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FernUni Perspektive | Sommer 2017

Lehre Seite 14

Lehre Seite 14 FernUni Perspektive Förderprogramm „Innovative Lehre“ Internationale Komponenten im Fernstudium Das interne Förderprogramm „Innovative Lehre“ (FILeh) unterstützt neue Ideen und innovative Konzepte fürs Lehren und Lernen. Die erste Ausschreibungsrunde zur Internationalisierung ist beendet. Das Rektorat hat sechs Projekte aus den Anträgen ausgewählt. „Wir freuen uns, dass sich Lehrende aus allen Fakultäten mit ihren Ideen und Konzepten zur Internationalisierung beteiligt haben“, sagt Prof. Dr. Theo Bastiaens, Prorektor für Digitalisierung und Internationalisierung der Fern- Universität in Hagen. Gefördert werden etwa Projekte mit einer hohen Strahlkraft für andere Fakultäten oder Projekte mit hoher mediendidaktischer Qualität. Alle Lehrangebote werden englischsprachig sein und häufig in Kooperation mit europäischen Partneruniversitäten konzipiert. „Dazu zählen etwa international ausgerichtete Module oder Short Learning Programmes“, so Bastiaens. 3,5 Millionen Euro bis 2020 Mit „FILeh“ unterstützt das Rektorat konkrete Maßnahmen und Projekte, die Lehrende konzipieren: insbesondere aktuelle Trends und innovative Ideen im Kontext von Studium und Lehre aus den Bereichen Internationalisierung, Digitalisierung und Studienstruktur. Bis zum Jahr 2020 stehen dafür insgesamt 3,5 Mio. Euro. Ziel ist es, durch die geförderten Konzepte die Studienaktivität und die didaktische Qualität des Angebots weiter zu entwickeln. Gemeinsam getragen wird „FILeh“ durch die Prorektoren Prof. Dr. Theo Bastiaens und Prof. Dr. Sebastian Kubis (Studium und Diversität). Um ihrem bildungspolitischen Auftrag gerecht zu werden, möchte die FernUniversität internationalen Aktivitäten sichtbar machen und akzentuieren. Denn: Ein globalisierter Arbeitsmarkt fordert internationalen Wissensaustausch, Kooperation und interkulturelle Kompetenz. Ausgewählte Projekte Fakultät für Kultur- und Sozialwissenschaften Ein Onlineseminar im Master-Studiengang Governance entwickelt das Lehrgebiet von Prof. Dr. Annette Töller: „Joint Master Online Seminar in Environmental Participation”. Das künftige Angebot ersetzt erstmals die Präsenzpflicht und beschäftigt sich aus globaler Perspektive mit umweltpolitischen Themen. Unterschiedliche interaktive webbasierte Lerninstrumente bietet das Lehrgebiet von Prof. Dr. Robert Gaschler zukünftig im Kurs „Cognitive Psychology with and on Multimedia Learning“ an. Gleichzeitig wird Multimedia als Instrument zur internationalen Zusammenarbeit erprobt. Fakultät für Mathematik und Informatik Das Lehrgebiet von Prof. Dr. Jörg Keller möchte Fernstudierenden im (Foto: Thinkstock, nevarpp) Rahmen des Fachpraktikums in einem virtuellen Labor ermöglichen, mit Studierenden der Partneruniversitäten zusammenzuarbeiten und Zugang zu aktuellen Tools in der IT-Sicherheit zu bekommen: „International Virtual Lab on Information Security (IVLIS)“. Der künftige „Short Course“ aus dem Lehrgebiet von Prof. Dr. Lars Mönch wird vorwiegend in der Wirtschaftsinformatik sowie in der Informatik eingesetzt und mit Fallstudien aus der Praxis in Industrieunternehmen und Dienstleistungseinrichtungen kombiniert, die Studierende in Foren, über Wikis und hybride Treffen gemeinsam lösen: „An Introduction to Modern Scheduling Algorithms“. Rechtswissenschaftliche Fakultät Die Rechtswissenschaftliche Fakultät wird ihr bereits bestehendes Angebot von Short Learning Programs evaluieren und ausbauen sowie um ein englischsprachiges Modul zum Völkerrecht für das Netzwerk „European Distance Education in Law Network (EDELNet)“ erweitern. Dabei sollen neue didaktische Lehr- und Lernszenarien im Bereich der Rechtswissenschaften erprobt werden. Die Modulentwicklung erfolgt auch in Zusammenarbeit mit Wissensc haftlerinnen und Wissenschaftlern der britischen Open University. Das thematisch international ausgelegte Modul birgt grundsätzlich hohes Anknüpfungspotenzial für neue internationale Kooperationen in der Lehre. Fakultät für Wirtschaftswissenschaft Das erste englischsprachige Modul in der Fakultät für Wirtschaftswissenschaft hat das Lehrgebiet von Prof. Dr. Stefan Smolnik für den Studiengang Wirtschaftsinformatik aufgesetzt: „Entwicklung des englischsprachigen Moduls ,Knowledge Management’”. Knowledge Management kann nicht mit deutschsprachiger Literatur abgedeckt werden. Geplant sind internationale virtuelle Gastvorträge und hybride Veranstaltungen. Die Betreuung der Studierenden erfolgt englischsprachig. aw StudiConsulting Unternehmen beraten Der Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre, insb. Betriebswirtschaftliche Steuerlehre (Prof. Dr. Stephan Meyering) sucht für das Projekt „StudiConsulting“ Studierende, die betriebswirtschaftliche Theorie in der unternehmerischen Studierende als Autoren Geschichte Skandinaviens In den hohen Norden führte eine Exkursion des Lehrgebiets Neuere Deutsche und Europäische Geschichte von Prof. Dr. Peter Brandt mit Studierenden der FernUniversität in Hagen. Den Erkenntnisgewinn ihrer Spurensuche in Bergen, Oslo und Stockholm haben Teilnehmende in verschiedenen wissenschaftlichen Aufsätzen festgehalten. Einige Beiträge wurden jetzt im Sammelband „Der skandinavische Weg in die Moderne. Beiträge zur Geschichte Norwegens und Schwe- Praxis anwenden möchten: In einer Projektwoche vom 5. bis zum 11. Oktober in Hagen wird ein Unternehmen kostenlos analysiert und beraten. Die Bewerbungsfrist endet am 2. Juli. Da www.fernuni-hagen.de/per60-14 dens vom Spätmittelalter bis ins 20. Jahrhundert“ publiziert. Letztendlich geht es um die Frage, inwiefern so etwas wie ein „skandinavischer Weg“ in die Moderne überhaupt konstatiert werden kann. Das Buch ist im Berliner Wissenschafts-Verlag erschienen (ISBN: 9783830536383) und wurde von Prof. Brandt – seit 2014 im Ruhestand – und seinen ehemaligen Mitarbeitenden Miriam Horn und Dr. Werner Daum herausgegeben. br Binationales Promotionsprogramm „Meilenstein“ eröffnet Das zwischen der FernUniversität in Hagen und der King Mongkut’s University of Technology North Bangkok (KMUTNB) beschlossene binationale Promotionsverfahren ist offiziell eröffnet worden. Dekan Prof. Dr. Jörg Desel und Prof. Dr.- Ing. habil. Herwig Unger (Lehrgebiet Kommunikationsnetze) nahmen an der Veranstaltung in Bangkok teil. Zuvor hatte der Dekan der Faculty of Information Technology der KMUTNB, Prof. Dr. Phayung Meesad, in Deutschland die unterzeichnete Erweiterung des bestehenden Kooperationsvertrages mit Prof. Desel ausgetauscht. Auf der Veranstaltung in der thailändischen Hauptstadt sprachen neben den Hagener Wissenschaftlern internationale Gäste aus Forschung und Politik. So wurde das Programm unter anderem vom Kulturattaché der Deutschen Botschaft in Bangkok Jan Blezinger, dem Präsident der KMUTNB, Prof. Dr.-Ing. Suchart Siengchin, Feierlich wurde das neue gemeinsame Promotionsprogramm der beiden Universitäten eröffnet. (Foto: KMUTNB) und Dr. Georg Verweyen, dem Leiter des Deutschen Akademischen Austauschdienstes in Bangkok, als weiterer Meilenstein in der langjährigen Zusammenarbeit beider Universitäten gelobt. Bereits seit 2008 kooperieren sie bei Informationstechnologien und Informatik. Durch das neue Promotionsprogramm sollen bürokratische Hürden abgebaut und die Erlangung des Doktorgrades an beiden Hochschulen erleichtert werden. Um Promovierende künftig besser zu unterstützen, wurde in den Räumen der Faculty of Information Technology ein spezieller Kontaktpunkt eröffnet, der von einer KMUTNB-Mitarbeiterin, von Prof. Unger und den administrativen Einrichtungen der FernUniversität betreut wird. Drei Studierende der thailändischen Hochschule nutzten die Gelegenheit und überreichten Prof. Unger bei der Eröffnungszeremonie ihre Einschreibungsunterlagen für das neue Programm. br

Leute FernUni Perspektive Seite 15 Linda Glawe Duale Karriere im Ballett und in der Volkswirtschaftslehre Als Ballett-Tänzerin im Ensemble der neuen Operette Düsseldorf führt sie das Musical „My Fair Lady“ und die Operette „Die Csárdásfürstin“ auf. In ihrem Büro auf dem Campus der FernUniversität Linda Glawe (Foto: FernUniversität, Hardy Welsch) in Hagen dreht sich das Gespräch um ostasiatische Volkswirtschaften. Bühnentanz und Tanzpädagogik, Forschung und Fern- Universität: Linda Glawe (24) aus Gelsenkirchen verknüpft beides. Sie macht Karriere im Ballett und in der Wissenschaft. „Die Konkurrenz ist in beiden Bereichen sehr groß, das erforderliche Durchhaltevermögen extrem hoch“, sieht die Wissenschaftliche Mitarbeiterin der FernUniversität in Hagen eine wesentliche Parallele. „Ich möchte in beiden Gebieten das Beste aus mir herausholen.“ Das gelingt ihr seit der Schulzeit. Mit 17 Jahren kam Linda Glawe über das Akademiestudium an die FernUniversität. Nach dem Abitur fand sie in der Volkswirtschaftslehre schnell Input und Instrumente für ihr Herzensthema, das sie bis heute nicht loslässt: Warum sind einige „Im jeweils anderen Bereich schöpfe ich neue Kraft und Inspiration.“ Länder so arm und andere so reich? Wachstumstheorien, Strukturwandel und Einkommensungleichheit waren daher schon in ihrem mit Auszeichnung bestandenen Bachelor- und Masterstudium der Wirtschaftswissenschaft Schwerpunkte. Parallel dazu trainierte sie in ihrer Ausbildung zur Bühnentänzerin und Tanzpädagogin an der Berufsfachschule für Bühnentanz in Düsseldorf mehrere Stunden täglich. Als Ausgleich zur Universitätsarbeit tanzt und unterrichtet sie auch jetzt noch regelmäßig in der NRW-Landeshauptstadt. „Ohne die FernUniversität wäre diese Zweigleisigkeit nicht möglich. Das Konzept passt für mich perfekt“, sagt Linda Glawe. Linda Glawe Seit vergangenem Jahr ist sie Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Volkswirtschaft, insb. Makroökonomie von Prof. Dr. Helmut Wagner sowie am neu gegründeten Forschungszentrum für volkswirtschaftliche Studien zu Ostasien. In ihrer Promotion greift sie das Konzept der „middle income trap“ mit Blick auf Asien auf. „Es geht um die Frage, warum viele Länder nach einer langen Zeit des raschen Wirtschaftswachstums schnell den Status eines Landes des mittleren Einkommens erreichen. Aber dann scheitern sie daran, diesen Einkommensbereich zu überwinden und zu den hochentwickelten Ländern aufzuschließen“, erklärt Linda Glawe. „Dieses Phänomen wird als ‚middleincome trap‘ bezeichnet.“ Wichtiger Bestandteil ihres Promotionsprojekts zur Prognose des Wachstums der Länder des mittleren Einkommens wird die Entwicklung eines Wachstumsmodells der chinesischen Wirtschaft sein. „Auf dieser Basis möchte ich langfristige Strategien für die chinesische Wirtschaft aufzeigen“, umreißt sie ihr Thema. In ihrer knappen Freizeit hat Linda Glawe begonnen, Chinesisch zu lernen. „Es reizt mich, die Sprache zu können“, sagt die Wissenschaftlerin. „Einige interessante Publikationen sind derzeit nur in Chinesisch erhältlich.“ Beim Ballett schöpft FernUni- Doktorandin Linda Glawe neue Kraft für die Wissenschaft. Foto: FUNKE Foto Services, Kai Kitschenberg International stark nachgefragte Paper Gemeinsam mit ihrem Doktorvater Prof. Helmut Wagner hat sie in den vergangenen Monaten drei Artikel zu ihrem Forschungsthema verfasst, die international auf großes Interesse gestoßen sind. Die erste Arbeit wurde vom Hausjournal der Association for Comparative Economic Studies, einem renommierten amerikanischen Fachjournal, umgehend im Dezember 2016 veröffentlicht. Das zweite Paper „China in the Middle Income Trap“ ist wie das erste derzeit ein weltweit stark nachgefragtes Paper auf renommierten Forschungsportalen. Bei einer Konferenz mit internationalen Experten im japanischen Kobe hatte Linda Glawe im Dezember Gelegenheit, Paper und Promotion vorzustellen. Im Mai hat sie nun beim Gründungsworkshop des „Center for East Asian Macroeconomic Research“ (CE- AMeS) den dritten Artikel “A Stylized Model of China’s Growth Since 1978“ präsentiert. Wertvolle Erfahrungen, um Kontakte für die weitere Wissenschaftskarriere zu knüpfen und sich zu vernetzen. Denn für Linda Glawe steht längst fest, dass sie nach dem Abschluss ihrer Promotion weiter forschen will. Während sie mit 24 Jahren in der Wissenschaft noch jung ist, rückt als Tänzerin in einigen Jahren das Karriereende bereits näher. Dennoch will sie als freiberufliche Tänzerin weiterhin in ausgewählten Projekten auf der Bühne stehen und als Tanzpädagogin in Choreografie und Nachwuchsförderung mitwirken. Denn die Zweigleisigkeit ist für Linda Glawe ein Geheimnis ihres Erfolgs: „Im jeweils anderen Bereich schöpfe ich neue Kraft und Inspiration.“ can Prof. Halang im Ruhestand Auf dem „Zenit der Freiheit“ „Sie sind also auf dem ‚Zenit der Freiheit‘ angekommen!“ Dieser Erkenntnis von Prof. Dr. Ada Pellert wollte Prof. Dr. Dr. Wolfgang A. Halang keineswegs widersprechen, als die Rektorin der FernUniversität in Hagen ihm die Urkunde zur Verabschiedung aus dem aktiven Dienst überreichte. Der Leiter des Lehrgebiets Informationstechnik in der Fakultät für Mathematik und Informatik war sich der grundsätzlichen beruflichen Freiheiten von Professorinnen und Professoren immer bewusst. Und ebenso der Tatsache, dass das Fernstudiensystem der Hagener Universität ihren Lehrenden noch ein wenig zusätzliche Flexibilität gewährt. Prof. Wolfgang Halang (Mitte) wurde von Rektorin Prof. Ada Pellert und Dekan Prof. Jörg Desel verabschiedet. (Foto: FernUniversität, Pressestelle) Im Ruhestand könnte sich Prof. Halang eigentlich ganz seinen Hobbys widmen. Das wird er aber nicht. Wolfgang Halang wird auch weiter auf dem Campus sein, wenn auch unregelmäßig. Er ist Vorsitzender von zwei Promotionskommissionen und betreut selbst noch mehrere Promotionsvorhaben. Zudem müssen Bücher geschrieben werden. Schon kurz nach dem Beginn des Ruhestandes standen ein Doktorandenseminar und eine Reise nach China auf dem Terminkalender, wo sein Lehrstuhl in einer Alexander-von-Humboldt-Institutspartnerschaft mit dem College of Science and Engineering der City University of Hong Kong zusammenarbeitete: „In China muss ein neuer wissenschaftlicher Kontakt gepflegt werden, zudem treffe ich fünf ‚Doktortöchter‘ wieder.“ So nennt Halang Nachwuchswissenschaftlerinnen, die er – wie auch zahlreiche Männer – als Doktorvater betreut hat. Mittlerweile wurde er zum Gastprofessor an der Chinesisch-Deutschen Technischen Fakultät der Qingdao University of Science and Technology berufen. Der Experte für IT-Sicherheit kam 1992 zur FernUniversität. Hier beschäftigte er sich schwerpunktmäßig mit im Echtzeitbetrieb arbeitenden eingebetteten Automatisierungssystemen, also mit Digitalrechnern, und entwickelte in diesem Zusammenhang großes Interesse für sicherheitsgerichtete elektronische Systeme und für IT- Sicherheit. Die Erfolge seiner Arbeit dokumentieren mehrere Patente. Zu den weniger schönen Erinnerungen gehört, dass der Fachbereich Elektrotechnik und Informationstechnik seine Selbstständigkeit verlor und mit der Mathematik und der Informatik zu einer neuen schlagkräftigen Einheit, der Fakultät für Mathematik und Informatik, zusammengelegt werden musste. Letzter Dekan des Fachbereichs war Halang. Bis zu seinem Ruhestand war er Prodekan der Fakultät. Halang wurde in Mathematik und in Informatik promoviert. Er arbeitete in der Industrie und war vor seinem Ruf nach Hagen Inhaber eines Lehrstuhls für Informationstechnik an der Reichsuniversität Groningen. In Rom und Maribor war er Gastprofessor. Da