Barhuf - das Magazin Nr 1

hufschuhguru

AUSGABE 1

Patrick Spieleder:

Kann man verschiedene Barhufmethoden

kombinieren?

Seite 4

Gesunde Hufe

im Sommer

Seite

Die 1 2

größten

Hufirrtümer

Seite 11

Das

Hufmesser

Seite 9


Enjoy your ride!

* Einfaches An- & Ausziehen * Drehhemmende Innensohle

* Langlebig - geringer Abrieb * Praktischer Verschluss

* Tief geschnitten * Rutschfestes Profil * Stossabsorbierende

Sohle * Schnell gewaschen * In vier Grössen erhältlich

* Umfangreich getestet * 1 00% Swiss made

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Wie alles begann...

Herzlich Willkommen bei einem neuen Format! Mein Name

ist Bernhard Ehm, auch besser bekannt als Hufschuhguru.

Ich bin der Herausgeber von Barhuf, dem neuen

Onlinemagazin.

Was als reines Kundenmagazin gedacht war, ist nun

allgemein zugänglich und kostenlos online und baut auf den

Erfolgen der „trail & ride“ mit seinen durchschnittlich 1 0.000

LeserInnen auf.

Ein im deutschsprachigen Raum einzigartiges und

unabhängiges kostenloses OnlineMagazin das rund um den

Barhuf des Pferdes professionell, aufschlussreich und

interessant informiert.

„der Barhuf“ soll aufklären, jedoch ohne erhobenen

Zeigefinger. Diese Magazin soll informieren. Es soll den

Barhuffreunden Mut machen und sie unterstützen.

Es wird eine Plattform für alle Pflegemethoden sein und

objektiv die einzelnen Stärken jeder Methode aufzeigen.

Auch Gastschreiber, wie in diesem Magazin Patrick

Spieleder, haben die Möglichkeit Artikel in diesem Magazin

zu verfassen und Barhufpfleger sowie auch Hufschmiede,

die sich auf Barhufpflege spezialisiert haben, werden eine

Plattform bekommen, sich und ihre Arbeit vorstellen zu

können. Wenn Du also selbst Artikel rund um den Barhuf

geschrieben hast, oder auch schreiben möchtest und diese

auch der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen möchtest,

kontaktiere mich unter mail@hufschuhguru.at

Erscheinen wird dieses Magazin vorerst alle 3 Monate,

jeweils zu Beginn von Frühling, Sommer, Herbst und Winter.

Auch werde ich Acht darauf geben, dass dieses Magazin

nicht mit Werbung überfrachtet wird, daher werden lediglich

max. 1 2 Werber pro Magazin angenommen, auch wenn es

in der ersten Ausgabe noch viel weniger sind. Denn

finanziert will das Magain schon sein...

Ich freue mich auf eine erfolgreiche und schöne Zeit mit

diesem Magazin und wünsche viel Vergnügen beim lesen.

euer Hufschuhguru

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Kann man verschiedene

Barhuf-Methoden

kombinieren?

Patrick Spieleder ist erfolgreicher Missouri

Foxtrotter Züchter, Leiter der einzigen

Barhufklinik nach Dr. Strasser in Österreich,

Ausbildungsleiter sowie gelernter

Hufschmied. Durch seine mehr als 20

jährige Erfahrung in der Barhufpflege ist er

auch über die Grenzen Europas hinaus ein

sehr gefragter Barhufspezialist.

Da stellt sich mir als erstes die

Frage: „Warum gibt es überhaupt

unterschiedliche Methoden?“

Eigentlich müssten „gesunde Hufe“

nach der Bearbeitung immer

annähernd gleich aussehen. Es gibt

natürlich unterschiedliche Huftypen,

aber die Anatomie der inneren

Strukturen und die daraus

resultierenden Parameter sind immer

die selben.

Warum gibt es also unterschiedliche

Methoden?

Zu den Hauptgründen zählen meiner

Meinung nach die Haltungs­ und

Umweltbedingungen unserer Pferde.

Die

Umweltbedingungen

(Bodenverhältnisse, Bewegung)

haben neben der Hufbearbeitung die

größten Auswirkungen auf die

daraus entstehende Hufform. Ich

möchte damit sagen, dass viele

Hufprobleme aufgrund falscher

Umweltbedingungen (Haltungsbedingungen)

entstehen,

weshalb viele Pferde nicht

physiologisch bearbeitet

werden können.

Viele Pferdebesitzer

machen allerdings bei

ihren Pferden die

Erfahrung oder richtig

gesagt durch die Form

ihrer Pferdehaltung, die

sie ihren Pferden bieten,

sensible Nerven

dass manche

Bearbeitungsmeth

oden besser

„funktionieren“ als

andere. Warum ist

das der Fall?

Werden Hufe physiologisch

bearbeitet, sollte der Huf nach der

Bearbeitung funktionieren.

Mit funktionieren meine ich, dass

sich der Huf unter Belastung weitet

und die Sohle daraufhin abflachen

kann. Wenn sich die Sohle

abgeflacht hat, hat das Hufbein,

welches mit dem Wandhorn

verbunden (aufgehängt) ist, die

Möglichkeit sich bodenparallel

leicht nach unten zu bewegen. D.h.

der Zwischenraum zwischen

Hufbein und Wand vergrößert sich

und füllt sich mit arteriellem Blut.

Man spricht von der Blutpumpe der

Hufe (Hufmechanismus).

Es gibt allerdings noch einen

weiteren Aspekt, der dabei nicht

außer Acht gelassen

werden darf, die

Nerven. Die Nerven

werden grob in zwei

Arten eingeteilt:

1. die motorischen

Nerven (sie sind

notwendig, um die

Muskeln zu bewegen)

und

2. die sensiblen Nerven

(sie sind notwendig,

von

Patrick Spieleder

um Empfindungen, wie z.B.

Schmerzen weiterzugeben).

Da sich im Pferdebein ab dem

Wurzelgelenk keine Muskeln mehr

befinden sind deshalb auch nur

mehr sensible Nerven vorhanden.

Damit Nerven funktionieren können

benötigen sie (vereinfacht gesagt)

Sauerstoff, der über das Blut

transportiert wird.

Ein Beispiel, dass sicher jeder schon

bei sich selber festgestellt hat, sind

eingeschlafene Gliedmassen. Der

Arm oder das Bein sind aufgrund

von Minderdurchblutung mehr oder

weniger taub. Man spürt nichts und

kann die Gliedmasse nur schwer

bewegen. Genau die selbe Situation

erkennen wir auch beim Pferd, wenn

weniger Hufmechanismus und

daraus resultierend weniger

Durchblutung stattfindet. Als

kleines Gedankenspiel am Rande...

Hätte das Pferd Muskeln bis zum

Huf, dann wäre Beschlag aus dem

zuvor beschrieben Grund überhaupt

nicht möglich!

Fest steht, dass der Huf relativ

4


kompliziert und für den gesamten

Organismus ausserordentlich

wichtig ist.

Noch einmal kurz zu den

wichtigsten Aufgaben der Hufe:

Sie sind zur Unterstützung des

Herzens notwendig. Pferde haben in

der Relation ihrer Gesamtmasse ein

relativ kleines Herz und benötigen

daher die Hufe zur Unterstützung

des Blutumtriebes.

Eine weitere wichtige Aufgabe der

Hufe ist die Stossdämpfung.

Ausserdem sind sie für den

Organismus als Ausscheidungs­ und

Tastorgan ausserordentlich wichtig

.

Diese Aufgaben können nur bei

entsprechendem Hufmechanismus

zufriedenstellend bewältigt werden!

Jetzt stellt sich natürlich die Frage,

wie hängt das alles zusammen?

Wie sicher schon jeder feststellen

konnte , haben Hufe die Fähigkeit

ihre Form zu verändern. Sie können

sich weiten, aber sie können auch

eine Zwangsform entwickeln. Diese

Zwangsform entsteht aber nicht nur

durch Hufbeschlag. Falsch

bearbeitete Barhufe im Zusammenspiel

mit unphysiologischen

Haltungsbedingungen entwickeln

die selben Hufprobleme wie

beschlagene Hufe.

Wird ein Huf den inneren Strukturen

entsprechend bearbeitet (wie es

Strasser Bearbeiter in ihrer

Ausbildung lernen), funktioniert er

optimal. Alle Systeme arbeiten

sozusagen zu 100%.

Eines dieser Systeme sind die

sensiblen Nerven. Sie leiten jegliche

unphysiologische Bearbeitung (zu

lange Zehen, zu lange Eckstreben,

Stahlspitze zu weit vorne,...

Reize, wie z.B. Unebenheiten des

Untergrundes an das Gehirn weiter.

Diese Reize vom „Tastorgan Huf“

dürfen jedoch nicht mit Schmerzen

verwechselt werden, sie sind

nämlich für das „Fluchttier“ Pferd

lebenswichtig.

Für das Pferd sind das die besten

Voraussetzungen, aber nur solange

auch die physiologischen

Umweltbedingungen

(Bodenbeschaffenheit, Bewegung)

für den Huftyp entsprechend

vorhanden sind und die Hufe eine

physiologische Form aufweisen.

Natürlich leiten die Nerven nicht

nur die Bodenbeschaffenheit ans

Gehirn weiter, sondern auch die

Folgen einer unphysiologischen

Hufbearbeitung. Aufgrund einer

unkorrekten Hufbearbeitung oder

Haltungsbedingungen, die nicht dem

Huftyp entsprechen, entstehen

Quetschungen der inneren

Strukturen, die wiederum

Entzündungen im Huf auslösen. Als

Folge nehmen die Pferde eine

Schonhaltung ein und die Hufe

verformen sich. Die Probleme

werden von dem Pferd unmittelbar

erkannt und angezeigt. Allerdings

sollten wir auch in der Lage sein

diese Anzeichen und Schonhaltung

lesen zu können. Man kann sie sehr

lange vor etwaigen Lahmheiten

beobachten!

Mit diesem Wissen haben wir die

Möglichkeit auf diverse Probleme

zu reagieren und die nötigen

Veränderungen mit dem

Hufbearbeiter zu besprechen, um sie

dann umzusetzen (was ich nebenbei

gesagt, optimal finde).

Veränderungen sind aber natürlich

auch immer mit einem gewissen

Aufwand verbunden, der vor allem

Pferde­ und Stallbesitzern

unangenehm sein kann.

Werden diese Veränderungen jedoch

nicht vorgenommen, gibt es in den

meisten Fällen keine andere

Möglichkeit als gewisse

der selbe Huf physiologisch den inneren Strukturen entsprechend bearbeitet

5


Kompromisse einzugehen die dann

mit der Zeit Probleme bereiten.

Unter Kompromisse verstehe ich in

diesem Fall eine Bearbeitungsform

der Hufe, die den Hufmechanismus

(Durchblutung) einschränkt (wie

z.B. volle Sohle, abgeschrägte

Wände, Eckstreben mit

Bodenkontakt, hohe Trachten,...).

Leider wird in den meisten Fällen

diese

unphysiologische

Hufbearbeitung nicht als negative

Entwicklung erkannt, sondern es

wird nur festgestellt, dass das Pferd

nun weniger Schmerzen zeigt.

Betrachtet man jedoch diese

Entwicklung im Zusammenhang

mit den von mir zuvor geschrieben

Informationen, lässt sich das ganze

in einem anderen Licht sehen. Bei

den von mir beschriebenen

unphysiologischen

Hufbearbeitungsmethoden gibt es

im großen und ganzen zwei

verschiedene Richtungen.

Eine geht in die Richtung, die Hufe

so herzurichten wie es für den

späteren Beschlag notwendig ist,

bei der anderen Richtung wird

versucht die Form der Hufe so zu

bearbeiten, wie wir sie von den

Mustangs kennen.

Viele werden jetzt aufschreien und

Dieser Huf wurde nach

dem Vorbild der Mustanghufe

Schauen wir uns

bearbeitet.

jetzt diesen

Eckstreben haben Wildpferdehuf

(Mustang) näher

Bodenkontakt und die

an, werden wir

Wand wurde berundet,

feststellen, dass

dadurch wird der

sich dieser Huf,

Hufmechanismus

wenn er nicht

(Nerventätigkeit) extrem genau diesen

eingeschränkt.

Umweltbedingu

ngen und

Bodenverhältnis

sen ausgesetzt

behaupten, dass man die von mir

wird, in einen

als

„unphysiologische Zwangshuf entwickelt. Wird also

Hufbearbeitung“ bezeichnete diese Methode angewendet, wird in

Methode bei Wildpferden den meisten Fällen der Tragrand

wiederfindet,

berundet und zu wenig

oder besser gesagt es wird dabei Gewölbe geschnitten oder die

versucht Wildpferdehufe zu Pferde müssen überhaupt auf der

imitieren. Warum bezeichne ich sie Sohle laufen. Die Bearbeiter und

dann als „unphysiologisch“, da sie Besitzer stellen fest, dass die

ja bei den Wildpferden (Mustangs)

so gut funktioniert?

Pferde anfangs besser laufen, weil

weniger Durchblutung und daraus

resultierend

weniger

Ganz einfach, weil diese Form nur Nerventätigkeit stattfindet. Mit der

bei den Mustangs gut funktioniert, Zeit werden aber die inneren

oder eben bei Pferden mit den Strukturen so stark gequetscht, dass

100% selben Lebensbedingungen der Organismus trotz

und Bodenverhältnissen. Weil aber Minderdurchblutung die

diese verwilderten Hauspferde Endzündungen feststellt, und das

(Mustangs) anderen Umwelt­ und Pferd wieder anfängt schlechter,

Haltungsbedingungen als unsere steifer und mit kürzeren Schritten

Hauspferde ausgesetzt sind, zu laufen oder auch zu lahmen. Da

funktioniert dieser „Huftrim“ nur die Reaktion (Schmerzen)

in seltenen Fällen bei unseren allerdings nicht unmittelbar

domestizierten Pferden. Die passiert, wie das bei einem

Mustangs machen jeden Tag funktionierenden Hufmechanismus

annähernd die selbe Menge an der Fall wäre, ist es schwierig das

Bewegung auf dem gleichen ganze in Zusammenhang zu

Boden. Die Bedingungen bringen. (Vor allem wenn man die

verändern sich wenn überhaupt nur nicht ganz so offensichtlichen

jahreszeitlich langsam. Demnach Schmerzäußerungen nicht lesen

hat der Huf immer die gerade kann).

benötigte Form, damit keine

Entzündung stattfindet. Das Werden Hufe wie für einen

nachwachsende Horn und der späteren Beschlag bearbeitet sind

Abrieb halten sich die Waage. die Auswirkungen aber auch nicht

6


Hier ein Huf, der nicht den inneren Strukturen

entsprechend bearbeitet wurde. Die

Trachtenplätze befinden sich viel zu weit

vorne und die Eckstreben sind verbogen und

drücken dadurch auf die Sohle.

viel anders. Diese Hufe haben in

den meisten Fällen zu hohe

Trachten und zu hohe Eckstreben.

Dadurch wirken unphysiologische

Hebel am Huf, die diesen mit der

Zeit deformieren. Das geht soweit

das sich die äußere Hornkapsel

nicht mehr an den dafür

vorgesehen Stellen befindet. Weil

aber auch hier der

Hufmechanismus und daraus

resultierend die Nerventätigkeit

stärkt eingeschränkt ist, dauert es

auch hier seine Zeit bis die

Probleme für einen Laien

offensichtlich werden.

Leider ist die Beseitigung der

mechanischen Probleme

(Ursachen) in den meisten Fällen

mit Schmerzen verbunden. Das

liegt daran, weil der Organismus

erst bei erneuter, in vollem Umfang

einsetzender Durchblutung und

Nerventätigkeit das volle Ausmass

der vorangegangenen Schäden

erkennt. Leider werden aber dann

in den meisten Fällen die falschen

Schlüsse gezogen, und die

gezeigten Symptome werden als

Rückschritt interpretiert und nicht

als erste Schritt zur Regeneration

des Gewebes (innerer Strukturen).

Nun aber, zur eigentlichen Frage

vom Anfang: „Kann man

verschiedene Barhufmethoden

kombinieren?“

Aus dem bisher gelesenen

sollte eigentlich jeder erkennen

können, dass das nicht möglich

ist. Leider wird es aber

trotzdem versucht...

In Fällen z.B. bei denen die

Trachten physiologisch

bearbeitet werden, aber die

Sohle, die Eckstreben, der

Strahl,... wurden nicht

entsprechend bearbeitet, spürt

das Pferd, aufgrund der

entstandenen viel besseren

Durchblutung,

die

unphysiologisch bearbeiteten

Bereiche.

Das ist auch der Grund, warum

es so wichtig ist konsequent

und exakt zu arbeiten, ohne auf den

Huftyp und die für diesen Typ

entsprechenden

Haltungsbedingungen zu

vergessen. Leider wird diese

Reaktion in den meisten Fällen

jedoch falsch interpretiert und es

wird wieder auf eine

Bearbeitungsmethode

zurückgegriffen, die die

Nerventätigkeit lahm legt. Wenn

man sich die Schulmedizin

anschaut, welche diesen Weg sehr

extrem beschreitet, und bis zum

Nervenschnitt geht, bei dem die

Nerventätigkeit des Testorgans

„Huf“ vollständig ausgeschaltet

wird. Ich vergleiche das immer mit

einem Auto, bei dem die

Kontrollleuchte zum Wechseln der

Bremsbeläge aufleuchtet. Als

Autobesitzer hat man dann die

Möglichkeit die Bremsbeläge zu

wechseln oder die Kontrollleuchte

zu entfernen...

Wie soll man jetzt als

Pferdebesitzer entscheiden, ob man

einen kompetenten Hufbearbeiter

vor sich hat? Das ist natürlich eine

schwierige Frage, um diese aber

für sich persönlich am besten

beantworten zu können, empfehle

ich immer jedem Pferdebesitzer

sich selbst so gut wie möglich bei

einem Hufseminar über die

Anatomie und die inneren

Strukturen zu informieren. Ein

weiteres Qualitätskriterium ist

meiner Meinung nach, wenn sich

der Hufbearbeiter für die

bestehenden Lebensbedingungen

des Pferdes interessiert und wenn

nötig Verbesserungsvorschläge

bringen kann und diese natürlich

bereitwillig erklärt. Außerdem

sollte er bereit sein den Weg der

Ursachenbeseitigung zu gehen und

nicht versuchen eine

Symptombehandlung anzustreben.

Das weiterverbreitetste Beispiel

einer Symptombehandlung ist den

Pferden das Futter zu rationieren

und das Grasen zu verbieten. Die

Ursache liegt auch hier im

eingeschränkten Hufmechanismus,

wodurch die Stoffwechselorgane,

zu denen natürlich auch die Hufe

gehören, geschädigt werden, und

nicht mehr ausreichend in der Lage

sind, das Gefressene zu

verstoffwechseln. Es bringt wenig

den Pferden das hochwertiges

Rauhfutter zu entziehen und

stattdessen etwas Stroh,... zu

füttern. Viel besser wäre es die

Hufe physiologisch zu bearbeiten,

damit sie wieder ihre Aufgabe als

Stoffwechbselorgane übernehmen

können!

Die Schäden des

Bewegungsapparates entstehen

nicht aufgrund altersbedingter

Abnützung, sondern schon sehr

früh aufgrund jahrelanger

unphysiologischer Hufbearbeitung

und dem Resultat

unphysiologischer

Haltungsbedingungen. Dabei

werden alle Stoffwechselorgane in

Mitleidenschaft gezogen und es

kommt zu den leider immer

wiederkehrenden Symptomen, und

jährlich neuen „unergründbaren“

Stoffwechselkrankheiten.

"Don ́t make a smaller version of

bad ­ Try to make it perfect for

your horse“

Bilderquelle: P. Spieleder

7


Ausgeborgt...

Dinge, die man bereits

kennt, jedoch nicht in

Zusammenhang mit dem

Pferd gebracht hat...

diesmal:

WD­40 Kriechöl

WD-40 ist ein Kriechöl des

US-amerikanischen

Unternehmens WD-40

Company, das

hauptsächlich als

Rostlöser, Kontaktspray,

Korrosionsschutz,

schwacher Schmierstoff

und Reiniger verwendet

wird.

Eine der ersten

Anwendungen war der

Korrosionsschutz der

Trägerrakete Atlas durch

das Unternehmen Convair.

Der erste kommerzielle

Vertrieb im Einzelhandel

erfolgte 1 958 in San

Diego. Das Produkt

besteht zum

größten Teil

aus

Waschbenzin

(Rohbenzin) und

Mineralöl.

Viele wissen, dass WD-40

ein sehr gutes Kriechöl ist,

welches sehr viele Dinge

löst. Aber da gibt es noch

eine weitere sehr gute

Verwendung dafür:

Für diejenigen, die in

Gebieten leben, in denen

Klebedistel, Sterndistel

oder andere nervtötende

Dinge gedeihen, die sich

in Mähne, Schweif sowie

Kötenbehang der Pferde

sehr gerne verhaken oder

hängen bleiben, WD40

hilft auch hier sehr gut.

WD40 in Mähne, Schweif

oder Kötenbehang sowie

auf das Haftzeug

gesprüht, eine Minute

einwirken lassen und die

Disteln lassen sich sehr

einfach entfernen.

Das verhindert mühevolles

zupfen, ausreißen der

Haare oder gar

herausschneiden.

Übrigens: Baby-Öl wirkt

annähernd genau so gut

und gibt dem Haar

zusätzlich noch etwas

Glanz.

** Behandle dein Pferd

wie deinen teuersten

Besitz und sei dir sicher,

dass die Zeit, die du

investierst nie

verschwendet sein

wird.**

8


Der kleine Hufmesser

Ratgeber

Ein hochwertiges Hufmesser sollte immer eine sehr scharfe Schneide

besitzen, die bei Bedarf nachgeschliffen werden kann. Gute Messer

verfügen über länger scharf bleibende Klingen. Deshalb lohnt sich der

Kauf qualitativ hochwertiger Hufmesser auf Dauer. Hufmesser stehen

rechts- und linksschneidend zur Verfügung und eignen sich demnach

auch für Rechts- und Linkshänder.

Interessante Details über

Hufmesser

Neue Hufmesser sind in der

Regel nicht scharf genug

und müssen zunächst noch

geschärft werden, da sie

wie Butter durch das zu

schneidende Material

gleiten sollen. Ist das

Hufmesser stumpf, ist

jegliche Arbeit von Beginn

an zum Scheitern verurteilt.

Damit das Hufmesser

jedoch richtig geschärft

werden kann, ist der

korrekte Winkel erforderlich,

um eine scharfe Kante zu

erhalten. Die Schneide

sollte am Wetzstahl in

einem Winkel von 1 5 - 20°

geführt werden.

Wer noch unerfahren mit

dem Schärfen des

Hufmessers ist, sollte der

Schräge folgen, die am

Messer vorgegeben ist.

Mit der Zeit sammelt der

Anwender Erfahrung und

beherrscht das Schärfen

dann immer besser. Nur mit

dem richtigen Hufmesser ist

es möglich, perfekte

Hufpflege beim Pferd

betreiben zu können. Billige

Messer taugen meist

allenfalls dazu, Moos aus

den Gehwegfugen zu

kratzen.

Hufmesser

sind

normalerweise sehr weich.

Die Härte wird in Rockwell

gemessen und liegt bei

Hufmessern im Schnitt bei

ca. 52 Rockwell.

Der Grund liegt auf der

Hand: Hufmesser müssen

vor Ort schärfbar sein. Das

geht nur, wenn der Stahl

hinreichend weich ist.

Die Kehrseite davon ist die

Standzeit, also wie lange

ein Messer seine Schärfe

behält: Hufmesser durch

ihre weiche Klinge halten

ihre Schärfe nicht lang.

Binnen kurzer Zeit ist die

Schärfe dahin, präzise

Arbeit nicht mehr möglich

und Nachschleifen wird

nötig.

Hier gilt zudem: Je härter

die Klinge ist, desto besser

und langlebiger ist die

Schärfe der Klinge. Sehr

gute Hufmesser haben im

Schnitt eine Härte von ca.

58 Rockwell. Der Nachteil

der harten Messer ist

jedoch, dass sie vorort nicht

mit einem Diamantschleifer

oder ähnlichen Wetzstahl

nachgeschliffen werden

können.

Küchenmesser zum

Vergleich, weisen eine

Härte von etwa 56 Rockwell

auf. Richtig teure Gourmet-

Küchenmesser haben

schon mal 60 oder 62

Rockwell.

Welche Hufmesser stehen

auf dem Markt zur

Verfügung?

9


gebogene Klingen.

Gebogene Klingen

ermöglichen jedoch das

leichte und präzise

Arbeiten an den Hufen.

Schlaufenmesser

Loop

oder

Auf dem Markt sind eine

Vielzahl verschiedener

Hufmesser erhältlich. Es gibt

Messer mit gerader Klinge,

geschwungener Klinge,

sogenannte "curved" und

Hufmesser mit abgesetzer

Klinge. In erster Linie geht

es hier um die Vorlieben des

Hufbearbeiters, mit welchem

Messer derjenige sich

leichter tut. Hufmesser mit

gerader Klinge sind meist

am einfachsten zu führen

und daher auch für Anfänger

sehr gut geeignet.

Einige Hufmesser stehen in

rostfreier Qualität bereit,

doch der hohe Anteil an

Chrom im Stahl sorgt dafür,

dass die Klingen nur

schlecht geschärft werden

können. Deshalb ist auch

Rost immer ein Anzeichen

dafür, dass das Hufmesser

hochwertiger ist.

Zudem rosten Hufmesser

nicht so schnell, wenn sie

regelmäßig benutzt werden.

Des Weiteren gibt es

Hufmesser mit Schlaufen

oder Messer mit einer

beidseitig schneidenden

Klinge, doch letztere bergen

die Gefahr, dass der

Anwender sich selbst

schneiden könnte.

Unabhängig von der

Schneidrichtung gibt es

Klingen in vielen

unterschiedlichen Formen.

Sowohl gerade als auch

stark gebogene Klingen sind

erhältlich. Entscheidend für

den Kauf eines Hufmessers

ist, welche Klingen der

Nutzer gewohnt ist,

beziehungsweise mit

welcher Art von Klinge er

besser zurechtkommt.

Gerade Klingen lassen sich

leichter schärfen als

Hufmesser mit einer

Schlaufe als Klinge sind

auch als sogenannte Loop-

Messer bekannt. Sie stehen

in verschiedenen Größen

zum Kauf bereit. Große

Schleifen eignen sich für die

regelmäßige und tägliche

Arbeit, während sich

kleinere Loops zB. zum

Öffnen von Geschwüren am

Huf eignen, da sie keinen

großen Krater verursachen.

Deshalb ist es in weiterer

Folge auch empfehlenswert,

Hufmesser in verschiedenen

Größen zu nutzen. Der

größte Vorteil von Loop-

Messern liegt jedoch darin,

dass der Anwender mit

einem Messer in beide

Richtungen schneiden kann,

ohne sich ernsthaft verletzen

zu können.

Ebenso stehen viele

verschiedene Griffe zur

Verfügung. Es gibt einfache

und gerade Griffe, aber auch

Varianten, die besonders

ergonomisch geformt sind

und gut in der Hand liegen

und das Arbeiten mit dem

Hufmesser erleichtern.

1 0


Wir räumen auf: die 1 2

größten Irrtümer rund um

den Huf

Pferde haben vier

Hufe und müssen

regelmäßig

gepflegt werden.

So weit ist sich die

Reiterwelt noch

einig.

Was alles andere

angeht, kursieren

serienweise

Ammenmärchen

über den

Pferdefuß, der eigentlich eine Zehenspitze ist.

Irrtum 1 : Weiße Hufe sind

schlechter.

Ist ein Huf weiß, so liegt das

einzig und allein daran, dass im

Horn keine Farbpigmente

enthalten sind. Farbpigmente

haben aber nichts mit Festigkeit

zu tun. Dass immer noch viele

Pferdebesitzer an die

Schauergeschichten über weiße

Hufe glauben, liegt einzig und

allein daran, dass man

Druckstellen, Hämatome und

andere Veränderungen bei

hellen Hufen besser und

schneller sieht. In der Natur gibt

es übrigens keine weißen Hufe.

Diese Mutation ist ein reines

Zucht-Produkt.

Irrtum 2: Jeder Huf trägt ein

Viertel Pferd.

Das hieße bei einem Warmblut

von 600 Kilogramm Gewicht,

dass jeder Huf 1 50 kg tragen

müsste. Stimmt schon allein

deshalb nicht, weil das Pferd in

natürlicher Selbsthaltung 60

Prozent seines Gewichts auf der

Vorhand trägt und nur 40

Prozent auf der Hinterhand.

Dazu kommt noch die

unterscheidliche Fußfolge der

jeweiligen Gangarten. So stützt

sich das Pferd im Galopp

teilweise auf drei Beinen ab,

teilweise aber auch nur auf

einem. Der britische Hufschmied

Gail Williams hat unter

Einbeziehung sämtlicher Kräfte,

wie beispielsweise der Fliehkraft

im Galopp, berechnet, dass

Hufe in der Einbeinstütze bei

Höchstgeschwindigkeit bis zu

einer Tonne tragen.

Irrtum 3: Der Hufpfleger kann

allein aufheben.

Aufheben ja, aber es ist

schwierig dann plan

ausschneiden. Weil der

Hufpfleger beim Aufheben das

Bein zwischen seine Knie

klemmt, muss er es ein Stück

weit unter dem Pferdekörper

heraus in seine Richtung ziehen.

Dadurch ist das Bein im

Karpalgelenk abgeknickt und die

untere Hälfte des Hufs ist nicht

mehr parallel zum Horizont,

sondern ebenfalls leicht

abgeknickt. Das Ergebnis sind

meist Hufe, deren äußere Wand

höher ist als die innere – das

führt zu einem falschen

Abrollpunkt, einer ungleichen

Lastaufnahme und nicht selten

zu Chipfrakturen oder

Sehnenproblemen.

Irrtum 4: Vorn 45 Grad, hinten

55 Grad.

Laut Fachbuch stimmt es, dass

Vorderhufe einen Zehenwinkel

von 45 Grad haben, Hinterhufe

einen von 55 Grad. In der

Realität sind geringfügige

Abweichungen völlig normal.

Wichtig ist vielmehr, dass der

Winkel des Hufs mit dem der

Fessel und den inneren

Strukturen des Hufbeines

übereinstimmt und beide

11


Vorderhufe denselben Winkel

haben, ebenso auch beide

Hinterhufe. Kontrollieren und

nachmessen kann man den

Wert übrigens mit einem

Hufwinkelmesser.

Irrtum 5: Ein Ballentreter tritt

eben gut unter.

Genau das Gegenteil ist der

Fall. Ein fleißig untertretendes

Pferd tritt zwar mit den

Hinterhufen in die Spur seiner

Vorderhufe – oder sogar darüber

hinaus – aber erst, wenn der

Vorderfuß längst wieder

abgehoben hat. Kommt es

stattdessen zum berüchtigten

„Klack“-Geräusch, so kann das

verschiedene Ursachen haben.

Erstens: Das Pferd ist im

Rücken extrem kurz. Zweitens:

Das Pferd ist überanstrengt und

müde. Drittens: Es gibt

Rittigkeitsprobleme wie das

„Laufen auf der Vorhand“.

Viertens: Die Zehen der

Hinterhufe sind zu lang.

Irrtum 6: Hufrolle ist eine

Krankheit.

Jedes Pferd hat eine Hufrolle.

Die Konstruktion aus Hufbein,

Strahlbein, Schleimbeutel und

tiefer Beugesehne wird so

bezeichnet. Die tiefe

Beugesehne kommt vom

Karpalgelenk und setzt unten

am Hufbein an. Kurz vor dem

Hufbein läuft sie über eine Art

„Umlenkrolle“, das Strahlbein,

welches von einem

Schleimbeutel geschützt

wird.Deshalb heißt das Ganze

auch Hufrolle. Krank ist ein

Pferd nur dann, wenn es eine

Hufrollenentzündung hat. Dabei

ist das Konstrukt aus Knochen,

Sehne und Schleimbeutel –

meist wegen Überbelastung –

entzündet.

Irrtum 7: Barhuf-Pferde laufen

genug Horn ab.

In freier Wildbahn bei 1 6

Stunden Bewegung am Tag und

unterschiedlichen

Bodenverhältnissen ja. In der

Box nein. Deshalb holt man alle

vier bis sechs Wochen den

Schmied oder Barhufpfleger

zum Bearbeiten.

Irrtum 8: Huffett hält die Hufe

feucht.

Jede Art von Fett legt sich

lediglich auf die Oberfläche des

Horns. Um einem Huf die nötige

Feuchtigkeit zu verschaffen,

sollte man ihm stattdessen

regelmäßig Wasser zuführen.

Am besten geht das, indem das

Pferd morgens ca. 20 Minuten

lang auf die taufrische Koppel

kommt. Alternativ kann man das

Pferd eine Weile in einen Bach

stellen oder die Hufe mit Eimern

wässern.

Irrtum 9: Hufabszesse können

nur mit der Zange ertastet

werden.

Es stimmt, dass ein geübter

Tierarzt, Hufschmied oder

Hufpfleger einen Abszess durch

Abdrücken mit der Zange finden

kann. Wesentlich schmerzloser

und effektiver ist allerdings ein

Messgerät, das die Temperatur

des Hufs auf ein Zehntel-Grad

genau anzeigt. Damit fährt man

dann über die Sohle und

erkennt, wo die wärmste Stelle

ist – genau dort sitzt dann auch

der Abszess.

Irrtum 1 0: Der Huf ist das

Pendant zum Fuß des

Menschen.

Falsch. Wir Menschen sind

Sohlengänger. Pferde sind

Zehenspitzengänger. Das heißt,

das Hufbein, also der unterste

Knochen im Huf, ist vergleichbar

mit unseren obersten

Fingerknochen.

Dementsprechend stimmt das

Fesselgelenk mit unseren

Knöcheln überein, die Röhre mit

unseren Handmittelknochen und

das Karpalgelenk mit unserem

Handwurzelgelenk (nicht etwa

mit dem Ellbogen oder gar dem

Knie).

Irrtum 11 : Die weiße Linie trennt

das Hufbein vom Horn.

Das Hufbein ist ein

schwammartig poröser

Knochen, der normalerweise

niemals schwere Lasten tragen

könnte. Er kann es nur, weil er

sehr stark mit der tausendfach

gefältelten Huflederhaut

verbunden ist. Diese bildet mit

einem passenden Gegenstück,

der Hornkapsel, eine elastische

Verbindung. Die Stelle, an der

Lederhaut und Hornkapsel wie

Finger ineinandergreifen, ist die

sogenannte weiße Linie. Sie ist

also genau genommen keine

eigene „Schicht“ im Huf, sondern

ein Zusammenschmelzen von

Wandhorn und Sohlenhorn. Nur

in diesem Bereich gesetzte

Nägel können ein Hufeisen

ordentlich halten. Weiter nach

außen gesetzt, reißt die

Hufwand und das Eisen geht

verloren. Weiter nach innen

kommt es zur gefürchteten

„Vernagelung“, weil der Nagel

„ins Leben“ trifft. Das löst beim

Pferd Schmerzen aus und kann

eine Infektion zur Folge haben.

Irrtum 1 2: Biotinmangel

verursacht die meisten

Hufprobleme.

Es wird angenommen, dass nur

etwa fünf Prozent der

Hufprobleme mit einer

Unterversorgung an Biotin zu

tun haben. Alles andere ist eine

Frage der Haltung, Pflege,

Beanspruchung oder der

grundsätzlichen Fütterung.

Trotzdem ist wissenschaftlich

nachgewiesen, dass die

Zufütterung von Biotin die

Hornqualität verbessern kann

und so spröde und rissigen

Hufen vorbeugt.

1 2


FRAG NICHT DEN NADERER!

Bernhard

Naderer ist

das Wohl der

Tiere schon

seitdem er

denken kann

an eine

besondere

Herzensangel

egenheit. Seit

der gleichen

Zeit ungefähr

hinterfrägt er

auch

sämtliches. Es

i

st ihm ein

besonderes Anliegen alles zu verstehen und nicht

nur nachzuplappern. Dies wurde im Laufe des

Lebens durch die Erfahrung „Wenn man sich auf

andere verlässt ist man verlassen" verstärkt und

mündete in dem Leitsatz „Wenn du willst dass es

gut wird, mach es selbst".

Angespornt durch die Aussage mehrerer

Barhufbearbeiter „Deine Stute wird niemals

barhuf gehen können, das ist einfach bei dem

Sportpferd so" hat er mit der Umstellung seiner

Stute die Barhufbearbeitung gelernt und immer

wieder hinterfragt, selbst darüber nachgedacht

um die „Geheimnisse" der Barhufbearbeitung zu

lüften. Das Ergebnis ist eine Bearbeitung die

nicht auf auswendig gelernten Dogmen beruht,

sondern auf Physik und Anatomie.

Warum soll man mich nicht fragen?

Ganz einfach, weil man Gefahr läuft,

eine direkte ehrliche unverblümte

Antwort zu bekommen.

In den letzten Jahren zeichnet sich

immer mehr der Trend ab, dass

dieses graue Etwas zwischen den

Ohren – von manchen

euphemistisch als Denkwarze

bezeichnet – nur dafür gut ist, die

Augen vor innerer Zugluft zu

schützen. Beiträge in sozialen

Medien werden ohne erkennbaren

Grund, Fragen ohne auch nur eine

einzige Information gestellt. Und die

ganze Gemeinschaft soll sich jetzt

bequemen die wichtigen

Informationen dem Beitragsersteller

aus der Nase zu ziehen. Schliesslich

werden sie ja nicht dafür bezahlt,

also warum sollen sie sich die Arbeit

nicht machen?

Andererseits wird die

Eigenverantwortung immer mehr

ausgelagert. Eigentlich ja ein

Widerspruch in sich, aber siehe

oben. Dazu habe ich folgende

Beispielfrage, die man mir nicht

mehr stellen sollte:

„Hilfe, mein Pferd hat Strahlfäule,

welche giftige Substanz soll ich auf

die Hufe schmieren?"

Hat sich einer der Fragesteller

jemals überlegt was Fäule ist? Oder

ist der einzige Zusammenhang der

damit bekannt ist die Denkfäule?

Huffäule bzw Fäulnis sind in erster

Linie nichts anderes, als

Mikroorganismen die unter

Sauerstoffabschluss biotische Stoffe

zersetzen. Jetzt kommt die große

Logikfrage: Was brauche ich also

damit nichts mehr fault?

Hydroboraxdimethyljodoformesterfor

maldehyd oder Sauerstoff?

Also der erste Ansatz ist somit einen

Zustand herzustellen, dass es im

Strahl keine Stellen mehr mit

Luftabschluss gibt. Diese Stellen

sind gerne in den seitlichen und in

der mittleren Strahlfurche. Nachdem

wir unsere Denkwarze schon mit so

vielen Fragen beleidigt haben, ist es

eh schon egal und wir können ihr

eine weitere Frage stellen: Wo

besteht die größere Gefahr, dass es

Luftabschluss in der seitlichen

Strahlfurche gibt. In tiefen oder

flachen Strahlfurchen?

Pamparampampam, es ist die tiefe!

Der Strahl wächst sehr gerne und

somit auch über die Strahlfurche. Er

füllt sogar immer wieder fast die

ganze Strahlfurche aus! Und somit

gibt es einen großen Bereich

zwischen Strahl und Eckstrebenbzw.

Sohlenhorn der unter

Luftabschluss ist. Kommen hier die

richtigen Mikroorganismen und

Feuchtigkeit hinein, geht es schon

los mit der Fäule.

Würde man bei zu tiefen

Strahlfurchen jetzt den Strahl so

wegschneiden, dass er nicht mehr

über die Strahlfurche wächst, wäre

er um einiges tiefer als der Tragrand

und somit kann er keine

stoßdämpfende und

rutschbremsende Aufgabe mehr

erfüllen. Macht also keinen Sinn. Zu

tiefe Strahlfurchen kommen von zu

hohen Trachten. Und somit kommen

wir schon zum nächsten Problem,

die solche hohen Trachten meist

verursachen: Einen gequetschten

Strahl und somit eine sehr tiefe

mittlere Strahlfurche. Es ist nicht

normal, dass ein Riss mitten durch

den Ballen geht, in dem man

tausende Euros verstecken könnte,

die man nicht mehr hat weil man sie

für Tierarzt, Hufbearbeiter,

krebserregende Mittel zum

aufpinseln rausschmiss. Da kann ich

schmieren, streichen, pinseln,

tamponieren was ich will. Das wird

nix! Da ist etwas was nicht dort

hingehört, das geht so nicht weg! Ja

diese blöde schmerzende

Denkwarze... Die muss uns jetzt

wieder sagen, woher das kommt,

was nicht sein soll. Die Antwort ist

eigentlich denkbar einfach: Der

Ballen wird von den Trachten von

links und rechts in die Zange

genommen. Hätte ich die Kraft einen

Radiergummi ganz fest

zusammenzudrücken würde genau

das Gleiche passieren. Er würde in

der Mitte zerreissen. So wie die

mittlere Strahlfurche. Eigentlich gar

nicht so schwer oder?

Also was lässt sich

zusammenfassend sagen?

Schmieren wie die irren bringt

vielleicht eine Linderung der

Symptome auf Kosten der

Gesundheit des Schmierers und des

Pferdes, beseitigt aber nicht mal

ansatzweise die Ursache. Man kann

auch Koppeln und Paddocks trocken

legen, dass man gobiartige

Zustände bekommt. Bringt nix, der

Huf hält sich von innen auch feucht

und diese Feuchtigkeit reicht zum

Gammeln. Penibles abäpfeln

sämtlicher Pferdelebensbereiche ist

grundsätzlich sehr gut. Aber

Fäulnismikroorganismen sind

überall! Egal ob etwas angestrahlt

oder vollgeäpfelt wurde! Die Hufe

müssen eine physiologische Form

haben, dann fault auch nichts. Dann

wird die Mär vom im Dreck lebenden

Pferd ohne Huffäule Realität und

den Denkverweigerern dreht sich

alles. Dass zu einer pyhsiologischen

Hufform auch die korrekte

Bearbeitung der Eckstrebe gehört,

ist eine weitere Frage die man mir

nicht stellen sollte und wird ein

nächstes mal behandelt.

Also wenn Ihr mein unverblümtes

Unverständnis über oben genannte

Frage nicht ertragen könnt, fragt

lieber nicht den Naderer!

1 3


Enjoy your ride

1 4


Hufe im Sommer

mit 4 einfachen Regeln erfolgreich durch die trockene Zeit

“Jedes Pferd ist nur so gut, wie sein

schlechtester Huf.” An diesem alten

Sprichwort ist viel Wahres dran. Der

Sommer ist für die Hufe unserer geliebten

Pferde eine große Belastung und stellt auch

den Halter immer wieder vor neue

Herausforderungen. Wässern, ja oder nein?

Fetten, ja oder nein? Mit unseren Tipps zur

richtigen Hufpflege wollen wir die nahe

liegenden Fragen zu diesem Thema

1. Hufe vor rapiden Wechseln

schützen

Man hat festgestellt, dass die große

Trockenheit im Sommer für Hufe kein

übergeordnetes Problem darstellt. Die

stabile Glasurschicht im gesunden

Huf ist in der Lage, die Regulierung

des Wassergehaltes der Hufwand

vorzunehmen. Womit der gesamte

Huf jedoch immense Schwierigkeiten

hat, ist der Wechsel zwischen

Trockenheit und plötzlicher Nässe,

wie es beispielsweise beim

Abspritzen der Beine geschieht. Wird

das Pferd im Anschluss auch noch in

die trockene Box mit saugender

Einstreu, wie zB. Sägespäne gestellt,

ist die rapide Umstellung perfekt und

der Huf schafft es nicht mehr, sich zu

regulieren. Die Nässe trocknet zu

schnell weg und es kommt zu

strukturellen Schäden. Es ist also

kontrainduziert, die Hufe im Sommer

einzuweichen!

2. Richtige Haltungsbedingungen

Im besten Fall schafft man eine

Umgebung, in der die Hufe sich

selbst wässern können. Dies

geschieht zum Beispiel, wenn Pferde

morgens über die taunassen Weiden

laufen können. Auch eine große

Wasserstelle, angelegt in einem

Paddocktrail, ist eine gute Möglichkeit

Feuchtigkeit nach zu tanken.

3. Hufbearbeitung

Eine gute Bearbeitung des Hufes ist

das A und O! Die Investition in einen

guten Huforthopäden oder -bearbeiter

ist zwingend ratsam. Hier bringt es

nichts, ein paar Euro sparen zu

wollen. Nur ein guter Hufbearbeiter

kann vorhandene Fehlstellungen

korrigieren und dem Pferd so helfen,

mit gesunden Hufen durchs Leben zu

gehen!

4. Keine Fette oder Öle an den Huf

Huffette oder Huföle verschließen die

Poren des Hufes und es kann kein

Wasser oder keine Feuchtigkeit mehr

an den Huf gelangen. Dadurch wird

der Huf noch trockener. Zudem reizen

die Zutaten wie Lorbeeröl lediglich

den Huf und helfen ihm nicht. Zwar

wird durch die Reizung der Huf

animiert, schneller zu wachsen, gut

ist es allenfalls nicht.

1 5


Fossiler Nachweis von

Hufrehe bei frühzeitlichen

Pferden

Ist die Hufrehe ein

Problem der Neuzeit oder

hat es sie bereits schon

lange gegeben? Die

Tiermedizinerin Lane

Wallet hat sich diese

Frage gestellt und ist zu

einem überraschenden

Ergebnis gekommen...

In den vergangenen Millionen

Jahren haben sich Pferde

aus dem Labradorgroßen

Säugetier der Eozän-Ära zu

dem heutigen, domestizierten

Pferd entwickelt. Bei der

Untersuchung der

Fossilienfunde der Equus-

Spezies haben Forscher

Beweise für

Hufknorpelverknöcherung,

Knochenwucherungen

(Schale), Arthritis,

Hufrollenentzündung und

andere Erkrankungen

festgestellt, aber bis vor

kurzem haben sie keine

Berichte über Laminitis

dokumentiert.

Viele haben diese Krankheit

dem menschlichem Einfluss

angekreidet und dem

Kreuzen anfälliger Tiere, aber

Lane Wallett, eine

Doktorandin der University of

Florida College of Veterinary

Medicine, war nicht

überzeugt.

So führte sie eine Studie der

fossilen Hufbeinen

durch."Chronische Hufrehe

bei Pferden wurde seit

langem als eine Krankheit der

Domestikation gehalten, ein

Ergebnis von

Haltungspraktiken, die das

wilde Verhalten und die

Ernährungsmuster ersetzen",

sagte Wallett. "Allerdings

deutet die Erkenntnis der

Forschung darauf hin, dass

die Krankheit auch bei

Wildpferden üblich sein

kann."

So hat Wallet

herausgefunden, dass ca.

jedes 5. Pferd an chronisch

ausgebrochenen Hufen litt

"Zahnveränderung bedeutet

Ernährungsveränderung",

sagte sie. "Es korreliert mit

dem Aufstieg von Grasland

und Pferden, die von den

Rauhfutterfressern zu den

Grasfressern über gehen und

mehr Kohlenhydrate

verbrauchen (da

Hochkohlenhydratdiäten mit

der Laminitisentwicklung

verbunden sind)."

In Walletts Studie

untersuchte sie 1 .11 9 fossile

distale Phalanx (Hufbeine)

aus Sammlungen im

Amerikanischen Museum für

Naturgeschichte, dem

Nationalmuseum für

Naturgeschichte des

Smithsonian Instituts und

dem Naturhistorischen

Museum der Universität von

Florida.

Diese reichen im Alter von 1 -

3,5 Millionen Jahre zurück.

Sie untersuchte jedes

1 6


Hufbein nach Zeichen ab, die

mit der chronischen Laminitis

übereinstimmen,

einschließlich der Exostose

(neuem Knochenwachstum),

der vaskulären Proliferation

(Erweiterung der

Blutgefäßöffnungen im

Knochen), Osteolyse

(Auflösen von Knochen),

Kortexverdünnung und

Knochenmark-Dichteverlust

Wallett hat festgestellt, dass

mehr als 75% der Exemplare

einige Zeichen im Einklang

mit chronischen Hufrehe

zeigten, und Veränderungen

ähnlich einer schweren,

chronischen Hufrehe

erschien in über 6%.

"Die häufigste beobachtete

Pathologie war das

Aufrauhen der sehnen- und

laminaren Bindungsstellen,

gepaart mit abnormaler

vaskulärer Vergrößerung und

Erweiterung", sagte Wallett.

Wallett stellte fest, dass es

einige Einschränkungen für

ihre Studie gab. Zum Beispiel

könnten die Fossilien, die im

Museum kuratiert sind (und

damit in die Studie

aufgenommen wurden) nur

diejenigen repräsentieren, die

im besten Zustand sind.

Außerdem sagte sie, es wäre

schwierig, Pferde aus

verschiedenen Epochen zu

vergleichen (z.B. gemäßigt

gegen Eiszeit).

Weiters sagte Wallett, dass

sie gern einzelne

Eigenschaften dieser Ziffern

betrachten möchte und wie

häufig und / oder schwer sie

sind. Sie benutzt auch die

Computertomographie, um

die Veränderungen innerhalb

der internen Struktur jedes

Fossils besser zu verstehen.

"Gemeinsam sollten diese

Ansätze uns ein

vollständigeres Bild geben,

wie die Hufrehe diese

prähistorischen Tiere

beeinflusst hat und wie dies

mit modernen Pferden

vergleichbar ist", erklärte sie.

"Beweise für Hufrehe in der

Urgeschichte der Pferde zeigt

seine Ursprünge weit früher

als bisher angenommen",

sagte Wallett abschließend.

Sie erklärte, dass dies für ein

besseres Verständnis der

Krankheit, Risikofaktoren und

Prävention wichtig ist, und für

die Anerkennung, dass kein

menschlicher Einfluss für

Pferde erforderlich ist, um

Hufrehe zu entwickeln.

1 7


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