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Gericht soll im Kita-Streit für Klarheit sorgen

Der Artikel aus der Segeberger Zeitung am 15.06.2017. Mit freundlicher Genehmigung von Frau N. Scholmann.

Gericht soll im Kita-Streit für Klarheit

30 KALTENKIRCHEN | HENSTEDT-ULZBURG DONNERSTAG, 15. JUNI 2017 Gericht soll im Kita-Streit für Klarheit sorgen Mehrheit im Hauptausschuss kritisiert Kommunalaufsicht des Kreises Segeberg und Bürgermeister Stefan Bauer VON NICOLE SCHOLMANN ...................................................................... Wir werden als dumme und hysterische Mütter hingestellt. Patrizia Giuffrida von der Elterninitiative HENSTEDT-ULZBURG. Es sieht so aus, als müsste das Verwaltungsgericht Schleswig über den geplanten Bürgerentscheid zur künftigen Struktur der zehn Gemeinde-Kitas befinden. Auf ihrer Sitzung am Dienstagabend stimmte die Mehrheit im Hauptausschuss dafür, Bedenken gegen das Bürgerbegehren und gegen dessen Rechtmäßigkeit zu formulieren und als Stellungnahme bei der Sitzung der Gemeindevertretung am Dienstagabend zu präsentieren. Die Vertreter der Wählergemeinschaften WHU und BFB sowie der CDU und FDP hatten ihre Mehrheit genutzt und gegen die SPD sowie Elisabeth von Bressensdorf (CDU) gestimmt, die ihrerseits eine Beschlussvorlage der Gemeindeverwal- Was in Sachen Kitas im Hauptausschuss auf den Tisch kam, schmeckte nicht jedem. Serviert wurden Bedenken gegen das Bürgerbegehren. SYMBOLFOTO: DPA tung billigten, damit das Bürgerbegehren akzeptieren und auf eine Anhörung verzichten wollten. Im Kern geht es bei dem schon monatelangen Streit um die neue Organisationsform der Kitas. Die Mehrheit der Kommunalpolitiker will eine Anstalt öffentlichen Rechts (AöR) und hat das Mitte Dezember auf den Weg gebracht. Eine Elterninitiative hatte sich daraufhin vehement für einen gemeindlichen Eigenbetrieb als neue Kita-Form eingesetzt. Sie initiierte ein Bürgerbegehren und sammelte 2642 gültige Unterschriften. Damit erfüllte sie die nötige Anzahl für einen Bürgerentscheid. Die Kommunalaufsicht hatte ihr Okay gegeben und die Einwände eines Anwalts, der von den Pro-AöR- Fraktionen beauftragt worden war, als nicht relevant betrachtet. Deutliche Kritik äußerten die Pro-AöR-Fraktionen an der Kommunalaufsicht des Kreises Segeberg. „Wir sind der Meinung, dass die Fragestellung im Bürgerbegehren nicht eindeutig genug ist“, sagte Karin Honerlah, Ausschussvorsitzende und WHU-Fraktionschefin. „Wollen Sie, dass die Kindertagesstätten der Gemeinde Henstedt-Ulzburg wie ein Eigenbetrieb geführt werden?“, heißt es dort. Dr. Dietmar Kahle (CDU) forderte, dass der Zusatz „...und nicht wie von der Gemeindevertretung beschlossen als Anstalt öffentlichen Rechts...“ eingefügt werde. Es sei nicht klar, was die Alternative sei, bemängelte der Christdemokrat. Von Seiten der AöR-Befürworter war zu hören, dass das Verwaltungsgericht Schleswig in einem Schnellverfahren den Widerspruch bearbeiten soll. Beispielsweise sei in der Begründung der Elterninitiative formuliert worden, dass Gebühren und Betreuungszeiten in einem Eigenbetrieb gesichert seien, erläuterte Honerlah. „Das sind falsche Tatsachendarstellungen.“ Wie zerrüttet das Verhältnis zwischen einigen Kommunalpolitikern und Bürgermeister Stefan Bauer ist, zeigte sich während der Sitzung deutlich. „Was der Bürgermeister da macht, ist schon starker Tobak“, sagte Honerlah. Bauer hatte an die Ausschussmitglieder appelliert, die Entscheidung der Kommunalaufsicht zu akzeptieren. „Sie beschneiden die Rechte der Demokratie“, erklärte Bauer, der „im Namen der Bürger Henstedt- Ulzburgs“ sprach. Die anwesenden Vertreterinnen der Elterninitiative zeigten sich nach der Sitzung erschüttert. „Es ist erschreckend, mit welchen Mitteln gearbeitet wird“, sagte Patrizia Giuffrida. Man bewerfe die Initiative mit Dreck. „Wir werden als dumme und hysterische Mütter hingestellt.“ Sie und ihre Mitstreiter haben nach eigenen Angaben das Gefühl, dass es nicht um die Sache gehe, sondern um Machtgehabe und Misstrauen gegenüber der Verwaltung. „Wissen die Politiker denn nicht, um was es geht?“, fragte Giuffrida. „Eigentlich wollen wir doch alle das Gleiche: das Beste für unsere Kinder und für die Erzieher.“ Der Gemeindevertretung wird nun laut Beschluss des Hauptausschusses empfohlen, die weiteren Schritte zur Umstrukturierung wie die Besetzung eines Verwaltungsrates für die AöR zunächst auf Eis zu legen, bis der Sachverhalt geklärt ist. Die Gemeindevertretung tagt am Dienstag, 20. Juni, ab 19.30 Uhr im Ratssaal. KURZNOTIZEN Gewinnen durch gutes Benehmen KISDORF. Die ehemalige Lufthansa-Hostess Hedda Maria Mentel leitet den Kursus „Gewinnen durch gutes Benehmen“, der am Sonnabend, 1. Juli, um 11 Uhr im Margarethenhoff (Sengel 1) beginnt. Teilnehmen können Interessierte ab 14 Jahre. Mentel vermittelt gute Umgangsformen im privaten Bereich und Berufsleben. Auch Tischsitten sind ein Thema. Anmeldungen bis zum 19. Juni unter Telefon 04191/4365. Senioren planen Jahresprogramm HENSTEDT-ULZBURG. Um die Veranstaltungen schon für das kommende Jahr dreht sich die Zusammenkunft der Senioren Union am Dienstag, 27. Juni. Beginn ist um 15.30 Uhr im Restaurant Scheelke (Kisdorfer Straße 11). Vorschläge für Aktivitäten sind willkommen. Wenn Knie und Hüfte schmerzen HENSTEDT-ULZBURG. Mit Schmerzen in Hüfte und Knie beschäftigt sich das nächste Gesundheitsforum in der Paracelsus-Klinik am Mittwoch, 21. Juni, ab 18 Uhr an der Wilstedter Straße 134. Als Fachmann steht Dr. Gerrit Beckmann, Oberarzt der Abteilung für Orthopädagie, zur Verfügung. Fragen sind erwünscht. Anmelden unter Telefon 04193/700. WITZ DES TAGES Die Ehefrau meckert: „Hast du wirklich die ganze Schokolade im Schrank aufgegessen?“ – „Tut mir echt leid, aber die musste weg“, erwidert ihr Mann. „Wieso das denn?“ – „Sie war schon ganz braun.“ Sie sind Krankenpfleger, Techniker, Lehrer oder Pastoren und arbeiten in unterschiedlichsten Projekten auf der ganzen Welt: die 350 Missionare der Deutschen Missionsgemeinschaft. Sie helfen zum Beispiel Armen und Kranken in den Elendsvierteln von Kalkutta oder jugendlichen Straftätern in einem Jugendgefängnis am Niger. „Es ist viel leichter, die Welt im Allgemeinen Ab Freitag: Missionsfest in Schmalfeld zu lieben, als seinen Nächsten“, sagt Pastor Bernd Seidler von der Gnadenkirche SCHMALFELD. Damit die Menschen mehr über die Arbeit der Missionare erfahren, veranstaltet die evangelische Kirchengemeinde Schmalfeld vom Freitag, 16. Juni, bis Sonntag, 18. Juni, schon HENSTEDT-ULZBURG. Das war eine gelungene Premiere: Bei ihrem ersten Gemeinschaftskonzert begeisterten die Mitglieder des Henstedt-Ulzburger Shantychors Alstermöwen und des Henstedt-Ulzburger Feuerwehrmusikzugs auf der Bühne des Alstergymnasiums rund 250 Besucher. Zweieinhalb Stunden unterhielten die beiden Musikergruppen in der von Benjamin Liebe moderierten Aufführung ihre Gäste mit einem abwechslungsreichen und kurzweiligen Potpourri aus Seemannsliedern, Polkaklängen, Medleys und bekannten Schlagermelodien wie beispielsweise „Das kann doch einen Seemann nicht erschüttern“ oder dem „Fliegermarsch“ aus der Operette „Der fliegende Rittmeister“ des österreichischen Komponisten Hermann Dostal. Und dass die Blechbläser gut mit den Sängern der Alstermöwen harmonieren, zeigte sich beim zum 29. Mal ihr Missionsfest. Gemeinsam mit Missionarsfamilien aus Alaska, Thailand und Palästina startet das Fest mit einem Gebetsabend am Freitag 19.30 Uhr in der Gnadenkirche Schmalfeld. Am Sonnabend wird unter dem Motto „Mission Night“ gerockt: Ab 19.30 Uhr findet ein Jugendgottesdienst statt. „Hier stehen Mitmachen, Freude und Überraschungen hoch im Kurs“, weiß Pastor Seidler, der das Programm mit Gemeindemitgliedern vorstellte (Foto). Mit Berichten über verschiedenste Projekte auf dem Globus beginnt das Missionsfest am Sonntag um 10.15 Uhr in der Gnadenkirche. Nach einem gemeinsamen Mittagessen wird in Seminaren über interkulturellen Glauben und den Weltfrieden diskutiert. Die Pfandfinder sorgen derweil für Kinderüberraschungen. DenAbschluss setzt ein Gottesdienst um 15 Uhr. Die Predigt hält der frühere Schmalfelder Pastor Klaus Böttcher. FOTO: GERD REINARTZ Shantychor und Feuerwehrleute harmonierten prächtig Mit bekannten maritimen Liedern begeisterten die Mitglieder des Henstedt-Ulzburger Shantychors Alstermöwen das Publikum beim Gemeinschaftskonzert in der Aula des Alstergymnasiums. FOTO: CHRIST gemeinsam vorgetragenen Volkslied „In Hamburg sagt man Tschüss“. Angesichts dieser guten Auftaktzusammenarbeit hält es Musikzugführerin Marion Liebe für durchaus denkbar, dass weitere gemeinsame Auftritte mit den Shantychor Alstermöwen folgen könnten. Liebe: „Das war eine rundum gelungene Veranstaltung. Das hat auch das Publikum mit lang anhaltenden Ovationen honoriert.“ ach

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