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Ebinger-UW-Technik - Ebinger GmbH

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<strong>Ebinger</strong>-<strong>UW</strong>-<strong>Technik</strong><br />

Unterwasser-Metallsuchgeräte<br />

Die technologische Entwicklung der<br />

Unterwassersuche von 1970 bis heute<br />

www.ebingergmbh.de


Inhaltsverzeichnis<br />

Seite<br />

Kapitel 1 <strong>UW</strong>-Historie 4<br />

Kapitel 2 Einführung der Puls-Induktions-<strong>Technik</strong> 6<br />

Kapitel 3 <strong>UW</strong>-Salzwassereffekte 8<br />

Kapitel 4 Metallunterscheidung/Diskrimination 11<br />

Kapitel 5 Moderne <strong>UW</strong>EX ® -Metalldetektoren 13<br />

Kapitel 6 MAGNEX ® -<strong>UW</strong>-Sonden 14<br />

Kapitel 7 Wirkungsweise der Differenz-Magnetometer 15<br />

Kapitel 8 EBINGER-<strong>Technik</strong> auf dem Wasser 17<br />

Kapitel 9 Einsatz von Wassersonden 19<br />

Kapitel 10 Zusammenfassung 20<br />

Seite 3


Seite 4<br />

Kapitel 1 <strong>UW</strong>-Historie<br />

Anfang 1970, als K. J. <strong>Ebinger</strong> (EB) die ersten Hürden der Selbstständigkeit<br />

hinter sich brachte, schloss er sich einer Tauchsportgruppe an. Viele Taucher<br />

sind vom Naturell her Sucher und Entdecker, die gut konservierte Funde aus<br />

dem Schlamm ziehen.<br />

Fortan bestand Anreiz, die Suchaktionen der Tauchfreunde technisch zu unterstützen.<br />

Man beachte, dass zu dieser Zeit entsprechende <strong>Technik</strong> bzw.<br />

<strong>UW</strong>-Metalldetektoren nicht oder nur bedingt verfügbar waren.<br />

Alsbald stellte EB verschiedene Prototypen vor. Der erste einsatzfähige <strong>UW</strong>-<br />

Metalldetektor wurde wegen seiner runden Form, liebevoll – auch wegen<br />

erhöhter Fundrate – als „Bratpfanne“ bezeichnet. Ein Suchgerät, das bereits<br />

bei den ersten Tauchgängen seine Leistungsfähigkeit unter Beweis stellte.<br />

Das Gerät erfasste auch kleine Teile aus Buntmetall und für große Metallobjekte,<br />

die tief im Schlamm verborgen waren, reichte eine Armlänge hin und<br />

wieder nicht mehr aus!<br />

Die <strong>UW</strong>-„Bratpfanne“ beruhte auf dem damals neuen Dämpfungsverfahren,<br />

das EB noch als Mitarbeiter im Kampfmittelräumdienst für empfindliche<br />

Abb. 1 Bratpfanne im <strong>UW</strong>-Einsatz/ Abb. 2 Minensuchgerät KÖLN (Hockeyschläger)<br />

im <strong>UW</strong>-Einsatz


Minensuchgeräte konzipierte. Im Süßwasser erfreute sich das Gerät bester<br />

Funktion, doch im Salzwasser mutierte es wegen seiner hoher Betriebsfrequenz<br />

zum Leitfähigkeitsmesser. Bereits bei Annäherung an Salzwasser schrie<br />

es erregt auf, um am Untergrund sich einem Negativeffekt hinzugeben, der<br />

die Metallanzeige unterdrückte. Durch die reduzierte Leitfähigkeit am Gewässergrund<br />

wurde eine Korrektur der Geräteeinstellung notwendig. Doch<br />

zwangsläufig kam es dann zu einem Abhebeeffekt, der eine volle Fehlanzeige<br />

auslöste. Trotz des relativ geringen Salzgehaltes der Ostsee (O.8%) war<br />

das Suchgerät im Seewasser kaum zu beherrschen!<br />

Zum Glück gab es damals das Minensuchgerät „KÖLN“ 661, das auf einem<br />

NF-Wirbelstromsystem von EB beruhte. Durch die niedrige Betriebsfrequenz<br />

(ca. 800 Hz) wurde der Pseudoeffekt des Salzwassers fast völlig unterdrückt.<br />

Aufgrund der typischen Sondenform wurde dieses MSG in der Kampfmittelräumung<br />

„Hockeyschläger“ genannt. Leider erfasste es mehr Eisen als kleine<br />

Teile aus Buntmetall, was bei größeren Suchobjekten, ob FE oder NE allerdings<br />

keine Rolle mehr spielte. Doch der eingeschränkte Anwendungsbereich<br />

war für die neuen <strong>UW</strong>-Schatzsucher keine akzeptable Lösung!<br />

Abb.3 Freund G. Aretz tauchte in dieser Zeit<br />

mit WKII MSG-4A/UK, ein klobiges, relativ<br />

unempfindliches Gerät, doch die Wunschvorstellung<br />

verhüllte das <strong>UW</strong>-Grauen, die<br />

ihn in die Tiefe zog!<br />

Abb.4 UK-Minensuchgerät (MSG 4A)<br />

Seite 5


Seite 6<br />

Kapitel 2 Einführung der Puls-Induktions-<strong>Technik</strong><br />

Etwa zeitgleich erwarb EBINGER von Ing. Claus COLANI, München, dem Erfinder<br />

des Puls-Induktions-Verfahrens, seine Patentrechte. Auf diese Weise<br />

wurde EBINGER zum ersten Hersteller von sogenannten PI-Detektoren in<br />

Deutschland!<br />

COLANI entdeckte das Abklingphänomen von Metallobjekten im Wirkungsbereich<br />

eines pulsierenden Magnetfeldes, das sich in der Art einer „Sprungfunktion“<br />

ändert. Dabei wird eine Suchschleife vom Strom der Gerätebatterie<br />

durchflossen, der über einen elektronischen Schalter abrupt ein- und<br />

ausgeschaltet wird. Auf diese einfache Weise werden starke Magnetpulse geringer<br />

Wiederholfrequenz erzeugt, welche in den metallenen Suchobjekten<br />

Wirbelströme induzieren, die nach jedem Sendepuls relativ langsam abklingen.<br />

Diese Induktion führt zu einem magnetischen Echo, das als Antwort auf<br />

die Suchschleife zurückwirkt. Das Phänomen, das COLANI entdeckte, bestand<br />

darin, dass eine kurzzeitige, pulsartige Erregung zu einer längeren magnetischen<br />

Rückwirkung/Antwort führt, und dass jedes Metallteil über eine objekteigene<br />

Signatur verfügt, die über eine gewisse Zeitkonstante entsprechend<br />

Größe und Materialbeschaffenheit abklingt.<br />

PI-<strong>Technik</strong> kann auch als Echoverfahren in Art eines PING-PONG-Effektes erklärt<br />

werden, wo kurz gesendet bzw. gepulst wird, um in den Sendepausen<br />

längere Antwortsignale zu „empfangen“. Die Funktionsabläufe sind zeitgesteuert<br />

womit PI zu den Time Domain-Systemen (TD) zählen. Herkömmliche<br />

Abb.5 PI-Blockschaltbild, COLANI-Hauptpatent 1180550


Wirbelstromverfahren, wie z.B. VLF/TR oder Dämpfungsprinzip, die mit kontinuierlichen<br />

Wechselfelder arbeiten, zählen zu den CW-Systemen (Continous<br />

Wave) z.B. Sinusverfahren, womit die Fülle der aktiven Detektoren durch diese<br />

beiden Gruppen im Wesentlichen unterteilt werden. Beide Verfahren verfügen<br />

je nach Anwendung über spezifische Vor- oder auch Nachteile!<br />

„Dem PI-Verfahren gehört die Zukunft“, so EBINGER! Herr COLANI war zweifelsfrei<br />

seiner Zeit weit voraus, doch seine <strong>Technik</strong> war für bestimmte Anwendungsbereiche<br />

und für eine Serienproduktion noch nicht ausgereift. Erst<br />

nach umfangreicher Entwicklungsarbeit des EB-Teams stellten sich mit der<br />

UPEX 740-Großschleife, die notwendigen Erfolge ein. Beim ersten Wassereinsatz<br />

auf dem Inn wurde damit ein wertvolles Bronzeschwert aus der Hallstattzeit<br />

aufgespürt, womit die PI-<strong>Technik</strong> einen neuen Aufschwung erhielt.<br />

Heute zählen moderne UPEX/<strong>UW</strong>EX-Detektoren, gleichgültig ob sie an Land<br />

oder unter Wasser eingesetzt werden, mit zu den effizientesten Suchgeräten<br />

überhaupt!<br />

Ing. Colani, dessen erfinderische Priorität trotz fruchtloser Einwände bis heute<br />

nicht in Zweifel gestellt werden kann, gilt Dank und Anerkennung! Auch<br />

ohne Digitaltechnik verfügte er damals schon über „rechnende Geräte“, wo<br />

die Signaturen der Suchobjekte zeitlich untersucht und zur Anzeige gebracht<br />

wurden!<br />

Abb. 6 Sucheinsatz UPEX ® 740 auf dem Inn<br />

Seite 7


Seite 8<br />

Kapitel 3 <strong>UW</strong>-Salzwassereffekte<br />

Nicht alles funktioniert im Salzwasser gleich gut! Die Funktion aller Metallsuchgeräte,<br />

ob PI- oder SI-Verfahren, beruht auf elektrischer Leitfähigkeit! Neben<br />

Metall verfügt auch der Erdboden, vor allem Salzwasser, über eine elektrische<br />

Leitfähigkeit, die sich auch bei PI-Detektoren störend auswirken kann.<br />

Mit der Zeit wurde die PI-<strong>Technik</strong> immer empfindlicher. Nur so gelang es, kleine<br />

Teile aus Ne-Metall, wie Ringe oder Münzen, aufzuspüren. Doch im Salzwasser<br />

ändern sich die physikalischen Suchbedingungen, womit sich der Reigen<br />

früherer Erkenntnisse schließt! Hochempfindliche PI-Detektoren können am<br />

Grund von Seewasser einen Abhebeeffekt signalisieren, da sich die Leitfähigkeit<br />

im Medienübergang Wasser/Erdboden ändert. Hier bewegt man sich mit<br />

moderner PI-<strong>Technik</strong> an der Grenze des physikalisch Machbaren. Dies wurde<br />

durch zahlreiche Versuche und Taucheinsätze im Salzwasser durch den Fachbuchautor<br />

und Taucher Ing. Gerhard Aretz, Köln, („SONAR in Theorie und<br />

Praxis“) mit <strong>UW</strong>EX-Geräten festgestellt!<br />

Das Suchgerät emittiert ein gepulstes<br />

Magnetfeld, das sich im Raum bzw.<br />

im untersuchten Medium ausbreitet.<br />

Selbst der Leitfähigkeitssprung zwischen<br />

Luft und Salzwasser kann beim<br />

Abtauchen beobachtet werden, sofern<br />

der PI-Detektor genügend empfindlich<br />

ist. Im Flachwasser bzw. am<br />

Strand wird man mit dem gleichen<br />

Gerät keine oder nur geringe Störeffekte<br />

feststellen, doch je tiefer man<br />

abtaucht, umso leitfähiger wird die<br />

Umgebung des magnetisch durchfluteten<br />

Raumes.<br />

Abb. 7 Gerhard Aretz „SONAR in Theorie<br />

und Praxis“


Es kommt ein Pseudosignal zustande, das mit der Wassertiefe zunimmt, um am<br />

Gewässergrund in der Intensität wieder abzunehmen. Bei empfindlicher Einstellung<br />

kommt es dort zu einem „Abhebe-Effekt“ durch die Leitfähigkeitsänderung<br />

zwischen Wasser und Erdboden. Damit sind jedoch nicht alle physikalischen<br />

Hürden im Salzwasser erklärt, die auf die Suchbedingungen einwirken:<br />

Je größer die Suchschleife, um so größer der magnetisierte Raum, und um so<br />

größer wird die Zeitkonstante und Intensität des Pseudosignals! Deshalb macht<br />

der Einsatz von <strong>UW</strong>-Großschleifen im Salzwasser nur dann Sinn, wenn große<br />

Metallobjekte, deren Zeitkonstante das Pseudosignal überwiegt, aufgespürt<br />

werden sollen. Wie auch immer, Salzwasser hat auf alle aktive Detektoren eine<br />

dämpfende Wirkung!<br />

Der Raumeffekt kann durch eine Differenzanordnung, die 1987 für EB patentiert<br />

wurde, in Grenzen eliminiert werden. Sie beruht auf einer bestimmten,<br />

leider auch aufwendigen Schleifenkonfiguration, die, wie bei allen Differenzverfahren,<br />

zu einer reduzierten Reichweite führt.<br />

Abb. 8 Illustrierter Raumeffekt durch die elektrische Leitfähigkeit des Seewassers<br />

Seite 9


Seite 10<br />

Fortsetzung Kapitel 3 <strong>UW</strong>-Salzwassereffekte<br />

Als Beispiel sei hier der Prototyp <strong>UW</strong>EX 735 genannt, bei dem die Messdifferenz<br />

über die Schleifengeometrie realisiert wird. Die Empfängerschleifen arbeiten<br />

gegeneinander, wodurch homogene Störer, auch Wechselfeldeinflüsse,<br />

in gewissen Grenzen eliminiert werden. So auch der Raumeffekt sowie mineralisierte<br />

Böden. Dieser Vorteil wird jedoch mit dem Nachteil einer geringeren<br />

Reichweite erkauft. Bei der Minensuche hat sich das aktive Differenzverfahren,<br />

das von EB eingeführt und erprobt wurde, nur bedingt bewährt. Je nach Suchbedingungen,<br />

vor allem in versplitterten Gebieten, kann die typische Differenz-<br />

Signalvielfalt den Sucher unnötig irritieren. Einbussen in der Produktivität sind<br />

dadurch unvermeidbar. Dennoch fand das Verfahren – in verschiedener Äquivalenz<br />

– vielfältiges Interessen in internationalen Fachkreisen.<br />

Abb. 9 Differenz – Suchschleife 100 x 100 cm<br />

Typischer Wirkungsbereich eines aktiven Differenzmessers.<br />

Abb. 10 <strong>Ebinger</strong> Patent EP 0607605A1


Kapitel 4 Metallunterscheidung/Diskrimination<br />

Jedes Verfahren hat typische Vor- und Nachteile. Beim PI-Verfahren gelingt<br />

eine Metallunterscheidung mit Monoschleifen nur bedingt. Sie beruht auf<br />

der typischen Leitfähigkeit der Suchobjekte. Je größer sie ist, umso länger<br />

ist deren Abklingzeit.<br />

Technische Details mit Zukunftstrend sind in dem EB-Samplingpatent<br />

19506339.2 nachzulesen. So z. B. verfügt das UPEX ® 725 PA über eine PULSE<br />

ANALYZING-Funktion (PA), die zwischen kurz und lang abklingenden Metallgegenständen<br />

akustisch unterscheidet. Eine Tonmodulation (Tremolo)<br />

signalisiert gut leitende Suchobjekte, wie z.B. Münzen oder auch große<br />

Metallgegenstände. In der Kampfmittelräumung hat das Verfahren den<br />

Vorteil, dass man das Suchgerät auf entsprechend große Munitionskörper<br />

„programmieren“ kann.<br />

Die Schrottbelastung im <strong>UW</strong>-Bereich ist vor allem in Häfen sowie in der Nähe<br />

von Brücken und Landungsstegen sehr hoch. Neben der PA-Funktion gibt<br />

es noch andere Selektionsmaßnahmen, um beispielsweise bergungswürdige<br />

Munition vom Schrott – in gewissen Grenzen – abzukoppeln. Entsprechende<br />

Prototypen, die ausschließlich für professionellen Einsatz bestimmt sind, befinden<br />

sich bereits in Erprobung.<br />

Abb. 11 <strong>UW</strong>-Kampfmittelräumung<br />

Seite 11


Seite 12<br />

Fortsetzung Kapitel 4 Metallunterscheidung/Diskrimination<br />

Abgesehen von der kommenden <strong>UW</strong>-Kampfmittelräumung, die noch Jahrzehnte<br />

in Anspruch nehmen wird, gibt es engagierte <strong>UW</strong>-Sucher, die nicht<br />

nur im Bereich der Archäologie, sondern auch unter Schatzsuchern zu finden<br />

sind. Es wird berichtet, dass im freien Gewässer die Fundrate von Objekten<br />

aus Bunt- und Edelmetall mitunter wesentlich höher, als die von Eisen ist!<br />

Dies gilt insbesondere für Badezonen, wo es oft rentabel ist, nach Ringen,<br />

Schmuck oder Münzen zu suchen.<br />

Wofür dann noch eine Metallunterscheidung, wenn in bestimmten Badezonen<br />

oft mehr Gold zu finden ist, als in manchen Outbackgebieten Australiens?<br />

Dies gilt nur als Hinweis, dass aufwendige PA-<strong>Technik</strong>, die ihren Preis<br />

fordert, nicht unbedingt notwendig ist. Das <strong>UW</strong>EX ® 720 und 722 werden hier<br />

beispielhaft für besonders erfolgreiches Auffinden kleiner Teile aus Bunt-<br />

und Edelmetallen genannt!<br />

Abb. 12 Typische Metallfunde aus Badezonen


Kapitel 5 Moderne <strong>UW</strong>EX ® -Metalldetektoren<br />

Abb. 13 <strong>UW</strong>EX ® 720 C: Sehr empfindliche<br />

<strong>UW</strong>- Handsonde<br />

Abb. 15 <strong>UW</strong>EX ® 722 T: Akustische Objektinformationen<br />

(Tremolo)<br />

Abb. 17 <strong>UW</strong>EX ® 725 K: Bipolares KMRD-<br />

System, wechselbare Sonden<br />

Abb. 14 <strong>UW</strong>EX ® 722 C: Suchgerät für Land-<br />

und Taucheinsatz<br />

Abb. 16 <strong>UW</strong>EX ® 725 PA: Kampfmittelräumung,<br />

Objektinformation<br />

Seite 13


Seite 14<br />

Kapitel 6 MAGNEX ® -<strong>UW</strong>-Sonden<br />

Neben der aktiven <strong>UW</strong>EX ® -<strong>Technik</strong> sei noch auf das passive Magnetometerverfahren<br />

(MAGNEX ® ) hingewiesen, das z. B. in der Kampfmittelräumung als<br />

„SONDE“ zum Auffinden von Bomben und Granaten eingesetzt wird. Hierbei<br />

handelt es sich um Saturationsmagnetometer bzw. um sogenannte Feldstärke-Differenzmesser,<br />

die Störungen im Erdfeld nachweisen. Sie werden auch<br />

als „Gradiometer“ bezeichnet, obwohl Minensuchgeräte vergleichsweise<br />

auch als „aktive Gradiometer“ (EB-Differenzpatent) betrachtet werden können<br />

(siehe Seite 10, <strong>UW</strong>EX ® 735)!<br />

Abb. 18 MAGNEX ® 130 B Abb. 19 3-Kanal MAGNEX ® Landsondierung


Kapitel 7 Wirkungsweise der Differenz-Magnetometer<br />

Die „Sonde“ ist ein passiver Magnetfelddetektor, der nichts aussendet, sondern<br />

nur magnetische Störungen „empfängt“. Im Suchrohr befinden sich in<br />

vorgegebenen Abstand zwei Fluxgate-Sensoren, die, einfach ausgedrückt,<br />

das Erdfeld zerhacken und in eine messbare Wechselspannung umsetzen.<br />

Beide Sensoren sind in Differenz bzw. gegeneinander geschaltet, wodurch<br />

die Wirkung des Erdfeldes weitgehend unterdrückt wird. Nur so kann die<br />

Sonde beim Suchen ohne Erdfeldeffekte bewegt werden<br />

Eisenteile verfügen durch ihre magnetische Vorgeschichte bzw. ihr Herstellungsverfahren<br />

in aller Regel über eine remanente Magnetisierung, die sich<br />

dem Erdfeld als Störung (Gradient) überlagert. Im Prinzip kann eine Granate<br />

oder auch eine Bombe als großer Stabmagnet betrachtet werden! Natürlich<br />

erfährt jedes ferromagnetische Teil eine Aufmagnetisierung durch das Erdfeld.<br />

Die Erdfeldinduktion ist – trotz gegenteiliger Diskussionen – schwächer.<br />

Ausgeglühte Munitionskörper sind magnetisch weitgehend tote Gebilde, die<br />

selbst mit hochauflösenden Magnetometern kaum noch nachzuweisen sind.<br />

Die magnetische Permeabilität von Eisenteilen, die im Erdfeld zweifelsfrei zu<br />

einem Gradienten (magnetische Beugung) führt, nimmt durch den Glühprozess<br />

bei weitem nicht ab, doch sie kann nicht Ursache ausreichender Ortungsreichweiten<br />

sein! Die magnetischen Wirkungen der Suchobjekte im Erdfeld<br />

sind – je nach Orientierung im Raum – sehr komplex, doch ohne remanente<br />

Magnetisierung der Suchobjekte wären teure Magnetometer (Auffassung<br />

des Autors) für die Suche nach ferromagnetischen Teilen weitgehend wirkungslos!<br />

Ein weiterer Faktor ist die Lage des Eisenteils im Erdfeld, die den Anzeigeffekt<br />

auf die Sonde entweder reduziert oder auch verstärkt. Im ungünstigsten<br />

Fall kann eine magnetische Kompensation eintreten, die zur Unauffindbarkeit<br />

führt. Dieser Umstand ist in der Kampfmittelräumung nicht unbekannt,<br />

doch er betrifft nicht die aktiven Verfahren, die in den Suchobjekten ihre<br />

eigene Magnetisierung „produzieren“. Auf diese Weise kommt es zu einem<br />

physikalisch nachvollziehbaren Prozess, so Prof. Dr. Ernstson, Würzburg, der<br />

besonders in Grenzfällen gegenüber der magnetischen Sondierung entscheidende<br />

Vorteile aufweist!<br />

Früher waren <strong>UW</strong>-Magnetometer schon wegen ihres komplizierten Aufbaus<br />

relativ unförmig und vom Taucher nur schwer zu handhaben. Im Gegensatz<br />

dazu verfügt das MAGNEX ® 130 B über eine handliche und leicht bedienbare<br />

Ausführung, die den Taucher im <strong>UW</strong>-Einsatz weniger belastet, was zu seiner<br />

Seite 15


Seite 16<br />

Fortsetzung Kapitel 7 Wirkungsweise der Differenz-Magnetometer<br />

Sicherheit beiträgt. Dort, wo Munition liegt, findet sich oftmals hochmagnetischer<br />

Schrott, der die Sucharbeit erschwert. Vor allem dann, wenn auch<br />

kleinkalibrige Munition geräumt werden soll.<br />

Aktive <strong>Technik</strong>, wie z. B. <strong>UW</strong>EX ® 722 / <strong>UW</strong>EX ® 725 PA können unabhängig<br />

von magnetischen Effekten gezielter eingesetzt werden. Jedoch nicht für<br />

Bomben oder Granaten, die metertief in Schlamm versunken sind.<br />

Abschließend gilt noch der Hinweis, dass der Einsatz von Magnetometern in<br />

Gebieten vulkanischen Ursprungs wegen boden- bzw. gesteinsmagnetischer<br />

Störeffekte wenig Sinn macht. Auch hier ist die aktive <strong>Technik</strong> mit ihren speziellen<br />

Features, wie z. B. Bodenkompensation, Objektselektion etc. zweifelsfrei<br />

im Vorteil.<br />

Abb. 20 MAGNEX ® 120 LW, Kombisonde Land/Wasser!


Kapitel 7 EBINGER-<strong>Technik</strong> auf dem Wasser<br />

Zunächst sei hier auf die Großschleifendetektoren der UPEX®- Serie hingewiesen.<br />

Die geschützte Markenbezeichnung gilt als Synonym für ULTRA-POWER-<br />

EXPLORATION, wo starke Magnetpulse auf „Erkundung“ geschickt werden.<br />

UPEX ® -Systeme werden in der Kampfmittelräumung vor allem in der Großflächen-<br />

und Tiefensondierung eingesetzt. Vorteilhaft ist auch das Absuchen<br />

von Flachwasserbereichen, wo es um den Nachweis größerer Metallobjekte<br />

geht. Für private Anwendungen stehen entsprechend angepasste und preiswertere<br />

PI-Systeme zur Verfügung, die mit Standardsonden verschiedener<br />

Durchmesser als auch mit Großschleifen eingesetzt werden können.<br />

Um die Nähe störender Metallteile zu vermeiden werden Großschleifen auf<br />

dem Wasser im Schleppverfahren eingesetzt. Eine GPS - Positionierung sowie<br />

digitale Datenverarbeitung bzw. Kartierungen entsprechen dem Stand der<br />

<strong>Technik</strong>. Auf diese Weise wird das Suchergebnis automatisch dokumentiert<br />

und kann mittels Computer visualisiert und ausgewertet werden.<br />

Eine größere Flexibilität, ja sogar Tiefenwirkung auf dem Wasser bietet vergleichsweise<br />

das neue TREX ® -System (Transmitter – Receiver – Exploration),<br />

das auf einem Kunststoffboot eingesetzt bzw. montiert werden kann. Die<br />

Größe der Sende- und Empfangsspulen, als auch deren Basisabstand, bestimmen<br />

die Objektgröße und Tiefenwirkung des Systems. Wegen seiner hohen<br />

Betriebsfrequenz (ca. 10 kHz) kann es nur auf Süßwasser eingesetzt werden.<br />

Eine 1 kHz-NF-Variante für Salzwassereinsatz ist in Vorbereitung. Ein interes-<br />

Abb. 21 UPEX ® 740 M: Schleifeneinsatz auf dem Wasser<br />

Seite 17


Seite 18<br />

Fortsetzung Kapitel 7 EBINGER-<strong>Technik</strong> auf dem Wasser<br />

santer TREX ® -Versuch wurde von dem Fachbuchautor Dr. Wolfgang G. Ulrich,<br />

Berlin, „<strong>Technik</strong> der Kampfmittelsuche“ auf einem zugefrorenen See mit digitaler<br />

Datenaufnahme durchgeführt. Die Visualisierung der Messdaten lässt<br />

geortete Metallmassen als auch die Leitfähigkeitsänderung zum Ufer hin erkennen<br />

(siehe Abb. 25).<br />

Süßwasser ist für magnetische Wechselfelder relativ niedriger Frequenz fast<br />

neutral. In Ufernähe wird die Leitfähigkeit durch Annäherung an den feuchten<br />

Untergrund zunehmend größer, was auf der Kartierung erkennbar ist.<br />

Über Leitfähigkeitseffekte des Erdbodens können mit TREX ® -Systemen archäologische<br />

Strukturen, Bodeneingriffe, ja auch Hohlräume nachgewiesen werden,<br />

sofern man sich der digitalen, hochauflösenden Kartierung bedient.<br />

Abb. 22 Jumbo-TREX ® im Landeinsatz<br />

Abb. 23 TREX ® 150 – Suchergebnis BMW<br />

in ca. 6 m Tiefe<br />

Abb. 24 TREX ® auf dem Wasser mit Sucherfolg<br />

Abb. 25 TREX ® -Kartierung auf dem Wasser mit<br />

Untergrundstrukturen


Kapitel 8 Einsatz von Wassersonden<br />

Last but not least, sollen sogenannte Wassersonden, die vor allem in der<br />

Bohrlochsondierung (Bombenortung) eingesetzt werden, nicht unerwähnt<br />

bleiben. Sie werden an einem langen Verbindungskabel in das Bohrloch oder<br />

im Schleppverfahren ins Wasser abgelassen.<br />

Als typisches Beispiel gilt die Kombisonde MAGNEX ® 120 LW, die wahlweise<br />

als Land-, Wasser-, oder Bohrlochsonde eingesetzt werden kann.<br />

Die magnetische Wassersondierung ist eher umständlich und durch die Fülle<br />

der Verschrottung unserer heimischen Gewässer oft ineffizient. Eisendrähte,<br />

Splitter und Schrottteile können einen Störnebel auslösen, der die Anzeige<br />

der Suchobjekte unter Umständen<br />

überdeckt. Je nach deren Größe wirkt<br />

die Magnetometersonde sehr punktuell,<br />

was die Sucharbeit zusätzlich<br />

erschwert. Allerdings hat die „Wassersonde“<br />

bei der Bohrlochsondierung<br />

große Bedeutung erlangt, wo<br />

der Nachweis tiefliegender Bomben<br />

durch magnetische Störeffekte im<br />

Oberflächenbereich (Verschrottung,<br />

Bauschutt, Eisenkonstruktionen etc.)<br />

erschwert wird. Ein aktives Äquivalent<br />

für Bohrlochsondierungen repräsentiert<br />

das neue PPI-System!<br />

Abb. 26 Wasser-Bohrlochsonde im Einsatz<br />

Abb. 27 Neu: das PPI-System von <strong>Ebinger</strong><br />

Seite 19


Seite 20<br />

Kapitel 9 Zusammenfassung<br />

Bei Sucharbeiten auf und unter dem Wasser bestimmen die Einsatz- und<br />

Randbedingungen die Wahl der geeigneten Gerätetechnik. Wird auf dem<br />

Wasser gesucht, so kann man davon ausgehen, dass bei zunehmender Tiefe<br />

nur noch relativ große Metallobjekte sicher aufgespürt werden können. In<br />

Flachwasserbereichen bzw. auf nicht allzu tiefen Gewässern eignen sich vor<br />

allem aktive Verfahren, die mit weitläufigen bzw. tief reichenden Wechselfeldern<br />

arbeiten und gleichzeitig eine größere Suchfläche abdecken.<br />

Ein wesentliches Kriterium dieser Geräte ist auch deren Transportierbarkeit<br />

im Rahmen schneller Einsätze.<br />

Geht es um die Suche relativ kleiner oder mittelgroßer Metallobjekte, wozu<br />

je nach Kaliber auch Granaten zählen, so ist ein Taucheinsatz unerlässlich.<br />

Gerade hier muss eine zweckmäßige Anpassung der eingesetzten <strong>Technik</strong><br />

erfolgen. Sie muss einfach zu handhaben und zu bedienen sein. Nur so kann<br />

sich der Taucher auf seine Suchaufgabe konzentrieren, ohne seine eigene<br />

Sicherheit zu vernachlässigen. Bei der Suche nach Kampfmitteln sollte der<br />

<strong>UW</strong>-Detektor möglichst nicht durch Kleinteile irritiert werden. Eine Art Programmierung<br />

auf Kampfmittel ist mit moderner <strong>Technik</strong> möglich! Im Zusammenhang<br />

wird auf das <strong>UW</strong>EX ® 725 PA verwiesen, das dem Taucher über eine<br />

Pulse-Analyzing-Funktion (PA) größere, gut leitende Metallobjekte mittels<br />

Tonmodulation meldet.<br />

Bei archäologischen oder auch kriminaltechnischen <strong>UW</strong>-Anwendungen bedarf<br />

es einer sehr empfindlichen Gerätetechnik, um nicht nur metallene Artefakte,<br />

sondern auch Diebesgut (z.B. Schmuck) oder Tatwaffen aufzuspü-<br />

Abb. 28 Die TREX ® -Jumbo-Variante war in der Lage, in 20 m Wassertiefe größere Metallobjekte zu orten!


en. Für archäologische Anwendungen eignet sich vor allem die Handsonde<br />

<strong>UW</strong>EX ® 720 C, die auch sehr kleine Metallgegenstände mit guter Reichweite<br />

erfasst. Im Polizeieinsatz hat sich insbesondere das <strong>UW</strong>EX ® 722 bewährt, das<br />

an Land als auch unter Wasser eingesetzt werden kann.<br />

Für die Bombenortung etablierte sich in Deutschland hauptsächlich das magnetische<br />

bzw. passive Verfahren. Die aktiven Methoden, die hier zu Lande<br />

kaum Beachtung finden, können gerade in Grenzsituationen deutliche Vorteile<br />

aufweisen. Vor allem wenn bodenmagnetische Störeffekte oder auch<br />

Versplitterung den Einsatz von Magnetometern erschweren oder verhindern.<br />

Gerade bei der Bombenortung in Flachwasserbereichen ist das TREX ®<br />

150 oder auch die größere Jumbo-Ausführung jedem Magnetometer in der<br />

Sucheffizienz schon wegen der größeren Flächenabdeckung überlegen!<br />

Das TREX ® 150 wird durch Kleinschrott kaum beeinflusst. Dieser wird bei digitalen<br />

Kartierungen allenfalls im Nahbereich der Sonde als blaue punktuelle<br />

negative Signatur ausgewiesen. Bomben und andere große Metallobjekte<br />

wirken hingegen wie „Transmitter“, die diese Negativsignale verdrängen<br />

und als rotflächige positive Signaturen zu erkennen sind.<br />

Schon die Breite der Suchbahnen als auch der störungsfreie Suchbetrieb sprechen<br />

für sich. Es sind TREX ® -Systeme in Vorbereitung, mit denen Suchbahnen<br />

von einigen Metern Breite abgedeckt werden können. Zudem verfügen sie<br />

über erstaunliche Tiefenreichweiten, die dem passiven Verfahren – je nach<br />

Art der Suchobjekte – deutlich überlegen sein können.<br />

Abb. 29 Reichweitendiagramm:TREX ® -Messungen<br />

(Ortungsreichweiten im Medium Luft gelten nur als hinweis für die Systemempfindlichkeit. Wegen unterschiedlicher Suchbedingungen<br />

können sie nicht auf die Belange der Praxis übertragen werden.)<br />

Seite 21


Seite 22<br />

Verfügbare technische EB Dokumentationen<br />

Aktive Ortungstechnik<br />

<strong>Ebinger</strong> Ortungstechnik<br />

1969-2005 Jubiläumsausgabe<br />

AEM (Aktive Elektromagentik)<br />

Zielgruppenbroschüre für die Kampfmittelräumung<br />

(KMRD)<br />

Zielgruppenbroschüre für die<br />

Industrielle Ortungstechnik<br />

Zielgruppenbroschüre für die<br />

Professionelle Ortungstechnik<br />

AUF UND UNTER DEM WASSER<br />

Zielgruppenbroschüre<br />

für die Sicherheitstechnik


Impressum<br />

Abb.30 EB-<strong>Technik</strong>zentrum: Testfeld mit Bohrloch-Arrangement und Testgalgen<br />

Text: Ing. Klaus <strong>Ebinger</strong><br />

Fotos: <strong>Ebinger</strong> Archiv, O. Bartsch, C. Gerigk<br />

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Gedruckt in Deutschland - 01/09<br />

EB-<strong>UW</strong>-T/D<br />

Seite 23


EBINGER<br />

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