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Die Malteser-Zeitung 2/2017

Berichterstattung über nationale und internationlae Tätigkeiten des SMRO und seiner Werke sowie religiöse, karitative und soziale Fragen aller Art.

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<strong>Die</strong><br />

MALTESER<br />

Der Souveräne <strong>Malteser</strong>-Ritter-Orden und seine Werke in Österreich<br />

Ausgabe 2/<strong>2017</strong><br />

Ausstellung Turiner Grabtuch<br />

Starker Wille zum Dialog mit dem Islam<br />

Hungerkatastrophe in Afrika


INHALT<br />

RELIGIONAKTUELL<br />

04 Das Turiner Grabtuch: Ausstellung in Wien<br />

04 16<br />

IMFOKUS: DIALOG MIT DEM ISLAM<br />

08 <strong>Malteser</strong>orden im Libanon<br />

11 Papstbesuch in Ägypten<br />

MALTESERSPIRITUELL<br />

12 Serie – <strong>Die</strong> acht Seligpreisungen<br />

22<br />

30<br />

VORBILDER<br />

14 Im Gespräch mit Dr. Norbert Stelzer<br />

MALTESERWELTWEIT<br />

16 Hungerkatastrophe in Afrika<br />

18 Neuer Statthalter des Großmeisters<br />

MEDIZINAKTUELL<br />

20 Natürliche Empfängnisregelung nach Rötzer<br />

MALTESERÖSTERREICH<br />

22 Vielfältige Initiativen und <strong>Die</strong>nste<br />

KLOSTERKÜCHE<br />

52 Sommerliche Rezepte<br />

GELESENEMPFOHLEN<br />

54 Interessante Neuerscheinung<br />

TAGEBUCH<br />

55 Menschen und Events<br />

MALTESERINFORMATION<br />

57 Spendenabsetzbarkeit<br />

ÜBERBLICK<br />

58 Termine und Kontakt<br />

IMPRESSUM<br />

Medieninhaber: Souveräner <strong>Malteser</strong>-Ritter-Orden, Großpriorat<br />

Österreich, 1010 Wien, Johannesg. 2, Telefon: 01/512 72 44,<br />

E-Mail: richard.steeb@malteser.at<br />

Chefredaktion: Katharina Stögner<br />

Mitarbeiter bzw. Autoren dieser Ausgabe: Clemens Bauer,<br />

Christoph Calice, Monika Chizzola, Oumayama Farah, Christian<br />

Fritzsche, Anton F. Gatnar, Andrea Hofmann, Edith Holzer,<br />

Markus L. Huber, Jörg Jakobljevich, Katharina Kiecol,<br />

Naomi Kienreich, Martin Kratky, Lukas Krupitza, Gottfried<br />

Kühnelt-Leddihn, Paulina Ludwigstorff, Elisabeth Maier,<br />

Georg Male, Richard Mischak, Robert Nagel, Radio Vatikan,<br />

Georg Reichlin-Meldegg, Elisabeth Rötzer, Norbert Salburg-<br />

Falkenstein, Barbara M. Sauberer, Susanne Seper, Konstantin<br />

Spiegelfeld, Michaela C. Starosciak, Richard Steeb, Norbert<br />

Stelzer, Katharina Stögner, Miriam Weigel, Manuel Weinberger,<br />

Susanne Wick<br />

Fotos: Edith Stein Gesellschaft Österreich, fotolia.com, iner,<br />

iStockphoto.com, italic, maltacamp, MALTESER Austria,<br />

MALTESER Care, <strong>Malteser</strong> International, Thomas Meyer, Order<br />

of Malta, Radio Vatikan, Elisabeth Rötzer, shutterstock, SMRO<br />

Slowakei, Martin Steiger, Verein TIK<br />

Gestaltung: Karin Mayer, werbeproduktion.at<br />

Druck: Druckerei Robitschek, Schlossgasse 10–12, 1050 Wien.<br />

Offenlegung gemäß §25 Mediengesetz: Berichterstattung<br />

über nationale und internationale Tätigkeiten des SMRO und<br />

seiner Werke sowie religiöse, karitative und soziale Fragen aller<br />

Art. Namentlich gekennzeichnete Beiträge müssen nicht der<br />

Meinung der Redaktion entsprechen.<br />

Redaktionsschluss: 24. Juni <strong>2017</strong><br />

55. Jahrgang, Ausgabe 2/<strong>2017</strong><br />

2<br />

DIE MALTESER 2/<strong>2017</strong>


EDITORIAL<br />

Sehr geehrte Damen und Herren,<br />

liebe Leserinnen und Leser,<br />

wie oft hören wir von anderen oder sagen selbst: „Ich<br />

habe keine Zeit!“ Wie oft denken wir: „Ich habe noch so<br />

viel zu tun! Das geht sich heute alles nicht mehr aus!“<br />

Wir laufen unseren Terminen hinterher, lassen Mittagspausen<br />

ausfallen, um „rasch noch etwas zu erledigen“.<br />

Wir haben das Gefühl, dass alles um uns herum immer<br />

schneller wird und uns die Zeit wie Sand durch die<br />

Finger rinnt. In manchen Momenten möchten wir sie<br />

anhalten, um durchzuatmen, zu verschnaufen.<br />

Ist uns noch bewusst, dass sich die Geschwindigkeit<br />

der Zeit, sich selbst nicht ändert und immer gleich<br />

bleibt? Nur wir Menschen packen sie mit immer mehr<br />

Tätigkeiten voll! Nicht nur in der Arbeitszeit, sogar in<br />

der Freizeit jagen wir Verpflichtungen nach, laufen von<br />

„Event“ zu „Event“ – als ob es eine olympische Disziplin<br />

wäre, immer schneller zu werden und immer mehr in<br />

immer kürzerer Zeit zu erledigen.<br />

<strong>Die</strong> technischen Möglichkeiten von heute, soziale<br />

Medien, die Digitalisierung erleichtern uns freilich viel<br />

und können zeitraubende Prozesse beschleunigen. Aber<br />

sie führen auch dazu, dass wir uns sehr davon treiben<br />

lassen. Mit größter Selbstverständlichkeit sind wir<br />

damit beschäftigt, unsere elektronischen Kalender am<br />

Computer, am Tablet-PC oder am Smartphone zu synchronisieren,<br />

mit den „Schedules“ anderer abzustimmen<br />

und fast schon panisch zu reagieren, wenn einmal ein<br />

Kalendereintrag aus dem Mobiltelefon verschwindet.<br />

Bei all dieser Geschäftigkeit und Betriebsamkeit vergessen<br />

wir auf das Wesentliche: auf Gott und unseren<br />

Nächsten und das bewusste, stärkende Erleben, z. B. in<br />

der Heiligen Messe oder in der Gemeinschaft mit dem<br />

Nächsten. Unsere Wallfahrt nach Lourdes hat dieses<br />

Bewusstsein in allen Wallfahrern wieder gestärkt. So<br />

wird es leichter, das Zusammensein als Familie, als Ehepartner,<br />

als Mutter und Vater mit dem eigenen Kind,<br />

als Orden und Gemeinschaft neu zu erleben.<br />

<strong>Die</strong> bevorstehende Urlaubszeit ist ein weiterer guter<br />

Anlass, aus der Alltagsroutine auszusteigen und sich<br />

auf die Suche nach diesem besonderen Glück zu machen.<br />

Das Glück, welches uns nur die Gemeinschaft mit<br />

Gott und die Liebe zu einem nahestehenden Menschen<br />

bringt; das uns die Geborgenheit spüren lässt, die wir in<br />

der Beziehung zum Vater und den vertrauten Menschen<br />

erleben können. <strong>Die</strong>se Geborgenheit gilt es auch anderen<br />

Menschen zu zeigen.<br />

Mit Gott und miteinander Zeit zu verbringen, aufeinander<br />

einzugehen, zuzuhören, ist nach dem Glauben<br />

das kostbarste Gut, das wir ihm und einander in der<br />

heutigen, hektischen Zeit schenken können.<br />

Ältere und kranke Menschen sind heute oft einsam.<br />

Gerade sie können jedoch viel Kraft aus gemeinsam<br />

verbrachter Zeit schöpfen – auch wenn es nur ein paar<br />

Stunden pro Tag oder Woche sind. Sich auf ein Gespräch<br />

mit unserem Nächsten einzulassen oder einfach mit<br />

ihm gemeinsamen zu schweigen, kann für beide Seiten<br />

ungemein beglückend sein.<br />

Ich wünsche Ihnen und Ihren Familien und Freunden<br />

einen erholsamen Sommer sowie Zeit zu finden, für das<br />

Wesentliche.<br />

Norbert Salburg-Falkenstein<br />

Prokurator<br />

DIE MALTESER 2/<strong>2017</strong> 3


RELIGIONAKTUELL<br />

DAS GRABTUCH VON TURIN<br />

EINE SPURENSUCHE<br />

BIS 16. JULI PRÄSENTIEREN DIE MALTESER DIE WANDERAUSSTELLUNG IN<br />

WIEN.<br />

<strong>Die</strong> Ausstellung zum Turiner Grabtuch fragt:<br />

„Wer ist der Mann auf dem Tuch?“<br />

Das Tuch, das in einer Kopie gezeigt wird, ist ein 4,40 Meter langes und 1,13<br />

Meter breites Leinentuch mit einem angenähten Saum. Auf dem Tuch sieht<br />

man in voller Länge das Abbild eines Mannes in Vorder- und Rückansicht. Bis<br />

heute gibt es nur Theorien darüber, wie es entstanden ist. <strong>Die</strong> Ausstellung dokumentiert<br />

die Geschichte des Tuches, die naturwissenschaftlichen Erkenntnisse<br />

um Wunden und Echtheit – versehen mit biblischen Bezügen, und der<br />

einmaligen Gelegenheit, Religion und Wissenschaft erfahrbar zu machen.<br />

„... UND NUN<br />

Eine Meditation Edith Steins über das<br />

Turiner Grabtuch.<br />

Von Elisabeth Maier<br />

Am 12. Dezember 1937 schrieb Edith<br />

Stein – die hl. Sr. Teresia Benedicta<br />

a Cruce OCD (Breslau 1891 – Auschwitz<br />

1942) – aus dem Karmel<br />

Köln-Lindental an Sr. Petra (Agnes)<br />

Brüning (1879–1955), damals Oberin<br />

des Ursulinenklosters in Dorsten:<br />

„Im letzten Brief schickten Sie mir<br />

das schöne Bild des Turiner Heiligen<br />

Antlitzes. Ich nahm es als ein Geschenk<br />

des Herrn und dachte, es sei<br />

eines seiner Gnadenmittel, um mich<br />

auf die hl. Profeß vorzubereiten. So<br />

stellte ich es auf das Zellentischchen,<br />

um es oft zu betrachten (...). Nun<br />

habe ich etwas darüber aufgeschrieben<br />

und schicke es Ihnen als Dank.“<br />

Eröffnet wurde die Schau am 7. Juni durch Kardinal Schönborn, die<br />

Kuratorin Bettina Trott zu Solz, den Prokurator des <strong>Malteser</strong>ordens in Österreich,<br />

Norbert Salburg Falkenstein, sowie den Delegaten des <strong>Malteser</strong>ordens<br />

von Wien und Niederösterreich, Christoph Calice, feierlich eröffnet. <strong>Die</strong><br />

Ausstellung ist noch bis inklusive 16. Juli <strong>2017</strong> im Erzbischöflichen Palais<br />

(Eingang Wollzeile 2, 1010 Wien) zu besichtigen. 2000 Gäste haben im<br />

Rahmen der Langen Nacht der Kirchen die Ausstellung bereits besucht.<br />

Bei dem hier erwähnten „Aufgeschriebenen“<br />

handelt es sich mit<br />

größter Sicherheit um die Meditation<br />

„Das heilige Antlitz“, die Edith<br />

Stein am 5. Dezember 1937 verfasst<br />

hat. Mit ihr reiht sich Edith Stein in<br />

die lange Tradition der Verehrung<br />

des Heiligen Antlitzes im Karmel ein,<br />

die in den 40er Jahren des 19. Jahrhunderts<br />

durch die Visionen von Sr.<br />

Marie de St. Pierre OCD (1816–1848)<br />

neu belebt und durch Leo Dupont<br />

(1797–1876) in der Folge weit verbreitet<br />

wurde.<br />

4<br />

DIE MALTESER 2/<strong>2017</strong>


RELIGIONAKTUELL<br />

IN DIESEN LETZTEN ZEITEN...“<br />

In Edith Steins Meditation heißt es: „...<br />

Doch nimmer schweigt im Herzen derer,<br />

die Dich lieben, / <strong>Die</strong> Sehnsucht, leibhaft<br />

dich zu schauen, / Den schönsten unter allen<br />

Menschenkindern / In Deiner menschlichen<br />

Gestalt.“ Da jedoch kein Künstler uns<br />

Ihn selbst, d. h. Sein wahres Bildnis, geben<br />

könne, habe Jesus, „in diesen letzten Zeiten,<br />

/ Da Glaube, Hoffnung schwand und<br />

Liebe“, selbst sein heiliges Antlitz enthüllt,<br />

das uns trotz dieser „Enthüllung“ sein Leiden nur „wie<br />

hinter einem Schleier“ schauen lässt und gleichzeitig diesen<br />

„geheimnisvollen Schleier“ allen jenen überwirft, die<br />

mit Ihm sein Leiden teilen wollen.<br />

Mit der Enthüllung des Antlitzes Christi in den „letzten<br />

Zeiten“ spielt Edith Stein möglicherweise auf die zu diesem<br />

Zeitpunkt erst 39 Jahre zurückliegenden ersten photographischen<br />

Aufnahmen des Turiner Grabtuchs durch<br />

Secondo Pia (1855–1941) an, die das Tuch, bisher fromm<br />

verehrte Reliquie, plötzlich auch zum Gegenstand wissenschaftlicher<br />

Forschung machten. Unüberhörbar ist<br />

dies jedoch vor allem eine ahnungsvolle Anspielung auf<br />

die wachsende Bedrohung durch den Nationalsozialismus,<br />

dessen Erstarken den Horizont zu Ende des Jahres<br />

1937 bereits zunehmend verdunkelte.<br />

Das Antlitz Christi auf dem Grabtuch von Turin, vor dem<br />

Edith Stein ihre Meditation schrieb und uns damit eine<br />

Momentaufnahme aus ihrer Gedankenwelt und ihrem<br />

geistlichen Leben hinterließ, vereint größtes menschliches<br />

Leiden und göttliche Erhabenheit, die Ohnmacht<br />

des Todes und den Frieden der Sabbatruhe, den Frieden<br />

des „Es ist vollbracht“. Es ist ein Bild des Karsamstags,<br />

der, wie Joseph Ratzinger formuliert, „bedeutet, dass<br />

Christus das Tor der Einsamkeit durchschritten hat, dass<br />

er abgestiegen ist in den unerreichbaren, unübersteigbaren<br />

Grund unseres Verlassenseins. Es bedeutet, dass auch<br />

in der letzten Nacht, in die kein Wort mehr dringt, in der<br />

wir alle wie weinende, ausgestoßene Kinder sind, eine<br />

Stimme ist, die uns ruft, eine Hand, die uns nimmt und<br />

führt. <strong>Die</strong> unübersteigliche Einsamkeit des Menschen<br />

ist überstiegen, seitdem Er in ihr war. <strong>Die</strong> Hölle ist überwunden,<br />

seitdem die Liebe auch in die Region des Todes<br />

eingetreten ist und das Niemandsland der Einsamkeit bewohnt<br />

wird von ihm. Der Mensch lebt im Tiefsten nicht<br />

vom Brot, sondern im Eigentlichen seines Menschseins<br />

lebt er davon, dass er geliebt wird und selber lieben darf.<br />

Seitdem es die Anwesenheit der Liebe im Raum des Todes<br />

gibt, gibt es Leben mitten im Tod.“<br />

1<br />

<strong>Die</strong> Zitate stammen aus Band 20 der Edith Stein Gesamtausgabe,<br />

S. 33 f.<br />

2<br />

Birgit Potter (Hrsg.), Joseph Ratzinger, Das Geheimnis von Tod<br />

und Auferstehung. Betrachtungen zur Fasten- und Osterzeit.<br />

Leipzig 2006, S. 36 f.<br />

DIE MALTESER 2/<strong>2017</strong> 5


RELIGIONAKTUELL<br />

„... UND VOM HEILIGEN ANTLITZ“<br />

Thérèse von Lisieux und das Antlitz Jesu<br />

Von Elisabeth Maier<br />

Im März 1909 wurde der Große Preis der Internationalen<br />

Ausstellung für religiöse Kunst in s’Hertogenbosch<br />

einer französischen Karmelitin für ein Gemälde<br />

verliehen, auf dem das Heilige Antlitz als Veronica-Bild<br />

nach dem Turiner Grabtuch zu sehen war. Sr. Geneviève<br />

Martin, so hieß die Künstlerin, war niemand Anderer<br />

als die leibliche Schwester Thérèse Martins, der heiligen<br />

Thérèse von Lisieux, die wir als „Theresia vom Kinde<br />

Jesus“ kennen. Der volle Ordensname Thérèses, den<br />

sie am 10. Jänner 1889 bei ihrer Profess angenommen<br />

hatte, lautete jedoch: „Sœur Thérèse de l’Enfant Jésus<br />

et de la Sainte-Face“, also „Sr. Theresia vom Kinde Jesus<br />

und vom Heiligen Antlitz“, und so ließ Thérèse sich auch<br />

auf einer ihrer letzten Photographien von Céline/Geneviève<br />

ablichten: Auf der Aufnahme vom 7. Juni 1897,<br />

die sie uns im Garten des Karmel knieend und schon<br />

von Anstrengung und Krankheit gezeichnet zeigt, hält<br />

sie vor der Brust ihr Gebetbuch, darin eingelegt die<br />

Zusammenfassung ihres Ordensnamens: das Bild des<br />

Jesuskindes, das auf sein Herz verweist, und das Bild<br />

des Heiligen Antlitz: (Abb. 1).<br />

Der Zusatz zum Ordensnamen, den jede Karmelitin<br />

bei der Profess erhält, wird im Karmel gern das „Adelsprädikat“<br />

der betreffenden Schwester genannt: Er ist<br />

gleichsam ein Auftrag, dieses Geheimnis zu meditieren,<br />

sich in es zu versenken, er bildet ein lebenslängliches<br />

„geistliches Programm“.<br />

<strong>Die</strong> Verehrung des Heiligen Antlitzes begann bei Thérèse<br />

von Lisieux aber nicht erst bei der Profess: Am 26. April<br />

1885 war ein verwitweter alleinerziehender Vater mit<br />

seinen fünf Töchtern Marie, Pauline, Léonie, Céline und<br />

Thérèse in die „Bruderschaft zu Ehren des hl. Antlitzes“<br />

eingetreten: Es handelte sich um Louis Martin, den<br />

Vater Thérèses und ihrer Schwestern (die später allesamt<br />

Ordensfrauen wurden: vier Mädchen traten in<br />

den Karmel ein, Léonie, die mittlere, in einen anderen<br />

Orden). Thérèse hatte somit von Kindheit an die Verehrung<br />

des Antlitzes Jesu in ihr Denken und Beten<br />

integriert.<br />

<strong>Die</strong> „Bruderschaft zu Ehren des hl. Antlitzes“ war seinerzeit<br />

durch Leo Dupont (1797–1876) in Tours ins<br />

Leben gerufen und 1885 von Papst Leo XIII. zur Erzbruderschaft<br />

erhoben worden. Sie hatte sich Buße und<br />

Sühne zur Aufgabe gemacht und verehrte ein Bild des<br />

leidenden Antlitzes Jesu, das sich am römischen, im Petersdom<br />

aufbewahrten Veronica-Bild orientierte.<br />

Als Thérèse in den Karmel von Lisieux eintrat, fand sie<br />

hier das ihr schon bekannte Bild der römischen Vero-<br />

6<br />

DIE MALTESER 2/<strong>2017</strong>


RELIGIONAKTUELL<br />

Abb. 1: Thérèse im Garten. Photographie, 7. Juni 1897 (aus: P. Maximilian<br />

Breig SJ – Pierre Descouvemont – Helmuth Nils Loose, Theresia<br />

und Lisieux. Verlag der Schulbrüder, Augsburg 1996, S. 291)<br />

Abb. 2, 3: Veronica-Bild mit Authentik (1888)<br />

(Privatbesitz. <strong>Die</strong>se Bilder galten als Berührungsreliquien, da sie<br />

von der römischen Veronica, der Kreuzreliquie und der heiligen<br />

Lanze des Petersdomes berührt wurden)<br />

Abb. 4: Das Heilige Antlitz, gemalt von Thérèses Schwester Céline<br />

(Aus: P. Maximilian Breig SJ – Pierre Descouvemont – Helmuth<br />

Nils Loose, Theresia und Lisieux. Verlag der Schulbrüder, Augsburg<br />

1996, S. 313<br />

nica vor, vor dem eine ewige Lampe brannte. Häufig<br />

wurde davor die Litanei zum Heiligen Antlitz gebetet,<br />

die auf Sr. Marie de St. Pierre (1816–1848) zurückging,<br />

eine mystisch begnadete Karmelitin. Ab dem 6. August<br />

1893, dem ersten Jahr des Priorates von Thérèses<br />

Schwester Pauline (im Kloster „Mutter Agnes“), feierte<br />

man im Karmel von Lisieux am Fest der Verklärung<br />

Jesu auch das Fest des Heiligsten Antlitzes. Für ein<br />

solches Fest verfasste Thérèse ihre berühmte „Weihe<br />

an das Heiligste Antlitz“, in dem Thérèse selbst, ihre<br />

Schwester Céline (Sr. Geneviève) und Sr. Marie de la<br />

Trinité sich in einer Paraphrase des Hohenliedes dem<br />

Herrn weihten.<br />

In Thérèses schriftlichen Werken (ihrer Autobiographie,<br />

in Briefen, Gedichten und Gebeten) nimmt sie<br />

nicht weniger als 111 mal auf das Heilige Antlitz Bezug.<br />

Auch in ihren Malereien und Zeichnungen, Glückwunschkarten<br />

und Briefen findet sich immer wieder das<br />

Bild des Heiligen Antlitzes. Wenige Monate vor ihrem<br />

Tod malt Thérèse ihr Wappen: das Jesuskind und das<br />

Heilige Antlitz auf dem Tuch der Veronica, Bethlehem<br />

und Golgota vereint, die Verletzbarkeit und Ohnmacht<br />

Gottes, der sich in der Menschwerdung uns ausgesetzt<br />

hat, und mit den Abbildungen des Jesuskindes und des<br />

leidenden Gottesknechtes lässt sich Thérèse auch kurz<br />

vor ihrem Tod – wir haben das Bild gesehen – von ihrer<br />

Schwester Céline/Geneviève photographieren.<br />

Dass die Veröffentlichungen der ersten Photographien<br />

des Turiner Grabtuchs im Jahre 1898 Céline zutiefst<br />

berührten, ist aus der Geschichte der Familie Martin<br />

und der besonderen Verehrung des Heiligen Antlitzes<br />

in derselben besonders verständlich. So malt Céline/<br />

Geneviève das Leidensantlitz Jesu und reicht es bei<br />

der Ausstellung in s’Hertogenbosch ein. Ihr Gemälde<br />

verbindet das ihr seit langem vertraute Veronica-Bild<br />

mit dem nun durch die moderne Technik enthüllten<br />

Antlitz des „Mannes auf dem Tuch“, gleichsam als ein<br />

Déjà-vu, als eine Bestätigung, als ein Wieder-Erkennen<br />

des vom glaubenden Herzen schon immer Gewussten.<br />

(Abb. 4)<br />

Wer ist<br />

DER<br />

MANN<br />

auf dem Tuch?<br />

Eine Spurensuche<br />

AUSSTELLUNG<br />

8. Juni bis 16. Juli <strong>2017</strong><br />

Erzbischöfl. Palais Wien<br />

Eingang in der Wollzeile 2<br />

www.turinergrabtuch.at<br />

DIE MALTESER 2/<strong>2017</strong> 7<br />

MALTESER


IMFOKUS<br />

DER MALTESERORDEN IM LIBANON<br />

EIN INSTRUMENT<br />

DER LIEBE UND DES FRIEDENS<br />

Im Dialog zwischen Christen und Muslimen und im Aufbau gegenseitigen Vertrauens, spielen die Aktivitäten der<br />

MALTESER eine wichtige Rolle.<br />

Von Oumayma Farah<br />

„Ich frage nicht nach deiner Rasse, deiner Hautfarbe und<br />

deiner Religion, aber sag mir, was deine Leiden sind?“<br />

<strong>Die</strong>ses Zitat von Pasteur ist das Motto, welches die Arbeit<br />

des <strong>Malteser</strong>ordens im Libanon inspiriert. In diesem<br />

Land mit einer Bevölkerung von 4.200.000 Menschen<br />

gibt es 17 verschiedene offiziell anerkannte Religionsgemeinschaften,<br />

und der Libanon steht für Humanität<br />

und erlaubt ein Erlebnis von einzigartigem Zusammenleben.<br />

Unpolitisch und ohne private oder verborgene<br />

Absicht, mit dem Ziel, die Menschenwürde hinsichtlich<br />

aller Unterschiede zu unterstützen und zu erhalten, sind<br />

die Handlungen des <strong>Malteser</strong>ordens im Libanon ein humanitärer<br />

Ausdruck von Liebe und Respekt, welcher von<br />

allen Religionen gepredigt wird.<br />

Aber um den Umfang der Arbeit des <strong>Malteser</strong>ordens zu<br />

verstehen, muss man zuerst die Komplexität des Liba-<br />

non verstehen. Nachdem es seine Unabhängigkeit im<br />

Jahr 1943 erklärte, erlebte das Land mehrere Kriege,<br />

darunter einen 15-jährigen Bürgerkrieg, der nach weiteren<br />

15 Jahren Besetzung durch die syrische Armee<br />

endete. Besetzung und Kriege, durch und mit Israel,<br />

das letzte Mal im Jahr 2006, führten zu anhaltender<br />

politischer Instabilität und Sicherheitsbedrohungen.<br />

Auch der benachbarte Bürgerkrieg spielt eine Rolle,<br />

wobei das Land eine große Zahl an Flüchtlingen (Syrer,<br />

Palästinenser, Iraker) aufgenommen hat. <strong>Die</strong> Zahl wird<br />

auf ungefähr zwei Millionen geschätzt, und dies entspricht<br />

der Hälfte der libanesischen Bevölkerung.<br />

Laut den letzten Statistiken, die auf den Wahlen 2009<br />

basieren, ist die Bevölkerung des Libanon wie folgt aufgeteilt:<br />

Muslime 54 Prozent (27 Prozent Sunniten, 27<br />

Prozent Schiiten), Christen weniger als 40 Prozent (darunter<br />

21 Prozent maronitisch-katholische, 8 Prozent<br />

8<br />

DIE MALTESER 2/<strong>2017</strong>


IMFOKUS<br />

griechisch-orthodoxe, 5 Prozent griechisch-katholische,<br />

6,5 Prozent andere), Drusen 5,6 Prozent und eine sehr<br />

kleine Anzahl von Juden, Baha‘is, Buddhisten, Hindus<br />

und Mormonen.<br />

Das Christentum im Libanon geht auf mehr als<br />

Zweitausend Jahre zurück<br />

Schon bevor der christliche Glaube das Territorium des Libanon<br />

erreichte, war Jesus in die südlichen Gebieten in der<br />

Nähe von Tire gereist. Das Christentum im Libanon ist fast<br />

so alt, wie der christliche Glaube selbst.<br />

Aber die Christen im Libanon waren nicht immer eine<br />

Minderheit, im Jahr 1926 haben sie 84 Prozent der gesamten<br />

Bevölkerung ausgemacht, heute beträgt ihr Anteil<br />

wie erwähnt weniger als 40 Prozent, was vor allem auf die<br />

nicht-christliche Einwanderung aufgrund der Kriege zurückzuführen<br />

ist. Dennoch hat das Land den größten Anteil<br />

der Christen aller Nahost-Nationen (weniger als 2 Prozent<br />

leben derzeit im Heiligen Land von Palästina!) Und vor<br />

allem spielt das Land eine wichtige Rolle in den Auseinandersetzungen<br />

zwischen dem Westen und der muslimischen<br />

Welt und im Dialog zwischen Christentum und Islam.<br />

Eine Botschaft an die Welt<br />

Während seines apostolischen Besuches im Libanon im<br />

Jahr 1997 sagte Papst Johannes Paul II.: „Der Libanon ist<br />

mehr als eine Nation, er ist eine Botschaft an die Welt!“<br />

Durch unsere Hilfe für Bedürftige, ohne einen Unterschied<br />

zu machen, strebt der <strong>Malteser</strong>orden danach, diese<br />

Botschaft zu bewahren.<br />

Netzwerk und Initiativen des <strong>Malteser</strong>ordens<br />

Das aktuelle Netzwerk des Ordens mit 30 verschiedenen<br />

Initiativen im Libanon erreicht genauso viele Christen wie<br />

Muslime und wird über die Zusammenarbeit mit religiösen<br />

Gemeinden und Stiftungen bewerkstelligt. Gemeinsames<br />

Ziel ist es, den Armen, Kranken, Alten, Behinderten und<br />

den Vertriebenen unabhängig von ihrer religiösen Konfession<br />

zu dienen. <strong>Die</strong>ses Netzwerk wurde während des<br />

Bürgerkrieges, Mitte der 1980er Jahre, gegründet – auch<br />

deshalb, um in abgelegenen Dörfern das Leid der Vergessenen<br />

zu lindern. Durch die Präsenz des Ordens in dieser<br />

Zeit wurden christliche Minderheiten in ihrer Zuversicht<br />

gestärkt und sind auch deshalb in ihren Dörfern geblieben.<br />

Der Orden erarbeitete sich Vertrauen und tiefen Respekt<br />

bei Angehörigen unterschiedlicher Konfessionen, indem<br />

diesen Menschen offen begegnet wurde und Kinder und<br />

Frauen mit Würde behandelt wurden. <strong>Die</strong> materielle<br />

Hilfe erfolgte über Lebensmittel, Unterbringung und Medikamente,<br />

die medizinische Hilfe konnte während des<br />

Krieges aufrechterhalten werden. <strong>Die</strong> Zentren wurden<br />

zum Symbol für Frieden, Solidarität und Zusammenleben,<br />

auch nach 30 Jahren ist dieser Zusammenhalt auch<br />

noch immer sehr stark.<br />

Zum Beispiel, im Jahr 1985, während des Krieges, als<br />

der holländische Jesuit Pater Nicolas entführt, gefoltert<br />

und in einer schrecklichen Weise getötet wurde, erfüllten<br />

Furcht, Wut und Rache die Herzen der gesamten Bevölkerung<br />

von Barqa, einer völlig isolierten christlichen Ortschaft<br />

in Beqaa. Der Orden reagierte sofort! In Zusam-<br />

DIE MALTESER 2/<strong>2017</strong> 9


XXXXX<br />

menarbeit mit den Schwestern wurden die Aktivitäten<br />

unseres Zentrums erweitert und erreichten so die gesamte<br />

umliegende Bevölkerung, einschließlich der schiitischen<br />

Gemeinschaft, und versorgten die Menschen mit<br />

qualitativ hochwertiger medizinischer und sozialer Betreuung,<br />

welche in dieser Region sehr selten war. Damit<br />

konnte ein Gefühl des Vertrauens zwischen den nebeneinander<br />

wohnenden Gemeinschaften wiedergewonnen<br />

werden. <strong>Die</strong> gegenseitige Unterstützung wuchs, und die<br />

Menschen sahen einander nicht mehr als Feinde an, sondern<br />

beschützten einander. <strong>Die</strong> Anwesenheit des Ordens<br />

brachte das Vertrauen zurück, förderte die Versöhnung<br />

und baute die Resilienz der örtlichen Bevölkerung aus.<br />

Unsere langfristige Zusammenarbeit mit allen Gemeinschaften<br />

beweist, dass, wenn Religionen für humanitäre<br />

Aktionen zusammenarbeiten, dies soziale Gerechtigkeit<br />

und Frieden fördert und auch Menschenrechte und Werte<br />

des Lebens verteidigt werden. Mit dieser Haltung werden<br />

Brücken gebaut und Mauern beseitigt.<br />

Außerdem hat der Orden eine offizielle Vereinbarung mit<br />

dem Obersten Schiitischen Islamischen Rat des Libanon<br />

und eine sehr enge Zusammenarbeit mit der Imam Al<br />

Sadr Stiftung, mit der ein Zentrum und eine mobile Klinik<br />

im Süden gemeinsam geführt werden. Der Orden hat eine<br />

ganz besondere Beziehung mit der höchsten sunnitischen<br />

Behörde im Libanon, Dar Al Fatwa, auf deren Basis der Orden<br />

medizinische Hilfe in der zentralen Klinik in Beirut zur<br />

Verfügung stellt. Der Orden ist auch dafür verantwortlich,<br />

jedes Jahr ein angemessenes Ernährungs-Programm während<br />

der Fastenzeit des Heiligen Monats Ramadan anzubieten.<br />

Im selben Spektrum kooperiert der Orden auch<br />

mit der höchsten Behörde der Drusen und sorgt für eine<br />

jährliche medizinische Unterstützung für die Sheikh Abu<br />

Hassan Aref Halawi Foundation im Chouf Bereich von Barouk.<br />

Dank dieser guten Beziehungen konnte der Orden<br />

im Libanon seine Mobile Medical Unit in der Region von<br />

Wadi Khaled an der nördlichen Grenze zu Syrien aufbauen.<br />

Mit einzigartigen medizinischen Leistungen konnten<br />

syrische Flüchtlinge und die örtlichen muslimischen Sunniten,<br />

Personen in Bekaa und im Süden die muslimisch<br />

schiitische Bevölkerung erreicht werden.<br />

<strong>Die</strong> Stärke des Ordens ist es, Offenheit und Liebe zu<br />

spenden. Im kollektiven Bewusstsein steht die Moschee<br />

der Kirche gegenüber und umgekehrt, trotzdem erstreckten<br />

sich die Tätigkeiten des <strong>Malteser</strong>ordens im Libanon<br />

auch auf Moscheen.<br />

Religion kann Frieden schaffen: Unsere Waffen<br />

sind nur die Liebe und die Offenheit<br />

Leider verwenden Männer die Religion, um Konflikte zu<br />

schaffen, aber das ist ein Fehler! Mit Hilfe der Religion<br />

kann Friede erreicht werden. Fanatiker und Extremisten<br />

erreichen ihre Limits mit den realen Beispielen des Ordenszentrums,<br />

wenn sie den muslimischen Schleier und<br />

das Kreuz als miteinander verbundene Hoffnungsträger<br />

sehen.<br />

Unsere Waffen sind nur die Liebe und die Offenheit, die<br />

wir den Anderen schenken, und das ist der richtige Weg.<br />

Nur so können wir unserem Christentum im Libanon dienen<br />

und sein Überleben in diesem Teil der Welt sichern.<br />

Mit unseren Tätigkeiten wird die Botschaft von Papst Johannes<br />

Paul II. verbreitet. Wir beten ständig, dass die Internationale<br />

Gemeinschaft diese Herausforderungen und<br />

die Bedeutung unserer Arbeit versteht und auf unserer<br />

Seite steht, um unsere Mission in diesem heiligen Land<br />

fortsetzen zu können.<br />

10<br />

DIE MALTESER 2/<strong>2017</strong>


IMFOKUS<br />

SEIN WEG FÜHRTE<br />

NACH ÄGYPTEN<br />

Am 28. und 29. April <strong>2017</strong> kam Papst Franziskus nach Kairo. Er war erst der zweite Papst der Neuzeit, der die ägyptische<br />

Hauptstadt besuchte. Dialog und ein friedliches Miteinander bildeten auch hier ein zentrales Thema.<br />

„Der Papstbesuch ist ein Segen für uns, für die Kirche und<br />

das ganze ägyptische Volk“, sagte der emeritierte Bischof<br />

von Gizeh, Antonios Aziz Mina, im Vorfeld des hohen Besuchs.<br />

„Wir freuen uns darüber, dass Franziskus unsere<br />

Einladung annimmt und kommt, um unser Land zu segnen!<br />

Natürlich erinnert uns das auch an die Visite des Hl.<br />

Johannes Paul II. im Heiligen Jahr 2000.“ Johannes Paul<br />

hatte damals eine Pilgerfahrt zum Berg Sinai unternommen.<br />

Dabei hielt er sich auch in Kairo auf, feierte die Messe<br />

in einem Stadion, sprach mit dem koptischen Patriarchen<br />

und besuchte die islamische al-Azhar-Universität.<br />

„Wir haben eine schwierige Zeit hinter uns“<br />

Im Unterschied zum Jahr 2000 kam Papst Franziskus<br />

<strong>2017</strong> in ein radikal verändertes Ägypten: Zu Zeiten von<br />

Johannes Paul II. regierte noch Mubarak, und „Misr“, wie<br />

die Ägypter ihr Land nennen, galt als Anker der Stabilität<br />

im Nahen Osten. Heute hat Präsident Sisi das Sagen, und<br />

Ägypten ist instabil. „Ja, die ganze Region – nicht nur<br />

Ägypten – ist leidgeprüft. <strong>Die</strong> Präsenz der Christen hier<br />

ist immer ein Zeugnis für das Kreuz. Dabei ist die Lage<br />

der Christen dieselbe, wie die Lage der Ägypter im allgemeinen.<br />

Wir haben eine schwierige Zeit hinter uns. Nach<br />

zwei Revolutionen versuchen wir, wieder auf die Beine<br />

zu kommen. Wir brauchen die Hilfe der ganzen Welt. Als<br />

Christen erleben wir allerdings einen sehr günstigen, guten<br />

Moment für die Freiheit des Kultes und der Religion“,<br />

so Bischof Antonios.<br />

Christen in Ägypten – das sind vor allem Kopten. Sie hüten<br />

die heiligen Stätten, die an die Flucht der Heiligen<br />

Familie vor dem Zorn des Herodes nach Ägypten erinnern,<br />

und haben sehr wechselhafte Beziehungen zur islamischen<br />

Mehrheit der Bevölkerung. Sisi stützt sich auf<br />

sie – auch weil die Kopten sich 2013 hinter seinen Putsch<br />

gestellt hatten und weil er sie als Verbündete in seinem<br />

Kampf gegen Islamisten sieht.<br />

Starker Wille zum Dialog mit dem Islam<br />

„Terrorismus muss vor allem mit der Kraft des Denkens,<br />

mit der Kultur und mit Liebe bekämpft werden. Mit Frieden,<br />

mit Zusammenleben, mit der Gleichheit der Rechte<br />

jedes Staatsbürgers in dem Land, in dem er lebt.“ <strong>Die</strong>ser<br />

Katalog von Bischof Antonios ist ziemlich weit von der<br />

heutigen Lebenswirklichkeit in Ägypten entfernt. Immerhin<br />

freuen sich die Christen im Land darüber, dass<br />

der Präsident jetzt mit aller Macht den moderaten Islam<br />

unterstützt. Das ist für sie buchstäblich lebenswichtig.<br />

Bischof Antonios: „Der Dialog mit dem Islam geht weiter.<br />

Es gibt einen starken Willen dazu, denn er ist wirklich<br />

notwendig. Man kann in dieser Welt nicht ohne Dialog<br />

leben, erst recht nicht ohne Dialog zwischen den Religionen.<br />

Zwar hat jede Religion ihre Dogmen, aber die Anhänger<br />

jedes Glaubens können miteinander reden, um<br />

einen Weg zum Zusammenleben zu finden.“<br />

Das Land am Nil sei, recht besehen, immer ein Ort der Begegnung<br />

und des Austauschs gewesen: Bischof Antonios:<br />

„Weil sich in Ägypten immer schon die Völker getroffen<br />

haben. Hier stoßen Asien, Afrika, Europa zusammen. Wir<br />

hatten immer eine kosmopolitische Gesellschaft, die alle<br />

Völker dieser Regionen in sich aufnimmt. Gerade haben<br />

wir eine Periode des Extremismus hinter uns, aber wir<br />

müssen zurück zu den Wurzeln unserer Natur als friedliches<br />

Volk, das den Dialog und das friedliche Zusammenleben<br />

will.“<br />

Der vorstehende Text wurde, geringfügig gekürzt, mit freundlicher<br />

Genehmigung von Radio Vatikan übernommen.<br />

DIE MALTESER 2/<strong>2017</strong> 11


MALTESERSPIRITUELL<br />

<strong>Die</strong> <strong>Malteser</strong>_74_21x28,5 27.11.12 17:12 Seite 13<br />

MALTESERSPIRITUELL<br />

SERIE<br />

Wie jede der Seligpreisungen, so erzählt auch diese mehr über Gott als über den Menschen: „So gut ist unser Vater im<br />

Himmel“, scheint Jesus damit sagen zu wollen.<br />

Pfarrer Mag. Dipl.Ing. Konstantin Spiegelfeld<br />

1. Gott sättigt!<br />

<strong>Die</strong> vielen Bilder der Bibel über Festmähler/Hochzeitsmähler<br />

illustrieren diese nährende Fülle, die von Gott<br />

ausgeht. Er sättigt anders, als wir es von der Nahrung dieser<br />

Welt kennen. <strong>Die</strong> lässt uns wieder hungrig und durstig<br />

werden. <strong>Die</strong> Erfüllung, die Gott verspricht, ist eine bleibende.<br />

Jesus wird diese Verheißung auf sich selbst beziehen:<br />

„Wer von diesem Wasser trinkt, wird wieder Durst<br />

bekommen; wer aber von dem Wasser trinkt, das ich<br />

ihm geben werde, wird niemals mehr Durst haben.“ (Joh<br />

4,13f) „Ich bin das Brot des Lebens; wer zu mir kommt,<br />

wird nie mehr hungern, und wer an mich glaubt, wird nie<br />

mehr Durst haben.“ (Joh 6,35)<br />

2. Hungern und dürsten<br />

<strong>Die</strong> Verheißung gilt nach Gerechtigkeit hungernden Menschen,<br />

nicht den satten! Nach Gerechtigkeit zu hungern<br />

und zu dürsten, ist eine sehr drastische Formulierung. Da<br />

muss es einem schon sehr schlecht gehen und es muss<br />

einem sehr ernst sein, dass man nach Gerechtigkeit hungert!<br />

Wie viele Menschen haben diese tiefste Sehnsucht<br />

12<br />

DIE ACHT SELIGPREISUNGEN<br />

„SELIG, DIE HUNGERN UND<br />

DÜRSTEN NACH DER GERECHTIGKEIT,<br />

DENN SIE WERDEN SATT WERDEN.“<br />

DIE ACHT ELENDE:<br />

LIEB-LOSIGKEIT<br />

Unter den acht Elenden, gegen die der <strong>Malteser</strong>-Ritter-Orden ankämpfen will, ist die Lieblosigkeit unbestreitbar das größte.<br />

<strong>Die</strong> Philosophen und Theologen definieren das Böse als die „Abwesenheit des Guten“. Dem entsprechend ist der absolute<br />

Gegensatz zur Liebe nicht der Hass, sondern die Lieb-losigkeit.<br />

In der Darstellung des Endgerichts zählt Jesus keine einzelnen<br />

Sünden auf, die zur Verdammung führen, sondern<br />

er gibt die Unterlassung der Werke der Barmherzigkeit,<br />

also Lieb-losigkeit, als Grund zur Verurteilung an. Eindringlich<br />

ist auch das Gleichnis vom Prasser und dem<br />

armen Lazarus. In den Augen der damaligen wie der<br />

heutigen Welt wäre der reiche Mann durchaus als „anständiger“<br />

Mensch durchgegangen, denn „er hat nicht gemordet,<br />

nicht gestohlen und nicht geraubt“. Doch in<br />

seiner Beschränktheit auf die eigene „Wellness“ hat er den<br />

armen Lazarus unter seinem Tisch nicht einmal bemerkt.<br />

Absolutes Fehlen von Liebe ist Hölle<br />

Schriftsteller wie Charles Dickens oder Victor Hugo beschreiben<br />

in ihren Romanen zwar pathetisch, damit aber<br />

aufrüttelnd, welches Elend Lieblosigkeit hervorruft. Nach<br />

der Lehre aller Religionen ist der Ort, an dem es absolut<br />

keine Liebe gibt – und das für alle Ewigkeit –, die Hölle.<br />

<strong>Die</strong> Konzentrations- und Vernichtungslager unserer Welt<br />

lassen ahnen, dass eine solche Glaubenslehre durchaus<br />

realistisch ist, falls mit dem Tod des Menschen die Freiheit<br />

der Person nicht enden sollte.<br />

DIE MALTESER 2/<strong>2017</strong><br />

Nach christlichem Glauben hat der Sohn Gottes in seinem<br />

Von P. Felix Selden CO<br />

nach Gerechtigkeit, danach, dass andere ihnen gerecht<br />

werden: Kinder sehnen sich danach, dass Eltern ihnen<br />

die geschuldete Liebe und Aufmerksamkeit schenken. Jugendliche<br />

sehnen sich danach, sich entfalten zu dürfen.<br />

Sie sehnen sich nach Ausbildung, nach Vorbildern, Bezugspersonen<br />

und nach fairen Chancen. Sie wollen ernst<br />

genommen werden. Und wie viele Menschen auf der Welt<br />

werden betrogen, ungerecht verurteilt oder verfolgt und<br />

sehnen sich nach einem gerechten Rechtssystem.<br />

dem er „Blut schwitzte“, und sein Ruf am Kreuz „Mein<br />

Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen“ nicht erklären.<br />

Sein inneres mystisches Hinabsteigen in die Tiefen<br />

des Hasses und der Lieb-losigkeit, der Gott-losigkeit, war<br />

die schrecklichste und unvorstellbarste Qual, die der Herr<br />

zu unserer Erlösung auf sich genommen hat. Seine Auferstehung<br />

lässt uns hoffnungsvoll glauben, dass Gott stärker<br />

ist als der Tod, dass die Liebe des Erlösers die Menschheit<br />

aus der „Lieb-losigkeit“ errettet.<br />

3. Was ist Gerechtigkeit?!<br />

Gerechtigkeit ist nicht nur eine herausragende Tugend –<br />

eine der vier Kardinaltugenden – der entsprechend jeder<br />

tut, was seine Aufgabe ist, sondern der beständig feste<br />

Wille, Gott und dem Nächsten zu geben, was ihm zusteht.<br />

<strong>Die</strong> Dankbarkeit, die Barmherzigkeit, die Caritas gehen<br />

über den Bereich der Gerechtigkeit hinaus.<br />

Der Kampf gegen die Lieb-losigkeit beginnt im<br />

(eigenen) Herzen<br />

<strong>Die</strong>ser Glaube und die damit verbundenen Gnaden sind<br />

den <strong>Malteser</strong>n mit allen anderen aktiven Christen gemeinsame<br />

Kraftquelle, Motivation und Segenswerkzeug in<br />

ihrem Kampf gegen die Lieb-losigkeit. Im Blick auf Jesus<br />

machen sie sich das Motto von Mutter Teresa zu eigen:<br />

„Es soll keinen Menschen geben, der sich nicht geliebt<br />

fühlt.“ Der Kampf gegen die Lieb-losigkeit beginnt im<br />

(eigenen) Herzen. Wohlwollen – als Abbild des Wohlwollens<br />

Gottes – kommt vor äußeren Werken der Liebe.<br />

Gute Werke ohne inneres Wohlwollen sind nur eingeschränkt<br />

wertvoll für andere.<br />

4. Gerechtigkeit und Vergebung<br />

Interessant ist, wie Paulus die Themen von Gerechtigkeit<br />

und Vergebung verknüpft: „So erweist Gott seine Ge-<br />

Denn das Wichtigste, die Liebe, fehlt ihnen. Sie können


MALTESERSPIRITUELL XXXX<br />

rechtigkeit durch die Vergebung der Sünden.“ (Röm 3,25)<br />

Gottes Gerechtigkeit besteht nicht in einem kräftigen<br />

Vergeltungsschlag, der die Spirale der Gewalt weiterdreht,<br />

sondern indem er sie durch die Vergebung stoppt.<br />

Drei Beispiele gebe ich dafür:<br />

a. Zachäus: Jesus wird in diesem Sinn dem Zachäus, dem<br />

Betrüger aus Jericho, gerecht und lässt ihn Vergebung<br />

erfahren. Auf diese Weise bekehrt sich Zachäus zur Gerechtigkeit<br />

und erstattet unrecht Erworbenes zurück.<br />

(Lk 19,1-10)<br />

b. „<strong>Die</strong> Macht des Vergebens“ – so lautet der Titel eines<br />

fesselnden Buches, das von einer besonderen Frau, Eva<br />

Mozes Kor, erzählt. Als zehnjähriges Mädchen wird sie<br />

mit ihrer Familie nach Auschwitz deportiert. Ihre Eltern<br />

und zwei Geschwister werden in den Gaskammern ermordet,<br />

sie selbst und ihre Schwester Miriam vom KZ-<br />

Arzt Dr. Josef Mengele für Experimente in der Zwillingsforschung<br />

missbraucht. Noch Jahre nach der Befreiung<br />

verdrängt Eva jeden Gedanken an ihre Vergangenheit.<br />

Als Miriam aber an den Spätfolgen der Menschenversuche<br />

schwer erkrankt, macht sich Eva auf die Suche nach<br />

ihren Peinigern. Was sie findet, ist ein Heilmittel für ihre<br />

verletzte Seele: Sie verzeiht! Damit ist sie nicht unumstritten.<br />

Zuletzt verblüffte sie auch in Deutschland die<br />

Öffentlichkeit, als sie als Nebenklägerin im Lüneburger<br />

Auschwitz-Prozess dem angeklagten früheren SS-Mann<br />

Gröning die Hand reichte und ihm<br />

vergab. <strong>Die</strong> anderen Nebenkläger<br />

distanzierten sich von ihr und dieser<br />

Geste. Doch Vergebung ist für<br />

Eva Mozes Kor kein Akt der Selbstverleugnung<br />

oder ein simples Verzeihen.<br />

Es ist ein aktives Loslassen<br />

vom Trauma, eine Distanzierung<br />

Eva Mozes<br />

vom Grauen, und erlaubt ihr, den Kampf „gegen das Vergessen“<br />

aufzunehmen. Ihr Vergeben ist ein Weg, sich von<br />

Schmerz, Trauma und Tragödie zu heilen.<br />

c. Das Fest der Versöhnung: Ich darf im Beichtsakrament<br />

die Erfahrung machen, dass Gottes Gerechtigkeit in der<br />

Vergebung meiner Sünden besteht. So erhalte ich Hilfe<br />

von Gott, um Ihm, mir selbst, anderen Menschen, ja der<br />

ganzen Schöpfung gerechter zu werden.<br />

5. Gerechtigkeit und Friede küssen sich!<br />

So drückt es der Psalm 85 aus! Mit Frieden ist im biblischen<br />

Sinn sicher der Schalom gemeint. <strong>Die</strong>ser bedeutet<br />

Unversehrtheit, Wohlfahrt, Gesundheit, Sicherheit, Frieden<br />

und Ruhe.<br />

<strong>Die</strong> Welt, jeder Mensch, ist auf der Suche nach<br />

Glück! Es ist das Geschenk, das wir umsonst empfangen,<br />

wenn wir etwas Anderes suchen: die Gerechtigkeit Gottes<br />

(Matthäus 6,33; Jeremias 2,13). Trauen wir Gott und Seinem<br />

Heilsentwurf für uns!<br />

DIE MALTESER 2/<strong>2017</strong> 13


VORBILDER<br />

GLAUBWÜRDIGES HANDELN<br />

Manuel Weinberger im Gespräch mit Dr. Norbert Stelzer<br />

<strong>Die</strong> Arztpraxis für Augenheilkunde und Optometrie<br />

mit angeschlossenem privatem Ambulatorium ist hell<br />

und freundlich, ebenso der Empfang. Der Hausherr, Dr.<br />

Norbert Stelzer, und seine Tochter, Dr. phil. Isabella<br />

Kravarik-Stelzer, begrüßen einen ebenso herzlich wie<br />

alle mir im Rahmen des Gesprächs begegnenden Angestellten.<br />

Zeitweise schauten auch die beiden Söhne<br />

vorbei. <strong>Die</strong> Atmosphäre wirkt nicht nur familiär, sie ist<br />

es auch: die Praxis ist ein Familienbetrieb, 1950 vom<br />

Vater des derzeitigen Inhabers gegründet.<br />

Glaubwürdiges Handeln<br />

Auf den Vater kommen wir im Laufe des Gesprächs<br />

mehrfach zu sprechen. Er hat nicht nur den Grundstein<br />

für die Ordination gelegt, sondern auch die Werte der<br />

Familie Stelzer geprägt, denen bis heute alle Beteiligten<br />

mit viel Herzblut folgen. So verwundert es auch nicht,<br />

dass gleich im angrenzenden Büroraum ein Kreuz über<br />

der Tür hängt. Dr. Stelzer möchte aber keinesfalls missionieren<br />

– ihm geht es darum, Zeugnis abzulegen,<br />

aber mit glaubwürdigen Taten, mit seiner Arbeit. Wenn<br />

Außenstehende darin den Glauben erkennen können:<br />

umso besser.<br />

<strong>Die</strong>s spiegelt sich im privaten wie im beruflichen Bereich<br />

wider. So wurden im Jugoslawienkrieg eine bosnische<br />

Familie und jetzt natürlich eine syrische Familie<br />

aufgenommen. <strong>Die</strong> Erfahrungen waren nicht immer<br />

positiv – das hält die Familie Stelzer aber keinesfalls<br />

davon ab, ihrem Weg treu zu bleiben. Und auch in der<br />

Ordination wird geholfen, wenn dies möglich ist. So<br />

wurden selbstverständlich auch über die Caritas oder<br />

die Diakonie vermittelte Flüchtlinge behandelt, als diese<br />

noch keine e-card hatten und die Bezahlung nicht<br />

geregelt war.<br />

Werte spürbar machen<br />

<strong>Die</strong>ses an sich schon bemerkenswerte Engagement ist<br />

Dr. Stelzer und seiner Familie aber nicht genug, und<br />

so gehören er beziehungsweise seine Praxis seit vielen<br />

Jahren zu den finanziellen Unterstützern der <strong>Malteser</strong>,<br />

mit denen er sich sehr verbunden fühlt und viel auseinandersetzt.<br />

Deshalb ist es ihm auch wichtig, dass<br />

nicht nur er als Privatperson, sondern auch der Betrieb<br />

spendet, damit diese Werte spürbar sind. Seine Mitarbeiter<br />

und Patienten wissen, wofür er und seine Familie<br />

stehen.<br />

So kommt mein Gesprächspartner auch auf die acht<br />

Elende zu sprechen, die ihm gefallen – oder besser, der<br />

„Kampf“ gegen diese, da dies seiner inneren Einstellung<br />

entspricht. Er freut sich, dass hier auch auf den ersten<br />

Blick für manche vielleicht schwer nachvollziehbare<br />

Punkte wie Schuld oder Unglaube genannt werden, wobei<br />

er auch gleich wieder betont, dass es ihm nicht um<br />

Bekehrung gehe. „Wer dem fern steht, weiß ja oft nicht,<br />

was er nicht hat. Aber wenn man den Glauben hat, ist<br />

das ungemein bereichernd“, so Stelzer. Deshalb schätzt<br />

er auch die Arbeit der <strong>Malteser</strong>, die aus dem Glauben<br />

heraus agieren, aber den Fokus auch immer in ruhiger,<br />

sympathischer Art auf die Arbeit legen.<br />

Das Gespräch mit ihm und seiner Tochter ist dadurch<br />

auch für mich sehr erbaulich, schließlich werden wir<br />

<strong>Malteser</strong> darin laufend gelobt. <strong>Die</strong>ses Vertrauen, der<br />

Bezug zu den <strong>Malteser</strong>n, ist auch ein Vermächtnis des<br />

Vaters, der Ordensritter war. Dr. Stelzer bereut es, dass<br />

er sich im Gegensatz zu ihm leider nie aktiv engagiert<br />

hat, denn das finanzielle Engagement sei leider nicht so<br />

erfüllend, wie selbst aktiv zu werden. Als ich ihm sage,<br />

dass seine Beiträge mindestens so wichtig sind, da sie<br />

uns immerhin unsere Arbeit ermöglichen, freut er sich<br />

sehr. Und dennoch – er würde gerne mehr machen.<br />

<strong>Die</strong>se bewundernswerte Bescheidenheit zieht sich<br />

ebenfalls durch unser gesamtes Gespräch, wobei dieser<br />

14<br />

DIE MALTESER 2/<strong>2017</strong>


<strong>Die</strong> <strong>Malteser</strong>-<strong>Zeitung</strong> 3_2016_0512_ok.indd 1 05.12.16 08:48<br />

MALTESERCARE<br />

VORBILDER<br />

Falls Sie, Ihre<br />

Freunde oder Ihre<br />

Familie über unsere Arbeit<br />

informiert werden wollen,<br />

senden wir Ihnen die <strong>Zeitung</strong><br />

gerne regelmäßig zu.<br />

XXXX<br />

<strong>Die</strong><br />

MALTESER<br />

Der Souveräne <strong>Malteser</strong>-Ritter-Orden und seine Werke in Österreich<br />

Ausgabe 1/<strong>2017</strong><br />

Senden Sie einfach eine<br />

E-Mail an:<br />

zeitung@<strong>Malteser</strong>.at<br />

<strong>Die</strong><br />

MALTESER<br />

Der Souveräne <strong>Malteser</strong>-Ritter-Orden und seine Werke in Österreich<br />

<strong>Die</strong><br />

Ehrenamt: Helfen macht doppelt glücklich<br />

MALTESER<br />

Trend: Der Weg zurück in die Kirche<br />

<strong>Malteser</strong> International: Perspektive und Hoffnung<br />

Der Souveräne <strong>Malteser</strong>-Ritter-Orden und seine Werke in Österreich<br />

<strong>Die</strong> <strong>Malteser</strong>-<strong>Zeitung</strong> 1_<strong>2017</strong> ok.indd 1 23.03.17 20:37<br />

Ausgabe 1/2016<br />

Ausgabe 3-4/2016<br />

Italien-Erdbebenhilfe aus Österreich<br />

Legate: In guter Erinnerung bleiben<br />

Ein Jahr Hilde Umdasch Haus<br />

Satz Dr. Stelzer wahrscheinlich sehr unangenehm wäre,<br />

geht es ihm doch in erster Linie nur darum, seine Werte<br />

nicht nur mündlich zu bekennen, sondern auch durch<br />

Taten zu untermauern.<br />

Ob all diese Umtriebigkeit nicht auch anstrengend ist?<br />

Doch, das ist sie. Und so erzählt er, dass er vor einigen<br />

Jahren einmal daran dachte, aufzuhören. Er war als<br />

Arzt alleine und hatte sich überarbeitet. Er wurde dann<br />

überredet weiterzumachen und hat einen Lehrpraktikanten<br />

aufgenommen. Was ihm alleine zu viel war, ging<br />

im Team hervorragend. So sind inzwischen ein großes<br />

Team von 15 Personen und ein Ambulatorium entstanden,<br />

eine Entwicklung, die ihm viel Freude bereitet.<br />

Ganz nebenbei eröffnet mir Dr. Stelzer auch, dass er<br />

übrigens heute seinen 60. Geburtstag feiert – und freut<br />

sich, wenn seine Kinder das hier einmal übernehmen<br />

würden. Vielleicht ja schon in nicht allzu langer Zeit.<br />

Was er dann machen würde? „Naja, das weiß ich noch<br />

nicht genau. Aber vielleicht wäre das eine gute Gelegenheit,<br />

sich einmal noch wirklich zu engagieren …“<br />

Christen auf dem Rückzug?<br />

<strong>Malteser</strong> Flüchtlingshilfe<br />

Aktivitäten in aller Welt<br />

<strong>Die</strong> <strong>Malteser</strong>-<strong>Zeitung</strong> 1_2016_1603 OK.indd 1 16.03.16 09:32<br />

Gratis,<br />

aber leider<br />

nicht kostenlos<br />

Liebe Leserinnen und Leser,<br />

„<strong>Die</strong> MALTESER“ ist traditionell gratis und soll<br />

es auch bleiben. Denn es ist uns ein Anliegen, Sie<br />

über unsere Arbeit umfassend zu informieren.<br />

Doch die Produktion und der Versand sind leider<br />

nicht kostenlos.<br />

Konto lautend auf MALTESER Hospitaldienst Austria,<br />

Kennwort „<strong>Zeitung</strong> DM1111“<br />

IBAN: AT65 2011 1800 8087 0800<br />

BIC: GIBAATWW<br />

Spenden an den MALTESER Hospitaldienst sind<br />

von der Steuer absetzbar!<br />

DIE MALTESER 2/<strong>2017</strong> 15


MALTESERWELTWEIT<br />

ZUR AKTUELLEN SITUATION<br />

MILLIONEN MENSCHEN<br />

DROHEN IN AFRIKA ZU<br />

VERHUNGERN!<br />

Von Katharina Kiecol<br />

Illeret liegt am Turkana-See im dürregeplagten Norden<br />

Kenias, drei Tagesreisen von der Hauptstadt Nairobi und<br />

nur wenige Kilometer von der äthiopischen Grenze entfernt.<br />

Besucher kommen hier nur selten hin. Es ist staubig,<br />

im Augenblick noch mehr als sonst. Seit eineinhalb<br />

Jahren hat es kaum geregnet. 80 Prozent der Tiere sind<br />

bereits gestorben. Für die Menschen ist das dramatisch,<br />

denn sie leben von der Viehzucht. Landwirtschaftlicher<br />

Anbau ist aussichtslos, auch dann, wenn die Regenzeit<br />

tatsächlich kommt, denn in Illeret wächst nur wenig.<br />

<strong>Die</strong> Folgen des Klimawandels bekommen die Dassanach<br />

mittlerweile immer mehr und unmittelbar zu spüren.<br />

Rund 23.000 Menschen leben in dieser Region. Ein großer<br />

Teil der Brunnen ist bereits versiegt. Darum haben<br />

die Mitarbeiter von <strong>Malteser</strong> International Wasser bei<br />

einem weiter entfernten Wasserloch abgeholt und per<br />

LKW an die Dörfer verteilt, damit die Menschen we-<br />

nigstens noch sich selber mit einer Ration Trinkwasser<br />

versorgen können. Außerdem verteilen die Mitarbeiter<br />

Zusatznahrung für unterernährte Kleinkinder und kaufen<br />

den Menschen das Vieh ab, um es anschließend als<br />

Fleisch wieder zu verteilen.<br />

Aber die Situation wird immer dramatischer. Sieso Anyder<br />

ist 33 Jahre alt. Seit 14 Jahren ist sie schon in dieser Gegend,<br />

und 14 Jahre lang lebte sie ein gutes Leben hier, meint sie.<br />

„So schlimm wie jetzt war es noch nie. Fast alle unsere Tiere<br />

sind gestorben. Wir müssen immer weitere Wege gehen, um<br />

Wasser zu bekommen, und es gibt keine Weiden mehr für<br />

die Tiere. Es fühlt sich so an wie das Ende der Welt.“<br />

Doch neben der Dürre gibt es weitere Ursachen für die<br />

Hungersnot in einigen afrikanischen Ländern. Im Südsudan<br />

hält der Bürgerkrieg seit Jahren an, und die Men-<br />

16<br />

DIE MALTESER 2/<strong>2017</strong>


MALTESERWELTWEIT<br />

schen trauen sich aus Angst vor Gewalt nicht auf die<br />

Felder. Gemüse wird kaum noch angebaut. <strong>Die</strong> explodierende<br />

Inflation ist eine weitere Ursache für die schlechte<br />

Versorgungslage der Menschen. Allein hier sind rund<br />

100.000 Menschen vom Hungertod bedroht, fünf Millionen<br />

Menschen sind auf Lebensmittelhilfe angewiesen<br />

(Stand März <strong>2017</strong>). Julia Angelo Ucin ist aus dem Dorf<br />

in die Stadt Wau geflohen. Hier lebt sie nun mit ihren<br />

Kindern in einem Camp, ihr Mann und einer ihrer Söhne<br />

wurden ermordet, ihr Bruder ist verschollen. Damit sie<br />

sich und ihre Kinder versorgen kann, zeigen die Mitarbeiter<br />

von <strong>Malteser</strong> International den Binnenvertriebenen<br />

wie Julia, wie sie auch in der Stadt Gemüse wie Okra,<br />

Kohl und Kürbis anbauen kann. „Ohne die Hilfe von<br />

<strong>Malteser</strong> International hätte ich nicht gewusst, was ich<br />

machen soll. Jetzt haben wir genug zu essen, und auch<br />

unseren Kindern geht es wieder besser.“<br />

Doch egal, worin die Ursachen für diese Hungerkatastrophe<br />

liegen, ob Dürre oder Bürgerkrieg: Ohne internationale<br />

Hilfe werden diese Menschen die Krise nicht<br />

überstehen.<br />

Um die Nothilfeprogramme in diesen Gebieten<br />

aufzustocken, ist <strong>Malteser</strong> International unbedingt<br />

auf Spenden angewiesen.<br />

Spendenzweck: Hungersnot in Afrika<br />

<strong>Malteser</strong> Hospitaldienst Austria<br />

IBAN: AT65 2011 1800 8087 0800<br />

BIC: GIBAATWW<br />

Herzlichen Dank für Ihre Hilfe!<br />

Ihre Spende ist<br />

steuerlich absetzbar!<br />

17


XXXXX<br />

FRA GIACOMO DALLA TORRE DEL TEMPIO<br />

DI SANGUINETTO ZUM STATTHALTER DES<br />

GROSSMEISTERS GEWÄHLT<br />

Habemus Luogotenentem, hieß es im April in der Ordensregierung der <strong>Malteser</strong> in Rom.<br />

Bei der Wahl am 29. April <strong>2017</strong> in der Villa Malta auf<br />

dem Aventin in Rom, wurde der bisherige Großprior<br />

von Rom, Bailli Fra‘ Giacomo Dalla Torre del Tempio<br />

di Sanguinetto, zum Großmeister-Statthalter<br />

(Luogotenente) auf ein Jahr gewählt. Sogleich nach<br />

der Wahl wurde diese Entscheidung, wie dies im Codex<br />

des Ordens vorgesehen ist, Papst Franziskus angezeigt.<br />

Von Richard Steeb<br />

Fra‘ Giacomo Dalla Torre wurde 1944 in Rom geboren.<br />

Er entstammt einer Adelsfamilie aus Treviso und hat<br />

sich nach dem Studium der Literaturwissenschaften<br />

auf christliche Archäologie und Kunstgeschichte spezialisiert.<br />

Er war Professor für Altgriechisch an der<br />

Päpstlichen Universität Urbaniana in Rom und veröffentlichte<br />

als Chefbibliothekar und Archivar zahlreiche<br />

Abhandlungen über Kunst und Bibliographie.<br />

1985 in den <strong>Malteser</strong>orden aufgenommen, legte er 1993<br />

die ewigen Gelübde ab und wurde Professritter. Von<br />

1994 bis 1999 war er der Großprior des Großpriorates<br />

18<br />

DIE MALTESER 2/<strong>2017</strong>


MALTESERWELTWEIT<br />

Priorato am Aventin seinen Amtseid in die Hände<br />

des Päpstlichen Delegaten, Erzbischof Angelo Becciu<br />

geleistet.<br />

Nach der Verfassung des Ordens bleibt der Großmeister-<br />

Statthalter ein Jahr lang im Amt und ist während<br />

dieser Zeit mit denselben Befugnissen ausgestattet<br />

wie ein Großmeister. Er ist Souverän und religiöses<br />

Oberhaupt des Ordens und muss vor Ende seines Mandats<br />

wiederum den Großen Staatsrat einberufen. Zusammen<br />

mit dem Souveränen Rat erlässt er gesetzliche<br />

Regelungen, die nicht in der Verfassung enthalten sind,<br />

verkündet Regierungsakte und ratifiziert internationale<br />

Vereinbarungen.<br />

von Lombardei und Venetien. Nach mehreren Funktionen<br />

war er ab 1999 Mitglied im Souveränen Rat und<br />

unter dem 78. Großmeister Fra‘ Andrew Bertie von 2004<br />

bis 2008 Großkomtur des Ordens. Seit 2009 hatte er das<br />

Amt des 67. Großpriors des Großpriorates von Rom inne.<br />

Der neue Großmeister-Statthalter kennt den Orden<br />

bestens und hat bereits nach dem Tod des 78. Großmeisters<br />

Fra‘ Andrew Bertie von 7. Februar 2008 bis<br />

zur Wahl des 79. Großmeisters am 11. März 2008 verfassungsmäßig<br />

als Statthalter ad interim den Orden<br />

geleitet.<br />

Am 30. April <strong>2017</strong> hat der neue gewählte Großmeister-Statthalter<br />

vor den versammelten Mitgliedern<br />

des Großen Staatsrates in der Kirche Santa Maria del<br />

Eine der wichtigsten Aufgaben von Fra‘ Giacomo Dalla<br />

Torre del Tempio di Sanguinetto wird es sein, auf eine<br />

Reform der Verfassung und des Codex des Ordens<br />

hinzuarbeiten. <strong>Die</strong> derzeitige Verfassung wurde zuletzt<br />

1997 reformiert. Im Vordergrund wird bei der<br />

Reform die Notwendigkeit stehen, das spirituelle Leben<br />

des Ordens zu stärken und mehr Profess-Mitglieder<br />

zu gewinnen. Es sollen mehr Berufungen in den<br />

Ersten Stand (Profess-Mitglieder)zugelassen werden.<br />

Alle Mitglieder des Ordens wurden bereits eingeladen,<br />

Vorschläge für diese Reform zu unterbreiten.<br />

Der erste offizielle Einsatz des neuen Statthalters des<br />

Großmeisters war die 59. internationale Wallfahrt<br />

des <strong>Malteser</strong>ordens nach Lourdes. Auch heuer nahmen<br />

mehr als 7.000 Mitglieder und Freiwillige aus aller<br />

Welt an der bedeutenden Ordenswallfahrt teil und standen<br />

rund 1.500 Kranken und Pilgern mit Behinderungen<br />

helfend zur Seite.<br />

Unser Herrgott gebe unserem Großmeister-Statthalter<br />

Kraft und Segen für sein hohes Amt!<br />

http://bit.ly/2sQG4Ub<br />

DIE MALTESER 2/<strong>2017</strong> 19


MEDIZINAKTUELL<br />

EHELICHES LEBEN NACH DEM PLAN GOTTES<br />

NATÜRLICHE EMPFÄNGNIS-<br />

REGELUNG NACH RÖTZER<br />

Von Barbara M. Sauberer<br />

<strong>Die</strong> Regelung der Empfängnis ist ein zentraler Punkt für<br />

das Gelingen von Ehe und Familie. Fast alle zur Verfügung<br />

stehenden Methoden der Empfängnisverhütung<br />

sind allerdings problematisch, weil sie, soweit sie auf<br />

hormonellen Eingriffen beruhen, mit beachtlichen gesundheitlichen<br />

Risiken verbunden sind und auch auf die<br />

Umwelt schädigende Einflüsse zeigen. Außerdem besteht<br />

eine ihrer Hauptwirkungen in einer frühen Abtreibung<br />

des schon entstandenen Kindes. Soweit diese Methoden<br />

aber rein mechanisch wirken, lässt entweder die Zuverlässigkeit<br />

zu wünschen übrig oder es bewirken auch sie<br />

letztlich eine Frühabtreibung (Kupferspirale, Kettchen,<br />

u. ä.).<br />

Aus diesem Dilemma zeigt die vom österreichischen Arzt<br />

Prof. Dr. med. Josef Rötzer (1920-2010) entwickelte<br />

erste echte sympto-thermale Methode (STM), auch als<br />

„Natürliche Empfängnisregelung nach Rötzer (NER)“ bezeichnet,<br />

einen einfachen und praktikablen Ausweg! Sie<br />

greift auf das Wissen um die fruchtbaren und unfruchtbaren<br />

Tage im Zyklus der Frau zurück, beobachtet aber<br />

im Unterschied zu den bis dahin bekannten natürlichen<br />

Methoden sowohl die Aufwachtemperatur als auch den<br />

Zervixschleim und gewinnt aus der gegenseitigen Abhängigkeit<br />

dieser Parameter die höchste Zuverlässigkeit. <strong>Die</strong><br />

NER lässt eine Zuverlässigkeit von 99,1–100 Prozent<br />

zu, an die kein Verhütungsmittel herankommt, und bei<br />

Kinderwunsch zeigt sie die optimal fruchtbare Zeit an<br />

(www.iner.org).<br />

<strong>Die</strong> Natürliche Empfängnisregelung nach Rötzer<br />

ist eine Lebensweise, die im gesamten fruchtbaren Leben<br />

der Frau gelebt werden kann – bei regelmäßigen und<br />

unregelmäßigen Zyklen, bei Kinderwunsch, nach der Geburt,<br />

in der Stillzeit und in den Wechseljahren. Nur die<br />

Zusammenschau der Aufwachtemperatur in Abhängigkeit<br />

der Körperzeichen der Frau erbringt diese höchste<br />

Zuverlässigkeit mit einem Pearl Index von 0–0,9!<br />

20<br />

DIE MALTESER 2/<strong>2017</strong>


Einige Vorteile dieser äußerst einfachen Lebensweise:<br />

Hohe Zuverlässigkeit, keine Nebenwirkungen, keine Beeinträchtigung<br />

der späteren Fruchtbarkeit, keine Frühabtreibung,<br />

Kenntnis sehr nützlich auch bei Kinderwunsch,<br />

Förderung der Partnerschaft (bei NER-Paaren liegt die<br />

Scheidungsrate unter 3 Prozent vgl. Rhombergstudie, bei<br />

anderen Paaren bei 48 Prozent), ab dem ersten beobachteten<br />

Zyklus anwendbar, preiswert, schöpfungsgemäß.<br />

Da diese Vorgehensweise die Lehraussagen der Katholischen<br />

Kirche bestätigt, wurde Prof. Dr. med. Josef<br />

Rötzer 1980 als Auditor zur Weltbischofssynode unter<br />

Hl. Papst Johannes Paul II. nach Rom berufen und hielt<br />

dort ein Referat zu diesem Themenbereich.<br />

1990 wurde ihm für seine bahnbrechende Arbeit der<br />

päpstliche Orden „Komturritter des hl. Gregor des<br />

Großen“ verliehen. 1992 würdigte der österreichische<br />

Bundespräsident seine wissenschaftliche Forschungsarbeit<br />

mit dem Berufstitel „Professor“.<br />

2002 erhielt er die hohe päpstliche Auszeichnung<br />

„Gregorio Magno mit Stern“.<br />

<strong>Die</strong> Natürliche Empfängnisregelung ist ein partnerschaftlicher<br />

Weg und eine große Hilfe und Garant für das<br />

Gelingen von Ehe und Familie in der heutigen Zeit. Wer<br />

diesen Weg geht, wird in die Fülle ehelichen Lebens hineinwachsen<br />

können, zu der uns Gott einlädt.<br />

Bei Interesse ist ein Blick auf www.iner.org zu empfehlen,<br />

wo Hinweise zu Informationsveranstaltungen,<br />

Kurse und Beratungen zu finden sind.<br />

Für das Selbststudium ist folgendes Lehrbuch geeignet:<br />

Josef Rötzer/Elisabeth Rötzer: <strong>Die</strong> Natürliche Empfängnisregelung<br />

– <strong>Die</strong> sympto-thermale Methode – Der partnerschaftliche<br />

Weg, Herder (ISBN 978-3-451-30629-7)<br />

Der <strong>Malteser</strong>orden arbeitet im Auftrag der Bischofskonferenz<br />

(Institut für Ehe und Familie) gemeinsam mit<br />

der Initiative Christliche Familie über eine Plattform mit<br />

gleichgesinnten Gruppen an der Vermittlung zum Thema<br />

Natürliche Empfängnisregelung.<br />

Nähere Informationen dazu finden Sie auf<br />

www.empfängnis.com<br />

DIE MALTESER 2/<strong>2017</strong> 21


IMFOKUS<br />

22<br />

DIE MALTESER 2/<strong>2017</strong>


MALTESERÖSTERREICH<br />

NACH LOURDES MIT DEN SLOWAKISCHEN MALTESERN<br />

EINE PILGERREISE<br />

Als altes Mitglied bei den österreichischen MALTESERN und gleichzeitig neu im Orden war es mir ein Anliegen, dieses<br />

Jahr – ich muss zugeben nach langer Pause – wieder einmal nach Lourdes zu pilgern.<br />

Von Christian Fritzsche<br />

Als Folge diverser Änderungen bei der Fluggesellschaft<br />

der Wahl stand für die österreichischen <strong>Malteser</strong> nur<br />

eine Maschine mit etwa 190 Plätzen bereit, die dann<br />

bald ausgebucht war. An dieser Stelle traten Toni Gatnar<br />

und seine slowakischen <strong>Malteser</strong> auf den Plan, die<br />

ebenfalls ein Flugzeug mit gleicher Kapazität ex Bratislava<br />

gechartert hatten, in dem den Österreichern ein<br />

Kontingent von 20 Plätzen angeboten werden konnte<br />

– und da haben meine Frau und ich gerne schnell zugesagt.<br />

Mit uns haben zehn Pilger aus dem Burgenland<br />

die Gelegenheit genutzt, mit unseren Freunden aus der<br />

Slowakei nach Lourdes zu fliegen.<br />

lenský (selbst Mitglied des <strong>Malteser</strong>ordens) und fünf<br />

Priester begleiteten die Pilgerschar.<br />

<strong>Die</strong> <strong>Malteser</strong>-Organisation in der Slowakei ist offenbar<br />

in kurzer Zeit zu einer beachtlichen Größe angewachsen.<br />

Alle waren bemüht, sich bestmöglich um die<br />

50 Betreuten und zahlreiche Pilger zu kümmern. Man<br />

konnte sich solcherart fast wie ein VIP fühlen. Auch<br />

der Botschafter des Ordens in der Slowakischen Republik,<br />

Alfred Prinz von Schönburg Hartenstein, seine<br />

Frau Marie-Therese, unser Gesandter an der Botschaft<br />

des Ordens in der Slowakischen Republik, Anton F.<br />

Am Freitag, dem 5. Mai, sind wir dann mit dem Auto<br />

nach Pressburg gefahren, das bekanntermaßen einen<br />

modernen, kleinen Flughafen besitzt. Dort angekommen<br />

war ich persönlich sehr positiv von der großen Zuvorkommenheit<br />

unserer slowakischen <strong>Malteser</strong>freunde<br />

beeindruckt. Als Pilger in Uniform ist man ja immer bereit<br />

anzupacken, wo es Not tut. Was uns am Flughafen<br />

erwartete, bewirkte das genaue Gegenteil: Wir wurden<br />

bedient und umsorgt, als wären wir die Herren Kranken.<br />

Nach einer überaus herzlichen Begrüßung bekam<br />

jeder einen schönen roten <strong>Malteser</strong>schal als Willkommensgeschenk.<br />

Es wurden uns die Koffer abgenommen,<br />

und wir hatten somit alle Freiheit, alte Freunde zu begrüßen<br />

und uns mit neuen bekannt zu machen.<br />

Das war unter anderem deshalb einfach, da viele slowakische<br />

<strong>Malteser</strong> ausgezeichnet Deutsch oder Englisch<br />

sprechen. Beeindruckt war ich auch von der schieren<br />

Anzahl an slowakischen <strong>Malteser</strong>n, die die Abflughalle<br />

füllten, sowie von der anwesenden Geistlichkeit – der<br />

Metropolitan-Erzbischof von Bratislava Stanislav Zvo-<br />

DIE MALTESER 2/<strong>2017</strong> 23


MALTESERÖSTERREICH<br />

Gatnar, und der Botschafter bei den Vereinten Nationen<br />

in Wien, Günther Granser, flogen mit uns – insgesamt<br />

machten sich 190 Passagiere auf den Weg nach Lourdes.<br />

Der Flug verlief plangemäß, und in etwas über zwei<br />

Stunden waren wir in Tarbes gelandet. <strong>Die</strong>ser Flughafen<br />

liegt ca. 10 km nördlich von Lourdes. Verglichen mit<br />

der zweitägigen Zugfahrt, die es früher gebraucht hat,<br />

um mit der <strong>Malteser</strong>wallfahrt von Wien nach Lourdes<br />

zu kommen, geradezu ein Katzensprung. Vom Flughafen<br />

brachten uns Busse nach Lourdes, wo wir vor unserem<br />

Hotel Albion aussteigen konnten. Dort trafen wir<br />

die österreichischen <strong>Malteser</strong> und Pilger, die ja schon<br />

am Tag davor angereist waren.<br />

Da die slowakische Delegation in anderen Unterkünften<br />

untergebracht war, haben wir unsere neuen Freunde in<br />

weiterer Folge immer nur zufällig getroffen, z. B. bei<br />

den großen Prozessionen, der internationalen Messe in<br />

der unterirdischen Basilika Pius X., auf der Straße oder<br />

in einem der beliebten Caféhäuser. <strong>Die</strong> slowakischen<br />

<strong>Malteser</strong> in ihren schönen Uniformen – die Damen in<br />

strahlendem Weiß und leuchtendem Rot, die Herren in<br />

schönen grauen Uniformen, sind vielen positiv aufgefallen.<br />

Nach für alle Teilnehmer der Wallfahrt sehr bewegenden<br />

Tagen in Lourdes, mit Heiligen Messen an der kleinen<br />

Grotte, in der die Gottesmutter im Jahr 1858 der<br />

Bernadette Soubirous mehrfach erschienen ist, aber<br />

auch in der großen Basilika, die bei der internationalen<br />

Messe mit mehr als 15.000 Menschen gut gefüllt war<br />

und in der Erzbischof Becciu als Hauptzelebrant mit<br />

weiteren 100 Geistlichen, darunter drei Kardinäle, eine<br />

große Messe feierte, haben wir am Montag, dem 8. Mai,<br />

die Heimreise angetreten.<br />

Am Flughafen fanden das slowakische Kontingent und<br />

die Österreicher wieder zusammen. Da unser Charterflugzeug<br />

leider stark verspätet war, hatten wir viel Zeit,<br />

um mit den anderen Wallfahrern die Eindrücke der<br />

letzten Tage auszutauschen. Als wir dann endlich in der<br />

Luft waren, wurden die diversen Souvenirs, die in Lourdes<br />

erstanden worden waren, von Erzbischof Zvolenský<br />

gesegnet.<br />

Solcherart mit dem besten Segen und unvergesslichen<br />

Erinnerungen ausgestattet, konnten wir eine schöne<br />

Pilgerreise nach Lourdes beschließen.<br />

MALTESER IN DER SLOWAKEI: EIN GEWALTIGES PROJEKT<br />

Als wir vor ein paar wenigen Jahren slowakische Herren (und später auch Damen) in das Großpriorat von Österreich aufgenommen<br />

haben, war überall Verwirrung zu sehen. Warum wurden diese alle in Österreich aufgenommen?<br />

Es war dies die einzige Möglichkeit, da es noch keine<br />

slowakische Assoziation gibt und weder die ungarische<br />

Assoziation noch das böhmische Großpriorat in Frage<br />

kamen. Pressburg (Bratislava) ist ja gleichsam Wiens<br />

Nachbarstadt.<br />

Aus diesen Aufnahmen ist ein gewaltiges Projekt entstanden.<br />

Alle Aufgenommen sind in ihren bedeutenden Berufen<br />

aktiv (Rechtsanwälte, Steuerberater, Direktoren, Bür-<br />

Von Christoph Calice<br />

germeister usw.) und stellen sich mit großer Bereitschaft<br />

und auch finanziellem Einsatz zur Verfügung. Rasch wurde<br />

– immer von der Ordensbotschaft in Bratislava begleitet –<br />

ein Hilfsdienst aufgezogen. Gerade in der Flüchtlingskrise<br />

hat sich dieser <strong>Die</strong>nst bereits sehr bewährt.<br />

<strong>Die</strong> Anzahl der Freiwilligen wächst ständig, ebenso die<br />

Projekte und die Reichweite des Einsatzes im Land. Beachtlich<br />

ist diese Entwicklung noch aus einem anderen<br />

24<br />

DIE MALTESER 2/<strong>2017</strong>


MALTESERÖSTERREICH<br />

PILGERFAHRT NACH LOURDES<br />

mit den MALTESERN<br />

Von Elisabeth Rötzer<br />

Vom 1. bis zum 6. Mai 2009 nahm ich gemeinsam mit<br />

meinem Vater, Prof. Dr.med. Josef Rötzer, an der Pilgerfahrt<br />

nach Lourdes teil. Welche Gedanken bewegen<br />

mich, wenn ich an diese Fahrt denke? Mein Vater ist im<br />

Februar 2007 erkrankt und ich durfte ihn bis zu seinem<br />

Lebensende am 4. Oktober 2010 betreuen. <strong>Die</strong>se Pilgerfahrt<br />

nach Lourdes war unsere letzte gemeinsame Reise,<br />

ein Jahr vor seinem Tod.<br />

Das, was als Erstes auffiel, war die herzliche Annahme der<br />

kranken Pilger durch die <strong>Malteser</strong> von Beginn der Reise<br />

an. Ich erlebte eine liebevolle Betreuung meines Vaters<br />

durch eine junge <strong>Malteser</strong>schwester. Wie schön, dass in<br />

Lourdes die Kranken mit ihren Betreuern inmitten des heiligen<br />

Bezirkes untergebracht waren, nahe am Heiligtum.<br />

Wir Begleiter wohnten in einem Hotel etwas außerhalb<br />

dieses Bezirkes. So durfte ich diese Pilgerfahrt „für mich“<br />

erleben, da jede Sorge um den kranken Vater abgenommen<br />

war.<br />

Wie sehr an diesem Ort die Kranken, auch durch die Betreuung<br />

durch die <strong>Malteser</strong>, im Mittelpunkt der Umsorgung<br />

stehen, wurde mir auch durch folgendes Geschehen<br />

bewusst: Bei der Heiligen Messe war natürlich der Altar<br />

mit Christus der Mittelpunkt, doch in der nächsten Nähe<br />

zum Altar waren die Kranken in ihren Rollstühlen aufgestellt<br />

worden, und ganz außen standen die <strong>Malteser</strong>-Herren,<br />

sichtbar als Schutz für das heilige Geschehen, aber<br />

auch als Schutz für die Kranken.<br />

Grund: Es ist erst 27 Jahre her, dass dieses Land aus<br />

der brutalen Unterdrückung, der Gehirnwäsche und der<br />

Menschenverachtung des realen Sozialismus befreit wurde.<br />

Und dennoch lebt dort die Religiosität und die Verzeihungsbereitschaft<br />

in vorbildlichem Maße.<br />

Wir können wirklich stolz auf unsere Ordensbrüder und<br />

-damen in unserem Nachbarland sein!<br />

<strong>Die</strong> Erfahrung mit den <strong>Malteser</strong>n bei dieser Krankenwallfahrt<br />

bestätigten und bestärkten mein Erleben in der dreieinhalbjährigen<br />

Betreuung meines Vaters: Ich durfte zutiefst<br />

erleben, was es bedeutet, dass Kranke eine besondere<br />

Nähe zu Christus haben. Im Gespräch mit meinem Vater<br />

nach unserer Rückkehr erzählte er mit einem Lächeln, er<br />

sei ja eigentlich nur meinetwegen mitgefahren, weil ich<br />

es so gewünscht hatte, aber – es wurde für ihn persönlich<br />

ein tiefes, geistiges Erleben, das er nicht missen möchte.<br />

Ich denke mit tiefer Freude an diese Krankenwallfahrt<br />

nach Lourdes und in Dankbarkeit an die liebevolle Betreuung<br />

meines Vaters durch die <strong>Malteser</strong>. Ich hoffe,<br />

dass noch viele Kranke diese besondere Wallfahrt erleben<br />

dürfen und ihnen so eine besondere Begegnung mit der<br />

Gottesmutter und ihrem mütterlichen Schutz ermöglicht<br />

wird.<br />

DIE MALTESER 2/<strong>2017</strong> 25


MALTESERÖSTERREICH<br />

KOMMENDE ST. JOHANNES<br />

800 JAHRE MALTESER IN WIEN<br />

Für uns MALTESER sind die <strong>Malteser</strong>kirche in der Wiener Kärntner Straße, aber auch die „Johannesgasse“, wie wir die<br />

Ordenskanzlei des SMRO sowie die Bundeszentrale des MHDA in der Johannesgasse 2 nennen, eine Selbstverständlichkeit.<br />

Doch seit wann diese bestehen, wissen nur wenige, ebenso wenig wissen sie über die ursprüngliche MALTESER-<br />

Kommende St. Johannes Bescheid. Hier eine kurze Zusammenfassung eines ausführlichen, auf umfangreichem Quellenstudium<br />

fußenden Artikels von unserem langjährigen Archivar Dr. Gerhart Feucht.<br />

Von Georg Male<br />

Gründung um 1200<br />

Zumindest 800 Jahre ist es her, dass die Kommende<br />

St. Johannes in Wien gegründet wurde. Wir wissen nicht,<br />

wer sie gegründet hat bzw. auf wessen Veranlassung hin<br />

dies geschah. Wahrscheinlich ist, dass die Babenberger<br />

die Gründung gefördert, wenn nicht veranlasst haben,<br />

denn sie kannten und schätzten die Johannes-Ritter/<br />

Johanniter (wie die <strong>Malteser</strong> damals noch genannt wurden)<br />

von den Kreuzzügen her. Wahrscheinlich ist auch,<br />

dass die Gründung vor 1217 erfolgte, denn 1217 wird die<br />

Kommende in einer Urkunde als Käuferin eines Grundstücks<br />

erwähnt, muss also bereits existiert haben. Ob<br />

sie aber unter Leopold VI. oder Friedrich – oder gar (wie<br />

manche Autoren vermuten) schon unter Heinrich Jasomirgott<br />

– gegründet wurde, lässt sich mangels schriftlicher<br />

Unterlagen nicht feststellen. Auch ob sich die in<br />

der später nach ihr benannten Johannesgasse gelegene<br />

Kommende ursprünglich außerhalb der Stadt oder von<br />

vornherein innerhalb der um 1200 errichteten Leopoldinischen<br />

Mauer befand, kann daher nicht mit Sicherheit<br />

gesagt werden.<br />

Wir wissen auch nicht genau, woraus diese Niederlassung<br />

bestand. Anzunehmen ist, dass sie ein Brüderhaus, ein<br />

Hospiz und eine Kapelle umfasste. Das Areal der Kommende<br />

war jedenfalls relativ groß und erstreckte sich<br />

von den (heutigen) Liegenschaften Kärntner Straße 37,<br />

<strong>Malteser</strong>kirche, Kärntner Straße 35/Johannesgasse 2<br />

nach Osten bis zum Klein-Mariazeller Hof (Johannesgasse<br />

6) und nach Süden bis zur heutigen Annagasse.<br />

Bereits im ersten Stadtplan von Wien ist die Kommende<br />

St. Johann auch erwähnt. Am 27. August 1258 fiel die<br />

Anlage samt der – vermutlich hölzernen – Kapelle einem<br />

Großfeuer zum Opfer, wurde aber mit Unterstützung von<br />

König Ottokar, einem großen Förderer der Johanniter,<br />

1269 wieder aufgebaut. 1276 ereignete sich ein zweiter<br />

Großbrand, und neuerlich folgt ein Wiederaufbau. 1277<br />

wird die wieder hergestellte Kirche geweiht, wie wir aus<br />

einer Urkunde der Bischöfe von Salzburg, Passau, Chiemsee<br />

und Lavant über die zu diesem Anlass erfolgte Gewährung<br />

umfangreicher Ablässe wissen. Nach dem Wiener<br />

Stadtbrand von 1327 erbaute man dann statt der Kapelle<br />

eine gotische Kirche mit einem kleinen Turm.<br />

26<br />

DIE MALTESER 2/<strong>2017</strong>


MALTESERÖSTERREICH<br />

Wandel in Rechtsstatus und Funktion<br />

Rechtlich gehörte die Kommende ursprünglich – als<br />

„Membrum“ – zur 1146 erstmals urkundlich belegten<br />

<strong>Malteser</strong>-Kommende in Mailberg, der heute ältesten<br />

des Ordens insgesamt. <strong>Die</strong>se wiederum unterstand wirtschaftlich<br />

bis zur Mitte des 13. Jahrhunderts dem Großkomtur<br />

für Italien, Ungarn und Österreich, danach dem<br />

Großpriorat Böhmen. Der erste namentlich bekannte<br />

Komtur war 1267 Frater Marquart. Rechtlich selbständig<br />

wurde die Wiener Kommende vermutlich im Jahr 1276,<br />

in dem Wien zur freien Reichsstadt erhoben wurde. Als<br />

Bezeichnung findet sich „Domus s. Johannis in hospitalis“<br />

ebenso wie „Haus der Brüder des Ordens von S. Johannes“<br />

oder (später) „Johanniterhof“.<br />

Wenig wissen wir auch über die Aufgaben der Kommende<br />

in dieser Zeit. Es ist schon unklar, ob sie ursprünglich<br />

eher wegen der hospitalären Arbeit des Ordens gegründet<br />

wurde, oder um die für die damalige Zeit sehr gut ausgebildeten<br />

Johanniter-Priester nach Wien zu holen. Eine<br />

Zeit lang zählte jedenfalls die Beherbergung von Angehörigen<br />

des St. Pöltener Chorherrenstifts zu den Aufgaben<br />

der Wiener Johanniter, und auch für ihre Tätigkeit in der<br />

Armen- und Krankenpflege finden sich Hinweise. Ein regulärer<br />

Spitals- oder Hospizbetrieb lässt sich aber nicht<br />

belegen. Der wirtschaftliche Status der Kommende verbesserte<br />

sich dabei durch Schenkungen, Dotationen bei<br />

Ordenseintritten und Zukäufe stetig, sodass eine Funktion<br />

als Verwaltungszentrum und Lieferant von Gütern<br />

für den kämpfenden Teil des Ordens anzunehmen ist.<br />

Schon im 14. Jahrhundert verfügt die Kommende über<br />

eine Reihe von Grundherrschaften, darunter auch das –<br />

bei Lazius 1619 fälschlich als zweite Wiener Kommende<br />

bezeichnete – Haus Singerstraße 3, in dem die Schule von<br />

St. Stephan untergebracht ist. Der Grundbesitz der Kommende<br />

in den Wiener Vorstädten und Niederösterreich<br />

wird sich über die folgenden Jahrhunderte noch deutlich<br />

weiter vermehren.<br />

Verkleinerung des Areals, Erweiterung der Kirche<br />

In der Stadt selbst verkaufen die Johanniter nach 1400<br />

jedoch die Hälfte ihres gegen das Kärntner Tor hin gelegenen<br />

Gartens an die begüterte Witwe Elisabeth Wartenauer(in),<br />

die darauf ein „Pilgramhaus“ (eine Pilgerherberge)<br />

errichtet. Im Zuge der damit verbundenen Umbauten<br />

wird auch die Kommenden-Kirche erweitert und erhält<br />

die heutige Form. Der abgetretene Grund fällt übrigens<br />

– nach Schließung des Pilgramhauses und zweimaligem<br />

Eigentümerwechsel – 1622 großteils wieder an die Johanniter<br />

zurück. Basis dafür ist eine bereits im Kaufvertrag<br />

vereinbarte Rückstellungsverpflichtung bei Schließung<br />

der Pilgerherberge, deren Erfüllung allerdings in einem<br />

jahrelangen Prozess durchgesetzt werden muss.<br />

Türkenbelagerungen: Notquartier und<br />

militärischer Stützpunkt<br />

Eine wichtige Rolle kommt der kleinen <strong>Malteser</strong>-Kommende<br />

während der beiden Türkenbelagerungen zu: 1529,<br />

zur 1. Türkenbelagerung, dient sie ebenso wie das benachbarte<br />

Pilgramhaus der Aufnahme von Bürgern aus den von<br />

den Türken verwüsteten Wiener Vorstädten. Bei der 2.<br />

Türkenbelagerung 1683 wiederum fungiert die Kommende<br />

als Stützpunkt des Regiments der Hofbefreiten unter<br />

Graf Trauttmansdorff mit vier Kompanien von zusammen<br />

960 Mann. Große Bedeutung erlangt zu dieser Zeit auch<br />

der Mailberger <strong>Malteser</strong>-Komtur Fra‘ Leopold Karl Graf<br />

von Kolonitsch. Er fungiert nicht nur als Berater in Fragen<br />

des Minenkriegs, sondern auch als Leiter der Sanitätsversorgung<br />

von Wien. Er ordnet nicht nur die Beschlagnahme<br />

von Kirchengeldern an und sorgt so für die Soldzahlung<br />

der Soldaten, sondern lässt sich auch mit einem großen<br />

Verpflegstross in der Stadt einschließen und unterstützt<br />

damit den Stadtkommandanten Graf Starhemberg entscheidend.<br />

Später wird er vom Kaiser zum Obervormund<br />

der Kriegswaisen ernannt. Fra‘ Kolonitsch dürfte seinen<br />

Stützpunkt im nahe gelegenen Haus Annagasse 7 gehabt<br />

haben, das er vor der Belagerung erworben hatte und umbauen<br />

ließ. Nach seinem Tod ging das – heute als Mailberger<br />

Hof bekannte – Gebäude in den Besitz des Großpriorats<br />

Böhmen und Österreich über und befindet sich auch<br />

heute im Eigentum des Ordens.<br />

Steigende Bedeutung ab dem 17. Jahrhundert<br />

Mit der Verlegung des kaiserlichen Hofes nach Wien im<br />

17. Jahrhundert nahm auch die Bedeutung der Wiener<br />

Kommende des <strong>Malteser</strong>-Ordens zu. Hier fanden nun die<br />

Prioratskapitel statt, das Haus diente als Sitz des Ordensgesandten<br />

am Wiener Hof, und auch der Großprior weilte<br />

DIE MALTESER 2/<strong>2017</strong> 27


MALTESERÖSTERREICH<br />

vorwiegend in Wien. Im Wesentlichen sollte dies bis zum<br />

Jahr 1874 so bleiben, in dem Geschäftsstelle und Archiv<br />

nach Prag verlegt wurden.<br />

Auch baulich kam es in dieser Zeit zu entsprechenden<br />

Veränderungen. Es ist nicht klar, wann das 1622 zurück<br />

erstrittene, ursprünglich einstöckige Pilgramhaus Kärntner<br />

Straße 37 vierstöckig ausgeführt wurde – 1795 wird<br />

es jedenfalls als solches geführt. <strong>Die</strong> Kirche wurde ebenfalls<br />

barockisiert, wovon noch das Hochaltarbild – es<br />

stellt die Taufe Christi im Jordan dar – und die prächtige<br />

Sonnholzorgel Zeugnis geben.<br />

Erneuerung in der Biedermeierzeit<br />

Auch die restlichen Gebäude werden deutlich erweitert:<br />

Obwohl der Verlust des Ordenssitzes auf Malta im Jahr<br />

1798 zu einer Krise des Ordens führte, gelang es 1806<br />

Komtur Fra’ Franz Graf von Colloredo, die Kirche zu renovieren<br />

und dabei umfassend umzugestalten. <strong>Die</strong> Kirche<br />

erhielt eine neue Fassade im Empirestil mit korinthischen<br />

Pilastern und einem Dreiecksgiebel, während der<br />

Innenraum die gotischen Strukturen behielt. <strong>Die</strong> Innenausstattung<br />

wurde allerdings im Stil der Zeit erneuert und<br />

um ein Denkmal für die erfolgreiche Verteidigung Maltas<br />

durch die Johanniter gegen die Türken im Jahr 1565 erweitert.<br />

1839 wurde dann der „Johanneshof“, das eigentliche<br />

Kommendenhaus des Johanniterordens, umgebaut<br />

und das Kirchengebäude in die Frontlinie der Häuser der<br />

Kärntner Straße einbezogen. Das Kommendengebäude<br />

erhielt einen neuen Eingang in der Johannesgasse, wurde<br />

vier Stockwerke hochgezogen und beherbergte nun auch<br />

Mietwohnungen. Für die Planung konnte Alois Pichl gewonnen<br />

werden, neben Joseph Kornhäusel einer der gefragtesten<br />

Architekten der Biedermeierzeit.<br />

28<br />

DIE MALTESER 2/<strong>2017</strong><br />

Verkauf der Kommende und Rückkauf der Kirche<br />

im 20. Jahrhundert<br />

1893/94 folgt noch der Umbau des ehemaligen Pilgramhauses<br />

Kärntner Straße 37 als Geschäfts- und Wohnhaus.<br />

<strong>Die</strong> Kosten der Sanitätsdienstleistungen des Großpriorats<br />

im 1. Weltkrieg, die im Auftrag der österreichisch-ungarischen<br />

Monarchie erbracht worden waren, hinterließen<br />

den Orden nach Ende des Krieges jedoch in einer<br />

finanziell äußerst schwierigen Situation, die später durch<br />

die Weltwirtschaftskrise noch verschlimmert wurde. Im<br />

Jahr 1933 mussten daher sämtliche Liegenschaften der<br />

Wiener Kommende an die Versicherungsgesellschaft Assicurazioni<br />

Generali veräußert werden. Selbst die Kirche<br />

wurde mitverkauft und sollte abgerissen werden. Beherzte<br />

Ordensritter verhinderten dies jedoch.<br />

Um nach dem Anschluss Österreichs an Deutschland wenigstens<br />

den Besitz des Großpriorats in Böhmen zu erhalten,<br />

wurde dieses 1938 geteilt. In Österreich kam der<br />

Orden unter Zwangsverwaltung des Auswärtigen Amtes<br />

Berlin. Dadurch war er zwar wenigstens dem direkten<br />

Einfluss der Wiener Gauleitung entzogen, jedoch dennoch<br />

seiner Selbständigkeit beraubt. Erst die Proklamation<br />

der Selbstständigkeit Österreichs vom 27. April 1945<br />

und die Aufhebung sämtlicher Gesetze und Verordnungen<br />

des Deutschen Reichs führten zu einer Rückstellung<br />

der stark heruntergekommenen Ordensbesitzungen.<br />

1960 gelingt es Vikar Dr. Johannes Graf Trapp, die Kirche<br />

des Hl. Johannes des Täufers in der Kärntner Straße<br />

wieder in den Ordensbesitz zu bringen. Schon seit der<br />

Teilung im Jahr 1938 war die Kommende St. Johann zu<br />

Wien Sitz des Großpriorats von Österreich. Dessen Kanzlei<br />

befindet sich bis heute neben der <strong>Malteser</strong>kirche im<br />

Haus Johannesgasse 2 – ebenso wie später die Bundeszentrale<br />

des 1956 im Zuge der Ungarnkrise entstandenen<br />

<strong>Malteser</strong> Hospitaldienstes.. Doch dies nicht mehr als Eigentümer,<br />

sondern als Mieter.<br />

Interessierte können die gesamte Arbeit von Dr. Gerhart<br />

Feucht über die Kommende St. Johann auf der Homepage<br />

des Ordens finden.


MALTESERÖSTERREICH<br />

FRÖHLICH SEIN<br />

UND GUTES TUN<br />

Von Monika Chizzola<br />

Unter diesem Motto fand ein gelungener Sonntag des <strong>Malteser</strong><br />

Alten- und Krankendienstes im Kaasgraben statt. Nach einer gemeinsamen<br />

Heiligen Messe gab das Volksopern-Duo Juliette Khalil<br />

und Bernhard Viktorin hinreißende Operetten- und Wienerlieder<br />

zum Besten. Dabei wurden sie von unserem Ordensbruder<br />

Professor Laci Kövi virtuos am Klavier begleitet. Den kulinarischen<br />

Ausklang bildete ein gemeinsames Würstel- und Krapfen-<br />

Schmausen.<br />

STEIERMARK<br />

BESUCH IN SCHLOSS<br />

EGGENBERG<br />

Im Anschluss an die Führung durch die Prunkräume des Museums<br />

und die Besichtigung des Schlossareals, genossen wir ein gemeinsames<br />

Mittagessen. Besonders beeindruckend ist der Park, vor allem<br />

wegen der Pfaue, die sich dort stolz präsentieren.<br />

WIEN<br />

TIME TRAVEL<br />

& PICKNICK<br />

Von Paulina Ludwigstorff<br />

Im Mai besuchten wir die Ausstellung „Time<br />

Travel Vienna“. Mit 5D-Kino, Animatronic-<br />

Wachsfiguren, diversen Rides und multimedialen<br />

Shows sowie außergewöhnlichen Soundund<br />

Lichteffekten macht Time Travel Vienna<br />

die bewegte Historie Wiens auf einzigartige<br />

Weise spür- und erlebbar. Wir waren insgesamt<br />

eine Gruppe von elf Personen, <strong>Malteser</strong> und<br />

Betreute, es waren alle begeistert. Anschließend<br />

gab es noch ein gemütliches Picknick bei<br />

herrlichem Wetter im Burggarten.<br />

DIE MALTESER 2/<strong>2017</strong> 29


MALTESERÖSTERREICH<br />

MALTESER-REITCAMP:<br />

OSTERFREUDE FÜR BEHINDERTE KINDER<br />

Von Katharina Stögner<br />

Bereits zum fünften Mal in Folge fand von 10. bis 13. April <strong>2017</strong> in St. Paul/Lavanttal das MALTESER-Reitcamp statt. Seit<br />

2013 haben seelisch und/oder körperlich beeinträchtigte Kinder die Möglichkeit, im Pferdeparadies „Gratzi“ gemeinsam<br />

mit gesunden Kindern zu reiten, zu spielen und im Sinne der Inklusion voneinander zu lernen.<br />

Der Gratzi-Hof mit zehn speziell geschulten Therapiepferden<br />

und zwei Hunden arbeitet mit dem Verein TIK<br />

(Therapie und Integration in Kärnten) zusammen und<br />

wird von Gerda Maischberger, einer ausgebildeten und<br />

erfahrenen Voltigier- und Reittherapeutin, geleitet. „Heilpädagogisches<br />

Reiten unterstützt die Entwicklung des sozial-emotionalen<br />

Bereichs, der Motorik, der sprachlichen<br />

Ausdrucksfähigkeit und des Gruppensinns der Kinder. Es<br />

stärkt deren Ich-Bewusstsein und erleichtert es ihnen, ein<br />

selbstbestimmteres Leben zu führen“, so die engagierte<br />

Trainerin.<br />

Individuelle Betreuung<br />

<strong>Die</strong> bisherigen Erfolge geben der Therapeutin recht: „Ich<br />

erlebe Kinder, die vom Schulunterricht suspendiert worden<br />

sind, weil sie als Autisten einfach nicht in der Lage<br />

waren, ein paar Stunden am Stück ruhig zu sitzen. Hier<br />

beim Reitcamp schaffen sie es plötzlich, sich mehrere<br />

Tage lang in die Gruppe zu integrieren und mit hoher Aufmerksamkeit<br />

bei unseren Aktivitäten dabei zu sein. <strong>Die</strong><br />

individuelle Betreuung und der Kontakt mit den Tieren<br />

machen es möglich.“<br />

„<strong>Die</strong> Kinder geben enorm viel zurück“<br />

Das <strong>Malteser</strong>-Reitcamp wird von der Delegation Kärnten<br />

des <strong>Malteser</strong>ordens und dem <strong>Malteser</strong> Austria, Bereich<br />

Steiermark, ehrenamtlich begleitet. <strong>Die</strong> freiwilligen HelferInnen<br />

spielen und essen mit den Kindern und bereiten<br />

sie für die Trainingsstunden auf dem Pferd vor. „Da man<br />

es mit unterschiedlichen Krankheitsbildern zu tun hat,<br />

muss man mit jedem Kind anders umgehen. Das braucht<br />

eine gewisse Zeit und viel Kraft, aber die Kinder geben<br />

einem enorm viel zurück“, berichtet ein <strong>Malteser</strong>-Helfer.<br />

Spendenkonto MALTESER Hospitaldienst Austria,<br />

Verwendungszweck: Reitcamp St. Paul<br />

IBAN: AT65 2011 1800 8087 0800, BIC: GIBAATWW<br />

Mit ihrer Spende ermöglichen sie den Kindern und<br />

Jugendlichen Reittherapiestunden. Helfen sie uns zu<br />

helfen, denn eine Rampe, um die Rollstuhlfahrer ohne<br />

jeweils zwei Helfer auf das Therapiepferd setzen zu können,<br />

wäre eine ungeheuer große Hilfe und Erleichterung<br />

für den Reiterhof in St. Paul.<br />

30<br />

DIE MALTESER 2/<strong>2017</strong>


MALTESERÖSTERREICH<br />

JEDER MENSCH<br />

HAT SEINE WÜRDE<br />

Elisabeth Hauck, Mitglied der Gruppe MALTESER Alten- und Krankendienst (MAKD), ist<br />

auch beim MALTESER Palliativ-<strong>Die</strong>nst tätig. Im Interview spricht sie über ihre Beweggründe<br />

und die Einzigartigkeit jeder menschlichen Begegnung.<br />

Von Miriam Weigel<br />

Du hattest schon viele Jahre als Mitglied des<br />

<strong>Malteser</strong> Alten- und Krankendienstes in der Hauskrankenpflege<br />

gearbeitet. Was hat Dich bewogen,<br />

Dich auch für die Lebens-, Sterbe- und Trauerbegleitung<br />

einzusetzen?<br />

Lebens-, Sterbe- und Trauerbegleitung ist <strong>Die</strong>nst am<br />

Nächsten – das hat mich bewogen.<br />

Warum hast Du Dich für den Einsatz beim <strong>Malteser</strong><br />

Palliativ-<strong>Die</strong>nst entschieden ?<br />

Da ich mich mit den <strong>Malteser</strong>n immer im Einklang und<br />

wohl gefühlt habe, hat sich mir nie die Frage nach einer<br />

Alternative gestellt.<br />

Welche Ausbildung musstest Du machen, und wo<br />

hat diese stattgefunden?<br />

Da ich bereits 2010 wusste, dass ich eine Ausbildung<br />

für die Lebens-, Sterbe- und Trauerbegleitung benötigte,<br />

habe ich mich selbst umgehört und in Erfahrung gebracht,<br />

dass im Bildungshaus Schloss Groß-Rußbach ein<br />

Lehrgang angeboten wurde.<br />

Wir konnten schon in der letzten Ausgabe dieser<br />

Zeitschrift einiges über Kurse zur Hospizbegleitung<br />

lesen. Abgesehen von dem Lerninhalt, hast<br />

Du bei Deinem Kurs auch menschliche Begegnungen<br />

gehabt?<br />

Ja, natürlich! Reden ist immer gut. Es macht frei und offen<br />

für Neues. In diesem Sinne war es für mich eine Bereicherung.<br />

Du besuchst unheilbar Kranke im St. Elisabeth<br />

Spital. Warum gerade dieses Krankenhaus?<br />

Unsere <strong>Malteser</strong>-Ärztin, Dr. Ruth Panka, hat mich einmal<br />

gefragt, ob ich im St. Elisabeth Spital auf der Palliativstation<br />

Menschen besuchen möchte. Ich habe gerne zugesagt.<br />

Du stehst am Bett von Menschen, die schwer krank<br />

oder an ihrem Lebensende angekommen sind. Wie<br />

reagieren diese auf Dich? Gibt es den Wunsch nach<br />

einem Gespräch? Sicher gleicht keine Begegnung<br />

der anderen.<br />

Begegnungen mit Menschen am Krankenbett passieren.<br />

Ich kann diese Begegnungen nicht schildern, denn sie sind<br />

einzigartig und unbeschreiblich. Meine Einstellung ist,<br />

dass jeder Mensch in jeder Lebenssituation seine Würde<br />

hat. Ich gehe auf das ein, was im Augenblick kommt.<br />

In welcher Gemütsstimmung bist Du am Weg nach<br />

Hause, nachdem Du einige Stunden im aktiven<br />

oder stummen Zwiegespräch mit Schwerkranken<br />

verbracht hast?<br />

Ich gehe so, wie ich gekommen bin – mit Jesus und<br />

Maria. Ich bin gut versorgt in meiner Seele: Gottesliebe<br />

und Nächstenliebe leben.<br />

KOMM, MACH MIT! Wenn auch Sie Interesse haben,<br />

sich im Sinne der Nächstenliebe um Schwerkranke zu<br />

kümmern und Besuchsdienste zu übernehmen, melden<br />

Sie sich bitte bei uns per E-Mail: makd@malteser.at. Infos<br />

www.malteser.or.at/werke/makd.<br />

Wir freuen uns darauf, Sie kennenzulernen!<br />

DIE MALTESER 2/<strong>2017</strong> 31


MALTESERÖSTERREICH<br />

22. BIS 29. JULI IN SALZBURG: JUGENDTREFFEN MIT RUND<br />

500 TEILNEHMERINNEN UND TEILNEHMERN AUS 25 LÄNDERN<br />

MALTESER SOMMERCAMP<br />

REKORDBETEILIGUNG UND EIN BUNTES,<br />

ABWECHSLUNGSREICHES PROGRAMM<br />

Das Internationale MALTESER Sommercamp (IMS) bringt seit 1984 jedes Jahr eine Vielzahl junger Menschen mit Behinderung<br />

zu einer gemeinsamen Woche voller Erlebnisse, Aktivität und Gemeinschaft zusammen. Das Programm für<br />

das heurige IMS in Salzburg wurde nun fixiert. Es schafft bunte und abwechslungsreiche Tage voller Erlebnisse und<br />

Gemeinschaft. Neben Outdoor-Aktivitäten, der Besichtigung von Sehenswürdigkeiten und der abendlichen Disco<br />

kommen auch besinnliche Aktivitäten nicht zu kurz, die den religiösen Hintergrund der MALTESER konkret erlebbar<br />

machen. Spenden werden nach wie vor benötigt – das <strong>Malteser</strong> Sommercamp freut sich auch über Ihre Unterstützung!<br />

Das IMS ist seit 1984 ein jährlicher Fixpunkt für viele junge<br />

Menschen mit Behinderung. Es bietet eine Zeit voller<br />

intensiver Erlebnisse, die für die jungen Gäste in ihrem<br />

Alltag sonst nur schwer möglich sind – vor allem auch auf<br />

Grund ihrer Behinderung. Seit jeher schafft das IMS einen<br />

Anlass für das Erleben einer großen Gemeinschaft.<br />

Größtes Jugendtreffen in Salzburg<br />

Salzburg bietet mit seinem internationalen, offenen Flair<br />

den perfekten Rahmen für die besonderen Bedürfnisse<br />

der jungen Menschen. Mit 500 Personen, darunter rund<br />

150 Rollstuhlfahrerinnen und -fahrern, wird heuer ein<br />

neuer Teilnehmerrekord angepeilt.<br />

Programm: Berge, Sport und gemeinsame Ausflüge<br />

Am Anreisetag, dem 22. Juli, erreichen die Teilnehmerinnen<br />

und Teilnehmer über unterschiedliche Verkehrsmittel<br />

(Bahn, Bus, Flugzeug) die Landeshauptstadt – eine<br />

große logistische Leistung. Am Bahnhof wird auch erstmals<br />

die Salzburger Bevölkerung Kontakt mit unseren<br />

Teilnehmern und vor allem mit einer großen Anzahl an<br />

RollstuhlfahrerInnen aufnehmen. Nach einer Begrüßung<br />

stehen ein Erkunden des näheren Umfelds der Quartiere,<br />

ein gemeinsames Abendessen und die beliebte abendliche<br />

Disco auf dem Programm.<br />

Der Sonntag steht ganz im Zeichen der großen Eröffnungsmesse<br />

im Salzburger Dom. Nach einem Gruppen-<br />

32<br />

DIE MALTESER 2/<strong>2017</strong>


MALTESERÖSTERREICH<br />

foto am Mozartplatz um 14 Uhr geht es in den Dom, wo in Anwesenheit<br />

höchster Vertreter aus Politik und den <strong>Malteser</strong>n eine<br />

Messe stattfindet. Nach einem Empfang und einem Abendessen in<br />

St. Peter gemeinsam mit Erzabt Korbinian Birnbacher OSB geht es<br />

schließlich zurück zum Camp.<br />

Große Stadterkundung, viel Erlebnis und Spannung<br />

In Kooperation mit den Salzburger Tourist Guides, die sich freundlicher<br />

Weise zur Verfügung stellen, besichtigen die jungen Besucher<br />

in Kleingruppen die Stadt Salzburg. Fixpunkte dabei sind das Schloss<br />

Mirabell samt Garten, der Müllnersteg, die Fahrt auf den Mönchsberg<br />

mit der grandiosen Sicht von oben auf die Stadt, Festspiel- und Dombezirk<br />

und einiges mehr. Zu einem beliebten Highlight hat sich auch<br />

der International Evening am gleichen Tag entwickelt, zu dem die jungen<br />

Gäste internationale Köstlichkeiten aus ihrer Heimat servieren.<br />

Es stehen unterschiedlichste Punkte auf dem Programm: etwa das<br />

Nationalparkmuseum Mittersill, das Porsche Museum in Mattsee,<br />

die Salzwelten in Hallein, das Freilichtmuseum Großgmain, die<br />

Wasserspiele in Hellbrunn, der Wolfgangsee und einiges mehr. Viel<br />

Spannung und Erlebnis verspricht auch das Wildwasserpaddeln mit<br />

professionellen Guides. Auch das Abendprogramm kann sich sehen<br />

lassen: Ein Abend im Müllnerbräu, ein Konzert in Kooperation mit<br />

den Festspielen und eine spirituelle Silent Night im Dom.<br />

Der Freitag steht im Zeichen eines würdigen Abschlusses des<br />

Sommercamps. Am Vormittag gibt es noch gemeinsame sportliche<br />

Aktivitäten im Volksgarten, etwa Ballspielen und Slacklinen auf<br />

Rollstühlen. Danach versammeln sich die jungen Gäste zu einer<br />

Abschlusszeremonie in der Kollegienkirche mit Erzbischof Franz<br />

Lackner OFM. Mit einer großen Farewell Party im Camp geht das<br />

Internationale <strong>Malteser</strong> Sommercamp schließlich zu Ende.<br />

So können Sie das<br />

<strong>Malteser</strong> Sommercamp unterstützen<br />

Das Internationale <strong>Malteser</strong> Sommercamp ist auf Spenden angewiesen.<br />

„Wir rechnen mit einem finanziellen Gesamtaufwand von<br />

rund 500.000 Euro“, so Stephan Mühlmann, Einsatzleiter IMS<br />

<strong>2017</strong> bei den <strong>Malteser</strong>n in Österreich. Mit Ihrer Spende helfen Sie<br />

uns Projekte wie das <strong>Malteser</strong> Sommercamp zu ermöglich. Dafür<br />

ein herzliches; Vergelt´s Gott!<br />

Informationen: www.maltacamp<strong>2017</strong>.at, www.malteserorden.at<br />

und auf www.facebook.com/malteser.austria/<br />

IBAN: AT57 1920 0615 2372 3243, BIC: SCHOATWW<br />

TIROL<br />

OSTERGRÄBER<br />

Rund um Ostern werden in vielen Tiroler<br />

Kirchen die traditionsreichen und wunderschönen<br />

Ostergräber aufgestellt.<br />

Grund genug für die Tiroler <strong>Malteser</strong>,<br />

bei einigen Kirchen Halt zu machen, um<br />

Wissenswertes über die Geschichte des<br />

jeweiligen Ostergrabes zu erfahren und<br />

unseren Betreuten eine Anbetung zu ermöglichen.<br />

<strong>Die</strong>ses Jahr besuchten wir am Karsamstag<br />

die Ostergräber von Thaur, Patsch<br />

und Ellbögen. Mit Begeisterung wurden<br />

uns die Besonderheiten jedes einzelnen<br />

Grabes erklärt. Wir hatten auch Gelegenheit<br />

zu singen und zu beten. Ein ganz<br />

besonderer Dank gilt an dieser Stelle den<br />

Pfarrern Norbert Gapp OPraem (Patsch),<br />

Bruno Kössler OPraem (Ellbögen) und<br />

Schwester Maria von der Pfarre Thaur.<br />

Anschließend ließen wir bei einem Mittagessen<br />

unsere Eindrücke über die<br />

Ostergräber Revue passieren.<br />

DIE MALTESER 2/<strong>2017</strong> 33


MALTESERÖSTERREICH<br />

EINE AUSZEIT MIT DER „GOSPA“<br />

Von Michaela C. Starosciak<br />

Međugorje, der „Ort zwischen den Bergen“, ist etwa 30 km<br />

südwestlich von Mostar und 16 km von der kroatischen<br />

Grenze entfernt. Das bosnische Winzerdorf erreichte<br />

durch Ereignisse in den 1980er Jahren, bei denen<br />

Jugendliche von Marienerscheinungen berichteten, internationale<br />

Bekanntheit. Der Bischof von Warschau-<br />

Praga Henryk Hoser, den Papst Franziskus zum Sonderdelegierten<br />

von Medugorje ernannt wurde, besuchte<br />

kürzlich die Pilgerstätte. <strong>Die</strong>s zeigt das aktuelle Interesse<br />

und die Verbundenheit mit dem Vatikan auf.<br />

Heuer waren die <strong>Malteser</strong> aus Wien nun schon zum<br />

dritten Mal in Međugorje. Pater Edmund Waldstein<br />

OCist konnte unsere Gruppe auch heuer wieder spirituell<br />

begleiten. Neben der Zuwendung für die Betreuten<br />

waren Gabriel und Valentin bereit, die anspruchsvolle<br />

Strecke zu fahren, Michaela und Agnes hatten die Einsatzleitung<br />

inne, und Michael-Felix hat sich durch seine<br />

landeskundlichen Kenntnisse für einen reibungslosen<br />

Ablauf des Programms gesorgt.<br />

Feierlich begann der Sonderdienst am Palmsonntag, mit<br />

der Teilnahme an der Palmprozession und der Liturgie<br />

der Hl. Messe. Tausende Menschen waren auch in diesem<br />

Jahr vor Ort. Besonders groß war der Anteil der Österreicher,<br />

die mit insgesamt zehn Bussen angereist waren.<br />

Maria, die als „Gospa“ (dt. Herrin) bezeichnet wird,<br />

ruft in ihren Botschaften zu Frieden und Gebet auf.<br />

Darum versammeln sich die Pilger und Bewohner von<br />

Međugorje jeden Abend in der St.-Jakobus-Kirche, um<br />

den Psalter zu beten und die Hl. Messe zu feiern. <strong>Die</strong>ses<br />

Abendprogramm wird für die Pilger aus aller Welt<br />

international gestaltet. Besonders eindrucksvoll ist es,<br />

wenn täglich um ca. 18.40 Uhr ein Moment der Stille<br />

eingehalten wird, die sogenannte „Erscheinungszeit“,<br />

in der alle Gläubigen sich persönlich mit Maria im Gebet<br />

verbinden können.<br />

Bosnien-Herzegowina faszinierte uns nicht zuletzt<br />

durch seine zauberhafte Natur. <strong>Die</strong> Kravica-Wasserfälle<br />

boten am Tag vor der Heimreise einen erfrischenden<br />

und erholsamen Ausflug für uns. Der durchgängig<br />

strahlend blaue Himmel war eine wunderbare Vorbereitung<br />

auf Ostern, das Fest der Auferstehung des Herrn.<br />

<strong>Die</strong> einzigartige Atmosphäre des Friedens und Gebetes<br />

im auch landschaftlich einladenden Međugorje ist immer<br />

wieder eine Reise wert!<br />

34<br />

DIE MALTESER 2/<strong>2017</strong>


MALTESERÖSTERREICH<br />

STEIERMARK<br />

WALLFAHRT NACH MARIA LAUBEGG<br />

IM MARIENMONAT MAI<br />

Wenn Engel reisen, wird sich das Wetter weisen – so<br />

auch bei der Wallfahrt nach Maria Laubegg, als bei<br />

der Ankunft der <strong>Malteser</strong> die Sonne die Wolkendecke<br />

durchbrach. In der Schlosskapelle von Laubegg, die liebevoll<br />

mit Feldblumen geschmückt war, fand sich die<br />

steirische Wallfahrtsgruppe bestehend aus Betreuten,<br />

<strong>Malteser</strong>n und einer erweiterten <strong>Malteser</strong>familie ein,<br />

um den Sonntag zu heiligen. Im Anschluss spazierte<br />

man durch den Schlossgarten, in dem sich eine Lourdesgrotte<br />

befindet. Hier wurde eine Andacht gehalten<br />

Von Naomi Kienreich<br />

und Rosenkranz gebetet. Handgemachte <strong>Malteser</strong>kerzen,<br />

deren Flammen der Wind nicht ausblasen konnte,<br />

rundeten den Moment ab.<br />

Im Anschluss trafen sich die Pilger zu einem wunderbaren<br />

Sonntagsessen im Schlosshof. An den mit Liebe<br />

zum Detail dekorierten Tischen wurde getratscht, gelacht<br />

und ein Geburtstag gefeiert. Viel zu schnell verging<br />

der Nachmittag, bei dem man die familiäre Wärme<br />

und Nähe der <strong>Malteser</strong> spüren konnte.<br />

STEIERMARK<br />

LIVE DABEI<br />

IM ORF-LANDESSTUDIO<br />

Einen Blick hinter die Kulissen des ORF-Landesstudios Steiermark.<br />

Wir bekamen eine Führung, durch das auch als „Peichl-<br />

Torte“ (nach dem Architekten Gustav Peichl) bekannte Gebäude.<br />

Eine <strong>Malteser</strong>in durfte am Moderatorenpult Platz nehmen und die<br />

Vortagsnachrichten lesen. Es war spannend, die Fernsehstudios<br />

aus einer anderen Perspektive zu sehen, zumal diese vom Sofa aus<br />

gesehen weitaus größer erscheinen, als sie tatsächlich sind.<br />

Im Anschluss gab es einen gemütlichen Nachmittagsausklang bei<br />

einem Eis in der Konditorei Philipp.<br />

DIE MALTESER 2/<strong>2017</strong> 35


MALTESERÖSTERREICH<br />

STEIERMARK<br />

PALMBUSCHEN BINDEN UND PALMSONNTAGSMESSE<br />

Von Naomi Kienreich<br />

In der Woche vor dem Palmsonntag trafen sich <strong>Malteser</strong><br />

und Betreute zum gemeinsamen Palmbuschen binden.<br />

Dabei wurde großer Wert darauf gelegt, dass diese auf traditionelle<br />

Weise gebunden und geschmückt werden. Einen<br />

gemütlichen Ausklang fand der Workshop bei einer der<br />

Fastenzeit entsprechenden Jause. Am Palmsonntag wurden<br />

die Sträußchen dann im Rahmen der Bereichsmesse<br />

im Dom zu Graz gesegnet.<br />

Im Anschluss an die Messe fand man sich im Dompfarrhof<br />

zur Agape ein.<br />

STADT WIEN VERGAB DIE „HELFER WIENS PREISE“<br />

IM RATHAUS UND DANKTE WIENER HELFERINNEN<br />

Im Festsaal des Wiener Rathauses fand zum 14. Mal das „Fest der Helfer Wiens“ statt. In Anwesenheit von Bürgermeister<br />

Michael Häupl verliehen Feuerwehrstadträtin Renate Brauner, Präsidentin der „Helfer Wiens“, sowie<br />

Landtagspräsident Harry Kopietz die „Helfer Wiens Preise <strong>2017</strong>“. Für die <strong>Malteser</strong> ging der diesjährige Preis an Lukas<br />

Engenhart – herzlichen Glückwunsch.<br />

36<br />

DIE MALTESER 2/<strong>2017</strong>


MALTESERÖSTERREICH<br />

TIROL<br />

GROSSE OSTERDEKORATIONSAKTION<br />

Von Markus L. Huber<br />

Gut 50 Personen, darunter <strong>Malteser</strong>,<br />

Freunde und Gäste, haben<br />

gemeinsam Osterdekoration gebastelt,<br />

wie beispielsweise Eier bemalt<br />

und gefärbt.<br />

WIEN<br />

AUSFLUG<br />

NACH PRAG<br />

Am letzten April Wochenende machte sich eine<br />

Gruppe der Wiener <strong>Malteser</strong> mit sechs Betreuten<br />

auf den Weg nach Böhmen. Wir erkundeten Altbunzlau,<br />

einen alten böhmischen Wallfahrtsort,<br />

und die schönsten Orte der „Goldenen Stadt“ Prag.<br />

Bei herrlichem Wetter genossen wir traditionelles<br />

Essen und die hervorragende Gemeinschaft.<br />

DIE MALTESER 2/<strong>2017</strong> 37


MALTESERÖSTERREICH<br />

STEIERMARK<br />

BESUCH IM GESTÜT PIBER<br />

Neben der Besichtigung des Gestüts Piber war am<br />

14. Mai natürlich ausreichend Zeit eingeplant,<br />

um die Pferde zu streicheln, anschließend ging es<br />

über den Schlosshof zur Ausstellung zeitgenössischer<br />

Kunst. Schon beim Mittagessen hörten wir<br />

aus der Ferne die Blasmusik, die wir am Nachmittag<br />

anlässlich der Muttertagsgala besuchten. „Es war ein<br />

prachtvoller Tag. <strong>Die</strong>sen Ausflug werden wir bestimmt<br />

wiederholen“, sagt Naomi Kienreich von den steirischen<br />

<strong>Malteser</strong>n.<br />

STEIERMARK<br />

ZU BESUCH IM STIFT REIN<br />

Ende April durfte eine Abordnung der steirischen <strong>Malteser</strong>familie<br />

das weltälteste Zisterzienserkloster Rein,<br />

besuchen. Nach der Besichtigung der prunkvollen barockisierten,<br />

ursprünglich romanischen Basilika folgte eine<br />

Führung durch die Bibliothek. Ein besonderer Schatz neben<br />

den Büchern und Musikalien stellt hier der „Keplertisch“<br />

dar: Ein Tisch, dessen Platte Kalenderberechnungen<br />

von Johannes Kepler aufweist, mit welchen man bis<br />

200 Jahre in die Zukunft Kalendarien berechnen konnte.<br />

Anschließend folgte der spirituelle Teil des Ausflugs – die<br />

Teilnahme am Chorgebet der Mönche – eine Möglichkeit,<br />

den Alltag auszublenden und sich ganz auf das Gebet einzulassen.<br />

Nach der Stärkung des Geistes wurde auch der Körper<br />

beim gemeinsamen Mittagessen gestärkt.<br />

38<br />

DIE MALTESER 2/<strong>2017</strong>


MALTESERÖSTERREICH<br />

SALZBURG<br />

CHOR „ONE PEACE“<br />

Der Chor – bestehend aus Mitgliedern des <strong>Malteser</strong> Deutschkurses<br />

– ist eine Gründung von Rosemarie Flotzinger von der ÖH Mozarteum<br />

und probt wöchentlich seit etwa einem Jahr in der Uni Mozarteum<br />

Salzburg. Es fanden bereits erfolgreiche Auftritte in der Residenz<br />

Salzburg und zuletzt bei den Musikschultagen in Linz statt. Das<br />

Repertoire reichte dabei von Volksliedern aus dem Iran, der Türkei<br />

und Nigeria bis zum Glockenjodler und Edelweiß – diese eignen sich<br />

hervorragend „fürs Deutsch“!<br />

CHRISTI HIMMELFAHRT<br />

MUSEUMSDORF NIEDERSULZ<br />

IM SCHÖNEN WEINVIERTEL<br />

Von Georg Reichlin-Meldegg<br />

Feiertagsmesse in der Muttergottes-Kapelle mit Pater Felix Selden CO,<br />

anschließend gab es ein köstliches Mittagessen beim Dorf-Wirten.<br />

Bei traumhaftem Wetter konnte man danach im Zuge einer Führung<br />

die Besonderheiten der typischen Weinviertler Dorf- und Bauernhäuser<br />

bewundern und einen Einblick in den Alltag im ländlichen Raum des<br />

19. Jahrhunderts gewinnen.<br />

TIROL<br />

BESUCH DER<br />

GLOCKENGIESSEREI GRASSMAYR<br />

<strong>Die</strong> Führung im Traditionsunternehmen Grassmayr wartete mit<br />

einem besonderen Highlight auf: Kürzlich wurde dort die größte<br />

je in dieser Glockengießerei gefertigte Glocke gegossen, diese<br />

durften die <strong>Malteser</strong> bestaunen. Im Zuge der spannenden<br />

Führung wurden die Grundlagen des Glockengießens und des seit<br />

1599 bestehenden Unternehmens geschildert. Anschließend gab<br />

es in der Innsbrucker <strong>Malteser</strong> Zentrale, dem Gründonnerstag<br />

entsprechend, ein gemeinsames Spinatstrudelessen (der Spinatstrudel<br />

wurde vorab gemeinsam zubereitet).<br />

Ein herzliches Dankeschön der Glockengießerei für ihre Unterstützung<br />

und bei Monika Unterholzner für die interessante Führung!<br />

DIE MALTESER 2/<strong>2017</strong> 39


MALTESERÖSTERREICH<br />

STEIERMARK<br />

SONDERDIENST<br />

100 JAHRE LIONS<br />

Von Naomi Kienreich<br />

Sowohl Betreute mit <strong>Malteser</strong>n als auch Sanitäter für die<br />

Ambulanz vor Ort fanden sich im Zuge des Höhepunkts<br />

der Feierlichkeiten des Lions Clubs in der Grazer Stadthalle<br />

ein.<br />

TIROL<br />

TRADITIONELLER<br />

MUTTERTAGSAUSFLUG<br />

<strong>Die</strong>smal startete unser alljährlicher Muttertagsausflug<br />

mit einer Messfeier in der großen barocken Stiftskirche<br />

von Fiecht bei Schwaz mit P. Friedrich Prassel.<br />

Anschließend zauberte das großartige Küchenteam ein<br />

köstliches Essen auf die Tische im benachbarten Pfarrheim.<br />

Zeit zum Gespräch gab es zu guter letzt bei einer<br />

Wanderung am Jakobsweg nach Vomp.<br />

Beim Benefizkonzert anlässlich des 100-jährigen Jubiläums<br />

des traten unter anderem Wolfgang Ambros,<br />

Markus Schirmer mit seiner Band „Scurdia“, Stefanie<br />

Werger, STS, die Ausseer Hardbradler und Zoe auf.<br />

Zwischen den Liveacts wurden verschiedenste Projekte<br />

der Lions vorgestellt. Auch Gäste aus Afrika, die ein a<br />

capella Lied aus der Heimat als Gastgeschenk mitbrachten,<br />

waren für die Feierlichkeiten angereist.<br />

FAHRDIENST NACH BRUCK<br />

Seit Anfang 2001 verhelfen die <strong>Malteser</strong> vielen Jugendlichen und ihren<br />

Familien zu mehr Lebensqualität. Zweimal pro Woche wird ein spezieller<br />

Fahrdienst angeboten, der Kinder mit besonderen Bedürfnissen von<br />

zu Hause in das Caritas-Dorf St. Anton in Bruck an der Glocknerstraße<br />

bringt und von dort auch wieder abholt. <strong>Die</strong> Kinder können so die Wochenenden<br />

und die Ferien bei ihren Lieben verbringen.<br />

40<br />

DIE MALTESER 2/<strong>2017</strong>


MALTESERÖSTERREICH<br />

hohenbergevent<br />

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DIE MALTESER 2/<strong>2017</strong> 41


MALTESERÖSTERREICH<br />

UN INTER-AGENCY GAMES MIT MALTESERN<br />

Seit 1968 organisieren die Vereinten Nationen und andere internationale Organisationen sportliche Wettkämpfe<br />

(Inter-Agency Games) für ihre zigtausenden Mitarbeiter, deren Angehörige und Diplomaten.<br />

Von Katharina Stögner<br />

Von der feierlichen Eröffnung am 3. Mai bis zur Abschlussveranstaltung<br />

am 6. Mai fand diese international<br />

vielbeachtete sportliche Großveranstaltung am Sitz eines<br />

der vier weltweiten Hauptquartiere der Vereinten Nationen<br />

in Wien statt. Ermöglicht durch die Unterstützung<br />

der ständigen diplomatischen Vertretung des <strong>Malteser</strong>ordens<br />

bei den Vereinten Nationen und Botschafter Prof.<br />

Günther Granser, wurden die von der Internationalen<br />

Atomaufsichtsbehörde (IAEA) heuer organsierten Spie-<br />

le erstmals von medizinischen Einsatzteams der <strong>Malteser</strong><br />

begleitet, die somit einen verantwortungsvollen<br />

Beitrag zur sicheren Gewährleistung dieser mehrtätigen<br />

Wettkämpfe leisteten. Sowohl bei den Veranstaltungen<br />

im Hauptquartier der Vereinten Nationen in Wien als<br />

auch an allen Sportstätten sorgten „Emergency Medical<br />

Response Teams“ sowie BetreuerInnen der <strong>Malteser</strong> für<br />

die gesundheitliche Sicherheit der Teilnehmer, UN-Mitarbeiter<br />

und Zuseher.<br />

42<br />

DIE MALTESER 2/<strong>2017</strong>


MALTESERÖSTERREICH<br />

MIT GUTEM BEISPIEL<br />

„VORANGEHEN“<br />

Von Susanne Wick<br />

IN WIEN<br />

„Es ist uns eine besondere Freude,<br />

dass wir den internationalen Vertretern<br />

der Staatengemeinschaft<br />

bei den traditionellen Wettkämpfen<br />

erstmals unsere hervorragend ausgebildeten<br />

Ambulanz-Teams aus<br />

Österreich zur Verfügung stellen und<br />

so auch auf die globalen Anliegen<br />

des Ordens und seiner humanitären<br />

Arbeit aufmerksam machen konnten“,<br />

erläuterte Botschafter Granser.<br />

Unsere Pflegedienstleiterin von MALTESER Care, Ilse Hummer, ist auch<br />

außerhalb ihres großen Einsatzes für die <strong>Malteser</strong> ein Mensch, der stets<br />

bemüht ist, sich einzubringen und Gutes zu tun. Für ihre 15-jährige ehrenamtliche<br />

Tätigkeit in der Gemeinde St. Konrad erhielt sie kürzlich auch<br />

im Rahmen des Oberösterreichischen Gesundheitsförderungspreises<br />

des Netzwerkes „Gesunde Gemeinde“ eine Ehrung. Stets um Förderung<br />

von Gesundheit und Aktivität bemüht, hatte Sie die Idee, die Walkinggruppe<br />

von St. Konrad mit <strong>Malteser</strong> Laufshirts zu sponsern und natürlich<br />

gleichzeitig Werbung für die <strong>Malteser</strong> zu machen.<br />

Laut dem Obmann des TSV, Herrn Peter Hofstödter, entstand die Idee, eine<br />

Walkinggruppe zu gründen, bereits vor fünf Jahren „Im Winter hatten wir<br />

das Programm Rückenfit – was machen wir im Frühjahr?“<br />

„Unter dem Motto „Lerne unseren Ort kennen“ hatten wir uns entschieden,<br />

eine Walkinggruppe zu gründen, um auch den jüngeren „St. Konradern“<br />

ihren Ort und seine schöne Umgebung näher zu bringen. Wir gingen<br />

schon zum Teil vergessene Wanderwege, die viele nicht kannten. Zu Beginn<br />

hatten wir fünf Einheiten geplant, jetzt gehen wir, solange Sportler<br />

kommen.“ Meisten sind wir elf bis 15 Personen, wenn alle kommen sind<br />

wir über 20, und unser Durchschnittsalter liegt bei 40+. Wir haben jetzt<br />

auch eine eigene WhatsApp-Gruppe gegründet, um möglichst viele Sportlerinnen<br />

und Sportler einzuladen und zu motivieren!<br />

Der nächste Großevent, an welchem die Gruppe teilnehmen wird, wird<br />

der St. Konrader Panoramalauf am 26. August <strong>2017</strong> sein. Natürlich wieder<br />

unter dem Motto „Laufend helfen, dort wo Not ist.“<br />

DIE MALTESER 2/<strong>2017</strong> 43


MALTESERÖSTERREICH<br />

HERAUSFORDERUNG<br />

ARBEITSMARKT<br />

Nach dem Deutschkurs der Einstieg ins Arbeitsleben: Das MALTESER Jobnetzwerk bietet Flüchtlingen Unterstützung bei<br />

der beruflichen Neuorientierung in Österreich. Ein Praxis- und Erfahrungsbericht.<br />

Von Clemens Bauer<br />

Es begann alles im <strong>Malteser</strong> Konversations-Deutschkurs,<br />

der sehr schnell zum durchschlagenden Erfolg wurde.<br />

Viele der von den <strong>Malteser</strong>n betreuten Flüchtlinge aus<br />

Syrien, Afghanistan und der Ukraine kamen regelmäßig,<br />

um ihre Sprachkenntnisse zu verbessern. Bärbl Bauer, die<br />

Initiatorin und Organisatorin der Kurse, hatte für jeden<br />

Samstag ein neues Thema vorbereitet, anhand dessen die<br />

Flüchtlinge das praktische Leben in Österreich erfahren<br />

und begreifen konnten.<br />

Aber wie sollten sie einen Job finden? Schnell waren wir<br />

– Clemens Bauer, Martin Prohaska-Marchried, Alexandra<br />

Löw-Baselli, Petra und Stefan Hübner-Schwarzinger<br />

– uns einig, dass wir auch dabei helfen konnten. Quasi<br />

über Nacht wurde das <strong>Malteser</strong> Jobnetzwerk geboren.<br />

In vielen Gesprächen haben wir Geflüchteten den Bewerbungsprozess<br />

in Österreich erklärt, gemeinsam mit<br />

ihnen Lebensläufe und Bewerbungsschreiben verfasst,<br />

viele Fragen beantwortet und Kontakte hergestellt. Seit<br />

dem Frühjahr <strong>2017</strong> werden wir dabei tatkräftig von<br />

Markus Kirchschlager aus der Ausbildungsgruppe Wien<br />

unterstützt.<br />

Kulturelle Unterschiede<br />

Bei all unserem Engagement mussten wir bald feststellen,<br />

dass es große kulturelle Unterschiede beim Thema „Bewerben“<br />

gibt. So hatten wir zum Beispiel für einen Syrer<br />

ein Vorstellungsgespräch organisiert, doch der potenzielle<br />

Arbeitgeber erzählte uns, dass unser Schützling nicht<br />

zum Termin erschienen war. Darauf angesprochen, sagte<br />

uns der syrische Flüchtling, dass er – wie in seinem Land<br />

üblich – vor der Türe gewartet, ihn aber niemand hereingebeten<br />

hatte.<br />

Ein weiteres „Learning“ für uns: Nachdem es gelungen<br />

war, eine HR-Managerin eines internationalen Konzerns<br />

für ein Seminar zum Thema „Richtig Bewerben in Österreich“<br />

zu gewinnen, nahmen die rund 40 Teilnehmenden<br />

dankbar unser Handout mit Tipps und wichtigen Hinweisen<br />

für den Bewerbungsprozess mit. Kurz darauf hatten<br />

wir jedoch wieder viele ganz neue Fragen auf dem Tisch.<br />

Warum? Gerade der Prozess der Bewerbung mit E-Mail<br />

und Folgegesprächen war für viele Neuankömmlinge in<br />

dieser Form nicht bekannt.<br />

Erfolg motiviert<br />

Mittlerweile haben wir mehr als 80 Personen bei der beruflichen<br />

Neuorientierung gecoacht. Von Bankangestellten,<br />

Flughafen-Technikern, Filmcuttern bis hin zu Steinmetzen,<br />

Tischlern und Kellnern war ein breites Spektrum<br />

44<br />

DIE MALTESER 2/<strong>2017</strong>


„SPIELEND“<br />

DEUTSCH LERNEN<br />

von Kompetenzen vertreten. Ein<br />

großer Erfolg war es, einige Personen<br />

zu dem gemeinsam von Deloitte und<br />

Raiffeisen International organisierten<br />

Rechnungswesenkurs („Deloitte<br />

Accounting School“) zu bringen. Georg<br />

Feldscher hat hier tatkräftig bei<br />

Organisation und Auswahl der Personen<br />

mitgearbeitet.<br />

Es motiviert uns zu sehen, dass es<br />

Erfolge gibt. In Erinnerung wird uns<br />

bleiben, wie ein Syrer seinen ersten<br />

Lebenslauf in Händen hielt, den er<br />

mit unserer Hilfe erstellt hatte. Das<br />

hat ihm Auftrieb gegeben und ihn<br />

gedanklich hier in Österreich ein<br />

bisschen ankommen lassen. Einige<br />

Flüchtlinge haben auch schon „richtige“<br />

Jobs gefunden. So hat zum Beispiel<br />

ein Zahnarzt eine Anstellung<br />

als zahnärztlicher Prophylaxe-Assistent<br />

bekommen, ein anderer arbeitet<br />

als Barmann in einem Hotel, und ein<br />

weiterer hatte kürzlich sein zweites<br />

Bewerbungsgespräch bei einem internationalen<br />

Fertigteilbaukonzern.<br />

Wir halten fest die Daumen, dass es<br />

klappt!<br />

Gemeinsam mit dem Wiener Unternehmen Niuvox unterstützen die MALTESER<br />

Flüchtlinge beim Spracherwerb. <strong>Die</strong> Methode: intuitiv und mit Spaß!<br />

Von Robert Nagel<br />

Es begann 2015 mit der großen Flüchtlingswelle. Viele der in Österreich<br />

Angekommenen sprachen nur Arabisch und Persisch (Farsi). <strong>Die</strong> Kommunikation<br />

ohne Dolmetscher war kaum möglich. <strong>Die</strong>s nahm das Wiener<br />

Start-up-Unternehmen Niuvox zum Anlass, spezielle Sprachkarten zum raschen<br />

Erlernen der deutschen Sprache zu entwickeln. Mittlerweile liegt ein<br />

aus 220 Lernkarten bestehendes Set – eine sogenannte „First Aid Box“ – vor,<br />

die die wichtigsten Begriffe und Phrasen aus dem Lebensalltag vermittelt.<br />

Von Flüchtlingen für Flüchtlinge<br />

Das Besondere an diesem Tool: <strong>Die</strong> Karten wurden zusammen mit Flüchtlingen<br />

für Flüchtlinge entwickelt. Das jeweilige Vokabel ist in der Lautschrift der<br />

anderen Sprache geschrieben. So können auch Deutsch-Sprechende das arabische<br />

bzw. persische Wort lesen und aussprechen. Falls man sich der Aussprache<br />

doch nicht sicher ist, kann man die Sprach-Lernkarte mit einem QR-<br />

Code-Reader scannen und erhält die Aussprache akustisch auf dem Smartphone.<br />

Positives Feedback<br />

Mittlerweile konnte Niuvox bereits mehr als 10.000 der First Aid Boxen an<br />

NGOs, Integrationshäuser und Vereine in Österreich kostenlos verteilen. Ein<br />

wichtiger Partner von Niuvox sind die <strong>Malteser</strong>. „Wir verwenden das Kartenset<br />

österreichweit in unseren Deutschkursen für Flüchtlinge und geben<br />

es auch an die Eltern im Rahmen unseres RefuKids-Projekts weiter. Das<br />

Feedback ist sehr, sehr positiv“, freut sich Mathilde Pfeifer, sie ist eine der<br />

zahlreichen ehrenamtlichen HelferInnen bei den <strong>Malteser</strong> Deutschkursen.<br />

Gespannt sein darf man schon auf das nächste Produkt von Niuvox. Das ambitionierte<br />

Team tüftelt eifrig an einer Sprach-Lern-App. Nähere Informationen:<br />

www.niuvox.com<br />

DIE MALTESER 2/<strong>2017</strong> 45


MALTESERÖSTERREICH<br />

„WIR HÄTTEN GERNE, DASS UNSER<br />

KIND ZU HAUSE LEBEN KANN ...“<br />

Ingrid Pöschmann, Leiterin des Fachbereiches Integration in der MAG ELF (Magistratsabteilung 11 der Stadt Wien) Amt<br />

für Jugend und Familie – Kooperationspartner von MALTESER Care.<br />

Von Susanne Wick<br />

<strong>Die</strong>ser Satz begleitet Frau Pöschmann seit dem Tag, als<br />

eine alleinerziehende, vollkommen erschöpfte Mutter eines<br />

16-Jährigen, schwerbehinderten Buben Kontakt mit<br />

der MA 11 aufnahm und um Hilfe und Unterstützung<br />

bat. <strong>Die</strong> Mutter hatte ihr schwer behindertes Kind seit<br />

seiner Geburt allein gepflegt und betreut und sah keinen<br />

anderen Ausweg mehr als die Unterbringung in einer<br />

Wohngemeinschaft.<br />

Bis zum Jahr 2010 gab es in Wien für Familien mit Kindern<br />

mit schweren Behinderungen nur die Möglichkeit<br />

einer Heim- oder Wohngemeinschaftsunterbringung.<br />

Der Wunsch vieler Eltern war jedoch, dass die Kinder zu<br />

Hause leben können, und so begann man 2011 im Rahmen<br />

des Sozialen <strong>Die</strong>nstes, die Familien zu Hause zu unterstützen.<br />

Was war für Sie ausschlaggebend, MALTESER Care<br />

als Kooperationspartner der MAG ELF im Jahr 2011<br />

mit „an Bord“ zu holen?<br />

<strong>Die</strong> MAG ELF suchte nach einer Trägerorganisation mit<br />

einem speziellen Angebot in der mobilen Pflege und Betreuung<br />

von Familien – so entstand der erste Kontakt. Bei<br />

unserem ersten gemeinsamen Fall ging es um ein Kind<br />

mit Pflegestufe 7, das medizinische Pflege benötigte. Ihre<br />

damalige Case Managerin machte sich vor Ort ein Bild der<br />

Gesamtsituation, und in Absprache mit uns wurde zum<br />

ersten Mal ein individuell auf die Bedürfnisse der Familie<br />

zugeschnittenes Betreuungsmodell erarbeitet und umgesetzt;<br />

es war für alle ein absolutes Highlight, dass gleich<br />

von Beginn weg dieses Modell so perfekt funktionierte!<br />

In Folge stellten wir MALTESER Care immer wieder neue<br />

Familien vor, die im Rahmen des Sozialen <strong>Die</strong>nstes – so<br />

nennen wir diese Leistung in der MAG ELF – gefördert<br />

wurden.<br />

Welche Rückmeldungen erhalten Sie von den<br />

Familien, die durch MALTESER Care betreut werden?<br />

Hier möchte ich drei Aspekte hervorheben:<br />

Zum ersten bekommen wir im Zuge unserer Entwicklungsgespräche<br />

mit den Eltern laufend zufriedene Rückmeldungen<br />

ihre Arbeit betreffend. Unser gemeinsamer<br />

Betreuungsansatz liegt ja darin, die Familien dahingehend<br />

zu unterstützen, dass sie so weitgehend wie möglich,<br />

wieder in ein selbstständiges und autonomes Leben<br />

zurückfinden können.<br />

Zum zweiten haben wir letztes Jahr durch unsere Forschungs-<br />

und Entwicklungsabteilung eine Zufriedenheitsbefragung<br />

bei den Eltern durchführen lassen, mit<br />

dem Ergebnis einer hohen Zufriedenheit die Leistungen<br />

von MALTESER Care betreffend. Natürlich gäbe es immer<br />

noch Verbesserungswünsche seitens der Eltern, aber hier<br />

sind natürlich dem Sozialen <strong>Die</strong>nst Grenzen gesetzt.<br />

Zum dritten beziehe ich mich auf die Rückmeldungen der<br />

verschiedenen Helfersysteme. Wenn z. B. die Gefährdung<br />

eines Kindes gegeben ist, werden mit den Eltern Maßnahmen<br />

im Rahmen eines Hilfeplans vereinbart. Im Mittelpunkt<br />

stehen immer das Kind, seine Geschichte, seine<br />

Bedürfnisse, und erst dann seine Behinderung bzw. seine<br />

Erkrankung. <strong>Die</strong> Frage ist immer, wie weit geht unsere<br />

Hilfestellung in der Familie, ohne die Familie zu „entmachten“<br />

bzw. sie zu „entmündigen.“<br />

Unser Ziel ist die bestmögliche Aktivierung der familiären<br />

Ressourcen, damit sie wieder ein selbstständiges Familienleben<br />

führen, und der „erlernten Hilflosigkeit“ entkommen<br />

können.<br />

46<br />

DIE MALTESER 2/<strong>2017</strong>


MALTESERÖSTERREICH<br />

Hier haben ihre Case Managerinnen ein hohes Maß an<br />

Sensibilität und Professionalität im Umgang mit den Familien<br />

bewiesen, denn man kommt als „Fremde“ in die<br />

Familie und dringt in deren Privatsphäre ein.<br />

Haben sich die Anforderungen seit Beginn unserer<br />

Kooperation verändert, und wird es künftige Entwicklungen<br />

geben, wo wir uns anzupassen haben?<br />

Wir haben 2012 mit der Zielgruppe Kinder mit „hohem<br />

Pflegeaufwand“ begonnen. Im Laufe der Zeit wurde erkannt,<br />

dass dies meist auch mit einem „erhöhten<br />

Betreuungsaufwand“ einhergeht. <strong>Die</strong>s betrifft<br />

Kinder, die vollkommen mobil sind, aber auf<br />

Grund ihrer Entwicklungsstörung, zum Beispiel<br />

bei Autismus-Spektrum-Störungen, einen sehr<br />

großen Betreuungsaufwand haben.<br />

Früher behielt man die Kinder im Krankenhaus und<br />

musste oft Monate auf einen Platz in einer Wohngemeinschaft<br />

warten. Jetzt gibt es eine Gleichstellung von<br />

Kindern mit und ohne Behinderung, sodass auch Kinder<br />

mit Behinderung eine sozialpädagogische Abklärung<br />

bekommen. Das wäre in den herkömmlichen Krisenzentren<br />

nicht möglich, daher ist das Bedarfskrisenzentrum<br />

eine enorme Entlastung für die Stadt Wien, und Ihre<br />

Case Managerinnen stehen für höchste Professionalität.<br />

Hier hat MALTESER Care vermehrt Unterstützung<br />

angeboten, nicht nur um die Mütter und<br />

Väter vor dem Zusammenbruch zu bewahren,<br />

sondern auch mit klar definierten Zielen.<br />

Frau Ingrid Pöschmann (2. v. l.) mit den Case Managerinnen von MALTESER Care<br />

Was mir gefällt, ist, dass Sie auch klar sagen, ja das können<br />

wir uns vorstellen, ja wir trauen uns da drüber, oder<br />

nein, in diesem Fall wäre es unverantwortlich. In jeden<br />

Fall gibt es immer zuerst ein Assessment, bei dem diese<br />

Fälle gemeinsam besprochen werden.<br />

Krisenarbeit ist eine andere Tätigkeit, seit 2013 organisiert<br />

MALTESER Care auch das Bedarfskrisenzentrum, für das<br />

wir Konzept und Abläufe gemeinsam entwickelt haben.<br />

Wenn eine Sozialarbeiterin eine Kindeswohlgefährdung<br />

feststellt, muss sofort reagiert und gehandelt werden.<br />

Zuerst kommen die Kinder in ein Krankenhaus, da man<br />

eine medizinische Einschätzung braucht. Während das Kind<br />

noch im Rettungswagen ist, erfolgt bereits die Kontaktaufnahme<br />

mit der Case Managerin von MALTESER Care.<br />

<strong>Die</strong> Abklärung auf medizinischer Ebene wird von den<br />

Case Managerinnen begleitet – ebenso wie Elternarbeit,<br />

Kooperation mit den Regionalstellen, Schulen, sonstigen<br />

Einrichtungen und allem was notwendig ist, um alle involvierten<br />

Stellen koordinieren zu können.<br />

Welche Aufgaben würden Sie uns noch mitgeben,<br />

wo können wir uns noch verbessern, haben sie<br />

Wünsche an uns?<br />

Wenn ich mir was wünschen darf …<br />

… dann wäre es – unter Berücksichtigung aller externen<br />

Faktoren – das Leistungsspektrum von MALTESER Care<br />

zu verbreitern um noch mehr Familien mit Unterstützungsbedarf<br />

durch MALTESER Care betreut zu wissen.<br />

Wir wissen, dass die Stadt Wien wächst, und im Hinblick<br />

auf die demographischen Veränderungen werden mehr<br />

Kinder und Familien in Wien leben und die Leistungen<br />

DIE MALTESER 2/<strong>2017</strong> 47


MALTESERÖSTERREICH<br />

„MENSCHEN ALS<br />

der MAG ELF brauchen, und da sehe ich, auch auf Basis<br />

gemeinsam neu zu entwickelnder Konzepte, eine Intensivierung<br />

der Kooperation mit MALTESER Care als durchaus<br />

realistisch.<br />

Liebe Frau Pöschmann, abschließend dürfen wir<br />

uns bei Ihnen und Ihren MitarbeiterInnen sehr<br />

herzlich für die partnerschaftliche und von gegenseitiger<br />

Wertschätzung getragene Zusammenarbeit<br />

bedanken und freuen uns, auch künftig als<br />

Kooperationspartner der MAG ELF für die Kinder,<br />

Jugendlichen und Familien in Wien unsere Leistungen<br />

erbringen zu können.<br />

1. Kinderlauf Amstetten zu Gunsten der<br />

<strong>Malteser</strong> Kinderhilfe im Hilde Umdasch Haus.<br />

Anmeldung: www.kinderhilfelauf.at<br />

Professionelle Alten- und Krankenbetreuung erfordert<br />

neben fachlichem Know-how, höchster Empathie und<br />

Flexibilität viel Organisationstalent. <strong>Die</strong>s konnte Lisa<br />

Kuhn, eine junge Fach- und Diplomsozialbetreuerin<br />

aus Oberösterreich, im Rahmen eines Praktikums bei<br />

MALTESER Care unter Beweis stellen.<br />

Von Susanne Wick<br />

Frau Kuhn, Sie haben gerade im Rahmen Ihrer Ausbildung<br />

zur Diplomierten Gesundheits- und Krankenpflegerin<br />

(DGKP) ein zweimonatiges Praktikum<br />

bei MALTESER Care absolviert und unsere Case Managerinnen<br />

in OÖ bei deren Arbeit begleitet. Was<br />

hat Sie motiviert, dieses Berufsbild zu wählen?<br />

Durch einen Pflegefall in meiner Familie habe ich mich<br />

dafür zu interessieren begonnen und beschlossen, einen<br />

Pflegeberuf zu wählen. Ich möchte aber nicht nur „helfen“;<br />

mich interessieren nicht nur die Diagnosen der Patienten<br />

und Klienten, sondern auch die Menschen, die hinter den<br />

Diagnosen stehen. Meine Motivation ist, Menschen eine<br />

gute Betreuung und Versorgung zu bieten, sie als Ganzes<br />

zu sehen, und zwar so, wie ich selbst auch gepflegt und<br />

betreut werden möchte, wenn es einmal nötig ist. Ich<br />

möchte mir diese Einstellung bewahren, auch wenn ich<br />

viele Jahre in diesem Beruf tätig sein werde.<br />

Sie sind bereits ausgebildete Fach- und Diplomsozialbetreuerin<br />

für Altenarbeit (FSBA) und haben<br />

zwei Jahre in einem Alten- und Pflegeheim gearbeitet.<br />

Was waren Ihre Erfahrungen im stationären<br />

Bereich?<br />

Was mir dort besonders gefiel, war die Abwechslung. Binnen<br />

weniger Tage und Wochen lernt man verschiedene<br />

Patienten mit unterschiedlichen Erkrankungen kennen.<br />

<strong>Die</strong> Therapie wird individuell an die Bedürfnisse der Patienten<br />

angepasst. Gerade hier muss man besonders flexibel<br />

und empathisch sein. <strong>Die</strong> erste Woche auf einer neuen<br />

Station ist für uns Schülerinnen und Schüler nicht immer<br />

48<br />

DIE MALTESER 2/<strong>2017</strong>


MALTESERÖSTERREICH<br />

GANZES SEHEN“<br />

Lisa Kuhn, 23, besucht derzeit die Schule für allgemeine<br />

Gesundheits- und Krankenpflege der GESPAG in Gmunden<br />

und steht im zweiten Ausbildungsjahr zur diplomierten<br />

Gesundheits- und Krankenpflegerin.<br />

einfach. Jede Station hat ihre Traditionen, und man muss<br />

lernen, die individuellen Vorlieben und Vorgehensweisen<br />

des Pflege- und Betreuungspersonals zu erkennen und<br />

umzusetzen.<br />

Was waren Ihre Gründe, jetzt noch eine zusätzliche<br />

Ausbildung zur DGKP zu absolvieren?<br />

<strong>Die</strong>se Idee entstand erst im Rahmen meiner Berufsausübung<br />

als FSBA im<br />

Langzeitbereich der Altenpflege.<br />

Für mich war<br />

klar, dass ich im Bereich<br />

der Pflege und Betreuung<br />

mehr Erfahrung sammeln<br />

und mehr lernen wollte.<br />

Wie war es für Sie als<br />

Praktikantin bei MALTESER Care?<br />

<strong>Die</strong>ses Praktikum hat sich ganz anders gestaltet als die<br />

vorangegangenen. Ich habe gelernt, dass Kommunikation<br />

und Geschick im Organisieren die obersten Gebote im<br />

Case Management sind. Hier geht es um eine gute Zusammenarbeit<br />

zwischen Klienten, Angehörigen, Pflegerinnen<br />

und Behörden. Ich habe viele Stunden im Auto auf dem<br />

Weg zu verschiedenen Klienten verbracht, hauptsächlich<br />

im Bezirk Gmunden. Mein spannendstes Erlebnis hatte<br />

ich bei der Neuaufnahme eines Klienten: Eine passende<br />

Pflegekraft war schon zugeteilt und die ganze Dokumentation<br />

ordnungsgemäß erledigt, als plötzlich der Angehörige<br />

des Klienten erklärte, dass diese Pflegerin nicht zu<br />

seinen Eltern passen würde. Wir waren gefordert, binnen<br />

kürzester Zeit einen geeigneten Ersatz zu finden. In dieser<br />

Situation habe ich wieder gesehen, wie organisiert<br />

eine Case Managerin sein muss und wie viele Telefonate<br />

für ein positives Ergebnis nötig sind.<br />

Würden Sie jungen Menschen empfehlen, diesen<br />

Beruf zu ergreifen?<br />

Unsere Berufsgruppe wird immer wichtiger. Dass die<br />

Bevölkerung älter wird, ist jedem bekannt. Somit steigt<br />

der Bedarf an gutem Pflegepersonal. Ich kann diese Berufssparte<br />

jedem<br />

empfehlen, der sehr<br />

gerne mit anderen<br />

Menschen kommuniziert<br />

und sich<br />

weiterbilden möchte.<br />

Wer unsicher ist,<br />

sollte Gespräche mit<br />

Pflegenden führen<br />

bzw. sich die Arbeit vor Ort ansehen – zum Beispiel im<br />

Rahmen eines Berufsfindungs-Praktikums oder in einem<br />

freiwilligen sozialen Jahr.<br />

„Meine Motivation ist, Menschen eine gute<br />

Betreuung und Versorgung zu bieten, sie als<br />

Ganzes zu sehen, und zwar so, wie ich selbst<br />

auch gepflegt und betreut werden möchte,<br />

wenn es einmal nötig ist.“<br />

Vielen herzlichen Dank für das Gespräch, wir wünschen<br />

Ihnen weiterhin viel Erfolg!<br />

DIE MALTESER 2/<strong>2017</strong> 49


XXXXX<br />

Danke für die zahlreichen Projekte und Initiativen zur Unterstützung der MALTESER Kinderhilfe. Im ersten Bild Cornelia Jäger von Philips und<br />

im rechten Bild Schülerinnen der Maturaklasse der HAK Amstetten, , mit der Spende aus ihrem Maturaprojekt.<br />

HIGH-TECH-HILFE<br />

FÜR DIE MALTESER KINDERHILFE<br />

Der Gesundheitskonzern Philips spendete der MALTESER Kinderhilfe ein neues Patienten-Monitoring im Wert von 16.000 Euro.<br />

<strong>Die</strong>s ermöglicht kürzere Reaktionszeiten im Notfall und erhöht die Sicherheit der jungen Patienten.<br />

Von Susanne Seper<br />

Auch wenn man sich das von der <strong>Malteser</strong> Kinderhilfe<br />

betriebene HILDE UMDASCH HAUS (HUH) keinesfalls<br />

als Intensivstation vorstellen darf, so benötigen doch viele<br />

Kinder und Jugendliche aufgrund ihres komplexen Erkrankungsbildes<br />

ein kontinuierliches Monitoring, damit<br />

das Pflegepersonal im Ernstfall schnell reagieren kann.<br />

Genau für diesen Zweck übergab Cornelia Jäger von<br />

Philips Austria kürzlich mehrere Monitoring Systems<br />

(Patientenmonitor, Zentrale und Softwareanbindung)<br />

zur besseren Überwachung des Gesundheitszustandes.<br />

„Als private Einrichtung sind wir für solche Spenden<br />

sehr dankbar. In diesem Fall wurde nicht nur die technische<br />

Ausstattung der <strong>Malteser</strong> Kinderhilfe verbessert,<br />

sondern auch ein wichtiger Beitrag zur Lebensqualität<br />

für die schwer kranken Kinder und Jugendlichen geleistet.<br />

Durch die Technik ist es möglich, dass sie sich frei<br />

im Haus bewegen können“ sagt Haus- und Pflegedienstleiterin<br />

DGKP Veronika Karner.<br />

Erleichterung für Bewohner und Personal<br />

Im Detail besteht das von Philips gespendete „Efficia“-<br />

System aus zwei mobilen Patientenmonitoren mit Touchscreens<br />

zur Messung der Vitalparameter – beispielsweise<br />

Puls, Sauerstoffsättigung oder Atemfrequenz – und einem<br />

großen Zentralmonitor am Pflegestützpunkt. Dort<br />

befindet sich auch die zentrale Einheit, die eine Dokumentation<br />

von Trends bis hin zu 240 Tagen ermöglicht.<br />

So können die Gesundheits- und KrankenpflegerInnen<br />

auch in der Zeit, in der sie nicht direkt in den jeweiligen<br />

Bewohnerzimmern sind, die Vitalparameter beobachten<br />

und rasch reagieren, wenn ein Eingreifen erforderlich ist.<br />

Dank der mobilen Monitore konnte kürzlich ein 20-jähriger,<br />

wahrnehmungsbeeinträchtigter Bewohner des HUH<br />

trotz seines palliativen Zustands auch noch an den letzten<br />

Tagen seines Lebens bei Gemeinschaftsaktivitäten im<br />

Spiel- und Bewegungsraum bzw. im Garten mit dabei sein<br />

und war nicht auf den Aufenthalt in seinem Zimmer beschränkt.<br />

„Für die <strong>Malteser</strong> Kinderhilfe konnten wir einen<br />

echten Bedarf in einer einzigartigen Einrichtung decken.<br />

Das freut uns ganz besonders“, zeigte sich Cornelia Jäger<br />

von Philips sichtlich berührt.<br />

Arbeiten Sie in einem Unternehmen, dessen Produkte unsere<br />

Kinder und Jugendliche im Alltag unterstützen könnten?<br />

Oder möchten Sie unsere Kinder und Jugendlichen<br />

kennenlernen und regelmäßig Ihre Zeit spenden, um mit<br />

den Kindern zu spielen oder spazieren zu gehen? Sie planen<br />

eine Veranstaltung und möchten einen Teil der Einnahmen<br />

für die Kinder spenden? Jede Hilfe zählt und kann ein<br />

Lächeln in das Gesicht unserer Kinder und Jugendlichen<br />

zaubern. Wir freuen uns auf Ihre Kontaktaufnahme:<br />

MALTESER Kinderhilfe, Veronika Karner<br />

Mobil: 0664/11 88 478<br />

www.malteser-kinderhilfe.at<br />

E-Mail: karner@malteser-kinderhilfe.at<br />

50<br />

DIE MALTESER 2/<strong>2017</strong>


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KLOSTERKÜCHE<br />

SOMMERLICHE GRÜSSE<br />

AUS DER KLOSTERKÜCHE<br />

von Sr. Dr. Margareta An der Lan<br />

Von Susanne Wick<br />

Zu unser aller Freude kommt der Sommer immer näher …<br />

Der Körper freut sich auf Sonne und Wärme, auf Spaziergänge,<br />

Wanderungen und Aktivitäten im Freien, genießen<br />

im Garten und in der Natur … die Seele baumeln lassen.<br />

Sommer bedeutet auch, unseren Körper auf eine leichtere,<br />

der Saison und der Jahreszeit angepasste Kost umzustellen<br />

und von den reichhaltigen Angeboten von Gemü-<br />

se, Obst und Kräutern aus unseren heimischen Gärten zu<br />

profitieren.<br />

Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Anregung<br />

möchte ich Ihnen einige „leichte sommerliche Gerichte“<br />

aus unserer Klosterküche vorstellen. Gutes Gelingen und<br />

einen schönen Sommer wünscht Ihnen Ihre Schwester<br />

Margareta!<br />

TERRINE MIT FETAKÄSE<br />

SOMMERLICHER SALAT MIT<br />

MELONENDRESSING UND KÄSEBÄLLCHEN<br />

Zutaten:<br />

Verschiedene grüne Salate<br />

Zuckermelone<br />

Weißer Balsamicoessig, Sonnenblumenöl, Salz<br />

Frische Kräuter (Petersilie, Schnittlauch, ...)<br />

Ziegenkäse, Schafkäse<br />

Bündner Fleisch<br />

Zutaten:<br />

500 g Feta<br />

250 ml Rahm<br />

Frischer Oregano<br />

2 Blatt Gelatine<br />

Zubereitung:<br />

Salate waschen und wenn nötig etwas zerkleinern,<br />

Käse mischen und Bällchen formen und diese in den<br />

fein gehackten Kräutern wälzen.<br />

Melone schälen, würfelig schneiden und mit Stabmixer<br />

pürieren und mit Öl, Balsamico und Salz mischen.<br />

Anrichten und mit dem Bündner Fleisch garnieren.<br />

Dazu je nach Geschmack Brot reichen.<br />

z. B. Toskanabrot<br />

Zubereitung:<br />

Feta, Rahm und Oregano vermischen,<br />

Gelatine auflösen und unterziehen und die<br />

Masse in eine Terrine füllen und für ein paar<br />

Stunden in den Kühlschrank geben.<br />

Achtung: kein Salz notwendig.<br />

Beilagen: Brot, Salat.<br />

52<br />

DIE MALTESER 2/<strong>2017</strong>


KLOSTERKÜCHE<br />

SPINATKUCHEN<br />

PANNA COTTA LEICHT<br />

Zutaten (4 Personen):<br />

150 ml Milch<br />

150 ml Rahm<br />

6 dag Zucker und Bourbonvanillezucker<br />

2 Blatt Gelatine<br />

Zutaten:<br />

Fertiger Blätterteig<br />

1 Becher Creme fraiche<br />

1 Becher Sauerrahm<br />

10 dag Schinken<br />

10 dag Käse (Emmentaler, Bergkäse, ...)<br />

1 Packung Blattspinat<br />

Knoblauch,<br />

Pfeffer, Salz<br />

Zubereitung:<br />

Milch, Rahm, Zucker und Vanillezucker aufkochen,<br />

kurz überkühlen lassen, die eingeweichte<br />

Gelatine hinzufügen, in Gläser füllen<br />

und kühl stellen. Vor dem Servieren mit Obst<br />

auffüllen – sehr gut: frische Ananas<br />

Zubereitung:<br />

Blattspinat auftauen, Creme fraiche und Sauerrahm<br />

vermischen.<br />

Fein geschnittenen Schinken und geriebenen Käse in<br />

das Gemisch geben und mit Salz, Pfeffer und Knoblauch<br />

abschmecken.<br />

Blätterteig ein wenig ausrollen und in eine Auflaufform<br />

geben, Blattspinat ausdrücken und über dem<br />

Teig zerzupfen. Darüber das Sauerrahm-Schinken-<br />

Käsegemisch verteilen. Mit eventuell verbliebenen<br />

Teigresten ein Gitter zur Verzierung anbringen.<br />

Ca. 20 Minuten bei 200 Grad bei Ober- und Unterhitze<br />

ins Rohr geben.<br />

Als Beilage eignet sich Salat.<br />

ANDREAS KRÄUTERTIPP<br />

Von Andrea Hofmann, Kräuterpädagogin<br />

Es gibt rund 15 verschiedene Arten von Gänseblümchen,<br />

die Blütezeit ist zwischen März und November. <strong>Die</strong> Blüten<br />

können im Salat, als Kapernersatz oder für Tee verwendet<br />

oder zu einer Tinktur verarbeitet werden, diese beinhalten:<br />

Saponine, Bitterstoffe, Gerbstoffe, ätherische Öle, Antioxidantien,<br />

Flavonoide, Fumarsäure, Schleim, Inulin.<br />

Aberglaube um das Gänseblümchen: Das Gänseblümchen<br />

ist einer der ersten Frühlingsboten und es heißt, wer die<br />

ersten drei Gänseblümchen im Frühjahr esse, werde das<br />

restliche Jahr von Zahnschmerzen, Augenbeschwerden<br />

und Fieber verschont. Und wer getrocknete Gänseblümchen<br />

bei sich trägt, die am Johannistag mittags gepflückt<br />

wurden, dem geht keine wichtige Arbeit schief.<br />

https://kraeutereiblog.wordpress.com/<br />

DIE MALTESER 3-4/2016 53


GELESENEMPFOHLEN<br />

EINE ERKLÄRUNG<br />

DES CHRISTENTUMS<br />

Von Richard Mischak<br />

Mit seinem jüngst erschienenen Buch „Glaubensfragen“<br />

will Wolfgang Huber, Professor für Theologie in Berlin<br />

und Heidelberg sowie Mitglied des Deutschen Ethikrates,<br />

„die Gehalte des christlichen Glaubens verständlich<br />

unter die Leute bringen“ – für Gläubige, Suchende und<br />

Verneinende gleichermaßen. Ausgehend von den biblischen<br />

Quellen des Glaubens und über die Traditionen des<br />

Christentums hinweg werden knapp und klar die Folgerungen<br />

dargestellt, die für den Christen in unserer Zeit<br />

mit dem Prinzip der „verantworteten Freiheit“ verbunden<br />

sind. Eines gleich vorweg: Aus der Flut der Beiträge<br />

zum laufenden Lutherjahr ragt dieses Buch heraus!<br />

<strong>Die</strong> Zukunft der Religion<br />

Huber widmet sich einzelnen, an sich vielleicht fremd<br />

gewordenen Begriffen wie Sünde, Freiheit, Liebe, Schöpfung,<br />

Auferstehung, Heiliger Geist und Hoffnung auf<br />

tiefgründige und höchst ansprechende Weise. Besonders<br />

interessant sind seine Überlegungen über die Zukunft<br />

der Religion in unserer pluralistischen Gesellschaft. Der<br />

Glaube sei heutzutage eine „Option“, so Huber, aber zugleich<br />

eine „überzeugende Lebensform“. „Religion ist zu<br />

einem Service unter vielen geworden“, schreibt er. Doch<br />

was macht den Kern des christlichen Glaubens aus?<br />

Der Autor skizziert die Transformation der Elemente des<br />

Glaubens durch Reformation und Aufklärung und zögert<br />

nicht vor der Beschreibung der aktuellen gesellschaftspolitischen<br />

Herausforderungen für freie und verantwortliche<br />

Christen. Mit diesem Buch hilft Huber – auch<br />

Nicht-Gläubigen – zu verstehen, warum Menschen heute<br />

an Gott glauben. Der Leser erfährt, was Christen aus ihrem<br />

Glauben schöpfen und wie sie ihren Platz in der modernen,<br />

pluralistischen Gesellschaft definieren.<br />

Ganzheitliches Denken<br />

Am Ende der einzelnen Kapitel arbeitet der Autor die<br />

Unterschiede des römisch-katholischen und des evangelischen<br />

Verständnisses heraus. <strong>Die</strong>se Zusammenfassungen<br />

sind für jeden von uns wertvoll, der auch die Ereignisse<br />

von vor 500 Jahren besser verstehen will. <strong>Die</strong> gründliche<br />

Literaturrecherche und die umfassenden Personen- und<br />

Sachregister zeigen eine Ganzheitlichkeit im Denken und<br />

Urteilen von Wolfgang Huber. Der renommierte Theologe<br />

stellt durchaus handhabbare Maßstäbe und einen Orientierungsrahmen<br />

für die Leser auf. Mit der Frage nach den<br />

Werten Europas, die für das Christentum und alle Menschen<br />

gelten sollen, schließt das Buch.<br />

Wolfgang Huber, Glaubensfragen – Eine evangelische Orientierung,<br />

C.H.Beck, <strong>2017</strong>, 332 Seiten, ISBN: 978-3-406-70076-7,<br />

16,95 Euro<br />

54<br />

DIE MALTESER 2/<strong>2017</strong>


TAGEBUCH<br />

Burgenland<br />

Wien<br />

Steiermark<br />

HERZLICH WILLKOMMEN<br />

BEI DEN MALTESERN<br />

Am 24. Juni, zum Hochfest unseres Ordenspatrons,<br />

fand in der Stiftskirche der Erzabtei St. Peter in<br />

Salzburg die Aufnahme neuer Mitglieder in den Orden<br />

und zu den <strong>Malteser</strong>n statt. In einer von Erzabt<br />

P. Dr. Korbinian Birnbacher OSB geleiteten Festmesse<br />

wurden 14 Ordensritter und -damen aufgenommen.<br />

56 neue Mitglieder der <strong>Malteser</strong> (sieben aus dem Burgenland,<br />

sechs aus Salzburg, sieben aus der Steiermark,<br />

Tirol<br />

Von Katharina Stögner<br />

fünf aus Tirol und 31 aus Wien) legten ihr Versprechen<br />

ab, im Sinne des Ordens gegen das achtfache Elend zu<br />

kämpfen. Rund 350 Gäste – darunter zahlreiche Angehörige<br />

der Aufgenommenen, Freunde und Förderer –<br />

nahmen an der würdigen Feier teil.<br />

Am 30. Juni wurde in Wien weiters Geistl.-Rat Dr.<br />

Christoph Martin, Pfarrmoderator von Mailberg<br />

und Vizerektor der <strong>Malteser</strong>kirche, in den <strong>Malteser</strong>orden<br />

aufgenommen. Wir heißen unsere neuen Mitglieder<br />

herzlich willkommen!<br />

Im Zuge Der Generalversammlung des Großpriorates von Österreich<br />

am 24. Juni <strong>2017</strong>, fand auch die Kommando Übergabe der <strong>Malteser</strong><br />

statt. Olivier Loudon übergab nach sieben Jahren das Kommando an<br />

den bisherigen 2. Vizekommandant Mag. Richard Wittek-Saltzberg. Wir<br />

werden in der kommenden Ausgabe von <strong>Die</strong> MALTESER ausführlich berichten.<br />

DIE MALTESER 2/<strong>2017</strong> 55


WIR TRAUERN UM<br />

=<br />

+ 9. März <strong>2017</strong><br />

Univ.-Prof. i. R. Dr. Dr.<br />

h.c. mult. Karl Korinek<br />

Magistral-Großkreuzritter<br />

Am 9. März <strong>2017</strong> verstarb unser<br />

Ordensbruder in Wien. Als<br />

Universitätsprofessor 1978<br />

an den Verfassungsgerichtshof<br />

(VfGH) berufen, wurde<br />

er 1998 dessen Vizepräsident<br />

und 2003 dessen Präsident.<br />

Unserem Orden war er bereits 1977 beigetreten. 2008<br />

zum Großkreuzritter rangerhöht, war er Mitglied in<br />

der Disziplinarkommission des Großpriorates. Karl<br />

Korinek hat nie aus seiner katholischen Gesinnung ein<br />

Hehl gemacht, er hat auf Gott und Recht vertraut und sich<br />

auch besonders für die katholische Soziallehre eingesetzt.<br />

Wir danken ihm für sein starkes Glaubenszeugnis.<br />

+ 1. Februar <strong>2017</strong><br />

Michael von Paumgartten<br />

Langjähriges Mitglied der <strong>Malteser</strong><br />

+ 12. Februar <strong>2017</strong><br />

Ehrentraut Lenz<br />

Langjährige Betreute der <strong>Malteser</strong><br />

+ 19. April <strong>2017</strong><br />

Herlinde Ramsauer<br />

Langjährige Betreute der <strong>Malteser</strong><br />

+ 29. April <strong>2017</strong><br />

Wiltrud von Chizzali-Bonfadini<br />

Langjähriges Mitglied der <strong>Malteser</strong><br />

+ 20. Mai <strong>2017</strong><br />

Marianne Moser<br />

Langjährige Betreute der <strong>Malteser</strong><br />

+ 22. Mai <strong>2017</strong><br />

Romuald Niescher<br />

Am 22. Mai verstarb im 84. Lebensjahr Romuald Niescher, von 1983 bis 1994 Bürgermeister<br />

von Innsbruck. In seiner Amtszeit hat er viele Projekte verwirklicht, die auch<br />

heute noch Stadtbild und Leben der Landeshauptstadt bestimmen, wie die Sozial- und<br />

Wirtschafswissenschaftliche Fakultät, die Erweiterung des Stadtparks, die Vergrößerung<br />

des Kongresshauses, gleichzeitig hat Bürgermeister Niescher aber auch für die<br />

Unterstützung sozialer Einrichtungen, darunter auch des Bereiches Tirol des MHDA,<br />

gesorgt, insbesondere in der Zeit der Errichtung unserer derzeitigen Bereichszentrale<br />

in der Leopoldstraße. Für dieses Wirken wurde er mit dem Verdienstorden Pro Merito<br />

Melitensi ausgezeichnet. In großer Dankbarkeit werden wir seiner gedenken.<br />

R.I.P.<br />

56<br />

DIE MALTESER 2/<strong>2017</strong>


MALTESERINFORMATION<br />

SPENDENABSETZBARKEIT:<br />

NEUE GESETZLICHE REGELUNGEN<br />

SEIT 1. JÄNNER <strong>2017</strong><br />

Von Manuel Weinberger<br />

Im Folgenden finden Sie wichtige Informationen, wenn<br />

Sie Ihre Spenden steuerlich geltend machen möchten.<br />

Damit Sie Ihre Spende auch in Zukunft absetzen können,<br />

benötigen wir bitte Ihre Mithilfe!<br />

Mit dem 1. Jänner hat sich die Form des Spendennachweises<br />

geändert. Der Gesetzgeber hat entschieden, dass<br />

dieser nun automatisch ohne Ihr Zutun erfolgt.<br />

Damit wir Ihre Spende für Sie absetzbar machen können,<br />

benötigen wir entsprechend den Bestimmungen Ihren<br />

Vor- und Familiennamen sowie Ihr Geburtsdatum.<br />

Ihre Spenden werden von uns direkt an das Finanzamt<br />

gemeldet und dadurch vom Finanzamt automatisch in<br />

Ihrer Veranlagung berücksichtigt. Details dazu finden Sie<br />

nebenstehend.<br />

Wenn Sie Ihre Spenden nicht absetzen möchten, müssen<br />

Sie uns Ihr Geburtsdatum natürlich nicht bekannt geben.<br />

Wichtige Punkte, um die Spenden von der Steuer<br />

absetzen zu können<br />

Name<br />

Wir benötigen Ihren Namen genau so, wie er im Melderegister<br />

(= Meldezettel) eingetragen ist. Wenn Sie bei uns<br />

Susi Huber angeben, obwohl dort Susanne Huber vermerkt<br />

ist, wird Ihre Spende nicht absetzbar. Ebenso sind<br />

Doppelnamen und Bindestriche zu beachten. Achten Sie<br />

daher bitte auf die richtige Schreibweise. Sollte Ihr Name<br />

in der Briefanschrift von uns falsch geschrieben sein,<br />

teilen Sie uns das bitte per E-Mail oder telefonisch mit.<br />

Spendernummer<br />

Auf allen unseren Aussendungen finden Sie Ihre persönliche<br />

Spendernummer in der Anschrift. Verwenden Sie<br />

diese bitte bei jeder Überweisung im Namensfeld/<br />

Verwendungszweck, damit wir Ihre Spende eindeutig zuordnen<br />

können. Damit ist auch die wiederholte Bekanntgabe<br />

des Geburtsdatums hinfällig.<br />

Geburtsdatum<br />

Geben Sie uns dieses bitte per E-Mail (zentrale@malteser.at),<br />

telefonisch (+43 1 512 53 95) oder am Erlagschein bekannt.<br />

Eine einmalige Bekanntgabe reicht!<br />

Vielen Dank für Ihre Spende und vielen Dank für<br />

Ihre Mithilfe!<br />

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Druckerei Name ID<br />

Herzlichen<br />

Dank für Ihre<br />

Spende!<br />

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Tragen Sie hier bitte Ihre Spendernummer ein:<br />

DM 1111<br />

DIE MALTESER 2/<strong>2017</strong> 57


TERMINE<br />

Termine <strong>2017</strong><br />

JULI <strong>2017</strong><br />

08/06–16/07 Sonderausstellung: Turiner Grabtuch<br />

(Erzbischöfliches Palais Wien)<br />

SMRO<br />

13–16 Wildwassercamp Wildalpen MHDA<br />

13–16 Sommerlager Sandl MHDA<br />

16 Wallfahrt nach Altötting MHDA<br />

22–29 IMS <strong>2017</strong> – Internationales <strong>Malteser</strong> Camp<br />

in Salzburg<br />

SMRO/MHDA<br />

SEPTEMBER <strong>2017</strong><br />

28/09–02/10 Wallfahrt zu unserer Lieben<br />

Frau von Philermos nach Montenegro<br />

SMRO<br />

OKTOBER <strong>2017</strong><br />

14 Ordenstag Stift St. Florian SMRO<br />

29 70 Jahre Delegation und<br />

50 Jahre MHDA Salzburg SMRO/MHDA<br />

AUGUST <strong>2017</strong><br />

15 Pfarrfest Maria Pulst SMRO<br />

30/08-03/09 Fahrt nach Medjugorje MHDA<br />

Wiederkehrende Termine<br />

<strong>Malteser</strong>kirche, Kärntner Straße 37, 1010 Wien<br />

„Montag bei den <strong>Malteser</strong>n“ 12.00 Uhr Hl. Messe, Predigt, Musik, Stille im Zentrum der Stadt<br />

Hl. Messe mit Orgelmusik und Predigt Jeden ersten Sonntag im Monat, 10.00 Uhr<br />

Feierliche Vesper mit Eucharistischem Segen Jeden Sonntag, 16.00 Uhr<br />

Hl. Messe mit der Johannesgemeinschaft Jeden ersten Montag im Monat, 19.30 Uhr<br />

KONTAKT<br />

Souveräner <strong>Malteser</strong>-Ritter-Orden<br />

Großpriorat von Österreich<br />

Dipl.-Ing. Richard Steeb<br />

T: +43 1 512 72 44<br />

E: smom@malteser.at<br />

I: www.malteser.or.at<br />

<strong>Malteser</strong> International<br />

Dipl.-Ing. Richard Steeb<br />

T: +43 1 512 72 44<br />

E: smom@malteser.at<br />

I: www.malteser-international.org<br />

Haus Malta<br />

Dir. Bogdan Norbert Bercal<br />

T: +43 1 597 59 91<br />

E: hausmalta@malteser.at<br />

I: www.hausmalta.at<br />

MALTESER Care<br />

Helmut Lutz<br />

T: +43 1 361 97 88 Fax 50<br />

Kostenlose Pflegehotline: 0800 201 800<br />

(Mo–So 8.00–20.00 Uhr)<br />

E: office@mcr.or.at<br />

I: www.malteser.care<br />

MALTESER Kinderhilfe<br />

Olivier Loudon<br />

DGKS Veronika Karner<br />

T: +43 7472 98201<br />

E: office@malteser-kinderhilfe.at<br />

I: www.malteser-kinderhilfe.at<br />

Johannesgemeinschaft<br />

Mag. Jan Ledóchowski<br />

T: +43 1 512 72 44<br />

E: info@jg-online.at<br />

I: www.jg-online.at<br />

<strong>Malteser</strong> Hospitaldienst Austria<br />

Bundeszentrale<br />

Mag. Manuel Weinberger<br />

T: +43 1 512 53 95<br />

E: mhda@malteser.at<br />

I: www.malteser.at<br />

<strong>Malteser</strong> Alten- und Krankendienst<br />

Dr. Anna Schlanitz-Bolldorf<br />

T: +43 676 311 00 32<br />

E: ordination@schlanitz.at<br />

I: www.malteser.or.at/werke/makd<br />

<strong>Malteser</strong> Betreuungsdienst<br />

Angela Thierry<br />

T: +43 1 405 13 49<br />

F: +43 1 402 95 66<br />

E: mbd@<strong>Malteser</strong>.at<br />

I: www.malteser.or.at/werke/mbd<br />

<strong>Malteser</strong> Palliativ-<strong>Die</strong>nst<br />

Univ.-Prof. Dr. Johannes Mlczoch<br />

T: +43 1 512 72 44<br />

E: mpd@malteser.at<br />

I: www.malteser.or.at/werke/mpd<br />

58<br />

DIE MALTESER 2/<strong>2017</strong>


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