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Die Federsammler - Fietje und Arti in Thüringen

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Jugendliteratur ab B1<br />

<strong>Fietje</strong> <strong>und</strong> <strong>Arti</strong> <strong>in</strong> thür<strong>in</strong>gen<br />

<strong>Die</strong> Entdeckungsreise nach Oberschloss<br />

Kranichfeld <strong>und</strong> Burg Greifenste<strong>in</strong>


<strong>Fietje</strong> <strong>und</strong> <strong>Arti</strong> im Burgenland


<strong>Fietje</strong> <strong>und</strong> <strong>Arti</strong> im<br />

Burgenland<br />

Impressum<br />

<strong>Die</strong> <strong>Federsammler</strong><br />

<strong>Fietje</strong> <strong>und</strong> <strong>Arti</strong> im Burgenland<br />

1. Auflage 2016<br />

©KlangbildVerlag, Jena<br />

E<strong>in</strong> geme<strong>in</strong>sames Projekt der Jugend will ... gGmbH; der K<strong>in</strong>dersprachbrücke Jena e.V.; der Geme<strong>in</strong>schaftsschule<br />

Galileo W<strong>in</strong>zerla <strong>und</strong> der Geme<strong>in</strong>schaftsschule Wenigenjena<br />

Konzept & Projektleitung: Antje Hübner<br />

Jung-AutorInnen aus der Geme<strong>in</strong>schaftsschule Wenigenjena, Jena Lobeda:<br />

Mia Fuchs; Tony Hagedorn; Carol<strong>in</strong> Hänert; Frieder He<strong>in</strong>rich; Paula Hempel; Frederik Höfig; Annika Kämnitz;<br />

Paul<strong>in</strong>e Koppe; Mara Künzel; Lilly Paul<strong>in</strong>e Küster; Sel<strong>in</strong>a Emma Liewald; Mareike Möckel; Annelie Rummel;<br />

Cassandra Schneider; Klara Aliya Wilke<br />

Jung-AutorInnen aus der Geme<strong>in</strong>schaftsschule Galileo, Jena W<strong>in</strong>zerla:<br />

Niklas Becker; Oliver Bon<strong>in</strong>; Tobias Junghanns; Emilio Francesco Kandera; Ava Kaiser; F<strong>in</strong>ja Körner; Dom<strong>in</strong>ik<br />

Losert; Clara Mühlig; Tara Neuhaus; Petra Schlorke; Johann Ste<strong>in</strong>bach; Helene Ste<strong>in</strong>bach; Moritz Tobermann;<br />

Felix Woitzik; Pascal Wolf; Hannah Marie Carol<strong>in</strong>e Wulschner<br />

Redaktion/Werkstattleiter: Yi Gia Cheung, Ina Haun, Antje Hübner, Annika-Susann Leicht, Bett<strong>in</strong>a Melzer,<br />

Maria Suckert, Marlene Wallnisch<br />

Lektorat: Antje Hübner<br />

Illustration & Satz: Maria Suckert, Weimar<br />

Umschlag: Maria Suckert, Weimar<br />

Der Abdruck der Geschichten erfolgte mit fre<strong>und</strong>licher Genehmigung der Urheber <strong>und</strong> ihrer<br />

Erziehungsberechtigten. Vielen Dank!<br />

<strong>Die</strong> Handlungskulissen der Geschichte s<strong>in</strong>d reale Orte. <strong>Die</strong> Handlung selbst sowie <strong>in</strong> Verb<strong>in</strong>dung stehende<br />

Personen <strong>und</strong> Namen s<strong>in</strong>d frei erf<strong>und</strong>en.<br />

Alle Rechte vorbehalten<br />

ISBN 978-3-9816821-9-9<br />

www.federsammler.de


4<br />

5<br />

Paul<strong>in</strong>e Koppe<br />

12 Jahre<br />

Klara Aliya<br />

Wilke<br />

12 Jahre<br />

Niklas Becker<br />

11 Jahre<br />

Felix Woitzik<br />

13 Jahre<br />

Ava Kaiser<br />

11 Jahre<br />

Cassandra<br />

Schneider<br />

12 Jahre<br />

Helene<br />

Ste<strong>in</strong>bach<br />

12 Jahre<br />

Domikik<br />

Losert<br />

Tara Neuhaus<br />

12 Jahre<br />

11 Jahre<br />

Clara Mühlig<br />

11 Jahre<br />

Mareike<br />

Möckel<br />

13 Jahre<br />

Mara Künzel<br />

11 Jahre<br />

Emilio<br />

Francesco<br />

Kandera<br />

13 Jahre<br />

Hannah<br />

Wulschner<br />

13 Jahre


6<br />

7<br />

Petra<br />

Schlorke<br />

13 Jahre<br />

Frieder<br />

He<strong>in</strong>rich<br />

13 Jahre<br />

Johann<br />

Ste<strong>in</strong>bach<br />

12 Jahre<br />

Mia Fuchs<br />

11 Jahre<br />

Lilly Paul<strong>in</strong>e<br />

Küster<br />

13 Jahre<br />

Annelie<br />

Rummel<br />

12 Jahre<br />

Carol<strong>in</strong> Hänert<br />

11 Jahre<br />

Sel<strong>in</strong>a Emma<br />

Liewald<br />

10 Jahre<br />

F<strong>in</strong>ja Körner<br />

12 Jahre<br />

Pascal Wolf<br />

13 Jahre<br />

Oliver Bon<strong>in</strong><br />

Moritz<br />

Tobermann<br />

14 Jahre<br />

13 Jahre<br />

Paula Hempel<br />

12 Jahre


8 9<br />

<strong>Fietje</strong>s Tagebuch<br />

<strong>Fietje</strong> erzählt se<strong>in</strong>em Tagebuch, wie er <strong>und</strong><br />

<strong>Arti</strong> von e<strong>in</strong>er Stadt <strong>in</strong> die nächste gelangten.<br />

<strong>Die</strong>s ist jeweils die E<strong>in</strong>gangsgeschichte e<strong>in</strong>es<br />

jeden <strong>Federsammler</strong>-Bandes.<br />

Wie cool!<br />

Feder-Schätze<br />

De<strong>in</strong> Buch ist nicht „nur“ e<strong>in</strong> Buch!<br />

Auf manchen Seiten fliegen Federn.<br />

Das s<strong>in</strong>d Wörter oder Wortgruppen, die dir<br />

das Buch über die Burgen <strong>in</strong> Thür<strong>in</strong>gen schenkt.<br />

Wenn du möchtest, kannst du auch Autor<br />

der <strong>Federsammler</strong>-Reihe werden.<br />

Am Ende der Geschichte kannst du diesen Feder-Schatz noch<br />

e<strong>in</strong>mal überblicken.<br />

In welcher Stadt oder welchem Land die beiden<br />

Helden bald se<strong>in</strong> werden <strong>und</strong> wie du mitschreiben<br />

kannst, erfährst du unter<br />

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10<br />

WER IST WER?<br />

Sprachlos-Land<br />

Wort-Reich<br />

<strong>Fietje</strong> ist e<strong>in</strong> ganz normaler<br />

Junge. Er ist 12 Jahre alt <strong>und</strong><br />

kommt aus Jena.<br />

Zusammen mit se<strong>in</strong>em Papagei<br />

<strong>Arti</strong> erlebt der Skater viele Abenteuer.<br />

Der Vogel <strong>und</strong> se<strong>in</strong>e Federn<br />

brauchen oft se<strong>in</strong>e Hilfe.<br />

Geme<strong>in</strong>sam mit <strong>Arti</strong> ist <strong>Fietje</strong> auf<br />

der Flucht vor den Männern aus<br />

Sprachlos-Land.<br />

<strong>Arti</strong> ist e<strong>in</strong> Graupapagei. Er<br />

ist 1439 Jahre alt. Der König von<br />

Wort-Reich spricht 100 Sprachen.<br />

In jeder grauen Feder steckt e<strong>in</strong><br />

Wort. Trotzdem sucht der Papagei<br />

nach dem großen deutschen<br />

Sprachschatz. Überall sammelt er<br />

deutsche Wörter für se<strong>in</strong> Wort-<br />

Reich. In se<strong>in</strong>en roten Federn s<strong>in</strong>d<br />

se<strong>in</strong>e Liebl<strong>in</strong>gswörter oder ganze<br />

Sprachen versteckt. Er ist sehr<br />

klug <strong>und</strong> weiß über Vieles bescheid.<br />

<strong>Fietje</strong>s Skateboard<br />

ist e<strong>in</strong> Zauber-Board. Es hört auf<br />

se<strong>in</strong>e <strong>und</strong> <strong>Arti</strong>s Befehle. <strong>Arti</strong> kann<br />

sich <strong>in</strong> dem Skateboard verstecken.<br />

Der Papagei kann h<strong>in</strong>e<strong>in</strong><br />

verschw<strong>in</strong>den, wenn <strong>Fietje</strong> es nass<br />

macht. Erst, wenn es trocken<br />

gerieben wird, kann <strong>Arti</strong> wieder<br />

herauskommen.<br />

Das Skateboard kann fliegen.<br />

Herr Ke<strong>in</strong>wort &<br />

Mister M<strong>und</strong>zu<br />

kommen aus Sprachlos-Land. Dort<br />

kann man ke<strong>in</strong>e Sprache sprechen.<br />

Sie sprechen nur e<strong>in</strong>e Sprache aus<br />

Gedanken. <strong>Die</strong> beiden Männer s<strong>in</strong>d<br />

h<strong>in</strong>ter <strong>Arti</strong> <strong>und</strong> se<strong>in</strong>em Sprachschatz<br />

her. Sie versuchen, ihn für<br />

ihr Land zu fangen. Jedes Wort,<br />

also jede Feder, die sie von <strong>Arti</strong><br />

stehlen, sprechen sie laut aus.


<strong>in</strong>haltsverzeichnis<br />

<strong>Fietje</strong>s Tagebuch<br />

1. Der Ausflug<br />

2. <strong>Die</strong> Schlossbesichtigung<br />

3. Alte <strong>und</strong> neue Fre<strong>und</strong>e<br />

4. Vor langer, langer Zeit<br />

5. Der tiefe Fall<br />

6. Willkommen im Mittelalter<br />

7. Rettung <strong>in</strong> letzter Sek<strong>und</strong>e<br />

8. E<strong>in</strong> Abenteuer liegt <strong>in</strong> der Luft<br />

9. Das Geheimnis der Burg Greifenste<strong>in</strong><br />

10. Das Bild der Papageiendame<br />

11. Arana, der Drache<br />

12. Flucht vor Ke<strong>in</strong>wort & M<strong>und</strong>zu<br />

13. Das Medaillon<br />

Feder-Schatz<br />

14<br />

16<br />

20<br />

24<br />

34<br />

52<br />

66<br />

74<br />

80<br />

90<br />

98<br />

101<br />

112<br />

114<br />

132


14<br />

FIETJES TAGEBUCH<br />

15<br />

Liebes Tagebuch,<br />

Usbekistan war wirklich etwas ganz anderes<br />

<strong>und</strong> so weit weg!<br />

Und Herr Ke<strong>in</strong>wort <strong>und</strong> Mister M<strong>und</strong>zu<br />

haben es diesmal echt übertrieben.<br />

Sie haben e<strong>in</strong>en Geldautomaten ausgeraubt!<br />

Wozu? Habe ich mich gefragt.<br />

Was wollen die denn mit Geld?!<br />

Zum Glück war Laylis Papa Polizist <strong>und</strong><br />

konnte sofort helfen! Da hatten die beiden<br />

nichts mehr zu lachen. Jetzt ist also<br />

erst e<strong>in</strong>mal Ruhe mit den zwei Gesellen.<br />

Puh! Und, wenn ich es mir recht überlege,<br />

muss man gar nicht so weit weg, um<br />

Abenteuer zu erleben. <strong>Die</strong> passieren oft<br />

genau vor der Haustür.<br />

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16<br />

DER AUSFLUG<br />

17<br />

01<br />

Gedröhne =<br />

Lärm<br />

02<br />

stattlich =<br />

ansehnlich,<br />

erhaben<br />

"Der Ausflug"<br />

Gedröhne<br />

„<strong>Fietje</strong>, ich habe Lust auf e<strong>in</strong>en Ausflug. Kommst du mit?“,<br />

fragte <strong>Arti</strong> <strong>und</strong> landete auf der Schulter se<strong>in</strong>es Fre<strong>und</strong>es.<br />

„Was machst du da eigentlich gerade?“<br />

„Klar komme ich mit. Warte kurz, ich b<strong>in</strong> gleich fertig“, antwortete<br />

<strong>Fietje</strong> zwischen lautem Gedröhne.<br />

„Aber dazu brauchen wir me<strong>in</strong> Skateboard nicht. Ich würde<br />

gerne woh<strong>in</strong> gehen, was weiter weg ist. Auf e<strong>in</strong> schönes<br />

Schloss oder e<strong>in</strong>e alte Burg vielleicht?“, entgegnete <strong>Fietje</strong>.<br />

„Gute Idee! In Kranichfeld ist e<strong>in</strong> Schloss wieder aufgebaut<br />

worden. E<strong>in</strong> stattliches Bauwerk ist das! Es muss schon<br />

viele Jahrh<strong>und</strong>erte her se<strong>in</strong>... Als ich das letzte Mal dort war,<br />

war der Umbau gerade beendet“, schwärmte <strong>Arti</strong>.<br />

03<br />

Jahrh<strong>und</strong>ert<br />

=<br />

lange Zeit,<br />

100 Jahre<br />

Als es endlich still wurde erklärte er stolz: „Ich baue e<strong>in</strong>en<br />

Knopf <strong>in</strong> me<strong>in</strong> Skateboard e<strong>in</strong>. Wenn ich ihn drücke <strong>und</strong><br />

den Ort sage, zu dem ich reisen möchte, b<strong>in</strong> ich <strong>in</strong> nur drei<br />

Sek<strong>und</strong>en dort. Voll praktisch, oder?“<br />

„Super! Das können wir für unseren Ausflug nutzen!“, rief<br />

<strong>Arti</strong> begeistert.<br />

stattlich<br />

„Wollen wir <strong>in</strong> den Park Frisbee spielen gehen!<br />

Dar<strong>in</strong> b<strong>in</strong> ich richtig gut“, schlug <strong>Arti</strong> vor.<br />

Jahrh<strong>und</strong>ert


Ihren Namen erhielt sie durch die<br />

Das Oberschloss wurde um 1100 als<br />

18<br />

DER AUSFLUG<br />

19<br />

04<br />

Kaffeeklatsch<br />

=<br />

Plauderei<br />

„Dann machen wir uns doch direkt auf den Weg“, sagte <strong>Fietje</strong>.<br />

Er legte se<strong>in</strong> Skateboard auf den Boden <strong>und</strong> drückte den<br />

neuen Knopf.<br />

„Wir wollen zum Schloss Kranichfeld.“<br />

Kaffeeklatsch<br />

Er stellte sich auf das Skateboard <strong>und</strong> mit e<strong>in</strong>em WUSCH<br />

war er weg. <strong>Fietje</strong> landete leicht federnd vor e<strong>in</strong>em großen<br />

hölzernen Tor <strong>und</strong> sah sich um.<br />

„Oh ne<strong>in</strong>, wo ist <strong>Arti</strong>?! Er hat sich nicht an mir festgehalten!“<br />

Er lenkte se<strong>in</strong>en Blick wieder auf das offene Tor.<br />

Er bezahlte das E<strong>in</strong>trittsgeld <strong>und</strong> setzte sich auf e<strong>in</strong>e braune<br />

Holzbank.<br />

„Schau mal, wen ich auf dem Weg hierher getroffen habe“,<br />

krächzte <strong>Arti</strong>, der auch gerade angekommen war.<br />

Anti, se<strong>in</strong> Bruder, folgte ihm. <strong>Die</strong> beiden Papageien landeten<br />

auf e<strong>in</strong>em Ast der großen Eiche, die <strong>in</strong> der Mitte des<br />

Schlosshofes stand.<br />

„Was wird das denn jetzt hier, e<strong>in</strong> Kaffeeklatsch?“, fragte<br />

<strong>Fietje</strong> scherzhaft.<br />

„Das ist bestimmt das Oberschloss, das <strong>Arti</strong> geme<strong>in</strong>t hat."<br />

wir wollen zum<br />

schloss kranichfeld!<br />

Kranichfeld<br />

Kranichfeld, die Zweiburgenstadt,<br />

liegt im thür<strong>in</strong>gischen<br />

Ilmtal <strong>und</strong> wurde als Korbmacherstadt<br />

bekannt.<br />

früher auf den Feldern überw<strong>in</strong>ternden<br />

Kraniche.<br />

Burg durch die Herren von Kranichfeld<br />

erbaut


20<br />

DIE SCHLOSSBESICHTIGUNG<br />

21<br />

"<strong>Die</strong> Schlossbesichtigung"<br />

„Buh!“, schrie Anti, der vorausgeflogen war <strong>und</strong> sich versteckt<br />

hatte.<br />

05<br />

Innenhof =<br />

Platz, umgeben<br />

von Gebäuden<br />

<strong>Die</strong> drei Fre<strong>und</strong>e machten sich auf Erk<strong>und</strong>ung. Sie gelangten<br />

über die lange Brücke <strong>in</strong> den Innenhof des Schlosses.<br />

„Am besten wir beg<strong>in</strong>ne im Keller <strong>und</strong> schauen uns von unten<br />

nach oben alles an“, schlug Anti vor.<br />

„Das ist e<strong>in</strong> sehr guter Vorschlag!“ erwiderte <strong>Arti</strong> begeistert.<br />

So g<strong>in</strong>g es die ste<strong>in</strong>ernen Schlosstreppen h<strong>in</strong>unter zu den<br />

kalten Kellerräumen.<br />

„Oha, es ist ziemlich dunkel hier unten...“, flüsterte <strong>Fietje</strong>.<br />

<strong>Fietje</strong> <strong>und</strong> <strong>Arti</strong> erschreckten sich. Anti kicherte:<br />

„Hahaha, ihr hättet mal eure Gesichter sehen müssen!“<br />

„Sehr witzig Anti...“, brummte <strong>Arti</strong>.<br />

Sie g<strong>in</strong>gen weiter durch die kühlen Kellerräume, an weißen<br />

Ste<strong>in</strong>wänden entlang, bis sie <strong>in</strong> e<strong>in</strong>e größere Kammer kamen.<br />

BUH!<br />

Innenhof


22<br />

DIE SCHLOSSBESICHTIGUNG<br />

Nische<br />

23<br />

06<br />

Nische =<br />

Vertiefung <strong>in</strong><br />

e<strong>in</strong>er Wand<br />

oder Mauer<br />

<strong>Fietje</strong> f<strong>in</strong>g plötzlich laut an zu lachen, so laut, dass es von<br />

den alten Mauern widerhallte.<br />

„Was ist?“, fragte Anti <strong>und</strong> schaute ihn verdutzt an.<br />

<strong>Fietje</strong> deutete auf e<strong>in</strong>e große Puppe, die <strong>in</strong> e<strong>in</strong>er Nische<br />

stand. Anti flog auf die Puppe zu.<br />

„So sieht man sich wieder, alte Fre<strong>und</strong><strong>in</strong>“, sagte er <strong>und</strong> landete<br />

auf der Schulter der ,weißen Geisterfrau.<br />

Anti schlug sich den Flügel vor die Stirn.<br />

„Ke<strong>in</strong>e Sorge, wir haben e<strong>in</strong>e spezielle Abenteuer-E<strong>in</strong>trittskarte.<br />

Mit der können wir auch nachts hierbleiben“, unterbrach<br />

<strong>Fietje</strong> die Streithähne.<br />

„So, es ist 18:00 Uhr“, sagte <strong>Fietje</strong>. „Wo ist jetzt euer<br />

Fre<strong>und</strong>?“<br />

07<br />

Streithähne =<br />

Raufbolde,<br />

Streitende<br />

„Wieso Fre<strong>und</strong><strong>in</strong>? Habt ihr schon mal mite<strong>in</strong>ander geredet“,<br />

kicherte <strong>Fietje</strong>.<br />

Anti schnaubte: „Ja, das haben wir! Ich me<strong>in</strong>e ja nicht diese<br />

Puppe hier, sondern die echte weiße Frau! Um 18.00 Uhr<br />

treffen wir uns übrigens noch mit e<strong>in</strong>em anderen Fre<strong>und</strong><br />

von <strong>Arti</strong> <strong>und</strong> mir."<br />

„Das ist <strong>in</strong> fünf M<strong>in</strong>uten!“, stellte <strong>Fietje</strong> mit e<strong>in</strong>em Blick auf<br />

se<strong>in</strong>e Uhr fest.<br />

„Anti, was hast du da wieder ausgemacht? Das Schloss<br />

macht 18.00 Uhr zu!“, sagte <strong>Arti</strong>.<br />

Streithähne


24<br />

ALTE UND NEUE FREUNDE<br />

"Alte <strong>und</strong> neue Fre<strong>und</strong>e"<br />

25<br />

„Hier b<strong>in</strong> ich!“, antwortete e<strong>in</strong>e Stimme h<strong>in</strong>ter ihnen.<br />

Alle drehten sich um. Vor ihnen stand e<strong>in</strong> weißes Kan<strong>in</strong>chen<br />

auf den H<strong>in</strong>terpfoten, die Vorderbe<strong>in</strong>e lässig vor der<br />

kle<strong>in</strong>en Brust verschränkt. Dort war e<strong>in</strong> merkwürdiges<br />

Symbol zu sehen.<br />

hier b<strong>in</strong><br />

ich!<br />

„Ich b<strong>in</strong> Pete-Manfred K<strong>in</strong>ikel! Aber nenn mich e<strong>in</strong>fach<br />

Pete. Das Oberschloss Kranichfeld ist me<strong>in</strong> Zuhause,“<br />

sagte das Kan<strong>in</strong>chen zu <strong>Fietje</strong>.<br />

„Kommt, ich möchte euch gerne zuerst me<strong>in</strong>e Höhle zeigen“,<br />

setzte Pete fröhlich h<strong>in</strong>zu.<br />

<strong>Fietje</strong> war skeptisch. „Ich sehe mir mit <strong>Arti</strong> noch den<br />

restlichen Keller an <strong>und</strong> wir treffen uns <strong>in</strong> e<strong>in</strong>er halben<br />

St<strong>und</strong>e auf dem Innenhof?“<br />

Damit waren alle e<strong>in</strong>verstanden <strong>und</strong> während Pete mit<br />

Anti zu se<strong>in</strong>er Höhle g<strong>in</strong>g, erk<strong>und</strong>eten <strong>Fietje</strong> <strong>und</strong> <strong>Arti</strong> weiter<br />

das dunkle Schloss.


26<br />

ALTE UND NEUE FREUNDE<br />

27<br />

altklug<br />

kle<strong>in</strong>laut<br />

„Was war das?“, fragte <strong>Fietje</strong>, als er <strong>und</strong> <strong>Arti</strong> e<strong>in</strong> leises<br />

Heulen hörten.<br />

„Es kommt ansche<strong>in</strong>end aus der Ru<strong>in</strong>e“, sagte <strong>Arti</strong> etwas<br />

unsicher.<br />

Ru<strong>in</strong>e<br />

Am 06. April 1934 brannte<br />

das Oberschloss bis auf die<br />

Außenmauern nieder. Wie es zu der<br />

Noch bevor <strong>Fietje</strong> etwas sagen konnte, erhob sich <strong>Arti</strong><br />

geräuschlos <strong>und</strong> flog zur Ru<strong>in</strong>e.<br />

08<br />

altklug =<br />

überheblich,<br />

angeberisch<br />

09<br />

nörgeln =<br />

meckern<br />

10<br />

kle<strong>in</strong>laut =<br />

betreten,<br />

e<strong>in</strong>sichtig<br />

„Warte!“, rief <strong>Fietje</strong>, aber er konnte <strong>Arti</strong> nicht mehr aufhalten<br />

<strong>und</strong> rannte ihm deshalb e<strong>in</strong>fach h<strong>in</strong>terher.<br />

Als sie <strong>in</strong> der Ru<strong>in</strong>e angekommen waren, hörten sie das<br />

Heulen deutlicher. „Ich hatte Recht!“, sagte <strong>Arti</strong> altklug.<br />

„Gib nicht so an!“, nörgelte <strong>Fietje</strong> etwas kle<strong>in</strong>laut.<br />

Katastrophe kommen konnte, geht aus<br />

dem Abschlussbericht der Feuerwehr<br />

hervor, der <strong>in</strong> der "Ilm-Zeitung" stand.<br />

Das Schloss mit se<strong>in</strong>en hohen Mauern<br />

war von außen für die Löschmannschaften<br />

sehr unzugänglich. <strong>Die</strong><br />

Holzfußböden <strong>und</strong> das Dachgebälk<br />

begünstigten die schnelle Ausbreitung<br />

des Feuers.<br />

<strong>Die</strong> Brandursache wurde niemals<br />

geklärt. Doch es hält sich bis heute das<br />

Gerücht, dass der damalige Besitzer,<br />

der Industrielle Ramm<strong>in</strong>ger, das<br />

Schloss selbst angezündet hätte.<br />

ich hab<br />

immer<br />

recht.<br />

nörgeln


28<br />

ALTE UND NEUE FREUNDE<br />

29<br />

„Könntet ihr vielleicht mal helfen, anstatt euch zu streiten?“,<br />

hörten sie nun e<strong>in</strong>e bekannte Stimme.<br />

Anti erwiderte: „Ja, aber Pete hat sich <strong>in</strong> e<strong>in</strong>em unbefestigten<br />

Teil der Ru<strong>in</strong>e die Pfote e<strong>in</strong>geklemmt!“<br />

Als sie sich umdrehten staunten sie nicht schlecht.<br />

„Anti? Ich dachte, du wolltest<br />

Pete´s Höhle anschauen“,<br />

sagte <strong>Arti</strong> überrascht.<br />

„Dann los, wir müssen ihm helfen!“, sagte <strong>Fietje</strong> fest entschlossen.<br />

Als sie bei Pete angekommen waren, machten sie sich<br />

sofort daran, die schweren Ste<strong>in</strong>e von se<strong>in</strong>er Pfote herunter<br />

zu räumen.<br />

„Danke...! Das war Rettung <strong>in</strong> letzter Sek<strong>und</strong>e“, sagte das<br />

Kan<strong>in</strong>chen dankbar.<br />

DANKE...!


30<br />

ALTE UND NEUE FREUNDE<br />

31<br />

„Vielleicht gehen wir erst e<strong>in</strong>mal nach draußen“, schlug<br />

„Dann trage ich dich eben“, bemerkte <strong>Fietje</strong>. Er hob Pete<br />

<strong>Fietje</strong> vor.<br />

vom Boden auf <strong>und</strong> trug ihn über den Schlosshof.<br />

11<br />

grummeln =<br />

murren<br />

„Aber ich kann nicht so gut laufen, me<strong>in</strong>e Pfote!“,<br />

grummelte Pete.<br />

Als sie unter e<strong>in</strong>em großen Erker ankamen, konnten<br />

sie den berühmten „Leckarsch“ bestaunen. Das ist e<strong>in</strong>e<br />

kle<strong>in</strong>e Figur am Sockel. <strong>Fietje</strong> holte se<strong>in</strong> Handy heraus,<br />

12<br />

Selfie =<br />

Neudeutsch<br />

für Selbstporträt<br />

grummeln<br />

machte e<strong>in</strong> Selfie <strong>und</strong> schickte es an se<strong>in</strong>e Mama.<br />

13<br />

Ritterwort =<br />

Ehrenwort,<br />

Versprechen<br />

LEckarsch<br />

Selfie<br />

Der Leckarsch wird als e<strong>in</strong>e "Drolerie" (französisch: drollige,<br />

Darstellung von Menschen, Tieren oder Fabelwesen <strong>in</strong> der mittelalterlichen<br />

Kunst) angesehen.<br />

Der Name "Leckarsch" kommt durch e<strong>in</strong>e Inschrift, die an der Figur e<strong>in</strong>gemeißelt<br />

ist. Sie lautet: "Leck mich am Mars."<br />

An den Fassaden von Renaissanceschlössern gibt es viele lustige oder<br />

abschreckende Figuren, die den Besucher provozieren sollen.<br />

Zu se<strong>in</strong>er Entstehung ist e<strong>in</strong>e Sage überliefert:<br />

E<strong>in</strong>st wohnten die zwei Brüder Wolfer <strong>und</strong> Lutger auf dem Oberschloss.<br />

Sie stritten sich <strong>und</strong> teilten das Schloss auf. Der ältere Bruder Wolfer<br />

behielt das Oberschloss, der jüngere Bruder Lutger zog <strong>in</strong> die Ferne.<br />

Zuvor aber zeigte er dorth<strong>in</strong>, was heute die Niederburg ist, <strong>und</strong> rief: "Ich<br />

komme zurück <strong>und</strong> werde dorth<strong>in</strong> e<strong>in</strong>e Burg bauen."<br />

Da rief Wolfer höhnisch: "Wenn dir das gel<strong>in</strong>gt, werde ich mich am Arsch<br />

lecken!"<br />

Nach Jahren kehrte Lutger zurück <strong>und</strong> baute wirklich gegenüber die<br />

Burg. Nun musste Wolfer se<strong>in</strong> gegebenes Ritterwort erfüllen <strong>und</strong> das<br />

Ritterwort<br />

Unmögliche (sich selbst am H<strong>in</strong>terteil lecken) tun, wobei er ums Leben<br />

kam. Lutger ließ zur Er<strong>in</strong>nerung an den Tag, se<strong>in</strong>en Bruder <strong>in</strong> dieser<br />

gezwungenen Stellung <strong>in</strong> Ste<strong>in</strong> hauen.


32<br />

ALTE UND NEUE FREUNDE<br />

33<br />

„Es ist schon spät. Vielleicht sollten wir uns irgendwo h<strong>in</strong>legen<br />

<strong>und</strong> e<strong>in</strong> bisschen schlafen“, me<strong>in</strong>te <strong>Fietje</strong>.<br />

Pete begann, <strong>in</strong> <strong>Fietje</strong>s Armen zu zappeln. Es nervte ihn,<br />

dass alle schon wieder vergessen hatten, dass er auch<br />

noch da war.<br />

„Ich weiß, wo ihr schlafen könnt“, sagte er <strong>und</strong> deutete mit<br />

der Pfote die Treppe h<strong>in</strong>unter.<br />

Ru<strong>in</strong>e<br />

Er führte sie nun alle zu der Höhle, <strong>in</strong> der er wohnte.<br />

Sie lag <strong>in</strong> der Ru<strong>in</strong>e. <strong>Die</strong> Fre<strong>und</strong>e g<strong>in</strong>gen h<strong>in</strong>e<strong>in</strong> <strong>und</strong> mussten<br />

feststellen, dass Petes Höhle riesig war.<br />

„Wow, du hast es hier ja echt gemütlich!“, staunte <strong>Fietje</strong>.<br />

„Sag ich doch“, me<strong>in</strong>te Pete <strong>und</strong> sah <strong>Fietje</strong> gereizt <strong>in</strong>s Gesicht.<br />

Der Junge setzte das Kan<strong>in</strong>chen endlich auf den Boden.<br />

Als sie schlafen g<strong>in</strong>gen, war es draußen schon stockf<strong>in</strong>ster.<br />

14<br />

Ru<strong>in</strong>e =<br />

verfallenes<br />

Gebäude<br />

15<br />

stockf<strong>in</strong>ster =<br />

sehr dunkel<br />

stockf<strong>in</strong>ster<br />

ich weiß wo<br />

ihr schlafen<br />

könnt.


34<br />

VOR LANGER, LANGER ZEIT<br />

35<br />

16<br />

Insiderwissen<br />

=<br />

besondere<br />

Kenntnisse<br />

"Vor langer, langer Zeit"<br />

<strong>Die</strong> Fre<strong>und</strong>e hatten fast bis zum Mittag<br />

geschlafen <strong>und</strong> sich danach e<strong>in</strong>er Führung<br />

angeschlossen. Doch nichts g<strong>in</strong>g<br />

über Petes Insiderwissen, das er bei<br />

jeder Gelegenheit zum Besten gab. Am<br />

späten Nachmittag schlenderten sie<br />

über den von der Sonne beschienenen<br />

Hof <strong>und</strong> schnappten frische Luft.<br />

Rosenkönig<strong>in</strong>nen<br />

<strong>Die</strong> Rosenkönig<strong>in</strong>nen gehören<br />

traditionell zum Kranichfelder<br />

Rosenfest.<br />

Pete zeigte ihnen dann den Kleidersaal,<br />

<strong>in</strong> dem auf großen Puppen die Kleider<br />

der Rosenkönig<strong>in</strong>nen ausgestellt waren.<br />

Plötzlich hörten sie e<strong>in</strong> seltsames Geräusch.<br />

Sie versteckten sich schnell<br />

unter den weiten Kleidern <strong>und</strong> hielten<br />

gespannt den Atem an. Zäh flossen die<br />

Sek<strong>und</strong>en dah<strong>in</strong>, bis sich das seltsame<br />

Geräusch wieder entfernte.<br />

Insiderwissen


Gemäuer<br />

36<br />

VOR LANGER, LANGER ZEIT<br />

37<br />

„Puh...“, sagte Pete. „Das war knapp!“<br />

„Was war das?“, fragte <strong>Fietje</strong>.<br />

17<br />

Gemäuer =<br />

altes<br />

Bauwerk<br />

18<br />

wie aus<br />

e<strong>in</strong>em<br />

Schnabel =<br />

nur hier<br />

von: wie aus<br />

e<strong>in</strong>em M<strong>und</strong>;<br />

gleichzeitig<br />

„Ich denke, es war die weiße Frau. An manchen Tagen streift<br />

sie durch das alte Gemäuer <strong>und</strong> we<strong>in</strong>t“, me<strong>in</strong>te Pete.<br />

„Ich dachte, das war nur e<strong>in</strong> alberner Scherz, Anti“ sagte<br />

<strong>Fietje</strong> <strong>und</strong> runzelte verw<strong>und</strong>ert die Stirn.<br />

„Sie ist wirklich e<strong>in</strong>e alte Fre<strong>und</strong><strong>in</strong> ...“, sagten <strong>Arti</strong> <strong>und</strong> Anti wie<br />

aus e<strong>in</strong>em Schnabel.<br />

was war<br />

das?


38<br />

VOR LANGER, LANGER ZEIT<br />

39<br />

Wimmern<br />

19<br />

Wimmern =<br />

Bewe<strong>in</strong>en,<br />

Jammern<br />

<strong>Die</strong> Fre<strong>und</strong>e setzten ihre Tour fort. Inzwischen g<strong>in</strong>g die<br />

Sonne unter. Nur noch wenig Licht fiel auf die Zisterne<br />

auf dem Hof. Da war es wieder. Es klang wie e<strong>in</strong> Wimmern<br />

oder We<strong>in</strong>en. Und auf e<strong>in</strong>mal stand wie aus dem<br />

Nichts e<strong>in</strong>e weiß gekleidete Frau vor ihnen.<br />

Angenehm, du<br />

kannst mich ruhig<br />

Lis nennen, das ist<br />

seit 400 Jahren<br />

me<strong>in</strong> Spitzname.<br />

„Hallo <strong>Arti</strong>“, begrüßte sie den König von Wort-Reich zuerst.<br />

<strong>Arti</strong> ist überrascht: „Hallo. Wie geht es dir Elisabeth?“<br />

20<br />

spuken =<br />

herum<br />

geistern<br />

„Eigentlich gut, aber ich möchte hier nicht mehr spuken.<br />

Wer ist das?“ <strong>Die</strong> Geisterfrau zeigte auf <strong>Fietje</strong>.<br />

„Ich b<strong>in</strong> <strong>Fietje</strong>, der Fre<strong>und</strong> von <strong>Arti</strong> <strong>und</strong> Anti“, antwortete<br />

der Junge sichtlich erschrocken.<br />

„Angenehm, du kannst mich ruhig Lis nennen, das ist seit<br />

400 Jahren me<strong>in</strong> Spitzname.“<br />

spuken


40<br />

VOR LANGER, LANGER ZEIT<br />

41<br />

umbr<strong>in</strong>gen<br />

„Seit 400 Jahren, solange spukst du? Warum?“, fragte <strong>Fietje</strong><br />

erstaunt.<br />

<strong>Fietje</strong> schluckte schwer. Er er<strong>in</strong>nerte sich an die Geschichte,<br />

die im Keller neben der Figur der Geisterfrau stand.<br />

21<br />

umbr<strong>in</strong>gen =<br />

töten<br />

Lis seufzte: „Vor langer Zeit hatte ich e<strong>in</strong>en Mann. Ihn habe<br />

ich leider frühzeitig verloren <strong>und</strong> war mit me<strong>in</strong>en beiden<br />

K<strong>in</strong>dern alle<strong>in</strong>e. Kurze Zeit später verliebte ich mich wieder.<br />

Weil ich nicht wusste, was ich tun sollte, g<strong>in</strong>g ich zu e<strong>in</strong>er<br />

Wahrsager<strong>in</strong>. Sie sagte, dass zwei Augenpaare zu viel für die<br />

Verb<strong>in</strong>dung wären. Ich dachte, dass das me<strong>in</strong>e K<strong>in</strong>der seien<br />

<strong>und</strong> ließ sie … umbr<strong>in</strong>gen.“<br />

„Damit waren aber nicht me<strong>in</strong>e K<strong>in</strong>der, sondern die Eltern<br />

me<strong>in</strong>es Bräutigams geme<strong>in</strong>t...“, sprach sie unter Tränen <strong>und</strong><br />

verschwand.<br />

„Das ist e<strong>in</strong>e unheimlich traurige Geschichte...“, sagte <strong>Fietje</strong> mit<br />

e<strong>in</strong>em Kloß im Hals. Wieder regte es sich <strong>in</strong> <strong>Fietje</strong>s Armen.<br />

„Du bist ja auch noch da, Pete!“, sagte er überrascht. Er hatte<br />

das Kan<strong>in</strong>chen zum zweiten Mal e<strong>in</strong>fach vergessen.<br />

Pete war nun richtig verärgert: „Immer dreht sich alles nur<br />

um Lis!“<br />

„Reg dich ab, Pete!“, zischte <strong>Arti</strong>.<br />

„Wollen wir nicht lieber nach draußen gehen?“, fragte <strong>Fietje</strong>.<br />

„Ja, gute Idee!“, sagte <strong>Arti</strong>.<br />

Wahrsager<strong>in</strong><br />

E<strong>in</strong>e Frau, die die Zukunft<br />

vorhersagt. Sie verfügt<br />

angeblich über seherische<br />

Fähigkeiten <strong>und</strong> Magie.


42<br />

VOR LANGER, LANGER ZEIT<br />

erstarrt<br />

43<br />

22<br />

Sandwiches =<br />

belegte Brote<br />

23<br />

Gegenlicht =<br />

entgegenkommendes<br />

Licht<br />

24<br />

erstarrt =<br />

gelähmt,<br />

betäubt<br />

Sie setzten sie sich auf e<strong>in</strong> paar Stufen. <strong>Fietje</strong> holte<br />

Sandwiches aus se<strong>in</strong>em Rucksack, gab <strong>Arti</strong>, Anti <strong>und</strong><br />

Pete je e<strong>in</strong>es ab <strong>und</strong> biss <strong>in</strong> se<strong>in</strong> eigenes.<br />

Gerade, als sie aufgegessen hatten, standen zwei Gestalten<br />

vor ihnen. <strong>Fietje</strong> <strong>und</strong> <strong>Arti</strong> brauchten e<strong>in</strong>en Moment,<br />

um sie im Gegenlicht der Abendsonne zu erkennen.<br />

<strong>Die</strong> Fre<strong>und</strong>e waren wie erstarrt, dann rief <strong>Fietje</strong>:<br />

„Weg hier, fliegt!"<br />

weg hier,<br />

fliegt!<br />

<strong>Die</strong> Papageien flatterten aufgescheucht die Treppe<br />

h<strong>in</strong>auf, <strong>Fietje</strong> preschte ihnen h<strong>in</strong>terher. Doch e<strong>in</strong>en hatten<br />

sie vergessen… Pete, der noch immer e<strong>in</strong>e verletzte<br />

Pfote hatte. <strong>Fietje</strong> blickte zurück, aber die Agenten aus<br />

dem Sprachlos-Land folgten ihnen nicht.<br />

„Pete! Wir müssen ihn holen!“,<br />

rief <strong>Fietje</strong>.<br />

Sandwiches<br />

Gegenlicht<br />

Leise schlich er zurück.<br />

Doch unten war ke<strong>in</strong> Hase<br />

mehr. <strong>Die</strong> Papageien kamen<br />

auch.


44<br />

VOR LANGER, LANGER ZEIT<br />

Sie machten sich auf die Suche. Doch von Pete fehlte jede<br />

Spur. Auch bei der weißen Frau war er nicht zu f<strong>in</strong>den.<br />

Sie g<strong>in</strong>gen wieder zum Rittersaal. Anti <strong>und</strong> <strong>Arti</strong> flogen<br />

zwischen den Kleidern der Rosenkönig<strong>in</strong>nen h<strong>in</strong> <strong>und</strong> her.<br />

Doch auch war dort ke<strong>in</strong> Pete zu sehen. <strong>Fietje</strong> trat vorsichtig<br />

zwischen den Kleidern h<strong>in</strong>durch.<br />

Da! Das leise We<strong>in</strong>en! H<strong>in</strong>ter den Kleidern stand e<strong>in</strong> riesiger<br />

Korb, der größer war als <strong>Fietje</strong>. Aus ihm kam e<strong>in</strong><br />

tiefes Schluchzen <strong>und</strong> Kratzen, das nach Krallen klang.<br />

<strong>Fietje</strong> versuchte, über den Rand h<strong>in</strong>e<strong>in</strong>zuschauen. Doch er<br />

war zu kle<strong>in</strong>. Also lehnte er sich dagegen <strong>und</strong> versuchte<br />

den Korb umzuwerfen. Anti <strong>und</strong> <strong>Arti</strong> halfen ihm. Doch der<br />

Korb ließ sich nicht bewegen.<br />

Korb im Rittersaal<br />

45<br />

er hat e<strong>in</strong> Fassungsvermögen von 50 Zentnern Kartoffeln,<br />

das s<strong>in</strong>d 3 ½ Kubikmeter, bzw. 3500 Liter. Er<br />

wurde <strong>in</strong> 60 St<strong>und</strong>en Arbeitszeit hergestellt.<br />

Vier Erwachsene können im umgestülpten Korb bequem<br />

Karten spielen.<br />

<strong>Die</strong> Entstehung des Korbs geht auf e<strong>in</strong>e Wette zwischen<br />

e<strong>in</strong>em Fleischermeister <strong>und</strong> den Korbmachern zurück.<br />

Der Fleischermeister gab den Korbmachern den Auftrag,<br />

e<strong>in</strong>en Korb mit den maßen 180 cm Höhe, am Fuße 90 cm <strong>und</strong><br />

oben 185 cm Weite anzufertigen. er sollte am sechsten Tag,<br />

nach Abschluss der Wette, <strong>in</strong> der Gaststube übergeben<br />

werden. Der Fleischermeister sah sich schon als Sieger, da<br />

e<strong>in</strong> so großer Korb nie durch Türen oder Fenster passen<br />

konnte. Dennoch schafften es die Korbmacher. Sie hatten<br />

den Korb <strong>in</strong> e<strong>in</strong>zelnen Teilen angefertigt, die mit Lederriemen<br />

zusammengefügt wurden.<br />

Der Fleischermeister hatte die Wette verloren <strong>und</strong> übergab<br />

den Siegern den Preis <strong>in</strong> Form von Bier <strong>und</strong> Geräuchertem<br />

aus der Wurstkammer.


46<br />

VOR LANGER, LANGER ZEIT<br />

pelzig<br />

47<br />

„Wartet hier“, sagte <strong>Fietje</strong> <strong>und</strong> rannte <strong>in</strong> den Innenhof.<br />

Er hatte Glück. An e<strong>in</strong>er Wand lehnte e<strong>in</strong>e Leiter, die so<br />

aussah, als ob sie hoch genug wäre. Er nahm sie mit <strong>in</strong><br />

den Kleidersaal <strong>und</strong> lehnte sie an den Korb. <strong>Fietje</strong> stieg die<br />

Sprossen h<strong>in</strong>auf, <strong>Arti</strong> <strong>und</strong> Anti landeten auf dem Rand des<br />

Korbes.<br />

Als <strong>Fietje</strong> oben ankam schaute er <strong>in</strong> den Korb h<strong>in</strong>e<strong>in</strong>. Wie<br />

nicht anders zu erwarten war, befand sich Pete <strong>in</strong> dem<br />

Korb.<br />

25<br />

Sprossen =<br />

Stufen e<strong>in</strong>er<br />

Leiter<br />

Er heulte leise <strong>und</strong> als er aufschaute, wanderte e<strong>in</strong> Lächeln<br />

über se<strong>in</strong> pelziges Gesicht.<br />

26<br />

pelzig=<br />

voller Fell<br />

„Holt mich hier raus!“, flehte er.<br />

Sprossen<br />

<strong>Fietje</strong> sprang kurzerhand <strong>in</strong> den Korb. Doch bevor er Pete<br />

nach oben geben konnte wurde der schwere Korb samt<br />

Inhalt an Seilen nach oben gezogen.<br />

27<br />

kurzerhand =<br />

ohne weiteres,<br />

ohne zu überlegen<br />

<strong>Arti</strong> rief: „Es s<strong>in</strong>d die Ganoven!“<br />

kurzerhand


48<br />

VOR LANGER, LANGER ZEIT<br />

49<br />

Ablenkungsmanöver<br />

<strong>Fietje</strong> stopfte Pete unter se<strong>in</strong> T-Shirt <strong>und</strong> sprang<br />

hoch. Er hielt sich am Rand des Korbes fest <strong>und</strong><br />

konnte sich daran nach oben ziehen.<br />

„<strong>Die</strong> können mich nicht aufhalten. Ich b<strong>in</strong> e<strong>in</strong>er der<br />

besten im Sportunterricht!“, sagte <strong>Fietje</strong>. Damit<br />

landete er triumphierend auf dem Ste<strong>in</strong>boden.<br />

Er sah sich um, doch Anti <strong>und</strong> <strong>Arti</strong> waren verschw<strong>und</strong>en.<br />

Der Korb erhob sich weiter <strong>in</strong> die Lüfte.<br />

28<br />

Ablenkungsmanöver<br />

=<br />

Täuschung<br />

„Das hatten also die Sprachlos-Land-Agenten im<br />

S<strong>in</strong>n! Pete war nur das Ablenkungsmanöver!“, rief<br />

<strong>Fietje</strong> <strong>und</strong> ballte die Hand wütend zur Faust.


50<br />

VOR LANGER, LANGER ZEIT<br />

51<br />

Auf dem Fußboden lagen rote <strong>und</strong> blaue Federn. <strong>Fietje</strong><br />

sammelte sie <strong>und</strong> folgte der Spur. Als er die Wendeltreppe<br />

nach unten lief <strong>und</strong> auf den Innenhof bog, prallte<br />

er gegen Anti.<br />

„Autsch!“, rief <strong>Fietje</strong> <strong>und</strong> rieb sich die Stirn.<br />

29<br />

Wendeltreppe<br />

=<br />

Treppe mit<br />

spiralförmig<br />

laufenden<br />

Stufen<br />

„<strong>Die</strong> Männer s<strong>in</strong>d <strong>in</strong> den Graben gefallen <strong>und</strong> haben sich <strong>in</strong><br />

Luft aufgelöst!“, erklärte Anti aufgeregt.<br />

Wendeltreppe<br />

„Wie auch immer ihr das h<strong>in</strong>bekommen habt, es ist gut,<br />

dass wir sie los s<strong>in</strong>d“, sagte <strong>Fietje</strong> erleichtert.<br />

Der Mond stand <strong>in</strong>zwischen hoch am Himmel <strong>und</strong> tauchte<br />

den Hof <strong>in</strong> e<strong>in</strong> schauriges Licht.<br />

„Kommt, lasst uns schlafen gehen! Es ist schon spät“,<br />

sagte <strong>Fietje</strong>. Auch Pete gähnte an se<strong>in</strong>em Bauch.


52<br />

DER TIEFE FALL<br />

53<br />

"Der tiefe Fall"<br />

E<strong>in</strong>ige St<strong>und</strong>en später erwachte <strong>Arti</strong>. Es war noch mitten<br />

<strong>in</strong> der Nacht. Er flatterte wild mit den Flügeln. Dabei fiel<br />

e<strong>in</strong>e se<strong>in</strong>er Federn direkt auf <strong>Fietje</strong>s Gesicht. <strong>Die</strong>ser sog<br />

sie beim E<strong>in</strong>atmen dicht an se<strong>in</strong>e Nase <strong>und</strong> musste laut<br />

niesen. Jetzt schreckten alle aus ihrem Schlaf.<br />

„Och <strong>Arti</strong>, ich habe gerade von e<strong>in</strong>er so saftigen Löwenzahnwiese<br />

geträumt“, murmelte Pete enttäuscht.<br />

„Na ja, wenn wir alle wach s<strong>in</strong>d, können wir doch zur weißen<br />

Frau gehen, oder?“, fragte <strong>Arti</strong> vorsichtig nach.<br />

„Das lässt mir schon die ganze Zeit ke<strong>in</strong>e Ruhe.“<br />

„Oh, Entschuldigung! Ich wollte euch nicht aufwecken...“,<br />

flüsterte <strong>Arti</strong>.<br />

„Wir sollten aber zuvor im Schloss noch e<strong>in</strong>mal nach dem<br />

Rechten sehen!“, ertönte nun Antis schläfrige Stimme aus<br />

e<strong>in</strong>er Ecke.<br />

„Ja, das stimmt. Wer weiß, ob Herr Ke<strong>in</strong>wort <strong>und</strong> Mister<br />

M<strong>und</strong>zu wieder irgendwo herumgeistern“, sagte <strong>Fietje</strong>.<br />

„Okay, kommt ihr danach zur weißen Frau?“, fragte <strong>Arti</strong>.<br />

<strong>Fietje</strong> <strong>und</strong> Anti nickten <strong>und</strong> g<strong>in</strong>gen nach oben <strong>in</strong> den Hauptteil<br />

des Oberschlosses.<br />

Oh,<br />

Entschuldigung!


54<br />

DER TIEFE FALL<br />

55<br />

Pete setzte sich aufs <strong>Arti</strong>s Rücken <strong>und</strong> geräuschlos flogen<br />

sie zur Figur der Weißen Frau.<br />

„<strong>Die</strong> Skulptur ist e<strong>in</strong>fach nur gruselig, wenn es dunkel ist“,<br />

me<strong>in</strong>te <strong>Arti</strong>.<br />

Pete lauschte, doch alles war still. Er wollte<br />

wissen, ob Lis sich wieder zeigen<br />

würde.<br />

<strong>Die</strong> ersten Sonnenstrahlen bahnten sich ihren Weg <strong>in</strong> das<br />

Kellergewölbe, doch von <strong>Fietje</strong> <strong>und</strong> Anti war immer noch<br />

nichts zu sehen.<br />

„Komm, wir suchen sie“, sagte <strong>Arti</strong> <strong>und</strong> flog mit Pete auf<br />

dem Rücken <strong>in</strong> Richtung des Bergfrieds, dem „Dicken<br />

Turm“.<br />

Und da waren auch die beiden. Sie stiegen gerade auf den<br />

Turm. <strong>Arti</strong> <strong>und</strong> Pete traten durch e<strong>in</strong>en Bogen <strong>in</strong> das Innere<br />

des Turms.<br />

dicker Turm<br />

Bergfried <strong>und</strong> Wohnturm<br />

(Turmhöhe 27 Meter, Mauerstärke<br />

3,6 Meter)<br />

Der gewaltige R<strong>und</strong>turm entstand ca. 1200.<br />

Vom Turm hat man e<strong>in</strong>en Blick über das<br />

Ilmtal <strong>und</strong> die Stadt Kranichfeld.<br />

An der Treppe s<strong>in</strong>d alle Sponsoren<br />

durch e<strong>in</strong> Mess<strong>in</strong>gschild benannt. Bis zur<br />

Aussichts-plattform s<strong>in</strong>d es 120 Stufen.


56<br />

DER TIEFE FALL<br />

Spirale<br />

57<br />

„Uff, s<strong>in</strong>d das viele Stufen!“, schnaufte Pete.<br />

„Wie gut, dass ich dich trage, oder?“, lächelte <strong>Arti</strong>.<br />

30<br />

Spirale =<br />

schraubenförmige<br />

L<strong>in</strong>ie<br />

Immer schneller flog <strong>Arti</strong> mit Pete auf dem Rücken<br />

<strong>in</strong> e<strong>in</strong>er Spirale nach oben. Er schoss an <strong>Fietje</strong> <strong>und</strong> Anti,<br />

die Infotafeln lasen, vorbei. Dann bog er zu scharf um<br />

die Kurve, sodass sich Pete nicht mehr halten konnte<br />

<strong>und</strong> auf den Boden purzelte.<br />

<strong>Arti</strong> konnte nicht mehr rechtzeitig bremsen. Krachend<br />

donnerte er gegen die Glastür, die zur Aussichtsplattform<br />

führte. Er fiel rückwärts nach unten. Mühsam<br />

rappelte er sich wieder auf.<br />

Pete kam dazu. „Hier gehts lang", me<strong>in</strong>te er gr<strong>in</strong>send.<br />

Zusammen bekamen sie die schwere Tür auf. Auf der<br />

Aussichtsplattform war es sehr w<strong>in</strong>dig. Doch der Blick<br />

war atemberaubend.


58<br />

DER TIEFE FALL<br />

59<br />

Ihre Blicke g<strong>in</strong>gen über die Wiese. Da sahen sie ihre Fre<strong>und</strong>e<br />

<strong>Fietje</strong> <strong>und</strong> Anti unten auf sie warten.<br />

Im gleichen Moment warteten dort aber auch zwei andere<br />

Gestalten auf sie. Doch davon wussten alle noch nichts.<br />

<strong>Arti</strong> <strong>und</strong> Pete machten sich wieder auf den Weg nach<br />

unten, um die anderen zu treffen. Kurze Zeit später erschienen<br />

auch die beiden dunklen Gestalten am Treffpunkt.<br />

Erst, als sie <strong>in</strong>s Licht traten, erkannten <strong>Arti</strong> <strong>und</strong> <strong>Fietje</strong> die<br />

Männer.<br />

„Hey, was wollt ihr hier?!“, rief <strong>Arti</strong> <strong>und</strong> se<strong>in</strong>e Federn<br />

richteten sich auf als<br />

würden sie sich wehren.<br />

„Kannst du dir das nicht denken?“, fragte Ke<strong>in</strong>wort <strong>Arti</strong> <strong>in</strong><br />

Gedanken.<br />

„Oh doch!“, entfuhr es <strong>Arti</strong>.<br />

Da schaltete sich <strong>Fietje</strong> <strong>in</strong> das Geschehen e<strong>in</strong>: „Lasst ihn <strong>in</strong><br />

Ruhe!“ Schützend stellte er sich vor se<strong>in</strong>en Fre<strong>und</strong>.<br />

Geme<strong>in</strong> gr<strong>in</strong>send kamen die Ganoven näher. Da f<strong>in</strong>g plötzlich<br />

die Luft an zu schimmern, verdichtete sich zu e<strong>in</strong>em<br />

strahlenden Wirbelsturm. In glühendes Licht getaucht trat<br />

e<strong>in</strong>e blasse Gestalt hervor. Lautlos bewegte sie sich auf die<br />

Bösewichte zu.


60<br />

DER TIEFE FALL<br />

61<br />

<strong>Die</strong> Agenten aus Sprachlos-Land erschraken, drehten<br />

sich auf der Stelle um <strong>und</strong> ergriffen die Flucht.<br />

Den Staub auf dem Boden aufwirbelnd, ohne ihn dabei zu<br />

berühren, drehte sich die Geistergestalt zu den Fre<strong>und</strong>en<br />

um.<br />

<strong>Fietje</strong> stieß <strong>Arti</strong> mit den Ellenbogen leicht <strong>in</strong> die Seite.<br />

„Nun ja... Ich könnte eure Unterstützung gebrauchen...“,<br />

sagte die Geisterfrau pe<strong>in</strong>lich berührt.<br />

„Wobei denn?“, wollte <strong>Arti</strong> wissen.<br />

„Lis, du bist es!“, rief <strong>Arti</strong> erleichtert.<br />

„Hast du etwa e<strong>in</strong>en anderen Geist erwartet?“, sagte sie<br />

<strong>und</strong> e<strong>in</strong> Lächeln umspielte ihre Lippen, jedoch ohne, dass<br />

es ihre Augen erreichte.<br />

... ich könnte<br />

eure hilfe<br />

gebrauchen...<br />

„Was ist los?“, fragte <strong>Fietje</strong>, dem die Traurigkeit <strong>in</strong> ihrem<br />

Blick nicht entgangen war.<br />

„Morgen ist der Todestag me<strong>in</strong>er K<strong>in</strong>der, die ich habe<br />

umbr<strong>in</strong>gen lassen... Wie ihr wisst, hatte ich vor über 400<br />

Jahren e<strong>in</strong>en Mann. <strong>Die</strong>ser starb an...“<br />

„Ja, ja, das wissen wir, Lis...“, unterbrach <strong>Arti</strong> sie e<strong>in</strong> wenig<br />

genervt.


62<br />

DER TIEFE FALL<br />

63<br />

Lis wandelte <strong>in</strong>s Schloss während sie leise <strong>und</strong> traurig<br />

sprach. <strong>Die</strong> Fre<strong>und</strong>e g<strong>in</strong>gen ihr ehrfürchtig<br />

h<strong>in</strong>terher. Sie hatten nun den Hochzeitssaal erreicht.<br />

Lis schluckte schwer <strong>und</strong> sagte schließlich:<br />

„Morgen ist ja der Todestag me<strong>in</strong>er K<strong>in</strong>der <strong>und</strong> da wollte<br />

ich fragen, ob ihr vielleicht... <strong>in</strong> die Vergangenheit reisen<br />

könntet. Vielleicht könnt ihr mich davon abhalten, me<strong>in</strong>e<br />

K<strong>in</strong>der töten zu lassen?“<br />

<strong>Fietje</strong> war zutiefst gerührt <strong>und</strong> geschockt zugleich. Er<br />

nickte eifrig.<br />

JA!<br />

„Ja, wir machen es!“, kam die Antwort von <strong>Arti</strong>.<br />

„Gut, dann gebe ich euch noch die E<strong>in</strong>zelheiten, damit ihr<br />

me<strong>in</strong>e K<strong>in</strong>der retten könnt“, sagte Lis.


64<br />

DER TIEFE FALL<br />

65<br />

„Also, ihr kommt im Jahre 1616 an. Ich habe me<strong>in</strong>e K<strong>in</strong>der<br />

beim Abendbrot vergiften lassen!“, erklärte sie <strong>und</strong><br />

e<strong>in</strong>e Träne bahnte sich ihren Weg über ihre Wange.<br />

<strong>Fietje</strong> schrieb alles mit, was sie stockend erzählte.<br />

„Okay, es kann losgehen“, sagte er <strong>und</strong> steckte den Zettel<br />

<strong>in</strong> se<strong>in</strong>e Hosentasche.<br />

„Dann geht nun über die Brücke auf den Schlosshof. Ihr<br />

habt jedoch nur 12 St<strong>und</strong>en Zeit, um von dort wieder<br />

zurückzukehren. Sonst müsst ihr für immer <strong>in</strong> der Vergangenheit<br />

bleiben!“<br />

„Das schaffen wir!“, antwortete <strong>Arti</strong> entschlossen.<br />

„Viel Glück!“, wünschte ihnen Lis <strong>und</strong> hob die Hand.<br />

Als <strong>Fietje</strong> <strong>und</strong> <strong>Arti</strong> sie wie gebannt anschauten,<br />

verspürten sie e<strong>in</strong>en Sog. <strong>Die</strong> Luft um <strong>Arti</strong> <strong>und</strong> <strong>Fietje</strong><br />

f<strong>in</strong>g an zu wirbeln <strong>und</strong> sie standen mitten <strong>in</strong> e<strong>in</strong>em<br />

Sturm aus Jahreszahlen. Alles f<strong>in</strong>g an sich zu drehen.<br />

Und je mehr sich ihre Umgebung veränderte, desto langsamer<br />

wurde der Wirbelsturm.


66<br />

WILLKOMMEN IM MITTELALTER<br />

67<br />

"Willkommen<br />

im Mittelalter"<br />

um die Taille h<strong>in</strong>g, war e<strong>in</strong>e kle<strong>in</strong>e Tasche aus Leder befestigt.<br />

„<strong>Die</strong> guten alten Zeiten!“, schwärmte <strong>Arti</strong> gr<strong>in</strong>send.<br />

„Wie siehst du denn<br />

aus?!“, lachte <strong>Arti</strong> <strong>und</strong><br />

deutete auf se<strong>in</strong>en<br />

Fre<strong>und</strong>. <strong>Fietje</strong> sah an sich<br />

herunter.<br />

„Ach du Schreck!“, entfuhr<br />

es ihm <strong>und</strong> auch er<br />

f<strong>in</strong>g an zu lachen.<br />

Er trug e<strong>in</strong>e rote<br />

Strumpfhose <strong>und</strong> darüber<br />

e<strong>in</strong> Kartoffelsack<br />

ähnliches Gewand. An<br />

e<strong>in</strong>em Gürtel, der ihm<br />

Auf dem Schlosshof herrschte buntes Treiben. Überall<br />

hörten sie Händler ihre Waren feilbieten: „Frische Äpfel<br />

zu verkaufen! Frische Äpfel!“<br />

„Komm, wir verschaffen uns e<strong>in</strong>en Überblick“, schlug<br />

<strong>Fietje</strong> vor.<br />

„Vergiss aber nicht, weswegen wir hier s<strong>in</strong>d!“, ermahnte<br />

ihn <strong>Arti</strong>.<br />

Doch <strong>Fietje</strong> war schon auf <strong>und</strong> davon.<br />

31<br />

feilbieten =<br />

anbieten,<br />

verkaufen<br />

feilbieten


68<br />

WILLKOMMEN IM MITTELALTER<br />

69<br />

32<br />

kollidieren =<br />

zusammengestoßen<br />

<strong>Fietje</strong> rannte nach draußen. Er wollte sehen, ob es dort<br />

auch nach Mittelalter aussah. <strong>Arti</strong> hatte Mühe, se<strong>in</strong>en<br />

Fre<strong>und</strong> nicht aus den Augen zu verlieren.<br />

Schimpfend, weil <strong>Arti</strong> be<strong>in</strong>ahe mit e<strong>in</strong>em anderen Vogel<br />

kollidiert wäre, landete er völlig außer Atem auf <strong>Fietje</strong>s<br />

Schulter.<br />

„Schau mal. Zeitregeln für<br />

Zeitreisende!“, sagte <strong>Fietje</strong><br />

<strong>und</strong> hielt <strong>Arti</strong> e<strong>in</strong> Buch<br />

unter die Nase, auf dem<br />

Zeitregeln<br />

für<br />

Zeitreisende<br />

e<strong>in</strong> silbern funkelnder Ste<strong>in</strong> zu sehen war.<br />

kollidieren<br />

„Entschuldigung, ich würde gern das Buch hier kaufen!“,<br />

fragte <strong>Fietje</strong> den Mann h<strong>in</strong>ter dem Stand, von dem er es<br />

genommen hatte.<br />

„Kommt darauf an, wieviel du mir bietest“, antwortete dieser<br />

mit kratziger Stimme.<br />

<strong>Fietje</strong> kramte <strong>in</strong> se<strong>in</strong>er Tasche <strong>und</strong> holte e<strong>in</strong> paar Münzen<br />

heraus.<br />

„Reicht das?“, fragte <strong>Fietje</strong> <strong>und</strong> drückte dem<br />

Mann die Münzen <strong>in</strong> die Hand.<br />

„Wie großzügig von Euch, Bursche!“, sagte der<br />

Händler dankbar.<br />

33<br />

Bursche =<br />

Junge<br />

Bursche


70<br />

WILLKOMMEN IM MITTELALTER<br />

71<br />

<strong>Fietje</strong> nahm das Buch <strong>und</strong> klemmte es sich unter den Arm.<br />

Dann machte er sich auf die Suche nach e<strong>in</strong>er ruhigen Ecke.<br />

Wie schon zuvor <strong>in</strong> der neuen Zeit, fand er Ruhe unterhalb<br />

des Erkers. <strong>Fietje</strong> setzte sich auf die Wiese <strong>und</strong> schlug das<br />

Buch auf. Es war von Hand geschrieben.<br />

„Irgendwie kommt mir die Schrift bekannt vor“, sagte <strong>Arti</strong>.<br />

<strong>Fietje</strong> sah ihn mit hochgezogener Braue an.<br />

„Wie man Geister erlöst...“, las <strong>Fietje</strong> vor.<br />

„Was man beachten muss, wenn man e<strong>in</strong>en<br />

Geist von se<strong>in</strong>em Leid erlösen will:<br />

Es ist e<strong>in</strong>e schöne Sache, wenn man sich entschieden<br />

hat, e<strong>in</strong>en Geist zu erlösen. Allerd<strong>in</strong>gs<br />

sollte man beachten, dass der Geist danach<br />

nicht verschw<strong>in</strong>den darf, da sich ansonsten die<br />

Zukunft dramatisch verändern würde. Man<br />

muss dem Geist se<strong>in</strong>e Last nehmen, aber im<br />

Gegenzug dafür sorgen, dass er <strong>in</strong> unserer Welt<br />

bleibt. Dazu erteilt man ihm e<strong>in</strong>en Auftrag.<br />

(Zum Beispiel: Bewache das Buch L<strong>in</strong>gua.*)<br />

Der Geist wird sich so verantwortlich fühlen,<br />

dass er an Ort <strong>und</strong> Stelle verweilen wird.<br />

*Anmerkungen des Autors, Anti, Pr<strong>in</strong>z von Wort-Reich


72<br />

WILLKOMMEN IM MITTELALTER<br />

73<br />

„Moment mal, sagtest du Anti?!“, rief <strong>Arti</strong> <strong>und</strong> riss die<br />

Augen auf.<br />

„Ja, hier steht es. Anti, Pr<strong>in</strong>z von Wort-Reich“, wiederholte<br />

<strong>Fietje</strong>.<br />

„Das hat er mir nie erzählt!“, schimpfte <strong>Arti</strong> über se<strong>in</strong>en<br />

Bruder.<br />

„Aber wenigstens wissen wir jetzt, wie wir Lis von ihrem<br />

Spuk erlösen können!“, me<strong>in</strong>te <strong>Fietje</strong>.<br />

„Wie denn?“, wollte <strong>Arti</strong> wissen.<br />

<strong>Fietje</strong> rückte näher an se<strong>in</strong>en Fre<strong>und</strong> <strong>und</strong> begann ihm<br />

von se<strong>in</strong>em genialen Plan zu erzählen.


74<br />

RETTUNG IN LETZTER SEKUNDE<br />

75<br />

"Rettung <strong>in</strong><br />

letzter Sek<strong>und</strong>e"<br />

abseits<br />

34<br />

abseits =<br />

am Rand<br />

gelegen<br />

Kurze Zeit später flog <strong>Arti</strong> los, um die Wahrsager<strong>in</strong><br />

aufzusuchen, die Lis die Zukunft vorhergesagt hatte. Er<br />

entdeckte e<strong>in</strong>en mysteriös wirkenden Tisch, der etwas<br />

abseits vom Gedränge stand. Überall lagen Kräuter <strong>und</strong><br />

Pflanzen verteilt, die <strong>Arti</strong> nicht kannte.<br />

„Runter da, du Mistvieh!“, rief e<strong>in</strong>e ältere Dame mit rauer<br />

Stimme <strong>und</strong> scheuchte <strong>Arti</strong> mit e<strong>in</strong>em Tuch von ihrer<br />

Ware herunter.<br />

„Ich suche die Wahrsager<strong>in</strong>. Wo kann ich sie f<strong>in</strong>den?“,<br />

fragte <strong>Arti</strong>.<br />

„Sie steht vor dir!“, antwortete sie <strong>und</strong> lächelte wissend.<br />

„Bitte, Sie müssen Herr<strong>in</strong> Elisabeth sagen, dass sie sich<br />

<strong>in</strong> der Deutung ihrer Vorhersage irrt! Sie will ihre K<strong>in</strong>der<br />

vergiften lassen!“, flehte <strong>Arti</strong> die Wahrsager<strong>in</strong> an.<br />

„Sie will es heute noch tun! Bitte reden Sie mit ihr, auf Sie<br />

wird sie hören!“, bat <strong>Arti</strong> sie abermals.<br />

„Okay, du nimmst das hier“, sagte sie <strong>und</strong> gab <strong>Arti</strong> e<strong>in</strong><br />

Bündel e<strong>in</strong>er getrockneten Pflanze.<br />

„Das ist Omniakraut, bei Vollmond gepflückt. Es macht alle<br />

Gifte wirkungslos. Mische das den K<strong>in</strong>dern <strong>in</strong>s Tr<strong>in</strong>ken <strong>und</strong><br />

es wird ihnen nichts geschehen!“<br />

„Okay, das mache ich! Danke!“, verabschiedete sich <strong>Arti</strong><br />

<strong>und</strong> flog los.<br />

„Wirklich?“, schreckte die Dame auf.


76<br />

RETTUNG IN LETZTER SEKUNDE<br />

77<br />

<strong>Fietje</strong> war währenddessen <strong>in</strong> die Schlossküche geschlichen.<br />

wallend<br />

„Pssst, du da drüben!“, flüsterte <strong>Fietje</strong> <strong>und</strong> w<strong>in</strong>kte e<strong>in</strong>en Küchenjungen<br />

zu sich: „Soll ich für dich weiterarbeiten?“<br />

<strong>Die</strong> Augen des Jungen leuchteten: „Ja, das wäre nett, hier<br />

me<strong>in</strong>e Schürze!“<br />

„Danke!“, sagte <strong>Fietje</strong> <strong>und</strong> gr<strong>in</strong>ste.<br />

Er zog sich die Schürze an <strong>und</strong> betrat die Küche. E<strong>in</strong>e wallende<br />

Hitze schlug ihm entgegen. Bei den vielen Gerüchen, die <strong>in</strong><br />

der Luft schwirrten, f<strong>in</strong>g sofort se<strong>in</strong> Magen an zu knurren.<br />

35<br />

wallend =<br />

brodelnd<br />

„Hey, du da! Br<strong>in</strong>g das hier den K<strong>in</strong>dern der Herr<strong>in</strong>!“, befahl der<br />

Koch.<br />

„Oh, oh... Was soll ich machen, das Essen ist vergiftet! Hoffentlich<br />

hat <strong>Arti</strong> die Wahrsager<strong>in</strong> gef<strong>und</strong>en!“, murmelte <strong>Fietje</strong>.<br />

Er verließ die Küche <strong>und</strong> fröstelte. Als er zum Himmel blickte<br />

sah er, dass dieser sich bereits orange färbte. <strong>Die</strong> Zeit rann<br />

ihm durch die F<strong>in</strong>ger. Schnell eilte er unter dem Torbogen<br />

h<strong>in</strong>durch, bis zum Bergfried.


78<br />

RETTUNG IN LETZTER SEKUNDE<br />

79<br />

Er g<strong>in</strong>g die Wendeltreppe zum Bergfried hoch. Draußen, vor<br />

dem Fenster, saß <strong>Arti</strong>. <strong>Fietje</strong> stellte das Tablett auf den Boden<br />

<strong>und</strong> ließ se<strong>in</strong>en Fre<strong>und</strong> here<strong>in</strong>.<br />

„Ich habe die Wahrsager<strong>in</strong> gef<strong>und</strong>en! Sie ist gerade auf dem<br />

Weg zu Lis, um mit ihr zu reden!“, sagte <strong>Arti</strong> ganz außer Atem.<br />

Er zeigte <strong>Fietje</strong> das Gegengift. Sie gaben es blitzschnell <strong>in</strong> die<br />

Becher.<br />

„Dann br<strong>in</strong>gen wir es h<strong>in</strong>ter uns“,<br />

seufzte <strong>Fietje</strong>.<br />

Unter lautem Knarzen öffnete<br />

<strong>Fietje</strong> die Tür zum Zimmer der<br />

K<strong>in</strong>der <strong>und</strong> trat e<strong>in</strong>. Er reichte den<br />

beiden K<strong>in</strong>dern das Tr<strong>in</strong>ken. Beide<br />

tranken aus. Da stürmte Elisabeth<br />

<strong>in</strong> das kle<strong>in</strong>e Turmzimmer.<br />

Als sie ihre<br />

K<strong>in</strong>der tr<strong>in</strong>ken sah,<br />

schrie sie: „Ne<strong>in</strong>,<br />

was habe ich<br />

getan?!“<br />

Ne<strong>in</strong>, was<br />

habe ich<br />

getan?!<br />

<strong>Fietje</strong> nahm Lis bei der Hand <strong>und</strong> drängte sie aus dem Raum.<br />

„Lis! Wir haben e<strong>in</strong> Gegengift <strong>in</strong>s Tr<strong>in</strong>ken gemischt, die K<strong>in</strong>der<br />

werden nicht sterben!“, versicherte <strong>Fietje</strong> der aufgelösten Frau.<br />

„Woher habt ihr das gewusst? Und wer seid ihr überhaupt?<br />

Wie kann ich euch das jemals danken, habt ihr e<strong>in</strong>en Wunsch?“,<br />

fragte Lis, am Boden zerstört.<br />

<strong>Die</strong> Fre<strong>und</strong>e erzählten ihr die ganze Geschichte.<br />

„Bitte, pass auf dieses Buch auf, es ist sehr wertvoll!“, sagte<br />

<strong>Fietje</strong> zum Schluss <strong>und</strong> gab ihr das Buch „Zeitregeln für Zeitreisende“.<br />

„Danke!“, hauchte sie<br />

<strong>und</strong> g<strong>in</strong>g zu ihren<br />

K<strong>in</strong>dern zurück.<br />

bitte, pass auf<br />

dieses Buch auf,<br />

es ist sehr<br />

wertvoll!


80<br />

EIN ABENTEUER LIEGT IN DER LUFT<br />

81<br />

"E<strong>in</strong> Abenteuer liegt<br />

<strong>in</strong> der Luft"<br />

sich wieder <strong>in</strong> e<strong>in</strong>en strahlenden Wirbelsturm <strong>und</strong> verschwand<br />

<strong>in</strong> der Dunkelheit. <strong>Arti</strong> f<strong>in</strong>g an wild mit den Flügeln<br />

zu schlagen. Was hatte das jetzt wieder zu bedeuten?<br />

Ist das Buch der Zeitreisenden weggekommen?<br />

<strong>Fietje</strong> <strong>und</strong> <strong>Arti</strong> beeilten sich, denn die Zeit war fast um.<br />

Sie rannten durch den Innenhof, über die Zugbrücke <strong>und</strong><br />

drängten sich durch die Menschenmengen, bis h<strong>in</strong> zur<br />

großen Eiche. Genau noch rechtzeitig, denn schon spürten<br />

sie den Sog, der sie wieder <strong>in</strong>s Jahr 2016 beförderte.<br />

Leicht verwirrt standen sie wieder vor Lis.<br />

Als <strong>Fietje</strong> auf se<strong>in</strong> Handy sah, bemerkte er, dass nicht<br />

e<strong>in</strong>mal e<strong>in</strong>e M<strong>in</strong>ute vergangen war, seit sie <strong>in</strong> die Vergangenheit<br />

aufgebrochen waren.<br />

Auf e<strong>in</strong>mal verkrampfte sich Elisabeth <strong>und</strong> ihr Blick g<strong>in</strong>g<br />

starr durch sie h<strong>in</strong>durch. Mit seltsam erhobener Stimme<br />

begann sie zu sprechen:<br />

„<strong>Fietje</strong>! Wie f<strong>in</strong>gen die Verse an?“<br />

„Äh, ich glaube... Das Feuer hat fast alles verbrannt...“, er<strong>in</strong>nerte<br />

sich <strong>Fietje</strong>.<br />

„Wo e<strong>in</strong>st die alte Kirche stand!“, beendete <strong>Arti</strong> den Satz.<br />

„Das Feuer hat fast alles verbrannt,<br />

wo e<strong>in</strong>st die alte Kirche stand.<br />

Versteckt zwischen Kiesel <strong>und</strong> Ste<strong>in</strong>,<br />

wird das Buch der Zeitreisenden se<strong>in</strong>.<br />

Das Licht der Quelle wird euch leiten,<br />

zu den alt beschriebenen Seiten.“<br />

Als sie ihre Rätselverse beendet hatte, verwandelte sie


82<br />

EIN ABENTEUER LIEGT IN DER LUFT<br />

83<br />

„Vielleicht müssen wir auf den Vorderhof, wo die alte<br />

Eiche steht!“, schlussfolgerte <strong>Fietje</strong>. Also g<strong>in</strong>gen <strong>Fietje</strong> <strong>und</strong><br />

<strong>Arti</strong> dort h<strong>in</strong>.<br />

„Wie g<strong>in</strong>g es weiter?“, wollte <strong>Fietje</strong> wissen.<br />

„…zwischen Kiesel <strong>und</strong> Ste<strong>in</strong>, wird das Buch der Zeitreisenden<br />

se<strong>in</strong>!“, überlegte <strong>Arti</strong>.<br />

„Das kl<strong>in</strong>gt nach...“, begann <strong>Fietje</strong>.<br />

„...e<strong>in</strong>er Mauer!“, riefen die Fre<strong>und</strong>e wie aus e<strong>in</strong>em M<strong>und</strong>.<br />

„Das kann ja ewig dauern...“, seufzte <strong>Arti</strong>, dem klar wurde,<br />

dass sie e<strong>in</strong>e "Nadel im Heuhaufen" suchten.<br />

Sofort begann er die Mauer abzufliegen <strong>und</strong> besah sich<br />

jeden Ste<strong>in</strong> genau.<br />

„Warte mal! Es gab noch e<strong>in</strong>e Zeile!“, warf <strong>Fietje</strong> e<strong>in</strong>.<br />

„Das Licht der Quelle... Wird euch leiten... Zu den alt beschriebenen<br />

Seiten!“, brach es aus dem Jungen heraus.<br />

„Es ist e<strong>in</strong>fach zu dunkel hier“, nörgelte <strong>Arti</strong> <strong>und</strong> landete<br />

auf <strong>Fietje</strong>s Schulter.


84<br />

EIN ABENTEUER LIEGT IN DER LUFT<br />

85<br />

„Wie gut, dass ich e<strong>in</strong>e e<strong>in</strong>gebaute Taschenlampe im<br />

Handy habe.“<br />

<strong>Die</strong> beiden suchten die komplette Mauer ab. Da leuchtete<br />

ihnen plötzlich e<strong>in</strong> helles, rotes Licht entgegen. Es kam<br />

von e<strong>in</strong>em der Ste<strong>in</strong>e <strong>und</strong> leuchtete nur, wenn fremdes<br />

Licht darauf fiel. Als sie dichter kamen, entdeckten sie<br />

e<strong>in</strong>e e<strong>in</strong>gemeißelte Feder.<br />

<strong>Fietje</strong> zog den Ste<strong>in</strong> aus der Mauer, doch <strong>in</strong> dem Loch<br />

war nichts. Enttäuscht wollte der Junge den Ste<strong>in</strong> zurücksetzen,<br />

als er merkte, dass dieser auf der Rückseite<br />

offen war. Er drehte ihn um, da rutschte ihm auch<br />

schon e<strong>in</strong> Buch <strong>in</strong> den Schoß. In silbernen Lettern stand<br />

‚Zeitregeln für Zeitreisende’ darauf. Er zeigte es <strong>Arti</strong>,<br />

der auf se<strong>in</strong>er Schulter gelandet war.<br />

36<br />

Lettern =<br />

Buchstaben<br />

„Der Ste<strong>in</strong> sche<strong>in</strong>t locker zu sitzen!“<br />

Lettern


86<br />

EIN ABENTEUER LIEGT IN DER LUFT<br />

87<br />

„Der Buchrücken ist kaputt“, stellte <strong>Arti</strong> fest.<br />

<strong>Fietje</strong> seufzte <strong>und</strong> strich über das alte Leder. Als se<strong>in</strong><br />

F<strong>in</strong>ger den silbern funkelnden Ste<strong>in</strong> berührte, hörten sie<br />

e<strong>in</strong> Klicken. Der Buchrücken sprang auf. Das ganze Buch<br />

war e<strong>in</strong> Geheimfach. Dar<strong>in</strong> befand sich e<strong>in</strong>e Pergamentrolle.<br />

<strong>Fietje</strong> steckte die Karte zurück <strong>in</strong>s Buch <strong>und</strong> verstaute<br />

dieses sicher <strong>in</strong> se<strong>in</strong>er Tasche.<br />

„Aber diesmal hältst du dich an mir fest, <strong>Arti</strong>!“, mahnte<br />

er <strong>und</strong> drückte den neuen Knopf an se<strong>in</strong>em Skateboard.<br />

„Nach Bad Blankenburg!“<br />

„Zeig mal!“, forderte <strong>Arti</strong> se<strong>in</strong>en Fre<strong>und</strong> auf.<br />

<strong>Fietje</strong> entrollte das alte Papier, auf dem sich das Bild<br />

e<strong>in</strong>er Burg zeigte.<br />

„Das ist nicht das Oberschloss Kranichfeld“, stellte <strong>Fietje</strong><br />

fest.<br />

Über den Umrissen der Burg stand etwas <strong>in</strong> altdeutschen<br />

Buchstaben.<br />

Burg Greifenste<strong>in</strong> <strong>in</strong><br />

Bad Blankenburg<br />

37<br />

wittern =<br />

riechen,<br />

ahnen<br />

„Burg Greifenste<strong>in</strong> <strong>in</strong> Bad Blankenburg“, las <strong>Arti</strong> vor.<br />

„Dann müssen wir da h<strong>in</strong>!“, sagte <strong>Fietje</strong> entschlossen.<br />

Er witterte e<strong>in</strong> neues Abenteuer.<br />

nach bad<br />

blankenburg!<br />

wittern


88<br />

89<br />

mir gefällt<br />

die eiche! sie<br />

ist nicht nur<br />

groß, sondern<br />

auch sehr alt.<br />

ich mag me<strong>in</strong><br />

"denkmal".<br />

So er<strong>in</strong>nert man<br />

sich an me<strong>in</strong>e<br />

geschichte.<br />

ich f<strong>in</strong>de die<br />

ru<strong>in</strong>e geheimnisvoll.<br />

Sie<br />

er<strong>in</strong>nert mich<br />

an früher!<br />

boah, ist das<br />

hoch! der turm<br />

gefällt mir!<br />

Was gefällt dir an e<strong>in</strong>em Schloss oder e<strong>in</strong>er Burg?<br />

seht mal, der<br />

erker! er ist<br />

kunstvoll<br />

gestaltet <strong>und</strong><br />

e<strong>in</strong>fach schön!


90<br />

DAS GEHEIMNIS DER BURG GREIFENSTEIN<br />

"Das Geheimnis der Burg<br />

Greifenste<strong>in</strong>"<br />

91<br />

<strong>Fietje</strong> <strong>und</strong> <strong>Arti</strong> erreichten mit dem Skateboard den<br />

Bahnhof <strong>in</strong> Bad Blankenburg. Sie liefen vom Bahnhof zur<br />

Burg. Dabei kamen sie an der Stadthalle vorbei. Dort<br />

kauften sie sich e<strong>in</strong>e Karte, um den Weg zur Burg nicht<br />

zu verfehlen.<br />

Bad Blankenburg<br />

Kle<strong>in</strong>stadt im Landkreis<br />

Saalfeld-Rudolstadt <strong>in</strong><br />

Thür<strong>in</strong>gen<br />

Auch "Lavendelstadt" genannt<br />

Weitere Sehenswürdigkeiten:<br />

Wohnhaus von Friedrich Fröbel<br />

(Gründer des ersten K<strong>in</strong>dergartens)<br />

<strong>und</strong> Fröbelmuseum<br />

Langsam wurde es dämmrig <strong>und</strong> regnerisch, deshalb<br />

verkroch sich <strong>Arti</strong> im Skateboard. Der Weg nach oben<br />

war ste<strong>in</strong>ig, steil <strong>und</strong> voller Laub. Neben dem Weg gab es<br />

e<strong>in</strong>e Regenr<strong>in</strong>ne, <strong>in</strong> der sich schon viel Wasser angesammelt<br />

hatte.


92 DAS GEHEIMNIS DER BURG GREIFENSTEIN<br />

Detail<br />

93<br />

Durch se<strong>in</strong>e Nachtsichtbrille konnte <strong>Arti</strong> das gesamte<br />

Burggelände erkennen. Er flog über die Burg <strong>und</strong> sah,<br />

dass im Turm das Licht brannte. Er wurde aber sofort<br />

durch Bewegungen am anderen Ende der Burg abgelenkt.<br />

Als er genauer h<strong>in</strong>sah, entdeckte er viele Greifvögel.<br />

39<br />

Nachtsichtbrille<br />

=<br />

Brille für<br />

Dunkelheit oder<br />

Dämmerung<br />

„Das muss e<strong>in</strong>e Falknerei se<strong>in</strong>!“, dachte er sich.<br />

Wie die Burg zu ihrem Namen kam<br />

Laut e<strong>in</strong>er Sage ist die Burg nach<br />

e<strong>in</strong>em Greifvogel benannt, der e<strong>in</strong>em<br />

Grafen von Käfernburg gehörte. Während<br />

e<strong>in</strong>er Jagd <strong>in</strong> den Kesselbergen verschwand<br />

das Tier. Nach tagelanger Suche<br />

wurde der Vogel auf e<strong>in</strong>em Ste<strong>in</strong>, der auf<br />

e<strong>in</strong>em hohen Berg lag, gef<strong>und</strong>en. Der Graf<br />

war bee<strong>in</strong>druckt von der Aussicht <strong>und</strong><br />

beschloss, dort se<strong>in</strong>e Burg zu bauen.<br />

Nachtsichtbrille<br />

Falknerei<br />

40<br />

Falknerei =<br />

Pflege <strong>und</strong><br />

Abrichten<br />

von Greifvögeln<br />

38<br />

Detail =<br />

Teilstück<br />

Als <strong>Fietje</strong> <strong>und</strong> <strong>Arti</strong> das Tor der Burg Greifenste<strong>in</strong> erreichten,<br />

war es bereits dunkel geworden. Es war neblig <strong>und</strong><br />

kalt. <strong>Fietje</strong> holte <strong>Arti</strong> aus dem Skateboard heraus. Sie<br />

wollten sich die Schatzkarte noch e<strong>in</strong>mal ansehen. Das<br />

Skateboard leuchtete hell auf. Dadurch konnten sie die<br />

Details gut erkennen. Sie stellten fest, dass der Schatz<br />

im Turm se<strong>in</strong> musste. Zuerst schickte <strong>Fietje</strong> <strong>Arti</strong> auf<br />

Erk<strong>und</strong>ungsflug.<br />

Adler & Falkenhof auf Burg Greifenste<strong>in</strong><br />

Zuchtprogramme <strong>und</strong> Auswilderung<br />

verletzter Greifvögel<br />

Flugvorführungen mit Informationen über die<br />

Geschichte der Falknerei, die Ausbildung zum Falkner<br />

<strong>und</strong> die Lebensweise der Greifvögel


94<br />

Greifvögel<br />

95<br />

Nachtaktive Eulen<br />

Waldkauz<br />

Verbreitung: Europa bis nach Westsibirien<br />

<strong>und</strong> Iran, Südostasien<br />

Lebensraum: Laub- <strong>und</strong> Mischwälder, Alleen,<br />

Parkanlagen, Gärten<br />

Kennzeichen: ca. 40 cm groß, 105 cm Flügelspannweite,<br />

großer r<strong>und</strong>er Kopf mit braunschwarzen<br />

Augen, heller Gesichtsschleier, r<strong>in</strong>denähnliche<br />

Gefiederfärbung, kann bis zu 15 Jahre alt<br />

werden<br />

Nahrung: Vögel, Kle<strong>in</strong>säuger, Mäuse, Regenwürmer<br />

Brutzeit: April bis Juni<br />

Tagaktive Habichtartige<br />

Rotschwanzbussard<br />

Verbreitung: Nord- <strong>und</strong> Mittelamerika, von Alaska bis auf die Bahamas,<br />

Karibik<br />

Lebensraum: Wüsten, Gebirge, Wälder, offene Gebiete<br />

Kennzeichen: dunkelbraune Oberseite des Gefieders, dunkelbraune Flecken auf der<br />

weißen bis hellbraun gemusterten Unterseite, Oberkopf <strong>und</strong> Nacken s<strong>in</strong>d braun<br />

gefiedert, rostbrauner Schwanz, 48-63 cm groß, 110-135 cm Flügelspannweite<br />

Nahrung: Säugetiere (kle<strong>in</strong>e Nagetiere), Vögel, Insekten, Schlangen, Reptilien<br />

Sibirischer Uhu<br />

Brutzeit: April bis Mai<br />

Verbreitung: paläarktische Region im Osten<br />

Russlands <strong>und</strong> Sibirien<br />

Lebensraum: offene <strong>und</strong> bewaldete Gebiete, felsige<br />

Hänge, Ste<strong>in</strong>brüche, offene Steppen, Mittelgebirge,<br />

mittlere Lagen der Hochgebirge<br />

Kennzeichen: weltweit größte Eulenart, Männchen:<br />

68 cm groß, Flügelspannweite: 160 cm, Weibchen: 75<br />

cm groß, Flügelspannweite: ca. 170 cm, kann se<strong>in</strong>en<br />

Kopf bis zu 270 Grad drehen, große Augen mit orange<br />

gefärbten Pupillen, Gefieder überwiegend graubraun<br />

gefärbt <strong>und</strong> mit dunkler Bänderung versehen, kann<br />

bis zu 50 Jahre alt werden, nachtaktiver Jäger<br />

Nahrung: Kle<strong>in</strong>säuger <strong>und</strong> Vögel<br />

Brutzeit: März<br />

Raubadler<br />

Verbreitung: Indien, vom Schwarzen Meer bis zur<br />

Mandschurei, Ukra<strong>in</strong>e, nördlich des Kaspischen Meeres<br />

Lebensraum: offene Ebenen, Steppen <strong>und</strong> Savannen<br />

Kennzeichen: dunkelbraunes Federkleid, 75-80 cm groß, 175-<br />

210 cm Flügelspannweite; wenig aktiv, hält auf dem Boden<br />

oder auf mittel hohen Bäumen nach se<strong>in</strong>er Beute Ausschau<br />

Nahrung: kle<strong>in</strong>e bis mittelgroße Säugetiere, Hühnervögel<br />

Brutzeit: Mitte April bis Anfang Mai


96<br />

DAS GEHEIMNIS DER BURG GREIFENSTEIN<br />

97<br />

41<br />

putzmunter =<br />

hellwach,<br />

bester Laune<br />

Alle Vögel schliefen, außer dem Uhu. Er war putzmunter<br />

<strong>und</strong> flog <strong>in</strong> der Voliere herum. <strong>Arti</strong> flog näher<br />

<strong>und</strong> schaute auf e<strong>in</strong>em Schild nach dem Namen des Vo-<br />

Bubu sagte: „Ich weiß nur, dass es <strong>in</strong> den alten Mauern<br />

e<strong>in</strong> Geheimnis gibt. Flieg <strong>in</strong> Richtung des Palas, dann wirst<br />

du es entdecken.“<br />

42<br />

Palas =<br />

Saal <strong>in</strong><br />

e<strong>in</strong>er Burg<br />

gels: die Uhu-Dame hieß Bubu. <strong>Arti</strong> Sprach Bubu an:<br />

„Hallo Bubu.“<br />

<strong>Arti</strong>s Neugier war geweckt. Er flog <strong>in</strong> die angegebene<br />

Richtung <strong>und</strong> fand e<strong>in</strong>e halb geöffnete Tür im Gemäuer.<br />

Bubu antwortete: „Wer bist du denn?“<br />

<strong>Arti</strong> erwiderte: „Ich b<strong>in</strong> <strong>Arti</strong>, der König von Wort-Reich.<br />

Wir suchen e<strong>in</strong>en Schatz, der im Burggelände se<strong>in</strong> soll,<br />

Palas<br />

weißt du etwas darüber?"<br />

putzmunter<br />

ich weiß nur,<br />

dass es <strong>in</strong> den alten<br />

Mauern e<strong>in</strong><br />

geheimnis gibt ...<br />

Der sibirische Uhu Bubu<br />

<strong>Die</strong> Uhu-Dame Bubu,<br />

die <strong>in</strong> der Falknerei<br />

lebt, ist auch bekannt als<br />

Fernsehstar aus der Sendung<br />

"KIKA Baumhaus" im K<strong>in</strong>derkanal.


98<br />

DAS BILD DER PAPAGEIENDAME<br />

99<br />

"Das Bild der<br />

Papageiendame"<br />

43<br />

aufrappeln =<br />

mühsam<br />

aufstehen<br />

44<br />

realisieren =<br />

verwirklichen<br />

feststellen<br />

Neugierig schlüpfte er durch die Tür <strong>und</strong> blickte <strong>in</strong> e<strong>in</strong>en<br />

tief schwarzen Raum. <strong>Arti</strong> wollte sich gerade vorantasten,<br />

übersah aber <strong>in</strong> der Dunkelheit e<strong>in</strong>e steile Wendeltreppe<br />

<strong>und</strong> stürzte h<strong>in</strong>ab. Völlig verstört kam er unten<br />

an, rappelte sich auf <strong>und</strong> blickte sich um. Erst jetzt<br />

realisierte er, dass er <strong>in</strong> e<strong>in</strong>em Keller gelandet war. Es<br />

war ziemlich verstaubt <strong>und</strong> dreckig. E<strong>in</strong> Spiegel <strong>und</strong> e<strong>in</strong><br />

alter Sessel standen hier herum. Aber ganz besonders<br />

fiel <strong>Arti</strong> e<strong>in</strong> Bild <strong>in</strong>s Auge. Er g<strong>in</strong>g näher heran <strong>und</strong> betrachtete<br />

es.<br />

realisieren<br />

HOnka<br />

Honka!<br />

majestätisch<br />

Das Bild zeigte e<strong>in</strong>en Graupapagei, aber ke<strong>in</strong>en normalen,<br />

sondern e<strong>in</strong>en Wort-<strong>Arti</strong>sten, wie er e<strong>in</strong>er war. <strong>Arti</strong><br />

schaute ihn an <strong>und</strong> suchte e<strong>in</strong>en se<strong>in</strong>er Zaubersprüche<br />

aus se<strong>in</strong>en Federn heraus. Er entschied sich für "Honka<br />

Honka", woraufh<strong>in</strong> e<strong>in</strong>e majestätische Papageiendame<br />

aus dem Bild stieg <strong>und</strong> vor ihm stand.<br />

<strong>Arti</strong> fragte: „Wie heißt du?“<br />

aufrappeln<br />

„Arana <strong>und</strong> wer bist du?", antwortete die Papageiendame.<br />

„Ich b<strong>in</strong> <strong>Arti</strong>, <strong>und</strong> e<strong>in</strong> Wort-<strong>Arti</strong>st wie du“, entgegnete<br />

<strong>Arti</strong>.<br />

Arana fragte: „Wie hast du mich gef<strong>und</strong>en?"<br />

<strong>Arti</strong> antwortete: „Ich b<strong>in</strong> durch Zufall <strong>in</strong> diesen Keller geraten,<br />

fand das Bild <strong>und</strong> beschwor es mit „Honka Honka".<br />

45<br />

majestätisch =<br />

würdevoll,<br />

wie e<strong>in</strong> König


Ab 1821: erste Erhaltungsarbeiten<br />

Erhaltung der Burganlage, ab 1990<br />

100<br />

ARANA DER DRACHE<br />

46<br />

plappern =<br />

viel <strong>und</strong><br />

schnell<br />

sprechen<br />

47<br />

Gefieder =<br />

Federkleid<br />

48<br />

Portal =<br />

Tor, Zugang<br />

plappern<br />

Arana war erstaunt: „Woher kanntest du den Spruch?"<br />

<strong>Arti</strong> plapperte: „Oh, ich habe viele Zauberwörter <strong>in</strong> me<strong>in</strong>em<br />

Gefieder <strong>und</strong> wusste auch sofort das Richtige. Aber<br />

woher kommst du <strong>und</strong> was machst du hier?“<br />

Arana erzählte: „Ich komme aus e<strong>in</strong>em weit entfernten<br />

Zauberwald, der seit Jahrtausenden existiert, aber nur<br />

über e<strong>in</strong> Portal erreichbar ist. Und hier hüte ich den alten<br />

Schatz der Wort-<strong>Arti</strong>sten <strong>und</strong> wache über die Burg."<br />

Damit verschwand sie <strong>in</strong> der Dunkelheit.<br />

"Arana, der Drache"<br />

<strong>Arti</strong> wollte <strong>Fietje</strong> nicht noch länger warten lassen <strong>und</strong><br />

verließ den Keller wieder. Er flog zurück zum Tor, wo<br />

<strong>Fietje</strong> auf ihn wartete. Von oben betrachtete <strong>Arti</strong> nun<br />

genauer das E<strong>in</strong>gangstor.<br />

„Guck mal, das schöne Tor! Wie alt ist das wohl?", fragte<br />

er.<br />

„Genauso alt wie die ganze Burg, nämlich 808 Jahre",<br />

me<strong>in</strong>te <strong>Fietje</strong>.<br />

„Woher weißt du das?“, fragte <strong>Arti</strong>.<br />

<strong>Fietje</strong> sagte: „Das hat mir me<strong>in</strong> Skateboard gezeigt.“<br />

101<br />

Gefieder<br />

woher<br />

kanntest du<br />

das Wort?<br />

Zur Geschichte der Burg<br />

1208 erstmals urk<strong>und</strong>lich<br />

Portal<br />

erwähnt<br />

1304-1349 Wohnsitz von Günther XXI.<br />

von Schwarzburg-Blankenburg<br />

16.-19. Jahrh<strong>und</strong>ert: Verfall der<br />

Burganlage<br />

1965 Gründung des "Fre<strong>und</strong>eskreis<br />

Burgru<strong>in</strong>e Greifenste<strong>in</strong>“ zur<br />

umbenannt <strong>in</strong> "Vere<strong>in</strong> Greifenste<strong>in</strong>-<br />

Fre<strong>und</strong>e e. V."


102<br />

ARANA, DER DRACHE<br />

103<br />

<strong>Die</strong> beiden liefen den Weg h<strong>in</strong>auf. <strong>Fietje</strong> bemerkte, dass sie<br />

„Warte“, gab <strong>Arti</strong> zurück, „ich fliege hoch<br />

Palas<br />

49<br />

Jackett =<br />

Jacke für<br />

Männer<br />

von jemandem verfolgt wurden.<br />

“<strong>Arti</strong>!“, rief er, „sei mal ganz leise! Ich glaube, wir werden<br />

verfolgt. Siehst du den schwarzen Hut <strong>und</strong> das graue<br />

Jackett?“<br />

„Ja!“, sagte <strong>Arti</strong>.<br />

„Das s<strong>in</strong>d Herr Ke<strong>in</strong>wort <strong>und</strong> Mister M<strong>und</strong>zu“, flüsterte <strong>Fietje</strong><br />

auf den Palas, dann sehen sie mich nicht.“<br />

Als <strong>Arti</strong> oben war, rief er <strong>Fietje</strong> zu:<br />

„Ja, ich sehe sie. Das s<strong>in</strong>d sie.“<br />

<strong>Fietje</strong> daraufh<strong>in</strong>: „Komm da schnell wieder<br />

runter! Du nach l<strong>in</strong>ks, ich nach rechts, so<br />

können wir sie vielleicht ablenken.“<br />

Hauptgebäude<br />

der Burg<br />

Erdgeschoss:<br />

Burgschänke <strong>und</strong><br />

Vere<strong>in</strong>s-zimmer der<br />

Greifenste<strong>in</strong>Fre<strong>und</strong>e<br />

Obergeschoss:<br />

Ausstellung über die<br />

Burggeschichte <strong>und</strong><br />

Informationen über die<br />

Sage vom Blankenburger<br />

Esel, Jagdzimmer <strong>und</strong><br />

Festsaal<br />

ängstlich.<br />

Burgschänke<br />

Jackett<br />

ich glaube,<br />

wir werden<br />

verfolgt ...<br />

ausstellung<br />

ja!


104<br />

ARANA, DER DRACHE<br />

105<br />

Nach e<strong>in</strong>er Weile schaute <strong>Arti</strong> sich um <strong>und</strong> bemerkte, dass<br />

<strong>Fietje</strong> verschw<strong>und</strong>en war.<br />

„<strong>Fietje</strong>ee!!!“, schrie er. „Oh ne<strong>in</strong>, er ist weg!“<br />

Er musste ihn schnell wiederf<strong>in</strong>den. Da fiel ihm e<strong>in</strong>, dass er<br />

Arana zu Hilfe holen könnte. Schließlich kannte sie sich auf<br />

der Burg aus.<br />

„A R A N A, Arana! “, rief <strong>Arti</strong> nun.<br />

Bösewicht<br />

<strong>Fietje</strong> hatte sich <strong>in</strong> der Zwischenzeit im Palas versteckt.<br />

Dort entdeckte er e<strong>in</strong>en festlichen Raum mit vielen alten<br />

Gegenständen. Besonders fasz<strong>in</strong>ierten ihn die vielen<br />

Schwerter, die an der Wand h<strong>in</strong>gen. Er begann, den Raum<br />

langsam zu erk<strong>und</strong>en.<br />

Arana kam zum Glück sofort angeflogen <strong>und</strong> fragte:<br />

„<strong>Arti</strong>, was ist denn los“?<br />

<strong>Arti</strong> schilderte Arana hektisch: „Du musst mir helfen. Ich<br />

habe me<strong>in</strong>en besten Fre<strong>und</strong> <strong>Fietje</strong> verloren. Wir werden von<br />

Herrn Ke<strong>in</strong>wort <strong>und</strong> Mister M<strong>und</strong>zu verfolgt. Das s<strong>in</strong>d zwei<br />

Bösewichte aus dem Sprachlos-Land!“<br />

50<br />

Bösewicht =<br />

Verbrecher,<br />

<strong>Die</strong>b,<br />

böser Mensch<br />

Arana schien sofort zu begreifen, wovon er sprach.<br />

„Ja, ich habe die beiden beobachtet. Sie s<strong>in</strong>d euch nachgelaufen“,<br />

sagte sie.<br />

Arana hatte e<strong>in</strong>e Idee: „Na komm, wir fliegen los. Du suchst<br />

<strong>Fietje</strong> <strong>und</strong> ich vertreibe die Männer.“<br />

Auf der Stelle verwandelte sie sich <strong>in</strong> e<strong>in</strong>en Drachen <strong>und</strong><br />

jagte die Bösewichte fauchend vor sich her.


106<br />

ARANA, DER DRACHE<br />

107<br />

Doch als er sich umdrehte, um sich die andere Seite des<br />

Raums anzusehen, bekam er e<strong>in</strong>en riesigen Schreck. Neben<br />

dem Fenster schwebte e<strong>in</strong> Geist! Panisch versuchte er<br />

wegzurennen. Aber das schaffte er nicht, denn er blieb mit<br />

se<strong>in</strong>em an e<strong>in</strong>em der Schwerter hängen. Als er versuchte,<br />

sich loszureißen, erkannte er, dass der Geist an der Wand<br />

nur e<strong>in</strong>e Puppe war.<br />

über dem Burghof h<strong>in</strong> <strong>und</strong> her. Nach e<strong>in</strong>er Weile sah er,<br />

wie jemand aus dem Palas stolperte. An dem Skateboard<br />

erkannte er, dass es <strong>Fietje</strong> war. <strong>Arti</strong> erschrak, weil se<strong>in</strong><br />

T-Shirt zerrissen war.<br />

Er rief Arana zu: „Ich habe <strong>Fietje</strong> gef<strong>und</strong>en! Ich fliege zu<br />

ihm. Versuch du, die Bösewichte zu vertreiben!"<br />

„Was b<strong>in</strong> ich nur für e<strong>in</strong> Tollpatsch!“,<br />

sagte er leise zu sich selbst.<br />

Zu <strong>Fietje</strong> gewandt fragte er dann: „Was ist mit dir passiert?“<br />

<strong>Arti</strong> war immer noch auf der<br />

Suche nach <strong>Fietje</strong>. Er flog hektisch<br />

Geister auf Burg Greifenste<strong>in</strong><br />

Es gibt verschiedene Sagen, nach<br />

denen es Geister auf der Burg<br />

Greifenste<strong>in</strong> geben soll. <strong>Die</strong> bekannteste<br />

Sage bezieht sich auf den Geist des Arztes<br />

Freidank, Leibarzt des Königs Günther XXI.<br />

Der Arzt soll den König vergiftet haben<br />

<strong>und</strong> nun durch die alten Gemäuer spuken,<br />

wo er um Vergebung se<strong>in</strong>er Sünden bittet.


108<br />

ARANA, DER DRACHE<br />

109<br />

Noch bevor <strong>Fietje</strong> die Frage beantworten konnte, sah er<br />

e<strong>in</strong>en wütenden Drachen auf den Turm zufliegen. <strong>Arti</strong><br />

erklärte <strong>Fietje</strong>: „Siehst du den Drache, der um die Spitze<br />

des Turms fliegt? Das ist Arana. Sie hilft uns, die beiden<br />

Ganoven loszuwerden. Wir müssen sie e<strong>in</strong>fangen<br />

<strong>und</strong> beruhigen.“ <strong>Fietje</strong> schwang sich daraufh<strong>in</strong> auf se<strong>in</strong><br />

Skateboard. Beim Hochfliegen rutschte er ab <strong>und</strong> holte<br />

sich e<strong>in</strong>en blauen Fleck. Plötzlich flog der Drache auf die<br />

beiden zu. Arana fauchte voller Wut. <strong>Arti</strong> flog ihr <strong>in</strong> den<br />

Weg <strong>und</strong> beschwor sie, sich zurückzuverwandeln.<br />

Als das getan war, schaute <strong>Fietje</strong> sie verblüfft an <strong>und</strong><br />

sagte: „Hey, du bist ja auch e<strong>in</strong> Papagei, wie <strong>Arti</strong>! Ich b<strong>in</strong><br />

übrigens <strong>Fietje</strong>. Wieso kannst du dich <strong>in</strong> e<strong>in</strong>en Drachen<br />

verwandeln?"<br />

"Das ist me<strong>in</strong> Geheimnis", sagte Arana. „Ich b<strong>in</strong> die Hüter<strong>in</strong><br />

des Schatzes von Burg Greifenste<strong>in</strong>. Dafür muss<br />

man so e<strong>in</strong>iges können."


110<br />

ARANA, DER DRACHE<br />

51<br />

stolpern =<br />

aus dem<br />

Gleichgewicht<br />

kommen<br />

<strong>Die</strong> Bösewichte stolperten<br />

beim Fliehen über e<strong>in</strong>e Mauer<br />

<strong>und</strong> stürzten daraufh<strong>in</strong> <strong>in</strong> den<br />

Burgbrunnen. Dabei hatte Arana<br />

ke<strong>in</strong> gutes Gefühl, denn von<br />

dem Brunnen aus gibt es e<strong>in</strong>en<br />

geheimen Gang zur Zisterne, die<br />

sich auf dem Burghof bef<strong>in</strong>det.<br />

stolpern<br />

52<br />

Zisterne =<br />

Sammelbehälter<br />

für<br />

Nutzwasser<br />

<strong>Die</strong> drei begaben sich nun<br />

schnell zum Turm. Sie mussten<br />

unbed<strong>in</strong>gt vor Ke<strong>in</strong>wort <strong>und</strong><br />

M<strong>und</strong>zu <strong>in</strong> der Turmspitze se<strong>in</strong>,<br />

um zu verh<strong>in</strong>dern, dass die beiden<br />

den Schatz fanden.<br />

Zisterne


112<br />

FLUCHT VOR KEINWORT UND MUNDZU<br />

53<br />

verharren =<br />

am Platz<br />

bleiben<br />

54<br />

telepathisch =<br />

durch<br />

Gedankenübertragung<br />

"Flucht vor Ke<strong>in</strong>wort<br />

& M<strong>und</strong>zu "<br />

Im Turm hörte man seltsame Geräusche. Das Skateboard<br />

leuchtete kurz <strong>und</strong> dann sahen sie Federn h<strong>in</strong>unterfallen.<br />

<strong>Fietje</strong>, <strong>Arti</strong> <strong>und</strong> Arana flogen die Stufen des Turmes h<strong>in</strong>auf.<br />

Zum Glück hatte <strong>Fietje</strong> se<strong>in</strong> Skateboard.<br />

Plötzlich verharrte Arana <strong>und</strong> schaute erstarrt <strong>und</strong> ängstlich<br />

nach h<strong>in</strong>ten. Sie hatte telepathisch e<strong>in</strong>e Nachricht aus der<br />

Falknerei bekommen. <strong>Die</strong> Falken hatten während der Flugshow<br />

beobachtet, dass Ke<strong>in</strong>wort <strong>und</strong><br />

M<strong>und</strong>zu aus der Zisterne geklettert<br />

<strong>und</strong> auf dem Weg zum<br />

Turm waren. Also doch!<br />

verharren<br />

Arana sagte: „Wir müssen hier weg, los nach oben!“ Sie<br />

schickte e<strong>in</strong>e Nachricht an die Falken, dass sie angreifen sollen,<br />

wenn sie e<strong>in</strong> Zeichen gab. Sie bewegten sich weiter nach<br />

oben. Unter <strong>Fietje</strong>s Schritten bröckelte e<strong>in</strong> Stück Stufe <strong>und</strong><br />

traf Arana am Flügel.<br />

Arana wollte hochfliegen, aber das klappte nicht. Sie fiel<br />

e<strong>in</strong> ganzes Stück den Turm h<strong>in</strong>ab, doch <strong>Arti</strong> schnappte<br />

sich Arana vorsichtig mit se<strong>in</strong>en Krallen. Sie konnte nun<br />

weder fliegen, noch laufen. <strong>Arti</strong> flog nach oben zu <strong>Fietje</strong>,<br />

der Arana auf se<strong>in</strong>e Schulter setzte. Sie nannte ihnen<br />

den Weg zu e<strong>in</strong>em Geheimgang.<br />

Zisterne<br />

bröckeln<br />

113<br />

55<br />

bröckeln =<br />

<strong>in</strong> kle<strong>in</strong>e<br />

Stücken<br />

zerfallen<br />

56<br />

schnappen =<br />

greifen,<br />

fangen<br />

schnappen<br />

Turm<br />

R<strong>und</strong>er Schacht auf dem<br />

Burghof<br />

von Ste<strong>in</strong>en viereckig umrandet<br />

Turmspitze ist<br />

409,5 m über NN<br />

<strong>Die</strong>nt auch als Aussichtspunkt<br />

im Jahre 1800 e<strong>in</strong>gestürzt<br />

1927-1928 wieder aufgebaut<br />

Ehrenmal für die im<br />

ersten Weltkrieg<br />

gefallenen Turnerschaftler<br />

des Vertreter-<br />

Conventes (V. C.)<br />

telepathisch<br />

Von den Greifenste<strong>in</strong>-Fre<strong>und</strong>en bis auf<br />

13 m Tiefe wieder freigelegt<br />

F<strong>in</strong>g von den umliegenden Dächern<br />

herunterlaufendes Regenwasser auf<br />

Vermutlich mit dem Burgbrunnen<br />

verb<strong>und</strong>en


114<br />

DAS MEDAILLON<br />

"Das Medaillon"<br />

115<br />

In der Spitze des Turmes gab es e<strong>in</strong>e kle<strong>in</strong>e breite Tür, die<br />

verriegelt war.<br />

„Schnell!", murmelte <strong>Fietje</strong>.<br />

Herr Ke<strong>in</strong>wort <strong>und</strong> Mister M<strong>und</strong>zu kamen immer näher, die<br />

Schritte auf den Stufen wurden immer lauter. <strong>Fietje</strong>, <strong>Arti</strong><br />

<strong>und</strong> Arana rückten nah ane<strong>in</strong>ander <strong>und</strong> hofften, dass die<br />

beiden an der Tür vorübergehen würden. <strong>Die</strong> drei gaben<br />

ke<strong>in</strong>en Mucks von sich… Jetzt sahen sie jemanden vor der<br />

Tür stehen.<br />

Oh ne<strong>in</strong>, wenn es die beiden Bösewichte tatsächlich<br />

schafften h<strong>in</strong>e<strong>in</strong>zukommen, waren <strong>Arti</strong> <strong>und</strong> Arana <strong>in</strong><br />

großer Gefahr. Arana hockte sich auf e<strong>in</strong>en kle<strong>in</strong>en Tisch,<br />

auf dessen Rand e<strong>in</strong>e große Kiste stand. Sie lehnte sich<br />

an die Kiste. Doch plötzlich rutschte Arana ab, die Kiste<br />

schwankte <strong>und</strong> beide fielen auf den Boden. Bevor die<br />

Kiste Arana traf, rollte sie sich zur Seite.<br />

„Puh das war knapp!“, murmelte sie. Mit e<strong>in</strong>em besorgten<br />

Blick kam <strong>Arti</strong> näher.<br />

„<strong>Die</strong> Kiste hat mich nicht erwischt. Aber seit mich der<br />

Ste<strong>in</strong> vorh<strong>in</strong> getroffen hat, kann ich me<strong>in</strong>en Flügel nicht<br />

mehr bewegen. Und wenn ich verletzt b<strong>in</strong>, kann ich mich<br />

nicht mehr <strong>in</strong> e<strong>in</strong>en Drachen verwandeln. Das muss ich<br />

aber, damit wir die Tür öffnen können", sagte sie verzweifelt.


116<br />

DAS MEDAILLON<br />

117<br />

„Seht mal ihr beiden, die Wand öffnet sich. Das ist unsere<br />

Rettung, los kommt, bevor M<strong>und</strong>zu <strong>und</strong> Ke<strong>in</strong>wort die Tür<br />

aufbrechen", flüsterte <strong>Fietje</strong>.<br />

Nachdem die drei schnell durch den Spalt <strong>in</strong> der Wand<br />

gegangen waren, schloss er sich wieder. In dem langen<br />

schmalen Gang dah<strong>in</strong>ter gab es zum Glück brennende<br />

Fackeln. Schon bald waren sie wieder an der frischen<br />

Luft.<br />

„Glück gehabt", keuchte <strong>Fietje</strong>, der als Erster rausgekommen<br />

war. Arana kam als Letzte: Sie trug e<strong>in</strong>e kle<strong>in</strong>e Kiste<br />

im Schnabel, die mit geheimnisvollen Mustern versehen<br />

war.<br />

„Als die große Kiste runtergefallen ist, habe ich etwas<br />

merkwürdig leuchten sehen. <strong>Die</strong>ses Kästchen ist mir<br />

aufgefallen, weil es das typische Muster von Wort-Reich<br />

hat", erzählte sie.


118<br />

DAS MEDAILLON<br />

vergilbt<br />

119<br />

„<strong>Fietje</strong>, vielleicht ist das der Schatz von Wort-Reich. Schau<br />

mal auf die Schatzkarte!", sagte <strong>Arti</strong> aufgeregt.<br />

Gespannt sahen sie auf das Pergament. Das rote Kreuz war<br />

dort, wo das Turmzimmer lag.<br />

„Hey, das könnte wirklich der Schatz se<strong>in</strong>!", freute sich <strong>Fietje</strong>.<br />

57<br />

Strudel =<br />

schnelle<br />

Drehbewegung,<br />

die meist zu<br />

e<strong>in</strong>em Mittelpunkt<br />

h<strong>in</strong><br />

nach unten zieht<br />

58<br />

Siegel =<br />

Verschluss<br />

aus Wachs<br />

59<br />

vergilbt =<br />

die Farbe<br />

verloren,<br />

blass (gelb)<br />

geworden<br />

„Los, lasst uns das Kästchen aufmachen!" <strong>Arti</strong> war ganz<br />

ungeduldig.<br />

<strong>Fietje</strong> kniete sich h<strong>in</strong>, öffnete das Kästchen ganz behutsam.<br />

Er fand dar<strong>in</strong> e<strong>in</strong> Medaillon <strong>und</strong> e<strong>in</strong>en Brief, der sehr alt<br />

aussah. Auf dem Medaillon waren bunte Federn <strong>in</strong> e<strong>in</strong>em<br />

Strudel von Wörtern abgebildet, außerdem schien sich der<br />

Strudel zu bewegen. Der Brief war mit e<strong>in</strong>em Siegel mit<br />

Federsymbol verschlossen. Das Papier war e<strong>in</strong> bisschen<br />

vergilbt, aber sonst schien er nicht beschädigt zu se<strong>in</strong>. <strong>Fietje</strong><br />

wollte den Brief laut vorlesen. Er öffnete das Siegel.<br />

„Huch, der ist ja <strong>in</strong> e<strong>in</strong>er komischen Schrift geschrieben."<br />

„Das ist die Sprache der Wort-Hüter. <strong>Die</strong>se Sprache können<br />

nur jene lesen, die zu Wort-Reich gehören oder diejenigen,<br />

die e<strong>in</strong>e besondere Feder von ihnen freiwillig bekommen<br />

haben", sagte Arana.<br />

Siegel<br />

Strudel


120<br />

DAS MEDAILLON<br />

121<br />

<strong>Die</strong> beiden Papageien flüsterten aufgeregt mite<strong>in</strong>ander,<br />

dann wandten sie sich <strong>Fietje</strong> zu:<br />

„<strong>Die</strong> oberste Regel besagt, dass wir niemals Menschen die<br />

Sprache der Wort-Hüter lehren dürfen. Aber du hast uns<br />

immer wieder geholfen, dass uns die Sprachlos-Leute nicht<br />

schon längst alle Federn ausgerupft haben. Deshalb beschlossen<br />

wir, dir so e<strong>in</strong>e besondere Feder zu überreichen."<br />

Arana gab <strong>Fietje</strong> e<strong>in</strong>e Feder, die sehr tief <strong>in</strong> ihrem Gefieder<br />

verborgen war. Kaum hatte <strong>Fietje</strong> diese <strong>in</strong> der Hand, verwandelte<br />

sie sich <strong>in</strong> e<strong>in</strong>e blau leuchtende Kugel, die blitzschnell<br />

<strong>in</strong> se<strong>in</strong>en Hals schwirrte.<br />

„Nun ergeben die Symbole auf dem Brief für mich e<strong>in</strong>en<br />

S<strong>in</strong>n", rief <strong>und</strong> er las:<br />

„Wow, was für e<strong>in</strong>e Ehre", bedankte sich <strong>Fietje</strong>.<br />

wow,<br />

was für<br />

e<strong>in</strong>e ehre!


122<br />

DAS MEDAILLON<br />

123<br />

„Das gesamte Wissen von Wort-Reich", hauchte <strong>Fietje</strong>.<br />

„Wir sollten weitergehen. M<strong>und</strong>zu <strong>und</strong> Ke<strong>in</strong>wort s<strong>in</strong>d immer<br />

noch irgendwo hier. Das mit dem Medaillon sollten wir woanders<br />

ausprobieren", sagte Arana.<br />

„Wo genau s<strong>in</strong>d wir eigentlich?", fragte <strong>Arti</strong>. <strong>Fietje</strong> holte die<br />

Karte aus dem Rucksack. „Wir müssten bei der Ru<strong>in</strong>e der<br />

alten Burgkapelle herausgekommen se<strong>in</strong>."<br />

<strong>Die</strong> drei Fre<strong>und</strong>e liefen zum Burgtor. Kurz bevor sie dort<br />

ankamen, hörten sie e<strong>in</strong>en lauten Knall. Ruckartig drehten<br />

sie sich zu dem Geräusch um.<br />

In der Nähe der Falknerei öffnete sich e<strong>in</strong>e Wand <strong>und</strong><br />

M<strong>und</strong>zu <strong>und</strong> Ke<strong>in</strong>wort flogen unsanft heraus.<br />

„Sie müssen e<strong>in</strong>en anderen Weg aus dem Turm gef<strong>und</strong>en<br />

haben", schrie <strong>Arti</strong>. „Sollen wir kämpfen?"<br />

Aber wie sollten e<strong>in</strong> K<strong>in</strong>d <strong>und</strong> zwei Vögel mit zwei erwachsenen<br />

Männern fertig werden? Da hatte Arana e<strong>in</strong>e Idee:<br />

„Was, wenn die zwei Männer<br />

gegen e<strong>in</strong> K<strong>in</strong>d, e<strong>in</strong>en Schwarm<br />

Vögel <strong>und</strong> e<strong>in</strong>en Drachen antreten<br />

müssen? Könnten wir es<br />

dann schaffen?“


124<br />

DAS MEDAILLON<br />

125<br />

„Ah, ich verstehe, du willst dich mit den Vögeln wieder per<br />

Telepathie <strong>in</strong> Verb<strong>in</strong>dung setzen, damit sie uns helfen <strong>und</strong><br />

du willst dich <strong>in</strong> e<strong>in</strong>en Drachen verwandeln. Das ist e<strong>in</strong>e<br />

großartige Idee!“, rief <strong>Arti</strong> begeistert.<br />

„Arana, aber du bist doch verletzt <strong>und</strong> kannst dich gar<br />

nicht <strong>in</strong> e<strong>in</strong>en Drachen verwandeln!", seufzte <strong>Fietje</strong>.<br />

„Als Hüter<strong>in</strong> des Schatzes habe ich noch e<strong>in</strong> Ass im Federkleid",<br />

erwiderte Arana.<br />

Arana holte e<strong>in</strong> kle<strong>in</strong>es Reagenzglas hervor.<br />

„E<strong>in</strong> Tröpfchen reicht, um mich vollständig zu heilen. Aber<br />

ich darf es nur <strong>in</strong> e<strong>in</strong>em Notfall wie diesem anwenden",<br />

erklärte Arana.<br />

„<strong>Arti</strong> <strong>und</strong> ich lenken die<br />

beiden ab <strong>und</strong> du Arana<br />

rufst die anderen Vögel<br />

<strong>und</strong> verwandelst dich <strong>in</strong><br />

e<strong>in</strong>en Drachen", fasste<br />

<strong>Fietje</strong> zusammen.<br />

<strong>Arti</strong> flog zu M<strong>und</strong>zu <strong>und</strong><br />

umkreiste se<strong>in</strong>en Kopf.<br />

Der sprang auf <strong>und</strong><br />

ab, aber <strong>Arti</strong> wich ihm<br />

geschickt aus. <strong>Fietje</strong> fuhr<br />

mit se<strong>in</strong>em Skatebord<br />

R<strong>und</strong>en um Ke<strong>in</strong>wort, bis<br />

diesem vom Zuschauen<br />

schw<strong>in</strong>delig wurde.


126<br />

DAS MEDAILLON<br />

127<br />

Bald darauf kamen die Vögel aus der Falknerei. Sie<br />

stürzten sich mit ihren Schnäbeln <strong>und</strong> Krallen auf die<br />

grauen Männer. Durch die vielen Vögel konnte man die<br />

beiden kaum noch erkennen.<br />

Es schien, als ob sie sich auflösen würden. Dicker grauer<br />

Nebel legte sich auf Ke<strong>in</strong>wort <strong>und</strong> M<strong>und</strong>zu.<br />

Langsam hob er<br />

sich er von den<br />

nackten Füßen zu<br />

den Knien h<strong>in</strong>auf<br />

zum Bauch <strong>und</strong><br />

weiter bis zum<br />

Hals. Bis schließlich<br />

jede Haarsträhne<br />

von Nebel bedeckt<br />

war. Plötzlich gab<br />

es e<strong>in</strong>en Blitz, der<br />

so unnatürlich laut<br />

<strong>und</strong> hell war, dass<br />

die Zeit stehen<br />

blieb.


128<br />

DAS MEDAILLON<br />

129<br />

60<br />

kreischen =<br />

mit schriller<br />

Stimme<br />

schreien<br />

Als <strong>Fietje</strong> sich wieder bewegen konnte, war es nicht mehr<br />

Nacht <strong>und</strong> er war auch nicht mehr auf der Burg Greifenste<strong>in</strong>.<br />

Er fand sich auf e<strong>in</strong>er Wiese wieder. Waren <strong>Arti</strong> <strong>und</strong><br />

Arana auch hier gelandet? Er sah sich um <strong>und</strong> sah die beiden<br />

neben sich sitzen.<br />

„Ok, wo s<strong>in</strong>d wir?", fragte er.<br />

„Wir s<strong>in</strong>d <strong>in</strong> Wortreich", sagte <strong>Arti</strong> glücklich.<br />

„Der Blitz, er muss <strong>in</strong> das Medallion e<strong>in</strong>geschlagen <strong>und</strong> uns<br />

hierhergebracht haben."<br />

kreischen<br />

Von Ke<strong>in</strong>wort <strong>und</strong> M<strong>und</strong>zu war nichts mehr zu sehen, aber<br />

auch das Medaillon h<strong>in</strong>g nicht mehr um <strong>Fietje</strong>s Hals.<br />

Ehe er noch fragen <strong>und</strong> suchen konnte, wurden er <strong>und</strong> <strong>Arti</strong><br />

von e<strong>in</strong>em Wirbel erfasst <strong>und</strong> <strong>in</strong> ihre Zeit zurück geschleudert.<br />

Völlig benommen standen sie <strong>in</strong> der Falknerei.<br />

„Arana, wo ist Arana?", kreischte <strong>Arti</strong>.<br />

Aber Arana blieb verschw<strong>und</strong>en. Nur e<strong>in</strong> aus Schieferplatten<br />

geformtes Bild er<strong>in</strong>nerte an die Papageiendame, die sich <strong>in</strong><br />

e<strong>in</strong>en Drachen verwandeln konnte.<br />

wo s<strong>in</strong>d<br />

wir?


130<br />

<strong>Fietje</strong> <strong>und</strong> <strong>Arti</strong> auf Burg Greifenste<strong>in</strong><br />

131<br />

Lies die Geschichte <strong>und</strong> beantworte die Fragen. Schreib<br />

die Nummer der Frage <strong>und</strong> die Antwort unter das<br />

passende Bild.<br />

1. An welcher Stelle schauen <strong>Arti</strong> <strong>und</strong> <strong>Fietje</strong> das erste Mal auf die Schatzkarte?<br />

2. Wo versteckt sich <strong>Fietje</strong> bei se<strong>in</strong>er Flucht vor Ke<strong>in</strong>wort <strong>und</strong> M<strong>und</strong>zu?<br />

3. Wo leben Bubu <strong>und</strong> die Greifvögel?<br />

4. Woh<strong>in</strong> stürzen Ke<strong>in</strong>wort <strong>und</strong> M<strong>und</strong>zu bei ihrer Flucht?<br />

5. Woh<strong>in</strong> führt der Geheimgang vom Brunnen?<br />

6. Wo f<strong>in</strong>den <strong>Arti</strong> <strong>und</strong> se<strong>in</strong>e Fre<strong>und</strong>e den Schatz?


132<br />

FEDER-SCHATZ<br />

133<br />

S. 18 | Nr. 01 das Gedröhne, - Substantiv | Lärm<br />

S. 36 | Nr. 16 das Insiderwissen Substantiv | besondere Kenntnisse<br />

S. 19 | Nr. 02 stattlich Adjektiv | ansehnlich, erhaben<br />

S. 38 | Nr. 17 das Gemäuer, - Substantiv | altes Bauwerk<br />

S. 19 | Nr. 03 das Jahrh<strong>und</strong>ert, -e Substantiv | lange Zeit, 100 Jahre<br />

S. 38 | Nr. 18<br />

wie aus e<strong>in</strong>em M<strong>und</strong><br />

(hier Schnabel)<br />

Redewendung | gleichzeitig etwas sagen<br />

S. 21 | Nr. 04 der Kaffeeklatsch Substantiv | Plauderei<br />

S. 40 | Nr. 19 das Wimmern Substantiv | Bewe<strong>in</strong>en, Jammern (leise klagen)<br />

S. 22 | Nr. 05 der Innenhof, -höfe Substantiv | Platz, umgeben von Gebäuden<br />

S. 40 | Nr. 20 spuken Verb | herumgeistern<br />

S. 24 | Nr. 06 die Nische, -en Substantiv | Vertiefung <strong>in</strong> e<strong>in</strong>er Wand oder Mauer<br />

S. 42 | Nr. 21 umbr<strong>in</strong>gen Verb | töten<br />

S. 25 | Nr. 07 die Streithähne Substantiv | Raufbolde, Streitende<br />

S. 44 | Nr. 22 die Sandwiches Substantiv | belegte Brote<br />

S. 28 | Nr. 08 altklug Adjektiv | überheblich, angeberisch, prahlerisch<br />

S. 44 | Nr. 23 das Gegenlicht Substantiv | entgegenkommendes Licht<br />

S. 28 | Nr. 09 nörgeln Verb | meckern, sich beschweren<br />

S. 44 | Nr. 24 erstarrt Adjektiv | wie gelähmt<br />

S. 28 | Nr. 10 kle<strong>in</strong>laut Adjektiv | betreten (zaghaft, schüchtern) e<strong>in</strong>sichtig<br />

S. 49 | Nr. 25 die Sprosse, -n Substantiv | Stufe e<strong>in</strong>er Leiter<br />

S. 32 | Nr. 11 grummeln Verb | murren<br />

S. 49 | Nr. 26 pelzig Adjektiv | voller Fell<br />

S. 33 | Nr. 12 das Selfie, -s Substantiv | neudeutsch für Selbstporträt<br />

S. 49 | Nr. 27 kurzerhand Adverb | ohne Weiteres (ohne zu überlegen)<br />

S. 33 | Nr. 13 das Ritterwort, -e Substantiv | Ehrenwort<br />

S. 50 | Nr. 28 das Ablenkungsmanöver, - Substantiv | Täuschung<br />

S. 35 | Nr. 14 die Ru<strong>in</strong>e, -n Substantiv | verfallenes Gebäude<br />

S. 53 | Nr. 29 die Wendeltreppe, -n Substantiv | Treppe mit spiralförmig laufenden Stufen<br />

S. 35 | Nr. 15 stockf<strong>in</strong>ster Adjektiv |sehr dunkel<br />

S. 58 | Nr. 30 die Spirale, -n Substantiv | schraubenförmige L<strong>in</strong>ie


134<br />

FEDER-SCHATZ<br />

135<br />

S. 69 | Nr. 31 feilbieten Verb | anbieten, verkaufen<br />

S. 102 | Nr. 46 plappern Verb | schnell reden<br />

S. 70 | Nr. 32 kollidieren Verb| zusammenstoßen<br />

S. 102 | Nr. 47 das Gefieder, - Substantiv | Federkleid, alle Federn e<strong>in</strong>es Vogels<br />

S. 71 | Nr. 33 der Bursche, -n Substantiv | Junge<br />

S. 104 | Nr. 48 das Portal, -e Substantiv | Tor, Zugang<br />

S. 76 | Nr. 34 abseits Adverb | am Rand gelegen<br />

S. 106 | Nr. 49 das Jackett, -s Substantiv | Jacke für Männer<br />

S. 79 | Nr. 35 wallend Adjektiv| brodelnd<br />

S. 112 | Nr. 50 der Bösewicht, -e Substantiv | Verbrecher, <strong>Die</strong>b, böser Mensch<br />

S. 87 | Nr. 36 die Lettern Substantiv | Buchstaben<br />

S. 112 | Nr. 51 stolpern Verb | aus dem Gleichgewicht kommen<br />

S. 94 | Nr. 37 wittern Verb | ahnen, riechen (Tier)<br />

S. 114 | Nr. 52 die Zisterne, -n Substantiv | Sammelbehälter für Nutzwasser<br />

S. 95 | Nr. 38 das Detail, -s Substantiv | Teilstück<br />

S. 114 | Nr. 53 verharren Verb | am Platz bleiben<br />

S. 95 | Nr. 39 die Nachtsichtbrille, -n Substantiv | Brille für Dämmerung <strong>und</strong> Dunkelheit<br />

S. 115 | Nr. 54 telepathisch Adverb | durch Gedankenübertragung<br />

S. 98 | Nr. 40 die Falknerei, -en Substantiv | Pflege <strong>und</strong> Abrichten von Greifvögeln<br />

S. 115 | Nr. 55 bröckeln Verb | <strong>in</strong> kle<strong>in</strong>e Stücken zerfallen<br />

S. 99 | Nr. 41 putzmunter Adjektiv | hellwach, bester Laune<br />

S. 115 | Nr. 56 schnappen Verb | greifen, fangen<br />

S. 100 | Nr. 42 der Palas Substantiv | Saal <strong>in</strong> e<strong>in</strong>er Burg<br />

S. 120 | Nr. 57 der Strudel, - Substantiv | schnelle Drehbewegung des Wassers<br />

S. 100 | Nr. 43 aufrappeln Verb | mühsam aufstehen<br />

S. 120 | Nr. 58 das Siegel, - Substantiv | Verschluss aus Wachs<br />

S. 101 | Nr. 44 realisieren Verb | verwirklichen, feststellen<br />

S. 120 | Nr. 59 vergilbt Adjektiv | die Farbe verloren, blass (gelb) geworden<br />

S. 102 | Nr. 45 majestätisch Adjektiv | würdevoll<br />

S. 130 | Nr. 60 kreischen Verb | mit schriller Stimme schreien


136<br />

137<br />

<strong>Die</strong> Autoren aus Jena<br />

geben ihre Geschichten<br />

weiter an die Schüler<br />

aus dem Holzland.<br />

Viel Spaß dabei!<br />

Erfahre mehr <strong>und</strong><br />

schreib mit!


138<br />

139<br />

Unser herzlichstes Danke!<br />

<strong>Die</strong>ser K<strong>in</strong>derroman ist etwas ganz Besonderes. Er hat nicht nur 30 AutorInnen.<br />

<strong>Die</strong>se gehören zudem noch zu den jüngsten Roman-AutorInnen Deutschlands.<br />

Allen voran gilt deshalb unser Dank den Jenaer Jung-AutorInnen, die mit ihrer Fantasie<br />

der Geschichte ihre ganz eigene Handschrift verliehen haben <strong>und</strong> ihre wertvolle Arbeit an das<br />

kommende Autoren-Team aus dem Thür<strong>in</strong>ger Holzland weitergeben. Wir s<strong>in</strong>d gespannt auf alle Erlebnisse<br />

von <strong>Fietje</strong> <strong>und</strong> <strong>Arti</strong>, die aus euren Geschichten noch erwachsen werden!<br />

Dicht darauf folgen die Personen <strong>und</strong> Institutionen, die mit Vertrauen<br />

<strong>und</strong> Tatendrang die Entstehung des Romans über die beiden Burgen unterstützt haben.<br />

Danke für die Räumlichkeiten <strong>und</strong> die Kommunikation mit Schülern <strong>und</strong> Eltern:<br />

Geme<strong>in</strong>schaftsschule Galileo W<strong>in</strong>zerla: Frau Prauße (Schulleiter<strong>in</strong>)<br />

Geme<strong>in</strong>schaftsschule Wenigenjena: Herr Weyrauch (Schulleiter); Mart<strong>in</strong> Spantzl (Deutschlehrer)<br />

Danke für die Vor- <strong>und</strong> Nachbereitung sowie Durchführung der AG, Burgenbesuche <strong>und</strong><br />

Blockveranstaltungen:<br />

K<strong>in</strong>dersprachbrücke Jena e.V.: Sophie Loose, Bett<strong>in</strong>a Melzer, Yi Gia Cheung<br />

Jugend will ... geme<strong>in</strong>nützige GmbH: Ina Haun, Antje Hübner, Annika-Susann Leicht, Marlene Wallnisch,<br />

Maria Suckert<br />

Danke für die Foto-Genehmigungen:<br />

Stiftung Thür<strong>in</strong>ger Schlösser <strong>und</strong> Gärten<br />

Danke für die Förderung:<br />

B<strong>und</strong>esvere<strong>in</strong>igung Kulturelle K<strong>in</strong>der- <strong>und</strong> Jugendbildung e.V. (BKJ)<br />

Ganz persönlich:<br />

Den Eltern der Jung-AutorInnen, allen Familien <strong>und</strong> Fre<strong>und</strong>en, die so zahlreich hier nicht namentlich<br />

aufgeführt werden können, möchten wir unseren allerherzlichsten Dank ausdrücken! Begleitet uns<br />

auch weiterh<strong>in</strong> <strong>und</strong> lasst euch auf die Schatzsuche unserer Helden mitnehmen!<br />

Das <strong>Federsammler</strong>-Team

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