bildschön - Quartier

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Zwei mit Format

Jörg Pilawa und Marcus Wolter sind Fernsehprofis. Für ihre Produktionsfirma

Herr P haben sie eine kreative und sympathische Crew um sich gesammelt,

mit der sie neue Show-Formate entwickeln.

Interview: Bettina Mertl-Eversmeier, Fotos: Jonas Wölk

Jörg Pilawa ist einer der erfolgreichsten

Fernsehmoderatoren Deutschlands,

Marcus Wolter Deutschland-Chef des

Produktionsgiganten Endemol. Zusammen

arbeiten sie als Geschäftsführer

der Herr P GmbH mit Sitz in der Speicherstadt.

Deren Spezialität: Unterhaltungsformate

für das öffentlich-rechtliche

Fernsehen.

Hell und offen sind die Räume der

Herr P GmbH im ebenso denkmalgerecht

wie liebevoll renovierten Block Q.

Hier sprach Quartier mit Jörg Pilawa (46)

und Marcus Wolter (44) über den Medienstandort

Hamburg, Speicherstadt

und HafenCity, neue Fernsehproduktionen

und darüber, warum Quizshows die

besseren Talkshows sind.

Herr Wolter, mit der Firma Endemol

liegt Ihr beruflicher Lebensmittelpunkt

in Köln, privat wohnen Sie aber immer

noch in Hamburg?

Marcus Wolter: Ich wohne wieder in

Hamburg. Ich bin mit Leib und Seele

Hamburger, genau wie meine Frau.

Deshalb haben wir Hamburg zu unserer

Homebase auserkoren.

ausgabe 17, märz – mai 2012

Herr Pilawa, Sie sind hier an der Elbe geblieben?

Jörg Pilawa: Genau, einmal Fischkopp,

immer Fischkopp. Hamburg ist die einzige

Weltstadt Deutschlands, was natürlich

am Hafen liegt. Als kleiner Junge

bin ich häufig mit meinem Vater durch

die Speicherstadt gelaufen. Das war der

Hammer, als hier noch die Zollgrenze

war und man immer seinen Ausweis dabei

haben musste. Es roch nach Kaffee

oder Tee, einfach grandios.

Es macht Ihnen nichts aus, dass es hier

kein großes Studio gibt? Für die Aufzeichnung

von „Rette die Million“ oder größerer

Shows müssen Sie ja nach Köln oder

Berlin fahren.

Jörg Pilawa: Das ist ein Problem. Wir

würden gerne auch große Produktionen

in Hamburg machen. Leider gibt es hier

kein Studio, das 1.000 Quadratmeter

plus hat. In Berlin oder Köln haben wir

ganz andere Möglichkeiten, auch was

die Logistik angeht.

Marcus Wolter: Andere Städte wie München

oder Berlin betreiben richtige

Standortförderung. Es ist merkwürdig,

Kultur herr p

dass man dort als Medienunternehmer

viel deutlichere Signale bekommt, dass

es sinnvoll ist, sich an diesen Orten anzusiedeln.

Bleibt in Hamburg, obwohl es kein großes

Fernsehstudio gibt: „Einmal Fischkopp,

immer Fischkopp.“

Ist es Zufall, dass Sie hier in der Speicherstadt

sitzen?

Jörg Pilawa: Keinesfalls. Mit meiner früheren

Produktionsfirma White Balance

saßen wir auf dem Gelände von Studio

Hamburg in Jenfeld, was logistisch perfekt

war. Wir brauchten nur hinunterzugehen

ins Studio und das tägliche Quiz

für die ARD aufzuzeichnen. Wenn ich

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