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FernUni Perspektive | Sommer 2017

Forschung Seite 12

Forschung Seite 12 FernUni Perspektive Hagener Forschungsdialog Lüdenscheider Gespräche In loser Reihenfolge stellen wir die Veranstaltungsreihen im Hagener Forschungsdialogs vor. Joachim Gauck, Hans-Dietrich Genscher, Wolfgang Bosbach, Peter Struck, Klaus Gysi, Ignaz Bubis, Walter Momper, Marianne Birthler, Roland Jahn, Wolfgang Menge, Wolfgang Leonhard, Władysław Bartoszewski, Jan Philipp Reemtsma, István Szabó … Im Mittelpunkt der Lüdenscheider Gespräche des Instituts für Geschichte und Biographie (IfGB) der FernUniversität in Hagen stehen lebensgeschichtliche und biographische Perspektiven auf Geschichte. Einerseits sind dies (prominente) Personen, die „selbst Geschichte gemacht haben“. Andererseits Menschen, die „etwas zu sagen haben“. Ausgewählte Persönlichkeiten und Schicksale Als Zeitzeugen treten Politikerinnen und Politiker, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Biographinnen und Biographen auf, aber auch Publizistinnen und Publizisten oder Filmemacherinnen und Filmemacher, die sich mit ausgewählten Persönlichkeiten der Geschichte näher befasst bzw. die sich mit dem Schicksal bestimmter Personengruppen auseinandergesetzt haben. Nicht selten handelt es sich dabei um Menschen, die ihnen persönliche nahestanden. Oft werden ausgewählte historische Filme gezeigt, die dann fachkundig kommentiert und im Plenum diskutiert werden. Die Veranstaltungen richten sich an alle historisch und zeitgeschichtlich Interessierten. Sie können mit den Vortragenden direkt ins Gespräch kommen. Die Lüdenscheider Gespräche sind seit 1994 eine feste Institution in der sauerländischen Stadt und weit darüber hinaus geworden. Sie finden in etwa einmonatigem Abstand statt, in der Regel im Lüdenscheider Kulturhaus. Üblicherweise werden sie aufgezeichnet. Geleitet wird die Reihe von Prof. Dr. Arthur Schlegelmilch, Geschäftsführender Joachim Gauck, der spätere Bundespräsident, war 1995 Referent in Lüdenscheid. (Foto: FernUniversität, Archiv) Direktor des Instituts für Geschichte und Biografie. Die nächsten prominenten Politiker, die in den Lüdenscheider Gesprächen zu Gast sind, werden die FDP- Urgesteine Dr. Burkhard Hirsch und Gerhart Baum am 22. Juni und die CDU-Politikerin Rita Süssmuth am 15. September 2017 sein. Da Aus den Fakultäten Fakultät für Wirtschaftswissenschaft (Foto: FernUniversität, Andreas Teichmann) Neue Dekanin Neue Dekanin ist seit 1. Mai die bisherige Prodekanin Prof. Dr. Ulrike Baumöl (BWL, insb. Informationsmanagement). Sie und der bisherige Dekan Prof. Dr. Jörn Littkemann (BWL, insbes. Unternehmensrechnung und Controlling) haben ihre Ämter getauscht. Coaching in Organisationen – Fakten und Bewertung Was ist unter Coaching zu verstehen? Lässt sich die ihm zugemessene Wirksamkeit messen? Diesen Fragen ist der Lehrstuhl für BWL, insb. Personalführung und Organisation (Prof. Dr. Jürgen Weibler) mit einer zusammenführenden Studie grundlegender nachgegangen und hat systematisch Studien mit Führungsrelevanz ausgewertet. Die Wirksamkeit des Coachings lässt sich in den untersuchten Fällen tatsächlich empirisch belegen. Es wirkt aber nicht immer gleich stark. Ursächlich hierfür sind viele Faktoren. www.fernuni-hagen.de/per60-12a Zukunftsweisender Stream der Führungsforschung Dr. Sigrid Endres und Prof. Dr. Jürgen Weibler (BWL, insb. Personalführung und Organisation) haben in einem aktuellen Review-Artikel einen zukunftsweisenden Stream der neueren Führungsforschung analysiert und weiterentwickelt. Basierend auf einem systematischen Review und einer kritisch interpretativen Synthese zahlreicher empirischer Studien wurde schließlich ein innovatives Drei-Komponenten-Modell Relationaler Führung generiert. Der Artikel wurde im International Journal of Management Reviews (IJMR) veröffentlicht. Das IJMR zählt weltweit zu den Top 10 des Faches (Platz 5 von 120 Zeitschriften in der Kategorie „Business“ und Platz 7 von 192 in der Kategorie „Management“). Endres, Sigrid; Weibler, Jürgen: Towards a Three-Component Model of Relational Social Constructionist Leadership (RSCL): A Systematic Review and Critical Interpretive Synthesis, in International Journal of Management Reviews, 2017, 19, 214-236, DOI: 10.1111/ijmr.12095. „Spreading the Green Around the World” In der Umweltökonomie wird u. a. die Frage nach einem zweckmäßigen Design der Umweltpolitik behandelt. Dabei geht es z. B. darum, inwieweit verschiedene umweltpolitische Instrumente geeignet sind, Firmen zu einem umweltfreundlichen Verhalten anzureizen. In jüngerer Zeit hat die Diskussion über die Frage größeres Gewicht erhalten, inwieweit sich umweltpolitische Instrumente in ihrer Fähigkeit unterscheiden können, eine für die Umwelt günstige Form des technischen Fortschrittes herbeizuführen. Prof. Dr. Alfred Endres und PD Dr. Bianca Rundshagen (VWL, Wirtschaftstheorie) behandeln diese Frage in einem aktuellen Kontext. In einem wirtschaftstheoretischen Modell werden internationale Verhandlungen zur Reduktion grenzüberschreitender Schadstoffe stilisiert. Dabei wird über ein System international transferierbarer Emissionsrechte verhandelt. Die Arbeit zeigt Wege auf, wie ein Design eines solchen internationalen Systems gefunden werden kann, das günstige Induktionswirkungen für den umwelttechnischen Fortschritt besitzt. Der Artikel ist in einer internationalen wirtschaftswissenschaftlichen Zeitschrift erschienen, die sich auf die Anwendung spieltheoretischer Methoden auf umweltpolitische Fragestellungen spezialisiert. Alfred Endres and Bianca Rundshagen (2017), „Spreading the Green Around the World — How the Permit Allocation Affects Technology Diffusion and Welfare“, Strategic Behavior and the Environment: Vol. 6 (3), S. 249-287. www.fernuni-hagen.de/per60-12b „Grundlagen der Treibhausökonomie“ Wieso ist es bisher nicht gelungen, die global ausgestoßenen Treibhausgasemissionen zu verringern? In einem Beitrag in der Zeitschrift WiSt beleuchtet Prof. Endres die Hintergründe aus wirtschaftstheoretischer Sicht. Die WiSt wendet sich an Studierende der Wirtschaftswissenschaften und Praktikerinnen und Praktiker, die den Kontakt zum aktuellen Forschungsgeschehen aufrechterhalten möchten. Alfred Endres (2017), „Grundlagen der Treibhausökonomie“, WiSt - Wirtschaftswissenschaftliches Studium: Vol. 46 (4), S. 23-29. Forschungsbeitrag und Konferenzvortrag Das Team des Lehrstuhls für BWL, insb. Betriebliche Anwendungssysteme, von Prof. Dr. Stefan Smolnik hat einen Artikel auf der Internationalen Konferenz Wirtschaftsinformatik 2017 (WI 2107) präsentiert und im Tagungsband veröffentlicht. Er basiert auf der hervorragenden Bachelorarbeit des Wirtschaftswissenschaft-Studenten Mario Porst, der ihn auch im Rahmen des Student Track präsentiert hat: Mario Porst, Sven Dittes, Stefan Smolnik: Zielgruppendilemma des gleichzeitigen stationären und Online-Handels: Eine experimentelle Studie am Beispiel des Facebook-Auftritts eines Mode-Einzelhandelsunternehmens Das Lehrstuhl-Team wurde auf der WI 2017 von Sven Dittes vertreten. Mitausrichter und Vortragender Prof. Dr. Stefan Smolnik (BWL, insb. Betriebliche Anwendungssysteme) war auf der 50. Hawaii International Conference on System Sciences (HICSS-50) auf Big Island, Hawaii, USA, erneut Mitausrichter von zwei Minitracks im Track „Knowledge Innovation and Entrepreneurial Systems“. Den Minitrack „Knowledge Management Disrupted – Understanding the Impacts of Social and Mobile Media“ richtete er zusammen mit den Professoren Alexander Richter (IT University Copenhagen) und Andrea Back (Universität St. Gallen) aus, den Minitrack „Designing and Deploying Advanced Knowledge Systems“ gemeinsam mit den Professoren Timo Käkölä (University of Jyväskylä), W. David Holford und Pierre Hadaya (beide Université du Québec à Montréal). Während der Konferenz moderierte Prof. Smolnik die entsprechenden Sessions. Darüber hinaus hielt er zusammen mit den Professoren Murray E. Jennex (San Diego State University) und David T. Croasdell (University of Nevada, Reno) einen eingeladenen Vortrag zu 11 Jahren Wissensmanagement auf der HICSS. Konferenz in Dublin Dr. Katharina Ebner und Prof. Stefan Smolnik (BWL, insb. Betriebliche Anwendungssysteme) haben jetzt an der 37. International Conference on Information Systems in Dublin, Irland, teilgenommen. Im Rahmen des Workshops der Diffusion Interest Group In Information Technology (DIGIT) stellten sie das Manuskript „From Efficiency to Innovativeness: Post-Adoption IT Use Types and Related Outcomes“ vor, das in Ko-Autorenschaft mit Prof. Geneviève Bassellier von der Mc- Gill University, Montreal, Kanada, entstanden ist. Vortrag • Prof. Dr. Alfred Endres (VWL, Wirtschaftstheorie) trägt am 21. Juni im Forschungsseminar der Fakultät für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften der Universität Hamburg über „Allocation Rules in Emissions Trading – Implications for International Environmental Negotiations“ vor. Zwei Tage später gestaltet er im Kulturzentrum Erlöserkirche in Marl die Veranstaltung „Von der Klimaökonomie zur Rockmusik – Ein Abend mit Professor Endres“. Nach seinem wissenschaftlichen Vortrag „Wirkungsvolle Klimapolitik: Warum (zum Donnerwetter!) ist das so schwierig? – Eine umweltökonomische Perspektive“ tritt er mit seinem Trio Rockato auf. Promotionen Dominik Ballreich. Schriftliche Arbeit: „Stable and efficient cubaturebased filtering in dynamical systems.” Erst-/Zweitgutachter/-in: Prof. Dr. Hermann Singer, Prof. Dr. Wilhelm Rödder. Matthias Gröne. Schriftliche Arbeit: „Adäquanz einer periodisierten steuerlichen Gewinnermittlung – Beurteilung der Begründetheit vorgebrachter Argumente und deren Analyse im Hinblick auf die Anforderungen an die Besteuerung.” Erst-/Zweitgutachter/-in: Prof. Dr. Stephan Meyering, Prof. Dr. Dieter Schneeloch). Thomas Hahn. Schriftliche Arbeit: „Corporate Governance in Profifußballunternehmen: Eine konflikttheoretische Analyse aus Sicht des Controllings.” Erst-/Zweitgutachter/-in: Prof. Dr. Jörn Littkemann, Prof. Dr. Thomas Volling).

Lehre FernUni Perspektive Seite 13 Diversitäts-Audit Vielfalt in der Lehre gestalten Ob Sportprofi, Mütter und Väter in Elternzeit oder berufstätige Studierende mit Weiterbildungsinteresse, ob Hochbegabte, Beruflich Qualifizierte oder behinderte und chronisch kranke Menschen: Die Studierenden der FernUniversität in Hagen zeichnen sich durch ihre Heterogenität aus. Neue Weichen für den Umgang mit Vielfalt soll jetzt das Diversity-Audit des Stifterverbands stellen. Welche Veränderungen erhofft sich die FernUniversität, und welchen Herausforderungen stellt sie sich? Antworten gibt Prof. Dr. Sebastian Kubis, Prorektor für Studium und Diversität und Leiter des Audits. Der Umgang mit einer heterogenen Studierendenschaft ist an der Fern- Universität nicht neu. Welche neuen Weichen stellt das Diversity-Audit des Stifterverbands? Prof. Sebastian Kubis: Die Fern- Universität beschäftigt sich seit gut 40 Jahren mit der Frage, was es bedeutet, dass wir sehr unterschiedliche Studierende an unserer Univer- Prof. Sebastian Kubis (Foto: FernUniversität, Veit Mette) sität haben. Mit dem Audit haben wir einen organisatorischen Rahmen, um uns der Herausforderung Diversität neu zu stellen. Wie kann unsere universitäre Lehre noch besser werden? In einem partizipativen Prozess bringen wir Fragen der Inklusion, der Studieneingangsphase und der diversitätssensiblen Lehre zusammen. Sinnvoll ist auch der Austausch mit anderen Universitäten. So haben wir die Möglichkeit unsere Überlegungen zu spiegeln „Wir wollen die Potenziale der Besonderheiten unserer Studierenden fruchtbar machen.“ und bekommen Impulse für die Entwicklung einer fernunispezifischen Diversitätsstrategie. Welche Erwartungen verbinden Sie selbst mit dem Diversity-Audit? Prof. Kubis: Als ich vor gut einem Jahr Prorektor geworden bin, war nicht klar, welche Kraft und Bedeutung das Audit mit der Zeit einnehmen würde. Ich hatte zu Beginn die Sorge, dass nach dem anstrengenden Prozess der Mitte 2015 abgeschlossenen Hochschulentwicklungsplanung das Audit eine Überforderung für die Institutionen und Gremien sein könnte. Mittlerweile hat die inhaltliche Arbeit in den Entwicklungsfeldern Inklusion, Studieneingangsphase und Lehre/Mediendidaktik Fahrt aufgenommen. Die Ideen, die in den Hochschulentwicklungsplan eingeflossen sind, werden weitergedacht. Daher bin ich inzwischen fest überzeugt: Dieser Prozess ist eine große Chance für die FernUniversität. Im Arbeitsbereich Inklusion stehen behinderte und chronisch kranke Studierende im Fokus. Wie profitieren auch alle anderen Studierenden von den Ideen im Audit? Prof. Kubis: Die FernUniversität ist auch ein Raum für Studierende, die sich möglicherweise an einer Präsenzuniversität nicht richtig aufgehoben fühlen, zum Beispiel aufgrund von körperlichen oder psychischen Handicaps. Aber Diversität geht viel weiter. Wir wollen die Potenziale der Besonderheiten unserer Studierenden fruchtbar machen. Das Audit ist eine gute Möglichkeit, Desiderate im Bereich der Inklusion anzugehen, etwa in der Barrierefreiheit. Insbesondere im Zuge der Digitalisierung darf die wichtige Gruppe der behinderten und chronisch kranken Studierenden nicht vergessen werden. Von einer Verbesserung des Studienmaterials und des Zugangs zu den Inhalten profitieren aber auch nicht-behinderte Studierende. In den anderen Entwicklungsfeldern stehen ohnehin alle Studierenden im Fokus. Prof. Sebastian Kubis Inwiefern? Was bedeutet Diversität mit Blick auf die Studieneingangsphase und diversitätssensible Lehre? Prof. Kubis: Diversität bedeutet, dass wir ganz verschiedene Studierende mit sehr unterschiedlichen Bildungszielen haben. Darauf wollen wir antworten. Für die diversitätssensible Lehre wollen wir zu neuen Ideen kommen, wie wir eine große und heterogene Studierendenschaft mit begrenzten Ressourcen möglichst gut unterrichten können. Studienerfolg entscheidet sich vielfach für Studierende am Anfang des Studiums. Ich erhoffe mir daher, dass wir zu konkreten Ideen für die Gestaltung dieser erfolgskritischen Phase gelangen. Unsere Studierenden sollen sich Klarheit darüber verschaffen, ob sie einen Abschluss anstreben oder ob sie andere Bildungsziele verfolgen. Darüber hinaus wollen wir ihnen durch Beratung, Brückenkurse und weitere Angebote ermöglichen, sich für ein Fernstudium fit zu machen. Wie fügen sich die Überlegungen in den drei Entwicklungsfeldern zusammen? Viele Hände, eine FernUniversität: Die Hochschule stellt sich der Herausforderung Diversität neu. (Foto: Thinkstock, iStock, Rawpixel Ltd) Prof. Kubis: Indem wir zu einem gemeinsamen Verständnis darüber kommen, wie wir uns moderne Fernlehre an unserer Hochschule vorstellen. Das wird ein Prozess sein, der Diversität in unserer Lehre nicht ausschließen darf. Sicherlich wird er aber durch die Verständigung auf gewisse Standards zu Veränderungen führen. Wir haben ja immer schon Standards an der Fern- Universität gehabt. Über Jahrzehnte war klar: Standard unserer Lehre ist der Studienbrief. Hinzu kamen etwa Einsendeaufgaben und das Angebot in den Regional- und Studienzentren. Wie das gemeinsame Grundverständnis heute aussieht – das muss man im Zuge der Digitalisierung mit ihren technischen Möglichkeiten immer wieder neu überlegen. Das Audit läuft noch bis Januar 2018. Wo liegen die Grenzen des Machbaren? i Prof. Kubis: Momentan sind wir noch in der Bestandsaufnahme und ordnen, wie bereits vorhandene Einzelmaßnahmen ein schlüssiges Gesamtkonzept ergeben. Im zweiten Schritt werden wir schauen, was in unserem Angebot noch fehlt. Da wir uns Grundfragen der Lehre vorgenommen haben, ist unser Vorhaben ehrgeizig. Die Lehre als Kernbereich der Universität ist ein Feld, in dem wir die Freiheit der Lehrenden schätzen. Es wäre vermessen anzunehmen, dass ein Maßnahmenbündel das Gesicht der Lehre bis Anfang 2018 verändern wird. Wir erhoffen uns aber, dass am Ende des Prozesses in den drei Entwicklungsfeldern konkrete Vorhaben feststehen. Weiterverfolgen sollten wir dann ausgewählte Maßnahmen mit Strahlkraft, Wirksamkeit und Nachhaltigkeit. Deren Umsetzung wäre der wirkliche Dank an alle Beteiligten nach einem partizipativen Prozess des Nachdenkens und Überlegens. can Die FernUniversität hat sich 2015 erfolgreich beim Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft für das Diversität-Audit „Vielfalt gestalten“ beworben. Um den Umgang mit Vielfalt im Bereich Studium und Lehre zu professionalisieren, hat die FernUniversität ein Prorektorat für Studium und Diversität eingerichtet. Zudem hat sie sich in ihrem Hochschulentwicklungsplan 2020 Ziele und Maßnahmen im Bereich Studium und Lehre gesetzt. Weitere Information: www.fernuni-hagen.de/diversitaet/ Neuerscheinung Erstes deutschsprachiges Lehrbuch zu globaler Klimapolitik Das erste Lehrbuch in deutscher Sprache über globale Klimapolitik hat der emeritierte Politologie-Professor Dr. Georg Simonis Anfang April 2017 publiziert. Von 2006 bis 2008 war der Herausgeber Professor für Internationale Konflikte und Umweltpolitik an der FernUniversität in Hagen. Der Band trägt den Titel „Handbuch Globale Klimapolitik“ und erscheint beim Schöningh- Verlag in der Reihe utb (ISBN-Nummer: 9783825286729). In das Buch floss auch die Expertise heutiger wie früherer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der FernUniversität ein. Sie alle verbindet die Lehrtätigkeit im Interdisziplinären Studiengang Umweltwissenschaften („infernum“): So verfasste Dr. Daniel Otto, Wissenschaftlicher Mitarbeiter in diesem Studium und im Lehrgebiet Internationale Politik, einen Fachbeitrag. Als ehemalige Fern- Uni-Lehrende sind Prof. Dr. Brigitte Biermann, Dipl.-Wirt.-Ing. Jenny Tröltzsch und Sebastian Gebauer M.A. mit eigenen Kapiteln vertreten. Politischer Widerstand Das Werk behandelt das Thema „Klimawandel“ aus sozial- und politikwissenschaftlicher Sicht. Dabei wird das stockende Fortkommen in der weltweiten Klimapolitik weniger auf mangelnde Innovationskraft denn auf politischen Widerstand zurückgeführt: Akteurinnen und Akteure, die bisher von der Nutzung fossiler Energiequellen profitiert haben, klammern sich an den Status Quo und arbeiten gegen Maßnahmen des globalen Klimaschutzes an. Indessen hat das 2015 getroffene Abkommen von Paris gezeigt, wie wichtig die Kooperation auf politischer Ebene ist, um die drohende Gefahr eines Umweltkollapses zu verhindern. br