Wir sind der Norden! - Smart Media Publishing

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Die dänische Hauptstadt Kopenhagen mit

ihren 1,5 Millionen Einwohnern ist bekannt

für den mit 168 Jahren weltweit ältesten Vergnügungspark

Tivoli, für Europas längste

Fussgängerzone Strøget oder die bunten

Häuserzeilen am Wasser von Nyhavn. Doch

Kopenhagens angesagtestes Viertel heisst

derzeit Nørrebro mit der gleichnamigen S­

Bahn­Station als Ausgangspunkt. Hier tobt

– manchmal im wahrsten Sinne des Wortes

– das multikulturelle Leben, hier wohnen

viele junge Leute und Ausländer, die dem

Stadtteil ihren Stempel aufdrücken. Verschleierte

Frauen ziehen an orientalischen

Gemüsehändlern und Falafelbuden vorbei.

Daneben breiten sich wie an der Birkegade

oder an der Elmegade Designer­Läden aus

oder Cafés wie das «Laundromat Café». Dort

essen und trinken die Einheimischen etwas

oder stöbern in den über 4000 gebrauchten

Taschenbüchern, während in den Waschmaschinen

die Kleider schwingen. Auf der

Lebensader Nørrebrogade findet man zu jeder

Tages­ und Nachtzeit einen Döner oder

frische Früchte. Rund um den Sankt Hans

Torv (einem beliebten Treffpunkt, um sich

ins Nachtleben zu stürzen oder ins Empire

Cinema zu gehen) befinden sich wiederum

dutzendweise Cafés wie das «Pussy Galore’s

Flying Circus» oder das «Sebastopol», Bars

sowie kleine Läden für hippes Untergrund­

Design und Kleider.

Ebenfalls in Nørrebro, in der Guldbergsgade,

lockt der In­Klub Rust und in

unmittelbarer Umgebung das thailändische

Gourmet­Restaurant KiinKiin, das 2006 eröffnete

und heute einen Michelin­Stern besitzt

(mehr über Kulinarisches auf Seite 13).

Schlendert man die Nørrebrogade hinauf,

sieht man den Assistens­Friedhof, auf dem

unter anderem der Schriftsteller Hans Christian

Andersen begraben liegt. Gerne wird

der Friedhof auch als gemütlicher Picknickplatz

genutzt, um sich danach ins «Terroiristen»

zu stürzen – eine Untergrund­Weinbar

mit authentischer Nørrebro­Atmosphäre.

Ende Mai bis September schlägt schliesslich

jeden Samstag von 10 bis 14 Uhr ein Bauernmarkt

an der Jaegersborggade 41 seine Zelte

auf. Die Strasse ist bekannt für Schmuck­,

Design­ und Secondhand­Läden.

Design auf Schritt und Tritt: Das ist typisch

für Kopenhagen und damit auch für

Dänemark – und es hat Tradition. Das «SAS

Royal Hotel Copenhagen» öffnete bereits am

1. Juli 1960 seine Türen. Der legendäre Architekt

und Designer Arne Jacobsen kreierte

das Gesicht des Hotels und schuf hinter der

schmalen, eleganten Fassade eine Ikone des

damals futuristischen dänischen Designs.

Als das erste Design­Hotel der Welt feierte

letztes Jahr das «Radisson Blue Royal Hotel

Copenhagen» seinen 50. Geburtstag. Mehr

EinE ThEmEnzEiTung von SmarT mEdia

Dänemarks Gespür für Design

Das erste Design-Hotel der Welt

steht genauso wie das Danish

Design Center in Kopenhagen.

Dänemark und seine Hauptstadt

sind in der Welt des Designs

führend.

TexT EMaNuEL ottER

»Picknicken auf dem

Friedhof.

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dänisches Design gibt es im Danish Design

Center (DDC) am H C. Andersens Boulevard

zu bestaunen.

Kopenhagens WeltreKorD

Dort wird auch die Frage beantwortet, weshalb

so viele Designer­Marken aus der Heimat

von Bang & Olufsen stammen: Das

einstige Bauernland mit wenig Rohstoffen

und Industrie setzte schon vor über 50 Jahren

auf Kreativität, weil die Regierung wusste,

dass nur gut ausgebildete Menschen den

Mangel an Rohstoffen wettmachen würden.

So ist es nur folgerichtig, dass diesen Mai

im grössten Kongresszentrum Skandinaviens,

im Bella Center, das grösste Design­

Hotel Nordeuropas eröffnet: das «Bella Sky

Comwell» mit 814 Zimmern. Es befindet

sich zwischen dem Stadtzentrum und dem

Kopenhagener Flughafen und besteht aus

zwei 76 Meter hohen Türmen. Ebenfalls

passend zu Kopenhagen ist die Tatsache,

dass inzwischen 58 Prozent aller Hotelzimmer

Ökologie­zertifiziert sind. Noch 2008

lag dieser Wert bei 9 Prozent. Das bedeutet

Weltrekord, nachdem der UN­Klimagipfel

(COP15) im Dezember 2009 in der dänischen

Hauptstadt tagte.

Seit der Eröffnung der Brücke über den

Øresund hinüber zum schwedischen Malmö

am 1. Juli 2000 wird die ganze Region

ohnehin von einer Dynamik erfasst, die europaweit

fast einzigartig ist. Die Austragung

der Strassen­WM der Veloprofis im September

dieses Jahres oder die Copenhagen Design

Week im gleichen Monat mögen diesen

Trend noch unterstreichen. Das gilt gerade

auch für die 19 Kilometer lange Fehmarnbelt­Verbindung,

die das deutsche Puttgarden

mit dem dänischen Rødby in wohl zehn

Jahren verbinden wird, was Auswirkungen

für die gesamte Entwicklung in Skandinavien

haben wird.

Smart facts:

internet-Adressen:

www.thelaundromatcafe.com

www.rust.dk

www.kiin.dk

www.farmersmarket-nrb.dk

www.rezidor.com

www.ddc.dk

www.bellacenter.dk

www.copenhagen2011.dk

4 Fragen an Tim

marschall

Was bedeutet es für Sie, als Honorarkonsul

Dänemarks tätig zu sein?

Die tatsache, dass mich die dänische

Königin für diese aufgabe ernannt

hat, erfüllt mich mit Stolz. ich bin

übrigens trotz meinem in Dänemark

seltenen Namen zu 100 Prozent Däne.

So habe ich meine Wehrpflicht bei

der königlichen Leibgarde absolviert.

Womit beschäftigen Sie sich vor

allem?

Die Hauptaufgabe besteht im sogenannten

Bürgerservice. Wir helfen

Dänen in Not, oder wenn sie neue

Pässe, Führerscheine oder andere

Dokumente benötigen. oder aber wir

behandeln Gesuche für eine dänische

Staatsbürgerschaft. Ferner gibt es

für mich repräsentative aufgaben.

Was sind die Gemeinsamkeiten zwischen

der Schweiz und Dänemark?

Zu den Gemeinsamkeiten gehört die

Grösse des Landes bei fast gleicher

Einwohnerzahl. Sowohl in Dänemark

als auch in der Schweiz spielte

die Landwirtschaft lange Zeit eine

wichtige Rolle. und charakterlich sind

Dänen und Schweizer pflichtbewusst,

vertrauenswürdig und pünktlich – in

der Schweiz vielleicht noch etwas

mehr als in Skandinavien.

Und welches sind die Unterschiede?

Das ist eine gefährliche Frage. Die

Dänen sind sicher unkompliziert und

im umgang mit Menschen sehr direkt.

Wir Dänen lieben an der Schweiz

die grossen autos und die tiefen

Steuersätze... in Dänemark wird

dafür ausgelassen gefeiert, und wir

sind praktisch mit allen per Du. «Sie»

sagen wir in unserer Sprache fast

nur zur Königin. andererseits mögen

wir die Schweizer Diskretion, denn

wir sprechen nicht gerne über Geld.

Ein weiterer unterschied besteht in

der Familienstruktur: in 80 bis 90

Prozent aller Haushalte arbeiten in

Dänemark beide Elternteile.

tim Marschall, Leiter Königlich Dänisches

Honorarkonsulat, Zürich

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DäNEMaRK

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