Elternkooperation als Teil der Schulentwicklung

kwbev

Elternkooperation als Teil der Schulentwicklung ist ein Leitfaden für pädagogisches Personal und Multiplikatoren/-innen, die Elternprojekte an Schulen initiieren und durchführen.

Beratung Qualifizierung Migration

Leitfaden für pädagogisches Personal

und Multiplikatoren/-innen,

die Elternprojekte an Schulen

initiieren und durchführen

Zeichnung: © Barbara Yelin

Background: iStock © MayaCom

Dr. Alexei Medvedev

Das Projekt Schulmentoren wird aus dem Europäischen Sozialfonds ESF und von der Freien und Hansestadt Hamburg finanziert.


Dank

Dieser Leitfaden ist durch die Förderung des Europäischen Sozialfonds (ESF),

der Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration (BASFI), der Behörde

für Schule und Berufsbildung (BSB) und der Behörde für Stadtentwicklung

und Wohnen (BSW) der Freien und Hansestadt Hamburg entstanden. Die

Unterstützung unserer Kolleginnen und Kollegen sowie Kooperationspartner

hat zur inhaltlichen Ausgestaltung beigetragen.

Hamburg hat das Projekt „Schulmentoren – Hand in Hand für starke Schulen“

zur Qualifizierung von Eltern, Schülerinnen und Schülern sowie Ehrenamtlichen

mit den Fördermitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) durch die

Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration (BASFI), der Behörde für

Schule und Berufsbildung (BSB) und der Behörde für Stadtentwicklung und

Wohnen (BSW) ins Leben gerufen.

Bildung ist eine Bedingung für ein selbstbestimmtes, gelungenes Leben.

Bildungsthemen im Quartier haben auch im Rahmenprogramm Integrierte

Stadtteilentwicklung eine zentrale Bedeutung. Mit dem Projekt soll an Schulen

an ausgewählten Standorten der Bildungserfolg sowie der Berufseinstieg vor

allem junger Menschen mit Migrationshintergrund durch besondere Maßnahmen

gefördert werden. Die 27 ausgewählten Schulen liegen in Einzugsgebieten festgelegter

Quartiere der Integrierten Stadtteilentwicklung wie beispielsweise

Wilhelmsburg, Veddel, Billstedt/Horn, Steilshoop, Hohenhorst, Osdorfer Born,

Neuallermöhe, Phoenix-Viertel und Neuwiedenthal.

Mit dem Projekt werden umfassende Maßnahmen mit dem Ziel unterstützt,

Schulen in schwieriger Lage nachhaltig zu stärken, um den Lernerfolg

der Schülerinnen und Schüler zu verbessern. Mit dem Projekt informieren,

beraten und unterstützen Eltern als Schulmentoren/-innen andere Eltern

bei der Entwicklung der Lernbiografie ihrer Kinder und der Vorbereitung

der schulischen Übergänge (Grundschule/weiterführende Schule) oder von

der Schule in den Beruf. Die Umsetzung des Projekts verantworten die

Projektteams der Behörde für Schule und Berufsbildung (BSB) und der KWB

Koordinierungsstelle Weiterbildung und Beschäftigung e. V.

An jeder Schule unterstützen Schüler/-innen als Mentoren/-innen ihre

Mitschüler/-innen bei der Übernahme von Verantwortung für die Entwicklung

des Lernklimas in der Schule. Sie werden als Brückenbauer/-innen und

Berater/-innen für Schüler/-innen und Lehrkräfte in die schulische Verantwortung

eingebunden. Jede Schule baut darüber hinaus mit außerschulischen

Partnern ein Netzwerk zur Erhöhung der Bildungsbeteiligung auf.

2


Inhaltsverzeichnis

Einleitung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4

Warum ist dieser Leitfaden entstanden? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4

Aufbau des Leitfadens . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4

Warum empfehlen wir diesen Leitfaden? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4

Wie lange kann ein Schulprojekt dauern? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 5

1. Aktionsteam . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 5

Wozu braucht ein Projekt ein Aktionsteam? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 5

Wer gehört zum Aktionsteam? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 5

2. Erstgespräch . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6

Welche Personen sollten beim Erstgespräch anwesend sein? . . . . . . . . . . . . . 6

Was passiert beim Erstgespräch? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6

Welche Fragen sollten beim Erstgespräch noch angesprochen werden? . . . . 6

Protokollvorlage (Muster) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7

3. Bestandsaufnahme . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 8

Woraus besteht die Bestandsaufnahme? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 8

Welche Akteure sollen befragt werden? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 8

Wie lange dauert die Bestandsaufnahme? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 8

Fragebogen I: Elternkooperation an Schulen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9

Fragebogen II: Kontakte zu außerschulischen Partnern . . . . . . . . . . . . . . . . 13

4. Auswertung der Bestandsaufnahme . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 16

Was passiert mit den ausgefüllten Fragebögen? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 16

Wie wird der Fragebogen I ausgewertet? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 16

Wie wird der Fragebogen II ausgewertet? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 16

Welche Auswirkung hat das Ergebnis auf die Projektplanung? . . . . . . . . . . . 16

Auswertungsmatrix: Elternkooperation an Schulen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 17

5. Projektziele und Jahrespläne . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 21

Warum empfehlen wir Jahrespläne? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 21

Was ist ein S.M.A.R.T.-Jahresziel? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 21

Warum ist ein „Rückwärts-Check“ der Ziele wichtig? . . . . . . . . . . . . . . . . . 21

Wie sehen S.M.A.R.T.-Jahresziele konkret aus? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 22

6. Kooperationsvereinbarung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 22

Was bezweckt eine Kooperationsvereinbarung? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 22

Wie kann eine Kooperationsvereinbarung aussehen? . . . . . . . . . . . . . . . . . . .22

Kooperationsvereinbarung (Muster). . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 23

7. Umsetzung und Evaluation . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 26

Wie geht es weiter? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 26

Wann sollte eine erste Bilanz erfolgen? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 26

Warum ist eine Evaluation wichtig? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 26

Impressum . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 27

3


Einleitung

Studien haben längst bewiesen: Das häusliche

Lernumfeld beeinflusst den Bildungserfolg und

Karriereentscheidungen der Kinder und Jugendlichen

stärker als jede andere Person oder

Institution. Die Schule teilt ihren Bildungs- und

Erziehungsauftrag mit dem Elternhaus. Dies

ist in den Schulgesetzen der Bundesländer fest

verankert. Also ist es zielführend, dass Eltern

und Schule an einem Strang ziehen und das Kind

auf seinem Bildungsweg gemeinsam begleiten

und unterstützen. Leider haben noch nicht alle

Schulen und Eltern zueinander gefunden. Dafür

gibt es mehrere Gründe.

Einer davon: Beide Seiten sprechen manchmal

unterschiedliche Sprachen. Dabei geht es nicht

nur um Eltern, die ein anderes Schulsystem

durch laufen haben. Auch manche Eltern, die

hierzulande aufgewachsen und zur Schule gegangen

sind, brauchen einen „Übersetzerdienst“,

um auf Behördendeutsch formulierte Briefe zu

verstehen oder komplexen Ausführungen beim

Lernentwicklungsgespräch zu folgen. Es gibt noch

viel zu tun, um die Kommunikation zwischen den

Elternhäusern und dem pädagogischen Personal

zu verbessern. Die Kommunikation ist nur ein

Stichwort von mehreren, weitere sind z. B. Willkommenskultur,

Partizipation, Kooperation.

Im Leitfaden vermeidet der Autor bewusst den

in der Schulsprache üblichen Begriff Elternarbeit

zugunsten der Bezeichnung Elternkooperation,

die nach unserer Auffassung in besonderer Weise

den aktivierenden, anerkennenden und stärkenden

Ethos zum Ausdruck bringt. Viele Schulen

haben sich inzwischen auf den Weg gemacht in

Richtung einer Kooperation, die die Eltern in ihrer

Vielfalt wahrnimmt und mit dieser Vielfalt wertschätzend

umgeht. Der vorliegende Leitfaden ist

ein konkreter Beitrag dazu.

Warum ist dieser Leitfaden entstanden?

Schule ist laut ihres Auftrags ein zentraler Ort der

Elternkooperation. In dieser Rolle ist sie oft auf

außerschulische Partner angewiesen, insbesondere

wenn es um eine lokal gedachte und auf Dauer

angelegte Zusammenarbeit mit Eltern geht. In

diesem Leitfaden sind Erfahrungen aus mehreren

Hamburger Elternprojekten wie Eltern aktiv für

die berufliche Zukunft ihrer Kinder (2007–2011),

Eltern vor Ort (2011–2014) oder Schulmentoren –

Hand in Hand für starke Schulen (2014–2017)

systematisiert und so dargestellt, dass alle Schulen,

die dieses Thema allein oder in Kooperation mit

anderen Partnern in Form eines Projekts voranbringen

möchten, davon profitieren können.

Aufbau des Leitfadens

Der Leitfaden beschreibt in chronologischer

Reihenfolge alle Phasen eines Projektverlaufs:

»»

Bildung eines Aktionsteams

»»

Erstgespräch zwischen beteiligten Partnern

»»

Bestandsaufnahme

»»

Auswertung

»»

Formulierung von Projektzielen

»»

Verabschiedung eines Jahresplans

»»

Kooperations vereinbarung

»»

Planung weiterer Schritte, inkl. der Evalua tion.

Jedes Kapitel ist einer der Phasen gewidmet und

enthält eine Kurzbeschreibung sowie ggf. die

dafür notwen digen Vorlagen bzw. Muster.

Warum empfehlen wir diesen Leitfaden?

Der Leitfaden ist so aufgebaut, dass alle Schulen

unser Verfahren ohne großen Anpassungsaufwand

in ihren Teams installieren können. Er ist

universal anwendbar, unabhängig davon, ob die

Schule ein einzelnes Projekt oder ein langjähri

ges Programm starten möchte, ob sie dies in

Eige nregie oder in Kooperation mit einem oder

mehreren außerschulischen Partnern anstrebt.

4


Wie lange kann ein Schulprojekt dauern?

Die Länge eines Schulprojekts hängt davon ab,

wie umfangreich sich das geplante Vorhaben

gestaltet. Erste Erfolgserlebnisse können bereits

nach einem Schuljahr auftreten. Eine Änderung

schulinterner Strukturen und ein Umdenken der

Haltung im Kollegium können wiederum mehrere

Schuljahre in Anspruch nehmen und kompliziert

sein. Dabei ist zu beachten, dass der Auf- bzw.

Ausbau einer ernst gemeinten Kooperation mit

den Eltern nicht als ein schnell zu erledigendes

Sonderthema behandelt, sondern als Bestandteil

der Schulentwicklung gesehen werden sollte.

Dieses ganzheitliche und nachhaltige Verständnis

erfordert von den beteiligten Akteuren einen

langen Atem, eine gute Koordination aller Aktivitäten

und vor allem eine positive Haltung dem

Thema gegenüber.

1. Aktionsteam

Wozu braucht ein Projekt ein Aktionsteam?

Viele – auch gute – Projekte scheitern, wenn die

Frage der Zuständigkeit nicht eindeutig geklärt

ist. Es kann sich in zwei extremen Positionen

äußern, die vermieden werden sollten. Das eine

extreme Szenario bedeutet: Die Verantwortung

für ein Thema trägt eine Person. So entsteht die

Gefahr, dass das Kollegium alles, was nur entfernt

mit diesem Thema zu tun hat, auf diese Person

abwälzt. Als Folge kann früher oder später ein

Gefühl der Überforderung und/oder Frustration

entstehen. Das Gegenteil dieser Situation sieht

folgendermaßen aus: Auf dem Papier ist das

Gesamtteam für ein Thema zuständig, was in der

Praxis leider bedeutet, dass kein Teammitglied

sich zuständig fühlt, weswegen das Projekt ins

Stocken gerät oder komplett eingestellt wird.

Um beide Extreme zu vermeiden, empfiehlt

sich, ein Aktionsteam zu gründen. Die operative

Verantwortung für die Umsetzung des Projekts

kann z. B. ein Team von zwei bis drei Personen

übernehmen.

Wer gehört zum Aktionsteam?

Das Aktionsteam sollte aus Personen bestehen,

die sowohl operativ als auch konzeptionell für

das Projekt zuständig sind und es mit gebündelten

Kräften vorantreiben wollen. Eine ideale

Zusammensetzung eines Aktionsteams wäre: ein

Mitglied des Schulleitungsteams, pädagogisches

Personal für besondere Aufgaben, eine Vertretung

des Elternrats und des Schülerrats sowie ggf.

künftige Projektmitarbeiter/-innen (siehe auch

Seite 6 in der Rubrik Welche Personen sollten

beim Erstgespräch anwesend sein?). Wichtig

ist auch, dass die Mitgliedschaft im Aktionsteam

nicht nur an konkrete engagierte Kollegen/-innen

(Frau N. oder Herr P. finden das Thema richtig

interessant und machen automatisch mit, aber

wenn sie wegfallen, ist das Projekt bedroht), sondern

vielmehr an konkrete Funktionen gebunden

ist (die Schulleitung oder ein Mitglied des Elternrates

sind automatisch im Aktionsteam, unabhängig

davon, wer diesen Posten oder diese Funktion

momentan innehat).

5


2. ERSTGESPRÄCH

Welche Personen sollten beim Erstgespräch

anwesend sein?

Bevor die Schule ein neues Projekt initiiert, sollte

ein Gespräch im Kreis der involvierten Personen

stattfinden, um die Ausgangslage und die zu

erreichenden Ziele gemeinsam zu ergründen.

Dieses ist umso wichtiger, wenn die Schule einen

oder mehrere außerschulische Partner miteinbezieht.

Bei diesem Gespräch sollten möglichst

alle beteiligten Partner dabei sein. Es gilt sowohl

für die Personen, die das Projekt initiieren, ideell

bzw. finanziell fördern oder strategisch steuern,

als auch diejenigen, die das Projekt operativ

umsetzen werden.

Zur ersten Gruppe gehören die Schulleitung,

Finanziers wie Stiftungen, Behör den und Sponsoren

sowie Vertreter/-innen der Eltern- und

Schülergremien. Zur zweiten Gruppe gehören:

pädagogisches Personal, insbesondere Lehrkräfte

mit übergeordneten Aufgaben wie z. B.

Berufs- und Studien orientierung oder Interkultur;

Mitarbei ter/-innen von außerschulischen Institutionen;

aktive Eltern und Ehren amtliche.

Wer von den aufge zählten Personen welche

Aufgaben und Funktionen im Aktionsteam

erhalten wird, lässt sich auch zu einem späteren

Zeitpunkt festlegen. Für den Erfolg des Projekts

ist es ebenso wichtig, dass das gesamte Team von

Anfang an informiert ist.

Was passiert beim Erstgespräch?

Zu den Themen im Erstgespräch gehören bei-­

spiels weise das gegenseitige Kennenlernen der

Projektpartner, Klärung der Rahmen bedingungen

sowie eine Grobplanung der nächsten Schritte.

Für den Erfolg des Projekts ist es entscheidend,

dass sich alle beteiligten Seiten noch vor dem

Projektstart über die folgenden Punkte im

Klaren sind:

»»

Warum will die Schule es erreichen?

(Änderung eines unzulässigen Zustands)

»»

Was will die Schule mit dem Projekt

erreichen? (Projektziel)

»»

Wie will die Schule die angestrebten Ziele

erreichen? (Instrumente und Methoden)

»»

Wie lange will die Schule daran arbeiten?

(Zeitplan)

»»

Wie will die Schule feststellen, ob das Projekt

erfolgreich ist? (Evaluation, Auswertung)

Die letzteren drei Fragestellungen werden zu

einem späteren Zeitpunkt im Zuge der Projektplanung

und Durchführung geklärt.

Welche Fragen sollten beim Erstgespräch

noch angesprochen werden?

Jede Seite soll ausreichend Raum bekommen,

offen über kritische Punkte zu sprechen. Dazu

gehören z. B. die nachvollziehbare Skepsis neuen,

zeitlich beschränkten Projekten gegenüber, die

Datenschutzfrage, die unvermeidlich entsteht,

wenn Schulen mit außerschulischen Partnern

kooperieren, oder die ebenso häufig gestellte

Ressourcenfrage. Dabei geht es nicht nur um

Sachkosten, sondern auch um notwendige personelle

Ressourcen und Zuständigkeiten. Letzteres

muss unbedingt thematisiert werden, insbesondere

wenn der Eindruck entsteht, dass sich

außerschulische Partner im Rahmen des Projekts

mit Themen befassen, die die Schule ohnehin

leisten sollte. So lassen sich im Vorwege Missverständnisse,

falsche Erwartungen und Doppelstrukturen

vermeiden.

Wir empfehlen, sämtliche Projektphasen einheitlich

zu dokumentieren und hierfür Vorlagen zu

verwenden (siehe Protokollvorlage auf Seite 7).

6


Protokollvorlage (Muster)

Erstgespräch

Jahresgespräch

Follow-up-Gespräch/Zielklärungsgespräch

Auswertungsgespräch/Evaluationsgespräch

Datum, Uhrzeit

Ort, Raum

Protokollant/-in

Anwesende

(Name, Funktion)

Entschuldigt

(Name, Funktion)

Hintergrundinformationen

Tagesordnungspunkte TOP 1:

TOP 2:

TOP 3:

TOP 4:

TOP 5:

Vereinbarte Maßnahmen,

Termine, Zuständigkeiten Zu TOP 1:

Wer?

Bis Wann?

Zu TOP 2:

Zu TOP 3:

Zu TOP 4:

Zu TOP 5:

7


3. BESTANDSAUFNAHME

Die Frage hinter der Bestandsaufnahme ist: Wie

kann man ressourcenschonend ein aussagekräftiges

Ergebnis produzieren, das Auskunft darüber

gibt, wo sich die Schule momentan befin det und

was die Schule in einem konkreten Bereich aufbauen

bzw. entwickeln muss.

Woraus besteht die Bestandsaufnahme?

Das Herzstück der Bestandsaufnahme ist der

Fragebogen I: Elternkooperation an Schulen 1 .

Der Fragebogen besteht aus den vier Bereichen

A bis D und deckt ein möglichst breites

Spektrum der Elternkooperation an Schulen ab.

Die Antwortmöglichkeiten rangieren zwischen

++ (immer), + (oft), - (selten) und -- (nie).

Bei Ja-Nein-Aussagen (z. B. Es gibt einen geeigneten

Raum für Elterngespräche) wird nicht

unterschieden, ob die Antwort mit einem oder

zwei Plus- oder Minuszeichen erfolgt. Bei Fragen,

die eine Einschätzung enthalten (z. B. Elternkooperation

ist für die Schulleitung ein Thema)

werden wiederum die Zwischenstufen unterschieden.

Zum Ausbau einer langfristigen Elternkooperation

ist die Zusammenarbeit mit außerschulischen

Akteuren von großer Bedeutung. Für deren Erfassung

ist der Fragebogen II: Kontakte zu außerschulischen

Partnern vorgesehen (siehe Seite 13).

Die Kategorisierung aller Partner auf einen Blick

und die Darstellung der Intensität der Beziehungen

zu allen Akteuren befähigt Schulen, sich einen

besseren Überblick über ihre Vernetzung zu verschaffen

und Kooperationsbedarf zu ermitteln.

1

Der Fragebogen wurde entwickelt in Anlehnung an:

a. LI – Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung

Hamburg (Hg.): Aktivierende Elternarbeit in Schulen mit

multikulturellem Umfeld, 2009.

b. Cornelsen Verlag (Hg.): Interkulturelle Schulentwicklung.

Ein Leitfaden für Schulleitungen, 2013.

c. Vodafone Stiftung Deutschland (Hg.): Qualitätsmerkmale

schulischer Elternarbeit, 2013.

Welche Akteure sollen befragt werden?

Um valide Ergebnisse zu erzeugen, ist es ratsam,

einen möglichst breiten Kreis der Akteure, der

Zielgruppe inklusive, zu befragen. Im Idealfall

sollten das ganze Kollegium und die ganze Elternschaft

an einer Befragung teilnehmen. Hierfür

könnte man eine der Teamsitzungen, Klausurtagungen,

Elternsprechtage, Jahreskonferenzen

oder Tage der offenen Tür nutzen. Wenn solche

Befragungen nicht in diesem Umfang durchführbar

sind, empfehlen wir als Kompromisslösung, sich

auf die Befragung der Schlüsselpersonen zu konzentrieren.

Diese Personen wurden auf Seite 6

in der Rubrik Welche Personen sollten beim

Erstgespräch anwesend sein? aufgeführt.

Wie lange dauert die Bestandsaufnahme?

Je nachdem, wie gut die zu Befragenden vorbereitet

sind, kann die Bestandsaufnahme zwischen

45 und 60 Minuten dauern. Das Ausfüllen der

Fragebögen kann sowohl individuell als auch in

der Gruppe erfolgen.

Bei der Beantwortung der Fragen kann es

möglicherweise vorkommen, dass die Ergebnisse

einzelner Personen ziemlich weit auseinander

liegen. Das hat mit der individuellen Einschätzung

der Situation zu tun, aber auch mit dem Wissensstand

einzelner Personen bezüglich der Schule

als Ganzes. Daher ist es ratsam, sich vorher ein

Bild von den schulischen Aktivitäten im Bereich

Elternkooperation zu verschaffen. Gleichzeitig

ist es sinnvoll zum Zeitpunkt des Ausfüllens der

Fragebögen Kollegen/-innen aus verschiedenen

Jahrgangsstufen, Bereichen und ggf. Schul standorten

an einen Tisch zu holen.

8


FrageBOgen I: ElternkOOPeratIOn an Schulen

Bereich A: Willkommenskultur + +

immer

+

oft


selten

– –

nie

1. Mehrsprachige Wegweiser und Hinweisschilder sind in der Schule und auf

dem Schulgelände vorhanden.

2. An Ihrer Schule gibt es einen geeigneten Ort (Raum) für Elterngespräche und

andere Elternaktvitäten.

3. Willkommensrituale

für Eltern neuer

Schüler/-innen

sind fester Teil der

Schulkultur.

4. An Ihrer Schule helfen

Eltern anderen Eltern.

a) Es finden Willkommensgespräche mit den

Familien neuer Schüler/-innen statt.

b) Familien neuer Schüler/-innen erhalten Willkommens

geschenke, z. B. Informationspakete.

c) Ihre Schule organisiert (feierliche) Veranstal ­

tungen für Familien, z. B. Willkommensfeste.

a) Es existiert ein Mentoring-Programm oder

eine Beratung von Eltern für Eltern.

b) Es gibt ein Elterncafé oder einen

Elternstammtisch.

c) Elternmultiplikatoren/-innen organisieren

Elterntreffs.

5. Bei schulischen Veranstaltungen wird eine Kinderbetreuung angeboten.

6. Eltern und Elternvertreter/-innen bringen sich bei der Entwicklung einer

einladenden Schulatmosphäre ein, z. B. Mitwirkung bei der Bewirtung oder

Vorstellung der Elternvertreter/-innen auf Veranstaltungen.

7. Es gibt an Ihrer Schule pädagogisches Personal, das primär für das Thema

Elternkooperation zuständig ist.

8. Pädagogisches Personal nimmt an internen oder externen Fortbildungen

zum Thema Elternkooperation teil.

9. Elternkooperation ist für die Schulleitung ein Thema.

9


FrageBOgen I: ElternkOOPeratIOn an Schulen

Bereich B: Kommunikation + +

immer

+

oft


selten

– –

nie

10. Bei der Kommunikation

mit Eltern werden

unterschiedliche Wege

genutzt.

a) Eltern werden persönlich angesprochen,

z. B. per Brief oder Anruf.

b) Es finden Hausbesuche statt.

c) In der Kommunikation werden verschiedene

Medien genutzt, z. B. SMS, Facebook,

Schulhomepage oder E-Mail.

11. Ihre Schule arbeitet mit

Elternmultiplikatoren/

-innen.

a) Schlüsselpersonen aus dem Stadtteil

(u. a. Stadt teil mütter, Elternmultiplikatoren/

-innen, Eltern mentoren/-innen) werden in die

Schul aktivitäten eingebunden.

b) Eltern werden an Ihrer Schule zu Multiplikatoren/-innen

qualifiziert.

c) Qualifizierte Elternmultiplikatoren/-innen

werden an Ihrer Schule für bestimmte

Aktivitäten eingesetzt.

12. Das für das Thema Elternkooperation zuständige pädagogische Personal wird

von den Eltern aufgesucht.

13. Die Informationen der

Schule erreichen alle

Eltern.

a) Ihre Schule arbeitet mit Materialien in einfacher

Sprache, z. B. bei der Erstellung von Elternbriefen.

b) Ihre Schule nutzt mehrsprachige Materialien

für Eltern.

c) Ihre Schule organisiert Informationsabende und

andere Veranstaltungen über elternrelevante

Themen.

d) Ihre Schule organisiert mehrsprachige Informations

abende über elternrelevante Themen.

e) Es werden Dolmetscher/-innen für Elterngespräche

und -veranstaltungen eingesetzt.

10


FrageBOgen I: ElternkOOPeratIOn an Schulen

Bereich C: Erziehungs- und Bildungskooperation + +

immer

+

oft


selten

– –

nie

14. Die Schule kennt die

Meinung der Eltern zu

schulrelevanten Themen

und betrachtet

die Eltern als wichtige

Kooperationspartner.

a) Die Mehrsprachigkeit der Eltern wird an

Ihrer Schule als Bereicherung gesehen.

b) Die Schule befragt Eltern zu ihrer Zufriedenheit.

c) Die Schule befragt Eltern zum Thema

ehrenamtliches Engagement.

d) Eltern nutzen die Möglichkeit, eigene Ideen

und Vorschläge einzubringen.

15. Eltern nutzen

informelle Beteiligungsmöglichkeiten.

a) An Ihrer Schule gibt es ein Netzwerk von

Ehrenamtlichen.

b) Berufliche Netzwerke der Eltern werden

genutzt, z. B. in Form von Unternehmensbesuchen,

Akquisition von Praktikumsplätzen

oder Sponsoring.

c) Eltern helfen bei außerschulischen Aktivitäten

mit, z. B. bei Klassenfahrten, Schulfesten oder

Projektwochen.

d) Eltern helfen bei schulischen Aktivitäten mit,

z. B. in der Bibliothek, in der Kantine, bei

Sportveranstaltungen oder Schulmessen.

16. Schule und Eltern

kooperieren in

Bildungs- und

Erziehungsfragen.

a) In den Klassen finden Lernentwicklungsgespräche

mit den Eltern statt.

b) In den Klassen wird mit Zielvereinbarungen

oder Lernverträgen gearbeitet.

c) Auch zu kritischen Themen werden die

schulischen Ansprechpartner/-innen von den

Eltern angesprochen.

d) An Ihrer Schule gibt es Lernhilfsangebote,

z. B. Nachhilfeunterricht, Hausaufgabenhilfe,

Mentoring oder Lerntherapie.

e) Die an Ihrer Schule vorhandenen Lernhilfsangebote

werden von Familien genutzt.

11


FrageBOgen I: ElternkOOPeratIOn an Schulen

Bereich D: Elternpartizipation + +

immer

+

oft


selten

– –

nie

17. Eltern nutzen

formelle Beteiligungsmöglichkeiten.

a) Der Elternrat ist ein aktiver Partner an Ihrer

Schule.

b) Im Elternrat gibt es aktive Mitglieder mit

Migrationshintergrund.

c) Der Elternrat ist aktiver Ansprechpartner für

alle Eltern Ihrer Schule.

d) Der Elternrat und der Schülerrat arbeiten

zusammen.

e) An Ihrer Schule arbeitet ein Migrantenbeirat

oder ein ähnliches Gremium.

f) Elternvertreter/-innen nehmen an Schulkonferenzen

teil.

g) Eltern nutzen die Möglichkeit, im Unterricht zu

hospitieren.

18. Ihre Schule nutzt

Kontakte zu außerschulischen

Partnern

im Interesse der

Eltern.

a) Ihre Schule informiert die Eltern über verschiedene

außerschulische Hilfsangebote wie

z. B. Beratungsstellen, die den erzieheri schen

Bedürfnissen der Eltern dienen könnten.

b) Schule und Stadtteil organisieren mit und/oder

für Eltern gemeinsame Veranstaltungen.

c) Ihre Schule organisiert in Kooperation mit

Unternehmen Veranstaltungen für Eltern,

z. B. Unternehmensbesuche, Elternfortbildungen

oder Informationsveranstaltungen.

19. Eltern haben an Ihrer Schule die Möglichkeit, sich fortzubilden,

z. B. Deutschkurse oder Angebote für Elterngremien.

20. Eltern nutzen an Ihrer Schule die Möglichkeit, sich fortzubilden,

z. B. Deutschkurse oder Angebote für Elterngremien.

12


FrageBOgen II: Kontakte zu aUßerschulischen Partnern

Schritt 1: Tragen Sie in den vorgegebenen Kategorien Ihre bisherigen Kooperationspartner ein.

Schritt 2: Beurteilen Sie in der Tabelle rechts die Intensität Ihrer Kooperation, indem Sie einen Kasten

einkreisen.

Kategorie A: Unternehmen

Intensität: sehr hoch – sehr niedrig

1. ++ + +/- - --

2. ++ + +/- - --

3. ++ + +/- - --

4. ++ + +/- - --

5. ++ + +/- - --

Kategorie B: Eltern mit Multiplikatorenfunktion/Schlüsselpersonen

Intensität: sehr hoch – sehr niedrig

1. ++ + +/- - --

2. ++ + +/- - --

3. ++ + +/- - --

4. ++ + +/- - --

5. ++ + +/- - --

Kategorie C: Kultur-, Bildungs- und Sporteinrichtungen

Intensität: sehr hoch – sehr niedrig

1. ++ + +/- - --

2. ++ + +/- - --

3. ++ + +/- - --

4. ++ + +/- - --

5. ++ + +/- - --

Kategorie D: Religiöse Gemeinschaften

Intensität: sehr hoch – sehr niedrig

1. ++ + +/- - --

2. ++ + +/- - --

3. ++ + +/- - --

4. ++ + +/- - --

5. ++ + +/- - --

13


FrageBOgen II: Kontakte zu aUßerschulischen Partnern

Kategorie E: Migrantenorganisationen

Intensität: sehr hoch – sehr niedrig

1. ++ + +/- - --

2. ++ + +/- - --

3. ++ + +/- - --

4. ++ + +/- - --

5. ++ + +/- - --

Kategorie F: Ehrenamtliche und deren Netzwerke

Intensität: sehr hoch – sehr niedrig

1. ++ + +/- - --

2. ++ + +/- - --

3. ++ + +/- - --

4. ++ + +/- - --

5. ++ + +/- - --

Kategorie G: Stiftungen

Intensität: sehr hoch – sehr niedrig

1. ++ + +/- - --

2. ++ + +/- - --

3. ++ + +/- - --

4. ++ + +/- - --

5. ++ + +/- - --

Kategorie H: Projekte öffentlicher Träger

Intensität: sehr hoch – sehr niedrig

1. ++ + +/- - --

2. ++ + +/- - --

3. ++ + +/- - --

4. ++ + +/- - --

5. ++ + +/- - --

Kategorie I: Sonstige Akteure

Intensität: sehr hoch – sehr niedrig

1. ++ + +/- - --

2. ++ + +/- - --

3. ++ + +/- - --

4. ++ + +/- - --

5. ++ + +/- - --

14


FrageBOgen II: Kontakte zu aUßerschulischen Partnern

Ergebnis:

Zu welchen außerschulischen Partnern bestehen die besten Kontakte?

Welche Partner fehlen noch im Netzwerk?

Welche Punkte sollten noch ausgebaut werden?

Welche Partner braucht Ihre Schule besonders dringend?

15


4. AUSWERTUNG

DER BESTANDSAUFNAHME

Was passiert mit den ausgefüllten Fragebögen?

Wie bereits erwähnt, steckt hinter der Bestandsaufnahme

die Idee, möglichst objektiv festzustellen,

wo die Schule in einem bestimmten Bereich

steht und welche Bedarfe die Schule in diesem

Bereich hat.

Aufgrund der Bestandsaufnahme wird ein grober

Plan erstelllt, den das Aktionsteam konkretisiert

und operationalisiert. Als Ergebnis entsteht ein

erster Jahresplan mit Jahreszielen. Daher ist es

entscheidend, in der Phase der Bestandsaufnahme

maximal verlässliche Daten zu erheben. Dies kann

man nur gewährleisten, wenn möglichst alle relevanten

Akteure (im Idealfall das ganze Kollegium

und Mitglieder der Gremien) sowie die Zielgruppen

befragt werden (siehe auch Seite 8 in der

Rubrik Welche Akteure sollen befragt werden?).

Wie wird der Fragebogen I ausgewertet?

Der Fragebogen I: Eltern kooperation an Schulen

ist inhaltlich so konzipiert, dass er den Idealzustand

abbildet. In Wirklichkeit ist es eher unwahrscheinlich,

dass eine Schule im gleichen Maße alle

Bereiche abdeckt. Man sollte darauf achten, bei

der Befragung ein realistisches Bild abzugeben,

und nicht versuchen, sich als Schule besser darzustellen.

Jeder der Bereiche A bis D wird separat

ausgewertet. Um eine Auswertung vorzunehmen,

nutzt man die Auswertungsmatrix: Elternkooperation

an Schulen (auf den Seiten 17 bis 20), in

der jede Antwort einer bestimmen Punktezahl

entspricht. Zum Schluss werden alle Punkte,

die die Schule in einem Bereich bekommen hat,

addiert. Eine Schule kann pro Bereich maximal

60 bzw. 65 Punkte bekommen.

Je nachdem, wie viele Punkte die Schule in einem

der vier Bereiche bekommen hat, wird das Ergebnis

folgendermaßen eingestuft:

»»

Mehr als 40 Punkte: Spitzenreiter

»»

Zwischen 20 und 40 Punkten: Mittelfeld

»»

Weniger als 20 Punkte: Schlusslicht

Wie wird der Fragebogen II ausgewertet?

Wie oben erwähnt, dient der Fragebogen II:

Kontakte zu außerschulischen Partnern dem

Ziel, sich einen besseren Überblick über die Vernetzung

der Schule zu verschaffen und Kooperationsbedarfe

zu ermitteln. Die Auswertung des

Fragebogens ist selbsterklärend. Die Katego rien

der außerschulischen Partner, bei denen noch

Lücken existieren, sollten im Rahmen des Projekts

besonders bedacht werden. Hierfür ist das

Ergebnisblatt auf Seite 15 vorgesehen.

Welche Auswirkung hat das Ergebnis auf die

Projektplanung?

Da ein Projekt nicht alle Aspekte gleichzeitig

behandeln kann, sollte sich die Schule bei der

Planung weiterer Projektaktivitäten im ersten

Projektjahr auf die Bereiche konzentrieren, in

denen die Schule noch nicht so gut abgeschnitten

hat. Es kann sein, dass die Schule zum Ergebnis

kommt, sich im Rahmen des Projekts schwerpunktmäßig

auf einen Bereich, z. B. den Bereich B

„Kommunikation“, zu konzentrieren. Es kann aber

auch der Fall eintreten, dass das Projekt an einzelnen

Themen aus mehreren Bereichen arbeiten

möchte. Entscheidend ist dabei, wie zielführend

die ausgesuchten Themen sind und ob die notwenigen

Ressourcen mit den vorgenommenen

Zielen übereinstimmen.

16


Auswertungsmatrix: ElternkOOPeratIOn an Schulen

Bereich A: Willkommenskultur + +

immer

+

oft


selten

– –

nie

1. Mehrsprachige Wegweiser und Hinweisschilder sind in der Schule und auf

dem Schulgelände vorhanden.

2. An Ihrer Schule gibt es einen geeigneten Ort (Raum) für Elterngespräche und

andere Elternaktvitäten.

5 5 0 0

5 5 0 0

3. Willkommensrituale

für Eltern neuer

Schüler/-innen

sind fester Teil der

Schulkultur.

4. An Ihrer Schule helfen

Eltern anderen Eltern.

a) Es finden Willkommensgespräche mit den

Familien neuer Schüler/-innen statt.

b) Familien neuer Schüler/-innen erhalten Willkommens

geschenke, z. B. Informationspakete.

c) Ihre Schule organisiert (feierliche) Veranstal ­

tungen für Familien, z. B. Willkommensfeste.

a) Es existiert ein Mentoring-Programm oder

eine Beratung von Eltern für Eltern.

b) Es gibt ein Elterncafé oder einen

Elternstammtisch.

c) Elternmultiplikatoren/-innen organisieren

Elterntreffs.

5 5 0 0

5 5 0 0

5 5 0 0

5 5 0 0

5 5 0 0

5 3 1 0

5. Bei schulischen Veranstaltungen wird eine Kinderbetreuung angeboten. 5 3 1 0

6. Eltern und Elternvertreter/-innen bringen sich bei der Entwicklung einer

einladenden Schulatmosphäre ein, z. B. Mitwirkung bei der Bewirtung oder

Vorstellung der Elternvertreter/-innen auf Veranstaltungen.

7. Es gibt an Ihrer Schule pädagogisches Personal, das primär für das Thema

Elternkooperation zuständig ist.

8. Pädagogisches Personal nimmt an internen oder externen Fortbildungen

zum Thema Elternkooperation teil.

5 3 1 0

5 5 0 0

5 3 1 0

9. Elternkooperation ist für die Schulleitung ein Thema. 5 3 1 0

17


Auswertungsmatrix: ElternkOOPeratIOn an Schulen

Bereich B: Kommunikation + +

immer

+

oft


selten

– –

nie

10. Bei der Kommunikation

mit Eltern werden

unterschiedliche Wege

genutzt.

a) Eltern werden persönlich angesprochen,

z. B. per Brief oder Anruf.

5 3 1 0

b) Es finden Hausbesuche statt. 5 3 1 0

11. Ihre Schule arbeitet mit

Elternmultiplikatoren/

-innen.

c) In der Kommunikation werden verschiedene

Medien genutzt, z. B. SMS, Facebook,

Schulhomepage oder E-Mail.

a) Schlüsselpersonen aus dem Stadtteil

(u. a. Stadt teil mütter, Elternmultiplikatoren/

-innen, Eltern mentoren/-innen) werden in die

Schul aktivitäten eingebunden.

b) Eltern werden an Ihrer Schule zu Multiplikatoren/-innen

qualifiziert.

c) Qualifizierte Elternmultiplikatoren/-innen

werden an Ihrer Schule für bestimmte

Aktivitäten eingesetzt.

5 3 1 0

5 3 1 0

5 5 0 0

5 3 1 0

12. Das für das Thema Elternkooperation zuständige pädagogische Personal wird

von den Eltern aufgesucht.

5 3 1 0

13. Die Informationen der

Schule erreichen alle

Eltern.

a) Ihre Schule arbeitet mit Materialien in einfacher

Sprache, z. B. bei der Erstellung von Elternbriefen.

b) Ihre Schule nutzt mehrsprachige Materialien

für Eltern.

c) Ihre Schule organisiert Informationsabende und

andere Veranstaltungen über elternrelevante

Themen.

d) Ihre Schule organisiert mehrsprachige Informations

abende über elternrelevante Themen.

e) Es werden Dolmetscher/-innen für Elterngespräche

und -veranstaltungen eingesetzt.

5 3 1 0

5 3 1 0

5 3 1 0

5 3 1 0

5 3 1 0

18


Auswertungsmatrix: ElternkOOPeratIOn an Schulen

Bereich C: Erziehungs- und Bildungskooperation + +

immer

+

oft


selten

– –

nie

14. Die Schule kennt die

Meinung der Eltern zu

schulrelevanten Themen

und betrachtet

die Eltern als wichtige

Kooperationspartner.

a) Die Mehrsprachigkeit der Eltern wird an

Ihrer Schule als Bereicherung gesehen.

5 3 1 0

b) Die Schule befragt Eltern zu ihrer Zufriedenheit. 5 3 1 0

c) Die Schule befragt Eltern zum Thema

ehrenamtliches Engagement.

5 3 1 0

15. Eltern nutzen

informelle Beteiligungsmöglichkeiten.

16. Schule und Eltern

kooperieren in

Bildungs- und

Erziehungsfragen.

d) Eltern nutzen die Möglichkeit, eigene Ideen

und Vorschläge einzubringen.

a) An Ihrer Schule gibt es ein Netzwerk von

Ehrenamtlichen.

b) Berufliche Netzwerke der Eltern werden

genutzt, z. B. in Form von Unternehmensbesuchen,

Akquisition von Praktikumsplätzen

oder Sponsoring.

c) Eltern helfen bei außerschulischen Aktivitäten

mit, z. B. bei Klassenfahrten, Schulfesten oder

Projektwochen.

d) Eltern helfen bei schulischen Aktivitäten mit,

z. B. in der Bibliothek, in der Kantine, bei

Sportveranstaltungen oder Schulmessen.

a) In den Klassen finden Lernentwicklungsgespräche

mit den Eltern statt.

b) In den Klassen wird mit Zielvereinbarungen

oder Lernverträgen gearbeitet.

c) Auch zu kritischen Themen werden die

schulischen Ansprechpartner/-innen von den

Eltern angesprochen.

d) An Ihrer Schule gibt es Lernhilfsangebote,

z. B. Nachhilfeunterricht, Hausaufgabenhilfe,

Mentoring oder Lerntherapie.

e) Die an Ihrer Schule vorhandenen Lernhilfsangebote

werden von Familien genutzt.

5 3 1 0

5 5 0 0

5 3 1 0

5 3 1 0

5 3 1 0

5 3 1 0

5 3 1 0

5 3 1 0

5 5 0 0

5 3 1 0

19


Auswertungsmatrix: ElternkOOPeratIOn an Schulen

Bereich D: Elternpartizipation + +

immer

+

oft


selten

– –

nie

17. Eltern nutzen

formelle Beteiligungsmöglichkeiten.

18. Ihre Schule nutzt

Kontakte zu außerschulischen

Partnern

im Interesse der

Eltern.

a) Der Elternrat ist ein aktiver Partner an Ihrer

Schule.

b) Im Elternrat gibt es aktive Mitglieder mit

Migrationshintergrund.

c) Der Elternrat ist aktiver Ansprechpartner für

alle Eltern Ihrer Schule.

d) Der Elternrat und der Schülerrat arbeiten

zusammen.

e) An Ihrer Schule arbeitet ein Migrantenbeirat

oder ein ähnliches Gremium.

f) Elternvertreter/-innen nehmen an Schulkonferenzen

teil.

g) Eltern nutzen die Möglichkeit, im Unterricht zu

hospitieren.

a) Ihre Schule informiert die Eltern über verschiedene

außerschulische Hilfsangebote wie

z. B. Beratungsstellen, die den erzieheri schen

Bedürfnissen der Eltern dienen könnten.

b) Schule und Stadtteil organisieren mit und/oder

für Eltern gemeinsame Veranstaltungen.

c) Ihre Schule organisiert in Kooperation mit

Unternehmen Veranstaltungen für Eltern,

z. B. Unternehmensbesuche, Elternfortbildungen

oder Informationsveranstaltungen.

5 3 1 0

5 5 0 0

5 3 1 0

5 3 1 0

5 5 0 0

5 3 1 0

5 3 1 0

5 3 1 0

5 3 1 0

5 3 1 0

19. Eltern haben an Ihrer Schule die Möglichkeit, sich fortzubilden,

z. B. Deutschkurse oder Angebote für Elterngremien.

20. Eltern nutzen an Ihrer Schule die Möglichkeit, sich fortzubilden,

z. B. Deutschkurse oder Angebote für Elterngremien.

5 5 0 0

5 3 1 0

20


5. PROJEKTZIELE und JAHRESPLÄNE

Warum empfehlen wir Jahrespläne?

Wie eingangs erwähnt, kann ein Projekt mehrere

Jahre in Anspruch nehmen. Ein Jahresplan trägt

zu einer besseren Überschaubarkeit der Abläufe,

Visualisierung der gemeinsam angestrebten Ziele

und Überprüfbarkeit der Ergebnisse bei. Bei der

Projektplanung sollen sich alle Akteure darüber im

Klaren sein, dass nicht alle Ziele gleichzeitig erfüllbar

sind. Eine Priorisierung von Zielen ist daher

ratsam. Eine realistische und res sourcenbewusste

Zielsetzung verhindert zudem künftige Enttäuschungen

und beugt Projektfrustration vor, insbesondere

wenn ein Projekt Strukturänderungen

oder gar Haltungs änderung zum Ziel hat.

Was ist ein S.M.A.R.T.-Jahresziel?

Bei der Planung der Projektaktivitäten im schulischen

Kontext lassen sich Instrumente des

allgemeinen Projektmanagements gut anwenden.

Dazu gehört auch die Formulierung von zu erreichenden

Zielen nach dem S.M.A.R.T.-Prinzip 2 .

S.M.A.R.T. steht für „Specific Measurable Accepted

Realistic Timely“ und dient als Vorlage für

eine eindeutige Festlegung von Projektzielen. Ins

Deutsche kann man die fünf S.M.A.R.T.-Kriterien

folgendermaßen übersetzen:

S

M

A

R

T

Spezifisch-konkret

Messbar

Attraktiv

Realistisch

TerMIniert

2

Doran, G. T. (1981). There’s a S.M.A.R.T. way to write

management’s goals and objectives.

Management Review, Volume 70, Issue 11

(AMA FORUM), S. 35–36.

»»

Spezifisch-konkret bedeutet, unmissverständlich

zu benennen, worum es geht. Dabei gilt

es vor allem, zu vermeiden, dass man sich auf

unverbindliche „allgemeine Formulierungen“

einigt.

»»

Messbar bedeutet, Ziele so zu formulieren,

dass später objektiv erkennbar ist, ob ein Ziel

erreicht wurde oder nicht. Handelt es sich um

quantitative Ziele, fällt das leichter. Bei qualitativen

Zielen ist die Messbarkeit viel komplexer,

aber dennoch möglich.

»»

Attraktiv bedeutet, bei der Zielformulierung

den beabsichtigten Endzustand so zu beschreiben,

als wäre er bereits eingetreten. Die

Akteure/-innen sollen das Ziel als erstrebenswert

empfinden.

»»

Realistisch bedeutet, Ziele so zu formulieren,

dass sie als erfüllbar empfunden werden. Trotzdem

dürfen/sollten Ziele anspruchsvoll sein.

»»

Terminiert bedeutet, bereits bei der Formulierung

der Ziele festzulegen, zu welchem Zeit-­

punkt das Projektteam seine Ziele erreicht

haben will, eventuell auch Meilensteine festlegen,

z. B. bei mehrjährigen Projekten 3 .

Warum ist ein „Rückwärts-Check“ der Ziele

wichtig?

Bei der Feinplanung und Priorisierung der Jahresziele

besteht die Gefahr der „Verzettelung“, wenn

die Akteure hinter den gut formulierten und sehr

konkreten einzelnen Kleinzielen das große Projektziel

aus den Augen verlieren. Deshalb muss geprüft

werden, ob jedes vereinbarte Jahresziel tatsächlich

zum großen Projektziel beiträgt.

3

Interpretation der S.M.A.R.T.-Ziele in Anlehnung an das

BQM-Handout „Ziele SMART formulieren“.

21


Wie sehen S.M.A.R.T.-Jahresziele konkret aus?

S.M.A.R.T.-Jahresziel

Zum 1. Januar xxxx wird unsere Schule mindestens fünf Eltern als Multi plikatoren/-innen

gewonnen und im Projekt N. qualifiziert haben.

Unsere Schule hat zum Ziel, während des laufenden Schuljahres mindestens

zwei Eltern mit Migrationshintergrund für die Mitarbeit im Elternrat unserer

Schule zu gewinnen und darauf durch das Projekt N. vorzubereiten.

Die Infomaterialien der Schule zur Berufs- und Studienorientierung in einfacher

Sprache (etwa zehn Seiten) werden bis Ende des Schuljahres xxxx/

xxxx in die fünf quantitativ größten Migrantensprachen unserer Elternschaft

(Sprachen A, B, C, D und E) von professio nellen Übersetzern/-innen

übersetzt und ins Internet gestellt.

Unsere Schule will durch neue Formen der Elternansprache A, B und C

die Beteiligung unter den Eltern der 5. Klassen bei der ersten Informationsveranstaltung

am Anfang des neuen Schuljahres xxxx/xxxx um zehn

Prozent steigern. Damit ist eine achtzigprozentige Beteiligung angestrebt.

(Langfristiges Ziel: eine nahezu hundertprozentige Elternbeteiligung bei

dieser Veranstaltung bis zum Schuljahr xxxx/xxxx).

Unser/-e Koordinator/-in für Stadtteilkooperati on vereinbart einmal pro

Monat/alle zwei Monate/einmal im Quartal ein Vernetzungs gespräch mit

einer neuen Einrichtung im Stadtteil mit dem Ziel, eine Kooperation im

Bereich der Ganz tagsschule und der Eltern bildung anzugehen.

Kein S.M.A.R.T.-Jahresziel

Wir haben vor, mehr Eltern zu Multiplikatoren/-innen

zu qualifizieren.

Aktive Eltern für Mitgliedschaft in

schulischen Gremien qualifizieren.

Unsere Schule möchte künftig mehr

Elterninfomaterialien in anderen

Sprachen.

Unsere Schule hat vor, die Elternbeteiligung

zu erhöhen.

Unsere Schule braucht mehr

Vernetzung.

6. KOOPERATIONSVEREINBARUNG

Was bezweckt eine Kooperationsvereinbarung?

Die Benennung der Zuständigkeiten verleiht

dem Projekt einen verbindlicheren Charakter.

Um dieses zu gewährleisten, empfehlen wir, eine

schriftliche Vereinbarung zwischen den Akteuren,

z. B. der Schule und dem außerschulischen

Partner, abzuschließen. Dieses Dokument sollte

alle wichtigen Modalitäten der Zusammenarbeit

wie Ziele, Zeitplan, Räumlichkeiten, personelle

und sachliche Unterfütterung sowie Verantwortungsfelder

der Kooperationspartner enthalten.

Das Papier ist jedoch weniger ein juristisches,

sondern vielmehr ein symbolisches Dokument.

Es bringt den Wunsch aller beteiligten Seiten,

das Projekt umzusetzen und somit seine Ziele

zu erfüllen, zum Ausdruck. Ein Jahresplan mit

den S.M.A.R.T.-Jahreszielen kann auch Bestandteil

der schriftlichen Kooperationsvereinbarung

werden und diese mit konkreten Zielen untermauern.

Die Kooperationsvereinbarung sollte

möglichst von allen Entscheidungsträgern wie z. B.

der Schulleitung, der Projektleitung sowie den

außerschulischen Partnern unterzeichnet werden.

Wie kann eine Kooperationsvereinbarung

aussehen?

Ein Muster für eine Kooperationsvereinbarung

finden Sie auf den Seiten 23 bis 25.

22


kOOPeratIOnsvereinbarung (Muster)

zwischen der Organisation

und der Schule .

1. Absicht

Mit dieser Kooperationsvereinbarung erklären die

Schule

und

im Rahmen

des Projekts

die gemeinsame Absicht, Eltern zu befähigen, die

Erziehungsverantwortung im schulischen Prozess

zu übernehmen. Schule und Organisation beabsichtigen

zu diesem Zweck, im Stadtteil sowie

bei Migranten- und Elternverbänden und in der

Elternschaft vorhandene Ressourcen bzw. Potenziale

zu erschließen und Schnittstellen in außerschulische

Unterstützungssysteme zu gestalten.

Schule und Organisation entwickeln gemeinsam

Strukturen und Umsetzungshilfen zur Verbesserung

(Gestaltung und Absicherung) der Elternkooperation

in der Schule.

2. Ziele

Mit der Kooperation werden folgende Ziele angestrebt,

die zum Teil durch die im Rahmen der

Projektarbeit zu erstellenden Produkte unterstützt

werden.

Ziel II: Eltern werden aktiv in Prozesse der

Berufswegeplanung einbezogen. Eltern, deren

Kinder im Übergangsprozess sind, werden über

schulische Aktivitäten zur Berufs- und Studienorientierung

sowie über Anschlussmöglichkeiten

informiert und aktiv in die Berufswegeplanung

ihrer Kinder einbezogen. Für Eltern werden

Angebote entwickelt, die sie in der Wahrnehmung

ihrer Erziehungsverantwortung unterstützen.

Diese werden von der Schule, von der

Organisation oder gemeinsam entwickelt und

angeboten.

zIel III: Die Zusammenarbeit mit Multiplikatoren/-innen

wird ausgebaut. Die von der Organisation

qualifizierten Elternmultiplika toren/-innen

unterstützen die Arbeit der Schule, indem sie

Ansprechpart ner/-innen für andere Eltern sind

und übergangsrelevante Informationen an andere

Eltern weitergeben.

3. Leistungen der OrganisatIOn

Zur Erreichung der Ziele engagiert sich

im Rahmen des Projekts

zIel I: Die Verbesserung der Elternkooperation

ist Teil der Schulentwicklung. Die Elternkooperation

wird kor res pondierend zu den Prozessen

der Schulentwicklung gestaltet. Mit der Entwicklung

der Elternkooperation werden Strukturen,

Abläufe und Verfahren geklärt sowie die Rollen

(Aufgaben) der beteiligten schulischen und außerschulischen

Akteure beschrieben. Die Elternkooperation

wird von der Schulleitung unterstützt

und strukturell abgesichert.

in folgenden Punkten:

»»

Aktive Unterstützung zur Entwicklung und

Absiche rung eines Konzepts zur Elternkoo peration

an der Schule

»»

Aktive Unterstützung zur Elternkooperation

in Abstimmung mit der Schule durch vielfältige

Angebote

»»

Bereitstellung und Erstellung von Materialien

zur Information und Aktivierung von Eltern

23


»»

Qualifizierung und Begleitung der Eltern, die als

Multiplikatoren/-innen eingesetzt werden

»»

Vermittlung von Kontakten zu stadtteilorientierten

Netzwerken, Verbänden sowie Förderung

von Kooperationen zwischen Schulen und

Migranten organisationen

»»

Abstimmung mit der Schulleitung sowie Rückmeldung

zu den Aktivitäten an dieselbe

4. Leistungen der Schule

Die Schule benennt gegenüber der Organisation

ein Mitglied des Kollegiums als Ansprechpartner/-in

für die Kooperation. Die Schule klärt Verantwortlichkeiten

und beauftragt eine Lehrkraft bzw.

Lehr kräfte mit der Koordination der Kooperation.

Die Beauftragung erfolgt schriftlich. Zur Erreichung

der Ziele engagiert sich die Schule

darüber hinaus in folgenden Punkten:

»»

Erstellen und Fortschreiben einer Bestandsaufnahme

der schulischen Strukturen, Abläufe

und Verfahren der Elternkooperation sowie

der Aufgaben beteiligter Akteure

»»

Benennung und Veröffentlichung von Aufgaben,

die Eltern im Prozess der (schulisch organisierten)

Berufswegeplanung ihrer Kinder wahrnehmen

sollen

»»

Bekanntmachung des Vorhabens, der Organisation

sowie der geplanten Angebote in der

Schul öffent lichkeit

»»

Planung und innerschulische Abstimmung konzeptueller

Eckpunkte zur Elternkooperation,

zur Einbeziehung von Eltern multi plikatoren/

-innen und zur Kooperation mit Netzwerken

und Verbänden

»»

Durchführung von Informationsveranstaltungen

für Eltern in Kooperation mit der Organisation

»»

Erstellung und Weitergabe von Teilnehmerlisten

und Erhebung weiterer Daten, die von

den Projekt förderern als Tätigkeitsnachweis

eingefordert werden

5. VerPFlichtung gegenüber den

PrOJektförderern

Die Kooperation wird im Rahmen des Projekts

gefördert. Schule und Organisation wirken an

der Umsetzung der Projektziele mit und geben

gegenüber der Projektleitung Auskunft über Teil

nehmerzahlen, Einzelaktivitäten, Prozesse, Wirksamkeiten

und Ergebnisse der Arbeit, insofern

dieses im Rahmen der Projektberichterstattung

gefordert ist. Die Schule verpflichtet sich, in

Publikationen, die im Rahmen der Kooperation

entstehen, die Veröffentlichungshinweise der

Projektförderer zu beachten und auf die Förderung

hinzuweisen. In der Kooperation erstellte

Materialien können darüber hinaus in Veröffentlichungen

des Projekts und in Veranstaltungen zur

Verbreitung der Projektergebnisse verwendet

werden.

6. Laufzeit

Die Kooperationsvereinbarung gilt bis zum Ende

des Schuljahres

und

müsste bei Projektverlängerung verlängert bzw.

erneuert werden.

Schule:

Organisation:

Partner:

Schulleitung

Geschäftsführung/Leitung

ggf. weitere Partner

Ort, Datum:

24


Anhang zur KooperatIOnsvereinbarung vOM

Die folgenden Jahresziele der Schule

haben sich nach der

durchgeführten Bestandsaufnahme sowie nach der Auswertung ihrer Ziele und Vorstellungen im Bereich

der Elternkooperation herauskristallisiert. Die gemeinsam erarbeiteten Jahresziele lauten:

zIel I:

Ziel II:

Ziel III:

Ziel Iv:

Ziel V:

25


7. UMSETZUNG und EVALUATION

Wie geht es weiter?

Selbst gut konzipierte Projekte mit konkret

formulierten Zielen sind nicht umzusetzen, wenn

die alltäglichen Projektabläufe nicht entsprechend

organisiert werden. Es muss im positiven Sinne

eine Projektroutine entstehen, die dafür sorgt,

dass der Projektalltag zur Erfüllung der Projektziele

beiträgt. Um den Jahresplan ein zuhalten

und nicht vom Kurs abzuweichen, empfehlen wir

einfache, aber wirksame Instrumente.

Dazu gehören

»»

regelmäßige Jour-fixe-Meetings bzw.

Feedback-Runden (z. B. einmal im Monat

oder im Quartal),

»»

Jahressitzungen des Aktionsteams mit

anschließender Berichterstattung an die

Schulgemeinschaft, Finanziers und ggf.

Fachöffentlichkeit,

»»

internes bzw. externes Monitoring sowie

»»

eine Evaluation.

Wann sollte eine erste Bilanz erfolgen?

Da wir von Jahreszielen sprechen, empfiehlt sich

eine Zwischenbilanzierung ein Kalenderjahr bzw. ein

Schuljahr nach dem Projektstart. Das kann in Form

von einer Sitzung des Aktionsteams und anschließender

Berichterstattung oder als Befragung durch

ein externes Evaluationsteam, wenn dieses das

Projektbudget vorsieht erfolgen. Die Projektpraxis

zeigt, dass sich manche Projektziele nicht eins zu

eins umsetzen lassen. Die Gründe dafür können

sehr unterschiedlich sein. Deswegen ist es wichtig,

dass keine Frustration entsteht, wenn ein Jahresziel

teilweise oder gar nicht erfüllt wurde. Es kann auch

passieren, dass ein vor einem Jahr favorisiertes Ziel

nicht mehr erstrebenswert ist bzw. abgeändert

werden muss, weil sich z. B. die Rahmenbedingungen

des Projekts verändert haben. Diese Aspekte

sollten Inhalt des Zwischenauswertungsgesprächs

werden. Genauso wie beim Erstgespräch sollte

jede Seite ausreichend Zeit und Raum bekommen,

ihr Feedback abzugeben und ggf. ihre offenen Fragen

zu stellen. Gerade das erste Zwischengespräch

kann entscheidend sein, ob die Schule am Projekt

weiterhin interessiert ist oder es nicht mehr

fort führen möchte. Eine gute Vorbereitung und

Anwesenheit aller wichtigen Akteure ist dabei

entscheidend. Wenn die Zwischenbilanz durchaus

positiv ausfällt und das Projekt weiterbesteht,

werden die Jahresziele für das nächste Projektjahr

vereinbart. Der Katalog der Jahresziele kann

sowohl ganz neue Ziele als auch alte (z. B. teilweise

oder nicht erfüllte) bzw. modifizierte alte Ziele

enthalten. Dabei sollte beachtet werden, dass die

neuen Jahresziele ebenso S.M.A.R.T.-Jahresziele

sind und zum Projektoberziel beitragen.

Warum ist eine Evaluation wichtig?

Eine Evaluation als Bestandteil des Projekts bringt

mehr Nachhaltigkeit und Fundiertheit in die Schulentwicklung

ein. Selbstverständlich ist es eine

Frage des Budgets. Eine mögliche Lösung wäre

die Ver lagerung dieser Funktion auf die Ebene des

projekt übergreifenden Aktionsteams, das neben

der Steuerung auch die Evaluation übernehmen

würde. In diesem Fall wäre die Beteiligung einer

Forschungsinstitution mit ausgewiesener Evaluationsexpertise,

z. B. im Rahmen einer Dissertation,

am besagten Gremium zielführend. Bei der Evaluation

unterscheidet man u. a. zwischen formativer

(begleitender) und summativer (abschließender)

Evaluation. Die erste wird bei der Entwicklung

eines neuen Prozesses eingesetzt mit der Vorgabe,

während des Prozesses – wenn nötig – Änderungen

vorzunehmen und das Projekt anzupassen.

Die zweite wird in der Endphase eines Projekts

durchgeführt und stellt die Wirksamkeit des Projekts

dar. Im schulischen Kontext sind beide Arten

der Evaluation notwendig. Deswegen empfehlen

wir einen Mix aus beiden Evaluationstypen.

26


IMPRESSUM

Herausgeber:

Geschäftsführender Vorstand:

Autor:

Beratung:

Lektorat:

Gestaltung:

Illustration:

Kontakt:

KWB Koordinierungsstelle

Weiterbildung und Beschäftigung e. V.

Haus der Wirtschaft

Kapstadtring 10

22297 Hamburg

Tel. 040 334241-0

Fax 040 334241-299

info@kwb.de

www.kwb.de

Hansjörg Lüttke

Dr. Alexei Medvedev

Tanja Grohmann

Christine Reinhold, Stella Regna

Regina Neubohn

Barbara Yelin

Svenja Steckstor

Tel. 040 334241-286

steckstor@kwb.de

www.kwb.de/schulmentoren

www.schulmentoren.de

Ausserdem in der KWB erschienen:

Eltern in die Schule. Engagierte Väter und Mütter mit Zuwanderungsgeschichte

berichten. Hamburg 2012.

Handbuch Betriebliche Elternarbeit. 5 gute Gründe und 15 Ideen für Elternarbeit

in Unternehmen. Hamburg 2012.

Interkulturelle Elternkooperation als Gemeinwesenarbeit. Expertise. Hamburg 2012.

Schätze heben! Leitfaden und Kompetenzbilanz für die Beratung von Jugendlichen

am Übergang Schule – Beruf. Hamburg, 2013.

Schule in Deutschland verstehen. Grundwissen für Eltern. Hamburg, 2015.

Understanding School in Germany. The Basics for Parents. Hamburg, 2015.

Unsere Arbeitsmaterialien, Dokumentationen und Handbücher können Sie gerne

unter www.kwb.de downloaden oder per E-Mail unter info@kwb.de bestellen.

27


Beratung Qualifizierung Migration

www.kwb.de

• • • KWB e. V. · Haus der Wirtschaft

Kapstadtring 10 · 22297 Hamburg

Tel. 040 334241-0 · Fax 040 334241-299

info@kwb.de · www.kwb.de

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine