Die Federsammler - Fietje und Arti in Tecnanja - Teil 3

federsammler

Fietje und Arti in Tecnanja


Impressum

Die Federsammler

Fietje und Arti in TECNANJA - TEIL 3 - RAUM ZU RAUMFAHRT DURCH KORRIDORE

Fietje und Arti in

1. Auflage 2015

©KlangbildVerlag, Jena

Konzept & Projektleitung: Antje Hübner

Hrsg.: Jugend will… gemeinnützige GmbH / Die Federsammler

Jung-Autoren:

Juliana Alberts, Laura Arndt, Kira Joanna Beck, Victoria Bergmann, Philipp Bührer, Lina Burchardt, Theresa

Dornieden, Lydia Philin Einfeldt, Maria Gerbig, Maria Haake, Fabienne Heinze, Stephanie Hinkel Torres, Luise

Kober, Hanni Krabbes, Dennis Lafeld, Samantha Langheinrich, Florian Lippold, Julian Margull, Joyce Olowookere,

Olivia Lourdes Osburg, Karl Pawlik, Sophie Pawlik, Luisa Pfeiffer, Jessica Raab, Niklas Riehemann, Ole

Schmidt, Lilli Marie Schnorr, Leonie Sophie Schumacher-Majuntke, Vivien Seidel, Leon Steinborn, Alexander

Troska, Thekla Walstab, Lilli Wiedemann, Robin Zaumseil

Online-Autoren (Fietjes Tagebuch):

Yannik Ambrusits, Anneka Bäßler, Sarah Landschütz, Xenia Lütjohann

Co-Autoren: Ina Haun, Antje Hübner

Redaktion/Werkstattleiter: Ina Haun, Antje Hübner

Lektorat: Ina Haun, Antje Hübner

Illustration & Satz: Maria Suckert, Weimar

Umschlag: Maria Suckert, Weimar

Gedruckt in Deutschland bei Förster & Borries, Zwickau

Der Abdruck der Geschichten erfolgte mit freundlicher Genehmigung der Urheber und ihrer

Erziehungsberechtigten. Vielen Dank!

Die Handlungskulissen der Geschichte sind reale Orte. Die Handlung selbst sowie in Verbindung stehende

Personen und Namen sind frei erfunden.

Alle Rechte vorbehalten

ISBN 978-3-9816821-2-0

www.federsammler.de


Die Autoren aus der

Kooperativen Gesamtschule

Adolf Reichwein

Unsere

Jung-Autoren:

Alexander

Troska

xx Jahre

Dennis

Lafeld

13 Jahre

Fabienne

Heinze

11 Jahre

Florian

Lippold

12 Jahre

Hanni

Krabbes

12 Jahre

Maria

Haake

12 Jahre

Niklas

Riehemann

12 Jahre

Ole

Schmidt

xx Jahre

Olivia

Lourdes

Osburg

12 Jahre

Philipp

Bührer

xx Jahre

Jessica

Raab

12 Jahre

Jouyce

Olowookere

&

Stephanie

Hinkel Torres

11 Jahre

Julian

Margull

12 Jahre

Juliane

Albers

11 Jahre

Karl

Pawlik

11 Jahre

Robin

Zaumseil

13 Jahre

Samantha

Langheinrich

13 Jahre

Sophie

Pawlik

12 Jahre

Thekla

Walstab

xx Jahre

Theresa

Dornieden

xx Jahre

Kira Joanna

Beck

12 Jahre

Laura

Arndt

12 Jahre

Leon

Steinborn

13 Jahre

Leonie Sophie

Schumacher-

Majuntke

12 Jahre

Lilli Marie

Schnorr

12 Jahre

Victoria

Bergmann

12 Jahre

Vivien

Seidel

11 Jahre

Luise

Kober

16 Jahre

Lilli

Wiedemann

12 Jahre

Lina

Burchardt

13 Jahre

Luisa

Pfeiffer

13 Jahre

Lydia

Philin

Einfeldt

12 Jahre

Maria

Gerbig

11 Jahre

Die Autorin aus dem

Angergymnasium


Unsere

Online-Autoren:

Die Federsammler-Community

"YannikFenyves"

Yannik

Ambrusits

13 Jahre

Erlangen

"Elfe"

Sarah

Landschütz

12 Jahre

Erlangen

"Anne"

Anneka Bäßler

12 Jahre

Zwickau

"Ophiera"

Xenia

Lütjohann

13 Jahre

Erlangen

Die Internetseite der

Federsammler


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9

Fietjes Tagebuch

Feder-Schätze

Fietje erzählt seinem Tagebuch, wie er und

Arti von einer Stadt in die nächste gelangten.

Dies ist jeweils die Eingangsgeschichte eines

jeden Federsammler-Bandes.

Wie cool!

Wenn du möchtest, kannst du auch Autor

der Federsammler-Reihe werden.

Dein Buch ist nicht „nur“ ein Buch!

Auf manchen Seiten fliegen Federn.

Das sind Begriffe oder Namen, die dir

Wort aus dem Text

TECNANJA schenkt. Am Ende der Geschichte kannst du diesen

Feder-Schatz noch einmal überblicken.

Hier erfährst du mehr über die Erfindungen der Stadt Jena.

In welcher Stadt die beiden Helden bald

sein werden und wie du mitschreiben

kannst, erfährst du unter

www.federsammler-community.de

Melde dich an, schreibe mit anderen am

neuen Tagebuch-Eintrag und werde damit Autor

des nächsten Federsammler-Bandes!

Als Dankeschön erhältst du dein eigenes

druckfrisches Buch.

Viel

Spaß...

...Lesen

und...

...beim...

...Schreiben!

ERFAhRE MEHR Über die

Federsammler-Community


Raum zu Raumfahrt

durch Korridore


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RAUM ZU RAUMFAHRT DURCH KORRIDORE

13 ZEISS PLANETARIUM JENA

„Wieso sind wir immer noch in Jena?“ Fietje erhob sich und sah

sich um.

’wwmAm Planetarium’ hieß die Straße, in die sie das Portal von

Armin geschleudert hatte. Und wieder standen sie vor dem Zeiss-

Planetarium. Wie erst vor einem Jahr mit Sebastian.

Zeiss-Planetarium

„Neu und alt. Alt und neu,“ brabbelte Arti vor sich hin.

Der Sprung durch das Portal war wohl nicht so gut für ihn gewesen.

Das Planetarium war ein großes rundes Haus mit einer

grünen Mütze als Dach.

„War die schon immer grün?“, fragte sich

Fietje.

Das Dach des Zeiss‐

Planetariums hat zweimal

seine Farbe gewechselt. Bei

seiner Eröffnung war es grün.

Das war 1926. Später kamen

silberne Dachplatten drauf.

Heute ist es wieder grün wie

am Anfang.

Er hatte das Dach anders in Erinnerung.

Gut. Sie wollten sehen, ob sie den netten

Mann von damals wieder treffen

würden.


14

RAUM ZU RAUMFAHRT DURCH KORRIDORE

15 ZEISS PLANETARIUM JENA

Der

Raum

..

des Horens


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RAUM ZU RAUMFAHRT DURCH KORRIDORE

17 ZEISS PLANETARIUM JENA

entlang, die keine Decke war. Was war das nur? Der Raum

schien nirgends anzufangen, auch nirgends aufzuhören.

Schwarz und rund. Rund und schwarz.

„Ich bin eine Murmel in einer Sandmulde, die auf dem Kopf

steht“, flüsterte Arti, während er flog.

Also gingen sie hinein und kamen in einen langen schwarzen

Flur. Ihre Schritte hörte man nicht. Stille. Sie trauten

sich nichts zu sagen. Hinter einer schweren Tür verbarg

sich jetzt ein großer Raum. Sie traten ein.

Fietje war es, als hätte er Herrn Ideenreich sprechen

gehört, der „Raum 1“ raunte. Er sah aber rein gar nichts.

Vollkommene Dunkelheit umfing ihn. Arti flog sofort ein

paar Runden in dem Raum herum. Er flog an der Decke

Es riecht nach Bühne und doch gibt es keinen Vorhang?“

Fietje fragte ins dunkle Nichts hinein:

Arti, sind wir im Planetarium,

oder ist das schon

TECNANJA?“

Arti, sind wir

... schon in

TECNANJA?


18

RAUM ZU RAUMFAHRT DURCH KORRIDORE

19 ZEISS PLANETARIUM JENA

Der

Raum

des Sehens


20

RAUM ZU RAUMFAHRT DURCH KORRIDORE

21 ZEISS PLANETARIUM JENA

Plötzlich erhellte ein dünnes weißes Licht den Raum. In

der Mitte wurde ein blauer Ball sichtbar. Sie gingen darauf

zu. Der Ball hatte viele Löcher. Große und kleine. Arti wurde

schon ganz schwindelig von den vielen Rundungen.

Er hatte nur noch Kreise vor Augen.

„Herr Keinwort und Mister Mundzu!“, sprach er wie in

Trance.

„Wo siehst du sie denn, Arti? Da drin?“

Fietje fand es eigenartig, wie

Arti sich verhielt.

„Sie kommen! Berühre den

blauen Ball!“, flüsterte der

Papagei wieder so von Sinnen.

Sie kommen!

Berühre den

blauen Ball!

Der Papagei hatte seine

Augen weit aufgerissen. Er

schien den Verstand zu verlieren.

Fietje tat besser, was

Arti sagte. Er berührte den

blauen Koloss.


22

RAUM ZU RAUMFAHRT DURCH KORRIDORE

23 ZEISS PLANETARIUM JENA

Der Ball begann sich sofort zu drehen. Aus zwei seiner Löcher

kamen jetzt Lichtstrahlen.

Fietje sah nun auch die beiden Männer. Sie waren nicht in dem Ball,

sondern sie schwebten über ihnen. In der umgekehrten Mulde.

Sie kamen und gingen, tauchten vor Fietjes Augen auf und verschwanden

gleich darauf wieder. Sie schauten von hoch oben auf

die Freunde und den Ball hinab.

Größer und größer wurden ihre Augen und ihre Münder.

Arti schrie wie am Spieß. Er war nicht mehr bei Sinnen. Fietje

schnappte ihn aus der Luft und zwang ihn unter seinen Arm.

Verängstigt schaute der Junge wieder an die Decke. Die Mulde

(oder besser die Kuppel) war riesig und schwarz. Von einer Sekunde

auf die andere waren die Agenten weg. Nicht mehr da,

nicht mehr in Jena oder nicht mehr in TECNANJA?

Im Ball des

Sternenprojektors sind

viele Lampen. Diese sind

so hell wie die Sonne.

Sie haben eine Lichttemperatur

von 6000 Kelvin. Das Licht

ist RiCHTIG WEiß!


24

RAUM ZU RAUMFAHRT DURCH KORRIDORE

25 ZEISS PLANETARIUM JENA

Fietje und Arti saßen dafür jetzt auf einer Wiese und schauten in

den nächtlichen Himmel. Wie kam denn das? Wo waren sie denn

nur? Auf einmal flog etwas Großes an ihnen vorbei.

Arti, wo sind wir nur hingeraten? Was war das?“

Der Vogel zappelte unter seinem Arm.

Mit einer so hohen Stimme, wie sie Fietje noch nie gehört hatte.

Der Wahn in seinen Augen machte ihm Angst. Diese Dunkelheit. Und

man sah und hörte einfach nichts!

„Herr Ideenreich, wo sind Sie?“, rief Fietje ins Nichts.

„In meiner Stadt!“, hörte Fietje wieder Herrn Ideenreichs Stimme

sagen.

Er schloss die Augen und merkte, dass selbst in der Dunkelheit

Bilder vor seinen Augen entstehen konnten.

Also waren sie doch schon in TECNANJA angekommen. Fietje fragte

vorsichtig in die Dunkelheit:

„Und jetzt..., f.. f.. fahren wir mit Ihnen ins All?“

„Willkommen in TECNANJA!“, sagte Herr Ideenreich in die Stille.

„Vielleicht“, sagte der unsichtbare Wächter von TECNANJA.

Die Kuppel des Zeiss‐

Planetariums hat

eine Fläche von 800 m 2 .

Das ist soviel wie

2 Basketballfelder.

„Wir müssen weiter, die Sprachlosen

kommen“, quäkte Arti unter dem Arm

hervor.


26

RAUM ZU RAUMFAHRT DURCH KORRIDORE

27 ZEISS PLANETARIUM JENA

Fietje war triefend nass. Ein Alptraum, Verwirrung? Dunkelheit.

Was war denn nur mit ihm los? Da hörte er auf

einmal aufgeregtes Gezwitscher, dazwischen einen

Löwen brüllen. Jagte der die Vögel? Waren sie etwa

im Dschungel und die Dunkelheit war ein Wald? Das

klang doch wie vor Kurzem in Brasilien. Fietje

warf den Kopf hin und her. Er sah immer

noch nichts.

Fietje, das ist eine Simulation.

TECNANJA macht´s möglich. Erinnerst

du dich? Geht los! Kämpft

euch durch den Dschungel.“

Fietje dachte bei sich: „Na toll,

das wäre ja nicht das erste Mal.“

Fietje lief sofort los, um

ihn zu suchen. Da sah er

ein Mädchen und rannte zu ihm

hin. Er fragte sie, ob sie einen grauen

Papagei mit roten Schwanzfedern

gesehen hätte.

Sie antwortete: „Es tut mir leid, aber ich habe keinen

grauen Papagei mit einem roten Schwanz gesehen.

Aber ich kann dir gern bei der Suche helfen. Wie

heißt Du?“

„Cool, echt nett von dir, dass du mir helfen willst. Ich heiße

Fietje. Also lass uns los. Wir müssen ihn so schnell wie möglich

finden. Den Rest erzähle ich dir, wenn wir ihn haben.“

Er schnappte sich sein

Board. Und wie vor ein

paar Monaten in

Brasilien, war Arti

weg. Ob er die

Ara-Dame wiedergetroffen

hatte?


28

RAUM ZU RAUMFAHRT DURCH KORRIDORE

29 ZEISS PLANETARIUM JENA

Nach einer Stunde hatten sie ihn immer noch nicht gefunden. Aber

sie konnten nicht mehr weiter und ruhten sich an einem Baum aus.

„Hey ihr beiden! Sorry, ich habe nur einen kleinen Ausflug gemacht

und meine Ara wiedergefunden.“

Fietje rief: „Mensch, Arti, wir haben dich überall gesucht!“

Plötzlich fing ein Wolf an zu jaulen.

Fietje wurde es nun doch Angst. Dann

kam auch noch eine Gruppe Indianer

angerannt. Sie tanzten um die drei herum.

Fietje spürte, dass das alles nicht Wirklichkeit

sein konnte.

64 Boxen, aus denen alle nur

denkbaren Geräusche

kommen, gaukeln dir vor, du

wärest woanders. Eine

Simulation. Wer so

verträumt ist wie Fietje,

kann leicht fantasieren.

Er öffnete wieder seine

Augen. Und sah: ... nichts.

Keine Frage! Alles konnte

nur allein aus seiner Erinnerung

gekommen sein.

Diese hatte ihn so gefesselt.

Aber woher kamen

die Geräusche?


30

RAUM ZU RAUMFAHRT DURCH KORRIDORE

31 ZEISS PLANETARIUM JENA

Der

Raum der

zwei Sinne


32

RAUM ZU RAUMFAHRT DURCH KORRIDORE

33 ZEISS PLANETARIUM JENA

Doch noch immer herrschte völlige Dunkelheit.

Er konnte nicht einmal die eigene Hand vor

Augen sehen. Es kam ihm jetzt vor, als würde sich ein endlos

langer Korridor vor ihm ausbreiten. Und plötzlich

erleuchtete sich etwas über ihm.

Der blaue Ball drehte sich unaufhörlich.

„Das Universarium ® !“, flüsterte jemand von

irgendwoher.

Um Fietje herum kamen unzählige weiße Punkte

zum Vorschein. Er konnte erste Umrisse

erkennen. Er befand sich noch unter der

riesigen, runden Kuppel.

„Und was soll das sein?“, fragte Fietje wieder

verwundert in die Dunkelheit.

Der ’Irgendjemand’ würde doch hoffentlich

antworten, dachte Fietje

Universarium®


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RAUM ZU RAUMFAHRT DURCH KORRIDORE

35 ZEISS PLANETARIUM JENA

„Das ist unser Sternenhimmel, erkennst du ihn denn

nicht?“, fragte Herr Ideenreich zurück.

Die Stimme kam also von ihm. Der Professor war noch da.

Immerhin, eine Sache, die sich noch nicht verändert hatte.

Arti saß jetzt auf Fietjes Schulter und spreizte die Flügel

auf und ab.

„Ach, auch wieder da?“, fragte ihn Fietje leicht

gereizt.

klang wie das Zirpen von Grillen an einem warmen Sommerabend.

Dieses Geräusch erinnerte Arti so sehr an sein

Zuhause, dass er einfach abhob und losflog, hoch in das

Ungewisse. Die Agenten waren vorhin dort oben. Und wo

sie jetzt waren, sah man nicht. Fietje blieb allein zurück.

Arti, Artiiiie,“ rief er verärgert.

Immer dasselbe mit dem Vogel! Die Angst, die er um den

Freund hatte, wurde zur Wut auf ihn.

„Findest du das etwa witzig? Ich nämlich überhaupt nicht!“

Auf einmal zuckte Arti zusammen,

denn er hörte ein ungewöhnliches

Geräusch. Fietje wusste nicht, was

sein gefiederter Freund bloß hatte,

doch dann hörte er es auch. Es


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RAUM ZU RAUMFAHRT DURCH KORRIDORE

37 ZEISS PLANETARIUM JENA

Sterne und

Sternenbilder

Zenit ist der Punkt

genau über dir, wenn

du in den Sternenhimmel

schaust.

Er sah nach oben und versuchte die Agenten zu erspähen. Dazu

machte er eine Hand vor seinem Auge rund und sah durch das Loch

hindurch. Da erschien ganz oben im Zenit ein kleiner oranger Pfeil

zwischen den Sternen. Er verband die weißen Punkte wie durch

Zauberhand miteinander zu Sternenbildern.

Als sein Freund nicht antwortete,

schlug sich Fietje die Hände vors

Gesicht. Was, wenn Herr Keinwort

und Mister Mundzu hier irgendwo

in diesem dunklen Raum lauerten?

Sie brauchten nur auf die richtige

Gelegenheit warten, sich Arti

schnappen und ihn mit ins Sprachlos-Land

nehmen.

„Hey, wie bei Malen nach Zahlen“, platzte es aus Fietje heraus.

Fietje, lass Dir erklären, was Du siehst. Denk einmal nicht an Arti!“

Das war wieder Herr Ideenreichs Stimme aus dem Nichts. Er

merkte, dass Fietje für die Sterne noch nicht ganz bereit war. Er war

noch viel zu hibbelig und aufgeregt. Doch als sich der Professor endlich

direkt rechts neben ihn stellte, konnte sich Fietje entspannen. Er ließ

sich auf den Stuhl fallen, der hinter ihm stand und sah in den Sternenhimmel.


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RAUM ZU RAUMFAHRT DURCH KORRIDORE

39 ZEISS PLANETARIUM JENA

„Herr Ideenreich, wo kommen denn all diese Sterne auf einmal her?

Oder sind wir im All? Bei Ihnen ist ja alles möglich!“

Fietje, ruhig Blut! Das macht das Gerät hier. Aber denk nicht weiter

drüber nach! Lass lieber deiner Fantasie freien Lauf!“

„Soll Arti doch bleiben, wo der Pfeffer wächst. Das hier ist viel zu

schön“, dachte Fietje bei sich und schaute auf das atemberaubende

Bild, was sich über ihm bot.

Der orange Pfeil malte fleißig weiter. Irgendwoher kannte Fietje doch

dieses Pferd, das der Pfeil zeichnete.

Damit setzte sich Herr Ideenreich neben Fietje und legte seine Hand

auf den Arm des Jungen.

„Genau, das ist Pegasus“, erklärte er sich selbst.

Doch was Herr Ideenreich ihm mit der Malerei sagen wollte, wußte

er immer noch nicht. Da kam ihm ein Gedankenblitz. Vielleicht wies

der Pfeil ja den Weg zu Arti? Er war gerade auf einen besonders

hellen und gelb-orangen Stern gerichtet.

„Ich muss Arti da runterholen! Ich bin mir sicher, dass er da oben

sitzt. Aber wie soll ich da rankommen?“, dachte Fietje aufgeregt.

Er zappelte auf seinem Stuhl hin und her.

Pegasus, das geflügelte

Pferd, heißt ein Sternbild.

Die Sterne stehen so, dass es

aussieht wie ein Pferd.


40

RAUM ZU RAUMFAHRT DURCH KORRIDORE

41 ZEISS PLANETARIUM JENA

Aber das war gar nicht nötig. Denn als der Junge aufsah, löste sich

Pegasus von der Kuppel und das Pferd flog durch den Raum. Mit

seinen weißrosa Schwingen brauchte es nur zwei Flügelschläge, bis es

bei dem Jungen war. Fietje verkrümelte sich erschrocken in den Stuhl,

völlig gelähmt vor Angst. Doch das Pferd legte sich vor ihm auf den

Boden und fing an zu schnurren, wie eine Katze. Das gab Fietje Mut.

Ohne weiter darüber nachzudenken, setzte sich der 12-jährige auf

das Tier und rief laut:

„Flieg los Pegasus, flieg los!“

Und das Pferd flog los. Es flog mit ihm zum schwarzen Himmel,

durch abertausende von Sternen hindurch. Als ob es Gedanken lesen

konnte, flog Pegasus genau zu dem Stern, auf dem Fietje Arti vermutete.

Und tatsächlich, dort saß er. Seine

Flügel brannten lichterloh. Sie standen bis zu seinem weichen Federbauch

in Flammen. Doch da erwies sich Pegasus als rettender Engel

und spuckte den brennenden Papagei mit nasser, glibberiger Sabber

an. Das Feuer wurde sofort gelöscht.

Fietje rief begeistert:„Das war großartig!“, und klatschte in die Hände.

„Zum Glück hast du mich gefunden. Ich dachte schon, ich komme nie

von Andromeda zurück“, krächzte Arti.

„Andromeda?“, fragte Fietje verwundert.

Galaxie

Die Galaxie hier, du Blitztausend!“

Arti war wieder oben auf.

Auf Pegasus‘ Rücken kehrten sie sicher, und bis auf

ein paar versenkte Flügelspitzen unversehrt, zurück

zum Boden. Bevor die beiden sich bei Pegasus

bedanken konnten, war er schon an der Kuppel zu

sehen und wurde wieder eins mit der Dunkelheit.

Die Andromeda-Galaxie

ist die Nachbarin unserer

Milchstraße. Sie bewegt sich

ständig auf unsere Erde zu. In einer

Stunde legt sie über

500.000 km zurück.


42

RAUM ZU RAUMFAHRT DURCH KORRIDORE

43 ZEISS PLANETARIUM JENA

..

Der Raum

des Fuhlens


44

RAUM ZU RAUMFAHRT DURCH KORRIDORE

Planeten

und Monde

Der Saturn ist ein Planet.

Er ist umgeben von vielen

Ringen aus noch mehr

Sternen. Sie sehen aus wie

bei einer Schallplatte.

45 ZEISS PLANETARIUM JENA

Velvet®

Auf einmal begann laute Musik. An der Kuppel sahen sie jetzt große

Sterne, Planeten und Monde. Fietje hatte ein Gefühl, als ob ihn jemand

von seinem Stuhl hoch zerrte. Wie von einem Magneten wurde er zu

den Sternen gezogen. Das Ganze erinnerte ihn stark an die

Geisterbahn in Zwickau letzten Sommer. Man sah einfach nichts. Und

bevor der Wagen an eine schwarze Wand stieß, die blitzschnell auf

einen zukam, machte er in einer Millisekunde kehrt.

Flogen sie jetzt etwa in einem Raumschiff? Ein Blick zu Herrn Ideenreich,

der neben ihm schwebte, brachte nur ein Schulterzucken bei

dem Professor. Dieses typische Getue, wenn er genau wusste, was

passierte und wenn Fietje genau das nicht wusste.

„Sag hallo zu Velvet ® und flieg los!“, grinste der Professor und überließ

Fietje wieder seiner Fantasie.

Sie flogen wirklich. Und jetzt direkt durch den Saturn-Ring. Arti saß

vorne auf dem Skateboard und begann sich zu beschweren.

Diese Musik ist viel zu laut für meine zarten Ohren. Sie sind viel zu

empfindlich für dieses Gejaule.“

Arti, reg dich doch nicht immer so auf!“, versuchte Fietje ihn

zu beruhigen.

Doch Arti war bereits auf und davongeflogen. Irgendetwas hatte er

gehört. War es wieder die Ara-Dame?


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RAUM ZU RAUMFAHRT DURCH KORRIDORE

47 ZEISS PLANETARIUM JENA

Plötzlich wurde der Papagei von einer eiskalten Hand gepackt

und in einen Käfig gestopft. Fietje hörte Arti in der

Ferne schreien.

Arti, Arti ..., was ist denn los?“, rief er.

Keine Antwort. Es war so, als würde die Dunkelheit Fietjes

Stimme verschlucken. Arti wurde in der Zwischenzeit ordentlich

durchgeschüttelt. Mehrfach knallte er mit seinem

Kopf gegen die Käfigwand.

„Mister Mundzu, wir haben den Vogel endlich. Die Falle mit

dem Ara-Weibchen hat geklappt“!, dachte Herr Keinwort

zu seinem Kumpan.

Das war Herr Keinwort, schoss es Arti durch den Kopf.

Er konnte die Gedankensprache der Agenten lesen.

Diese Gauner!“, nuschelte er hörbar vor sich hin.

„Lasst mich raus aus dieser Kiste!“, krächzte er jetzt wütend.

Doch Mister Mundzu rüttelte nur weiter kräftig an dem

Käfig.


48

RAUM ZU RAUMFAHRT DURCH KORRIDORE

Fietje hing schwerelos mit seinem Skateboard zwischen lauter

Planeten herum. Er beschloss, Arti zu suchen. Der war schon

viel zu lange weg. Er dachte im Traum nicht daran, dass die

beiden Gauner hinter Artis Verschwinden steckten.

Sein Board funktionierte zum Glück auch hier oben. Per Befehl

kam er vom Fleck und setzte seinen Fuß bald wieder auf

festen Boden. Er hastete durch die Stuhl-Reihen, bis er an

eine Tür gelangte. Dort hörte er Stimmen und das bekannte

Krächzen.

49 ZEISS PLANETARIUM JENA

„Das war doch Arti“, dachte er sich.

Fietje legte die Hand auf die Türklinke und drückte die schwere

Tür auf. Vor ihm erstreckte sich ein hell erleuchteter Flur.

Er musste sich die Augen bedecken, so geblendet war er vom

Tageslicht. Und da sah er Arti auch schon. Der Papagei zappelte

wie ein Kaninchen zwischen den Fingern auf dem Boden.

Ohne nachzudenken schnappte sich Fietje seinen Freund und

rannte mit ihm wieder zur Tür hinaus. Genau genommen ja

hinein. Es war die Tür zur Dunkelheit.

„Eigentlich halte ich ja nicht so viel von euch Menschen, aber

manchmal seid ihr nützlich“, meinte Arti.

„Dankbarkeit klingt echt anders,“ erwiderte Fietje.

Die Bösewichte rannten Fietje und Arti in den runden schwarzen

Raum hinterher. Aber die beiden Freunde versteckten sich

hinter dem Klavier.

„Stand das vorhin schon da?“, fragte sich Fietje.

Sie warteten bis die Gauner sich verdünnisiert hatten.


50

RAUM ZU RAUMFAHRT DURCH KORRIDORE

51 ZEISS PLANETARIUM JENA

Jetzt wurde der schwarze runde Raum hell erleuchtet und Fietje sah

sich um. Er glaubte, seinen Augen nicht zu trauen. Die Tür öffnete sich

und von draußen kam Sebastian, sein bester Freund, herein.

„Das war doch ein Abenteuer, und das alles in einer halben Stunde“,

sagte er.

„Hä? Was machst Du denn hier? Wie bist Du nach TECNANJA

gekommen? Weißt Du etwa auch von dem Portal?“

„Komm jetzt, die Show geht weiter. Die Pause ist vorbei, mein Freund!“

Fietje vertraute seinem Freund voll und ganz. Er war nicht so ein

Wirrwarr, wie er selbst. Sebastian hatte immer die volle Kontrolle

über sich. Scheinbar hatte er sich mal wieder in seinem eigenen Kopf

verlaufen. Er trabte Sebastian geknickt hinterher. Der blaue Ball stand

in der Mitte, die Kuppel war über ihnen.

Naja, klar! Das Zeiss-Planetarium! Wie bescheuert Fietje manchmal

sein konnte!

„Was denn für ein Portal? Also manchmal Fietje! Manchmal

spinnst Du echt!“

Sebastian machte mit seiner Hand den Scheibenwischer.


52

RAUM ZU RAUMFAHRT DURCH KORRIDORE

53 ZEISS PLANETARIUM JENA

Der

Raum der

drei Sinne


54

RAUM ZU RAUMFAHRT DURCH KORRIDORE

55 ZEISS PLANETARIUM JENA

Die beiden Freunde lehnten sich in ihren Sitzen zurück und blickten

nach oben zur Kuppel.

„Na Jungs, kann es weiter gehen?“ fragte Herr Harnisch, der nette

Mann, der hier alles bedienen konnte. Fietje war nun ganz ruhig und

auch Arti machte es sich gemütlich. Herr Harnisch startete einen

Film.

„Was für eine Kinoleinwand!“, entfuhr es Fietje und er schämte sich

sofort für die Störung.

„Jetzt sind wir im Raum 5, der Raum, in dem alle Räume zusammen

fließen.“ Fietje sah nach links und rechts. Hatte nicht auch Herr Ideenreich

vorhin von Räumen gesprochen! Wo war er? Ach, Blödsinn!

Herr Ideenreich! Fietje wollte Sebastian gleich

fragen, ob er ihn auch kannte, da schrie Arti:

“Projektion!“, und hielt eine Feder in der Hand.

„Ein neues Wort, Arti?“, flüsterte Fietje.

Er war glücklich, dass alles wieder beim Alten war.

Auch Arti strahlte zufrieden.

Projektion

Die Technik im Zeiss‐

Planetarium macht es möglich.

Das Universarium zeigt uns die

Sterne. Mit den Velvets können wir

Reisen, z.B. zu Planeten, machen.

Und das Ganze, ohne uns auch nur

einen Zentimeter zu bewegen.

Fietje wusste jetzt, dass er auf der Erde war und nicht im All. Und

neben ihm saß sein Freund. Alles war gut! Es war ein tolles Gefühl. Er

sah überall Sterne. Einfach der Hammer! Plötzlich ertönte eine tiefe,

dröhnende Stimme und ein Mann erschien auf der Kuppel:

Die Projektion!“

Die 3 Dimensionen

sind Höhe, Breite und

Tiefe. Du kannst mit

3D‐Geräten in ein

Bild hineinsehen.


56

RAUM ZU RAUMFAHRT DURCH KORRIDORE

„Projektion ist das, was der blaue Ball hier macht. Sehen Sie Herrn Ideenreich,

der auf die Kuppel gestrahlt wird? Er steht nicht dort. Das ist

auch eine Projektion“, erklärte Herr Harnisch den Zuschauern.

Sie nickten artig. „Gut gut zu wissen“, meinten sie.

57 ZEISS PLANETARIUM JENA

Fietje dachte sich seinen Teil. Er hielt besser seinen Mund. Er konnte ja

schlecht sagen, dass er und Herr Ideenreich sich schon mehrfach die

Hand gegeben hatten.

Sie hörten sich noch die letzten Worte über Galaxien von Herrn Ideenreich

an, der zu ihnen von der Kuppel aus sprach. Dann war die

Show vorbei. Fietje schien es, als verabschiedete sich der Professor mit

einem Zwinkern bei ihm. Es sah aus, als formte er mit seinem Mund

das Wort TECNANJA.

Ein Blick zu Sebastian verriet ihm allerdings, dass die Botschaft nur für

ihn war. Der Freund packte schon seinen Rucksack. Dann ging das Licht

an Gemeinsam verließen sie das Planetarium. Lachend erinnerten sich

die drei, wie sie vor einem Jahr durch die Fernwärme-Rohre geschleudert

wurden und dann hier gelandet waren. Sie dachten damals, sie

wären tatsächlich im All.

Prof. Dr. phil., Dr. phil. nat., Dipl.-Ing.,

International MasterMaster of Computer Science

and Systems Engineering

Arti, weißt du noch, die Rohre, die Adern von Jena? Wollen wir noch

einmal durchfliegen?“

„Meinetwegen.“

Arti zuckte die Schultern.

Sebastian sagte nur:

„Ich bin raus, ihr Verrückten! Nicht noch einmal!“

Projektion ist ein Bild, das

durch Lichtstrahlen auf eine

Wand gebracht wird.


59 ZEISS PLANETARIUM JENA

Zeiss-Planetarium

Universarium®

Zeiss-Planetarium

Jena

UNIVERSARIUM ® Sternenprojektor

WAS IST DAS?

nahebringen.

WAS IST DAS?

WOFÜR WIRD ER BENUTZT?

Ein Planetarium ist ein Haus, in dem ein künstlicher

Sternhimmel an einer Kuppel (das innere

Dach) gezeigt wird.

Das geschieht mit einem Sternenprojektor.

Ein Planetarium ist kein Museum und auch keine

Sternwarte. Das Beobachten von Sternen

durch ein Fernrohr ist hier nicht möglich.

Ein „Großplanetarium“ hat einen Kuppel-In-

Man kann man in ferne Fantasiewelten reisen

und hat immer das Gefühl, man sei mitten im

All!

Im Planetarium gibt es Anworten auf die

Fragen:

„Wie findet man sich am Sternenhimmel

zurecht?“

Das Universarium ist das Herzstück des

Planetariums. Es ist ein digital gesteuerter

Sternenprojektor, der eine neue technische

Dimension eröffnet.

Seine astronomische Software erlaubt ganze

Reisen durch das Planetensystem. Durch ihn

sehen wir die Planetenbewegung.

Ein Sternenprojektor findet in fast jeder Show

seinen Einsatz.

Einerseits verwendet man ihn, um astronomische

Zusammenhänge zu zeigen und zu

erklären. Andererseits dient er dazu, bei den

Besuchern ein himmlisches Gefühl zu erzeugen.

nendurchmesser von mindestens 18 Metern.

Das ist der Abstand zwischen zwei gegenüberliegenden

Punkten am Kuppelhorizont.

Der Innendurchmesser der Kuppel des Zeiss-

Planetariums beträgt 23 Meter. Daraus ergibt

sich eine Fläche von über 800 Quadratmetern

für den künstlichen Sternenhimmel. Das ist so

groß wie ein Handballfeld.

„Wie sieht der Planet Saturn aus?“

„Können wir einmal durch seine Ringe fliegen?“

Das Zeiss-Planetarium Jena ist das Dienstälteste

der Welt. Es ist schon 88 Jahre alt und doch

eines der Modernsten.

WER HATS ERFUNDEN?

Er wirft (projiziert) 9.100 Lichtpunkte (Sterne)

an die Kuppel. Das ist die Anzahl der Sterne,

die man von der Erde aus sieht.

Das Universarium macht es sogar möglich,

dass man seine eigene Position

wechselt. So kann man das Sonnensystem

auch von der Venus

WER HAT IHN ERFUNDEN?

Entwickelt und gebaut hat den

Sternenprojektor die Firma Carl Zeiss.

In der Goethe-Galerie in Jena

kannst Du Dir einen Sternenprojektor

vom Typ „Cosmorama“ anschauen.

Drei verschiedene technische Systeme sind

hier eingebaut. Es sind die modernsten

Der Name Carl Zeiss weist auf die Technik hin,

die das Planetarium verwendet.

oder dem Jupiter aus betrachten.

Er steht dort als technisches

Denkmal.

Projektions- und Tongeräte. So kann man den

Ein Großteil der Geräte wurde von der Firma

Besuchern die Welt der Astronomie richtig

Carl Zeiss Jena entwickelt und gebaut.


61 ZEISS PLANETARIUM JENA

Sterne und

Sternenbilder

Sterne und Sternenbilder

WAS IST DAS?

WIE ENTSTEHEN STERNENBILDER?

BEISPIELE FÜR STERNENBILDER:

GROSSER WAGEN

Sterne sind schwere, aus Gasen (z.B. Wasserstoff

oder Helium) und Plasma bestehende

Vor tausenden Jahren begannen die Menschen

Dieses Sternbild hat sieben helle Sterne. Diese

Himmelskörper. Auch die Sonne ist ein Stern.

im Sternenhimmel mehr zu sehen als nur

CASSIOPEIA

sind auch ein Teil eines anderen Sternbilds,

Sie senden ihr eigenes Licht aus und strahlen.

Lichtpunkte.

des Großen Bären.

Das ist der Unterschied zu Monden und Plane-

Ein Sternbild der Antike ist benannt nach der

ten. Diese leuchten nur deshalb, weil sie von

Sie verbanden die Lichtpunkte in ihrer Phanta-

Sagenkönigin Cassiopeia. Die Hauptsterne

Mit dem Großen Wagen ist es leicht,

der Sonne angestrahlt werden.

sie mit Strichen miteinander und dachten sich

bilden ein markantes W. Daher wird sie auch

den Polarstern zu finden. Man

Das Licht der Sterne funkelt. Das liegt daran,

so ganze Figuren aus.

als Himmels-W bezeichnet. Sie ist ein Sternbild

verbindet dazu die hinteren

dass sie so weit von uns weg sind, dass wir

des Herbstes.

beiden Kastensterne des Wagens und

sie nur als winzige Lichtpunkte

Da die Sterne am Himmel stehen, wo auch die

verlängert die Entfernung zwischen

sehen können.

Götter der Menschen wohnen, haben viele der

ORION

beiden in einer Geraden. Der

Sternbilder mit Göttersagen zu tun.

Stern, der dort hell leuchtet,

Ist die Luft unruhig, so wird

So tragen sie die Namen von Helden wie Her-

In der griechischen Göttersage war Orion ein

ist der Polarstern.

der dünne Lichtstrahl stark

kules, Perseus oder Pegasus.

Krieger, der damit prahlte, alle Tiere töten zu

gestört. Die Sterne begin-

können. Jedoch wollte die Erdgöttin Gäa das

Damit weiß man auch, wo die

nen zu „blinzeln“.

Die Anzahl der heute bekannten Sternenbilder

nicht zulassen. Sie sandte einen Skorpion aus,

Himmelsrichtung Norden ist.

beträgt 88.

um Orion zu töten. In Erinnerung daran, steht

Orion im Winter am Nachthimmel. Es ist also

ein Wintersternbild.


63 ZEISS PLANETARIUM JENA

Velvet®

Galaxien

VELVET ®

Galaxien

WAS IST DAS?

gelegene Sterne bewegen sich schneller.

WAS IST DAS?

Das „VELVET Projektionssystem“ besteht aus

acht Projektoren. Sie sind entlang des Kuppelhorizontes

angebracht. Jeden einzelnen

kann man sich wie einen Heimkino-Beamer

vorstellen. Mit Lampen und hochentwickelter

Technik werfen sie Videos an eine Leinwand.

Nur, dass die Beamer viel größer sind und viel

mehr Leistung haben. Auch die Leinwand im

Planetarium ist riesengroß.

WOFÜR WIRD ES BENUTZT?

In jeder Veranstaltung (Show) nutzt man

die Velvet-Projektoren, um die Reisen durch

Raum und Zeit eindrucksvoll zu ermöglichen.

Dabei reist man nicht nur durch bekannte

Welten sondern auch durch fremde Sternensysteme.

Oder man landet auf geheimnisvollen

Planeten.

WER HAT ES ERFUNDEN?

An unserem nächtlichen Himmel gibt es Milliarden

von Sternen. Diese sind nicht nur einfach

so im Raum verteilt. Sie treten in Gruppen oder

Haufen auf. Die Sternenhaufen heißen Galaxien.

Sie treten in den unterschiedlichen Formen

auf. Manche sehen aus wie Ovale, andere wie

Spiralen oder Scheiben. Von Galaxien gibt es

eine unfassbare Anzahl. Hier sind zwei sehr

bekannte Galaxien:

MILCHSTRASSE

Weil die Erde ein Teil der Milchstraße ist, können

wir diese Galaxie sehen. In klaren Nächten kann

man sie erkennen.

Ein breites weiß-silbriges Band zieht sich über

den Himmel. Es durchquert dabei viele Sternbilder,

wie z.B. die Cassiopeia.

ANDROMEDAGALAXIE

Unsere direkte Nachbargalaxie ist auch von der

Erde aus zu sehen. Die „Andromedagalaxie“ ist

„nur“ 2,3 Millionen Lichtjahre von uns entfernt.

Und sie kommt uns immer näher. In

Die acht Projektoren werden durch einen

Computer so zusammengeschaltet, dass

niemand acht einzelne Videos sieht,

sondern alle Zuschauer von einem

Video umschlossen werden.

Die Firma Carl Zeiss AG Jena (Planetarium

Division) baut und produziert

das POWERDOME – Velvet

Projektionssystem.

Unser Sonnensystem ist eine Spiral-Galaxie.

Wir nennen sie die „Milchstraße“. Sie

dreht sich wie eine Spirale um ihr

Zentrum, in dem sich ein sogenanntes

„Schwarzes Loch“ befindet. Die

etwa 3 Milliarden Jahren wird sie auf

die Milchstraße treffen und sich mit ihr

zu einer „Supergalaxie“ vereinen.

Ihren Namen verdankt sie ihrer

Stellung am Himmel.

Als verwaschener Fleck sieht man

äußeren Sterne benötigen Millio-

sie im Sternbild Andromeda.

nen von Jahren für einen Umlauf

um die Galaxie. Weiter innen


65 ZEISS PLANETARIUM JENA

Planeten

und Monde

Planeten und Monde

WAS IST DAS?

Planeten sind Himmelskörper, die aus Gestein

oder kalten Gasen bestehen. Sie senden

selbst kein Licht aus. Sie werden angeleuchtet.

Deshalb sehen wir sie.

Sie alle umkreisen einen Stern. In unserem

Sternensystem heißt der Stern, den sie umkreisen

„Sonne“. Sie strahlt die Planeten und

Monde an.

Manche umkreisen die Sonne auf fast exakten,

andere auf gebogenen Kreisbahnen – auf

sogenannten Ellipsen. Planeten leuchten

nicht selbst, so wie die Sterne

es tun.

Würde man einmal die Sonne „ausknipsen“,

so wären die Planeten auch nicht mehr zu

sehen.

Planeten sind uns recht nah. Wir sehen sie

deshalb etwas stärker als Sterne.

PLANET ODER MOND?

Während die Planeten die Sterne umkreisen,

umkreisen die Monde die Planeten.

Viele der Planeten in unserem Sonnensystem

haben mindestens einen Mond in ihrer Nähe.

Unsere Erde ist auch ein Planet. Sie wird von

„unserem“ Mond umkreist.

Andere Planeten, wie zum Beispiel die Venus,

sind „mondlos“.

Wieder andere, wie der Riesenplanet Jupiter

oder der Ringplanet Saturn, werden von 60

Monden umkreist.

BEISPIELE FÜR PLANETEN:

Die Namen der Planeten kann man sich mit

einem Satz einfach merken.

Mein

Merkur

Vater Venus

Erklärt Erde

Mir

Mars

Jeden Jupiter

Sonntag Saturn

Unseren Uranus

Nachthimmel Neptun

BEISPIELE FÜR MONDE:

SATURN-MOND „TITAN“

Dieser hat als einziger Mond in unserem

Sonnensystem eine dichte Lufthülle

(Atmosphäre) wie die Erde. Er umkreist

den Planet Saturn.

MARS-MOND „PHOBOS“

(griechisch für: Furcht)

Er umreist den Planet Mars.


66

RAUM ZU RAUMFAHRT DURCH KORRIDORE

67 ZEISS PLANETARIUM JENA

DANKE für

den Blick hinter

die Kulissen!

So war`s im

Zeiss Planetarium Jena

Alle Eindrücke

und Gefühle kamen

sofort aufs Papier

und später als

„Kapapei-Stern“ an

die Tafel.

Stefan Harnisch vom

Planetarium nahm uns

mit auf seine „Raum

zu Raumfahrt durch

Korridore“.

Unsere Jung-Autoren

sind auch musikalisch.

:D


Die Autoren aus Jena

schreiben ihre Geschichten

weiter in ihren AGs.

Viel Spaß dabei!

Erfahre mehr und

schreib mit!


70 DANKESCHÖN

71

Unser herzlichstes Danke!

Dieser Kinderroman ist etwas ganz Besonderes. Er hat nicht nur 38 AutorInnen.

Diese gehören zudem noch zu den jüngsten Roman-AutorInnen Deutschlands.

Allen voran gilt deshalb unser Dank den Jenaer Jung-AutorInnen, die mit ihrer Fantasie

der Geschichte ihre ganz eigene Handschrift verliehen haben und ihre wertvolle Arbeit an das

kommende Autoren-Team weitergeben. Wir sind gespannt auf alle Erlebnisse von Fietje und Arti, die

aus euren Geschichtennoch erwachsen werden!

Dicht darauf folgen die Jenaer Personen und Institutionen, die mit Vertrauen

und Tatendrang die Entstehung des Romans unterstützt haben.

Danke für die Planung und Durchführung der Schreibwerkstätten:

KGS Adolf Reichwein (Schulleiterin Regine Emmrich, Lehrerinnen Gloria Ferber, Marion Durst, Britta Femel,

Corinna Jüngling, Ulrike Koch, Birgit Schönemann, Kerstin Köhler, Anne-Marie König, Daniela Krüger,

Birgit Radtke, Kathleen Wapenhans)

Analytik Jena AG (Dana Schmidt, Stefanie Lorenz, Hr. Kohlberg, Hr. Trenkmann,

Hr. Becker, Hr. Ludwig)

Jenoptik AG (Marlies Wünscher, Cornelia Ehrler, Thomas Schadeberg, Stefan Seidlein, Daniel Kaiser,

Heiko Richter Wolfgang Seidel, Christian Pätz)

Schott AG ( Ute Haubold, Judith Hanft, Sarah Köhler, Armin Vogl)

Stadtwerke Jena GmbH (Alice Grosse), Stadtwerke Energie Jena-Pößneck GmbH (Dirk Hucke), Jenaer-

Nahverkehr GmbH (Marco Schellhorn), jenawohnen GmbH (Doreen Noack, Ralf Raddatz)

Zeiss-Planetarium Jena, STERNEVENT GmbH (Stefan Harnisch)

Danke für die Bereitstellung der Fotos und Foto-Genehmigungen:

Analytik Jena AG (Stefanie Lorenz)

Jenoptik AG (Marlies Wünscher, Cornelia Ehrler)

Schott AG ( Ute Haubold, Judith Hanft)

Stadtwerke Jena GmbH (Alice Grosse)

Zeiss-Planetarium Jena, STERNEVENT GmbH (Stefan Harnisch)

Ganz persönlich:

Den Eltern der Jung-AutorInnen, allen Familien und Freunden, die so zahlreich hier nicht namentlich

aufgeführt werden können, möchten wir unseren allerherzlichsten Dank ausdrücken! Begleitet uns

auch weiterhin und lasst euch auf die Schatzsuche unserer Helden mitnehmen!

Das Federsammler Team


72 BILDNACHWEIS

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