Dokumentation - Erklärung von Bern

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Dokumentation - Erklärung von Bern

5 Cent pro Kilo. Das Prämiengeld wird von

den Bäuerinnen und Bauern Yanduanmas

gemeinschaftlich verwaltet und in kollektive

Sozialprojekte investiert. Zum Beispiel

in eine Schulkantine oder in die Reparatur

einer Wasserpumpe. Der anfallende Aufpreis

wird an die Kundinnen und Kunden

in der Schweiz weitergegeben und beträgt

beim Kauf eines T-Shirts etwa 30 Rappen.

Zertifiziert wurde die Fairtrade-Biobaumwolle

aus Burkina Faso durch das

Max-Havelaar-Gütesiegel. Das heisst, dass

die Produkte gemäss den internationalen

Kinderarbeit und Ökokatastrophe am Aralsee

Der Monat Juni ist die Blütezeit der Baumwolle:

Dann taucht ganz Zentralasien in gelbes,

weisses und rosafarbenes Pastell. Ganz

besonders Usbekistan, Zentralasiens grösster

Produzent des «weissen Goldes». Bis im

September läuft die Erntezeit auf Hochtouren.

Daran beteiligt sind auch viele Kinder.

Menschenrechtsorganisationen sprechen

von einigen hunderttausend Kindern unter

15 Jahren, die für die Ernte jedes Jahr aus

den Schulen geholt werden. Kinderarbeit

ist in Usbekistan gesetzlich verboten. Trotzdem

ist sie an der Tagesordnung: Kinder

bilden die billigste Arbeitskraft in einem

Land, wo die Baumwolle zu über 90 Prozent

von Hand geerntet wird und als wichtigstes

Exportgut 45 Prozent des Gesamtexportumsatzes

ausmacht. Diese massive

Baumwollproduktion, die heute Symbol

Standards der Fairtrade Labelling Organizations

International (FLO) – der Dachorganisation

von über 20 nationalen Fairtrade-

Initiativen – hergestellt wurden. Ausser

einem existenzsichernden Abnahmepreis

wird dabei auch garantiert, dass die Bauernfamilien

einen Mindestlohn, bezahlte

Ferien, Schutzkleidung und soziale Vorsorge

erhalten. Im Gegenzug verpflichten sich

die Bauernfamilien zum Einhalt von sozialen

und Umweltauflagen.

Der faire Handel und Bioanbau verkörpern

für Yonli und für weltweit 100000 Bau-

Geisterschiff auf dem ausgetrockneten Aralsee.

einer grossen Ökokatastrophe ist, wurde in

den 1950er-Jahren durch den Bau von

künstlichen Bewässerungsanlagen ermöglicht.

Als Folge schrumpfte der Aralsee –

das ehemals grösste Süsswasserreservoir

Mittelasiens, einst zweimal so gross wie die

Schweiz – auf ein Drittel der ursprünglichen

Fläche.

REVOLUTION IN DER MODEBRANCHE__7

Keystone

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