s'Magazin usm Ländle, 2. Juli 2017

vorarlbergkrone

TIERSCHUTZ FALSCHES SPIEL SCHÖNHEIT

Ex-Tierschutzombudsmann

Erik Schmid nimmt kein Blatt

vor den Mund.

Zur Hochzeit sollten die

Glocken klingen, doch dann

klickten die Handschellen.

Einst stand Eva Kutzer selbst

auf den Laufsteg, dann gab

sie ihre Erfahrung weiter.


SONNTAG, 25. JUNI 2017

MARIANNE GREBER

FRAU OHNE

GRENZEN

Fotos: lisamathis.at

Als Sportlerin, Weltreisende,

Künstlerin und Mensch verschiebt

die Bregenzerwälderin ihre

Grenzen immer wieder


2. JULI 2017 | INHALT

Fotos: Maurice Shourot,Mathis Fotografie, Daniela Lais, Dorn/Screenshot Facebook

17

10

Mohnschnecken mal anders

Die süße Versuchung,ganz vegan!

Bio? Logisch!

In der „Gemüsekiste“ der

Fesslers gibt’s nur Gesundes

4Alles nur Schwindel!

Zwei Männer und eine

falsche Prinzessin

10

SchneidersBrille

Das brennende Kind Albert

4 AKTUELL

Wie zwei Vorarlberger auf eine

Heiratsschwindlerin hereinfielen

6 INTERVIEW

Veterinär Erik Schmid über Animal

Hordingund eine Zwickmühle

9 SCHNEIDERS BRILLE

Robert Schneider gedenkt einem

geschundenen Leben

10 GEMÜSEKISTE

Vom Feld auf den Tisch

12 GSIBERGER Z’WIAN

Carola Purtscher trifft

Architektin Marianne Durig

13 PORTRÄT

Marianne Greber –ein

grenzenloses Leben

14 HISTORISCHES BILD

Die Flexenstraße anno 1927

15 MUNDART

Wenn der Vorarlberger „natschlat“,

schmeckt’s ihm besonders gut

16 EVENTS

Was Sie dese Woche auf keinen

Fall versäumensollten!

17 KULINARIK

Mohnschnecken –wieso nicht

mal vegan?

18 WAS WURDE AUS. ..

...Eva Kutzer?

s’Magazin 3


HEIRATSSCHWINDEL

Die beiden Ex-Verlobten Frank

und Jochen haben noch das

eine oder andereSouvenir

ihrer „Prinzessin“aufgehoben.

Fotos: Chantall Dorn

Beinahe hätten für den

Feldkircher Jochen M.

und seine Prinzessin

Anja am 18. August die

Hochzeitsglocken

geläutet. Aber eben nur

beinahe. Wäre da nicht

ihr Lebensgefährte

Frank gewesen. Der

IT-Berater aus Bregenz

hätte die Dame nämlich

am 11. September

ehelichen sollen. Jetzt

sind die Bräutigame

wieder single und die

Angebetete ist im Knast.

Flotter Vierer mit

falscherPrinzessin

„Zu unserer Hochzeit

auf dem Standesamtmöchte

ich, dass die Namen

(Tattoos) verschwinden

und dein Name draufkommt

–für immer“, steht

in dem Liebesbrief an

Frank. Geschrieben aus

dem Knast von der Frau,

mit der der 49-Jährige vier

Jahre zusammengelebt hat

und die seit Mai in

Deutschland imGefängnis

sitzt. Fürstin Anja Sofia

vonLiechtensteinzuSternberg

alias Prinzessin Anja

Sofie von Anhalt. Oder

schlicht und einfach Anja

D., wie die gelernte Altenpflegerin

mit bürgerlichem

Namen heißt. „Wir hatten

uns über Facebook kennengelernt.

Bei unserem ersten

Treffen erzählte sie mir, sie

lebe von der Pferdezucht

und habe ein Gestüt mit 40

Pferden in Ostdeutschland“,

erinnert sich Frank.

Zwei Wochen später zieht

die augenscheinlich millionenschwere

Frau bei ihm

ein. Schondamals fällt ihm

ein goldenes Hufeisen auf.

„Anja erzählte mir, dass

das mal ein 1,8 Millionen

Euro teurer Zuchthengst

aus ihrem Gestüt verloren

habe und sie es dann als

Glücksbringer vergolden

ließ.“ Frank ahnt nicht,

dass er es mit einer Hochstaplerin

zu tun hat, die

Das vermeintliche Hufeisen

des 1,8 Millionen Euro

schweren Zuchtpferdes gibt

es im Internet für ein paar

Eurozukaufen –inklusive

Gravur versteht sich. Ein

echtes Schnäppchen!

mehrauf dem Kerbholz hat

als nur gekaufte Adelstitel

aus dem Internet, eine Fake-Mitgliedschaft

im „Millionärs

Club Deutschland“

oder Fantasie-Visitenkarten.

Wie etwa die „Von

Liechtenstein-Kastelkorn

Immobilien“ mit Sitz in

Zürich, Paradeplatz. Stattdessen

liest er ihr jeden

Wunsch von denAugenab.

Es folgen gemeinsame Urlaube

an die Ostsee und

Norwegen, neue Brüste,

Extensions und ein schicker

Mercedes. Frank, der

beruflich viel unterwegs ist

und daher mit seiner Angebeteten

nur eine Wochenendbeziehung

führen kann,

vertraut der 34-Jährigen,

die in der Zeit dazwischen

weiter ihr kriminelles

Süppchen kocht. Auf Mallorca

zum Beispiel, wo die

4

s’Magazin


HEIRATSSCHWINDEL

falsche Fürstin im vergangenen

Jahr wegen unbezahlter

Rechnungen von

rund 26.000 Euro in die

Schlagzeilender „Mallorca

Zeitung“ gerät. Denn Geld

in Millionenhöhe besitzt

die Betrügerin nur auf ihrem

gefälschten Kontoauszug.

Nicht standesgemäß

Also sucht sich die falsche

Adelige, die auf ihrer

Facebook-Seite mit Krönchen

posiert oder – dank

Photoshop –auch mal neben

Putin steht, ein weiteres

liquides Opfer. In dem

FallImmobilientreuhänder

Jochen M. aus Feldkirch.

Auch bei ihm zieht die 34-

Jährige gleich ein. Zumindest

von Montag bis Freitag.

Dennabdann mimt sie

bei Frank in Bregenz die

verliebte Lebensgefährtin.

„Mir hat sie zu Beginn erzählt,

sielebe in Scheidung.

Die Pferdezucht habe sie

verkauft und würde jetzt

Waffenvon Russland in die

Ukraine verkaufen“, schildert

Jochen die abenteuerliche

Geschichte. Nach nur

drei Monaten –eswar Ostersonntag

– macht die

Ebay-Geadelte auch Jochen

einen Heiratsantrag.

„Da kam sie mit dem vergoldeten

Hufeisen an. Darin

war eingraviert ,Willst

du mich heiraten?’“. Mit

ihm plant die einstige Altenpflegerin

den Hochzeitstermin

für den 18. August

in Schruns –und zwar

bis ins letzte Detail. „Sie

sagte, ich könne nach der

Trauung nicht mehr meinen

bürgerlichen Namen

verwenden, weil das nicht

IT-Berater Frank

M. ist vier Jahre

lang auf die

dreiste

Betrügerin

hereingefallen.

All die noblen

Visitenkaren

waren falsch.

standesgemäß sei. Schließlich

sei sie von Michaelvon

Anhalt adoptiert worden

und nun eine Prinzessin.

Also müsse ich mich Prinz

Jochen vonAnhalt nennen.

Entsprechende Bademäntel

mit Wappen und Adelstitel

habe sie schon in Auftrag

gegeben. Doch vor der

Hochzeit würde sie noch

mit ihrer Freundin inder

Karibik Urlaub machen.“

Wie sich später herausstellen

soll, heißt die Freundin

Frank, ist IT-Berater und

wohnt in Bregenz. Weil

man für die Karibik jedoch

ein Visum braucht, fährt

derahnungslose Bräutigam

Frank mit seiner Zukünftigen

zum Passamt in München.EineFalle

der Behörden,

wie sich zeigt. Die 34-

Jährige wird verhaftet und

in die JVA überstellt. Mit

der Hochzeitstorte aus

Marzipan wird jedenfalls

vorerst nichts. Dafür gibt

es jede Menge gesiebte

Luft. Und noch was: Wie

Prinz Michael von Anhalt

auf Nachfrage mitteilte,

habe erAnja nie adoptiert.

Vielmehr habe sie auch

ihm einen Heiratsantrag

gemacht, mitHochzeitstermin

im Juli. Ob er auch ein

Hufeisen bekommen hat,

darüber kann spekuliert

werden. Chantal Dorn

In Mallorca machte die Pseudo-Adelige Anja D. bereits Schlagzeilen: Zuerst als begehrter

„royaler Besuch“, später dann allerdings mit ihren vielen unbezahlten Rechnungen.

s’Magazin 5


TIERSCHUTZ

XXXXXXXX

6

s’Magazin


TIERSCHUTZ

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Werist der beste Freund

desMenschen,HerrSchmid?

INTER

VIEW

Derehemalige Landesveterinär und Tierschutzombudsmann Erik Schmid kritisierte und

geriet in Kritik. Aber auch nach seiner Zeit als Ombudsmann nimmt er kein Blatt vor den

Mund: Im Interviewmit Angelika Drnek erzählt er, wie Tiere instrumentalisiertwerden

und warum Tierärzte über kurz oder lang in die Bredouille geraten.

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Wer sich mit Erik

Schmid zueinem

Gespräch trifft,

ist über weite

Strecken einem

Blick zwischen Ironie und Skepsis

ausgesetzt. Geht es dann aber um

die Sache, hört sich der Spaß

schnell auf.

Beim Thema Tierschutz erhitzen sich

die Gemüter rasch. Warum?

Leicht erklärt: Da steckt unglaubliches

Engagement dahinter. Tierschützer

sind unheimlich motiviert

–und damit konfliktfreudig. Darüber

hinaus haben sich in letzter Zeit

Tierrechtler und Tierschützer aufgesplittet.

Die Tierrechtler haben

teils schon Tendenzen zum Fundamentalismus.

Das erzeugt Konflikte:

Wer ist auf dem richtigen Weg?

Die„Gotteskrieger“ oder die Moderaten?

Für Tierrechtler ist etwa die

Tiernutzung nicht akzeptabel, allerdings:

Die Heimtierhaltung lehnen

sienichtab. Martin Balluch etwa ist

ein richtiger Guru, dessen Hund vegan

ernährt wird. Für mich ein No-

Go. Soetwas kann ich für mich entscheiden,

aber ein Hund ist physiologisch

doch eher ein Fleischfresser.

Bei einer Katze ist das sogar Tierquälerei,

aber esgibt nun mal veganes

Hunde- und Katzenfutter. Das

ist eine Instrumentalisierung,

ebenso wie die intensive Nutztierhaltung.

Das eine hat wirtschaftliche

Interessen, und das andere ist

Selbstverwirklichung. Und das

Tier leidet inbeiden Fällen. Deswegen

gibt es Bestrebungen, die

Diskussion in Richtung Tierethik

zu leiten, denn dageht es um die

Moral desMenschen.

Was hat sich aus Ihrer Sicht an der

Mensch-Tier-Beziehung verändert in

den letzten Jahren?

Sehr viel. Ich habe bis 1981 studiert,

da war an der UniTierschutz

kein Thema. Meine Generation

der Tierärzte hat danichts gelernt.

Vor 20 Jahren wurde das Institut

für Tierhaltung und Tierschutz gegründet.

Generellmuss man sagen,

dass bei vielennaturwissenschaftlichen

Disziplinen einfach die Geisteswissenschaft

fehlt. Da habe

auch ich viel dazugelernt. Sonst

kommt man auch mit den beruflichen

Anforderungen heute nicht

mehrzurande.

Was kann man als Tierarzt von der

Philosophie lernen?

Man kann lernen, wie mit den unterschiedlichen

Konflikten umzugehen

ist. Die Nutztierpraktiker

kommen über kurz oder lang auf

die Anklagebank der industrialisierten

Massentierhaltung, weil sie

mitmachen. Das ist ihr Geschäft,

ein beinharter Wettbewerb. Der

Nutztierpraktiker hat beim Tierschutz

den allerwenigsten Spielraum.

Auch seine Kundschaft pfeift

finanziell aus dem letzten Loch.

Was soll er dort tun? Auch kurativ

ist da oft nicht viel drin. Wenn eine

Behandlung recht viel kostet, heißt

es dann schon mal: Rübe ab! Und im

Heimtierbereich herrscht das genaue

Gegenteil: Dawird therapiert

bis zum Umfallen –teilweise sogar

tierschutzwidrig. Und dieses Konfliktfeld

hat eine enorme Sprengkraft

für unseren Berufsstand. Ohne

Ethik ist man da aufgeschmissen.

Für mich war das auch eine Überlebensstrategie.

Wassehen Sie als das zentrale Thema

des Tierschutzes?

Den überforderten Menschen.

Landwirte, die nicht mehr über die

Runden kommen, oder auch Heimtierhalter,

die überfordert sind. Das

hat extrem zugenommen. Das klassische

Symptom ist das Animal

Hording, die Tiersammelsucht.

Menschen flüchten sich aus Enttäuschung

im zwischenmenschlichen

Bereich indie Tiere. Prinzipiell haben

diese Menschen eine gute

Einstellung, aber es wächst


s’Magazin 7


TIERSCHUTZ

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FORTSETZUNG

Nochmal zurück zu den Auslandshunden.

Was ist eigentlich mit dem Schäihnen

einfach über den Kopf.

Wie viele Fälle vonAnimal Hording gibt

es in Vorarlberg?

Derzeitrund zehn Fälle.Esgab da einen

FallinLustenau,der mittlerweile

verjährt ist: Mitten im Dorf lebte ein

alleinstehender Mann mit einem Riesenschwein

von 350 Kilogramm und

52 Hunden –ineinem Rheintalhaus.

Dieser Mann hat in der Überzeugung

gelebt,den Tieren etwas Gutes zu tun?

Nach außen hin schon, aber später,

als wir das Haus wegen Schmutz,

Rattenplage und Gestank räumen

mussten, sind wir draufgekommen,

dass von diesen 52Hunden 50 weiblich

waren. Einnicht ganz natürliches

Geschlechterverhältnis. Aber es gibt

auch andere Fälle. Ein Mann mit

1500 Wellensittichen in einer Dreizimmerwohnung

etwa.

Man kann aber nichts dagegen unternehmen,

oder?

Nein, das lässt sich auch nicht über

den Tierschutz lösen, sondern nur

über Therapie der Halter. Wir haben

versucht, über die Novelle des Tierschutzgesetzes

einen Passus einzuarbeiten,

dass ein Tierhalter auch die

fachliche und persönliche Eignung

zur Tierhaltung haben sollte. Die

Sachkunde für Hundehalter wäre

auchwichtig.

Was sind die häufigsten Fehler bei der

Hundehaltung?

Der falsche Hund –aus Modegründen.Zum

Beispiel Herdenschutzhunde.

Die Hunde kommen aus Anatolien

und landen dann in einer Großstadt

– katastrophal. Es wird auch

immer beliebter, sich Tiere nicht aus

dem lokalen Tierheim zuholen, sondernzumindest

aus einer Tötungsstation

oder Ähnlichem. Erst muss man

glauben, ein Tier zu„retten“, bevor

man sich als echter Gutmensch fühlen

kann. Dass dieses Tier vielleicht

verhaltensgestört ist, kommt oft erst

später heraus. Die Tiere werden oft

STECK

BRIEF

Geboren 1956 in Bregenz,Studium der

Veterinärmedizin. 1982 Eintritt in den

Landesdienst,Abteilungsleiter Veterinärabteilung

Landhaus 1986 bis 2012. Tierschutzombudsmann

von2005 bis 2012.

Lebt in Götzis, verheiratet,dreiKinder.

·········································································································································

als kinderlieb beschrieben und in

Wirklichkeit sind es Bestien. Auch

die Auslandshunde haben extrem zugenommen

–das ist bedenklich. Und

die Qualzuchten sind ohnehin ein

Fehler.

Wasist das?

Möpse zum Beispiel. Die leiden an

einem permanenten Erstickungsanfall,

sehen aus wie ein Auffahrunfall

und die Leute finden das noch lustig:

„Der schnarcht sonett!“ Dabei bekommt

das Tier einfach keine Luft.

Auch das sind Fälle, bei denen Tierärzte

in einen ethischen Konflikt geraten.

Was sollen sie den Haltern sagen?

Dass es bescheuertwar,soeinen

Hund zu kaufen? Oder soll er vorschlagen,

dass er die Nasenflügeloperiert

und das Gaumensegel kürzt?

Kostenpunkt 600 Euro. Das ist ein

Geschäft mit Tierleid. Der Tierarzt

ist dem ausgeliefert. Da sollte man

eben mit der Sachkunde vorankommen,und

den Menschenklarmachen,

dass sie solche Hunde nicht kaufen

sollen.

Erik Schmid

spricht sich

vehement gegen

die

Vermenschlichung

vonTieren aus.

ferhund am Weidacher Kreisverkehr

passiert?

Der wurde vor einigen Wochen mit

einem Netz gefangen, vom Großtierrettungsdienst

Schweiz. Und der

Großwildjäger aus Deutschland hat

nunein Verfahren am Hals.

Ein Verfahren?

Nun, dieserHerr, der auf solche Fälle

spezialisiert ist, hat sich in Weidach

auf die Lauer gelegt und dann den

Hund einer zufällig vorbeikommenden

Spaziergängerin mit einem Betäubungsmittel

umgenietet – per

Blasrohr. Er hat also den falschen

Hund erwischt. Das Ganze hat jetzt

ein Nachspiel.

Zu Ihrer Person: Sie sind ja recht streitbar,

esgab auch schwereVorwürfe gegen

Sie. Sollte man sich mit Ihnen lieber

nicht anlegen?

Ich lasse mir sicher nicht alles gefallen,

bin aber prinzipiell umgänglich.

Ein echtes Problem habe ich allerdings

mit Ungerechtigkeiten, mit

Korruption und Missbrauch des Systems.

Dem stelle ich mich auch entgegen

–nicht immer zur allgemeinen

Freude.

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s’Magazin


TIERSCHUTZ

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·························································································

Wie läuft es nun, da Sie nicht mehr

Landesveterinär sind, mit den Kollegen?

Viel entkrampfter. In der zweiten

Reihe ist man nicht mehr so angreifbar,

mein Spielraum ist nun deutlich

größer.

Wie sind Sie eigentlich zur Veterinärmedizin

gekommen?

Vermutlich ist das bei mir genetisch

angelegt, denn von meinem Großvater

rückwärts waren vier Generationen

Tierärzte –das wusste ich aber

nicht bei der Studienwahl. Mein Vater

wollte ebenfalls Tierarzt werden,

konnte das aber aus finanziellen

Gründen nicht. Doch auch er hat mir

das nie erzählt. Ich binineinemGasthaus

aufgewachsen –mit Hundeverbot!

Mein Vater hat mit mir immer

Tiere gezeichnet. Das war seine versteckte

Botschaft an mich.Schon mit

sechs Jahren wollte ich Tierarzt werden.

Dass dieser Berufswunsch

scheinbar familiär angelegt ist, habe

ich erst viel später erfahren.

Wer ist nun der beste Freund des Menschen?

Dassollteerwohl selbst sein.

Fotos: Mathis Fotografie

Das brennende Kind

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Früher gab es im Dorfleben Typen, Gesichter,Persönlichkeiten,

die wirklich noch auffielen –ohne eigenes

Zutun. Sie waren markant,gehörtenzum Alltag

wie der Kirchturm oder das Gasthaus, das es längst

nichtmehrgibt.SoeinTypwarAlbert,dereinpaarJahre

älter war als ich, und der sich mir als Kind so tief ins

Gedächtnis eingeprägt hat,dass ich ihn bis heute nicht

vergessen kann. Noch nie hat mich menschliches Leid

sotief berührtwiedasvonAlbert und seinerFamilie. Er

littaneinerfürchterlichenHautkrankheit,dieseinganzesLebenlangnichtkuriertwerdenkonnte–höchstens

durch Medikamente gelindert.Das Kind hatte eine so

aggressive FormvonNeurodermitis –verursachtdurch

einen Gendefekt –, dass es förmlich vonKopf bis Fuß

lichterloh brannte. Die Haut war so gerötet,dass man

beim ersten Hinsehen einen entsetzlichen Sonnenbrand

hätte vermuten können. Vonmorgens bis

abendsjuckteesdenAlbertamganzenKörper.AlsBaby

schrie er nächtelang,als Kleinkind kratzte er sichArme

und Beine blutig,und als er erwachsen wurde, sah man

ihn mal weniger,mal mehr bandagiert durchs Dorf gehen.

Das Leben war die Hölle auf Erden für Albert.Es

war noch die Zeit,inder man so ein Leiden als Strafe

Gottes empfand. Alberts Vater zerbrach daran, die

Mutter ging vonPontius zu Pilatus, um dem Kind Linderung

zu verschaffen. Noch mit 83 soll sie gesagt haben:

„Ich muss gesundbleiben für Albert.“Der Junge

wurde ausgeschlossen. Gleichaltrige ekelten sich vor

ihm –eshieß, die Krankheitsei ansteckend. Irgendwann

hatte Albert Mauern um sich hochgezogen, hinterdenener

nicht mehr hörte,wie über ihn gesprochen

wurde. Er war ein blendender Schachspieler und ungewöhnlich

interessiert an Zeitgeschichte, las und bildetesichinseinerunfassbartristenEinsamkeit.EinesTages

sprang er aus dem Fenster,umsein Leben zu beenden.

Es hieß,erwerde sich nicht mehr.erholen Albert

musste aber weiterleben, bis er voreinigen Jahren –

Knochenkrebs kam hinzu –ein Leben beendendurfte,

das mir bis heute ein Rätsel ist.Aber jetzt,Albert,ist es

kühl. Du liegst im Schatten. Und du musst nicht mehr

täglich verbrennen.

s’Magazin 9


LÄNDLE GEMÜSEKISTE

Schön,

dass

immer mehr

Menschen über

ihre Lebensmittel

Bescheid wissen

wollenund auf eine

gesunde

Ernährung achten.

Daniela Fessler

Die Familie Gehrer aus Höchst pflegt einen

verantwortungsvollen Umgang mit Boden und Umwelt.

Das Leben mit der Natur

Rund 1500 „Ländle

Gemüsekisten“werden

wöchentlich in ganz

Vorarlberger ausgeliefert.

DasBewusstsein dafür, was auf den Teller kommt, wird immer

größer. Davon profitiert die „Ländle Gemüsekiste“ von Daniela und

Werner Fessler. Mit rund 1500 Lieferungen pro Woche versorgen

sie Haushalte im ganzen Land mit gesundem, heimischen Gemüse.

Heutzutage kann man jedes

Obst und Gemüse zu jeder

Jahreszeit bekommen. Nur:

Ist das auch gesund? Wohl

kaum. Lange Transportwege

oder der Einsatz von Chemie können

ganz schnell die Lust auf frische Lebensmittel

verderben. Daniela und Werner

Fessler haben darum im Herbst 2008 den

Entschluss gefasst, die „Ländle Gemüsekiste“zugründen.

Ein paar Monatespäter

starteten sie als die Ersten im Land mit diesem

Konzept undmit 136 Kunden, die gerne

frisches heimisches Gemüse direkt vom

Landwirt beziehen. Heute sind es bereits

rund 1500 Lieferungen proWoche.Danie-

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s’Magazin


LÄNDLE GEMÜSEKISTE

Fotos: Maurice Shourot

la Fessler, die Lehrerin und Schuldirektorin

war, gab ihren sicheren Job auf, um etwas

Nachhaltiges zu leisten. Sie freut sich,

dass das Bewusstsein für gesunde Ernährung

immer größer wird:„Die Leutewollen

nicht mehr nur Gemüse aus der Region,

sondern sie wollen auch wissen, von wem

genauesstammt.“Mit der Familie Gehrer

in Höchst etwa haben die Initiatoren den

richtigen Landwirt dafür gefunden. Nicht

nur das Gütesiegel „iluag druf“, sondern

auch ein verantwortungsvoller Umgang

mit Boden und Umwelt im Zuge der „Integrierten

Produktion“ spricht für die tadellose

Qualität, die übrigens mehrmals im

Jahr unangekündigtüberprüft wird.

Im Biorhythmus

Von Mai bis Dezember gibt es die „Ländle

Gemüsekiste“ vor die Haustüre geliefert.

Rund 50verschiedene Gemüsesorten

vom Vorarlberger Acker und ausdem Folienhausvariierenjenach

Saison. Aber muss

man in den restlichen Monaten auf Gemüse

verzichten? Nein! Einmal im Monat gibt

es eine Kistemit Lagergemüse.Bei Familie

Fessler kommen imWinter ausschließlich

verschiedene Kohlsorten, Randig, Karotten,

Kraut, Schwarzer Rettich, Kohlsprossen

oder Sellerie auf den Tisch. Denn mit

der Natur zu leben, heißt, sich auch dem

natürlichen Biorhythmus anzupassen.

„Im Frühling lechzen wir dann

nachdem frischen Gemüse, und

es ist für uns ein Erlebnis, in

die erste, reife Gurke zu beißen“,

schwärmen die Gemüsefans.

In Zusatzkisten werden

Kartoffeln, Äpfel, Zwiebeln

oder Honig angeboten. Natürlich

auch je nach Verfügbarkeit.

Und die Rezepte kommen frei

Haus. „Es ist uns wichtig, dass die Leute

auch wissen, was sie mit dem frischen Gemüse

alles zubereiten können.“ Wer also

mehr Geschmack, Vitamine und Mineralstoffe

in seinen Gerichten möchte, sollte

zugreifen. „Früher hatten viele einen eigenen

Gemüsegarten zu Hause. Heuteist das

zwar nicht mehr möglich, aber wir bieten

einetolle Alternative!“ S. Nemetschke

Wasauf dem Feld Saison

hat,kommt in die Kiste:

Derzeit bekommt man

unter anderem Salat,

jungen Knoblauch,

Blumenkohl, Brokkoli

oder Radieschen.

Vom guten

Boden bis

zu den zufriedenen

Arbeiternauf dem

Feld –die positive

Energie schmeckt

man tatsächlichim

Gemüse.

Werner Fessler

s’Magazin 11


GESELLSCHAFT

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Marianne Durig

Architektin

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Geboren ist Marianne Durig (49) in Schruns, sie

maturiertesowie ich am Gymnasium Bludenz und

studierte dann in Innsbruck Architektur.Erfolgreich

startete sie im Westen gemeinsam mit einem Kollegen

ein Architektur-Büro, mit dem sie ein Kino,ein

Gemeindezentrum und einen Supermarkt gestaltete.

Zudem arbeitete sie als Assistentin am Institut

für Hochbau und experimentelle Architektur an der

Uni Innsbruck. Aus privaten Gründen zogMarianne

dann vor13Jahren nach Wien und musste sich hier

beruflich neu beweisen. Dazu kam die zusätzliche

Aufgabe als Mutter voninzwischen zwei Teenagern.

„Aber ich hatte immer Glück“,erklärt die sympathische

Frau zufrieden. Zunächst startete sie alleine,

bis sie 2013 im Zuge eines großen Wettbewerbs ihrenKollegen

und Landsmann Ulrich Burtscher kennenlernte.

Seither firmieren die beiden als Architekten-Duo

Burtscher-Durig und fahren große Erfolge

vonSchul- bis Wohnbauten ein. Sie wurden sogar

mit dem Schorsch-Preis der Stadt Wien ausgezeichnet

–für ein Wohnhaus im 5. Bezirk. Stolz kann Marianne

auch auf die drei Einfamilienhäuser sein, die

sie für ihreBrüder im

Ländle geplant hat.

Dort ist sie auch

noch oft anzutreffen.

„Alleine schon, weil

meine Kinder Vorarlberglieben“,

erzählt

die Architektin.

Die Vorarlberger Kommunikationsberaterin

Carola

Purtscher (PR-Agentur

Purtscher Relations) lebt

seit über 30 Jahren in Wien.

Als Netzwerkerin lädt sie

regelmäßig zu ihrer exklusiven

„Tafelrunde“.

twitter.com/

CarolaPurtscher

Ihr Selfie: Marianne Durig in

ihrem BüroinMariahilf

Jenseits

der Grenzen

Seit jeher testet Marianne Greber ihre

(und unsere) Grenzen, überschreitet sie

und verschiebt sie immer wieder –sei es

als Sportlerin, Weltreisende, Künstlerin

und vor allem als Mensch. „Dem

geistigen Wissen geht die physische

Erfahrung voraus“, so das Credo der

Bregenzerwälderin, die mit ihren

Fotografien, Filmen und Büchern über

Transfrauen und Schwerstarbeiter

dieses auch lebt.

Der Weg vom beschaulichen

Andelsbuch in

die glitzernde Travestie-Szene

von Rio

scheint ein weiter –für

Marianne Greber war es eine natürliche

Entwicklung. „Ich war schon immer

hungrig auf die Welt“, so die

Kosmopolitin aus Passion, die dieser

Hunger erst ans Skigymnasium

Stams und ins österreichische Langlauf-Nationalteam

führte. „Als ich

nach hartem Training bei der Junioren-WM

drei Minuten hinter der

Weltspitze lag, suchte ich ein anderes

Betätigungsfeld“, so die zierliche,

aber sehnige Marianne über ihre

Sportlerkarriere. Der nächste Schritt

war typisch für sie: ein One-Way-

Flugticket nach Südamerika sowie

der Wunsch, keine Europäer zu treffen,

um tief in die Kulturen des Kontinents

einzutauchen. „Ich habe

Schmuck angefertigt und an den

Märkten verkauft. Und ja –manchmal

hatte ich auch Hunger“, schildert

sie ihre Erlebnisse, die sie vom peruanischen

Hochland bis nach Feuerland

führten –mit 19 Jahren, versteht

sich. Die Liebe zu Lateinamerika begleitet

sie und ihre Arbeit bis heute,

12

s’Magazin


XXXXXXXX

ORIGINALE

auch wenn sie zum Studium der Romanistik,

Völkerkunde und Philosophie

nach Wien, auch heute noch ihr

Lebensmittelpunkt, zurückkehrte.

Mit der Zeit traten ihre künstlerischen

Ambitionen immer mehr in den

Vordergrund. Die leidenschaftliche

Sängerin (die Schwester von „Käsecaspar“

Kaspar, Gastronom Cristian

und Bauer Wolfgang Greber machte

sich auch als „Piaf vom Bodensee“ einen

Namen) entdeckte die Fotografie.

„Meine frühen Arbeiten führten mich

ins Indianerreservat der Nambikwara

nach Brasilien, ins Atelier von Tone

Fink und nach Kuba, wo ich in Havanna

auch erstmals in die Transgender-Szene

eintauchte“, erinnert sich

die Fotografin und Kunstmanagerin.

Außenseiterund Innenleben

Ihre Fotobände „Sobredosis.Cuba“

und „Sou Glamour“ sowie die

Film-Dokumentation „Vom Leben

dazwischen –Das dritte Geschlecht

von Rio“, in denen sie das Leben der

Transfrauen schildert, machten Marianne

überregional bekannt. „Neben

der Schönheit und Kraft der Transfrauen

ist es auch die Verwandlung

der einzelnen Menschen und ihrer

Umwelt, die mich interessieren“,

schwärmt sie über die nur vermeintliche

Randszene. Mariannes Kunstund

Lebensverständnis: „Es kommt

darauf an, wo man steht –jenach

Sichtweise sind im Mainstream die

Außenseiter, und die Avantgarde

wird zur Norm.“ Ein Standpunkt, der

auch ihre Bildbände „Menschen am

Bau“ und –unlängst in Kooperation

mit dem Land Vorarlberg erarbeitet –

„Streckenwölfe – Do Sand Meor“

über heimische Arbeitswelten prägt.

„Den Mensch in den Mittelpunkt

stellen, Vorurteile abbauen und mit –

nicht neben –den Protagonisten leben

und arbeiten. Nur so kommt man

deren Essenz nahe“, schildert Marianne

ihre Arbeitsweise. Eben Grenzen

überschreiten und Schranken

durchbrechen... Raimund Jäger

Foto: lisamathis.at

s’Magazin 13


DieFlexenstraße anno 1927

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Beeindruckend schlängelt

sich die Flexenstraße auf diesem

Bild vom Flexenpass herab

Richtung Stuben am Arlberg.

Die Straße –heute sehr

beliebt bei Motorradfahrern –

verbindet die Gemeinde im

Klostertal über den Pass mit

dem oberen Lechtal zwischen

Warth, Lech und Zürs.

Schon früh quälten sich die

Menschen über den 1773 Meter

hohen Pass,wie etwa eine

bronzezeitlicheAxt belegt,die

man beim Bau der Straße nach

Zürs fand. Der Grundstein für

die heutige Passstraße wurde

am 3. August 1895 gelegt,als

unter BaumeisterJohann Bertolini

mit dem Bau der Straße

von Stuben über Lech nach

Warth begonnen wurde. 1933

wurde die Verbindung zur

Bundesstraße erklärt. Nach

Ende des Zweiten Weltkrieges

wurde mit Geldern aus dem

Marshall-Plan die Lawinensicherheit

der Straße verbessert.AktuellwerdenAbschnitte

der Straße generalsaniert,

darunter die bekannte Flexengalerie.

Die Sanierungsmaß-

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s’Magazin


MUNDART
















natschla

Zeitwort

nahmen sollen 2018 abgeschlossen

werden.

Haben Sie auch historische Fotoschätze

zuhause, dann schicken

Sie sie uns per E-Mail an vorarlberg@kronenzeitung.at.

Die besten

Bilder werden veröffentlicht.

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Mit natschla bezeichnet der Voradelberger das geräusch-

und lustvolle Lutschen, Knabbern, Saugen oder

Kauen an einem Lebensmittel oder Gegenstand. Der

Schwerpunkt der Bedeutung des Wortes liegt weniger

auf der Beschaffenheit des oral zu bearbeitenden Materials,

als vielmehr auf der Lautstärkeund Qualität des

Geräuschs, das dabei entsteht und welches vergleichbar

ist mit einer sich langsam und schleppend drehenden

Waschmaschine voll nasser,eingeweichter Wäsche. Besondersbeliebt

ist das Natschla bei Kindern,

die ihrem geliebten Nuttel (zu

deutsch: Schnuller) allzu früh entwöhnt

wurden und sich infolgedessen

ersatzweise auf die Krägen und

Ausschnitte ihrer T-Shirts verlegen.

Diese Kombination aus unappetitlichem

Tonund kostspieliger Materialermüdung

macht das Natscheln speziell

„Hot der

wieder a

Natschlata!“

bei Voradelberger Müttern sehr unbeliebt.Folglich wird

das Natscheln jenseits des zehnten Lebensjahrsinaller

Regel mit Besuchen beim Psychologen sanktioniert,oder

–was weitaus wirksamer ist –das Kind wirdzum ehemaligen

Nuttel zurückgezwungen und in der Schule so

lange gemobbt,bis jeglicher Saugreflex verschwunden

ist.Dieser erwacht erst wieder im Erwachsenenalter,wo

er für Liebesspiel und Paarung vonNeuem benötigt wird.

Der chronisch natschelnde Mensch wirdimVolksmund je

nach Geschlecht der Natschle oder die Natschla genannt,

sein störendes Dauergeräusch und die Tätigkeit des Natschelns

selbst bezeichnet der Alemanne auch formschön

als die Natschlata.

s’Magazin 15


Origano Festival

Live-Konzerte

auf dem Marktplatz

in Dornbirn

Musik und

Geschmack

aus aller Welt

bietet das Origano-Festival

vom 6.bis 8.

Juli am Dorn-

EVENTS

birn Marktplatz.

Neben

Orlando Julius

&The Heliocentrics

spielen auch

Kraak &Smaak und Erwin &

Edwin. Das Programm startet

jeden Abend ab 20 Uhr mit einer

DJ-Session. Bei Dauerregen

finden die Konzerte am Spielboden

oder im Conrad Sohm

statt.Eintritt ist frei!

Konzertmit Northlane beim

Conrad Sohm Kultur-Sommer

Northlane sind derzeit mit ihrem neuen Album „NO-

DE“ auf Tour und machen am Montag, dem 3. Juli ,um

20 Uhr halt im Conrad Sohm in Dornbirn. Mit dabei sind

auch Chelsea Grin und Obey the Brave. Tickets:

www.conradsohm.com, Musikladen Kartenbüros

Foto: Orlando Julius

Open Air mit FantaVier

Foto: Conrad Sohm

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Nach ihrer Hallen-Tournee im

vergangenen Winter sind Die Fantastischen

Vier jetzt mit ihrem neuen

Album Vier und Jetzt auch auf

Open-Air-Tour. Feinsten Hip-Hop

bieten die Fantas schon seit über

30 Jahren und haben es doch immer

wieder geschafft, als Pioniere

von sich reden zu machen. Die vier

Jungs aus Stuttgart spielen am

Samstag, dem 8. Juli, ab 20 Uhr in

der Allgäu Concert Arena in Kempten.

Tickets: www.oeticket.com,

www.eventim.de

„Good Vibes,Golden Days“

Eröffnung des Poolbar Festivals

Es ist soweit –

am 7. Juli öffnet

das Poolbar Festival

im Alten

Hallenbad in

Feldkirch wieder

seine Pforten.

Festivalopener

sind heuer Voodoo

Jürgens und

Worried Man &

Worried Boy ab

20 Uhr. Weitere Highlights sind Leyya (15.7.), Sohn

(19.7.), Element of Crime (27.7.) und die Pixies (1.8.). Infos

und Tickets: www.poolbar.at, oeticket.com, Musikladen

Kartenbüros

Foto: Fantastischen Vier

Foto: Wolfgang Bohusch

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Impressum

Medieninhaber:KRONE-VerlagGmbH &Co. KG .Herausgeber und Chefredakteur: Dr. Christoph Dichand

Verleger: Mediaprint Zeitungs- und Zeitschriftenverlag GmbH &CoKG, Alle: 1190 Wien,Muthgasse 2

Redaktionsleitung: EmanuelWalser,Redaktion: HaraldKüng, SandraNemetschke, Angelika Drnek, Sekretariat:Nicole Kinzel, Quellenstr.16, 6900 Bregenz,Tel. 057060-59300

vorarlberg@kronenzeitung.at, emanuel.walser@kronenzeitung.at, harald.kueng@kronenzeitung.at,sandra.nemetschke@kronenzeitung.at, angelika.drnek@kronenzeitung.at

Herstellung:Druckzentrum SalzburgBetriebsges.m.b.H.,5020Salzburg; Offenlegung gem. §25 MedienG online unter www.krone.at/krone-offenlegung

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s’Magazin


KULINARIK

Mohnschnecken

Zubereitung:

1 Für den Hefeteig Mehle,Zucker,Trockenhefe,Salz

und Muskatnuss mit dem Schneebesen

vermengen. Apfelmus,Sojamilch und Margarine

erwärmen, bis alles verflüssigtist,herunterkühlen,

bis es nur leicht warm ist.Die Mischungzuder

trockenen Menge geben und alles

zu einem geschmeidigen Hefeteig kneten.

Etwa 10 Minutenkneten. DenTeig abgedeckt

an einem warmenOrt für 60 –90Minuten gehen

lassen.

2 Den Backofenauf 180°C vorheizen. Für die

Füllung Graumohn, Semmelbrösel und Rohrzucker

mit dem Schneebesen vermengen, Rum

dazu geben und Sojamilch vorsichtig zufügen,

nur so viel, dass einedicke, streichbareMasse

entsteht.

3 Teig kurz durchkneten, auf einer bemehlten

Arbeitsfläche zu einem Rechteck ausrollen und

mit dem Mohnback bestreichen.Dannvon der

langenSeite einrollen und etwa 5cmdicke

Schnecken abschneiden. Diese leicht glatt drücken

und auf ein mit Backpapier ausgelegtes

Blech legen. Zugedeckt etwa weitere30–40

Minuten gehen lassen. Mit Sojamilch bepinseln

und für ca. 18 Minutenbacken.

Zutaten (für 5große oder10kleine

Schnecken):

Für den Hefeteig:

300 g Dinkelmehl

150 g Dinkel-Vollkornmehl

140 g Rohrzucker,fein

1PackungTrockenhefe

¾TlSalz

1Msp. Muskatnuss,gemahlen

80 g Margarine (Alsan Bio)

140 g Apfelmus

150 ml Sojamilch

Für die Füllung:

200 g Graumohn, gemahlen

30 g Semmelbrösel

170gRohrzucker,fein

ein guter SchussRum

5–6ElSojamilch (oder andere Pflanzenmilch)

etwas Pflanzenmilch zum Bepinseln

Fotos: Mathis Fotografie, Daniela Lais


Kennen Sie jemanden, dem

Mohnschnecken nicht

schmecken? Eben,alsonichts wie ran ans

Backvergnügen!


Noch mehr

Rezepte findet

man in Danielas

Kochbüchern

„Einfach Vegan

Backen“und

„Vegane

Lunchbox“.

Ein köstliches Rezept für Naschkatzen, ganz einfach: fluffiger,

saftiger Hefeteig aus Dinkel- und Dinkelvollkornmehl,

mit Apfelmus und Rohrzucker verfeinert, gefüllt

mit einem selbst gemachten Mohnback, nämlich Graumohn

mit einem guten Schuss Rum! Für den Überzug

lässt sich optional erwärmte Marillenmarmelade oder ein einfacher

Zuckerguss verwenden. Für Rosinenliebhaber empfehlen sich Rumrosinen

im Mohnback. Wenn Kinder mitessen, einfach den Rum

durch etwas mehr Pflanzenmilch ersetzen. Mohnschnecken schmecken

wirklich fast jedem!

www.facebook.com/laisdaniela

s’Magazin 17


WAS WURDE XXXXXXXX EIGENTLICH AUS ...

...Eva Kutzer?

Die Dornbirnerin wurde 1969 Miss Vorarlberg und fand Gefallen am

Modeln. Die Familie hatte Vorrang, dennoch war nebenher immer

wieder Zeit für den Laufsteg.Als Missen-Coach trainierte sie später

die aufstrebenden Schönheiten. Heute macht sie leidenschaftlich

gerne Musik und genießt das Leben mit ihren Enkeln.

Jahre verhalf sie den jungen Teilnehmerinnen

zum perfekten Auftritt auf

dem Laufsteg. Selbstsicherheit, Präsentation

und Choreografie müssen

schließlich gelernt sein.Eva hatte das

richtige Gespür für aufkeimende Zickenkriege

und ein großes Herz für

ihre Mädchen. „Ich war oft enttäuscht,

wenn ein Mädchen nicht so

weit gekommen ist.“ Ausstrahlung

und Persönlichkeit standen für sie

immer im Vordergrund. „Das Gesamtpaket

ist entscheidend, und ich

wollte den Teilnehmerinnen auch etwasfürsLeben

mitgeben.“

Noch heute verfolgt die 66-Jährige

die Misswahl, wennauch eher ausder

zweiten Reihe.Mehr Platzhat sie der

Musik eingeräumt: Gemeinsam mit

ihrem Mann musiziert und singt sie

auf Festen. „Ich kann die Leute gut

animieren“, erzählt sie von ihren Entertainer-Qualitäten.

Und abund zu

packt sie auch ihren Farbpinsel aus:

„Beim Malen kann ich richtig abschalten!“

Sandra Nemetschke

1969: Eva Kutzer wurde zur Miss

Vorarlberggekürt.Der Spaß an der

Sache stand im Vordergrund und die

Misswahl sollte sie auch noch im

weiteren Leben lange begleiten.

Miss zu sein machte

Eva Kutzer immer

Freude. Fast über

Nacht begann sie

ein neues Leben.

„Ich gab meine Arbeit als Glas- und

Porzellanmalerin auf und war zwei

Jahre lang viel unterwegs.“ An ihren

ersten Flug kann sie sich noch gut erinnern.

„Ich war eine Landpomeranze

und das Fliegen war eine ganz neue

Erfahrung für mich.“ Als dann ihre

erste Tochter zurWelt kam, setzte sie

andere Prioritäten. „Ich habe meinen

Mann im Geschäft unterstützt und

mich um die Kinder gekümmert.“

Ganz verloren hat sie den Kontakt

mit der Beautybranche aber nicht.

„Ab und zu bin ich auf Modeschauen

gelaufen.“ Diese Erfahrung machte

sich schlussendlich auch als neue

Missen-Betreuerin ganz gut. Viele

2017: Die Musik spielt heute eine

große Rolle in Eva KutzersLeben.

Gemeinsammit ihrem Mann singt

und spielt sie auf Veranstaltungen.

Fotos: Kutzer

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