MarienKonkret 86 Sommer 2017

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Unternehmensmagazin | St. Marien-Krankenhaus Siegen, GSS Gesundheits-Service Siegen und MVZ Medizinisches Versorgungszentrum am St. Marien-Krankenhaus Siegen

Unternehmensmagazin 86 | Sommer 2017

MarienKonkret

St. Marien-Krankenhaus Siegen, GSS Gesundheits-Service Siegen und MVZ Medizinisches Versorgungszentrum am St. Marien-Krankenhaus Siegen

Böses Blut

Seite 8

18 Gesundheit

16 Strategie

28 Report

Das Phantom aus der

Applauskurve

Bildungsinstitut für Gesundheitsberufe

– Bauarbeiten

haben begonnen

Gelenktag wieder

Besuchermagnet

H

S


Inhalt

34

Konkret

4 Impfschutz

Mailbox

6 Kurznachrichten

7 Termine

Schwerpunkt

8 Böses Blut

12 Unheilbar?

22

8

Report

20 Fitte Firma

28 Gelenktag wieder Besuchermagnet

Soziales

14 Katholischer Sozialpreis

Strategie

16 Neue Maßstäbe – Bauarbeiten für Bildungsinstitut

für Gesundheitsberufe in Südwestfalen

haben begonnen

34 Herz- und Gefäßzentrum gestartet

Gesundheit

18 Das Phantom aus der Applauskurve

32 Interview Dr. med. Patrick Löhr

Perspektive

36 500 Jahre Reformation

30

Großes Preisrätsel

Gewinnen Sie einen

Überraschungspreis

Panorama

24 Gesundheits-Tipps

26 Kapelle neu gestaltet

30 Rätsel

Intern

22 Staffelholz übergeben

38 Personalnews

Impressum:

Herausgeber: St. Marien-Krankenhaus Siegen gem. GmbH, Kampenstraße 51,

57072 Siegen, Siegen - HRB 3188, USt.-IdNr.: DE176257881,

Geschäftsführer: Christoph Rzisnik und Hans-Jürgen Winkelmann,

Vorsitzender des Verwaltungsrats: Bruno Sting

Kommunikation & Marketing: Dr. Christian Stoffers (V.i.S.d.P.)

Druck: Vorländer, Siegen

Satz & Layout: Dr. Christian Stoffers; Wilke kreativ, Hilchenbach

Bildnachweis: Fotolia, shutterstock, Thinkstock, K-MediaNews, Wikipedia

Leserbriefe, Bildbeiträge und Anmerkungen an die Redaktion „MARIEN konkret“

adressieren. Die Redaktion behält sich die Veröffentlichung und Kürzungen

eingereichter Unterlagen vor. Beiträge für die MARIEN konkret 3/2017 können

bis zum 15. August 2017 eingereicht werden.

MARIEN konkret Nr. 86, Juni bis August 2017, ISSN 1863-9356

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Editorial

Liebe Leserinnen und Leser,

die St. Marien-Krankenhaus Siegen gem. GmbH und ihre Tochtergesellschaften zeichneten sich

durch eine enorme Dynamik und stabiles, natürliches Wachstum aus. Unser Unternehmen mit

allen seinen Einrichtungen ist zugleich integraler Bestandteil der medizinisch-pflegerischen

Versorgung und mit bald 2.000 Mitarbeitern einer der größten Arbeitgeber für unsere Region. Mit

regionalem Fokus versorgen wir in unseren Einrichtungen ein Gebiet mit etwa 500.000 Einwohnern,

in einigen unserer Schwerpunkte sogar weit darüber hinaus.

Diese Position bauen wir beständig aus und sichern die Zukunftsfähigkeit unseres Unternehmens

über ehrgeizige Maßnahmen ab. Zu nennen sind für das Jahr 2017 exemplarisch die Inbetriebnahme

des neuen Herz- und Gefäßzentrums Südwestfalen, der Baubeginn für das Hospiz auf der

Eremitage, der Spatenstich für das Bildungsinstitut für Gesundheitsberufe am Wellersberg und

die Finalisierung des Vorhabens „Demenzzentrum in Netphen“. Auch konnte das Projekt „Lebenswissenschaftliche

Fakultät an der Universität Siegen“ gemeinsam mit den anderen Krankenhausträgern

entscheidend vorangebracht werden; schon im nächsten Jahr werden die ersten

Medizinerinnen und Mediziner am Campus Siegen ausgebildet. Das Tempo ist enorm und jede

einzelne Maßnahme überaus anspruchsvoll.

Trotz dieser positiven Entwicklungen nimmt der Druck auf die Gesundheitsunternehmen und

somit auch auf uns permanent zu. Zwar hat sich die Gesundheitspolitik etwas auf uns zubewegt,

doch bleiben erhebliche bürokratische Zwänge auf allen Ebenen bestehen, und auch die riesigen

Herausforderungen im Bereich der ambulanten Versorgung gerade in unserer ländlich geprägten

Region sind nicht kleiner geworden. Dies macht permanente Nachjustierungen im Rahmen

unserer klaren strategischen Zielsetzung erforderlich. Außendruck ist aber nicht nur durch das

politische oder demografische Umfeld bedingt: Auch die diffuser werdende Lage der regionalen

Krankenhauslandschaft mit teilweise Doppel- und Dreifachvorhaltungen von Leistungen stellt

uns immer wieder vor neue Herausforderungen.

Für uns ist es Verpflichtung und Herausforderung zugleich, unser Unternehmen weiter zu entwickeln,

vorhandene Elemente zusammenzufügen, neue Impulse aufzunehmen und die St. Marien-

Krankenhaus Siegen gem. GmbH zu einem tragenden Pfeiler der medizinischen Versorgung in

unserer Region auszubauen. Hierbei haben wir als christliches Unternehmen die Wünsche und

Wertevorstellungen der Patienten unseres Krankenhauses, der Bewohner in unseren Wohn- und

Pflegeeinrichtungen, der Kunden unserer komplementären Einrichtungen sowie unserer Mitarbeiter

ganz besonders im Blick.

Wir alle wissen, dass zukünftig noch viele Aufgaben und auch Hindernisse vor uns liegen. Deshalb

möchten wir Sie bitten, uns weiterhin nach besten Kräften bei der Erfüllung der vor uns

liegenden Aufgaben zu unterstützen. Nur mit Ihnen zusammen können wir für das „Näher am

Menschen“ eintreten und auf dem Fundament unserer langjährigen Tradition Neues schaffen.

Wir wünschen Ihnen und Ihren Familien einen guten Start in den Sommer und eine erholsame

Urlaubszeit.

Christoph Rzisnik

Geschäftsführer

Hans-Jürgen Winkelmann

Geschäftsführer

Marienkonkret / 86/17 _ 3


Konkret

4 _ Marienkonkret / 86/17


14Koffer gepackt, Impfschutz vergessen? Wer in die Tropen reist,

muss sich schon Monate vor dem Abflug gegen Krankheiten wie

Gelbfieber oder Hepatitis schützen. Last-Minute-Urlauber dagegen

beugen oft gar nicht vor. Die meisten wissen nicht, dass sie sich sogar

an manchen Airports noch gegen Tetanus, Diphtherie, Polio und

Keuchhusten impfen lassen können. Der volle Impfschutz tritt zwar

erst bis zu 14 Tagen nach der Injektion in Kraft, es ist jedoch besser

als kein Schutz.

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Mailbox

Hospiz

Die Bauarbeiten für das Hospiz auf der Eremitage

laufen auf Hochtouren. Schon Anfang 2018

wird der Betrieb der Einrichtung starten. Spenden

und Erträge der Katholischen Sozialstiftung

fließen bei dem Betrieb des Hospizes ein, da mit

einer Kostendeckung durch öffentliche Mittel nicht

zu rechnen ist. „Deshalb werben wir weiter um

finanzielle Unterstützung des Projekts“, erklärt

Hubert Berschauer, Vorsitzender der Katholischen

Sozialstiftung. Der Umbau des Klosters zum Hospiz

wird das denkmalgeschützte Gesamtensemble

in seiner Funktion als zentralen Ort der Kirchengemeinden

im Siegerland stärken.

Chic

Im Mai gab es im Haus St. Elisabeth

eine besondere Modenschau.

Die Mode von 1910–1980

wurde von den Mitarbeitern und

Freunden des Hauses im voll besetzten

Restaurant präsentiert.

Anette Morgenthal stylte hierfür

die Models entsprechend der

Zeitepoche. Margot Roth führte

souverän und mit viel Fachwissen

durch die zweistündige Veranstaltung.

Highlight der Modenschau

waren Brautkleider

und Anzüge der Damen und

Herren aus den Jahrzehnten.

Fest

der

Kulturen

Fest

Zu einem Mitarbeiterfest am 29. September lädt

das Unternehmen alle Mitarbeiter ein. Unter dem

Motto „Fest der Kulturen“ soll es in diesem Jahr

im und um das Ambulante Zentrum Albertus Magnus

stattfinden. „Wir haben uns für dieses Motto

entschieden, da in unserem Unternehmen Mitarbeiter

aus 23 Nationen vertreten sind“, erklärt

Personalleiter Hubert Berschauer. Das Fest beginnt

um 15.30 Uhr mit einem Familienfest im

und um das Ambulante Zentrum Albertus Magnus.

Am Abend startet dann eine Party. „Ein Gremium

unseres Unternehmens hat sich intensiv mit

dem Thema auseinandergesetzt und Ideen für das

kulinarische Angebot sowie das Unterhaltungsprogramm

gesammelt“, so Hubert Berschauer.

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Medizin

Die Universitäten Bonn und Siegen

wollen künftig gemeinsam

Mediziner ausbilden. Im Rahmen

des Projekts „Medizin neu denken“

planen beide Hochschulen,

einen „Campus Siegen“ für zunächst

25 zusätzliche Medizin-Studienplätze einzurichten. Nachdem

der Bonner Fakultätsrat sich für das Projekt ausgesprochen hatte

und weitere Uni-Gremien informiert worden waren, fasste das Rektorat

der Universität Bonn nun hierzu einen förmlichen Beschluss. Senat

und Rektorat der Universität Siegen haben dem Projekt ebenfalls

zugestimmt. Wenn alles gut geht, könnten bereits ab dem Wintersemester

2018/19 die ersten Mediziner in Siegen ausgebildet werden.

Termine

10 Jahre Darmzentrum

Vor zehn Jahren wurde das Darmzentrum

von der Deutschen Krebsgesellschaft

zertifiziert. Das Krankenhaus

war damit eines der ersten Häuser in

der Bundesrepublik, das diesen Schritt

gegangen ist. Dieses kleine Jubiläum

möchten die Kliniken des Zentrums am

21. Juni mit hochkarätigen Referenten

begehen.

Gründungstreffen

Fiteinander

Die Rahmenbedingung im Arbeitsleben

werden immer anspruchsvoller,

die körperlichen

und geistigen Anforderungen an

das Personal in Einrichtungen

des Gesundheitswesens steigen

stetig. Das St. Marien-Krankenhaus

Siegen, der GSS Gesundheits-Service Siegen und das MVZ Medizinische

Versorgungszentrum am St. Marien-Krankenhaus Siegen

haben sich der Herausforderung gestellt, im Zuge eines strukturierten

betrieblichen Gesundheitsmanagements das Wohlbefinden

und die Gesundheit der Beschäftigten zu erhöhen und so letztendlich

auch die Betriebsergebnisse zu steigern. Teil hiervon ist die Marien

Gesundheitswoche, die Anfang Juni stattfand.

Sepsis

Die Sepsis ist die schwerste Verlaufsform

akuter Infektionen und stellt für

die Intensivmedizin international

eine zunehmende Herausforderung

dar. Alleine in Deutschland erkranken

bei steigender Tendenz jährlich rund

300.000 Menschen an einer Sepsis.

Eine internationale Sepsis-Task-

Prof. Markus Weigand

Force hat daher im vergangenen Jahr

Vorschläge publiziert, wie der Bedrohung begegnet werden kann. „Es

war sehr interessant, diese Vorschläge in der Marien Akademie zu

diskutieren“, sagt Prof. Werner Hering. Mit Prof. Markus Weigand,

Ärztlicher Direktor der Klinik für Anästhesiologie am Universitätsklinikum

Heidelberg, war im Mai ein renommierter Sepsisforscher nach

Siegen gekommen.

Am 22. Juni um 17 Uhr findet im

3. Obergeschoss des GSS-Therapiezentrums

(Friedrichstraße 133 in Siegen)

das Gründungstreffen der Selbsthilfegruppe

„Multiples Myelom“ statt. Die

Initiative für die Gründung geht auf den

1. Siegener Patiententag „Multiples Myelom“

zurück, den Prof. Dr. med. Ralph

Naumann jüngst organisierte.

Firmenlauf 2017

Am 12. Juli findet der diesjährige

Siegerländer Firmenlauf statt. Das

St. Marien-Krankenhaus Siegen und

seine Tochtereinrichtungen sind wieder

mit circa 200 Läuferinnen und Läufern

gemeldet und bilden einmal mehr eine

der größten Teilnehmergruppen. Das

Motto lautet für die Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter: Fiteinander.

Mediziner-Symposium

Am 27. September findet in der Erlebniswelt

der Krombacher Brauerei das

2. Mediziner-Symposium der Ärztevereine

aus Siegen und Olpe statt.

Die Veranstaltung wird organisiert

vom St. Marien-Krankenhaus Siegen

gemeinsam mit der Hospitalgesellschaft

Südwestfalen.

Südwestfälischer Hygienetag

Der Südwestfälische Hygienetag findet

am 22. November von 9.00 bis 16.30

Uhr im St. Marien-Krankenhaus statt.

Es wird damit an das bewährte

Hygiene-Forum angeknüpft.

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Schwerpunkt

Böses Blut

Das Multiple Myelom gilt

als eine der rätselhaftesten

Krebserkrankungen.

Fast fünf Prozent des menschlichen Körpers

bestehen aus Knochenmark, durchschnittlich

sind das etwa 2.600 Gramm. Hier werden

fast alle Blutzellarten des Menschen gebildet.

Wer nun im Biounterricht ein wenig aufgepasst hat,

kann sich wohl schon vorstellen, wie bedeutsam das

Knochenmark für uns Menschen und wie ungünstig

demzufolge ein medizinisches Problem in diesem

Bereich ist. Das gilt insbesondere für Krebserkrankungen.

Bösartige Plasmazellen vermehren sich

Eine Krebserkrankung, die im Knochenmark stattfindet,

ist das Multiple Myelom. Sie ist gekennzeichnet

durch die bösartige Vermehrung von Antikörper

produzierenden Zellen, den sogenannten Plasmazellen.

Gewöhnlich sind ein bis zwei Prozent aller

Zellen im Knochenmark Plasmazellen. Menschen

mit Multiplem Myelom haben eine erhöhte Anzahl

von nicht gesunden Plasmazellen, die so genannten

Myelomzellen. Durch deren Vermehrung kommt es

zu einer Hemmung der gesunden Blutbildung, insbesondere

der roten Blutkörperchen. Die Patienten

leiden dann unter Blutarmut, Leistungsverlust und

Müdigkeit. Zudem bilden die geschädigten Zellen

Stoffe, die zum schrittweisen Knochenabbau führen.

Hieraus resultieren Schmerzen, ein wachsen-

8 _ Marienkonkret / 86/17


Knochenschmerzen können auf

ein Multiples Myelom hindeuten

Marienkonkret / 86/17 _ 9


Schwerpunkt

Erstes Verfahren

des Risiko von Knochenbrüchen und die Gefahr einer

Nierenschädigung. Wie so oft gibt es auch hier

verschiedene Schweregrade. Die Bösartigkeit des

Krebses ist nicht bei allen Patienten gleichermaßen

ausgeprägt. Deren Spektrum reicht von Krebsvorstufen

über langsam voranschreitende Krankheitsverläufe

bis hin zu sehr aggressiven Erkrankungen,

die unbehandelt rasch zum Tod führen. Die große

Tragik des Multiplen Myeloms besteht darin, dass

es zu den Erkrankungen zählt, bei denen es bisher

meist keine Heilungsmöglichkeit gibt. Bestehende

Therapieoptionen zielen derzeit darauf ab, die Erkrankung

so gut wie möglich zu kontrollieren und

die Lebensqualität der Patienten positiv zu beeinflussen.

Ursachen nicht bekannt

In den letzten fünfzehn Jahren wurden größere Fortschritte zur Behandlung

der Myelomerkrankung erzielt als jemals zuvor. Die erste aktive

Substanz zur Behandlung der Erkrankung wurde 1958 erstmals in Russland

beschrieben: Es war das Chemotherapeutikum Melphalan, das

noch heute in der Behandlung eingesetzt wird.

Die Ursachen des Multiplen Myeloms sind nach wie

vor unbekannt. Es wurde belegt, dass Menschen,

die dauerhaft einer sehr hohen Strahlenbelastung

ausgesetzt sind, öfters erkranken; darunter fallen

aber nicht jene Belastungen durch Röntgenuntersuchungen.

Auch der permanente Kontakt mit großen

Mengen von Unkrautvernichtungsmittel scheint

eine gewisse Rolle zu spielen: Bei Arbeitern in der

Landwirtschaft konnte nämlich ein etwas erhöhtes

Erkrankungsrisiko nachgewiesen werden. Gleiches

gilt für den dauerhaften Kontakt mit Haarfärbemitteln,

Petroleum, Benzol und Abgasen. Darüber hinaus

stellt Übergewicht – als üblicher Verdächtiger

– in manchen Populationen einen Risikofaktor dar.

Schließlich tritt das Multiple Myelom, auch wenn es

sich nicht um eine erbliche Erkrankung handelt, in

Familien mit betroffenen Mitgliedern in der Folge

etwas häufiger auf. Dennoch: Es gibt bislang keine

bekannte eindeutige Ursache für die Erkrankung.

Patienten leiden unter vielen Belastungen

Patienten klagen oft über eine ausgeprägte Müdigkeit,

verknüpft mit Schwäche, Antriebslosigkeit und

dem Verlust ihrer Leistungsfähigkeit. In weiterer

Folge kommen dazu auch noch weitere Erkrankungen

in Folge des Multiplen Myeloms: Patienten

leiden öfters unter Infekten, beispielsweise Atemoder

Harnwegsinfekten. Hinzu kommen oft Kurzatmigkeit

und Atemnot, zudem Gewichtsverlust.

Auch die oft begleitenden Knochenschmerzen können

bereits Monate vor der Diagnose auftreten; Patienten

erzählen davon, dass ihr Multiples Myelom

entdeckt wurde, weil sie wegen Schmerzen einen

Arzt konsultiert haben. Meistens betroffen sind die

Wirbelsäule, Beckenknochen, Rippen und Schädel.

Der Schmerz kann aber auch aus unerklärten Knochenbrüchen

folgen, die demnach auf ein mögliches

Multiples Myelom hindeuten können.

Löcher im Röntgen sichtbar

Der Arztbesuch bei Knochenschmerzen ist immer

ein erster wichtiger Schritt, denn ein Multiples Myelom

kann noch weitere gesundheitliche, risikoreiche

Folgen haben. Es kann etwa die Knochen

schwächen und ausdünnen. Röntgenaufnahmen

von Knochen scheinen dabei manchmal Löcher

aufzuzeigen, die Osteolysen genannt werden. Es

handelt sich hierbei nicht unbedingt um Löcher,

sondern um geschwächte Bereiche des Knochens

aufgrund der erhöhten Ansammlung von geschädigten

Zellen.

Behandelbar, aber meist nicht heilbar

Aktuell wird die Krankheit aus medizinischer Sicht

vor allem so gut wie möglich behandelt, um insbesondere

die Lebensqualität positiv zu beeinflussen.

10 _ Marienkonkret / 86/17


4:100.000

Bei Männern tritt das Multiple Myelom etwa doppelt

so häufig auf wie bei Frauen. Das durchschnittliche

Alter der Erkrankung liegt bei 69 Jahren. Die Häufigkeit

der Erkrankung liegt in Europa bei circa vier bis

fünf Fällen auf 100.000 Einwohner.

Das betrifft allerdings nur die medizinisch-physischen

Teile der Erkrankung, also etwa Schmerzen

und andere Symptome. Die psychische Seite ist

noch einmal etwas komplett anderes. Hier entstehen

Belastungen, die nicht so einfach wegzustecken

sind. Manche Patienten berichten, dass sie nach der

Diagnose eine Zeit lang unter Schlafprobleme litten;

auch, weil ihnen die Sorge, dass nun jeder kleine

Infekt eine Bedrohung darstellen könnte, nicht aus

dem Kopf gehen wollten.

Ein Patient aus dem St. Marien-Krankenhaus

berichtet, er habe einfach alle seine Gedanken in

Briefe zusammengestellt und als Brief an seine Frau

und seine Kinder adressiert. So konnte er die Situation

für sich mental fassen und wieder einen Überblick

gewinnen. Daraus resultierte für ihn auch eine

größere innere Ruhe, weil die Fakten nun klarer

sichtbar waren, wodurch das unbekannte Bedrohungspotenzial

sank.

Information ist wichtig

Solche und ähnliche Strategien können dazu beitragen,

mit diesen Situationen fertig zu werden.

Patienten sollten sich also einige zentrale Punkte

klarmachen; auch der erklärte Lebenswillen und

Offenheit gehören dazu. Dazu muss er klar formulieren,

wozu die Strapazen aufgenommen werden

und was auf seine Umwelt zukommt. Dabei hilft

eine gewisse Grundinformiertheit, wie sie in Siegen

u.a. über Patiententage vermittelt wird. Denn wer

über seine eigene Krankheit halbwegs im Bilde ist,

versteht die Therapien besser und kann sie leichter

annehmen.

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Schwerpunkt

Unheilbar?

Prof. Ralph Naumann

nimmt sich der

Herausforderung an

Rund 3500 Menschen erkranken in Deutschland

jährlich neu am Multiplen Myelom, einer

bislang unheilbaren Krebserkrankung

des blutbildenden Knochenmarks. Mit dem St. Marien-Krankenhaus

haben Betroffene ab sofort eine

Anlaufstelle in der Region. Denn dort hat vor rund

acht Wochen Prof. Dr. Ralph Naumann die Leitung

der Medizinischen Klinik III (Hämatologie, Medizinische

Onkologie und Palliativmedizin) übernommen.

Naumann ist Experte für die Krankheit

und setzt bei der Behandlung auf Methoden wie

zum Beispiel die sogenannte „autologe Stammzell-

Transplantation“.

„Heilbar ist die Krankheit bisher nicht, aber die

Therapie hat sich in den vergangenen 15 Jahren

deutlich verändert“, sagt der neue Chefarzt. „Unser

Ziel: zu einer chronischen Krankheit machen,

Alleinstellung

Bereits 2008 hatte das St. Marien-Krankenhaus

eine Stammzell-Transplantationseinheit für

erwachsene Patienten eingeführt. Seit etwas

mehr als einem Jahr konnten die Transplantationen

aufgrund formaler Gründe jedoch nicht

mehr durchgeführt werden. Mit dem Chefarztwechsel

ist das nun wieder möglich. Damit

leistet das St. Marien-Krankenhaus nicht nur einen

wichtigen Beitrag zur Versorgung der am

Multiplen Myelom erkrankten Personen in der

Region, sondern hat auch ein Alleinstellungsmerkmal.

12 _ Marienkonkret / 86/17


was früher ein Todesurteil war.“ Und: Dabei sei eine

durchaus gute Lebensqualität zu erreichen.

Die autologe Stammzell-Transplantation kommt

dabei – unter bestimmten Voraussetzungen – in Verbindung

mit einer Hochdosis-Chemotherapie zum

Einsatz. Bei letzterer werden durch das sechs- bis

13-fache der üblichen Wirkstoffdosis zwar die Tumorzellen

effektiv angegriffen – aber auch gesundes

Gewebe geschädigt. Vor der Hochdosisbehandlung

werden dem Patienten darum eigene Stammzellen

entnommen (deren Produktion zuvor angeregt

wird), eingefroren und relativ kurz nach der Behandlung

über einen zentralen Venenkatheter oder

Port wieder in den Organismus gebracht.

Die Regeneration wird dadurch massiv beschleunigt.

„Die meisten Patienten fühlen sich lediglich

zwei bis drei Tage schlapp, schwere Komplikationen

sehen wir selten“, sagt Naumann. Die Transplantation

eigener Stammzellen kurbelt deren Produktion

im Körper an – und sorgt dafür, dass schneller wieder

weiße Blutkörperchen, die Leukozyten, gebildet

werden und das Immunsystem wieder in Gang

kommt. Ohne diese Unterstützung dauert das ungleich

länger. Idealerweise können Betroffene etwa

nach vier Wochen das Krankenhaus wieder verlassen.

Infrage kommt das Verfahren allerdings nur für

Patienten, die vom Multiplen Myelom abgesehen

fit sind, weil die Hochdosis-Therapie sonst eine zu

große Belastung sein könnte. Darum steht vorher

ein Rundum-Check an: Selbst zum Zahnarzt müssen

die Kandidaten vorab, um beispielsweise unentdeckte

Entzündungen auszuschließen.

Erfolgreicher 1. Patiententag

Im Rahmen eines Patiententages, der Ende Mai

stattfand, wurden Betroffene über die neuen Möglichkeiten

im St. Marien-Krankenhaus und die

Krankheit im Allgemeinen informiert. Die etwa 100

Teilnehmer erfuhren aus erster Hand, welche neuen

Behandlungskonzepte es gibt, was moderne Diagnostik

leisten kann, wann welche Therapie sinnvoll

ist und wie man die psychischen Folgen eines Multiplen

Myeloms bewältigen kann. Fünf Fachvorträge

lieferten hierzu reichlich Informationen. „Fragen

während und nach den Vorträgen waren sehr erwünscht,

und Berührungsängste sollten keinesfalls

entstehen“, betont Naumann. Neben ihm standen

weitere namhafte Spezialisten am Rednerpult.

„Der Patiententag bot sowohl Patienten als auch

Angehörigen die Gelegenheit, sich umfassend über

die Krankheit zu informieren und sich mit Medizinern

und anderen Betroffenen auszutauschen“, so

Von Koblenz nach Siegen

Patienten mit Multiplem Myelom, einer Krebserkrankung des Knochenmarks,

stellt der neue Chefarzt der Medizinischen Klinik III im St. Marien-

Krankenhaus mehr Lebensqualität in Aussicht. Prof. Dr. Ralph Naumann

wechselte vom Gemeinschaftsklinikum Mittelrhein in Koblenz nach

Siegen und kündigt gleich zu Beginn seiner Tätigkeit mit der autologen

Stammzell-Transplantation eine Behandlung an, die im Umkreis von 60

bis 70 Kilometern ein Alleinstellungsmerkmal für das Krankenhaus bilde.

Dies soll mit der Gründung einer Selbsthilfegruppe unterstrichen werden.

Naumann. Auf diese Weise habe man Patienten und

ihren Angehörigen dabei geholfen, Ängste vor der

Therapie und dem Leben mit der Erkrankung abzubauen.

Nach dieser erfolgreichen ersten Veranstaltung

wolle man das Format fest in den Veranstaltungskalender

der Klinik integrieren.

Prof. Dr. med. Ralph Naumann

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Soziales

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Engagement

Die Katholische Sozialstiftung Siegen-Wittgenstein verleiht

zum vierten Mal den Katholischen Sozialpreis für

herausragendes soziales Engagement. Ausgezeichnet

werden Personen und Organisationen, die sich insbesondere

mit dem Thema „Begleitung am Lebensende“ beschäftigen.

Der Preis ist mit insgesamt 10.000 Euro dotiert

und gehört zu den wichtigsten Auszeichnungen kirchlicher

Einrichtungen in der Region. Maßgebliche Gründe

für die Auszeichnung der Projekte mit dem Katholischen

Sozialpreis sind neben dessen Relevanz und Wirkung auf

gesellschaftliche Herausforderungen, die Nachhaltigkeit

des Engagements und der Innovationsgrad der Hilfestellungen.

Zugelassen zum Katholischen Sozialpreis 2017 sind innovative,

begonnene jedoch nicht abgeschlossene, bisher

nicht für den Katholischen Sozialpreis nominierte Projekte

von Einzelpersonen, von christlichen Institutionen und

Gruppierungen sowie von Vereinen mit christlichem Bezug.

Eingereicht werden kann bei der Katholischen Sozialstiftung

bis zum 15. Juli 2017 jeweils nur ein Projekt, wobei

insbesondere jene zum Schwerpunktthema „Begleitung

am Lebensende“ beachtet werden.

Die Katholische Sozialstiftung Siegen-Wittgenstein ist

eine rechtsfähige, gemeinnützige, mildtätige kirchliche

Stiftung des bürgerlichen Rechts mit Sitz in Siegen. Sie

dient der Förderung sozialer Zwecke gemäß seiner Satzung.

Die Sozialstiftung errichtet aktuell gemeinsam mit

dem St. Marien-Krankenhaus Siegen das Hospiz „Louise

von Marillac“ auf der Eremitage. Mit dem Hospiz möchten

Krankenhaus und Stiftung Verantwortung für die Versorgung

schwerstkranker Menschen in der Region übernehmen

und einen Beitrag für die Begleitung von Menschen

am Lebensende leisten. Das Unterfangen trägt dabei dem

stetig wachsenden Bedarf an Hospizplätzen Rechnung.

Der Umbau des Klosters zum Hospiz wird überdies das

denkmalgeschützte Gesamtensemble in seiner Funktion

als zentralen Ort der Kirchengemeinden im Siegerland

stärken. Die Eröffnung des Hospiz soll Anfang 2018 erfolgen.

Die Ehrung des Preisträgers des Katholischen Sozialpreis

2017 erfolgt am 2. September 2017 beim Sozialen Forum

des Dekanats Siegen. Das Forum findet auf der Eremitage

statt und die Teilnehmer können sich dabei auch über den

Fortschritt des Hospizbaus informieren.

Marienkonkret / 86/17 _ 15


Strategie

Neue Maßstäbe

Bauarbeiten für Bildungsinstitut für Gesundheitsberufe

in Südwestfalen haben begonnen

Fit für die Zukunft

Mit einem symbolischen Spatenstich haben

die drei Träger des Bildungsinstituts

für Gesundheitsberufe in Südwestfalen

(BiGS), die DRK-Kinderklinik Siegen, das Kreisklinikum

und das St. Marien-Krankenhaus, die Bauarbeiten

am Wellersberg begonnen.

Nach kurzen Festreden von Landrat Andreas

Müller und Bürgermeister Steffen Mues sowie den

Vertretern von Bauherr und Trägern wurde den geladenen

Gästen das Bauvorhaben anhand der Pläne

und Bilder des geplanten Projekt vor Ort auf der

Baustelle vorgestellt. „Bereits 2009 haben wir uns

Bürgermeister Steffen Mues überzeugt sich zweimal die Woche selbst vom

Baufortschritt auf dem Wellersberg. Zweimal die Woche joggt er an der Stelle

entlang, wo in knapp zwei Jahren das neue Bildungsinstitut für Gesundheitsberufe

in Südwestfalen (BiGS) eröffnen soll. „Das Gesundheitssystem

der Stadt Siegen wird dadurch weiter vorangebracht und fit für die Zukunft

gemacht“, sagt der Bürgermeister beim Spatenstich auf dem Baugelände.

erstmals Gedanken darüber gemacht“, so Hans-

Jürgen Winkelmann, Geschäftsführer des St. Marien-Krankenhauses.

In den letzten Jahren seien

dann die Inhalte festgezurrt und ein Standort gesucht

worden. 2012 wurde die Gesellschaft gegründet,

das Diakonie-Klinikum war zu dem Bedauern

aller zuvor abgesprungen. Winkelmann hob weiter

die Bedeutung dieses gemeinsamen Projekt hervor,

das Signalcharakter für den Gesundheitsstandort

hätte. „Dieses Projekt wird bei der Ausbildung von

Pflegekräften Maßstäbe setzen.“

Moderne Bildungsarbeit

Bis Ende 2018 entsteht auf dem Gelände unterhalb

der DRK-Kinderklinik durch den DRK-Landesverband

Westfalen-Lippe als Bauherrn ein multifunktionales

Schul- und Ausbildungszentrum für

350 Auszubildende mit 2.900 m² Gesamtfläche.

Der Landesverband investiert rund 6,5 Mio. Euro

in das neue Gebäude, in dem zukünftig moderne

Bildungsarbeit mit aktueller technischer Ausstattung

sowie attraktiver Aufenthaltsqualität vereint

werden. Das BiGS möchte junge Menschen für die

16 _ Marienkonkret / 86/17


von links:

Bürgermeister Steffen Mues,

Bertram Müller (Kreisklinikum

Siegen),

Hans-Jürgen Winkelmann

(St. Marien-Krankenhaus),

Landrat Andreas Müller,

Stefanie Wied

(DRK-Kinderklinik Siegen),

Lutger Jutkeit

(DRK-Landesverband

Westfalen-Lippe) und

Uwe Mayenschein (BiGS)

beim symbolischen Spatenstich

am Bauplatz unterhalb

der DRK-Kinderklinik Siegen.

Das Bildungsinstitut für Gesundheitsberufe Südwestfalen in Siegen-BiGS GmbH ist eine auf Aus- und Weiterbildungsangebote

spezialisierte Bildungseinrichtung, die sich an alle Interessenten und Angehörige der Berufsgruppe

Pflege im Großraum Siegen richtet.

Die Gesellschaft AUSBILDUNG wurde bereits im Jahr 2014 unter gemeinsamer GANZ Trägerschaft der Siegener BIGS

Krankenhausträger des

St. Marien-Krankenhauses, des Kreisklinikums und der DRK-Kinderklinik gegründet.

Das Institut stattet Auszubildende und Weiterbildungsteilnehmer mit den nötigen Kompetenzen aus, damit sie der

Problematik der veränderten Rahmenbedingungen im Gesundheitswesen und der zugleich unweigerlich ansteigenden

Pflegebedürftigkeit in Siegen-Wittgenstein mit der gebotenen Fachexpertise konstruktiv begegnen können.

Dazu wurde ein neues Gebäude konzipiert, in dem moderne Bildungsarbeit mit entsprechender technischer Ausstattung

sowie attraktiver Aufenthaltsqualität vereint werden. Rund 350 Ausbildungsplätze in der Gesundheits- und

Kranken – bzw. Kinderkrankenpflege sowie der Altenpflege stehen dann zur Verfügung. Ein Ausbildungsangebot

zur operationstechnischen Assistenz soll die Ausbildungskapazitäten später erweitern.

Das Portfolio der Weiterbildungen Meilensteine

wird neben den bereits etablierten Weiterbildungen stetig entsprechend des Bedarfs

und der zur Verfügung stehenden Raumkapazitäten ausgebaut und erweitert. Ein weiteres Betätigungsfeld

wird die hochschulische Kooperation darstellen. Kooperationsverträge zur dualen hochschulischen Qualifikation mit

der Hamburger Fernhochschule wurden bereits abgeschlossen. Innovative Projekte mit der Universität Siegen sind

in Planung. Eine weitere hochschulische Vernetzung wird angestrebt.

2009

Erste Besprechung Siegener Krankenhausträger

2010

Absichtserklärung der Unternehmen

2011

Standortsuche und Namenswahl, Ausstieg Diakonie

Pflegeberufe begeistern und ihnen ein attraktives

Angebot machen. „Es ist für die Azubis sehr reizvoll,

dass sie im Anschluss an ihre Ausbildung weiter

am Ball bleiben und die Weiterbildungsangebote

in Siegen wahrnehmen können“, so Winkelmann.

Bisher mussten für solche Maßnahmen weite Wege

in andere Städte oder Zentren in Kauf genommen

werden.

Mit Fertigstellung können die drei Siegener Träger

dann 200 Ausbildungsplätze in der Gesundheits-

und Krankenpflege, 75 Ausbildungsplätze

in der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege und

75 neu genehmigte Ausbildungsplätze in der Altenpflege

anbieten. Auszubildende haben zudem die

Möglichkeit, im Rahmen eines dualen Studiums

berufsbegleitend in einer Hochschulkooperation

mit der Hamburger Fernhochschule HFH den Studiengang

„Health Care Studies“ mit einem Bachelor

of Science abzuschließen. Ein Ausbildungsangebot

zur operationstechnischen Assistenz soll die Ausbildungskapazitäten

später erweitern. Innovative

Projekte mit der Universität Siegen sind darüber

hinaus in Planung. Die weitere hochschulische Vernetzung

wird angestrebt.

2012

Vorbereitung Gründung der Gesellschaft

2013

Aufsichtsrechtliche Klärung und inhaltliche Planung

2014

Gründung der GmbH

2015

Mietvertragsverhandlungen

2016

Bauentscheidungen- und Planungen, Einrichtungsplanung

2017

Baubeginn

2018

geplante Inbetriebnahme

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Gesundheit

Das Phantom aus der

Applauskurve

Der Schmerz ist ein Phantom, doch Bernd

M. malträtiert er Tag für Tag. Dumpf pocht

er im rechten Unterschenkel, den er bei

einem Motorradrennen in der sogenannten Applauskurve

kurz vor der Lützel verloren hatte. Der

gespenstige Schmerz befällt rund zwei Drittel der

Amputierten und tritt typischerweise innerhalb

der ersten Tage nach Verlust des Körperglieds

auf. Der Schmerz im abgetrennten Körperglied

kann dabei variieren und fluktuieren; das heißt,

seine Intensität steigt und klingt dann wieder ab.

Zudem gibt es zahlreiche Variablen, die ihn verstärken

oder abschwächen. Häufig tritt er in den

am weitesten entfernt gelegenen, distalen Körperbereichen

des Phantoms auf und unterscheidet

sich dadurch von Stumpfschmerzen. Letztere

können lokal durch Nervenwucherungen der

durchtrennten peripheren Nerven im Bereich der

Abtrennungsstelle, durch Hautdefekte, Durchblutungsstörungen,

schlecht sitzende Prothesen oder

Prothesendruckstellen bedingt sein und unterhalten

werden.

Oft beklagen die vom Phantom betroffenen Patienten

einen ähnlichen Schmerz wie jenen, den sie

vor der Amputation hatten. So kann beispielsweise

ein verletzungsbedingt schwerer, krampfartiger

Schmerz im Fuß vor der Amputation danach in

ähnlicher Form als Phantomschmerz auftreten.

Der Schmerzcharakter wird als brennend, bohrend,

stechend, einschießend und elektrisierend

beschrieben. Bildend können physikalische Faktoren

wie Kälte, Wärme und Wetterwechsel, aber

auch psychologische Mechanismen wie Stress,

Angst, Depression und Schlafstörungen wirken.

Kombinierte Anästhesie

„Der Phantomschmerz ist wie ein Ohrwurm oder

ein furchtbares Erlebnis, das nicht mehr aus dem

Kopf geht“, erklärt Prof. Dr. med. Werner Hering,

Chefarzt der Klinik für Anästhesiologie im St. Marien-Krankenhaus

Siegen. Schmerz und Trauma

vor und während der Amputation prägen sich wie

beim Lernen ins Gedächtnis ein. Der Professor be-

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Passiver Schutz für Biker

Ein Viertel der von der ADAC-Unfallforschung analysierten 20.018 Verkehrsunfälle sind Motorradunfälle. Damit sind Biker

überproportional am Unfallgeschehen beteiligt. Um ihr Risiko zu senken, trägt eine umfassende Instandsetzung der

Landstraßen bei. Eine wichtige Erkenntnis der Experten lautet: Die Beschaffenheit der Straße spielt bei Motorradunfällen

eine zentrale Rolle. So sind etwa Längsrillen und hervortretende Reparaturstellen extrem gefährlich. Die Seitenräume von

Straßen sollten einen Unterfahrschutz in ausreichender Länge haben. Das kann Leben retten: Gestürzte Motorradfahrer

prallen dann nicht auf mehrere Hindernisse oder fliegen über die Leitplanke, sondern schlittern eher an der Straßenbegrenzung

entlang. Außerdem gilt es, offene Strukturen und scharfe Kanten an der Leitplanke zu vermeiden , die den

Verlust von Gliedmaßen verursachen.

tont daher, wie wichtig die richtige Narkose vor

der Amputation ist: „Jede Schmerzinformation an

das Gehirn sollte blockiert werden, um eine Einprägung

zu verhindern.“ So könne wahrscheinlich

dem Phantomschmerz weitgehend vorgebeugt

oder dieser zumindest signifikant und klinisch

relevant reduziert werden. „Das Verfahren der

ersten Wahl ist dabei eine kombinierte Anästhesie

unter Einsatz von epiduralen oder peripheren

Nervenkathetern“, so Hering. Treten trotz der

genannten perioperativen Akutschmerztherapie

im weiteren Verlauf Phantomschmerzen auf oder

kommt es gar zu einer Chronifizierung, müssen

sämtliche Optionen der multimodalen Schmerztherapie

eingesetzt werden.

Bernd M. muss mit seinem Phantom leben lernen.

Auch die Bilder von dem Unfall, bei dem

er auch seine Freundin verlor, werden ihn lange

begleiten. Für den empfunden Schmerz gibt es

Hoffnung: Neue Erkenntnisse haben zu experimentellen

Therapieansätzen geführt, bei denen

das Gehirn durch andere Reize abgelenkt wird. Ist

es dann zu beschäftigt, hört auch der Phantomschmerz

auf, hoffen die Forscher.

Klinik für Anästhesie und Intensivmedizin

Im Rahmen der perioperativen Medizin begleiten

die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Klinik

von Chefarzt Prof. Dr. med. Werner Hering die

Patientinnen und Patienten des St. Marien-Krankenhauses

Siegen von der präoperativen Voruntersuchung

in der Anästhesieambulanz bis hin zur

postoperativen Nachbefragung auf den Stationen.

Das Ziel ist es, gemeinsam mit den Patienten für

die Operation das optimale Narkoseverfahren, unter

Einbeziehung Ihres allgemeinen Gesundheitszustandes,

festzulegen. Im Vordergrund stehen

hierbei Kriterien wie Sicherheit, Verträglichkeit

und Steuerbarkeit der Anästhesie sowie eine effektive

und qualifizierte Schmerztherapie. Ein

ganz besonderes Anliegen ist die Vermeidung von

Übelkeit und Erbrechen durch eine wirksame Vorbeugung

und, erforderlichenfalls, eine schnelle

Therapie.

Immer wieder Tragödien

Ein Motorradfahrer ist am Pfingstmontag nach

dem Zusammenprall mit einem Auto noch

am Unfallort gestorben. Der 21-Jährige war

mit seinem Zweirad von der Kronprinzeneiche

in Richtung Afholderbach unterwegs.

Noch oberhalb der „Applauskurve“ verlor der

junge Mann auf der sehr kurvenreichen, bei

Kradfahrern recht beliebten Strecke, am Ende

einer Rechtskurve die Kontrolle über sein

Motorrad. Die Polizei gab als Grund für den

Kontrollverlust „nicht angepasste Geschwindigkeit“

an.

Foto: Kai Osthoff

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Report

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Fitte Firma

Im Rahmen einer gemeinsamen Aktion des St. Marien-Krankenhaus Siegen mit der Firma :anlauf, der

Initiatorin des Siegerländer AOK-Firmenlaufs, wurden zum dritten Mal „Fitte Firmen“ gesucht und

gefunden. Dass sportliche Aktivitäten, Gesundheitsprävention oder die Teilnahme am Siegerländer

Firmenlauf bereits feste Bestandteile des Betriebsalltags sind, bestätigten zuletzt mehr als 9.000 Läufer

aus 600 Betrieben. Aus diesen wählte eine Fachjury Firmen aus, die sich durch ihre Maßnahmen für die

Gesundheitsprävention der Mitarbeiter besonders hervorheben. Bei einer Ehrung stellte nun im gut

besuchten Apollo-Theater Martin Hoffmann von :anlauf das Ergebnis zum Wettbewerb vor. Die Sieger

sind das Berufskolleg für Wirtschaft und Verwaltung, die Firma Achenbach Buschhütten und die Firma

Vetter Industrie. Vorgenommen wurde die Ehrung von Martin Hoffmann gemeinsam mit Chefarzt

Dr. Alois Franz und Geschäftsführer Hans-Jürgen Winkelmann aus dem St. Marien-Krankenhaus Siegen,

unter großem Beifall der Gäste im großen Saal des Apollo.

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Intern

Staffelholz

übergeben

Im Frühjahr endete eine Ära: Prof. Dr. med. Winfried Gassmann

beendete seine aktive Zeit als Chefarzt der Medizinischen Klinik III

im St. Marien-Krankenhaus Siegen

Mit einem Festakt im Haus der Siegerländer

Wirtschaft verabschiedete das St. Marien-

Krankenhaus Siegen ihren langjährigen

Chefarzt Professor Dr. Winfried Gassmann und begrüßte

gleichzeitig seinen Nachfolger, Professor Dr.

Ralph Naumann. In einem waren sich alle Festredner

einig: Professor Gassmann hat das St. Marien-

Krankenhaus Siegen über mehrere Jahrzehnte hinweg

wesentlich mitgeprägt und großen Anteil an der

großen Anerkennung des Krankenhauses. Als Arzt

und Wissenschaftler war er Triebfeder des medizinischen

Fortschritts in der Hämatologie und Onkologie

in der Region.

Verwaltungsratsvorsitzender Bruno Sting begrüßte

die Gäste und beschrieb mit sehr persönlichen

Worten das Wirken von Chefarzt Professor

Tour der Hoffnung

Als 1983 die erste „Tour der Hoffnung“ startete, hatten an Leukämie (Blutkrebs) erkrankte Kinder bereits eine durchschnittliche

Chance auf Heilung von ca. 60 %. Heute, 30 Jahre später, ist diese Chance auf fast 90 % gestiegen. Damit

ist zwar ein Fortschritt erreicht, jedoch stirbt noch immer eines von fünf Kindern mit einer bösartigen Erkrankung

(z.B. Lymphdrüsenkrebs, Leukämie, Hirntumoren). Diese schlimmen Krankheiten bei Kindern werden erst ihren

Schrecken verlieren, wenn – wie bei Infektionskrankheiten – die Heilung die Regel und der Tod die absolute Ausnahme

ist. Wissenschaftler und Ärzte arbeiten sehr intensiv daran, die Ursachen dieser Erkrankungen zu finden, ihren

Verlauf besser zu verstehen und die Therapie möglichst gut an die jeweilige Krebsart anzupassen. Das Ziel muss es

sein, jedem Kind eine im eigentlichen Sinne des Wortes normale Lebensweise zu eröffnen.

22 _ Marienkonkret / 86/17


Medizinische Klinik III

Dr. Winfried Gassmann im St. Marien-Krankenhaus

Siegen: „Im Jahr 1997 haben Sie die Klinikleitung

übernommen und Ihren Bereich zu einer hochmodernen

Klinik weiterentwickelt.“ Bruno Sting beschrieb

dann die Meilensteine während der „Ära

Gassmann“, die durch ein gutes Verhältnis gegenüber

den Mitarbeitern und einweisenden Ärzten geprägt

gewesen sei. Anschließend ging Professor Dr.

Frank Willeke, Ärztlicher Direktor des St. Marien-

Krankenhauses Siegen, in einem launigen Vortrag

auf die persönlichen Seiten des „Kollegen“ Gassmann

ein: „Du hast immer das Ganze gesehen und

hattest nie Sorge, dass im sich ständig wandelnden

Krankenhaus etwas für deine Abteilung oder gar für

dich persönlich verloren gehen könnte. Du hast diese

Veränderungen immer aktiv begleitet und unterstützt.

Dein Spruch lautete: ‚Gib etwas ab, und bekomm'

mehr dazu‘“, so Professor Willeke. „Du hast

die Besonderheiten des St. Marien-Krankenhauses

immer auch als etwas Besonderes erkannt.“

Kindern Hoffnung geben

Schließlich richteten einzelne Festgäste, unter ihnen

Professor Dr. Gerhard Ehninger vom Universitätsklinikum

Carl Gustav Carus Dresden, persönliche

Worte an den scheidenden Chefarzt. Professor

Ehninger legte seinen Schwerpunkt insbesondere

auf das wissenschaftliche Schaffen von Professor

Gassmann. Große Verdienste habe er sich im Bereich

der Stammzell-Transplantation erworben, die

er schon mit seiner Habilitationsschrift erforschte.

Dann habe er Siegen zu einem zentralen Standort

entwickelt, an dem viele Reverenz-Untersuchungen

durchgeführt wurden. Professor Ehninger führte

schließlich auch die Aufklärungsarbeit im vermeintlichen

Dopingfall „Claudia Pechstein“ auf und das

große Engagement für die „Tour der Hoffnung“, bei

der zugunsten leukämiekranker Kinder Gelder „erstrampelt“

werden.

Nach einem musikalischen Intermezzo von Saxophonist

Stephan Geiger ergriff Professor Gassmann

selbst das Wort und verabschiedete sich mit bewegenden

Worten von „seinem“ St. Marien-Krankenhaus

Siegen. Am Ende übergab er das Wort an

seinen Nachfolger Professor Dr. Ralph Naumann,

der sich zuvor als Chefarzt der Inneren Medizin und

zugleich Ärztlicher Direktor am Stift St. Martin in

Koblenz verantwortlich zeichnete.

„Ich bin dankbar, dass ich eine renommierte

und überregional bekannte Klinik von Professor

Die Medizinischen Klinik III von Chefarzt Prof. Dr. med. Ralph Naumann

ist auf die Behandlung von Blut- und Tumorerkrankungen

spezialisiert. In der hoch modernen Klinik stehen alle Verfahren der

systemischen Chemotherapie einschließlich der Hochdosis-Chemotherapie

mit nachfolgender Transplantation von Blutstammzellen

zur Verfügung. Die Klinik ist als Schwerpunkt für die periphere

Blutstammzelltransplantation anerkannt. Die Stammzellherstellung

unterliegt den strengen Regularien des Arzneimittelgesetzes.

Als dritte Einrichtung in Deutschland wurde die Medizinischen Klinik

III für dieses Spezialverfahren nach den neuen und strengen europäischen

Normen zertifiziert. Ein weiterer Schwerpunkt der Klinik

liegt in der Diagnostik von Blut- und Lymphknotenerkrankungen.

von links nach rechts: Hans-Jürgen Winkelmann, Bruno Sting,

Prof. Dr. med. Ralph Naumann, Prof. Dr. med. Winfried Gassmann,

Christoph Rzisnik

Gassmann übernehmen kann“, stellte Professor

Naumann fest. Für die Zukunft wünsche er sich,

mit einem Team sehr engagierter Mediziner, Pflegenden

und Psychoonkologinnen die professionelle

Betreuung der meist lebensbedrohlich erkrankten

Patienten in einem Krankenhaus mit christlicher

Prägung voranzubringen.

Aufbruchstimmung in Klinik

„Ich bin gespannt, ob die Siegener Vision einer lebenswissenschaftlichen

Fakultät Wirklichkeit wird

– besonders würde ich mich auf die Aufbruchsstimmung

freuen, denn diese setzt bei mir regelmäßig

viel Energie und Tatendrang frei“, so der neue Chefarzt

weiter. Für die Medizinische Klinik III möchte

Professor Naumann sich für die Wiederaufnahme

der autologen Stammzell-Transplantation sowie ein

Studienzentrum einsetzen und dieses zu einer Plattform

für Kliniken entwickeln.

Anschließend wurde dem scheidenden Chefarzt

vom Vorsitzenden des Verwaltungsrats ein Präsent

als äußeres Zeichen des Dankes überreicht. Der

Festakt wurde abgeschlossen durch ein Gebet von

Pfarrer Wolfgang Winkelmann.

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Panorama

Klima

Vorsicht beim Kaltgebläse

Nebel

Zerstäuber hilft

Für den Temperaturausgleich

des Körpers ist hauptsächlich

die Haut mit ihren Poren

und Schweißdrüsen zuständig.

Ihre Aufgabe ist es, als

eine Art natürliche Klimaanlage

die lebensnotwendige

menschliche Betriebstemperatur

von etwa 36 bis 37 Grad

Celsius stabil zu halten.

Was können Sie bei Hitze

tun, um die natürliche Klimatisierung

zu unterstützen?

Ganz einfach: Fast jeder besitzt

oder kennt die kleinen

Zerstäuber zur Befeuchtung

von Zimmerpflanzen. Diese

können Sie einfach mal

zweckentfremden: Füllen

Sie die Flasche mit frischem

Wasser und gönnen Sie Ihrem

Gesicht, Dekolleté, den

Oberarmen oder Waden zwischendurch

einfach einen

kurzen Sprühnebel. Die leichte

Feuchtigkeit auf der Haut

bewirkt zusammen mit dem

kleinsten Lufthauch wahre

Wunder an Abkühlung. Es

braucht also nicht der Taschenventilator

sein.

Andauernd 30 Grad und mehr im Schatten,

gefühlter Hitzestau schon frühmorgens

zu Hause und dann noch am unklimatisierten

Arbeitsplatz im Gebäude A des

St. Marien-Krankenhauses – da ächzt der

Körper und sehnt sich nach Abkühlung

und Entlastung.

Doch der vorschnelle Dreh am Knopf

der automatischen Klimageräte im Feierabendverkehr

verspricht keine Abhilfe.

Im Gegenteil: Künstlich herunter gekühlte

Vorbereitung

Trainieren für die Hitze

Unser Herz-Kreislauf-System leistet bei

Hitze Schwerstarbeit – je mehr

es an Herausforderungen

dieser Art gewöhnt ist,

desto besser hält der

Organismus im Ernstfall

die Balance. Trainieren

Sie daher am besten

das ganze Jahr: Regelmäßige,

zügige Spaziergänge von mindestens

30 Minuten oder regelmäßige

Saunabesuche sorgen zum Beispiel

gezielt dafür, dass der Körper in Hitzezeiten

weniger empfindlich reagiert und

hohe Temperaturen grundsätzlich besser

„wegsteckt“.

Luft, möglichst per Gebläse direkt auf den

Körper gerichtet, ist eher gesundheitsschädlich.

Sie fördert Infekte und schwächt

das natürliche Immunsystem! Dann ist die

Sommergrippe nicht mehr weit – und das

so kurz vor dem Jahresurlaub.

Die MARIEN konkret rät daher lieber

zum Abstecher ins nächstgelegene Freibad.

Das tut gut und stärkt das Immunsystem.

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Siesta

Mittags kurz innehalten

Mag ja sein, dass Sie es gewohnt sind, immer

mittags eine Runde zu joggen. Das

geht jetzt aber nicht! Unnötige Bewegung

vom späten Vormittag bis zum Abend

sollte in der Hitzezeit unbedingt tabu sein

– jeder Schritt zuviel fordert dem Körper

ein Höchstmaß an (unnötiger) Energie ab,

lässt die Kräfte schnell schwinden und belastet

Herz und Kreislauf.

Trinken

Selbstgemixtes hilft am besten

Besser: Machen Sie’s wie am Mittelmeer!

Wann immer es der Dienstplan zulässt,

mittags eine bewusste, kurze Ruhepause

im Schatten einlegen, möglichst dabei die

Beine etwas höher legen und damit die Venen

entlasten.

Auch ein kurzes Nickerchen zwischendurch

wirkt wahre Wunder und erfrischt

Körper und Geist für neue Taten.

Leichtes Essen

Gute Ernährung hilft bei Hitze

Jeder Schweißausbruch trocknet

aus – der Körper nutzt

das Wasser über die Haut

vorrangig zur Abkühlung,

schwemmt dabei zugleich

aber wichtige Mineralien mit

aus. Die Folge: Man fühlt sich

schlapp, nicht leistungsfähig

und ausgelaugt. Zugleich

droht bei Hitze schlicht Appetitlosigkeit.

Die Italiener und Spanier

machen es vor: Eingelegte

Oliven, marinierte Sardellen,

getrocknete Tomaten, etwas

Salzgebäck, viel Obst, Gemüse

und Salat. Das ist nicht nur

lecker, bei Hitze tun Sie Ihrem

Körper auch noch was Gutes:

Diese Ernährung ist leicht,

fettarm und mineralstoffreich

und hilft dem Körper, sich mit

Flüssigkeit, Mineralien und

Spurenelementen zu versorgen

– der perfekte MARIEN

konkret Gesundheitstipp für

den Sommer.

Viel trinken bei Hitze – das ist zwar eine

Binsenweisheit, aber dieser einfache Gesundheitstipp

ist heutzutage nicht mehr

selbstverständlich: Viele Hitzegeplagte

stehen jetzt Schlange in Getränkemärkten,

kaufen dort literweise süße Cola und

Co. – und sie schleppen zu allem Überfluss

schwere Kisten hin und her. Was

für eine schweißtreibende, zumal teure

Energieverschwendung! Der Gesundheitstipp

der MARIEN konkret: Brühen Sie zu

Hause einen Vorrat an Früchte- oder Pfefferminztee

auf, füllen Sie ihn in gläserne

Karaffen, ein Zweiglein frische Minze,

eine Limettenscheibe oder ein Stückchen

Ingwer dazu und abkühlen lassen – fertig

ist das leckere, ideal erfrischende, fast

kostenfreie Sommergetränk.

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Panorama

Kapelle

neu

gestaltet

Malermeister Dieter Trapp aus Niederfischbach

und sein Mitarbeiter Ralph Eichhorn

gestalteten kostenlos, das neue Wandbild

in der Kapelle der Wohn- und Pflegeeinrichtung

„Haus Mutter Teresa“. Malermeister Dieter Trapp

wollte dem Haus Mutter Teresa ein Geschenk machen.

Nach Rücksprache, mit Dieter Hensel, dem

ersten Vorsitzenden des Fördervereins der Niederfischbacher

Einrichtung, und mit der Heimleiterin

Ingrid Appelkamp, entschied man sich für ein

Wandgemälde in der Kapelle.

„Mit Freude haben die Bewohner dieses wunderschöne

Geschenk angenommen und erfreuen sich

über dieses bei jedem Gottesdienst“, berichtet Ingrid

Appelkamp.

Seit fast 15 Jahren Teil von Niederfischbach

Mit Haus Mutter Teresa entstand im Jahr 2003 in

Niederfischbach eine sehr schöne und zentral im

Ortskern gelegene Einrichtung mit insgesamt 103

Wohn- und Pflegeplätzen.

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Im Erdgeschoss des Hauses befinden sich ein

großräumiges Restaurant mit Cafébetrieb, die

hauseigene Kapelle sowie ein Friseursalon. Eine

umfangreiche Bibliothek ist im Dachgeschoss eingerichtet.

Optischer Mittelpunkt der Gesamtanlage

ist eine großzügig gestaltete Parkanlage mit einem

Fischteich und einer angrenzenden großen Terrasse.

Heimleiterin Ingrid Appelkamp freut sich über neue Gestaltung

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Report

Gelenktag wieder

Besuchermagnet

Ende März veranstaltete das Gelenkzentrum

am St. Marien-Krankenhaus Siegen in Zusammenarbeit

mit dem Orthopädenzirkel

Siegen den sechsten Siegener Arthrose- und Gelenktag.

13 Spezialisten aus Prävention, Therapie

und Rehabilitation informierten vor vollem Haus im

Apollo-Theater Siegen über moderne Therapiemöglichkeiten,

Behandlungs- und Operationsmethoden

bei Arthrose und Sportverletzungen. Dazu gaben

Aussteller praktische Tipps, wie mit der „Zivilisationskrankheit“

Arthrose umgegangen werden kann.

Ein besonderer Schwerpunkt ist dabei die Prophylaxe

von Gelenkleiden. Zu der Veranstaltung, bei

der die einzelnen Foyers als Seminarräume mitbenutzt

wurden kamen etwa 800 Teilnehmer.

„Damit ist unser Konzept, eine große medizi-

nische Veranstaltung im Herzen der Stadt zu etablieren

erneut aufgegangen“, sagt Mitorganisator

Dr. Christian Stoffers.

„Die Abnutzung des Knorpels ist eine typische

Alterserscheinung. Aber jeder kann frühzeitig vorsorgen,

bevor der Knorpel geschädigt ist“, sagt Dr.

Alois Franz, Chefarzt der Klinik und empfohlener

Arzt der nationalen FOCUS-Ärzte-Liste. „Mit regelmäßig

stattfinden Seminaren und Aktionstagen

möchten wir sensibilisieren und den Klinikaufenthalt

vermeiden helfen.“

Alle 60jährigen betroffen

Bei etwa jedem zweiten Deutschen über 35 Jahren

zeigen Gelenke Abnutzungserscheinungen, ab dem

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Moderne Orthopädie

Die Klinik für Orthopädie, Unfall-, Handchirurgie und Sportverletzungen unter der Leitung von Chefarzt Dr. med. Alois Franz versteht sich

als Klinik für moderne Orthopädie, Unfallchirurgie, Handchirurgie und Sportverletzungen. Als solche ist sie spezialisiert auf operative und

konservative Therapien von Erkrankungen des Stütz- und Bewegungsapparates. Chefarzt Dr. Franz wurde in die Focus-Liste der besten

Ärzte aufgenommen, was die Klinik für moderne Orthopädie, Unfallchirurgie und Sportverletzungen als regionales Kompetenzzentrum

kennzeichnet. Seit 2014 ist die Klinik zudem als Endoprothetikzentrum der Maximalversorgung ausgewiesen.

60. Lebensjahr ist beinahe jeder betroffen. Wenn

sich die Knorpelmasse im Gelenk verringert und

dadurch letztendlich Knochen an Knochen reibt, ist

das sehr schmerzhaft. Arthrose betrifft häufig die

Hände, das Knie oder das Hüftgelenk. Auch eine Arthrose

der Schulter oder der Finger kann Schmerzen

in den jeweiligen Gelenken verursachen. „Bei

aller Prävention darf man jedoch die Freude am

Leben nicht verlieren“, so Franz, angesprochen auf

Ernährungstipps. „Gerade im Siegerland verdrängen

Menschen ihre sich stetig verschlimmernde Erkrankung

und gehen erst dann zu ihrem Arzt, wenn

sie kaum noch stehen können“, warnte jedoch der

Orthopäde. Bei etwa 30 Prozent der Siegerländer

Patienten hätte sogar der Gelenkersatz deutlich

später oder nur teilweise erfolgen müssen, wenn

die Warnzeichen richtig gedeutet worden wären.

Meist erkranken die gewichtsbelasteten Gelenke.

Sie müssen im Alltag am meisten aushalten – etwa

beim Sport, Gehen oder Treppensteigen. So klagen

Patienten vor allem über Probleme in den Knien,

Füßen oder in der Hüfte.

Das gut besuchte Apollo-Theater

Interessantes Programm

Bürgermeister Jens Kamieth eröffnete nach einer

kurzen Führung durch die Ausstellung als Schirmherr

mit einem Grußwort den Siegener Arthrose-

und Gelenktag. Weitere Grußworte sprachen

Geschäftsführer Hans-Jürgen Winkelmann und

Chefarzt Dr. Alois Franz. Letzterer leitete dann

auch mit dem Vortrag „Gelenkverschleiß – Was gibt

es Neues?“ fachlich in das Seminar ein. Zwischen

den Vorträgen hatten die Besucher die Gelegenheit,

Fragen an die Referenten zu stellen. Nach den

Vorträgen bestand die Möglichkeit an sieben unterschiedlichen

Workshops teilzunehmen. Hier finden

u.a. Laufbandanalysen statt. Auch wird über Osteoporose-Therapie

und die Behandlung von Sportverletzungen

informiert. In der Pause bestand bei

einer Ausstellung die Möglichkeit zum „Anfassen

und selber Probieren“. Es gab auch die Möglichkeit,

sich eine Operation anzuschauen und an einem

etwa zwei Meter hohen Gelenkmodell die Ursachen

für die eigene Arthrose zu erkunden.

Focus-Liste 2018

Chefarzt Dr. Alois Franz bei seinem Vortrag

Das St. Marien-Krankenhaus Siegen ist seit fast einem Jahrzehnt das einzige

Krankenhaus der Region Siegen-Wittgenstein, das den Sprung in die

renommierte Klinik- und Ärztelisten des Nachrichtenmagazins Focus geschafft

hat. Die Klinik für Orthopädie von Chefarzt Dr. med. Alois Franz erreichte

jüngst sogar einen Spitzenplatz in Deutschland im Bereich Endoprothetik

und teilt sich die Bestbewertung mit acht weiteren Kliniken.

Aktuell läuft das Bewertungsverfahren für die Focus-Liste 2018. Alles sieht

so aus, als würde das St. Marien-Krankenhaus Siegen wieder auf den Spitzenplätzen

vertreten sein.

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Panorama

Liebe Leserinnen und Leser,

Wir suchen dieses Mal eine Erkrankung. Bitte die Lösung aufschreiben und bis zum 15. August 2017 an die Redaktion der

MARIEN konkret (St. Marien-Krankenhaus Siegen gem. GmbH, Referat Marketing & Kommunikation, Kampenstr. 51, 57072

Siegen) senden. Unter allen fristgemäß vorliegenden Einsendungen mit richtigem Lösungswort wird ein Überraschungspreis

verlost.

Die Gewinnerin des letzten Rätsels heißt Andrea Hensel, Freudenberg.

Es wird keine Gewähr übernommen und der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Auflösung erfolgt in der nächsten Ausgabe.

Wir wünschen viel Glück!

Ihre Redaktion.

30 _ Marienkonkret / 86/17


Auflösung Rätsel 85

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Gesundheit

Interview

MARIEN konkret:

Herr Dr. Löhr, Sie und Ihr Team betreuen die

Handballer von TUS Ferndorf. Gerade gegen

Ende einer Saison klagen Spieler über immer

kürzer werdende Erholungspausen. Was ist

dran?

Dr. med. Patrick Löhr: Ob die Spieler das Leistungsniveau

über eine ganze Saison halten können,

hängt von ihrem konditionellen Zustand ab,

genaugenommen von ihrer Grundausdauer. Je

besser diese ist, umso kürzer die Regenerationszeit.

Wenn man durchgängig immer nur harte Trainingseinheiten

„durchzieht“, dann halten das die

Spieler nicht durch. Man braucht Erholung.

MARIEN konkret:

Welche Fähigkeiten muss ein Handballspieler

besitzen, um bei dem hohen Niveau in den Bundesligen

mithalten zu können?

Dr. med. Patrick Löhr: Es gibt fünf motorische

primäre Beanspruchungsformen im Sport: Kraft,

Schnelligkeit, Beweglichkeit, Technik sowie als Voraussetzung

die Ausdauer. Das bedeutet, ein Handballer

muss während seiner Spielzeit durchgängig

laufen können. Ruhigere Phasen wechseln permanent

in Spurtphasen.

MARIEN konkret:

Und wie bekommt das ein Trainer hin?

Dr. med. Patrick Löhr: Er muss die aerobe Kondition

der Sportler steigern, d.h. die Fähigkeit, so lange

wie möglich mit dem zur Verfügung stehenden Sauerstoff

auszukommen. Sonst wird der Muskel "sauer".

Das geht nur über kontinuierliches Ausdauertraining.

Ein Straftraining nach verlorenem Spiel ist

kontraproduktiv. Die Spieler brauchen da sicher ein

Regenerationstraining. Das Geheimnis eines guten

Trainers ist allerdings, wenn er alle fünf genannten

motorischen Anforderungen in Einklang bringen

kann. Und zwar individuell für jeden Spieler.

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MARIEN konkret:

Welche Unterstützung bietet dem Trainer und

den Spielern dabei die Sportmedizin?

Dr. med. Patrick Löhr: Zu Beginn erfolgt eine

sportmedizinische Basisuntersuchung mit einer

ausführlichen Anamnese. Dem schließt sich eine

ärztliche Untersuchung nach internistischen und

orthopädischen Gesichtspunkten an. Das Ganze

schließt mit einer Beratung für die individuelle Gestaltung

des Training-Plans.

MARIEN konkret:

Wenn also diese Voraussetzungen erfüllt wären,

dann dürfte es für einen Spieler kein Problem

sein, seine Leistung durchgehend abzurufen.

Dr. med. Patrick Löhr: Genau. Handballspieler

erreichen eigentlich während eines Spiels nie den

Erschöpfungszustand eines Marathonläufers.

Dass ein Spieler in den Maximalbereich kommt,

ist vielleicht möglich. Aber alle Spieler? Eher nicht.

Schwierigkeiten treten allerdings, das muss man

sagen, bei Sportverletzungen auf. Schon leichtere

Blessuren können zu einem Trainingsstopp führen.

Und in der vergangenen Saison hatten wir mehrere

mehr oder weniger starke Verletzungen zu versorgen.

Schließlich sind nach einer langen Saison natürlich

alle Spieler, wie andere Arbeitnehmer auch,

urlaubsreif.

MARIEN konkret:

Kleine Verletzungen sind also wie Sand im Getriebe?

Dr. med. Patrick Löhr: Es gibt keine banalen Verletzungen.

Eine vermeintlich kleine Verletzung kann

zu einer Fehlbelastung in anderen Muskelpartien

führen und Schmerzen am Sprunggelenk auslösen.

Der menschliche Stütz- und Bewegungsapparat

Dr. med. Patrick Löhr

ist fein austariert. Daher ist es notwendig, dass im

Spitzensport ein bestens ausgebildeter Physiotherapeut

Hand anlegt, um diesen lädierten Muskel so

schnell als möglich wieder in den Normalzustand

zu bringen.

MARIEN konkret:

Was passiert nach dem Spiel?

Dr. med. Patrick Löhr: Um ausnahmsweise eine

Fußballerweisheit zu bemühen: Nach dem Spiel

ist vor dem Spiel. Die beste Regeneration und zugleich

Vorbereitung auf das nächste Spiel fängt mit

dem Auslaufen an. Der Sportler muss die Spannung

im Muskel nach einem Wettkampf runterkriegen.

Dann heißt es auch, früh ins Bett gehen. Zu wenig

Schlaf ist demgegenüber sehr schwerwiegend.

MARIEN konkret:

Herr Dr. Löhr, vielen Dank für Ihre Ausführungen.

Mannschaft des TUS Ferndorf, 2. Bundesliga (2016/2017)

Marienkonkret / 86/17 _ 33


Strategie

Kompetenz für Südwestfalen

Herz- und Gefäßzentrum gestartet

Im Juni konnte das Herz- und Gefäßzentrum

Südwestfalen nach gut sechsmonatiger Vorbereitungszeit

eröffnet werden. Mit diesem Zentrum

werden uns ganz neue Möglichkeiten der interdisziplinären

und intersektoralen Versorgung

eröffnet, die in dieser Form und Größenordnung

regional einzigartig sind. Das Herz- und Gefäßzentrum

ist damit eine entscheidende Weichenstellung

in Richtung erfolgreicher Zukunft des

Krankenhauses.

Dessen „Herzstück“ befindet sich auf der ersten

Ebene unseres achtgeschossigen Hauses. Damit

wird sichergestellt, dass die gesamte Funktionsdiagnostik,

die drei modernen Herzkatheter-Labore

und die diagnostische und interventionelle

Radiologie über kurze Wege miteinander verbunden

sind. In diesen Bereichen ist in den letzten

Jahren im Vorfeld der Neugründung einiges

investiert worden. Eigene Stationen, A 5 und A

6, mit speziell qualifiziertem Personal wurden

zudem für das Zentrum eingerichtet; die pflegerische

Gesamtleitung übernimmt dort Thomas

Hoof. Weiter gehört eine Brustschmerz-Einheit in

der Notaufnahme zum neuen Zentrum. Insgesamt

macht das Herz- und Gefäßzentrum gut 1/3 des

gesamten Behandlungsspektrums des St. Marien-

Krankenhaus aus. Vor- und nachgelagert sind

Einrichtungen der ambulanten Versorgung, die

aus dem eigenen Unternehmen eingebunden oder

partnerschaftlich ins Zentrum integriert sind.

Ebenfalls besteht eine enge Kooperation mit der

Kerckhoff-Klinik in Bad Nauheim, die sich auf die

Herzchirurgie spezialisiert hat und bereits langjähriger

Kooperationspartner ist.

Dank an Mitarbeiter

„Bei aller Freude über die erfolgreiche Inbetriebnahme

wissen wir, dass die Errichtung des Herzund

Gefäßzentrums sehr große, auch belastende

Veränderungen auf den Stationen und in den

medizinischen Abteilungen hervorgerufen hat“,

sagt Geschäftsführer Hans-Jürgen Winkelmann.

„Diese Veränderungen waren jedoch notwendig,

um die Position des Krankenhauses bei diesem

Schlüsselbereich der medizinischen Versorgung

34 _ Marienkonkret / 86/17


Schwerpunkte

Kardiologie

Durch modernste Ausstattung stehen im Herzund

Gefäßzentrum Südwestfalen umfassende diagnostische

und therapeutische Möglichkeiten zur

Behandlung der koronaren Herzkrankheit, Herzinsuffizienz

und bei Herzrhythmus-Störungen zur Verfügung.

Die nicht-invasive Diagnostik wird bei Bedarf

zur Planung von weiteren erforderlichen Maßnahmen

gezielt eingesetzt. Ein spezialisiertes Team aus

Ärzten und Fachkrankenpflegern führt alle invasiven

Maßnahmen wie Ballondilatation und Stentimplantation

und weitere Verfahren in den Herzkatheter-

Laboren durch. Zudem arbeitet es in enger Kooperation

mit dem Notarztsystem und anderen Kliniken

der gesamten Region zusammen und ist Anlaufstelle

für die Behandlung des akuten Infarkts. Ein weiterer

Schwerpunkt liegt in der Implantation von Herzschrittmachern

und speziellen Defibrillatoren.

Medizinische Leitung des Zentrums (von links):

Prof. Dr. Michael Buerke, Dr. Sebastian Dietz,

PD. Dr. Christian Hohl, Dr. Ronald Friedberg,

Prof. Dr. Frank Willeke

zu festigen.“ Kurz nach der Errichtung des Zentrums

konnten auch erste Bemühungen anderer

Krankenhäuser beobachtet werden, ein Zentrum

„light“ zu etablieren. Eine vergleichbare Einrichtung

zu errichten dürfte jedoch nicht so einfach

sein, da die Komosition der Fächer mit dem Knowhow

der Mitarbeiter nicht so einfach aufzubauen

ist.

„Wir danken den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern

für die gezeigte großartige Unterstützung

beim Aufbau des Herz- und Gefäßzentrums Südwestfalen“,

so Winkelmann. Nun müsse das Herzund

Gefäßzentrum Südwestfalen „gelebt“ werden.

Er sei sich jedoch sicher, dass sich das Team des

Zentrums schnell als neuer Bereich innerhalb des

Krankenhauses begreifen und dass sich das Zentrum

erfolgreich als erste Adresse bei Herz- und

Gefäßerkrankungen in Südwestfalen etablieren

werde.

HERZ- UND GEFÄSSZENTRUM

SÜDWESTFALEN

Radiologie

Die interventionelle Radiologie ist ein integraler Bestandteil

des Herz- und Gefäßzentrums Südwestfalen.

Durch die rasante Entwicklung von diagnostischen

und therapeutischen Technologien wie Computer-Tomographie,

Magnetresonanz-Tomographie und die

Behandlung von Gefäßerkrankungen mittels Ballons

und Gefäßstützen (Stents) hat sich die Radiologie zu

einem unverzichtbaren Bestandteil in der Versorgung

von Patienten mit Herz- und Gefäßerkrankungen

entwickelt. Mit Hilfe von Untersuchungsgeräten der

allerneusten Generation kann das Herz und das Gefäßsystem

in bisher ungekannter Qualität schnell und

schonend untersucht werden.

Gefäßchirurgie

Die zunehmende Zahl älterer Menschen in unserer

Gesellschaft führt dazu, dass es immer mehr Patienten

mit Gefäßerkrankungen gibt. Häufig sind sie

von einem Herzinfarkt, einem Schlaganfall oder einer

Durchblutungsstörung des Beines betroffen.

Gefäßchirurgen behandeln gemeinsam mit Radiologen

und Kardiologen das gesamte Spektrum der

Gefäßerkrankungen bei Patienten im Herz- und Gefäßzentrum

Südwestfalen. Wichtig dabei ist, dass alle

Befunde und Röntgenbilder der Patienten in einer

gemeinsamen Konferenz vorgestellt werden, und

dass gemeinsam das therapeutische Vorgehen festgelegt

wird. Patienten, die sowohl Herzprobleme als

auch Gefäßprobleme in anderen Körperregionen haben,

können so interdisziplinär behandelt werden.

Marienkonkret / 84/16 86/17 _ 35


Perspektive

36 _ Marienkonkret / 86/17


Reformation

Podiumsdiskussion 500 Jahre Reformation im Ambulanten

Zentrum Albertus Magnus: Die gemeinsame Basis in

Christus ist wichtiger als die Unterschiede. Auf diesen Punkt

konnten sich bei der Podiumsdiskussion „500 Jahre Reformation

– vom Konflikt zur Gemeinschaft“ im Ambulanten

Zentrum Albertus Magnus alle Redner einigen. Nur in den

Details unterschieden sich Katholiken, Evangelische und

Freikirchen.

Marienkonkret / 86/17 _ 37


Intern

Gold

Ein Jubiläum der ganz besonderen

Art wurde am im April im St.

Marien-Krankenhaus Siegen mit

einem Treffen des ehemaligen

Kurses 67 der Krankenpflegeschule

gefeiert. Auf den Tag genau

haben die Teilnehmerinnen

dieses Kurses vor 50 Jahren ihre

Ausbildung zur Krankenschwester

begonnen und pflegen bis

heute einen intensiven Kontakt

untereinander und zum St.

Marien-Krankenhaus. Die Idee

zu diesem Jubiläumstreffen entstand

schon im Jahr 2008, als

sich die Damen als Ehrengäste

beim 50-jährigen Jubiläum der

Krankenpflegeschule trafen. Das

Kurstreffen stand zudem unter

Geburten

Name Tätig als Name des Kindes Datum

Polat, Ebru Stationskoordinatorin Station A 4 Kerem 05.12.16

Trapp, Carina Arzthelferin im AZAM OP Emmi 01.02.17

Walle, Fabienne Personalsachbearbeiterin Riedel, Stella Joline 09.02.17

Schreiber, Carmen HSR Altenpflegerin Noah 15.12.16

Späth, Corinna HSR Altenpflegerin Joscha 03.01.17

Knoche, Anna Gesundheits- und Krankenpflegerin Letizia Marie 17.01.17

Zentral-OP

Balija, Mimoza Krankenschwester Matysiak, Aurelia 10.01.17

Jäger, Irina Gesundheits- und Krankenpflegerin A 7 Emilia 16.02.17

Alkadri, Mohamad Ammar Facharzt Chirurgie Julia 15.11.16

Müller, Kristina und Sportwissenschaftler im Therapiezentrum Leander 27.02.17

Paß, André

Ginsberg, Rebecca Physiotherapeutin im Therapiezentrum Carolin 15.03.17

Preuße-Sondermann, Assistenzärztin Med. Klinik I Leni Marie 20.04.17

Henriette

Heiraten

Name Tätig als Name neu Datum

Fischer, Stina Gesundheits- und Krankenpflegerin A 4 Schröder 21.04.17

Scheppe, Sandra Gesundheits- und Krankenpflegerin A 7 Klein 18.04.17

Köller, Marie Kristin MTLA Kessler 12.05.17

Schürmann, Christina Bäckerin Gosch 28.04.17

dem Zeichen eines persönlichen

Jubiläums der ehemaligen Schulschwester

Marlies Hees, die auf

den Tag genau vor 60 Jahren

ihren Dienst als Krankenschwester

im St. Marien-Krankenhaus

aufgenommen hatte. Dies alles

war Grund und Anlass genug,

das Treffen in einem würdig gestalteten

Rahmen zu begehen,

dazu wurde der munteren Damenrunde

im Panorama-Café

des Krankenhauses eine festliche

Tafel eingedeckt und mit einem

kleinen Sektempfang ging es los.

Als Vertreter des Krankenhauses

konnte Hartmut Goubeaud von

der Personalentwicklung anschließend

einen Blumenstrauß

an Marlies Hees überreichen und

beste Grüße der Verwaltung des

Krankenhauses an die Teilnehmerinnen

übermitteln.

Neueintritte

Name Tätig als Datum

Prof. Dr. med. habil. Naumann, Ralph Chefarzt Med. Klinik III 27.02.17

Dr. med. Mandel, Michael Daniel Assistenzarzt Med. Klinik III 01.03.17

Hellmann, Nicole Hauswirtschaftl. MA, Immo-Fonds 27.02.17

Wenger, Birgit Kinderkrankenschwester 01.03.17

Exner, Hartwig Bäcker 01.03.17

Diller, Ange Kinderkrankenschwester 01.05.17

Schäfer, Martina Kinderpflegerin, KITA „Flohzirkus“ 01.04.17

MU Dr. Barbarawi, Mohammed Assistenzarzt Orthopädie 01.04.17

Marzell, Ralf Assistenzarzt Med. Klinik III 01.04.17

TipDr. Baskan, Firat Yavuz Assistenzarzt Orthopädie 01.04.17

Nesovic, Nevena Assistenzärztin Med. Klinik II 03.04.17

Gärtner, Alexander Gesundheits- und Krankenpfleger A 6 01.04.17

Janzen, Agnes Assistentin P D L 01.05.17

Becker, Lina Gesundheits- und Krankenpflegerin Zentral-OP 01.05.17

Görg, Julian Rettungshelfer P D L 01.05.17

Breucking, Björn HSK Pflegefachkraft 01.04.17

Girenizli, Fatma HSK Pflegehilfskraft 06.03.17

Menzel,Patrick HSK Wohnbereichsleitung 01.03.17

Mettbach, Isa HSK Pflegehilfskraft 15.03.17

Wagener, Mandy HSK Pflegefachkraft 01.04.17

Just, Gabriele HSR Alltagsbegleiter 01.03.17

Lück, Alexander HSR Pflegefachkraft 29.03.17

Oster, Tina HSR Pflegehilfskraft 01.03.17

Rehorn, Jasmin HSR Pflegehilfskraft 15.04.17

Witkowski, Ewa HSR Hausw. Personal 15.04.17

Da Cruz Chaves, Lisa HMT Pflegehilfskraft 01.03.17

Eisentraut, Alina MHW Pflegehilfskraft 01.03.17

Krafft, Ann-Christin HMT Pflegefachkraft 01.04.17

Kunz, Natalia MHW Pflegefachkraft 01.03.17

Mahdavi, Somayeh MHW Azubi AP 01.05.17

Mende, Jana HMT Alltagsbegleiter 15.04.17

38 _ Marienkonkret / 86/17


Name Tätig als Datum

Mohrhardt, Sandra HMT Pflegehilfskraft 15.04.17

Nikpalovic, Svetlana MHW Hausw. Mitarbeiterin 01.03.17

Ax, Jasmin HSE Pflegehilfskraft 01.04.17

Bender, Marek-Pascal HSE Pflegehilfskraft 01.04.17

Mogrovejo Grueso, Magda Yulieth HSE Pflegehilfskraft 05.01.17

Steinke, Mathias HSE Pflegehilfskraft 15.03.17

Sting, Sarah HSE Pflegehilfskraft 01.01.17

Willcke-Orlowski, Iris HSE Alltagsbegleiter 15.04.17

Lück, Alina AKR Verwaltung 16.01.17

Paß, Andrej AKR Sportlehrer 01.01.17

Rebaya, Ferid AKR Physiotherapeut 01.01.17

Roth, Marcel AKR Physiotherapeut 01.01.17

Zall, Michael AKR Sportlehrer 01.01.17

Arbes, Jutta MVZ Arzthelferin 01.01.17

Haan, Julia MVZ MTR 01.01.17

Klimach, Lydia MVZ Aushilfe 01.01.17

Lippe, Sina MVZ Arzthelferin 01.01.17

Mentese, Hava MVZ Krankenschwester 01.05.17

Mühlenstedt, Kirsten MVZ Verwaltung 01.04.17

Nies, Britta MVZ Arzthelferin 01.01.17

Solms, Susanne MVZ Arzthelferin 01.01.17

Weiterbildungen

Name

Abschluss

Oberüber, Peer Zusatzbezeichnung Palliativmedizin 03.12.16

Muntean, Elena-Viorica Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe 18.03.17

Münker, Maren Fachärztin für Orthopädie und Unfallchirurgie 18.03.17

Indrasari, Mailiza Fachärztin für Innere Medizin und Kardiologie 11.02.17

Dr. Lemm, Henning Zusatzbezeichnung Intensivmedizin 22.04.17

Flender, Stefan Bachelor Pflegepädagogik 24.03.17

Schneider, Mirko Physician Assistance/ Medizinassistenz, B. Sc. 28.02.17

Weber, Markus Franz Physician Assistance/ Medizinassistenz, B. Sc. 28.02.17

Längler, Ann-Katrin Physician Assistance/ Medizinassistenz, B. Sc. 28.02.17

Burghaus, Mario Weiterbildung im Krankenhausmanagement 01.03.17

Längler, Ann-Katrin Physician Assistance/ Medizinassistenz, B. Sc. 28.02.17

Weber, Markus Franz Physician Assistance/ Medizinassistenz, B. Sc. 28.02.17

200 Jahre Fahrrad

Am 12. Juni 1817 trat Karl

Freiherr von Drais in Mannheim

mit seiner Laufmaschine

zur Probefahrt an. Mit diesem

Vorläufer des Fahrrads,

später auch Draisine genannt,

war er auf Anhieb viermal so

schnell wie die Postkutsche.

In weniger als einer Stunde legte er 13 Kilometer zurück. Es setzte ein Boom

ein, der jedoch jäh endete – denn die für damalige Verhältnisse enorme Geschwindigkeit

des Velozipeds war den Fußgängern nicht geheuer. Bald wurden

Fahrverbote ausgesprochen, etwa in Mannheim und London. 20 Jahre

nach der ersten Fahrt tat Autor Karl Gutzkow das Laufrad als „zweckloses

Kinderspielzeug“ ab. Heute ist das Fahrrad – auch im Siegerland – fest etabliert

und das St. Marien-Krankenhaus Siegen nimmt einmal mehr an der

Aktion „Mit dem Rad zur Arbeit“ teil.

Pflege zuhause

Pflege zu Hause ist eine anspruchsvolle

Aufgabe und wird oft

als große Belastung empfunden.

Die Pflegetrainerinnen des St.

Marien-Krankenhauses Siegen,

Pelagia Kucia und Anke Lange,

bieten Demenz- und Pflegekurse

sowie eine Angehörigengruppe

an. Die kostenlosen Angebote sind

Teil eines Modellprojekts, das das

St. Marien-Krankenhaus mit der

AOK und der Universität Bielefeld

durchführt. „Das Ziel dieses

Projekts ist die Stärkung der Kompetenzen

der Angehörigen und

hierüber der Abbau von Ängsten

und Unsicherheiten in der Pflege“,

beschreibt Kursleiterin Pelagia

Kucia das Kursangebot.

Robotic

Bislang wurden vier Ärzte des St.

Marien-Krankenhauses an dem

Robotic-System im italienischen

Mailand geschult. Nun wurde

ein Kooperationsprojekt mit der

Universität Siegen ins Leben

gerufen, um neben den medizinischen

auch den langfristig ökonomischen

Nutzen des Systems zu

ermitteln. Auch auf internationaler

Ebene findet der neue Roboter

Beachtung: Die Duke University

in North Carolina, USA besuchte

mit ihrem Vizedekan und Lehrstuhlinhaber

für Chirurgische Innovationen

das St. Marien-Krankenhaus

Siegen, um gemeinsame

wissenschaftliche Projekte auszuloten.

Marienkonkret / 86/17 _ 39


Ablaufplan

Zertifizierungsgesellschaft / Visitoren

St. Marien-Krankenhaus Siegen

26.6. – 28.06.2017

Bereitstellung der Zertifizierungsunterlagen

durch das Krankenhaus

Kurzschulungen für Mitarbeiter

Mai / Juni

17.07.2017, spätestens

Eingangsbestätigung

bis 17.07.2017, spätestens

Formale Prüfung der Selbstbewertung und

Vorbereitung der Selbstbewertung durch den

Visitationsbegleiter

Ab 14.07.2017

Veröffentlichung des Selbstbewertungsberichtes

(DKLS, E-Mail)

28.08. – 03.09.2017

Quiz zur Visitation mit Gewinnen

28.08.2017

Versand der Frageliste Visitation durch QM

17.07.–14.08.2017

Inhaltliche Prüfung der Selbstbewertung und

Vorbereitung der Fremdbewertung

· Feedback

· Fragenpool, Dokumentenliste

· Festlegung Visitationsplan mit Kollegialen

Dialogen und Begehungen (ab 28.08.2017)

· Liste der Dokumente und der Selbstbewertung

nach Kolleg. Dialogen u. Begehungen geordnet

an das KH

Ab 28.08.2017

Abstimmung des Visitationsplans mit

Zertifizierungsstelle / Visitoren

28.08.2017 spätestens

1. Entwurf des Visitationsplans im KH, Festlegung

der Gesprächspartner, Versand des Auditplans an

Gesprächspartner und Einüben der Kollegialen

Dialoge

11.09.2017 spätestens

Endgültiger Visitationsplan steht fest

25. – 28.09.2017

Visitation vor Ort

· Dokumentation der Fremdbewertung

· Dokumentensichtung

· Erstellung des Visitationsberichtes

· Überarbeitung des pCC inkl. KTQ-Qualitätsberichtes

· Kollegiale Dialoge

Nachbereitung der Visitation

· Mitteilung der erfolgreichen Visitation an

KTQ-Geschäftsstelle

· Versendung des Visitationsberichts u. des

Qualitätsberichts an KTQ-Geschäftsstelle

zur Freigabe

· Visitationsbericht und statistische Auswertung

29.09.2017

Mitarbeiterfest, Preisverleihung Quiz

spätestens 09.11.2017

Zertifikatsvergabe

· für drei Jahre

· Veröffentlichung des pCC inkl. KTQ-Qualitäts

berichtes durch KTQ und pCC

Bearbeitung der Verbesserungsbereiche aus dem

Visitationsbericht (ab 27.10.2017 spätestens)

Veröffentlichung des Visitationsberichts

(DKLS, E-Mail)

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