ewe-aktuell 2/ 2017

eineweltengagement

Magazin des eine-welt-engagement.de

Seite 2 Seite 3

Editorial

Inhaltsverzeichnis

Sambia 2017 - ein Reisebericht

Liebe Leser,

wenn es eine Sache gibt, die ich bedauere, wenn ich an mein

Jahr in Sambia zurückdenke, dann ist dies, nicht besser

Chitonga gelernt zu haben. Ich versuche mir dann immer

selbst zu sagen, dass ich ja in Mazabuka in einem Schmelztiegel

gewohnt habe, in dem Chitonga nur eine Sprache von vielen

war. Doch ehrlich gesagt: Mein Chinyanja, mein Chibemba

und mein Silozi sind noch viel schlechter. Aus Gesprächen

mit anderen ehemaligen

Freiwilligen weiß ich, dass

es nicht nur mir so geht.

Doch gleichzeitig gab es

auch die ein oder andere,

die am Ende fast fließend

Chitonga parlierte. Fazit:

Manchmal muss man

Dinge einfach machen! In

dem Fall: Sich geduldige

Gesprächspartner suchen

(von denen es mehr als

genug gibt) und sich

die Zeit nehmen – auch

wenn die Sprache einem anfangs fremd ist. Umso höher ist

in jedem Fall einzuschätzen, mit welch gutem Deutsch sich

unsere sambischen Freiwilligen jedes Jahr aus Deutschland

wieder verabschieden. Das verdient zweifelsohne einen

großen Respekt! Und wie groß der Respekt ist, der uns

entgegenschlägt, wenn wir uns die Mühe machen, ein wenig

mehr in eine afrikanische Sprache einzutauchen, wurde mir

jüngst bei einem kurzen beruflichen Aufenthalt in Uganda

deutlich. Schon auf dem Weg zum Flughafen hatte ich mir

ein erstes Youtube-Video zum Luganda-Lernen angeschaut

– noch mal ein paar Floskeln vorm Schlafengehen

wiederholt und beim ersten Ausprobieren stand jedem

meiner ugandischen Kollegen sofort ein breites Grinsen auf

dem Gesicht. Zurück waren sie die Erinnerungen, als ich vor

16 Jahren meine ersten Spaziergänge mit „Mwabuka buti“

durch Mazabuka machte.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen und euch nun ein paar

schöne literarische Spaziergänge durch Sambia – diesmal mit

besonderem Zwischenstopp in Chikuni.

2

8

10

14

Sambia 2017

ein Reisebericht

Gemeinden im

Bistum Monze

Schulfee-Sambia

ein Entwicklungsbericht

Editorial

Neues aus Sambia

Die Zeit vergeht

Time Flies

Entwiclungsperspektiven

des eine-welt-engagement.de

3

9

12

Am 23.April ging es los. Die Sambiareise, für 2016

geplant, wegen einer Operation verschoben. Ich

hatte im Geheimen gehofft, dass verschoben auch

aufgehoben bedeutet. Nicht, dass ich nicht nach

Sambia wollte, aber ich wollte eigentlich nicht fliegen.

Maximal nach Berlin, München oder Rom, aber 15

Stunden über Dubai nach Lusaka?!? Eigentlich nicht.

Jetzt war die Reise ein Geburtstagswunsch zum 60. ,

sowas schlägt man nicht aus! Also! Zähne zusammen

und durch. Und? Der Flug war völlig harmlos, nur

natürlich anstrengend und ermüdend.

So kamen wir bei strömendem Regen in Lusaka

an. Die liebe Agnes ( Simolooka) , ein Schatz, hatte

einen Fahrer organisiert, der uns zum Gästehaus der

katholischen Bischofskonferenz , Kapingila, brachte,

unser erstes Quartier.

Die Eindrücke auf dem Weg dorthin waren mir

nicht so fremd wie erwartet. Ein Gefühl, das blieb.

Sambia war mir, obwohl ich nie vorher da gewesen

bin, nicht so fremd wie gedacht. Die vielen Treffen

mit sambischen Freunden hier in Deutschland, die

Berichte der Fahrten anderer mit Bildern erzählt,

hatten gute Vorarbeit geleistet.

Wir bekamen ein Doppelzimmer mit Bad. Ich freute

mich auf die Dusche. Nach der langen Reise frisch

machen, ja!! Dann kam die sambische Realität.

Kalte Dusche, der Wasserdruck so gering, dass

man kaum nass wurde. Haare waschen fiel also aus.

Genauso wie der Strom, als wir kurze Zeit später in

einem kleinen libanesischen Restaurant saßen, um

Abend zu essen. Aber – kein Problem – das Shawarma

kam vom Gas betriebenen Drehspieß. Auswahl fiel

also aus, dafür super nette Bedienung, romantische

Atmosphäre bei Kerzenschein und Yvonne und ihre

Schwestern kamen um uns zu besuchen. Perfekt! Ein

gelungener Abend!

Am nächsten Morgen, was auf sambisch Mittag

bedeutete, kamen Agnes und Solomon (Phiri) um uns

einzusammeln und mit uns ins 4 Stunden entfernte

Chirundu zu fahren.

Chirundu ist eine Grenzstadt zu Simbabwe mit

all den Problemen, die Grenzstädte, zumal in

Drittweltländern, haben. Kriminalität, Prostitution,

Schmuggel, Drogen, böse gesagt, ein Loch.

Wir bekamen den Rat, abends nicht in den Ort zu

gehen.

Solomon hatte organisiert, dass wir noch eine

Bootstour auf dem Kafoe von einer Lodge aus

machen sollten, die einem Freund von ihm gehört.

Geplant waren 2 Stunden, da wir spät waren und der

Sonnenuntergang nicht mehr lange auf sich warten

ließ, wurde eine draus. Und es war toll!

Die Natur auf dem

Kafoe, das „Treffen“ mit

einer Flusspferdfamilie

bei ihrem abendlichen

Bad, der Wind, der uns

durch die Haare und

die Ohren brauste und

das Beste: Solomon, der

Bootfahren genauso

liebt, wie ich Fliegen,

kam mit. Es war riesig.

Euer/Ihr Johann Heilmann

Weitere Magazine dieses Users