Die Federsammler; Band 6: Fietje und Arti in Tecnanja - Teil 6

federsammler

Die

Federsammler

Fietje und Arti in

Teil 6

Mikroskopiere mich


Kraaah, kraaah!


Fietje und Arti in Tecnanja


2

3

Impressum

Die Federsammler

Fietje und Arti in TECNANJA - TEIL 6 - MIKROSKOPIERE MICH

Fietje und Arti in

1. Auflage 2015

©KlangbildVerlag, Jena

Konzept & Projektleitung: Kerstin Zippel

Hrsg.: Jugend will… gemeinnützige GmbH / Die Federsammler

Jung-AutorInnen:

Lena Sofie Böhringer, Lea Anabel Kemmler, Turid Heinzle, Ella Hindermann, Caspar Laute,

Emma Pusch, Daria Rauschelbach, Anna Rümmler, Alina Schmidt, Josie Schmidt,

Charlotte Wandrey, Lia Ziegner

Co-Autoren: Kerstin Zippel

Redaktion/Werkstattleiter: Kerstin Zippel, Antje Hübner

Lektorat: Antje Hübner

Illustration & Satz: Maria Suckert, Weimar

Umschlag: Maria Suckert, Weimar

Gedruckt in Deutschland bei Förster & Borries, Zwickau

Der Abdruck der Geschichten erfolgte mit freundlicher Genehmigung der Urheber und ihrer

Erziehungsberechtigten. Vielen Dank!

Die Handlungskulissen der Geschichte sind reale Orte. Die Handlung selbst sowie in Verbindung stehende

Personen und Namen sind frei erfunden.

Alle Rechte vorbehalten

ISBN 978-3-9816821-5-1

www.federsammler.de


4

5

Die Autorinnen aus dem

Otto-Schott-Gymnasium, Jena

Unsere

Jung-Autoren:

Alina

Schmidt

12 Jahre

Charlotte

Wandrey

12 Jahre

Emma

Pusch

11 Jahre

Lena Sofie

Böhringer

11 Jahre

Lia

Ziegner

12 Jahre

Turid

Heinzle

12 Jahre

Caspar

Laute

12 Jahre

Ella

Hindermann

12 Jahre

Daria

Rauschelbach

11 Jahre

Josie

Schmidt

11 Jahre

Lea Anabel

Kemmler

11 Jahre

Anna

Rümmler

11 Jahre

Die AutorInnen aus der

Staatlichen

Jenaplan-Schule, Jena


6 7

Feder-Schätze

F i e tj e s Ta g e b u c h

Dein Buch ist nicht „nur“ ein Buch!

Auf manchen Seiten fliegen Federn.

Wort aus dem Text

Das sind Begriffe oder Namen, die dir TEcNANJA schenkt.

Herr Ideenreich erkärt dir diesen Feder-Schatz, denn er ist

der Wächter über TEcNANJA. Durch ihn erfährst du mehr

über die Erfindungen der Stadt Jena.

Fietje erzählt seinem Tagebuch, wie er und

Arti von einer Stadt in die nächste gelangten.

Dies ist jeweils die Eingangsgeschichte eines

jeden Federsammler-Bandes.

Wie cool!

Wenn du möchtest, kannst du auch Autor

der Federsammler-reihe werden.

Frag deinen Lehrer oder Schreib uns unter: ag@federsammler.de

In welcher Stadt die beiden Helden bald

sein werden und wie du mitschreiben

kannst, erfährst du unter

www.federsammler-community.de

melde dich an, schreibe mit anderen am

neuen Tagebuch-Eintrag und werde damit Autor

des nächsten Federsammler-Bandes!

Einmal ein

richtiger

Autor sein!

Als Dankeschön erhältst du dein eigenes

druckfrisches Buch.

Schreib Mit unter

TECnanja.de

ERFAhRE MEHR Über die

Federsammler-Community


8

WEr IST WEr?

9

Sprachlos-Land

Wort-Reich

Fietje ist ein ganz normaler

Junge. Er ist 12 Jahre alt und

kommt aus Jena.

Zusammen mit seinem Papagei

Arti erlebt der Skater viele Abenteuer.

Der Vogel und seine Federn

brauchen oft seine Hilfe.

Gemeinsam mit Arti ist Fietje auf

der Flucht vor den männern aus

Sprachlos-Land.

Arti ist ein Graupapagei. Er

ist 1439 Jahre alt. Der König von

Wort-reich spricht 100 Sprachen.

In jeder grauen Feder steckt ein

Wort. Trotzdem sucht der Papagei

nach dem großen deutschen

Sprachschatz. Überall sammelt er

deutsche Wörter für sein Wortreich.

In seinen roten Federn sind

seine Lieblingswörter oder ganze

Sprachen versteckt. Er ist sehr

klug.

Fietjes Skateboard

ist ein Zauber-Board. Es hört auf

seine und Artis Befehle.

Arti kann sich in dem Skateboard

verstecken. Der Papagei kann

hinein verschwinden, wenn es

nass wird. Erst, wenn jemand es

trocken reibt, kann Arti wieder

herauskommen.

Das Skateboard kann fliegen.

Herr Keinwort &

mister mundzu

kommen aus Sprachlos-Land. Dort

kann man keine Sprache sprechen.

Sie sprechen nur eine Sprache aus

Gedanken. Die beiden männer sind

hinter Arti und seinem Sprachschatz

her. Sie versuchen, ihn für

ihr Land zu fangen. Jedes Wort,

also jede Feder, die sie von Arti

stehlen, sprechen sie laut aus.


10

11

Was bisher geschah:

‚TEcNANJA? Was soll das denn heißen?‘, wundert

sich Fietje. Doch Zeit zum Nachdenken bleibt

nicht. Schon saust er zwischen tausend Blitzen

durch einen ätherischen Tunnel. Es geht von

Portal zu Portal. Fietje und Arti tauchen ein in die

abenteuerliche Welt der Ideen und Technologien.

Stets an ihrer Seite: Herr Ideenreich, der immer

eine Antwort parat hat.

Nach Besuchen bei Jenoptik, ScHoTT, dem

ZEISS-Planetarium Jena und der Stadtwerke

Jena Gruppe ging es zuletzt zu Analytik Jena.

Dort wurden Artis Federn einmal genau unter die

Lupe genommen.

MIKROSKOPIERE MICH

mit dem "Farbfeld-o-meter" ging es von Analyse

zu Analyse. Plötzlich wurde Arti von einem

Schokokeks überrollt. und auch die Agenten aus

Sprachlos-Land waren schon wieder hinter ihm

her. Hinter ihm oder war der Vogel nur eine Kopie

von Arti?

Prof. Dr. phil., Dr. phil. nat., Dipl.-Ing.,

International MasterMaster of Computer Science

and Systems Engineering


12

mIKroSKoPIErE mIcH

13

So saß er in der cafeteria der Analytik Jena und grübelte.

Nach fünf minuten kamen Arbeiter, die am Nachbartisch selig

ihren Kaffee tranken.

Sie fingen ein Gespräch an. Fietje hörte nur mit einem ohr zu,

doch als er den Namen seines Großvaters vernahm, wurde das

Gespräch interessanter für ihn. Der eine mann, bei dem Fietje

das Gefühl hatte, ihn schon einmal gesehen zu haben, sagte zu

seinen Kollegen:

„Wisst ihr noch, mein Freund Heinz-Dieter, der mal hier zu Besuch

war, kennt ihr ihn noch?“

Darauf antwortete einer der mitarbeiter: „Na klar, der Lustige,

oder?“

„Ja, genau der. Er liegt jetzt krank im Altersheim gegenüber.“

Fietje bekam einen Schreck. Warum wusste er nichts davon?

Er musste unbedingt seinen opa sehen.

Der Kakao blieb kalt auf dem Tisch stehen. Fietje war schon auf

dem Weg zum Altersheim.

... mein Freund

heinz-dieter ...

Er liegt jetzt

krank im

altersheim ...


14

mIKroSKoPIErE mIcH

15

Als er über die Straße rennen wollte, kam ein Auto, was ihn

beinahe mitgenommen hätte. Aber Fietje kam heil an der

anderen Straßenseite an. Er war schon fast am Eingang des

Altersheims.

Nun musste er nur noch das Zimmer finden, in dem

sein opa lag.

Sein opa sagte ihm, dass er utensilien aus seinem Spind

im ZEISS Werk holen sollte. Dort, wo er viele Jahre

gearbeitet hatte. Aus der Stimme seines opas hörte

Fietje heraus, dass es sich um etwas sehr Wichtiges

handeln musste.

Der Junge lief sofort zur Straßenbahn, um den

Auftrag seines opas zu erfüllen.

Utensilien sind Dinge, die

man für eine Tätigkeit

oder einen bestimmten

Zweck benutzt, wie

z.B. Gegenstände oder

Werkzeuge.


16

mIKroSKoPIErE mIcH

17

Fietje antwortete: „oh

mist!“ und rannte aus der

Bahn, die gerade ange-

halten hatte. Er wollte

stehenbleiben, doch da

merkte er, dass ihn der

Kontrolleur verfolgte.

In Gedanken versunken vergaß er seinen Fahrschein zu

stempeln. Die Bahn fuhr los und Fietje setzte sich in den

letzten Wagen.

Ihm schräg gegenüber saß ein alter mann. Er sah ganz bleich

aus und grau. Fietje rieb sich die Augen. Saß er da wirklich?

Er sah seltsam aus. Aber irgendwo hatte Fietje ihn schon einmal

gesehen. Er schaute wieder aus dem Fenster und grübelte nach.

Da kam auf einmal jemand auf ihn zu und fragte nach seiner

Fahrkarte.

Plötzlich wurde er von

jemandem ins Gebüsch

gezogen und der mann

rannte an ihm vorbei.

Fietje sah, dass dieser

Jemand Luzia war, die er

vor einiger Zeit in Frankfurt

kennengelernt hatte. Auch

in Jena waren sie sich

begegnet. Erst kürzlich

in einem Wohnhaus in

der Kastanienstra-

ße, als der

Fahrstuhl

steckenblieb.


18

mIKroSKoPIErE mIcH

19

Sie fragte: „Was machst du denn hier?“

Fietje erzählte ihr alles. Luzia war bereit, ihm und seinem

opa zu helfen, die Sachen aus dem Spind zu bekommen.

Sie liefen zum ZEISS Werk. Dort angelangt, folgten sie den

Wegweisern zu den umkleideräumen. Da sahen sie auch

schon die Spinde. Nun mussten sie nur noch die Nummer

163 finden… Spind 159, 160, 161, 162…

Da tauchte Arti auf und wollte

sich ihnen anschließen.

Doch als er sich in

einem Spiegel sah,

dachte er, dort wäre

schon wieder sein Klon.

Entsetzt und verängstigt

flog er wieder davon.

„Ah da! Dort ist er, Spind 163!“

Fietje und Luzia merkten

von all dem nichts. Sie

schauten gespannt auf

die Tür vom Spind Nr. 163.


20 mIKroSKoPIErE mIcH

21

Fietje schloss den Spind auf und sah etwas,

was ihn sehr beeindruckte. Er stand verblüfft

da und starrte einen Glasblock an.

„Was ist?“, fragte Luzia.

„Schau mal…“, war das Einzige, was er

entgegnete.

„Ja. Ein Würfel aus Glas. und?“, fragte Luzia

genervt.

Fietje nahm ihn vorsichtig heraus und betrachtete

ihn von allen Seiten. Es ließ sich nichts Wichtiges

daran erkennen. Da kam Herr Ideenreich um die

Ecke. Sein offener Kittel wehte bei diesen eiligen

Schritten.

Zu Fietjes Erstaunen war er nicht allein. Da war

dieser seltsame graue mann aus der Straßenbahn

an seiner Seite.

Luzia stahl sich inzwischen kopfschüttelnd davon.


22

mIKroSKoPIErE mIcH

„Hallo Fietje!“, begrüßte ihn Herr Ideenreich.

„Hallo Herr Ideenreich! Schön, dass Sie hier sind“, entgegnete ihm

der Junge.

„Ich führe Herrn Zeiss-Geist gerade durch seine Firma. Er war

schon über 100 Jahre nicht hier und wollte gern mal sehen, was

es Neues gibt. Was hast du denn da gefunden?“, fragte Herr

Ideenreich überrascht, als er sah, was Fietje in den Händen hielt.

23

Fietje, ich möchte dir jemanden vorstellen“, sagte Herr

Ideenreich, während ihm der mann an seiner Seite zuzwinkerte.

und da fiel es Fietje ein: „Herr Zeiss! carl Zeiss! Na klar!“

„Den habe ich im Spind meines Großvaters gefunden. Haben Sie

eine Ahnung, was es mit dem Glasblock auf sich hat?“, fragte

Fietje.

„Ihr kennt euch?“, fragte Herr Ideenreich erstaunt.

„Ja, vor Kurzem, in der ScHoTT Villa. Da haben wir zusammen

mittag gegessen. otto Schott und Ernst Abbe waren auch dabei.“

„Hm, naja, das hier ist die optikfertigung. Vielleicht wollte dein opa

den Glasblock bearbeiten und eine Linse daraus machen.“

„Ah, na wunderbar!“, freute sich Herr Ideenreich.

Carl Friedrich Zeiss

Prof. Dr. phil., Dr. phil. nat., Dipl.-Ing.,

International MasterMaster of Computer Science

and Systems Engineering

Carl Friedrich Zeiss ist der

Gründer der Unternehmensgruppe

ZEISS. Er wurde am 11. September

1816 als fünftes von insgesamt zwölf

Kindern in Weimar geboren. Er besuchte

das Gymnasium und studierte dann

naturwissenschaftliche Fächer an der

Universität in Jena. Schon sehr früh

interessierte er sich für die Technik.

ERFAhRE MEHR


24

mIKroSKoPIErE mIcH

25

„Ja, vielleicht. Wissen Sie, wie das geht?“

Blitzschnell drehte es sich um die eigene Achse.

„Na klar, mein Junge, los geht’s! Dorthin wollten wir

sowieso gerade.“

„Ganz schön gefährlich, diese maschine!“, bemerkte Fietje

mit weit geöffneten Augen.

Sie gingen zur optikfertigung.

„Zuerst musst du den Block mit einem Diamantsägeblatt

zurechtsägen“, erklärte Herr Ideenreich.

„Schau, hier ist es. mach die Säge mal an. Der Schalter

müsste da hinten sein.“

„Allerdings! Du musst gut aufpassen Fietje. Hier, setz die

Brille auf, um deine Augen vor Glassplittern zu schützen!“

Fietje schnitt den Glasblock in einige

Stücke. Dann suchte er das

schönste Stück aus.

Fietje legte den Schalter um und da setzte sich das

Sägeblatt auch schon in Gang.

Früher

wurden bei

ZEISS bis zu 8.000

verschiedene

optische Bauteile

hergestellt.

Diamantsägeblatt

Ein Diamantsägeblatt ist ein

Werkzeug, was zum Schneiden

von sehr harten Materialien, wie z.B.

Glas, verwendet wird. Der Name kommt

von seinen Schneidzähnen, die aus Diamantkristallen

bestehen.


26 mIKroSKoPIErE mIcH

27

„Aber das haben wir auch meinen lieben Freunden Ernst Abbe

und otto Schott zu verdanken. Ernst hatte damals die Idee, dass

alles, was ich machte, mit Physik zu tun haben musste, mit der

optik, um genau zu sein.“

In der Zwischenzeit wandte sich Herr Ideenreich Herrn Zeiss-

Geist zu.

„Stimmt. Er war es, der diese tolle Formel zur genauen

Berechnung der Auflösung eines mikroskops entdeckt hatte“,

warf Herr Ideenreich ein.

„Ach ja, das waren noch Zeiten, Herr Ideenreich! Erinnern Sie sich,

damals als… Wann war es doch gleich? Ach ja, 1846! Da fing alles

an, in meiner kleinen, bescheidenen Werkstatt in der Neugasse.“

und heute? Da ist es eine internationale Firma, die mit fast

25.000 mitarbeitern in über 40 Ländern vertreten ist“,

entgegnete Herr Ideenreich stolz.

und otto hatte die Lösung für das Problem, dass das Glas stets

ungleichmäßig war und nie so richtig

glatt. Es war ganz einfach: Wir mussten

es nach dem Gießen nur sehr langsam

abkühlen lassen.“

Ab 1847 baute

Zeiss schließlich

auch einfache Mikroskope.

Die Nachfrage wurde

immer größer und er

Im November 1846

eröffnete Carl Zeiss

in der Jenaer Neugasse

Nr. 7 eine Werkstatt und

einen kleinen Laden. Damals

war er 30 Jahre alt und

unter den Wissenschaftlern

der Jenaer Universität sehr

bekannt. Hier reparierte und

baute er wissenschaftliche

Geräte. Auch Brillen und

Fernrohre bot er an.

„Hoho, ja“, lachte Herr

Zeiss-Geist.

ernst Abbe

machte sich damit

einen Namen unter den

Mikroskopikern.

otto Schott


28

mIKroSKoPIErE mIcH

„Das Stück ist ja noch ganz blind. Ich kann gar

nicht durchschauen“, kam es nun von Fietje.

und wie mache ich da jetzt eine Linse

draus?“

Ich?

Blind?

Fietjes Hände zitterten. Der Schweiß stand ihm auf der Stirn.

Er hatte so etwas doch noch nie gemacht.

Fietje, träumst du? mach schon! Wir haben noch mehr zu tun.

Das ist nicht der letzte Arbeitsschritt“, grummelte Herr Ideenreich.

29

„Das erkläre ich dir gleich“, wandte sich Herr Ideenreich wieder

Fietje zu. „Denn jetzt folgt die zweite Fertigungsphase. Zunächst

musst du den Block schleifen und danach polieren.

Dein Block ist groß genug, um das Schleifen mit einer maschine

zu erledigen.“

Die maschine lief schon seit ein paar minuten. Nun hielt Fietje

das Glasstück an den Schleifblock. Noch immer zitterten seine

Hände. Dann holte er tief Luft und versuchte ruhig zu bleiben.

Er legte das Stück an den sich drehenden Schleifblock und es lief

ganz gut.

„Das Glas muss geschliffen werden, um es in die

gewünschte Form zu bringen“, fügte Herr Ideenreich noch hinzu.

Fietje nickte und folgte ihm zur maschine.

Man sagt "blind", wenn

man nicht durch die Linse

schauen kann, weil das Glas

noch ganz weiß ist. Erst

nach dem Schleifen und

Polieren ist es ganz klar und

durchsichtig.

„Hier übernimm du mal! Du willst es doch schließlich

lernen“, sagte er und drückte Fietje das Glasstück in

Die kleinste Linse hat einen

Durchmesser von 1 mm. Das

ist so viel, wie eine 1 Cent-

Münze hoch ist. Die größte

Linse hat einen Durchmesser

von 400 mm.

die Hand.

Herr Ideenreich

schaltete

nun die

nächste

maschine an.


30 mIKroSKoPIErE mIcH

31

Allmählich nahm die Linse Form an. Herr Ideenreich gab Tipps.

„Hier noch ein bisschen... und da... Jetzt mal umdrehen. Genau. Sehr schön.“

Fietje hatte Spaß daran. Herr Ideenreich begutachtete die Form der

Linse jetzt ganz genau.

„Super, Fietje! Hast du toll gemacht! und nun weiter...“

Kleine Linsen werden von

Hand poliert, genau wie

Carl Zeiss das vor 165 Jahren

machte. Diese Arbeiten

erledigen die Feinoptiker und

Feinoptikerinnen. Die, die das

besonders gut können, nennt

man bei ZEISS „Optiker mit

den goldenen Händen“.

heute

Damals

„... zum Polieren“, fügte Fietje hinzu.

„Ich kann ja noch immer nicht hindurch sehen.“

„Na los, hier entlang!“

Schnellen Schrittes machten sich Fietje, Herr Ideenreich

und Herr Zeiss-Geist auf zur

Polierstation. Fietje hielt die Linse fest in der

Hand.

„Wo ist Arti eigentlich? Hoffentlich ist ihm

nichts zugestoßen“, dachte

Fietje laut. Er hatte ein sehr

komisches Gefühl.

„1846“, wandte sich Herr Ideenreich wieder an Herrn Zeiss-Geist.

„Seitdem ist wirklich viel passiert. Vieles wird heutzutage von

computern gesteuert. Der optiker gibt hier die Daten ein. Schauen

Sie nur. Das ist eine moderne cNc-Poliermaschine zum Polieren

der Linsen“, erklärte er.

„Hohoho!“, lachte Herr Zeiss-Geist. „Da hätte ich damals schon

drauf kommen sollen! Wir hatten ja nur Handpoliermaschinen

mit Fußantrieb.“

Polieren ist ein Verfahren

zur Erzeugung

extrem glatter Oberfl ächen

aus Glas und anderen

Materialien. Das geschieht mit

Poliermittel durch Maschinen

oder von Hand.


32 mIKroSKoPIErE mIcH

Genug übers Polieren!

Nun machten sie sich ans Werk.

Herr Ideenreich setzte die Linse in die maschine, verschloss den

Deckel und schaltete sie an. Sie schüttelte und rüttelte, dampfte und

zischte. Ein bisschen unheimlich war das schon. Ganz so unrühig und

heftig ging es sonst nicht zu. Plötzlich stand alles wieder still.

„Na dann hol sie mal raus, deine Linse, Fietje!“, forderte Herr

Ideenreich den Jungen auf. Er war gespannt auf Fietjes reaktion.

„Dann kannst du sie auch schon zur mikroskopfertigung bringen, denn

dafür sollte sie sicher sein."

Da entdeckte er die Linse. Er nahm sie ganz vorsichtig

heraus.

„Wow! Sie ist wunderschön! Danke Herr

Ideenreich!“, sagte Fietje und drehte sich um.

Doch wo war er jetzt? und Herr Zeiss-Geist?

Beide weg! Einfach weg! Aber dafür sah Fietje

etwas, das ihn noch viel mehr erschreckte.

Herr Keinwort und mister mundzu waren im

Anmarsch.

33

Fietje öffnete den Deckel. Dampf stieg auf, sodass er erst einmal gar

nichts sehen konnte. Er kniff die Augen zu und trat einen Schritt

zurück. Er wartete. Langsam löste sich der Dampf auf und Fietje

tastete sich wieder an die maschine heran.

„He, was macht ihr hier? Verschwindet!“, schrie

Fietje wie von Sinnen.

Doch die Beiden blieben stehen und starrten

ihn an. Fietje schaute böse zurück.

‚Wenn die Beiden hier sind, kann auch Arti

nicht weit sein‘, dachte er bei sich. ‚Sie sind

bestimmt mal wieder hinter seinen Federn

her. oder hat es etwas mit der Linse aus

opas Glaswürfel zu tun?‘


34 mIKroSKoPIErE mIcH

35

Bei dem Gedanken geriet er in Panik. Er rannte auf den Gang

hinaus und wollte die Linse zur mikroskopfertigung bringen, so, wie

es Herr Ideenreich gesagt hatte.

Übrigens:

In Hollywood wurden

schon einige Filme mit

ZEISS Objektiven gefi lmt.

Einer davon ist "Der Herr

der Ringe".

Doch wo ging es lang? Wo war Arti? Verdammt!

Er schaute nach links. Er schaute nach rechts. Dann auf

die Linse, die er fest in beiden Händen hielt.

Dabei fiel ihm auf, dass die Linse rötlich schimmerte.

Nun nahm er sie zwischen Zeigefinger und Daumen, hielt

sie gegen das Licht und schaute sie sich ganz genau an.

„Das kann doch nicht wahr sein! Wie kommt das denn da

rein?“, flüsterte Fietje.

Es steckte ein Stück einer roten Feder mitten in der Linse.

Herr Keinwort und mister mundzu hatten es vielleicht doch

nicht auf Arti abgesehen.


36 mIKroSKoPIErE mIcH

‚Wie in einem Labyrinth ist es hier!’, dachte er bei sich.

37

Er sah hinter sich. Herr Keinwort war ihm dicht auf den Fersen.

Dann sah er ein offenes Fenster. Er flog hindurch… und knallte

prompt gegen eine Glaswand.

mit einem lauten „Autsch!“ landet er auf dem Boden. Er sah hoch.

„oh nein, Herr Keinwort! Er kommt immer näher!“

Vorhin, als Fietje die Linse mit der Feder schliff und polierte,

flog Arti verwirrt durch das ZEISS Werk.

Doch plötzlich schloss sich eine Tür hinter ihm und der Boden hob

sich an.

Da entdeckte er die Agenten aus Sprachlos-Land. Er stoppte und

flatterte aufgeregt auf der Stelle.

„oh nein! Haben sie etwa bemerkt, dass der Keks-Klon nicht ich

war? Haben sie die Verfolgung nach mir wieder aufgenommen?

Ich muss ein sicheres Versteck finden!“

Er flog sofort los. Etwas zu hektisch, denn die Agenten

bemerkten ihn und rannten hinterher.

Arti achtete nicht auf den Weg. Er flog geradeaus, bog links ab,

dann rechts, dann wieder rechts und wieder geradeaus.

„Puh! Abgehängt! Das war knapp! Doch wo bin ich? Was ist das?“

Arti schüttelte sich und schaute sich um.

„Das ist kein Fenster! Das

ist ein Fahrstuhl aus Glas.

und ich bin voll gegen eine

Glasscheibe geflogen“,

krächzte er

erschrocken.


38

mIKroSKoPIErE mIcH

39

Zum Glück ging in diesem moment die Tür des Fahrstuhls auf.

Erleichtert schwirrte er hinaus.

und wo bin ich nun schon wieder gelandet?“, fragte sich Arti,

der König von Wort-reich.

„Systemintegration“, las er auf einem Schild an der Wand.

„Aha. Noch nie gehört. Aber klingt interessant. Das schaue ich

mir mal näher an.“

Die Mikroskopie ist

der älteste Bereich

von ZEISS. Hier nahm alles

seinen Anfang. Heute gibt es

Mikroskopie

noch fünf weitere, die Medizintechnik,

die Augenoptik,

Fotoobjektive und Ferngläser,

Messgeräte für die Industrie,

Halbleiteroptik.

Schon öffnete sich auch diese Tür und Arti huschte unbemerkt

mit einem mitarbeiter, der auch gerade hinein wollte,

durch. Er flog ein paar runden durch den raum, um sich einen

Überblick zu verschaffen. Die Gänge waren mit gelben Strichen

markiert. Als dürfte man nicht darüber treten.

Systemintegration

Die Systemintegration ist ein Teil der

Mikroskopfertigung und das Herzstück

der Mikroskopie. Hier werden

umfangreiche Mikroskopsysteme aus

Einzelteilen zusammengebaut und

eingerichtet. So stellen Mitarbeiter

z.B. die Laser ein, die in den

Mikroskopen sind.


40 mIKroSKoPIErE mIcH

41

‚Ganz schön streng hier’, dachte Arti bei sich.

‚Bloß nicht die Linie übertreten! Hihi.’

Dann machte er es sich auf einem Stuhl bequem. Auf

dem Tisch stand ein riesiges mikroskop. Vor ihm hing

ein großer Plan.

‚Scheint ein Bauplan zu sein. Ganz bestimmt auch für

ein mikroskop’, dachte er.

‚Wer soll denn da durchblicken?’

Vor ihm lagen einige Bauteile. Arti schaute

sie sich ganz genau an. Er stupste mit seinen

Flügeln dran, damit sie sich wendeten und er

sie von allen Seiten begutachten konnte.

Plötzlich bekam er „Eine gewischt“.

Man kommt in die

Systemintegration nur mit

Genehmigung hinein, denn

einige Einzelteile sind streng

geheim.

Der sah richtig kompliziert aus. Tausende Einzelteile

waren zu sehen.

Hast du auch schon mal

„eine gewischt“ bekommen?

Oder haben dir beim Ausziehen

deines Pullovers

schon einmal die Haare zu

Berge gestanden?

Was war passiert?

1

Du warst "elektrisch aufgeladen“.

Wenn du etwas

anfasst, entlädst du dich

und es funkt. Das ist

nicht gefährlich, denn es

handelt sich um statische

(stehende, feste) Elektrizität.

Strom hingegen ist

fl ieß end e Elektrizität

und deshalb

gefährlich.

Den Mitarbeitern bei

ZEISS darf so etwas

nicht passieren. Denn

wenn es zwischen ihnen

und einem Bauteil für ein

Mikroskop funkt, kann es

beschädigt werden. Aus

diesem Grund tragen sie

die blauen Kittel. Sie sind

antistatisch und verhindern,

dass sich statische

Spannung aufbaut.


Wessen Ballon bleibt am längsten kleben?

Er ist "elektrisch aufgeladen“.

Der Ballon bleibt „kleben“.

Messt die Zeit!

42

mIKroSKoPIErE mIcH

43

2

Er fiel mit einem dumpfen

Knall zu Boden.

„rumms!“

Puste einen Luftballon auf

und verschließe ihn. Reibe

ihn dann an deinem T-Shirt.

Nun halte ihn gegen eine

Wand. Was passiert?

Ein mitarbeiter kam

herbeigeeilt.

„He, bist du verrückt geworden!“,

schrie er Arti an.

„Du kannst doch nicht ohne

antistatischen Kittel über

die gelben Linien fliegen.“

In Windeseile warf er Arti

einen blauen Kittel über.

Langsam erholte der Vogel

sich von dem Schreck.

„Antistatisch? Blauer Kittel? Linien?“, fragte Arti.

„Ja“, sagte der mitarbeiter etwas gereizt.

„Besucher dürfen die Linien nicht übertreten. Nur die

mitarbeiter, weil sie einen blauen Kittel tragen, um sich vor

elektrostatischer Aufladung zu schützen.“


44 mIKroSKoPIErE mIcH

45

„Apropos, hast du überhaupt eine Erlaubnis für...?“

Der mitarbeiter konnte seinen Satz nicht beenden, denn da

kam auch schon der chef angerannt. Er schien gar nicht

erfreut über den Überraschungsbesuch zu sein:

Arti wurde es Angst und Bange. mit dem nächsten mitarbeiter,

der den raum verließ, schlüpfte er durch die Tür

wieder nach draußen.

„Puh! Das war knapp!“

„Was macht denn der Vogel hier?“, wetterte er.

„Wer hat ihn hereingelassen? Hier kommt nur rein, wer

sich bei mir angemeldet hat und wenn ich diese Anmeldung

bestätigt habe!“

Er hatte nun genug und beschloss, den Ausgang zu suchen.

Neben sich sah er ein Schild mit der Aufschrift “Treppenhaus“.

Das sollte doch der Ausgang sein.


46 mIKroSKoPIErE mIcH

47

Arti flog schnell nach unten, fand

jedoch keinen Ausgang, sondern nur

einen Snackautomaten. Der Papagei

verspürte plötzlich großen Hunger.

Nun hackte er mit seinem Schnabel

auf dem Automaten herum, um etwas

Essbares zu bekommen. Er ließ aber

davon ab, als es nicht klappte. Dann sah

er, dass eine Knusperflocke auf dem

Boden lag. Er stürzte sich sofort darauf.

Plötzlich stand Herr Ideenreich neben

ihm.

„Schön, dich mal wiederzusehen, Arti!“

Arti schreckte überrascht auf. Krümel

fielen aus seinem Schnabel. Fast hätte er

sich auch noch verschluckt.

„Wa… wa... was machen Sie denn hier?“,

stotterte er.


48 mIKroSKoPIErE mIcH

49

Prof. Dr. phil., Dr. phil. nat., Dipl.-Ing.,

International MasterMaster of Computer Science

and Systems Engineering

„Er möchte, dass du deinem Freund Fietje hilfst. Suche das

Stück einer roten Schwanzfeder von dir. Du hast es vorhin

auf der Flucht vor den Agenten verloren. Ich darf dir leider

nur einen kleinen Tipp geben: suche in den Lampenschirmen!

Dann bring es zu Fietje. Du wirst ihn finden. Aber beeile

dich!“, fügte Herr Ideenreich noch hinzu.

Er war in der nächsten Sekunde verschwunden.

„Sie können mich doch jetzt nicht allein lassen“, beschwerte

sich der König von Wort-reich.

Da sagte Herr Ideenreich:

„Ich soll dir etwas von Herrn

Zeiss-Geist ausrichten.“

Sie können mich

doch jetzt nicht

allein lassen!

„Von Herrn Zeiss-Geist?“,

wunderte sich Arti.


50 mIKroSKoPIErE mIcH

51

Doch als das nichts

nützte, machte er

sich schließlich auf den

Weg. Es war gar nicht so

einfach, den richtigen penschirm zu finden, denn es gab

Lamsehr

viele hier bei ZEISS.

Als Fietje Arti auf sich zufliegen sah, zögerte er einen

moment. Er war sich nicht sicher, ob es sich um den Klon

oder um den Echten, den sprachbegabten und wunderbaren

Arti handelte. Doch als er den Papagei in so vielen Sprachen

krächzen hörte, hatte er keinerlei Zweifel mehr und rannte

mit großen Schritten auf ihn zu.

Seine Erleichterung, endlich wieder in der Nähe von Arti zu

sein, war nicht zu übersehen. Wie immer begrüßten sie sich

in vielen Sprachen. Als Fietje endlich seinen Papagei auf der

Schulter spürte, fühlte er sich schon besser.

Arti flog zuerst in die obere Etage und arbeitete sich nach

und nach von oben nach unten durch. Da er sich ein paar

mal verflogen hatte, dauerte seine Suche etwas länger. Als

er fast aufgeben wollte, fand er im letzten Lampenschirm

das ersehnte Federteil. und genau wie Herr Ideenreich

gesagt hatte, fand er danach auch Fietje mühelos.

Er flog nach seinem Bauchgefühl einen langen Gang entlang.

Nachdem er um eine Ecke gebogen war, sah er Fietje dort

stehen.

Merhaba!

¡Hola!

Olá!

Ahoj!

Hallo!

Salut!

Hello!


52 mIKroSKoPIErE mIcH

53

Noch immer ganz aufgeregt erzählte er ihm:

Arti, in opas Spind habe ich einen Glasblock gefunden.

und du wirst es nicht glauben! Darin war ein Stück von

einer roten Feder. Ich glaube, sie ist von dir.“

„Stell dir vor“, ergänzte Arti ebenso aufgeregt, „genau so

ein Stück habe ich gerade auch gefunden!“

Als sie beide Federhälften aneinander hielten, kochte die

Aufregung in ihnen hoch.

„Pa… passt zusammen“, stotterte Fietje. „Schau mal, es

steht noch etwas drauf.“

Tatsächlich: in goldenen Buchstaben, groß und deutlich,

stand auf jeder Feder ein Wort:

mIKroSKoPIErE mIcH!


54 mIKroSKoPIErE mIcH

55

„mikroskopiere mich?“, fragte Arti ungläubig.

„Was soll das denn bedeuten? Ich kenne ja schon viele Wörter,

aber das nicht. Nein davon hab ich noch nie gehört.“

Braucht ihr

Hilfe von den

Spezialisten?

Plötzlich vernahmen sie feste Schritte. Sie sahen sich um und

erkannten die hilfreiche Person.

„Herr Ideenreich!“, riefen beide gleichzeitig.

und Herr Zeiss-Geist!“, rief Fietje.

„Hallo ihr Zwei! Braucht ihr Hilfe von den Spezialisten?“, kicherte

Herr Zeiss-Geist.

„Das ist er also“, murmelte Arti vor sich hin.

„Hallo Herr Zeiss!“, begrüßte er ihn freundlich. „Ich dachte Sie sind

in Wort-reich.“

„Bin ich sonst auch, Arti. Aber du weißt doch, wie das mit alten

Erfindern so ist. Die müssen immer mal schauen, was es so

Neues gibt. und du, König von Wort-reich, immer noch auf der

Suche nach Wörtern und Sprachen?“


56 mIKroSKoPIErE mIcH

57

„Jawohl! Ach ja, vielen Dank für das neue Wort!“, flüsterte Arti ihm

zu.

„oh ja, können Sie uns erklären, was mikroskopieren ist?“, fragte

Fietje Herrn Ideenreich.

Dazu schaut man durch eine Art umgedrehtes Fernglas.

Das objekt wird angestrahlt und mit Hilfe einer Linse für das Auge

vergrößert, so kann man es super nah anschauen.“

„Jetzt weiß ich, was wir zu tun haben“, sagte Fietje.

„Natürlich! mikroskopieren kommt von mikroskop. Das ist ein Gerät,

das man dazu verwendet, kleinste Teile für das Auge zu vergrößern.

mikroskopieren

Auf Herrn Ideenreichs fragenden Blick fügte er hinzu:

„Wir haben eine Feder mit der Aufschrift mIKroSKoPIErE mIcH

gefunden. Das steht ja nicht einfach so da.“

„Na dann, mir nach! Auf zur mikroskopie!“

Okular

Tubus

Mikroskop

Primo Star

Revolverkopf

Stativ

Objektive

Objektträger

Objekthalter

Objekttisch

Kondensor

Lichtquelle

Mikroskopfuß

Feintrieb

Grobtrieb


58 mIKroSKoPIErE mIcH

59

-

Fietje und Arti betraten zusammen mit Herrn Ideenreich und

Herrn Zeiss-Geist den mikroskopie-raum. Sie schauten sich die

Geräte mit Begeisterung an.

Herr Zeiss-Geist kam aus dem Staunen nicht mehr heraus.

konfokales Mikroskop

„Ein konfokales Laser Scanning mikroskop?“,

las er laut vor.

„Das sieht ja fantastisch aus! Was kann das

denn alles, Herr Ideenreich?“

„Das ist ein spezielles Lichtmikroskop,

das nicht das gesamte Präparat

beleuchtet, sondern nur einen

winzigen Lichtfleck. Das objekt wird

Stück für Stück mit dem Laser

gescannt. Erst ein computer

errechnet das vollständige Bild“,

erklärte er.

Das konfokale Laser Scanning Mikroskop

wurde vor etwa 50 Jahren erfunden. Damit kann

man auch Dinge mikroskopieren, die aus mehreren

Schichten bestehen, zum Beispiel

ganze Blätter oder kleine Tiere.

Wie eine Brotschneidemaschine schneidet das

Mikroskop die Probe mit Licht in optische Scheiben.

Der Computer setzt diese Aufnahmen zu einem

dreidimensionalen Bild zusammen,

das dann auf dem Bildschirm

räumlich erscheint.


60

mIKroSKoPIErE mIcH

61

„Erinnern Sie sich an das früheste ZEISS mikroskop von 1847?

Das war schon was für die damalige Zeit. Das Stativ bestand aus

messing und blankem Federstahl. Zum mikroskopieren wurde es

auf einen Holzkasten aufgeschoben. Zur Beleuchtung diente ein

drehbarer Planspiegel und eine zusätzliche Linse konnte unter der

Tischplatte eingeschaltet werden.

Stativ aus 1875

mein Freund, der Physiker Ernst Abbe, half mir mit seinen optischen

Berechnungen. mithilfe seiner Formel konnten wir erstmals

die Auflösung von mikroskopen genau bestimmen und damit ihre

Leistung deutlich verbessern. Ich habe ihn 1876 mit in meine

Firma genommen. So einen genialen mann brauchte ich an meiner

Seite.“

Aufl ösung

Präpariermikroskop aus 1847

Die Auflösung von

Mikroskopen? Was

soll das denn sein?

Lösen die sich etwa in

Luft auf?

Im Zusammenhang

mit Fotoapparaten spricht man auch oft

von ihrer Aufl ösung. Die Aufl ösung ist das

Maß für die Bildgröße. Sie wird durch die

Anzahl der Bildpunkte, den sogenannten

Pixeln, auf einem Foto bestimmt. Bei

Herrn Ohne-Idee sieht man

die Pixel ganz genau.

Es sind nur wenige. Er hat eine sehr

geringe Aufl ösung.


62 mIKroSKoPIErE mIcH

63

„Hier musst du die Linse und das andere Federstück hineinlegen“,

sagte Herr Ideenreich und betätigte einige Hebel an dem mikroskop

vor ihm..

Während Fietje die Feder ausrichtete, stellte Herr Ideenreich ein

paar Dinge am computer ein.

„Wenn du jetzt in das mikroskop schaust, dürftest du eine sehr

stark vergrößerte Feder sehen“, sagte er.

Fietje sah durch das mikroskop. „Hier sieht man ja nur schwarz.“

„oh“, sagte Herr Ideenreich. „Ich vergaß…“ Er klickte wieder mit

der maus. und schon leuchtete die maschine.

„Ah, jetzt sieht man was! Aber die Feder ist goldfarben, nicht rot“,

sagte Fietje und schaute auf.

„Hm“, machte Herr Ideenreich. „Bei mir auf dem Bildschirm sieht

sie normal aus. Wie eine vergrößerte Feder eben.“

Fietje schaute auf den Bildschirm und sah ein dreidimensionales

Teil der vergrößerten Feder. Eine Kamera hatte bereits viele Fotos

von der Feder gemacht. Sie wurde von allen Seiten durchleuchtet:

von vorn, von hinten, von oben, von unten. So war dieses wunderschöne

model entstanden. Es drehte sich und man sah jede Einzelheit,

jeden noch so kleinsten Flaum, auf dem Bildschirm.


64 mIKroSKoPIErE mIcH

65

„Gigantisch!“, bemerkte Herr Zeiss-Geist. Er schlug sich vor

Erstaunen mit der Hand vor den mund.

„Seltsam“, seufzte Fietje und schaute noch einmal in das mikroskop.

Dort war immer noch ein goldener Fleck zu sehen. Keine

Feder, kein Flaum. Da machte der computer plötzlich komische

Geräusche. Der monitor begann zu wackeln, wurde schwarz,

flackerte, knackte, blitzte... Eine Katze sprang heraus!

Sie trug ein Halsband, an dem eine kleine Schriftrolle hing.

„Bist du nicht die Goldene Katze aus der Kleinmarkthalle in Frankfurt?“,

kam es überrascht von Fietje.

„Ja! Die bin ich“, schnurrte die Katze.

und was machst du hier?“, fragte Fietje.

„Ich überbringe dir dies hier“, sagte die Katze und schaute auf die

Schriftrolle an ihrem Halsband.

„Was ist das?“, fragte Fietje.

„Sieh selbst“, sagte die Katze.

Fietje löste das Stück

Papier vom

Halsband und

rollte es auf.

„Ein Bauplan“,

sagte Fietje erstaunt.

„Aber wofür?“


66 mIKroSKoPIErE mIcH

67

„Er ist für ein mikroskop der Zukunft. Du brauchst nur durchzuschauen

und tauchst ein in eine ganz neue Welt. Es wird dir als

Portal dienen. Verliere keine Zeit! Bau es schnell nach!“, sagte die

Goldene Katze.

„Außerdem zeigt es dir die fehlenden Zauberwörter für das

andere Portal. Weißt du noch? Du suchtest es bisher vergeblich.“

„cool!“, meinte Fietje. Er wollte die rolle einpacken, als plötzlich eine

extreme Kälte in den raum schoss.

Die Goldene Katze sprang auf den Arm von Herrn Zeiss-Geist,

schmiegte sich an ihn und miaute fröhlich. Sie hatte nun nach

vielen Jahren ihren geliebten Besitzer wiedergefunden, dank

Fietje und Arti!

„Vielen Dank, dass ihr meine Katze befreit habt! Ich möchte euch

belohnen. Aber wie?“, fragte Herr Zeiss-Geist überglücklich.

Da mussten Fietje und Arti nicht lange überlegen.

Ein

Mikroskop

der Zukunft?

„Könnten Sie uns bitte helfen, das mikroskop der Zukunft zu

bauen?"


WAS GLAUBST DU, WAS ES MIT DER

GEISTER-FEDER AUF SICH HAT?

68 mIKroSKoPIErE mIcH

69

„Sehr gern“, meinte Herr Zeiss-Geist,

„doch leider muss ich nun schon

wieder zurück nach Wort-reich und

mich dort um viele andere Dinge

kümmern.“

„oh nein! ohne Sie schaffen wir das ganz bestimmt nicht!“,

schluchzte Fietje.

Während des ganzen Gespräches tippelte Arti aufgeregt durch

den raum. Es sah aus, als ob er etwas suchte.

„Was suchst du?“, fragte Fietje seinen Freund. Er kannte ihn zu gut.

„Ich spüre, dass in diesem raum noch eine Feder versteckt ist.

Ah, ich sehe sie! Die Goldene Katze hat sie im maul!“, sagte Arti

halblaut.

Vorsichtig nahm Herr Zeiss-Geist die Feder aus dem maul seiner

Katze.

Wo steckt

sie nur?

Dies ist die Geister-Feder“, sagte er und strich mit seinem Finger

darüber.

Auf der Feder stand das Wort „imaginär“.

„Es bedeutet ‚erfunden‘ oder ‚nicht wirklich‘“, sagte Herr Zeiss-

Geist und gab Arti die Feder.

„Wow! Das klingt geheimnisvoll und magisch!“, sagten Fietje und Arti

wie aus einem mund.

„Nun, ich denke, ihr müsst dem Großvater seine Sachen bringen,

denn es ist schon spät. Ich wünsche euch eine gute Zeit. Tschüss!“,

sagte Herr Zeiss-Geist aus dem Wort-reich.

„ups, wir haben ja völlig die Zeit vergessen. Es ist wirklich schon

sehr spät! Danke für alles! Vielleicht sehen wir uns bald wieder.

Tschüss!“, sagte Fietje und winkte Herrn Ideenreich zum Abschied.

Aktion AG

schreib weiter

Frag deine Lehrer/in oder

Schreib uns an::

ag@federsammler.de


70 mIKroSKoPIErE mIcH

71

„Bitte wartet noch einmal kurz!“, rief Herr Zeiss-Geist als

Fietje und Arti zur Tür gingen.

Sie drehten sich verblüfft zu ihm um. Der Geist

schwebte mit seiner Katze unter dem

Arm zu Fietje und drückte ihm

einen Edelstein in die Hand.

„Du wirst ihn bald brauchen! Er kann

dich beschützen oder dir helfen.

Denke einfach an mich, wenn du seine

Kräfte gebrauchst und benutze ihn

weise. Du kannst ihn aber nur einmal

verwenden, danach verliert er seine

Kraft. Außerdem darfst du ihn nieman-

dem geben und du darfst ihn nur in der

Not verwenden. Auch kein anderes

Lebewesen darf davon wissen. Wenn

du eine der regeln brichst, verschwindet

eine der Sprachfedern von Arti

für immer“, sagte Herr Zeiss-Geist

mit geheimnisvoller Stimme zu

Fietje.

„Ja, ich werde alle deine Anweisungen

befolgen“, sagte Fietje ehrfürchtig zu ihm

und ging dann mit Arti aus dem raum.


KOMMEN SIE NOCH RECHTZEITIG BEI

FIETJES OPA AN?

72

mIKroSKoPIErE mIcH

73

Als sie im Hauptgang des ZEISS Werks waren,

blieben Fietje und Arti stehen. Fietje öffnete

seine Hand, um sich noch einmal anzusehen, was

Herr Zeiss-Geist ihm gegeben hatte. Es war ein

wunderschöner blauer Stein!

‚Hat er etwas mit diesem Stein hier zu tun?’

Nun stiegen Fietje und Arti in den gläsernen Fahrstuhl ein.

Sie fuhren hinunter. Von hier aus konnte man sehr weit

über Jena schauen!

Fietje dachte an die Steine, die er in Frankfurt

gefunden hatte. Einer davon hat genau das

gleiche Blau. Auf ihm steht "Wort-reich".

„oh nein! Da unten versperren Herr Keinwort und mister

mundzu den Ausgang!“, rief Fietje geschockt.

„mist! Was machen wir denn jetzt?“, krächzte Arti voller

Angst.

Aktion AG

SCHAFFEN ES FIETJE UND ARTI, DEN

BÖSEWICHTEN ZU ENTKOMMEN?

schreib weiter

Frag deine Lehrer/in oder Schreib uns an:

ag@federsammler.de


74

LorEm ISPSum

75

75

DANKE für

den Blick hinter

die Kulissen!

So war‘s bei

ZEISS

75

Zuerst hat uns Herr

Jagusch eine kleine

Einführung in die

Geschichte von ZEISS

gegeben und uns durch

die Optikfertigung

geführt.

Ganz interessante

Gebilde ergaben sich an

den Mikroskopen und

auf den Bildschirmen,

sogar in 3-D!

Mit Frau Marx und

Herrn Döring ging es

auf Probensuche in die

Natur und anschließend

zum Mikroskopieren.

Wir durften auch

selbst Hand anlegen

und Proben mit den

Augen erforschen.


76

LorEm ISPSum

77

77

Die Autoren aus Jena

schreiben ihre Geschichten

weiter in ihren AGs.

Viel Spaß dabei!

Erfahre mehr und

schreib mit!


78 LorEm DANKEScHöN ISPSum

79

Unser herzlichstes Danke!

Dieser Kinderroman ist etwas ganz Besonderes. Er hat nicht nur 12 AutorInnen.

Diese gehören zudem noch zu den jüngsten roman-AutorInnen Deutschlands.

Allen voran gilt deshalb unser Dank den Jenaer Jung-AutorInnen, die mit ihrer Fantasie

der Geschichte ihre ganz eigene Handschrift verliehen haben und ihre wertvolle Arbeit an das

kommende Autoren-Team weitergeben. Wir sind gespannt auf alle Erlebnisse von Fietje und Arti, die

aus euren Geschichten noch erwachsen werden!

Dicht darauf folgt der ZEISS unternehmensbereich microscopy, dessen mitarbeiter mit Vertrauen

und Tatendrang die Entstehung von Teil 6 des Federsammler Bandes „Fietje und Arti in TEcNANJA“

unterstützt haben.

Danke für die Planung und Durchführung der Schreibwerkstätten:

carl Zeiss microscopy GmbH (Dr. Jochen Tham, Kristin unger, uwe Jagusch,

Dr. monika marx, Dr. Volker Döring)

otto-Schott-Gymnasium (marlies Schwabe, Deutsch-Lehrerin)

Staatliche Jenaplan-Schule Jena (Doris Kastner, Deutsch-Lehrerin)

Danke für die Bereitstellung der Fotos und Foto-Genehmigungen:

carl Zeiss microscopy GmbH

Ganz persönlich:

Den Eltern der Jung-AutorInnen, allen Familien und Freunden, die so zahlreich hier nicht namentlich

aufgeführt werden können, möchten wir unseren allerherzlichsten Dank ausdrücken! Begleitet uns

auch weiterhin und lasst euch auf die Schatzsuche unserer Helden mitnehmen!

Das Federsammler Team

Bildnachweis

5, 78-81 Dokumentation Schreibwerkstatt, © Die Federsammler, Antje Hübner, Kerstin Zippel

13 Optik, Mikroskopie, © ZEISS

14 Cafeteria, © Analytik Jena AG

17 Altenzentrum Luisenhaus gGmbH, © Die Federsammler, Kerstin Zippel

18 Straßenbahn, Jenaer Nahverkehr GmbH, © Die Federsammler, Antje Hübner

19 Gebüsch, © Die Federsammler, Kerstin Zippel

20, 21, 22 Spinde/ Spiegel, © Die Federsammler, Kerstin Zippel

25 Carl Friedrich Zeiss, © ZEISS Archiv

26-27 Werksansicht, © ZEISS

30 Erste Werkstätte von Carl Zeiss (Neugasse) von 1846, außen/ Optische Werkstatt von 1864/

Werkstatt, innen, © ZEISS Archiv

31, 64-65 Ernst Abbe/ Auflösungsformel/ Otto Schott, © ZEISS Archiv

33, 35, Optik, © ZEISS

35 Poliererei, © ZEISS Archiv

38, 40-43, 48-49, 52, 54, 58, 75-77 Gebäude, © ZEISS

44-45, 47 Produktion, © ZEISS

51 Snackautomat, © Die Federsammler, Kerstin Zippel

60-63, 66-70 Mikroskopie, © ZEISS

64 Präpariermikroskop aus 1847/ Stativ aus 1875, © Dr. Timo Mappes, Jena, www.musoptin.com

80 Schleife, © freepik.com


Band

Prof. Dr. phil., Dr. phil. nat., Dipl.-Ing.,

Band

Band

Band

Band

Band

80

Teil 1

Die

Federsammler

Fietje und Arti in

Teil 2

Die

Federsammler

Fietje und Arti in

Teil 3

Die

Federsammler

Fietje und Arti in

Teil 1

Abenteuer-

Geschichten

von und mit

Abenteuer-

Geschichten

von und mit

Teil 2

Teil 3

Abenteuer-

Geschichten

von und mit

Abenteuer-

Geschichten

von und mit

ISBN 978-3-9816821-0-6

5,00 €

Teil 4

Die

Federsammler

Fietje und Arti in

International MasterMaster of Computer Science

and Systems Engineering

6

ISBN 978-3-9816821-1-3

5,00 €

Teil 5

Die

Federsammler

Fietje und Arti in

ISBN 978-3-9816821-2-0

5,00 €

Bücherpaket mit Teil 1 - 5

Die

Die

Die

Die

Die

Federsammler

Federsammler

Federsammler

Federsammler

Federsammler

Fietje und Arti in

Fietje und Arti in

Fietje und Arti in

Fietje und Arti in

Fietje und Arti in

Teil 4

Teil 5

Abenteuer-

Geschichten

von und mit

6

ISBN 978-3-9816821-3-7

5,00 €

6

ISBN 978-3-9816821-4-4

5,00 €

6

6

Teil 1

6

Teil 4

Abenteuer-

Geschichten

von und mit

Abenteuer-

Geschichten

von und mit

Teil 2

Abenteuer-

Geschichten

von und mit

Teil 5

Teil 3

Abenteuer-

Geschichten

von und mit

Abenteuer-

Geschichten

von und mit

Prof. Dr. phil., Dr. phil. nat., Dipl.-Ing.,

International MasterMaster of Computer Science

and Systems Engineering

Der 6. Band

der Federsammler-Reihe

aus und über "Tecnanja"

mit Teil 1 bis 6:

ISBN 978-3-9814441-0-0

18,45 €

Alle Teile

Auch hier

erhältlich

Jugend will … gGmbH

Telefon: 03641-2698041

buch@federsammler.de

www.tecnanja.de

Weitere Magazine dieses Users