeden Federsammler-Bandes.

Wie cool!

Dein Buch ist nicht „nur“ ein Buch!

Auf manchen Seiten fliegen Federn.

Die Autoren schenken dir damit vielleicht für dich neue

Wörter, die im Text rot markiert sind.

Wenn du möchtest, kannst du auch Autor

der Federsammler-Reihe werden.

In welcher Stadt die beiden Helden bald

sein werden und wie du mitschreiben

kannst, erfährst du unter

www.federsammler-community.de

Melde dich an, schreibe mit anderen am

neuen Tagebuch-Eintrag und werde damit Autor

des nächsten Federsammler-Bandes!

Wenn du das Abenteuer von Fietje und Arti zu Ende

gelesen hast, kannst du deinen Feder-Schatz noch einmal

überblicken.

Du findest ihn auf Seite 138.

...beim...

Viel...

Als Dankeschön erhältst du

dein eigenes druckfrisches

Buch.

...Spaß...

...Lesen

und...

...Schreiben!

ERFAhRE MEHR Über

die Federsammler-

Community


10

WER IST WER?

Sprachlos-Land

Wort-Reich

Fietje ist ein ganz normaler

Junge. Er ist 12 Jahre alt und

kommt aus Jena. Er liebt das

Skaten. Zusammen mit seinem

Papagei Arti erlebt er viele Abenteuer.

Er muss den Vogel und

seine Federn oft beschützen.

Er und sein Freund Arti sind auf

der Flucht vor den Männern aus

Sprachlos-Land.

Arti ist ein Graupapagei. Er ist

1439 Jahre alt. Er ist der König

von Wort-Reich. Er spricht 100

Sprachen und sucht den großen

deutschen Sprachschatz. In jeder

seiner Federn ist ein Wort. In seinen

roten Federn sind seine Lieblingswörter

oder ganze Sprachen.

Überall wo er hinfliegt, sammelt

er neue deutsche Wörter für sein

Wort-Reich. Er ist sehr klug und

kennt sich aus.

Fietjes Skateboard

ist ein Zauber-Skateboard. Es hört

auf Befehle. Arti kann sich in dem

Skateboard verstecken. Der Papagei

kann hinein verschwinden, wenn

Fietje es nass macht.

Wenn Fietje es trocknet, kann Arti

wieder herauskommen. Es kann

fliegen.

Herr Keinwort &

Mister Mundzu

kommen aus Sprachlos-Land. Dort

kann man keine Sprache sprechen.

Sie sprechen nur eine Sprache aus

Gedanken. Die beiden Männer sind

hinter Arti und seinem Sprachschatz

her. Sie versuchen, ihn für

ihr Land zu fangen. Jedes Wort =

jede Feder, die sie von Arti stehlen,

sprechen sie laut aus.


inhaltsverzeichnis

1. Eine Oma in Not

2. Im Namen der Gerechtigkeit

3. Sprachlos im Stockwerk 55

4. Durchs Schlüsselloch

5. Die Goldene Katze

6. Die Feder im Altpapier

7. Eine Glocke hinter Gittern

8. Sprung ins Sprachlos-Land

Feder-Schatz

15

31

43

53

65

77

107

123

138


14

15

"Eine Oma in Not"

geschrieben von:

Pauline Larbig

11 Jahre

Riedberg-Gymnasium


16

EINE OMA IN NOT

17

Wo sind

wir?

1

5

Als Fietje und Arti aufwachten, befanden sie

sich wieder mitten in Frankfurt. Und zwar im

Hauptbahnhof. Niemand schien sie bemerkt zu

haben.

„Wo sind wir?“, fragte Arti.

„Na immer noch in Frankfurt. Im Bahnhof, Du

Clown!“, antwortete Fietje.

10

„Lass uns doch einfach weiter die Stadt anschauen“,

schlug Fietje vor.

Also gingen die beiden in Richtung Ausgang.

Dass ihnen jemand folgte, bemerkten sie dabei

wieder einmal nicht. Unbemerkt konnte der Mann

mit dem schwarzen Hut, schwarzen Anzug und ohne

Schuhe hinterherlaufen.

1

5

„Hey, warte, Arti!“, rief Fietje auf einmal aufgeregt.

„Wo ist das Skateboard?“

… noch einmal lesen,

worum es im letzten

Band ging.


18

EINE OMA IN NOT

19

1

Draußen angekommen, sahen Arti und Fietje nach

kurzer Zeit, wie das Skateboard langsam näher kam.

Es war selbstständig geworden.

5

„Vorsicht!“, wollte Fietje gerade noch rufen. Aber es

war schon zu spät.

10

Das Board war in eine ältere Dame hineingefahren,

hatte sie geschnappt und ... die Oma fuhr auf dem

Skateboard durch die Straßen. Das Board raste mit

der Oma los. Es wollte gar nicht mehr bremsen.

„Halt! Halt!“, riefen Arti und Fietje immer wieder.

15

20

25

Doch es hörte nicht. Die arme alte Frau stand schockiert

auf dem Skateboard. Vor Schreck konnte sie

kein Wort sagen. Die Leute sprangen schnell zur Seite,

damit sie nicht umgefahren wurden.

Ein Mann ließ schockiert die Leine seines Hundes

los. Der jagte dem Board hinterher und riss einem

kleinen Mädchen das Eis aus der Hand. Den Papagei,

welcher dem Skateboard hinterherflog, bemerkte

man in dem Durcheinander nicht.

Irgendwann hatte das Board genug und wurde langsamer.

Es warf die Oma ab und kam zum Stillstand.

Halt!

Halt!


20

EINE OMA IN NOT

21

1

Als Fietje und Arti ankamen, sahen sie gerade noch,

wie die alte Dame in einen Krankenwagen stieg. Fietje

fragte den Sanitäter, wie es der alten Dame gehen

würde.

Wichtigeres?“ Fietje war ärgerlich.

„Es ging mir einfach nicht mehr aus dem Kopf“, sagte

Arti.

1

5

5

„Sie steht unter Schock und hat sich den Arm

verstaucht“, erwiderte der Mann.

Fietje schaute noch einmal vorsichtig nach der Oma

im Krankenwagen. Sie wurde gut versorgt.

10

„Edel sei der Mensch, hilfreich und gut“, kam es jetzt

von Arti.

„Was soll das denn jetzt bitte?“, wollte Fietje wissen.

„Los Arti, lass uns lieber gehen! Bevor noch jemand

Fragen stellt“, sagte er

schließlich.

10

Johann Wolfgang von Goethe

15

„Das habe ich vorhin gelesen.

Ist von Goethe“, sagte

der Papagei lässig.

Johann Wolfgang von

Goethe ist einer der größten

deutschen Dichter. Nach ihm ist

ein ganzes Zeitalter benannt - die

Goethezeit. Er lebte von 1749 bis 1832

und hat sehr viele Gedichte, Dramen

„Gibt es grade nichts

und Geschichten geschrieben. Zu den

berühmtesten zählen "Die Leiden des

jungen Werthers" , "Der Erlkönig"

und "Faust". Er wird auch als Universalgenie

bezeichnet, denn er war

1

gleichzeitig Schriftsteller, Philosoph,

Naturwissenschaftler, Jurist und

Staatsmann.

Was meinte

Goethe mit

edel?


22

EINE OMA IN NOT

23

1

Fietje, weißt du, wie wir zum Goethe-Haus

kommen?“

zumute

1

zumute =

ein

bestimmtes

Gefühl haben,

innere

Stimmung

2

einst =

früher, vor

langer Zeit

5

10

Offensichtlich war Arti an dem Dichter sehr

viel gelegen. Also sollte er sein Goethe-Haus

bekommen. War ja auch etwas ganz Besonderes.

In Frankfurt war der größte deutsche

Dichter geboren. Fietje hatte zwar erst wenig

Lust. Doch als er vor dem Goethe-Haus stand

und in die heiligen Hallen eingetreten war, wurde

ihm sehr eigenartig zumute 1 . Das war alles

sehr ehrfürchtig.

Hier hat der Dichterfürst einst 2 gewohnt und

gelebt. Derjenige, von dem die ganze Welt heute

WAS WAR HIER LOS?

Goethe-Haus und Goethe-Museum

Das Goethe-Haus war das

Wohnhaus der Familie. Hier

wurde Johann Wolfgang von Goethe

am 28. August 1749 geboren.

Heute kann man einen Rundgang

durch die 4 Stockwerke des Hauses

machen. Die Räume und alten Möbel

geben einen Einblick in das Leben des

berühmten Dichters.

Erfahre mehr

15 1

noch spricht.

Auf einmal fiel die große Eingangstür zu. Danach

schlossen sich auch die Fenster. Wie von

Männer. Sie haben uns eingesperrt“,

„Das waren sicher die zwei schwarzen

selbst.

plapperte Arti.

5

„Möglich“, stellte Fietje schulterzuckend

fest.

einst

Er konnte sich ein schlechteres Gefängnis

vorstellen.

10


24

EINE OMA IN NOT

25

Er lief neugierig die vergoldeten Treppen hinauf

und sah sich bei Goethe um. Dabei verging

einige Zeit. Für die beiden war es wie Stunden.

1

Auf einmal hörten sie ein Knarren und darauf

ein Splittern. Als sie sich umsahen, glaubten sie

ihren Augen nicht zu trauen.

5


26

EINE OMA IN NOT

27

1

Da stand das Mädchen mit den blauen Haaren.

Sie hatte ein Fenster von außen zerbrochen,

um hereinzuschlüpfen.

5

„Du??? Warum bist du hier?“

Los schnell,

beeilt

1

„Ich habe zwei gefährliche Männer gesehen.

euch.

Habe sie abgelenkt, indem ich Steine in ein Ge-

5

büsch geworfen habe. So als wäre dort etwas,

10

was ich verscheuchen will und …“

Weiter kam sie nicht, denn die Eingangstür

wurde unten mit lautem Knarzen geöffnet.

10

15

„Los schnell, beeilt euch! Ihr müsst sofort raus

hier! Ich halte sie an der Treppe auf“, rief das

Mädchen.

Fietje sagte noch: „Bis bald!“


28

EINE OMA IN NOT

29

1

5

10

Und schon kletterte er aus dem zerbrochenen

1 1

rechtzeitig, bevor die Männer aus dem Sprach-

Fenster ins Freie. Fietje rief sein Skateboard.

los-Land sie erreichen konnten.

Es kam geflogen. Er schnappte es sich und sie

flogen so schnell sie konnten weg. Gerade noch

Ohne genau zu wissen wohin, flogen sie in

Richtung Römerberg.

5


30

31

"Im Namen der

Gerechtigkeit"

geschrieben von:

Birte Köllen

12 Jahre

Riedberg-Gymnasium

Wiktoria Szydlik

12 Jahre

Riedberg-Gymnasium


32

IM NAMEN DER GERECHTIGKEIT

33

1

Fietje rieb sich staunend die Augen. Er stand auf

einem Platz, der mit grauen Steinen gepflastert

Arti, sag mal, hast du dem Skateboard einen

1

war. Das war an sich noch nichts Besonderes.

Befehl gegeben?“

3

wimmeln =

sich wild

durcheinander

bewegen

5

Doch rundherum türmten sich alte Fachwerkhäuser

auf. Trotz des Regens wimmelte 3 es nur

so von Touristen.

Der Graupapagei auf seiner Schulter antwortete

empört: „Mein lieber Freund, du hast dieses Ding

zum Rollen gebracht, wie immer!“

5

4

plätschern =

gleichmäßig

fließen, auch:

langsames

Verstreichen

der Zeit

Die beiden Freunde sahen sich fragend an. Hier

waren sie doch schon einmal. Das Mädchen mit

„Nein, ich war es auch nicht. Wer dann?“, flüs-

10

den blauen Haaren! Es kam Fietje wieder in den

terte Fietje.

Sinn.

10

Arti legte den Kopf zur Seite. Er widmete sich

lieber wieder der Umgebung. Da fiel Fietje der

wimmeln

plätschernde 4 Brunnen auf. Zielstrebig drängte

er sich durch die Touristen, um eine bessere

Sicht zu bekommen. In der Mitte des Brun-

15

plätschern

nens sah er die Figur einer jungen

Frau. Sie hielt in der einen Hand

eine Waage und in der anderen

ein Schwert.

Wiktoria und Birte

beratschlagen, wie

es weitergehen soll.


34

IM NAMEN DER GERECHTIGKEIT

35

1

5

„Der Justitia-Brunnen. Faszinierend, nicht wahr?“

Fietje drehte sich um. Ein junges Mädchen mit dunklem

Haar schaute in den kleinen Reiseführer in ihren

Händen. Sogleich hob sie den Kopf und lächelte Fietje an.

„Natürlich sind wir nicht von hier“, krächzte Arti verärgert

von Fietjes Schulter.

„Oh, du hast deinem Vogel das Sprechen beigebracht?“,

fragte das Mädchen.

1

5

10

15

„Hallo, ich bin Natsumi und wie heißt du?“

„Ich bin Fietje. Dieser Brunnen ist wirklich schön“,

meinte er scheu.

„Ja, es ist der Gerechtigkeitsbrunnen. Er wurde

früher sogar mit Wein gefüllt.“

Sie erzählte ihm noch mehr über

den Römerberg, auch über das

imposante Rathaus

Frankfurts.

Entrüstet 5 plusterte der Papagei seine wertvollen

Wort-Federn auf.

„Äh, jaaah … und du? Kommst du aus Frankfurt?“, sagte

Fietje schnell.

„Nein, ich bin zur Internationalen Deutsch-Olympiade

hergekommen. Ich stamme

aus Japan“, erklärte ihm

das Mädchen.

15

RÖMERBERG

plustern

Der Römerberg ist der Rathausplatz

in Frankfurt. Er

bildet das Zentrum der Altstadt.

5

entrüstet =

ärgerlich,

empört

10

20

„Du kommst nicht von

hier, oder? Dein Wissen

über die Stadt ist nicht

groß“, schmunzelte

Natsumi.

entrüstet

Zahlreiche historische Fachwerkhäuser

stehen hier. Das imposante

Rathaus, auch Römer genannt, ist

das Wahrzeichen der Stadt.

In der Mitte des Platzes befindet

sich der Justitia- oder Gerechtigkeitsbrunnen,

ein Springbrunnen

mit einer Skulptur der Göttin der

Gerechtigkeit.

ERFAhRE MEHR


36

IM NAMEN DER GERECHTIGKEIT

37

1

„Lass uns zu dem goldenen Mann da drüben

Sprachlos-Land, die auf der

1

gehen“, schlug Natsumi vor.

Jagd nach Artis Wort-Federn

sind. Natsumi war erstaunt,

Arti verdrehte die Augen. „Goldener Mann, was es

glaubte ihm aber.

1

5

heutzutage alles gibt!“

Fietje willigte ein und sie liefen zu der mit goldener

Farbe besprühten Person. Fietje kramte in

5

seiner Hosentasche nach einem 50-Cent-Stück

10

und warf es in die Blechdose vor dem Mann. Als

sich der Mann nur nickend bedankte, trafen Fietje

seine Blicke. Es war Herr Keinwort aus Sprachlos-Land!

Fietje erschrak. Er konnte durch Herrn

10

Keinworts Augen in sein Inneres hineinsehen.

15

Dort, wo ein Herz hätte sein sollen, war keins.

Blitzschnell griff er nach Natsumi´s Hand und zog

sie von dem goldenen Mann weg.

20

„Was ist los?“, rief sie, während sie Richtung Dom

davoneilten.

Fietje erklärte ihr, dass der Papagei von alleine

sprechen konnte und der König von Wort-Reich

25

war. Er erzählte ihr auch von den Agenten aus


38

IM NAMEN DER GERECHTIGKEIT

39

1

5

Als sie den Dom betraten, sahen sie, wie Mister

Mundzu aus einer Ecke hervor trat. Er versuchte,

ihnen den Weg zu versperren. Fietje blickte hinter

sich. Der goldene Mann hatte sie verfolgt. Jetzt

waren sie umzingelt. Es gab keinen Ausweg.

Da kam eine Frau auf sie zu.

Kaiserdom St. Bartholomäus

Der Kaiserdom St. Bartholomäus

ist die größte Kirche

Frankfurts. Hier erhielten die Kaiser

der vergangenen Jahrhunderte

1

ihre Krone.

Den 95 Meter hohen Turm kann

man hochsteigen. Ein enges

10

„Natsumi, wo bleibst Du? Wir müssen los. Der

Empfang im Römer geht los!“

Fietje, Arti, das ist meine Lehrerin.“

Natsumi lächelte.

Treppenhaus mit 300 Stufen führt

nach oben. Von da hat man einen

tollen Blick auf die Stadt.

ERFAhRE MEHR

5

15

Als die Bösewichte die Lehrerin sahen, zogen sie

sich sofort verärgert zurück. Arti war wieder

unerreichbar für sie. Keiner aus der normalen

Welt durfte merken, was sie im Schilde führten.

10

20

„Uff, das war knapp“, sagte Fietje.

Nun mussten sie sich von Natsumi verabschieden,

denn sie und ihre Lehrerin eilten ins Rathaus,

den feierlich gekleideten Menschen hinterher.


40

IM NAMEN DER GERECHTIGKEIT

41

1

Die beiden Freunde schlichen in eine Nebengasse,

„Ich dachte, sie sind aus Sprachlos-Land.“

1

damit die Agenten sie nicht sehen konnten.

„Jaja, du hast richtig gehört. Aus meinem Wort-

„Seit wann verfolgen dich die beiden eigentlich?“

Reich. Sie stahlen uns Wörter und brachten sie nach

5

Sprachlos-Land. Dort holten sie sich dicke Belohnun-

5

Fietje fragte Arti das erste Mal danach. Es war doch

gen dafür ab. Beim König von Sprachlos-Land.“

noch nicht alles gesagt zwischen ihnen.

„Und was passierte dann?“, fragte Fietje mit großen

„Vor langer Zeit wurden sie aus dem Wort-Reich ver-

Augen.

10

bannt“, begann der Papagei zu erzählen.

10

„Der böse König riss alle Wörter an sich. Und zwar

„Aus Wort-Reich?“, fragte Fietje verdutzt.

auch alle, die Herr Keinwort und Mister Mundzu selbst

jemals besaßen. Er gab ihnen die Namen, die sie heute

tragen und belegte sie mit einem Bann 6 . Seitdem

können sie nur noch in Gedankensprache miteinander

15

6

der Bann =

Zauber oder

Fluch

sprechen, müssen noch mehr Wörter für den König

ergaunern und dürfen nie mehr ins Wort-Reich

zurück. Alle Wörter, die sie stehlen, müssen sie laut

aussprechen, dürfen sie aber nicht behalten. Sollten

sie das aber versuchen, fallen sie in Ohnmacht.“

20

„Wie in Zwickau, in dem Schachtturm“, unterbrach

Fietje seinen Freund.

Bann

„Ja genau. Die beiden haben alles verloren.“

25


42

43

"Sprachlos im

Stockwerk 55"

geschrieben von:

Clara Treulieb

12 Jahre

Riedberg-Gymnasium

Hannah Richter

12 Jahre

Riedberg-Gymnasium


44

SPRACHLOS IM STOCKWERK 55

45

1

5

Mit einem Schlag war alles dunkel. Fietje kam zu sich.

Er lag auf dem Rücken. Von den großen Fenstern der

riesigen Wolkenkratzer wurde das grelle Sonnenlicht

reflektiert. Es blendete ihn. Sein Skateboard lag neben

ihm und eines seiner Räder drehte sich noch.

Verzweifelt sah er sich nach Arti

um. Doch er konnte ihn nirgends

entdecken. Plötzlich kitzelte es ihm

20

10

15

an der Nase. Eine rote Feder.

Sie strich über sein Gesicht.

Dann schaute Arti ihm direkt

in die Augen.

„Pass doch auf, du Depp!“

Verärgert kniete Fietje sich hin.

Er bekam sofort eine Kralle an

seiner Nasenspitze zu spüren.

Arti wollte sich daran festhalten.

“Aua! Das tut

doch weh!“

Der Schmerz war kaum auszuhalten.

„Schau mal, da drüben“, rief Arti begeistert. Er zeigte

mit seinem Flügel auf ein Plakat. Auf dem stand:

„Da müssen wir hin!“, krähte

Arti Fietje ins Ohr.

„Na, meinetwegen. Vielleicht

sehen wir das Mädchen mit

den blauen Haaren ja dort

wieder.“

10

WOLKENKRATZER-

FESTIVAL

vom 10. bis 12. Mai 2014

Der Messeturm zum ersten

Mal für Besucher geöffnet.

Da müssen

wir hin!

1

5


46

SPRACHLOS IM STOCKWERK 55

47

1

Fietje klemmte sich sein Skateboard unter

den Arm, setzte sich Arti auf die Schulter und

5

rannte los. Als sie am Messeturm ankamen,

mussten sie sich leider erst einmal in der langen

Schlange anstellen.

1

„Warum dauert das denn so lange?“, nörgelte Arti

ungeduldig.

5

7

schwummrig =

schwindelig,

unwohl

10

Nach einer halben Stunde standen sie endlich im

Aufzug. Über Lautsprecher wurde angesagt, dass der

Messeturm 265,5 Meter hoch ist. Na und dann der

andere übliche Rest. Fietje war noch schwummrig 7 und

Lust auf Sehenswürdigkeit hatte er heute gar keine.

Warum dauert

das denn so

lange?

10

15

MESSETURM

Der Messeturm ist ein rund

257 Meter hoher Wolkenkratzer.

Das Bürohochhaus wird

wegen seiner Form auch Bleistift

genannt. 4000 Arbeitsplätze können

auf 55 Etagen untergebracht

werden. Messeveranstaltungen

finden im Turm aber nicht statt.

Was war eigentlich vorher

passiert? Sie waren doch am

Römerberg? Und dann?

schwummrig

ERFAhRE MEHR


48

SPRACHLOS IM STOCKWERK 55

49

1

5

Fietje schaute auf die Tastatur und drückte gedankenverloren

auf die Nummer 55. Das war das

höchste Stockwerk. Der Aufzug setzte sich in Bewegung.

Doch plötzlich fing er an zu rütteln. So sehr,

dass Fietje hinfiel. Arti versuchte sich vergeblich

irgendwo festzukrallen. Dann hörten sie ein Geräusch,

als wenn jemand mit den Fingernägeln über eine

Tafel kratzt.

1

5

10

„Quietsch!“ Mit einem kräftigen Ruck stand der Aufzug

still. Fietje lag immer noch auf dem Boden. Mit

vor Schreck weit aufgerissenen Augen versuchte er

sich zu erheben. Die Türen des Aufzugs öffneten sich.

Fietje wollte sofort raus. Im Vorbeigehen fiel ihm

auf, dass der rote Alarmknopf im Lift jetzt grau war.

Auch vor dem Fahrstuhl war alles grau.

10

15

Hannah und Clara

suchen ihren Handlungsort

auf dem Stadtplan.

Sie standen in einem grau gestrichenen Gang mit

schwarzen Holzmöbeln. Ein Mann mit schwarzem

Anzug und Zylinder ging vorbei. Nein, nicht Herr Keinwort.

Auch nicht Mister Mundzu. Ein anderer. Womöglich

ein dritter Agent? Arti begann zu zittern und

unterdrückte nur schwer einen Aufschrei. Sie waren

mit dem Aufzug ins Sprachlos-Land gefahren. Da

bestand kein Zweifel.

20

25


50

SPRACHLOS IM STOCKWERK 55

1

Der Vogel wollte schnell in den Aufzug zurück. Doch wo

war der hin? Arti zupfte Fietje am Ärmel und deutete

mit seinem Flügel auf einen anderen Aufzug. Sie

rannten um ihr Leben.

51

5

Geschafft! Drin! Sie fuhren schnell mit dem Lift hinunter.

Diesmal gab es auch kein Gerappel.

1

10

Unten angekommen, traten sie aus dem Messeturm

ins Freie. Doch ...! Auch hier war alles grau.

Fietje hatte so sehr gehofft, dass sie

zurück in seiner Welt wären.

Er schaute an sich herunter und

musste mit Entsetzen feststellen, dass er schwarzweiß

aussah. Dunkle Gestalten gingen vorbei, alle im

selben Takt.

5

1

10

„Wie Maschinen!“, dachte Fietje.

Der Lift war also ein Portal ins Sprachlos-Land

gewesen.

5

„Wie das Denkmal von Robert Schuhmann in Zwickau.

Wie sich doch alles wiederholt.“

10

Fietje erinnerte sich ungern an diese Momente.

Artis Schwanzfedern waren jedoch rot geblieben. Das

war neu! Als Fietje seinen Papageien darauf hinweisen

wollte, stand vor ihm ein hochgewachsener Mann.


52

53

"Durchs Schlüsselloch"

geschrieben von:

Maria Ziems

12 Jahre

Riedberg-Gymnasium

Naza Duric

12 Jahre

Riedberg-Gymnasium


54 LOREM DURCHS IPSUM SCHLÜSSELLOCH DOLOR

55

1

Fietje fühlte sich wie benommen. Der Mann hob

5

seine Hand ganz langsam und ließ sie über Fietje hinweggleiten.

Von oben bis unten. Überall, wo er drüber

strich, wandelte sich Fietjes Kleidung von grau in bunt.

Dann strich der Mann über Fietjes Gesicht. Er wurde

Ja, alles

ist wieder

bunt!

1

ohnmächtig.

Als Fietje seine Augen wieder öffnete, befand er sich

5

auf dem Dach eines anderen Wolkenkratzers.

10

„Ja, alles ist wieder bunt!“

1

Naza und Maria

vertieft in den Figurenkatalog

Sie hatten einen Ausblick auf ein großes wunderschönes

Gebäude – die Alte Oper.

Arti befahl Fietjes Skateboard, dass es mit ihnen dort

hinfliegen sollte. Das Skateboard brachte die beiden

sicher auf den Boden. Den bunten Boden. Zum Glück!

5


56 LOREM DURCHS IPSUM SCHLÜSSELLOCH DOLOR

57

1

5

10

ALTE OPER FRANKFURT

Vor der Alten Oper hielten Fietje zwei Mädchen

auf. Das eine, etwas kleinere Mädchen, sagte zu

ihm:

„Gut, dass du da bist. Ich bin Naza und das ist

meine Freundin Maria.“

Dann fuhr sie im Flüsterton fort:

„Du hast eine Aufgabe zu erledigen, sonst

kommst du nie wieder von

hier weg. Du musst einen

Das ehemalige Frankfurter Opernhaus

von 1880 wurde im Krieg 1944

zerstört und dann wieder aufgebaut.

Große Musicals und Shows, Konzerte und

rauschende Bälle finden hier statt. In den

großen Saal passen 2500 Zuschauer. Er

ist komplett mit Holz getäfelt und im Stil

der 80er Jahre wiederaufgebaut. Es gibt

ausserdem noch den Mozart-Saal und

kleinere Räume. Da passen noch einmal

über 1000 Menschen rein.

Schlüssel suchen. Für ein

Portal. Doch es gibt zwei Tore.

eindringlich

Nur das eine führt dich weiter durch deine Welt.

Das andere führt zum Sprachlos-Land. Wenn

du vor dem falschen Tor stehst, kommen wir

und warnen dich. Stürme nicht sofort los. Wenn

du es nicht schaffst, bleibst du für immer eine

dieser Figuren. Du hast 24 Stunden Zeit.“

Sie schaute auf ihre Uhr und sagte eindringlich 8 :

„Jetzt los, beeile dich!“

„Was für Figuren denn?“

1

5

10

8

eindringlich =

mit großem

Ernst

ERFAhRE MEHR


58 LOREM DURCHS IPSUM SCHLÜSSELLOCH DOLOR

59

1

Fietje winkte ab und machte sich mit Arti auf den

Weg. Doch vorher wollte er sich noch die Alte Oper

von innen anschauen. 24 Stunden waren ja noch eine

lange Zeit.

1

5

Sie betraten den atemberaubend schönen und riesigen

Saal. Fietje kam nicht mehr aus dem Staunen

heraus.

5

10

9

andächtig =

ergriffen,

feierlich

15

„Wenn das jetzt schon so schön aussieht, wie wunderschön

wird es sein, wenn überall die Lichter

leuchten“, sprach er andächtig 9 vor sich hin.

„Ja, ja. Komm jetzt, du Träumer! Wir dürfen unsere

Aufgabe nicht vergessen. Ich will nämlich nicht zu

einer dieser Figuren werden. Also los!“, fing Arti an zu

meckern.

10

20

Fietje versuchte ihn zu beruhigen.

„Was für Figuren denn nur? Ist doch alles gut!

Es sind erst zwei Stunden um.“

andächtig


60 LOREM DURCHS IPSUM SCHLÜSSELLOCH DOLOR

61

1

Sie begannen, den ganzen Saal nach dem Schlüs-

Da erblickte er Herrn Keinwort. „Auch der noch!“,

1

sel abzusuchen. Aber es war keiner zu finden.

fluchte Fietje.

Wäre auch zu einfach gewesen. Gleich hier in der

Oper. Fietje ließ sich enttäuscht auf einen Stuhl

Da kam Arti angeflogen. Er hatte den Schlüssel

5

fallen. Er schaute auf seine Uhr.

gefunden. Fietje gab Arti ein Zeichen. Er rannte

5

aus der Oper. Arti flog hinterher. Den Schlüssel

„Hä? Das kann doch nicht sein! Nur noch 15 Stun-

fest im Schnabel. Draußen krallte er sich an einer

den, 28 Minuten und 53 Sekunden! Wie lange sind

Laterne fest. Und dort war noch etwas. Er hatte

wir denn schon hier? Mein Gott!“

das Portal gefunden!

HÄ?!


62 LOREM DURCHS IPSUM SCHLÜSSELLOCH DOLOR

63

1

5

Es blieben ihnen nur noch 57 Minuten!

Ob das auch das richtige Portal war? Arti steckte

den Schlüssel in das Schlüsselloch ... und ... er

passte! Arti flog hinein. Als auch Fietje seinen Fuß

ins Portal stecken wollte, kamen Naza und Maria

angerannt.

„Nein!“

Fietje zeigte auf den riesigen Springbrunnen. Er

musste etwas mit ihrer Suche zu tun haben. Da

war sich der Junge sicher. Am Springbrunnen

war etwas eingeritzt. Eine Notiz, ein Hinweis?

„Zur Kleinmarkthalle“. Daneben ein Loch.

„Das andere Schlüsselloch! Juhu!“

Fietje steckte den Schlüssel

in das Loch.

1

5

10

Es war also das falsche Portal. Es war

das Portal zum Sprachlos-Land! Arti flog

schnell wieder raus. Fietje schloss das Portal

hektisch wieder ab.

15

„Wir haben nur noch sieben Minuten Zeit!“,

stöhnte Fietje.

„Was? Das schaffen wir nie“, meinte Arti entsetzt.

Zur Kleinmarkthalle

20

„Das ist unmöglich. Wir werden für immer eine

dieser Figuren sein!“

Arti, siehst du das dort hinten?“


64

65

"Die Goldene Katze"

geschrieben von:

Annabelle Räth

11 Jahre

Riedberg-Gymnasium

Louiza

Gerhardt-Laout

11 Jahre

Riedberg-Gymnasium

Leticia Kreutzer

11 Jahre

Riedberg-Gymnasium


66 LOREM DIE GOLDENE IPSUM KATZE DOLOR

67

1

Unsanft landete Fietje direkt neben einem Lebensmittelstand.

Diese Portalsprünge waren wirklich

anstrengend. Aber sie hatten es in den letzten

sieben Minuten geschafft und waren zum Glück

5

10

nicht wieder im Sprachlos-Land angekommen.

Jetzt standen sie tatsächlich in der Kleinmarkthalle.

Ein wirklicher Ort mit wirklichen Menschen. Fietjes

Welt war wieder da. Und er auch. Doch seine Füße

fühlten sich an als wären sie aus Stein.

Er ging vorsichtig hinein. Die Lebensmittelstände

waren bunt und voll. In dem langen Gang standen

unzählige Regale.

„Das ist kein angemessener Ort für einen König“,

krächzte es über ihm.

Arti war einfach nie zufriedenzustellen.

1

5

KLEINMARKTHALLE

Die Kleinmarkthalle ist eine

Markthalle in der Mitte von

Frankfurt. An vielen Marktständen

gibt es alle Arten von frischen Lebensmitteln,

Obst, Gemüse, Backwaren,

Fleisch, Blumen und mehr. Auch “Weck

und Worscht“ (Brötchen und Wurst)

findet man an den Imbissständen. Die

Kleinmarkthalle in Frankfurt ist Kult

und das schon seit 1879.

ERFAhRE MEHR


68 LOREM DIE GOLDENE IPSUM KATZE DOLOR

69

1

5

Auf einmal hörten sie ein Geräusch. So ein Kratzen

oder Schlagen. Sekundenlang standen sie wie

erstarrt da und lauschten halb verängstigt, halb

gespannt. Es kam von hinten, es kam von dort, wo

sie wehrlos waren.

1

Mit pochendem Herzen drehte sich Fietje um und

sah in zwei grün leuchtende Augen.

5

10

„Grün?“

15

Erleichtert atmete Fietje auf. Die Agenten konnten

es nicht sein, denn ihre Augen waren schwarz.

Doch eine goldene Gestalt kam aus dem Schatten.

Schon wieder der goldene Mann?

10

20

Nein! Diesmal war es eine Katze. War die Katze

auch mit Goldspray angesprüht worden? Fietje

dachte, es wäre eine gewöhnliche Straßenkatze,

doch dann begann sie zu sprechen.


70 LOREM DIE GOLDENE IPSUM KATZE DOLOR

71

Warum glotzt du mich denn so an? Ich bin

doch nicht aus dem Wort-Reich hergekommen,

damit du mich nur anglotzen kannst.

Tut etwas! Wort-Reich ist in Gefahr! Sprachlos-Land

bereitet sich auf einen Angriff vor. Bald werden

sie merken, dass das Portal des Brunnens hierher

führt. Du musst schnell weg. Und Arti, du musst

den Satz herausfinden, der die beiden Agenten zu

Konfetti macht!

„Wenn ich mir vorstelle, dass diese grauen Typen

zu ... hihi ... Konfetti werden, dann ... hihi ... dann ...“

Jetzt musste Fietje lachen. Seine Anspannung war

verflogen.

„Das ist nicht witzig!“, krächzte Arti wütend.

1

5

„Den Satz herauszufinden, ist die einzige Möglichkeit,

diese Typen zu besiegen. Meine Zeit läuft gleich ab.

Ich muss gehen! Doch ich habe euch noch einen

Hinweis zu geben. Hört gut zu!“, erklärte die Katze.

10

Sie hob ihre Stimme und sagte sanft:

„Dort, wo das Geld an der Stange wächst und von

12 Sternen umringt wird, werdet ihr den ersten

Teil des Satzes finden. Und den Hinweis zu einer

Feder, die ihr braucht.“

15

Louiza hat schon

in der 3. Klasse für

die Frankfurter Neue

Presse geschrieben.


Weißt du, wie viel Geld

eine "Stange Geld" ist?

72 LOREM DIE GOLDENE IPSUM KATZE DOLOR

73

„Warum sollten meine treuen Untertanen ihren

1

1

Mit diesen Worten löste sich die Katze in Nebel auf.

König veräppeln?“, schimpfte Arti gereizt.

„Was war das denn?“, fragte sich Fietje verwundert.

„Gut, gut, dann lass uns überlegen, wo wir die Stange

Geld finden“, sagte Fietje.

5

5

„War das alles? Seit wann wächst Geld auf Stangen

und wird von 12 Sternen umringt? Ich wette, sie

Er war etwas erschrocken über Artis bissige

10

foppen =

jemanden

ärgern,

belügen

wollte uns nur foppen 10 .“

Reaktion.

Er überlegte: „Geld auf Stangen ... unser Geld heißt

10

Euro, Euro auf Stangen ... umkreist von 12 Sternen

... Moment! Sie hat nicht gesagt, dass es echtes

Geld sein muss, oder?“

foppen

2


74 LOREM DIE GOLDENE IPSUM KATZE DOLOR

EURO-DENKMAL

Taugenichts

75

Der Euro wurde am 01.01.2001 als

Währung eingeführt. Als es das

erste Mal eine Euro-Münze gab, wurde

Arti schüttelte den Kopf.

1

1

feierlich das Denkmal an Silvester

2000/2001 enthüllt. Das 15 Meter hohe

Denkmal steht vor der Europäischen

Zentralbank. Es hat 12 goldene Sterne

und ist aus Eisen.

„Ha! Dann hab ich`s! Das Euro-Denkmal mit dem Eurozeichen.

Es ist umringt von 12 Sternen! Arti, es muss

das Eurozeichen sein, aber wie kommen wir jetzt

dahin zurück?“

5

5

„Na, dein Skateboard, du Taugenichts 11 !“, krächzte Arti

aufgeregt. Er konnte es nicht fassen. Manchmal stand

Fietje einfach auf der Leitung.

10

11

der

Taugenichts =

jemand, der zu

nichts zu gebrauchen

ist,

Nichtsnutz

10

„Ich habe erst einmal Durst“, protestierte Fietje.

Arti brummte nun richtig genervt:

„Da! Das soll das total abgefahrene

15

neue Getränk sein.“

Er deutete in den Laden, vor dem sie

standen. Fietje ging rein und wollte sich

eine Flasche herausholen. Plötzlich fing

das Innere des Ladens an zu glühen. Arti

20

und Fietje wurden wieder durch ein Portal

gezogen. Gerade noch rechtzeitig, bevor die

beiden Agenten im Laden auftauchten.


76

77

"Die Feder im Altpapier"

geschrieben von:

Clara

Treulieb

12 Jahre

Maria

Ziems

12 Jahre

Pauline

Larbig

11 Jahre

Birte

Köllen

12 Jahre

Louiza

Gerhardt-

Laout

11 Jahre


78 DIE FEDER IM ALTPAPIER

79

Papagei vom Himmel gefallen!“

1

1

„UAAH, das Denkmal! Wir

„Schön“, antwortete die Mutter ihr ohne großes

sind da!“, rief Fietje.

Interesse.

„Und wo ist die

Fietje riss sich vom Anblick der

5

5

Feder?“, krächzte Arti

hektischen Menschenmenge los.

ungeduldig.

Er schaute sich das große blaue Eurozeichen

jetzt genauer an. Es stand

Sie schauten sich um. Vie-

tatsächlich auf Stangen.

10

le Menschen waren hier. Doch

Auch die zwölf Sterne

10

keiner bemerkte sie. Alle liefen

waren vorhanden.

schnell an ihnen vorbei. Sie tipp-

Doch Arti hatte

ten wild auf ihre Handys ein. Ein

Recht. Keine Spur

kleines Mädchen mit geflochte-

von einer Wort-

15

nen Zöpfen rief: „Mama, Mama!

Feder. Verzweif-

15

Da ist ein Junge mit einem

lung stieg in ihm

hoch.


schreib weiter

80 DIE FEDER IM ALTPAPIER

81

1

5

Was war, wenn die Katze doch nicht das Eurozeichen

gemeint hatte? Was war, wenn die Suche

sinnlos war? Er spürte, wie ihm die Tränen

kamen. Da fiel ihm ein grauer Punkt auf dem

obersten Stern auf.

Arti, flieg doch bitte mal da hoch und guck,

was das da ist!“, sagte Fietje und zeigte auf den

Stern.

Fietje seufzte enttäuscht.

„Aber ich glaube, da steht der erste Teil des

Satzes, den die Katze meinte“, fügte Arti jetzt

hinzu.

Fietjes Gesicht hellte sich auf.

Da stand:

1

5

10

Arti, der ebenso trübe Gedanken hegte, nickte

bloß. Mit wenigen Flügelschlägen war er oben

angelangt, verweilte dort kurz und landete

dann wieder auf Fietjes Schulter.

15

„Das war nicht die Feder“,

sagte er trübsinnig.

Aktion AG


82 DIE FEDER IM ALTPAPIER

83

„Na ja, die Inschrift sagt doch: ,...ein einzig Blatt

1

hat die Feder’. Was ‚sortier das Papier’ bedeutet,

1

„Anstatt was, Arti?“, fragte Fietje ungeduldig.

„Ich konnte es nicht lesen, der Spruch war wieder

verschwunden!“, antwortete Arti kleinlaut.

weiß ich allerdings auch noch nicht“, meinte Fietje.

Als Arti den Schnabel öffnen wollte, um zu antworten,

kam ein Mann in orangem Anzug auf sie

zu. Er drückte Fietje ein Blatt in die Hand.

5

5

Fessie

10

„Na toll, noch so ein schwieriges Rätsel!“, sagte Fietje

aufgebracht.

Wieso mussten die Hinweise denn immer so verschlüsselt

sein? Konnte man nicht einfach

Fessie Feuerspei ist das Maskottchen

der FES Frankfurter Entsorgungs-

und Service GmbH. Der lustige

gelbe Drache hat

sogar eine eigene

Website. Hier

kannst Du mit

ihm auf Entdeckungsreise

gehen, spielen,

mitmachen und

gewinnen.

Basteltipps,

Rezepte und

Rätsel zu Abfall,

Recyling

und Co findest

Du hier.

15

sagen: „Geht zum Eurozeichen!“

oder „Ihr werdet

die Feder dort finden.“

„Okay, die Feder muss

an einem Blatt kleben“,

sagte er jetzt laut.

20

„Woher weißt Du

das?“, fragte Arti

verwirrt.

Darauf stand: Kommt alle zu Fessies Geburtstagsfest

auf dem Betriebshof der FES in Frankfurt-Bornheim.

„Warte mal, ich glaube, ich weiß es!“, rief Fietje so

laut, dass sich die vorbeiströmenden Leute

kopfschüttelnd zu ihm

umdrehten.

10

15

Erfahre mehr


84 DIE FEDER IM ALTPAPIER

85

ankommenden Müllwagen in das Innere der Anlage.

1

Berge von Papiermüll erwarteten sie. Nach langem

1

5

Die Altpapiersortieranlage

der FES“,

rief er noch lauter.

„Dort wird Papier

sortiert und für

das Recycling

vorbereitet.“

Suchen hatten sie endlich eine Feder entdeckt.

Sie klebte an einem alten Stück Pappe. Fietje rannte

zu dem Fließband, an dem die Pappe gerade herunterrutschte.

Arti schnappte sich den Karton.

Er konnte sein Glück kaum fassen! Sie hatten die

Feder des Rätsels endlich gefunden!

5

In der Altpapiersortieranlage wird

das gesamte Altpapier aus Frankfurt

sortiert. Das ist wichtig, denn aus jedem

Altpapier kann wieder neues hergestellt

werden.

Es gibt 3 Gruppen: Kartonage, alles das

was aus Karton und Pappe ist. Mischpapier,

aus dem wieder Taschentücher oder Toilettenpapier

wird, und die sogenannte Deinkingware.

Das ist bedrucktes Papier, zum

Beispiel aus einer Zeitschrift. Sortiert wird

ganz automatisch. Das Papier fährt auf

Fließbändern durch die gesamte Anlage. Am

Ende wird es von LKW's zu den Papierfabriken

gefahren. In der Altpapiersortieranlage

werden pro Stunde ungefähr 30 Tonnen

Altpapier sortiert.

10

15

20

„Dann los!“, meinte Arti.

„Ok, aber diesmal nehmen wir

den Bus!“, sagte Fietje

entschieden.

Als der Bus schließlich in der

Nähe der Anlage hielt, stiegen

Arti und Fietje gespannt

aus. Das Gebäude sah aus

wie ein zu groß geratener

Müll-Container. Die beiden

folgten dem Lärm der

Hier gibt`s ein Video


86 DIE FEDER IM ALTPAPIER

87

Das Altpapier wird in MEHREREN

Schritten automatisch sortiert.

Das grobe sieb sortiert die Kartonage aus. Die

1

5

Fietje sah die 3 cm dicke Staubschicht auf

der Pappe und musste niesen. Dadurch flog

die Feder in hohem Bogen auf ein Fließband

weiter oben. Die Enttäuschung stand Arti ins

Gesicht geschrieben. Er sah auf das Stück

Pappe, das vor Fietjes Füßen lag. Ohne Feder.

kleinen Papierschnipsel fallen anschließend

durch das feine Sieb.

1.) Weiter geht es auf dem Fließband zur modernen

Kamera mit Infrarot-Sensor. Diese erkennt

in Sekundenschnelle alle papiere.

2.) Ein Luftstrahl bläst diese dann vom Band.

Übrig bleibt nun die Deinkingware. Dieses Papier

ist sehr hochwertig, denn daraus kann wieder

1

weißes Papier hergestellt werden.

1

5

„Komm Arti, es ist noch nichts verloren!“,

10

sagte Fietje und rannte in Richtung der

Treppe, die nach oben führte.

Er lief mit unsicheren Schritten. Arti flog

voran. Er sah die Feder auf dem Fließband

und brachte sie Fietje.

10

2

15

„Bitte nicht nochmal verlieren“, krächzte er.


88 DIE FEDER IM ALTPAPIER

89

12

beschwichtigen =

beruhigen

1

5

10

„Schon klar“, sagte Fietje mit einer

beschwichtigenden 12 Handbewegung. Dabei

schloss er die Augen und ging rückwärts.

Fietje stolperte.

Die Feder flog langsam auf das Fließband

unter ihm. Er sah nur noch, wie es in einen

kleinen Raum führte. Der Junge musste nun

zusehen, wie die Feder darin verschwand. Er

rannte hinterher.

beschwichtigen


90 DIE FEDER IM ALTPAPIER

91

1

5

Fietje wollte in den Raum gehen, da blieb er in der

Tür stehen. Arti bemerkte es zu spät und krachte

in Fietje hinein. Der Papagei fiel mit einem dumpfen

Schlag zu Boden. Fietje dachte schon, sein

Freund wäre ohnmächtig, da rappelte sich dieser

krächzend wieder auf.

„Was ist los? Warum bist du stehengeblieben?“,

fragte er Fietje.

Auch zu Hause kann jeder den Müll sortierten und trennen.

Dafür gibt es in Frankfurt 4 verschiedene Mülltonnen. Diese

erkennst Du leicht an ihren verschiedenfarbigen Deckeln - grün, gelb,

braun und grau.

In die grüne Tonne kommt das Altpapier. Gelb ist die Tonne für alle Verpackungen

aus Kunststoff, wie zum Beispiel Joghurtbecher. Die braune

Tonne ist nur für die Bioabfälle, also alle Essensreste. Die Mülltonne

mit dem grauen Deckel ist für den Restmüll. Das ist Müll, der nicht in

eine der anderen Tonnen gehört.

Die Mülltrennung ist wichtig,

denn aus dem Müll können wieder

neue Sachen gemacht werden.

Der Müll wird also

wiederverwertet.

Das nennt sich Recycling.

1

5

10

„Psst! Versteck dich hinter mir, bevor man dich

sieht!“

10

Fietje sah sich suchend nach der Feder um. Die

15

sechs Arbeiter, die an den Fließbändern standen,

schauten nicht auf.


92 DIE FEDER IM ALTPAPIER

93

1

5

Ihre Bewegungen wirkten mechanisch. Rechte

Hand in den Papiermüll, leichte Drehung nach links

und dann alles, was kein Papier ist, runter in den

Mülleimer. So ging das die ganze Zeit. Alle im gleichen

Takt.

Dann sah Fietje die Feder zwischen dem Papiermüll

auftauchen. Mit roboterartigen Bewegungen

wurde die Feder von einer Frau mit Haarnetz

geschnappt und aussortiert.

„Hey“, flüsterte Arti. „Sie will die Feder wegwerfen!“

1

5

10

10

Arti war gerade dabei, auf die Feder loszufliegen.

Da hielt ihn Fietje zurück.

„Wir können nichts tun, Arti.“

15

Ganz zum Schluss wird das aussortierte

Papier von den FES-Mitarbeitern

Im selben Moment ließ die Frau die

Feder erschrocken zurück auf das

Band fallen. So, als wäre sie heiß wie Feuer.

20

noch einmal ganz genau kontrolliert.

Alles was nicht hinein gehört,

sortieren sie mit der Hand aus. Dafür

müssen sie sehr genau und schnell

sein, denn so ein Fließband ist ständig

in Bewegung.

„Ich glaube, sie hat gefühlt, dass das die

Feder ist, die Herr Keinwort und Mister Mundzu

zu Konfetti macht“, flüsterte Arti.


94 DIE FEDER IM ALTPAPIER

95

1

Da flog die Tür hinter ihnen auf. Ein hochgewachsener

Mann kam herein.

„Alles in Ordnung hier?", fragte er.

5

Die Arbeiter nickten, während das Fließband die

Feder weiter mit sich nahm. Inzwischen schlichen

Altpapier, an ihnen vorbei. In der stickigen Luft

1

Fietje und Arti unbemerkt zur Tür heraus. Draußen

flatterte Arti über Fietjes Kopf.

stockte Fietje der Atem.

10

„Wo ist die Feder?“

Dieser Staub ruiniert 14 meine wertvollen Federn!“,

hustete er.

5

14

ruinieren =

vernichten,

zerstören

Hektisch blickte er um sich und nahm dabei den

Arti, du wirst es überleben. Wir haben Wichtige-

Raum in Augenschein. Er war umgeben von

res zu tun“, bemerkte Fietje nervös.

15

Staub – auf der Haut, auf dem Geländer und in der

Luft – überall Staub!

Unter seinen Füßen befand sich ein Gitter. Mit Staub

13

spärlich =

sehr wenig,

kaum

überzogen. Die Halle vor ihm war riesig. Durch das

Fenster drang spärliches 13 Sonnenlicht. Lautstark

ruinieren

20

ratterten zahlreiche Fließbänder, voll beladen mit

spärlich


96 DIE FEDER IM ALTPAPIER

97

Die Papierballenpresse presst das

sortierte Altpapier zu großen

Ballen zusammen. Ein gepresster

Papierballen wiegt dabei fast 600 kg.

Zusammengepresst wird aber nur die

Kartonage und das Mischpapier. Die

Deinkingware wird lose in den LKW

verladen. Von dort geht es zu den

verschiedenen Papierfabriken.

10

1

5

Also folgten sie einer

schmalen Treppe hinunter.

Hastig lugten sie

unten um die Ecke. Dort

empfingen sie gigantische

Ansammlungen von

Papierballen. „Wow!“

„Komm Arti, vielleicht steckt

die Feder in einem der Ballen!“

Die Freunde suchten eine gefühlte Ewigkeit in den

Ballen, doch die Feder blieb spurlos verschwunden.

ertönte ein lautes Geräusch. Eine Tür war aus

ihren Angeln gefallen. Als Fietje hinübersah, erkannte

er die beiden Agenten aus Sprachlos-

Land. Sie waren ihnen anscheinend gefolgt.

Arti kreischte entsetzt auf und verschwand

hinter den Papierballen. Fietje folgte ihm.

Herr Keinwort und Mister Mundzu durchsuchten

jede aufgetürmte Papier-Mauer. Gerade als die

beiden fast den Ballen erreicht hatten, hinter

dem sich Fietje und Arti versteckt hielten, kehrten

sie abrupt um.

1

5

10

15

3

Hoffnungslos hockte sich Fietje

auf den Boden. Doch

plötzlich


98 DIE FEDER IM ALTPAPIER

99

1

Fietje atmete erleichtert auf: „Das war knapp!“

5

Arti nickte: „Auf jeden Fall hatten wir viel Glück.

Trotzdem würde ich gern wissen, ob sie die Feder

haben. Hinterher!"

Als sie hinter der Papierwand hervortraten, entdeckten

sie die beiden. Sie sprangen gerade auf

ein Fließband.

10

„Sind die verrückt geworden?“, fragte Arti.

Arti! Da, auf dem Band, ... die Feder!“

15

Wortlos rannte er die

Treppe wieder hinauf.

Als sich Herr

Keinwort nach

ihnen umwandte,

20

sahen

sie mit Entsetzen, dass er die Feder schon in der

Hand hielt.

Auf einmal bekamen beide Agenten Farbe. Ihre

Haut färbte sich. Ihre Haare wurden blond und

braun. Ihre Augen leuchteten eisblau.

Fietje hielt sich geschockt die Hand vor den Mund!

In der langen Zeit, in der er mit Arti vor ihnen

flüchtete, war so etwas noch nie passiert! War

das die Vorstufe von Konfetti?

1

5


100 DIE FEDER IM ALTPAPIER

101

1

15

der Schlund=

tiefe Öffnung,

Abgrund, auch:

Rachen

5

Unmittelbar vor ihnen tat sich jetzt ein dunkler

Schlund 15 auf, in dem alles zu verschwinden

schien. Die Agenten stürzten vom Fließband. Sie

wurden blitzschnell in den Schlund gezogen. Herrn

Keinwort fiel vor Schreck die Feder aus der Hand.

Sofort wurde er wieder farblos.

1

10

In letzter Sekunde schnappte Arti die Feder aus

der Luft, bevor diese auch für immer weg war.

Denn der riesige Schlund war ein Portal nach

Sprachlos-Land ...

5

10

Schlund


102 DIE FEDER IM ALTPAPIER

103

DIE FES

Die Müllabfuhr in Frankfurt gibt es

schon seit 1873. Damals wurde der

Müll noch mit Pferdewagen abgeholt.

Heute funktioniert das bei der FES Frankfurter

Entsorgungs-und Service GmbH alles

ganz modern mit großen LKWs.

1.700 Mitarbeiter arbeiten bei der FES.

Davon arbeiten ca. 500 Mitarbeiter bei der

Müllabfuhr und weitere ca. 500 Mitarbeiter

bei der Stadtreinigung.

Das macht die FES alles:

Müllabfuhr

Straßenreinigung

Winterdienst

Laubbeseitigung

Graffitientfernung

Schulbusbetrieb

und vieles mehr

Stadtreinigung

Die Stadtreinigung ist für die

Sauberkeit auf den Straßen

und öffentlichen Plätzen zuständig.

Sie reinigt die Gehwege, Straßen

und leert die Papierkörbe.

Mit dem Kesawa - dem Kehrrichtsammelwagen

- fährt die Mannschaft zum

Einsatzort. Kleinkehrmaschinen machen

den Gehweg und den Straßenrand

sauber. Die Großkehrmaschine reinigt

die ganze Straße.

Pro Woche werden etwa 27.000 Papierkörbe

geleert.

Schau` s dir an

Kofferraumservice

Müllwagen

Wenn die Einwohner von Frankfurt

schnell etwas loswerden wollen -

ob Sperrmüll, GRÜNSCHNITT, Altpapier,

Die Müllwagen der FES in

Frankfurt sind alle weiß -

Holz, Metall- oder Elektroschrott,

können sie es zu einem der Wertstoffhöfe

der FES bringen. Hier wird es

kostenlos entsorgt. Voraussetzung

ist, dass der gesammelte Abfall und

Schrott in den Kofferraum eines Autos

passt.

denn Müll ist gar nicht so

schmutzig.

Müllabfuhr

Die Müllabfuhr leert die Mülltonnen,

die vor den Wohnhäusern

stehen. Circa 200 Fahrzeuge und

fast 500 Müllmänner sind dafür jeden

Tag in Frankfurt unterwegs. Ungefähr

45.000 Mülltonnen werden dabei pro

Tag geleert.

Schau` s dir an


104 DIE FEDER IM ALTPAPIER

105

DANKE für

den Blick hinter

die Kulissen!

So war`s bei

der FES

Unsere Führung durch die Altpapiersortieranlage

der FES war

spannend. Herr Neu erklärte uns

alles ganz genau.


106

107

"Eine Glocke hinter

Gittern"

geschrieben von:

Alina Mann

13 Jahre

Riedberg-Gymnasium

Palina

Karniychuk

13 Jahre

Riedberg-Gymnasium


108 LOREM EINE GLOCKE IPSUM HINTER DOLOR GITTERN

109

Fietje folgte Arti, der auf ein Plakat zuflatterte

1

1

5

10

Von der Sonne geblendet starrten Fietje und

Arti über die Frankfurter Fressgass. Passanten

strömten vorbei. Sie sahen Fietje nicht einmal an.

Das war für ihn ungewöhnlich. In vielen Städten

hatten die Leute sofort auf den sprechenden

Papagei reagiert und auf Fietjes Schulter gezeigt.

Hier jedoch schienen es die Leute viel zu eilig zu

haben. Im Laufen telefonierten sie oder tippten

auf ihren Handys herum. Eine Frau stürmte

vorbei. Sie brüllte hysterisch in ihr Telefon.

„Komm, lass uns weg hier“, krähte Arti.

„Hier ist mir viel zu viel los. Ich mache mir nur

mein Gefieder schmutzig.“

und sich daran festkrallte.

„Internationaler Jugendaustausch im Höchster

Schloss“, stand da.

„Das ist doch eine feine Gelegenheit

Wörter zu sammeln“, sagte Arti

begeistert.

„Klingt gut“, erwiderte ihm Fietje.

„Aber es beginnt schon in einer

Stunde.“

5

10

15

20

Fietje sprang auf sein Skateboard und wollte

losfahren, als Arti wieder krähte.

„Komm hier entlang, ich möchte mir das Plakat

dort anschauen!“

FRESSGASS

Die Fressgass ist eine beliebte

Fußgängerzone in Frankfurt. Die

Einwohner gaben der Straße ihren Namen.

Hier gibt es nicht nur viele Restaurants

und Straßencafes, die zum essen

gehen einladen, auch viele Geschäfte

und kleine Läden findet man hier. Jedes

Jahr im Mai findet das Fressgass-Fest

statt.

Palina und

Alina = Dreamteam

ERFAhRE MEHR


110 LOREM EINE GLOCKE IPSUM HINTER DOLOR GITTERN

111

1

Fietje sauste auf seinem Skateboard zum U-Bahnhof,

„Und ich bin Fietje.“

1

während Arti auf seiner Schulter thronte. Er fuhr so

Merkwürdigerweise schien der Junge gar nicht

rasant, dass er mit einem Jungen zusammenrauschte.

überrascht zu sein.

Dieser lag nun neben ihm auf dem Boden.

5

„Ich heiße Justin“, stellte er sich vor.

5

„Alles okay?“, fragte Fietje, während er sich selbst aufrappelte.

Doch der Junge hatte nur Augen für Fietjes

„Können wir jetzt weiter? Sonst kommen wir zu spät zu

Skateboard, das gegen eine Sitzbank gerollt war.

der Veranstaltung“, mischte sich Arti wieder ein.

10

„Cooles Board“, bemerkte er und grinste.

„Welche Veranstaltung?“, fragte Justin nach.

10

„Äh, ja ., danke“, sagte Fietje und half dem Jungen hoch

„Im Schloss ist …“, setzte Fietje an.

auf die Füße.

Der Junge beendete den Satz selbst: „... ein internatio-

15

Da bemerkte der Junge den Papagei auf Fietjes Schulter.

naler Jugendaustausch. Ich wollte auch dorthin.“

15

„Und einen coolen Papagei hast du auch noch?“

„Da können wir ja gemeinsam hinfahren“, schlug Fietje vor.

„Cool?“, erwiderte Arti gekränkt.

20

„Und mehr hast du zu mir, dem König von Wort-Reich,

verächtlich

nicht zu sagen?!“

16

verächtlich=

abwertend,

mit Verachtung

Er warf dem Jungen einen verächtlichen 16 . Blick zu und

wandte sich ab.

25

„Das ist Arti …, äh, er ist ein bisschen nicht von dieser

Welt“, erklärte Fietje.


112 LOREM EINE GLOCKE IPSUM HINTER DOLOR GITTERN

113

Höchster Schloß

1

5

Fünf Minuten später saßen die drei in der U-

Bahn und waren in ihr Gespräch vertieft. Justin

staunte nicht schlecht, als Fietje ihm von seinen

"Reisen" mit Arti berichtete.

Schnell waren sie an ihrem Ziel angekommen

und stiegen aus. Sie sahen schon von weitem das

Höchster Schloß.

Das Höchster Schloß war der

Aufenthalt der Amtsleute in der

ehemaligen Stadt Höchst am Main. Das

alte Schloss besteht seit dem 14. Jahrhundert.

Im 16. Jahrhundert entstand

ein Neues Schloss. Jedes Jahr gibt es ein

Höchster Schloßfest.

ERFAhRE MEHR

Gemäuer

Sie betraten bald darauf das alte

Gemäuer 17 und kamen gerade noch

rechtzeitig zur Willkommensrede, in

der übersichtlich vom Schüleraustausch

gesprochen wurde.

1

5

17

das Gemäuer=

alte Mauer, Ruine

Der Raum war voller Menschen. Arti

kam vom Regen in die Traufe. Überall

waren in Frankfurt viele Leute. Die

beiden Jungs setzten sich und hörten

geduldig zu. Auf einmal wurde

Fietje von Justin angetippt.

10

4

Was macht das Wort

übersichtlich hier?

Fällt Dir ein anderes ein?


114 LOREM EINE GLOCKE IPSUM HINTER DOLOR GITTERN

115

Im nächsten Moment saß er auch schon auf dem

1

1

5

„Guck mal, die merkwürdigen Typen da drüben.“

Fietje sah hin und zuckte zusammen. Die Anzüge,

die Zylinder, die nackten Füße. Kein Zweifel! Es waren

Herr Keinwort und Mister Mundzu aus Sprachlos-

Land.

Arti!“, zischte er.

10

Er konnte nicht verhindern,

dass sich

seine Stimme vor

Panik überschlug.

Arti zuckte auch

15

sofort zusammen.

Fenstersims. Fietje und Justin folgten ihm mit Fietjes

fliegendem Skateboard.

Doch die beiden Männer waren schnell. Der größere

von beiden hatte Arti direkt vor dem Fenster aus

der Luft gepackt. Wütend schoss Arti herum und

hackte auf die Finger des Mannes ein. Er musste

ihn vor Schmerz loslassen. Dafür riss der Dicke jetzt

Arti eine seiner wertvollen Schwanzfedern aus. Es

war eine, die eine ganze Sprache in sich trug. Das

zeigte sofort seine Wirkung.

Der dicke Agent rief:

„Le plus vite le possible“.

5

10

20

„Weg hier!“, flüsterte

der Papagei

und deutete

mit den Flügeln

auf ein offenes

Fenster.

Das war Artis Feder mit der

französischen Sprache. Ins

Deutsche übersetzt hat Mister Mundzu

gesagt: "So schnell wie möglich".


116 LOREM EINE GLOCKE IPSUM HINTER DOLOR GITTERN

Nische

117

1

Es gab ein lautes Gekreische in der Menge. Die Leute

sprangen von ihren Sitzen. Fietje, Justin und Arti

flüchteten aus dem Fenster. Die anderen rannten

Justin las leise, mit

1

aus dem Saal. Draußen verfolgten sie gespannt den

bebenden Lippen,

1

18

die Nische=

Vertiefung

in einer Mauer

5

10

Fortgang der Sache.

Vor dem Schloss passierte vor aller Augen Unglaubliches.

Als die beiden Jungen mit ihrem Skateboard

die vergitterte Nische 18 mit der berühmten Glocke

des Schlosses erreichten, öffnete sich das Gitter zu

einem schmalen Spalt. Das Board schmiss die Jungen

die Inschrift 19 der

Glocke vor:

19

die Inschrift=

Text, Spruch

(auf einer Wand,

Gedenktafel)

IR BURGER ICH WARNE YCH

ALLE SO IR HORET MYN

SCHALLE – KELLERHEN

VON HYNGE

5

ab und flog in die Nische hinein. Es wurde geradezu

von der Glocke verschluckt. So als hätte sie riesigen

10

Hunger. Arti flog sofort hinterher.

15

Auch Fietje konnte sich noch durchzwängen. Der Spalt

am Gitter, welches die Glocke schützte, wurde

schmaler und schmaler und war jetzt nur noch

wenige Zentimeter breit. Justin kam zu spät.

20

Auf dem Platz stand den Menschen der Schrecken

5

im Gesicht. Alle Münder standen offen, klappten erst

nach ein paar Sekunden wieder zu.

Die Sturmglocke des Höchster

Schlosses stammt aus dem Jahr

1475. Sie ist damit die älteste Glocke der

Stadt Frankfurt am Main. Heute ist sie

jedoch nicht mehr im Schloss zu sehen.

Inschrift

Internet-Recherche

zu den Handlungskulissen

gehört auch dazu.

Lies laut, was

auf der Glocke

steht. Welche

Sprache ist

das nur?


118 LOREM EINE GLOCKE IPSUM HINTER DOLOR GITTERN

119

1

1

5

Währenddessen befanden sich Arti und Fietje in

der Glocke. Der Gang war eng und dunkel. Fietje

bemerkte, dass er sich wie von selbst bewegte.

Der Boden unter ihm war ein Laufband. Ein

rasendes Laufband. Sie sausten blitzschnell

auf einen hellen Fleck zu. Beim Näherkommen

erkannten sie darin eine Luke.

5

10

Knapp davor wurden sie vom Laufband abrupt

gestoppt. Ohne lange zu überlegen, rannte Fietje

auf die Luke zu und kletterte hindurch. Arti

kam ihm hinterher. Das Skateboard war wahrscheinlich

schon durch.

10


120 LOREM EINE GLOCKE IPSUM HINTER DOLOR GITTERN

121

1

5

Das Tageslicht blendete ihn zunächst, als er sich

am anderen Ende der Luke nach oben hievte. Da

stand Mister Mundzu vor ihm. Mit dem Rücken

zu ihm gewandt.

Fietje reagierte instinktiv. Er packte den nackten

Fuß des dicken Agenten. Der fiel polternd

zu Boden und die rote Schwanzfeder mit der

französischen Sprache glitt ihm aus der Hand.

Noch während sie langsam zu Boden segelte,

schoss Arti auf sie zu und schnappte sie sich

wieder.

Die beiden Freunde rannten, beziehungsweise

flogen, die Straße entlang, bis sie sicher waren,

den Agenten hinter sich gelassen zu haben.

Dann blieb Fietje keuchend stehen und japste:

„Das Board, wo ist das Board?“

1

5

10


122

123

"Sprung ins

Sprachlos-Land"

geschrieben von:

Konstantin Killinger

10 Jahre

Riedberg-Gymnasium


124 LOREM SPRUNG IPSUM INS SPRACHLOS-LAND

DOLOR

125

Höchst

1

5

10

Sie gingen wieder weiter, so wie jeden Tag der

letzten Wochen. Fietje hatte das Gefühl, Frankfurt

wollte ihm so viel erzählen. Er konnte sich

von dieser Stadt nicht lösen. Und doch hatte er

kein genaues Ziel.

Die Straßen, durch die sie jetzt liefen, wurden

immer schmaler. Links und rechts sahen sie

zahlreiche Fachwerkhäuser. Sie waren immer

noch im Stadtteil Höchst.

Höchst ist ein Stadtteil von

Frankfurt mit ca. 15.000 Einwohnern.

Es hieß früher Höchst am Main

und war eine eigene Stadt. Die Höchster

1

Altstadt steht unter Denkmalschutz.

Die meisten Fachwerkhäuser stammen

aus dem Mittelalter und wurden

nach dem großen Stadtbrand von 1586

erbaut.

ERFAhRE MEHR

5

15

Doch die Straßen und engen Gassen waren nicht

von einer Seele besucht. Die Häuser wirkten

bedrohlich schief. Arti, der sonst so siegessicher

war, erschien beunruhigt. Fietjes Beine wurden

immer schwerer. Sie ruhten sich kurz aus. Es

war eine Versuchung für die beiden, sich einfach

hinzulegen, einfach zu schlafen.

Sie wollten doch weiter. Aber wohin?

10


126 LOREM SPRUNG IPSUM INS SPRACHLOS-LAND

DOLOR

127

Als sie um eine Ecke kamen, sahen sie ein Schild mit

zugehen. Sie begaben sich in das Hotel und sahen eine

1 1

„Was wollen du Junge? Alle Zimmer frei, haste Geld,

kriegste eins“, sprach die Frau etwas seltsam.

5

„Wie viel kostet das Günstigste?“, wollte Fietje wissen.

„Wie viel haste?“

10

„321 Euro“, antwortete ihr Fietje artig.

der Aufschrift “Hotel“. Erstaunlicherweise war das

nicht gerade nett aussehende Frau an der Rezeption

kein Fachwerkhaus. Sie waren zu müde, um weiter-

sitzen.

dösen

Lass uns

draußen

übernachten.

„Gut“, sagte sie trocken. „Kostet das.“

„Äh, Fietje“, flüsterte Arti ihm ins Ohr.

15

Meinetwegen

„Lass uns draußen übernachten.“

„Meinetwegen“, flüsterte Fietje zurück.

20

Sie verließen das Hotel ohne noch ein Wort zu sagen.

Seinen Geldbeutel steckte Fietje schnell wieder ein.

Die Frau glotzte ihnen noch kurz hinterher, doch dann

döste 20 sie weiter vor sich hin.

25

20

dösen=

nur leicht

schlafen,

Halbschlaf


128 LOREM SPRUNG IPSUM INS SPRACHLOS-LAND

DOLOR

129

1

Fietje lehnte sich an einen Baum und dachte laut

nach.

1

5

10

15

„Es wird bald das nächste Portal zum Sprachlos-

Land auf uns warten, das hier irgendwo im

Nirgendwo versteckt ist. So viele Portale haben

wir bisher in keiner anderen Stadt gesehen.

Vielleicht liegt das daran, dass es in Frankfurt so

viele Sprachen gibt und für Sprachlos-Land hier

viel zu holen ist? Vielleicht sollten wir doch einmal

hin. Uns trauen, einfach mal springen? Wir könnten

den König dort zur Rede stellen und dem

Land eine Sprache geben, die aus allen Sprachen

der Welt besteht. Damit wäre endlich Ruhe. Sie

bräuchten nicht mehr Arti hinterherjagen.“

Etwas Später ...

5

10

Langsam sank er zu Boden. Seine Augenlider

wurden immer schwerer.


130 LOREM SPRUNG IPSUM INS SPRACHLOS-LAND

DOLOR

1

5

Als der Junge seine Augen wieder aufschlug,

zogen Massen an Menschen direkt vor seinen

Füßen vorbei. Er schreckte hoch.

Arti, Arti! Wach doch auf!“

„Hmmm, jaja, ich mach ja schon“, erwiderte Arti

verschlafen.

schnell, dass ihre Kehlen brannten. Auf Fietjes

Schulter guckte Arti ständig nach hinten.

„Sie haben uns gesehen! Sie werden mich wieder

rupfen, wie sie es bei Gänsen tun!“, schrie er so

laut, dass Fietjes Körper vibrierte 21 .

Er rannte weiter. Vorbei an den Passanten, die

ihnen entgegen liefen.

1

5

10

21

vibrieren =

schwingende

Bewegungen

machen

131

10

„Lass uns sofort weitergehen, ich habe gestern

Abend nachgedacht! Wir sollten ins Sprachlos-

Land gehen und den König zur Rede stellen.“

15

20

Arti war schlagartig hellwach. Das war mal eine

spannende Entwicklung. Also zogen sie los, vorbei

an Vorgärten und alten Häusern. Eines davon sah

besonders komisch aus. Eigenartige Gestalten

saßen davor. Die beiden Freunde ließen ihre Blicke

über die Leute schweifen …

Dann begannen sie zu rennen. Sie rannten so

vibrieren


132 LOREM SPRUNG IPSUM INS SPRACHLOS-LAND

DOLOR

133

1

5

Die Leute wunderten sich über das komische

Paar, das wie verrückt durch die Straßen

rannte. Heute hatten sie die Aufmerksamkeit

der Frankfurter. Was war heute anders,

außer, dass Fietjes Skateboard verschwunden

war?

1

5

10

Da sah der Junge eine offene Tür zu einem

Wohnhaus. Er rannte rein, die Treppe hoch.

Er wollte auf den Dächern der Häuser weiterlaufen.

10

15

Oben angekommen, sah er schon eine Leiter,

die zum Dach führte. Er kletterte sie hoch.

Kaum hatte er die letzte Sprosse verlassen,

stürmte unter ihm noch jemand auf die

Leiter zu. Es konnten wieder nur die Agenten

sein.

Jede Ecke des Raumes

füllt sich schnell mit

Gedanken und Ideen.


134 LOREM SPRUNG IPSUM INS SPRACHLOS-LAND

DOLOR

135

1

5

Schnell rannte der Junge über

das große Dach und sprang auf

das nächste. Immer

weiter, auf das nächste und

übernächste. Arti flog voran. Da

sah der Papagei auf einem Dach

vor ihnen einen violetten Schimmer.

1

5

10

War das schon ein Portal? Fietje

hatte es jetzt auch gesehen,

doch wusste er nicht genau, ob

er es noch bis dahin schaffen

würde. Seine Kräfte verließen

ihn. Fietje hatte nur noch so viel

Kraft, wie man nach einem Marathon

haben konnte.

10

15

Der violette Schimmer flimmerte.

Den beiden war klar,

dass das Portal eine Hoffnung

war. Also ließ sich Fietje fallen ...

20


www.federsammler.de

136

137

Die Autoren aus dem

Gymnasium Riedberg

übergeben ihre Geschichten

zum Weiterschreiben an das

nächste Autorenteam und

wünschen viel Spaß.

Hier erfährst

DU mehr

Wer ist das nächste

Autorenteam?


138

FEDER-SCHATZ

Deine Federn

139

S. 22 Nr.1 zumute

Adverb ein bestimmtes Gefühl haben,

innere Stimmung

S. 95 Nr.14 ruinieren Adjektiv vernichten, zerstören

S. 22 Nr.2 einst Adverb früher, vor langer Zeit

S. 100 Nr.15 der Schlund Substantiv tiefe Öffnung, Abgrund, auch: Rachen

S. 32 Nr.3 wimmeln Verb sich wild durcheinander bewegen

S. 110 Nr.16 verächtlich Adjektiv abwertend, mit Verachtung

S. 33 Nr.4 plätschern

Verb gleichmäßig fließen, auch: langsames

Verstreichen der Zeit

S. 113 Nr.17 das Gemäuer Substantiv alte Mauer, Ruine

S. 116 Nr.18 die Nische Substantiv Vertiefung in einer Mauer

S. 35 Nr.5 entrüstet Adjektiv ärgerlich, empört

S. 117 Nr.19 die Inschrift Substantiv Text, Spruch (auf einer Wand, Gedenktafel)

S. 41 Nr.6 der Bann Substantiv Zauber oder Fluch

S. 127 Nr.20 dösen Verb nur leicht schlafen, Halbschlaf

S. 46 Nr.7 schwummrig Adjektiv schwindelig, unwohl

S. 131 Nr.21 vibrieren Verb schwingende Bewegungen machen

S. 57 Nr.8 eindringlich Adjektiv mit großem Ernst

S. 58 Nr.9 andächtig Adjektiv ergriffen, feierlich

S. 72 Nr.10 foppen Verb jemanden ärgern, belügen

S. 75 Nr.11 der Taugenichts

Substantiv jemand, der zu nichts zu gebrauchen

ist, Nichtsnutz

S. 88 Nr.12 beschwichtigen Verb beruhigen

S. 94 Nr.13 spärlich Adjektiv sehr wenig, kaum

Leticia und Louiza

bei ihrer zweiten

öffentlichen Lesung.


140

DANKE

141

Unser herzlichstes Danke!

Dieser Kinderroman ist etwas ganz Besonderes.

Er hat nicht nur 13 AutorInnen, diese gehören zudem zu den

jüngsten Roman-AutorInnen Deutschlands.

Allen voran gilt deshalb unser Dank den Frankfurter Jung-AutorInnen, die mit

ihrer Fantasie der Geschichte ihre ganz eigene Handschrift verliehen haben und ihre

wertvolle Arbeit an das kommende Autoren-Team weitergeben. Wir sind gespannt

auf alle Erlebnisse von Fietje und Arti, die aus euren Geschichten noch erwachsen werden!

Dicht darauf folgen die Frankfurter Personen und Institutionen, die mit Vertrauen und

Tatendrang die Entstehung des Romans unterstützt haben.

Danke für die Planung und Durchführung der Schreibwerkstätten:

Gymnasium Riedberg (Schulleiter Herr Kühnberger, Deutsch-Lehrerinnen

Sabine Conrad und Franziska Loges)

FES Frankfurter Entsorgungs- und Service GmbH

(Monika Dorn, Stephanie Pieper)

Danke für die Bereitstellung der Fotos und Foto-Genehmigungen:

FES Frankfurter Entsorgungs- und Service GmbH (Monika Dorn, Stephanie Pieper)

Frankfurter Goethehaus - Freies Deutsches Hochstift Kunstsammlungen

und Museum (Dr. Petra Maisak)

Alte Oper Frankfurt- Konzert- und Kongresszentrum GmbH

Ganz persönlich:

Den Eltern der Jung-AutorInnen, allen Familien und Freunden, die so zahlreich hier nicht namentlich

aufgeführt werden können, möchten wir unseren allerherzlichsten Dank ausdrücken! Begleitet uns

auch weiterhin und lasst euch auf die Schatzsuche unserer Helden mitnehmen!

Das Federsammler Team


142

BILDNACHWEIS

143

Bildnachweis

16-21 Hauptbahnhof Frankfurt am Main, © Die Federsammler, Martin Kohlstedt, Elisa Schönbrunn

21 Porträt Johann Wolfgang von Goethe, © Die Federsammler

22, 28-29 Außenaufnahme Frankfurter Goethe-Haus, © Die Federsammler, Martin Kohlstedt, Elisa Schönbrunn

21-27 Ausstellungsräume, Frankfurter Goethe-Haus, © Die Federsammler, Martin Kohlstedt, Elisa Schönbrunn

32-33 Römerberg Frankfurt am Main, © Die Federsammler, Martin Kohlstedt, Elisa Schönbrunn

34-35 Rathaus mit Justitia-Brunnen, © Die Federsammler, Martin Kohlstedt, Elisa Schönbrunn

37 Weg zum Kaiserdom St. Bartholomäus, © Die Federsammler, Martin Kohlstedt, Elisa Schönbrunn

39 Kaiserdom St. Bartholomäus, © Die Federsammler, Martin Kohlstedt, Elisa Schönbrunn

40 Fußgängerweg, Frankfurt am Main, © Die Federsammler, Martin Kohlstedt, Elisa Schönbrunn

44 Bankenviertel Frankfurt am Main, © Die Federsammler, Martin Kohlstedt, Elisa Schönbrunn

47 Messeturm Frankfurt am Main und Fahrstuhl, © Die Federsammler, Martin Kohlstedt, Elisa Schönbrunn

48 Fahrstuhl, © Die Federsammler, Martin Kohlstedt, Elisa Schönbrunn

50-51, 130-131 Menschenmenge, Frankfurt am Main, © Die Federsammler, Martin Kohlstedt, Elisa Schönbrunn

55 Bankenviertel und Alte Oper Frankfurt am Main, © Die Federsammler, Martin Kohlstedt, Elisa Schönbrunn

56 Vestibül, Alte Oper Frankfurt am Main, © Moritz Reich

57, 63 Alte Oper Frankfurt am Main, © Die Federsammler, Martin Kohlstedt, Elisa Schönbrunn

58-61 Großer Saal, Alte Oper Frankfurt am Main, © Moritz Reich

66-67, 69-74 Kleinmarkthalle Frankfurt am Main, © Die Federsammler, Martin Kohlstedt, Elisa Schönbrunn

72, 79, 81 Eurodenkmal Frankfurt am Main, © Die Federsammler, Martin Kohlstedt, Elisa Schönbrunn

78-79 Menschenmenge, © Die Federsammler, Marvin Pelny

82 Cover Fessie Magazin, Ausgabe November 2014, © FES Frankfurter Entsorgungs- und Service GmbH

82-91, 94-95 Altpapiersortieranlage der FES Frankfurter Entsorgungs- und Service GmbH, © Die Federsammler, Antje Hübner

87 Fließband mit Infrarot Sensor, FES Frankfurter Entsorgungs- und Service GmbH, © Die Federsammler, Ina Haun

91 FES Mülltonnen, © FES Frankfurter Entsorgungs- und Service GmbH

92 Handsortierung, Altpapiersortieranlage der FES Frankfurter Entsorgungs- und Service GmbH, © Die Federsammler,

Antje Hübner

96-101 Papierballen und Papierballenpresse, Altpapiersortieranlage der FES Frankfurter Entsorgungs- und Service GmbH,

© Die Federsammler, Ina Haun

102 1| FES Betriebsstätte Weidenbornstraße, © FES Frankfurter Entsorgungs- und Service GmbH

2| FES Container Kofferraumservice, FES Frankfurter Entsorgungs- und Service GmbH, © Die Federsammler,

Antje Hübner

3| FES Fahrzeug Winterdienst, © FES Frankfurter Entsorgungs- und Service GmbH

4| Bagger in der Salzhalle, FES Frankfurter Entsorgungs- und Service GmbH, © Die Federsammler, Ina Haun

103 1| FES Kehrichtsammelwagen, © FES Frankfurter Entsorgungs- und Service GmbH

2| FES Glascontainer, FES Frankfurter Entsorgungs- und Service GmbH, © Die Federsammler, Antje Hübner

3| FES Kehrmaschine, © FES Frankfurter Entsorgungs- und Service GmbH

4| FES Müllwagen, © FES Frankfurter Entsorgungs- und Service GmbH

5| Müllcontainer, FES Frankfurter Entsorgungs- und Service GmbH, © Die Federsammler, Ina Haun

104-105 Jung-Autoren zu Besuch bei der FES Frankfurter Entsorgungs- und Service GmbH, © Die Federsammler, Antje

Hübner

108-109 Fressgass Frankfurt am Main, © Die Federsammler, Martin Kohlstedt, Elisa Schönbrunn

110-111 Park mit Parkbank, © Die Federsammler, Martin Kohlstedt, Elisa Schönbrunn

112, 114 Höchster Schloß, Höchst/ Frankfurt am Main, , © Die Federsammler, Martin Kohlstedt, Elisa Schönbrunn

113 U-Bahn Frankfurt am Main, © Die Federsammler, Martin Kohlstedt, Elisa Schönbrunn

117 Sturmglocke, Schloß Höchst, © Die Federsammler

120-121, 125, 128-129 Stadtteil Höchst/ Frankfurt am Main, © Die Federsammler, Martin Kohlstedt, Elisa Schönbrunn

126 Hotelrezeption, © Die Federsammler, Martin Kohlstedt, Elisa Schönbrunn

133 Feuertreppe, © Die Federsammler, Ina Haun

134 Hausdach, © Die Federsammler, Antje Hübner

Notizen aus den

ersten Geschichtsideen.

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