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Inhaltsverzeichnis

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Chronik der Ambracoori-Kriege

Hohenbergen Orga

von Frank Reinhold

aus der Sicht von Asmodan Flammenrock

17. November 2011

Vorwort 3

Loranorsche Frühgeschichte 4

Die zwölf höheren Mächte . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4

Mächteverschiebung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 5

Der Wandel Gwendolyns . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6

Der erste Ambracoori-Krieg 8

Herolans Tod . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 8

Gwendolyns Fall . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9

Die Rache der Wächterin . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9

Der zweite Ambracoori-Krieg 11

Der Bruch des Paktes . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 11

Lara Elea Visarions Magisterprüfung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 11

Die Rückkehr des Abendsturms . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 12

Der Beginn der Ambracoorischmieden . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 12

Die ersten Kämpfe gegen die Schatten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13

Der Vormarsch gen Niewinter . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13

Mein Kriegseintritt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 14

Die Entleibung Cassandra Wolkenhöhes . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 14

Die lange Wacht über Gut Niewinter . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 15

Die Rückkehr Karn’Bal’Thors . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 17

Der Silberne Bann . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 19

Hammerhands Rückkehr . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20

Der Fall Fenuenwachts . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 21

Yavienns Ritterschlag . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 21

Vorbereitung auf die finale Konfrontation . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 23

Der Sturm auf Gut Niewinter . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 24

Die Zeit nach Gwendolyns Rückkehr . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 27

Der Beginn der Teilung des Ordo . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 27

1


Das Stern-Schisma . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 28

Die Gründung der Kinder des Abendroten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 29

Hammerhands Fall . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30

Sonnstedts Schlag gegen Hohenberg . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 31

Der Krieg um Immernacht 32

Der Sternenthron . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 32

Die Wiederentdeckung Immernachts . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 34

Balthusius Tod . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 35

Das erste Ende des Bürgerkrieges . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 35

Entdeckung Amhalls . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 36

Die Eroberung Culdaars . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 38

Das Ableben Casparek Flammenrocks . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 38

Der Tag des langen Marsches . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 39

Der Kampf um Cumaroth 41

Die Eroberung des Eberwaldes . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 41

Gwendolyns Menschwerdung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 42

Silberglanz im Morgenrot . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 44

Archedeans Halle . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 44

Die Schlacht um Ort Elestra . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 46

2


Vorwort

Wir schreiben heute den erste Tag des Dezembermondes des Jahres 128 nach Gründung

des Ordo Stellae Aenae, 1288 nach der Besiedelung Loranors und ich befinde mich auf

der Rückreise von Ort Alethra gen Cumaroth, während ich diese letzten Zeilen meines

Buches verfasse.

Über die Jahre des Krieges hinweg habe ich gelernt, dass es im Krieg gegen eine Zauberin

nichts wichtigeres gibt, als ihren Gedanken folgen zu können, oder gar einen Schritt voraus

zu sein.

Auch wenn es mir nicht gelingt, all meine Gedanken in Worte zu formen, so habe ich

dennoch versucht, die Geschehnisse der letzten Jahre zusammen zu tragen, um einem

jeden, der sein Schwert heute noch gegen unsere Feinde erhebt, den Blick auf das Ganze

zu ermöglichen.

So beschäftigt sich der erste Teil dieses Buches, der den Namen “Loranorsche Frühgeschichte”

trägt, mit den Beschaffenheiten unserer Welt, wie sie sich uns heute offenbaren

und klärt die Fragen über den Anspruch der höheren Mächte, sowie den Dualistischen

Aufbau unseres Pantheons und die Auswirkungen des Aufstiegs Karn’Bal’Thors

und Shar’Mal’Chiars. Dieses erste Kapitel kann als grundlegend für das Verständnis der

jetzigen Geschehnisse betrachtet werden. Es empfiehlt sich dazu auch eingehend die Chroniken

der Sonne zu studieren, auch wenn dem romantisiert-theologischen Gedankengut des

Autors nicht blindlings Glauben geschenkt werden darf.

Im zweiten Kapitel beschäftigen wir uns mit der Frage nach dem Beginn des Krieges,

dessen Wurzeln bereits über drei Generationen zurück liegen. Wir erhalten Einblick in

die Geschehnisse, die Gwendolyn in den Wahn getrieben und schließlich zu ihrem Fall an

Ambracoor geführt haben.

Daraufhin werden wir etwa 120 Jahresläufe in unsere nahe Vergangenheit springen und

uns vor Augen führen, was der Grund für den Bruch des Paktes zwischen Ambracoor und

Gwendolyn gewesen ist, infolgedessen ihre Seele zurück in unsere Welt gelangt ist. Mit

den Geschehnissen auf der Academia Ciranae beginnt nach heutiger Geschichtsschreibung

der zweite Ambracoorikrieg, den wir bis zu diesem Tage noch erbittert führen.

Das Kapitel wird mit der Erstürmung des Gutes Niewinter, der vollständigen Wiederkehr

der Wächterin Shar’Mal’Chiars in unsere Welt und ihrem Erneuten Fall an Ambracoor

zum Ende gebracht, und wir wenden uns im darauf folgenden Kapitel dem Krieg um

Immernacht zu, dessen Hauptaugenmerk auf dem Erstreiten des Sternenthrons liegt.

Die jüngste Geschichte befasst sich schließlich mit der Eroberung Cumaroths und dem

Streit um die Göttergunstkrone, welches das vorerst letzte Kapitel dieser Chronik darstellt.

3


Loranorsche Frühgeschichte

Um den Blick durch den Schleier der Geschehnisse werfen zu können, ist es notwendig die

Zusammenhänge unseres Pantheons zu ergründen. Dieses erste Kapitel soll das Dualistische

Prinzip unserer Welt darlegen und eine Interpretation für das Verhalten Gwendolyns

in den letzten 120 Jahren geben.

Grundlegend unterscheiden wir zwischen zwölf höheren Mächten, die wir im Volksmund in

drei Kategorien aufteilen: Die Götter des Tagespantheons, die Götter des Nachtpantheons

und die Daimonen.

Weiter folgt unsere Welt einem Dualistischen Prinzip, in dem jedem Gott ein Daimon

diametral gegenübergestellt ist und wir können uns mittlerweile sicher sein, dass die Aufteilung

der höheren Mächte zum Anbeginn unserer Zeit folgendermaßen ausgesehen haben

muss:

Die zwölf höheren Mächte

Sorael Ambracoor

Armathar Karn’Bal’Thor

Alaya Zyriss’Nal’Khor

Caladia Shar’Mal’Chiar

Die Göttin des Todes Die Rote Kaiserin

Der Gott des List Eine unbekannte Entität

Im Folgenden möchte ich einige Worte über diese zwölf höheren Mächte verlieren, bevor

wir uns mit dem Wandel des Pantheons im Laufe der Zeit beschäftigen wollen.

Sorael Der Gott der Wahrheit, sein Sinnbild die Sonne. Er wacht über die Ordnung der

Welt und wir schreiben ihm heute die Gildenmagie als seiner Aspekte zu (siehe dazu auch

die Arbeit von Magister Magnus Emmerich Falkenstein).

Armathar Die Göttin der Reinheit und des Heldenmutes. Sie wurde in früheren Tagen

vor allem von den alten Völkern angebetet, darunter sowohl die Zwerge, als auch

die Orken. Unter den Menschen ist seit unserer Geschichtsschreibung, die mit der Unabhängigkeit

Hohenbergens beginnt, keine hohenbergsche Seele bekannt, die von ihr zur

Priesterschaft berufen wurde, was die Frage aufkommen lässt, ob wir ihren Glauben fehlinterpretieren,

oder sie sich unserem Volke ganz verweigert.

Alaya Die Göttin der Gnade. Sie wird als die mildeste der höheren Mächte bezeichnet,

doch dieses Bild wird durch den Fluch, den sie über die Blutlinie Tolbins gesprochen

hat, etwas verzerrt. Zahlreiche Nachfahren ihres Blutes sind ein Hinweis dafür, dass sie

danach strebt, direkt in das Geschehen der Welt einzugreifen. Kelborans Söhne sind nur

ein Beispiel dafür.

4


Caladia Wohl die Göttin der reinen Magie. Wenig ist über diese Macht bekannt, die

mittlerweile wohl vollständig aus der Welt getilgt wurde. Vielleicht bergen die Aufzeichnungen

der Familie Turmwacht noch einige Geheimnisse.

Die Göttin des Todes Heute fehlt uns selbst der kleinste Funke an Information, diese

Göttin betreffend. Sogar ihr Name ist in Vergessenheit geraten.

Der Gott der List Auch hier wissen wir nur wenig mehr, denn die Verschwörung der

Wächter Soraels und Shar’Mal’ Chiars, ihn zu Fall zu bringen. Doch dazu später mehr.

Ambracoor Feuer und Stahl sind ihm Untertan, Rache ist der Ausschlaggebende Aspekt,

mit dem er versucht, sich der Seelen der Menschen zu bemächtigen.

Karn’Bal’Thor Der Herr der Schlacht. Ehre und Stärke sind seine Aspekte. Er ist

Sinnbild für die Macht des Stärkeren und den Zweikampf zur Sinnfindung.

Zyriss’Nal’Khor Der Herr der Jagd, des Hetzens und des Eises. Bisher wissen wir nur

wenig über ihn, außer, dass er sich der Orken bemächtigt hat und bei den Bess’nor unter

einem anderen Namen bekannt ist.

Shar’Mal’Chiar Die Macht der Gefühle ist ihre Art, in die Welt einzugreifen. Gleich

ob Liebe, Hass oder Verbitterung, Lust, Verlangen oder Seelenschmerz, sie ist Herrin über

derart Dinge. Die hexische Magie, die auf Gefühlen beruht, wird ihr zugeschrieben.

Die Rote Kaiserin Gilt seid dem Sieg auf Immereis als besiegt. Sie ist Herrin über

das Unleben und Bringerin des Untodes. Ihr wirken auf Hohenbergen konnte von uns

verhindert werden, als wir Hammerhand den Tod brachten.

Eine unbekannte Entität Der Logik nach müsste es noch einen sechsten Daimon

geben, der bisher aber nicht in Erscheinung getreten ist. Auch gibt es keinerlei Aufzeichnungen

über seine Aspekte oder Eingriffe in die Welt.

Mächteverschiebung

Wollen wir zu Beginn dieses Kapitels kurz die heute auf unsere Welt wirkenden Mächte

diametral gegenüberstellen und uns danach damit auseinander setzen, wie es zu diesem

Wandel gekommen ist.

5


Sorael Ambracoor

Armathar

Alaya Zyriss’Nal’Khor

Shar’Mal’Chiar

Die Göttin des Todes Die Rote Kaiserin

Karn’Bal’Thor Eine unbekannte Entität

Zuerst sei gesagt, dass wir nur wenig über die Gottwerdung Shar’Mal’Chiars wissen, wohl

aber, dass sie Caladia geknechtet und all ihre Einflüsse aus dieser Welt gebannt hat,

ihren Namen in Vergessenheit geraten ließ und lediglich eine sterbliche Blutlinie ihr noch

Ehrerbietung dargebracht hat: die Familie Turmwacht.

Mit den Geschehnissen der letzten Jahre müssen wir nun davon ausgehen, dass Caladia

für unsere Welt für immer verloren ist.

Über die Dualität der Göttin des Todes und der Roten Kaiserin ist wohl noch weniger

bekannt. Ob und wie sie diese beiden Wesenheiten noch unterscheiden oder berühren,

mag wohl bei Zeiten Forschungsinhalt einiger Generationen werden.

Weitaus mehr wissen wir über die Gottwerdung Karn’Bal’Thors. Dazu ist jedoch ein

kurzer Exkurs über die Beschaffenheit der menschlichen Seele nötig.

Um Verständnislücken zu schließen, sei im Folgenden mit menschlich immer hohenbergsch

gemeint.

Wir gehen heute davon aus, dass die Menschen das Auserwählte Volk der Götter sind,

die ihnen ihre Aspekte buchstäblich in die Seele gebrannt haben. Die sechs Aspekte der

Mächte, die sich im Pantheon des Göttlichen befinden, nehmen in einer Art und Weise

Einfluss auf unser Leben, wie es bei keiner anderen sterblichen Art üblich ist.

So vereinen wir ihre Aspekte in uns, die einen stärker, die anderen weniger stark.

Die Chroniken der Sonne, sowie die Chroniken der schwarzen Sonne beschreiben die

Gottwerdung des Drachen in ähnlicher Art und Weise. Aurelian Greifenschlag, der die

Menschen liebt, erkennt die Gefahren, die auf Hohenbergen zukommen, und beschließt

zusammen mit Gwendolyn Niewinter, dass Lug und Trug der Menschen Untergang sein

werden.

Stärke und Mut, sowie der unerbittliche Drang danach, Kämpfen zu wollen aber, würde

das Volk vor dem kommenden Untergang bewahren. Armathar stellt sich ihnen in den

Weg und doch gelingt es mit Shar’Mal’Chiars Hilfe, den Gott der List zu schlagen und

Karn’Bal’Thor ins Himmelreich aufsteigen zu lassen. Seit diesem Tag fühlen wir uns dem

Kampf und der Schlacht deutlich näher, als zuvor und erkennen die Notwendigkeit des

Blutvergießens an.

Ob Aurelian uns auf den Krieg gegen die Wenden, gegen Gwendolyn oder gegen die Orken

vorbereiten wollte, ist jedoch nicht bekannt.

Der Wandel Gwendolyns

Lange galten uns die folgenden Worte als die erste Berufung Gwedolyns zur Wächterin:

6


“Du Gwendolyn bist mein! Meine Wächterin von Anbeginn der Zeit bis zum Ende aller

Tage. Du sollst wachen über Magie und Liebe! Du sollst wachen über die Fäden der

Zauberei und die Herzen derer, die auf diesem Lande wandeln!

Denn wisse: Viel Leid hält ihr Schicksal bereit: Trauer, Verzweiflung und Tod! Und alles

haben sie, ihren Weg zu meistern: Stärke, Ehre und Tapferkeit! Doch ihre Herzen

verschließen sie allzu leicht!

So wird es deine Aufgabe sein, sie zu lehren und zu beschirmen im Namen deiner Herrin,

im Namen Shar’Mal’Chiars. Doch verbirg dich und das Wissen um deine Existenz gut,

denn die Boten der Hölle werden stets bestrebt sein, dir Steine in den Weg zu legen. Und

hast du dich erst einmal offenbart, so werden stets nach deiner Seele trachten.

Denn Du Gwendolyn bist mein! Meine Wächterin von Anbeginn der Zeit bis zum Ende

aller Tage.”

Heute sind wir uns dessen bewusst, dass es sich hierbei um einen Teil der Verschwörung

Shar’Mal’Chiars handelt. Auch wenn sie den Platz Caladias eingenommen hatte, so war

sie durch das Weltengesetz daran gebunden, ihre Wächterin zu ihrer eigenen zu machen.

Wohl mit ein Grund dafür, das Balthazar Sternenklinge die Daimonin Shar’Mal’Chiars,

die Mutter der Rouan’Chiar erschlagen konnte, denn alle Macht war bereits von ihr genommen.

Diese Tatsache macht Gwendolyn wohl zur tragischsten aller Figuren in unserer Geschichte.

Als Wächterin Caladias waren ihr die Aspekte der Liebe und der Vernunft gleichermaßen

in die Seele gebrannt. Als Shar’Mal’Chiar den Thron Caladias besteigt und sie

zu ihrer Wächterin beruft, kollidiert ihr früheres Sein mit den Aspekten der Daimonin.

Gefühle überschlagen sich, steigern sich ins unermessliche, bar jeder Vernunft und ohne

jegliche Kontrolle.

Es kommt zur schicksalsreichsten Begebenheit in unserer Geschichte: Sie verliebt sich in

einen sterblichen und bricht damit nicht nur das Gesetz der Vernunft, sondern auch das

Gesetz der Welt, in dem sie sich als von göttlichem Blut mit einem sterblichen - Yavienn

Abendsturm - einlässt. Dieser Zeitpunkt kann heute definitiv als der erste Auslöser des

Krieges gesehen werden und hier wollen wir den Exkurs über die Frühgeschichte Loranors

beenden.

7


Der erste Ambracoori-Krieg

Um die Handlungen Gwendolyn Niewinters in unserer Zeit zu verstehen, ist es notwendig

den Blick in die Vergangenheit schweifen zu lassen und auf die Erkenntnisse zurückzublicken,

die wir über unsere Vergangenheit gewonnen haben.

Die nachfolgenden Seiten fassen die Geschehnisse um die Jahre nach der Ordensgründung

dar, wie ich sie aus den Chroniken von Arius Ohnestecken, den Aufzeichnungen der Academia

Ciranae und des Ordo Stellae Aenae, sowie meinen eigenen Erlebnissen rekapitulieren

konnte.

Dabei erhebe ich keinen Anspruch auf Vollständigkeit, wohl aber fügt sich die Geschichte

dessen, was wir heute sehen, nahtlos in das Bild, das ich in diesem Kapitel von unserer

Vergangenheit geben möchte.

Herolans Tod

Wir beginnen unsere Reise mit der Rückkehr Herolans des Helden aus dem Wendenland.

Die Reiter werden in den nächsten Jahren als Helden gefeiert und man beginnt, das

neu gegründete Herzogtum zu strukturieren. Vielen der Befreier wird die Grafenwürde in

den Landstrichen des Herzogtums zuteil und es herrscht für eine Zeit von etwa 5 Jahren

Frieden in unserem Land.

Nach einer Zeit des Friedens beginnen völlig überraschend die ersten Ambracoori-Angriffe

auf das nördliche Finnlorien. Zusammen mit seinen Reitern hilft Herolan bei der Verteidigung

der Academia Ciranae, die Hauptziel der Angriffe ist. Im Zuge dieser Kämpfe

gründen sechs Männer und Frauen den Ordo Stellae Aenae, um der neuen Bedrohung Herr

werden zu können. Balthusius Hammerhand stirbt noch einen Tag vor der Gründung des

Ordo, wird aber dennoch als einer der Gründer mitgeführt.

Aurelian Greifenschlag glaubt das Herz der Bedrohung im Gräbermoor ausmachen zu

können und bittet Herolan mit seinen Mannen dorthin zu ziehen, während der Ordo die

Verteidigung Nordfinnloriens übernimmt.

Noch bevor es den Reitern gelingt, das Gräbermoor nach dem Erschaffer der Chimären

zu durchforsten, geraten sie in einen Hinterhalt, der dazu gedacht ist, Herolan das Leben

zu rauben.

Seine Reiter merken, dass sie dem Angriff nicht Herr werden können und dem Zauberer

Paladaer Schlangenstab gelingt das Meisterstück seiner Magierkarriere: Er wirft einen

Zauber auf die Reiter, die den Angriff überlebt haben und verschleiert ihr Leben vor allen

höheren Mächten. Sie fristen ein Dasein im Schlaf und das Moor wird ihr neues Zuhause.

Dem Gesetz der Welt gegenüber gelten sie als Tod und der Blick der Götter, wie der der

Daimonen ist vom Gräbermoor genommen.

In die Geschichte gehen sie als die Helden vergangener Tage ein, die im Gräbermoor nach

ihrer letzten großen Tat alle den Tod gefunden haben.

Tatsächlich überlebt Herolan, von Armathar gesegnet, das Attentat des Wächters der

List, wird von diesem jedoch im Laufe der Kämpfe vergiftet.

8


Herolan zieht sich angeschlagen nach Goldenkron zurück, wo er von einem Ork namens

Kerbarak Stahlstirn zum Kampf um das Erbe des Wächters Armathars gefordert wird.

Die Rache des Listigen findet ihre Erfüllung in dem Moment, als Herolan, vom Gifte

angeschlagen, dem Orken unterliegt und auf Goldenkron den Tod findet.

Wir müssen heute annehmen, dass die Gunst Armathars an diesem Tag durch die List

des Wächters des entthronten Gottes, an die Orken übergegangen ist.

Gwendolyns Fall

Gwendolyn Niewinter, die Yavienn in Liebe zugetragen ist, trifft die Kunde von seinem

Tod schwer. Durch die Beschaffenheit ihrer Seele geht sie in den Gefühlen ihrer Trauer

weit mehr auf, als ein Sterblicher. Im Laufe der Zeit versucht sie, den Tod ihres Geliebten

zu verstehen, findet jedoch nie einen Beweis für sein Ableben und führt ein Leben in

Ungewissheit.

Nach Tagen der Trauer und des Krieges akzeptiert sie den Tod des Herolansreiters. Trauer

wird zu Pein, Pein zu Wut und schließlich Wut zu Hass, dem sie sich auf Grund ihrer

Shar’Mal’Chiar behafteten Seele nicht erwehren kann.

Während der letzten Tage des ersten Ambracoori-Krieges, den der neu gegründete Orden

vom Stählernen Stern gerade für sich entscheidet, verändert sie sich immer mehr, sodass

selbst ihre engsten Freunde und Vertrauten sie nicht mehr wieder erkennen.

Aufgrund von Banalitäten wird sie von Bartlenhaus des Ordo verwiesen und in ihr Gut

verbannt. Sie zieht sich zusammen mit ihrer einzigen verbliebenen Freundin und gleichsam

ihrer Schülerin Cassandra Wolkenhöhe zurück und beginnt ein Leben in Abgeschiedenheit

zu führen.

In dieser Zeit entstehen die Tagebucheinträge, die uns über weite Strecken einen Einblick

in ihre Gefühlswelt geben und den Wandel der Wächterin aus erster Hand beschreiben.

Ambracoor sieht die Gelegenheit, die sich ihm bietet, die Welt in entscheidender Art und

Weise zu verändern. Gelingt es ihm, eine der göttliche Wächterfiguren in seinen Bann zu

ziehen, würde seine Macht im Spiel um das Schicksal der Welt erheblich zunehmen.

Er sieht ihren angreifbaren Punkt und ergreift die Gelegenheit beim Schopf, unterbreitet

ihr das Angebot, die Welt Teil an ihrem Verlust haben zu lassen. Ihr Geist, verblendet von

Wut und Trauer, beginnt die Welt für den Tod ihres Geliebten verantwortlich zu machen

und erliegt den Einflüsterungen des Daimons und schließt den Bund mit den Höllen. Preis

für den Beistand des Daimons ist dabei nicht nur ihre eigene Seele, sondern auch das Kind,

das sie unter ihrem Herzen trägt.

Die Rache der Wächterin

Gwendolyns Macht steigt durch den Pakt ins unermessliche. Noch während des ersten

Ambracoori-Krieges und der vollständigen Vernichtung der Horde der Finsternis macht

sie sich daran, eine Armee von Schlächterschatten um sich zu scharen, wie sie die Welt

zuvor noch nicht gekannt hat.

9


Als ihr nach einiger Zeit bewusst wird, dass sie mit der Schaffung der Ambracoori auf

die herkömmliche Art und Weise niemals die von ihr gewünschte Rache über das Land

bringen könnte, beschließt sie, sich einen Schritt weiter in Richtung des Göttlichen, des

Schaffens zu wenden.

Durch ihre Forschungen an Rosen und ihrer Katze gelingt ihr eines Tages der entscheidende

Durchbruch, als sie mit der Hilfe zweier starker Seelen, darunter Cassandra Wolkenhöhe,

ihre Schülerin und treue Freundin, die selbst Heldin des ersten Ambracoori-

Krieges ist, sowie Leander, ein Weißes Schwert Alayas, der es sich zur Aufgabe gemacht

hatte, der gepeinigten Seele der Wächterin Trost zu spenden, die erste Generation von

Ambracoori erschafft, die die Fähigkeit besitzen, sich auf menschliche Art fortzupflanzen.

Der im erliegen inbegriffene Krieg erfährt dadurch jedoch keinen neuen Aufschwung, denn

in ihrem Streben nach Rache verfällt Gwendolyn im Laufe dieser Zeit in einen Wahn, den

selbst der Daimon Ambracoor nicht vorhergesehen hatte. Das Erbe Caladias, durchdrungen

von Shar’Mal’Chiars Potenzierung ihrer Gefühle, getrieben vom Pakt mit dem Herrn

der Rache, treibt die Magistra immer weiter voran, bis sie schließlich dem Größenwahn

verfällt, und in einem gewaltigen letzten Experiment, die Sphären zerreißt und unwiederbringlich

beschädigt.

Ihre Seele fährt auf Grund des Paktes in Ambracoors Hölle, ihr Leib wird entrückt. Von

ihr selbst bleibt keine Spur zurück. Gwendolyns Schicksal kommt zu dieser Zeit nicht ans

Licht. Lediglich Alena Silberhaar erkennt ihren Tod durch das Allsehende Auge und sie

geht als Heldin des Ersten Ambracoori-Krieges, die am Tode Yavienns zerbrach, in die

Geschichte unseres Landes ein.

Cassandra und Leander überleben den Krieg. Nur noch ein Schatten ihrer selbst ziehen

sie sich vom Drang nach Überleben getrieben mit ihren Sprösslingen in die Wälder zurück

und versuchen, ihre neu gewonnene Unsterblichkeit zu ergründen. Sie führen ein Leben in

Einsamkeit und von Vieh, stets darum bedacht ihre Art und ihre Kinder zu schützen. Die

Ambracoori gelten als vollständig vernichtet. Die Kenntnis um die Schaffung der Chimären

wird in der Academia Ciranae verschlossen und als verbotenes Wissen eingestuft.

Hohenbergen lebt etwas mehr als drei Generationen in Frieden und Wohlstand.

10


Der zweite Ambracoori-Krieg

Unsere Geschichtsschreibung spricht von den, den Ereignissen des ersten Ambracoori-

Krieges folgenden Jahren, als die ersten Jahre des Friedens und des Wohlstandes, den

unser Volk erleben durfte. Losgelöst vom Joch der Wenden und ohne die Schrecknisse der

Schatten fürchten zu müssen, floriert unser Land und wächst zu einem Gebiet heran, in

dem man gerne und ohne Unbehagen sein Dasein fristet.

Man verlernt das Kämpfen, die grundlegenden Ideen der Rebellion, die Herolan seinem

Volk vermacht hat, wandeln sich im Lauf der Jahre zu Bequemlichkeit und Akzeptanz.

Neue Machtgefilde entstehen und der Adel wächst auch in Hohenbergen erneut heran.

Dem Orden vom Stählernen Stern tritt man dieser Tage bei, um vom Ruhm vergangener

Tage zu profitieren. Ohne äußere Bedrohung verdirbt das Land und ist den Launen des

Schicksals schutzlos ausgeliefert. Der Glaube an Karn’Bal’Thor gerät in Vergessenheit,

Aurelians Idee, gleichsam wie Herolans Traum findet seinen Weg aus den Herzen der

Menschen auf die Seiten unserer Bücher.

Der Bruch des Paktes

Einige Jahre bevor der Krieg gegen Gwendolyn erneut entbrennt, beginnt der Lauf des

Schicksals, dem sich niemand zu widersetzen vermag.

Durch eine Zufall werden die vermeintlichen Leichen Andarion Flinkstiefels und Yavienn

Abendsturms aus dem Gräbermoor geborgen. Der Zauber Paladaer Schlangenstabs, der

seiner Zeit weit voraus war, und die Existenz der beiden Herolansreiter selbst vor den

Augen der höheren Mächte über einhundert Jahre verborgen halten konnte, fällt von

ihnen ab und sie treten ins Leben zurück.

Die Bindung an die Gesetze der Welt zwingt Ambracoor dazu, den zwischen Gwendolyn

und ihm geschlossenen Pakt für ungültig zu erklären. Grundlage des Paktes war der

Tod Yavienns, den die Wächterin, von ihren Rachegelüsten getrieben, mit Loranor teilen

wollte. Als Yavienn wieder unter den Lebenden weilt, entreißt es dem Pakt die Grundlage

und Ambracoor verliert die Kontrolle über die Seele Gwendolyns.

Der Lauf der Welt zwingt ihn dazu, ihr die Entscheidung, sich ihm zu unterwerfen, erneut

abzuverlangen. Schließt sie sich Ambracoor an, obwohl Yavienn unter den Lebenden weilt,

so wäre der Seelenpakt wieder gültig.

Da ihr Körper jedoch zwischen den Sphären gefangen ist, wartet der Herr der Rache einen

günstigen Moment ab, den Wirt für die Seele und den Astralleib der Wächterin zu finden.

Lara Elea Visarions Magisterprüfung

Etwa zeitgleich treten die drei Adepten Ilcaron Perensen, Lara Elea Visarion und Thorben

Griffwind an der Academia Ciranae zur Magisterprüfung an.

Im Zuge der Prüfungen gelingt der Candidata eine formidable Invocation aus der Domäne

Ambracoor, was ihr die Bestnote während der Prüfung einbringt.

11


Ambracoor nutzt die Gelegenheit, die Seele Gwendolyns mit einem geeigneten Leib einer

geschulten und begabten Zauberin zu verbinden und trägt seinen Teil dazu bei, dass die

Invocation gelingt. Die Seele Laras wird entrückt und ward bis heute nicht mehr gefunden.

Hierbei mag es sich wohl um das erste Opfer des Krieges dieser Tage handeln.

Trotz der Bestnote verweigert man Lara Elea Visarion den Lehrstuhl an der Akademie,

was zum Eklat führt, als sie beginnt, in von ihr nie gekannter Art und Weise, sowohl das

Prüfungsgremium, als auch Ilcaron Perensen wild zu beschimpfen und ihnen Rache zu

schwören.

Man verweist sie der Akademie und beginnt im kleinen Kreise die Feierlichkeiten ob der

gelungenen Magisterprüfung Ilcaron Perensens.

Im Laufe dieser Festivitäten tritt Lara Elea Visarion erneut in Erscheinung, als sie Ilcaron

von einer Siechenkreatur heimsuchen lässt und sich mit Gewalt Zugang zur Akademie

verschafft.

Man schlägt die Zauberin zurück, bringt jedoch Ilcaron mit den Geschehnissen in Verbindung

und verweist ihn ebenfalls der Akademie, woraufhin er Aufnahme im Ordo Stellae

Aenae findet.

Lara verschwindet für einige Monde aus dem Blickfeld aller und gründet den Visarion-

Zirkel, der in den darauf folgenden Jahren das Land in einen verheerenden Krieg gegen

die Brut Ambracoors und schließlich in einen Bürgerkrieg stürzen wird.

Die Rückkehr des Abendsturms

Im Sommer des Jahres 122 nach Gründung des Ordo Stellae Aenae bricht Adepta Felicia

Fiodan mit einigen Getreuen ins Gräbermoor auf. Sie befindet sich eigentlich nur auf

der Durchreise, trifft am Ort des auf Herolan verübten Attentates jedoch auf die beiden

lebendigen Herolansreiter Andarion Flinkstiefel und Yavienn Abendsturm.

Anfangs feindet man sich an, jedoch lässt erst der Geist Paladaer Schlangenstab die

Situation eskalieren, als er die Gesandtschaft attackiert. Der Geist des Ordensgründers

wird vertrieben und man erbeutet den Schlangenstab, der im Laufe der nächsten Wochen

an Ilcaron Perensen übergeben wird.

Felicia bringt die beiden Herolansreiter und einstigen Mitglieder des Ordo zur Ordenshochburg,

wo ihnen anfangs zwar Misstrauen entgegen gebracht wird, man ihnen jedoch

den Wiederaufbau des dritten Alenars ans Herz legt.

Der Beginn der Ambracoorischmieden

Im Herbst 122 gelingt des den beiden Geschwistern und Schwarzkünstlern Gwynion Knochentänzer

und Gwyneth Hexenhaar, die Abschrift des Ritus zur Schaffung der Ambracoori

aus den verschlossenen Schränken der Akademie zu entwenden.

Trotz aller Bemühungen gelingt es den beiden, mit dem kostbaren Gut zu entkommen.

Sie schließen sich dem Visarion-Zirkel an und es wird sich im Laufe der Jahre herausstellen,

dass Lara Elea Visarion verantwortlich für die Tat war.

12


Im Auftrag der Magistra beginnen sie mit dem Bau der ersten Ambracoorischmieden unserer

Zeit, der Entführung von Menschen und der Entwicklung diverser Kontrollartefizien,

die die Horde Schlächterschatten im Zaum halten soll.

Die ersten Kämpfe gegen die Schatten

Nur wenige Wochen darauf werden die ersten Ambracoori im Besenborsttal gesichtet.

Dort hält die Druidin Alena Galara gerade eine Festlichkeit ab, zu der sowohl Andarion,

wie auch Kvalor Bashok und Felicia geladen sind.

Vor Ort versuchen die Schatten ein Artefakt mit dem Namen Spiegelscherbe in ihre Gewalt

zu bringen, welches ihnen die Fähigkeit verleihen soll, sich des Cassandra-Schlages, dem

Zauber, der Cassandra Wolkenhöhe zur Heldin des Ordo gemacht hat, zu erwehren.

Kvalor Bashok gelingt es, Gwynion Knochentänzer zu töten und das Artefakt in Sicherheit

zu bringen. Aufgrund seiner Bemühungen wird er von Andarion in den Ordo berufen und

führt von diesem Tag an die Axt, die er dem ersten der Schatten entwendet hat.

Der Vormarsch gen Niewinter

Über den Winter des Jahres 122 beauftragt die Academia Ciranae den Ordo Stellae Aenae

ein neues Zuhause für einen Zweig der Gildenmagier zu finden, da einige Streitigkeiten im

Kollegium, die ihre Wurzeln im Vorfall des Frühjahrs haben, zunehmend vertiefen und zu

eskalieren drohen.

Bereits in den ersten Tagen des Jahres 123 scheint ein geeignetes Objekt in der Finnlorschen

Hochebene gefunden - Gut Niewinter, welches ein örtlicher Vogt der Academia zum

Geschenk machen will.

Die Academia bittet den Ordo Stellae Aenae um Mithilfe und dieser schickt eine Abordnung

unter der Führung von Felicia gen Niewinter, darunter auch, Andarion Kvalor, sowie

der frisch rekrutierte Luthor Rabenschwinge. Bereits auf der Reise zum Gut gibt es die

ersten Feindkontakte mit Mitgliedern des Visaryon-Zirkels, bei denen eine junge Gardist

den Tod findet.

Es stellt sich heraus, dass über dem Gut ein gewaltiger Temporalcantus liegt. Während des

Aufenthalts erfährt man von den Bewohnern des Hauses, die seit Jahrzehnten durch den

Cantus beeinflusst ihr Leben auf dem Gut führen, die wahren Hintergründe Gwendolyns

Entrückung. Aus den Tagebucheinträgen der Magistra geht hervor, dass sich der Forschung

mit Ambracoori hingegeben hat. Das Mysterium um den Verbleib der Wächterin scheint

gelöst, als man auf den Sphärenriss aufmerksam wird.

Die Angriffe der Ambracoori auf das Gut nehmen überhand und wenige Stunden später ist

das Gut hart umkämpft. Andarion fällt in der finalen Konfrontation, Kvalor und Felicia

ordnen den Rest der Expedition, man gibt das Gut vorerst auf und zieht sich in die

Finnlorhochebene zurück.

Während der Wintertage werden rund um das Gut immer häufiger Ambracoori gesichtet,

die wie man in Erfahrung bringen kann, von Cassandra Wolkenhöhe angeführt werden.

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Wie wir Jahre später herausfinden, handelt es sich dabei lediglich um die fleischliche Hülle

der Zauberin, deren Seele und Astralleib in einem Ritus von Cirethea Schlangenhaar der

Ambracoorimutter bereits 20 Jahre zuvor entrissen wurde.

In den frühen Tagen des Märzes 123 verlässt Casparek Flammenrock, Lehrstuhlinhaber

für Kampfmagie, die Academia Ciranae, um sich dem Visaryon-Zirkel anzuschließen.

Etwa zeitgleich sendet der Rothenberg unter Simyara Esdharion und die Priesterschaft

des Klosters Sturmschwert unter Dracodan Flammenhand, bei dem es sich, wie wir später

herausfinden sollten, um Aurelian Greifenschlag handelt, Truppen gen Finnlor, um der

Bedrohung durch die Ambracoori und den Zirkel Herr werden zu können.

Mein Kriegseintritt

Der Beginn meiner eigenen Geschichte liegt im März des Jahres 123 nach Gründung des

Ordo Stellae Aenae. Nachdem mein Vater die Akademie verlassen hatte, um sich dem

Zirkel um Lara anzuschließen, sehe ich mich vor der Entscheidung, ihm zu folgen, oder

mich gegen ihn zu stellen.

In einem Brief gibt er mir seine Beweggründe zu verstehen und lässt mich wissen, dass

ich an seiner Seite willkommen bin, dem Land die Magokratie zu bringen. Ich entschließe

mich, meine Seele rein zu halten und breche nach meiner erfolgreichen Adeptenprüfung

auf, mich dem Ordo anzuschließen.

Eine Gesandtschaft des Stählernen Sterns unter Ritter Valadaer Weißrock trifft sich zu

dieser Zeit mit den Truppen Simyaras an einem entlegenen Ort in den Wäldern Finnloriens.

Gerade als ich zu dieser Abordnung dazu stoße, beginnt für mich der erste Kampf meines

Lebens, der mich ohne Zweifel geprägt hat und mir die Entscheidung, mich gegen meinen

eigenen Vater zu stellen, leichter gemacht hat.

Ein Spähtrupp Cassandras, bestehend aus einer handvoll Ambracoori, sowie einem Erstgeborenen,

scheitert bei dem Versuch, die Reichsrittfrau des Rothenberges zu töten.

Nach dem Kämpfen werde ich bei Valadaer vorstellig und trete dem Orden vom Stählernen

Stern bei.

Die Entleibung Cassandra Wolkenhöhes

Im Frühjahr des Jahres 123 brechen wir erneut gen Niewinter auf, um den Geschehnissen

vor Ort auf den Grund zu gehen. Ich reise im Gefolge von Simyara Esdharion, zusammen

mit dem neu gekürten Vogt von Niewinter, Baeromar vom Mirlorwald der Hauptstreitmacht

voraus.

Da sich die Kräfte unseres eigenen Landes noch nicht in der Lage sehen, der kommenden

Bedrohung Herr zu werden, erhalten wir durch befreundete Truppen aus den Dreilanden

Unterstützung, auf deren Hilfe wir jedoch nach diesem Entsatz verzichten mussten.

Wir nehmen das Haus in Augenschein und es gelingt uns, den Raum zum Officium der

Magistra zu öffnen, in dem sich der Ort ihrer Entrückung befindet. Die Tagebucheinträge

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der Zauberin schließen die Geschichte um ihren Fall und es scheint gewiss, dass sie ihre

eigene Schülerin Cassandra und das Weiße Schwert Leander bereitwillig Ambracoor

anheimfallen ließ.

Mit vereinten Kräften gelingt es uns, das Gut gegen den Sturm der Ambracoori zu halten.

Jedoch stellt sich heraus, dass für die Angriffe nicht etwa wie geglaubt der Visaryon-

Zirkel verantwortlich ist, sondern einzig Cassandra, die durch ihr gescheitertes Attentat

auf Simyara in die Ecke gedrängt, zum Gegenschlag ausholt.

Wir bringen in Erfahrung, dass sie im Besitz eines Einhorn-Hornes ist, finden aber nie

heraus, zu welchem Zweck sie das edle Tier getötet hat.

Als zu Cassandras Kindern auch noch der Visayon-Zirkel durch Casparek seine Angriffe

auf das Gut beginnt, scheint die Lage ausweglos und man sieht davon ab, der geschundenen

Seele der Heldin des Ordo den letzten Frieden zu bringen. In einem gewaltigen Ritus

zerschmettert Großmeister Fastillus den Leib der Chimäre und bringt ihr unweigerlich

den Tod. Ich glaube ihre Seele verloren, doch wie wir später herausfinden sollten, befand

sich diese zu jenem Zeitpunkt bereits nicht mehr in ihrem Leib.

Casparek gelingt es, das Gut mit einer Heerschar von mehr als einem Dutzend Ambracoori,

sowie einem chimäroiden Oger, das Gut zu umringen. In einem entbehrungsreichen Kampf

stirbt er durch meine eigene Hand und die Bemühungen Esayas vom Fels. Zum ersten Mal

seit über 120 Jahren ist das Gut wieder in unserem Besitz.

Zur gleichen Zeit führt Yavienn Abendsturm die Streitmacht des Ordo und des Rothenberges

in ein erbittertes Rückzugsgefecht, bei dem nur jeder fünfte Mann mit dem Leben

davon kommt.

Von Leander fehlt mittlerweile jede Spur, der einzige Hinweis auf sein Leben ist die Zahl

der Weißen Schwerter, welche traditionsgemäß acht ist, in unserer Zeit jedoch nur sieben.??Über

den Sommer des Jahres 123 kommt es zu keinen weiteren bewaffneten Auseinandersetzungen.

Der Tod Caspareks und die Niederlage bei Gut Niewinter, wie auch

der Streich Yavienns haben den Visaryon-Zirkel immens geschwächt und er sieht sich

vorerst nicht in der Lage, den Krieg in dieser Form weiterzuführen.

Zum Geburtstag der Reichsrittfrau Esdahrion gelingt es zum ersten mal, wirkliche Erkenntnisse

über das Labor Gwendolyn Niewinters zu erlangen. Die von einem Elben

versiegelte Tür wird geöffnet und wir verifizieren die Annahme, dass die Sphären um

Niewinter entrückt wurden.

Die lange Wacht über Gut Niewinter

Einige Monde gehen ins Land, bis sich die Streitkräfte des Ordo Stellae Aenae unter

Kvalor Bashok aufmachen, die Wacht über das umkämpfte Gut zu übernehmen.

Bereits in der ersten Nacht durchbricht Nathaniel Flammenhand die Sphären durch eine

gewaltige Beschwörung aus der Domäne Ambracoors. Nathaniel ruft die Carcharoth - aus

dem elbischen Entlehnt - zum ersten Mal in diesem Krieg in unsere Welt und wir sehen

uns angesichts der Gewalten, die sie uns entgegen zu setzen hat, zunächst nicht in der

Lage, der Kreatur Herr zu werden.??Ilcaron und Kvalor entscheiden sich dazu, das Gut

um jeden Preis zu halten. Unsere erste Vermutung, die Carcharoth sei Gwendolyn selbst,

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verwerfen wir noch in dieser schicksalshaften Nacht. Zu diesem Zeitpunkt wissen wir noch

nicht, dass Lara Elea Visaryon Ambracoors Wirt für Gwendolyns Seele ist.

Die Angriffe Nathaniels können abgeschlagen werden, doch als sich zur Heermeisterin auch

noch der Heermeister des Feindes, die Kriegsessenz, gesellt, stehen wir mit dem Rücken

zur Wand.

Unter der Leitung Felicias gelingt es allen anwesenden Zauberern, das Bannschwert Gwendolyns

zu bergen, welches uns als Abbild der einen Sigille dient, die die Carcharoth in

ihre Schranken verweisen kann.

Wie sich herausstellt, ging das Schwert aus Gwendolyns Besitz in Cassandras über. Nachdem

wir die Carcharoth mit Hilfe der Klinge in die Flucht geschlagen haben und Luthor

die Kriegsessenz zum ersten Mal im Zweikampf besiegt hat, nehme ich die Klinge an mich

und verwahre sie.? Die Kämpfe scheinen sich zu unseren Gunsten zu wenden, jedoch erreicht

uns bereits am dritten Tag unserer Wacht die schwerverletzte Simyara Esdharion,

welche uns die Kunde überbringt, dass sich eine Hundertschaft von Schlächterschatten

aus nördlicher Richtung dem Gut nähert.

Nach langen Diskussionen beugt sich der Stern der Order Ilcarons und gibt das Gut auf.

Der Visaryon-Zirkel erobert es ohne Gegenwehr am darauf folgenden Tag. Sichtungen

eines Drachens in Mirlorien werden als Gespinste der Bevölkerung abgetan. Wir gehen

der Sache erst viel zu spät auf den Grund.

Wenige Tage nach den Kämpfen um Gut Niewinter beginnt der Visaryon-Zirkel mit weiteren

Angriffen auf den Rothenberg. Die Burg kann zwar durch die Hilfe einiger Zwerge

aus dem Nagelwald, den Resten der Rothenberger Garde, sowie dem Ordo unter Führung

von Verador verteidigt werden, jedoch gelingt den Truppen des Feindes unter Nathaniel

Flammenhand der Durchbruch gen Sonnstedt. Tage später gibt es keine Spur mehr von

der Gruppierung um Nathaniel.

Zur gleichen Zeit brechen überall in Finnlorien Kämpfe aus. Einzelne Ambracoori sorgen

für Furcht unter der Bevölkerung. Wir beschäftigen uns den ganzen Winter über

mit nichts anderem, als Berichten über vereinzelte Sichtungen nachzugehen und kleine

Gruppierungen des Feindes zu jagen und zur Strecke zu bringen.

Es kristallisiert sich immer mehr heraus, dass die Truppen in Finnlorien von der Kriesgessenz

geführt werden, welche die Chimäroiden in die Lage versetzt, grundlegende taktische

Manöver anzuwenden. Lara und Nathaniel treten indes in Finnlorien nicht mehr auf.

Während wir blind Laras Ablenkungsmanöver für unseren Krieg halten, gelingt es der

Zauberin, sich des Sonnstedter Grafen zu bemächtigen, welchen sie nach und nach unter

ihren Bann zwingt.

Auf Grund der Vermutung, die Chimäroiden seien von sich aus nicht in der Lage, koordiniert

vor zu gehen, wagt der Ordo ein riskantes Manöver und stellt die Kriegsessenz erneut,

woraufhin im Frühling des Jahres 124 die Zahl der Angriffe auf Finnlorsche Siedlungen

sofort abnimmt.

In diesen Tagen fasse ich auf Grund dieses Erfolges die Entscheidung, die Forschung auf

dem Gebiet der Bekämpfung der Ambracoori zu meiner Aufgabe zu erklären.

Während des großen Turney im Frühling am Hofe Sonnstedts gelingt es dem jungen Grafen

überraschenderweise, als Sieger aus Duellen mit einigen der größten Schwertkämpfer

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unseres Landes hervorzugehen. Ein Factum, der damals schon Laras Intrigen am Hofe

Sonnstedts offenbart hätten.

Die Rückkehr Karn’Bal’Thors

Wenige Tage nach dem Turnier am Hofe des Grafen von Sonnstedt im Frühling des Jahres

124 nach Gründung des Ordo Stellae Aenae scheint sich der Krieg erneut gegen uns zu

wenden.

Simyara Esdharion, Licht der Hoffnung, wird auf der Rückreise nach Finnlorien von eben

jenem Drachen entführt, welcher die Mirlorschenkungen unsicher gemacht hatte. Ihre

Abwesenheit droht das Kriegsgeschehen gefährlich zu Gunsten des Visaryon-Zirkels kippen

zu lassen.

Der Ordo unter Kvalor und Ilcaron bricht überstürzt zur Rettung der Elbe in den Mirlorwald

auf, Anhaltspunkt ist uns die letzte Sichtung des Drachen.

Dort angekommen finden wir vor Ort zwei Heiligtümer vor. Es gelingt uns, eines der

Göttin Alaya zuzuordnen, die Prägung des zweiten bleibt vorerst ein großes Rätsel.

Dem Ruf des Drachen folgend, treffen wir dort nicht nur auf eine Schar Oger, sondern

auch auf die legendäre Gruppe Drachentöter, die unter dem Namen “Asche und Feuer”

in Verano zu großem Ruhm gekommen waren.

Überraschenderweise befindet sich unter ihnen auch die verloren geglaubte Adepta Gwyneth

Hexenhaar, die auf unsere Anschuldigungen hin den Raub der Ritualbeschreibung

aus der Academia, sowie die Schaffung der Kontrollartefizien zwar gesteht, jedoch beteuert,

dem Visaryon-Zirkel abgeschworen zu und nichts mehr mit Laras Machenschaften zu

tun zu haben.

Bevor die Situation mit Gwyneth eskaliert, stößt Simyara, verfolgt von einer Schar Oger,

zu uns. Bei sich führt sie ein Drachenei, das ihr ihr Entführer zur Verwahrung überlassen

hatte. Der Streit mit den Söldnern beginnt sich in Folge des kostbaren Reliktes, weiter

zuzuspitzen.

Es stellt sich heraus, dass der Drache ein Diener des verschwundenen Gott-Drachen

Karn’Bal’Thors ist, das Ei der Gottheit zugetan ist, und Luthor ein Nachfahre des Wächters

des Drachens ist.

In der darauf folgenden Nacht erscheint in der Arena zwischen den beiden Heiligtümern

eine mystische Gestalt, die sich selbst “Gladiator Kar’Bal’Thors” nennt und fordert mehrere

Männer des Ordo zum Kampf. Zuletzt eröffnet sie Luthor sein Schicksal, er solle

der nächste Marschall Karn’Bal’Thors werden und den Krieg zurück in die Herzen der

Hohenbergener bringen.

Die Ernennung wird durch das Auftreten der Carcharoth getrübt, die Luthor auffordert,

sich ihr statt dem Drachen anzuschließen. Als Luthor sich ihrer verweigert, verlässt sie

den Ort des Geschehens wieder.??Aufgestachelt durch die Wut des Drachen kommt es in

der Nacht zu Angriffen durch die Vinyamar, die ihrer Raserei freien Lauf lassen und nicht

anders als durch den Tod davon abzuhalten sind, unsere Leben zu fordern. Währenddessen

gibt Gwyneth bei einem Verhör den Standort einer Ambracoori-Schmiede preis, verweigert

sich aber immernoch dem Gildenrecht.

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Die Essenz des Drachen-Gottes beginnt derweilen auf die gesamte Umwelt überzugreifen.

Durch die Kämpfe mit den Ogern, sowie den Vinyamar sehen wir uns zu nichts anderem

mehr in der Lage, als das Gleichgewicht der beiden Heiligtümer auf Anraten eines Druiden,

wieder herzustellen.

Angestachelt durch die Essenz Karn’Bal’Thors, sowie der Angst vor dem geltenden Gildenrecht,

bricht in Gwyneth der Wahn zum Vorschein und sie versucht sich an einer

daimonischen Invocation, welche ihr in der darauf folgenden Nacht nicht nur das Leben,

sondern auch ihre Seele auf ewig kosten wird.

Dem Zorn nun nicht mehr Einhalt gebietend, wenden wir uns gegen die Drachenjäger.

Keiner der veranschen Söldner kommt mit dem Leben davon, eine Tat, die uns über die

nächsten Jahre hinweg immer wieder vor Augen gehalten werden wird.

Gwyneth stirbt durch mein Schwert, jedoch sieht sich keiner von uns im Stande, ihre Seele

der Carcharoth zu verweigern, welche sie in Ambracoors Höllen reißt.

Der tobende Kampf lässt das Ei nun endgültig bersten, die Essenz Karn’Bal’Thors geht

nach Jahren der Abstinenz in die Seelen der Hohenbergener zurück.

Schwer angeschlagen, doch um den Mut in unserem Herzen reicher, begleiten wir Simyara

Esdharion zurück nach Finnlorien, wo wir uns erneut dem nördlichen Kriegsgeschehen

widmen.

Nur wenige Wochen später macht sich eine Gruppe des Ordo erneut zum Wilderhain, dem

Ort der zwei Götter, auf. Luthor gelingt es, den Hort des Drachen zu finden, während

Kvalor und einige seiner Männer Zeuge einer Traumvision werden, in deren Verlauf Lara

und einige ihrer treuesten Anhänger ihr weiteres Vorgehen besprechen.

Unter den Anwesenden Männern und Frauen befindet sich neben Eskiel, einem Buhler

mit Ambracoor, der sich in der Lage sieht, dem Lauf der Zeit zu trotzen, auch eine junge

Frau namens Xerafina Greifentod, eine Schülerin Eskiels, die von ihrer erfolgreichen Reise

gen Immereis berichtet, wo sie einem jungen Greifenpärchen den Tod gebracht hat.

Es zeigt sich, dass der Kopf des Visaryon-Zirkel immer weiter schwindet und man sich in

der Notlage sieht, den Krieg nicht ohne weitere Heerführer zu gewinnen.

Es gelingt Eskiel, die verlornen Seelen von Tankred Pechschwinge und Jerodin Schattenklinge,

den beiden am Wilderhain getöteten Drachenjägern aus Verano, Ambracoor

einzuverleiben. Der Zirkel gewinnt zwei der größten Kämpfer für ihre Sache. ?Tags darauf

trifft die Gesandtschaft des Ordo Stellae Aenae auf eine scheinbar frei agierende Kriegsambracoori,

die behauptet, sie gehöre zu einer Gruppe Aufständischer Chimärenwesen, die

sich dem Willen Laras unter der Führung Leanders gemeinschaftlich widersetzen würden.

Gemäß den Statuten des Ordo stellen wir die Creatura und zerschmettern ihren Leib. Wir

müssen jedoch feststellen, dass die Ambracoori über erstaunliche Fähigkeiten im Kampf

und im Umgang mit Zauberei verfügt, die wir vorher noch bei keiner anderen derartigen

Kreatur vorgefunden haben.

Als Eskiel wenige Stunden später versucht, die beiden gefallenen Seelen Tankreds und Jerodins

Ambracoor anheimfallen zu lassen, sendet eine der höheren Mächte den Geist Andarion

Flinkstiefels, dem es jedoch nicht gelingt, den Seelenpakt der beiden Drachenjäger

zu verhindern. Allerdings wendet sich das Blatt durch seinen Eingriff und ein hochrangiger

Zauberer des Visaryon-Zirkels mit dem Namen Cascador findet den Tod.

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Die beiden Paktierer entkommen und von Eskiel bleibt ebenfalls keine Spur zurück.

Einige Tage später kehren wir nach Finnlorien zurück und müssen feststellen, dass die

gesamten Gebiete um Gut Niewinter, sowie die Ambracoorischmieden, fest in den Händen

des Zirkels um Lara sind. Vorerst kommt es jedoch zu keinen weiteren Gefechten, während

beide Kriegsparteien ihre Kräfte konsolidieren.

Der Silberne Bann

Wir schreiben nunmehr den Herbst des Jahres 124. Adepta Felicia wird zur Magisterprüfung

nach Silberglanz berufen, da die Kämpfe in Finnlorien eine Prüfung an der Academia

unmöglich machen.

Die Hochmeisterin selbst ist während der Prüfungen anwesend, und zeigt reges Interesse

am Ausgang der Prüfung, überantwortet man doch Felicia eines der sechs Gründungsartefakte

des Ordo , namentlich den Silbernen Bann, zur Analyse.

Während es Felicia schnell gelingt, das Diadem als eine Tarnung zu entlarven, wird Adeptus

Lysander in den Ordo aufgenommen. Während Felicia sich um den Verbleib des eigentlichen

Artefaktes kümmert, erfährt die Ordensleitung von der Enttarnung Nathaniel

Flammenhands, der sich seit Beginn des Krieges bei Lara befunden hat und in dieser

Nacht zu uns zurück gekehrt war.

Felicia bringt in Erfahrung, dass der Silberne Bann von Alena zerschlagen wurde, sie aber

Vorkehrungen getroffen hatte, um ihn dereinst wieder zusammen zu setzen.

Unterdessen treten in und um Silberglanz zum ersten Mal Kreaturen, die wir fortan unter

dem Namen Wächtergeister führen werden, in Erscheinung. Hierbei handelt es sich um

die Astralleiber toter Zauberer, für eine nähere Beschreibung sei an dieser Stelle auf die

Magisterarbeit von Caspar Edoranth zu Allersloh verwiesen, die unter dem Namen “Von

den Gespenstern der Wacht” zu finden ist.

Das nahe Silberglanz gelegene Grab Sardas Flammenschreiters, ein Reiter Herolans und

der Wächter Karn’Bal’Thors, wird geöffnet und es stellt sich heraus, dass Lares Starkschild

einer Seiner Erben ist. Zu diesem Zeitpunkt gelingt es uns noch nicht, die wahre Fülle

dieses Schicksalsschlages zu erkennen, denn wie wir später herausfinden sollten, teilte

Sardas seine drachische Seele in sechs Teile auf, die er an sechs Kinder gab, welche nur

durch den Mord an den jeweils anderen, die Funken in sich zusammen führen und Sardas

Rückkehr in diese Welt ermöglichen können.

Felicia gelingt es, die Teile des Silbernen Bannes einzusammeln und sie sicher zu verwahren.

Noch vor ihrer Erhebung in den Stand einer Magistra erreicht uns aus verschiedenen

Quellen die Nachricht, dass Sonnstedts Truppen Finnlorien attackieren und mit Hilfe der

Kriegsessenz Goldenkron geschleift haben.

Die sich dort aufhaltende Feodora von Finnlor wird zusammen mit dem Hochinquisitor

der Sorael-Kirche Luceas Hexenhammer für tot erklärt. Laut den Berichten führt Deyanira

Lanzengang, die Reichsrittfrau Sonnstedts den Angriff selbst.

Man erhebt Felicia eilig in den Stand einer Magistra und überträgt ihr die Verantwortung

für Silberglanz. Der Ordo bricht gen Feste Bingenburg auf, um gemeinsam mit den dort

lebenden Zwergen den nächsten Angriff abzuschlagen.? In der darauffolgenden Nacht, der

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zweiten nach dem Herolanstag, erwacht der unter Silberglanz bisher von den Splittern des

Diadems gefesselte Zauberer erneut zum Unleben. Wie sich herausstellt, handelt es sich

dabei um den Magus, der den Ritus der Erschaffung der Ambracoori entwickelt hatte. In

einem kurzen, aber heftigen Kampf, kann das Gut von den anwesenden Zauberern gegen

den Magus verteidigt werden und man bricht am nächsten Tag ebenfalls Richtung Bingenburg

auf, um an den Kämpfen um Finnlorien teilzuhaben.??Etwa nach zwei weiteren

Wochen bedient sich der Visaryon-Zirkel der Hilfe eines weiteren Dieners aus dem Gefolge

Ambracoors, der Lara in die Lage versetzt, überall in der Feste Bingenburg Ambracoori

unter dem Kommando Jerodins auftauchen zu lassen. In den drei Folgetagen wird die

Festung hart umkämpft, jedoch gelingt es uns, sie zu verteidigen. Die Vermutung, dass

Lara hinter den Angriffen Sonnstedts steckt, verdichtet sich immer mehr.

Der nahe Wintereinbruch lässt die Waffen erneut ruhen.

Hammerhands Rückkehr

Das Auftauchen des sagenumwobenen Gutes Hammerhand in der Nähe der Grenzlinie

des Krieges, das den Sphären trotzen können soll, beendet im Frühjahr 125 des fragilen

Frieden.

Als sowohl Lara, wie auch Ilcaron zeitgleich aufbrechen, um das Gut für die eigene Partei

zu sichern, entbricht ein planloser Kampf, in dem beiden Seiten erbittert um die Vorherrschaft

des Hauses streiten. Im Zuge dieses Kampfes entrückt das Gut sich selbst. Einige

Mitglieder des Ordo , welche sich zum Zeitpunkt des Sphärendurchbruches zu Nahe des

Gutes befunden haben, werden mit in den Limbus gerissen und finden sich daraufhin

zwischen den Sphären in Balthusius Haus wieder.

Wir erkennen während unseres Aufenthaltes, dass das Haus von Balthusius so konstruiert

wurde, dass es nicht nur in der Lage war, zwischen den Sphären zu reisen, sondern auch

seinen ruhelosen Geist bis zu jenem Tage zu beherbergen, da er einen neuen Leib gefunden.

Damit nicht genug treffen wir im Gut auf Casparek und Ariana Silberhaar, eine verstorbene

Schülerin meines Vaters. Es offenbart sich, dass Balthusius sich des Geistes Caspareks

bemächtigt hat, da seine Forschungen auf dem Gebiet der Trennung von Leib, Seele und

Astralcorpus seinem Ziel, eine neue fleischliche Hülle für sich zu finden, in die Hände

gespielt haben.

Wir entschließen uns nach einiger Zeit, Hammerhands Rückkehr in die Welt zu unterstützen,

was sich in den nächsten Jahren als eine der größten Fehlentscheidungen meines

Lebens herausstellen wird.

Doch bevor wir den ersten Versuch unternehmen, den Zauberer zu retten, beginnt das

Haus unkontrolliert zwischen den Sphären hin und her zu springen und streift dabei den

Vorhof der Hölle Ambracoors, der unter dem Namen Yak’Vedoor bekannt ist. Jerodin

Schattenklinge nutzt die Gelegenheit und versucht sich des Hauses zu bemächtigen, doch

wir wehren den Angriff ab und es gelingt uns, das Gut wieder in seinen gewohnten Lauf

zu bringen.

Wir beginnen den Ritus, der Hammerhand die Rückkehr nach Hohenbergen ermöglicht

und steuern das Haus zurück in unsere Sphäre, in der noch immer die Schlacht um das

Gut tobt.

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Lara durchdringt die Schutzcanti des Hauses und unternimmt einen letzten verzweifelten

Versuch, Balthusius Rückkehr zu stoppen. Jedoch gelingt es Kvalor, sie zu verletzen,

überhaupt das erste Mal, dass Laras Blut vergossen wird. Im geschwächten Zustand sieht

sie sich zwar nicht mehr in der Lage, Hammerhand zu trotzen, jedoch gelingt es ihr,

Casparek aus den Händen des Ordo zu befreien und sich mit ihm zurück zu ziehen.?

Balthusius führt die verbleibenden Truppen zum Sieg und lässt einen Boten nach Verstärkung

schicken, bevor er die geeinten Truppen des Rothenberges und des Stählernen Sterns gen

Goldenkron führt. Dort gelingt es ihm, Lara und die Ambracoori gen Süden auf den Pass

nach Sonnstedt zurückzutreiben. Wir belagern die von Deyanira Lanzengang gehaltene

Feste Goldenkron.

Der Fall Fenuenwachts

Zwar scheinen Lara und Casparek nach der Niederlage bei Hammerfest und Goldenkron

an die Wand gedrängt, aber dennoch gelingt es ihnen, ihre Armee zu einem weiteren Gegenschlag

anzutreiben. Ende Januar bricht eine Streitmacht aus Ambracoori und Söldnern

der Zweiklingen in den Süden gen Mirlor auf.

Bereits Mitte Februar erreicht die Armee Laras den Taubenberg, wo sie sich erbitterte

Kämpfe mit den Klingensängern der Vinyamar liefern, welche allerdings ihr Territorium

behaupten können.

Casparek umgeht mit wenigen Verlusten die Gebiete der Vinyamar und erreicht Ende

Februar Fenuenwacht. Aus dem nahen Fenuen brechen am ersten Tag des Märzmondes

schwere Stoßtruppen der Ambracoori hervor und versuchen, das Stadttor im Sturm zu

nehmen.

Zu diesem Zeitpunkt befindet sich Eduard Glanzkamm, der Reichsritter Mirloriens, in der

Stadt und übernimmt das Kommando über die Truppen Fenuenwachts. Es gelingt ihm, im

Zuge eines beherzten Angriffes, die ersten Angriffe der Ambracoori zurückzuschlagen. Man

entsendet eilig Boten zu den nahegelegenen Waldläufern, während die Elben beginnen,

den Heerwurm Laras zu verfolgen.

Bereits am dritten Tag des Märzes fällt das Haupttor Fenuenwachts unter den Angriffen

der Schatten und die Ambracoori überrennen die Stadt. Glanzkamm gelingt es mit Hilfe

der Eisenfelser Garde, den Großteil der Bevölkerung zu evakuieren, doch Augenzeugenberichten

nach zerreißen die Schatten jeden Bürger, den sie zu Gesicht bekommen.

Das Eintreffen der Waldläufer einen Tag nach dem Fall des Tores wenden das Schicksal

der Schlacht. Obwohl der Attentatsversuch der Klingensänger auf den Zauberer scheitert,

reicht das erbitterte Kämpfen der Waldläufer zwischen den Häusern aus, um Casparek in

die Flucht zu schlagen.

Die Verteidigung der Stadt kostet einem Drittel der Bevölkerung Fenuenwachts das Leben.

Yavienns Ritterschlag

Am 15. Tag des Mondes März 125 bricht eine Abordnung des Ordo unter der Führung

von Yavienn Abendsturm gen Morgengrund auf, ohne von den Geschehnissen in Mirlorien

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auch nur im entferntesten etwas zu wissen. Ziel ist es, den dort noch immer kämpfenden

Bauern die nötige Unterstützung im Kampf gegen die Schatten zu geben.

Nur einen Tag später erreicht die Dame Esdharion ein Bote aus Immereis und überbringt

ihr die Nachricht, der Krieg gegen die Rote Kaiserin sei geschlagen, der Untod besiegt.

Schweren Herzens trifft die Reichsrittfrau die Entscheidung, etwa 100 Mann Immereiser

Veteranen in den Krieg gegen Sonnstedt zu schicken, darunter auch Esayas vom Fels, den

Bruder des Grafen von Sonnstedt selbst.

Etwas mehr als eine Woche später erreicht die Gruppe um Yavienn Abendsturm das

ehemalige Rittergut des Halbelben und muss feststellen, dass es bereits fest in der Hand

des ersten Sonnstedter Garderegiments ist, unter der Führung Gerael Dunkelschwans,

sowie seines beratenden Zauberers Erakin.

In einer Nacht nur gelingt es den Männern um Yavienn nicht nur das Weiße Schwert, das

in einem nahegelegenen Armathar-Schrein im heilenden Schlag versunken ist, zu erwecken,

sondern auch die Monstrositäten der umliegenden Gebiete zu besiegen. Völlig entkräftet

unterliegen sie daraufhin der Sonnstedter Garde und geraten in Kriegsgefangenschaft.

Einzig Yavienn und Samuel entkommen den Händen Geraels.

Wie durch ein Wundern entdecken die beiden am Morgen darauf eine Statue des Abendsturms,

wie auch die verschollene Prinzessin Kenravelle, die sich ebenfalls aus den Händen

des Garderegiments lossagen konnte. In den Händen der Statue findet Yavienn sein altes

Schwert Sternenfall, welches er an sich nimmt und zusammen mit dem Entsatz aus

Immereis gelingt es dem Ritter, im Verlauf des Tages auch den Rest des Ordo aus der

Gefangenschaft zu befreien.??Man erkennt Gerael Dunkelschwan als einen Erben Alayas

und bringt ihm im Duell den Tod. Allerdings entkommt der Zauberer Erakin und versucht

sich in einem letzten Aufgebot seiner Kräfte am Rufen der Kriegsessenz, als der Ordo das

Gut Morgengrund wieder in seinen Besitz bringt.

Die Sonnstedter Infanterie erkennt ihr Fehlverhalten und beschließt, ihre Waffen nicht

länger gegen den Stählernen Stern zu erheben.

Der Versuch des Zauberers, die Kriegsessenz dazu zu nutzen, der Prinzessin des Landes

den Tod zu bringen, scheitert schließlich spektakulär, als Kasmyrin und Arion ihn zur

Strecke bringen.

Erst mit Einbruch der Dunkelheit trifft die lange erwartete Verstärkung zur Sicherung

der neu gezogenen Grenze ein. Das Sonnstedter Garderegiment fällt im Kampf gegen die

Bestie aus Ambracoors Höllen. ?Simyara Esdharion ist Teil dieses Entsatzes und überbringt

die Nachricht über den Sieg gegen die Rote Kaiserin. Die Garnisonstruppen aus

Immereis nehmen in diesen Tagen die Rittergüter Nordwacht und Südwacht. Im Zuge

dieser Kämpfe erschlägt Esayas vom Fels erneut die Kriegsessenz.

Noch in der selben Nacht mir Yavienn zum zweiten Mal in seinem Leben zum Ritter

geschlagen und erhält von Kenravelle, welche ihm ihr Leben verdankt, Morgengrund als

Geschenk.

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Vorbereitung auf die finale Konfrontation

Die beiden Monde April und Mai 125 verlaufen sehr ruhig. Es kommt zu keinen weiteren

Kampfhandlungen. Mirlors Grenzen werden im Süden gesichert und Eduard Glanzkamm

sendet nahezu die gesamte Eisenfelser Garde gen Fenuenwacht, um die Stadt wieder aufzubauen

und für einem erneuten Angriff Sonnstedts vorbereitet zu sein.

Schließlich gelingt es, den Belagerungsring um das Kloster Sturmschwert aufzuheben, als

Sonnstedts erstes Garderegiment unter dem Druck der Truppen aus der Herzogsmark und

aus Immereis nahezu kampflos abzieht und die Grenze entlang der Schwanenfelder wählt.

Allerdings scheuen sowohl Baldan Bartlenhaus, als auch Simyara Esdharion vor einem

offen Feldschlacht gegen Sonnstedts schwere Infanterie, die ein Angriff auf die weitläufigen

Schwanenfelder sicherlich mit sich bringen würde, zurück.

Während im Juni und Juli des Jahres 125 Sonnstedts Armee vor allem darauf bedacht

ist, die Ernte des diesjährigen Sommers zu schützen, vermeiden beide Parteien die großen

Feldschlachten um die Schwanenfelder.

Ein von Yerodin Schattenklinge geführter Angriff auf den Belagerungsring um Goldenkron

drängt Hammerhands Männer stetig zurück, bis sich diese in die Pässe der Finnlor-

Hochebene zurückziehen müssen. Der Feind nutzt die Gelegenheit, Deyanira Lanzengang

mit neuen Vorräten zu versorgen und die Belagerung Goldenkrons droht zu scheitern.

Balthusius Hammerhand sieht sich mit dem Rücken zur Wand und greift zu einem Plan,

der nicht nur gegen die Statuten des Ordo verstößt, sondern auch gegen jegliche Form

der Moral, wie wir sie bisher in diesem Krieg vertreten haben. Er erweckt im Vollmond

des Juli 125 ein Dutzend seiner gefallenen Gardisten von den Toten und gibt ihnen den

Befehl, Yerodin Schattenklinge und die Ambracoori zurückzutreiben, während er den

Belagerungsring erneut schließt.

Die Untoten unter dem Befehl von Balthusius treffen auf die zwei Dutzend Ambracoori,

die Yerodin in die Schlacht führt und erweisen sich in der Tat als eine Herausforderung,

die die Toten nicht bewerkstelligen können. Vorerst gelingt es Hammerhand zwar, die

Belagerung wieder aufzunehmen, aber der Verlust zweier Sterne macht es ihm nahezu

unmöglich, den Ring um Goldenkron auf Dauer zu halten.

Exakt zu diesem Zeitpunkt machen sich Casparek und Lara gen Niewinter auf, um in

einer Jahrhundertbeschwörung Gwendolyn den Weg in unsere Welt wieder zu ermöglichen.

Ihr Weg führt über Goldenkron, der eigentliche Grund dafür, dass Yerodin den

Belagerungsring Hammerhands sprengen sollte.

Am 26. Juli 125 kommt es zur Konfrontation auf Goldenkron, in der seine Armee von

Untoten Yerodin und Deyanira beschäftigen, während Balthusius Casparek und Lara entgegen

tritt.

Der Kampf um die Burg dauert zwei volle Tage an, danach gelingt es Hammerhand

drei Sterne zu retten, während Goldenkron brennend in sich zusammen stürzt. Deyanira

verliert ein Auge im Kampf gegen die Untoten, doch Casparek und Lara gelingt der

Vormarsch gen Niewinter, das sie in der nächsten Woche erreichen. Der Ordo zieht sich

nach Silberglanz zurück.

In den folgenden Wochen beginnen Casparek und Lara mit den Vorbereitungen für die An-

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kunft der Wächterin. Sie erwecken die auf den Ambracoorsfeldern um Niewinter gelegenen

Stelen der Daimocris, einer Dienerin Ambracoors, vermutlich seiner ersten Dämonin und

Gwendolyns Ruf greift nach den Hexen des Shar’Mal’Chiar-Kultes, die daraufhin geführt

von einer Frau namens Mira ihren Zirkel aus Priesterinnen und Hexen in den Dienst des

Visaryon-Zirkels stellt.

Deyanira Lanzengang unternimmt derweilen einen weiteren Versuch, sich der Prinzessin

des Landes zu bemächtigen, welcher allerdings am entschlossenen Widerstand Kasmyrins

scheitert, welcher dadurch in Sonnstedter Kriegsgefangenschaft gerät.

Man erwählt ihn und einen Sohn Kelborans namens Andred zum Opfer des Dämons, der

um den Transport mehrerer Dutzend Ambracoori in die Finnlor-Hochebene gebeten wird.

Das Unterfangen schlägt jedoch fehl, als Aurelian und zwei Weiße Schwerter dazwischen

gehen. Die beiden Opfer entkommen und nutzen das Portal gen Finnlorien, bevor Aurelian

es verschließt, bezahlen dafür jedoch teuer.

Der Sturm auf Gut Niewinter

Wir schreiben mittlerweile den 28. Tag des Monats August im Jahre 125 nach Gründung

des Ordens vom Stählernen Stern, den Tag, an dem die gesamte Streitmacht ihre Stellungen

um das Gut bezieht und gemeinsam vorrückt, um das Unterfangen Laras zu verhindern.

Während Prinz Emmeras gemeinsam mit dem Prälektor der Academia früh durch Ambracoori

bedrängt werden und dadurch weit in ihrem Zeitplan zurückfallen, gelingt es Simyara

und den Söhnen Kelborans sich durch den Sonnstedter Widerstand hindurch zu kämpfen

und bis zum Einbruch der Nacht in Schlagreichweite nach Niewinter vorzudringen.

Als Veradors Stern ebenfalls in zahlreiche Kämpfe verwickelt wird, droht der Plan zur

Eroberung Niewinters aus den Fugen zu geraten. Eine strategisch wichtige Brücke kann

erst durch die Hilfe der beiden Kriegsgefangenen erobert werden und ermöglicht den

Truppen des Ordo so die Weiterreise.

Zur gleichen Zeit trifft unweit davon entfernt Ilcaron auf Lara. Das Duell der beiden

Magier geschieht vor dem Blick aller anderen verborgen zwischen dem Gefüge der Zeit

und Ilcaron geht als Sieger hervor. Mit Lara Elea Visaryons Tod scheint der Zirkel seine

Anführerin verloren zu haben, doch gemäß dem Plan Gwendolyns fährt ihre freie Seele

erneut in den Riss zwischen den Sphären ein und trifft dort auf Andarion Flinkstiefel,

welcher ihr nur knapp entkommen kann.

Stern Verador erreicht nach einem kurzen Marsch das Lager der Söldner der Zwei Klingen.

Es entbrennt ein erbitterter Streit zwischen Luthor Rabenschwinge und seiner Adoptivschwester

Kina Klingentod, der schlussendlich im Waffengang gipfelt. Ohne wirkliche

Chance gegen den Marschall Karn’Bal’Thors unterliegt sie Luthor und der Ordo nimmt

das Söldnerlager und baut es zu einem Lagerplatz aus. Die Anführerin der Söldner kann

zwar gefangen genommen werden, entkommt jedoch wenige Stunden später dank der Hilfe

ihrer Getreuen.

Gwendolyn löst aus dem Sphärenriss heraus zur gleichen Zeit die Schutzcanti des Gutes

aus und unter dem Bann, der jeden Geist verwirrt, unterliegt die Rothenberger Garde der

Carcharoth. Zwei Söhne Kelborans geben ihr Leben für die Flucht der Dame Esdharion,

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der Sturm auf Niewinter erliegt für diese Nacht.

Im Lager der Söldner entdeckt der Ordo die erste der Stelen der Daimocris, welche unter

dem Zauber Ilcarons birst. Das Treffen mit Mira gipfelt darin, dass sowohl Lares, als auch

Verador und schließlich Ilcaron ihrem Bann erliegen.

In der darauf folgenden Nacht löst der Zauber der Stelen der Daimocris einen Nebeneffekt

auf metaphysischer Ebene aus, der dazu führt, dass sich die Gedanken Gwendolyns in

die Welt projizieren. So durchleben die Männer des Ordo Gwendolyns Werdegang vom

Anbeginn der Zeit bis kurz vor der Schlacht an der Academia Ciranae.

Während ich mich mit einigen weiteren Zauberern der Akademie darum bemühe, den

Krieg zwischen den Sphären gegen die Macht Ambracoors zu führen, gelingt es uns für

einen kurzen Augenblick Felicia ungestört durch ein Simulakrum den Kontakt zum Ordo

zu ermöglichen. Sie teilt ihnen den Standort einer zweiten Stele mit, doch der Weg dorthin

stellt sich als überaus kräftezehrend heraus, denn Casparek scheut nicht davor zurück, die

Kriegsessenz wieder und wieder gegen unsere Truppen zu Felde zu ziehen.

Es gelingt dem Ordo unter Verador, sich bis zur zweiten Stele hervorzukämpfen, wo man

eine Arena Karn’Bal’Thors vorfindet, die von Priestern in Luthors Auftrag errichtet worden

war. In der Mitte der Arena befindet sich Gildins Vater, ein Hauptmann der Sonnstedter

Armee, der von seinem Sohn gestellt und getötet wird. Von Gildins Mut ergriffen

verleiht ihm Luthor Rabenschwinge den Namen Sonnensturz.

Nur wenige Augenblicke darauf brechen aus den nahegelegenen Wäldern ein Dutzend

Ambracoori, geführt von einer Ambracoritin und Magistra Turawell, hervor. Begleitet

werden sie von der Kriegsessenz, sowie einem erhobenen Bessnor-Erstgeborenen. Der Ordo

sieht sich der Übermacht unterlegen und nur durch das Opfer Yavienns und Kvalors gelingt

es, den Kampf für uns zu entscheiden.

Doch noch während unsere Truppen den Tod der beiden Helden betrauern, fahren die

Seelen zu Gwendolyn in den Sphärenriss, wo sie ihrer Erweckung harren.

Die Kampfgruppe erreicht durch Felicia die Botschaft, dass die Carcharoth die Ritter Hohenbergs

um Prinz Emmeras gefunden hat und der Prälektor Caspar Edorant zu Allersloh

sein Leben gab, um Hohenbergens Ritterblüte vor dem Untergang zu bewahren.

Dem wankenden Mut ist es wohl zu verdanken, dass der Ordo nach der Zerstörung der

zweiten Stele den Einflüsterungen Miras erliegt und sich zum Lager zurückzieht. In dieser

Nacht wird man erneut Ziel der Träume der Wächterin und durchlebt nicht nur den

Angriff auf die Academia an der Seite Herolans, sondern auch die Kunde von Yavienns

Tod, die Gwendolyn dem Wahn anheimfallen lässt.

Als der Morgen graut wendet sich Aurelian Greifenschlag, Wächter Soraels, selbst an die

versammelten Truppen und spricht ihnen Mut zu. Man macht sich auf, die dritte der vier

Stelen zu zerschlagen und geht schwer angeschlagen Kämpfen so gut es geht aus dem Weg.

Noch vor dem Erreichen der Stele spürt Luthor die Anwesenheit der Carcharoth, welche

mit vereinten Kräften, dem Streitkolben des Marschals, sowie Sternenfall und einer im

Feld dem Sorael gesegneten Klinge, vertrieben werden kann. Ilcaron vernichtet die dritte

Stele man geht erneut als Sieger aus der Schlacht hervor.

Doch just in diesem Moment weben andernorts die vier Hexen um Mira ein Band um die

letzte der Stelen, welche sie an ihr eigenes Leben knüpfen und so einen nicht zu durch-

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dringenden magischen Schild heraufbeschwören, der den letzten Anker der Schutzzauber

um das Gut vor der Zerstörung bewahren soll.

Yavienn und Kvalor kommen derweilen in der Globule hinter dem Sphärenriss zu sich

und treffen auf Andarion, der ihnen erklärt, wo sie sich befinden. Man beschließt, dass

Andarion das Tor nach Yac’Vedoor verteidigt, während sich Kvalor und Yavienn um

die Durchsuchung des Hauses kümmern. Dort treffen sie auf Gwendolyn selbst und die

Zauberin und der Halbelf führen ein langes Gespräch, derweilen Bashok sowohl den Pakt

der Wächterin, als auch diverse weitere Schriftstücke findet.

Yavienn, Kvalor und Asrelia gelingt es daraufhin in einer Projektion Asrelia zu erscheinen

und ihr einen Plan zu offenbaren, der nicht nur Gwendolyn das Leben kosten, sondern

auch das der dreien retten würde.

Nachdem die ersten Gespräche mit Mira und den drei Hexen fehlschlagen, zieht man sich

zurück und Ilcaron unternimmt gemeinsam mit seiner Schwester Vana einen weiteren Versuch,

die Zauberinnen von dem Band zu lösen, sie von der Bosheit ihrer Tat zu überzeugen

und den Zauber zu brechen. Drei der Hexen entscheiden sich gegen den Tod, doch Mira

hält den Cantus bis zu ihrem Ableben aufrecht. Mit dem Fall der vierten Stele brechen

die Schutzmechanismen Niewinters zusammen und dem Sturm auf das Gut steht nichts

mehr im Wege.

Zeitgleich mit dem Fall der vierten Stele zieht sich Casparek von Niewinter mit Hilfe

der Ambracoorsklauen zurück. Unsere Aufmerksamkeit gilt jedoch den Sphären um die

Globule, sodass es ihm gelingt, sich den Angriffen auf Fenuenwacht anzuschließen.

Mit Einbruch der Abenddämmerung kommt es zum finalen Konflikt. Die Kriegsessenz

führt zusammen mit einer Ambracoritin und Kina Klingentod die Streitmacht der Ambracoori

an, um Gwendolyn für ihre Rückkehr die nötige Zeit zu erkaufen, während Luthor

Rabenschwinge sich auf den ersten wahren Kampf seines Lebens vorbereitet. ?Durch

einen wohldurchdachten Schlachtplan gelingt es Verador seine Männer durch die Reihen

der Ambracoori auf das Gut zu führen und den Zauberern den Zugang zum Haus der

Wächterin zu ermöglichen. Im vollen Bewusstsein darüber, dass ein Zurückweichen unweigerlich

den Sieg kosten würde, trifft der Ordo gemeinsam mit Simyara Esdharion auf

die Truppen des Feindes.

Luthor Rabenschwinge stellt die Kriegsessenz Hohenbergens ein letztes Mal und bringt

ihr ein für alle Mal im Namen seines Gottes den Tod. Gleich darauf bekehrt er Kina zu

seinem Glauben und rettet damit die Schlacht.

Gwendolyn gelingt es trotz der Bemühungen Ilcarons den Ritus ihrer Rückkehr zu vollenden

und kehrt in die Welt zurück. Yavienn, Kvalor und Andarion treten mit ihr in die

Welt zurück und während des letzten Aufbäumens treten sich Yavienn und Gwendolyn

ein letztes mal gegenüber. Ich weiß nicht, welche Worte die beiden gewechselt haben, doch

als der Abendsturm zu seiner Waffe greift und der Wächterin den Tod bringen will, entscheidet

sie sich für ihr vergangenes Leben. Dies ist wohl der Moment, in dem ihre Seele

erneut zu Ambracoor fährt und sich der Rache gegenüber ganz Hohenbergen verpflichtet.

Gwendolyn zieht sich mit ihren verbleibenden Truppen zurück, von einem Entkommen

kann keine Rede sein, denn niemand von uns sieht sich zu diesem Zeitpunkt in der Lage,

ihr entgegenzutreten. Das Gut befindet sich seitdem wieder in den Händen des Ordo

und die beiden Herolansreiter, wie auch Kvalor weilen seitdem ebenfalls wieder unter den

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Lebenden.

Die Zeit nach Gwendolyns Rückkehr

Zeit vergeht und der Krieg um das Gut Niewinter kostet beide Parteien mehr, als sie

erwartet hatten. Der Ordo sieht sich in den Tagen nach dem Sturm zwar noch in der Lage,

unter Hammerhands Führung Goldenkron erneut zu besetzen und wieder aufzubauen, an

einen Gegenschlag gegen das von Casparek in nur zwei Tagen eroberte Fenuenwacht ist

jedoch nicht im entferntesten zu denken.

Gwendolyn selbst zieht sich nach den Geschehnissen ebenfalls nach Fenuenwacht zurück,

der Visaryon-Zirkel scheint sich nach dem Tod Lara Eleas zurück zu nehmen.

Dies ist der Moment, als eine dritte kriegsführende Partei erkennt, dass sie mittlerweile die

größte militärische Streitmacht des Landes stellt und so entschließt sich Berengor, Graf

von Sonnstedt, auch ohne die verzaubernden Worte seiner Liebschaft Lara, den Krieg

weiter zu führen.

Er entsendet die Dame Ayana Sommerhaar nach Sommerlund, um sich um das Gut ihres

Verlobten Veradors zu kümmern. Geschickt gelingt es ihr, das Lehen in ihren Besitz zu

bringen und die Bevölkerung auf ihre Seite zu ziehen.

Nach diesem politischen Erfolg begibt sie sich als Mündel in diplomatische Gefangenschaft

am Hofe Prinzessin Kenravelles, wohl wissend, dass sie irgendwann auf Verador treffen

wird.

Der Beginn der Teilung des Ordo

In den ersten Wochen des Jahres 126 nach Ordensgründung kommt es innerhalb des

Stählernen Sterns zu den ersten Uneinigkeiten über den weiteren Verlauf des Krieges und

die Aufgabe des Ordo.

Der Tod Oidina Silberhaars, die wohl eine Nachfahrin für den Posten der Hochmeisterin

hinterlassen hat, dieses Mädchen jedoch im zarten Alter von 13 Götterläufen nicht in der

Lage ist Führerin einer kriegsführenden Partei in solch einer Zeit zu sein, hinterlässt einen

vakanten Posten, den es zu besetzen gilt.

Hat Hammerhands Rückkehr innerhalb des Ordo bereits für Aufsehen gesorgt, so lassen

seine Taten während der Verteidigung Goldenkrons ihn noch weiter in Ungnade fallen, sodass

sich zwischen den beiden Großmeistern Balthusius Hammerhand und Ilcaron Perensen

ein verzehrender Konflikt anbahnt, denn beide haben wohl ihre Pläne für die Zukunft

des Ordens, jedoch scheinen diese unvereinbar zu sein.

So trifft man sich in diesen Tagen nicht nur ob meiner anstehenden Magisterprüfung

auf Silberglanz, sondern auch um gemeinsam mit dem Hochadel des Landes, namentlich

Kenravelle, über das Schicksal des Ordo zu entscheiden, während in Finnlor nach dem

Tod Feodoras der neue Graf gekürt wird.

Innerhalb der nachfolgenden drei Tage kürt Simyara den Herrn von Bingenburg, einen

Zwerg, zum neuen Grafen Finnlors und stößt damit dem alten Adel erheblich vor den

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Kopf, während sich Ilcaron und Balthusius nicht auf einen neuen Hochmeister einigen

können und den Ordo schlichtweg ohne Führung belassen.

Während seid nunmehr fast 130 Jahren zum ersten mal wieder ein Diener des Gottes der

List in Erscheinung tritt und ein Attentat auf Kenravelle verübt, welches jedoch verhindert

werden kann, offenbart Sardas Flammenschreiter Lares Starkschild, dass er einer seiner

fünf Erben sei und einen Teil der Seele des Drachen in sich trage.

Lares entschließt sich, dem Ruf des Herolansreiters nicht zu folgen und die Hand nicht

gegen seine Halbschwester Daedra zu erheben. Als Ilcaron die Dienerin des Gottes der

List für den Verrat und den versuchten Mord an Kenravelle hinrichtet, verlässt sie der

Funke des Drachen und sucht sich einen neuen Erben.

Im Zuge meiner Meisterprüfung erkenne ich, dass mein Leben ebenfalls Teil eines göttlichen

Planes ist und Interesse Karn’Bal’Thors an meinem Leben nimmt Gestalt an. Ich

zerschlage nach den weltlichen Prüfungen, die mir zur Verleihung der Magisterwürde gereichen,

den daimonischen Part seines Dieners Charysizz und ermögliche ihm den Aufstieg

in das Himmelreich des Schlachtgottes.

Lares wird noch in der selben Nacht zum Korporal befördert und für seine Treue dem

Stern gegenüber geehrt, während sich in uns bereits die ersten Zweifel ob des vakanten

Hochmeisterpostens breit machen, während Verador auf dem politischen Parkett seiner

Verlobten heillos unterlegen war.

Das Stern-Schisma

Wenige Wochen später beginnt Sonnstedt den Krieg weiterzuführen. Beflügelt von den

geringen Verlusten in den eigenen Reihen und den Einflüsterungen Laras erlegen, greift

Berengor nach der Gelegenheit, die sich ihm bietet, seine Macht über das gesamte Herzogtum

auszubreiten.

Hammerhand zieht sich auf Grund der grandios gescheiterten Hochmeisterwahl, welche

wie sich herausstellt, von Verador manipuliert worden ist, nach Goldenkron zurück und

beginnt losgelöst vom Ordo den Krieg gegen Sonnstedt und Gwendolyn gleichsam weiterzuführen.

Ilcaron zieht neben dem Marschall des Ordo an den Hof Kenravelles und entzieht sich damit

aller Verantwortlichkeit, dem Krieg und der Zukunft des Landes gegenüber. Die vorherrschenden

Statuten des Ordo untersagen uns das Eingreifen in den drohenden Bürgerkrieg

und so sehen wir uns gezwungen, das Schicksal selbst in die Hand zu nehmen und

das Schwert nicht beiseite zu legen.

In einer regnerischen Nacht kommen neben mir auch Luthor, Andarion und Lares in

einem abgelegenen Waldstück, wo wir für die Männer des dritten Alenars die Lossagung

von allen weiteren Befehlen der Ordensführung beschließen und Berengor Vergeltung für

sein schandhaftes Tun schwören.

Die fortan unter dem Namen Renegaten bekannte Abordnung des Ordo entwendet den

Schatz von Silberglanz, um damit die weiteren Kriegseinsätze zu finanzieren und machen

sich daran, den Krieg zurück nach Sonnstedt zu tragen.

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Die Gründung der Kinder des Abendroten

Wir schreiben den August des Jahres 126, als uns aus Mirlor die Kunde erreicht, die

Verlobte von Eduard Glanzkamm, eine der Enkelinnen der verstorbenen Feodora von

Finnlor, die auf den Namen Minora hört, sei auf ihrer Reise gen Mirlor entführt worden.

Als uns der Reichsritter selbst um Hilfe bittet, brechen wir zu dem Ort auf, an dem sie

das letzte mal gesehen worden ist.

Tatsächlich gelingt es uns, das Lager der Entführer ausfindig zu machen und den Adelsspross

nach nur allzu kurzer Zeit zu befreien, allerdings stellt sich heraus, dass Luthors

neu gegründete Söldnergruppierung, die sich Alaya und Karn’Bal’Thor verpflichtet fühlt,

hinter der Entführung steckt, woraufhin wir den Schwarzen Marschall zur Rede stellen.

Zu diesen Zeitpunkt haben wir noch keinen Beweis dafür, dass Kina Klingentod ihren

Adoptivbruder unter einen Zauber gezwungen hat.??Das Mädchen in Sicherheit wissend,

beginnen wir, der Intrige der Söldnerführerin nach und nach auf den Grund zu gehen,

werden jedoch in der ersten Nacht durch eine Vision Kithuet Waldwachts auf gar andere

Geschehnisse aufmerksam, die mit dem Raub der Göttergunstkrone und dem Krieg gegen

die Orken in Zusammenhang stehen.

Wir blicken hinter den Schleier der Geschichte und erleben mit, wie Kithuet seine Liebe

zu Sardass Eheweib entdeckt. Als die Amazone seine Liebe erwidert, will der Wächter

des Drachengottes Blut für den Verrat an ihm und seiner Freundschaft zu Kithuet sehen,

woraufhin er die Schlacht am Gräberwind forciert.

Weiterhin lockt das Schwert des Sommers, die heilige Klinge Alayas, seinen Widerpart

zu uns, um den Jahrzehnte brach liegenden Streit zwischen den beiden Klingen erneut

aufleben zu lassen. Zyriss’Nal’Khors Schwert befindet sich in der Hand der gefallenen

Amazone, die das Herz Sardas im wahrsten Sinne des Wortes ihr eigenen nennt. Doch

neben uns ist auch der Geist des orkischen Schamanen Argas Krähenasche auf der Suche

nach dem Schwert des Winters, um die Kraft des Daimons wieder unter sein Volk zu

tragen.

Scharmützel mit an die Kälte gefallenen Bessnor ziehen uns den Tag über in ihren Bann,

weshalb wir erst zu spät erkennen, dass der Zauber Kinas noch immer auf Luthor liegt.

Währenddessen ruft uns die nahegelegene Arena Karn’ Bal’Thors nach und nach in ihr

Inneres, um uns den Plan des Gottes der Schlacht mitzuteilen. Doch nicht nur ich, sondern

auch Lares und Daedra verweigern sich dem Drachengott. Die Herausforderung ist es

schließlich, die Lares dazu bringt, den Ablass des Vaters für sich zu nehmen, doch es

gelingt ihm und Daedra nicht, die Wacht über der Kerze zu beenden.

Allerdings ist es uns nun möglich, die Erben Sardas eindeutig zu bestimmen und so sind

zu diesem Zeitpunkt die folgenden Personen Träger des drachischen Funken:

Lares Starkschild, der die Lebenskraft des Drachen sein Eigen nennt. Tankred Pechschwinge,

der mit seiner Stärke gesegnet ist. Daedra Grimmhorn, die den Mut des Wächters in

sich trägt. Simael, ein Zauberer des Ordo, dessen Gabe auf den Drachen zurückzuführen

ist, sowie Die Amazone, nach ihrem Pakt mit Zyriss’Nal’Khor nur noch Eisherz genannt,

die die Liebe des Drachen geraubt.

Die Weisheit des Drachen ist zu diesem Zeitpunkt ohne formgebende Gestalt, nachdem

Ilcaron die Dienerin des Gottes des Nebels einige Monde davor hingerichtet hat.

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Es stellt sich heraus, dass die Saat Zyriss’Nal’Khors neben den Bessnor, der Amazone

und den Orken auch Einzug in die hohenbergschen Herzen gefunden hat, als wir uns einer

Gruppe Immereiser Deserteure gegenüber sehen, die geführt von einem gefallenen Paladin

Soraels, die Waffen gegen uns erheben.

Einige Stunden später kommt es zur finalen Konfrontation mit einem Halbork, der im

Lauf dieses Kampfes Daedra den Tod bringt. Wir gehen zwar als Sieger aus dieser Schlacht

hervor, dennoch ist der letzte Kampf noch nicht geschlagen. Erneut ist es Kithuet, der uns

um Hilfe bittet, die Seele seiner Geliebten zu retten und so stellen wir uns der Amazone,

die das Schwert des Winters gegen uns in die Schlacht führt.

Der Mut des Drachen nimmt Besitz von Lares Leib, jedoch lassen wir die Weisheit des

Drachen in der Arena gebunden zurück. Auch sehen wir keine Möglichkeit, das Schwert

des Winters zu bergen, ohne unsere Seelen den Einflüsterungen der Creatur der Höllen

auszusetzen.

So fällt die Weisheit des Drachen wenige Tage später an Tankred, das Schwert des Winters

an den Orken Argas Krähenasche, dessen Seele ich damals nicht in der Lage war, in einen

Kerker zu sperren.

Hammerhands Fall

Am fünften Tag des Novembermondes im Jahr 126 erkennen wir das wahre Ausmaß

der Tat, die wir ein Jahr davor ermöglicht haben. Balthusius Hammerhand lädt nach

Goldenkron, um über die Zukunft des Herzogtums zu sprechen.

Doch der alte Zauberer ist zu diesem Zeitpunkt bereits vom Wahn dahingerafft und strebt

danach, dem ganzen Land den Tod zu bringen, um es, einem Phoenix gleich, aus der Asche

wieder auferstehen zu lassen und ihm zu ungekannter Größe zu verhelfen.

Zu diesem Zweck bereitet er einen Ritus vor, der es der Roten Kaiserin ermöglicht, Einzug

in unser Land zu erhalten, was ihr seit der Erbauung Immereises nicht mehr gewährt war.

Doch Gwendolyn Niewinter, der der Magus Galad offen den Krieg erklärt, setzt alles

daran, dem Wirken des Großmeisters Einhalt zu gebieten. Sie sendet die Carcharoth,

den Zauberer während des Ritus zu töten und übernimmt die Vorherrschaft des Rituals,

lenkt es in eine gar völlig andere Richtung. Balthusius findet erneut den Tod, lässt sich

jedoch in die offenen Arme der Roten Kaiserin fallen. Gwendolyn gelingt es, die Kraft

des Ritus gegen den Aurelianswall zu richten, der über ein Jahrhundert hinweg das Land

Immernacht umschlossen hat. Sie reißt eine Lücke in den Wall und setzt in das Land der

verlorenen Zauberei über, während wir uns vorerst lediglich mit den Auswirkungen des

Ritus befassen können. ?Innerhalb der nächsten Tage erschließt sich uns der Tathergang

des Ritus nach und nach und als Eduriel schließlich am Biss eines Untoten stirbt, lässt

sich die Rückkehr der Daimonin nicht mehr leugnen.

Gemeinsam mit Adepta Niavelle, einer Nachkommin des Finnlorschen Adelsgeschlechts,

die sich um die Aufnahme in den Ordo bemüht hat, sowie dem neugekürten Grafen

Finnloriens und Hartmuth von Mirlor, gelingt es den Renegaten die Angriffe der Untoten

Sonnstedter Besatzer unter der Führung von Luceas Hexenhammer zurückzuschlagen und

den gefallenen Paladin, wie auch die Zauberin Turavelle dem Tode zu überantworten.

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Allerdings offenbaren sich uns neue Rätsel über unsere Landesgeschichte, als die Grundpfeiler

unseres Glaubens davon erschüttert werden, dass wir von Aurelian geleitet erkennen

müssen, dass Armathar ihre Gunst an die Orken gegeben hat, als Herolan an exakt diesem

Ort Kerbarak Stahlstirn im Zweikampf unterliegt und die Wächterschaft der Göttin an

das Volk der Orken fällt.?

Von den zahllosen Kämpfen gegen die Untoten und die Auswirkungen des Ritus, die

Racheseelen aus Ambracoors Hölle zu Tage bringen, ermattet, sehen wir davon ab, Gwendolyn

oder Balthusius direkt nachzusetzen und beginnen im darauf folgenden Mond stattdessen

damit, die Reise nach Immernacht vorzubereiten.

Sonnstedts Schlag gegen Hohenberg

Zeitgleich mit den Geschehnissen auf Goldenkron bricht im Herzogtum der Bürgerkrieg

aus. Berengars Truppen marschieren gen Hohenberg und kämpfen sich den Berichten der

Bevölkerung nach durch die Stadtviertel bis zum Aufenthaltsort des Herzogs und der

herzöglichen Familie hindurch.

Die schwere Infanterie richtet unter der fliehenden Bevölkerung ein Massaker an und

wendet sich schlussendlich gegen den Herzog selbst.

Allerdings gelingt es dem am Hofe befindlichen Ilcaron Perensen den Hochadel des Landes

durch eine - zu diesem Zeitpunkt hochgradig riskante - Spährenreise in Sicherheit zu

bringen.

Die Truppen in rot-gold nehmen die Stadt wie im Sturm. Der Herzog zieht sich daraufhin

mit seiner Familie von der Kiranakademie zum Rothenberg zurück, der ihm seitdem im

sicheren Finnlorien als Exil dient.

Sonnstedt gewinnt für Berengar die Vorherrschaft über das Herzogtum. Allerdings reibt

der Graf seine Truppen im Angriff auf die Herzogenstadt in einem Maß auf, das ihn in

die missliche Lage versetzt, den Bürgerkrieg nicht weiter fortführen zu können.

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Der Krieg um Immernacht

Vor etwas mehr als 100 Götterläufen liegt die Wiege der Zauberei Loranors in einem Landstrich

Hohenbergens, der sich Cumaroth nennt. Das Land beherbergt bei einem Ausmaß

von etwa der Größe unseres heutigen Herzogtums ganze vier Zauberschulen, welche alle

weithin für ihre Kenntnisse bekannt gewesen sind.

Doch in den Jahren nachdem Wendlands König von Herolan in seinem eigenen Thronsaal

enthauptet worden ist, fürchtet sein Sohn um seine Krone. Seine Angst vor weiteren

Aufständen und Zauberei an sich geht so weit, dass er den Entschluss fasst, alle Zauberei

ein für alle Mal aus der Welt zu bannen und die weltliche Herrschaft des Schwertes zu

festigen. So dringt der Ruf des Königs von Wendland an alle Zauberer Loranors: Geladen

sind sie, zum größten Konvent, das die Welt bisher gesehen hat, in das Land Immernacht,

das zu dieser Zeit noch Cumaroth heißt.

Doch der König hielt nicht Wort und begann, den Verrat im Blut, seinen Vätern zu folgen.

Er gibt den Befehl, allen Zauberern den Tod zu bringen, und das Land niederzubrennen.

Doch die Magier setzen sich mit allem, was sie ihm entgegenhalten können, zur Wehr und

es tobt für ein halbes Jahr ein Krieg, der den Landstrich von Grund auf verändert. Zwei

der Akademien fallen noch in den ersten Tagen des Konfliktes, die Weiße Zitadelle und

die Schwarzen Zwillinge jedoch können ihre Stellung verteidigen und werden zu Bastionen

der Zauberei.

Heute gibt es nur noch wenige Berichte über die 200 Tage andauernde Schlacht, in der

gleichsam die dunklen Riten der Daimocris entfesselt werden, während die Gegenseite

Heilzauberer den Foltertod sterben lassen. Doch als die Kräfte nach diesen Tagen beiderseits

ermatten, kommen die Anführer der Parteien überein: Nie wieder sollen Wendlands

Truppen Fuß setzen, in das Land, das heute Immernacht genannt und nie wieder sollte

Wendlands Königreich von der Macht der Zauberei heimgesucht werden. So erreicht

der König des Wendenlandes sein Ziel, das Land von aller Magie zu befreien, doch noch,

während ein anderer Landstrich Loranors davor überströmt.

Aurelian Greifenschlag ist es, der die Not erkennt und einschreitet. Er bittet Ilamea Silberhaar

und Treastas Turmwacht zu sich, erklärt ihnen sein Vorhaben und trägt ihnen

auf, die zehn besten ihrer Männer und Frauen mit sich in das Land der Zauberei zu bringen,

den Ordo dort gemäß den Geboten aufleben zu lassen, und an seiner Statt über das

Land zu wachen. Denn einen Wall würde er schaffen, der alle Zauberei daran hindert, das

Land zu verlassen und Jahrzehnte wird es keinem Sterblichen möglich sein, Fuß in das

Land zu setzen.

Der Wall hält unbeschadet über drei Generationen hinweg, bis Gwendolyn ihn im November

des Jahres 126 nach Gründung des Ordo Stellae Aenae zu Fall bringt, um sich

auf der Suche nach den verschollenen Relikten des Zweihundert-Tage-Krieges und dem

Sternenthron in das Land Immernacht aufzumachen.

Der Sternenthron

Gwendolyns Handeln in Immernacht wirft noch heute viele Fragen auf, die nicht geklärt

sind. Mittlerweile können wir uns jedoch sicher sein, dass ihr Interesse an Hohenbergen

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erloschen ist, und ihr Ziel tatsächlich das Erfechten des Sternenthrons ist. Zu welchem

Zweck sie auf das Artefizium jedoch zurückgreifen möchte, ist eine der Fragen, die uns

heute bewegen.

Das Artefizium selbst zählt mit einigen wenigen anderen Stücken, wie etwa der Göttergunstkrone,

zu den magischen Gegenständen der Geburtsstunde der Welt, wie wir sie

heute kennen. Erbaut wurde er nach unserem derzeitigen Wissen von Celendriel, die auch

mindestens einmal im Laufe der Geschichte Loranors auf seine Kräfte selbst zurückgegriffen

hat.

Soweit wir es derzeit ermessen können, offeriert der Thron seinem Gebieter die Herrschaft

über alle Zauberei Loranors. In welcher Form sich dies jedoch zeigt, ist derzeit nur Spekulation.

Eine Möglichkeit wäre der Raub aller Magie, die dem Herrscher als Gabe zur

Verfügung stehen würde, wie auch ein Cantus der Magia Controllaria, die alle Zauberer

des Landes unter den Bann des Thrones zwingt.

Was wir sicher wissen, ist dass mit dem Verkünden des Anspruchs Gwendolyns auf den

Thron, das Artefakt gleichsam allen potentiellen Kontrahenten die Teilnahme am Spiel

um den Thron ermöglichen muss. So beruft der Thron zu Beginn des Jahres 127 nach

Gründung des Ordo Stellae Aenae fünf Zauberer, namentlich:

Gwendolyn Niewinter, zu dieser Zeit noch Wächterin Shar’Mal’Chiars und im Bunde mit

Ambracoor. Balthusius Hammerhand, mit dem Tode im Pakt mit der Roten Kaiserin

vereint. Sinora Zwillingswacht, Spektabilität der Schwarzen Zwillinge und kundige Nekromantin.

Die Herrin des Blütenmauerturms, eine Vinyamar und die Mutter Yavienn

Abendsturms, sowie zuletzt auch Ilcaron Perensen, der wohl allen Lesern dieses Buches

bekannt sein wird.

Zur Zeit als diese Zeilen verfasst werden, also in den frühen Novembertagen des Jahres 128

sind von diesen ursprünglich fünf Kontrahenten bereits zwei aus dem Leben, beziehungsweise

aus dem Anspruch auf den Thron geschieden. Balthusius Hammerhand hat bereits

einen Mond nach Verkündung seines Anspruches den Tod durch unsere Hand gefunden,

Sinora Zwillingswacht ist von ihrem Anspruch zurückgetreten. Es liegt die Vermutung

nahe, dass sie sich Gwendolyn angeschlossen hat.

Wir sind uns sicher, dass das Spiel um den Thron nur von begrenzter Dauer ist, und nach

Ablauf der Zeit, sollte bis zu diesem Zeitpunkt noch mehr als eine Person Anspruch auf

den Thron erheben, alle Beteiligten der Tod ereilen wird. Somit wäre eine Möglichkeit

bereits genannt, Gwendolyns Pläne zu vereiteln.

Als bestätigt gilt zu diesem Zeitpunkt auch, dass der Anspruch auf den Thron nur von

einem Sterblichen wahrgenommen werden kann, der sich im Besitz der Göttergunstkrone

befindet. Allerdings scheint die Bindung an die Krone erst nach der ersten Nutzung des

Artefaktes hinzugekommen zu sein.

Damit offenbart sich unter anderem auch das gewaltigste Problem, welches Gwendolyn

zum Gelingen ihres Planes im Wege steht: Als Wächterin Shar’Mal’ Chiars besitzt sie

nicht die Seele einer Sterblichen und wäre so, selbst nach dem Tod aller Kontrahenten,

nicht in der Lage, den Thron in Besitz zu nehmen.

Ich werde an späterer Stelle auf eben dieses Problem erneut zu sprechen kommen.

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Die Wiederentdeckung Immernachts

Neben den Geschehnissen auf Goldenkron ist es Aurelians Bitte, nach Immernacht zu

reisen, und Gwendolyn Einhalt zu gebieten, die uns dazu bringt, den Weg durch den

Aurelianswall in den Tagen um den dritten Januar des Jahres 127 anzutreten. Da der

weltliche Weg noch immer nicht passierbar ist, entfesselt man die Macht Gut Silberglanzes,

welches Hammerfest gleich den Weg durch die Sphären antritt.

Dabei ist das Ziel nicht nur, die Wächterin Shar’ Mal’Chiars daran zu hindern, ihren

Anspruch auf den Sternenthron durchsetzen zu können, sondern auch das Herzogtum

Hohenbergen wieder zu einen und die Bürger Immernachts zum Kriegseintritt zu bewegen,

um den Krieg mit Sonnstedt zum Ende zu bringen.

Nach einer wagemutigen und gefährlichen Reise zwischen den Welten erreicht die Gesandtschaft

des Ordo und des Rothenberges wie durch ein Wunder unbeschadet Immernacht,

wo sie sich dem Immernachter Ordo, sowie Truppen Gwendolyns gegenübersehen. Zwischen

den Kämpfen gegen die Ambracoori und die besiegt geglaubte Kriegsessenz erfährt

man, dass der Ordo einer Prophezeiung folgend an diesen Ort kam und lässt sich innerhalb

eines Abends die Geschichte des Landes näher bringen, die in Hohenbergen als vergessen

gilt.

Schnell wird offenkundig, dass sich innerhalb des Aurelianswalls neben den Gefahren, von

denen man bereits ausgegangen ist, auch ein Ort befindet, der Splittergrund geheißen.

Man vermutet dort Gwendolyns Aufenthaltsort und es kommt ans Licht, dass Balthasar

Sternenklinge, ein Mitglied des Ordo Hammerhands, der bereits auf Hammerfest unter

dem Magus Galad gedient hat, vor seiner Reise durch die Sphären an eben diesem Ort als

einziger Sterblicher einer Dämonin den Tod gebracht hat.??Die Creatur aus dem Gefolge

Shar’Mal’Chiars gilt als die Mutter der Rouan’Chiar, weibliche daimonoide Gestalten,

deren Blick einen jeden Sterblichen, gleichob Mann oder Weib in ihren Bann ziehen kann,

und die durch Magie nicht zu verletzen sind. Die Creatur wird im Spiel um den Sternenthron,

genauer im Bezug auf Gwendolyns Menschwerdung, anderthalb Jahre später noch

an Bedeutung gewinnen.

Mithilfe des sich auf Silberglanz befindlichen Simulacrums bittet Ilcaron Vertreter aller

kriegsfähigen Parteien zu sich an den Tisch und bekundet den Anspruch Hohenbergens

auf das Land. Schnell wird klar, dass die drei Generationen Abgeschiedenheit viele Unterschiede

in der Lebensweise und der Auffassung von Recht und Ordnung hervorgebracht

haben. Man gewinnt lediglich eine soraelgläubige Provinz, sowie die Besitzerin der Mine

von Kall’Baroth, Iphema Perensen, als Verbündete. Ein wichtiger Sieg, denn ohne die

Kristalle, die in den Minen gefördert werden, ist das Zaubern unter dem Einfluss des

Aurelianswalls nicht möglich.

Während der Verhandlungen ist man immerfort den Angriffen der Ambracoori und der

Rouan’Chiar ausgesetzt. Tatsächlich gelingt es den Gardisten des Ordo eine der Dämonenblütigen

den Tod zu bringen, doch der Preis dafür ist der Tod des Immernachter

Hauptmanns der einen freien Platz hinterlässt, der bis heute noch nicht besetzt ist.

Die beständigen Kämpfe zwingen die Anwesenden zum Handeln und so wappnet man sich

für die kommenden Angriffe. Es ist Ilcaron, der seinen Anspruch auf den Sternenthron

vor Gwendolyn rechtfertigt, indem er sowohl die Kriegsessenz, als auch die Carcharoth in

einem einzigen Kampf zurückschlägt. Daraufhin erlöschen die Angriffe und die Ländereien

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um Silberglanz scheinen für die nachfolgenden Tage sicher.

Balthusius Tod

Derweilen machen sich die Renegaten in Hohenbergen auf, das Land vor Balthusius Wahn

zu bewahren. Wir verbringen mehrere Monde damit, die Untoten, die der Ritus auf Goldenkron

erhoben hat, aus Finnlorien zu vertreiben, geraten dabei jedoch immer tiefer zum

Herz des Übels vor, sodass wir uns Mitte des Märzmondes im Jahr 127 als die Gejagten

betrachten müssen.

In den verschneiten Gebieten der Finnlor-Hochebene setzen wir der einzigen Spur, die wir

von Balthusius haben, nach. Die erste Krähe, vermutlich eine Dienerin des Gottes des

Todes, der der Roten Kaiserin diametral gegenübersteht, händigt uns ihren Stecken aus,

der in der Lage ist, alles Unleben im näheren Umkreis zu offenbaren.

Im Zuge unserer Jagd retten wir einem Immereiser Gardisten das Leben. Wie sich herausstellt,

ist er der Grund für Hammerhands Interesse an diesem Landstrich, denn er ist

niemand sonst, als sein eigen Fleisch und Blut. Sein Sohn schließt sich unseren Bemühungen

an und schon die darauffolgende Nacht ist es, die Balthusius und seinen Heerwurm

zu uns führt.

In einer Schlacht, die ich wohl bis an mein Lebensende nicht mehr vergessen werde, gelingt

es uns, das Walten des Zauberers in Loranor ein für alle Mal zu beenden, wenn wir auch

mit dem Leben Dalrek Kaltstahls und Balthusius Sohn bezahlen müssen.

Doch die Göttin des Todes erwählt sich nach dem heldenhaften Tod Dalreks im Kampf

gegen einen Diener der Roten Kaiserin Dalrek als den Mann, der ihr den Weg zurück in

die Welt der Menschen weißen soll.

Sein Leichnam verschwindet noch an Ort und Stelle, was uns erst einige Augenblicke nach

dem Kampf gegen Balthusius bewusst wird. Wir glauben Dalrek verloren und sind umso

erstaunter, als er wenige Wochen später erneut zu uns stößt.

Das erste Ende des Bürgerkrieges

Nach dem Sieg über Balthusius erreicht uns Anfang des Mondes Mai 127 die Nachricht

einer Frau namens Cassadina Schwanenglück, welche uns anbietet, mit unserer Unterstützung

den Bürgerkrieg beenden zu können. Im Rausch unseres Sieges gegen den

Magus Galad kommen wir dem Ruf ohne zu zögern nach und machen uns auf den Weg

gen Gut Hirschentreu.

Bereits zwei Tage vor dem Gut geraten wir in Scharmützel mit der schweren Infanterie

Sonnstedts und bahnen uns einen Weg durch die feindlichen Reihen, um in einer Taverne

auf Cassadina zu treffen, die uns über den Aufenthaltsort des jungen Bereneas von

Sonnstedt, dem Sohn des Grafen Berengars, in Kenntnis setzt.

Schnell erschließt sich uns das Problem, dass Gut Hirschentreu Gwendolyns Heerscharen

dieser Tage als Ambracoori-Schmiede dient, womit wir uns der ersten Erstürmung einer

solchen gegenübersehen.

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In den folgenden Tagen treibt die Schmiede Goblins aus den umliegenden Minenstollen der

Zwerge, die seid Jahrzehnten als verlassen gegolten haben. Während wir uns den Angriffen

dieser Kreaturen entgegenstellen öffnen sich unsere Geister für die letzten Gedanken einer

verlorenen Zwergensippe und wir müssen uns vor Augen führen, dass bereits die Zwerge

mit den Orken um die Gunst Armathars gerungen haben.

Gemeinsam brechen wir auf, um mit einem sonnstedter General, der bereit ist sich gegen

seinen Grafen zu stellen, die Bedingungen der Aushändigung des Kindes an de Grafen

zu besprechen. Caredean Flutensporn ist in den meisten Belangen unserer Meinung und

sichert uns zu, für Frieden mit Sonnstedt zu sorgen. Auf unsere Forderung nach Berengars

Kopf reagiert er nur bedingt.

Allerdings lassen die diplomatischen Gespräche mit Caredean die Frage offen, woher wir

vom Aufenthaltsort des Knaben wissen. Im Zuge dieser Fragen wird der junge Knappe

Valerias aus dem Dienst seines Ritters Caredean entlassen und soll wegen Hochverrat dem

Tode überantwortet werden.

Dalrek bietet dem Knappen an, das Schwarz zu tragen und sich den Immereiser Truppen

anzuschließen. Noch in der selben Stunde schwört Valerias den Immereiser Schwur und

schließt sich unserem Sturm gegen Hirschentreu an.

Wir kämpfen uns mit allem, was uns zur Verfügung steht, durch die umliegenden Wälder

und zermürben an den Scharen, die uns Deyanira entgegen schickt. Erst die Ankunft

Luthors ruft uns wieder Mut in unsere Herzen und wir beginnen den Sturm auf die

Schmiede.

Gerade in dem Moment, in dem wir neuen Mut geschöpft haben, tritt der zerschundene

Simael vor uns und spricht wirr davon, dass Tankred die Seele Sardas in einem dunklen

Ritus Ambracoor zu Teil werden lassen will. Er selbst konnte die Magie Sardas gerade

noch davor bewahren, das dritte Opfer zu werden. Er entkommt Tankred und bittet Lares,

sein Leben zu beenden, damit er mit der Stärke, dem Mut und der Magie des Drachen

gegen den Paktierer bestehen kann. Lares kommt seiner Bitte nach.

Wir marschieren auf das Gut und die Schrecken und Grauen, derer wir dort Zeuge werden,

lassen sich nicht in Worte fassen. In einer gewaltigen Auseinandersetzung gelingt

es uns, Deyanira Lanzengang, Yerodin Schattenklinge, Tankred Pechschwinge, sowie der

daimoniden Wesenheit aus Ambracoors Hölle und dem Leibmagier Deyaniras den Tod zu

bringen.

Als Lares Tankred den Todesstoß setzt, erscheint Sardas und fordert den Korporal um

seine Seele. Doch Lares kann sich, auch dank des Mutes seiner Gefährten, vor dem Drachen

behaupten und wir werden Zeuge der Geburt eines neuen Mannes.

Den Knaben Bereneas finden wir unter den unzähligen Gefangenen auf Gut Hirschentreu

und nehmen ihn an uns. Wenige Tage später übergeben wir ihn Caredean der Abmachung

folgend aus.

Entdeckung Amhalls

Zur Zeit um den Junimond 127 erreicht Ilcaron Perensen eine Nachricht der Kiranakademie,

in der er darum gebeten wird, den gangbaren Gebirgspass zwischen Hohenbergen

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und Immernacht zu sichern, aufdass sich in den Sommermonden eine Gesandtschaft der

Academia unbeschwert gen Immernacht aufmachen kann.

Ilcaron wählt einige Männer des Ordo, die sich derzeit mit ihm in Immernacht befinden

aus, ihm auf den Weg zu folgen. Gleichzeitig versucht die Gruppierung um Luthor von

Hohenbergen aus den Pass zu erreichen.

Etwa zeitgleich treffen die Parteien im Tal von Amhall ein, einem mystischen Ort, der

genau wie Immernacht selbst, längst in Vergessenheit geraten ist. Luthors Männer werden

bereits kurz vor Amhall von einem Vampir namens Silas, dem einzig männlichen Nachfahren

der verstorbenen Daimonin vom Splittergrund, am Erreichen des Tals gehindert. Doch

es gelingt dem Marschall sich zu behaupten und so trifft man in Amhall nicht nur auf

Ilcaron und die Männer aus Immernacht, sondern auch auf die dort lebende Valaya-Elbe

Celendriel und den Zwerg Armatholosch.

Desweiteren stößt in Amhall ein Druide namens Gereon zum Ordo hinzu, auf der Suche

nach einer Möglichkeit, den Lebensbaum des Besenborsttals zu erretten. Eine Vision ist

es, die ihn diesbezüglich nach Amhall führt.

Große Verwunderung herrscht unter den Anwesenden, als man erfährt, dass sich neben

der Valaya, dem Zwerg und dem Vampir auch eine Gardistin des Ordo namens Tara auf

Amhall befindet. Nachdem Celendriel ihr die Prophezeiung des kommenden Unheils, sollte

Salassia Silberhaar nicht binnen der nächsten Monde aus dem Leben scheiden, offenbart

hatte, zerbrach der Geist der Ritterin an ihrem Glauben und Celendriel sah sich zu nichts

anderem mehr in der Lage, als sie zur Ruhe zu betten.

Allerdings gelingt es ihrem Bruder Celeb, einem Waldläufer der Ordo, seine Schwester ins

Leben zurück zu bringen.

Unterdessen versucht Silas beständig durch Angriffe auf das Tal die Gäste zu vertreiben

und nach und nach offenbart sich, warum. Denn Amhall ist durch Celendriels Zauber vor

den Augen der Höheren Mächte verborgen und er fürchtet, dass sie den Zauber brechen

könnten, wodurch sein Leben in Gefahr wäre.

Man findet einiges über Celendriel und Armatholosch heraus und erkundet die in Amhall

befindlichen Schreine Caladias und Shar’Mal’Chiars, Ambracoors und Soraels, wohl die

vier Urmächte unserer Welt. Beinahe befreit Luthors Anwesenheit Ambracoors erste Dienerin

Daimocris, die in Amhall gefangen ist, doch der Wächter nimmt sich zurück und

zerstört den Kerker nicht.

Während eines Angriffs durch Silas sehen sich die Anwesenden nur durch Caladias Eingreifen

noch in der Lage, den Sieg davon zu tragen und entfernen das Einhornhorn aus

dem letzten Schrein der Göttin, ohne die Auswirkungen für die Welt absehen zu können.

So führen sie unbewusst den letzten Zug im Spiel gegen die Göttin der Magie und tilgen

all ihr Wirken unwiederbringlich aus der Welt.

Silas zieht sich zurück und beißt Yavienn in der darauf folgenden Nacht, um ihn Gwendolyns

Handlungen verstehen zu lehren. Luthor reißt endgültig der Geduldsfaden, als er den

Herolansreiter darnieder liegen sieht und fordert Silas zum Kampf. Er geht zwar als Sieger

gegen den Daimonenspross hervor, kann aber Yavienns Fall an Shar’Mal’Chiar vorerst

nicht aufhalten.

Nach dem Tod des Vampirs drängt sich der eigentliche Grund des Besuches wieder auf und

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es gelingt Ilcaron, Celendriel und Armatholosch davon zu überzeugen, den durchreisenden

Zauberern den Weg durch Amhall nicht zu versperren und so reist man nach wenigen

Tagen des Aufenthalts zurück nach Hohenbergen, beziehungsweise Immernacht.

Die Eroberung Culdaars

Nur zwei Monde später im August des Jahres 127 nach Gründung des Ordo Stellae Aenae,

unternimmt der vor gut acht Monden durch die Ankunft des Ordo und der Truppen des

Rothenbergs zu neuer Größe aufgestiegene Sonnenzug den ersten Angriff auf verfeindete

Siedlungen im Landesinneren Immernachts.

Ziel ist das Slavenlager und die bedeutende Kristallmine der Siedlung Culdaar nahe Ort

Mathairs, die von Blutauge, dem Armathus Sinora Zwillingswachts, selbst verteidigt worden

ist. Im Zuge der Kämpfe geraten den Ordo und der Rothenberg, darunter Verador,

Yavienn, aber auch Salassia und Kasmyrin in Gefangenschaft und werden nach Culdaar

gebracht.

Dort zwingt man sie zur Arbeit in der Kristallmine, allerdings gelingt es den Männern

und Frauen, sich innerhalb nur zweier Tage zu befreien und den Aufstand in Culdaar

zu proben. Sowohl der hochrangige Ambracoor-Paktierer, der Herr über die Siedlung

ist, als auch die Dienerin Shar’Mal’Chiars finden im Zuge der Revolte den Tod und es

gelingt Kasmyrin, den Ort dem Sonnenzug einzuverleiben, sowie das Schwert Culdaars,

eines Cumarother Ritters, an sich zu nehmen, um es dereinst seiner Familie in Cumaroth

zurück zu bringen.

Die Angriffe der Kriegsessenz und zahlreicher Ambracoori nach dem Tod des Paktierers

können mit Mühe und Not abgeschlagen werden und es gelingt, den strategisch wichtigen

Ort vorerst zu sichern.

Das Ableben Casparek Flammenrocks

Es ist ein Schreiben der Herrin des Blütenmauerturms, die uns gegen Ende des Jahres

127 zurück nach Niewinter ziehen lässt. Ihre Worte klingen beängstigend, spricht sie doch

von Tod, den das Übel des Fenuen über die Welt zu bringen bereit ist. Die Geschehnisse

in Mirlor lassen lediglich den Schluss zu, dass die Elbe damit Casparek meint und da wir

uns ob der Geschehnisse auf Hammerfest für seine Rückkehr in diese Welt verantwortlich

fühlen, brechen wir ohne Umschweife erneut gen Niewinter auf.

Bereits auf dem verschneiten Weg zum Gut werden wir Zeugen der Herbeirufung zweier

Geister, die Casparek zu seinem Schutze in die Welt zwingt. Die Seelen Gwyneths und

Feodoras treten aus Ambracoors Reich erneut in die Welt und bemühen sich, gemeinsam

mit seinen Ambracoori, uns den Weg zum Gut zu verbauen. Doch es gelingt uns Niewinter

unversehrt zu erreichen und Großmeister Emmerich Falkenstein und seinem Armathus

Alenas Starkschild, sowie einem Alten Freund Emmerichs mit dem Namen Loran Owar,

Beistand im Kampf gegen die Ambracoori zu sein.

Im Laufe der nächsten Tage kümmere ich mich darum, mein erklärtes Ziel - das endgültige

Ableben Caspareks - zu erreichen und meine Forschungen bringen zu Tage, dass es nahezu

keinen Weg gibt, ihn unter dem Schutz er beiden Racheseelen dem Tode zu überantworten.

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In der Nacht vor seinem endgültigen Scheiden aus der Welt offenbart sich mir sein Wahn

und ich lege die letzten Skrupel, die mir den Weg verbauen können, ab. Durch einen

Illusionsspruch ist es mir möglich, den Ring, an den sein vampireskes Leben gebunden ist,

aus seinem Lager zu entwenden und meinen Plan in die Tat umzusetzen.

Ich wecke Gwyneths Rachegelüste mir gegenüber und zwinge sie in meinen Zirkel, in

dem es ihr nach mehreren Canti nicht mehr möglich ist, ihren wahren Namen vor mir zu

verbergen. Ich entreiße sie dem Bann meines Vaters und hetze sie auf Feodoras gepeinigte

Seele, um so den letzten Schutz von Casparek zu nehmen.

Schließlich stellen wir den Zauberer, der gerade im Begriff ist, sich in Richtung Fenuenwacht

zurück zu ziehen. Doch ohne die beiden Seelen zu seinem Schutz gelingt es dem

Magus Galad nicht, sich gegen uns zu behaupten und so tritt am fünften Tag des Dezembermondes

127 nach Gründung des Ordo Stellae Aenae Magister Maior Casparek

Flammenrock endgültig seine letzte Reise ins Nirgendmeer an.

Und so schließt sich Ende des Jahres 127 mit dem Tod Caspareks das Kapitel um den

Visaryon-Zirkel mit dem Tod seines letzten großen Zauberers endgültig. Die Schatten

des Krieges in Hohenbergen scheinen alle aus der Welt getreten zu sein und wir beginnen

das nächste Kapitel im Kampf gegen die einstige Wächterin Caladias, die derzeitige

Wächterin Shar’Mal’Chiars, die machtvollste je zu Ambracoor gefahrene Seele, die Frau,

die auch heute noch auf den Namen Gwendolyn Niewinter hört. Nach nunmehr sechs

Jahren Krieg gegen diejenigen, die überzeugt davon waren, dass ihr Weg der richtige für

die Welt ist, verlagert sich das Kriegsgeschehen nach Immernacht und zurück bleibt ein

Land Hohenbergen, das immernoch im Bürgerkrieg gefangen ist.

Der Tag des langen Marsches

Zur Jahreswende des Jahres 127 auf das Jahr 128 nach Gründung des Ordo Stellae Aenae

sehen wir uns zum ersten mal wieder in der Lage, unbeschwert die alten Traditionen

aufleben zu lassen und Herolans Sieg gegen das wendländische Königreich gebührend zu

ehren.

Es ist an Felicia, uns zur Feier des Festes nach Silberglanz zu laden und uns zu offenbaren,

dass sie ihrer Heimat endgültig den Rücken kehrt.

Es gelingt uns für einige Stunden die Unruhen des Krieges hinter uns zu lassen und uns

ganz den Menschen zu widmen, mit denen wir seid nunmehr weit über fünf Jahren Seite

an Seite gegen das Kämpfen, was Shar’Mal’Chiars Einfluss aus Gwendolyn Niewinter

gemacht hat.

Im Zuge der Feier entdecke ich, dass es neben dem Sieg über die Ordensgründerin noch

etwas anderes in dieser Welt gibt, für das es sich zu kämpfen lohnt.

Allerdings unterbrechen zwei Ereignisse unsere unbeschwerte Feier und reißen uns bar

jeder Vorwarnung zurück in das Kriegsgeschehen. Es offenbart sich, dass das Geschenk

des Lebens, das die Göttin des Todes Dalrek dereinst gemacht hat, an eine Bedingung

gebunden war, die er nicht erfüllen konnte. So ist es wohl nur Andarion zu verdanken,

dass Dalrek heute noch unter uns weilt, denn lediglich das Schwert des Sommers hält ihn

derzeit am Leben, bis es ihm gelingt das Herz einer anderen höheren Macht zu erweichen

und seiner Seele wieder einen Lebenssinn zu geben, den die eifernde Göttin ihm geraubt

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hat.

Außerdem offenbart sich Leanders Sehnen nach Niavelle, was Andarion dazu bringt, dem

gefallenen Weißen Schwert den Tod zu schwören und bar jeder Vernunft mit einigen

wenigen den Weg zum Splittergrund anzutreten.

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Der Kampf um Cumaroth

Mit dem im Zerfall begriffenen Aurelianswall beginnt für uns im Jahr 128 die vorerst letzte

Etappe im Krieg gegen Gwendolyn. Das seit nunmehr über 120 Götterläufen von keiner

hohenbergschen Seele mehr betretene Land birgt neben zahlreichen in Vergessenheit geratenen

Meisterstücken gildenmagischer Zauberei und einem Teil der Göttergunstkrone

auch eine vielleicht Kriegsentscheidende Streitmacht, beim Namen genannt die Ritterschaft

Cumaroths, deren Eingriff in die Kämpfe um Immernacht das Blatt wieder zum

Guten wenden könnten.

Doch über drei Generationen Trennung liegen zwischen Cumaroth und Hohenbergen und

die einstige Grafschaft hat sich in Abgeschiedenheit zu einem Hort des Friedens entwickelt,

der frei von Zauberei zu existieren scheint. So ist es an uns, die Ritter um Prinz Armathas

davon zu überzeugen, die Waffen gegen Sonnstedt und Gwendolyn Niewinter zu erheben

und sein Land in einen Krieg zu führen, der die Grenzen seines Reiches wohl so schnell

nicht erreichen wird.

Neben dem militärischen Interesse birgt das Land jedoch auch unzählige unergründete

Geheimnisse der Zauberei, die große Magier wie Karchedir und Archedean vor Jahren dort

zurück gelassen haben, darunter auch ein sagenumwobenes Artefakt, das den Beinamen

“Der Quell der Zauberei” trägt und die letzten Geheimnisse den Sternenthron betreffend.

So entbrennt ein erbitterter Machtkampf zwischen Kasmyrin von Klingenstein und Mayavan

Sommerhaar um die Vorherrschaft über das Land, die Grafenkrone von Cumaroth

und das Kommando über die Ritter Armathas.

Die Eroberung des Eberwaldes

So beginnt für uns alle mit dem Junimond des Jahres 128 das wie es derzeit scheint

letzte Kapitel des Kampfes gegen die Wächterin Shar’Mal’Chiars, als es sowohl einer

kleinen Gruppe Sonnstedter Infanteristen, als auch einer handvoll Männer und Frauen

um Kasmyrin gelingt, die durch den Aurelianswall nicht mehr ausreichend geschützte

Grenze gen Cumaroth, das damals auf den Namen Immerlicht hört, zu überqueren.

Mit Gewalt reißt eine Rouan’Chiar im Auftrag Mayavan Sommerhaars die labile Barriere

zwischen Immernacht und Cumaroth entzwei und ermöglicht den Sonnstedter Truppen,

wie auch unserer Gesandtschaft den Übertritt in das seit nunmehr über Einhundert Jahren

vergessene Land. So erreicht die Gruppe um Kasmyrin einige Tage später das Gut

Eberwald, in dem ein Raubritter namens Malewand der Lange sein Dasein fristet und sich

darum bemüht, Gerechtigkeit über Cumaroth zu bringen.

Immer wieder greifen vereinzelte Ambracoori-Kampfgruppen das Gut an und verhindern

so, dass Kasmyrin sich mit den Seinen weiter ins Landesinnere fortbewegt.

Im Laufe der nächsten Tage gelingt es, das rätselhafte Interesse des Sonnstedter an diesem

verlassenen Ort zu ergründen, denn nicht Unweit des Lagers befindet sich ein Schrein,

der als labiler Kerker für eine Racheseele Ambracoors dient, die hier vor Jahren bereits

gebunden worden ist.

Es gelingt den Anwesenden nicht nur, mehr über das Land in Erfahrung zu bringen und

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die fehlenden 100 Jahre Geschichte grob zu überbrücken, sondern auch das Opfer der

Armathar-Priesterin zu huldigen und die Racheseele wieder in den Schrein zu zwingen.

Im Laufe der Auseinandersetzungen mit der Sonnstedter Infanterie, sowie zahlreichen

Schlächterschatten fällt der Knappe Mayavans durch das Schwert Kasmyrins, was die

Sonnstedter Truppen zur Aufgabe der Eroberungsversuche des Eberwaldes zwingt.

Nach dem Sieg über die Horden Ambracoors erhebt Malewand im Sterben inbegriffen den

Knappen Kasmyrin zum Kevall Cumaroths und vermacht ihm den Eberwald zum Dank

dafür, dass er seine Frau und seine Tochter vor dem Tod errettet hat.

Wenig Sinn im Verweilen sehend macht sich der junge Kevall mitsamt seiner Getreuen

weiter ins Landesinnere auf und setzt Mayavan nach. Allerdings verbringt er auf Grund

politischer Scherereien die nächsten Monde am Hof Leonores der Jungfer, die ihm den

Weg ins Herz Cumaroths verwehrt.

Dort stoße auch ich nach einem halben Jahr in Hohenbergen wieder zu ihnen und wir

verbringen einen wundervollen Sommer in Mitten des Krieges am Hof einer Dame, die

uns eine gar seltsame Gastgeberin ist.

Währenddessen begibt sich Mayavan, gemeinsam mit seiner Schwester und seinem Hofmagus

Kamastrean Schlagenstab zum Hof des Cumarother Prinzen und bringt seinen

Anspruch auf den Cumarother Grafenthron vor. Lares und Valerias nutzen die Zeit, um

die nördliche gelegene Feste gegen die Orken zu besuchen, die seit hunderten von Jahren

die einzige Bastion gegen die Orken ist.

Gwendolyns Menschwerdung

Unsere Reise durch die Geschichte dieses Krieges führt uns Mitte August des Jahres 128

zurück nach Immernacht, genauer gesagt zur Grenze zum Splittergrund, wo eine kleine

Gruppierung um Andarion Flinkstiefel und Yavienn Abendsturm das Wappen des Ordo

abgelegt haben, um dem Feind einen vernichtenden Schlag zuzuführen und den auf Ilcaron

Perensen und der Herrin des Blütenmauerturms liegenden Fluch ein Ende zu setzen, bevor

Gwendolyns Zauber ihnen den Tod bringt und die Magistra zur Thronerbin erklärt.

In einem waghalsigen Unterfangen brechen die Männer und Frauen zum Splittergrund

auf, wo sie neben den Foki des Fluches der Magistra auch Leander - das gefallene Weiße

Schwert und den Vater der Naergon - vermuten.

Bereits bei der Ankunft stoßen sie auf heftigen Widerstand, der nicht wie vermutet alleine

auf Ambracoori und Kultisten gründet, sondern von einer Amazone angeführt wird.

Nach den ersten Kämpfen auf feindlichem Gebiet suchen Andarion und seine Mitstreiter

Zuflucht in einem verlassenen Lager der Pfauengarde, in dem sie auf die Erbin des Amazonenthrones

Menelia Morgendorn und ihren Gefangenen, einen Pfauengardisten treffen.

Man erkennt schließlich, dass man auf der gleichen Seite steht und verbündet sich im

Kampf gegen die Mächte der Finsternis an diesem Ort. Menelia berichtet davon, dass

sich ein Teil des Volkes der Amazonen zu Shar’Mal’Chiar hingezogen fühlt und dass ihre

Schwester Alaria auf Seiten Gwendolyns streitet.??Des Nachts werden die dort Anwesenden

Zeuge einer Vision, die ihnen offenbart, was tatsächlich mit der Göttergunstkrone

geschehen ist, nachdem sie aus den Händen Simyaras an die Menschen übergeben wurde.

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Nachdem sich die drei Herrscher der Menschen - der Herzog Hohenbergens, der Graf Cumaroths

und die Königin der Amazonen - nicht einig werden konnten, wer das Geschenk

der Götter zu seinem Insignium erklären dürfe, zerschlugen sie das Relikt und teilten es

untereinander auf.

So bewahrte die Krone offensichtlich den Segen der Götter auf, doch ob sie dem Volk

des Trägers nach dem Akt der Teilung noch immer die Gunst der Götter sichert, ist

fragwürdig.

In der darauf folgenden Nacht gelingt es, Alaria die Krone vom Haupt zu reißen und das

Lager gegen die nahenden Horden der Ambracoori und Pfauengardisten zu bewahren.

Als am Morgen darauf eine weitere Amazone zu den Truppen um Yavienn stößt, macht

man sich auf, die Stelen, die den Fluch auf Ilcaron und die Herrin des Blütenmauerturms

tragen, zu vernichten.

In einem wagemutigen Gefecht stellt Andarion Leander zum Kampf und entreißt ihm das

Schwert Gilbert Bartlenhaus, in einem Moment der Schwäche. Der Naergon zieht sich zur

Verteidigung seines entrissenen Herzens zurück - denn tragischer Weise gebietet ihm die

Rouan’Chiar das zu schützen, was ihr Macht über ihn verleiht.

In einem kräftezehrenden Kampf, der Andarion und Yavienn alles abverlangt, gelingt

es, sich des Herzens des Weißen Schwertes zu bemächtigen und die Wächtercreatur über

den Fluch der Herrin des Blütenmauerturms zu überwältigen. Der Fluch der Elbe scheint

gebrochen.??Doch Gwendolyns Plan ist nicht nur, den beiden Kontrahenten im Kampf um

den Sternenthron den Tod zu bringen. Sie muss der ersten Dämonin in Shar’Mal’Chiars

Gefolge zur Rückkehr in die Welt verhelfen, um von den Banden der Wächterschaft befreit

zu werden und als Sterbliche ihren Anspruch auf den Sternenthron überhaupt einfordern

zu können.

Sie nutzt die Lebenskraft, die der Ritus Ilcaron und der Vinyamar über ein Jahr und einen

Tag hinweg entzieht und führt diese Kraft direkt der auf dem Splittergrund getöteten

Dämonin zu.

Auch wenn ihr Leib geschlagen ist, so findet sich unter ihren Töchtern doch eine Rouan’Chiar,

die als Gefäß für die Seele der Zurückkehrenden dienen kann. Erst ihre Rückkehr

in die Welt bricht das Band zwischen Gwendolyns und Shar’Mal’Chiar und lässt sie

Mensch werden, wenn auch mit einem Seelenpakt an Ambracoor gebunden.

Ohne das Wissen um das Vorhaben der Magistra Magna wenden sich die Männer um

Yavienn dem Fokus zu, der droht Ilcarons Leben zu beenden. Aus dem Kampf gegen die

Dienerkreatur gehen sie erneut als Sieger hervor und retten so sein Leben.

Doch die Zeichen der drohenden Beschwörung nehmen mehr und mehr zu. In einer verzweifelten

Suche nach dem Verbleib Leanders, der sich, nachdem man sein Herz an sich

genommen hat, dem Einfluss der Rouan’Chiar entzogen hat, offenbart sich der Fall der

endgültige Fall des Weißen Schwertes an Ambracoor.

Doch nach mehreren Tagen des Kampfes hinter feindlichen Linien gelingt es den Männern

und Frauen um Andarion und Yavienn nicht, den Ritus der Rückkehr der wahren Wächterin

Shar’Mal’Chiars zu verhindern und es bleibt einzig die Flucht vom Splittergrund die

letzte Alternative.

Gwendolyns Plan jedoch ist vereitelt, denn ohne den Tod der beiden Kontrahenten im

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Spiel um den Sternenthron und ohne einen Teil der Göttergunstkrone nützt ihr ihre neugewonnene

Sterblichkeit vorerst nichts.

So können wir nun davon ausgehen, dass die Wächterschaft Shar’Mal’Chiars im Moment

ihrer Rückkehr an die Dämonin vom Splittergrund übergegangen ist und wir in Magistra

Magna Gwendolyn Niewinter nun eine sterbliche Frau zum Feind haben, die ihr Herz

und ihre Seele Ambracoor und der Rache an unserer Welt für ihren Kummer und ihren

Schmerz vermacht hat.

Silberglanz im Morgenrot

Während wir uns in Cumaroth darum bemühen, Leonore die Jungfer davon zu überzeugen,

weiter ins Landesinnere vordringen zu dürfen, und sich Andarions Männer angeschlagen

aus dem Splittergrund zurückziehen, erreicht uns zu Beginn des Septembermondes 128

die Nachricht von Lares, dass Silberglanz nach Sabotageakten droht, die Bindung an diese

Welt zu verlieren.

Da das Haus noch immer Heim für den angeschlagenen Ilcaron Perensen ist und dem

Ordo als Bastion gegen den Feind dient, machen wir uns sofort auf den Weg, das drohende

Unheil aufzuhalten.

Wir erreichen nach einigen Tagen Silberglanz, das rudimentär von der reisenden olyquischen

Adepta Aurelie im Zaum gehalten worden ist, die sich jedoch bereits nicht mehr

auf Silberglanz aufhält.

Es gelingt mir, gemeinsam mit Niavelle, die Zauber des Hauses neu zu weben und Silberglanz

fest in der Welt zu verankern.

Allerdings fürchten wir etwa einen halben Tag um das Leben Andarions und der Männer,

die mit ihm als letzte den Splittergrund verlassen haben. Es stellt sich jedoch heraus,

dass unsere schlimmsten Befürchtungen sich nicht bewahrheiten sollten und Andarion

berichtet von den beunruhigenden Geschehnissen - der Rückkehr der Daimonin, die den

Rouan’chiar das Leben schenken kann.

Wir sammeln unsere Kräfte und sprechen nach einer Begegnung mit Celendriel über unser

weiteres Vorgehen, was schließlich zum Streit zwischen Kasmyrin und Luthor führt, der

im Waffengang endet, bevor sich unsere Wege bis zur Schlacht bei Ort Elestra wieder

trennen.

Archedeans Halle

Am sechsten Tag des Oktobermondes im Jahr 128 nach Gründung des Ordo Stellae Aenae

erreichen wir, der Einladung Prinz Armathas folgend, das Haus des Zauberers Archedean,

um uns mit ihm und Mayavan Sommerhaar an einen Tisch zu begeben und über das Küren

des Grafen zu Cumaroth zu verhandeln.

Glücklicherweise erreichen wir das Haus bereits einen Tag vor der Sonnstedter Gesandtschaft,

was es uns ermöglicht, den Geheimnissen des Hauses vor dem Eintreffen der weiteren

geladenen Gäste auf den Grund zu gehen.

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Bereits am ersten Abend scheidet eine Cumarother Hofdame aus dem Leben, als eine

Gestalt aus Ambracoors Höllen - ich vermute mittlerweile, dass es sich dabei um Belzereen,

den Jäger, einen der drei Roten Häscher gehandelt hat - im Haus manifestiert und der

jungen Frau mit einem gezielten Hieb seines Dolches das Leben raubt. Wir versuchen,

die Herkunft des Häschers auszumachen und stoßen dabei auf ein, dem Transport durch

die Sphären dienlichem, Artefizium, welches das Haus mit Archedeans Thaumathurgium

verbindet.

Im Laufe des ersten Abends gelingt es uns, nicht zuletzt dank Aurelies Hilfe, das Artefakt

zu bergen, welches die Kontrolle über das Haus erlaubt. Auf Grund der Beschaffenheit

der Magie des Gegenstandes, nehme ich es an mich und wir machen uns im kleinen Kreis

an die Erkundung der bisher verschlossenen Räume.

Noch in der selben Nacht stellt sich heraus, dass das Haus sich tatsächlich im Besitz der

Flammenden befunden hat, sodass meine Blutlinie mir einen rechtmäßigen Anspruch auf

Archedeans Halle gewährt.

Während ich mich gemeinsam mit Aurelie um die Erforschung der Geheimnisse des Hauses

kümmere, deren Aufzählung wohl im Rahmen dieses Werkes keinen Sinn ergibt, bereitet

sich Kasmyrin, gemeinsam mit Cassadina, Ilcaron, Andred, Lysander und Severin auf die

Verhandlungen mit Armathas und Mayavan vor. Größte Sorge gilt dabei der Ascheklinge,

Mayavans Schwert, einer der Zwölf Klingen, die in einer Reihe mit dem Schwert des Sommers

und dem Schwert des Winters genannt werden kann, welches ob seiner Beschaffenheit

wohl einen jeden von uns mit nur einem Hieb aus dem Leben scheiden lassen würde.

Die Anspannung die nach dem Zeitpunkt als Mayavan mit seinem Gefolge das Haus

betritt, vorherrscht, ist allgegenwärtig und wir beginnen das große Spiel, stets vor den

Augen der Cumarother verborgen, den Feind als solchen zu entlarven und ihn daran zu

hindern, die im Haus gebundene Kriegsessenz Cumaroths zu neuem Leben zu erwecken.

Die geschickten Worte Ayanas, Mayavans Schwester, lassen die politische Waagschale

zunächst zu Gunsten der Sonnstedter kippen, doch im Laufe der Verhandlungen gelingt

es den Männern um Kasmyrin, gemeinsam mit Cassadina, die Augen des Prinzen für die

Verderbtheit Mayavans zu öffnen.??Während man die Bedingungen des Turniers, aus dem

einer der Ritter als Graf über das Land hervorgehen wird, festlegt, gelingt es Kamastrean

zahlreiche der Foki, die die Kriegsessenz binden, zu lösen und bereits nach einigen Stunden

ist es offensichtlich, dass sich die Creatura in den nächsten Tagen befreien können wird.

Derweilen beschäftigen wir uns mit der Ergründung der Geschehnisse, die zum Zerfall des

Aureliansbandes führen und reparieren mit der Hilfe der Roten Hexe den Kraftfluss des

Hauses, als wir das Karfunkel des Drachen Kar’Baharoth zurück an seinen Platz zwingen,

sowie der Analyse Mayavans, die jedoch auch unter größten Bemühungen bis zuletzt mehr

Fragen offen lässt, als sie uns Antworten gibt.

Schließlich gelingt es Kamastrean und Mayavan den letzten nötigen Fokus zu zerstören, der

die Bande der Kriegsessenz vollständig brechen lässt. Gerade in dem Moment, als Yavienn

in Archedeans Hallen ankommt, um uns von den Kämpfen um Ort Elestra in Kenntnis

zu setzen und um unseren Beistand zu ersuchen, verlässt Sonnstedts Gesandtschaft eilig

das Haus.??Wir stellen uns der wiedergekehrten Kreatur im Kampf und zerschlagen sie.

Allerdings gelingt es Ilcaron nicht, die Bannformel in der kurzen Zeit, die uns bleibt, zu

erneuern und so kehrt die Kriegsessenz Cumaroths nach wohl über drei Generationen

erneut in Ambracoors Hölle ein und bietet ein leichtes Ziel für die Dämonologen auf

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Gwendolyns Seite.

Doch die Cumarother Ritter, dem Schrecken Ambracoors nun angesichtig, versprechen

uns ihre Hilfe im Kampf gegen die dunklen Mächte. Unser Ziel, das uns ursprünglich nach

Cumaroth geführt hat, scheint zum greifen nahe, ja sogar schon erreicht!

Im Laufe des Abends schlägt Armathas Kasmyrin aufgrund seiner Taten und der Worte

der letzten Tage erneut zum Ritter, diesmal unter allen nötigen Formen, die die Etikette

gebietet und erkennt meinen Anspruch auf Archedeans Halle an. Eine großzügige Geste

für einen Mann, der kaum mehr als ein Wort mit mir gesprochen hat.

Nach nur einer weiteren Nacht verlassen wir das Haus, um uns gemeinsam mit Yavienn

gen Immernacht aufzumachen und Elestra gegen Gwendolyns Schrecken zu verteidigen.

Die Schlacht um Ort Elestra

Bereits in den frühen Septembertagen des Jahres 128, nachdem die Kunde der Beschwörung

der Daimonin Shar’Mal’Chiars in die Welt getragen worden ist, beschließt Arganod Stabbruch

den Kriegseintritt der Clans und Elestra schließt sich offen dem Sonnenzug an.

Die Heerschau, die der Clansherr zu diesem Zweck ins Leben ruft, stellt die Bedrohung

Elestras für Gwendolyns Vorhaben deutlich zur Schau und die befiehlt den Angriff auf die

befestigte Stadt, nachdem eine zu Verhandlungen geschickte Rouan’chiar von Arganod

selbst entleibt wird.

Luthor Rabenschwinge, den Worten Celendriels folgend, begibt sich erneut mit einigen

fähigen Männern zum Splittergrund, um den Krieg dorthin zu tragen. Allerdings scheitert

das Unterfangen schon in den ersten Tagen, als sie des Heeres ansichtig werden. Der

Schwarze Marschall zieht sich in die Festung zurück und ruft dort etwa drei Tage vor dem

Eintreffen des feindlichen Heeres die ansässige Landbevölkerung zu den Waffen.

Etwa zeitgleich beginnen in Cumaroth die Verhandlungen auf Archedeans Halle. Als Yavienn

am achten Tag des Oktobermondes um Entsatz aus Cumaroth bittet, machen wir uns,

gemeinsam mit den Rittern um Prinz Armathas, auf den Weg, uns dem Heer Gwendolyns

zu stellen.

Derweilen zieht Salassia Silberhaar die Truppen des Immernachter Ordo zusammen und

führt einige Entlastungsangriffe auf die Nachschublinien der Belagerer Elestras, doch

Gwendolyns Truppen ziehen ihr nach und treiben sie ebenfalls gen Westen.

Luthor und Arganod ist es zu verdanken, dass Elestra sich nahezu einen Monat der Belagerung

erwehren kann. Der Versuch, den Belagerungsring zu durchbrechen, wird jedoch

von den anwesenden Rouan’chiar und der Pfauengarde vernichtend zurückgeschlagen. Vor

allem die Landwehr erfährt zahlreiche Verluste.

Gwendolyns Armee treibt Salassias Truppen daraufhin nach Süden bis zur Grenze des Soraelsprotektorats,

während wir uns gemeinsam mit den Cumarother Rittern den nördlich

liegenden Ambracoorihorden zum Kampf stellen und diese bis nach Elestra zurücktreiben.

Gwendolyn sieht sich eingeengt und führt einen schnellen Streich gegen das Protektorat,

welches die Angriffe in Flammen hinter sich bringt. Die Furcht der Cumarother vor den

Heerscharen der Hölle macht es uns im Norden fast unmöglich, den Vormarsch weiter

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zu führen. Als die Tochter Shar’Mal’Chiars sich gegen das Reiterheer wendet, gelingt es

Ilcaron und mir gemeinsam, sie zum Zurückweichen zu bewegen.

Die Schlacht verlagert sich wieder Richtung Ort Elestra und es gelingt den Truppen

der Magistra, das Haupttor zu nehmen, bevor unser Angriff sie erneut zum Rückzug

zwingt. Der Angriff der Ambracoori auf das Lazarett der Cumarother Armee zwingt uns

zum Abbruch der Angriffe, kann jedoch ebenfalls abgeschlagen werden und gemeinsam

mit Salassias Ordo zwingen wir Gwendolyn zur Aufgabe des Belagerungszustandes. Die

Armeen der Schwarzen Zwillinge und des Splittergrundes vereinigen sich und stellen sich

auf offenem Feld, welche wir mit der Roten Hexe und dem Schwarzen Marschall auf

unserer Seite nicht verlieren können und Gwendolyns Truppen ziehen sich nach Aletra

zurück, welches ihnen bar jeder Verteidigung in die Hände fällt.

Das Bündnis um den Sonnenzug schlägt sein Heerlager vor Elestra auf, jedoch begeben

sich die Heerführer allesamt in ihre Besitztümer zurück, um weitere Truppen auszuheben.

Von diesem vernichtenden Schlag, den wir als ersten großen Sieg im Krieg gegen Magistra

Magna Gwendolyn Niewinter seit der Schlacht um Gut Niewinter verbuchen können,

wird sich die Zauberin wohl bis zum Frühjahr nicht mehr erholen, sodass erst nach der

Jahreswende mit weiteren offensiven Handlungen seitens Gwendolyn zu rechnen ist.

So blicken wir Ende des Jahres 128, nach nunmehr sieben Jahren des Krieges, endlich

wieder einer Zukunft entgegen, die uns auf einen Sieg im Kampf gegen Ambracoors Mächte

hoffen lässt.

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