Die Federsammler - Fietje und Arti in Göttingen

federsammler

Kraaah, kraaah!


Fietje und Arti in Göttingen


Impressum

Die Federsammler

Fietje und Arti in Göttingen

1. Auflage 2016

©KlangbildVerlag, Jena

Konzept & Projektleitung: Antje Hübner

Hrsg.: Jugend will… gemeinnützige GmbH / Die Federsammler

Jung-AutorInnen aus dem Hainberg-Gymnasium:

Jule Blömer; Daria Brinkwerth; Birte Gerke; Sophie Herdt; Theda Hesse; Lina Hilke; Merle Hilterhaus; Elias

Manuel Karnagel; Cosma Kraft; Hannes Josua Kramer; Marie Sophie Leisker; Melanie Madlenscha; Luise

Anthea Mank; Kim Cora Michler; Rita Nizamova; Antonia Oberdieck; Caroline Rump; Nelli Salgado Scharf;

Shari Salzmann; Amila Scherpenbach; Johanna Steinborn; Liv Helena Tech; Lilly von Eynatten, Klara Meera

Wunschelmeier

Jung-AutorInnen aus dem Otto-Hahn-Gymnasium:

Oscar Baur; Merle Borcherding; Charlotte Josefine Knecht; Lena Lindenthal; Pelle Marten Lorenz; Clarissa

Müller; Naima Reichardt; Josephine Sandkuhl; Annuschka Seeckts; Ferdinand Toischer; Klara Walde

Jung-AutorInnen aus der Georg-Christoph-Lichtenberg-Gesamtschule:

Marlene Cherouny; Nele Keveloh; Lilith Leschke; Darja Rizo Wellmann; Charlotte Rust; Pia Sandvoß; Marvin

Struck

Jung-Autorin aus der Montessori-Schule: Mareile Kuhlencord

Online-Autoren (Fietjes Tagebuch):

Yannik Ambrusits, Anneka Bäßler, Sarah Landschütz, Xenia Lütjohann

Fietje und Arti in

Göttingen

Co-Autoren: Ina Haun, Antje Hübner, Annika-Susan Leicht, Marlene Wallnisch

Redaktion/Werkstattleiter: Ina Haun, Antje Hübner, Annika-Susann Leicht, Marlene Wallnisch

Lektorat: Antje Hübner

Illustration & Satz: Maria Suckert, Weimar

Umschlag: Maria Suckert, Weimar

Gedruckt in Deutschland bei Pressel, Remshalden

Der Abdruck der Geschichten erfolgte mit freundlicher Genehmigung der Urheber und ihrer

Erziehungsberechtigten. Vielen Dank!

Die Handlungskulissen der Geschichte sind reale Orte. Die Handlung selbst sowie in Verbindung stehende

Personen und Namen sind frei erfunden.

Alle Rechte vorbehalten

ISBN 978-3-9816821-6-8

www.federsammler.de


Unsere

Online-Autoren:

Die Federsammler-Community

"Dennis"

Dennis Lafeld

15 Jahre

Jena

"Gipsbein"

Finja

Körner

11 Jahre

Jena

"Clara"

Clara

Mühlig

9 Jahre

Jena

Die Internetseite der

Federsammler


6

7

Fietjes Tagebuch

Feder-Schätze

Fietje erzählt seinem Tagebuch, wie er und

Arti von einer Stadt in die nächste gelangten.

Dies ist jeweils die Eingangsgeschichte eines

jeden Federsammler-Bandes.

Wie cool!

Wenn du möchtest, kannst du auch Autor

der Federsammler-Reihe werden.

Dein Buch ist nicht „nur“ ein Buch!

Auf manchen Seiten fliegen Federn.

Das sind Begriffe oder Namen, die dir

Wort aus dem Text

TECNANJA schenkt. Am Ende der Geschichte kannst du diesen

Feder-Schatz noch einmal überblicken.

Hier erfährst du mehr über die Erfindungen der Stadt Jena.

In welcher Stadt die beiden Helden bald

sein werden und wie du mitschreiben

kannst, erfährst du unter

www.federsammler-community.de

Melde dich an, schreibe mit anderen am

neuen Tagebuch-Eintrag und werde damit Autor

des nächsten Federsammler-Bandes!

Frag deinen Lehrer oder Schreib uns unter: ag@federsammler.de

Als Dankeschön erhältst du dein eigenes

druckfrisches Buch.

Einmal ein

richtiger

Autor sein!

ERFAhRE MEHR Über die

Federsammler-Community

Schreib Mit unter

TECnanja.de


8

WER IST WER?

Sprachlos-Land

Wort-Reich

Fietje ist ein ganz normaler

Junge. Er ist 12 Jahre alt und

kommt aus Jena.

Zusammen mit seinem Papagei

Arti erlebt der Skater viele Abenteuer.

Der Vogel und seine Federn

brauchen oft seine Hilfe.

Gemeinsam mit Arti ist Fietje auf

der Flucht vor den Männern aus

Sprachlos-Land.

Arti ist ein Graupapagei. Er

ist 1439 Jahre alt. Der König von

Wort-Reich spricht 100 Sprachen.

In jeder grauen Feder steckt ein

Wort. Trotzdem sucht der Papagei

nach dem großen deutschen

Sprachschatz. Überall sammelt er

deutsche Wörter für sein Wort-

Reich. In seinen roten Federn sind

seine Lieblingswörter oder ganze

Sprachen versteckt. Er ist sehr

klug und weiß über Vieles bescheid.

Fietjes Skateboard

ist ein Zauber-Board. Es hört auf

seine und Artis Befehle. Arti kann

sich in dem Skateboard verstecken.

Der Papagei kann hinein

verschwinden, wenn Fietje es nass

macht. Erst, wenn es trocken

gerieben wird, kann Arti wieder

herauskommen.

Das Skateboard kann fliegen.

Herr Keinwort &

Mister Mundzu

kommen aus Sprachlos-Land. Dort

kann man keine Sprache sprechen.

Sie sprechen nur eine Sprache aus

Gedanken. Die beiden Männer sind

hinter Arti und seinem Sprachschatz

her. Sie versuchen, ihn für

ihr Land zu fangen. Jedes Wort,

also jede Feder, die sie von Arti

stehlen, sprechen sie laut aus.


inhaltsverzeichnis

Fietjes Tagebuch

1. Die richtige Mischung

2. Die Feder im Wasserrad

3. Das Mädchen Liesel

4. Troffnick und seine Minka

5. Flora und Kabelsalat

6. Floppi, Pelle und Ko

10

18

36

44

60

86

102

Feder-Schatz


12

FIETJES TAGEBUCH

Liebes Tagebuch,

es ist ja nicht so, dass ich nicht gern

mit Mama unterwegs wäre, aber ihr

ständiges Gerede über Göttingen, wo sie

mal studiert hat, macht mich echt kirre!

Und dann zeigt sie mir andauernd Scherenschnitte

von sich früher und redet

was von Märchen ...

Naja und auf der anderen Seite wieder

nörgelt sie immer wegen Arti. Dabei liebt

sie es doch sonst immer so verspielt.

Nun waren wir unterwegs nach Göttingen.

Mama redete unentwegt.

Ich versuchte zu schlafen, doch Karpfi

und Marie aus Berlin waren überall.

In meinem Kopf, in den vorbeiziehenden

Landschaften. Ständig sah ich die

Glupsch-Augen dieses Orakel-Karpfens.


14

FIETJES TAGEBUCH

War er wirklich draußen vor dem Zug-

enser und dr eru

Wohl kaum! Ich bildete mir das ein.

iee re arfi sreen is er

da rae ri leise aus seiner e.

Ich hatte ihn wie ein Kuscheltier hinter

mich gestopft.

uns scheinbar etwas orkalte während wir

im Zug saßen.

Naja, vielleicht war ich auch einfach zu

müde. Berlin war schon etwas anstrengend

und ja noch nicht soo lange her.

ls i see in ann in aber ni

ren urele i ri u. Meine M

slle a ni denen i ae elbsespräche.

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sagen voraus.

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16

17

Luise Anthea Mank

12 Jahre

Hainberg-Gymnasium

Cosma Kraft

12 Jahre

Hainberg-Gymnasium

Teil 1

Wasser

Amila Scherpenbach

12 Jahre

Hainberg-Gymnasium

geschrieben von:

Jule Blömer

12 Jahre

Hainberg-Gymnasium

Caroline Rump

12 Jahre

Hainberg-Gymnasium

Merle Hilterhaus

12 Jahre

Hainberg-Gymnasium

Josephine Sandkuhl

12 Jahre

Otto-Hahn-Gymnasium

Merle Borcherding

11 Jahre

Otto-Hahn-Gymnasium

Theda Hesse

12 Jahre

Hainberg-Gymnasium

Lilly von Eynatten

12 Jahre

Hainberg-Gymnasium


18

DIE RICHTIGE MISCHUNG

19

"Die richtige Mischung"

“Nächster Halt Göttingen, Ausstieg in Fahrtrichtung

links“, krächzte eine metallische Stimme durch den Zug.

Bremsen quietschten und der Zug kam langsam zum

Stehen.

Fietje und seine Mutter stiegen aus. Fietje hatte Arti

unter den Arm geklemmt. Sein Skateboard war in

seinem Rucksack verstaut.

Musst du immer

dieses kuscheltier

überall mit

hinschleppen?

„Musst du immer dieses Kuscheltier überall mit

hinschleppen?“, fragte seine Mutter genervt.

Fietje presste seinen Arm noch etwas fester gegen

Arti, denn er wusste, dass der überaus stolze König von

Wort-Reich sich nicht gern beleidigen ließ. Der Junge tat

so, als hätte er seine Mutter nicht gehört.

„Können wir etwas trinken gehen? Ich bin am Verdursten

nach der langen Fahrt“, fragte er stattdessen.

Seine Mutter schlug den Reiseführer auf, blätterte eine

Weile und sagte dann:

„In Ordnung, hier ist ein schönes kleines Café namens

„Botanik“ verzeichnet. Lass uns dort hingehen.“

1

stattdessen =

anstelle (von),

als Ersatz,

sondern

2

verzeichnen =

schriftlich

festhalten,

aufführen

verzeichnen

stattdessen


20

DIE RICHTIGE MISCHUNG

21

Etwas später trafen sie im Café „Botanik“ ein.

Fietje seufzte tief und selig, als er sich in das gemütliche

Café setzte und einen Schluck von seiner heißen Schokolade

nahm.

Seine Mutter trank ihren letzten Schluck Kaffee, stand

auf und sagte:

Botanischer Garten

Der Alte Botanische Garten

Göttingen gehört zur Georg-

August-Universität.

Er zählt zu den ältesten Schätzen der

Hochschule und befindet sich direkt in

der mittelalterlichen Innenstadt. Hier

kann man in den historischen Gewächshäusern

tropische Pflanzen bewundern.

ERFAhRE MEHR

„Ich denke, ich werde mir erst mal den Botanischen

Garten ansehen. Ich muss mir die Beine vertreten nach

dem langen Sitzen.“

„Ich werde hier auf dich warten“, sagte Fietje, der die

Gelegenheit nutzen wollte, um Arti ein Brötchen zukommen

zu lassen, ohne dass seine Mutter es merkte.

Fietjes Mutter lächelte, trat dann aus der Tür und sog

die frische Luft ein. Summend schlenderte sie durch

den Botanischen Garten und genoss die friedvolle Ruhe.

Sie bemerkte nicht, wie etwas entfernt ein kleiner, dicker

Mann mit fahler Haut eine wunderschöne große Blume

platzierte.

3

fahl =

blass, fast

farblos

fahl


22

DIE RICHTIGE MISCHUNG

23

Als er Fietjes Mutter kommen sah, schlich er eilig in ein

Gebüsch. Sie erblickte die wunderschöne Blume, hob sie

auf und roch daran. Wie sie duftete...! Dann wurde alles

schwarz vor ihren Augen.

Mister Mundzu beobachtete, wie die Frau mit der

Blume in der Hand ohnmächtig auf den Kiesweg

sank.

„Auftrag erledigt!“, dachte

er zufrieden und huschte hinter dem Gebüsch hervor

und raus aus dem Garten.

Eine krächzende Stimme riss Fietje aus seinen Gedanken.

Arti sah ihn tadelnd an. Seine Mutter war immer noch

nicht zurückgekehrt und er saß nur da und grübelte vor

sich hin.

Fietje nickte verlegen und seufzte:

„Komm, wir suchen sie.“

huschen

4

huschen =

schnell und

lautlos

bewegen

Komm, wir

suchen sie.


24

DIE RICHTIGE MISCHUNG

25

Es dämmerte bereits, als die Freunde in die

kühle Abendluft hinaustraten. Mit schnellen Schritten

und Flügelschlägen durchsuchten sie den Botanischen

Garten. Schließlich fanden sie Fietjes Mutter. Doch etwas

stimmte nicht, das sahen sie sofort.

Sie stand dort mit völlig verzweifelter Miene und einer

Blume in der Hand. Sie starrte einfach nur vor sich hin,

die andere Hand an ihrer Kehle.

„Mama?“, fragte Fietje verunsichert. Sie drehte sich zu

ihm um und ließ matt den Kopf hängen.

Arti versteckte sich hinter Fietjes Schulter.

Nun hob die Mutter den Kopf, deutete verzweifelt auf

ihren Mund. Fietje und Arti begriffen sofort. Sie konnte

nicht mehr sprechen.

„Das ist in letzter Zeit schon öfter vorgekommen“,

flüsterte Arti in Fietjes Ohr.

5

matt =

müde, erschöpft;

auch: ohne Glanz

„Dagegen hilft nur eine Mischung aus 50% Göttinger und

50% Harzer Wasser.“

Aber wo sollten sie dieses Wasser finden?

„Mama, du hast sicher nur zuviel geredet, morgen ist bestimmt

alles wieder gut“, versuchte Fietje seine

Mutter zu beruhigen. Ein wenig ratlos gingen sie ins Hotel.

matt


26

DIE RICHTIGE MISCHUNG

eifrig

27

Am nächsten Morgen klopfte ein Zimmermädchen an der

Hotelzimmertür und gab ihnen einen Umschlag.

Arti, schau mal!“, rief Fietje und wedelte mit dem roten

Umschlag vor Arti herum. Seine Mutter schlief noch im

Nebenzimmer.

Er las laut vor: „Sucht das Schild am Nabel. Es führt euch

zum Schatz.“

Arti begann würdevoll: „Laut Einstein…“

Er wurde von Fietjes ungeduldigem Zischen unterbrochen.

Dieser blätterte in seinem Reiseführer und fand schließlich,

was er suchte.

„Zum Nabel also“, sagte Arti, der dem Finger von Fietje mit

den Augen gefolgt war.

Der Nabel mit der

Skulptur

„Der Tanz“ markiert den

Mittelpunkt der Fußgängerzone

und Einkaufsstraße Göttingens.

Daher auch sein Name.

Er ist ein beliebter Treffpunkt

und ein Wahrzeichen der Stadt.

Diese Skulptur des Künstlers

Bernd Altenstein schmückt die

Einkaufspassage Göttingens.

„Komm, wir müssen uns beeilen, damit wir wieder da sind

bevor Mama aufwacht“, flüsterte Fietje.

Als sie am Nabel ankamen, bemerkten sie ein blaues Schild an

einer Mauer.

„Drei Meter rechts und sieben geradeaus“, krächzte Arti.

Fietje lief mit schnellen Schritten vorwärts. Er sah einen Hydranten,

öffnete eine Klappe und zog einen Zettel heraus. Doch

der war leer! Kein einziger Buchstabe war darauf zu lesen.

„Das kann doch nicht alles gewesen sein!“, murmelte Fietje und

fummelte weiter an dem Hydranten herum.

Ein Wasserstrahl spritzte auf den Zettel. Auf dem Papier

erschien plötzlich eine Karte. Fietje studierte sie eifrig. Aha, das

Wasserwerk war das Ziel.

„Gut, dann müssen wir also zu den Stadtwerken

Göttingen, da finden wir auch ein Wasserwerk“,

sagte Arti altklug. Er verschwand im Skateboard und Fietje

preschte los.

Kurze Zeit später klopfte Fietje an das

Skateboard.

Arti, wir sind da, komm raus!“,

zischte er.

preschen

Hinweisschilder

6

eifrig =

fleißig,

ehrgeizig

7

preschen =

schnell gehen

Diese blauen Schilder sind Hinweisschilder

für unterirdische

Leitungen oder Anschlüsse, die in

Notfällen schnell auffindbar sein

müssen. Sie zeigen die Stellen, an denen

die Wasserleitungen im Falle eines

Rohrbruches oder Wartungsarbeiten

abgesperrt werden können. Auf dem

Schild steht die Art der Leitung und die

Entfernung/Richtung, in der diese zu

finden ist.


28

DIE RICHTIGE MISCHUNG

Ich heiße

clara

clever ...

Sie standen vor einem großen See. Dort begrüßte sie ein

Mädchen. „Guten Morgen!“, sagte sie und reichte Fietje die

Hand. „Ich heiße Clara Clever. Ich wollte gerade eine Runde

machen, soll ich euch alles zeigen? Ihr seid doch sicher

zu meiner Führung gekommen?“

Fietje und Arti nickten und folgten dem Mädchen. Sie

schien sich nicht an dem Papagei auf Fietjes Schultern zu

stören. Es war, als ob sie das Geheimnis der beiden kannte

und geradezu auf sie gewartet hätte. „Ihr seid hier bei

den Wasserwerken“, fuhr sie unbeirrt fort. „Das ist unsere

Wassergewinnungsanlage Springmühle in Grone.“

Wassergewinnungsanlage Springmühle

Hier wird das Trinkwasser für die Göttinger

gewonnen. Es stammt aus Tiefbrunnen, die

40-200 Meter tief in die Erde reichen.

Über Pumpen wird das Wasser an die Erdoberfläche

in Behälter gepumpt und über Rohrleitungen in die

Wohnungen und Häuser weitergeleitet.

Sie führte die beiden in

ein Gebäude. Dort sahen

sie ein dickes grünes Rohr,

das im Boden verschwand.

„Das ist die Brunnenstube.

Kommt und kostet das

herrliche Wasser!“

Fietje und Arti nahmen

einen Schluck. Doch Arti

schüttelte den Kopf. Das

war noch nicht die richtige

Mischung.

„Gibt es hier auch eine Mischung

aus 50% Göttinger

und 50% Harzer Wasser?“,

fragte Fietje.

„Ja, aber da müssen wir

zur Mischstation, kommt

mit!“, antwortete Clara.

29

Brunnenstube

Dies ist ein begehbares Gebäude

mit einem großen Tiefbrunnen.

Er ist etwa 80 Meter tief. Über ein

Rohr wird das Wasser weitergeleitet.

Wenn es hier ankommt, hat es bereits

Trinkqualität.


30

DIE RICHTIGE MISCHUNG

31

„Hier ist einer!“, krähte der Vogel.

Fietje nahm den Becher entgegen und füllte ihn mit der

richtigen Mischung. Das so entstandene Heilmittel wollte

er gleich in seine Trinkflasche umfüllen.

In diesem Moment traten Herr Keinwort und Mister

Mundzu aus dem Hinterhalt.

Dank Clara war alles so einfach … offene Türen, Harzer

und Göttinger Wasser…

„Hier ist es. Ich muss euch kurz alleine lassen. Macht

einfach die Tür hinter euch zu, wenn ihr fertig seid. Ich

bin ganz in der Nähe.“

HarzEr und Göttinger Wasser

Das Wasser der Wasserwerke

Göttingen ist

eine Mischung aus Wasser der

Söse Talsperre im Harz und aus

Eigenwasser (Grundwasser). Das

Mischverhältnis ist 80% Harzer und

20% Göttinger Wasser.

Wasser hat verschiedene Härtegrade.

Es kann hart oder weich

sein. Hartes Wasser ist sehr

kalkhaltig. Der Kalk stammt aus

Gesteinsschichten, über die das

Wasser gelaufen ist. Weiches Wasser,

wie das Harzer Wasser, war

ursprünglich einmal Regenwasser.

Mit diesen Worten war Clara Clever

auch schon verschwunden. Fietje

und Arti betraten die Mischstation

Springmühle und gingen eine

Treppe hoch. Dort fanden sie die

beiden Wasserhähne für Göttinger

und Harzer Wasser.

„Wir brauchen einen Messbecher“,

rief Fietje Arti zu.

„Flieg schnell damit nach draußen und verstecke es!“, rief

Fietje Arti zu und gab ihm das Wasser. Der Papagei sauste

mit dem Becher im Schnabel davon.

Mischstation Springmühle

Die Mischstation Springmühle ist

eine von drei Anlagen der Wasserwerke.

Neben ihr gibt es noch die

Wassergewinnungsanlagen am Weendespring

und an der Stegemühle.

In der Mischstation wird das Göttinger

mit dem Harzer Wasser vermischt.

Mit aufwendiger Technik wird aus

Göttinger und Harzwasser das Leitungswasser

gemixt. Mit dem richtigen

Mischverhältnis (20:80) ist das Wasser

schön weich, schmeckt super und

lässt Wasserkocher nicht so schnell

verkalken.


32

DIE RICHTIGE MISCHUNG

33

Fietje hingegen wurde nun von den Gaunern bis zum

Mischwasserbecken gejagt.

Er stieg auf sein schwimmendes Skateboard und sauste

auf dem Wasser davon. Die Ganoven hinterher.

Fietjes Erleichterung hielt nicht lange an, denn das

Nächste, was er spürte, war, dass riesige Wassermassen

ihn vom Board schmissen. Er, Herr Keinwort und

Mister Mundzu wurden mit großer Macht hin und her

geworfen. Arti musste entsetzt zusehen.

8

peitschen =

krachen,

donnern,

heftig bewegen

Plötzlich wurden sie alle von der Strömung ergriffen und

durch einen Wasserfall gespült. Sie landeten in

einem halbkreisförmigen Raum voll Wasser. Beinahe

riss Herrn Keinwort Fietje das Skateboard aus der Hand.

Fietje kletterte schnell wieder darauf und peitschte

weiter durch das Wasser vorwärts.

Aber die Bösewichte waren hervorragende Schwimmer.

Sie schnitten Fietje den Weg ab.

Doch was war das? Eine hölzerne Truhe trieb an Arti

vorbei, schaukelte durch das Wasser. Der Wortschatz!

Er musste aus dem Skateboard gekommen sein! Vielleicht

war es zu lang im Wasser gewesen!

peitschen

Da kam Arti angeflogen: „Auftrag ausgeführt“,

krächzte er.

1

Was ist denn der

Wortschatz?


34

DIE RICHTIGE MISCHUNG

35

Inzwischen wurden Fietje, Herr Keinwort und Mister

Mundzu weitergeschwemmt. Auch Arti ließ sich jetzt

durch ein Rohr treiben, denn er musste die Kiste retten.

Die Wege der Vier kreuzten sich weiter vorn.

Die Tauben, nun gut mit Wörtern bestückt, flatterten

verschreckt auf.

„Schnell, sie fliegen zum Wasserrad“, bemerkte Fietje, der

ihnen schockiert hinterher blickte.

Fietje packte nun wutentbrannt sein Skateboard, Arti

hielt die Schatzkiste umklammert und sie brausten in

ein flacheres Becken. Fietje hob Arti und die kleine Truhe

hoch und rannte mit beidem durch das Gebäude nach

oben, bis er auf dem Dach stand.

„Wir müssen sie einsammeln bevor sie für immer verloren

sind!“, rief Arti und schlug aufgeregt mit seinen

feuchten Flügeln um sich.

„Öffne sie und schau nach, ob noch alles drin ist!“,

keuchte Fietje.

Arti gehorchte zögernd. Denn was wäre, wenn nicht?

In der Kiste waren Federn, unzählige Wortfedern.

Doch: „Oh nein!"

Beim Öffnen flogen sie, vom Wind erfasst, davon.

Ein paar blieben an Arti hängen, doch der Rest der

Wort-Federn flog weg und landete mitten in einem Taubenschwarm.


36

DIE FEDER IM WASSERRAD

37

Schneller!

Rutschend kamen sie neben dem Rad zum Stehen. Sie

sahen die Federn im Wasser. Immer wieder wurden sie

bei der drehenden Bewegung des Rades kurz vom Wasser

mitgerissen.

"Die Feder im

Wasserrad"

„Okay, wie kommen wir jetzt an die Federn?“, fragte Arti.

Fietje zuckte mit den Schultern.

Kurz bevor sie das Wasserrad erreichten, begann eine

Taube vor ihnen plötzlich zu gurren: „Ihr wollt mich

fressen!“

Vor Schreck ließ sie die Federn aus ihrem Schnabel

fallen, die sofort langsam nach unten glitten, bis sie im

Wasserrad landeten. Dort wurden sie vom Wasser an

das Rad gedrückt und blieben daran hängen. Die anderen

Tauben flogen aufgeschreckt davon.

Wasserrad

Das Wasser, das nicht für

die Bevölkerung gebraucht

wird, nutzt man zur Stromgewinnung.

Das Wasser fließt dafür über

Fietje und Arti rasten derweil mit dem Skateboard über

den kleinen Flusslauf oberhalb des Wasserrades.

Arti krächzte die ganze Zeit: „Schneller!“

das Wasserrad und treibt durch

die ständige Drehung einen Motor

an, der Strom produziert. Dieser

Strom wird ins Versorgungsnetz der

Anlage gegeben. Danach fließt das

Wasser wieder quer durch Göttingen

in den Fluss Leine.


38

DIE FEDER IM WASSERRAD

Auf einmal hörte das Wasserrad auf sich zu drehen.

Fietje erschrak und drehte sich blitzschnell um. Er sah

einen roten Knopf, an den er sich wahrscheinlich angelehnt

hatte.

„War das etwa der Ausstellknopf für das Wasserrad?“,

fragte Fietje.

„Klasse! So können wir besser an die Federn kommen!“,

freute sich Arti.

Fietje begann sofort damit, alle Federn einzusammeln.

„Wir sollten nun von hier verschwinden“, sagte Arti und

legte die Federn blitzschnell zurück in die Truhe.

Jetzt musste nur noch das Skateboard richtig austrocknen

und die Truhe wieder darin verschwinden.

Arti tat alles Mögliche, damit es schnell gelang.

39

Roter Knopf am Wasserrad:

Das Wasserrad hat einen Not-Stopp

Schalter. Wenn man auf den roten Knopf

drückt, geht eine Klappe auf, das Wasser

ie dann uner de ad indur.

Dadurch bleibt es stehen.


40

DIE FEDER IM WASSERRAD

41

Genau zu der Zeit trafen sich Herr Keinwort und Mister

Mundzu mit einem jungen Mädchen. Sie erzählte den

beiden, wo Fietje und Arti waren und was mit den

Federn aus der Wortschatz-Kiste passiert war.

Die Gauner machten sich sofort auf den Weg. Sie

mussten diese Federn einfach haben.

Doch am Wasserrad angekommen, wussten sie nicht

weiter. Die Federn waren alle verschwunden, also mussten

Fietje und Arti sie bereits wiederhaben. Da die

Freunde nirgends zu sehen waren, machten sich die

Agenten auf den Weg zur Mischstation.

Die Mischbeckentür war jedoch abgesperrt. Leise schlichen

die Agenten möglichst unauffällig im Wasserwerk

umher und suchten den Schlüssel.

Nur mit Gesten verständigten sie sich.

Jetzt kamen sie in einen Raum. Auf dem Schreibtisch

lag ein Schlüssel. Sie schlossen damit die Tür zum Mischbecken

auf. Sie wollten nun das Wasser stoppen, um

Fietje und Arti anzulocken, doch das funktionierte nicht.

Also gingen sie zu einem Rohr und drehten an seinen

Ventilrädern. Doch wieder geschah nichts.

Daraufhin kletterte Mister Mundzu einfach in das Mischbecken

hinein...

9

Geste =

etwas ohne

Worte, nur

durch Handbewegungen

erklären,

sagen

Geste


42

DIE FEDER IM WASSERRAD

In der Mischstation betrachtete Fietje das offene

Fenster zum Wasserbecken. Als er hineinsah, nahm das

Mädchen Anlauf und schubste ihn derb. Er sollte aus dem

Fenster fallen. Da kam Arti mit dem Board angeflogen und

befahl ihm, in der Luft zu schweben, sodass Fietje darauf

landen konnte.

43

In der Zwischenzeit fand das Mädchen Fietje und Arti auf

einer Grünanlage in der Nähe des Wasserwerks.

Sie näherte sich ihnen und zeigte verzweifelt auf

ihren Mund. Sofort schenkte Arti ihr eine Sprachfeder.

Er konnte ja nicht ahnen, dass genau sie ihr Verhängnis war.

Sie wollte sie in eine Falle locken.

„Ihr habt doch vorhin nach den Federn gesucht, die hier herumflogen.

Es schwimmen noch welche in der Mischstation“,

sagte sie. „Mir nach!“

Gerade rechtzeitig, kurz bevor er in die Wassermassen

stürzen konnte, landete Fietje mit einem dumpfen Knall auf

seinem Board.

Das Skateboard flog die beiden nun sicher aus dem Gebäude

heraus. Die Agenten waren über alle Berge und auch das

Mädchen war verschwunden.

Schwebe!

Sofort folgten ihr die beiden Freunde. Sie zeigte auch

ihnen den Geheimeingang zur Mischstation wie zuvor den Bösewichten.

Fietje sah nicht, wie sie ihnen schuldbewusst nachblickte.

Doch Arti hatte plötzlich einen siebenten Sinn. Es sagte:

Fietje, ich komme später nach.".


44

DAS MÄDCHEN LIESEL

45

"Das Mädchen Liesel"

Fietje versuchte seine Gedanken zu sortieren. Das Mädchen

ging ihm einfach nicht aus dem Kopf. Sie hatte so traurige

Augen. Er musste herausfinden, was sie mit den Bösewichten

zu tun hatte.

„Nun komm schon“, drängelte Arti. Auch er wollte wissen,

warum das Mädchen seinen Freund ins Wasserbecken stürzen

wollte.

„Lass uns doch mal nachschauen, wo der Übersichtplan ist,

vielleicht verrät er uns etwas über sie“, sagte Arti.

„Gute Idee“, meinte Fietje. Er folgte Arti, der nun über einen

kleinen Teich flog.

„Wie schön die Wasseranlagen doch sind!", dachte sich der

Junge, als er um den Teich herumlief.

Als sie aufeinander trafen huschte

ein Schatten an ihnen vorbei.

„Was war das denn?“, stotterte Arti.

nur ein Tier“, entgegnete Fietje.

„Und was ist das?“, fragte Arti. Er tapste zu einem schwarzen

Ohrring, der aussah wie ein Totenkopf.

„Den hat bestimmt hier irgendwer verloren“, sagte Fietje.

Arti steckte den Ohrring unter seine Flügel.

„Ich nehme ihn lieber mal mit.“

„Meinetwegen, aber dieser Ohrring ist doch jetzt erst mal

nicht so wichtig. Wir müssen das Mädchen und später den

AUSGANG wiederfinden“, rief Fietje aufgebracht.

„Du musst positiv denken. Wir können hier das Wasser einfach

so trinken. Das gibt es nicht jeden Tag“, sagte Arti ganz

fröhlich.

Wasseranlagen

Die Wasseranlagen

der Stadtwerke

Göttingen sind Wasserschutzgebiete.

Dieses Hinweisschild

zeigt es Dir an.

Sie dürfen nicht unerlaubt

betreten werden.

Trinkwasser

Das Wasser aus den Tiefbrunnen

kommt schon in Trinkqualität

in der Brunnenstube an und wird

trotzdem ständig kontrolliert. Dafür

gibt es in der Mischstation zwei Probeentnahme-stellen,

eine für Göttinger,

„Jetzt mach dir nicht gleich in

die Hose! Das war bestimmt

eine für Harzer Wasser. Im Labor wird

es dann untersucht.


46

DAS MÄDCHEN LIESEL

47

Sie liefen weiter und folgten einem Pfad.

Plötzlich sahen sie zwischen den Bäumen einen Brunnenschacht,

der in die Tiefe führte. Sie erkannten ihn an den

grünen Rohren.

„Das sind doch die Wasserrohre von vorhin“, meinte Fietje.

Beide schauten in den Brunnenschacht hinein und erinnerten

sich an das Gerangel mit Keinwort und Mundzu.

„Aua!“, schrie Arti plötzlich.

Fietje fuhr erschrocken herum und entdeckte hinter sich

das Mädchen mit einer von Artis feuerroten Schwanzfedern

in der einen Hand, seine Trinkflasche in der anderen.

„Hhgnzrkssl!“, krächzte Arti noch. Dann verstummte er.

„Hey!“, rief Fietje aufgebracht.

Als das Mädchen weglief, sah Fietje einen schwarzen

Totenkopf-Ohrring in ihrem Ohr. Der Fund gehörte also ihr.

Arti!“, schrie Fietje „Was ist mit deiner Stimme?“

„I can´t speak German!“, rief Arti.

„Du kannst schon wieder kein Deutsch mehr sprechen?”,

rief Fietje ganz entsetzt.

„Also gut! Dann holen wir uns jetzt die Feder wieder. Los!“


48

DAS MÄDCHEN LIESEL

49

Fietje rannte dem Mädchen hinterher. Diese lief direkt auf

den Teich zu. Die Freunde erreichten sie kurz bevor sie

hineinspringen konnte. Fietje warf sie um und stürzte mit

ihr in den See. Dabei fiel dem Mädchen die Feder aus der

Hand, die sofort weggeschwemmt wurde.

Hilfst du

uns jetzt?

„Neeeiiin!“, schrien beide gleichzeitig.

„Warum hast du das gemacht?“, schnauzte Fietje

das Mädchen böse an und griff sie derb am

Arm.

10

fuchteln =

schnell hin

und her

bewegen

Diese fuchtelte wild mit den Armen, um sich los

zu machen. Doch Fietje zog sie mit sich.

Beide setzten sich, nass und außer Atem, ans

Teichufer. Arti flog über ihnen und plapperte

irgendwas auf Englisch.

„Egal, warum du das gemacht hast! Wir müssen

die Feder wiederfinden“, meinte Fietje und sah ihr

in die schuldbewusst blickenden Augen.

„Hilfst du uns jetzt?“, fragte er das Mädchen. Sie

nickte.

fuchteln


50

DAS MÄDCHEN LIESEL

51

Zusammen liefen sie los.

Ihr Weg führte sie wieder am großen Wasserrad vorbei.

Hier erschraken sie. Herr Keinwort und Mister Mundzu

standen auch dort und suchten ebenfalls nach der Feder.

Fietje, Arti und das Mädchen versteckten sich schnell und

warteten, bis die Bösewichte in Richtung Mischstation verschwunden

waren. Dann gingen sie ebenfalls zum Wasserrad.

Doch es war von der Feder nichts zu sehen.

Fietje tauchte verzweifelt seine Hand in das kalte Wasser

oberhalb des Wasserrades.

„Wir müssen den Agenten folgen!“, flüsterte er.

„Hoffentlich haben sie die Feder noch nicht.“


52

DAS MÄDCHEN LIESEL

53

schweifen

Sie kamen direkt zurück zum Mischwasserbecken. Das

Fenster zum Becken stand offen. Hier sprudelte das

Wasser aus dem Rohr immer noch unaufhaltsam in ein

großes Becken.

Plötzlich wurde Fietje von einer starken Hand über die

Absperrung gestoßen. Er schlug um sich und versuchte

unter Anstrengung wieder hochzukommen. Fast ging

ihm die Luft aus. Doch da spürte er, wie eine kleine zarte

Hand ihn mit ganzer Kraft nach oben zog. Pustend und

keuchend tauchte Fietje wieder auf.

„Danke“, keuchte er.

11

schweifen =

Mischwasserbecken

Das Mischwasserbecken

hat ein Fassungsvermögen

von 3.000 Kubikmeter, das

sind 3 Millionen Liter.

In Deutschland verbraucht ein

Mensch täglich etwa 120 Liter

Wasser (Stand 2014).

Es war das Mädchen mit dem Ohrring, das ihn gerettet

hatte. Sie zog ihn weiter hinter eines der Rohre.

Herr Keinwort und Mister Mundzu schauten sich um,

konnten Fietje aber nicht mehr entdecken. Enttäuscht

ließen sie ihre Blicke über die Wasserrohre schweifen.

Plötzlich sah das Mädchen etwas Rotes hinter den Rohren

hervorlugen. Sie ging hin und nahm das Ding in die

Hand.

„Jaaa“, schrie Fietje, „du hast die Feder gefunden!“

hervorlugen

umherschauen,

den Blick

kreisen

lassen

12

hervorlugen =

hervorschauen,

hinter,

zwischen

etwas

herausgucken


54

DAS MÄDCHEN LIESEL

55

Auf einmal erfüllte ein glänzendes weißes Licht den ganzen

Raum.

„Ich heiße übrigens Lola“, sagte das Mädchen, verwundert

über ihre eigene Stimme.

„Ich kann wieder sprechen? Auch ohne die Feder zu besitzen?“

13

forsch =

entschlossen,

furchtlos

„Ja, kannst du, weil du etwas von dem Wasser geschluckt

hast. Und jetzt gib mir die Feder und die Flasche zurück!“,

sagte Fietje forsch.

Arti flog aufgeregt über ihren Köpfen hin und her. Fietje

entriss der verdutzten Lola die Feder.

„Erkläre uns, warum du das gemacht hast!“, sagte Fietje

und gab Arti die leuchtend rote Feder, die der Vogel sich

vorsichtig in sein Federkleid steckte.

„Ich kann wieder deutsch sprechen“, rief Arti hocherfreut.

Der Papagei flog auf Fietjes Schulter und die beiden gingen

nach draußen. Lola folgte ihnen.

forsch


56

DAS MÄDCHEN LIESEL

57

Vor dem Gebäude fing Lola an zu erzählen: „Ich bin eigentlich

eine verzauberte Gänsehirtin. Mein ganzer Name

ist Lola-Isabella-Emma-Saskia-Ella Leine. Ich arbeite für

Herrn Keinwort und Mister Mundzu, denn sie haben mir

versprochen den Zauber zu lösen, wegen dem ich nicht

mehr sprechen konnte. Es tut mir alles sehr leid, denn ich

habe gemerkt, wie nett ihr seid und wie böse die beiden

Männer. Ich konnte bestimmt wegen ihnen nicht mehr

sprechen. Sie haben mich hereingelegt. Kommt, ich bringe

euch zurück in die Stadt.“

Dieses Mädchen ist aber auch mysteriös“, murmelte Fietje.

„Hey“, rief er ihr hinterher, als sie schon einige Schritte entfernt

war. „Wo ist denn dein Denkmal?“

„Suche nach der Figur, die aus den Anfangsbuchstaben all

meiner Namen besteht.“

Dann war sie endgültig auf und davon. Fietje und Arti überlegten

fieberhaft. „L I E S E L!“, schrien beide gleichzeitig.

14

mysteriös =

seltsam,

rätselhaft

Lola zeigte ihnen den geheimen Ausgang. Fietje wollte jetzt

Richtung Hotel, wo seine Mutter bestimmt schon wartete.

„Und was ist das für ein Zauber?“, fragte er Lola.

Aber Lola antwortete nur: „Ich muss wieder zurück zu

meinem Denkmal. Danke, dass ihr mir die Augen geöffnet

habt.“

L I E S E L !

Während sie das sagte, bemerkten die Freunde, dass sich

nach und nach ihr Aussehen veränderte.

mysteriös


58

59

Birte Gerke

13 Jahre

Hainberg-Gymnasium

Charlotte Rust

12 Jahre

IGS

Darja Rizo

Wellmann

13 Jahre

IGS

Teil 2

Fernwärme

geschrieben von:

Marvin Struck

13 Jahre

Klara Meera

Wunschelmeier

12 Jahre

IGS

Hainberg-Gymnasium

Nelli Salgado

Scharf

12 Jahre

Hainberg-Gymnasium

Marlene Cherouny

12 Jahre

IGS

Liv Helena Tech

11 Jahre

Hainberg-Gymnasium

Nele Keveloh

12 Jahre

IGS

Marie Sophie

Leisker

11 Jahre

Hainberg-Gymnasium

Pia Sandvoß

12 Jahre

IGS

Rita Nizamova

12 Jahre

Hainberg-Gymnasium


60

TROFFNICK UND SEINE MINKA

61

"Troffnick und

seine Minka"

Nachdem die beiden Freunde das Wasser im Hotel abgeliefert

hatten und Fietjes Mutter endlich wieder reden

konnte, machten sich die Freunde auf den Weg in die

Göttinger Innenstadt.

„Mama glaubt wirklich, dass ihr Hals entzündet war“, lachte

Fietje, als er plötzlich Menschen jubeln und klatschen

hörte. Er ging in die Richtung des Trubels. Dort sah er

einen Mann, der eine Statue küsste, die auf einem Brunnen

stand.

Er ging in die Menge und fragte einen Mann, der neben

ihm stand und vergnügt in die Hände klatschte:

„Äh, Entschuldigung! Wissen Sie, was der Mann dort

macht?“

„Na, er küsst das Gänseliesel“, meinte der alte Mann. Auf

seiner Jacke stand, wer er war: Professor Troffnick.

„Das was?“

Doktorand

„Oh, du kennst die Geschichte nicht? Es lebte mal vor langer

Zeit eine wunderschöne Gänsemagd. Sie hatte einen

Freund. Nachdem der seinen Doktortitel bekommen

hatte, verließ er sie. Seitdem muss jeder Doktorand sie

als Wiedergutmachung küssen.“

15

Doktorand =

jemand, der

an seiner

Doktorarbeit

schreibt

Die Gänseliesel-Figur auf

dem Brunnen ist nur eine

Nachbildung der echten

Skulptur. Diese steht im Städtischen

Museum.

„Gänseliesel, Fietje, das ist eine neue Feder“, rief Arti

aufgeregt. Fietje beschriftete eine der Federn, die sich

Arti sofort in sein Federkleid zurücksteckte.


62

TROFFNICK UND SEINE MINKA

63

16

herrschaftlich

=

vornehm,

großzügig

„Ich muss jetzt nach Hause“, meinte der Professor,

„Minka wartet.“

„Oh, kocht Ihre Frau leckere Sachen?“, fragte Fietje höflich.

„Minka ist meine Katze“, sagte der Professor belustigt.

„Warum fragst du?“

Da knurrte auch schon Fietjes Magen. „Weil ich Hunger

habe“, antwortete er verlegen.

„Komm doch mit, dann erzähle ich dir noch etwas über

das Gänseliesel“, meinte der Professor und schmunzelte.

Der Professor wohnte in einem herrschaftlichen Haus,

in einer Seitengasse der Innenstadt. Während er die Tür

aufschloss, fragte er Fietje: „Wie heißt du eigentlich?“

„Ich bin Fietje, Ihren Namen kenn ich ja schon“, antwortete

ihm der Junge und deutete auf des Professors

Brust.

„Ja“, lachte der Mann. „Namensschilder sind manchmal

praktisch.“

Drinnen flitzte Minka dem Professor entgegen. Dann

bemerkte sie den Vogel. Sie fauchte und stürzte sich auf

Arti. Der flog geschockt auf ein Wandregal, auf dem eine

blaue Flasche stand.

„Vorsicht, ich habe fünf Jahre für das Zauberwasser

gebraucht. Es trocknet niemals!“

herrschaftlich


64

TROFFNICK UND SEINE MINKA

65

17

unversehens =

schlagartig,

überraschend,

unerwartet

Die Katze sprang unversehens mit einem Satz aufs

Regal. Dabei stieß sie das blaue Fläschchen mit dem

Zauberwasser um. Es fiel auf das Skateboard und zersprang.

Die Flüssigkeit breitete sich auf dem Board aus.

Minka wollte zu Arti rüberspringen doch verfehlte das

Regal und kam auf dem Skateboard auf. Sie verschwand.

Wenn ich das

Board nicht

trocken reiben

kann, kommt Arti

niemals wieder!

„Minka“, schrie nun Arti und flog hinterher.

„Nein!“, schrien Fietje und Professor

Troffnick gleichzeitig.

„Wo ist meine Katze hin?“,

jammerte der Professor.

Fietje schrie erschrocken:

Arti!“ und gleich danach:

„Professor, gibt es denn

einen Trick, dass das

Zauberwasser dennoch trocknet?“

„Ja, aber meine ganzen Unterlagen sind verschwunden,

ich weiß nicht mehr genau, welche Variante funktioniert

hat. Meine arme Minka...“

Fietje schaute schockiert aus dem Fenster. Plötzlich sah

er draußen etwas Graues vorbeihuschen. Er ging hinaus,

um zu sehen, was das war. Doch er konnte nichts mehr

entdecken. Drinnen wollte Fietje das Skateboard irgendwie

trocken reiben, doch er konnte es jetzt nirgendwo

sehen. Er ging in die Küche, wo der Professor verzweifelt

hin und her lief.

„Professor, wo haben sie mein Skateboard hingestellt?“

„Wieso? Es steht doch beim Regal“, antwortete ihm

Troffnick.

„Oh nein!“, rief Fietje.

unversehens

Er rannte entsetzt aus der Küche, ein Blick aus dem

Fenster erklärte alles. Herr Keinwort verschwand vor

seinen Augen, das Skateboard unterm Arm. Fietje lief

aus dem Haus, um ihm zu folgen.


66

TROFFNICK UND SEINE MINKA

Jetzt rannte er schon eine ganze Weile hinter Herrn Keinwort

her. Durch Straßen und Gassen, über Wiesen und

Plätze, doch der Agent war schneller. Irgendwann wusste

er nicht mehr, wo er sich befand. Jetzt verschwand Herr

Keinwort in einem großen Gebäude aus orangen Backsteinen.

Mit den grünen Türen sah es aus wie eine Industriehalle. Es

war das Heizkraftwerk Göttingens.

Fietje, warte!“ Fietje drehte sich um und erblickte Professor

Troffnick, der ihm offenbar gefolgt war.

„Ich habe ihn verloren“, murmelte Fietje.

Mister Mundzu sah sich in der großen Halle um. Er wartete

auf Herrn Keinwort. Dieser kam aufgeregt eine lange Metalltreppe

herunter und zeigte begeistert auf das Skateboard.

Jetzt mussten sie nur noch den Zaubertrick von Professor

Troffnick anwenden, damit sie Arti aus dem Board herausholen

konnten. Herr Keinwort nahm das Skateboard und

stellte es an einen der großen Heizkessel. Dann wartete er

geduldig, die Unterlagen mit Troffnicks Trick in der Hand.

Da sprangen Minka und Arti aus dem Board. Die Ganoven

umstellten die beiden. Sie waren zu abgelenkt, um zu bemerken,

dass sie nicht mehr alleine waren.

67

Heizkessel

In den Kesseln befindet sich Wasser. Es

kommt aus den Heizungen der Göttinger

in das Heizkraftwerk mit verschiedenen

"Vorlauftemperaturen" von ca. 70 Grad an.

Im Heizkraftwerk wird es auf ca. 90 Grad

erwärmt. Dann fließt es zurück zu den

heizkraftwerk

Göttingern und sorgt n den Wohnungen wieder

für warme Heizungen.

Die drei Göttinger Heizkraftwerke

werden mit Biogas und

Erdgas betrieben. Das Heizkraftwerk

Godehardstraße ist das Größte der

drei HKWs. Es versorgt rund 170

Gebäude in der Stadt.

Vor allem das Neue Rathaus, das

Deutsche Theater, die Universität,

Behörden, Schulen und Sporthallen

werden damit beheizt. Das Heizkraftwerk

wurde 1998 komplett saniert

und beherbergt heute modernste

Heiztechnik.


Reißaus nehmen

68

TROFFNICK UND SEINE MINKA

69

rempeln

18

rempeln =

stoßen,

wegstoßen

Da wurde Herr Keinwort von hinten auf die Schulter

getippt. Er blickte sich um. Es war Professor Troffnick.

„Das gehört mir!“, sagte der Professor und schnappte

sich seine Unterlagen.

Fietje nahm unbemerkt das Skateboard an sich. Minka

krallte sich in das Bein von Herr Keinwort, um ihr Herrchen

zu beschützen. Sie ließ sich am Bein nach unten

rutschen, was einige Kratzer verursachte. Der Agent

jaulte vor Schmerz und stolperte nach hinten. Dabei

rempelte er Mister Mundzu an und gemeinsam fielen sie

zu Boden.

19

Reißaus

nehmen=

weglaufen,

sich heimlich

davonmachen

„Lasst uns verschwinden, ich müsste schon längst weg

sein. Ich verreise für ein paar Tage und muss Minka solange

in Pflege geben“, sagte der Professor.

„Wer pflegt sie denn?“, krächzte Arti, während sie nach

draußen liefen.

„Ich gebe sie Clara. Sie ist die Tochter des Bürgermeisters.

Wir kennen uns gut.“

„Mann, los jetzt, ihr Labertaschen! Wie lang wollen wir

noch vor unseren Verfolgern herumstehen?“

Endlich nahm die Gruppe Reißaus und trennte sich dann.


70

TROFFNICK UND SEINE MINKA

kartoffelsalat

An den folgenden Tagen grübelte Fietje darüber nach, wie

das angebliche Zauberwasser von Professor Troffnick nun

doch getrocknet war. Was war der Trick? Hatte es etwas

mit dem Kalkgehalt zu tun? Fietje fuhr mit Arti auf der

Schulter durch die Stadt. Sie war brechend voll. Er kam an

Karstadt und H&M vorbei. Plötzlich hörte er einen Schrei

und konnte gerade noch bremsen, um das Mädchen vor

seinen Füßen nicht anzufahren. Es war Clara.

„Minka, warum musst du mir immer vor die Beine laufen?“,

fluchte sie.

Fietje streckte Clara die Hand entgegen und half ihr hoch.

Sie liefen gemeinsam weiter bis sie an einem Computergeschäft

hielten. Im Schaufenster stand ein Monitor, auf

dem gerade eine Meldung lief:

„Der Bürgermeister wird vermisst. Die Polizei vermutet eine

Entführung."

Erschrocken sah Fietje Clara an. Sie war kreidebleich im

Gesicht. „Wer entführt denn meinen Vater?“, schluchzte sie.

„Ich werde dir suchen helfen“, sagte Fietje entschlossen.

Clara wollte sofort wieder zum Heizkraftwerk. „Dorthin ist

er heute früh gefahren“, sagte sie.

„Es haben ihn doch hoffentlich nicht die beiden Schurken

aus Sprachlos-Land entführt!“, kam es von Fietje.

Auf dem Weg dorthin krächzte Arti: „Das blöde Katzenvieh

hat mir eine Feder ausgerissen!“

„Kartoffelsalat“ miaute die Katze ein paar Meter weiter

vorn. Fietje musste kichern: „Minka wird sie dir schon wiedergeben.“

Sie waren im HKW angekommen. Clara ging zielsicher durch

Gänge und Hallen bis sie schließlich an einer riesigen Verbrennungsmaschine

ankamen. Sie schien sich hier bestens

auszukennen.

War es der

Kalk des

Wassers?

Das im Heizkraftwerk

ankommende Wasser hat

71

bereits einen geringen Kalkgehalt

(Kalziumoxyd). Über eine

Enthärtungsanlage wird das in

das Heizsystem nachzufüllende

Wasser noch weicher gemacht,

denn der Kalk ist schädlich

für die technischen Anlagen

im Heizkraftwerk und für die

Rohrleitungen.


72

TROFFNICK UND SEINE MINKA

allesamt

73

„Was ...?“, stammelte Fietje. Neben einer der großen Maschinen

standen Herr Keinwort, Mister Mundzu und der

Die Ganoven hatten sich in einen Gedankenstreit verwickelt.

Sie waren abgelenkt. Aus unerklärlichen Gründen

21

pirschen =

auf die Jagd gehen,

nachstellen

20

knebeln =

Fesseln/

Ketten

anlegen

BÜRGERMEISTER! Er war geknebelt. Fietje wollte Clara in

ein Versteck ziehen, doch Mister Mundzu packte ihn und

schupste ihn in einen Käfig, zusammen mit Arti.

„Clara!“, rief Fietje.

zankten sie sich um die gelben Ohrenstöpsel, die aus

einem Spender purzelten.

Clara schlich auf leisen Sohlen zu ihrem Vater, Fietje zu

den Männern. Er pirschte sich von hinten an und stürzte

22

bemächtigen =

jemanden

ergreifen,

in seine Gewalt

bringen

„Mein Vater...“, antwortete sie mit zittriger Stimme.

„Kartoffelsalat“, miaute Minka wieder. Und da, wie von

Zauberhand, schoben sich die Gitter auseinander. Ein

sich auf Herrn Keinwort. Clara und ihr Vater bemächtigten

sich Mister Mundzu. Nun wälzten sich allesamt auf

dem Boden. Es war ein fieberhafter Kampf.

23

allesamt =

alle zusammen,

alle ohne

Ausnahme

Spalt tat sich auf und Fietje sprang schnell heraus.

„Das war ein Passwort!“ Der Junge strahlte. Er sah Clara

an und nahm sie bei der Hand.

„Kartoffelsalat, Kartoffelsalat“, miaute Minka wieder. Die

Käfigtür öffnete und schloss sich mit lautem Quietschen.

Da boxte Herr Keinwort auf einmal Fietje heftig in den

24

rangeln =

prügeln,

raufen,

ringen

Bauch. Krampfhaft zuckte er zusammen. Herr Keinwort

rangelte sich frei.

„Oh nein!“ Auch Mister Mundzu hatte sich freigekämpft.

Sie liefen beide davon.

„Ihr habt mich gerettet, Kinder“, strahlte der Bürgermeister

und ging mit Clara und Minka davon.

Fietje machte sich auf den Weg. Er suchte sich eine Ecke

zum Ausruhen.

bemächtigen

knebeln

pirschen

rangeln

Bei der Arbeit im

Heizkraftwerk braucht

man Ohrenstöpsel, um sich vor

der Lautstärke der Maschinen

zu schützen.


74

TROFFNICK UND SEINE MINKA

75

Kurze Zeit später lag er auf einer Wiese im Stadtwald

und versuchte, das Geplapper von dem kleinen Mädchen

rechts neben ihm nicht zu beachten.

Mittlerweile wusste er, dass sie Mida hieß und 9 Jahre

alt war. Sie schwärmte die ganze Zeit schon von gelben,

roten und grünen Papageien.

Fietje dachte daran, wie es Arti im Heizkraftwerk ging.

Er wollte allein noch einmal dorthin, um ein paar Wörter

zu ergattern. Irgendetwas von einem Wärmetauscher

hatte er gequasselt.

Genervt packte Fietje seine Sachen und lief schnurstracks

wieder auf das Heizkraftwerk zu.

Das Mädchen heftete sich sofort an seine Fersen.

Im Heizkraftwerk angekommen, schweifte Fietjes Blick

über die vielen Treppen und Rohre, als ihn jemand von

hinten antippte.

Langsam drehte sich Fietje um und blickte in die neugierigen

Augen des kleinen Mädchens.

„Was machst du hier? Das hier ist nichts für kleine

Naseweise“, nörgelte Fietje. Enttäuscht lief das Mädchen

davon. Als Fietje sich vergewissert hatte, dass sie weg

war, rief er nach Arti. Er kam sofort geflogen.

Plötzlich kam das Mädchen hinter einem der unzähligen

Rohre wieder hervor. Im gleichen Moment wurde die Tür

aufgerissen und Herr Keinwort stand in der Halle.

25

Naseweis =

jemand, der

vorwitzig und

laut ist

Wärmetauscher

Naseweis

Ein Wärmetauscher steht in

den meisten Häusern. Er ist

die Schnittstelle zwischen Heizkraftwerk

und Wohnung.

Er verhindert, dass das ankommende

Wasser aus dem Heizkraftwerk mit

dem Wasser aus den Leitungen der

Wohnungen vermischt wird.

So könnte der Kalkgehalt unerwünscht

erhöht werden. Das schadet

den Heizungsrohren, denn der Kalk

aus dem Wasser setzt sich gerade bei

Hitze an den Rohrwänden ab.

Die Rohrleitung im

Heizkraftwerk ist

8 Kilometer lang!


76

TROFFNICK UND SEINE MINKA

77

„Papa ... “, entfuhr es dem Mädchen.

„Das ist dein Vater?“, fragte Arti erschüttert.

Fietje zischte: „Arti versteck dich!“

Doch es war schon zu spät, Keinwort hatte

ihn entdeckt. Er machte einen gewaltigen

Sprung nach vorn und verfehlte Arti nur um

Haaresbreite. Arti rettete sich krächzend auf

ein Rohr in 2 Metern Höhe.

Mida rannte Fietje hinterher.

„Warte“, schrie sie. „Warte auf mich!“

Für einen kurzen Augenblick blitzte etwas

wie Traurigkeit in Herrn Keinworts Augen auf.

Mida hatte Fietje eingeholt. Zwischen zwei

Atemstößen brachte sie hervor:

„Ich kenne ein Versteck, folgt mir!“

Fietje flitzte ihr hinterher. Arti flog über

ihnen. Herr Keinwort nahm sofort die Verfolgung

auf.

So ging es quer durch das Heizkraftwerk,

vorbei an brodelnden Kesseln, rauschenden

Rohren und blinkenden Knöpfen. Bis sie

schließlich vor einer kleinen Tür standen.

Warte

auf mich!


78

TROFFNICK UND SEINE MINKA

79

26

drapieren =

schmücken,

verzieren

„Hier rein, schnell beeilt euch“, flüsterte Mida. Schnell

schlüpften sie in den kleinen Kontrollraum. Ein paar

Sekunden später schoss Herr Keinwort draußen an der

Tür vorbei. Alle atmeten auf und machten sich sofort

ans Pläne schmieden. Sie beschlossen, eine Feder von

Arti in der Halle aufzuhängen und unter ihr auf dem Boden

ein Netz zu drapieren, in das Herr Keinwort rennen

sollte. Gesagt, getan. Das Netz lag, die Feder baumelte.

Nun mussten sie nur noch warten bis Midas Vater die

Feder sah und in die Falle tappte.

schleierhaft

27

schleierhaft =

geheimnisvoll,

rätselhaft

Die drei versteckten sich schnell hinter einem Kompressor,

der direkt neben der Falle stand.

Sie mussten nicht lange warten. Kurze Zeit später kamen

Herr Keinwort und Mister Mundzu um die Ecke.

Sie sahen die Feder, traten in das Netz und es schnappte

sofort zu. Triumphierend kamen die drei aus ihrem

Versteck. Warum Mida allerdings ihren Vater ausgeliefert

hatte, blieb Fietje schleierhaft. Doch bevor sie Hilfe holen

konnten, waren die Ganoven auch schon verschwunden.

kompressor

Ein Kompressor kann großen

Luftdruck erzeugen. In seinem

Kessel ist die Druckluft gespeichert.

Diesen schließt man an etwas an,

was Druckluft zum Funktionieren

braucht.

Kontrollraum

drapieren

Im Kontrollraum, der Schaltzentrale

des Heizkraftwerkes,

werden alle Leitungen, Rohre,

Kessel und Maschinen mit Computern

überwacht.


80

TROFFNICK UND SEINE MINKA

81

Endlich war in Göttingen wieder Ruhe und Fietje und Arti

sausten mit ihrem Zauberskateboard die Straßen entlang.

Fietje machte eine Vollbremsung als Arti krächzte:

„Komm, ich will unbedingt noch mal nach dem Rechten sehen!“

Kaum hatten sie das Kraftwerk betreten, waren die Freunde

vom Motorenlärm der Kompressoren und Heizöfen und stickiger

Luft umgeben. Plötzlich hörten sie ein dumpfes Geräusch.

Es hörte sich an, als wollte eine Kuh sich aus einer riesigen

Blechdose befreien.

„Hallo?“, rief Fietje und Arti ächzte ängstlich: „Wer ist da?“

Sie gingen in Richtung der großen Öfen, wo sie hinter einem

langen Rohr einen Schatten sahen. Langsam näherten sie sich

der Gestalt. Da sahen sie ein kleines schmutziges Mädchen,

dass eine große Maschine mit blinkenden Knöpfen und vielen

Schaltern bediente. Sie sah aus wie Clara, nur irgendwie viel

jünger.

Arti quäkte genervt: „Warum antwortet sie uns dann nicht?“

Fietje meinte: „Ich glaube, sie kann nicht sprechen.“

Das Mädchen stotterte leise: „Ich…bin…Clara...“

Arti blickte erstaunt auf, da Clara offenbar nicht nur plötzlich

jünger war, sondern auch nicht mehr richtig reden konnte.

„Ich habe eine super Idee. Clara muss mir die äußerste linke

Schwanzfeder rausziehen, dann kann sie wieder sprechen.

Aber sie muss die Feder immer bei sich haben, sonst klappt

das mit dem Sprachzauber nicht.“

ich ... bin ...

clara ...

28

quäken =

schrille Laute

von sich geben

„Hey du“, sagte Arti, „was machst du denn an dieser großen

Maschine?“

Doch das Mädchen antwortete ihm nicht. Fietje und Arti versuchten

es noch einmal:

„Hallo, kannst du uns hören?“, fragte Fietje.

Sie schaute die Freunde jetzt erstaunt an, dann aber nickte sie

langsam mit dem Kopf.

quäken


82

TROFFNICK UND SEINE MINKA

Clara sah den Papagei mit großen Augen an und nahm

die Feder an sich. Ihr Gesicht bekam wieder mehr Farbe

und aus ihrem Mund kam ein erleichtertes Seufzen.

„Ja, ich bin’s. Ich wollte heute wieder in der Werkstatt

arbeiten. Ich weiß gar nicht, was genau passiert ist.“

Doch dann schaute sie an Fietje vorbei und schrie:

Die schon wieder?“

Fietje antwortete: „Die beiden dürfen die Schwanzfeder

auf gar keinen Fall in die Hände bekommen.“

Clara nickte. Was war zu tun?

Arti probierte, sich hinter Clara zu verstecken. Drohend

kamen die Ganoven auf sie zu. Alle blieben stehen. So

standen sie ungefähr 5 Sekunden.

Dann schrie Fietje plötzlich: „Jetzt! Rennt zum Ausgang!“

Es funktionierte. Die Agenten waren überrumpelt und

blieben zurück.

Kaum waren sie draußen, da sprang Fietje auf das

Skateboard. Clara zögerte und Arti rief ganz aufgeregt:

„Schnell, sie wollen doch die Feder!“

Clara hopste nun auch auf das rote Board und die drei

fuhren in hohem Tempo in Richtung Innenstadt zum

Marktplatz. Dort waren viele Menschen, ein Mann spielte

Gitarre und sang ein Lied. Die drei Freunde setzten sich

zum Gänseliesel. Arti verriet nun Clara die Zauberworte,

die sie sprechen musste, um wieder sie selbst zu werden.

Sie bedankte sich und kehrte zu ihrer Arbeit zurück.

83


84

85

Antonia

Oberdieck

11 Jahre

Hainberg-Gymnasium

Daria

Brinckwerth

11 Jahre

Hainberg-Gymnasium

Elias Manuel

Karnagel

11 Jahre

Hainberg-Gymnasium

Teil 3

Strom

geschrieben von:

Lilith Leschke

12 Jahre

IGS

Lina Hilke

11 Jahre

Mareile

Kuhlencord

11 Jahre

Montessori-Schule

Hannes Josua

Kramer

12 Jahre

Hainberg-Gymnasium

Hainberg-Gymnasium

Shari Salzmann

12 Jahre

Hainberg-Gymnasium

Melanie

Madlenscha

12 Jahre

Hainberg-Gymnasium

Johanna

Steinborn

11 Jahre

Hainberg-Gymnasium

Kim Cora Michler

11 Jahre

Hainberg-Gymnasium

Sophie Herdt

12 Jahre

Hainberg-Gymnasium


86

FLORA UND KABELSALAT

"Flora und Kabelsalat"

87

Der nächste Tag begrüßte die Freunde mit strahlendem

Sonnenschein. Fietjes Mutter besuchte eine Freundin,

Fietje und Arti waren auf dem Marktplatz unterwegs.

Ein Bäcker rief: „Frische Rosinenbrötchen, kostet Göttinger

Rosinenbrötchen!“

Arti war nicht mehr zu halten und flog hin.

Fietje wollte ihm folgen, doch er kam nicht weit. Er stieß

mit einem Mädchen zusammen. Es war schon wieder

Clara.

Entschädigung

29

Entschädigung

=

Ausgleich

für erlittenen

Schaden

„Entschuldigung, oh Mann!“

„Ist schon okay, fast etwas verrückt.“

„Darf ich dich als Entschädigung auf ein Eis einladen“,

fragte Fietje.

„Danke, aber heute kann ich leider nicht. Ich mache ein

Praktikum in der Leitwarte der Stadtwerke Göttingen.

Aber morgen hätte ich Zeit. Hier hast du meine Nummer,

ruf mich einfach an“, sagte sie und schrieb die Zahlen

auf seinen Arm. Dann verabschiedete sie sich von Fietje.

Er schaute ihr noch lange nach. Da landete Arti mit einem

großen Rosinenbrötchen auf seiner Schulter.

Leitwarte der Stadtwerke Göttingen

In der Leitwarte wird jeden Tag 24

Stunden der Fluss von Wasser, Strom,

Wärme und Gas per Computer überwacht.

Gibt es Ausfälle oder einen Schaden, blinkt

ein Lichtsignal auf dem Monitor und zeigt den

genauen Standort der Störung an. Über die

Telefonnummer 301-333 kann man hier auch

eine Störung per Anruf melden.


88

FLORA UND KABELSALAT

89

30

Leitwarte =

technische

Einrichtung

zur Überwachung

eines Systems,

was viele

Leitungen

verknüpft.

Bevor Clara in den Bus stieg, drehte sie sich noch einmal

zu Fietje um und lächelte ihn an. Es dauerte nicht lange

bis sie die Stadtwerke erreicht hatte. Sie begrüßte den

Pförtner und winkte in die Überwachungskamera. Clara

betrat die Leitwarte. Ihr Onkel kam ihr schon entgegen.

„Dein zweiter Tag in der Leitstelle, Clara. Schreibst du

schon an deinem Praktikumsbericht?“, fragte ihr Onkel.

„Ich schreibe gerade die Einleitung. Ich habe vorhin

schon was über Ökostrom und erneuerbare Energien

gelesen. Das ist echt spannend!“, sagte Clara und ging

ihren Bericht noch einmal durch. Sie las laut vor, was sie

schon geschrieben hatte.

Die Stadtwerke gibt es schon über 150 Jahre... Sie versorgen

die Stadt mit Gas, Wasser, Wärme und Strom.

Sie versuchen CO2-neutral zu arbeiten....“, murmelte sie.

„Neben Wasserkraft nutzen sie Photovoltaik, nachwachsende

Rohstoffe und Windkraft.“

GöStrom der

Stadtwerke

Göttingen ist zu

100% reiner

Ökostrom!

Leitwarte

Windkraft

Über Windräder wird Strom

erzeugt. Weil sie Lärm machen,

dürfen sie nur dort aufgestellt

werden, wo sie Tiere und Pflanzen

nicht stören. Sie sind bis zu 200 Meter

hoch und haben einen Betonfuß von 20-

30 Metern Durchmesser.

Photovoltaik

Über viele einzelne Solarzellen

auf einem Solarmodul

wird durch Sonnenlicht eine

Spannung erzeugt, die dann in Wechselstrom

umgewandelt wird.

Wechselstrom wird im Haushalt für

elektrische Geräte und Steckdosen

gebraucht. Auf der Sparkassen-

Arena sind über 1.000 Solarmodule

miteinander verbunden und erzeugen

zusammen ca. 170 kW Strom.


90

FLORA UND KABELSALAT

mahnend

91

31

Pförtner =

jemand, der

den Eingang

eines Geländes/Gebäudes

bewacht

32

mahnend =

jemanden

belehrend auf

etwas aufmerksam

machen

Claras Onkel versuchte den Pförtner telefonisch zu erreichen,

aber der reagierte nicht.

„Ich schau mal nach, du bleibst hier und passt auf alles auf.

Du darfst deinen Posten nicht verlassen, bis ich wieder zurück

bin. Wenn etwas nicht stimmt, dann musst du den Bereitschaftsdienst

informieren“, sagte er mahnend zu Clara.

Sie beobachtete ihn auf dem Weg zur Pförtnerstelle, da fiel

ihr auf einem der Monitore ein vorbeihuschender Schatten

auf, dem ein kleiner Schatten folgte.

„Merkwürdig“, flüsterte sie.

Ein Klopfen am Fenster lenkte Clara von den Monitoren ab.

Es war Flora, Claras Kakadu-Dame.

„Flora, was machst du denn hier?“, fragt sie, als sie das Fenster

öffnete. Doch bevor Flora antworten konnte, wurde es

Clara schwarz vor Augen. Die zwei Schatten entpuppten

sich als Herr Keinwort und Mister Mundzu, die nun gleich die

bewusstlose Clara in die Hexenküche schleiften.

Pförtner

Wen sie nicht bemerkten war Flora, die heimlich nach ihnen

in den Raum flog. Herr Keinwort und Mister Mundzu knallten

die Tür zu und suchten in dem Schrank mit den verschiedensten

Schlüsseln nach einem, mit dem sie das Mädchen

einschließen können. Zwischen den ganzen Schaltschrankschlüsseln

fanden sie einen Generalschlüssel.

Sie sperrten die Hexenküche ab und verließen die Leitstelle.

Kaum war die Tür hinter ihnen ins Schloss gefallen, klingelte

Claras Handy. Es war Fietje. Flora erkannte ihre Chance und

drückte auf den „Annehmen“- Knopf. Sie krächzte in das

Telefon. „Clara, bist du das?“, fragte Fietje

verwirrt. Arti drängelt sich ans Telefon und

antwortet der Vogeldame.

Generalschlüssel

Hexenküche

Spitzname für

den Raum bei

der Leitwarte, in der

verschiedene Geräte

stehen und Kabel/

Rohre entlanglaufen

33

Generalschlüssel

=

Schlüssel, der

bei den meisten

Türen eines

Gebäudes

passt


92

FLORA UND KABELSALAT

das

übernehme

ich!

93

Arti sagte zu Fietje: „Clara ist in Gefahr! Wir müssen zu

den Stadtwerken in die Leitstelle.“

Fietje schnappte sofort sein Skateboard. Schnell erreichten

sie die Stadtwerke.

Arti flog voraus, Fietje schlüpfte unter einer der

Schranken hindurch und folgte ihm.

Sie schauten in jedes Fenster, bis sie an einer Werkstatt

vorbeikamen und Herrn Keinwort und Mister Mundzu

entdeckten.

Schnell versteckten sich die Freunde hinter großen

Kabelrollen. Plötzlich kam ein rosafarbener Vogel auf sie

zugeflogen.

„Hey, du bist bestimmt Flora!“, rief Arti, dem Clara schon

von ihr erzählt hatte.

Flora landete auf Fietjes Schulter.

„Wir müssen die beiden ablenken, dann können wir Clara

suchen“, sagte Fietje.

„Das übernehme ich!“, meinte Arti und flatterte sofort

davon.

In der Werkstatt können

die Reparaturen und

Störungsbehebungen vorbereitet

werden.


94

FLORA UND KABELSALAT

95

34

vergewissern =

nachsehen,

prüfen,

sicher gehen

Während Fietje Flora folgte, um Clara zu befreien, versteckte

sich Arti hinter einem Schweißgerät. Dort entdeckte er

zwischen den Leitungen eine rosafarbene Feder. Er sah sie

sich genauer an, um sich zu vergewissern, um was für eine

Feder es sich handelte.

„Da steht ‚Deutsch’ drauf!“, dachte er laut.

„Das ist eine Sprach-Feder.“

Arti befreite die Feder mit seiner Kralle aus dem Kabelgewirr.

Da hörte er hinter sich ein Rascheln.

„Oh, oh!“, krächzte er nur noch.

Die Agenten hatten ihn gehört. Schnell schnappte sich Arti

die Feder und entwischte im letzten Augenblick den Händen

der gierigen Ganoven. Arti flog den Gang entlang, durch offene

Feuerschutztüren, über Leitungen hinweg und vorbei an

Werkbänken und Sicherheitstafeln, doch die Agenten blieben

ihm dicht auf den Fersen.

Clara half Fietje auf und gemeinsam verließen sie den Raum.

Sofort überprüfte Clara sämtliche Anzeigen auf den vielen

Monitoren. Zum Glück gab es keine Störungsmeldungen. Fietje

schaute ihr verwundert zu. Da stießen ihn Mister Mundzu

und Herr Keinwort um. Gerade als sie nach Fietje und Clara

greifen wollten, flogen zwei Schatten blitzschnell auf sie zu.

Es waren Flora und Arti.

vergewissern

In der Zwischenzeit versuchte Fietje das Schloss zur Hexenküche

aufzubrechen. Mit einer Büroklammer gelang es ihm

endlich. Als die Tür aufsprang, flog er unerwartet durch die

Luft und landete hart auf dem Boden. Verwundert rieb er

sich den schmerzenden Hintern. Clara stand mit erschrockenem

Gesicht über ihm.

„Ups!“, rief sie erstaunt aus. „Das bist ja du, Fietje!“


96

FLORA UND KABELSALAT

straucheln

Flora an Arti gerichtet.

„Stimmt, der Leitwart trägt eine große Verantwortung hier in

der Leitstelle“, sagte Arti und strich sich über die neue Feder.

97

35

straucheln =

hängen bleiben,

stolpern,

taumeln

Wie ist denn das Rezept

für einen Kabelsalat?

2

Hinter Arti tauchte Herr Keinwort auf und wollte nach ihm

greifen. Blitzschnell wich der Graupapagei aus.

Herr Keinwort stolperte über Mister Mundzu, sie strauchelten

und fielen gemeinsam in den Kabelsalat in der Hexenküche.

Fietje rannte auf die Tür zu, machte das Licht in der Hexenküche

aus, sodass nur noch kleine rote Lämpchen leuchteten,

und sperrte die Tür von außen zu.

Erst jetzt bemerkte Fietje, dass Arti eine hellrosafarbene

Feder im Schnabel trug.

Arti übergab Flora die Feder. Erleichtert

steckte sich die Kakadu-Dame die

verlorene Feder zurück in ihren Flügel.

„Endlich kann ich wieder sprechen. Danke

Arti!“, flötete sie fröhlich.

„Jetzt verstehe ich auch, warum du

dich nicht über den sprechenden Arti

gewundert hast“, stellte Fietje fest.

Clara lachte.

„Als Dank habe ich ein ganz besonderes

Wort für dich: Verantwortung“, sagte

Sie hörten Artis Magen knurren.

Arti, hast du etwa schon wieder Hunger?“, fragte Fietje.

„Wir haben ja auch etwas nachzuholen“, sagte Clara kichernd.

„Aber warum bist du eigentlich allein hier?“, fragte Fietje verwundert

und sah sich in dem Raum um. Clara riss erschrocken

die Augen auf.

„Mein Onkel! Den hab’ ich ja ganz vergessen...“, sagte sie und

schlug sich gegen die Stirn.

„Er ist bestimmt beim Pförtner. Lass uns schnell hingehen.

Flora kann hierbleiben und aufpassen. Wenn es einen Alarm

gibt, kommt sie zur Pförtnerstelle geflogen. Wir haben die

Agenten in der Hexenküche eingesperrt, da können sie keinen

Schaden anrichten.“


98

FLORA UND KABELSALAT

99

Schnell liefen sie zum Pförtnerhaus. Dort lagen der Pförtner

und Claras Onkel tatsächlich gefesselt auf dem Boden.

Schnell befreiten sie die beiden. Der Onkel hatte bereits die

Polizei über einen Notknopf verständigt, die in diesem Moment

vorfuhr.

Als alle nun samt der Polizei zurückkamen und die Tür zur

Hexenküche öffneten, waren die Agenten nicht mehr da.

Gemeinsam durchsuchten sie das Gelände. Von den Agenten

war nirgends eine Spur.

Wo

wollen wir

denn hin?

Langsam wurde es hell und nun knurrte auch Claras Magen.

Das Chaos hatte die ganze Nacht gedauert.

„Kommt, Leute! Wir gehen jetzt erst einmal etwas essen“,

schlug Clara vor.

„Guter Plan. Wo wollen wir denn hin?“, antwortete Fietje.

„Lasst uns zur Junkernschänke gehen, ich lade euch ein.“

Junkernschänke

Die Junkernschänke ist heute

ein Restaurant und Wirtshaus

namens "Bacon Supreme"

ERFAhRE MEHR


100

101

Charlotte Josefine

Knecht

12 Jahre

Otto-Hahn-Gymnasium

Klara Walde

11 Jahre

Otto-Hahn-Gymnasium

Teil 4

Gas

geschrieben von:

Clarissa Müller

12 Jahre

Otto-Hahn-Gymnasium

Lena Lindenthal

10 Jahre

Otto-Hahn-Gymnasium

Naima Reichardt

11 Jahre

Otto-Hahn-Gymnasium

Ferdinand

Toischer

11 Jahre

Otto-Hahn-Gymnasium

Oscar Baur

11 Jahre

Otto-Hahn-Gymnasium

Pelle Marten

Lorenz

10 Jahre

Otto-Hahn-Gymnasium


102

FLOPPI, PELLE UND KO

"Floppi, Pelle und Ko"

„Schau mal, das schöne Fachwerkhaus“, meinte Clara.

„Ja, ist das aus dem 15. Jahrhundert?“, fragte Fietje.

„Natürlich“, plapperte Arti.

„Lass uns reingehen und einen Kakao trinken“, sagte Clara.

Als sie drin waren, wunderte sich Fietje, weil es leer war und

alle Stühle hochgestellt waren. Ein alter Mann saß auf einem

Stuhl und hob verwundert den Kopf als sie eintraten.

„Was macht ihr denn hier?“, fragte er.

„Wir wollten hier einen Kakao trinken“, antwortete

Clara.

Der Mann meinte: „Diese Gaststätte

ist doch schon seit dem letzten

Jahr geschlossen. Wir sind jetzt

ein Restaurant und haben noch

nicht geöffnet. Aber ich kann

euch trotzdem etwas bringen.“

„Das ist aber sehr nett. Wir

würden dann gern zwei

Kakao und zwei belegte

Körnerbrötchen nehmen“,

sagte Fietje und zwinkerte

Clara zu.

Nachdem sie sich gestärkt hatten, meinte Fietje: „Lasst uns

jetzt eine kleine Busrundfahrt machen.“

„Da kann ich leider nicht mitkommen. Ich geh kurz in die Stadt

und dann zu einer Freundin“, sagte Clara.

„Okay, komm Arti“, sagte Fietje. „Ab zur nächsten Bushaltestelle.

Wir sehen uns, Clara.“

Etwas später stiegen sie in die 12432 ein.

„Schau mal, hier ist ein schöner Platz“, sagte Arti und flog auf

eine Festhaltestange. Fietje setzte sich unter ihn. Fünf Stationen

später stiegen sie aus. Sie gingen den Maschmühlenweg

hinunter und Fietje sah eine riesengroße graue Kugel. Nicht

weit davon entfernt entdeckte er das Tor zum Eingang eines

Werksgeländes. Was war das denn nun wieder?

Als sie hinein kamen, fand gerade eine Führung

statt. Fietje und Arti mischten sich unter die

Besucher, die gerade ein altes Büro besichtigten.

Ein Mitarbeiter erklärte ihnen: „Von

hier aus kann man den Kugelgasbehälter

überwachen, denn es haben schon Leute

auf ihn geschossen und Bomben-

Attrappen darunter gelegt.“

Kugelgasbehälter

Der Kugelgasbehälter dient

als Notfall-Gasspeicher.

Überwacht werden Druck und

Temperatur und ob alle Werte den

103

Normen/Vorschriften entsprechen.


104

FLOPPI, PELLE UND KO

Während er das sagte deutete er auf viele kleine Monitore

an der Wand. „Weil Erdgas nicht riecht und geschmacklos ist,

fügen wir ihm einen starken Geruchsstoff zu“, sagte der

Mann und reichte einen Stift herum. Als der Stift bei Fietje

und Arti ankam, rümpften sie die Nase.

Gasodor S-Free

Der neue Geruchsstoff enthält

heute kein Schwefel mehr,

denn Schwefel ist schädlich für die

Umwelt. Mit dem Schwefelzusatz

roch Erdgas früher nach faulen

Eiern.

105

„Das riecht ja komisch!“, platzte es aus Arti heraus.

„Der Geruchsstoff wird Gasodor S-Free genannt“, fuhr der

Mann fort. „Es riecht wie Lösungsmittel.“

Eine Frau fragte, warum es so wichtig sei, dem Gas diesen

Geruchsstoff hinzuzufügen.

Darauf erwiderte der Mann: „Damit man sofort bemerkt,

wenn Gas austritt. Das ist sehr gefährlich. Gas allein kann

zwar nicht explodieren, aber in Verbindung mit Sauerstoff

und einer Zündquelle, zum Beispiel einem elektrischen Gerät,

kann eine Explosion entstehen. Deswegen dürfen sie keine

Fotoapparate mit in den Gashochdruckraum nehmen, den

wir gleich besichtigen“, meinte der Mann vom Gaswerk.

Gas kann

SEHR gefährlich

sein!


106

FLOPPI, PELLE UND KO

107

36

explosiv =

leicht

explodierend

In der Gashochdruckanlage war es sehr laut. Der Mann sagte:

„Nehmen sie bitte Ohrenstöpsel aus dem Ohrenstöpselspender!“

Die Besucher drängten sich um den Mann, um verstehen zu

können, was er erklärte. Leider standen Fietje und Arti weit

hinten und bekamen kaum etwas mit.

Sie schauten sich um. In dem Raum gab es viele gelbe und

graue Rohre mit Hebeln und Drehknöpfen. Wenn es nur nicht

so laut gewesen wäre! Dann hätten Fietje und Arti erfahren,

was es mit all diesen Rohren auf sich hatte.

Als sie den Raum wieder verließen, sagte Arti: „Alles sehr

interessant, besonders diese Wörter.“

„Meinst du explosiv und Gashochdruckanlage?“, grinste Fietje.

„Ja, ja… genau!“, plapperte Arti.

Die Gruppe kam auch hinterher. Sie wollten noch etwas anderes

besichtigen und waren auf dem Weg zu einem riesigen

Kugelgasbehälter als ein paar dicke Regentropfen fielen. Arti

verschwand schnell im Skateboard und der Mann sprach in

sein Handy: „Stellen Sie bitte den Sicherungsalarm aus!“

Keiner bemerkte, wie sich zwei Männer mit Zylinder unter die

Besucher mischten. Der Mann erklärte gerade: „Jedes Jahr

muss der Kugelgasbehälter von außen überprüft werden und

alle 15 Jahre von innen.“

Sicherungsalarm

37

Sicherungsalarm

=

ein Alarm der

ein Objekt/

Gebäude

sichert

Explosiv

Das Gelände

ist abgesichert,

unter anderem über

Bewegungsmelder

und Kameras.

Kugelgasbehälter

Die Wand der Gaskugel

ist 3,5 cm dick. In ihr kann

man 26.000 Kubikmeter Gas speichern.

An sehr kalten Tagen werden

in einer Stunde in Göttingen bis

zu 50.000 Kubikmeter Erdgas verbraucht.

Das sind 50 Millionen Liter!


108

FLOPPI, PELLE UND KO

109

Es hatte aufgehört zu regnen und Fietje trocknete das

Skateboard ab. Da kam Arti wieder zum Vorschein, erschrak

und krächzte: „Was ist das denn für ein riesiges Hühnerei?“

„Das ist ein Kugelgasbehälter “, klärte Fietje ihn auf.

„Ist da etwa Gas drin?“, fragte Arti verwirrt.

„Nein“, erwiderte Fietje, „der Mann hat erklärt, dass der

Behälter mittlerweile außer Betrieb ist. Nur bei Reparaturen

wird er noch benutzt, um das Gasnetz zu unterstützen.“

Die zwei dunklen Gestalten, die sie die ganze Zeit beobachteten,

hatten Fietje und Arti noch immer nicht bemerkt.

Aber Clara ging ohne Umschweife hinein. Schnell vergaß Fietje

seine Sorgen.

Arti putzte gerade sein Gefieder und merkte nicht, dass

Clara und Fietje zum Hochdruckraum gingen.

Da kam ihnen Clara entgegengerannt. Fietje freute sich und

rief: „Woher wusstest du, dass wir hier sind.“

„Ich arbeite heute hier. Ist die Führung schon vorbei?“, entgegnete

sie.

„Ja, du hast sie gerade verpasst“, erwiderte Fietje traurig.

Doch fiel Clara etwas auf: „Die Tür zur Gashochdruckanlage

ist offen. Wollen wir reingehen und uns

den Raum noch einmal in Ruhe anschauen?“

Für einen kurzen Moment hatte

Fietje ein ungutes Gefühl, weil der Mann

von vorhin plötzlich wie vom Erdboden

verschluckt war.


110

FLOPPI, PELLE UND KO

111

Nun hatte Fietje endlich die Gelegenheit, sich den Raum anzuschauen,

denn vorhin waren so viele Leute im Weg.

Das Licht spiegelte sich in den vielen Rohren und Clara sah alles

genau an, so, als ob sie etwas überprüfen wollte.

Die grauen Rohre die Filter. Und schau mal, hier ist ein Thermometer!

Die Düsen können zufrieren, wenn das Gas Minustemperaturen

hat. Deshalb muss es vorgeheizt werden.“

Fietje war begeistert von dem, was Clara alles wusste und

hörte ihr gespannt zu. „Und diese Zähler, die wie Uhren aussehen...,

die zeigen an, wie hoch der Druck in den Rohren ist."

Da hörte Fietje auf einmal Schritte und wollte Clara warnen.

Doch dann war alles schwarz.

Als Clara den dumpfen Schlag hörte, ging auch augenblicklich

das Licht im Gebäude aus und sie vernahm, wie die Tür zugeschlagen

wurde.

Fietje! Was ist passiert?“, schrie sie aufgebracht und versuchte,

sich in der Dunkelheit zu orientieren.

Zur gleichen Zeit suchte Arti nach Fietje und Clara. Plötzlich

hörte er Geräusche aus dem Hochdruckraum.

„Sie könnten doch da drin sein“, überlegte er. „ Fietje, bist du da

drin?“, rief er besorgt. Es kam keine Antwort, denn Fietje war

immer noch bewusstlos und Clara versuchte, ihn aufzuwecken.

Fast alle Einwohner

von Göttingen werden

mit Erdgas versorgt!

Es gibt 120.000 Erdgas

Kunden in Göttingen.

Der Druck muss zuerst

in einer Übernahmestation

von 64 auf 17 bar

abgesenkt werden. Damit das

Gas in den Haushalten genutzt

werden kann, muss der Druck

über andere Anlagen noch

einmal von 17 bar auf 22 mbar

(Millibar) reduziert werden.


112

FLOPPI, PELLE UND KO

113

Allein flog Arti in der Anlage umher. Er glaubte seinen Augen

nicht zu trauen. Nur ein paar Meter weiter standen Herr

Keinwort und Mister Mundzu.

Die beiden Agenten aus Sprachlos-Land hielten einen Sack in

den Händen und kamen auf ihn zu.

„Nicht schon wieder!“, entfuhr es ihm.

Plötzlich standen sie vor Arti und hielten

ihm den Sack hin. Als er keine Anstalten

machte, in den Sack zu steigen, stülpten

sie ihm den Sack über den Kopf.

versucht, die Tür aufzumachen.

Fietje stand auf und beäugte noch einmal neugierig die vielen

Knöpfe und Hebel. Er fragte sich, was wohl passieren würde,

wenn er einen davon betätigen würde.

„Nein, das lass ich mal lieber sein. Nicht, dass am Ende noch

der Raum in die Luft fliegt“, murmelte er vor sich hin. Er

dachte an Arti. Was, wenn Keinwort und Mundzu ihm bereits

Federn ausgerissen hatten? Fietje sah sich ängstlich noch

einmal um. Er schaute ratlos zu Clara hinüber.

Sie wussten, dass es keinen Fluchtweg gab. Es gab weder

Fenster noch einen Schlüssel für die abgeschlossene Tür.

38

beäugen =

anschauen

Als Arti die Augen wieder öffnete,

war es dunkel. Er fühlte sich einsam

und allein.

beäugen

Als Fietje endlich wieder

zu sich kam, hatte Clara

bereits das Licht wieder

angestellt und vergeblich

Nicht

schon

wieder!

Die Geräte

dürfen nur von

Profis bedient

werden!


114

FLOPPI, PELLE UND KO

„Wie sollen wir jemals wieder hier herauskommen?“, fragte

Fietje.

Er wollte gerade weiter jammern, dass sie hier verhungern

würden, als er über seine eigenen Füße stolperte.

Wenn er sich nicht noch im letzten Moment mit den Händen

an den Rohren abgefangen hätte, wäre er mit dem Kopf auf

ein hartes Rohr gefallen. „Glück gehabt“, dachte er.

Aber beim Sturz hatte er versehentlich einen der Knöpfe

betätigt. Es war einer, der etwas anders aussah als die anderen

Knöpfe, nämlich eckig, blau und klein.

Fietje wich ängstlich in eine Ecke zurück. Die Rohre wurden

langsam dicker, blähten sich geradezu auf.

Gas trat aus. Man konnte es riechen.

„Oh nein!“, rief Fietje. Als er den Geruch wahrnahm, musste

er husten. Vor seinen Augen bildete sich eine Gaswolke, die

langsam auf den Boden sank.

Fietje wunderte sich über das merkwürdige Verhalten des

Gases. Es formte sich zu einer Art Figur.

„Hi!“, kam eine gehauchte Stimme aus der Gas-Wolken-Figur.

„W…wa...was“, stotterte Fietje und als er genauer hinsah,

erkannte er, dass aus dem Gas viele kleine Männchen mit

riesigen Ohren hervorrannten. Clara an der Tür brachte kein

Wort heraus.

„Wer seid ihr denn?“, fragte Fietje ungläubig und starrte die

sonderbaren Männchen an.

„Wir sind die Herrscher über die Gaswelt in Göttingen“, rief

der kleine Kobold, „und ich bin Floppi, der Anführer.“

115

oh

nein!


116

FLOPPI, PELLE UND KO

117

Fietje dachte, er sehe Gespenster, rieb sich die Augen und

sah noch einmal hin. Aber die merkwürdigen Kobolde waren

immer noch da.

„Du hast den Knopf betätigt, der uns aus den Gasrohren holt.

Also wozu brauchst du uns?“

Der Anführer der Kobolde sah Fietje fragend an.

„Wir sind hier eingesperrt und müssen dringend raus, um

unseren Freund Arti zu finden“, erwiderte Fietje.

„So, so…na meine Truppe und ich sehen mal, was wir machen

können."

Floppi und seine vielen Koboldfreunde steckten die Köpfe

zusammen und tuschelten. Als die Kobolde fertig mit der

Besprechung waren, rannten sie, ohne Fietje und Clara in

ihren Plan einzuweihen, geradewegs auf die verschlossene

Tür zu.

Clara konnte gerade noch zur Seite springen. Es waren mindestens

100 Kobolde, die nun gegen die Tür drückten.

„Natürlich!“ Fietje wurde mit einem Mal optimistischer.

„Ihr seid viele und das Gas übt Druck auf die Tür aus.“

Die Kobolde liefen immer wieder gegen die Tür.

Es knarrte und quietschte, dann gab das Schloss nach und

die Tür schwang auf.


118

FLOPPI, PELLE UND KO

119

„Wahnsinn“, staunte Fietje. Er konnte den Kobolden nicht

genug danken.

„Vielen, vielen Dank!“, sagte er immer wieder.

„Nichts zu danken, wir machen das gerne“, riefen die Kobolde

im Chor.

„Wenn du nochmals unsere Hilfe brauchst, drücke einfach

den Knopf“, fügte Floppi noch hinzu.

Clara stand wie angewurzelt da während Fietje losrannte,

um Arti zu suchen. Dass nun aber auch die Ohrenstöpsel

plötzlich lebendig wurden, bemerkte er nicht mehr.

Die Kobolde warteten bei Clara, um auf sie aufzupassen.

Fietje durchsuchte die Anlage, bis er zum Kugelgasbehälter

kam. Er lauschte, da er glaubte, eine Stimme gehört zu

haben.

Arti, Arti?“, rief er, als er dort angekommen war.

Hektisch versuchte er, den Kugelgasbehälter zu öffnen.

Doch es klappte nicht. Da war wieder das leise Rufen.

Fietje, Fietje!“

Arti?“, rief Fietje.

Er wusste, jetzt gab es nur noch einen Ausweg. Er musste

auf die Kugel steigen und dann von hinten reinklettern.

Sprosse für Sprosse stieg er die Außenleiter hoch. Als er

oben war, öffnete er eine Luke. Sofort stieg ihm der Geruch

von Lösungsmittel in die Nase.

39

Luke =

Klappe,

Fenster

Wir

machen

das

gerne!

Luke


120

FLOPPI, PELLE UND KO

121

Arti“, rief er in den Kugelgasbehälter.

Fietje, ich bin hier“, rief eine leise Stimme von weit her

aus dem riesigen Hohlraum zurück.

Fietje hörte Flügel schlagen, dann sah er seinen Freund.

Ganz verstört und um ein paar Schwanzfedern ärmer

landete er auf Fietjes Arm. Vorsichtig setzte Fietje den

König von Wort-Reich wieder auf den Boden.

Doch vor der Kugel stellten sich ihnen Herr Keinwort und

Mister Mundzu in den Weg.

Herr Keinwort versuchte Arti zu erwischen, doch der

flog über seinen Kopf hinweg. Aber dann wurden seine

Flügel plötzlich ganz schwer und er fiel. Vermutlich hatte

er zu lange in der Kugel gesessen, wodurch ihm schwindelig

war. Fietje konnte ihn gerade noch auffangen.

Sie rannten in den Raum und schlossen die Tür fest zu.

Herr Keinwort und Mister Mundzu hämmerten dagegen.

Da tauchte vor ihnen einer der Kobolde auf und fletschte

die Zähne. Erschrocken rannten die Ganoven weg.

„Vielen Dank!“, sagte Fietje nun zum zweiten Mal zu den

Kobolden.

„Bitte schön“, kam es von Floppi, der sich die Ohren rieb.

Fietje sah ihn verwundert an. „Was ist los?“, fragte er.

„Uns tun immer die Ohren weh, wenn wir hier sind, weil es

so laut ist.“

„Da braucht ihr euch doch nur Ohrenstöpsel in die Ohren

zu stecken!“, antwortete Fietje.

„So geht das nicht weiter, ich muss ein Versteck für Arti

finden“, dachte sich Fietje.

Auf einmal rannte jemand aus dem Hochdruckraum. Es

war Floppi!

„Hierher!“, rief Floppi, „hierher, in die Hochdruckstation!“


122

FLOPPI, PELLE UND KO

123

„Aber, wo sollen wir die denn herbekommen?“

„Na, aus dem Supermarkt, woher sonst?“, meinte Fietje.

„Das sagst du so leicht. Schau uns doch mal an. Wir können

doch unmöglich in einen Supermarkt gehen.“

„Nehmt doch die aus dem Spender“, sagte Clara und sah

sich um. „Irgendwo muss er ja sein.“

Gemeinsam durchsuchten sie den Raum, Floppi durchsuchte,

übereifrig wie er war, 50 km der Pipelines.

Arti rief ganz aufgeregt: „Regarde (guck mal)! Da, die Ohrenstöpsel!“

Und alle liefen schnell zum Regal, das hinter

einem der Rohre hing.

„Was ist das?“, murmelte Fietje.

Viele leise Stimmen ertönten aus dem Spender mit den

gelben Ohrenstöpseln. Diese bewegten sich plötzlich und

sahen zu den Freunden auf.

„Wer ist das?“, fragte Gustav Leseratte, einer der Ohrenstöpsel.

„Was wollt ihr? Hollo die Hip, Hollo die Hap“, dichtete das

Ohrenstöpselchen Pelle.

Der Kobold Floppi sagte: „Uns tun die Ohren weh, ohje,

ohje. Wir waren auf der Suche nach euch. Nur ihr könnt

uns helfen.“

Der Ohrenstöpsel Oscar sagte: „Du bist doch ein Gaskobold.

Bist du der Einzige? Wo sind denn die anderen?“

Die sind hier bei mir“, sagte Clara. „Sie erzählten mir

gerade, wo das Erdgas herkommt. Ein Teil davon kommt

sogar aus Sibirien. Ist ja Wahnsinn, wie weit das Gas

transportiert wird!“

40

Pipelines =

lange

Rohrleitungen

die über

und unter

Land

entlang führen

Pipelines


124

DAS FLOPPI, MÄDCHEN PELLE LIESEL UND KO

125

„Wie spät ist es eigentlich?“,

fragte Fietje an Clara gewandt.

„Gleich 15 Uhr“, antwortete sie.

„Oh nein, mein Zug fährt bald. Wir müssen

aufbrechen!“, rief Fietje erschrocken.

„Wer wird aufgebrochen?“, flüsterte Ferdi ängstlich.

Fietje stöhnte: „Es war gemeint, dass wir losgehen sollen."

Nelli, eine feine Ohrenstöpseldame, fiel vor Schreck in Ohnmacht,

Pelle fing sie gerade noch auf.

„Immer wieder der Tollpatsch!“, begann Arti.

„Ich will meinen Teddy finden", jammerte jetzt Ferdi, ein zusammengeknautschter

Mini-Ohrenstöpsel.

„Nein, wir müssen erst den Ohrenstöpsel-Spender wieder

dranbauen“, widersprach Luke Ohrenstöpsel.

Alle fassten mit an, und hatten ihn im Nu wieder aufgehängt.

Die Luft ist rein, die Agenten sind weg“, meinte Floppi.

Oscar und Pelle verknoteten jetzt die Schnürsenkel von Fietje.

„Lasst das doch“, lachte Fietje und befreite sich.

Alle Ohrenstöpsel stellten sich jetzt plötzlich in einer Reihe auf.

„Ihr müsst euch beeilen, bis zum Bahnhof sind es

18910635489100 Ohrenstöpselschritte“, begann Pelle.

Aber er wurde wieder einmal von den anderen unterbrochen.

Der Reihe nach verabschiedeten sich alle Ohrenstöpsel und

die Kobolde von Fietje, Arti und Clara, wobei sie versprechen

mussten, das Geheimnis der Hochdruckkammer für sich zu

behalten.


126

FLOPPI, PELLE UND KO

127

Als alle bereit zum Aufbruch waren, machten sie sich

auf den Weg zum Bahnhof. Zum Glück war es nicht weit.

Vor der Bahnhofshalle verabschiedete sich Clara von den

beiden Freunden.

„Kommt uns doch bald wieder besuchen, aber lasst beim

nächsten Mal die Sprachlos-Land-Agenten zuhause!“,

sagte sie und küsste Fietje zum Abschied auf die Wange.

Am Bahngleis wartete schon Fietjes Mutter auf ihn.

Arti schlief in der Tasche seiner Kapuzenjacke.

Gemeinsam stiegen sie in den Zug zurück nach Hause.

Fietje sah aus dem Fenster und dachte über das Erlebte

nach. Er wusste, dass dies noch nicht das letzte Abenteuer

in Göttingen gewesen war und dass er Clara, Flora,

Professor Troffnick und die Katze Minka wiedersehen

würde. Er blinzelte.

„Da fällt mir ein... Ich weiß gar nicht, was nun aus dem

Gänselisel geworden ist“, murmelte er vor

sich hin ehe er einschlief. Der Zug ratterte

leise und regelmäßig.

kommt uns

doch bald

wieder

besuchen!


128

FEDER-SCHATZ

129

Redewendungen und ein kleines Mehr

für Deinen aktiven Wortschatz

Redewendungen und Sprichwörter sind so etwas wie “Sprachbilder“.

Das können vollständige Sätze sein oder nur Teile von Sätzen. Die einzelnen

Wörter haben dabei oft eine andere Bedeutung als zuerst gedacht.

Sie geben meist Lebensweisheiten wieder und sagen in bildhafter Sprache

etwas, das allgemein bekannt ist.

S. 38 | Nr. 10 auf freiem Fuß Redewendung | aus einem Gefängnis entlassen

S. 38 | Nr. 11 nächstbester, nächstbeste Adjektiv | räumlich als erstes kommend

S. 40 | Nr. 12 Die Luft ist rein. Redewendung | Es besteht keine Gefahr mehr.

S. 40 | Nr. 13 sich anschicken Verb | sich bereit machen

S. 26 | Nr. 1 die Balustrade, -n Substantiv | eine Art Geländer

S. 40 | Nr. 14 in der Stimme schwingen

Redewendung | ein Gefühl ist anhand der

Stimme zu erkennen

S. 27 | Nr. 2 die Kabine, -n

Substantiv | hier: kleiner abgeteilter Raum, in dem sich die

Toilette befindet

S. 51 | Nr. 15 unwirsch Adjektiv | mürrisch, unwillig

S. 42 | Nr. 16 der Kompagnon, -s Substantiv | Kamerad

S. 28 | Nr. 3 auf leisen Sohlen gehen Redewendung | schleichen, geräuschlos laufen

S. 50 | Nr. 17 krass Adjektiv | begeisternd, großartig

S. 28 | Nr. 4 der Beamte, -n Substantiv | Hüter der öffentlichen Ordnung

S. 50 | Nr. 18 der Bursche, -n Substantiv | Knabe, Kerl, Junge

S. 29 | Nr. 5 lärmend Adjektiv | laut und unruhig

S. 50 | Nr. 19 der Broiler, -ø Substantiv | Brathähnchen

S. 30 | Nr. 6 dämlich Adjektiv | ungeschickt

S. 54 | Nr. 20 rütteln

Verb | schnell (ruckweise) hin und her bewegen,

heftig schütteln

S. 54 | Nr. 21 zerknirscht Adjektiv | niedergeschlagen

S. 31 | Nr. 7 entzückt Adjektiv | begeistert

S. 56 | Nr. 22 mit gedämpfter Stimme Redewendung | leise, flüsternd

S. 32 | Nr. 8 absonderlich Adjektiv | seltsam, ungewöhnlich

S. 56 | Nr. 23 argwöhnisch Adjektiv | misstrauisch

S. 36 | Nr. 9 die Seilbahn, -en

Substantiv | Schwebebahn, deren Gondeln von

einem Zugseil mit Stromantrieb bewegt werden

S. 57 | Nr. 24 das Fossil, Fossilien Substantiv |versteinerter Überrest von Tieren oder Pflanzen


130

FEDER-SCHATZ

131

S. 58 | Nr. 25 das Exponat, -e Substantiv | Ausstellungsstück

S. 111 | Nr. 40 das Visier, -e

Substantiv | beweglicher, das Gesicht bedeckender

Schutzhelm

S. 59 | Nr. 26 das Präparat, -e

Substantiv | getrocknete Pflanze oder ausgestopftes Tier als

Lehrmittel

S. 114 | Nr. 41 ominös Adjektiv | bedenklich, zweifelhaft, berüchtigt

S. 115 | Nr. 42 entgehen Verb | von jemandem, etwas unbemerkt bleiben

S. 66 | Nr. 27 frustriert Adjektiv | enttäuscht

S. 116 | Nr. 43 sonor Adjektiv | tief, klangvoll

S. 70 | Nr. 28

jemanden oder

etwas mustern

Verb | genau anschauen, gründlich untersuchen

S. 116 | Nr. 44 grämen Verb | bekümmert sein, sich Gedanken machen

S. 74 | Nr. 29 die Schrippe, -n Substantiv | einfaches Brötchen

S. 127 | Nr. 45 der Jubel

Substantiv | Bekundung großer Freude durch

Rufen, Jauchzen, Schreien

S. 77 | Nr. 30 die Lanze, -n

Substantiv | altertümliche Waffe mit einer Spitze

aus Metall

S. 132 | Nr. 46 einigermaßen Adverb | ungefähr

S. 79 | Nr. 31 die Bude, -n Substantiv | Essensstand, Verkaufsstand

S. 138 | Nr. 47 mühsam Adjektiv | mit viel Anstrengung

S. 80 | Nr. 32 der Virtuose, -n Substantiv | Kenner der Musik

S. 138 | Nr. 48 hinweg Adverb | darüber

S. 80 | Nr. 33 die Mundharmonika, -s Substantiv | volkstümliches Musikinstrument

S. 139 | Nr. 49 anrempeln

Verb | (absichtlich) mit dem eigenen Körper

gegen den Körper einer anderen Person stoßen

S. 80 | Nr. 34 das Akkordeon, -s

Substantiv | Schifferklavier, volkstümliches

Musikinstrument

S. 140 | Nr. 50 beschämt Adjektiv | voller Scham

S. 81 | Nr. 35 plappern Verb | viel und schnell reden

S. 142 | Nr. 51 der Senat

Substantiv | Landesregierung der Stadtstaaten

Hamburg, Bremen und Berlin

S. 85 | Nr. 36 seidig Adjektiv | weich, geschmeidig

S. 145 | Nr. 52 sich gedulden Verb | abwarten

S. 98 | Nr. 37 die Tarnung, -en Substantiv | Verkleidung, Kostüm, Fassade

S. 149 | Nr. 53 die Vernehmung, -en Substantiv | Verhör

S. 100 | Nr. 38 kreieren Verb | gestalten

S. 151 | Nr. 54 zuversichtlich Adjektiv | hoffnungsvoll

S. 100 | Nr. 39 ohne Umschweife Redewendung | ohne zu zögern, ohne zu umsegeln

S. 154 | Nr. 55 ersinnen Verb | sich ausdenken


132

DANKE für

den Blick hinter

die Kulissen!

So war`s

bei Wasser

133

So war`s bei

Fernwärme


134

135

DANKE für

den Blick hinter

die Kulissen!

So war`s

bei Strom

So war`s

bei Gas


136

Die Autoren aus Jena

schreiben ihre Geschichten

weiter in ihren AGs.

Viel Spaß dabei!

Erfahre mehr und

schreib mit!


138

139

Unser herzlichstes Danke!

Dieser Kinderroman ist etwas ganz Besonderes. Er hat nicht nur 42 AutorInnen.

Diese gehören zudem noch zu den jüngsten Roman-AutorInnen Deutschlands.

Allen voran gilt deshalb unser Dank den Göttinger Jung-AutorInnen, die mit ihrer Fantasie

der Geschichte ihre ganz eigene Handschrift verliehen haben und ihre wertvolle Arbeit an das

kommende Autoren-Team aus Usbekistan weitergeben. Wir sind gespannt auf alle Erlebnisse von

Fietje und Arti, die aus euren Geschichten noch erwachsen werden!

Dicht darauf folgen die Göttinger Personen und Institutionen, die mit Vertrauen

und Tatendrang die Entstehung des Romans über die Stadt unterstützt haben.

Danke für die Führungen bei den Stadtwerken Göttingen:

Unternehmenskommunikation und Medien: Claudia Weitemeyer (Planung und Projektorganisation)

Geschäftsbereich Strom: Rüdiger Heine

Geschäftsbereich Gas: Engelbert Husung

Geschäftsbereich Fernwärme: Thomas Rode

Geschäftsbereich Wasser: Fredi Kunkel

Danke für die Planung der Schreibwerkstätten:

Hainberg-Gymnasium: Angelika Reese; Dr. Friederike Worthmann; Doreen Kuhlencord

Otto-Hahn-Gymnasium: Esther Rauhaus

Georg-Christoph-Lichtenberg-Gesamtschule: Ursula Rath-Wolf; Gabriele Brunwinkel; Sonia Echegoyen

Danke für die Bereitstellung der Fotos und Foto-Genehmigungen:

Unternehmenskommunikation und Medien: Claudia Weitemeyer (Planung und Projektorganisation)

Ganz persönlich:

Den Eltern der Jung-AutorInnen, allen Familien und Freunden, die so zahlreich hier nicht namentlich

aufgeführt werden können, möchten wir unseren allerherzlichsten Dank ausdrücken! Begleitet uns

auch weiterhin und lasst euch auf die Schatzsuche unserer Helden mitnehmen!

Das Federsammler-Team


Bildnachweis

18, 155 Berliner Hauptbahnhof, © Aimée Torre Brons

19, 44-47 U-Bahn, © Aimée Torre Brons

20-21, 24-31, 132-133 Sartre-Gymnasium Berlin-Hellersdorf, © Katrin Thiel

32-33, 74 Jugendherberge Berlin Ostkreuz, © Jugendherberge

Berlin Ostkreuz gGmbH

34-35, 37 Wuhleweg und IGA, © Katrin Thiel

38-41 Labyrinth, © Marlene Wallnisch

42 Orientalischer Garten, Gärten der Welt, © Katrin Thiel

43 Kirschblüte Japanischer Garten, © Grün Berlin, flickr

48-49 U-Bahn Alexanderplatz, © visitBerlin, Foto: Wolfgang

Scholvien, flickr

50 Fernsehturm, © Marlene Wallnisch

51-53, 62 Fernsehturm, © Katrin Thiel

54-56, 58-59 Museum für Naturkunde, © Carola Radke, Museum für

Naturkunde Berlin

60-61 Brandenburger Tor, © Katrin Thiel

62 Berliner Dom und Brandenburger Tor, © Marlene

Wallnisch

64-69 Deutsches Technikmuseum in Berlin, © SDTB / Fotos:

Clemens Kirchner

70 Day 28 - 1/28/12: My First PC, © Neil R, flickr

71 U-Bahn, © Marlene Wallnisch

74-75, 122 S-Bahn, © Sabrina Apitz

75 Bus, © Nika Kramer

76-77 Brandenburger Tor, © Marlene Wallnisch

78-79 Pariser Platz, © Katrin Thiel

80 Currywurst, © Marlene Wallnisch

82 Weltzeituhr, © Die Federsammler, Antje Hübner

84 Weltzeituhr, © Katrin Thiel

86-87 Alexanderplatz, © Sascha Kohlmann, flickr

88-89 Berlin, Französische Strasse, © Wilhelm Rosenkranz,

flickr

89 taxi and taxi sign, © Benjamin Kerensa, flickr

90-94, 97, 99-103 Bunte Schokowelt Berlin, © RITTER SPORT

93-95, 101, 104, 106 Bunte Schokowelt Berlin, Regal, Infotafeln,

Gruppenfotos, © Aimée Torre Brons

96-98, 104-105 Bunte Schokowelt Berlin, Schokoladenwerkstatt, © Dr.

Antonia Wenzel

103 Schokoladentafeln r.u., © Federsammler, Antje Hübner

107, 109-113, 117-119, 121 FEZ, © FEZ-Berlin, Fotos: Michael Lindner

107, 114, 116-118, 120-121 FEZ, Willkommensschild, Stressmaschine, Wand mit

Hochzeitsfotos, Tomatenfisch, Luftballons,

Schülerausflug, © Aimée Torre Brons

124-127 Olympiastadion, © Meyke Keddi

128-129 Spinde, © Die Federsammler, Kerstin Zippel

134 Satre-Gymnasium Berlin-Hellersdorf, © Dr. Antonia

Wenzel

135-140 S-Bahn und Hackescher Markt © Nika Kramer

142-143 Rotes Rathaus, © Nika Kramer

144-145, 147 Marienkirche, Neptunbrunnen und Spreeufer, ©

Marlene Wallnisch

148-149 Mustafa’s Gemüse Kebap, © Nika Kramer

150 Straße, © Marlene Wallnisch

151-153 Lagerhalle, © Nika Kramer

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