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Harley-Davidson

XR 1200 Sportster:

Nomen ist omen!

geht doch – Harley kann ja doch

Motorräder bauen! So oder vom

Tenor könnte ich das Fazit meiner

Erfahrungen von 10.000 km in vier Monaten

vorweg nehmen. Irgendwie war mir

die wunderschöne Triumph Bonneville

einfach zu lahm geworden und es musste

ein ähnliches Bike mit mehr Power her.

Luftgekühlt und zwei Zylinder sollten es

bleiben, etwas mehr PS und keine Kette –

Wunschkandidat war die 1200er Boxer

BMW, aber weit über 10.000 Euro Einstiegspreis

sind nun mal nicht drin. Mit

einer Guzzi hätte es klappen können, aber

mit einem erreichbaren Händler eher weniger.

Und wenn einem dann für knapp

8.000 Euro ein Vorführer von Harley mit

wenig Kilometer in die Hände fällt, warum

dann nicht? Der Preis war heiß und die

Leistung mit 91 PS sicherlich ausreichend,

um keine Langeweile aufkommen

zu lassen.

Den langen und weißen Winter versuchte

ich durch den Anbau einiger Touring-Zubehörteile,

wie Tankrucksack,

Hecktasche und Windschild zu verkürzen.

Wie bei Harley üblich gibt es alles in rusti-

Lesererfahrung

kaler, passender Ausrüstung und zu stolzen

Preisen. Ein wenig aus Trotz rückte ich

einem Grundübel fast alller Harleys nicht

zu Leibe, nämlich die Spiegel an viel zu

kurzen Auslegern. Eine wirklich nervige,

immer währende Angelegenheit, aber allein

bei dem angebotenen Verlängerungs-

Kit liegt man schon bei 50 Euro. Nicht für

Ami- oder Schwedenstahl, nein, nein,

sondern profane Ware aus Fernost. Wie

gesagt aus Trotz: Nein! Das war im späteren

Betrieb dann doch kein so großes

Übel, denn so viel Verkehr von hinten

kommt mit dieser Sportster gar nicht.

Schließlich hatte der Frühling 2010 ja

doch ein Einsehen und es konnte losge-

hen. Immer wieder imponierend ist der

polternde Leerlauf der luftgekühlten V-

Twins aus Milwaukee, der das ganze Motorrad

in Bewegung versetzt. Und kaum

ist man in Fahrt, zeigt sich de Fuhre von

der kultivierten Sorte. Nach dem ersten

Proberitt auf der Hausstrecke durch die

Lauenburgische Seenplatte bleibt die Faszination

eindeutig Herr der Lage, aber

beim Bierchen auf der Garagenbank stelle

ich mir die banalen Fragen: Warum gibt

es keine Lichthupe? Wieso haben die

Fußrasten keine Federn und bleiben da,

wo sie hingehören? Ist der geringe Lenkeinschlag

beim Wenden nur Schikane

vom Werk oder tatsächlich technisch not-

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