Die Federsammler - Fietje und Arti in Tecnanja - Teil 1

federsammler

Fietje und Arti in Tecnanja


Impressum

Die Federsammler

Fietje und Arti in TECNANJA

Fietje und Arti in

1. Auflage 2014

©KlangbildVerlag, Jena

Konzept & Projektleitung: Antje Hübner

Hrsg.: Jugend will… gemeinnützige GmbH / Die Federsammler

Jung-Autoren:

Juliana Alberts, Laura Arndt, Kira Joanna Beck, Victoria Bergmann, Philipp Bührer, Lina Burchardt, Theresa

Dornieden, Lydia Philin Einfeldt, Maria Gerbig, Maria Haake, Fabienne Heinze, Stephanie Hinkel Torres, Luise

Kober, Hanni Krabbes, Dennis Lafeld, Samantha Langheinrich, Florian Lippold, Julian Margull, Joyce Olowookere,

Olivia Lourdes Osburg, Karl Pawlik, Sophie Pawlik, Luisa Pfeiffer, Jessica Raab, Niklas Riehemann, Ole

Schmidt, Lilli Marie Schnorr, Leonie Sophie Schumacher-Majuntke, Vivien Seidel, Leon Steinborn, Alexander

Troska, Thekla Walstab, Lilli Wiedemann, Robin Zaumseil

Online-Autoren (Fietjes Tagebuch):

Yannik Ambrusits, Anneka Bäßler, Sarah Landschütz, Xenia Lütjohann

Co-Autoren: Ina Haun, Antje Hübner

Redaktion/Werkstattleiter: Ina Haun, Antje Hübner

Lektorat: Ina Haun, Antje Hübner

Illustration & Satz: Maria Suckert, Weimar

Umschlag: Maria Suckert, Weimar

Gedruckt in Deutschland bei Förster & Borries, Zwickau

Der Abdruck der Geschichten erfolgte mit freundlicher Genehmigung der Urheber und ihrer

Erziehungsberechtigten. Vielen Dank!

Die Handlungskulissen der Geschichte sind reale Orte. Die Handlung selbst sowie in Verbindung stehende

Personen und Namen sind frei erfunden.

Alle Rechte vorbehalten

ISBN 978-3-9816821-0-6

www.federsammler.de


Die Autoren aus der

Kooperativen Gesamtschule

Adolf Reichwein

Unsere

Jung-Autoren:

Alexander

Troska

xx Jahre

Dennis

Lafeld

13 Jahre

Fabienne

Heinze

11 Jahre

Florian

Lippold

12 Jahre

Hanni

Krabbes

12 Jahre

Maria

Haake

12 Jahre

Niklas

Riehemann

12 Jahre

Ole

Schmidt

xx Jahre

Olivia

Lourdes

Osburg

12 Jahre

Philipp

Bührer

xx Jahre

Jessica

Raab

12 Jahre

Jouyce

Olowookere

&

Stephanie

Hinkel Torres

11 Jahre

Julian

Margull

12 Jahre

Juliane

Albers

11 Jahre

Karl

Pawlik

11 Jahre

Robin

Zaumseil

13 Jahre

Samantha

Langheinrich

13 Jahre

Sophie

Pawlik

12 Jahre

Thekla

Walstab

xx Jahre

Theresa

Dornieden

xx Jahre

Kira Joanna

Beck

12 Jahre

Laura

Arndt

12 Jahre

Leon

Steinborn

13 Jahre

Leonie Sophie

Schumacher-

Majuntke

12 Jahre

Lilli Marie

Schnorr

12 Jahre

Victoria

Bergmann

12 Jahre

Vivien

Seidel

11 Jahre

Luise

Kober

16 Jahre

Lilli

Wiedemann

12 Jahre

Lina

Burchardt

13 Jahre

Luisa

Pfeiffer

13 Jahre

Lydia

Philin

Einfeldt

12 Jahre

Maria

Gerbig

11 Jahre

Die Autorin aus dem

Angergymnasium


Unsere

Online-Autoren:

Die Federsammler-Community

"YannikFenyves"

Yannik

Ambrusits

13 Jahre

Erlangen

"Elfe"

Sarah

Landschütz

12 Jahre

Erlangen

"Anne"

Anneka Bäßler

12 Jahre

Zwickau

"Ophiera"

Xenia

Lütjohann

13 Jahre

Erlangen

Die Internetseite der

Federsammler


Fietjes Tagebuch

Feder-Schätze

Fietje erzählt seinem Tagebuch, wie er und

Arti von einer Stadt in die nächste gelangten.

Dies ist jeweils die Eingangsgeschichte eines

jeden Federsammler-Bandes.

Wie cool!

Wenn du möchtest, kannst du auch Autor

der Federsammler-Reihe werden.

Dein Buch ist nicht „nur“ ein Buch!

Auf manchen Seiten fliegen Federn.

Das sind Begriffe oder Namen, die dir

Wort aus dem Text

TECNANJA schenkt. Nach jedem Kapitel kannst du diesen

Feder-Schatz noch einmal überblicken.

Hier erfährst du mehr über die Erfindungen der Stadt Jena.

In welcher Stadt die beiden Helden bald

sein werden und wie du mitschreiben

kannst, erfährst du unter

www.federsammler-community.de

Melde dich an, schreibe mit anderen am

neuen Tagebuch-Eintrag und werde damit Autor

des nächsten Federsammler-Bandes!

Als Dankeschön erhältst du dein eigenes

druckfrisches Buch.

Viel

Spaß...

...Lesen

und...

...beim...

...Schreiben!

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Federsammler-Community


inhaltsverzeichnis

Fietjes Tagebuch

Teil 1 Ideenreichs Suche nach seinen Ideen

Teil 2 Das Fenster zur Welt

Teil 3 Raum zu Raumfahrt durch Korridore

Teil 4 Bahnen und Portale

Teill 5 Farbfeld-O-Meter

xx

xx

xx

xx

xx

xx


12

FIETJES TAGEBUCH

Liebes Tagebuch,

ich hatte doch nur einen Tee bestellen

wollen, als ich den Computerbildschirm

berührte!

Doch auf einmal sah ich nur noch Buchstaben,

Zahlen und Formeln vor meinen

Augen herumfliegen.

Als sich meine Augen an das Durcheinander

gewöhnt hatten, sah ich einen

Mann mit zerzausten Haaren vor mir

stehen. Er trug einen Overall, der komplett

aus Alufolie bestand. Er trug auch

ein Namensschild. Es bedeckte seine

ganze Brust:

Prof. Dr. phil., Dr. phil. nat., Dipl.-Ing.,

International Master/Master of Computer

Science and Systems Engineering

Uwe-Hartmut Ideenreich

Na, jetzt wusste ich ja mehr!

„Ähm...,hallo! Wo kommen Sie her?“,


14

FIETJES TAGEBUCH

fragte ich schüchtern.

„Aus dem Computer natürlich! Mein Supersystem

sagt mir, dass du Fietje bist. Habe

ich Recht oder habe ich Recht?“, fragte er

mit einer seltsam mechanischen Stimme.

Ich nickte nur vollkommen sprachlos. Herrn

Ideenreichs Gesicht war symmetrisch, wie

perfekt, und hatte einen seltsam silbernen

Schimmer, der gerade verblasste.

„Hör zu, Junge, du hast sicher einige Fragen,

denn ihr Menschen versteht die Technik

ja nicht immer so gut wie wir.“

Konnte ich ihm vertrauen? Allerdings war

ich auch total neugierig!

„Hmm, ...gut. Lass mich kurz erklären. Ich

bin der Leiter der Technik und habe vor

Kurzem ein neuartiges Programm entwickelt,

mit dem man durch elektronische Leitungen

reisen kann. Als sehr ergebener Untertan

unserer Hoheit habe ich die ehrenvolle

Aufgabe erhalten, dich auf seinen Wunsch

hin nach TECNANJA zu holen. Kommst du

mit?“

Arti war doch hoffentlich noch bei mir im

Skateboard, oder? Unauffällig rieb ich daran.

Das vertraute Zischen blieb jedoch aus.

Herr Ideenreich schaute mich erwartungsvoll

an.

„Was ist TECNANJA überhaupt?“, fragte

ich.

Mein Gegenüber grinste.


16

FIETJES TAGEBUCH

„Das wirst du gleich sehen. Es ist jedenfalls

wundervoll und besitzt sogar

ein eigenes Portal zu unserer Heimat,

sowie das Neuste vom Neusten in Sachen

Technik. Du musst keine Angst

haben.“

nahm den kalten Marmor unter mir wahr.

Hätte ich nicht wenigstens auf den weichen,

roten Teppich vor mir fallen können?

Erst jetzt bemerkte ich, wie groß dieser

Raum eigentlich war.

„Haben Sie das alles erbaut?“

„Jein.“

Na super, was für eine Antwort von Herrn

’Neun-hoch-zwei-mal-drei-mal-schlau’.

Doch er fuhr fort.

Die Architekten haben das hier alles programmiert.

Eigentlich existiert es gar nicht,

aber die Grafikstrukturen sind diesmal

wirklich gut gelungen und du kannst sogar

alles berühren!“

Mit diesen Worten packte er meinen

Arm und alles um uns herum wuchs in

Rekordzeit. Oder wurde ich kleiner? Ich

hatte keine Zeit, weiter darüber nachzudenken,

denn plötzlich sausten wir

zwischen tausend Blitzen durch einen

ätherischen Tunnel. Durch den wirbelten

Symbole und sich drehende Spiralen.

Mir wurde mir erst schwindelig dann

schwarz vor Augen ...

Irgendwann musste die gleißende Röhre

uns wohl doch ausgespuckt haben, denn

ich landete auf einem harten Untergrund.

Sofort war ich hellwach und


18

FIETJES TAGEBUCH

„Wo stehen dann Ihre Computer? Die müssen

ja wirklich riesig sein“, hakte ich nach.

Herr ... Ich wusste immer noch nicht wie

er hieß ..., sah mich komisch an und antwortete

dann:

„Was für eine Frage! Wir haben keine

Computer, wie ihr Menschen das nennt.

Das alles wurde durch unsere, im Kopf

vorhandenen Cyber-Netzwerk-Programme

entwickelt und gestaltet!“

„Ahh, ja natürlich“, entgegnete ich und

schlug mir die Hand vor den Kopf, was

wohl sehr künstlich ausgesehen haben

musste.

In Wahrheit verstand ich kein Wort. Das

Anscheinend hatte Herr Ideenreich (ach ja,

so hieß er) mich sofort durchschaut, was

sicher auch nicht schwer war. Um davon

abzulenken fragte ich:

„Wo liegt TECNANJA überhaupt?“

„TECNANJA befindet sich in Jena, genauer

gesagt auf einem Chip. Apropos, du wirst

längst erwartet! Husch, husch, die große

Flügeltür dahinten führt dich hin.“

Husch, Husch!? Allmählich verwirrte mich

der Mann immer mehr! Und dann noch

dieses ganze Technikgelaber! Dennoch bedankte

ich mich und steuerte auf besagtes

Tor zu. So prunkvoll wie hier alles war,

konnte ich mir nur mit Mühe vorstellen,

dass das hier auf wenigen Kubikmillimetern

abgespeichert war.

ging mir alles viel zu schnell ...


20

FIETJES TAGEBUCH

Kaum dass ich schließlich mein Ziel erreichte,

sprangen mir auch schon zwei

kleine Männer entgegen und öffneten

schwungvoll eine gigantische Eichenflügeltür.

Das Zimmer, das sich dahinter verbarg,

war so pompös eingerichtet. Das konnte

doch eigentlich nur ein Märchen sein.

Würde ich ein Jahr in die Zeit zurückreisen

und meinem ’Ich’ sagen, dass ich einen

sprechenden Vogel kennenlernen werde?

Und würde er aus meinem Skateboard geschlüpft

kommen und sich dann herausstellen,

dass er König des sogenannten Wort-

Reiches ist?

Puh, das war alles einfach nur verrückt.

Doch mein Blick schwankte jetzt zu Arti,

der plötzlich und ohne Vorwarnung auf

meiner Schulter saß.

„Hey, wie bist du aus dem Board rausgekommen?“,

fragte ich perplex.

„Ich selbst habe dich hierhergebracht“,

antwortete Arti mir lässig.

Wir gingen über einen Hinterausgang nach

draußen und kamen in einer wunderschönen

Landschaft mit vielen Bäumen und Bänken

an! So richtig beruhigend.

Doch plötzlich riss uns ein schrilles, metallisches

Heulen aus der Idylle.

Laternen blinkten auf einmal rot und Arti

wurde nervös.

Aus dem Lärm hörte ich zwei Wörter heraus,

die mir das Blut in den Adern gefrieren

ließen:


22

FIETJES TAGEBUCH

„Schwarze Männer!“

„Das kommt jetzt wirklich unpassend“,

seufzte Arti.

„TECNANJA muss evakuiert werden“,

schwafelte er seelenruhig weiter.

„Nun ja. Alle in TECNANJA sehen so aus.

Sie können sich eben alle abschalten. Das

muss jetzt also getan werden.“

Ich konnte nur noch seufzen:

„Das ist verrückt!“

„Du scheinst dir ja nicht sehr große Sorgen

zu machen“, stellte ich fest.

„Ach, TECNANJAs Untertanen können das

sehr gut. Sie schalten sich einfach ab.“

Werde ein Federsammler!

Schreibe online mit!

„Wie? Schalten sich ab?!“

„Hast du nicht bemerkt, wie künstlich Herr

Ideenreich aussieht?“

„Natürlich habe ich das, aber ...“

www.federsammler-community.de/forum


Ideenreichs Suche nach

seinen Ideen


26

IDEENREICHS SUCHE NACH SEINEN IDEEN

27 JENOPTIK

Arti und Fietje sahen sich ängstlich um. Denn jetzt flogen

Zahlen und Formeln durch die Luft.

Hilfesuchend schauten sie zu Herrn Ideenreich, der die

ganze Zeit hinter ihnen gestanden haben musste.

Doch er zeigte auf einen der Monitore, die nun auch um sie

herumstanden.

Prof. Dr. phil., Dr. phil. nat., Dipl.-Ing.,

International MasterMaster of Computer Science

and Systems Engineering

„Berührt ihn! Dann kommt ihr in einen anderen Bezirk. Die

Computer verbinden die Ortschaften TECNANJAs

untereinander. Sie sind Portale. Ich komme mit euch.“

Er hatte also anderes vor, als sich abzuschalten.

In einen anderen Bezirk? Bezirk von was? TECNANJA?

War das ein Land?

Fietje schrie: „Arti, ... nein!“

Doch Arti drückte bereits auf den Bildschirm.

Mal sehen, wann es

Fietje klar wird, was

TECNANJA wirklich

ist ...


28

IDEENREICHS SUCHE NACH SEINEN IDEEN

29 JENOPTIK

Ssssssuppp! Jetzt flogen ihnen unzählige Türen entgegen.

Herr Ideenreich öffnete sie alle. Dazu benutzte er seinen

Hut. An dem Hut war etwas angebracht. Es sah aus wie

ein Roboterarm. Der drückte die Türen auf. Nach der letzten

Tür verschwand er wieder in Herrn Ideenreichs Hut,

der ihn sich wieder ordentlich aufsetzte.

Aus dem jetzt offenen Raum kam ein gemein aussehender

Pixelhaufen gerollt. Auf seinem fetten Bauch stand

“Ohne-Idee“.

Der Haufen hieß also tatsächlich Herr Ohne-Idee. Keine

Idee wollte ihm einfallen. Nur finstere Gedanken schossen

durch seinen Pixelkopf. Auf einmal verwandelten sich

seine Pixel.

Sie wurden zu Laser-Pointern, die ihre bunten Strahlen auf

Herrn Ideenreichs Hut richteten.

„Der Schrecken von TECNANJA“, erläuterte Herr Ideenreich.


30

IDEENREICHS SUCHE NACH SEINEN IDEEN

31 JENOPTIK

Herr Ohne-Idee wollte den Roboterarm vernichten. Denn der

war eine der genialen Ideen, die der Professor vor ihm und

anderen Gaunern beschützte.

Der Arm schoss durch die heiße Bestrahlung der Laser aus

dem Hut. Er rotierte wie wild. Doch er konnte der Kraft der

Laser nicht standhalten. Es gab einen Kurzschluss.

Das war Ohne-Idees Plan. Seine Pixel-Lippen verzogen sich

zu einem breiten Grinsen.

Der Roboter wusste jetzt nicht mehr, was gut und was böse

war. Er bog sich hin und her. Er drehte sich um die eigene

Achse. Unzählige Male. Bis er plötzlich anhielt, sich langsam zu

Herrn Ideenreichs Stirn beugte und dort wie ein Saugnapf

klebte. Mit einem gruseligen Geräusch saugte er das Wissen

über die Ideen TECNANJAs aus Herrn Ideenreichs Kopf.

Der Professor zuckte und seine Augen verdrehten sich nach

oben, zur Seite, runter und wieder hoch.

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International MasterMaster of Computer Science

and Systems Engineering


32

IDEENREICHS SUCHE NACH SEINEN IDEEN

33 JENOPTIK

Es war ein grauenhaftes Schauspiel. Fietje und Arti standen

wie benommen daneben und hielten den Atem an. Es dauerte

ewig. Endlich gab der Roboter Ruhe. So schwer mit Wissen

beladen, riss er von dem Hut und fiel mit einem riesigen Knall

auf den Boden.

Das nutzte Herr Ohne-Idee aus. Er stahl den Arm und

verschwand. Endlich hatte er die Ideen der Stadt der

Technologien in der Tasche. Jetzt wusste er, wo sie sich

befanden, wozu sie gut waren, was sie alles bewirkten

und von wem sie entwickelt wurden. Jetzt musste er die

Ideen nur noch nachbauen.

Voller Verzweiflung flehte Herr Ideenreich Arti und Fietje

an. Er fiel auf seine Knie.

„Helft mir, Hilfe! Ich muss doch wissen, wo die Ideen sind!

Sonst ist TECNANJA verloren!“

Was war denn dieses sagenhaft

klingende TECNANJA?

Dieser Pixelhaufen! Überall Formeln

und Türen. Wo waren

sie nur hingeraten? Was war

das für eine Welt?

Fietje stöhnte leise vor sich hin.

Er half Herrn Ideenreich, dass

er sich auf einen Stuhl setzen

konnte.

Dann sah sich Fietje in der großen

Halle um. Ihm fiel

ein Stück Kunststoff auf, das

vor ihm auf dem Boden

lag.

Obwohl er viel lieber wieder zurück nach Hause wollte, half

Fietje Herrn Ideenreich erst einmal auf. Das alles machte

ihn sehr neugierig.


34

IDEENREICHS SUCHE NACH SEINEN IDEEN

Es hatte viele dünne schwarze Striche aufgemalt. Und

noch mehr klitzekleine Einkerbungen. So als hätte

jemand tausend Schnitte mit einem scharfen Messer

gemacht. Er hob es auf.

„Was ist das?“, fragte er Herrn Ideenreich.

Dieser sprang sofort wieder auf und umarmte Fietje

glücklich:

„Gott sei Dank hast du dieses Stück gefunden. Der

Strichcode wird mich zu VOTAN führen!“

Arti, der fast alles wusste, mischte sich ein:

„Na, VOTAN! Wie der Gott des Donners!“

„Und ein Laser der ganz großen Klasse“, fügte Herr

Ideenreich glücklich hinzu.

„Wenn ich wieder weiß, wo er ist, dann finde ich auch die

anderen Ideen.“

35 JENOPTIK

„Ok. Und wer ist das?“, fragte Fietje.

Der Gott des Donners heißt

Wotan. Die Laseranlage heißt so,

weil sie auch mit Licht arbeitet.

Anders als der richtige Donnergott,

wird sie aber mit V geschrieben.

Im Strichcode stecken immer

Information. Woher und von wem

ist das Ding mit dem Code.


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IDEENREICHS SUCHE NACH SEINEN IDEEN

37 JENOPTIK

Er nahm sich das Stück Kunststoff und sah sich jetzt die

Striche genau an. Herr Ideenreich rechnete und rechnete!

Im Kopf! Seine Augen waren herausgetreten. Seine Haare

standen in die Höhe, als hätte er in eine Steckdose gefasst.

Er entschlüsselte, was in den Strichen verborgen war.

„Wir müssen zur Laserfabrik!“, rief er.

„Herr Ohne-Idee will dorthin. VOTAN ist auch dort. Er wird

ihn nachbauen.“

Der Professor lief los. Fietje und Arti rannten hinterher.

Sie liefen zur Tür hinaus. Dann sprangen sie in einen

Container, Herrn Ideenreich einfach nach.

„Eine Laserfabrik ist doch größer als ein Container!“, dachte

Fietje bei sich.

Aber, anstatt auf dem Containerboden zu landen, rutschten

sie einen langen Tunnel hinunter. Unten angekommen,

war die Landung weicher als gedacht.

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and Systems Engineering


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IDEENREICHS SUCHE NACH SEINEN IDEEN

39 JENOPTIK

„Setzt euch dort hinein“, wies Herr

Ideenreich weiter den Weg und zeigte

auf ein großes zerknittertes Stück

Stoff. Sie setzten sich.

Plötzlich gab es

einen lauten Knall.

Der Boden unter

ihnen wurde explosionsartig

zu

einem großen

Ballon aufgeblasen.

Sie hoben, vom Stoff umhüllt, in die Luft ab. Es fühlte sich

an, als ob sie fliegen würden. Wie Aladin auf seinem Teppich.

Dies ist ein Airbag. VOTAN A hat seinen Auslösepunkt

genau berechnet und eingeritzt“, sagte Herr Ideenreich

stolz.

„Also in unserer Welt heißt so etwas Heißluftballon“,

meinte Arti.

Fietje wollte einwenden, dass das nicht stimmte.

Doch dazu kam er nicht. Mit einem harten “Blums“ landete

der Airbag wieder auf der Erde. Sie krabbelten mit Mühe

heraus und sahen sich um.

VOTAN A legt fest, bei

welchem Druck der

Airbag aufgeht. Er ritzt

die Knicke so tief ein,

wie es sein muss.


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IDEENREICHS SUCHE NACH SEINEN IDEEN

41 JENOPTIK

„Wer seid ihr wirklich und was wollt ihr hier?“, fragte eine

Frauenstimme hinter ihnen.

Fietje wirbelte erschrocken herum. Arti fiel dabei fast von

seiner Schulter.

Jetzt standen sie vor einem großen Tor. Über ihnen sahen sie

blaue Strahlen hin und her schweifen. Die Strahlen waren auf das

Tor gerichtet. Wie große, lange Stifte brannten sie Löcher in die

Eisentür. Die Löcher ergaben das Wort: JENOPTIK.

Das musste die Laserfabrik sein, von der Herr Ideenreich gesprochen

hatte. Hier sollte VOTAN angeblich stehen. Wer auch

immer der Gott des Donners war. Fietje wollte ihn sich ansehen.

Er starrte wie gebannt auf das Tor. Die Strahlen schrieben immer

wieder von Neuem. Jetzt in Regenbogenfarben. Er konnte seinen

Blick nicht lösen.

„Habt ihr mich nicht verstanden oder könnt ihr nicht

sprechen? Ich frage noch einmal: Wer seid ihr und was wollt ihr

hier?“

Wo war nur Herr Ideenreich? Verwirrt stotterte Fietje:

„Äh, ein Airbag hat uns hierher geschleudert.“

Was redete er da? Schon die Vorstellung kam ihm ziemlich

dumm vor. Erst nach langem Hingucken sah er die Frau, die das zu

ihnen gesagt hatte. Sie unterschied sich kaum von der Wand und

sah ihn sehr misstrauisch an.

Jetzt meldete sich Arti zu Wort:

Jenoptik

Fietje sagt die Wahrheit. Na, gucken sie nicht so! Noch nie

einen Vogel gesehen, der sprechen kann?“

Die Frau sagte kühl: „Okay, ich will euch glauben, aber ich

muss euch zu meinem Chef bringen.“


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IDEENREICHS SUCHE NACH SEINEN IDEEN

43 JENOPTIK

Fietje und Arti folgten ihr. Was sollten sie auch sonst tun.

Sie wussten sowieso nicht, wo sie waren. Sie gingen einen

Flur entlang. Und wieder kamen ihnen Formeln, Zahlen und

Punkte in Regenbogenfarben entgegengeflogen.

Damit winkte er die beiden Freunde herein. Fietje und Arti

betraten langsam den Raum und Frau Chamäleon schloss

die Tür von außen.

Als die Frau stehen blieb und an eine Tür klopfte, war ihre

Überraschung groß. Der Mann, der den Kopf fragend heraussteckte,

war Herr Ideenreich.

War er nicht vorhin noch mit ihnen hierhergeflogen? Wie

hatte er sich so unbemerkt davonmachen können? Die

Frau sagte:

„Herr Professor, hier sind zwei ganz absonderliche Wesen.

Ich musste sie zu Ihnen bringen.“

Prof. Dr. phil., Dr. phil. nat., Dipl.-Ing.,

International MasterMaster of Computer Science

and Systems Engineering

„Ist gut, Frau Chamäleon“, antwortete ihr der Chef.

„Ich kümmere mich um sie.“


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IDEENREICHS SUCHE NACH SEINEN IDEEN

45 JENOPTIK

„Also, ihr beiden. Jetzt seid ihr in meinem Büro. Hier können

wir in Ruhe reden. Wer seid ihr eigentlich und was wollt ihr

in TECNANJA!“

Herrn Ideenreichs Stimme war freundlicher als die von Frau

Chamäleon. Doch man merkte: Er wollte Klarheit.

Während er das sagte, nahm er auf seinem Chefsessel Platz

und verschränkte die Arme vor der Brust. Arti fand das alles ganz

schön nervig. Er dauernd, mit seinem TECNANJA! Herr Ideenreich!

Wer schon so hieß! Fietje hingegen fand den Professor irgendwie

drollig. Jetzt, als er von seiner Stadt so schwärmte. Er hatte vielleicht

nur Angst vor ihnen. Dass sie Spione sind oder so etwas?

„Ich bin Fietje, ich komme aus Jena. Arti ist mein Haustier, äh, mein

Freund. Ich wollte mir im Jen-Tower nur einen Kakao bestellen.

Da hab ich auf den Punkt für Kakao gedrückt. Es kam aber kein

Kakao. Stattdessen sind wir genau vor Ihnen gelandet. Wir wissen

nichts von einem TECNANJA. Noch nie gehört. Was ist das denn?“,

stammelte Fietje.

ProgRes®

Mikroskop-Kamera

Warum wirkte Herr Ideenreich nur so verärgert?

Herr Ideenreich antwortete entsetzt:

„Was, du kennst TECNANJA nicht? Die Stadt der Technologien, meine

Stadt. Ich bin der Wächter dieser Stadt. Hier entstehen lauter

technische Sachen, die Menschen das Leben erleichtern. Ich erfinde

selbst auch immer mal etwas. TECNANJAs Ideen hüte ich wie

mein Augenlicht. Die neueste Erfindung ist übrigens die ProgRes®

Mikroskop-Kamera.“

Also, ihr

beiden ...

Alles, was du unter

dem Mikroskop

siehst, schmeißt die Mikroskop-

Kamera als Bild auf

deinen Computer.


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IDEENREICHS SUCHE NACH SEINEN IDEEN

47 JENOPTIK

„Herr Ideenreich. Wir wollen nichts stehlen aus TECNANJA.

Wir helfen Ihnen gerne, die Ideen wiederzufinden. Können

Sie uns dann auch dabei helfen, hier wieder rauszukommen?“,

fragte Fietje.

Doch Herr Ideenreich ging gar nicht darauf ein. Als hätte

er Fietje nicht zugehört. Er strich sich eine Haarsträhne

aus der Stirn und stöhnte:

„Ach, ich ärgere mich schon mein ganzes Leben über

Herrn

Ohne-Idee. Er will mir ständig ans Leder, so wie vorhin“,

meinte Herr Ideenreich wütend und

traurig zugleich.

„Jetzt weiß er womöglich auch noch,

wo die Mikroskop-Kamera ist, von der

ich gerade sprach. Eine ganz miese Sache,

mir einfach meinen Roboterarm

zu stehlen!“

„VOTAN wird Herrn Ohne-Idee sicher ordentlich zusammendonnern“,

meinte Arti etwas frech.

Zahlen und Formeln waren nicht sein Ding. Und dieser Herr

wusste für seinen Geschmack einfach zu viel. Wo gab es

denn neue Wörter für ihn? Das wäre mal interessant.

„Dein Roboter ist aber unhöflich. Soll ich ihn für dich umprogrammieren?“,

kam es daraufhin von Herrn Ideenreich.

Arti schrie fuchsteufelswild:

„Ich bin doch kein Roboter, sondern ein waschechter Vogel,

noch dazu König von Wort- Reich!“

„Wir helfen Ihnen, Herrn Ohne-Idee dingfest zu machen“,

meinte Fietje und wollte damit die Sache entschärfen.

„Wie willst du das denn machen, du Clown!?“, flüsterte ihm

Arti zu.

ich bin doch

kein Roboter ...!

„Das weiß ich auch noch nicht“, flüsterte Fietje zurück.

„Aber ich finde es echt spannend hier. Lass uns noch

bleiben.“


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IDEENREICHS SUCHE NACH SEINEN IDEEN

49 JENOPTIK

„Schaut mal nach oben! Alle Formeln, die dort zu sehen

sind, sind wärmer als der Rest der Decke. Ihr schaut gerade

durch eine Wärmebild-Kamera. Deshalb könnt ihr die

Formeln sehen. Ist die Kamera weg, dann sieht man nur

noch weiß. Jeden Abend, bevor ich gehe, entferne ich die

Kamera. So kann nachts niemand kommen und die Formeln

stehlen.“

„Da hast du dir ja was vorgenommen, Fietje! Der Mann weiß

immer noch viel, auch ohne seinen Roboter-Arm!

Hoffentlich fällt ihm nicht noch eine Idee ein, die du wiederfinden

sollst.“

Arti war nicht gerade beigeistert.

Dann kümmern wir uns um die Mikroskop-Kamera. Erst

gestern hatte ich ein wunderbares, buntes Gemälde eines

Steins unter dem Mikroskop! Sah das mit der Kamera

herrlich aus!“

Herr Ideenreich jammerte. Arti verzog das Gesicht. Fietje

drängte zum Aufbruch.

„Okay, Ende der Fahnenstange“, rief Fietje ungeduldig.

Er war sauer über Artis Gehabe. Sicher war der Vogel nur

eifersüchtig. Es störte ihn bestimmt, dass noch jemand so

viel wusste wie er. Oder noch mehr?

„Lasst uns jetzt endlich gehen und zuerst VOTAN finden.

Wärme beschreibt

man mit bunten

Balken. Von Grün bis

Rot wird es immer

heißer.

Wärme kann man

sehen! Schaue durch

diese Kamera!


50

IDEENREICHS SUCHE NACH SEINEN IDEEN

51 JENOPTIK

Einige Megapixel später erreichten die drei den Ausgang

der Laserfabrik. Hier hatten sie vorhin Frau Chamäleon

getroffen.

Gerade als Fietje heraustreten wollte, schrie Herr Ideenreich:

„Dort ist er! VOTAN in seiner ganzen Größe!“

Er rannte zu der Maschine, die mutterseelenallein in der

Halle der Laserfabrik stand.

„Das ist VOTAN? Dieses Ding sieht eher aus wie eine riesige

Eismaschine und nicht wie ein Gott“, rief Arti ungläubig.

Darauf sagte Herr Ideenreich: „So sehen Ideen eben aus,

wenn man sie entwickelt und gebaut hat.“

„Und was macht dieses VOTAN-Dingda?“, fragte Fietje.

„Ganz einfach …, VOTAN a schneidet.“

Votan


52

IDEENREICHS SUCHE NACH SEINEN IDEEN

53 JENOPTIK

Der Saphir ist ein

teurer Stein, den

man für die

Wärmebild‐Kamera

braucht.

dort liegt

wieder so ein

Plastikding ...

„Dort liegt wieder so ein Plastikding mit Code. Vielleicht

führt er uns zu einer der anderen Ideen“, unterbrach

ihn Fietje.

Fietje, du hast wache Augen! Phantastisch!“

Herr Ideenreich las den Code.

„Aha, der Blitzer ist in der Kamerafabrik!“

„Der Blitzer?“, fragten Fietje und Arti wie aus

einem Mund.

Herr Ideenreich legte sein Ohr an VOTAN und seine linke Hand auf

seinen Hut.

„Was machen Sie da?“, empörte sich Arti.

Herr Ideenreich erklärte: „So geht das bei mir. So kann ich in meinen

Hut die Informationen über die Ideen hineingeben. Die nächste

Idee, die ich jetzt wieder finden möchte …“

„Noch eine Idee TECNANJAs. Er befindet sich im

Moment in der Kamerafabrik. Dabei sollte er doch auf

der Straße stehn. Den hat Herr Ohne-Idee sicher dort

hingebracht. Er will sich bestimmt in Ruhe ansehen, wie

er gebaut wurde.“

Ein Unglück kommt selten allein ...

Jemand schrie: „Der Saphir wurde geklaut!“


54

IDEENREICHS SUCHE NACH SEINEN IDEEN

55 JENOPTIK

Aufgeschreckt flog Arti aus der Fabrik. Das hätte er nicht

tun sollen. Unten standen Herr Keinwort und Mister Mundzu.

Sie sahen Arti wegfliegen und nahmen sofort die Verfolgung

auf. Arti flog über den Hof und rein in ein anderes

Gebäude. Es war genauso groß wie die Laserfabrik, doch

drinnen ging es leiser zu. Viele Apparate standen hier.

Das war das

Messlabor.

Vielleicht

konnte

einer davon

Arti als

Versteck

dienen?

nächsten stand. Das war der HOMMEL-ETAMIC.

Er war einen Spalt breit geöffnet. In seiner Mitte war

eine Stange angebracht, die sich drehte. Arti klemmte sich

dazwischen. So war er gut versteckt.

„Hoffentlich keine der Ideen, die Herr Ideenreich gerade

sucht“, knurrte Arti missmutig vor sich hin.

Naja, wenigstens war er vor den Agenten erst einmal

sicher.

Der Papagei

flog

in den

Apparat,

der

ihm am

HOMMEL-ETAMIC


56

IDEENREICHS SUCHE NACH SEINEN IDEEN

57 JENOPTIK

Die beiden Gauner kamen in das Messlabor gerannt. Sie suchten

überall nach Arti, doch sie fanden ihn nicht. Mister Mundzu

stolperte über seine dicken Füße und fiel dabei gegen Artis

Versteck. Aus Versehen drückte er den Startknopf des Messgerätes.

Es begann zu vibrieren.

Aus dem Inneren hörte man Arti krächzen und fluchen. Zwischen

zwei Stäbe geklemmt, die ihn von unten und oben festhielten,

drehte er sich viel zu schnell um sich selbst. Ob er das

überlebte? Das war doch nichts für

Lebewesen! Jede Feder, jeder Flaum

des Papageis wurde von der Maschine

mikrometergenau gemessen.

Die Männer aus Sprachlos-Land schauten verdutzt auf den

Computer neben der Maschine,

der jetzt leise zu rattern begann.

Auf dem Monitor sahen sie Artis

Messwerte in Kurven und

Linien entstehen. Herr Keinwort

und Mister Mundzu

verständigten sich sofort per

Gedankensprache, dass sie

diese Messung auf jeden Fall

ausdrucken. So konnten sie

ihn nachbauen. Sie rieben sich

die Hände.

Ob ein Kreis

wirklich ein Kreis

ist, kannst du mit

dem Auge nicht

genau sehen.


58

IDEENREICHS SUCHE NACH SEINEN IDEEN

59 JENOPTIK

Die Maschine stand nun wieder still. Zum Glück. Der Papagei

lebte noch. Arti lugte von innen durch den Spalt. Da sah

er den Zylinder von Herrn Keinwort hin und her wackeln.

Er rupfte sich eine Feder aus und ließ sie nach draußen

fallen.

Den Agenten war das egal. Sie warteten ungeduldig auf

den Ausdruck von Artis Messwerten. Sie waren pures

Gold für Sprachlos-Land.

Langsam fiel sie zu Boden. Aus der Feder fielen dabei

zwölf Buchstaben, die einzeln herumflogen und dann zusammen

ein Wort bildeten.

An der Decke war eine Wärmebild-Kamera angebracht. Die

Bilder der Kamera zeigten an, dass die Feder durch das

Messen über 200 Grad heiß geworden war. So konnten die

Agenten Artis Federbotschaft auf dem Boden lesen:

HOSENFURZIES.

Herr Keinwort und Mister Mundzu fluchten. Jetzt erst

wussten sie, wo Arti steckte. Nämlich genau neben ihnen,

in diesem Messgerät!

Arti drehte und wendete sich hin und her, bis er sich

schließlich aus dem Stangengriff befreien konnte. Er

quetschte sich durch die Lücke der Gerätetür und flog

davon.


60

IDEENREICHS SUCHE NACH SEINEN IDEEN

In der Zwischenzeit war Fietje mit Herrn Ideenreich umhergerannt.

Jemand hatte den Saphir gestohlen. Der Dieb musste dringend

gefasst werden. Aber der Edelstein war doch keine Idee! Nur

ein Stein. Warum war Herr Ideenreich so außer sich?

„Wir brauchen ihn für die Wärmebild-Kamera!“ Herr Ideenreich

rupfte sich die Haare.

Da hatte Fietje einen Geistesblitz:

VarioCAM®

„Wenn wir schon mal hier sind, könnten wir doch auch gleich eine der

Kameras für die Suche benutzen“, sagte er ganz aufgeregt.

„Vielleicht können wir den Dieb erkennen. Er ist bestimmt

warm vom Rennen. Und draußen ist es kalt.“

„Gar kein schlechter Gedanke, mein Freund“, sagte Herr

Ideenreich nach einer Weile.

Er war schon wieder in seine eigene Welt vertieft gewesen.

Fietje ging stolz aus dem Raum.

Herr Ideenreich rannte ihm hinterher und rief:

„Hey, wo willst du denn hin? Eine Kamera ist doch hier, eine

für die Hand!“

Fietje nahm sich sofort die VarioCAM und guckte hindurch. Er entdeckte

überall Hand- und Fußabdrücke. Nicht nur auf dem Boden,

sondern auch an den Wänden und sogar an der Decke. Der Dieb

musste also an der Decke gehen können. Am Fenster endeten sie.

Das hieß, er konnte auch fliegen. Dann richtete Fietje die

Wärmebild-Kamera auf den Flur. Auch hier entdeckte er

eine Spur, die den gesamten Gang entlang führte.

„Hier lang muss der Dieb gelaufen sein! Hinterher!“

61 JENOPTIK

Eine Wärmebild‐

Kamera kann

verschieden hohe

Temperaturen für

das Auge sichtbar

machen.

Wenn du hinter Glas

stehst, kann dich die

Wärmebild‐Kamera

nicht sehen. Nicht

mal, wenn du Fieber

hast.


62

IDEENREICHS SUCHE NACH SEINEN IDEEN

63 JENOPTIK

Als sie durch die Gänge liefen, sahen sie draußen einen hellen Blitz

aufleuchten. Herr Ideenreich schnappte ein Foto aus der Luft, auf

dem Mister Mundzu zu sehen war.

„Jetzt wissen wir schon einmal, wie der Dieb aussieht“, klärte

der Professor Fietje auf.

Prof. Dr. phil., Dr. phil. nat., Dipl.-Ing.,

International MasterMaster of Computer Science

and Systems Engineering

„Woher kommt

denn das Foto?“

„Der Kasten mit

dem Blitzer und

der Kamera steht

auf der Straße.

TraffiStar steht

darauf. Und wenn

jemand zu schnell

fährt, wird er von

ihm fotografiert.

Der Dieb ist zu

schnell gewesen.

Eindeutig! Und einer

der Blitzer steht hier

gleich um die Ecke.

TraffiStar

Das war unser Glück und sein Pech.“

Das Fahndungsbild sollte reichen, um Mister Mundzu später festzunehmen.

Herr Ideenreich steckte es zufrieden in seinen Alu-Kittel.

Da kam ihnen Arti aufgeregt entgegengeflogen.

Fietje, weg hier! Herr Keinwort und Mister Mundzu! In TECNANJA!

Sie wissen, dass ich hier bin.“

„Ich weiß. Mister Mundzu hat den Saphir gestohlen. Er war das. Er

hat sich dabei fotografieren lassen“, lachte Fietje.

Ein helles und ein

dunkles Foto

übereinander und

schon sieht man ihn

zu schnell fahren.


64

IDEENREICHS SUCHE NACH SEINEN IDEEN

65 JENOPTIK

Jetzt war es an Herr Ideenreich, sich zu wundern. Woher kannten

die beiden den Dieb? Steckten sie mit ihm unter einer Decke? Hatte

der Junge ihn vorhin belogen? Besser, sie verschwanden schleunigst

aus TECNANJA!

„Kommt, wir lassen VOTAN ein Glasportal schneiden. Dann könnt ihr

hier weg und nach Hause. Ich kenne diese Typen. Übel, übel.“

„VOTAN schneidet uns ein Glasportal. Na klar!“, sagte Fietje laut vor sich

hin.

Naja, was sollte es. Er konnte später über all das hier nachdenken.

Vielleicht hatte er Glück und wachte in seinem Zimmer aus einem

Traum auf. Und Mama kochte gerade Kohlrouladen.

Fietje, komm jetzt, du Hans-Guck-in die-Luft. VOTAN ist fertig. Hier

steht das Portal! Spring!“, rief Arti nur noch.

Dann war er weg. Fietje sah die große Glasscheibe vor ihm hin und

her schaukeln. “Fenster zur Welt“, las er und sprang ...

Spannend: Laser im Weltall!

Bei der Apollo‐Mission wurde ein

Spiegel auf dem Mond abgestellt. Mit

Laserstrahlen auf dem Spiegel messen

wir, wie weit der Mond von der Erde

weg ist. Jedes Jahr rückt er etwa 3cm

weiter weg. Ob er uns nicht mehr mag?


67 JENOPTIK

Jenoptik

LASER

JENOPTIK

AG

WAS IST DAS?

Ein Laser ist ein Lichtstrahl. Der Unterschied

ser tolle Dienste. Wird ein Patient mit einem

Laser statt einem Skalpell (Messer) geschnitten,

hat er weniger Schmerzen. Nähte sind

zum Licht einer Taschenlampe ist, dass er viel

zum Teil nicht nötig und es blutet weniger.

intensiver, heller, stärker und heißer leuchtet.

Es ist ein sehr scharfer Strahl, der etwas

Hast du schon einmal von einem Laserdruc-

schneiden kann.

ker gehört? Warst du schon einmal in einer

Lasershow in einem Planetarium. Durch die

Der Laser arbeitet wie ein Lichtverstärker.

Laser bekommt man das Gefühl, im All zu

Die enorme Energie dafür bekommt er von

sein. Der „All Dome Laser Image Projector“

einem Kristall, von einem Gas oder von einer

wird zum Beispiel im Planetarium Jena ver-

Flüssigkeit.

wendet.

Die Jenoptik AG ist eine Firma, die in den Bereichen

Optik und Elektronik nützliche Dinge

entwickelt und produziert. Man nennt sie auch

den Optoelektronik-Konzern.

SIE HAT FÜNF BEREICHE:

• Laser und Materialbearbeitung,

• Optische Systeme

• Industrielle Messtechnik

• Verkehrssicherheit

• Verteidigung und Zivile Systeme

Ihren Hauptsitz hat die Jenoptik AG in Jena. In

Deutschland gibt es aber auch andere Standorte.

Die Firma hat sogar Standorte mit Produktionsstätten

in den USA, in Frankreich und der

Schweiz. Sie ist an Unternehmen in Singapur,

in Indien, China, Korea, Japan und in Australien

beteiligt.

Die Jenoptik AG produziert für die Automobilindustrie,

die Medizintechnik, die Sicherheitstechnik

und Luftfahrtindustrie.

WO WIRD ER VERWENDET?

Laser findet man in der Technik, in der Forschung

und im täglichen Leben. Den Lichtzeiger

(Laserpointer) kennst du sicher. Man

kann mit Lasern Entfernungen messen, etwas

schneiden oder schweißen.

Dein CD-Player hat einen Laser. Dieser

liest die Dateien und die Musik,

damit du sie sehen und hören

kannst.

In einem Operationssaal im

Krankenhaus erfüllt der La-

Und nicht zuletzt wird an jeder Kasse im

Supermarkt ein Laser eingesetzt. Bei jedem

„Piep“ über den Scanner, war ein Laser tätig.

Er liest den Strichcode auf deinem Produkt.

WER HAT ES ERFUNDEN?

Den Grundstein hat Albert Einstein

1916 gelegt. 1954 hat Charles

H. Townes erstmals Mikrowellenstrahlung

ausgesendet. Den

ersten Laser – einen Rubinlaser

– hat Theodore Maiman 1960

erfunden.


69 JENOPTIK

ProgRes ® digitale Mikroskopkameras VOTAN ®

WAS IST DAS?

China zeigen, was man sieht. Das macht diese

WAS IST DAS?

nem Bruchteil einer Sekunde öffnen. Damit er

Kamera möglich.

so schnell herausgeschleudert wird, braucht

Diese Kamera kann alles zeigen, was man

Der VOTAN® ist eine Maschine, die etwas

er die Sollbruchstellen in seiner Abdeckung.

unter einem Mikroskop sieht. Sie wird dafür

WO WIRD SIE VERWENDET?

schneiden kann. Verschiedene Materialien

Das A im Namen VOTAN® A verrät, dass er für

an einem Mikroskop angebracht und bringt

schneidet und ritzt sie mit einem Laserstrahl

Airbags in Autos angewendet wird.

das Bild, natürlich größer, auf den Computer-

ProgRes ® Kameras werden in der Forschung

ein.

Für die Klappen aus Kunststoff, unter denen

bildschirm.

gebraucht. Wissenschaftler und Forscher

Der Votan A schneidet kleinste Risse in Kunst-

sich ein Airbag befindet, wird das Laserperfo-

der ganzen Welt können sich gegenseitig

stoff. Diese Risse nennt man „Sollbruchstellen“

rieren (Einritzen mit einem Laser) angewendet.

So sieht man es genauso groß und scharf,

ihre Ergebnisse zeigen. Alle schauen dabei

(Dort soll es brechen). Diese Risse sind so

als ob man durch das Mikroskop schaut. Die

gleichzeitig durch ein einziges Mikroskop. Das

klein, dass man sie mit dem Auge nicht sieht.

WER HAT ES ERFUNDEN?

Mikroskopkamera macht dafür ein scharfes

ist für die Medizin, für Kriminalfälle

Sie sorgen dafür, dass das Bauteil an genau

Foto.

oder für das Wissen über die Natur

dieser Stelle auseinanderbricht, wenn es das

Jenoptik AG

Dieses kann man abspeichern, versenden

sehr wichtig und sehr modern.

muss.

und gemeinsam mit anderen besprechen.

WER HAT ES ERFUNDEN?

WO WIRD ES VERWENDET?

Man schaut in Jena durch das

Mikroskop und möchte jemand in

Jenoptik AG

ProgRes®

Mikroskop-Kamera

Der VOTAN® A ritzt zum Beispiel

den Deckel des Airbags im Auto

ein. Der Airbag muss sich in ei-

Votan


71 JENOPTIK

HOMMEL-ETAMIC

HOMMEL-ETAMIC

VarioCAM ® HD

WAS IST DAS?

Es entsteht ein Schattenbild. Gemessen wird

WAS IST DAS?

tionieren bei absoluter Dunkelheit. Sie sind

in Mikrometern. Das ist noch viel kleiner als ein

deshalb zum Beispiel Nachtsichtgeräte. Bei

Der HOMMEL-ETAMIC ist eine Maschine zum

Fingernagel dick ist. So kann man alles mes-

Das ist eine Wärmebildkamera. Wenn man

der Suche nach vermissten Personen werden

Messen.

sen, was man noch nicht einmal mit dem Auge

durch eine normale Kamera schaut, sieht man

solche Spezialkameras eingesetzt.

sieht. Wenn ein Bauteil einmal nicht haargenau

ein Bild. Bei dieser Kamera sieht man aber nur

Wenn man zuhause heizt, kann Wärme aus

Manchmal ist ein Lineal zu kurz und zu un-

ist, erkennt das die HOMMEL-ETAMIC Maschi-

das, was warm ist.

den Wänden oder Fenstern entweichen. Das

biegsam, wenn man wissen will, wie lang, breit

ne auch.

Wie? Wärme ist sichtbar? Ja! Aber nicht für

möchte man nicht. Die Kamera macht von au-

oder hoch etwas ist. Wie soll man zum Beispiel

unsere Augen.

ßen sichtbar, wo die Wärme entflieht. So kann

die gewölbte Kofferraumklappe an einem Auto

WO WIRD ES VERWENDET?

Die Wärmebildkamera zeigt uns die Strahlung,

man diese Stellen ausbessern.

messen? Bei einem Auto müssen aber alle Tei-

die von etwas Warmen ausgeht. Die Wärme-

Die Wärmbildkamera kann auch sehen, ob

le sehr gut zusammenpassen – wie bei einem

Die Messungen braucht man überall dort, wo

strahlung.

Strom ordentlich fließt. Denn auch an einer

Puzzle. Deshalb muss man alles sehr genau

etwas ganz genau passen muss, damit keine

Die VarioCAM® HD ist die weltweit erste Ka-

Stromleitung entsteht Wärme.

messen können.

Gefahr besteht. Autos, Werkzeuge, Ma-

mera mit einer Auflösung von 3,1 Megapixel.

Dafür wird das Puzzel-Teil in den Schraubstock

schinen, Raumschiffe, Motorräder,

Sie macht fast genauso gute Bilder von Wär-

WER HAT ES ERFUNDEN?

der Hommel-Etamic Maschine eingespannt.

Rennwagen – alle müssen mikro-

me, wie eine Handykamera von Sachen, die

Dort wird es gedreht und gemessen. Man

metergenau stimmen und ihre Teile

man ganz normal sieht. Die Bilder dieser

Jenoptik AG

misst nicht das Teil selbst, sondern

sehr gut zusammenpassen. So

Kamera sind sehr genau.

nur den Schatten, den es wirft.

kann nichts schief gehen.

Ein Schatten entsteht, wenn Licht

auf etwas fällt. Ein Laserstrahl

WER HAT ES ERFUNDEN?

WO WIRD SIE VERWENDET?

VarioCAM®

sorgt in der Maschine für das Licht.

Wärmebildkameras machen Un-

Von diesem Schatten macht

Jenoptik AG

sichtbares sichtbar. Sie funk-

eine Kamera ganz viele Fotos.


72

IDEENREICHS SUCHE NACH SEINEN IDEEN

73 JENOPTIK

DANKE für

den Blick hinter

die Kulissen!

So war`s bei

Jenoptik

Herr Zimmermann und

Herr Richter von der

Sparte Verteidigung und

zivile Systeme fotografierten

uns mit der

Wärmebildkamera. Sehen

wir nicht lustig aus?

Bei der Sparte Laser

& Materialbearbeitung

lernten wir Votan a

kennen. Herr Schadeberg

erklärte uns, was dieser

mit dem Airbag eines

Autos macht.

Was eine Mikroskopkamera

macht zeigten

uns Stefan Seidlein

und Daniel Kaiser von

der Sparte Optische

Systeme. Auch hier

durften wir selbst mal

durchschauen. Cool

:-)

Zusammen mit Herrn

Seidel testeten wir

die Verkehrssicherheit

und „blitzten“

Temposünder auf dem

Herr Pätz von der

Sparte Industrielle

Messtechnik zeigte

uns, wie man Werkstücke

mit einem

optischen Wellenmessgerät

vermisst. Da

zählt jeder Mikrometer.


74

IDEENREICHS SUCHE NACH SEINEN IDEEN

Die Autoren aus Jena

schreiben ihre Geschichten

weiter in ihren AGs.

Viel Spaß dabei!

Erfahre mehr und

schreib mit!


76

DANKESCHÖN

77

Unser herzlichstes Danke!

Dieser Kinderroman ist etwas ganz Besonderes. Er hat nicht nur 38 AutorInnen.

Diese gehören zudem noch zu den jüngsten Roman-AutorInnen Deutschlands.

Allen voran gilt deshalb unser Dank den Jenaer Jung-AutorInnen, die mit ihrer Fantasie

der Geschichte ihre ganz eigene Handschrift verliehen haben und ihre wertvolle Arbeit an das

kommende Autoren-Team weitergeben. Wir sind gespannt auf alle Erlebnisse von Fietje und Arti, die

aus euren Geschichtennoch erwachsen werden!

Dicht darauf folgen die Jenaer Personen und Institutionen, die mit Vertrauen

und Tatendrang die Entstehung des Romans unterstützt haben.

Danke für die Planung und Durchführung der Schreibwerkstätten:

KGS Adolf Reichwein (Schulleiterin Regine Emmrich, Lehrerinnen Gloria Ferber, Marion Durst, Britta Femel,

Corinna Jüngling, Ulrike Koch, Birgit Schönemann, Kerstin Köhler, Anne-Marie König, Daniela Krüger,

Birgit Radtke, Kathleen Wapenhans)

Analytik Jena AG (Dana Schmidt, Stefanie Lorenz, Hr. Kohlberg, Hr. Trenkmann,

Hr. Becker, Hr. Ludwig)

Jenoptik AG (Marlies Wünscher, Cornelia Ehrler, Thomas Schadeberg, Stefan Seidlein, Daniel Kaiser,

Heiko Richter Wolfgang Seidel, Christian Pätz)

Schott AG ( Ute Haubold, Judith Hanft, Sarah Köhler, Armin Vogl)

Stadtwerke Jena GmbH (Alice Grosse), Stadtwerke Energie Jena-Pößneck GmbH (Dirk Hucke), Jenaer-

Nahverkehr GmbH (Marco Schellhorn), jenawohnen GmbH (Doreen Noack, Ralf Raddatz)

Zeiss-Planetarium Jena, STERNEVENT GmbH (Stefan Harnisch)

Danke für die Bereitstellung der Fotos und Foto-Genehmigungen:

Analytik Jena AG (Stefanie Lorenz)

Jenoptik AG (Marlies Wünscher, Cornelia Ehrler)

Schott AG ( Ute Haubold, Judith Hanft)

Stadtwerke Jena GmbH (Alice Grosse)

Zeiss-Planetarium Jena, STERNEVENT GmbH (Stefan Harnisch)

Ganz persönlich:

Den Eltern der Jung-AutorInnen, allen Familien und Freunden, die so zahlreich hier nicht namentlich

aufgeführt werden können, möchten wir unseren allerherzlichsten Dank ausdrücken! Begleitet uns

auch weiterhin und lasst euch auf die Schatzsuche unserer Helden mitnehmen!

Das Federsammler Team


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